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"Hast du sie je geliebt?" fragte Vincent den Mann, der neben ihm an der Wand lehnte. Für einen kurzen Augenblick hatte er seine Ruhe in diesem Meer aus Körpern. Er nutzte seine Fähigkeiten, um die Aufmerksamkeit der Menschen von ihm weg zu lenken, sodass er für einen Moment einfach nur rumstehen konnte, ohne dass es zu sehr auffiel. Die meisten Leute beschäftigten sich sowieso mit dem, was auf der Tanzfläche passierte - sei es nun, weil sie selbst tanzten, oder weil sie auf eine Gelegenheit dafü…
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Vincent lächelte Simon hinterher. Die Beziehung, die der junge Mann mit Thomas aufgebaut hatte, war geradezu herzerweichend. Es freute ihn, dass Simon endlich jemanden gefunden hatte, der mit seiner überschüssigen Energie mithalten konnte. "Darauf trinke ich," meinte Vincent und prostete Thomas zu. Im Laufe der nächsten Stunde schafften sie es irgendwie, sich durch die Masse zu arbeiten und sich schließlich im angrenzenden großen Salon niederzulassen. Dieser private Gentlemen Club war geradezu u…
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Vincent ließ sich von Thomas mitreißen, ließ sich von ihm halten, ließ sich von ihm küssen. Als der Mann sich wieder von ihm trennte, richtete er ihm die Fliege - auch wenn sie perfekt saß. Das Lächeln blieb. "Du kannst mir ja später gern dabei helfen, diesen wundervollen Anzug wieder auszuziehen," raunte er. Er legte Thomas die Arme um den Hals und küsste ihn erneut, nur um sich über die nächsten Stunden hinwegtrösten zu können. Sie konnten nicht einmal Händchenhalten, solange sie in Gesellscha…
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Uff... ist schon eine klitzekleine Weile her, dass ich hier ein Update gegeben habe, so here it goes: Februar: Kiss of Deception - YA Fantasy, die einem gibt, was sie verspricht. Solid read, hatte Spaß. 4/5* Prey Drive - Dark Romance of the Stalker variety. Ist basically Haunting Adeline aber in besser. Plot Twist am Ende hat mich geschmissen. 3.75/5* März: City of Brass - Fantasy. Guter Start, sloggy Middle, nices Ende. Leider sind nur rund 200 von den fast 700 Seiten tatsächlich interessant. 3…
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Sich davon zu erholen, beinahe zu verhungern, stellte sich als überraschend anstrengend heraus. Aber Thomas half ihm an jeder Ecke, an jedem Ende, ohne zu zögern. Nach der ersten Woche fühlte sich Vincent genug in Kontrolle über sich selbst, damit sie die Handschellen weglassen konnten. In der gleichen Woche heilten seine selbst zugefügten Verletzungen unter dem genauen Auge von Thomas aus, ohne die geringsten Spuren zu hinterlassen. Eine Woche war alles, was es brauchte, um ihn körperlich wiede…
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"Ich möchte uns einen Wohnsitz in London anschaffen," korrigierte Vincent. "Es wäre genauso für dich, wie es für mich wäre. Und London ist... Nun ja, wie nennen sie das in der neuen Welt? Den wilden Westen? London ist genauso. Da fallen Schüsse weniger auf, ja. Aber das Gleiche gilt für jemanden, der sich eher nachts aus dem Haus begibt. Die ganze Industrie dort läuft doch ununterbrochen, Tag und Nacht. Ich weiß nicht genau, wie es um die Jägerschaft dort bestellt ist - ich war wie gesagt schon …
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Vincent ignorierte das Glas Schweineblut auf dem Nachttisch. Es war sowohl leichter, als auch schwerer als er erwartet hatte. Seine Instinkte trieben ihn in völlig unterschiedliche Richtungen. Das Monster wollte das Blut mit jeder Faser, zeitgleich sträubte es sich aber auch vor dem Wissen, woher das Blut kam und wie es schmecken würde. Es war gelinde gesagt verwirrend. Also konzentrierte sich Vincent auf das, was er tun wollte, nicht das Monster. Er schloss die Augen, nahm einen tiefen Atemzug …
