~Naeras Hand~ [ Arang&Tayu]

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    • ~Naeras Hand~ [ Arang&Tayu]



      Ein Gestank an den man sich nur schwer gewöhnte, umströmte Lyras blaße Nase doch in ihrer Hütte nahe des Wassers lies sich das nicht vermeiden. Die Abwasserkanäle liefen alle ins Meer, wohin auch sonst? Ihre grünen Augen suchten die alten Werkzeuge ihres verstorbenen Vaters, es war nicht viel was er ihr hinterlassen hatte aber immerhin nützlich. Lyra nahm die Werkzeuge und begann die gefangenen Fische für den morgigen Markt vorzubereiten. Der Fang war diesemal eine wahre Pracht, wenn sie gut handelte würde der Ertrag des Verkaufes sie für ein paar Wochen am Leben halten. Sie durfte sich nur nicht übers Ohr hauen lassen. Ihrem Vater oder Bruder war der Handel immer leicht gefallen, sie hatten den Leuten die Fische ohne mit der Wimper zu zucken fürs doppelte angeschwatzt. Lyra dagegen fiel es sehr schwer, oft hatte sie mitleid oder war einfach nicht schlagfertig genug.
      Nach ihrer Arbeit brachte sie die Fische in die unterirdische Kühlkammer die ihr Vater mit seinen eigenen Händen gebaut hatte. Er schwor darauf das es den Fang frisch hielt wie gerade aus dem Meer geholt. Woher er die Idee hatte, hat er Lyra nie veraten nur ständig darauf bestanden das diese Kammer an keinen Aussenstehenden verraten werden durfte. Er glaubte wohl das es das Einzige Geheimnis war welches ihm half mehr Fische als die anderen zu verkaufen.
      Es war ein langer Tag für Lyra gewesen, noch viele Stunden vor den ersten Sonnenstrahlen war sie mit dem Boot ihres Vaters hinaus aufs Meer um den Fang einzuholen. Ein ganzer Tag ihres Lebens war für diese Fische dahingegangen. Sie war alleine, niemand stand ihr auf dem Meer bei oder bei den Netzen oder nun danach. In Gedanken ihrer verstorbenen Familienmitglieder entzündete Lyra vor dem zu Bett gehen Kerzen. Eine für jeden von ihnen. Selbst für ihren Bruder der in den Krieg gezogem war und von welchem sie seither nichts mehr gehört hatte.

      In dieser Nacht träumte Lyra wieder diesen einen furchtbaren Traum, der sie seit Ewigkeiten heimsuchte. Sie sah diese Dämonin, mit ihren dunklen Hörnern die wie eine Krone auf ihrem Kopf thronte. Flügel rießig wie Segel aber zerißen und löchrig, pechschwarz wie die Dunkelheit. Das unheimlichste an diesem Geschöpf direkt aus der Hölle war die schwarze Augenbinde. Lyra fütchtete sich davor was sie nicht sah, davor was sich dahinter verbergen könnte.
      Diese dämonische Kreatur jagte Lyra hinterher, immer und immer wieder bis sie aus dem Traum panisch erwachte. Sie ging eilig hinüber zum Wasserbecken und wusch sich die Hände so wie das Gesicht. Der Dämon sprach nicht mit ihr oder tat je was anderes als sie zu verfolgen. Nun wo sie wach war konnte sie sich auch für den Markt bereit machen, je früher sie da war desto besser. So bekamm sie einen Stand mehr im Zentrum und nicht völlig am Rand. So belud sie ihren Karren, spannte den alten Maulesel den sie vor einigen Monaten für viel zu viel Geld erstanden hatte davor und machte sich auf den Weg zum Markt.

      ~ Vorstellung ~

      @Arang
    • „Huh, Huh, Huh“, das angestrengte Atmen, dröhnte in Kalens Ohren, während vor seinem Mund bei jedem Prusten kleine Dunstwölckchen in die kalte Herbstluft aufstiegen und sich sofort wieder verloren.

      Der größte Teil des Waldes war sehr ruhig. Große Bäume, die schon seit Jahrhunderten standen, warfen einen düsteren Schatten auf diesen Ort, selbst als die Sonne noch nicht unter dicken, dunklen Wolken verborgen lag, die von den Dämonen mitgebracht wurden. Hier und da, wenn man nur genau lauschte, konnte man einen kleinen Bach hören, der sich durch die Gegend schlängelte, an Tagen wie heute, waren diese kleinen Bäche noch deutlicher zu hören, den am Vortag hatte es geregnet. Immer wieder fielen kleine Tropfen Wasser von den Baumwipfeln hinab auf den bereits feuchten Boden. Doch ein Tropfen würde heute nicht den Boden berühren. Auf seinem Flug nach Unten, kam ihm nämlich ein junger Mann in die Quere und der Tropfen klatschte auf dem Leder von Kalens Schulter auf. Trotzdem hörte man ein leises Platschen, bei jedem Schritt, den der Junge während seines Laufes tat, hörte man seine brauen Stiefel auf die nassen Blätter klatschen.

      „Aarrgh“, stöhnte der Junge, als er sich aus vollem Lauf über einen umgestürzten Baum schleuderte, über den er seitlich sprang, während er sich mit seinem rechten Arm am Holz abstützte, in seiner linken ein Jagdbogen. Bei dem Sprung hätte er beinahe seinen Köcher gelehrt, in dem nur mehr drei Pfeile zu finden waren.

      Die Stille in diesem Wald hatte aber nichts Beruhigendes, sondern etwas Bedrückendes. Kein Vogelgezwitscher war zu hören, nicht das Klopfen eines Spechtes und auch sonst kein Ruf der Natur erklang im Düsterwald.

      Im wilden Lauf schnappte sich der Junge einen Pfeil aus seinem Köcher und legte ihn im Bogen an, seine Augen waren zielgerichtet nach Vorn, es war nicht mehr weit, bald würde er es geschafft haben. Er drehte sich kurz im Lauf um, schoss und lief weiter nach Vorn, ohne darauf zu achten, ob der Pfeil sein Ziel getroffen hatte, doch die Stille im Wald hatte es ihm verraten.

      Denn sie wurde unterbrochen, von dem wütenden Brüllen eines wütenden Tieres, dass mit seiner Stimme die Luft zerfetzte.

      Endlich hatte Kalen sein erstes Ziel erreicht, den Waldrand, obwohl die Bestie außerhalb des Waldes schneller war als er, befand sich nicht weit von ihm ein kleiner Wachposten an dem zwei Männer stationiert waren, „Sie kommen!“, schrie er, „Läutet die Glocke!“, rief er den Männern zu die hundert Meter weiter von ihrem Tisch aufstanden und zu ihm sahen, doch nicht weil sie ihn gehört hatte, sondern den Schrei der Bestie.

      „Die Dämonen kommen! Läutet die Glocke!“, rief er und lief weiter ins Dorf, während aus dem Wald hinter ihm eine Bestie herauslief. pinterest.at/pin/633387436154662/

      Doch nicht nur hinter Kalen, sondern auch von überall sonst im Wald, es war wie vor 12 Jahren, nur dass die Dämonen nun viele mehr waren als damals.