[Voting(Verlängert!)] Die Geschichte von Alice, Ren und Chuu

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  • [Voting(Verlängert!)] Die Geschichte von Alice, Ren und Chuu

    Welche Geschichte fandet ihr am besten? 28
    1.  
      Geschichte 3 (7) 25%
    2.  
      Geschichte 4 (7) 25%
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      Geschichte 2 (4) 14%
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      Geschichte 1 (3) 11%
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      Geschichte 5 (3) 11%
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      Geschichte 6 (2) 7%
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      Geschichte 7 (2) 7%
    Nun ist es endlich so weit. Hier sind die abgegebenen Geschichten von euch für unsere Maskottchenwettbewerb. Gegen Ende hin sind zu unserer Freude dann doch noch einmal einige hinzu gekommen.
    Nun seit ihr an der Reihe. Lest euch die Geschichten durch und Stimmt für die, die euch am besten gefällt. Doch beachtet dabei, dass die ganzen Geschichten auch den Sinn haben sollen uns Alice, Ren und Chuu näher zu bringen. Erfüllt die von euch ausgewählte Geschichte dieses Kriterium?
    Voten könnt ihr bis zum 31.01.2015. Anschließend sind wir vom Team dran und gucken uns eure Top 3 an. Unter diesen küren wir dann den Sieger.

    Bitte erzählt niemanden weiter, welche Story von wem ist, wenn ihr es wisst. Es soll ja fair bleiben! Und die Autoren beachten bitte, dass sie nicht für ihre eigene Geschichte stimmen dürfen. Sollte es nicht beachtet werden, sehen wir uns leider dazu gezwungen die entsprechenden Personen zu disqualifizieren.
    Die Stimmen die in diesem Voting vom Team abgegeben werden zählen nicht mit ins Votingergebnis. Wir geben sie nur ab um das Ergebnis während des Votings überprüfen zu können. Unsere Stimmen kommen erst nach dem Voting!

    U
    nd nun viel Spaß mit den Geschichten.
  • Geschichte 1


    Ein neues Familienmitglied



    „Jetzt … wach schon … auf, Bruderherz!“, erklang gedämpft eine vertraute Stimme an sein Ohr, was er aber jetzt nicht hören wollte. Grummelnd zog er die Decke wieder mehr an sich, die zuvor von dieser Stimme weggezogen wurde, um ihn dadurch irgendwie wecken zu können. „Noch 5 Minuten, Alice“, nuschelte der Junge die übliche Bitte in sein Bettkissen und genoss die weiche Decke auf seiner Haut. Das junge Mädchen namens Alice blähte schmollend ihre Wangen auf und stemmte ihre Hände in die schmale Hüfte.
    „Das sagst du jedes Mal und dann verlässt du immer auf den letzten Drücker das aus!“, gab sie entgeistert von sich und wusste beim besten Willen nicht, wie sie ihren Bruder wecken sollte.
    „Heute ist es anders, ganz sicher“, gähnte er genüsslich und winkte ab, um ihr zu sagen, dass sie dort nicht länger stehen zu braucht, sondern ihn einfach alleine lassen sollte.
    „Ach ja? Und was soll bitte heute so anders sein, dass du dich mal an die 5 Minuten hältst, Ren?“, ließ sie einfach nicht locker, weil sie ganz genau wusste, das er länger, als die von ihm vorgegebenen Zeitraum, brauchen wird.
    „ ‘Jeder Tag ist ein neuer Anfang‘ “, zitierte er altklug George Eliot, eine englische Schriftstellerin und winkte erneut ab.
    Jedoch ließ Alice, seine jüngere Schwester, einfach nicht locker und verharrte weiterhin in ihrer Position. So langsam platzte ihr aber Kragen. Jeden Morgen die gleiche Tortur mit ihm.
    „Anstatt mit mir zu diskutieren, solltest du deinen Hintern mal erheben. 3 Minuten sind immerhin schon vorbei“, blickte sie auf ihre Digitaluhr an ihrem Handgelenk und seufzte aus. Sie hatte auch nicht oft Zeit dazu ihn zu wecken, denn sie musste schließlich auch pünktlich den Bus zu ihrer Schule bekommen. Aber das verstand er ja nicht, sondern nutzte lieber jede unnötige Minute dazu aus, um länger im Bett zu bleiben, damit er gezwungenermaßen später gestresst zu seinem Praktikum eilen musste. Gewonnen hatte er dadurch nichts.
    Missmutig blickte sie auf ihre Uhr, die nun die 6. Minute angebrochen hatte und keine sichtliche Reaktion ihres Bruders zu sehen war.
    „Wie viele Neuanfänge benötigst du denn, um einmal pünktlich aufzustehen?“, seufzte sie enttäuscht aus und griff mit ihren kurzen Fingern an die Bettdecke, um sie mit einem Ruck von ihm zu entfernen. Allerdings hatte sie mit mehr Widerstand gerechnet, weshalb sie mit ihrer ganzen Kraft an dem Stoff gezogen hatte, sodass er dumpf mit seinem Körper auf den Boden fiel. Wie eine Gewinnerin hielt sie ihre Trophäe weiter über den Boden und blickte auf den Verlierer herab. Stöhnend meldete sich dieser nun auch zu Wort und schenkte ihr nur einen verärgerten Blick, bevor er sich mühselig und sehr langsam erhob.
    „Behandelt man so ältere Leute?“, warf er vorwurfsvoll in den Raum und streckte seinen Körper durch, der bei der ganzen Gelegenheit leicht knackste.
    „Och komm schon! Du bist gerade mal ein Jahr älter als ich. Als tu mal nicht so“, antwortete das 15 jährige Mädchen nur kalt und ließ die Decke achtlos auf den Boden fallen. Prüfend musterte sie ihren Bruder, ob er sich tatsächlich nicht durch ihre harte Methode verletzt hatte. Erleichtert darüber, dass dem anscheinend nicht so war, legte sie eine Hand auf ihr Herz und atmete erleichtert aus. Auch wenn er manchmal ziemlich schwierig war, so liebte sie ihn wie er war und sie würde sich nicht verzeihen können, wenn sie ihn tatsächlich mal ernsthaft verletzen sollte.
    „Ja und? Es ist ein Jahr Unterschied, also bin ich auch ein Jahr älter als du“, wies er sie auf die kleine, aber doch so feine Abweichung hin und bewegte sich zu seinem Kleiderschrank, um die notwendigen Kleidungsstücke für den Tag herauszusuchen.
    „Wenn du doch auch nur mit dem Aufstehen so genau wärst“, nuschelte sie mehr zu sich und seufzte dann resignierend aus. Zu so einer frühen Stunde mit ihrem Bruder über solche belanglosen Dinge zu diskutieren, raubte ihr jetzt schon sämtliche Energie und Motivation für den Tag.
    „Bitte was?“, verstand Ren nicht richtig und hatte bereits sein T-Shirt in ein frisches schwarzes gewechselt, bevor er fragend seinen Kopf in ihre Richtung gehoben hatte.
    Sie schüttelte jedoch nur mit einem Lächeln den Kopf. „Nichts, gar nichts.“
    Ihre Finger legten sich um die bronzefarbene, kalte Türklinke. „Frühstück hat dir Mama in den Kühlschrank gestellt und Geld für den Bus liegt auf dem Tisch“, informierte sie ihn darüber und verließ kurz darauf den Raum, um sich langsam auf den Weg zur Schule zu machen. Sie hatte nun schon genügend Zeit damit verbracht ihn zu wecken, weshalb sie sich sogar selbst beeilen musste, um pünktlich den Bus zu bekommen. Nörgelnd schritt sie mit ihrem einteiligen, violetten Sommerkleid die Treppe hinab, griff nach ihrer Schultasche und verließ dann vor ihm das Haus.
    Ren konnte beim Anziehen seiner Klamotten nicht aufhören zu gähnen. Was musste sie ihn denn auch schon so früh wecken? Natürlich musste er pünktlich aufstehen, aber wenn er den übernächsten Bus noch nahm, dann würde er ebenfalls gerade so noch rechtzeitig zu Arbeitsbeginn erscheinen. Der Junge legte nur noch sein schwarzes, kurzärmliges Sweatshirt an und richtete ein wenig seine Haare am Wandspiegel in seinem Zimmer. Zufrieden über den Anblick nickte er und verließ ebenfalls das Zimmer in leichter Bekleidung. Ren packte nur noch das Geld für das Fahrticket und das Frühstück in seine Tasche, bevor er sich auf den Weg zu seinem Praktikumsplatz machte. Glücklicherweise war es sein letzter Tag in der Tierpension und er freute sich nächste Woche wieder ganz normal zur Schule zu gehen, um dort im Unterricht schlafen zu können oder sich mit seinen Freunden über die aktuellen Anime zu unterhalten. Durch die Schule musste aber sein Jahrgang ein drei wöchiges Praktikum ihrer Wahl absolvieren, um die ersten Erfahrungen im zukünftigen Berufsleben zu sammeln. Ren hatte sich für ein Tierpfleger entschieden, da er Tiere sehr mochte und den Beruf durchaus interessant fand, wenn nicht dieses frühe Aufstehen wäre.
    Müde stieg er in den gefüllten Bus ein und zog sich eine Tageskarte mit dem Geld, was ihn seine Mutter dagelassen hatte. Suchend schaute er nach einem freien Sitzplatz, aber konnte bei der Menge an Menschen keinen ausmachen. Seufzend über dieses Ergebnis hielt er sich an einer gelben Stange fest und wippte bei den Bewegungen des Busses mit. Erneut stellte er sich die Frage, warum er überhaupt auf seine Schwester gehört hatte und in den ersten Bus gestiegen war, der zu Stoßzeiten fuhr. Seine trägen Augen blickten aus dem großen Fenster und erblickte die gewohnten städtischen Einrichtung. Dort mal der kleine Zeitungskiosk, dort die erste Bank, dort das Krankenhaus und eine Haltestelle nach der anderen wurde passiert, in der mehr Menschen ausstiegen, als ein.
    "Nächster Halt … Friedrichstraße", ertönte die weibliche Computerstimme, die den schweren Kopf des Jungen heben ließ und er den nächsten Stoppknopf drückte. Sofort wurde seine Eingabe durch einen Laut bestätigt und bei der Aufschrift der nächsten Haltestation leuchtete jeweils am Anfang und am Ende das Wort 'HALT' zusätzlich in Rot auf.
    Es dauerte nur noch wenige Minuten bis der Bus an der besagten Haltestelle anhielt und der müde Junge in seiner kurzen weißen Hose ausstieg. Die ersten Sonnenstrahlen fielen ihm direkt ins Gesicht, weshalb er gezwungen war sich schützend die Hand vor die Stirn zu halten. "So warm …", war sein erstes Kommentar an der Bushaltestelle und lief die letzten Minuten zur Tierpraxis, die etwas abseits von der Stadt lag. Zirpende Grillen am frühen Morgen folgten ihm auf den Weg bis zu einem größeren, weißen Haus, an dessen Tür der Besitzer der Praxis 'Dr. Gabriel' stand. Ren drückte das kleine Holztürchen auf und ging zu der besagten Tür, um seinen letzten Arbeitstag als Tierpfleger anzutreten.

    Alice
    Sie war pünktlich in der Klasse auf ihrem Platz am Fenster, als es zur ersten Stunde schellte. In Gedanken war sie bei ihrem Bruder, ob er auch tatsächlich das Haus verlassen hat, nachdem sie ihn wach gemacht hatte oder ob er sich erneut schlafen gelegt hat. Bei ihm konnte alles möglich sein und er war einfach so unberechenbar. Sie seufzte aus und blickte aus dem Fenster gen wolkenlosen, blauen Himmel, bevor ihr Erdkundelehrer in den Raum kam und mit dem Unterricht begann. Geistesabwesend wedelte sie sich mit ihrem Heft Luft zu und hörte dem älteren Mann an der Tafel nur sporadisch zu. Erkunde war für sie nun nicht wirklich ein Fach, worauf sie sich stürzen würde und dann auch noch diese morgendliche Hitze …
    Lieber würde sie nach Hause gehen und weiterhin das ARC-Forum administrieren, was in letzter Zeit einen Zulauf von weiteren netten Usern verzeichnen konnte. Außerdem waren dort auch noch die interessanten RPGs bei denen sie gerne mitschrieb.
    Hach, wenn sie nur daran dachte wieder in einen ihrer selbst erstellten Charakter in einer fiktiven Welt mit anderen Leuten zu tauchen, so kribbelte es schon unter ihren Fingernägeln. Allerdings war sie nun in ihrem richtigen Leben gefangen und musste sich etwas über die Eigenschaften der Weltkugel anhören. Das war gerade nicht so ein Thema, wofür sie sich interessierte, aber bedauerlicherweise musste man den gesellschaftlichen Bedingungen nachgehen.
    Seufzend ließ sie ihren Kopf auf den Tisch sinken und kritzelte mit ihrem Bleistift die Konturen eines ihrer erstellten Charakteren in ihr Erdkundeheft, während der Unterricht ohne ihr Gehör weiterging.
    Erst als es zur Pause schellte, hob sie ihren Kopf und gähnte herzlich. Zufrieden blickte sie auf ihre Zeichnung und hielt es stolz in die Luft, als sie hinter sich drei Mädchen lachten hörte. Mit roten Wangen drehte sie sich zu ihnen um und atmete erleichtert aus, als es sich nur um ihre Freundinnen handelte und sie nicht ausgelacht wurde, weil sie etwas Peinliches getan hatte, sondern weil sie über ihre Reaktion so erfreut waren. Schließlich wussten sie ebenfalls, das Alice Erdkunde partout nicht ausstehen konnte.
    „Na, was hast du dieses Mal gezeichnet?“, fragte das erste Mädchen mit langen braunen Haaren und schnappte sich schneller das Heft aus den kleinen Fingern von Alice, als das sie irgendetwas dagegen tun konnte.
    „Hm~“, säuselte das andere Mädchen mit kurzen schwarzen Haaren und einem Lippen- und Nasenpiercing, als sie die grauen Konturen mit ihren Fingern nachfuhr.
    „Ist dir doch ganz gut gelungen“, mischte sich nun die letzte Freundin mit ebenfalls braunen Haaren ein, während sie sich ihre große Brille mit schwarzen Rahmen richtete. Alice hingegen lief durch das Lob weiter rot an und schnappte sich wieder das Heft, um es unter ihrem Oberkörper verschwinden zu lassen. „Stimmt doch gar nicht. Das sagt ihr doch nur so!“, schmollte sie und erntete erneutes liebliches Gelächter der Freundinnen.
    „Nein, finden wir nicht. Was für einen Charakter hast du denn dieses Mal gezeichnet?“, brannte die Frage die drei Frauen und sie blickten sie wissbegierig an. „N-nun ja …“, stotterte sie unter ihren Blicken, da auch ihre Freundinnen im besagten Forum aktiv waren und ihr bei der Einhaltung der Regeln und anderen Aufgaben behilflich waren. Aus dem Grund wussten sie natürlich, dass sie gerne und auch mit Spaß ihre eigenen Charaktere mit Leidenschaft mal nachzeichnete. „A-ach nur eines von vielen Romantik-RPGs“, wich sie der Frage aus und die anderen drei Frauen hinter ihr nahmen es so hin. Wenn sie es nicht sagen wollte, dann war dem halt so. Früher oder später würden sie es trotz der ganzen Geheimniskrämerei im Forum-Thread herausfinden.
    Die jungen Frauen unterhielten sich anschließend mit Alice ausgiebig über RPGs, Anime und viele andere Dinge bis der Pausengong die Mädchen wieder voneinander trennte und sie dem gewohnten Schulalltag nachgingen. Was wohl gerade ihr Bruder machte oder an seinem Praktikumsplatz erlebte?
  • Ren
    „Nein, du musst die Flasche so halten!“, wies einer der Tierpfleger ihn an und packte mit seiner Hand auf die seine, um die warme Flasche ein wenig höher zu halten. „Genau so! Ja nicht anders“, trichterte er ihm das ein und verschwand dann wieder. Kräftige Züge konnte man nun an der lauwarmen Milchflasche erkennen, welches das kleine, flauschige Pandababy in seinen schlanken Armen von sich gab. Neugierig richtete der Junge den Blick in die runden schwarzen Augen des Tieres und wippte ihn wie ein kleines Baby. Der Panda war nun schon seit mehr als vier Wochen in dieser Tierpension nachdem seine Mutter im städtischen Zoo bei der Geburt leider verstorben war, sodass er vorerst in die Obhut von ausgebildeten Fachkräfte gegeben wurde. Anfangs sah es für den Kleinen gar nicht gut aus, denn er hatte sich eine Infektion zugezogen und die Tierärzte hatten alle Hände voll zu tun ihn wieder mit Medikamenten auf zu päppeln. Allerdings ging es ihm schon seit ein paar Tagen wieder ausgezeichnet, tollt herum und genießt sein Pandadasein in vollen Zügen.
    Gierig vernahm man den letzten, kräftigen Zug der Flasche und Ren entzog nun dem Tier das Behältnis, was der Panda mit einem leisen Laut nicht für gut befand und mit seinen Tatzen nach der Flasche greifen wollte. Allerdings gingen diese ins Leere und der Praktikant wischte ihm den weißen, schaumigen Mund ab. „Du kriegst später wieder was, aber das sollte erstmal genügen“, wies er das Tier sanft zurecht und es wand sich in seinen Armen um von diesen zu entkommen. „Ja ja, ganz ruhig“, schmollte er ein wenig beleidigt das er wieder so schnell von ihm herunter wollte, um seine eigenen Wege zu gehen und setzte ihn auf dem Boden ab. Ruckartig nach seiner Befreiung spurtete der Panda in seinem Gehege los und die Kurzreise endete, indem er mit seinen Kopf dumpf gegen die Glasscheibe knallte und auf seinen schwarzen Hintern landete. Unglaubwürdig was gerade geschehen war, schüttelte es den Kopf und lief glatt noch mal dagegen. Dieses Mal jedoch stieß er nur sanft daran, sodass er sich eigentlich nicht wehgetan haben sollte. „Du Dussel …“, sprach Ren das Tier an, „ … du bist schon so lange in dem Gehege und solltest doch eigentlich wissen das du hier nicht rauskommst“, erklärte er ihm lachend und verließ dann den Raum um sich mit seinem Praktikumsleiter kurz zu schließen. Schließlich war heute sein letzter Tag und die Uhr sagte ihm, er habe in wenigen Stunden bereits Feierabend.
    Das Gespräch verlief positiv, aber zugleich auch überraschend, denn er sollte den Panda, den er über die paar Wochen stets gepflegt hatte mit sich nach Hause nehmen. Der Grund dafür war schlichtweg das der städtische Zoo keine Verwendung für ihn habe und die Pension den Platz und die Ressourcen für andere Tiere bräuchte. Natürlich hatte Ren nichts gegen diese vorzeitige Lösung, aber früher oder später musste er ihn sowieso abgeben, da er einfach keinen ausgewachsenen Panda bei sich zuhause halten konnte. Wenn sie noch klein waren, ging es ja noch und seine Eltern waren sowieso stets offen für solche Dinge gewesen, weshalb er gar nicht um deren Erlaubnis fragen brauchte.
    So kam es das Ren mit einer geliehenen Tier Box, indem die schwarzen Pupillen des Tieres heraus luchsten, in einen Bus saß und versuchte die merkwürdigen Blicke der weiteren Insassen zu ignorieren. Wer reiste immerhin auch schon mit einem Pandababy mit öffentlichen Verkehrsmitteln? Sicherlich ein Anblick den man möglicherweise nur einmal im Leben bekommt.
    Glücklicherweise gab es jedoch keine weiteren Vorkommnisse, sodass er gegen Abend bei sich zuhause ankam. Seine Eltern waren noch auf Geschäftsreise, weshalb er alleine mit seiner Schwester war.
    „Willkommen zurück“, rief sie aus der Küche, nachdem sie die Tür ins Schloss fallen hörte. Selbst zu diesen Zeiten kümmerte sie sich gerne um das Essen, weshalb man auch einen angenehmen, würzigen Geruch im Haus wahrnehmen konnte. „Bruderherz …“, begann die weibliche Stimme erneut distanziert, „ … heute wird es …“, wurde sie immer lauter und stockte, als sie ihren Bruder mit der Tierbox sah. „Was ist das?“, fragte sie in zweifelnd und ging vor ihm in die Hocke, um zwischen die Gitter zu schauen. „Ein Panda, was sonst?“, knurrte Ren durch die Reise ein wenig genervt und stellte die Box vor ihm ab, damit er sich die Schuhe ausziehen konnte. Währenddessen begutachtete seine Schwester, gekleidet in einer rosafarbenen Schürze über ihrer Kleidung, das lebende Tier mit neugierigen Augen und streckte ihre Hand nach dem Gitter aus. „Er sieht sooo süß aus!“, piepste sie freudig in einer hohen Stimme und lächelte über beide Ohren. Sie hatte schon immer eine Schwäche für süße Dinge, aber das konnte man ihr nicht verübeln. Schließlich tickten viele Mädchen in ihrem Alter genau wie sie. Etwas unbegreifliches für Ren, aber jedenfalls war er froh das sie anscheinend nichts gegen diesen ungewöhnlichen Besuch hatte. „Darf ich ihn mal anfassen? Darf ich?“, fragte sie ihn mit glitzernden Augen.
    „Später. Er muss sich erstmal an die neue Umgebung gewöhnen und wir müssen auch mal schauen, wo er unterkommen kann“, meinte Ren abweisend zu ihr und trug die Tierbox vor ihren Augen am Griff hoch in sein Zimmer. Das Mädchen schaute mit schmollenden Mund hinterher. Zu gern hätte sie über das weiche Fell gestrichen, aber nein … ihr nerviger Bruder musste natürlich wieder einen Strich durch ihre Rechnung machen.
    Leicht gekränkt kehrte sie in die Küche zurück, um die letzten Vorbereitungen zu treffen, damit die beiden etwas essen konnten. Ren entließ den kleinen Panda aus der Box nachdem er sein Zimmer betreten hatte, damit dieser sich ein wenig entfalten konnte. Jedoch tat er das mehr schlecht als recht. So viele neue fremde Gerüche, Formen und Dinge gab es zu sehen, sodass er nur sehr zögerlich den Raum inspizierte.
    „Mach aber ja nichts kaputt!“, mahnte er den Panda mit erhobenen Zeigefinger und verließ dann seine vier Wände, nachdem seine Schwester ihm zum Essen gerufen hatte.
    Am Esstisch erzählte der Bruder dann von den Geschehnissen und wie sie nun zu ihrem neuen Haustier kamen.
    „Hast du denn auch schon einen Namen für ihn?“, erkundigte sich seine Schwester bei ihm und fing an das dreckige Geschirr in die Spülmaschine zu räumen.
    „Hm …“, hielt Ren in seiner Bewegungen inne ihr den Teller zu reichen, „ … nicht wirklich. Hast du denn einen?“, gestand er sein Unwissen und erfragte stattdessen nach Vorschlägen bei seiner Schwester. Anscheinend hatte sie nur darauf gewartet und plusterte stolz ihre Brust weiter auf und verkündete mit einem Strahlen: „Chuu!“
    „Chuu?“, wiederholte der Junge den fragwürdigen Namen erneut, „Wie kommst du denn auf diesen Namen?“
    Seine Schwester grinste ihn nur breit an und ließ ihn für einen Moment vor Spannung zappeln, bevor sie dann ihre Erklärung abgab: „Ich habe vor kurzem einen putzigen Anime-Film gesehen und dabei gab es so einen süßen Panda, der seinen Kopf aus einem fahrenden Zug gehalten hat. Dabei wurde sein Fell und Wangen so unbeschreiblich durchgewedelt, sodass er mich beim ersten Blick an ihn erinnerte. Und wie macht der Zug bekanntlich?“, fragte sie ihn mit funkelnden Augen und Ren konnte der ganzen Beschreibung nicht ganz folgen, weshalb er nichts erwiderte und die begeisterte Schwester einfach auf kindlichen Niveau weiterreden ließ. „Chuchu macht der Zug und deshalb die Verbindung Chuu. Schön nicht wahr?“
    „Nun ja, es ist besser als gar kein Namen … würde ich mal sagen“, kam der Junge nicht mal ansatzweise mit dem neuen Namen in Einklang, aber es war besser als nichts, weshalb ab sofort der Panda Chuu hieß. Später konnte man ja eine reifere Bedeutung ihm zuweisen, als die seiner Schwester.


