Aufstand der Stämme (Codren & SunWukongIV)

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    • Aufstand der Stämme (Codren & SunWukongIV)

      Spieler:
      @Codren
      @SunWukongIV

      Es geht los ...
      Das Fest der Mondsteine, zumindest nannten es die Thulan so, war eine Begebenheit die sich mehrere der Stämme von Retreia teilten. Zwar gab es Stämme bei denen die Festivität außer Mode gekommen war und andere, welche Sie nie angenommen hatten aber nichtsdestotrotz lag in den Festivitäten eine Besonderheit, da während ihrer Dauer der Frieden zwischen allen Stämmen galt. Krieg mochte davor und danach seinen Lauf nehmen, doch nicht während der Feierlichkeiten.
      Für die Thulan war es eher ein eigneschlafener Brauch, ohne besondere Bindung zu den Göttern und die meisten Mitglieder des Stammes sahen es lediglich als Gelegenheit in Beisammensein ihrer Nachbarn sich dem kurzzeitigen Hedonismus hinzugeben. Wie alle sechs Jahre jedoch, denn in diesem Abstand fand das Fest statt, zog es einige Mitglieder aus den verschiedenen Stämmen, sofern Sie denn das Fest noch feierten, zu den Mondsteinen. DIe Thulan hatten die Festivität nach dem großen Steinkreis benannt, doch für die meisten anderen hatte es einen anderen Namen und andere Bedeutungen.
      Auch Kaazu hatte es mitsamt seinem Vater, dem Großhäuptling der Thulan, sowie einem Gefolge verschiedenster Stammesmitglieder, hierher geführt. Dieses Aufgebahren war jedoch mehr eine Aufführung von Stäke gegenüber den anderen Stämmen, sowie eine Gelegenheit Handelsabkommen zu schließen, welche der Stamm so oft benötigte, damit bestimmte Rohstoffe nicht versiegten. Die Reise war jedoch keine einfache oder kurze gewesen. Es waren vermutlich hundert, eher sogar hunderte von Meilen gewesen, die Sie an Strecke zurückgelegt hatten um die Steine zu erreichen, die noch hinter dem Delta das großen Flusses Erretero lagen, und Sie waren dementsprechend nicht die ersten gewesen, welche eingetroffen waren. Die Thulan hatten schnell ein eigenes kleines Lager errichtet und sein Vater hatte Einladungen ausgeschickt um Vertreter von anderen Stämmen kommen zu lassen. Kaazu war sich bewusst, dass dies ein Machtspielchen war um zu zeigen welcher Stamm stärker war, ihm jedoch war es egal. Einerseits war der Häuptlingssohn glücklich einmal wieder einen Tapetenwechsel zu haben, andererseits wollte er Neuigkeiten. Es war Längst bekannt, dass die Fremden große Siedlungne umgeben von steinernen Mauern geschaffen hatten und Stück für Stück damit begannen Retreia zu erobern, dies Spiel ging schon seit er ein Kind war, doch man wusste nie genau wie die echten Daten waren, eine unschöne Problematik, welche sich aus dem relativen Isolationismus der Thulan ergeben hatte.

      Bedachte man, dass sein Vater ihn nicht brauchte um mit irgendwem Eisenlieferungen auszuhandeln, so machte er sich auf neues zu erfahren und sich umzusehen. Um nicht einfach nur herum zu streifen schnappte er sich einen großen Tonkrug voller Luko, einem süßlichen Alkohol, welchen die Thulan aus verschiedenen Dschungelfrüchten herstellten. Er hatte schnell gelernt, das Getränke Türen öffneten und auch wenn das zuckersüße Gebräu der Thulan den meisten unerfahrenen ein kopfschmerzerfülltes Erwachen am nächsten Morgen bescherte, nahmen Sie es am Abend immer gerne an. Den Krug unter den rechten Arm geklemmt marschierte er also aus den Lagergrenzen seines Stammes heraus und schaute auf die verschiedenen Ansammlungen von Menschen, deren Standorte selbst in der Dämmerung von Lagerfeuern verraten wurden. Unsicher wie er sich entscheiden sollte, stieß er ein kurzes Loec-Gebet hervor, "Drehe dich im Tanz - folge dem Wind - tu was beliebt." Die Worte selber hatten zwar keine magische Wirkung, da Kaazu beim aussprechen aber die Augne schloss und willkürlich den Arm herumwirbelte, hatte er beim Ende des Aussprechens einen zufälligen Zielpunkt. Es war eine etwas kleinere Ansammlung von Zelten, die er auf die Entfernung noch keinem Stamm zuordnen konnte. Entweder hatten Sie keine Flaggen aufgestellt oder waren gerade erst dabei, und genau dorthin schlenderte er nun. Die Waffen hatte er natürlich nicht mitgenommen, der Alkohol sollte mehr reichen, zumal es sich ja um ein Friedensfest handelte. ...
      "Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen!" - Plato


    • Die Reise zum Fest der Zusammenkunft war ein großes Hindernis, das allen teilnehmenden Stämmen alle sechs Jahre schwer zusetzte, wenn es wieder an der Zeit war loszuziehen, um alte Freunde zu treffen, neue Bekanntschaften zu schließen und Feinde zu belauschen. Nicht umsonst war es eine Zeit des Friedens und der Freundschaft, denn der Weg dorthin war bereits aufreibend genug und niemand wollte sich auch noch der Gefahr stellen, währenddessen angegriffen zu werden.
      So war es auch für die Welsink Terriem eine Weltenwanderung, nachdem sie sich drei Wochen durch die Wildnis gehetzt hatten, um bloß nicht zu spät zu sein, denn dann war das Beste schon immer vorüber. Die Truppe war diesmal klein, auffallend klein, wenn man bedachte, wie viele Leute unter den Geschwistern Servit standen, aber Ifan Ben-Mezd hatte nur seine besten Jagdfreunde mitgenommen und dazu die besten Freundinnen seiner Schwester, denn das war diesmal das einzige Ziel seiner Teilnahme: Seine Schwester Elistrie zu sehen. Sechs Wochen war es her, seit er mit Balduin in den Krieg gezogen war und seitdem hatte er nichts mehr von ihr gehört. Sie schrieb keine Briefe und es kamen auch keine Boten, um ihm eine Nachricht zu übermitteln.
      "Sie wird schon zu dir zurückkommen", hatte Ailyn ihm gesagt und ihn dann daran erinnert, dass auch Welsink und Terriem eine Zeit lang getrennt voneinander gelebt hatten, aber er war dadurch nicht zur Ruhe gekommen. Ailyn war eine kleine, rundliche Frau, die in seinem Heimatdorf einen Kräuterladen besaß, aber jetzt nicht da war, weil man ihr Wissen benötigte. Er hätte sie gern bei sich gehabt, damit sie ihre Worte so lange wiederholen könnte, bis er sie selbst glaubte, aber sie waren sowieso schon bei den Feierlichkeiten angekommen. Es fehlte nur noch ein kleiner Schritt, um seine Schwester wiederzusehen.

