ღ Whicked Ways ღ [Nymeria & Aiden]

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    • ღ Whicked Ways ღ [Nymeria & Aiden]

      Noori - @Nymeria
      Finn - @Aiden.Nesmilas
      Vorstellung: x


      ღWhicked Waysღ





      Eine schnelle Lüge, ein verlockendes Versprechen und das Leben eines jungen Mannes würde nicht mehr das Gleiche sein.


      Weil Finn Lovis sich auf einen Pakt mit der Hexe Noori Laveau eingelassen hatte, hatte er seine Seele bereits verkauft. Anstatt des Segens, der ihn und seine Familie besuchen sollte, erwachte er in seinem größten Albtraum. Neben einem Dämonen, der durch den Pakt in den Körper des Mannes gezogen war, war er praktisch an die Frau gebunden, die das Leid hatte über ihn regnen lassen. Und als sei das noch nicht genug, so haben einige übernatürliche Wesen ebenfalls ein Auge auf Finn geworfen.
    • ☾Finn Lovis☽

      Finn hasste es in einem Auto mitzufahren. Er hasste das autofahren an sich nicht, solange er hinter dem Steuer saß. Das tat er jedoch offensichtlich gerade nicht. Die Musik quoll beinahe unerträglich laut aus dem kleinen Radio, das sich zwischen ihm und seiner besten Freundin Jade lag.
      Nachdem er das ganze nun schon gute 20 Minuten stillschweigend ertragen hatte, griff er danach um die Musik endlich etwas leiser zu machen. Er wollte nämlich um jeden Preis verhindern, dass er nun auch noch Kopfschmerzen bekam, das würde dem ganzen ja auch noch die Krone aufsetzten.
      "Hey!", beschwerte sich indessen Jade, und Finn lehnte sich nun mit etwas entspannterer Haltung zurück.
      "Ich liebe diesen Song!"
      "Ich liebe ihn nicht, es war viel zu laut."
      Mit einer etwas zu großen Schmolllippe sah sie für einen Moment zu Finn herüber, der deswegen nur lachen musste.
      "Konzentrier dich lieber aufs Fahren, ich will nicht in irgendeinen Graben landen", gab er dann von sich. Noch immer war er etwas am Grinsen, auch wenn es eher einer fernen Erinnerung glich. Sein Blick lag nun an der vorrüberziehenden Gegend. Die ganzen Häuser, die wirklich schick aussahen und von denen man wohl nur träumen konnte. Obwohl... Finn würde es nicht einmal wagen davon zu träumen, denn ein Traum der nicht in Erfüllung ging, verursachte am Ende nur noch mehr Verbitterung.
      "Wenn wir in einen Graben landen würden, dann wüsste ich es."
      Jade klang so ernst und überzeugt von dieser Aussage, dass Finn etwas Schmunzeln musste.
      "Wegen dieser Wahrsagerin?"
      Man hörte Finn wohl gut an, dass er davon nicht allzuviel hielt. Jade war da schon immer etwas Leichtgläubiger gewesen und hatte dafür schon den ein oder anderen oder sogar mehrere sarkastische Sprüche abbekommen. Finn versuchte es immer nicht zu tun, aber in manchen Situationen übertrieb sie mit dem ganzen doch.
      "Ja, genau wegen ihr! Sie hat bisher noch nie falsch gelegen! Kannst du dich noch an Max erinnern? Den Typen den ich vor zwei Wochen gedatet habe?"
      Finn nickte leicht. Bis ihm einfiel das Jade ja auf die Straße blickte und das somit gar nicht sehen konnte.
      "Ja, ich kann mich noch erinnern. Es ist auch gerade einmal zwei Wochen her, seitdem du dich Hals über Kopf in den Schnößel verliebt hattest."
      Jetzt war Jade an der Reihe zu lachen.
      "Er war schon ein Schnößel, da haste Recht. Aber die Sache ist die 'diese Wahrsagerin' hat mir schon davor von ihm erzählt, und meinte das es echt nicht schön enden wird. Als ich dann erkannt habe das Max dieser Typ ist, hab ich ihn natürlich fallen lassen... Und eine Woche später stand die Polizei vor seiner Tür weil er Drogen gekauft hatte. Das war so verrückt!"
      Finn befürchtete für einige Augenblicke, dass er sich nun wieder die ganze Geschichte über diesen Vorfall anhören konnte. Immerhin hatte Jade ihn das sicherlich schon drei mal erzählt. Beim ersten Mal war er genauso schockiert gewesen wie sie selbst. Beim zweiten Mal konnte er eine gewisse Aufregung noch vortäuschen aber beim dritten Mal nun, da eben nicht mehr. Außerdem hatte Finn irgendwie ahnen können, dass soetwas passieren würde. Die meisten reichen Leute hatten Dreck am Stecken, nur bei dem meisten kam es einfach nicht heraus.
      Für ein Weilchen wurde es dann auch wieder still im Auto. Nun still einmal abgesehen von der Musik die noch immer lief, aber nun in einer angenehmen lautstärke. Finn und Jade hatten nie Probleme damit gehabt, wenn die beiden einmal nichts zu sagen hatten. Meistens waren solche ruhigen Momente peinlich und unangenehm, in diesem Fall war es nicht so. Es gab sonst nur zwei andere Personen, bei denen sich Ruhe so normal und richtig anfühlen konnte. Einmal war es sein bester Freund, und dann seine kleine Schwester Mary, die er leider viel zu selten privat sah.
      "Wohin bringst du mich eigentlich?", fragte Finn dann und blickte wieder zu der Fahrerin.
      Auf ihr Gesicht schlich sich nur ein schelmisches Lächeln.
      "Ich hab einen Termin bei dieser Wahrsagerin gemacht. Für dich. Ich dachte, deine Mutter glaubt doch auch an Kristallenergie und alles, und vielleicht weiß sie ja was man noch tun kann um ihr zu helfen."
      Etwas entsetzt sah Finn zu Jade. Das konnte doch nicht wirklich ihr ernst sein? Finn hatte absolut kein Interesse daran, bei irgendeiner alten Frau aufzutauchen und zu fragen ob sie etwas hatte das seiner Mutter helfen konnte. Er wollte ja noch nicht einmal über den Zustand seiner Mutter mit anderen reden. Das ging diese eben auch einfach nichts an.
      "Sag nichts, Finn. Ich dachte mir es ist nett für deine Mutter, also krieg dich ein. Außerdem sind wir in fünf Minuten da und umdrehen würde sich doch jetzt gar nicht mehr lohnen."
      Er wusste nicht genau wie böse er auf Jade sein sollte. Aber er war es auf jedenfall und wie lange er es sein würde, würde sich wohl herausstellen sobald er das hinter sich gebracht hatte. Am besten war es wohl, wenn er nach fünf Minuten wieder abhauen würde und gut war es. Finn verstand zwar, das Jade es nur gute meinte und er wusste auch das seine Mutter sich bestimmt über ein paar Kräuter freuen würde... Aber er hielt das für sinnlos.
