Unbelievable [Earinor & vrthnkng]

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Unbelievable [Earinor & vrthnkng]

      Dunkel... so dunkel...
      "Charles..."
      Wo bin ich?
      "Mach die Auge auf..."
      Mh... gute Idee. Was... wo...
      "Charles hilf mir..."
      Wer... Ann...?
      "Wo bleibst du...?"
      Ann...?
      "Mir ist kalt..."
      Warte! Bleib stehen!
      "Wo bleibst du?"
      Lass mich nicht allein!
      "Du hast mich alleine gelassen..."
      Halt! Nein! Ich kann dich nicht sehen! Wo bist du? Ann! Ann!

      Charles schreckte auf als er ein Klopfen hörte. Er schlug die Augen auf, sein Herz schlug wie wild und er blinzelte der Sonne entgegen die nur durch einen Spalt in seinem Vorhang auf sein Gesicht schien. Das große Bett in dem er lag, gesäumt von Kissen und mehreren Decken, ja das war seines, nicht wahr? Er war schon lange kein Kind mehr, er hatte das Waisenhaus schon lange verlassen, er war erwachsen und alles in diesem Raum gehörte ihm. Das weiche Bett, die teure Einrichtung, die edle Kleidung in seinem Schrank. Es gehörte ihm und doch war er nicht zufrieden, sollte es nicht auch seiner Schwester gehören, der Schwester an deren Gesicht er sich gar nicht mehr erinnern konnte?
      "Ann...", murmelte er, als wäre ihm erst im Traum wieder eingefallen wie sie eigentlich geheißen hatte, aber das Gesicht war fort, da war nur dieser Schatten der an ihrer Stelle stand und mit ihrer Stimme sprach, zumindest glaubte er, dass ihre Stimme so geklungen hatte. Erneut klopfte es und Charles drückte sich in eine sitzende Position.
      "Ja.", tönte es aus seiner Kehle und die Tür wurde kurz darauf geöffnet. Charles wischte sich mit dem Ärmel etwas Schweiß aus dem Gesicht und rutschte mit dem Hintern nach hinten, um sich hinten an dem Bett anlehnen zu können. Herein trat ein junger Mann, etwa in Charles Alter, vielleicht etwas jünger. Er trug einen Anzug der keine einzige Falte hatte und die Morgenzeitung unter dem Arm. Dass Charles noch einmal in seinem Leben lesen gelernt hatte grenzte beinahe an ein Wunder, wenn man bedachte, dass er schon fast volljährig gewesen war, als er es sich selbst beigebracht hatte.
      "Sir, die Kutsche wird in einer Stunde bereit stehen.", verkündete der junge Mann und trat näher um die Zeitung auf dem kleinen Nachttisch neben dem Bett abzulegen. Charles nahm sie auf, war immer noch nicht gänzlich wach und mit seinem Traum beschäftigt und überflog erst einmal die Überschriften.
      "Die...? Ach ja.", fragte er entsann sich aber noch selbst was heute auf dem Plan stand.
      "Ein Bad ist vorbereitet, falls Sie sich noch frisch machen möchten."
      "Mhm.", entgegnete er geistesabwesend.
      "Sir?"
      "Ja?" Nun blickte er wieder von der Zeitung auf.
      "Sind Sie sicher, dass ich Sie nicht begleiten soll?"
      "Es ist alles vorbereitet?"
      "Ja natürlich Sir."
      "Dann bin ich sicher."
      Der Mann der eben herein gekommen war, war sowas wie Charles Mädchen für alles, er machte Besorgungen, wies das Hausmädchen an, sorgte für frische Kleidung, Termine und so weiter, während Charles sich um kaum etwas selbst kümmern musste, dennoch nahm er ihn nie mit zu seiner Arbeit, er mochte es nicht jemanden dabei zu haben, der ihn so gut kannte, der womöglich dahinter kommen könnte, dass die einzigen Geister die er sehen konnte die waren, die ihn in seinen Träumen verfolgten. Dieses Mal jedoch war es anders, Charles hatte sich ein Zimmer in einem schäbigen Dorf am Rande Londons gemietet und würde mehr als nur einen kurzen Hausbesuch machen, dennoch kam er prima alleine zurecht, er hatte es jahrelang geschafft, auch wenn keiner ahnte, dass er einmal auf der Straße gelebt hatte.
      "Dann nehme ich jetzt ein Bad."
      "Wollen Sie danach noch frühstücken?"
      "Nein danke." Charles konnte nie etwas essen, wenn er einen seiner Träume gehabt hatte die jedoch all zu schnell verblassten um Informationen aus ihnen zu ziehen. Alles was zurück blieb war ein pochendes Herz und ein unangenehmes Gefühl in der Magengegend, das ihm den Appetit versaute. Er hatte lange keinen dieser Träume mehr gehabt und hatte sich darüber gefreut, auch wenn seine Träume der einzige Ort waren, an dem noch etwas von seiner Schwester übrig war. Wenn es um sie ging, dann war er immer noch der kleine Junge von früher, der sich nichts mehr wünschte als eine Familie, seine Familie - seine Schwester.