      Die Zelte wurden aufgeschlagen, das Kochfeuer entzündet, die Tiere gepflegt und bald waren sie schon selbst bereit zum eigentlichen Hauptplatz zu ziehen, an dem die Stämme sich zu Musik einfanden und auf mitgebrachten Tischen und Stühlen speisten und tranken. Wie alle sechs Jahre war es schon ordentlich voll, sodass man nicht wirklich erkennen konnte, welche Stämme alles anwesend waren und welche nicht. Einige waren alle sechs Jahre hier - man könnte meinen, sie würden sich auf nichts anderes freuen - aber manche hatten auch noch nie teilgenommen. Ifan Ben-Mezd war selbst schon zweimal hiergewesen und beabsichtigte, auch bis zu seinem Tod noch hinzugehen.
      "He! Gibt's hier schon Trink-Boten?", rief Rasim plötzlich aus, der am Eingang ihres überschaulichen Lagers stand und die Arme in die Hüften gestemmt hatte, während er den Mann vor sich erheitert ansah. "Das ist doch mal was!"
      Ifan Ben-Mezd wollte selbst nicht die Gelegenheit entgehen lassen einen Tropfen zu trinken, bevor er nach Balduin suchen würde und so trat er zu Rasim (sein richtiger Name lautete Rasumichin, aber alle nannten ihn Rasim) und begrüßte den dunkel gebräunten Mann, der dort fröhlich zu ihnen herüber marschierte, mit einem freundlichen Hallo. Sie waren gleich groß, was Ifan Ben-Mezd die Gelegenheit gab, die Gesichtszüge seines Gegenübers zu mustern.
      "Ich bin Ifan Ben-Mezd, das ist Rasim, wir sind die Welsink Terriem. Willst du hier jeden mit deinem Getränk beliefern? Dann hast du aber noch was vor." Er deutete auf den Krug unter dessen Arm und lächelte. Er wollte sich den Mann merken, um ihn später in der Menge wiederfinden zu können, sobald er seine Schwester gefunden hätte.
    • Kaazu hatte sich den ganzen Weg zu dem lager Gedanken gemacht, zu welchem Stamm es wohl gehörte, wobei er versuchte irgendwelche guten oder klaren Anhaltspunkte zu finden, welche seine innere Frage beantworteten. Es stellte sich heraus, dass er die Antwort direkt geliefert bekam, da er beim Einlaufen in das Lager in zwei Angehörige des Stammes lief, welche ihm keine Sekunde Luft holen gönnten bevor Sie sich vorstellte, wobei sich genau genommen nur einer der beiden vorstellte und es dann auch gleich für seinen Kameraden übernahm. Kaazu hatte logischerweise nicht vor schweigend vor den beiden zu stehen, schließlich war e hergekommen um Dinge zu erfahren.
      "Nun Ifan Ben-Mezd, ich habe nicht vor den Diener für das Fest zu übernehmen, ich habe lediglich den Zufall entscheiden lassen zu wem ich gehen werde und Trank und Geschichten im Austausch für Informationen anzubieten.", er setzte ein Lächeln auf und hielt den Krug hoch. Er glaubte sich wage an die Welsink Terriem zu erinnern, abgesehen von eienr ungefähren Richtung waren ihm die Details aber entfallen, wobei diese Richtung sehr vielversprechend war, lagen Sie doch definitv in Richtung der Front zum Imperium, "Ich bin Kaazu von den Thulan, mein Vater ist Ratey der Großhäuptling aller Thulan aus der Ahnenreihe Klians."
      Er hatte nicht wirklich vor mit seiner eigenen Stellung anzugeben aber damit konnte er zumindest klar machen, dass hinter seinen Worten und Taten eine gewisse Macht war für Vereinbarungen, auch wenn er sich bewusst war, dass das Wort eines Thulan nicht immer hoch geschätzt war, besonders von solchen Stämmen, denen Ehre heilig war.
      "Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen!" - Plato


    • Rasim breitete auf die Antwort des Ankömmlings theatralisch die Arme aus und richtete sein Gesicht gegen den Himmel.
      "Sind wir nicht alle wegen Tränken und Geschichten herkommen? Dich hat bestimmt ein Engel geschickt!"
      "Lass den Quatsch. Kaazu von den Thulan, ich nehme dein Angebot gerne an, aber zuvor habe ich noch eine Sache zu erledigen."
      Er blickte durch die dunkle Gegend und fuhr sich durch den Bart, bevor er weitersprach.
      "Du hast nicht zufällig die Ken' Baduin Han hier gesehen? Das ist ein Stamm aus dem Nordwesten, ihr Wappen ist glaube ich... Wo ich davon spreche; Fyhna! Wo ist unser Wappen?"
      "Ich suche es noch!", kam die gedämpfte Antwort einer Frau aus einem der Zelte und Ifan Ben-Mezd wandte sich wieder um.
      "Ihr Wappen ist glaube ich ein Zahn mit einem Halbmond. Ist es nicht so, Rasim?"
      "Da fragst du mich zu viel."
      "Ihr Anführer ist ein Mann mit roten Haaren, sie nennen ihn immer Balduin. Hast du diese Leute gesehen?"
      Langsam musste er sich eingestehen, dass er unruhig wurde. Seit Tagen schon hatte er nichts anderes im Kopf gehabt als seine einsame Schwester, die irgendwo an der Küste mit einem Mann zusammen war, den sie nicht kannte und vielleicht auch nie kennenlernen wollte. Obwohl sie dem Bündnis zum Wohle des Stammes selbst zugestimmt hatte, musste sie sich doch sicherlich genauso danach sehnen ihn wiederzusehen wie er, oder nicht? Wieso hatte sie ihn dann nicht schon selbst aufgesucht?
      "Kaazu kann doch mit uns kommen?"
      "... Nein, lieber nicht. Nimm es mir nicht übel, Kaazu von den Thulan, aber das ist eine persönliche Sache. Dein Vater ist euer Anführer, oder nicht? Ich weiß wenig von euren Sitten, zu diesen Zeiten wandeln immer so viele Götter unter uns, wir können uns nicht alle merken. Richte deinem Vater einen Gruß von mir aus, Ifan Ben-Mezd Servit, man nennt mich auch Terriem. Sag ihm, die Geschwister Servit sind ihm wohl gesonnen, auch wenn er mit unserem Namen vielleicht nichts anfangen kann."
    • Kaazu wurde recht herzlich empfangen, doch er hatte auch nichts anderes erwartet, der Häuptlingssohn war allerdings überrascht, dass sein Gegenüber anscheinend eine so dringliche Sache auf dem Zettel hatte, dass er das Angebot nach hinten schieben wollte. Natürlich war das Fest auch politisch wichtig, doch es dauerte in der Regel einige Tage, weshalb der erste Abend von den wenigsten genutzt wurde um sich direkt in die Wirren der Bündnispolitik zu schlagen. Doch anscheinend suchte der Mann Ifan, nach einem ganz bestimmten Stamm und so wie er fragte war er sehr energisch dabei.
      "ich entsinne mich nicht. Der Name ist mir bekannt, doch ich glaube nicht das ich genug über ihn weiß.", das herumgerufe und gefrage seines Gegenübers zeigte, dass in diesem Lager noch einiges im Aufbau war, so wie Kaazu vermutete, aber immerhin konnte Ifan, dann das Wappen der Gesuchten beschreiben. Er ließ das Bild einige Zeit durch sein Gedächtnis streifen und versuchte sich zu erinnern.
      "Nein dieses Wappen wehte bisher über keinem Lager und jemand mit rotem Haar wäre mir bestimmt aufgefallen.", erwiederte er wahrheitsgemäß und woltle gerade dazu übergehen, den Mann davon zu überzeugen erstmal etwas zu trinken, als dieser bereits den Entschluss gefasst hatte selbst zu suchen und das ohne Kaazu, entgegen dem Vorschlag seines Gefährten. Verübeln konnte Kaazu es ihm nicht, war der Mann doch außerordentlich höflich. Was man jedoch verstehen musste war Kaazus Hartnäckigkeit und diese wollte er hier klar an den Tag legen, "Mein Vater wird sich euren Namen nur dann merken, wenn ihr selber bei ihm vorstellig werdet aber deswegen bin ich nicht hier, ich bin mir sicher der gesuchte Clan taucht demnächst auf und wird zu euch kommen. Lauft ihr jetzt eure Füße wund so ist dass doch nur eine Verschwendung. Im Licht des morgigen Tages, werdet ihr mit Leichtigkeit das Banner sehen können und werdet den gesuchten ausgeruht und frei von Sorgen entgegentreten können, anstatt als aufgehetzter Hahn in ihre Blicke zu marschieren."
      Kaazu rechnete gar nicht so sehr damit Erfolg zu haben und ihn zu überzeugen aber er war jetzt an einem Punkt, bei dem er seinem Gegenüber eigentlich nur noch ein wenig lenken wollte. Ifan war offensichtlich mit den Gedanken woanders, wobei es Kaazu schwer fiel, zu bestimmen, worum es hier eigentlich ging.
      "Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen!" - Plato