    1 Monat später!
    Über die Zeit hinweg lebte sich der Panda immer mehr in die Familie ein und selbst ihre Eltern hatten nichts gegen dieses außergewöhnliche Haustier, das über die Zeit ein wenig kräftiger wurde und inzwischen ein eigenes Zimmer bekam, indem er sich austoben konnte. Eigentlich war es für den möglichen Nachwuchs gedacht gewesen, aber da dies noch nicht feststand, ob ihre Eltern sich tatsächlich zu diesem Schritt wagen sollten, bekam Chuu dieses Zimmer provisorisch eingerichtet. Verziert mit Pflanzen sämtlicher Art und genügend Freiraum sollte das für den heranwachsenden Panda ausreichen.
    Alice hatte ihn besonders ins Herz geschlossen und kuschelte stetig mit ihm. Sogar ein rotes Halstuch hatte sie ihm um sein Hals gebunden, weil er damit nur noch süßer aussehen sollte. Außerdem zeichnete sie ihn liebend gerne und präsentierte diese Bilder auch gerne im ARC-Forum, worauf auch Ren aktiv am RPG schreiben war.
    Ob der werte Panda noch weiterhin in Zukunft bei ihm verbleiben kann, das wird sich erst später zeigen, aber die Familie hat ihn inzwischen so lieb gewonnen, das sie ihn vermutlich behalten werden. Auch wenn es sicherlich hierbei zu manchen Komplikationen kommen wird.
  • Geschichte 2

    Wie Chuu zu Alice und Ren kam


    Es war ein verregneter Tag, passend zu der Stimmung, welche hier auf dem Friedhof herrschte. Die beiden Geschwister standen an dem Grab ihrer Eltern, welches mit den verschiedensten Blumen und Figuren geschmückt war. "Ich vermisse sie" kam es von Alice, die nur auf das Grab ihrer Eltern starrte. "Ich weiß. Ich tu es doch auch" erwiderte ihr Bruder Ren. "Ich fühle mich ein wenig schuldig. Hätte ich mich nicht mit ihnen gestritten hätten sie wohl besser aufgepasst." Die jüngere sah zu ihm und schlang prompt ihre Arme um ihren großen Bruder. "Nein. Vater war doch immer äußerst achtsam. Schuld war der LKW, welcher von der Spur abgekommen war" versuchte sie ihn zu trösten und strich ihm über den Arm, ehe sie langsam wieder den Rückweg nach Hause antraten.

    Im kleinen Apartment angekommen setzten sie sich auf das Sofa. Ren schaltete gleich den TV ein und sah gedankenverloren hinein, während Alice ihre Stoffreste heraus kramte und neben ihrem Bruder das Nähen anfing, um Ren eine kleine Freude zu machen. "Jetzt guck doch nicht so traurig drein, Bruderherz. Es ist nun schon drei Jahre her und leider können wir nichts mehr daran ändern. Ich wünschte nur, dass wir noch ein wenig mehr Zeit mit ihnen verbringen könnten, als die vergangenen achzehn Jahre" seufzte sie leise und lehnte sich gegen den Größeren. "Ich weiß schon. Aber es ist dennoch Mist daran denken zu müssen, dass sie nicht mehr hier sind. Wir kamen heim und dann hieß es 'eure Eltern sind gestorben'. Das will kein Kind gerne hören" murmelte Ren vor sich her und schloss die Augen. "Es kommt mir immer noch wie ein böser Traum vor, aus dem ich einfach nicht erwachen will." Es tat dem Mädchen weh ihren Bruder so zu sehen, denn sonst so mutigen und lebensfreudigen Jungen, welcher immer für sie da war und ihr Trost gespendet hatte.
    "Wir kriegen das schon irgendwie hin. Mama und Papa werden stolz auf uns sein" lächelte sie und drückte ihm einen Kuss auf die Wange, ehe sie mit dem Stopfen begann und ihr Werk zusammen nähte. "Hier Ren" sagte sie und streckte einen kleinen schwarz-weißen Bären von sich weg. "Ist der nich niedlich geworden?" Auf dem Gesicht des älteren ließ sich ein leichtes Lächeln erkennen, als er den Panda sah. "Den hast du toll hinbekommen, Alice" lobte er und nahm den Panda an sich, bevor er ihm ein rotes Halstuch um den Hals band. "Nun hast der kleine etwas von uns beiden" lächelte er und sah zu seiner Schwester. "Machen wir uns langsam fertig, dann bestell ich uns noch etwas zum Abendessen" meinte er schließlich und erhob sich von dem Sofa, um das Telefon zu holen. Nickend räumte Alice ihr Handarbeitszeug wieder zurück und setzte das kleine Stofftier auf den Wohnzimmertisch. "Und du bleibst schön hier sitzen" mahnte sise ihn leise lachend und begab sich in ihr Zimmer, wo sie sich auch gleich Bettfertig machte. Ren währendessen bestellte ihnen eine Pizza, bevor er es seiner Schwester gleich tat.

    Nach dreißig Minuten klingelte auch schon der Pizzabote, den Ren auch gleich bezahlte und sich zurück aufs Sofa fallen ließ. Alice rutschte auf den Boden und öffnete die Pizzaschachtel, ehe sie sich eines der Stücke heraus nahm und in den Fernseher sah. "Und was machen wir morgen?" fragte sie ihren Bruder und biss von der Pizza ab. "Hm. Wir können ja mal wieder an den See. Morgen soll es wieder schöner werden und nicht so ein Mistwetter wie heute" meinte er und sah aus dem Fenster hinaus. Draußen schüttete es wie aus Eimern und auch einige Blitze ließen sich blicken, gefolgt von leisem donnern. "Oder wir gehen in den Vergnügungspark. Dort waren wir auch schon lang nicht mehr und ein wenig Ablenkung wäre es wohl auch, anstatt schwimmen zu gehen" schlug er vor. "Ich wäre für den Park" lächelte Alice und lehnte sich gegen das Sofa. "Und ja es ist eine größere Ablenkung eine Achterbahn rauf und runter zu fahren oder vom Riesenrad aus die Stadt zu sehen. Am liebsten wäre es mir ja, wenn wir abends gehen, aber was sollen wir davor so lange tun?" fragte sie eher zu sich selbst als ihren Bruder. "Also Shoppen gehe ich mit dir mal garantiert nicht. Das ist Mädchenkram und ich würde sowieso wieder nur als Packesel abgestempelt" murmelte er leise und schob sich den Rest seines Pizzastückes in den Mund. Lachend schüttelte die jüngere den Kopf und verschluckte sich beinahe an ihrem Stück. "So ein Quatsch" krächzte sie und sah zu ihm auf. "Ich würde das doch niemals machen" gluckste sie und hielt sich den Bauch, denn es war definitiv so, dass er alles tragen würde.
    "Nun gut, was hast du denn dann für eine Idee?" fragte sie, als sie sich wieder beruhigt hatte. "Puh. Wenn ich das denn wüsste" murmelte er und schloss die Augen. "Vielleicht fällt mir im Bett ja was ein und dann lass ich es dich morgen wissen" meinte er nickend. "Gut. Damit bin ich einverstanden" nickte sie lächelnd und sah zu dem Panda, der immer noch auf dem Tisch saß. "Und den nehmen wir mit" scherzte sie. "Damit er auch mal alles sieht" lachte sie dann und stand vom Boden auf. "Ich räum dann mal soweit auf und leg mich dann hin. Ich hab die ganze Nacht nicht geschlafen, weil ich an heute denken musste" meinte sie und streckte sich. "Mach das, Alice" sagte Ren und sah zu seiner Schwester. "Ich werd auch nur noch den Film hier zu ende sehen und dann ebenfalls in die Falle hüpfen. Außerdem muss ich mir für morgen ja noch etwas schönes überlegen, was wir tun könnten" sagte er, während sich seine Schwester dran machte die Reste weg zu räumen und schließlich ins Bett zu gehen.

    Als nun auch Ren im Bett war und an die Decke starrte bemerkte er ein kleines Licht, welches aufleuchtete. Sich auf die Unterarme abstützend sah er zu der geschlossenen Zimmertür, doch das Licht war bereits wieder erloschen. "Sicher nur Alice, die sich was zu Trinken geholt hatte" meinte er achselzuckend und legte sich zurück, doch einige Minuten später leuchtete das Licht wieder auf. Kurz darauf folgte ein Poltern, dann ein Klirren und schließlich ein dumpfer Schlag, als wäre etwas auf den Boden gefallen. "Verdammt noch eins" hörte man leise fluchen, doch das war nicht die Stimme seiner Schwester. Verwirrt und neugierig zugleich erhob er sich langsam aus dem Bett und schritt zur Zimmertür. Vorsichtig öffnete er diese einen Spalt und lurrte in den Flur hinaus, vom welchem man das Wohnzimmer und ein Stück der Küche im Blickfeld hatte. Doch nun war alles ruhig. Kein Licht, kein Geräusch, kein gar nichts. Hatte er sich das doch nur alles eingebildet?
    Um auf Nummer sicher zu gehen ging er aus seinem Zimmer hinaus und schlenderte durch das Apartment, um sich genaustens umzusehen. Der Panda, welcher noch auf dem Tisch sitzen müsste war weg, der Fernseh blieb aus, die Küche war ruhig...Moment mal. Der Panda ist weg? Hatte Alice ihn etwa geholt, um mit ihm zu kuscheln? Um sich zu vergewissern, dass er damit Recht hatte öffnete er die Tür von Alice's Zimmer und spähte hinein, aber keine Spur des kleinen Bären. "Hm. Wo kann der dann sein?" murmelte Ren zu sich selbst und sah sich erneut um, als ein weiteres Geräusch die Stille durchbrach. Nun war er sich sicher. Er hatte sich nichts eingebildet. Er war wach und dort war definitiv jemand in der Wohnung, weswegen er nach einem Nudelholz griff, um eine Waffe gegen den unerwünschten Eindringling zu haben.
    Im Wohnzimmer angekommen blickte er sich um, versuchte in der Dunkelheit etwas zu erkennen, doch war dort nichts. Etwas irritiert ließ er seinen Arm sinken und fasste sich an die Stirn. "Ich werde wohl doch verrückt" murmelte er in seinen nicht vorhandenen Bart hinein und atmete tief durch, ehe etwas an seinem Bein zerrte. Verwirrt blinzelte er ein paar mal und wandte seinen Blick schließlich nach unten, als der kleine Stoffpanda an seinem Hosenbein zog. "Hey du. Nächstesmal lasst ihr mich nicht einfach auf dem Tisch sitzen" meckerte der kleine Bär. "Ich wäre dort beinahe nicht mehr runter gekommen. Ich hab mir sogar ein Stück vom Faden herausgerissen!" Erschrocken darüber stolperte Ren nach hinten, über seine eigenen Beine und fand sich schließlich mit einem lauten Schrei auf dem Boden wieder. "Was zur Hölle...!"
    Von dem Krach aufgewacht schlenderte nun auch Alice aus ihrem Zimmer, verschlafen und sich ihr Auge reibend. "Was machst du denn Ren? Es ist mitten in der Nacht" murmelte sie leise und sah zu dem Panda vor ihrem Bruder. "Was machst du denn mit dem kleinen?" fragte sie und hob den kleinen Bären nach oben. "Danke, wenigstens eine die sich um mich sorgt" murrte er, jedoch wurde er gleich wieder fallen gelassen. Ebenfalls einen Schrei von sich gebend lief Alice hinter ihren Bruder und sah über dessen Schulter zu dem ehemaligen Kuscheltier. "Was hast du gemacht, Ren!? Wieso spricht er!?" rief sie erschrocken. "In einer Stunde hab ich mir so oft weh getan" jammerte der Panda und rieb sich seinen felligen Hintern. "Du hast mich doch gemacht. Jetzt tu bloß nicht so überrascht" mahnte er sie und verschränkte die Arme. "Du hast dir doch gewünscht wie toll es wäre, wenn ich leben würde. Und nun bin ich hier. Hätte ich geahnt, dass mir nur weh getan wird hätte ich mir das wohl drei mal überlegt!"
    Sich gegenseitig ansehend schüttelten beide den Kopf, ehe Alice langsam zu dem kleinen Fellfreund kroch und ihn ansah. "Mein Wunsch? Aber das ist doch unmöglich. Sowas geht doch nicht" murmelte sie und nahm den Panda wieder an sich. "Und wie das geht, siehste doch" meinte dieser nickend. "Ich bin Chuu. Du hast dir gewünscht, dass ich lebe und hier bin ich nun. Wenn ich wieder gehen soll, dann sags gleich, dann verschwende ich meine Zeit hier nicht." Mit diesen Worten drehte der kleine sich von den Geschwistern weg und machte erst einmal einen auf beleidigt. Erst wurde er her gewünscht und dann erschreckte man sich. Nun gut, das würde wohl nun auch nicht alltäglich passieren, aber dennoch konnte mach sich doch ein wenig darauf einstellen. "Aber wenn ihr euch nett entschuldigt, dann lass ich das mal gelten und werde nicht mehr böse sein" meinte der Panda und sah über die Schulter aus zu dem Mädchen. "Tut mir leid, mein kleiner Chuu. Ich wollte nicht, dass du böse wirst. Es ist nur einfach so....merkwürdig, wenn mein genähtes Stofftierchen aufeinmal mit uns sprechen kann" sagte sie entschuldigend und drückte dem kleineren einen Kuss auf sein Köpfchen. "...Nun gut, ich verzeih euch einmal" meinte er und drehte sich zurück, um in Alice's Gesicht zu sehen. "Ich hätte euch vielleicht auch ein wenig behaglicher auf mich aufmerksam machen sollen. Also entschuldige ich mich natürlich auch."
    "Das ist doch wirklich unfassbar" kam es von Ren, welcher immer noch in der selben Pose wie zu vor am Boden saß. "Ein Stofftier, das sprechen kann. Das hat auch nicht jeder" meinte er und hob den Panda an seinem linken Ohr nach oben und sah ihn an. "Und wir träumen wohl auch nicht, sonst würde mein Hintern nicht so verdammt weh tun" murmelte er, während Chuu hin und her zappelte. "Lass mich gefälligst runter! Ich bin doch kein Spielzeug für dich! Los mach endlich!" rief er empört und versuchte mit seinen kleinen Tatzen nach Ren zu schlagen, doch natürlich ohne Erfolg. "Reg dich mal wieder ab, Kleiner" meinte Ren mit verengten Augen und ließ ihn auf den Boden fallen. "Wenn du so rum tust bekommst du noch einen Watteinfarkt" lachte er. Ein Herz konnte der kleine ja kaum haben...oder etwa doch? "Ich geb dir gleich..." fauchte der Panda ihn von unten aus an und sprang wütend auf und ab. "Wenn ich an dein Gesicht komme, dann setzt es was!" Alice musste darüber lachen, wie sich ihr Bruder und ihr neuer Freund stritten. Es war einfach amüsant mit anzusehen, wie ein kleines Stofftierchen mit einem Jungen zankte. Sachte hob das Mädchen den Bären nun hoch und strich ihm mit dem Zeigefinger über seinen Kopf. "Ganz ruhig. Gehen wir alle erst einmal schlafen. Morgen sieht alles sicherlich schon wieder anders aus" meinte sie lächelnd und ging zusammen mit Chuu in ihr Zimmer. Leise seufzend tat es Ren ihr gleich und begab sich zurück in sein Bett, wo er auch kurz darauf einschlief.
  • "Dein Bruder geht mir jetzt schon gewaltig auf den Keks" murmelte Chuu, als er es sich auf dem Kopfkissen von Alice gemütlich machte. "Ihr gewöhnt euch noch aneinander" lächelte diese und legte sich zur Seite auf ihr Bett, um den Panda anzusehen. "Ich für meinen Teil finde dich richtig niedlich. Sogar noch süßer, als ich dich genäht habe. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass du zum Leben erwachen würdest." Leise seufzend setzte er sich auf das Federkissen und sah zum Fenster. "Na einen so lieben Wunsch wie der deine es war kann man ja nicht einfach ignorieren. Besonders nicht, wenn er von einem traurigen Herzen aus kam" sagte er und beobachtete die Sterne, welche hell am blauen Himmel leuchteten. "Dein Bruder war nicht schuld daran, dass eure Eltern nicht mehr sind" begann er nach einiger Zeit der Stille und sah zu Alice. "Ich weiß, dass die Polizisten euch nicht viel dazu gesagt haben, aber nur um euch zu schützen und euch nicht mit soetwas zu belasten." Die Stirn in falten gelegt sah sie den Panda an. "Du weißt von unseren Eltern?" fragte sie ungläubig und stütze sich auf ihren Unterarm. "Woher weißt du das? Du bist doch nur ein Bärchen." Chuu wiegte den Kopf ein wenig von links nach rechts und überlegte. "Wie soll ich es sagen.....Schutzengel trifft es wohl am besten" meinte er schließlich und schloss die Augen. "Zumindest so etwas in der Art. Ich kann leider kein Unheil verscheuchen, wie man es erwartet."
    "Verstehe..." kam es leise von Alice, bevor sie sich zurück ins Bett legte und die Decke anstarrte. "Chuu der Schutzengel" murmelte sie vor sich hin und fing an zu lächeln. "Eine schöne Vorstellung, dass du ein Schutzengel bist, der über meinen Bruder und mich nun wacht." Diesen Gedanken würde sie festhalten und nicht mehr los lassen. Alice schloss die Augen und war kurze Zeit später auch schon im Reich der Träume, während Chuu sie beobachtete und die Decke bis zu ihrem Kinn nach oben zog. "Ja ich passe auf euch auf, das ist versprochen" sagte der kleine Panda und tätschelte ihr die Wange, ehe er wieder zu den Sternen blickte. "Hoffentlich werde ich dem auch gerecht. Ich bin nur ein Stofftier, welches auf Wunsch eines kleinen Mädchens ins Leben gerufen wurde" murmelte er vor sich hin und seufzte tief.