      Da er jedoch nicht ganz unhöflich war, und der Termin doch ohnehin schon stand nun... dann musste er eben durch.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • 『Noori Laveau』

      Wie von einer Tarantel gestochen marschierte sie durch ihre Wohnung. Immer wieder trugen sie ihre Beine zur einen Ecke und anschließend zurück in die andere Ecke des Raumes. Die ganze Zeit über war sie tief in ihren Gedanken versunken. Schreien und sich an den Haaren raufen, hatte sie eigentlich gewollt, jedoch wusste sie das er sie beobachtete. Sie wusste, dass ein Funken Schwäche ihrerseits ihren Untergang bedeuten würde. Und Noori war noch nicht bereit dafür. Sie hatte ihr komplettes Leben noch vor sich und da sie den Rängen der Hexen entsprang, war dieses Dasein auf Erden nicht so kurz wie das eines Sterblichen. Sie runzelte die Stirn, während sie ihre Runde durch ihre Wohnung ein erneutes Mal ansetzte. Schon bald würde ihr menschlicher Vater unaufhörlich zu altern beginnen, während ihre Mutter noch weitere Jahrzehnte lang ihr junges Aussehen behalten würde. Manches Mal bemitleidete Noori die Menschen. Sie waren schwach und ihre Leben nur von kurzer Dauer. Wenn es nicht dazu kam, dass dieser ohnehin schon kurze Aufenthalt durch eine Krankheit oder einen Unfall verkürzt wurde. Hexen hingegen besaßen eine längere Lebensspanne, magische Kräfte und ein ausgezeichnetes Immunsystem. Sie hatte Glück, dass sie wenigstens etwas von ihrer Mutter geerbt hatte. Ihr Aussehen sowie ihr Charakter erinnerten mehr an ihr menschliches Elternteil. Es war zudem einer der Gründe warum ihre Großmutter sie nicht in den Zirkel hatte aufnehmen wollen. „Sie ist eine Schande. Sie kann glücklich sein, wenn sie irgendwelche Glückszauber hinbekommt“, hatte die alte Hexe behauptet. Natürlich hatte die Brünette es zur Weißglut getrieben! Noori hatte gewusst, dass sie genauso stark war wie ihre Mutter und Großmutter. Ihre Kräfte waren durch den menschlichen Teil in ihr keineswegs geschwächt, und das wollte sie dem Coven beweisen. Es war ihr erster Fehler gewesen das Ritual frustriert und wütend durchzuführen und sich anschließend von der Wut leiten zu lassen. Zudem hätte sie nicht Blindlinks nach einem Zauberspruch greifen sondern ihr Anliegen recherchieren sollen. Doch so impulsiv wie die junge Hexe nun einmal war, führte sie den Spruch trotzdem durch. Sehr zu den Gunsten eines alten, mächtigen Dämonen, den sie somit beschworen und freigelassen hatte. Er hatte ihr eine unaufhörliche und uralte Macht versprochen, wenn sie ihm eine geeignete Hülle besorgte und ihm den Rest ihres Lebens dienen würde. Aus Angst vor den Konsequenzen, die sie ereilen würden wenn sie ablehnte, hatte sie angenommen und sich ihm somit verschrieben. Was hätte sie sonst tun sollen?
      Sie schlug ihre Hände ins Gesicht und seufzte. Glücklicherweise wollte Xašmnicht sofort auf eine menschliche Hülle von ihr, jedoch bezweifelte sie das er noch länger warten wollte. Ihr Blick suchte die alte, hölzerne Uhr, die irgendwo zwischen einigen Bücherregalen und Gemälden hing. Noori sollte der Uhr einen neuen Platz suchen, jedoch war sie schlichtweg zu faul einen Stuhl zu holen, sich auf diesen zu stellen und die Uhr von ihrem Platz zu einem neuen Fleck an der Wand zu bringen. Das könnte warten. Allerdings konnte der Besuch, den sie in wenigen Minuten empfangen würde, nicht warten. „Ach, Mist!“, fluchte sie als sie sich an den Termin erinnerte, den sie mit einer ihrer Stammkundinnen vereinbart hatte. Ein kurzer Blick durch ihr trautes Heim verrieten ihr, dass nicht mehr viel Zeit zum Aufräumen übrig war. Glücklicherweise lagen nur ein paar ihrer Bücher verstreut im Raumund sämtliche Tische und Ablagen waren mit Kristallen, noch mehr Büchern oder anderen Objekten, die sie für ihre Zauber benötigte, belegt. Nun ja, für einen kurzen Blick auf die Hand der Frau oder einen Blick in die Kristallkugel würde sie keinen Tisch benötigen. Zudem musste sie Nooris Unordentlichkeit bereits gewohnt sein.
      Kaum hatte die Brünette eine ihrer Tassen in den Abwasch gestellt, da läutete bereits die Klingel ihrer Wohnung. Mit schnellen Bewegungen strich sie ihr Kleid und ihr langes Haar zurecht, ehe sie auf die Tür zu ging und diese öffnete. „Hallo“, begrüßte sie Jade freundlich, ehe ihr die Begleitung ihrer Stammkundin auffiel. War es ihr neuer Liebhaber? Komisch, sie hatte nichts dergleichen gesehen. Zumindest erinnerte sie sich nicht daran ihn gesehen zu haben. „Mein Name ist Noori Laveau, freut mich“, stellte sie sich nun auch dem fremden Mann vor und bat die beiden anschließend herein. Ob es wohl eine „Wie viele Kinder werden wir kriegen und wann heiraten wir“-Wahrsagung werden sollen würde? In diesem Bereich war Noori eine absolute Spitze. Nicht, weil sie sich selbst so gut mit dem Thema Liebe auskannte, sondern lag es eher daran, dass sich die meisten ihrer Wahrsagungen um solche Sachen drehten. Höchstwahrscheinlich steuerte der Fakt, das größtenteils Frauen zu ihren Kunden gehörten da mit ein. „Nehmt doch Platz.“ Sie deutete auf die Sitzecke, welche sie eigens für die Wahrsagungen eingerichtet hatte. Es war allerdings nichts besonderes, lediglich eine kleine, aber gemütliche Couch und ein Sessel. „Was kann ich heute für di- euch tun?“, erkundigte sie sich lächelnd, nachdem sie auf dem Sessel gegenüber von dem Pärchen ihren Platz eingenommen hatte. „Wie ich sehe hast du auf die Warnung der Kugel gehört und diesen Typen abblitzen lassen“, stellte sie fest, während sie einen ersten Blick in die Kugel warf. Vor ihr eröffnete sich das Bild, welches sie bereits vor einigen Wochen gesehen hatte. Jade und der junge Mann, in den sie noch vor einiger Zeit verliebt gewesen war. Doch anstelle der weinenden Jade, sah Noori eine glückliche und selbstbewusste Frau aus der Kugel heraus an. Als Nächstes folgte der Mann, der in Handschellen abgeführt worden war. „Drogen? So ein Idiot. Dabei hatte er doch genug Geld.“ - „Das ist eine sehr exzellente Hülle“, ertönte die Stimme des Dämons in ihrem Kopf, welche sie für einen kurzen Moment die Fassung verlieren ließ. Ihr Blick richtete sich auf den Freund ihrer Stammkundin und sie konnte meinen, dass Xašm ihr bestätigend zunickte. Oh, nein.. Sie konnte doch nicht das Leben eines Unschuldigen schlagartig beenden. Geschweige denn würde er nicht einmal an einem Pakt interessiert sein. Doch ihr war bewusst, dass ihr keine andere Wahl blieb.