      Nachdem Charles ein schnelles Bad genommen und sich angezogen hatte, stolzierte er schon zur Tür, während ihm ein Hausmädchen noch an den Haaren herum fummelte. Die Kutsche stand bereit und Charles verschwand daran, er würde wohl erst in ein paar Tagen wieder hier sein. Die kutsche setzte sich in Bewegung und durchquerte die gepflasterten Straßen Londons, bis alles was noch übrig war eine matschige, alte und unbefestigte Straße war. Es war noch relativ früh am Morgen und der Nebel hing dicht über dem Boden und dem angrenzenden Moor. Wohin er unterwegs war? In ein kleines Dorf dessen Namen sich niemand merkte, so unbedeutend war es, dort war ein Mädchen verschwunden, ein kleines Kind und niemand wusste wo sie abgeblieben war. Charles blickte aus dem Fenster und konnte sich schon denken, dass sie irgendwo in diesem Moor herum trieb und vermutlich niemals gefunden wurde, aber selbst wenn er diesen Fall nicht lösen konnte und seinen Ruf damit schädigte, es war etwas persönliches das ihn hier hin trieb. Ein unschuldiges Kind das verschwunden war sollte niemand ignorieren, egal wie reich oder arm es war. Scotland Yard interessierte sich nur dafür, weil sie seit geraumer Zeit als inkompetent bezeichnet wurden und weil ihnen vorgeworfen wurde, dass sie sich für die einfachen Bürger sowieso nicht interessierten, dass sie jemanden schickten und sogar Charles um Hilfe gebeten hatten war ein einziger Werbegag und trotzdem hatte Charles zugesagt ohne nach Einzelheiten zu fragen. Er wusste wie man Spuren las, wie man Dinge entdeckte die nicht jedem als wichtig erschienen, wie sonst sollte er seine Kunden um den Finger wickeln und ihnen scheinbar Informationen mitteilen können, von denen er gar nichts wissen konnte? Er wollte dieses Mädchen finden und sein Schauspiel dabei durchziehen, das war er allen Straßenkindern dieses Landes schuldig und er hoffte, dass das Mädchen noch lebte. Angeblich war sie schon tot, zumindest behaupteten einige Dorfbewohner ihren Geist gesehen zu haben, aber auch dem würde Charles auf den Grund gehen. Wenn er eines wusste, dann das Geister nicht existierten. Als die Kutsche plötzlich hielt sah Charles noch einmal aus dem Fenster, ehe die Tür aufgemacht wurde.
      "Wir sind da.", teilte der Kutscher mit und der rothaarige, junge Mann erhob sich um auszusteigen. Skeptisch blickte er auf die matschige, unbefestigte Straße, dann sah er sich um und entdeckte niemanden in diesem schiefen, leergefegten Dorf.
      "Seit das Mädchen verschwunden ist, wagt sich kaum noch jemand vor die Tür. Wir haben keine eigenen Gesetzeshüter, niemand fühlt sich sicher, wir sind froh, dass jemand geschickt wurde.", erklärte der ältere Mann der darauf bestanden hatte Charles selbst abzuholen. Der Roothaarige nickte und setzte ein Lächeln auf.
      "Machen Sie sich keine Sorgen, wir werden schon heraus finden was hier passiert!", lächelte er zuversichtlich und überwand sich schließlich in den Matsch zu steigen. Seine Stiefel waren sofort dreckig, aber damit musste er wohl leben. Er stapfte los und bei jedem Schritt versanken seine Füße im Dreck und lösten sich bei jedem Schritt mit einem leisen 'flock' aus dem klebrigen Schlamm. Der alte Kutscher machte sich gleich daran Charles Gepäck auszuladen und achtete zum Glück darauf es nicht auf den Weg - wenn man es so bezeichnen konnte - zu stellen.
      "Ist der Herr Inspektor schon da?", fragte Charles und hob seinen Fuß an um die dreckige Sohle seines Stiefels zu begutachten, die konnte er wohl wegwerfen, wenn er hier fertig war. Sein Leben im Dreck war eigentlich vorbei, er hatte das alles hinter sich gelassen und unter normalen Umständen würde er so einer armen Familie gar nicht helfen, aber nun war er hier, weil dieses Mädchen, genau wie seine Schwester, scheinbar plötzlich und ohne Grund verschwunden war.
      "Er sollte jeden Moment hier sein."
      "Gut, dann warte ich drinnen auf ihn, wenn Sie gestatten.", erklärte Charles und stapfte weiter auf die Tür seiner vorübergehenden Unterkunft zu, na das konnte ja heiter werden. Das Gebäude war nichts weiter als eine schäbige Holzhütte. Unten befand sich eine kleine Schenke, von der Charles sich fragte, wie diese überhaupt über die Runden kam, oben waren wohl zwei Zimmer frei, eines für ihn und eines für den Beamten von Scotland Yard. Charles hatte nichts gegen Polizisten, aber besonders nützlich hatte er sie noch nie gefunden, sie waren eher Verschwendung von Steuergeldern, trotzdem wollte Charles mit ihm zusammen arbeiten, solange es um das Leben eines kleines Mädchen ging. Deshalb wartete er auch noch damit wichtige Fragen zu stellen, um dem Mann nicht irgendwo vorzugreifen. Als Charles gerade die Tür zu der Schenke öffnete, weil er nicht damit rechnete, dass das jemand für ihn machte, hörte er ein plumpsendes Geräusch hinter sich und drehte sich um.
      "Sir! Es tut mir so Leid! Ich werde das sofort säubern lassen!", entschuldigte sich der ältere Herr, dem eine der Taschen aus der Hand und in den Matsch geplumpst war.