    Am nächsten Morgen wachte Alice bereits früh auf, als die ersten Sonnenstrahlen durch das Fenster direkt auf ihr Gesicht fielen. Leise murrend zog sie die Decke über ihren Kopf und versuchte weiter zu schlafen, doch ohne Erfolg. Somit schlug sie die Decke bei seite, stand langsam auf und begab sich ins Bad, wo sie sich erst einmal kaltes Wasser ins Gesicht klatschte. Sich im Spiegel ansehend gähnte sie erst einmal herzhaft und streckte sich. "Ein neuer Tag ein neues Glück" murmelte sie leise und begab sich in die Küche, wo Ren ihr auch schon einen "Guten Morgen" wünschte. Ren war sonst doch nie so früh wach. Was war denn bei ihm kaputt? "Also entweder bist du krank, oder du hast die ganze Nacht nicht geschlafen" meinte sie und setzte sich zu ihm, als sie den kleinen Panda am Tisch herum tapsen sah. "Chuu! Also war es doch kein Traum" lächelte sie überglücklich und drückte den kleinen Bären gleich an sich, welcher sofort seine Arme nach Ren ausstreckte und nach Luft schnappte. "Luft...Hilfe..." japste er. Der ältere hingegen lachte einfach nur darüber und dachte gar nicht dran, den kleinen Panda zu helfen. Stattdessen goss er seiner Schwester und sich eine Tasse Tee ein und sah zu Alice, die Chuu immer noch fest kuschelte. "Ich glaube jetzt reicht es langsam, sonst ist der kleine Bär bald Matsch" meinte Ren schließlich. "Und ich dachte mir, dass wir mit dem Panda ein wenig nach draußen gehen. In den Park oder sonst wohin" schlug er vor und erntete von Chuu böse Blicke. "Heißt das etwa ich soll euer neues Haustier sein, oder wie? Das kannst du mal ganz schnell vergessen! Ich bin doch kein Hund!" rief er und bewaffnete sich mit einer Gabel.
    "Also ich finde die Idee toll. Und natürlich bist du kein Hund, das hat auch keiner gesagt. Aber dir gefällt unser Park um die Ecke sicher auch. Er ist sehr grün und dort gibt es wirklich sehr viele verschiedene Pflanzen" erklärte sie dem Bären lächelnd. Nach einigem Überlegen gab er nun nach und nickte. "Nun gut, aber ich werde weder irgendwelche Kunststückchen vorführen noch werde ich Stöckchen holen oder der gleichen machen. Damit das klar ist" sagte er und sah dabei zu dem älteren, welcher bereits ein schelmisches Grinsen auf den Lippen hatte. "Ja ja ist ja gut. Kein Stöckchen, keine Tricks...Aber ich kann dich ja an die Leine nehmen" lachte er und kippte beinahe vom Stuhl, ehe er die Gabel an den Kopf bekam. "Ich glaub bei dir hakt es" grummelte der Panda und schüttelte den Kopf. "Ach kommt schon ihr beiden. Nicht streiten, ja?" lachte Alice und erhob sich. "Ich mach mich dann mal fertig und dann gehen wir, ja?" fragte sie nach und verschwand ins Bad.
    "Ist gut, Schwesterchen. Und ich kümmere mich um das Stoffding" meinte ihr Bruder und sah zum Panda, welcher bereits mit Löffel und Buttermesser bewaffnet war. "Noch einmal so einen Scherz und ich zeig dir mal, was das 'Stoffding' drauf hat" meinte er und fing an das Besteck im Kreis zu drehen. Unbeeindruckt schüttelte Ren den Kopf und stülpte eine Schüssel über den Panda. "Hey! Lass das! Lass mich raus!" rief er und schlug gegen den Plastikbehälter, den Ren mit der Hand auf der Tischplatte hielt und lachte. "Kleiner du bist wirklich genial, das muss ich dir lassen" meinte er grinsend. Das Lachen ihres Bruders brachte auch Alice zum lächeln. So froh hatte sie ihn schon lange nicht mehr gesehen und lachen gehört schon gar nicht.

    Als die Geschwister nun reisefertig waren packte Alice sich Chuu und hielt ihn in der Hand, während sie nach draußen gingen. "Das wird sicher ein schöner Tag. Erst ein wenig im Park spazieren gehen und dann noch in den Vergnügungspark" freute sich die jüngere und lächelte vor sich hin. "Klar wird der Tag schön. Außer der kleine meckert weiterhin herum" sagte er und sah zu Chuu, welcher ihn jedoch ignorierte und sich umsah. "Alles so groß" murmelte der kleinere und sah an den Häusern und Bäumen hinauf. Das alles so groß war hatte er sich nicht vorstellen können. "Dem Panda gefällt die Umgebung wohl, wenn er sich fast komplett ausklinkt" meinte Ren und legte den Kopf ein wenig zur Seite, als er den Bären beobachtete. "Ist doch niedlich" lachte Alice und strich Chuu über den Kopf, was den kleineren zusammen zucken ließ. "Na. Auch wieder aus deinem Tagtraum erwacht?" wollte der ältere wissen und grinste ein wenig. "Ich hab nicht geträumt. Ich habe nur die Umgebung bestaunt" dag der kleinere wider und drehte den Kopf beleidigt zur Seite. "....Ich hab die Welt so eben noch nie gesehen. So groß oder besser gesagt riesig." Ren überlegte einen Moment und sah zum Eingang des Parks. "Na dann wird dir der Park sicher einiges zu bieten haben. Die Blumen dort sind ja fast schon größer als du. Du darfst uns aber nicht weglaufen, sonst kommt doch die Leine dazu" lachte er. "Ich geh nicht an der Leine, damit das klar ist!" rief er entsetzt und kletterte von Alice's Hand auf ihre Schulter. "Wo bin ich hier nur hingeraten" murmelte er leise zu sich selbst und schüttelte den Kopf.
    Im Park angekommen begab sich die jüngere gleich auf ein großes Feld zu, aus dem die verschiedensten Blumen ragten und ließ Chuu nach unten. "Wie die Blumen duften" lächelte sie und Chuu schloss die Augen, roch an den Blumen und fing sogar an zu lächeln. "Stimmt. Die riechen wirklich grandios" stimmte er ihr zu und lief in das Blumenbeet hinein, weswegen er kurz darauf verschwunden war. "Und weg ist der kleine" meinte Ren seufzend und verschränkte die Arme. "Also ich such den kleinen Quälgeist nicht. Du hast ihn los gelassen, also such den Pfiffi wieder" meinte er an seine Schwester gewandt, die nur lachte. "Ach Brüderchen, der kommt schon wieder. Chuu will sich wohl auch einfach nur ein wenig austoben. Wir waren als Kinder doch auch nicht anders und mussten immer gesucht werden" sagte sie und beobachtete einen Schmetterling, der sich auf eine rote Tulpe nieder ließ.
    Einige Minuten später kam der kleine Panda zu den Geschwistern zurück, patsch nass und triefend. "Was ist denn mit dir passiert?" wollte Alice wissen und hob ihn mit einem Tuch nach oben. "Ein Hund" sagte er nur knapp und trocknete sich. "Die meinen doch wirklich, dass alles zum spielen für sie ist! Können wir nicht gleich zu eurem Vergnügungspark? Dort sind sicher keine Hunde und wenn bin ich sicher davor" fragte er und sah hoffnungsvoll zu Alice und Ren. "Also von mir aus ja. Muss ja nicht umbedingt Nacht sein" sagte Ren und bekam ein zustimmendes Nicken von seiner Schwester. "Dann gehen wir zum Vergnügungspark" lächelte sie und machte sich mit den anderen beiden auf den Weg.

    "Davorne ist er ja schon" meinte Ren und deutete auf das Riesenrad, welches man bereits erblicken konnte. Mit einem Funkeln in den Augen sah Chuu in dessen Richtung und freute sich innerlich schon richtig alles zu sehen und herumgetragen zu werden. "Als erstes holen wir uns aber Zuckerwatte" beschloss Alice nickend und bekam von Chuu und Ren die Bestätigung. "Ja, das machen wir!" Freudig rannte sie auf den ersten Stand zu, als sie dort angekommen waren und orderte gleich zwei große Zuckerwattestäbe, bevor sie einen davon ihrem Bruder reichte. "Danke, Schwesterchen" meinte er und sah zu Chuu. "Kannst du überhaupt essen? Ich meine, du bist doch eigentlich aus Stoff und Watte" meinte er neugierig, doch stopfte sich der kleine Panda bereits ein Stück der klebrigen Fäden in sein Mäulchen. "Das heißt wohl, dass er kann" lachte Alice und sah sich um. "Was machen wir denn als erstes? Achterbahn, oder doch lieber Riesenrad?" fragte sie. Chuu sah zu ihr hoch und deutete auf das Riesenrad. "Da will ich hin" sagte er quietschig, ehe er sich räusperte. "Also natürlich nur wenn ihr wollt. Da kann man ja auch besser sehen, was es gibt und was man machen kann" redete er sich heraus und schob sich ein wenig Zuckerwatte in den Mund. Die Geschwister lachten darüber und setzten sich in Bewegung Richtung Riesenrad. "Gut, dann machen wir dem kleinen doch mal die Freude, bevor er noch wie eine Quietscheente hier herum hüpft" grinste Ren. Sich in der Schlange angestellt warteten sie bis sie in eine freie Gondel durften und setzten sich schließlich auf die gepolsterten Sitze. Der kleine Panda konnte es kaum abwarten ganz oben zu sein und die gesamte Stadt zu erblicken. Das war für so einen kleinen Kerl wirklich aufregend, auch wenn er es nicht freiwillig zugeben würde. Er presste sich ans Fenster und beobachtete alles genau, als die Gondel oben an der Spitze zum Stehen kam.
    "Na, gefällt es dir?" fragte Alice lächelnd und blickte aus dem Fenster hinaus. "Unsere kleine Stadt ist wirklich schön, habe ich recht? Es ist nicht alles so verbaut, wie in anderen Großstädten, sondern noch richtig grün und einfach wundervoll" schwärmte sie und schloss für einen Moment die Augen. "Stimmt...Es ist wirklich wunderschön" sitmmte Chuu ihr zu und sah zu ihr. "Ihr müsst mir versprechen nicht mehr traurig zu sein. Eure Eltern würden das nie wollen" sagte er mit einem sanften Lächeln. "Sie sind stolz auf euch, egal was ihr tut. Das kann ich euch mit Sicherheit sagen." Chuu erntete verwunderte Blicke der beiden, ehe sie ihn in den Arm nahmen und vereinzelte Tränen über ihre fröhlichen Gesichter liefen. "Danke Chuu. Das du da bist und das du bei uns bleiben wirst..."
  • Geschichte 3

