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Bevor er sich davon abhalten konnte, knurrte Santiago. Er knurrte und seine Magie begehrte auf. Doch jetzt wollte sie nichts mehr von Lewis' Angst wissen. Sie wollte ihre Fänge in den Kerl schlagen, der ihm wehgetan hatte und ihn leiden lassen. Oh, die Alpträume, die er diesem Kerl schenken würde... Er unterbrach seine Streicheleinheit und schlang seine Arme fest um Lewis. Er drückte seine Nase in Lewis Haare, küsste seinen Scheitel. Die Ehrlichkeit, die Verletzlichkeit... das Vertrauen, das Lew…
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Santiago lächelte in sich hinein, als er sah, wie seine Kochkünste ein weiteres Opfer forderten. Der Tag, an dem er jemanden fand, den er nicht bekochen konnte, sollte erst noch kommen. Nicht, dass er oft für andere Leute kochte. Meistens half er seiner Mutter mit dem Essen für seine Eltern und sich selbst und das war's dann. Hin und wieder hatte er die Gelegenheit gehabt, eines der peinlichen Frühstücke in der Küche seiner Partner selbst zu machen, aber das war sehr selten vorgekommen. Er räumt…
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Klamotten für Lewis zu finden, stellte sich als schwerer als erwartet raus. An dem Streuner war einfach nicht genug dran, als dass er Santis Klamotten ausfüllen könnte. Also fischte er nach ein paar Minuten des Kopfzerbrechens einfach ein T-Shirt und ein paar Jogginghosen aus seinem offenen Schrank und legte sie zusammen auf das Bett. Mit einem Gummizug konnte man hoffentlich nichts falsch machen. Er tigerte eine Weile ziellos durch seine Wohnung. Er fühlte sich beobachtet. Er fühlte sich sonst …
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Santiago kehrte schon bald zu seiner üblichen Routine zurück. Er trieb zwischen Alpträumen anderer Menschen und seinen eigenen, paranoiden Wahnvorstellungen hin und her und ließ sich von seinem Lebenswandel mitreißen. Er kümmerte sich hauptsächlich darum, seinen neu erworbenen Reichtum zu handhaben. Er brauchte ein Endlager für die vielen Goldbarren, er brauchte eine Möglichkeit, problemlos darauf zuzugreifen, er brauchte eine Möglichkeit, sie unauffällig in tatsächliches Geld zu verwandeln. Als…
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Santiago lächelte in seinen Kaffee hinein. "Glashaus und Steine, callejero. Glashaus und Steine," erwiderte er. Dann wurde auch schon sein Frühstück serviert. War es die gesündeste Entscheidung? Nein. Aber zwischen den Eiern und dem Bacon versteckten sich bestimmt ein paar Proteine. Das wichtigste war, dass er seinen Hunger bekämpfte und genug Energie aus seinem Essen ziehen konnte, um durch das bald einsetzende Tief zu kommen. Sobald er das hinter sich hatte, wäre er für den Rest des Tages wied…
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Mit einem Lächeln hielt Santiago sein Smartphone hoch. "Ich lese viel," antwortete er kryptisch. Als sich Lewis dazu aufrappelte, sich anzuziehen, griff auch Santiago nach der Plastikverpackung mit seinem neuen, billigen T-Shirt. Er hatte sicherheitshalber eine Größe größer gekauft (er hatte sowas schon öfter getan und seine Lektion gelernt), trotzdem war das T-Shirt sehr knackig geschnitten. Noch eine größer hätte sicher nicht geschadet, aber mit der Jacke drüber würde es schon gehen. Er wollte…
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Santi lächelte und stand auf. Er ging um das Bett herum, griff sich Lewis' Wasserglas und füllte es auf. Sich selbst schenkte er auch ein Glas ein. Mit dem Glas bewaffnet machte er den halben Schritt zur Balkontür rüber und warf einen Blick nach draußen. Natürlich war da immer noch niemand, der darauf wartete, in ihr Zimmer einzubrechen und sie beide umzubringen. "Ich habe nicht geschlafen," stellte er noch einmal klar. "Das tue ich relativ selten. Das hat nichts mit dem Bett zu tun und auch nic…