      "Schon gut, ist ja nur eine Tasche.", lächelte Charles und seufzte innerlich. Oje.

      @vrthnkng
    • Ein dumpfes Geräusch an der hölzernen Tür brachte die Familie im Hausinneren aufzuschrecken und hellhörig zu werden, um sogleich in den frühen Morgenstunden neugierig aus dem Fenster zu sehen und des Störenfrieds Gesichtszüge zu erkennen, die sich doch zu unzähligen möglichen Uhrzeiten vor dem Hause erblicken ließen. " Ich bins, macht auf. ", brauchte es nur von der Außenseite der Tür zu ertönen, um eines der jüngsten Kinder zum Aufmachen zu ermutigen. Das Mädchen öffnete die Tür erstmals zu einem Schlitz, um mit ihrem einen Auge durch diese hindurch zu spähen. Erst als sich sie sich sicher war, dass ihr die im Kopf ausgemalte Person wirklich vor der Hausfassade stand. Einen Wort verlor sie jedoch weiterhin nicht, zumindest bis sie die Tür weit öffnete und selbst Platz machte, um der Person den Eintritt zu bewilligen. " Was machst du denn so früh schon hier, Nathan? ", fragte sie nun, sah dem jungen Mann beim Vorbeiziehen zu und hatte nicht lange mehr gezögert in dem gewebten Korb zu stöbern, kaum war dieser vom Mann mit den Koffern abgestellt worden. Die sauberen Schuhe wurden sogleich daneben abgestellt, war er aus diesen herausgeschlüpft, der Mantel wurde anbehalten. " Ich wollte mich verabschieden, ich werde für die nächsten Tage verreisen. ", erklärte Nathan seiner jüngsten Schwester seine frühe Ankunft, um sie bereits mit einer festen Umarmung zu begrüßen. Sie war noch in ihrem Schlafanzug, hatte vermutlich noch nicht die Motivation darin gefunden den Tag wirklich beginnen zu lassen, ganz anders wie es bei dem Inspektor war. Da er sich zuvor nicht um seine Abreise kümmern konnte, wurden die letzten Besorgungen und das Kofferpacken an diesem Morgen gemacht, gleich bevor er sich wieder daran machte, seiner Familie den Alltag zu erleichtern. Von der gesprochenen Familie war jedoch kaum etwas zu sehen, mit dem Voranschreiten durch den Flur konnte er das leere Wohnzimmer wahrnehmen und hatte er dieses zum Betrachten betreten, bereits das warme Licht aus der Küche. Nathans Schwester hatte mit dem Einkauf ihres Bruders den Korb hinter sich hergezogen und schon nachgefragt, wo die Reise ginge und warum diese überhaupt veranstaltet wurde, doch er erzählte ihr keine Details, sprach lediglich vor ihr über einen Diebstahl, den er sich anzusehen hatte. Übers Herz konnte Nathan es nicht bringen, seiner kleinen Schwester über ein ähnlich kleines Mädchen zu sprechen, welches spurlos verschwunden war und wessen Chance noch am Leben zu sein, als ziemlich gering geschätzt werden konnte. Bloß seine älteren Geschwister wussten Bescheid, seine Mutter doch sowieso, die er mit dem Sehen in eine herzhafte Umarmung zog. Wie so zu jedem Fall dessen Gewaltgrad zu höheren Verbrechen angehörte, erstrahlte in den Augen der älteren Dame nichts als pure Sorge um ihren einst so kleinen Jungen, den sie sich immer noch vor Augen hielt. " Ich werde nicht lange bleiben können, die Kutsche wird hier schon bald ankommen.. Im Korb sind ein paar Besorgungen- " " Und eine Puppe! ", lächelte seine Schwester schon über beide Wangen, als sie mit dem Korb wieder stehen blieb und auspackte. Nathan selbst konnte sich das Lächeln nicht mehr verkneifen, wollte die versteckte Puppe doch hinunterspielen bis er wieder aus dem Haus war. Doch reichte die Zeit wohl nicht dafür aus, um weiter zu sprechen. Es klopfte schon wieder an der Tür, das Ankommen der Kutsche wurde gemeldet, während Nathan zu den letzten Umarmung eilte, um niemanden auszulassen. Mit jedem wurden die letzten Minuten ein kurzes Gespräch geführt, ehe er zu seinen Schuhen lief und wieder in diese hineinschlüpfte. " Sei vorsichtig! ", rief man aus der Küche und winkte im Türrahmen hinterher, bis der Mann aus dem Sichtfeld verschwand.