    Chuu


    Die Außenwelt wird von den warmen Strahlen des brennenden Sternes erhellt, der Abermillionen Jahre von der Erde entfernt liegt und momentan die Hälfte seiner Lebenszeit verglüht hat. Die kleinen Vögelchen zwitschern durch die Gegend und nerven unschuldige Passanten, die nur in Ruhe ihre Zeitung lesen wollen. Ich vermute es zumindest, denn hier drinnen dröhnen nur die Motorengeräusche, die aus den Lautsprechern des Fernsehers dringen. Wir gehen nämlich gerade einer sehr wichtigen Tätigkeit nach, die in keinster Weise unseren Zusammenhalt fördert. The Crew ist ein sehr… wie soll ich sagen? Ein sehr spannungsgeladenes Spiel für die PS4. Und wie es scheint, hat Alice gerade die Oberhand gewonnen… wie immer. Und wie vermutet, schiebt Ren seine schlechte Performance auf den Kontroller.
    Was? Wer Ren und Alice sind? Ah, dafür muss ich etwas weiter in der Vergangenheit anfangen und wer es nicht weiß: mein Name lautet Chuu. Falls ich mich bis jetzt noch nicht vorgestellt haben sollte. Ich bin ein Panda. Ja, richtig gehört. Ich bin von diesen Wesen, die die meisten als pelzig, putzig und süß bezeichnen… doch Vorsicht! Ich bin nichts davon… außer vielleicht süß, aber das war es schon! Mich kann man nicht mit diesen runden Bären vergleichen, denn ich bin komplett anders! Nun gut, dann
    will ich mal mit dem erzählen anfangen und lasse die beiden weiter spielen. Ich bin gerade eh mit einem anderen Auto kollidiert und somit viel zu weiter hinten.
    Mhmmm. Wo fange ich denn am besten an? …ah! Ich weiß! Fangen wir doch am besten mit meiner Wenigkeit an. Ihr wisst ja schon, dass ich ein Panda bin, doch das ist noch nicht alles! Ich bin nämlich ein Ninjapanda, auch wenn ich auf den ersten Blick nicht danach aussehe. Meine Heimat ist ein kleines Dorf hoch oben in den Bergen Chinas. Dort, wo die Wolken die Erde berühren. Die Aussicht ist einfach herrlich und durch die Höhe, bin ich viel sportlicher als meine Mitbewohner. Zumindest war ich es, denn je länger ich hier im Flachland lebe, desto mehr werden meine Blutkörperchen abgebaut, die sich im Laufe meines Lebens gebildet haben. Traurig, ich weiß. Doch ändern kann ich es nicht, außer ich ziehe wieder in mein Dörfchen.
    Ich habe ja erwähnt, dass ich ein Ninja bin, doch der Weg war steinig. Hart habe ich trainiert, habe viel gelernt. Nicht nur Kampftechniken hat mit mein Meister beigebracht, sondern auch die Fähigkeit zur Ruhe zu kommen. Das Meditieren fällt mir immer noch sehr schwer, egal wie einfach es aussieht. Dahingegen ist der Umgang mit Kampfwaffen wie Shuriken, Kunais, Katanas, Fächern und meinem Liebling: dem Kampfstock umso einfacher. Ich habe meinen Körper abgehärtet und bezwinge jeden meiner Gegner nieder.
    Mein Meister war ein sehr weiser Mann, aber er war nicht mehr der Jüngste. So kam es, wie es kommen musste und er verstarb. Das rote Halstuch, was ich trage… es ist von meinem Meister und mir sehr heilig. Sollte es jemand kaputtmachen, dann wende ich meine Fähigkeit ohne Gnade an! Mit diesem Stoff habe ich nämlich ein Versprechen an ihn gegeben. Ich werde ein großartiger Ninja und finde Freunde, denen ich vertrauen kann!
    So kam es, dass ich nach dem Tod meines geliebten Meisters mein Dorf verließ, um mir die weite Welt anzuschauen und ich muss sagen, ich bereue es kein Stück! So kam es, dass ich in einer Stadt – ich glaube der Name lautet New York – Alice über den Weg lief. Ich war zur jener Zeit nicht der englischen Sprache mächtig, doch es hätte nichts an dieser Situation geändert. Alice ist ein Mädchen von einer… recht mittleren Statur. Ihre Größe beträgt knappe 169 cm. Ob das groß oder klein ist… da habe ich keine Ahnung. Ich weiß nur, dass ich ihr Gewicht nicht preisgeben darf, sonst bin ich demnächst nur noch ein ausgestopfter Chuu zwischen ihren ganzen Plüschtieren. Und darauf habe ich absolut keine Lust, also bleibt das Gewicht ein Geheimnis. Sonst ist sie eine sehr angenehme Person. Sie braucht früh zwar verdammt lange im Bade, weswegen Ren und ich versuchen, immer vor ihr drinnen zu sein, aber dafür sieht sie hinterher auch gut aus. Fast wie eine Märchenfigur. Vielleicht kommt es daher, weil sie den Film Alice im Wunderland vergöttert. Wissen tu ich es nicht, ich stelle nur Vermutungen auf.
    Sie ist die Bäckerin des Hauses. Niemand kann so gut backen wie sie, geschweige denn, dass sich niemand in die Nähe der Backformen wagt. Ein Alicesaurus bewacht diese nämlich. Ren und ich brauchen unsere Hände noch, also sind die Formen tabu. Hinzu kommt noch, wie man es am Anfang vielleicht schon bemerkt hat, dass sie eine verdammt gute Gamerin ist. Sie sieht zwar nicht danach aus… genauso gut sehe ich nicht wie ein Ninja aus, doch sind wir beide Meister auf unserem Gebiet. Das Auge lässt sich am schnellsten und stärksten täuschen, weswegen ich mich nicht nur auf dieses Sinnesorgan verlasse würde.
    Die junge Dame ist momentan in ihrem 18. Lebensjahr und in der 12. Klasse. Sie hat ihr Abi so gut wie in der Tasche und möchte später Modedesignerin studieren oder Maskenbildnerin. Ich befürworte beides, würde ihr aber raten, in beiden Berufen ein Praktikum zu absolvieren. Ob sie auf mich hört… das ist ein ganz anderes Kapitel, denn sie ist der größte Sturkopf den es in der Geschichte der Sturköpfe gibt. Und das größte Problem ist, sie möchte einen Vogel. Aber nichts da! Ich bin das einzige Tier in diesem Haushalt und es wird auch so bleiben. Dagegen kann nicht einmal ihre bebende Unterlippe etwas ausrichten oder Rens Dackelblick. Dieser wünscht sich nämlich einen Hund. Ist zwar nicht so schlimm wie diese lauten Piepmätze, aber nein. Mein Standpunkt steht fest.
    Und Apropos Ren. Über ihn würde ich euch gerne ebenfalls etwas erzählen. Er ist nur ein Stückchen größer als die liebe Alice. Seine Körpergröße beträgt stolze 176cm. Nicht gerade sehr groß für einen Jungen, aber vielleicht wächst er noch. Mit 17 Jahren ist er nämlich noch keines Wegs ausgewachsen. Wie sag ich dann so schön? Die Hoffnung stirbt zuletzt! Ich glaube fest daran, dass er die 180cm knackt. Das wird er. Ihr werdet schon sehn!
    Dieser junge Mann ist ein äußerst begabter Skater und ich könnte mir für ihn eine Kariere in diesem Sport durchaus vorstellen, doch zu meinem Erstaunen hatte er mir letzte Woche erklärt, er will nach dem Abi Wirtschaftsinformatik studieren. Das war eine Überraschung, kann ich euch sagen. Da er zumal in den ganzen Spielen haushoch platt gemacht wird… doch ob das aussagekräftig über die Kompetenz für sein verstehen für Elektronik ist… mhmmm… ich bezweifle es. Aber gehen wir zu einer anderen Sache, die er verdammt gut kann. So wie Alice die Bäckerin des Hauses ist, ist er ohne Zweifel der Koch vom ganzen. Niemand kann so gut kochen wie er. Es gibt nur einen Haken. Ren mag Gemüse nicht so wirklich, weswegen er manchmal Gerichte komplett ohne diese Lebensmittel macht. Mano man. Wenn Alice davon mitbekommt… Dann rappelt es im Karton und der Junge macht ganz schnell noch gedämpftes Gemüse als Beilage. Wobei ich selbst genauso wenig von diesem Zeug angetan bin. Es hat über einen Monat gedauert, ihm einzutrichtern, dass ich Bambus hasse. Das war harte Arbeit! Wer mag dieses zeug schon? Es eignet sich einzig und allein zum Kämpfen… manchmal ist aber auch dieser Fakt zweifelhaft.
    So, jetzt habe ich euch meine beiden Mitbewohner näher erklärt bzw. ihre Macken freigelegt. Ihr fragt euch sicher gerade, wie solche verschiedenen Charaktere zusammenleben können. Eher… wie es dazu kam, dass wir uns eine Wohnung teilen. Nun, dass meine Lieben ist eine witzige Geschichte. Sperrt schön die Lauscherchen auf, damit ihr auch ja nichts überhört, denn ich erzähle es nur einmal.
  • Wie schon vorhin erwähnt, habe ich Alice in der bezaubernden Stadt New York getroffen. Witzig, witzig, wie ich auf den Kontinent Amerika gelandet bin. Kurz gesagt, nachdem ich mein Dorf in den Bergen Chinas verlassen habe, hatte ich mich zum Hafen verirrt. Nach der langen Reise, die ich bis dahin hinter mir hatte, vielen mir die Augen zu. Peinlich, ich weiß. Kein Ninja ist bis dato einfach auf einem Hafen eingeschlafen. Aber es ist leider passiert und als ich meine Äugelein wieder aufmachen konnte, was es dunkel. Es roch verdächtig nach Salz und mein Untergrund schien nicht ganz fest zu sein. Es bewegte sich irgendwie. Nach einigen Minuten erschien über meinem schwarz-weißen Köpfchen eine leuchtende Glühbirne. Wo konnte ich mich denn nur logischerweise befinden, wenn ich an einem Hafen eingeschlafen bin und nun der Boden unter meinen Füßen nicht ganz… fest zu sein scheint? Ja, ich befand mich logischerweise auf einem Schiff. Die Matrosen hatten mich ausversehen in den Frachtraum gepackt. Wieso und warum, diese Antwort weiß ich bis heute nicht. Ich weiß nur, dass mich dieses Schiff nach Amerika brachte.
    Oh großer Panda war ich froh, dass ich wieder Land unter den Füßen hatte! Ich gebe es zwar nicht gerne zu, doch mir war ein ganz kleines bisschen seekrank. Nicht viel, aber genug, dass sogar die Ratten die Grabscher von mir gelassen haben. Ich musste also wirklich ‚ungesund‘ ausgesehen haben. Im Endeffekt war es ja zu meinen Gunsten. Wäre ich aber bei vollsten Kräften gewesen, hätte ich sie alle mit meinen Fähigkeiten platt gemacht! Meine Ninjakünste sind einfach überragend!
    Einzige Sache… ich befand mich auf einem fremden Kontinent. Ich kannte niemanden und ich konnte kein Englisch. Weder das britische, noch das amerikanisch. Doch irgendwie kam ich durch. Vom Hafen schaffte ich es in das Städtchen New York. Eine verdammt große Stadt, mit einer gewaltigen Menschenmasse. Zu den Stoßzeiten am grausamsten. Ich übernachtete in einem Park, da der Himmel klar war und das Wetter recht warm. Das Gras unter mir war wie eine weiche Matratze. Hier konnte ich allerdings nicht die Sterne betrachten, dazu war dieser Ort zu sehr beleuchtet. Überall brannten Lampen. Licht hier, licht dort. Licht überall! Meine geliebten Sterne. Ein paar konnte ich zwar sehen… doch für meine Verhältnisse viel zu wenig! Doch ehe ich mich über diesen Fakt hätte weiter aufregen können, wurden meine Augenlieder schwer wie Blei und ich driftete ins Land der Träume.
    Der nächste Tag kam schneller als gedacht und somit eine Begegnung, die mich bis zum äußersten beeinflusst. Neckisch rissen mich die Sonnenstrahlen aus dem Schlaf, denn sie suchten sich ihren Weg durch die zarten Äste des Gebüsches, unter dem ich rast gemacht hatte. Schlaftrunken krabbelte ich aus meinem provisorischen Bett. Oh großer Panda. In diesem Moment sah sie mich. Alice erblickte mich und rief »Märzhase«. Zunächst hatte ich nicht gewusst, wen oder was sie meinte, doch als sie direkten Kurs auf mich nahm, war die Müdigkeit mit einem Mal weggefegt. Ich rannte um mein Leben, da es aussah, als ob sie mich zerquetschen wollte. Es war eine Hetzjagd vom feinsten. Wer bis dahin dachte, Mädchen in Märchenkleidern können nicht rennen, der hat sich aber gewaltig verscherzt. Sie rannte. Oh, wie sie rannte und wie ich rannte. Als ob der Teufen höchstpersönlich hinter mir her wäre.
    Und so kam es, dass wir quer durch die Stadt gedüst sind. Ich vorneweg und Alice hinterher. Ich weiß nicht, was in jenen Moment die Passanten dachten und irgendwie will ich es auch nicht wissen. Es bleibt ein Geheimnis. Ein ewiges Geheimnis. Ich weiß nur, das durch diese verkorkste Situation noch eine viel verkorkstere Situation entstand, denn im Eifer des Gefechtes, rannte ich in den lieben Ren hinein, der in diesem Augenblick ein Trick mit seinem Skateboard übte. Oh gab das blaue Flecke. Ich spüre sie heute noch! Eine Massenkarambolage von drei Personen. Ob das damals großes Aufsehen erregt hat, bezweifle ich. Bis heute hab ich nichts davon in der Zeitung gelesen. Und das ist auch gut so.
    Kurz nach dem Zusammenprall hatte ich mich verkrümelt, was mir die beiden bis heute übel nehmen. Wieso sollte sie auch nicht? Das witzige ist jedoch die Tatsache, dass nach dieser Kollision noch weiter urkomische Zufälle passierten. Ich traf den lieben Ren zwei Tage später im Park. Oh gab das Geschimpfe! Ich bin in einen Brombeergebüsch geflüchtet. Fatale Entscheidung. Die Stacheln haben mein Pelz zerstochen! Gerade mal drei Stunden später, lief ich der lieben Alice über den Weg. Zum Glück stand sie mit dem Rücke zu mir und das Schaufenster war so lieb und hatte keine Spiegelung erschaffen. Sie hat sich ein Cynderalle Kleid angeschaut… oder eher das Abendkleid daneben? Egal. Nach eine Woche, in der wir uns zig Mal begegnet sind, war die letzte zufällige Begegnung in einem Supermarkt. Ich war gerade dabei Cookies zu kaufen, denn ich liebe Cookies. Ren war dabei, sich ein Stück Schokokuchen zu kaufen, denn der Gute ist ein Zuckermäulchen. Und die liebe Alice hatte Muffins in ihren Fingerchen. Wahrlich sind wir drei Liebhaber von ungesunden Sachen, aber wer mag diese schon nicht? Sie sind einfach zu köstlich und wiederstehen… das schafft keiner von uns mentalisch. Man braucht diese Kalorienbomben für einen guten Stoffwechsel. Jawohl.
    Was soll ich sagen? Am Ende dieses Tages, haben wir uns mehr oder weniger freundschaftlich versöhnt. Ren hatte noch zwei Stück Schokokuchen gekauft, Alice noch zwei Muffins und ich habe meine Cookies geteilt. Letzten Endes kamen wir auf das Gesprächsthema Wohnungen und wie schweineteuer die doch heutzutage sind. Ich konnte nicht wirklich mitreden, da mir erstens die Erfahrungen fehlten und zweitens meine spärlichen Englischkenntnisse, die ich innerhalb der Woche angesammelt habe, dafür nicht ausreichten. Beide sind am Ende ihrer schulischen Laufbahn. Das Thema schwappte daher gefährlich schnell von Wohnungen zu WGs. Und ehe ich mich versah, zogen wir drei innerhalb der nächsten Woche in eine gemeinsame Wohnung. So wirklich kann ich auch nicht erklären, wie unsere Chaoten WG zutage kam. Sie war „Schwupp“ plötzlich da. Aber irgendwie waren ihre Eltern einverstanden. Alice Vater schien sogar minimal erleichtert, da sie noch zwei kleinere Brüder hat. Kniekehlenrandalen, sage ich nur dazu. Die Namen habe ich längst verdrängt. Dahingegen ist Ren Einzelkind, aber seine Eltern sind momentan immer noch auf Weltreise, da sie damals gestartet sind. Ich glaube… sie sind zurzeit in Afrika. Dorthin möchte ich auch irgendwann.
    Aber egal. Die Wohnung ist auch toll, vor allem nach dem Streichen und den Möbelschleppen. Alice wollte ihr Zimmer in einem weiß- und einem leichten Silberton. Das schwierige bei ihr war nicht das Streichen, sondern das Besorgen der Farbe. Leicht Silber?! Das hatte kaum ein Baummarkt, doch kurz vor dem Verzweifeln hatten wir es gefunden. Das Streichen war eher unspektakulär… also Rens und Alices Zimmer. Bei meinem. Ja, ich bin zunächst in die weiße Farbe gelaufen. Seit dem weiß ich, niemals schlaftrunken durch eine renovierte Wohnung laufen. Mein schwarzes Bein, war demnach ein weißes Bein. Zumindest für ein kleines Weilchen.
    Unsere Zimmer waren nicht bewohnbar, solange sie gestrichen werden, weshalb wir uns zu dritt im leeren Wohnzimmer auf Matratzen gepflanzt hatten. Eigentlich sehr gemütlich. Doch gemütlicher war und ist immer noch die fertige Wohnung. Wenn wir nicht in jeweiligem Zimmer vorzufinden sind, sucht auf der Couch. Dort ist die Chance am größten, uns drei anzufinden. Oder zu mindestens einen. Aber wehe ihr denkt jetzt, dass wie faule Säcke sind. Oh nein! Obwohl Ren und Alice momentan noch in der Schule sind, haben bzw. hatten sie auch diverse Nebenjobs. Ren hat sich als Babysitter versucht, doch er ist kläglich gescheitert. Er ist nun einmal ein Einzelkind und liebt die Ruhe. Mit den kleinen Zwergen hatte er es drei Stunden ausgehalten, dann war er froh, dass sie eingeschlafen waren. Seit dem vermeidet er jedes Kleinkind und hält sie auf einem Abstand von 5 m Radius. Danach hatte er bei einem Supermarkt als Aushilfe angefangen. Dieser Job funktionierte gerade so zwei Monate. Dann hatte er nicht mehr so wirklich Zeit und der Elan ging den Bach runter, da die Schule ganz schön Straff im Stoff wurde. Genauso erging es der lieben Alice. Sie hatte ihr Geld als Nachhilfelehrerin in Mathe für Grundschüler verdient. Doch irgendwann war sie mit der Geduld am Ende, nachdem ihr ‚Schützling‘ nach sagenumwobene 6 Nachhilfestunden das Thema immer noch nicht verstanden hatte. Der Vater hatte sie demnach beschuldigt, sie würde ihren Job nicht richtig machen. Sie hing das Dasein als Nachhilfelehrerin an den Nagel. Nun wollt ihr wissen, was ich als Job habe? Ist das nicht offensichtlich? Ich habe momentan den gleichen Job wie Alice und Ren. Ich bin das Maskottchen für ARC. Ein wunderbarer Job kann ich euch sagen und dazu noch gut bezahlt! Die Mitarbeite sind alle nett und die Atmosphäre ist entspannt, sowie die Arbeitszeiten. Die sind wenigstens menschlich. Das Beste ist jedoch, es überkreuzt sich in keiner Weise mit dem Stundenplan der beiden Abiturienten. Wir haben sogar noch Freizeit. Unglaublich, oder?

    »Chuu! Mit wem redest du?« »Lass ihn! … Oi!? Hast du gerade etwas in die Luft gesprengt?! Ich bin wieder Letzter!« Wie ihr seht, meine reißenden Mitbewohner haben entspannt Freizeit und rufen nach mir. »Red kein Mist Ren! Deine Schuld, wenn du dich von einer Explosion mitreißen lässt! Und mit niemanden Alice. Mit niemanden.« Ich muss mich dann mal wieder den beiden Chaoten widmen, sonst wirft der liebe Ren aus Frust noch den Kontroller in den Fernseher. Darauf habe ich nicht wirklich Lust. Letzte Woche war es das Fenster. Ich bin froh, dass es so schnell wie möglich erneuert wurde. Auch wenn es draußen nicht sonderlich kalt ist, ist eine kaputte Fensterscheibe nicht gerade prickelnd. Überhaupt nicht prickelnd. Also dann: Man sieht sich wieder!
  • Geschichte 4

    Freundschaft


    „Ren!! Jetzt komm!“, schallte der Ruf des 16 Jährigen Mädchens über den Schulhof. Das Mädchen blieb stehen und blickte sich nach ihrem Zwilling um. „Ja, Alice. hetzt mich doch nicht. Wir kommen schon nicht zu spät.“ Alice beobachtete ihn wie er seinen Schuh fertig zu schnürte und dann gemächlich zu ihr Schritt. Die beiden waren mal wieder in eine neue Gegend gezogen. Das hieß für sie wieder eine neue Schule, neue Freunde, neue Leute, einfach alles neu. Normalerweise regten sie sich darüber auf, doch dieses Mal war das nicht so, dieses Mal hieß es das sie nicht mehr umziehen mussten. Ihr Vater hatte einen Beruf angenommen in dem er immer viel zu tun hatte und häufig versetzt wurde. Doch jetzt hatte er mitgeteilt bekommen das er der Chef einer Filiale werden sollte und dann sollte man nicht mehr so oft umziehen müssen. Die Mutter war immer für die beiden Geschwister da, doch die wussten sich schon ganz gut selber zu helfen.
    Als Ren bei Alice ankam packte sie seine Hand und zog ihn mit. „Wir müssen erst noch zur Direktorin. Und die schickt uns dann in eine Klasse. Hoffentlich verlaufen wir uns nicht. Die Schule ist so groß.“
    Alices Blick wanderte über das Mächtige Gebäude das sich vor ihnen auftürmte. „Da müssen ganz schön viele Leute hin gehen. Wir finden bestimmt wieder schnell Freunde. Und diesmal strengst du dich auch etwas an.“ Ich tippte ihrem Bruder kurz gegen die Stirn und zog ihn dann weiter. Alice war eindeutig ein kleines Plappermaul. Ren hingegen schwieg unendlich viel. Man könnte fast meinen was der eine zu wenig hatte, hatte der andere zu viel.
    Alice hatte ihren Bruder in der Zwischenzeit bis vor das Sekretariat geschleift. Dort klopfte sie und beide wurden herein gerufen. Die Direktorin empfing sie und begrüßte sie. Es wurden nochmal alle Papiere überprüft und danach wurden sie in ihre Klasse geschickt. Sie kamen in die gleiche Klasse, was keinen von beiden wirklich überraschte. Nach einer Weile standen sie in an einer Kreuzung mehrere Flure und egal in welchen sie blickten, sie sahen Türen. „Ich hab keine Ahnung mehr worum wir müssen.“ Kam der Frustrierte Kommentar des Mädchens. Daraufhin fing Ren an zu lachen. „Dabei hast du doch so eine gute Orientierung.“ Den blick den er dafür erntete ignorierte er einfach. „Kann ich euch helfen?“ Beide drehten sich um und blickten einem Jungen mit funkelnd grünen Augen entgegen. Alice nahm die Hilfe natürlich sofort an. So war sie nun mal. Ein Mädchen voller Lebensenergie und Freude. Sie war offen für alle und selbst wenn die anderen es nur ausnutzten glaubte sie immer an das Gute im Menschen. Ganz im Gegensatz zu Ren, dieser versuchte Sozialen Kontakt so gut es ging zu vermeiden und glaubte nicht das alle Menschen gut waren. Das wäre einfach unmöglich.
    Der Junge bringt sie schließlich zu ihrem Klassensaal wo er sich von ihnen trennt und weiter den Flur lang läuft. „War der nicht nett?“ Alice strahlte Ren an doch dieser zuckte nur mit den Schultern. Kurz darauf wurde geklopft und sie wurden reingebeten. Nachdem der Lehrer verstanden hatte wer die beiden waren sollten sie sich kurz etwas vorstellen. Alice war da wie immer etwas ausführlicher. Sie sagte natürlich das übliche aber sie liebte auch Bücher, Tiere und Musik. Sie spiele auch selber Klavier. Außerdem seien sie Geschwister und hätten ein kleines Haustier. Bei Ren blieben die Infos eher aus. Er sagte wie alt er war und wie er hieß und dabei blieb es. Beide wurden auf ihre Plätze geschickt und der Unterricht begann.

    Alices Sicht
    Der Unterricht zog sich. Aber warum mussten wir auch immer mitten im Schuljahr wechseln? Immer dann, wenn alle schon ihre Freunde hatten. Wir sollten uns doch mal anschließen. Das war nicht so einfach wie viele immer glaubten. Selbst Ren wusste nicht wie sehr mich das alles störte. Mein Blick wanderte zum Fenster. Draußen schien die Sonne und das grün der Bäume glitzerte. Meine Eltern dachten immer das ich es ja so einfach hatte. Ich war immer fröhlich und munter, aber ich wollte auch mal Freunde haben die blieben. Ich wollte jemanden nicht nach spätestens einem Schuljahr wieder verlieren. Manchmal dauerte es sogar ein Jahr bis man überhaupt mit jemand befreundet war. Mein Blick wanderte nach vorne. Dieses Schuljahr wiederholten wir, da wir letztes Schuljahr mehrmals umgeschult worden waren und unsere Eltern nun dachten wir hätten das alles nicht verstanden. Ich wusste ganz genau dass sowohl Ren als auch ich nur gute Noten hatten. Warum mussten wir also wiederholen?
    Gerade als ich mir Gedanken darüber machen wollte spürte ich einen Blick auf mir liegen. Ich wusste nicht genau wie ich das immer spürte, es lag mir einfach das zu merken. Mein Blick wanderte über meine Klassenkameraden. Er blieb bei einem Mädchen hängen mit schwarzen langen Haaren. Anstatt schnell weg zu schauen, wie es die meisten machen würden, erwiderte sie meinen Blick. Ich war nicht ganz sicher ob Abscheu oder Freundlichkeit in dem blick lag, aber ich hatte so das Gefühl das ich das noch herausfinden würde. Der Blick des anderen Mädchens wanderte zu meinem Bruder. Da veränderte sie ihr blick. Ich runzelte die Stirn, schüttelte leicht den Kopf und sah wieder aus dem Fenster. Irgendwie erinnerten mich die Haare und das blasse Gesicht des Mädchens an unser neues Haustier. Wir hatten es Geschenkt bekommen als wir hier her gezogen waren. So als Entschädigung das wir mal wieder hier her gezogen waren. Den kleinen Kerl hatten wir gleich in unser Herz geschlossen. Der kleine war aber auch zu süß und außergewöhnlich. Normale Kinder bekamen Katze oder Hunde geschenkt, aber wir bekamen einen kleinen Panda. Der Gedanke an den kleinen Chuu ließ mich lächeln.
    Gerade wollte ich diesen Gedanken weiterspinnen als mich ein Papierkügelchen an den Kopf flog. Mein Kopf flog nur so herum und meine blauen Augen sahen sich nach dem Übeltäter um und blieben an meinem Bruder hängen. Dieser grinste mich an, dann hob er leicht seinen Block an und zeigte mir sein Kunstwerk. Anscheinend hatten wir über ähnliche Sachen nachgedacht denn er hatte Chuu gezeichnet. Wie konnte er nur immer so geil Malen? Er hatte generell mehr Talente als ich. Er konnte zeichnen, war gut in Sport, konnte auch Geige spielen und auch Schlagzeug. Wenn wir zusammen zockten schlug er mich immer um Längen, die meisten Bücher kannte er auch so gut wie auswendig. Nur beim Kontakte knüpfen war ich ihm überlegen. Das konnte er irgendwie nicht. Er konnte nicht offen auf Menschen zugehen, das war einfach nicht seins. Ich lächelte ihn auch an und er widmete sich wieder seiner Zeichnung. Vielleicht konnten wir uns ja zusammen tun. Wir würden uns einfach unsere Freunde Teilen, das klappte schon. Er war mein Bruder, damit mussten die anderen klar kommen. Dadurch das wir so oft umgezogen waren, waren wir zusammen gewachsen. Wir konnten uns nie darauf verlassen das wir Freunde wirklich lange hatten. Mein Blick wanderte wieder zu dem Mädchen das Fasziniert meinen Bruder betrachtete. Anscheinend hatte er bereits einen Fan. Vielleicht sollte ich ihm das nachher mitteilen, er hatte sowas noch nie gemerkt. Da spürte ich den Ellenbogen meines Sitznachbarn in meiner Seite. Mein Blick wanderte zu ihm. „Du wurdest aufgerufen.“ Sofort sah ich nach vorne und überflog das was an der Tafel stand. „Könnten sie die Frage nochmal wiederholen?“ Nachdem er mir gesagt hatte das er nur eine Formel wissen wollte sagte ich ihm diese schnell auf. Vielleicht sollte ich doch mehr auf den Unterricht achten? Ich wand mich nochmal an meinen Sitznachbarn. „Danke.“ Er lächelte mich an und schrieb dann weiter mir. Sollten wir das etwas abschreiben? Ich sah mich im Saal um. Keiner außer ihm schrieb. Also fing ich an seine Notizen zu lesen. Er schrieb nicht das ab was an der Tafel war, nein, er schrieb seine eigene Geschichte. Irgendwann legte sich eine Hand auf das geschriebene und ich sah auf. Er betrachtete mich. „Man liest nicht einfach so Sachen von anderen.“ Ich biss mir leicht auf die Lippe. „Entschuldige. Eigentlich wollte ich nur schauen was du da schreibst, schließlich müssen wir nichts abschreiben und dann war ich total von deinen Worten gefesselt. Du kannst echt gut schreiben.“ Er lächelte mich nun etwas zögernd an. „Findest du?? Ich hab noch mehr Geschichten, willst du da mal welche lesen?“ Ich nickte und wir machten aus das er mir morgen welche mitbringen würde.