    • Ifan Ben-Mezd blickte Kaazu lange schweigend an, dann wanderte sein Blick hinüber zu Rasim, der ihn entgegnete. Er wusste, welche Worte seinem Gefährten durch den Kopf gingen und er ließ auch nicht lange darauf warten sie auszusprechen.
      "Welsink ist oft ohne Terriem ausgekommen", woraufhin Ifan Ben-Mezd kühl erwiderte, um seinen Sorgen Luft zu machen:
      "Welsink ist aber auch als erstes gestorben", woraufhin Rasim wiederrum antwortete:
      "Aber nicht allein."
      Schließlich gab Ifan Ben-Mezd sich geschlagen und er wandte sich wieder Kaazu zu, dem er freundschaftlich aber hart auf die Schulter klopfte, als Dank dafür, dass er ihn wahrscheinlich vor einem äußerst unangenehmen Abend gerettet hatte.
      "Du hast recht. Du hast vollkommen recht. Ich habe genug Zeit mir darum Sorgen zu machen, heute werde ich es nicht tun."
      Er blickte zurück auf sein halb-fertiges Lager, aber da schob sich Rasim in sein Blickfeld und schob ihn in Richtung Kaazu.
      "Geh du voran und halte uns einen Platz frei. Wir kommen nach, sobald das Wappen steht."
      Ifan Ben-Mezd nickte ihm dankbar zu, dann wandte er sich wieder zu dem Thulan.
      "Dann sind wir wohl zu zweit. Gib mir etwas von deinem Trank, deswegen hast du ihn doch sicherlich mitgenommen, oder nicht? ...Was ist das? ...Luko? Das kenn ich nicht. ... Lass uns woanders hingehen, diese finstere Gegend macht mich noch verrückt."
      So fingen sie an zwischen den Lagern hindurchzuschlendern, die Wappen und die Menschen begutachtend und immer mal wieder einen Schluck vom Luko nehmend. Ifan Ben-Mezd kam schließlich wieder auf das Angebot zu sprechen.
      "Was hälst du davon: Du erzählst mir eine Geschichte von deinem Stamm und ich erzähle dir eine von meinem und dann trinken wir auf unser gemeinsames Wohl und auf eine Zeit des Friedens. Und wem zuerst keine guten Geschichten mehr einfallen, der muss... Ach ich weiß nicht. Der muss mit einem Esel tanzen."
    • Kaazu hätte lügen müssen, hätte er behauptet den Kontext des Gespräches der beiden Männer zu verstehen, natürlich verstand er die Worte für sich doch der Zusammenhang schien eine Bedeutung zu haben, welche über die Sprache an sich hinaus ging, wobei er keinerlei Interesse daran hatte nachzufragen, da dies Ifran womöglich wieder dazu ermutigen könnte nach dem Stamm zu suchen. Glücklicherweise schien es so als ob Kaazus Worte Erfolg gehabt hätten und tatsächlich richtete sich die Aufmerksamkeit des Mannes auf das Getränk, welches Kaazu mitgebracht hatte und er fragte nach, worum es sich handelte, woraufhin Kaazu logischerweise antwortete.
      So durchliefen sie langsam das Lager, wobei die vorranschreitende Dunkelheit das Begutachten von Wappen und Menschen durchaus eher zu einem unangenehm nahen Glotzen bzw. einem Raten auf Entfernung machte. Dann jedoch kam Ifran wieder auf die Geschichten zu sprechen.
      "Nun wir haben leider keine Esel mitgebracht, jedoch kann ich dir einen Tanz mit einer Laubkatze anbieten, wenngleich dies vermutlich ein kurzer und blutiger Tanz werden würde.", genau genommen hatte Kaazu schon Tänze mit den wilden Großkatzen gesehen allerdings waren dei Tänzer dabei erfahren und vorallem stocknüchtern gewesen, weshalb er den Ausgang hier eher anders einschätzte, "Doch eine Geschichte für eine Geschichte klingt nach einem fairen Tausch."
      Er setzte den Krug an die Lippen, nahm einen tiefen Schluck des zuckersüßen Gesöffs, und nachdem er sich den Geschmack von den Lippen geleckt hatte begann er zu erzählen, "Nun gut, diese Geschichte handelt vom Sieg des Thurak, Göttervater, über die Felsriesen. Einst war die Welt bevölkert von dens Felsriesen, so groß wie zwei Männer und völlig aus Stein, sodass jede Waffe an ihrer Haut zerbarst. Die Menschen waren ihre Sklaven, unterdrückt und sehnsüchtig nach Freiheit, doch jedesmal wenn ein Mutiger den Aufstand wagte zebrach seine Waffe am Feind und er wurde wieder in Ketten gelegt. Thurak sah dies aus dem Götterreich und beschloss den Menschen zu helfen. Dafür fragte er seine Gemalinnen um Rat, Shuli sagte er solle mit den Riesen verhandeln, Sie davon überzeugen das richtige zu tun, doch die Geschöpfe waren so stur wie der Fels aus dem Sie gemacht waren. Loec sagte er sollte ihre Mahlzeiten vergiften, doch die Riesen aßen nicht. So meditierte Thurak für den Umlauf eines Mondes, ohne Wasser und ohne Nahrung, bis ihm die Erleuchtung kam. Thurak bat die Riesen um Frieden und bot als Geschenk ein Bündel wundervoller Federn an, während er im Austausch nur einen einzigen Felsbrocken von der Größe eienr Faust aus dem Körper des Riesenkönigs verlangte.
      Der Riesenkönig willigte ein, in der Hoffnugn frei von der Einmischung der Götter zu sein, doch als Thurak den els hatte, band er ihn an einen Stock und zerschmetterte mit dieser Keule den König der Riesen vor aller Augen. War der Stein der Riesen selbst doch hart genug Sie zu zertrümmern, so jagte er jeden einzelnen Riesen, erschlug ihn, und streute die Überreste auf großen Haufen auf, die heute zu Bergen geworden sind.
      "
      Wie die meisten Geschichten der Thulan hatte auch diese nicht unbedingt eine klare Moral aber in diesem Moment fiel Sie Kaazu als erstes ein, war Sie doch die Geschichte, welche die mesiten Kinder als erstes hörten. Nur fragte er sich, wie Ifran auf diese Sage reagierte.
      "Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen!" - Plato