      Geradewegs führte sein Weg zu der registrierten Kutsche und mit einer Begrüßung ist er in diese eingestiegen, bloß um mit dem nächsten Augenaufschlag seinen Chef zu erblicken. " Officer.. ", zögerte der junge Mann seine Begrüßung aus purer Verwirrtheit, schließlich erwartete er eine leere Kutsche, in der er sich die letzten Momente noch sammeln konnte. " Ich bleibe keine lange Zeit, Inspektor Bane. Ich fahre eine kurze Strecke mit, ich habe mit Ihnen noch zu sprechen. " Ein Gespräch war nie gut, das brauchte ihn nicht mal mehr das schneller schlagende Herz vorzugaukeln. Mit einem Nicken setzte er sich gegenüber seinen Mitfahrgesellen, gab dem Kutscher währenddessen das Zeichen, loszufahren. Es wurden ernste Blicke ausgetauscht, die sich gar nicht erst unterbrachen ließen, selbst mit dem Beginn der trabenden Geräusche der Pferde nicht. Wenige Momente blieb es still, ehe sich der ältere Herr räusperte und die Krawatte richtete. " Sie wissen, dass Sie sich sobald im Namen des gesamten Scotland Yards um einen Fall kümmern, auf welchen Ihnen genau auf die Finger geschaut werden? ", begann er das Gespräch mit einer Frage. " Natürlich, der Fall um das kleine Mädchen ist erschütternd und wird von meinem neuen Partner und mir detailreich aufgeklärt. Sollte sie nicht gefunden werden, ist es das Geringste was wir tun können, den Täter ausfindig zu machen und zu bestrafen. " Nathan war leidenschaftlich in seinem Beruf, ließ sich ungern von seiner Arbeit hindern und war vor allem um eine reibungslosen Ablauf bemüht. Seine Erfolgsquote im Lösen von Fällen war hoch, wird selbst zu jenem momentanen Zeitpunkt von ihm mit Bemühung aufrecht gehalten. Doch der alte Mann schüttelte bloß langsam den Kopf, bei der geringen Geschwindigkeit war sogar zu vermuten, dass nicht womöglich noch bei seinem Alter die Demenz ausbrach. Nathan ließ sich nicht davon beirren und musterte die Stirnfalten, die von den herabfallenden, grauen Haarsträhnen halbwegs versteckt wurden. " Hier geht es um unseren Ruf, Bane. Vergessen Sie den Fall und bedenken Sie, lieber keine Fehler zu begehen. Bleiben Sie den Bürgern freundlich gegenüber, ihrem Partner widersprechen sie nicht und ich bitte Sie - Kümmern Sie sich erst um unseren Ruf, alles andere wird mit dem Ablauf geschehen. " Der ernste Unterton drang durch die ganze Kutsche und durchdrang letztendlich auch die Ohren Nathans, der jederzeit stark an seinen Prinzipien hielt. " Officer, es geht um ein verschwundenes Mädchen. " Doch der Officer beirrte sich nicht von seinem Gegenübern, gar ignorierte er seine Aussagen, um mit einer gehobenen Hand dem Kutscher zu signalisieren, nun für einen Moment zum Ausstieg anzuhalten. " Ich zähle auf Sie. " Mit diesen Worten wurde die Tür geöffnet und ehe sich der Inspektor versah, begann die Kutsche sich wieder zu bewegen. Ohne weiterer Informationen oder Ermutigungen, sein Bestes zu geben, wurde er mit dem Druck seines Arbeitgebers in der Kutsche gelassen.

      Es benötigte noch seine Weile, um das Anhalten der Kutsche wieder wahrzunehmen, doch war es mit den Worten des Officers deutlich schneller vergangen. Der Inspektor versank in seinen Gedanken und dachte über den Fall nach, wenn auch der ältere Herr ihm eine andere Sichtweise darauf bot. Doch er würde den Ansprüchen nicht gerecht werden, die Frage war wohl eher, ob er dies überhaupt gerecht werden wollte. Für ihn war es eine Ehre gewesen, für diesen wichtigen Fall eines Kindes auserwählt worden zu sein, obwohl es gar nicht sein Einsatzgebiet war. Man schenkte ihm das nötige Vertrauen, doch im falschen Bereich. Er solle sich von der besten Seite zeigen, jedoch nicht mit der besten Qualität, sollte man manch seiner Untersuchung nicht beäugen. Fatal, würde man Nathan fragen, doch dieser wurde hier mit ganz anderen Sorgen stehen gelassen. Mit dem Zuschlagen der Kutschentür hatte er scheinbar dem ganzen Dorf die Ankunft des Inspektors gemeldet, denn andere Personen schienen nicht draußen zu verweilen. Waren seine Koffer vom Kutscher runtergenommen worden, führte sein Weg ihn sofort durch den Matsch. Ein deutlicher Fehler, die schwarzen Lackschuhe anzuhaben, waren es überhaupt die schwarzen Lackschuhe unter dem Mantel von Schlamm. Nathan seufzte bloß zweifelnd daran, den Schlamm hier die nächsten Tage zur Gewöhnung zu machen, doch würde er sich auf die wichtigeren Dinge zu konzentrieren versuchen. Drum brauchte es nicht weit, um den älteren Mann vor ihm aus der hölzernen Tür winken zu sehen. Überrascht winkte er zurück, ehe er die letzten Schritte durch den unfesten Boden machte und mit der freien Hand nochmal den Stoff seines Mantels glatt strich. Nathan klopfte den Schlamm teils mit dem Holzboden unter sich ab, bevor er sich überhaupt an das Begrüßen machte. " Entschuldigen Sie, die Fahrt war mit den neuen Straßenbedingungen ein wenig holprig.. " Weiter ließ man ihn jedoch nicht sprechen, lieber