    Rens Sicht
    Ich hatte dem Unterricht nicht gefolgt. War mir auch egal. Alice und ich kannten den ganzen Stoff, aber das interessierte ja niemanden. In der Pause durften wir im Klassen Saal bleiben, wo dann auch gleich eine Gruppe um Alices Tisch gebildet wurde. Sofort wurde sie mit mehreren Fragen Bombardiert. Irgendwie überraschte mich das nicht weiter. Wahrscheinlich wurde sie wieder nach ihren hobbys gefragt und so zeug. Hatte die sie nicht vorhin gesagt? Sie las viel, mochte Musik und Tiere. Und sie spielte Klavier. Am Anfang hatte sie das nur gemacht weil unsere Eltern es wollten, doch dann hatte sie es angefangen zu lieben. In der Zwischenzeit brachte ich sie häufiger dazu mit mir zu spielen. Sie auf dem Klavier und ich auf der Geige, in seltenen Fällen sang sie sogar. Sie konnte super singen, nur glaubte sie es mir noch nicht ganz. Mein Blick lag eine Weile auf ihr. Der Sitznachbar kritzelte auf seinem Blatt rum, doch so wie er ihr immer wieder Blicke zuwarf war mir durchaus klar das die beiden sich schon unterhalten hatten und er sie mochte. Sie hatte es immer so viel leichter. Sie war einfach offen und ein Lächeln reichte und alle mochten sie. Und ihr schien das ganze umziehen auch nie Probleme zu bereiten. Ich fand meist nicht so gut Freunde wie sie und dann, wenn ich welche hatte zogen wir wieder um. Ich setzte mich wieder richtig hin und fing an etwas zu kritzeln.
    Als sich jemand vor mir räusperte hob ich meinen Blick und sah in die dunklen Augen eines Mädchens. „Du kannst gut zeichnen.“ Mein Blick wanderte zu meinem Blatt auf das sie zeigte und dann wieder hoch zu ihr. „Danke.“ Ich betrachtete sie einen Moment lang. „Du erinnerst mich an unser Haustier.“ Ihr Blick sprach von Verwirrung. Ich blätterte zwei Seiten zurück. „Das ist Chuu, unser Haustier. Deine Haare sind in etwas so schwarz wie sein schwarzes Fell, und du hast auch so ein blasses Gesicht.“ Ihr Blick lag auf dem Tier. Nach ein paar Minuten musste sie lächeln. „Der ist wirklich süß.“ Anscheinend klappte es doch ganz gut sich mit anderen zu unterhalten.
  • Normale Sicht
    Am Ende des Schultages verabschiedeten sie sich von ein paar Mitschülern und liefen zusammen nach Hause. „Sag mal Ren, weißt du wo wir geboren wurden?“ Ren sah seine Schwester verwunderlich an. Diese zuckte mit den Schultern. „Das war eine der Fragen die mir gestellt wurden, aber ich weiß es nicht. Wir waren schon an so vielen Orten. Wir sind ja schon oft umgezogen als wir noch klein waren.“ Ren nickte und dachte darüber nach, schüttelte allerdings den Kopf. „Nein, aber wir können ja mal nachschauen.“ Zuhause angekommen gab es nur erst mal andere Sachen zu tun. Sie mussten ihrer Mutter etwas helfen und sich um Chuu kümmern.
    „Ich hab gesehen das du dich auch mit jemanden unterhalten hast. Das Mädchen schien nett zu sein.“ Ren sah zu Alice und nickte. „Ja, sie erinnert mich irgendwie ein bisschen an Chuu.“ Daraufhin konnte Alice nur lachen. „Genau dasselbe habe ich auch gedacht.“ Also fingen sie an sich über ihre Klassenkameraden zu unterhalten. Irgendwann zieht Alice aus einer Kiste ein Rotes Tuch und hält es Ren hin. „Schenck das doch dem Mädchen, dann hat sie noch mehr Ähnlichkeiten mit Chuu.“ Er nimmt das Tuch und steckt es ein. „Weißt du eigentlich wie sie heißt?“ Ren nickt und erntet dafür einen Überraschten Blick von Alice. „Warum nennst du ihn mir dann nicht?“ Er sah zu Chuu und murmelte etwas. Alice beugte sich zu ihm rüber und grinste. „Wie bitte?“ Er sah auf. „Sie heißt Chiro.“ Das Mädchen nickte. Ja, das passte. Da sah er sie Auffordernd an. „Und wie heißt sein Sitznachbar?? Der schien auch nett zu sein.“ Das Mädchen runzelte die Stirn und er sah se herausfordernd an. „Na gut, er heißt Daiki.“ Ren musste grinsen. „Das hört sich ja irgendwie süß an.“
    Nach einer Weile fingen die beiden mit Hausaufgaben an, waren aber schnell fertig. Bald gab es dann auch schon Abendessen. Allerdings nur zu dritt da ihr Vater noch Arbeiten musste. „Wie wäre es wenn ihr beide morgen mit euren Freunden ins Kino geht? Es soll ein guter Film rausgekommen sein.“ Sie Zwillinge wechselten einen Blick aus und nickten dann. „Machen wir.“ Die Mutter sah sie überrascht an, eigentlich gingen die beiden nicht so oft ins Kino. „Wollt ihr sie danach zu uns einladen?“ Wieder wurde ein Blick ausgetauscht. „Mutter, du weißt schon das wir erst seit heute da sind?“ Während ihre Mutter nickte wippten ihre weißen Haare etwas. Das lag wohl in der Familie, alle hatten die gleiche Haarfarbe. „Das hat zumindest dich, Alice nie davon abgehalten.“ Da fing das Mädchen an zu grinsen und beugte sich zu ihrer Mutter rüber. „Ren hat sogar auch schon eine neue Freundin.“ Dafür erntete sie von ihrem Bruder einen Bösen Blick während die Mutter ihren Sohn mit erstauntem Blick musterte. „So schnell ging das ja noch nie.“ Sie lächelte ihn an und er fing an in seinem Essen rumzustochern.
    Nach dem Abendessen machten die beiden sich Bettfertig und beschlossen noch etwas zu schauen. Nach wenigen Minuten war der Film eingelegt und beiden verfolgten gespannt der Handlung. Als er fertig ist unterhalten sich die beiden Angeregt darüber und gehen dann schlafen.
    Am nächsten Morgen herrscht die Alltägliche Streiterei um das Bad wobei sich Ren durchsetzt. Nach dem sie in aller Eile gefrühstückt hatten machten sie sich auf zur Schule. Am Eingang warteten bereits die Zwei auf die sie gehofft hatten. „Hei, wollt ihr vielleicht mit uns in den neuen Film gehen? Der soll gut sein. Und danach noch mit zu uns. Unsere Mutter hat das Vorgeschlagen.“ Im gleichzeitig sprechen waren die beiden Unschlagbar. Chiro und Daiki wechselten einen Blick und nickten dann. Die vier gingen in den Unterricht. Im Klassenzimmer kramte Daiki einen Stapel Papier heraus und gab ihn Alice. „Das sind einige Geschichten von mir. Musst sie nicht alle lesen.“ Das Mädchen nahm sie gerne an und stecke sie gleich ein.

    Rens Sicht
    Nachdem die letzte Stunde vorbei war begaben wir uns auf den Weg in die Stadt. Da war aber noch eine ganze Weile Zeit hatten bis der Film anfing beschlossen wir etwas essen zu gehen. Das war nie ganz schlecht. Also setzten wir uns in ein Café und bestellten uns alle etwas. „Sag mal Daiki, was hast du Vorhin meiner Schwester gegeben?“ Daiki sah mich kurz verwundert an. „Ach, das sind nur Geschichten.“ „Nur? Das ist vollkommen untertrieben: Die sind fantastisch. Ich hab im Unterricht schon ein paar gelesen. Die sind einfach unübertrefflich.“ Ich betrachtete meine Schwester. Diese schien vollauf begeistert zu sein. „Dann musst du sie mir nachher mal zeigen.“ Aki schüttelte den Kopf. „Nein das geht doch nicht.“ Doch Alice grinste mir bereits verschwörend an.
    „Ihr müsste und nachher Chuu Zeigen. Der muss echt süß sein.“ Ich sah zu Chiro die das Thema angesprochen hatte. Da viel mir noch was ein. Ich zog also aus meiner Hosentasche das rote Tuch und hielt ihr das Entgegen. „Hier für dich. Du siehst wie gesagt etwas aus wie er, und wir haben ihm ein rotes Tuch umgebunden, da kamen wir auf die Idee dir auch eins zu schenken.“ Sie Nahm es an und betrachtete es. „Ihr seid echt komisch.“ Trotzdem band sie sich es um und lächelte uns an. „Das steht dir.“ Ich bekam ein lächeln. Dann wurden auch schon unsere Bestellungen vor uns auf den Tisch gestellt und wir fingen an zu essen. „Meins schmeckt spitze, will jemand mal Probiere?“
    Das war der Ausbruch von wildem Tauschen. Jeder Probierte alles und am Ende hatte keiner das aufgegessen was er sich bestellt hatte. Wir bestellten uns alle noch mal ein Stück Kuchen, Diese tauschten wir auch aus.
    Nachdem wir bezahlt hatten machten wir und auf zum Kino. Nachdem wir dort auf unseren Plätzen saßen ging der Film auch schon los.

    Alices Sicht
    Ich streckte mich. „Ich fand ihn spitze. Das war wirklich eine gute Idee ins Kino zu gehen.“ Von allen Seiten kam Zustimmung. Wir warteten bis der Saal sich etwas geleert hatte und gingen dann raus. „Wissen eure Eltern denn das ihr zu uns kommt?“ Beide nickten. Sie schienen gut organisiert zu sein. Ich hatte gar nicht mitbekommen das sie angerufen hatten. Wir verließen das Kino und liefen los zu uns. Zu meiner Überraschung wohnten wir sogar recht nah am Kino. Ich schloss die Tür auf und bat die anderen herein. Wir zogen unsere Schuhe rein. Als erstes führten wir unsere Gäste in mein Zimmer wo Chuu war. Sofort stürzten sich die beiden auf ihn und fingen an ihn zu knuddeln. „Ich sehe ja wirklich aus wie er.“ Daraufhin mussten wir alle lachen.
    „Wollt ihr etwas zu trinken oder essen?“ Zum Trinken sagte keiner nein, aber Hunger hatte noch keiner. Ren und ich gingen also erst mal in die Küche und wollten etwas zum Trinken holen. In der Küche trafen wir aber erstmal auf unsere Mutter. „Ihr sei ja schon da? Habt ihr eure Freunde dabei?“ Wir nickten zögernd. „Warum habt ihr sie mir nicht vorgestellt?“ „Das können wir ja noch machen.“ Das würde das Grauen werden. Sie War immer so komisch und erzählte Peinliche Sachen. „Sie können ja zum Abendessen bleiben.“ „Nein!“ Sie sah uns verwirrt an. Anscheinend waren Ren und ich uns da Einig. „Ähm… Also, sie müssen bestimmt dann schon nach Hause.“ Sie nickte mit gerunzelter Stirn. „Aber Vorstellen geht trotzdem?“ Wir nickten, Nahmen Vier Gläser und Getränke dann gingen wir auf mein Zimmer. Unsere Mutter folgte uns. „Hallo Leute. Das ist unsere Mutter. Das sind Daiki und Chiro.“ Sie begrüßte die beiden wobei ihr Blick an Chiro hängen blieb die Chuu im Arm hielt. „Du siehst aus wie er.“ Und schon mussten wir wieder anfangen zu lachen.
    Nach ein paar Minuten schmissen wir meine Mutter raus und redeten. Nach einer Weile mussten beide gehen.
    Das war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.
  • Geschichte 5