    • Auf Kaazu's Erwiderung, er habe zwar keinen Esel, könne aber mit einer Laubkatze tanzen, musste Ifan Ben-Mezd erstmal auflachen, bis er bemerkte, dass der Mann es ernst meinte. Zumindest schien er dabei aus Erfahrung zu sprechen, was seinen Begleiter dazu veranlasste darüber nachzudenken, wer die Thulan wohl eigentlich sein mochten.
      Doch schließlich nahm Kaazu seinen Vorschlag an und begann seine Geschichte zu erzählen. Ifan Ben-Mezd unterbrach ihn nicht, schließlich hatte er diese Geschichte noch nie gehört, aber die Vorstellung, dass einmal Steinriesen auf der Erde gewohnt hätten, war ihm nicht geheuer. Jedes Kind wusste doch, dass es seit Angebinn der Zeit nur Menschen gab, die auf dieser Welt wandelten und über Tiere und Götter obsiegten, da waren Steinriesen nichts mehr als ein Ammenmärchen. Aber er verkniff sich jeglichen Kommentar, denn nach einer Geschichte hatte er verlangt und die hatte er auch bekommen, da wollte er Kaazu nicht mit seiner Skepsis vergraulen.
      "Dann muss es aber viele Steinriesen gegeben haben, wenn ihre Körper die heutigen Berge bilden. Nein, vergiss meinen Kommentar wieder, nach einer Geschichte habe ich verlangt und eine Geschichte habe ich bekommen, eine gute noch dazu. Wenngleich sie den Menschen so schwächlich darstellt. Ah, ich mach es ja doch schon wieder! Meine Gedanken sind in solchem Chaos, ich kann sie nicht richtig beherrschen.Verzeih mir."
      Aus der Ferne sahen sie das weite Leuchten des großen Feuers, worauf sie nun zusteuerten. Vielleicht würden sich noch mehr Leute ihren Geschichtenerzählungen anschließen.
      "Ich werde dir meine Geschichte erzählen, dann habe ich etwas, worauf ich mich konzentrieren kann. Ich werde dir von dem Bärenkönig und Welsink und Terriem erzählen, aber vorerst musst du wissen, dass die beiden Urahnen unseres Stammes Brüder waren, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Aber die Geschichte über ihren Ursprung ist kompliziert und lang, deswegen werde ich dir nur das Nötigste über sie erzählen, was du über sie wissen musst. Deswegen nun die Geschichte vom Bärenkönig.
      Welsink und Terriem also, zogen gemeinsam durch die Welt, als sie auf einen Wald stießen, der sich bis zur Sonne erstreckte und zu den Seiten bis zu den Sternen reichte. Da die beiden hungrig waren, wollte Terriem sich gleich hineinstürzen und nach Beeren oder Wild suchen, aber Welsink hielt ihn zurück und sagte:
      "Wenn wir dort hineingehen, so werden wir nicht wieder herauskommen."
      Welsink war ein weiser und kluger Mann, musst du wissen, und seinen Worten sollte man Glauben schenken. Aber Terriem winkte ab.
      "Wenn die Wölfe uns finden, so werde ich sie vertreiben, wenn es kalt wird, so werde ich uns das Moos zusammenkratzen und wenn wir hungern, so werde ich für uns jagen. Früher oder später werden wir den Weg hinaus finden."
      Aber Welsink war nicht seiner Meinung, denn er wusste, dass der Wald ein verwunschener war und niemanden, der ihn betrat, wieder herauslassen würde. Aber er folgte Terriem, denn dieser war bereits vorgelaufen und wenn das Unglück einen der Brüder ereilen würde, so würde es auch den anderen ereilen.
      Tagelang zogen sie durch den Wald und aßen das Wild und tranken von den Bächen und schliefen in Höhlen und tagelang sah der Wald schon gleich aus mit riesigen Stämmen, deren Blätter so hoch oben lagen, dass die Wolken sie verdeckten. Als sie schon das dritte Mal beim selben Bach ankamen, da sagte Welsink voller Sorge:
      "Wir laufen im Kreis! Sieh den Stein, der dort im Gras liegt und sieh den Ast, der so schief hängt. Das dritte Mal sind wir schon hier."
      Doch da hörten sie hinter sich ein fürchterliches Knurren und aus dem Gebüsch trat ein Bär, so groß, dass ein ganzer Mann in sein Maul passte, und er brüllte sie mit einer tiefen Stimme an.
      "Wer seid ihr und was tut ihr in meinem Wald?"
      "O großer Bär", sagte da Welsink, der sich vor Angst hinter dem Stein verbarg, "Wir wollen nichts böses! Sind nur hier, um wieder herauszufinden!"
      Aber Terriem, der unerschüttert vor dem Bären stand, zog seine Keule hervor.
      "Komm nur her du großes Vieh, ich werde dich weich klopfen, bis ich dir das Fell von der Haut ziehen kann!"
      der Bär war voller Zorn und warf sich auf ihn und schlug und biss und kratzte ihn, aber Terriem hielt wacker stand, denn er war ein großer Krieger, musst du wissen, und hat in seinem Leben schon viele Bären getötet, da wird selbst so ein großer ihm keine Angst machen. Er hob seine Keule und schlug zurück, schlug dem Bären auf den Kopf und auf die Schnauze und auf die Tatzen, aber der Bär zuckte nicht einmal, denn er war so groß und hatte so dichtes Fell, dass er die Schläge des Terriem kaum spürte. Da wusste er, dass er das Tier nicht einfach so besiegen konnte und er steckte ihm die Keule quer ins Maul, sodass er nicht mehr zubeißen konnte."Welsink, hilf mir!"
      Und Welsink kam heran und warf mutig einen Stein, der dem Bären durch den Rachen und in den Magen rutschte, und der Bär brüllte ganz laut, aber da warf Welsink noch einen und noch einen und bald war der Bär so schwer vor Steinen, dass er sich selbst nicht mehr auf den Beinen halten konnte und zu Boden fiel. Da trat Terriem heran und nahm seine Keule aus dem Mund des Biests.
      "Nun, großer Bär, zeige uns den Weg hinaus."
      Aber der Bär brüllte nur ganz laut, da zückte Terriem sein Messer und zog ihm das Fell von der Haut und legte es an.
      "Wenn du uns nicht helfen willst, werden wir uns eben selbst helfen."
      Und mit dem Fell über den Köpfen gingen sie durch den Wald und der Wald tat sich vor ihnen auf, denn er dachte, es würde sich um den großen Bärenkönig handeln, aber stattdessen waren es nur Welsink und Terriem, die dessen Fell um die Körper trugen."
      Mittlerweile hatten sie eine Sitzgelegenheit in der Nähe des Feuers gefunden und sie ließen sich nieder, um das Luko in gemütlicher Zweisamkeit genießen zu können,, während Ifan Ben-Mezd auf eine Reaktion seines Begleiters wartete.
    • Die Reaktion seines Begleiters auf die Geschichte fiel relativ ruhig auf, zwar nahm Kaazu die kritischen Worte durchaus zur Kenntnis, doch er hatte irgendwie mehr Contra erwartet, woraus er schloss das Ifran entweder höflich, betrunken oder einfach davon uninteressiert war. Vermutlich eher die ersten beiden Punkte, jedoch konnte er sich nicht festlegen, da er den Mann noch nicht lang genug kannte und die Bräuche seines Stammes nach wie vor ein Mysterium für ihn waren. Doch während Sie weiter auf eines der großen Feuer hin liefen so begann der Mann seinen Teil der Abmachung einzuhalten und selbst eine Geschichte zum Besten zu geben.
      Ifran machte aus seiner Geschichte auch gleich eine Nachhilfestunde über seinen Stamm, wobei Kaazu der ganzen zwei Brüder Sache lediglich entnehmen konnte, dass die Welsink Terriem wohl einige der sehr einzigartige Bräuche aufzeigten, die vermutlich mehr Ärger als Nutzen brachten, dies behielt er jedoch für sich. Natürlich endete eine Geschichte nicht mit ihrem Anfang und so begann Ifran die eigentliche Geschichte zu erzählen, währen Sie sich auf den Weg machten einen Sitzplatz zu finden, schließlich hatte niemand Lust sich einen ganzen Abend die Füße wund zu laufen, wenn es auch anders ging.
      Zu behaupten Kaazu hatte die Geschichte verstanden, wäre glatt gelogen gewesen, zumindest verstand er einiges an der Logik nicht und in seinen Augen war die ganze Sache nicht sehr schmeichelhaft für die Stammesgründer, wobei er diesem Umstand versuchte relativ höflich auszudrücken, "Nun Terriem war sicherlich ein großer Krieger doch ich habe das Gefühl er war kein sehr kompetenter Jäger, wenn er sich in einem Wald verirrt und nur mit einer Keule einem Bären entgegen tritt, doch es scheint ihm zugute gekommen zu sein, dass dieser Bär wohl eher von der wütenden und dummen Sorte war."
      Auch wenn er vermutlich nicht die höflichste Erwiederung hier gebracht hatte nahm er prostend einen Schluck, aus dem bereits deutlich leereren Gefäß. Das Konzept eines irrweges im Wald, war für die Thulan, die quasi den Großteil ihres Lebens in dichtem Dschungel verbrachten nicht sonderlich greifbar, die meisten Kinder des Stammes konnte man aussetzen und mit hoher Wahrscheinlichkeit würde der Sproß nur wenige Stunden oder Tage später wieder vor der eigenen Hütte stehen. Da nicht wenige Eltern genau dies auch taten nur um ihre Kinder zu testen, konnte er das ziemlich gut bestätigen.
      "Dennoch bedarf es eines mutigen Mannes mit einer Keule einem Bären die Stirn zu bieten, dies gebe ich gerne zu.", er wollte aufrund seiner anfänglichen Bemerkung doch nicht so unhöflich erscheinen, schließlich hatte er Ifran gerade erst getroffen und bisher nicht die Informationen erhalten, welche er sich eigentlich wünschte, die Geschichten von zwei Brüdern im Wald halfen ihm einfach nicht sonderlich weiter.