    • ☾Finn Lovis☽

      Ein paar Mal hatte Finn versucht zu protestieren, doch jeder seiner Versuche wurde in den letzten zehn Minuten im Keim erstickt. All seine Einwände trafen auf gute Argumente, die er nicht ganz vom Tisch weisen konnte. Und vor allem sein Pflichtbewusstsein trieb ihm dann aus dem Auto und an die Tür dieser Wahrsagerin, oder wie auch immer sie sich hatte betiteln wollen.
      Jade musste Finn dann beinahe schon zur Tür ziehen.
      "Ich bin mir echt unsicher...!", versuchte es Finn noch einmal, doch Jade schüttelte nur bestimmt den Kopf und klingelte auch schon. Sie wollte Finn wohl auf keinen Fall Zeit lassen noch mehr über das ganze Thema zu meckern.
      Die Türe ging auf, und Finn konnte nun wirklich nichts mehr sagen. Er besaß den nötigen Anstand um nicht über das zu Zweifeln womit jemand seinen Lebensunterhalt machte. So viel Respekt musste man schon vor einen Menschen haben, immerhin kannte er es, dass viele ihn komisch ansahen wenn er ihnen mitteilte dass er auf Lehramt studierte. Irgendwie konnten sich die wenigsten wirklich vorstellen, dass ein Mann mit Kindern und Jugendlichen arbeiten wollte.
      "Oh Hallo Noori!", begrüßte Jade dann gleich die Hellseherin voller Freude. Finn konnte ihr gut genug ansehen, wie sehr sie sich zusammenreißen musste diese Frau nicht zu umarmen. Jade war eine sehr körperliche, offene und herzliche Person, weswegen Finn es doch wunderte, dass sie es nicht einfach tat. Vermutlich hatte seine beste Freundin einfach nur wirklich großen Respekt vor dieser Frau, und hielt deswegen alles so gut sie konnte in ihren Grenzen.
      Finn kam im ersten Moment gar nicht darauf sich vorzustellen und als Noori sich umdrehte um sie in ihr Zuhause zu führen, wurde er unsanft von Jade in die Seite gestoßen. Fragend lag sein Blick auf seiner etwas kleineren Freundin. Ihr Blick glich einer Zerstörung, und mit ihren Lippen versuchte sie ihm zu sagen was sie störte, doch Finn konnte beim besten Willen nicht erahnen was sie von ihm wollte.
      "Ich kann keine Lippen lesen!", flüsterte er ihr zu, aber Jade verdrehte nur die Augen und zog ihn dann mit sich hinter Noori her.
      Etwas skeptisch blickte er sich in ihren Räumlichkeiten um. Also in so einen Raum könnte er keine Ruhe finden. Bei ihm hatte alles seinen festen Platz, und es juckte ihn etwas in den Fingern auch hier für jedes Objekt einen ordentlichen und festen Platz zu finden. Mit einen gewissen unangenehmen Gefühl rieb er sich kurz die Hände um das seltsame kitzeln los zu werden.
      Als ihnen Platz angeboten wurde, setzte Jade sich als erstes hin und hatte direkt wieder ihr breites Grinsen auf den Lippen, welches sie so sympathisch machte. Der Dunkelhaarige setzte sich eher zögernd hin, denn nun würde der für ihn sehr unangenehme Teil kommen.
      Noori begann von Jades Ex zu erzählen, und die Miene seiner Freundin hier hellte sich gewaltig auf.
      "Ohja, ich verstehe es auch nicht! Ich meine ganz ehrlich, er hätte nicht einmal einen Handgriff machen müssen, immerhin hat sein Vater doch so tolle Firmen. Ich meine, er sah wirklich gut aus, und war in vielen Dingen sehr zuvorkommend, aber ich bin wirklich froh dass du mich gewarnt hast! So konnte ich meine Zeit nicht an ihn verschwenden. Am Ende hab ich noch ein paar Geschenke bekommen, aber kein gebrochenes Herz!"
      Jade lachte herzlich auf, und vermutlich hätte sie noch mehr geredet und vermutlich auch ein paar Intime Angelegenheiten mit ihr geteilt, doch nun war Finn hier und es gab etwas wichtigeres.
      "Also", begann Jade dann auch schon, ohne auf weitere Fragen zu warten, oder darauf zu warten das Finn sich endlich einmal vorstellen konnte.
      "Ich hab den Termin heute für meinen Freund Finn hier gemacht."
      Als sie seinen Namen aussprach klopfte sie ihn auf die Schulter. Vermutlich war es das was sie vorhin an der Tür bemängeln wollte. Etwas unzufrieden verzog Finn das Gesicht, nickte dann aber leicht in Nooris Richtung und musterte sie für einen Moment.
      Sie war viel jünger als er erwartet hatte, und wenn sie nun nicht unbedingt eine Hellseherin wäre, dann würde er sie bestimmt niedlich finden.
      "Es geht um seine Mutter, sie ist etwas krank."
      Finn hätte beinahe gelacht als sie meinte etwas krank. Das war die Untertreibung des Jahrhunderts, aber er schätzte es wirklich sehr, dass sie nicht zu sehr ins Detail ging.
      "Und wir wollten einfach einmal-"
      Bevor Jade überhaupt fertig reden konnte begann ihr Handy zu klingeln. Es war der schrecklichste Klingelton den Finn selbst kannte, denn es war Jades liebstes Lied von einer Boyband. Er fand es demnach einfach auf Prinzip schon anstrengend.
      "Ich muss da dran gehen, aber ihr beiden Lieben kommt ja auch alleine klar. Ich muss ja nicht das Anstandswauwau spielen."
      Finn wollte sie aufhalten, er wollte hier nicht alleine sein, immerhin war das alles Jades Idee und nicht seine! Aber sie stand schon und hatte das Telefon am Ohr.
      "Heeey, wie geeht es dir!"