lud man ihn in die Hütte ein zu der er lief, hatte er noch einen kurzen Blick auf das Dorf gehabt. Die Koffer wurden ihm angenommen und direkt neben den eines mit Schlamm befleckten Koffers abgestellt, welcher zuerst den fragenden Blick des Inspektors abbekam. Lange hielt er sich damit jedoch nicht auf, denn das Medium sollte sich laut des älteren Herren auch schon im Haus befinden. Nathan hob wieder aufmerksam den Blick, um sogleich den nächst erblickten jungen Mann zu mustern. Er ging mit einem zuversichtlichen Lächeln auf diesen zu und gab diesem bereits die Hand. " Sie müssen das Medium sein, richtig? Ich bin Inspektor Bane, ich hoffe auf eine gute Zusammenarbeit. " Seine Augen hatten den Mann vor sich gemustert, sich davon beeindrucken lassen, was der Mann vor sich mit seiner Kleidung von sich gab. Die Haare waren ungewöhnlich rot, man sah es nicht all die Tage, doch das war bei einem Medium auch nicht der Fall, wenn er auch an seinen Unsinn nicht glaubte. Den jungen Mann jedoch durchgängig zu betrachten war nicht sein Plan für die nächsten Tage gewesen, so trat er wieder einen Schritt zurück. " Sind Sie bereits gut mit dem Fall des Mädchens bekannt geworden? "

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von vrthnkng ()

    • Als Charles die schäbige Schenke betreten hatte, war das erste was er tat sich umzusehen. Niemand machte Anstalten seinen Koffer bis nach oben zu tragen, aber vielleicht lag das vorerst auch an dem ganzen Matsch, der nicht ins Haus getragen werden sollte. Der junge Mann trat sich die Stiefel an der Fußmatte ab, bevor er noch einen Schritt weiter in den Schankraum trat. Ein Blick hinter sich ließ ihn sich fragen, ob diese Schenke nicht jedes Mal eine neue Fußmatte brauchte, sobald jemand den Raum betrat, oder gab es einen Trick bei all dem Matsch? Von jemandem zu erwarten hier drinnen die Schuhe auszuziehen war unwahrscheinlich bei der Kälte, da verkühlte man sich doch nur!
      Im Moment befand sich absolut niemand in der Schenke, es war auch noch sehr früh für Alkohol, aber es begrüßte auch niemanden den angereisten Gast. Womöglich war Charles Kutscher auch der Besitzer hier und hatte gerade keine Zeit, weil er sich hastig - ohne Koffer - nach oben begab. Sein Kopf sah noch einmal an dem Treppengeländer vorbei zu Charles, bevor er gänzlich verschwand.
      "Machen Sie es sich bequem.", sagte er und anschließend hörte man nur noch das trappeln seiner Schritte. Charles kümmerte sich nicht weiter darum und trat stattdessen an den Tresen heran, während er seine Handschuhe auszog. Er war kurz davor gewesen sich auf einen der Hocker zu setzen, musste aber feststellen, dass sie ein wenig staubig waren. Mit dem ausgezogenen Handschuh wedelte er über die Sitzfläche, entschied sich aber ob der Staubwolke dagegen sich zu setzen und seine Hose zu ruinieren. Stattdessen blieb er alleine in dem Raum stehen und drehte sich einmal auf dem Absatz im Kreis, um alles zu betrachten. Es dauerte ohnehin nicht lange, bis man von draußen erneut ein Pferd vernehmen konnte.
      Charles begab sich etwas näher zur Tür, nachdem er sich dumm vorkam mitten im Raum zu stehen und bald danach öffnete ein Mann die Tür, dessen Blick nicht zuerst Charles, sondern seinem Koffer galt. Er hatte kurze schwarze Haare und seine Schuhe und Hose hatten bessere Tage erlebt, Charles wusste auch genau woran das lag. Der Mann kam ihm sogar ein wenig bekannt vor, womöglich wurde er mal in einem Zeitungsartikel erwähnt, oder so etwas in der Art. Es dauerte nicht lange bis ihm eine Hand entgegen gestreckt wurde, die er sogleich höflich ergriff. Inspektor Bane - wie sich der Mann vorstellte - hatte einen kräftigen Händedruck, aber Charles reagierte nicht weiter darauf, seiner war wohl ein wenig schwächer ausgefallen.
      "Ebenfalls.", lächelte Charles, der sich nicht davor verschließen wollte, mit diesem Inspektor zusammen zu arbeiten, der lange Blick auf seiner Person war ihm jedoch nicht entgangen, nur konnte er ihn noch nicht ganz deuten. Er nahm seine Hand wieder zu sich und stellte sich ebenfalls vor.
      "Charles Evans.", teilte er dem Inspektor seinen Namen mit, um zu vermeiden von nun an 'das Medium' genannt zu werden, dann ließ er die Hand des Inspektors los und zupfte ein wenig an seinem Ärmel herum. Vieles von dem was er tat war nichts weiter als eine antrainierte Fassade, wer sich mit reichen Menschen umgab, musste sich selbst reich benehmen. Auch wenn Charles genau das mittlerweile war, so war er im tiefsten Abgrund aufgewachsen und musste vieles erst lernen. Er genoss sein Geld, gab es gerne aus für teure Kleidung und edlen Wein, aber er legte vermutlich weniger Wert auf sein Aussehen, als er es vorspielte. Hier war das alles womöglich sogar völlig fehl am Platz, aber die Schauspielerei wurde Teil von Charles täglichem Leben. Nun widmete er sich aber erst einmal wieder dem Inspector.