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Vincent ließ sich bemuttern, ohne sich darüber zu beschweren. Wenn er ehrlich war, dann brauchte er das auch gerade. Nicht, weil er so hinterher war, verwöhnt zu werden, sondern viel eher weil er genau wusste, dass ihm die Kraft dazu fehlte. "Das letzte Mal wurde ich so verhätschelt, da war ich zehn Jahre alt," antwortete er und lehnte den Kopf nach hinten, damit Thomas an seinen Hals herankam. Aus dem Augenwinkel sah er Vlad, der im Türrahmen lehnte, die Arme vor der breiten Brust verschränkt."…
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"Aber was, wenn ich mir Sorgen machen will? Deine Gesundheit ist genauso wichtig, wie meine, Thomas. Und ein Gehstock kann durchaus attraktiv sein." Lächelnd schloss Vincent die Augen und genoss die kleine Kopfmassage. Hier und da ziepte es zwar ordentlich, aber angesichts der Tatsache, dass er gerade erst wieder anfing, seinen Körper zu spüren und nicht nur den überwältigenden Schmerz des Hungers, war ihm das nur recht. Er lächelte ob der Frage, die Thomas stellte und sah zu ihm auf. "Natürlich…
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Sein Schlafzimmer zu sehen war wie nach Hause zu kommen. Auf gewisse Weise war es das ja auch. Zwischen dem kleinen Raum im Keller, der auf Funktion ausgelegt war, und dem Schlafzimmer, das Vincent gemütlich und persönlich eingerichtet hatte, lagen Welten. Und Vincent hatte es vermisst, wie er in dem Augenblick feststellte, als sie den Raum erreichten. Aber hier war ihre Reise noch nicht zu Ende. Heute war Vincent weniger wackelig auf den Beinen, aber er überließ dennoch Thomas die Führung und w…
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Vincent lachte leise. "Und ich dachte, dir gefällt meine naturalistische Seite," erwiderte er. Dann fiel sein Blick auf die Tür des Kellerraumes und ihm lief es eiskalt den Rücken runter. Er konnte sich vielleicht nicht bewusst an alles erinnern, was da drin passiert war, aber sein Körper schien es zu tun. Seine Seite zwickte ein wenig und sein Kopf schien sich sofort ein bisschen zu vernebeln, nur weil er diese verdammte Tür sah. "Keine Sorge, Steaua mea," sagte Vlad, der hinter ihm stand und i…
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Vincent blickte auf Thomas' Hand. Dann schüttelte er den Kopf. "Ich glaube nicht. Ich gehe einfach mal davon aus, dass alles, was ich anfassen kann, nicht meiner Vorstellungskraft entsprungen ist." Zur Bestätigung drehte er seine Hand in der Fessel herum und verschränkte seine Finger mit denen von Thomas, bevor er ihm ein erschöpftes Lächeln schenkte. Vlad tätschelte sein Knie. "Ich glaube, so werde ich es eine Weile lang handhaben. Nur um sicher zu gehen," fügte er hinzu. Vincents Blick glitt z…
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Thomas war da gewesen? Die ganze Zeit? Aber natürlich war er das! Wie hatte Vincent auch nur einen Augenblick glauben können, dass ihn sein Liebster zurückließe? "Dann mach das auch in Zukunft so, ja? Ich kann dich von nichts abhalten, aber ich bin ziemlich gut darin, dir ein schlechtes Gewissen einzureden." Er lächelte sanft, doch dann bemerkte er wie sich Thomas' Stimmung änderte. Die Frage war nur warum. "Tjaha, dann erzähl ihm doch mal, was wir da unten so gemacht haben. Worüber wir uns so u…