    Ein typischer Tag


    Eigentlich war es noch viel zu früh, zumindest wenn man Alice fragte. Sie war ein notorischer Langschläfer und dennoch war sie jetzt schon wach und schlich in ihrem Top und einer Shorts in Richtung Küche. Noch waren ihre Haare ein einziges Chaos und ihre Augen waren auch noch halb zu, die sie nun mit einem Gähnen rieb.
    „Guten Morgen, Schwesterlein.“, ertönte die Stimme von Ren als sie nun die Küche betrat. Alice blickte hoch und erwiderte den Gruß ihres etwas älteren Zwillingsbruders mit einem schwachen „Morgen.“, ehe sie sich einen Kaffee eingoss in ihre Tasse mit einem Panda drauf und sich dann zu ihm an den Tisch in der Küche gesellte. Ren schmunzelte leicht was seine Schwester doch für ein Morgenmuffel war im Vergleich zu ihm, der immer sehr früh hoch war. Er war heute Morgen schon eine Runde laufen gewesen und hatte geduscht ehe er sich an den Kaffee gemacht hatte. Auch die Zeitung, die vor ihm lag hatte Ren schon fast durch. Ohne ein weiteres Wort reichte er Alice die Milch und den Zucker, denn ohne konnte sie ihren Kaffee nicht trinken. Ren las die Zeitung zu Ende während Alice langsam ihren Kaffee genoss und etwas wacher wurde, zumindest wach genug für ein Gespräch.
    So lief es nun schon einige Jahre und es war ihre morgendliche Routine. Die Zwillinge lebten nun in einer Wohngemeinschaft zusammen mit ihrem Haustier Chuu. Es war sicherlich schon sehr ungewöhnlich mit einem Panda zusammen zu leben und diesen als Haustier zu halten, aber so war es nun mal. Die Eltern der Beiden waren früher viel gereist, was auch einer der Gründe für ihre außergewöhnlichen Namen war. Ihr Vater ist Forscher und kommt ursprünglich aus Japan, während ihre Mutter Tierärztin ist und aus England. Als Ren und Alice noch jünger waren, waren sie immer mitgekommen. Doch nun mit 21 lebten sie in der ARC um hier zu studieren. Erst waren ihre Eltern nicht wirklich damit einverstanden gewesen, denn welche Eltern ließen ihre geliebten Kinder schon gerne irgendwo alleine zurück, doch da auch ihre Tante hier lebte waren sie dann doch irgendwann einverstanden.
    Nun lebten die Beiden in einem Apartment direkt über dem ihrer Tante und schön zentral in ARC. Auch die Universität war nicht sonderlich weit entfernt und zu Fuß zu erreichen. Alice hatte dort dieses Semester angefangen Modedesign zu studieren. Schon als sie noch kleiner waren hatte sie gelegentlich gemodelt und auch Ren hatte sie ab und an dazu überredet mitzumachen. Noch immer bestimmte sie auch den ganzen Stil der Wohnung und auch oft Rens Kleidungsstil, auch wenn er dies natürlich nie zugeben würde.
    Ren hingegen hatte es, wie man schon an der eben erwähnte Tatsache merkte, nicht wirklich mit Mode und der Gleichen. Seine Liebe galt schon immer von klein auf der Technik und der Musik. Somit war er zwar an der selben Uni wie Alice, doch er hatte angefangen Ingenieurinformatik zu studieren.
    „Ren?“, ertönte nun die Stimme von Alice und da er nun auch grade mit dem Artikel fertig war, den er gelesen hatte, hob er den Blick. „Na?“, fragte er sie und da er schon wusste was sie wohl wollte fügte er auch gleich hinzu: „Chuu oder Frühstück?“ Sie verstanden sich wirklich fast blind, was auch daran lag, dass sie nicht nur Geschwister waren, sondern auch die besten Freunde. „Dann mach ich heute Frühstück.“, meinte Alice und sprang sogleich auf die Beine um sich am Kühlschrank zu schaffen zu machen. Also würde es heute keine Miso-Suppe geben, dass wusste Ren nun. Er stand auch auf und machte sich, nachdem er das Radio angeschaltet hatte, auf den Weg in Richtung Wohnzimmer. Von diesen aus konnte er auf den Balkon gehen, wo ihr dritter Mitbewohner lebte, zumindest zeitweise. „Dir einen guten Morgen Chuu.“, grüßte Ren ihren Panda. Langsam öffnete er das Gehege und wurde schon stürmisch von Chuu begrüßt, der sofort auf ihn zu kam. Ren hob ihn hoch in seine Arme und streichelte ihm einige Male über den Kopf. „Geht es dir heute auch so gut? Immerhin ist das Wetter schön und Alice und ich haben heute auch nur kurz Uni.“, meinte er zu dem Panda in seinen Armen und ging dann mit ihm zurück in die Küche.
    Alice hatte in der Zwischenzeit schon den Tisch gedeckt und Brötchen aufgebacken. Heute gab es ein klassisches, europäisches Frühstück, denn dass war Alices Spezialität. Ren war eher der Koch bei ihnen und Alice war besser in Süßspeisen machen.
    Kaum hatte sie den Panda Chuu gesehen stürmte sie auf ihn und ihren Bruder zu und umarmte gleich Beide. „Hallo, mein Schatz. Wie geht es dir heute? Ich hab dir gestern extra frischen Bambus besorgt.“, meinte sie glücklich und der Panda erwiderte mit seinem typischen Laut, der ihm auch seinen Namen eingebracht hatte. „Chuu...“, gab er von sich und kuschelte sich an die beiden Zwillinge. Sie waren wie seine Eltern und ohne sie hätte er nicht überlebt damals. Er war ein kleines Waisenkind und die beiden Zwillinge Alice und Ren hatten ihn mit der Flasche aufgezogen und sich liebevoll um ihn gekümmert.
    Plötzlich stoppte Alice und sah zu Ren hoch, da er etwas größer als sie war. „Ren? Du wolltest dich um Chuu kümmern und ich mach dafür das Frühstück. So ist immer die Arbeitsteilung morgens, aber du hast ihn nicht mal angezogen.“, schimpfte sie gespielt sauer mit ihrem Bruder, der darauf hin kurz lachte und ihren Kopf tätschelte wie eben noch bei Chuu. „Du hast dafür doch eh ein viel besseres Händchen als ich.“, sagte er nun nur. Alice löste die Umarmung und verschwand kurz nur um sogleich mit Chuus rotem Halstuch wieder zu kommen und es ihm umzubinden. „Viel besser und nun lass uns essen.“ Mit diesen Worten ließ sie sich nieder und auch Chuu und Ren fanden ihren Platz am Tisch. Das Essen und die Tischgespräche verliefen wie immer recht heiter und lebendig, da sich die Zwillinge darüber austauschten was heute in der Uni anstand und wer welche Klausuren schrieb. Alice hatte heute Glück und musste nichts schreiben, doch bei Ren stand ein Vortrag an, den er gestern noch mit Alice geübt hatte.
    „Ich geh mich dann mal fertig machen.“, meinte Alice und verschwand in das Badezimmer um zu duschen. Ren drehte die Anlage auf und fing an den Tisch abzuräumen und das Geschirr zu spülen während er laut mitsang. Er hatte wirklich ein Talent für Musik. Er spielte liebend gerne Gitarre und Klavier, doch auch seine Stimme war atemberaubend. Nachdem nun der Haushalt wider ordentlich war, war Alice natürlich immer noch nicht fertig und Ren nutzte die Zeit um noch etwas mit Chuu zu spielen. Der kleine Panda war ganz vernarrt in Ballspiele und ab und an scherzte Ren und nannte ihn ihren Hund, da besonders Apportieren eine seiner Spezialitäten war.
    Endlich vernahm Ren die Tür von Alices Zimmer und wie immer war sie wirklich hübsch rausgeputzt. Ren erhob sich aus der Hocke und ging zur Tür, dort setzte er seine Lieblingscap mit dem ARC-Logo auf und ging vor ihr raus. Alice folgte ihn und schloss dann die Tür ab. Der Weg zu Campus war kurz und die Beiden verabredeten sich für die Mittagspause in der Mensa ehe sie nun getrennte Wege gingen und Alice Ren noch mal viel Glück für den Vortrag wünschte.
    Alice fand die Vorlesungen, die sie heute Vormittag hatte, langweilig. Deshalb nutzte sie die Zeit für eines ihrer Hobbies. Sie schrieb eine Geschichte und zeichnete dazu die passenden Charaktere. So ging die Zeit wenigstens schnell um und ihre Freundin, die neben ihr saß gab ihr Tipps und war wie immer sehr begeistert von Alices Talent.
    Ren war hingegen nicht so entspannt. Er liebte zwar Technik und Alles drum herum, doch leider war er wirklich kein Freund von Vorträgen. Er war ziemlich schüchtern und mochte es nicht vor Leuten zu reden. Nervös ging er immer wieder seine Karten durch, auch wenn er seinen Text eigentlich auswendig konnte. Genau im richtigen Moment als Ren kurz davor war durchzudrehen vor Aufregung meldete sein Handy sich. Es war eine Nachricht von Alice, die natürlich wusste wie ängstlich Ren in solchen Momenten war. Sofort bildete sich ein Lächeln auf seinen Lippen und die Anspannung wurde wieder weniger. Dann fing auch schon bald sein Vortrag an und wie zu erwarten gewesne war, war er richtig gut.
    Chuu hatte es währenddessen wirklich gut Zuhause. Ren hatte ihn noch den Bambus hingestellt und wenn die Beiden in der Uni waren, so durfte sich Chuu frei in der Wohnung bewegen. Dies nutzte er auch aus und lag nun, während sich die Zwillinge in der Uni abmühten, auf dem Sofa rum. Um die Mittagszeit kam dann die Tante der Beiden nach oben und schaute nach dem kleinen Panda, dem es aber hervorragend ging.
    Ren und Alice trafen sich in der Mensa und genossen es endlich etwas Freizeit zu haben. Einige ihrer Freunde leisteten ihnen Gesellschaft und die Gruppe hatte viel Spaß. Sie hatten sich ihr Essen an der Ausgabe besorgt und da die Sonne schien suchten sie sich einen freien Platz draußen auf dem Vorhof der Mensa. Sie hatten Glück, dass sie so zeitig aus ihren Vorlesungen gekommen waren und noch zwei Tische fanden, die sie kurzer Hand zusammen stellten. Während sie aßen machten sie Pläne und da es ein Freitag war beschloss Ren alle zu ihnen einzuladen und für sie zu kochen. Alice freute sich natürlich auch sehr darüber, da sie es liebte Parties zu feiern. Es wurde noch schnell abgesprochen wer was mitbringen sollte und dann mussten sie sich erneut erstmal verabschieden. Ren und Alice wollten sich nach der Uni treffen und dann zusammen die Lebensmittel einkaufen gehen. Der Nachmittag an der Uni verging auch recht schnell und so trafen sich die Beiden schon bald vor der Bibliothek, da Ren noch schnell einige vorbestellte Bücher abgeholt hatte. Er verstaute diese grade in seiner Tasche als seine Schwester freudig winkend auf ihn zu rannte. „Wartest du schon lange?“, fragte sie ihn gleich und er schüttelte den Kopf: „Ich bin eben erst raus und von mir aus können wir nun los.“ Alice folgte ihm in Richtung des Supermarktes. „Weißt du denn schon was du uns kochst, Ren?“, wollte sie natürlich wissen, so neugierig wie sie eben war. „Mhm... wie wäre es mit Pizza? Die ist einfach und mag eigentlich jeder. Und dann noch etwas an Snacks dazu und du machst uns einen schönen Nachtisch?“ Auch wenn Ren es fragte war es eigentlich schon entschieden und Alice vertraute ihrem Bruder und seinen Kochkünsten. „Klingt lecker. Dann mach ich uns ein schönes Frucht-Parfait.“ Alice war wirklich glücklich und freute sich sowohl auf den Besuch als auch darauf mit Ren zusammen zu kochen.
  • Als sie den Supermarkt erreichten nahm sich Ren den Wagen und Alice ging voraus. Langsam gingen sie durch den Laden und sammelten alle Utensilien, die sie brauchten ein. Als der Wagen nun randvoll war gingen sie zur Kasse zum bezahlen. Ihre Taschen waren nun wirklich voll und Ren hatte viel zu tragen, da er immer den Hauptteil trug.
    Alice schloss Ren die Tür auf und er ließ erschöpft die Taschen auf dem Küchentisch fallen ehe er sich auf einen der Stühle setzte. „Das war aber echt eine Menge heute.“, beschwerte er sich und war froh, dass seine Schwester Alice ihm ein Glas Wasser vor die Nase stellte. Nach einigen großen Schlücken ging es ihm auch schon viel besser und er half dann Alice die Sachen zu verstauen, auch wenn sie schon mal vorab ohne ihn angefangen hatte. Es dauert nicht lange bis die Küche wieder ordentlich war und da kam auch schon Chuu um die Ecke, der natürlich gehört hatte, dass Alice und Ren wieder zurück waren. „Wir sind wieder Zuhause.“, sagten Beide zeitgleich und fingen dann an herzlich zu lachen. Doch viel Zeit für Späße und dergleichen hatten sie nicht. Ren gab Chuu noch schnell Futter ehe sie sich nun an die Arbeit machen mussten. Es galt noch die ganze Wohnung zu putzen, auch wenn sie nicht sonderlich dreckig oder chaotisch war, doch Alice war da ziemlich pingelig. Da Ren die meiste Arbeit mit dem Kochen haben würde beschloss Alice das Parfait vorzubreiten während Ren schon mal etwas zu putzen anfing, doch natürlich nicht ohne Musik. Ren suchte etwas popiges aus, da er fand, dass man dazu mit am Besten putzen konnte. Dann nahm er sich die Putzmittel für das Bad und begab sich dort hin, da er wusste wie ungerne Alice dort schrubbte. Die Musik spielte laut und die Zwillinge machten sich beschwingt und laut mitsingend an die Arbeit. Ihre Laune war wirklich gut und es dauert nicht lange bis Ren Alice aus der Küche rufen hörte, dass sie fertig mit dem Parfait war. Natürlich kam er gleich um die Ecke um einen Blick auf den köstlichen Nachtisch zu erhaschen. „Am liebsten würde ich nun gleich schon was davon essen.“, meinte er grinsend und Alice schüttelte nur den Kopf. Sie stellte es in das Kühlfach und lächelte zufrieden. „Nun geh ich den Rest der Wohnung putzen und du fängst mit der Pizza an. Wenn sie vorbereitet ist, dann dekorieren wir zusammen und machen danach die Pizza zusammen fertig, okay?“ Auch wenn Ren der Ältere war, so gab eben oft Alice den Ton an, weil sie einfach von ihrer Art her eher dafür gemacht war. Ren hatte es noch nie gestört, da sie sich gegenseitig vertrauten.
    Alice nahm nun die Sachen und begab sich ins Wohnzimmer, wo sie noch einmal gründlich Staub wischte und Staub saugte. Sie wollte immer, dass es Alles perfekt war und somit gab sie ihr Bestes. Ren machte in der Zwischenzeit den Teig für die Pizza. Er brauchte nicht mal ein Rezept dafür, da er sehr gut darin war sich solche Sachen zu merken. So war auch der Teig in Windeseile fertig und wurde von Ren zur Sicherheit in den Kühlschrank gestellt damit Chuu nicht naschen konnte.
    „Ich bin fertig!“, rief er zum Wohnzimmer, doch Alice war ebenfalls durch mit ihrem Putzfimmel und schon auf dem Weg zurück in die Küche um die Putzmittel wieder unter der Spüle zu verstauen. Nun fingen sie an die Wohnung mit ihren üblichen Sachen zu schmücken. Es wurden Girlanden aufgehängt und Kerzen verteilt, da es bestimmt eine lange Nacht werden würde. Da der Essenstisch in der Küche zu klein für alle sein würde holten sie noch schnell ihren größeren Tisch aus dem Arbeitszimmer dazu und natürlich mussten auch diese Beiden nun mit einer Tischdecke versehen werden. Und auch das Geschirr musste noch alles zusammen gesucht werden. Nachdem nun der Tisch eingedeckt war wollten sich die Beiden grade daran machen die Pizza weiter zu machen als das Telefon klingelte. Verwundert sahen sich die Zwillinge an und es war dann Alice, die ans Telefon ging. „Ach Mama, du bist es....“,meinte sie und sofort fingen Mutter und Tochter an sich alle in letzter Zeit geschehenen Dinge bis ins kleinste Detail zu erzählen. Es war normal, dass ihre Eltern, besonders ihre Mutter, oft anrief um zu fragen wie es ihren beiden Kindern ging. Alice ging mit dem Telefon ins Wohnzimmer um erstmal ungestört reden zu können, während der nun allein gelassene Ren schon mal alleine anfing die Pizza fertig auszurollen und zu belegen. Es war eine ganze Menge arbeit du doch machte es ihm Spaß und er summte leise vor sich hin, während das Gerede von Alice und ihrer Mutter aus dem Wohnzimmer leise zu ihm in die Küche drang. Bald schon kam Alice jedoch wieder bei ihm an und hielt ihm das Telefon hin was ihm zeigt, dass ihre Mutter nun ihn sprechen wollte. Ren nahm das Telefon von Alice und blieb jedoch in der Küche, wo er sich an den Küchentisch setzte. Seine Mutter fragte nun Ren quasi genau das was sie zuvor auch schon Alice gefragt hatte. Sie wollte wissen wie es mit der Uni lief und das Zusammenleben alleine mit Alice und Chuu. Auch fragte sie ihn, ob er regelmäßig aß. Er beantwortete ihr die Fragen in seiner üblichen ruhigen Art als plötzlich die Haustürklingel ertönte. Alice hatte grade die erste Pizza in den Ofen geschoben und ging nun die Tür öffnen um ihre Freunde rein zu lassen. In der Zwischenzeit verabschiedete sich Ren von ihrer Mutter und gesellte sich nun zu Alice, die grade von den ankommenden Freunden umarmt wurde. Auch Ren wurde begrüßt und alle zusammen setzten sich an den Tisch. Alice besorgte ihnen Getränke und schon fingen die Freunde an sich lustig über die Uni und ihre Hobbies zu unterhalten. Bald war die Pizza fertig und sie fingen an zu essen, wobei Ren viel Lob für seine Kochkünste erhielt. Es machte Ren sehr glücklich dies zu hören und neben dem tollen Essen war natürlich auch Chuu das Highlight wie bei jeder Party. Alle waren immer total vernarrt in den süßen Panda und er wurde immer gekuschelt. Der Abend wurde immer länger und die Party wurde, nachdem die Pizza und das Parfait gegessen waren, in das Wohnzimmer verlegt. Dort machten es sich alle auf dem Sofa gemütlich, während die Zwillinge sich auf den Boden setzten. Ren hatte natürlich eine PlayStation4 bei sich stehen und oft spielten sie auch an dieser, aber heute stand ihnen der Sinn nach Brettspielen. Alice holte schnell den Stapel mit diesen und so konnte der Abend weiter gehen mit spielen, trinken und reden.
    Es war schon weit nach Mitternacht als der Letzte ihrer Freunde sich nun auch verabschiedete und Alice und Ren beschlossen die Arbeit bis zum nächsten Tag stehen zu lassen. Ren nahm Chuu, der inzwischen auf dem Sofa eingeschlafen war, auf den Arm und beschloss ihn heute ausnahmsweise bei sich mit im Bett schlafen zu lassen. Vorsichtig legte er Chuu in sein Bett ehe er und Alice sich bettfertig machten. Sie standen zusammen vor dem Spiegel und putzten die Zähne während sie noch ein wenig rumalberten. Danach verabschiedeten sich die Beiden voneinander und wünschten sich gegenseitig eine gute Nacht und schöne Träume, ehe nun Alice in ihr Bett kroch und Ren sich zu Chuu gesellte und dann angekuschelt an ihn einschlief.
    So endete ein langer und lustiger Tag bei Alice, Ren und Chuu in ARC.
  • Geschichte 6