      Jade klang so übertrieben freundlich, auf den Weg nach draußen, dass Finn nur die Augen verdrehen konnte. Das war wohl ihr nächstes Liebesopfer.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • 『Noori Laveau』

      Finn, so hatte Jade ihn ihr vorgestellt, war der perfekte Kandidat. Er war groß und gutaussehend, ein Dämon wie Xasm es war, würde diese Hülle zu ihrem vollsten Potenzial nutzen. Sie musterte den jungen Mann, dessen Problem ihr bereits von seiner Freundin erklärt worden war. Eine kranke Mutter. Noori hatte sich bereits gedacht, dass das „etwas“ eine Untertreibung war. Niemand suchte eine Hexe auf, weil ein geliebtes Familienmitglied nur leicht erkrankt war. Dahinter steckte etwas Gefährlicheres und sie konnte nicht anders als Mitgefühl für den Fremden, dessen Leben sie höchstwahrscheinlich beenden würde, aufzubringen. Sie selbst hatte mit ansehen müssen, wie eine schreckliche Krankheit ihrer menschliche Großmutter von dahingerafft hatte. Es war ein langsamer und quälender Prozess gewesen. Ihre Mutter hatte jegliche Zauber verwendet, Kräuter und Kristalle bereit gestellt, doch es hatte die Krankheit nicht stoppen können. Noori hingegen konnte dem Mann die Heilung seiner Mutter versprechen. Sie hatte einen Dämonen, der sie mit einer sagenhaften Kraft ausstatten würde sobald sie eine passende Hülle für ihn fand.
      Ein Telefon begann zu klingeln. Jade fischte das läutende Handy aus ihrer Tasche, entschuldigte sich und verschwand. Es war die Gelegenheit. Es kam ihr vor als hätte jemand oder besser etwasdafür gesorgt. „Es gäbe eine Möglichkeit deiner Mutter zu helfen, und ich meine nicht nur eine zeitweilige Besserung“, begann sie und wand ihren Blick auf Finn. Sie musste ernst bleiben, jedoch bemerkte sie wie ihre Hände zu zittern begannen. Sie wollte ihm das wirklich nicht antun. „Für einen Sterblichen wie dich muss das nun sicher ziemlich bescheuert klingen, aber Magie gibt es wirklich. Nur kann sie nicht jeder zu seinem Vorteil nutzen.“ Offensichtlich gäbe es dann keine Kranken, kein Leid und Kummer. Wobei Noori bezweifelte, dass die Menschen Magie lediglich für gute Zwecke nutzen würden. Sie sprach einen leichten Zauberspruch in ihren Gedanken und willigte eines der Bücher, welches seinen Platz vor einiger Zeit auf den Boden gefunden hatte, zu sich. Das schmale Bündel aus Papier begann sich wie von Geisterhand in der Luft zu erheben und flog auf dem direkten Weg in Nooris Schoß. Es war nur eine kleine Kostprobe, jedoch sollte diese ihn dazu bringen ihr zu vertrauen. Wer glaubte denn schon jemanden, wenn er einem verriet das Magie und dergleichen existierten. „Wenn du mir einen Gefallen versprichst, verspreche ich dir die vollständige Genesung deiner Mutter. Und keine Sorge ich will weder dein Erstgeborenes noch ein paar deiner Lebensjahre.“ Oh nein, das sicher nicht. Sie wollte sein gesamtes Leben. „Ich brauche einen Gehilfen und du bietest dich idealerweise perfekt für diesen Job an. Alles was du mir versprechen musst sind dein Geist und dein Körper. Nicht für die Ewigkeit natürlich.“ Lächelnd streckte die Hexe ihm die Hand entgegen. Die Atmosphäre um sie herum wurde ruhig, abwartend. Es musste an dem Dämon liegen, der lediglich auf die Einwilligung des Mannes wartete.
      „Hab keine Angst.“ Wenngleich er keine Angst zeigte, Noori machte sich beinahe in die Hose. Es war ihr erster Pakt. Eigentlich hatte sie sich geschworen von solchen Geschäften Abstand zu nehmen. Doch nun war sie hier – wegen ihrer eigenen Dummheit. Und sie würde eine unschuldige Person mit sich in die Verdammnis ziehen. Sie hoffte, dass er annahm. Gleichzeitig betete sie dafür, dass er ihr Angebot ablehnte, sie für verrückt erklärte und zusammen mit seiner Freundin verschwinden und nie wiederkehren würde. Allerdings wollte Xasm die Hülle des gutaussehenden Mannes haben. Er würde sich nicht davon abbringen lassen.
    • ☾Finn Lovis☽

      Mit Noori oder wie er sie nun nennen sollte, alleine gelassen, lehnte er sich noch ein Stückchen zurück. Es kostete ihn wirklich etwas Beherrschung um seine Arme nicht vor seiner Brust zu verschränken. Er würde mit Jade noch ein Wörtchen reden, als allererstes wegen diesem Klingelton.
      Eigentlich hätte Finn auch aufstehen sollen und gehen. Er würde der Frau dennoch das Geld geben, was sie bei dieser Sitzung verdient hätte, doch bevor er ihr genau das anbieten konnte, begann sie auch schon zu sprechen. Etwas überrascht hob er seine Augenbrauen. Das konnte sie doch nicht ernst meinen. Finn wusste nicht genau ob er auf das alles nicht besser hätte wütend reagieren sollen. Immerhin ging es hier um die Gesundheit seiner Mutter, und er hatte keine Lust dass diese Frau sich hier einbildete sie könnte das alles zu ihren Gunsten ausnutzen. Egal wie sehr er sich eine Besserung für seine Mutter wünschte, man spielte nicht so mit den Leben von Menschen.
      Doch ein kleines Stimmchen in seinen inneren lies ihn schweigen. Vielleicht, aber wirklich nur vielleicht gab es ja wirklich etwas das sie tun konnte, und Finn sollte sich zumindest erste einmal anhören was sie denn tun könnte. Dann konnte er noch immer entscheiden und im Notfall auch noch wütend werden. Eine Moralpredigt hatte er sich innerlich auch schon zurecht gelegt.
      Er musterte Noori noch einmal etwas genauer, er wollte erkennen ob sie eine Lüge erzählte. Ob sie versuchte ihn herein zu legen. Bei genaueren betrachten erkannte er das ihre Hände etwas zitterten. Machte sie das alles so nervös?
      Sein Blick wurde ernster und etwas finsterer.
      Er wollte wirklich nicht verarscht werden, und dennoch blieb er ganz ruhig sitzen, und versuchte sich diesen Schwachsinn anzuhören. Egal wie sehr Finn es wollte, er konnte nich anders als seine Augen zu verdrehen. Genau, Magie und Feen gab es wirklich die überall herumschwirrten und wünsche erfüllten. Und er war die neue männliche Cinderella geworden, oder so einen Blödsinn.
      Finn war kurz davor einfach aufzustehen und zu gehen, doch er kam nicht dazu, denn auf einmal flog ein Buch durch die Gegend! Ungläubig sprang Finn auf. Er war vorhin durch diese Gegend gelaufen! Das konnte keine Fäden sein, und dennoch ging er näher an diese Stelle um sich das anzuschauen. War er jetzt verrückt geworden? Träumte er? Sowas konnte doch nicht sein.
      "Was zur Hölle..:", murmelte er vor sich hin, und starrte dann wieder zu Noori.
      "Die Vollständige Genesung?"
      Finn war irgendwie ganz unwohl bei all dem was hier passierte. War das alles nur Blödsinn? Aber wir hatte das mit dem Buch funktioniert? Das machte keinen Sinn.
      Das alles klang wie aus einem dieser komischen Horrorfilme. Und auch wenn Finn nicht unbedingt Angst hatte, fühlte sich das alles gegen jede Überzeugung an, die er jemals gehabt hatte. Sowas konnte doch nur schief gehen... Aber es ging hier um das Leben seiner Mutter. Sie könnte sterben, und was war dann?