      "Ich habe den Bericht gelesen, den Scotland Yard aufgesetzt hatte. Ich bin selbst erst vor Kurzem angekommen und ich dachte mir, es wäre von Vorteil von Anfang an zusammen zu arbeiten. Ich schlage vor wir verlieren keine Zeit und sprechen mit den Eltern des Mädchens, oder haben Sie andere Vorschläge?", wollte er wissen. Das Haus des Opfers zu sehen würde ihm helfen, er würde es verkaufen als ein Weg eine spirituelle Verbindung aufzubauen, wenn ihn jemand danach fragte, hauptsächlich wollte er dort jedoch nur ein wenig herum stöbern. Mit Fragen ließ er dem Inspektor gerne den Vortritt, wenn er das so wollte, das war immerhin sein Fachgebiet, oder etwa nicht?
    • Sie hatten sich bereits zum Beginn ihres gemeinsamen Weges auf eine Zusammenarbeit geeignet, so wie es auch bereits unter den Auftragsbedingungen der beiden, neuen Partner festgelegt wurde. Es zierte die Unterschrift der beiden das Arbeitsverhältnis, welches zumindest von der Seite der Scotland Yard keine weitere Verzögerung bräuchte, um ihre wirklichen Ziele mit der außergewöhnlichen Auseinandersetzung eines mysteriösen Falles zu durchdenken. In der Kutsche war es nicht das erste Mal gewesen, dass man dem jungen Inspektor die Gedankengänge seiner höher stehenden Kollegen einflößen möchte und lügen würde dieser, wenn er den Ernst dieser Lage nicht verstand. Nathan verstand sie sogar sehr gut, schließlich befand er sich auf einem zu balancierenden Seil auf dem Weg zur Besserung ihres Rufes und sollte er vor dem Ziel hinunterfallen, würde die Silhouette seiner selbst zum Sündenbock jener mutieren, die ihre Strafverfolgungsfehler hinter seinen verstecken wollten. Man sprach mit ihm, erklärte ihm er sei von den Augen der Presse fixiert worden. Nichts Neues, dachte man über die Erfolgsquote des Inspektors nach, doch hier mitten im Schlamm noch ein verschwundenes Mädchen, ganz egal ob lebend oder tot, heraus zu zaubern, galt schon fast der Unmöglichkeit. Das keines der Bürger in diesem abgeschotteten Dorf überhaupt das Mädchen gefunden hatte, war fragwürdig genug, wie würden es dann zwei wildfremde Männer im Schlamm tun?
      Sein neuer Partner stellte sich als Charles Evens vor, er war mit dem Kleidungsstil vermutlich nicht von schlechten Eltern, auch wenn der Beruf des Mediums darauf zurück schließen ließ. Gänzlich verstand Nathan den Beruf, mit den Irrglauben an Geistern würde er es letztendlich auch niemals wirklich verstehen und nachvollziehen können, doch waren sie hier wegen etwas ganz anderem da, da bräuchte er nicht seine Meinung zu äußern. Dem Inspektor kam sein Gegenüber deutlich normaler vor, als vorerst es die klassischen Vorurteile eines Spirituellen ihm hervorsagten, zumindest doch für den Anfang. Denn mit dem Herumzupfen des Ärmels, der gewählten Kleidung brachte man dem Inspektor nahe, daran zu denken, dass er es womöglich nicht noch mit einer hochnäsigen Person zu tun hat. Mit dem ersten Eindruck ließ er sich jedoch nicht umstimmen, eine Zusammenarbeit mit ihm willkommen zu heißen, wie auch immer ein Medium ihm helfen sollte. Die Zeit würde ihm vielleicht deutlich bessere Seiten seines neuen Partners wissen lassen, schließlich war dieser sofort mit der Frage Nathans dabei gewesen, nicht schon in der nächsten geraumen Zeit ihre Arbeit zu beginnen. Man hatte den Bericht über das verlorene Mädchen gelesen, der Plan von Charles würde sie zu Beginn zum Haus der Eltern bringen. Es passte zu den Gedankengängen des Inspektors, der sich mit den Zeugenaussagen der Eltern die ersten nahebringenden Informationen erhoffte. Letztlich war es keine Seltenheit, dass sich mit dem Herumgeben von Informationen diese verfälschten, die Wahrheit mit dazu gedichtetem verwischt wird und solch Irrsinn herumerzählt wird, wie die des erblickten Geistes des verlorenen Mädchens. Die Menschen benötigten ihren Nervenkitzel, ihre Beschäftigung die sie erschaudern ließ, war ihnen mal wieder langweilig in den schlaflosen Nächten. Wie es in den Städten aussah, sah es noch schlimmer in den Dörfern aus, diese hatten mit ihrem wenigen Beschäftigungsgrad im ganzen Schlamm ohnehin wenig zu tun.