    Der kleine Panda Chuu


    Web Block 20.Oktober 2015
    Hi Ich bin Alice, schön euch kennenzulernen. Ich bin 16 Jahre alt und gehe auf die Junai High School in Zentral Tokyo. Ich komme aus einer Chaotischen Familie, habe 2 Geschwister (Sota und Suichi) und natürlich meine Eltern. Ich dachte ich schreibe diesen Web Block um der Welt meine Geschichte und mein Leben zu zeigen.
    Ich bin eigentlich ein ganz liebes Mädchen etwas verträumt, tollpatschig, liebevoll, aber in manchen Situationen (die gibt es leider) koche ich über wie ein Vulkan, der seine Lava und die Asche überall verteilt und den Himmel verdunkelt *tiefes böses lachen* NEIN Quatsch! Aber wenn mein bester Freund(Ren) wieder irgendein Unsinn anstellt ( das macht er gerne mal ) dann kann ich nicht anders als Ausbrechen. Und genau da fängt meine Story an die ich euch erzählen will, sie handelt von 2 Freunden und Ihrem neuen ungewöhnlichen kleinen Freund.
    Es war der 17. Februar 2014, es wurde gerade wieder warm und ich hatte verschlafen ( das passiert mir selten ). Ich zog mich hastig an und rannte quasi zur Schule und was passiert? Genau rums machte es und ich Stoß mit jemanden zusammen, aber es war nicht irgendjemand. Nein es war Ren. Nur statt mir aufzuhelfen stammelte er nur ein zögerndes „ Es tut mir leid“ und verschwand! Einfach unglaublich könnt Ihr mir das glauben? Da saß ich auf der Straße und rieb mir den Hintern und der Typ verdrückt sich einfach. Ich rappelte mich auch und lief weiter zur Schule. Pünktlich zum Gong saß ich in der Klasse als auch schon der Lehrer den Raum betrat im Schlepptau mit Ren. Zu dem Zeitpunkt konnte ich Ihn nicht leiden, ich hielt Ihn für arrogant und unangenehm. Als er mich sah erhielt ich einen finsteren Blick der mich kalt ließ. Die Stunde begann und Ren wurde auf einen Stuhl dirigiert, natürlich der Platzt neben mir. Ich versuchte Ihn nicht zu beachten und konzentrierte mich auf den Unterricht. Als es endlich Pause war drehte sich Ren zu mir herum und meinte in einem falschen Charmanten Ton „ Du hättest dich ruhig für heute Morgen entschuldigen können!“ Mit den Worten Stand er auf und ging auf den Flur. *WAS WAR DAS??* fragte ich mich, das konnte ich unmöglich auf mich sitzen lassen. Ich kann es überhaupt nicht leiden wenn jemand kein Benehmen hat. Ich stand also auch von meinem Platzt auf und folgte Ihm auf den Flur. Er unterhielt sich gerade mir zwei Jungs aus der Nachbarklasse. Ich ging auf die drei zu, packte Ren am Arm und meinte nur „ Entschuldigt Jungs, das ist ein vier Augen Gespräch.“ Mit den Worten ließ ich die zwei stehen und zerrte Ren mit mir. „ Hey! Hey was geht denn mit dir ab?“ ziemlich verwirrt und verärgert ließ ich ihn los und drehte mich wütend zu Ihm um. „ Was mit mir los ist? Wer hat mich heute Morgen umgerannt und mir noch nicht einmal aufgeholfen und ist einfach abgehauen? Und der Spruch von eben? Hallo leben sie noch in dieser Galaxie?“ Ich war echt wütend gewesen, nur leider wurde es Ren auch. „ Wie bitte? Du rennst Mich um und erwartest von mir dass ich dir aufhelfe und alles ist gut ohne Entschuldigung oder so? In welcher Galaxie lebst du denn?“ Ich konnte nicht mehr jetzt war auch noch alles meine Schuld? „ Naja ist es zu viel erwartet einem Mädchen in der Not aufzuhelfen?“ Ich war empört, machte aber scheinbar so ein lustiges Gesicht, dass Ren anfing zu lachen. „ Was ist daran denn komisch?“ fragte ich. „ Nichts, absolut nichts“ er konnte das Lachen nicht zurück halten, sodass ich auch lachen musste. „Ok du hast recht tut mir leid wegen heute Morgen, ich hätte dich nicht umrennen dürfen.“ „ Und ich hätte dich nicht einfach sitzen lassen dürfen, ich wollte einfach nur nicht zu spät kommen heute Morgen, gerade bei dem ersten Schultag.“ Wir hörten auf zu lachen und gaben uns die Hand. „ Ich stell mich noch einmal vor ich bin Ren und 16 Jahre alt“ „ Und ich bin Alice und ebenfalls 16“ Der Gong riss uns aus unserem Gespräch und wir gingen zurück auf unsere Plätze. Der Unterricht verlief ohne Zwischenfälle und der Tag ging schnell zu Ende.
    Auf dem Heimweg hörte Ich jemanden meinen Namen rufen, ich drehte mich um und sah Ren. Keuchend stand er vor mir. „ Hab ich dich endlich eingeholt. Der Lehrer meinte ich könnte mit dir zusammen laufen, da wir in der Nähe zueinander Wohnen, wegen des Eingewöhnens. Du würdest Abkürzungen kennen und natürlich sollst du mit mir den Stoff der letzten Wochen durchgehen.“ Ich sah ihn wohl verwundert an und er fing wieder an zu lachen „ Mensch machst du ein verdutztes Gesicht. Das war ein Scherz ich weiß von Hiro das wir quasi Nachbarn sind. Und da der Tag so gut begonnen hatte, dachte ich dass wir zusammen Heimgehen können“ Mein Gesicht wurde scheinbar nicht besser, denn er fing noch mehr an zu lachen. „ Naja einen guten Humor scheinst du jedenfalls zu haben, bzw. wenn es über andere geht“ Sagte ich etwas Zynisch „ Und du bist schnell auf die Palme zu bringen. Aber jetzt ist es auch gut. Erzähl mal was von hier oder dir. Was kann man hier erleben. Ich komme aus einer kleineren Stadt da gab es nicht so viel.“ Etwas rot geworden erzählte ich ihm von der Stadt und meinen Hobbys. „Also im Randgebiet Zentral Tokyos kann man schon viel machen. Aber die Schule selbst bietet ja auch schon viele Aktivitäten durch die ganzen Clubs. Was hier aber immer geht ist Karaoke! Ich Liebe Karaoke und zeichnen, naja quasi alles was mit Anime und Manga zu tun hat. Außerdem mag ich Katzen und lese viel. Ich bin bei uns auch im Zeichenclub und im RPG Club. Außerdem Back ich für mein Leben gerne und du?“ „ Also ich komme ja aus einer kleinen Stadt und auch bei uns in der Schule gab es viele Aktivitäten. Ich mache gerne Sport vor allem Fußball und zeichne auch gerne. Karaoke mag ich jetzt nicht so sehr gehe aber gerne mit. Du magst Anime und Manga? Ich Liebe da so einige Serien und schreibe auch leidenschaftlich RPG´s. Manchmal träum ich von einer anderen Welt in der Magie und Fantasy herrscht. Außerdem zocke ich gerne an der PS4.“ Wir unterhielten uns noch ein bisschen und bemerkten dass wir beide ( mit kleinen Ausnahmen ) dieselben Animes und Mangas mögen. Schnell kamen wir auch schon bei Ihm zuhause an. „ Du hast recht du wohnst quasi gleich um die Ecke, drei Häuser weiter wohne Ich“ Damit verabschiedeten wir uns voneinander und verabredeten uns für den nächsten Morgen.
    Am nächsten Morgen wurde ich schon ungeduldig erwartet. „ Du wolltest doch pünktlich um halb acht kommen!“ Ren zeigte mir ungeduldig seine Uhr auf der schon mittlerweile viertel vor Acht waren. „ Naja ich hab mich heute leider ein bisschen verspätet, das passiert mir sonst nie. Tut mir leid Morgen bin ich pünktlich“ (Anmerkung ich bin sonst immer pünktlich)“ Jetzt kommen wir zu spät“ seufzte er. Auf dem Schulweg führten wir unsere Unterhaltung von gestern fort. Ich erfuhr von Ren dass seine Eltern beruflich nach Tokyo ziehen mussten und das Ren eine kleine Schwester von 5 Jahren hat und diese abgöttisch liebt. Ich erzähle ihm von meinen älteren Zwillingsbrüdern (18 Jahre) die noch daheim wohnten und im letzten Schuljahr sind. Dann erzählte ich Ihm von meinen Eltern und warum ich so gerne Backe. „ Du backst also hauptsächlich um andere eine Freude zu machen. Nicht um es zu essen? Also magst du deine Backwaren nicht?“ „ Nein nein, so war das nicht gemeint. Ich esse schon was ich Backe nur backe ich so viel…. Ich sähe bestimmt wie eine Tonne aus wenn ich das alles Essen würde.“ Wir musste wieder anfangen zu lachen „ Seit wann spielst du denn Fußball?“ „ Seit meinem 5. Lebensjahr und irgendwann werde ich ein berühmter Fußballer“ prahlte Ren. Wir kamen an der Schule an und der Tag verging wie im Flug, auch die Tage danach vergingen recht schnell. Ren und ich freundeten uns schnell an und verstanden uns immer besser. Ren ging in den Fußballclub unserer Schule und wurde Mitglied bei uns im RPG Club. Das ist ja nichts ungewöhnliches, ich mein wenn man sich versteht verbringt man auch viel Zeit zusammen, aber mit Ren ist das manchmal so ein Problem. Sagen wir es mal so Ren hat eine blühende Fantasy und richtet so manchen Unsinn an.
    Eines Tages kommt er mir kurzen Sachen in die Schule (Mitte März) weil er meint es sei jetzt Sommer und der Frühling ist vorbei, nur dass es den ganzen Tag geregnet hat und er eine Woche später krank im Bett lag. Oder den Tag der freien Uniformwahl (Anfang April), wo er meinte in einem MonkeyD Luffy Kostüm in die Schule zu kommen, weil er das cool fand, die Lehrer eher weniger weil er oben ohne nur mit Weste bekleidet in der Schule saß und er eine Woche später wieder krank war. Oder das Sommerfest als er den Fußballclub dazu anstiftete sich als riesen Bälle zu verkleiden und die Jungs dann von allen Rumgeschubst wurden und er sich dabei den Arm verstaucht hatte, sodass er dann wieder Krank daheim bleiben musste (Irgendwie Endet alles bei Ihm mit Krank daheim zu bleiben). Ihr merkt es also schon mit Ihm gibt es immer viel Rummel und man muss auf Ihn aufpassen wie auf einem kleinen Jungen. Und da wunderst einen wenn ich ausbreche wie ein Vulkan. Aber es macht schon Spaß mit Ihm, man kann immer mit Ihm lachen. Vor allem seine RPG´s lesen sich schön. Er hat viel Gefühl und kann sich richtig in seine Figuren hineinversetzten. Er geht mit viel Fantasy an die Storys dran sodass man bei ihm die Realität aus den Augen verliert. So kam es auch dass er eines Tages von Chuuberichtete. Einem kleinen süßen sprechenden Panda.
  • Ich dachte Chuu sei eine Figur, ausgedacht für eine seiner neuen Geschichte. Doch er hörte nicht auf über Ihn zu reden. Er meinte ständig ich müsste Ihn mal sehen und wir sollten mal zum Fluss hinunter gehen, da käme Chuu her. Ich wollte Ihm nicht glauben und lachte Ihn aus, er und seine überschwängliche Fantasy, aber um Ihn nicht zu enttäuschen ging ich mit zum Fluss. Schließlich war es nicht das erste mall, dass ich seinen Unsinn ausbade. Wir verabredeten uns für nach dem Unterricht und gingen gemeinsam zum Fluss hinunter. „ Du wirst sehen, du wirst Chuu auf Anhieb mögen“ „Jaja“ sagte ich genervt „ Lass uns schnell zu ihm, damit wir das ganze hinter uns haben.“ Am Fluss angekommen, begann Ren etwas aus der Tasche zu kramen. War das junger Bambus? „ Chuuhuuuu, Chuuhuuu….Ich bin es Ren komm raus.“ „ Warum hast du Bambus bei dir?“ fragte ich Ihn, er lächelte mich an „ Chuu ist noch ein kleiner Panda, er isst nur Baby Bambus“ Ich verdrehte die Augen „ Und wo ist dein Chuu?“ „ Einen Moment er kommt erst raus wenn alles sicher ist.“ Ich wurde immer ungeduldiger und auf einmal raschelte etwas hinter uns. „Ren…..? Ren bist du das?“ Eine kleine, leise und hohe Stimme meldet sich aus einem der Büsche. „ Chuu! Da bist du ja, ich habe heute jemanden mitgebracht, dass ist Alice eine sehr gute Freundin von mir“ Verlegen kam tatsächlich kleiner Panda aus dem Gebüsch. „Bist du die Freundin von Ren über die er mir so viel erzählt hat?“ „Ja ja, ich bin Alice und du bist Chuu?!“ stammelte ich vor mir her. Ich konnte es kaum glauben, ich unterhalte mich mit einem Panda! Einem kleinen Baby Panda! Ich sah völlig perplex zu Ren herüber, dieser grinste nur vor sich her „ Siehste, hattest mir nicht gelglaubt.“ „ Wie hast du Ihn gefunden?“ Ich sah zwischen Ren und Chuu „ Chuu hat mich gefunden, ich lief am Wasser entlang um die Sonne zu genießen auf einmal stolperte dieses Fellbündel auf mich zu und fragte wo seine Mama wär.“ Der kleine Panda machte sich voller Freude über den Bambus her. Er war richtig süß, nur etwas dreckig. „ Wo kommst du denn her Chuu?“ „ Ich komme aus dem Immerreich, wurde aber durch ein Unwetter von meiner Mama getrennt!“ „Aus dem Immerreich?“ Ich sah zu Ren, aber dieser verzog nur das Gesicht und die Schultern hoch. Scheinbar weiß er nicht mehr als Ich. „ Was ist denn das Immerreich?“ fragte Ich Chuu. „Das Immerreich ist das Land aus dem Ich herkomme“ Das brachte mich nicht weiter also fragte ich genauer nach. „ Und wie kamst du hierher?“ „ Alle 30 Tage etwa reisen Mama, Papa und Ich in das Land der Menschen, wenn die große Scheibe am Himmel nachts gut zu sehen ist und feiern den Tag der Beständigkeit.“ „Du meinst also den Vollmond?“ Der war vor drei Tagen, seitdem ist Chuualso in unserer Welt. „ Genau meine Mama nennt die Scheibe auch immer Vollmond!?“ „ Und was ist dieses Fest der Beständigkeit?“ „ Wie feiern einmal alle 30 Tage unsere Existenz. Alle Bewohner des Immerreicht versammeln sich hier um zu feiern, dass sie dank der viele Kinder existieren.“ „ Also wie ein Geburtstag!“ Stellte ich fest und Chuu sah mich mit großen Augen an. „ Geburtstag?“ „Ja genau wie ein Geburtstag, wir Menschen feiern einmal im Jahr unseren Geburtstag, also der Tag an dem man geboren wurde.“ „ Also sind alle Menschen am selben Tag geboren?“ „Nein so war das nicht gemeint“ musste ich lachen „Nein jeder Mensch hat seinen eigenen Geburtstag im Jahr, es gibt Menschen die sind am selben Tag geboren worden, aber das ist reiner Zufall. Aber wir feiern diesen Tag, so in etwa wie Ihr eurer Beständigkeits Fest.“ Jetzt war Chuu voll dabei und lauschte mit großen Augen. Der kleine konnte einem wirklich leidtun, wenn er wirklich seit drei Tagen hier war konnte er mehr als ein warmes Bad vertragen. „ Aber sag Chuu, wie wurdest du von deiner Mama getrennt?“ „Wir reisten in euer Land und feierten ausgelassen, jedoch fing ein Unwetter an und als wir uns auf die Schiffe begehen wollten, kam ein Sturm aus und trennte mich von meiner Mama“ Ohje der Arme ich sah zu Ren rüber und er nickte mir nur zu. „ Aber warum bleibst du hier am Fluss? Wartest du darauf dass deine Mama kommt?“ „ Meine Mama hat immer gesagt wenn man verloren geht muss man dort warten wo man sich das letzte mal gesehen hatte.“ „Da ist deine Mama aber eine Schlaue Panda Dame und Sie hat völlig Recht, aber gab es mal eine Situation, dass Ihr ohne euer Fest in unser Land gereist seid?“ „Nein“ begann Chuuweinerlich zu sagen. Wusste ich es doch. Jetzt meldete sich auch wieder Ren zu Wort „ Ich hatte gehofft du kannst Chuuüberreden mit einem zu gehen. Ich wollte Ihn schon am ersten Tag mitnehmen, aber er wollte absolut nicht weg von hier.“ Ich verstand was Ren meinte. Bald begann wieder die Regenzeit und Chuu konnte unmöglich hier im Dreck bleiben. „ Chuu was hälst du von einem heißen Bad? Deine Mama freut sich bestimmt“ Etwas unsicher sah Chuu mich an und ah zu Ren hinüber. Dieser nickte nur und Chuu sah wieder mich an. „ Kann ich denn mit dir kommen Alice?“ Diese Worte würden glaub ich jeden zum Schmelzen bringen, wenn sie von so einem süßem kleinem Panda kommen. „Aber klar doch Chuu“ Ich zog meine Jacke aus und wickelte Chuu in diese, Ren sah ein bisschen perplex zu uns rüber. Ich glaube er war etwas eingeschnappt, da er die letzten Tage Chuu versucht hat zu überreden mit Ihm zu kommen. Wir gingen in Richtung meines Hauses. Dort angekommen wurde Chuu nervörs. „ A-Aber da sind doch nicht noch mehr Menschen oder?“ „Naja meine Familie ist dort. Sie leben mit mir hier“ Plötzlich versuchte Chuu sich los zu strampeln. „Nein ich kann da nicht mir rein. Mama hat mir verboten das ich von Menschen gesehen werde!“ Chuu löste sich aus meinen Armen und lief weg. „ Verdammt“ zischte Ren und rannte hinter her. Auch ich musste erst den Schreck verdauen und rannte dann aber hinter her. „Chuu warte….“ Auf einmal ein Schrei. Ich rannte schneller und stoß beinahe mit Ren zusammen. Der konnte sich vor Lachen kaum auf den Beinen halten. Chuu der so voller Panik war rannte in einen der Gärten und landete Kopfüber in einer Matschpfütze. Vollkommen mit Schlamm und Dreck bedeckt lag er da und fing an zu Weinen. Ich nahm ihn auf den Arm „ Siehst dus! Du Tollpatsch, wärst du nicht weggelaufen, wäre die das nicht passiert. Wir lassen uns was einfallen wegen meiner Familie, aber jetzt machen wir dich erst einmal sauber.“ Chuu wollte gerade was einwenden, merkte aber dass er keine Chance hatte und anfing zu frieren. Daheim angekommen schlich ich mich mit Ren und Chuuhoch in mein Zimmer. Ich bat Ren mit Chuu zu warten und ließ in der Badewanne Wasser ein. Danach holte ich die zwei ab und wir setzten Chuu in die Wanne. Dieser genoss die Badezeit sichtlich und als er draußen und abgetrocknet war schlief er auch sofort im Bett ein. „Der Kleene ist sichtlich fertig“ bemerkte Ren. „ Ja wir sollten Ihn schlafen lassen. Morgen ist ja Samstag da können wir dann besprechen was wir mit Ihm machen.“ So verabschiedeten Ren und Ich uns und verabredeten uns morgen um 10 Uhr bei mir wieder zum Treffen.

    Als der Samstag kam, schob mich ein kleines Fellbündel halb aus dem Bett. Ich rieb mir gähnend die Augen so klein und schon so Platz einnehmend. Ich streckte mich und ging ins Bad um mich fertig zu machen. Auf einmal hörte ich einen Schrei aus meinem Zimmer, verdammt das waren meine Brüder. Schnell lief ich in mein Zimmer zurück. Als ich dahin ankam sah ich meine Brüder auf dem Bett und Chuu auf dem Schoß „ Was macht Ihr zwei hier in meinem Zimmer und was macht Ihr mit Chuu?“ „ So heißt der kleine also.“ Lachend nahm Sota Chuu hoch, warf Ihn nach oben und fing Ihn wieder auf „ Lass das!“ Schrie ich fast, aber Chuu lachte nur und rief „Nochmal!“ „Reg dich ab Alice, wir haben was aus deinem Zimmer rufen hören und wussten dass du im Bad bist, daher sind wir reingegangen, weil wie dachten dass du einen heimlichen Verehrer hier drin hast.“ Suichi streckte mir die Zunge raus. „Trotzdem sollt Ihr nicht einfach in mein Zimmer gehen!“ Ich kochte beinah vor Wut hielt mich aber wegen Chuu zurück. „ Was ist denn hier los?“ Als ob das nicht gereicht hätte stand auch meine Mutter im Türrahmen „ Was ist denn das für ein Lärm am frühen Morgen und was ist…“ Meine Mutter stockte „ Chuu ? Bist du das?“ Ich starrte meine Mutter Fassungslos an, woher kannte sie Chuu? „Ja?“ fragte der kleine Panda und sah meine Mutter an „ Chuu ich binsAmelia, erkennst du mich nicht mehr?“ Der kleine Panda sah sie genauer an, nach einiger Zeir fing dieser an zu straheln„Amelia! Du bist es!“ Chuu löste sich aus Sotas Armen und lief auf meine Mutter zu, diese nahm ihn hoch auf die Arme und drückte Ihn. „Mom woher kennst du Chuu?“ Meine Mutter lachte wie ich sie noch nie hab lachen sehen. „Das ist Chuu, mein erfundener Freund! Ich habe mir Chuu damals mit 5 Jahren ausgedacht und viel Zeit mit Ihm verbracht! Ich dachte nicht dass Ich Ihn je wiedersehen würde.“ Was? Das konnte nicht sein, was sagte Sie da? Sie habe sich Chuuausgedacht? Stimmt hat er nicht gesagt der er aus dem Immerreich stammte und den Tag der Beständigkeit feiert, den Tag den sie als Dank für Ihre Existenz feiern? „ Sag mal Chuuwie alt bist du?“ Chuu sah mich mit großen Augen an „ Ich bin 5 Jahre alt.“ „ Und seit wann existierst du?“ Das konnte ja nicht sein wenn er meine Mutter kannte „ Ich Existiere seit 35 Jahren“ Jetzt war es um mit mir, aber das machte alles einen Sinn. Meine Mutter stellt Ihn sich damals mit 5 Jahren vor und da er in Ihrer Fantasy nicht gewachsen ist blieb er 35 Jahre lang 5.

    Als Ren bei uns vorbeikam, waren wir alles beisammen am Esstisch versammelt, meine Eltern und meine Geschwister und vor allem Chuu. Ren war sehr verwundert, aber ich erklärte Ihm die Situation und er verstand Sie auf Anhieb. „ Was machen wir jetzt mir Chuu?“ fragte ich meine Eltern. „Naja ganz einfach, da Chuu erst wieder in ca. 26 Tagen zurück in seine Welt kann und ich Ihn sowieso besser als jeder hier kenne, bleibt er solange hier bei uns.“ Meinte meine Mutter nur und Chuu war einverstanden.
    Wir unternahmen viel mit Chuu und nahmen ihm die Angst vor den Menschen. Wir nahmen Ihn mit in die Schule wo er und Ren noch mehr unheil zusammen anstellen konnten und ich durfte hinter den beiden sauber machen. Die Tage vergingen schnell und Ich erfahr viel über meine damalige 5 Jähre Mutter. Natürlich freundete sich jeder direkt mir Chuuan und wir erfuhren viel über Ihn. Zum Beispiel liebt er bei uns den Winter, oder Eiscreme (scheinbar gibt es im Immerreich keine Eiscreme, das ist aber schwer zu glauben das dieses Reich von Kindern erschaffen worden ist) Wir erfuhren dass er gern Tanzt und dabei soooo süß aussieht. Außerdem malt Chuu gerne oder sitzt einfach nur im Gras und lauscht dem Wind. Wir verbrachten viel Zeit mir Chuu und als der nächste Vollmond war wurden unsere aller Herzen sehr schwer. Rein, meine Familie, unsere Freunde aus der Schule und ich versammelten uns um Mitternacht am Flussufer und warteten auf die Feiernde Gesellschaft des Immerreicht.
    Um kurz nach Mitternacht öffnete sich ein Magisches Tor und heraus kamen die buntesten Fabelwesen und Gestalten. An erster Stelle natürlich Chuus Eltern die direkt auf Chuuzugelaufen kamen. Auch Chuu fiel seinen Eltern direkt in die Arme und fing an lauthals zu Weinen. Die ganzen Wesen sahen uns Perplex an und wollten schon vor uns fliehen doch Chuu hielt sie auf und erkärte dass Ihm kein Leid zugefügt worden sei bei den Menschen und wir alle Liebevoll und Freundlich seien. Seine Eltern konnten es Ihm nicht so recht glauben, aber als Sie sahen dass wir alle um Chuu Weinten und Sie auch noch meine Mutter erkannten, die Frau die Sie als Kind erschaffen hatte, war jeder Zweifel wiederlegt. Wir feierten in dieser Nacht zusammen das Beständigkeitsfest und Chuu hat uns fest versprochen uns Regelmäßig zu Besuchen. Als die Nacht vorbei war verabschiedeten wir uns alles voneinander und gingen schlafen.

    Jetzt kennt Ihr meine Unglaubliche Geschichte, aber glaubt ja nicht Sie sei zu Ende, ganz im gegenteil. Chuu besucht uns Regelmäßig und stellt mit Ren allerhand Schaberack an und Ich darf es Ausbaden. T.T
    Na gut Ich sag dann mal Sayonara und bis zum nächsten maleure Alice <3
  • Geschichte 7


    Living the Dreams


    Alice und Ren, manchmal war den Beiden gar nicht bewusst, was für ein seltsames Leben sie doch hatten, denn jeder Tag steckte im wahrsten Sinne des Wortes voller Überraschungen bei denen ihr kleiner Freund Chuu selbstverständlich auch nicht fehlen darf. Es hatte eben seine Eigenheiten in einer Welt zu leben, die von Manga, Anime und den sonstigen Vorlieben von vielen Menschen geprägt war.