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Wie es Santiago erwartet hatte, schlief Lewis ein paar Minuten später ein. Ihm brach dabei kein Zacken aus der Krone, er nahm das sogar als ein kleines Kompliment. Menschen waren zu vorsichtig, zu ängstlich, um einfach so neben einem praktisch Fremden einzuschlafen. Sicher, Lewis war komplett fertig, aber die Art, wie er da einfach entspannt auf ihm lag, verriet Santi, dass er gut schlief. Der Mann fühlte sich sicher in seinen Armen. Irgendwann in der Nacht schob er Lewis von sich hinunter und e…
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"Soweit ich mich erinnere, habe ich dir ziemlich erfolgreich das Hirn rausgevögelt, ohne dich permanent danach zu fragen, ob es auch okay ist," gab Santiago unbeeindruckt zurück. Er würde Lewis nicht vorschreiben, wie er sein Leben zu leben hatte oder wie gesund beziehungsweise ungesund seine Beziehungen waren. Der Mann war erwachsen und konnte machen, was er wollte. Aber wenn er was mit Santi machen wollte, dann musste er eben auch akzeptieren, dass Santi ihn mit mehr Respekt behandeln würde al…
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Kalte Duschen und ein bisschen Hingabe konnten so einiges ausrichten, das wusste Santiago. Er behielt sein "Ich hab's dir ja gesagt" für sich, weil er hier keinen Punkt hatte klarstellen wollen. Es war ihm wirklich nur darum gegangen, dass Lewis wieder zu einer Person wurde und nicht weiterhin wie vergammelter Pudding durch die Gegend wankte. "Sehr zuvorkommend vor dir," erwiderte er. Und als Lewis dann danach fragte, ob sie sich einfach zusammen hinlegen könnten, da Lächelte Santiago. Er half L…
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Das eisige Wasser der Dusche war geradezu Balsam nach der stickigen Hitze des Clubs. Santiago genoss es so, wie andere eine heiße Dusche nach einem langen Tag genießen würden. Er stand einen langen Moment einfach nur da und ließ das Wasser über seinen verschwitzten Körper laufen. Dann begann er, die Farbe von seinen Tattoos zu schrubben. Santiago erwartete nichts. Er kannte Lewis nicht gut genug, um einschätzen zu können, wie der Streuner reagieren würde. Er hatte alle Erwartungen aus dem Fenste…
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Santiago ignorierte die Frage nach dem, was er da tat, als er sicherging, dass niemand im Raum auf sie wartete. Er war sich ziemlich sicher, dass es seine Berufsparanoia war, die ihn da leitete, und nicht seine Magie. Die rührte sich nämlich nicht, nicht wirklich zumindest, nachdem sie noch immer von dem Kerl aus der Notaufnahme gesättigt war. Er streckte die Hände aus und hielt Lewis an den Schultern fest, als dieser vom Bett zu fallen drohte. Halt, stopp, versuchte er, ihn zu küssen? Himmel, d…
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Da hatte wohl jemand zu hart gefeiert. Santiago hob seine Sonnenbrille vom Boden auf und setzte sie Lewis wieder auf. "Versuch du dich zu entspannen, callejero. Ich bring uns schon wohin, wo's ruhiger ist. Weniger Input hilft, richtig?" So viel hatte Santi in ihren bisherigen Interaktionen gelernt. Je mehr visuelle Information zur Verfügung stand, desto genauer funktionierte Lewis' Magie. Zumindest vermutete er das. So wie der Streuner auf die Kameras bestanden hatte, und wie er immer auf den Bo…