      Man fragte ihn nach anderen Vorschlägen, doch erhob Nathan bereits die Hand und schüttelte den dunklen Schopf, um bereits zu verneinen. " Meine Gedanken führen uns auch erst zum Elternhaus des Mädchens, aus den ersten beiden Zeugenaussagen ließen sich die ersten Informationen herausschließen, die vielleicht zum Tatort führen würden. ", erklärte er, bloß müssten sie das besagte Haus erst finden, hatte Charles nicht bereits jetzt eine Fährte aufgenommen - funktionierte das Spirituelle überhaupt so? Für einen Moment seufzte er, kaum hatte er zu dem beschmutzten Koffer geblickt und den selben Blick zu seinen Schuhen gesenkt. Durch den ganzen Schlamm herumzustolzieren und noch zu riskieren, aus diesem gar nicht erst wieder herauszukommen, gehörte nicht zu eines seiner Pläne. " Kennen Sie sich denn zufällig hier aus, in diesem.. ", begann Nathan, bloß um zögernd aus dem Fenster zu blicken. Bewundernswert, dass das Fenster überhaupt bisher sauber blieb. Draußen war kein wirklicher Weg zu sehen, wenn nicht unter dem Schlamm eines existierte, Wegweiser waren auf dem ersten Blick auch nicht zu sehen. Das Augenpaar glitt wieder in das Hütteninnere und blieben bei dem Rothaarigen stehen. " ..Dorf? ", beendete er seinen Satz, verdeutliche bereits, dass sich hier einige Unterschiede fänden, die genau gegen diese Bezeichnung sprachen.
    • Zumindest startete ihre Zusammenarbeit so gut, dass keiner von den Beiden offenkundig zum Ausdruck brachte, den Beruf, oder den Charakter des anderen nicht zu mögen. Viel konnte Charles über den Inspektor aber auch noch nicht sagen, jedoch war er sehr Aufmerksam, das war immerhin auch der Grund für seinen Erfolg als hochstapelndes Medium der reichen Elite. Inspektor Bane hatte zwar im Moment eine dreckige Hose und die Schuhe waren unter all dem Schlamm kaum zu erkennen, jedoch konnte Charles feststellen, dass die Hose bis vor der Ankunft in diesem schlammigen Dorf vermutlich sogar sehr sauber gewesen war. Inspektor Banes kam ihm vor wie ein Mann der sehr auf Ordnung achtete und der niemals mit einer schiefen Krawatte, oder nicht glänzenden Schuhen bei der Arbeit erschien, jedoch schätzte er ihn auch so ein, dass er sich die Hände schmutzig machen würde, wenn es der Erfüllung seiner Aufgaben dienlich war. Seine Haare waren gut frisiert, sein Händedruck kraftvoll und womöglich etwas rau, was zu bestätigen schien, dass er sich nicht vor Arbeit scheute, anders als Charles, der so etwas meistens nicht nötig hatte. Er hatte sich seinen kleinen, dürren Körper als Junge vermutlich schon genug für drei Leben abgerackert und warf man einen Blick unter die feine Kleidung, dann war da nicht nur samtige, unverletzte Haut zu finden, die man von einem reichen Mann erwartete.
      Charles war froh darüber sich heute Morgen für seine Kniehohen Stiefel entschieden zu haben, die nach diesem Ausflug vermutlich trotzdem reif für den Müll waren, aber immerhin schützten sie seine Hose vor all dem Dreck der an den Sohlen hängen blieb und beim Gehen auf den Rest des Schuhs geworfen wurden. Inspektor Banes hatte da eine weniger gute Entscheidung getroffen, aber auch er hatte wohl nicht mit so einem morastigen Dorf gerechnet, sie beide schienen eher London als ihre Heimat zu betrachten und Charles für seinen Teil war bisher höchstens auf einen Landsitz eines Kunden gereist, aber nicht viel weiter. Das Mädchen zu finden würde hoffentlich nicht erfordern den Matsch und das angrenzende Moor selbst zu durchsuchen, das hatte vermutlich auch wenig Sinn, denn die Dorfbewohner hatten genau das bestimmt auch schon versucht und kannten sich noch dazu viel besser in der Gegend aus. Trotzdem mussten sie erst einmal wieder da raus, um das Haus des Mädchens zu finden und ihre Eltern zu befragen. Inspektor Bane war einverstanden mit dieser Idee, den Weg dort hin kannten sie jedoch beide nicht und der dunkelhaarige Mann hatte recht damit, dieses Dorf gar nicht als solches bezeichnen zu wollen.
      "Nein, ich kenne mich leider genau so wenig aus wie Sie, aber der Mann der mich her gefahren hatte richtet glaube ich gerade unsere Zimmer her, er kann uns den Weg vermutlich zeigen.", teilte Charles dem Inspektor mit und schritt hinüber zu der Treppe. Beinahe hätte er seine Hand auf das Geländer gestützt, er merkte jedoch, dass es ebenfalls ziemlich staubig war und ließ es lieber bleiben, er stellte sich lediglich an den Fuß der Treppe und lugt nach oben.
      "Sir?", fragte er mit lauter Stimme und hörte kurz darauf das Getrappel des Mannes, als er sich zur Treppe beeilte.
      "Ja? Was kann ich für Sie tun?", ertönte es und als entsänne sich der Mann erst dann seiner Manieren, beeilte er sich die Treppe hinunter und steckte ein Tuch in seine Hosentasche, womit er wohl gerade ein wenig sauber gemacht hatte.
      "Inspektor Banes vom Scotland Yard ist ebenfalls eingetroffen, wir wollen die Eltern des vermissten Mädchens aufsuchen, könnten Sie uns den Weg weisen?", kam Charles schnell zur Sache und musste beinahe aus dem Weg hüpfen, als der Mann sich so plötzlich an ihm vorbeidrängte, um seine wurstfingrige Hand dem Inspektor entgegen zu strecken.
      "Sehr erfreut Sir! Sehr erfreut! Ich bringe Sie gerne hin, folgen Sie mir nur. Die Beiden erwarten Sie bestimmt schon."
    • Die dunklen Augen des Inspektors hatten nochmal die Gegend in seine einzelnen Bestandteile zerstückelt, die durch das eingestaubte Fenster überhaupt mit bloßem Auge zu erkennen waren. Es gab einen Wegweiser, an welchen einige unerkenntliche Pfeile schlampig dran genagelt wurden, um womöglich doch einen Touristen an diesen mysteriösen Ort zu bringen und ihn hier unterhalten zu können, bevor dieser nicht mit dem falschen Schritt ins Moor bitterlich in diesem versinkt. Zu befürchten hatte Nathan dieses Schicksal doch hoffentlich nicht, so nutzlos auch sein neuer Partner mit seinem spirituellen Berufes erstmals für ihn schien, würde er auch diesem dieses Verschwinden nicht erwünschen und hatte sich sogleich lieber auf dessen Worte konzentriert, die seine vorherige Frage beantworteten. Nein, Mr. Evans kannte sich an solch einem Ort auch nicht aus und so bestätigte er lieber einen weiteren Anwesenden hier in der Hütte, der ihnen in ihrer Misere weiterhelfen konnte. Oben stände laut ihm ein weiterer Mann, dabei, dessen beide Zimmer für die nächsten Nächte herzurichten und so hob Nathan selbst interessiert die Augenbraue, um mit wenigen Schritten auf das Treppengeländer hinzulaufen und mit erhobenen Blick dieses hinaufzusehen. Sein Partner kümmerte sich bereits darum, den Mann auch mit einem Ruf ausfindig zu machen und wenige Momente später, tauchte der benannte Mann schon aus einem der Zimmer auf. Man schilderte ihm die Hilfe die die beiden benötigten, während der Inspektor letzten Endes doch lieber auf seinem Weg kehrt machte und die Schenke für einen geringen Zeitraum begutachtete. Genauso wie es bereits das hölzerne Treppengeländer hinauf berichtete, wurde die Theke auch seit längerem für keine weiteren Gäste geöffnet. Man könnte meinen, einiges wäre bereits in Staub zerfallen, hatte man die leeren Plätze innerhalb des Erdgeschoss begutachtet und mit dieser Vorstellung war ihm gut die Vorfreude darauf zu nehmen, zum Abend hin sich in eines der Betten hinlegen zu dürfen. Einer seiner Finger lief über die kleinen Rillen der hölzernen Oberfläche, bevor er sich schließlich auf das Geschehen vor ihm konzentrierte und im richtigen Moment sich noch umdrehte, um die Hand des Gastgebers anzunehmen. Die Freude wurde bereits mit dem Handdruck ausgestrahlt, gar mit den Wiederholungen in seinem ersten ausgetauschten Satz mit dem Inspektor, der eher verwirrt zu seinem Partner blickte, der zuvor vermutlich genauso von der Laune des dickeren Mannes überrascht wurde. Sein Angebot nahm er jedoch nur allzu gerne an, von seinem Gegenübern mitgenommen und zum Haus der vermutlich untröstlichen Eltern gebracht zu werden. Sich die ersten Informationen bei den Angehörigen vermisster oder womöglich toter Personen herzuschaffen war nie die beste Beschäftigung des Inspektors, es würde auch niemals eine werden, den innerlich überforderten sie ihn selbst bloß. Er hatte keine guten Lösungen dafür gehabt, die befragten Personen zu trösten und behielt sich lieber die sachlichen Berichterstattungen für sich, während sonst seine Kollegen die menschliche Arbeit für ihn übernahmen. Das Vertrauen zu dem jungen Rothaarigen war jedoch mit der fehlenden zuvor habenden, gemeinsamen Arbeit nicht ausgebaut und so hatte er es womöglich noch selbst zu übernehmen, bis die beiden die ersten Blicke des Gegenübern wirklich richtig wahrnahmen und dementsprechend gut reagieren konnten. Doch bevor Nathan noch irgendwas zum Mann sagen konnte, war dieser bereits selbst schon auf dem Weg zur Tür, um aus dieser als erstes herauszutreten. " Passen Sie jedoch auf wohin sie treten meine Herren, durch den gestrigen Regen ist es nur umso leichter, sich hier dreckig zu machen! " Nathan seufzte bloß, war die Nachricht doch bereits für beide deutlich zu spät, als das es noch wichtig war. Kurzerhand tastete er nochmal den sauber gebliebenen Mantel ab, um bereits unter dem Stoff seiner Tasche das Notizbuch zu ertasten, welches er sehr wohl noch benötigen konnte. Es würde wohl noch darin liegen, inwiefern dieser Fall verzwickt war. Bis sie jedoch zu diesem Entschluss kamen, gab er seinem Partner den Vortritt hinaus und schloss sich diesem an, um die Tür hinter sich von selbst zu schließen, nachdem er dies schon dem Gastgeber nannte. " Liegt die Straße, in welcher man das Mädchen als Geist erkannte, zufällig auf dem Weg zu den Eltern? ", fragte er sogleich beide andere Parteien, vielleicht wüsste es jemand oder Mr. Evans könnte es auf dem Weg noch spüren, wer wüsste es. Der Inspektor versuchte so viele Informationen wie möglich auf einmal zu erfassen, bevor der Gastgeber später die beiden noch herumführte und seine wurstfingrigen Hände in Sachen legte, in welche sie nicht gehörten.