      Wenn das hier betrug war, was hatte Finn zu verlieren? Er sollte ihr nur etwas aushelfen, das würde nicht so schlimm sein. Und wenn es stimmte, dann konnte er seine Mutter retten. Sie müsste nicht zu früh sterben, und auch Mary würde ihre Mutter nicht so früh verlieren.
      "Na gut", murrte er dann, und griff nach ihrer Hand, die sie ihm so zuvorkommend entgegenstreckte.
      Doch das stellte sich als Fehler heraus. Sobald sich ihre Hände berührten, durchfuhr Finn einen Schmerz den er niemals hätte beschreiben können. Alles in ihn krampfte sich zusammen, und auch sein Griff um ihre Hand wurde fester und so unangenehm. Eine Hitze durschströmte seinen Körper, und am liebsten hätte er sich übergeben.
      Seine Beine konnten ihn so nicht mehr halten, und er fiel zu Boden. Irgendetwas war so falsch an dem ganzen, Finn fühlte sich als würde er sterben, als würde er jegliche Kontrolle über sich und seinen Körper verlieren. Wie recht er damit behielt, konnte er noch gar nicht ahnen, denn in diesem Moment übernahm der Dämon, und verfinsterte die ansonsten so hellen blauen Augen des Jungen Mannes.
      Xasm richtete sich mit dem Körper auf. Noch war es etwas befremdlich, doch er würde sich sehr schnell daran gewöhnen, da war er sich sicher.
      "Das hat viel zu lange gedauert, kleine Hexe", lachte er dann bitter auf, und hielt noch immer die Hand der Hexe. Die Stimme dieses Körpers klang durch die Besessenheit viel Tiefer, was Xasm auch merklich besser gefiel. Es klang bei weiten nicht so nett wie zuvor.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • 『Noori Laveau』

      Sie hatte noch eine leise Entschuldigung murmeln können, ehe seine Haut auf die ihre traf und der Pakt somit beschlossen war. Sie fühlte sich schrecklich, doch anhand der krampfhaften Bewegungen des Mannes wusste sie, dass ihre Schmerzen bei Weitem nicht so schlimm waren wie seine. Der Dämon übernahm langsam den Körper des Sterbenden, der Nooris Hand fest umklammert hielt. Sie spürte nichts anderes als den festen Druck, der sich um ihre zierliche Hand gelegt hatte. Nach einigen Augenblicken hatte dieser nachgelassen. Die Hexe wusste instinktiv, dass der Geist des Mannes aus seinem Körper vertrieben worden war und Xasm übernommen hatte. Sie wurde in ihrem Wissen bestätigt als sie in die dunklen Augen schaute, die zuvor noch in einem hellen Blau geleuchtet hatten. Sie hatte einen Unschuldigen auf dem Gewissen, nur um ihren eigenen Hals vor der Schlinge zu retten.Doch sie war sich nicht einmal sicher, ob sie ihr Leben überhaupt gerettet hatte. Früher oder später, dem war sie sich sicher, würde Xasm ihr überdrüssig werden und sie töten.
      „E-Es tut mir Leid“, murmelte sie und hätte ihre Hand am Liebsten aus dem Griff des Dämons gezogen. Doch sie hatte Angst und war noch nicht über den Tod von Finn hinweg. Oh Gott! Jade würde es mit Sicherheit auffallen, wenn ihr Freund sich anders benahm als sonst. Wie sollte sie den Dämonen vor ihr versteckt halten? Sie könnte Zack herüberbitten und ihn anflehen, dass er Jade‘s Erinnerungen auslöschte. Nur war Finn sicherlich nicht nur eine Bekanntschaft von einigen Minuten höchstens Stunden gewesen. Dazu kam noch, dass Xasm und sie nicht weit voneinander entfernt sein konnten. Xasm und Noori waren bereits durch einen Pakt aneinandergebunden. Nun kam das Bündnis zwischen Noori und Finn hinzu, welches sie an den Körper des toten Mannes band. Sie könnte höchstens dafür Sorgen, dass Zack sie mit seinen Kräften bezirzte und für den heutigen Abend nach Hause brachte. Aber er würde es auch nicht ohne eine Gegenleistung machen. Verdammt!Das ist, weil du nie nachdenkst!Wie viele unschuldige Wesen würde sie noch mit sich ziehen? „Ich hoffe der Körper ist zu dei- Eurer Zufriedenheit.“ Das MeisteroderMylordam Ende des Satzes verkniff sie sich. Sie war tief gefallen, jedoch würde sie ihn niemals als ihren Meister oder dergleichen anerkennen. Noori würde sich bemühen einen Weg zu finden, um den Dämon dorthin zurückzuschicken woher er kam. Und auch wenn sie Finn nicht mehr zurückholen konnte, so würde sie zusehen, dass seine kränkliche Mutter von ihrem Leid befreit und genesen würde. „Ich habe meinen Teil der Abmachung erfüllt. Wie sieht es mit dem Euren aus?“, hakte sie vorsichtig nach. Sie konnte noch nicht ahnen in welchen Gewässern sie wanderte, weswegen sie sich bedacht fortbewegen wollte. Immerhin wollte sie den Zorn des Flussmonsters nicht auf sich ziehen. Vorsichtig, wie ihre Worte, zog sie ihre Hand aus der größeren Hand des Dämons, wobei sie darauf achtete seinem Blick weitgehend zu vermeiden. „Draußen wartet die Freundin der .. Hülle. Was gedenkt Ihr sollen wir mit ihr machen?“
      Hoffentlich nicht töten.Auch wenn sie Jade nicht so sehr kannte, so war ihr die junge Frau sehr ans Herz gewachsen. Sie sollte nicht das gleiche Schicksal wie ihr Freund ereilen.
      „Sie wird es mitbekommen, wenn Ihr Euch anders als gewohnt verhaltet.. Und weit gehen könnt Ihr auch nicht.“ Nicht, wenn der Pakt sie aneinander fesselte.
    • ☾Finn Lovis☽

      "E-e-e-e-ees tut tut tut mir leid", äffte Xasm sie nach. Es interessierte ihn überhaupt nicht. Mit so einer Entschuldigung konnte er auch absolut nichts anfangen das war einfach nur anstrengend. Der Dämon verdrehte einfach nur die Augen, wenn diese Hexe sich jetzt immer wie ein mickriges Häufchen Elend entschuldigen wollte, würde er sie wohl schneller umbringen als er es eigentlich geplant hatte.
      Erst dann musterte der Dämon sie das erste mal mit diesen menschlichen Augen. Für einen Menschen musste diese Frau hier wohl als ansehnlich gelten, wenn nicht gar attraktiv. Für einen Dämon war sie eben nur ein Mensch. Das war nun einmal so als würde ein Mensch ein Nutztier betrachten. Nichts was einen sonderlich bewegen konnte, außer sie taten etwas dämlich-niedliches.