      Da Sie mittlerweile saßen und er davon ausging, dass die Zungen genug gelockert waren, seine war es zumindest und er vertrug wirklich außerordentliche Mengen von Luko, versuchte er das Gespräch auf die Richtung zu lenken, die ihn eigentlich interessierte, auch wenn er dabei das Risiko einging die Stimmung völlig zu zerstören.
      "Nun eine zweite Geschichte, diese geschah vor sieben Regenzeiten. Eine Gruppe seltsamer Männer mit Hemden aus Eisen, gehüllt in Stoff Rot wie Blut marschierte in einen dichten Wald, unwissend was sie dort erwarten würde erkundeten Sie das Land bis die Gruppe eine Siedlung fand. Die Einwohner wollten mit den Männern sprechen, doch verstanden ihre Worte nicht und so boten sie den Fremden etwas Nahrung an in der Hoffnung, dass diese es verstehen würden.
      Als die Nahrung vor die Fremden gebracht wurde, scharrten diese sich zusammen und nahmen sich den Dorfführer, welche Sie versorgen wollte, dann marschierten Sie durch die Siedlung und nahmen Metalle und Nahrung mit, als würde alles ihnen gehören. Wütend ob dieser Handlung nahmen die Dörfler ihre Waffen und stürzten sich in den Kampf, doch trotz ihres Kampfgeistes war das Ergebnis nicht zu ihren Gunsten und die Fremden rieben Sie auf, setzen die Siedlung in Brand, nahmen einige gefangen und rammten ein Banner in den Boden auf dem ein Schwert und ein zweiköpfiger Vogel prangte.
      Der Großhäuptling hörte von dem geschehenen und schickte Krieger los um die Fremden vor das göttliche Gericht zu stellen, doch die Plünderer waren bereits abgezogen, das Dorf nahezu entvölkert und niedergbrannt bis auf die letzte Hütte, zurückgeblieben war nur das Banner wie ein dunkles Omen. Noch zweimal sollten diese Fremden später gesichtet werden, doch jedesmal konnten Sie nicht geschnappt werden. Manche behaupten, dass sie über den Ozean auf einem Schiff entschwanden, andere reden von Magie.
      "
      Bei jedem Wort achtete Kaazu auf die Reaktionen seines Gegenübers um herauszufinden ob diese Worte etwas auslösten, war die Antwort nein so war es zwar keine verschwendete Zeit gewesen aber er musste sich dann wohl andere suchen, die seine Fragen beantworteten.
      "Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen!" - Plato