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Vincent erinnerte sich. Er hatte geradezu verzweifelt nach etwas gesucht, womit er den Hunger rausschneiden konnte. Er wollte diesen Schmerz so dringend loswerden, dass er gar nicht daran gedacht hatte, wie sehr es wehtat, wenn man sich in die eigene Haut schnitt. Sein vergangener Gedankengang machte Sinn für ihn, zeitgleich klang es aber auch nach blankem Wahnsinn. "Du sagst mir, ich soll es langsam angehen, und im gleichen Atemzug lädst du mich auf einen Spaziergang ein?" fragte er, aber es ju…
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"Trinken..." Er ließ sich von Thomas aufhelfen, während er noch dabei war, seine Gedanken in Gang zu bringen. Er war im Keller. Er hatte einige Tage lang gehungert, um sich von Menschenblut zu entwöhnen. Thomas war in London gewesen, um zu jagen. Vlad war... Das Glas, das Thomas ihm präsentierte, ließ Vincent alles andere vergessen. Thomas hielt es an seine Lippen und er nahm große Schlucke. Es schmeckte furchtbar, aber das sollte so sein, das wusste er. Er wusste auch, warum. "Und du gibst dich…
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Das erste, was er wahrnahm, war der wundervolle Duft eines Menschen. Er kannte diesen Geruch, wusste welch lieblichen Geschmack er ankündigte. Seine Beute war zurückgekehrt. War ganz freiwillig in seine kleine Höhle gekommen. Ihm lief das Wasser im Munde zusammen. Als nächstes kam das altbekannte Geräusch eines gesunden Herzschlages. Der stete Rhythmus breitete sich in seinem ganzen Körper aus, bis er das Gefühl hatte, das sein eigenes Herz das Schlagen kopierte. Es war geradezu belebend. Der Va…
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Vincent war tatsächlich weniger an der Geschichte interessiert, als er selbst erwartet hatte. Aber Thomas' Stimme umspülte ihn einfach wie eine sanfte Brandung und trug ihn hinaus auf das weite Meer seines wenig fokussierten Verstandes, bis Vincent einfach nur vor sich hin trieb, von den Wellen geführt. Die sanften Liebkosungen des Mannes sorgten nur für noch mehr Entspannung. Als Thomas fertig erzählt hatte, herrschte eine kleine Weile Stille. Nur das leise Knistern des Kaminfeuers erfüllte den…
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Vincent sah auf, als Thomas zu ihm sprach. Er hatte ganz vergessen, dass der Mann auch noch da war. "Gemütlich machen..." Er beobachtete, wie Thomas sich eines der Kissen nahm und auf die Schulter legte. Er ließ sich von der warmen Hand anleiten und legte seinen Kopf auf ebenjenes Kissen, auf ebenjener Schulter. Es war tatsächlich bequem, so mit Thomas zusammenzusitzen. Vincent seufzte wohlig und mit diesem Seufzen schien ihn ein ganzer Berg an Anspannung zu verlassen. Er sank ein bisschen in si…
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"Du musst dich nicht daran gewöhnen, wenn du sie alle auslöschst, weißt du? Wäre auf jeden Fall einfacher." Vincent hing noch an dem Punkt fest, an dem es erst Mitternacht war, und ignorierte Vlad, der sich gerade auf die Rückenlehne des Sofas stützte. Sicherlich malte er sich aus, auf wie viele Weisen er Menschen zerfetzen konnte, bevor es langweilig wurde. "... Willst du mir erzählen, warum du dich selbst aufgeschnitten hast, Vincent?" Vincent lachte leise in sich hinein. So hatte er das noch …
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"Er ist geschwächt. Und verletzt. Das ist doch die Gelegenheit! Warte, bis er aufsteht und geht, dann kannst du ihn töten und die Tür ist auch gleich offen. Dann musst du nicht einmal bis zum nächsten Sonnenuntergang warten, um hier raus zu kommen, sondern kannst gleich gehen." Vlad lehnte sich vor, und roch an Thomas' Haar, als wolle er die Qualität eines Weines feststellen. Vincent sah hinab auf ihrer beider Hände, ineinander verschränkt, als Thomas ihm sanft mit dem Daumen über den Handrücken…