      Er würde sich an den Umgang mit Menschen wohl erst wieder gewöhnen müssen, immerhin war es schon einige Tausende Jahre her. Damals war es doch ganz anders, und zumindest hatte er ein wenig die Chance die Welt wie sie nun war betrachten zu können, als er noch ohne einen Körper gewandelt war.
      Das alles hatte ihm und seinen Kräften natürlich auch etwas zugesetzt. Kräfte schwanden sehr schnell, wenn man sie nicht kanalisieren konnte. Energie die frei im Raum herum schwebte verpuffte einfach irgendwann, es war also wirklich dringend notwendig gewesen, dass er einen Körper bekommen hatte. Das würde Xasm natürlich niemals zugeben, warum sollte er das auch tun? Damit diese Hexe dachte, dass sie irgendeinen Vorteil haben könnte? Das er nicht lachte.
      "Ich habe mir diesen Körper ausgesucht, denkst du wirklich ich würde einen Fehler machen was meine eigene Wahl betrifft?!", fuhr er die Hexe dann schon beinahe an. Es war immerhin nicht so, als wäre es in irgendeiner Art ihre Entscheidung gewesen. Es war ihm ohnehin nicht unbedingt vorgekommen, als hätte sie sich Mühe gegeben für ihn einen Körper zu finden. Hätte er diesen Körper nicht bekommen, hätte er die Hexe ohnehin spätestens Morgen umgebracht. So zu leben war beinahe schon unerträglich.
      Ihre nächsten Worte verärgerten ihn. Sie hatte sich kaum Mühe gegeben mit dieser Abmachung, Xasm hatte ehrlich gesagt auch keine Lust deswegen seinen Teil einzuhalten. Deswegen wandte er sich von ihr ab, als sie ihre Hand zurück zog, als hätte sie Angst was er tun würde. Dabei musste er sie nciht berühren um ihr zu schaden. Eine kleine Bewegung mit der Hand, und er könnte ihre Innerein zerquetschen und sie langsam und qualvoll sterben lassen.
      Xasm begann sich dann in den Raum umzusehen, betrachtete ihre magischen Gegenstände ihre Hilfsmittel, und öffnete dabei die Schubladen und Schränke die er fand. Er ging nicht gerade sanft mit den Sachen um, und der Dämon hatte auch nicht unbedingt daruaf geachtet alles in Ordnung und Sauberkeit zu belassen.
      "Hülle...", lachte er dann etwas bitter, "Sein Name ist Finn. Du solltest nicht versuchen dein schlechtes Gewissen wegen seines Todes zu mildern, indem du ihn entmenschlichst."
      Die Freundin Finns interessierte den Dämon überhaupt nicht. Es kümmerte ihn einfach nicht, das hier war nicht sein Problem, er würde sich keine Probleme aufhalsen die nichts mit ihm zu tun hatten. "Ich könnte sie einfach töten, und dann verbrennen wir den Leichnam im Garten. "
      Aus den Augenwinkeln sah er dann zu der Hexe, bevor er ein kleines Kistchen öffnete. Ah, da war es ja. Ein Ritualmesser. Es war nicht perfekt, bei weiten nicht, aber besser als überhaupt nichts zu haben. Ein gewöhnliches Messer würde der Dämon auf keinenfall anfassen,d as war gewiss unter seiner Würde.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • 『Noori Laveau』
      Noori war sich sicher, dass sie ihm den Hals umgedreht hätte, wäre er nicht ein übernatürliches starkes Wesen. Dass er sie nachgeahmt hatte, verfärbte ihr aus Peinlichkeit die Wangen. Sie hatte nicht herüberkommen wollen als sei sie das hilflose Lämmchen, das allein nicht einmal denken konnte. Doch sie wusste nicht wie sie mit einem mächtigen Dämon umgehen sollte, der sie mit einem Schnipsen seiner Finger auf eine langsame und qualvolle Weise der Welt entreißen konnte. Beschämt wand sie ihren Kopf zur Seite und wischte sich die Hände an ihrer Schürze ab. Die Aufregung und der harte Griff des Dämons hatten sie ins Schwitzen kommen lassen.
      Ein Seufzen entglitt der unerfahrenen Hexe ehe sie aus ihren Augenwinkeln heraus einen kurzen Blick auf den Dämon warf, der mittlerweile damit begonnen hatte ihr trautes Heim zu begutachten. Sollte sie demnächst auch noch ihre Möbel umstellen, damit es dem allmächtigen Wesen in ihrer Wohnung gefiel? Bei näherer Betrachtung des Mannes schien er jedoch weniger zu begutachten, sondern eher zu suchen.
      Die Bemerkung, die er anschließend von sich gab, schmerzte. Sie hatte versucht hart und emotionslos zu spielen, doch natürlich blieb dem Auge des Dämons ihre wahren Gedanken und Gefühle nicht versteckt. Lügen sind also keine Optionen, merkte sie sich für später an. Vielleicht hätte sie nicht ihre Großmutter und ihre versteiften Anhängerinnen als Referenz für ihren Umgang mit Xasm in Erwägung ziehen sollen. Diese Hexen waren wirklich grausam und würden einander von einer Klippe schubsen, wenn es ihnen zu mehr Kraft verhelfen würde. Ihre eigene Tochter hatte Corvina bereits ohne mit der Wimper zu zucken aus dem Zirkel geworfen. Ihre Enkelin wollte sie nicht zu Gesicht bekommen. Noori ballte ihre Hände zu kleinen Fäusten. Rache und Neid hatten sie hierher gebracht, aber es mussten nicht die Emotionen sein, die sie ihr Leben lang leiten würden.
      "Ich habe eben noch nie jemanden umgebracht!", platzte es aus ihr heraus. "Und nein! Das werden wir ihr nicht antun. Ich kümmere mich darum." Perfekt! Jetzt hatte sie ihr Todesurteil durch ihr Widersprechen mit Sicherheit unterschrieben und auf dem "I" noch ein Herzchen hinterlassen, um zu zeigen wie sehr sie damit einverstanden war. Idiotin des Jahrhunderts.
      Kurzerhand marschierte sie aus dem Wohnzimmer und in ihr Schlafzimmer, in dem sie ihr Handy aufbewahrte. Xasm schien noch mit der Suche beschäftigt zu sein, weswegen sie sich die Freiheit nahm und aus seinem Sichtfeld zu verschwinden. Ganz sicher würde heute niemand mehr durch ihre Hand sterben. Sie griff ihr Telefon, das auf ihrem Nachttischchen residierte und schaltete dieses an. Ein verpasster Anruf ihrer Mutter - als hätte sie das Schlamassel gerochen, in das sich ihre Tochter geritten hatte. "Sorry, aber du musst jetzt warten", murmelte sie und wählte stattdessen einen anderen Kontakt. Ihre Eltern durften niemals von dem Dämonen erfahren, was sich als äußert schwierig erweisen würde.