    Während Alice noch am Aufwachen war spürte sie eine feuchte Zunge an ihrer Wange. Chuu, eindeutig hatte sich der kleine Panda in der Nacht mal wieder zu ihr ins Bett geschlichen um zu schmusen. Irgendwie hatte sie heute gar keine Lust zum Aufstehen, aber dennoch zwang sie sich dazu die großen blauen Äuglein zu öffnen.
    Abgesehen von dem Panda, der sie immer wieder mit seinem Kopf anstupste konnte sie kaum erkennen wo sie hier war. Vor ihrem Bett waren Vorhänge. Na toll, dann musste sie ja wirklich aufstehen um herauszufinden wo sie hier gelandet war.
    Fast schon vorsichtig schob sie den schweren Stoff beiseite nur um festzustellen, dass um sie herum auch noch andere Betten waren. Alles war in rot und gelb und immer wieder sah sie Löwenabbildungen. Eindeutig! Sie war hier in Hogwarts gelandet. Freudig schnappte sie sich Chuu der noch immer auf dem Bett lag und wieder versucht hatte sich unter das Kissen zu verziehen und hielt ihn sich direkt vors Gesicht. „Guten Morgen Chuu, du hast mich genau richtig geweckt! Komm mein kleiner Liebling wir gehen jetzt frühstücken.“ Dabei hob sie den Panda begeistert hoch und drehte sich im Kreis.
    Natürlich erweckte das auch die Aufmerksamkeit eines anderen Mädchens im Schlafsaal. Diese schaute Alice jedoch nur schlaftrunken an und musste sich wohl denken, dass sie noch träumte. Kurz danach hatte Alice sich schon die Schuluniform angezogen. Naja, sie mochte einheitliche Uniformen an sich nicht sonderlich, da diese sie in ihrem modischen Einfallsreichtum einschränkten, aber für diese Uniform machte sie eine Ausnahme. Sie war einfach zu glücklich in Hogwarts zu sein.
    Dem Panda legte sie ein neues rotes Halstuch an und bedauerte es ein wenig, dass der Kleine jede andere Farbe ablehnte und Löcher in die Tücher fraß. Aber an dieser Kleinigkeit konnte sie nichts ändern.
    Überschwänglich ging sie die Treppe herunter und traf auf ihren Bruder Ren. Dieser begrüßte sie selbstverständlich mit einem frechen Grinsen und einem ebenso frechen Kommentar. „Na Schwesterherz, scheint als wärst du auf Wolke Siiiieeeben.“ Meistens setzte Ren diese Stimme auf um sie damit zu ärgern, dass sie Probleme hatte Jungs anzusprechen, aber dieses Mal hing es nur damit zusammen, dass er genau wusste, wie sehr sie für die Schule für Zauberei schwärmte. Daher folgte er ihr bereitwillig in die große Halle wo sie fast schon eilig ihr Frühstück einnahmen.
    Dabei machte Alice eine große Ausnahme und setzte Chuu, den sie die Treppen heruntergetragen hatte auf dem Tisch ab, damit er frei von den Köstlichkeiten schlemmen konnte. Sie selbst schnappte sich einen Toast, butterte ihn und strich ordentlich Marmelade darauf. Dabei hatte sie noch immer dieses breite Grinsen im Gesicht.
    Ren dagegen saß ihr gegenüber und drückte sich ein wenig auf den Oberschenkeln herum. „Warum um alles in der Welt mussten wir in Gryffindor landen? Ich glaube das ist das Haus bei dem man am meisten Treppen laufen muss.“ Er nahm sich ebenfalls einen Toast und gestikulierte mit diesem herum. „Sieben Stockwerke. Wie soll man so etwas den auf Dauer aushalten?“ Aber Alice hörte ihrem Bruder fast nicht zu. Lieber beobachtete sie das treiben in der großen Halle und wie immer wieder durch Zauberhand neues Essen auf den Tisch gelangte.
    Das hier war eine Welt, die für sie einfach pure Magie und Glück ausstrahlte, daher wollte sie es mit vollen Zügen in sich aufnehmen und genießen. Dazu gehörte aber auch, dass sie den kleinen Panda überreden musste das Honigglas auf dem Tisch stehen zu lassen, als sie sich schließlich auf den Weg zum Unterricht machen mussten. Dabei versuchte Alice streng zu sein und Chuu von selbst dazu zu bewegen das Glas wieder auf den Tisch zu stellen, aber da funkte ihr Ren dazwischen indem er den Panda mitsamt Glas auf den Arm nahm und sich auf den Weg machte. „Komm schon Alice, du kleine Streberin willst doch bestimmt nicht zu spät zur Flugstunde kommen. Heute steht ein Parcours auf dem Programm.“ Dabei beobachtete Alice fast schon leidlich wie Chuu seine kleine Schnauze wieder in das Honigglas steckte und dann grinste. Sie musste sich eingestehen, dass er diese Runde gewonnen hatte, aber das würde der kleine Bär bald schon zurückbekommen.
    Sie fing an zu joggen um wieder zu Ren aufschließen zu können, denn er hatte Recht gehabt, sie wollte keinesfalls zu spät kommen. Sie kannte das Gefühl zu Fliegen bereits. Einmal waren Ren und sie in einer Elfenweld aufgewacht und hatten dort ihren Spaß gehabt mit den Flügeln, aber das Gefühl auf einem Besen würde bestimmt ein ganz anderes sein. Daher holte sie mit voller Begeisterung den Schulbesen ab und stellte sich ordentlich hin um die Aufgabe zu hören.
    Sie stellte sich vor, wie einfach es doch sein würde diesen Parcours, der durch Ringe und um Fahnen herum führte zu meistern, musste dann aber zu ihrem entsetzten feststellen, dass sie anscheinend keine sonderliche Begabung für das Fliegen an sich hatte. Ihr Bruder hingegen war schon in der Luft und drehte erste große Runden um die Fahnen herum. Leidlich blickte sie zu Chuu, der mit seinem Glas auf dem Boden geblieben war und sprach mit vollem Selbstbewusstsein zu ihm. „Ich schaff das! Wenn Ren das schafft werde ich es ja auch hinbekommen.“
    Dabei musste sie feststellen, dass der Panda sie um einiges uninteressanter fand als den Honig und nur kurz zu ihr aufblickte. Aber das reichte Alice. Mit vollem Elan setzte sie sich erneut auf den Besen und stieß sich kräftig vom Boden ab. Wahrscheinlich zu fest wie sie mit weit aufgerissenen Augen feststellte, als sie in der Luft war und weit über den anderen zum Halten kam. Als sie nach unten blickte wusste sie nicht mehr ob sie Höhenangst hatte oder nicht, aber wer würde bei so etwas nicht leicht in Panik geraten. Daher klammerte sie sich an den Besenstiel, dass das Weiße an ihren Fingerknöcheln zum Vorschein kam und versuchte sich zu entspannen während sie sich umschaute. An sich war die Aussicht hervorragend von hier aus. Sie konnte sich um 360° drehen, hatte keine Wände oder Scheiben die sie in ihrer Sicht beschränkten und das Gelände von Hogwarts war wirklich nicht zu verachten. Alles war schön grün und weit und breit konnte man nichts anderes sehen als die Schule, den Wald und hüglige Flächen. Es war wirklich schön. Sie träumte ein wenig vor sich hin.
    In den 6 Jahren, die sie jetzt schon dieses verrückte Leben hatte war dies hier eindeutig eine ihrer Lieblingswelten. Aber mit ihren 14 Jahren war sie sich sicher, dass es noch viel mehr zu entdecken gab. Wobei ihr einfiel, dass sie eigentlich schon älter als 14 sein müsste. Das mit der Zeit war wohl so eine Sache. Zu Beginn dieses riesigen Erlebnisses hätte sie nie damit gerechnet so etwas Niedliches wie Chuu zu finden, der die Zwillinge immerhin schon seit 2 Jahren begleitete. Damals hatten sie ihn als Pandajunges gefunden und sich sofort in ihn verliebt und auch angefangen ihn groß zu ziehen, da sie weit und breit seine Mutter nicht finden konnten. Der Kleine Panda war seitdem zwar nicht wirklich gewachsen, dennoch wollte sich Alice eine Zeit ohne ihn nicht mehr vorstellen.
    Noch während sie die Landschaft genoss und in ihren Gedanken schwelgte wurde sie von der Lehrerin angeschrien sie solle keine Löcher in die Luft starren sondern die Aufgabe erledigen. Mit einem Seufzen drehte sie sich mitsamt dem Besen daher in die Richtung, in der sich der Start befand. Natürlich konnte sie von hier oben aus starten, ihr blieb sogar nichts anderes übrig, da sie befürchtete direkt auf ihrem Po zu landen, wenn sie versuchte zu sinken, aber die Höhe fing doch an ihr Angst zu machen als sie ihr Ziel anvisierte und dabei auch den Boden unter sich sah. Kaum hatte sie diesen Gedanken zu Ende gebracht und sich etwas nach vorne gebeugt legte der Besen schon einen blitzartigen Start hin. Sie konnte im Augenwinkel die Ringe erkennen, durch die sie hätte fliegen sollen, aber da war es schon zu spät. Mit einem lauten Krachen landete sie in dem alten Schuppen wo die Besen eigentlich gelagert wurden.
    Zu ihrem Glück oder Pech, je nachdem wie man es nahm, hatte sie den halben Schuppen eingerissen und war auf einigen Brettern gelandet. Ihr schmerzte der Kopf und der Besen lag neben ihr als wäre nie etwas gewesen. Sie war noch immer der Meinung das Hogwarts toll war, nur eben der Flugunterricht nicht. Als Ren nach wenigen Sekunden neben ihr landete bemerkte sie sein entsetztes Gesicht und fühlte wie etwas Warmes an ihrem Gesicht herunterlief. Kaum hatte sie das Realisiert war sie schon in Ohnmacht gefallen.
  • Ren schreckte auf und blickte sich um. Natürlich waren sie jetzt woanders gelandet und sicherlich würde es Alice auch gut gehen. Als er sich zurückerinnerte musste er ja schon darüber lachen, wie sich seine Schwester angestellt hatte. Bestimmt hatte sie noch nicht einmal mitbekommen, dass sie geschrien hatte. Dabei hätte er es ihr durchaus gegönnt, dass sie noch länger an der Schule für Zauberei geblieben wäre, aber jetzt musste er in seine Routine zurückkommen und feststellen wo er war. Dabei stellte er natürlich zuerst fest, dass Chuu bei ihm geblieben war und nun das Kissen mit seiner Honigschnauze vollsabberte. 
    Auf einem kleinen Tisch entdeckte er schnell sein Cap und setzte dieses auf. Dabei war ihm vollkommen egal ob seine Haare gekämmt waren oder nicht. Er brauchte jetzt sein Cap um sich wohl zu fühlen. Was er eigentlich immer brauchte und fast einmal eine Panikattacke bekommen hätte, als Alice sich das Cap genommen hatte um einen Fleck zu entfernen, ohne ihm etwas davon zu sagen. 
    Nun wieder glücklich nahm er daher den schlafenden Panda auf den Arm und versuchte aus dem Zimmer schau zu werden. Dieses gab ihm jedoch wenige Hinweise wo er hier war. 
    Der kleine Chuu hingegen gab ihm einen großen Hinweis, oder eher gesagt der grüne Balken der sich über ihm befand. Sie waren also in einem Game. Das war eindeutig nach seinem Geschmack daher dachte er noch einmal genau nach und schaute in den Spiegel, den er in der Schranktür versteckt gefunden hatte. 
    Sein Cap war natürlich noch immer da, das waren eindeutig seine Augen und sein Gesicht und den Kleidungsstil konnte er mit Sicherheit nur einem einzigen Game zuordnen. Er war hier in SAO, Sword Art Online, gelandet. Freudig ging er daher aus dem Zimmer, das er nun eindeutig als Gästezimmer einer Taverne einordnen konnte und traf im Schankraum auf Alice. Diese hatte sich bei der Farbauswahl ihres Outfits wohl sichtlich ausgetobt, denn seine Schwester hatte typische SAO Kleidung in Orange mit Schleifchen und übergroßem Modegürtel an. Typisch sie eben. Seine eigene Kleidung war passend zu seinen Haaren und Augen gestaltet. So fand er selbst schien er recht unauffällig, obwohl die Haarfarbe an sich ja nicht gerade häufig war. 
    Als er sich setzte klappte Alice ihr Menü zu und musterte ihn. „Hab ich recht in der Annahme, dass du irgendeine Bestie zur Strecke bringen willst?“ Natürlich kannte seine Schwester ihn nur zu gut, daher grinste er sie breit an. „Natürlich will ich irgendetwas Großes platt machen. Oder musst du dich etwa noch schonen?“ Dabei bekam er einen bösen Blick aus ebenso blauen Augen wie seinen zugeworfen. „Ja, ich habe Kopfschmerzen. Die Flugstunde hat mir eindeutig nicht gelegen. Aber das heißt bestimmt nicht, dass ich dich alleine hier herumlaufen lasse.“ Natürlich würde sie immer an seiner Seite sein. Wozu waren sie denn Geschwister in dieser verrückten Welt? Eindeutig um solche Abenteuer miteinander zu erleben. 
    Als der Blick von Alice jedoch auf Chuu fiel, der noch immer in Ren’s Armen lag und schlief verzog sie das Gesicht und schnappte sich ein Tuch und legte den Panda vor sich auf den Tisch. „Na toll und Chuu hat noch immer den Honig im Fell.“ Dabei versuchte sie so viel Honig wie möglich mit dem Tuch zu erwischen. Leidlich stellte sie fest, dass der Kleine wohl oder übel in die Badewanne gesteckt werden musste, wofür gerade nur keine Zeit war. 
    Da Ren bewusst war, dass Alice nun mit Chuu beschäftigt war machte er sich daran das Frühstück für sie beide zu besorgen. Als er es auf dem Tisch abstellte wurde der kleine Panda selbstverständlich wach. Wie könnte er auch nicht auf den Geruch von Essen reagieren. Jedoch wurde er bei der ersten Regung schon von Alice auf den Boden gesetzt. Das war wohl ihre Art ihn zu bestrafen, denn der Panda streckte sofort die Arme nach oben, versuchte sich größer zu machen um das Essen zu erreichen und versuchte am Bein seiner Schwester hinaufzuklettern. Aber Chuu war eben ein viel zu klein geratener Panda der alleine einfach keine Chance hatte einen Stuhl oder gar einen Tisch zu erklimmen. Als das alles nach einigen Minuten aber keinen Erfolg gezeigt hatte setzte sich Chuu an Ren’s Bein und schmuste sich daran. 
    Der Junge hatte davor schon lange angefangen sich durch das Menü zu drücken und mit seiner Schwester den Tag zu besprechen. „Was hältst du davon, wenn wir auf dieser Ebene einen Riesenmolch plattmachen.“ Dabei war er mal wieder wild mit den Händen am Gestikulieren was von Alice jedoch kaum beachtet wurde.  Diese griff sich einfach leidlich an den Kopf. „Wenn es sein muss. Versprich mir aber bitte, dass es nicht gefährlich ist.“ Natürlich versprach Ren ihr das, wusste gleichzeitig jedoch auch, dass er auf jeden Fall Action haben wollte. 
    In der Zwischenzeit hatte sich Alice schon über die Bonbons her gemacht die in ihrem Beutel waren, da sie die Vermutung hatte, dass sie davon so viele essen konnte wie sie wollte, da das hier alles virtuell war. Er selbst machte sich lieber über einen Eintopf her, wobei er nicht schlecht darüber staunte, wie gut es doch schmeckte. Egal ob das hier virtuell war oder nicht, er wollte sich gestärkt auf den Weg machen. Daher schnappte sich Ren direkt nach dem Essen den kleinen Chuu und schritt voran. Alice folgte ihm zwar eher widerspenstig, aber sie würde zu ihm stehen, so wie er immer zu ihr stand. 
    Als sie das helle Gebiet erreichten staunte Ren nicht schlecht. Hier war alles so groß und dennoch passte es. Die drei gingen auf einem Weg, der zu beiden Seiten mit klarem Wasser umgeben war und zu einer runden Plattform führte. Dort würden sie auf ihren Gegner treffen. Auf dem Weg kreuzten immer wieder kleine Molche ihren Weg und krochen teilweise sogar über ihre Füße. Ren machte das natürlich nichts aus, aber Alice hatte beim ersten Molch kurz aufgeschrien und ein angeekeltes Gesicht gezogen. 
    Gespannt trippelte Ren ständig vor und zurück. Er freute sich riesig darauf ein Monster zu besiegen und er wurde auch nicht enttäuscht. Kaum hatten sie die Plattform betreten hörte er ein lautes Rumsen und auf der gegenüberliegenden Seite verlies ein bestimmt 4 Meter großer Molch das Wasser. Freudig zog er sein Schwert, welches er zuvor angelegt hatte und warf seiner Schwester noch einmal einen begeisterten Blick zu. Diese hatte eher wiederwillig zur Waffe gegriffen und folgte ihm nun, nachdem er Chuu am Rand der Plattform abgesetzt hatte. Ren versuchte sämtliche Skills die das Spiel hatte zu nutzen und beschleunigte daher unglaublich schnell und landete die ersten Schwerthiebe perfekt auf den Kopf des Molchs. Als er zurückwich war sofort Alice an ihm vorbeigehuscht und schlug mit ihrem Schwert drauf los. So gingen sie mehrere Male vor, aber Ren kam es so vor, als würde es viel zu lange dauern, bis sie den Molch auch nur annähernd in den gelben Bereich gebracht hatten. 
    Zu seinem Schreck drehte sich das Ungetüm nun um und holte mit seinem Schwanz aus. Er hatte nicht mit einem solchen Angriff gerechnet und war daher zu überrascht um auszuweichen. Dasselbe war auch mit Alice der Fall gewesen. Auf dem Boden liegend fiel sein Blick nun zum ersten Mal während des Kampfes auf den Panda, den er in Sicherheit abgesetzt hatte. Hätte er früher schon hingeschaut hätte er beobachten können, wie Chuu versuchte seine beiden Freunde anzufeuern und selbst mit Armen und Beinen Kampfmoves durchführte. Sicherlich hätte dieser Anblick sowohl Ren als auch Alice gefallen, aber jetzt hatten sie einen Chuu vor sich, der auf sie zugestürmt kam und einen festentschlossenen Blick hatte. 
    Unter virtuellen Schmerzen versuchte Ren aufzustehen, was ihm aber nicht gelang. So konnte er nur zusehen, wie der kleine Panda auf den Molch zu rannte. Kurz vor diesem setzte Chuu zu einem hochakrobatischen Sprung an und verpasste dem Ungetüm einen Tritt zwischen die Augen. Zu seinem Erstaunen war zu beobachten wie der Lebensbalken des Molchs immer weiter sank. Kopfschüttelnd schaffte Ren es endlich aufzustehen und half dann auch Alice. Sie blickten sich nur kurz an und rannten dann ebenfalls wieder auf den Molch zu. Gemeinsam mit Chuu schafften sie es schließlich genügend Treffer zu landen. Freudestrahlend klickten sie die Messages weg, die vor ihnen auftauchten und die Geschwister fielen sich glücklich in die Arme. 
    Natürlich hatte Alice dennoch etwas zu meckern. „Von wegen ungefährlich. Wäre Chuu nicht gewesen hätten wir echt ein Problem gehabt.“ Dabei lies sie von ihrem Bruder ab und beugte sich zu dem besagten Panda um ihn auch einmal ordentlich durch zu knuddeln. Dabei sprach sie, wie man eben mit Tieren sprach. „Ja Chuu, das hast du ganz toll gemacht.“ Darüber konnte Ren zwar nur den Kopf schütteln, aber dennoch war er glücklich. Das hier war mal wieder ein richtig schöner Tag gewesen, den er mit seiner Schwester und Chuu verbringen konnte und dieses Mal endete er sogar nicht damit, dass jemand Ohnmächtig wurde. 
    So gingen sie zurück in die Stadt und genossen einfach ein wenig diese Welt. Dabei sollte aber nicht unbemerkt bleiben, dass Chuu den Rückweg selbst zu Fuß zurücklegte und dabei immer wieder herumsprang und die Moves vorführte, welche er im Kampf gegen den Molch eingesetzt hatte. Als Alice ihn auf das Bad aufmerksam machte, welches ihm noch bevorstand versuchte sich der Panda hinter Ren zu verstecken. Die drei waren eben ein eingespieltes Team und das würden sie morgen in irgendeiner anderen Welt in der sie dann aufwachten auch wieder zur Schau stellen.
  • Hallo ihr lieben,
    auf Grund der Leder sehr geringen Teilnahme am Voting wurde dieses noch einmal bis eine de Monats verlängert. 10 Stimmen sind einfach zu wenig um die Meinung eines Forums mit über 1000 Mitgliedern zu vertretene...

    deswegen an alle: noch einmal kräftig abstimmen!!!