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Dane erkannte, dass sich Ro wirklich Sorgen darum gemacht hatte, dass sich ihre Vorstellungen von einer vollständigen Familie unterschieden. Er war froh, dass sie das klargestellt hatten, bevor sich diese Sorgen in ein ausgewachsenes Problem verwandelt hatten. "Es war schön einmal was zu erschaffen, keine Frage. Das war eine vollkommen neue Erfahrung für mich. Und sowas passiert mir nicht oft. Und noch dazu war das etwas, was so gegen alles ging, was ich bin und was ich kann. Da habe ich mich eb…
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Santiago ging sicher, Lewis nicht mehr aus den Augen zu lassen, nachdem dieser seine zweite Line gezogen hatte. Der Streuner ließ sich wirklich gehen. Santi hatte nicht direkt was dagegen, sie hatten ja schließlich einen Grund zu feiern, aber er wusste auch, wann jemand vielleicht einen Gang runterschalten sollte. Er selbst passte seinen Alkoholkonsum an, um noch genug bei Verstand zu sein, um sie beide sicher in ein Bett verfrachten zu können. Oder zumindest mal zurück zu ihrem Sitzplatz. Er re…
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Es war nicht das erste Mal, dass Santiago jemandem erlaubte, seine Tattoos auszumalen. Deswegen hatte er die kleine Box ja überhaupt erst. Er war mal mit einer Flugbegleiterin auf einen Rave gegangen. Sie war schon eingedeckt gewesen in die bunten Neonfarben und dann, auf dem Rave, hatte sie die Entscheidung getroffen, dass Santiago zu langweilig aussah. Also hatte sie ihn einfach angemalt. Er hatte irgendwie Gefallen daran gefunden, wie er im Dunkeln unter dem Schwarzlicht leuchtete. Wenn er al…
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"Oh, wir gehen direkt auf die Vollen, hm? Kein Vorspiel?" scherzte Dane. Er drehte den Kopf, um Ro einen Kuss auf den Scheitel zu drücken, dann richtete er seine Aufmerksamkeit auf die Schmetterlinge. So hübsch sie auch anzusehen waren, sie alle folgten gerade nur zwei sehr simplen Instinkten: fressen und fortpflanzen. In nur ein paar Tagen würde jeder einzelne dieser Schmetterlinge tot auf dem Boden liegen, egal ob sie es geschafft hatten oder nicht, beide dieser Instinkte zu befriedigen. Sie h…
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Lewis schien genauso viel Spaß an diesem Ort zu haben, wie Santi. Diese Tatsache beflügelte ihn auf eine ganz neue Weise. Er tanzte mit Lewis, tanzte mit den Leuten in ihrer direkten Umgebung. Aber schlussendlich zog es ihn immer wieder zurück zu dem Streuner, der ihn zwischenzeitlich beinahe schon als Stripperpole benutzte. Santiago beschwerte sich nicht. Er wehrte sich auch nicht, als der Streuner ihn an sich zog und ihn mit genug Schwung küsste, als seien sie zwei Planeten, die aufeinandertra…
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Santi hatte die Antwort bereits erwartet. Er ergriff Lewis' Hand und warf sich in das Meer aus feiernden Menschen. Wie ein Hai suchte er sich seinen Weg; zielgerichtet schob er die erhitzten Körper aus seinem Weg und zog Lewis dicht hinter sich her, um ihn nicht zu verlieren. Er wusste nicht genau wann, aber irgendwann ergriff ihn der Beat der Musik und er wippte im Takt einfach mit, während er sich seinen Weg suchte. Schließlich erreichten sie die kleine Treppe, die in die VIP Lounge führte. Sa…
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"Job ist Job," antwortete Santi und zuckte mit den Schultern. "Apollo hat mir viel Geld angeboten, um mitzumachen - mehr als meine üblichen Preise - das hat mich neugierig gemacht. Er sagte, er kann mir nicht mehr verraten bis zu unserem ersten Meeting. Den Rest kennst du. Und wer kann schon bei so einem Preisschild Nein sagen? Und dann ist da noch der Ruf, den man sich mit so einer Sache aufbauen kann. Ich bin kein unbeschriebenes Blatt, die Leute kennen mich und meine Arbeit, aber sobald wir d…