      Tut. Tut. Ein Klicken. "Was?", ertönte die tiefe und genervte Stimme des Vampirs, den sie vor einigen Monaten kennengelernt hatte. Noori sah ihn als einen Freund, Zack hingegen schien nicht besonders von der Brünetten angetan zu sein. "Ich brauche deine Hilfe." Eine kurze Pause. "Nein." Sie war sich sicher, dass er auflegen würde, wenn sie ihn nicht davon abhielt. "Warte, warte! Ich habe mich wohl etwas in die Scheiße geritten.. Ich hab einen Dämonen an der Backe und eine Zivilistin hier, die dringend ihre Erinnerungen ausgelöscht und nach Hause gebracht werden müsste." Erneute Stille seinerseits.
      "Sag mal, bist du eigentlich total bescheuert?" Zack klang wütend, beinahe sogar etwas irritiert. "Du lässt dich auf einen Dämon ein und ich soll dich jetzt retten? Spinnst du?! Ich -"
      "Du musst nur die Zivilistin nach Hause bringen, mehr nicht. Der Dämon ist mein Problem." Autsch. Aber sie hatte mit der Reaktion gerechnet. Zachary war nicht besonders für seinen freundlichen Zuspruch bekannt. "Du hast auch etwas gut bei mir", erwiderte sie nach einem kurzen Augenblick der Ruhe. Er schien ihre Bitte zu überdenken, aber sie war sich noch immer nicht sicher, ob er ihn in Erwägung zog. "Na gut, aber ich will nichts mit deinem neuen Freund zu tun haben. Wer ist sie?" Noori explodierte vor Freude, am liebsten wäre sie in die Luft gesprungen und nachdem sie hunderte von "Dankeschöns" gerufen hatte, beschrieb sie ihm Jade, die sich noch immer in der Nähe ihrer Wohnung aufhalten musste. "Bis gleich", murmelte er und wieder war es ruhig für einen Moment. Sicherlich fand er den roten Knopf nicht, der das Telefonat für sie beenden würde. Kurzerhand legte sie auf, schmiss das Telefon auf das ungemachte Bett und trat aus ihrem Schlafzimmer. Sofort entdeckte sie Xasm, der ihr Ritualmesser in den Händen trug. Wollte er sie jetzt schon umbringen? Panik machte sich in ihr breit. "Was soll das werden?", erkundigte sie sich und nahm einen sicheren Abstand zwischen sich und dem übernatürlichen Wesen ein.
    • ☾Finn Lovis/Xasm☽
      Sie schien ja genug Mumm zu haben um sich Xasm zu wiedersetzten. Es war schon irgendwie lustig, aber er konnte nur hoffen sie würde es nicht zu oft tun. Wie schade wäre es denn auch um dieses Püppchen, wenn er ihr einfach die Zunge heraus schneiden würde.
      Immerhin wäre sie dann bei weiten weniger unterhaltsam. Es würde am Ende nur noch langweiliger mit ihr werden, und sobald er sie getötet hatte, würde er zurück in die Unterwelt verbannt werden... Das wollte Xasm im Moment noch nicht, er hatte bei weiten noch nicht genug Chaos verursacht.
      Die Hexe verschwand nun aus diesem Räumlichkeiten, weswegen Xasm sich, nachdem er das Messer gefunden hatte, auf den Platz setzte an dem vorhin Noori gesessen hatte.
      Leicht drückte der Dämon dann das Messer gegen seine Fingerspitze, und direkt traut ein Tropfen Blut daraus hervor. Fasziniert betrachtete er dieses menschliche Lebenselixier. Er mochte diese Farbe, und das wärmliche Gefühl das sie auf der restlichen Haut hinterlies, kurz bevor sie abkühlte und sich alles um einiges kälter anfühlte als es eigentlich war.
      Langsam hob der Dämon den Finger näher an seinen Mund, und dann leckte er den Tropfen Blut davon.
      Der metallische Geschmack im Mund war nicht das was er als köstlich bezeichnen würde, aber es war auf jedenfall aufregend und belebend. Lustig. Er hätte genau hier und jetzt einfach anfangen können zu lachen, nur wegen des Geschmacks und was das alles für eine Bedeutung hatte.
      Kurz bevor Noori zurück kam, fasste der Dämon den Entschluss nach ihr zu sehen. Das alles hatte ihn bei weiten zu lange gedauert.
      Gerade als er aufgestanden war, trat sie doch schon wieder ein den Raum, und Xasm konnte nicht anders als seine Augen zu verdrehen. Und dafür hatte er sich nun wirklich diese Mühe gemacht? Es war wirklich unnötig gewesen. Sie hätte sich einfach beeilen sollen, dann wäre sie eine Minute früher da gewesen und er müsste sich jetzt nicht ärgern.
      Ihr Blick glitt zu dem Messer in Xasm Hand, und sie wich automatisch zurück.
      "Ganz ruhig, Püppchen. Das hier brauche ich, um unseren Pakt den letzten schliff zu geben. Du könntest mich auch küssen, aber ich weiß nicht wirklich ob ich diese Aufdringlichkeit von dir genießen würde."
      Während er das sagte, trat er näher an sie heran und griff nach ihren Kinn ob es anzuheben. Leicht lehnte er sich dann zu ihr herunter.
      "Blut mischen, oder einen Kuss, such es dir aus, kleine Hexe."
      Ein böses und breites Grinsen schlich sich auf seine Lippen, und er wusste nur zu genau, dass er sie etwas zu fest hielt. Das ganze war ihr mit Sicherheit mehr als nur unangenehm, und das machte dem Dämon umso mehr Spaß.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • 『Noori Laveau』
      Noori wusste nicht was unangenehmer war. Die dunklen kalten Augen in die sie starrte oder die tiefe Stimme, welche sie bis ins Mark erschütterte. Der Griff um ihr Kinn machte die Situation nicht erträglicher. Den Blick, den sie nun auf Xasm gerichtet hatte, konnte sie dadurch nicht mehr abwenden, und wenn sie es tat würde es seinerseits als ein Akt der Schwäche aufgenommen werden.
      "Ein Kuss?", hakte sie nach und hob skeptisch die Augenbrauen. Ihre Hände legte sie auf den Arm des Mannes, um sich aus dem festen Griff wenden zu können. Allerdings klappte ihr Versuch nicht. "Ich hätte nicht gedacht, dass ihr Dämonen euch so an unschuldige Frauen wie mich heranschmeißt." Ihre Augen wanderten zu den Lippen, die einst Finn gehört hatten. Er war so nah. Sie müsste sich lediglich auf ihre Zehenspitzen stellen und sie könnte den Kuss auslösen, welcher den Pakt zwischen ihnen besiegeln würde.
      Aber wollte sie diesen Kuss tatsächlich? Nun es war ihr durchaus lieber als sich mit ihrem Messer schneiden und den Pakt somit mit Blut schließen zu müssen. Kaum würde Noori einen Tropfen der roten Flüssigkeit sehen, da würde ihr Kopf ausschalten und sie der Ohnmacht verfallen. Wenn sie schon den Gedanken an das blutige Ritual äußerte, schauderte ihr ganzer Körper. Darüber hinaus wollte sie Xasm keine Möglichkeit bieten, um sich in näherer Zukunft über sie lustig machen zu können. Sie biss sich leicht auf die Lippe und sah dem Mann anschließend wieder in die dunklen Augen. Finns Augenfarbe war heller und freundlicher gewesen, nun wirkten sie kalt und grausam. Trotzdem hielten sie sie fest und die Brünette konnte den Blick schlichtweg nicht abwenden. Sie schob es auf die dämonischen Kräfte, die nun durch den einst menschlichen Körper flossen.