    • Kaazu's Antwort auf Ifan Ben-Mezd's Geschichte fiel wohl ähnlich aus als die seine, stets darauf bedacht sein Gegenüber nicht zu beleidigen, aber trotzdem die eigene Meinung nicht vollständig verbergend. In diesem Punkt waren sie sich wohl ziemlich ähnlich und Ifan Ben-Mezd verzichtete deswegen darauf, ihn über die Hintergründe und Bedeutung von Welsink's und Terriem's Taten zu belehren. Letztendlich war Kaazu schließlich auch kein Mann seines Stammes und wenn er mehr über die Legenden erfahren wollte, so würde er nachfragen.
      Kaazu fuhr mit seiner nächsten Geschichte fort, doch diesmal handelte sie nicht von Steinriesen oder sonstigen Göttenr, an die die Thulan glaubten, sondern sie klang schon beinahe vertraut, sodass Ifan Ben-Mezd den Kopf hob und Kaazu eindringlich anstarrte, um in seinen Gesichtszügen herauszulesen, was dessen Beweggründe für diese Geschichte eigentlich waren. Wollte er ihm unterschwellig drohen? Wollte er ihm erzählen, dass man bereits davon hörte, dass die Welsink Terriem gegen das Imperium angetreten und hoffnungslos unterlegen waren? Wollte er ihm erzählen, dass er wusste, wie sie in ihre Dörfer eingefallen waren und die Häuser in Brand gesteckt hatten und das Vieh schlachteten, bevor sie die fliehenden Bewohner einsammelten und zu sich nahmen?
      Ifan Ben-Mezd konnte seinen Ohren kaum trauen. Als Kaazu geendet hatte, hatte er Mühe sich zu beherrschen, um dem Mann nicht an den Hals zu springen und zu schütteln, damit er ihm sagte, was er eigentlich von ihm wollte. War all das eine List gewesen? Wollte man die Schwäche von Welsink Terriem ausnutzen?
      Er wandte sich von Kaazu ab, der seinen Blick erwiderte, und griff nach dem Luko, aber es war bereits leer. Plötzlich erinnerte er sich, weshalb er überhaupt hergekommen war und fing an die Menge, die sich um das Feuer drängte, nach einem roten Schopf abzusuchen. Nachdem sie eine Weile lang schweigend so dagesessen waren, grollte er schließlich:
      "Ich finde, das ist eine furchtbare Geschichte. Wir hatten uns auf gute geeinigt, Kaazu von den Thulan, dann steh auch dazu."
      Aber er hatte selbst schon keine Lust mehr auf Geschichten. Auf gar nichts hatte er mehr Lust, er wollte nur noch trinken. Damit stand er auf und nickte knapp zu dem Krug.
      "Das Zeug ist viel zu süß. Ich trinke lieber Grania."
      In dem Beschluss, eben jenes Getränk zu finden - und auch von Kaazu wegzukommen - setzte er sich schließlich in Bewegung.
    • Kaazu hatte mit verschiedenen möglichen Reaktionen gerechnet, allem voran Indifferenz und Betroffenheit, jedoch wurde er hier mit einem Anflug von etwas überrascht, das er in keinster Form hatte einberechnet. Den Schimmer des Zorns, welchen er über Ifans Gesicht huschen sah sorgte dafür, dass er einen Anflug der Verwunderung nicht verbergen konnte, allerdings war dies auch ein positives Zeichen, denn hier hatte er auf jeden Fall den richtigen getroffen. Doch die folgende Schweigeperiode und Ifans Reaktion zeigten auch, dass Kaazu hier womöglich etwas übertrieben hatte und einen Nerv getroffen hatte, welcher diese Informationsquelle versiegen lassen konnte.

      In dem Moment in dem sein Gegenüber endlich wieder sprach war klar, dass Kaazu etwas unternehmen musste, sonst musste er sich woanders jemanden suchen und er bezweifelte eine bessere Quelle des Wissens für dieses Thema zu finden, dennoch konnte er nicht aus seiner Haut und eine simple Entschuldigung, war nicht das Eingeständnis das er hier anbringen wollte.
      "Eine gute Geschichte erzeugt starke Reaktionen, sie muss nicht glücklich machen Ifan Ben-Mezd. Wenn alle Geschichten uns nur glücklich machen würden, wäre das nicht ein Verstecken vor der echten Welt?", erwiederte er ruhig als sein Gegenüber ankündigte zu gehen um wohl nach etwas anderem zu trinken zu suchen. Zu gern hätte er direkt nach den Fremden gefragt doch an diesem Punkt fürchtete er eher eine Schlägerei als ein Gespräch als Antwort zu bekommen. Verlieren wollte er den Welsing Terriem jedoch nicht und so hoffte er zumindest diesen dazu zu bringen wenigstens ein wenig preiszugeben.
      "Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen!" - Plato


    • Gerade dabei sich aus dem Staub zu machen, blieb Ifan Ben-Mezd bei Kaazu's Worten doch wieder stehen und drehte sich zu ihm um. In der völligen Überzeugung, der Thulan wollte ihn provozieren, konnte er sich nun doch nicht mehr beherrschen. Die Distanz zwischen ihnen war mit zwei großen Schritten überbrückt und er packte sein Gegenüber an seinem Hemd, um ihn erst von dem Stein zureißen, auf dem sie gesessen hatten, und ihn dann zu sich zu ziehen, was sich als nicht ganz so leicht herausstellte, nachdem die beiden gleich groß waren.
      "Was weißt du davon? Bist du hier, um zu spionieren? Wenn ihr einen Krieg wollt, dann erklärt ihn auch und schleicht euch nicht so scheinheilig an!"
      Ob es schließlich das Luko oder seine strapazierten Nerven waren, die ihn platzen ließen, wusste er nicht. Aber Kaazu sah in diesem Moment wie einer der Soldaten von Übersee und gleichzeitig wie Balduin aus und Ifan Ben-Mezd war nur eine Zuckung seines Muskels davon entfernt, ihn seine Faust dafür spüren zu lassen. Hinter ihm hatten sich ein paar Besucher ihnen zugewandt und fingen an zu gröhlen.
      "Heeee, Schlägerei!"
      "So früh am Abend schon!"
      "Hier wird sich nicht geprügelt, geht woanders hin!"
      Aber er hielt den Thulan weiterhin fest gepackt. Er würde ihn nicht gehen lassen, bevor er eine Antwort bekommen hätte.
    • Einen besseren Beweis die falschen Worte gewählt zu haben konnte Kaazu wohl kaum bekommen, als anscheinend die Wut Überhand nahm und Ifan dazu verführte ihn zu packen und hochzureißen. Vermutlich hätte Kaazu versucht nach einer Erklärung zu fragen aber als sein Gegenüber anfing los zu brüllen, war relativ klar, was dieser da hinein interpretierte. Zumindest nach Kaazu's Sicht hatte er jetzt eine klare Idee was hier Sache war, doch ob das half hier das Problem zu lösen wollte er erstmal nicht überdenken.
      "Beruhige dich erstmal und lass mich los, ein wütender Mann gewinnt keine Kämpfe und du bist gerade sehr wütend.", er lies seine Arme unten und sah Ifan direkt an, "Wenn mein Volk Krieg wollte, so würdet ihr es erfahren wenn wir in euren Dörfern stehen, nicht hier und nicht so. Ich bin nur auf der Suche nach Informationen und du bist dabei einen Fehler zu machen, der dir den Abend nicht versüßen wird."
      Die Zurufe, welche Laut wurden machten klar das der Disput nicht unbemerkt geblieben war, was Kaazu weitere Sorgen machte, wollte er doch keinen schlechten Ruf ansammeln, denn sein Vater würde dies wohl kaum gut heißen.
      "Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen!" - Plato


    • Ifan Ben-Mezd blickte Kaazu an mit einem brodelnden Hass, der mit jeder Sekunde größer wurde und überzuschwappen drohte. Es gab keinen Grund für seinen Hass, Ifan Ben-Mezd hätte es eigentlich wissen sollen, aber er tat es nicht, woran das Luko nicht unerheblich Schuld war. In diesem Moment sah er in Kaazu den Ursprung all seiner Probleme und er wollte nichts, als diesen zu beseitigen.
      Aber er ließ ihn dennoch los. Wahrscheinlich hätte er es mit jedem aufgenommen, der unglücklich genug war, in diesem Moment seiner Schwäche bei ihm zu sein, aber schließlich waren sie nicht allein. Und obwohl er es nicht zugeben wollte, hatte Kaazu damit wahrscheinlich recht, dass er sich keinen Gefallen tun würde, wenn er einen Häuptlingssohn verprügelte.
      Er holte einmal tief Luft und schnaufte dann genauso laut wieder aus.
      "Geh mir aus den Augen, Kaazu, oder ich werde mich, bei allen Göttern, die hier zugegen sind, vergessen."
      Dann leistete er seinen eigenen Worten folge und stampfte von dannen, gefolgt von einigen enttäuschten Rufen von Männern, die sich auf einen unterhaltsamen Abend gefreut hatten.
    • Es wahr wohl unangemessen hier von einer echten Deeskalation zu sprechen aber Ifan ließ ihn los, womit er es Kaazu ersparte ihm weh tun zu müssen, zumal der Häuptlingssohn gut darauf verzichten konnte einige Glückstreffer abzubekommen, welche ihm morgen Kopfschmerzen herbeizaubern würden. Die Reaktion war jedoch keineswegs die, auf die er gehofft hatte. Der letzte Funkte guter Stimmung war verraucht und Ifan sprach eine Drohung bevor er davon stapfte mit einer Energie, die nur von Wut angefeuert worden sein konnte. Wohlwissend, dass eine weitere spitze Bemerkugn oder ein Nachlaufen nur Probleme schaffen würde blieb er also erst einmal stehen, begleitet von dem enttäuschten Gerede der Menge.

      Da die anderen Welsing Terriem vermutlich keine geeigneten Ansprechpartner sein würden, vorallem nicht wenn Sie von dem Geschehenen erfuhren, musste er anders vorgehen und er hatte zumindest eien Idee, auch wenn diese etwas von Alkohol verwässert war. Schnurstracks ging er zu einem Fremden, welcher gerade eben zum Lagerfeuer gekommen war und damit, dass meiste des Geschehens nicht mitbekommen hatte, "Guter Mann ihr seht so aus als wärt ihr gerade erst angekommen, habt ihr eine Ahnung ob der Stamm des Balduin bereits hier ist? Ihr Wappen it ein Zahn mit einem Halbmond und ihr Anführer trägt ungewöhnliches rotes Haar."
      Ohne Alkohol hatte er nicht wirklich ein Tauschmittel, weshalb er einen anderen Anreiz vermutete, "Wenn ihr mir helfen könnt oder irgendjemand hier, bin ich mir sicher, dass euch das Lager der Thulan, meines Vaters, einen guten Trunk bereitstellen wird."
      Den letzten Teil sagte er alut genug, dass man ihn um das Feuer herum hörte, in der Hoffnung, den gesuchten Stamm zu finden und eventuell sogar vor Ifan dort aufschlagen zu können. Vermutlich war es nur eine Schnapsidee aber vielleicht wussten die ja etwas über das Imperium.
      "Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen!" - Plato


    • Der Mann kratzte sich nachdenklich am Kopf, aber bis er antworten konnte, stürzte bereits ein anderer herbei, der etwas von einem Trunk gehört hatte und unbedingt seinen Senf dazugeben wollte.
      "Ja, Balduin, der ist hier! Der ist unten beim Fluss, ich weiß es ganz genau!"
      "Hör nicht auf ihn, dieser Schwachkopf ist betrunken. Balduin ist bei dem anderen Feuer im Osten."
      "Das stimmt doch gar nicht, ich weiß wo Balduin ist!"
      "Als ob du eine Ahnung hast, wer das überhaupt ist! Ich kenne Balduin persönlich!"
      Nach und nach drängten sich die Männer heran, um bloß etwas von dem Trunk zu bekommen, bis der ursprüngliche Mann, den Kaazu eigentlich angesprochen hatte, nüchtern von sich gab:
      "Ich kenne einen Balduin, aber ich weiß nicht, ob wir denselben meinen. Hier ist er nicht, aber im Norden bei den vier Bäumen sind vor kurzem einige Stämme eingetroffen, die sich um die guten Lagerplätze streiten, vielleicht ist sein Stamm dabei."

      Tatsächlich hatte der Stamm Ken' Baduin Han einen ähnlichen Weg wie Welsink Terriem zurückzulegen, sogar ein wenig kürzer, aber nachdem sie sich schließlich nicht beeilen mussten, da sie nur auf das Fest aus waren, waren sie später als ihr Bündnispartner angekommen und mussten sich wohl oder übel um einen guten Lagerplatz streiten. Balduin, ein hoch gewachsener Mann mit einem frechen Gesicht, befand sich in der Begleitung einer hageren Frau, die zwar so aussah, als könne sie jeden Moment in sich zusammenbrechen, deren Blick allerdings voller Energie loderte und jeden zu verglühen drohte, der sich darin verfing. Außerdem war da noch ein schlanker Mann, der mit seiner geraden Haltung und dem hochgereckten Kinn stets arrogant wirkte und ein etwas dickerer Mann, bei dem man nicht einschätzen konnte, ob er entweder müde oder allgemein desinteressiert war. Der Rest von Balduin's Stamm hielt sich im Hintergrund, während er dafür eintrat, dass sie noch auf der Wiese lagern konnten und sich nicht auf die dicken Wurzeln der Bäume legen mussten. Mit ihm stritten sich drei andere Stämme, darunter eine weibliche Anführerin, die es als Beleidigung ansah, wenn man sie als Frau in dem dreckigen Schlamm schlafen lassen würde. Allgemein würden diese Stämme sich hiernach wohl nicht mehr im Frieden begegnen, aber in sechs Jahren würde sowas schon wieder vergessen werden, bis es von neuem anfing.
    • Ohne das Luko im Blut hätte er wohl besser vorgehen können, jedoch wurde er schnell von allen Seiten zugetextet und musste ersteinmal verarbeiten welche Informationen ihm da entgegen geschmettert wurden wie ein Sturzregen. Nach einer Minute des Nachdenkens entschied er sich der Spur zu folgen, welche am wenigsten energisch hinüber gekommen war und betete zu Loec, dass er hier nicht einer Falschinformation aufgesessen war. Er dankte dem Mann, welche er auch ursprünglich gefragt hatte, drückte ihm dne leeren Krug entgegen und deutete ihm die Richtung zu den Thulan, "Wir lagern dort, sag Kaazu sendet dich." Dann verabschiedete er sich und ging davon, hoffend in der Dunkelheit sicher sein Ziel zu finden, wobei diese Gegend so arm an großen Gewächsen war, dass vier Bäume auffallend sein sollten.

      Schneller als erwartet, fand er den Weg, da er einige Leute überhörte, welche über den Ort sprachen und so hatte er bald den Tumult erreicht, bei dem sich drei oder vier Stämme, dies war schwer zu erkennen, darum stritten wer den letzten guten Lagerplatz, naher der Mondsteine und auf ebener Wiese, erhielt. Die Bruchstücke einer Diskussion empfand er als sinnlos, lies sich jedoch möglichst nichts anmerken und trat stattdessen an den innerne Kreis heran, welcher dort so lautstark diskutierte.
      "Es scheint hier gibt es einen Disput, vielleicht bedarf es einer unparteiischen Stimme um hier Abhilfe zu schaffen.", warf er ein, in der Hoffnung, dass die Frau, welche so lautstark argumentiere, ihn nicht übertönte, "Ich bin Kaazu von den Thulan, Sohn des Ratey aus der Blutlinie Klians." Die Dunkelheit amchte es schwer zu erkennen, welche Stämme es genau waren, jedoch konnte man selbst im schwachen Fackelschein erkennen, welcher der Anwesenden Balduin war und damit wusste Kaazu, wer seine besondere Aufmerksamkeit haben würde.
      "Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen!" - Plato


    • Die Diskussionen wurden nur kurz leiser, als Kaazu herantrat, aber die Frau begrüßte ihn mit einer überschwenglichen Geste ihrer Arme.
      "Endlich ein Mann mit Würde! Komm heran, Sohn des Ratey, ich kenne deinen Vater, er ist ein weiser Häuptling! Sag diesen Leuten, dass es gegen alle Götter ist, eine Frau im Dreck schlafen zu lassen!"
      Der Stamm hinter ihr gab einige betonende Zurufe, aber im Allgemeinen war er eigentlich nur müde der Diskussion. Der Mann neben ihr, der einen silbernen Überzug trug und sich damit als Mitglied des Clodring-Stammes auszeichnete, verzog die Miene. Seine Nase war ganz windschief, als wäre sie einmal zu viel gebrochen worden.
      "Lasst doch nicht andere Eure Gefechte austragen, Verehrteste! Wo sind wir hier, etwa auf einem Schlachtfeld? Es ist nicht zu fassen, dass wir über so etwas überhaupt diskutieren müssen!"
      "Ich bin ganz Eurer Meinung, wir hätten schon längst unsere Zelte aufschlagen können, wenn ihr uns nur die Wiese überließet! Ihr mit Euren jungen Knochen könnt nur hingehen, wo es Euch beliebt!"
      Tatsächlich sah die Frau einige Jahre älter aus, aber auch der Mann hatte schon graue Strähnen in den Haaren. Balduin sagte dazu nichts, er war zu sehr damit beschäftigt ein Blickgefecht mit dem vierten Mann der Runde zu halten, der genauso angriffslustig zurückstarrte, wie Balduin es tat. Hinter ihm hatte sich der hochnäsige, schlanke Mann mit einem anderen Mann angelegt und es wirkte fast so, als würden bald die Fäuste fliegen. Im Hintergrund hatte schon der ein oder andere Stammesmann der verschiedenen Stämme sein Zelt aufgeschlagen und viele hatten sich auch so auf den Boden gelegt.
    • Kaazu war von der überschwänglichen Begrüßung der Frau etwas eingeschüchtert, denn trotz ihrer Aussage erinnerte er sich nicht wer Sie war, was entweder hieß das Sie log, übertrieb oder aber er dabei war ein Bündnis seines Vaters zu torpedieren für ein wenig eigenen Erfolg. Er hasste die Chancen, denn er hatte keine Ahnung wie sie standen. Der Diplomatische Weg war heute noch nicht so gut gelaufen, weshalb er vorsichtiger vorging und möglicherweise weniger Ärger erzeugte.
      "Ich hoffe ich habe einiges der Weisheit meines Vaters geerbt, er ist ein fairer Mann der die Pfade des Schicksals und den Willen der Götter schätzt.", er sprach in die Runde, wohlwissend das hier einiges am Brodeln war, "Vielleicht vermag man mir zu sagen, wer als erstes hier ankam und mit wem ich hier spreche im Namen seines Stammes?"
      Ehrlicherweise musste sich Kaazu eingestehen, dass es kaum eine Chance gab das ganze zu lösen indem man alle glücklich machte. Natürlich wollte er die Informationen von Balduin haben aber dafür potenzielle Bündnisse zu sabotieren, wäre wohl kaum zweckdienlich, auch wenn er vermutete nicht mehr mit der Dame zu tun zu haben, sollte er irgendwann das Großhäuptlingsamt inne haben.
      "Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen!" - Plato


    • Kaazu wurde über das Geplapper hinweg kaum gehört, irgendwo brüllte man sogar schon Beleidigungen in die Runde. Aber, als haben seine Worte Balduin in die Realität zurückgeholt, wandte er sich von dem anderen Anführer ab - der wütend schnaubte - und blickte zu dem Thulan. Er war sogar ein paar Zentimeter kleiner als Kaazu.
      "Das wäre dann wohl ich. Zusammen mit ihm hier."
      Er nickte zu dem Anführer mit dem silbernen Überzug, der sich in einer Diskussion mit der Frau verfangen hatte und Kaazu gar nicht mehr bemerkte. Dafür witterte Balduin die Chance, sich mit dem Thulan zu verbünden.
      "Er kam vom Osten, ich vom Westen, aber hier trafen wir zeitgleich zusammen. Danach kam Miss Eingeschnappt und der Olle dort."
      An seiner lässigen Haltung konnte man erkennen, dass er sich entweder nur an der Diskussion beteiligte, damit er nicht als einziger den Schwanz einzog, oder dass er sogar Spaß daran hatte. Allerdings wirkten seine Anhänger gar nicht lässig und der schlanke Mann musste sich sogar zurückziehen, denn obwohl man es vermuten könnte, hatte er doch wenig Erfahrung in Prügeleien und wollte es nicht darauf ankommen zu lassen, als erster am Boden zu liegen. Balduin ließ Kaazu ein schiefes Lächeln zukommen.
      "Du hast nicht zufällig eine zweiseitige Münze dabei?"