      "Ich nehme wohl den Kuss", erwiderte sie entschlossen, stellte sich auf die Zehenspitzen und legte die rosigen Lippen auf die des Dämons. Mit dieser Aktion hatte Noori gehofft Xasm aus der Bahn zu werfen, ihn als den Idioten der Situation darzustellen. Sie wollte ihm zeigen, dass sie ihn nicht fürchtete. Jedoch hatte sie davor nicht bedacht, dass es ihr erster Kuss war. Es war nicht der Punkt, dass sie ihren heiligen ersten Kuss an einen Dämonen verschenkt hatte. Noori war keines dieser Mädchen, das diesen bereits seit ihrer Geburt plante und ihn in einem perfekten Szenario erleben wollte. Sie hatte nicht einmal damit gerechnet ihren ersten Kuss in näherer Zukunft zu erleben. Sie hatte sich nie Gedanken über solche Sachen gemacht und menschliche Männer fanden sie ohnehin komisch. Und übernatürliche Wesen, wie Zack eines war, kannte sie kaum.
      Es war eher der Grund, dass sie nicht zu küssen wusste, welcher sie etwas unbeholfen zurückließ. Sie hatte ihre Lippen nun auf denen von Xasm, die erstaunlicherweise sehr weich waren. Aber was nun? Vertiefen? War der Pakt bereits geschlossen? Sicherlich nicht. Dieser kleine Bussi zählte nicht als Kuss, weswegen sie ihren Mund leicht öffnete und den Kuss somit vertiefte.
      Röte schoss ihr ins Gesicht, nachdem sie realisierte, was hier überhaupt geschah. Sie küsste einen Dämonen. Mutter wird so stolz sein, dachte sie sarkastisch. Ihre Hände hatte Noori mittlerweile auf den breiten Schultern des Mannes gelegt und krallte sich in den Stoff seines Oberteils. Ihr Herz schlug immer schneller und wenige Augenblicke später löste sie sich schwer atmend von den Lippen des Dämons. Es war ein chaotischer Kuss gewesen, jedoch musste er den Pakt mit Sicherheit zwischen den Beiden besiegelt haben.
      Ihr Kopf war noch immer rot. "Da bin ich wohl doch etwas aufdringlich geworden", scherzte sie und nahm die Hände von seinen Schultern.
    • ☾Finn Lovis/Xasm☽

      Xasm musterte sie von oben bis unten, so wie es sich gehörte wenn ein Jäger seine Beute betrachtete. Nichts anderes war Noori für den Dämon. Er nahm jede ihrer Regungen war, jede Kleinigkeit wie unwichtig sie auch noch erscheinen mochte. Jeder ihrer Atemzüge war in diesem Moment beinahe so laut wie das Grollen eines Donners und wenn Xasm sich besonders konzentrierte konnte er sogar den leisen Herzschlag der jungen Frau vor ihn wahrnehmen. Es war um Welten einfacher, als er noch mehr Dämon war, aber in dieser Hülle waren seine Sinne mehr eingeschrenkt denn zuvor. Dafür konnte er seine magischen Fähigkeiten besser katalisieren, wofür er sich jedes Mal wieder entscheiden würde. Mit dieser Art von Fähigkeiten konnte er doch bei weiten mehr anfangen.
      Der Dämon wollte sich nicht einmal die Mühe geben ihre Frage zu beantworten. "Ich werde mich für dich nicht wiederholen, Hexe."
      Das Wort Hexe spuckte er beinahe schon so aus als wäre es etwas abscheuliches. Als Noori jedoch weitersprach musste er doch etwas lachen. "Dämonen mögen nichts lieber als jungfräuliche Frauen in Versuchung und Gefahr zu bringen." Das Grinsen auf seinen Lippen wurde von boshaft zu spöttisch.
      Sie dachte wohl viel zu gut von Dämonen und den dunklen Kräften. Das konnte am Ende nur zu Xasm Vorteil ausgelegt werden. Er konnte gar nicht anders als mehr und mehr Vorteile in dieser dümmlichen Hexe zu erkennen. So eine Person konnte nicht viel von ihm verlangen, und alles was sie verlangen würde, das konnte er ihr mit einer Leichtigkeit wieder ausreden. Und für diesen geringen Preis wieder einen Körper zu haben und unter all diese schwachen Menschen Chaos und verderben zu bringen war wohl das beste das Xasm passieren konnte.
      Die Entschlossenheit die sich auf Nooris Gesicht legte, überraschte ihn jedoch sehr. Er hatte es nicht wirklich erwartet sie so zu sehen, doch so lange das Versprechen in der Luft lag mächtiger zu werden, als die meisten menschlichen Wesen, konnte wohl so einiges geschehen. Jeder andere Dämon hätte sie vermutlich schon mit Haut und Haaren verschlungen, doch das würde den Spaß für Xasm um einiges kürzer fassen. Er wollte das hier noch so lange ausnutzen wie er konnte. So lange bis sise ihm zu sehr auf die Nerven fiel.
      Xasm dachte noch nicht einmal daran den ersten Schritt zu tun, deswegen war es wohl gut das sie es tat. Er hatte auch nicht vor viel zu tun, sie sollte das tun was sie dachte was passieren sollte und so wie es schien, hatte sie noch nicht einmal jemanden geküsst. Wie unschuldig, beinahe schon etwas lachhaft.
      Als sie ihren Mund öffnete gab der Dämon dann doch nach. Seine Zunge glitt in ihren Mund und umschmeichelte für einige Augenblicke die ihre, bevor sie sich zurück zog. Xasm war bei weiten keine zurückhaltende Person, viel eher ungeduldig und das ganze hätte sonst sicherlich noch eine Ewigkeit gedauert.
      Während er sich langsam zurück zog und auch die Hexe wieder ihren Abstand einnahm, fühlte er wie sich eine Art unsichtbare Leine um sein Herz legte und etwas enger zuzog als es ihn recht gewesen wäre. Dieses Gefühl hatte Xasm beinahe schon wieder vergessen gehabt, es war einfach viel zu lange her seitdem er das letzte Mal auf Erden gewandelt war.
      Um sich wieder zu besinnen seufzte der Dämon leise und überhörte mit voller Absicht den Kommentar der Hexe. Gerade als er sich abwenden wollte, und somit einen 'sittlichen' Abstand zwischen sich und die Hexe bringen wollte, öffnete sich die Tür und eine Menschenfrau trat ein. Das musste wohl das Weibsbild sein von dem die Hexe vorher gesprochen hatte.
      Es wäre so einfach nun einfach ein paar Schritte auf sie zu zu tun und sie zu erstechen, den dolch hielt Xasm immerhin noch immer in der Hand.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "