80s Lovestory (Lucy-chan/cupcake)

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    • 80s Lovestory (Lucy-chan/cupcake)







      Sommer, 80er Jahre in einer kleinen amerikanischen Vorstadt.

      Das Leben könnte eigentlich nicht besser für X laufen. Ihr Vater, ein erfolgreicher Geschäftsmann, liebt seine Frau und seine Tochter über alles. Eine glückliche kleine Familie, wie man sie sich vorstellt. X soll auf eine gute Universität gehen, Harvard vielleicht, denn ihre Chancen stehen nicht schlecht, in die gleichen Fußstapfen wie ihr Vater zu treten. Das meiste in ihrem Leben ist in ihren Schoß gefallen und doch ist es für sie nicht selbstverständlich. Sie setzt sich im sozialen Bereich ein und ist keineswegs auf den Kopf gefallen.
      Vor ihrem Schulabschluss und ihrem anschließenden Umzug aufs College fahren ihre Eltern mit ihr ans Meer, wo sie ein kleines Ferienhaus besitzen.
      Anders als die Jahre zuvor soll dieses Mal jedoch einiges anders laufen.


      Im gleichen Ort lebt auch Y und von X´s familiären Verhältnissen kann er nur träumen. Er lebt bei seiner Tante, gerät häufiger mal auf die schiefe Bahn und könnte sich um Regeln nicht weniger scheren. Trotz allem lebt er ein recht zufriedenes Leben, den es gibt niemanden, der ihn kontrolliert oder ihm etwas vorschreibt.
      Doch auch für ihn soll sich einiges verändern, als er diesen Sommer die jüngere X kennen lernt und die beiden sich ineinander verlieben.
      Aus so verschiedenen Verhältnissen stammend, sind Probleme jeglicher Art natürlich vorprgrammiert und treibt beide auch hin und wieder an den Rand der Verzweiflung.

      . . .




      Wie so oft in der Zeit zwischen Morgen und Mittag ging es einigermaßen gemütlich im Diner zu. Es war die Zeit, in der die meisten gerade zum Brunchen kamen. All die gestressten Leute, die in der früh nur schnell vorbei kamen, um sich einen Kaffee zu schnappen, waren weg, auf dem Weg zur Arbeit und fürs Mittagessen war es noch zu früh, da Paul in der Küche die Gerichte erst ab 12 Uhr servierte. Normalerweise war das auch die Zeit, in der ich mir das erste Mal Zeit nahm, um mir hinten in der Küche mein Frühstück zubereiten ließ und nebenbei auf meinem Walkman meine Lieblingslieder anhörte. Die graue Blechbüchse war ein Weihnachtsgeschenk von Barb gewesen, die zwar wenig mit solchen modernen Gerätschaften anfangen konnte, mir aber trotzdem eine Freude machen wollte. Und es hatte sich definitiv gelohnt, denn mittlerweile schleppte ich ihn fast überall mit hin.
      Doch heute war sie mit dem Rad in den Nachbarschaftsort gefahren, um ein paar 'Besorgungen' zu machen. Doch ich wusste es besser, denn meine Tante traf sich neuerdings mit jemandem. Und woher ich das wusste? Weil der Kerl derjenige war, vondem ich mir regelmäßig mein Gras besorgte. Den besten Männergeschmack hatte Barb noch nie gehabt, aber in ihrem Alter konnte sie wohl froh sein, überhaupt noch jemanden zu finden, dachte ich mir höhnisch. Na gut, sie war gerade erst 47 geworden und sie war die einzige Person, die ich in meinem Leben hatte und auf die ich mich verlassen konnte, deswegen wollte ich ihr den Typen nicht von Anfang an schlecht reden. Trotzdem hätte ich mir weitaus schöneres vorstellen können, als nun hier in ihrem Laden extra Stunden zu leisten. Wenigstens bekam ich dafür mehr Geld, obwohl ich das wohl auch direkt wieder in neuen SToff investieren würde. Wenn Barb sich jetzt mit dem Typen trifft, sollte ich dann nicht wenigstens Rabatt bekommen? Kopfschüttelnd machte ich mich an der Jukebox zu schaffen, bei der es in der letzten Zeit immer mal wieder Probleme mit dem Empfang gab. Ich hatte Barb schon seit Ewigkeiten geraten, eine neue Anlage zu kaufen, aber sie wollte einfach nichts mit diesem 'Elektronikmist', wie sie es nannte, zu tun haben. "Verfluchte scheiße man!" schimpfte ich vor mich hin, als ich mir die FInger einzwickte und warf den Leuten, die am nächsten Blick saßen, einen finsteren Blick zu. "Was glotzt ihr so?" setzte ich dann leiser hinterher, denn sie konnten froh sein, dass ich ihnen überhaupt ihr Essen servierte. Mit einem lautetn Krachen machte die Jukebox wieder auf sich aufmerksam und ich dachte schon, ihr letztes Stündlein hätte geschlagen, doch stattdessen schmetterte mir nun You´re the one that I want von John Travolta entgegen. Seine neueste Single, die gar nicht mal so schlecht war, würde sie mich nur nicht immer an letzte Woche erinnern. Ich hatte gerade Susie nach Hause gefahren und obwohl ich ihr von Anfang an klipp und klar gemacht hatte, es würde nichts ernstes aus uns werden, hatte sie noch im Auto zu genau diesem Song versucht, mich vom Gegenteil zu überzeugen. Ich hatte sie kurzerhand raus geschmissen und seitdem nicht mehr gesehen. Eddie und Lucas zogen mich deswegen zwar unentwegt auf aber ich hatte die Sache schon längst abgehakt.
      Als ich mit meiner Songauswahl einigermaßen zufrieden war, begab ich mich wieder hinter die Theke, wo ich mich auf einen Barhocker schwang und zu 'Rich Girl' eine Zigarette anzündete. Ich konnte mir hier drin keinen Joint erlauben, dann würde mich Barb in hohem Bogen raus werfen, obwohl ich sie draußen nach der Arbeit auch immer beim Kiffen erwischte. Also musste eine Kippe her und zwar dringend, denn sonst würde ich die restliche Zeit nicht überstehen. Mit dem Kopf im Takt wippend zog ich mein kleines Notizbuch aus meiner Hosentasche, welches ich zum Texte aufschreiben benutzte und blätterte darin. Das laute bimmeln der Türglocke deutete auf neue Kundschaft hin, doch ich hob nicht den Kopf. Wenn die Leute was wollten, würden sie schon auf mich zu kommen. Außerdem war Paul in der Küche auch noch da, der sich manchmal auch um die Gäste kümmerte.
    • She's been living in her uptown world
      I bet she's never had a backstreet guy
      I bet her mama never told her why
      Stephanie

      Drei Stunden Reise hatten irgendwann auch sein Ende gefunden und Steph zog ihre Kopfhörer aus, während Billy Joel zu Uptown Girl seine letzte Strophe sang. You know I'm in love.. With an uptown girl.. Ein Lächeln war auf den Lippen der jungen Frau zu sehen, die neue Kassette, die ihr Vater ihr geschenkt hatte war wirklich gut gewesen, vor allem hatte sich die Qualität mit ihrem neuen Walkman gebessert, aber es zählte ja auch nur die Musik und nicht die Technik, jedenfalls, wenn es nach der jungen Frau ging. Sie hatte das Ortsschild gesehen, welches andeutete, dass in wenigen Meilen der Ort sie begrüßen wird, an welchem sie ihre letzten richtigen Sommerferien verbringen kann. Es war eine freudige Nachricht, dass ihre Eltern sich dazu entschlossen haben ein Feriendomizil zu holen, aber sie brauchten auch einen Rückzugsort und wenn Steph nächstes Jahr wirklich nach Harvard gehen wird, dann haben die beiden immer einen Rückzugsort für sich, da freute sich Stephanie wirklich. Ein klein wenig war sie zwar über die Tatsache traurig, dass sie hier niemanden kannte und zum Anfang allein sein sollte, aber ihre Freunde sind ebenfalls alle verreist und in den vier Wochen hier am Strand wird sie mit Sicherheit irgendjemanden kennen lernen, mit dem sie ein wenig abhängen könnte. Wer weiß, vielleicht entwickelt sich hier auch eine richtig gute Freundschaft, aber noch war sie ein wenig skeptisch.
      "Stephanie? Wir sind gleich da", verkundete der Mann und blickte in den Rückspiegel nach hinten, bemerkte aber schnell, dass seine Tochter schon ihre Aufmerksamkeit der Gegend gewidmet hat. Sie war in die Mitte der Rückbank gerutscht, hatte beide Hände auf den vorderen sitzen abgelegt und musterte die Straße vor sich. "Steph.. Sitz gerade bitte, Kind..", ihre Mutter hatte von ihrem Buch nicht auf gesehen, wusste aber direkt, dass die Brünette hinten mit Sicherheit wieder einen krümmen Rücken machte, aber das war auch schon Gewohnheit. "Du hast mir bisher nichts vom Häuschen erzählt.. Dad.. Wo fahren wir wirklich hin?". Schon seit die Idee mit dem Hauskauf angesprochen wurde sprach die Brünette ihren Vater immer und immer wieder darauf an, wohin es nun ging, aber er schwieg mi einem schmunzeln auf den Lippen und wollte nichts sagen. "Ich sagte dir doch, lass dich überraschen.. Lass den Ort einfach auf dich wirken!". Die Sturheit hatte sie mit Sicherheit von ihm, aber es würde ja hoffentlich nicht mehr lange dauern, bis sie dort ankommen würden, jedenfalls hoffte es Steph wirklich, denn sie war aufgeregt und neugierig, musste später unbedingt davon den anderen erzählen, aber sie würde gerne wissen was sie erzählen wird. Nun, für den letzten Sommer hatte sie sich auch sonst vieles vorgenommen, ihre Liste war voll und sie war drum und dran ihren letzten Sommer zu dokumentieren, dafür sparte sie sich sogar ihre Abzüge der Polaroid Kamera auf, auch wenn es von ihren Eltern für den Sommer gleich eine neue Packung gab. Steph hatte vor ein Sommertagebuch zu führen und das wollte sie später ihren Kindern zeigen, oder gar ihren Enkeln!

      Wenige Minuten, nachdem die Familie das Ortsschild passiert hatte gab es aber auch schon den ersten Halt seit Anfang der Fahrt. Der Wagen fuhr auf den Parkplatz eines Diners, nach den Autos zu urteilen war es sogar recht gut besucht, aber eigentlich wollte Steph zum Häuschen fahren.. "Oh, Dad.. Du kannst mich nicht auf die Folter spannen!", die Brünette seufzte laut und ließ sich nach hinten in den Sitz fallen. Ihr Vater schmunzelte, blickte nach hinten durch den Spiegel, er mochte es seine Tochter zu ärgern. "Wir essen hier was... Ich muss die Firma noch anrufen, fragen, ob das Projekt durch gegangen ist.. Die haben hier ein Telefon und gleich laut deinem Onkel das beste Essen weit und breit.. Es soll eine Ortsspezialität sein". Ganz sanft fuhr der Mann seiner Frau über die nackte Haut am Bein, um die Frau dazu zu bringen das Buch weg zu legen. Sie hob ihre Hand hoch, hob einen Finger, um anzudeuten, dass sie nur einen Moment brauchte, bevor das Buch auch wieder seinen Weg in die Tasche fand. "Hervorragend! Ich muss nämlich auf die Toilette.. Und Hunger habe ich auch".
      Steph gab sich geschlagen, sie würden hier Halt machen und dann wollte sie endlich sehen, wo sie ihre letzten Sommerferien verbringen wird. Sie stieg aus dem Wagen aus, die Sonne schien ihr direkt ins Gesicht, es war aber ein schön warmer Sommeranfang. Ihr Eltern folgten ihr gleich aus dem Wagen, da nutzte sie aber die Gelegenheit und nahm die Kamera aus ihrer Tasche heraus, um das Schild des Diners zu fotografieren, das würde den Anfang ihres Tagesbuchs machen. Das Foto war schnell geschossen, die Kamera spuckte das Polaroid aus, welches die Brünette für die nächsten zwei Minuten ein klein wenig wedeln musste, um das Bild wirklich zu bekommen. "Kommst du Steph?", ihre Eltern warteten schon am Eingang, waren wohl schneller als sie gewesen, aber mit wenigen Schritten betrat die junge Frau den Laden mit ihnen zusammen. Es roch nach Essen dort drin, da meldete sich schon der Hunger, der bisher ignoriert worden ist, sanfte Musik drang aus der Jukebox, da fühlte sie sich gleich viel wohler! "Geht ihr schon mal was zu trinken holen.. Ich komme gleich nach", der Mann der Gruppe hatte das Telefon entdeckt, an der Wand in der Ecke des Lokals, griff gleich in seine Hosentasche, um Münzen raus zu suchen, letztendlich blieb Steph aber alleine übrig, ihre Mutter verabschiedete sich kurz und nutzte die Gelegenheit auf die Toilette zu gehen, da seufzte Steph und zuckte innerlich mit den Schultern, dann würde sie eben schon mal vor gehen und bestellen, alt genug war sie ja schon.
      An der Theke lehnte sie sich ein wenig an ihr vor, musterte den jungen Mann vor sich, der irgendetwas in der Hand hielt. Sie hörte auf das Bild zu schütteln, widmete sich lieber ihm zu. "Hi..", auf Menschen zuzugehen war ja nicht das große Problem. "Krieg ich bitte eine Cola und zwei Kaffee?". Das Lächeln auf ihren Lippen war sanft.




      80's Lovestory (Lucy-chan/cupcake)
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Lucy-chan ()

    • Wenn ich mit den Gedanken bei den Texten aus meinem Notizbuch war, wurde die Außenwelt meist ganz schnell in den Hintergrund befördert. Meine Tante würde niemals verstehen, wie ich so viel Zeit damit verbringen konnte, sie hörte sich ja nicht mal wirklich die Musik an, die ich machte. Somit blieb mir nur mein kleines schwarzes Büchlein, in denen ich spontane Gedanken und Gefühle aufschrieb, die ich dann später eventuell in Songtexte verwandeln würde. So tell me I´ll never see you again.. "Man, das ergibt überhaupt keinen Sinn!" schimpfte ich vor mich hin und überkritzelte die letzte Strophe. Nach der Arbeit im Diner würde ich Surfunterricht geben und abends hatte ich meist nicht mehr den Kopf dazu, um weiter zu schreiben. Hurt me, hurt me.. so I might feel alive again. Der Stift flog nun über das Papier, so hastig, dass ich etwas von der Tinte mit meinem Handrücken verschmierte. "Verdammte Scheiße!" Ich wollte gerade schon alles in die Ecke werfen, da mein Tag bisher wirklich überhaupt nicht gut lief, da zog mich eine junge Stimme aus meinem Wutanfall. Gerade wollte ich den neuen Gast schon anherrschen, er solle sich auf seinen Platz setzen und warten, bis ich käme, aber ich verstummte, als ich aufblickte und in ihr Gesicht sah. Es war ein Mädchen, welches ich noch nie gesehen hatte. Neue Leute hier anzutreffen, war leider nicht ganz so unüblich, denn letztenendes waren wir in einem schönen Küstenort, wo viele ihren wohlverdienten Sommerurlaub verbrachten. Die luxuriösen Villen dieser Typen, meist aus der Großstadt kommend, reihten sich Seite an Seite und übertrumpften sich mit ihrer Schönheit und Eleganz. In fast jedem davon gab es einen Pool, viele auch am Hang zum Meer, mit schönem Ausblick darauf. Woher ich das wusste? Nun, jedenfalls nicht, weil ich jemals in einer solchen Unterkunft gehaust hatte.
      "Ähm..hey" murmelte ich letztenendes kurz angebunden und steckte mir den Stift hinters Ohr, bevor die Tinte in meinen Händen noch mehr Schaden anrichten würde. Schnell stopfte ich auch mein Notizbuch wieder in meine hintere Hosentasche. Nun war es wohl wirklich vorbei mit meiner Ruhe und ich konnte das Texte schreiben auf Morgen oder einen anderen Tag der Woche verschieben. Vielleicht sollte ich den Surfunttericht doch einfach abbrechen? Andererseits hatte ich ohne den nicht genug Geld um alle Kosten jeden Monat abzudecken. Immerhin war da die Miete für meine eigenen vier Wände, auch wenn dies nur im Anbau meiner Tante war, das Geld für Kippen, Alkohol und den Stoff und nebenher sparte ich ja auch darauf, irgendwann endlich einmal aus diesem kleinen Drecksloch heraus zu kommen. Nun, es hätte mich vermutlich schlimmer erwischen können, immerhin lebte ich am Meer, wovon die ganzen gierigen Urlauber ja anscheinend alle nur von träumten. Und ich liebte das Meer wirklich, es gab mir das Gefühl, dass da draußen vielleicht doch noch etwas mehr war als nur Teller abwischen im Diner.
      "Kommt sofort" leierte ich meinen Text hinunter und war dem Mädchen einen kurzen Blick zu, während ich eine Flasche Coca Cola aus dem Getränkefach zog. "Aus der Flasche oder im Glas?" fragte ich sie und richtete es dann dementsprechend an, um mich dem Kaffee zu widmen. Lautstark röhrte die Kaffeemaschine rum, die nun wohl auch bald ihren Geist aufgeben würde, so wie sich das jedes Mal anhörte. Das kommt davon, wenn man solche Sachen aus dem vorletzten Jahrhundert noch her nimmt.
      "Du kommst nich von hier, oder?" richtete ich mich dann an das Mädchen, um mich irgendwie mit einer Unterhaltung aus meiner sonst so langweiligen Misere hier im Diner heraus zu ziehen. Bemüht unauffällig versuchte ich, sie ein wenig auszuchecken. Sie war hübsch, sah aber ungaublich jung aus, so jung, dass ich beinahe Angst bekam, jemand würde mir das Jugendamt an den Hals hetzen, sollte ich sie nur irgendwie schief ansehen.
    • Stephanie

      Einen kurzen Blick hatte sie auf den Lockenkopf geworfen, der mit seinen Gedanken wo anders zu sein schien, aber es war nicht schlimm, es war warm draußen, es war warm in dem Laden und letztendlich waren die Gäste versorgt, da konnte man mit den Gedanken für einen Moment wo anders sein. Steph ließ ihre Augen dennoch nicht von dem Mann, sie wollte gerne erfahren, was er da eigentlich aufschreiben wollte, was ihn so geärgert hatte, da blickte er auch schon auf und ihre Augen trafen aufeinander. Kurz schien die Brünette die Luft anzuhalten, als sie in dieses Paar wirklich schöner Augen blickte, unwillkürlich wurde das Lächeln noch breiter, bevor sie seine Stimme hörte. Steph atmete auch wieder, eine Gänsehaut breitete sich auf ihrem Körper aus, er hatte sie doch eigentlich nur begrüßt.. Der Mann steckte das kleine Notizbuch wieder weg, da konnte sie kurz einen Blick auf den Einband werfen, aber wirklich schlauer wurde die Frau daraus noch immer nicht. Sie war plötzlich so aufgeregt, so ganz anders, als zum Eintreffen in dieses Lokal. Mit einem innerlichen Kopfschütteln legte sie diese Gedanken auch komplett zur Seite ab und konzentrierte sich lieber auf die Frage, die ihr gestellt wurde. Wollte sie jetzt aus der Flasche trinken, oder aus einem Glas? Was würde denn jetzt besser ankommen? Verdammt, Steph.. Sie war nicht dafür hier, um sich womöglich Hals über Kopf in eine Romanze zu stürzen, sie wollte ihren letzten Sommer genießen! Ein Lächeln breitete sich wieder auf ihren Lippen und Stephanie fuhr sich mit der Hand eine Strähne der kurzen Haare hinter das Ohr. "Aus der Flasche, bitte", antwortete sie auch schon und musterte die Hände des Mannes, die nach der Flasche griffen. Gleichzeitig war die Kaffeemaschine zu hören, so hörte sich die in der Küche ihrer Eltern nicht an, aber das Geräusch und das Alter der Maschine waren eher nebensächlich, viel wichtiger war es ihr plötzlich, dass sie gleich schon eine weitere Frage gestellt bekam, eine auf sie persönlich bezogen. Was verriet sie wohl, dass sie nicht von hier kam? War es ihr Outfit? Wobei sie mit dem lockeren Oberteil und der kurzen Latzhose nicht sonderlich anders aussah, als es andere Mädchen in ihrem Alter taten, oder nicht? Oder war es wohl die Art, wie sie drauf war? Was verriet sie?
      Steph ließ den Kopf kurz hängen, sie schmunzelte und blickte gleich wieder auf. "Was hat mich denn verraten?", fragte sie gleich, ohne die Frage sofort zu beantworten. Da war sie jetzt wirklich neugierig. "Wir sind nur für die Sommerpause hier.. Ich bin definitiv nicht von hier..". Vielleicht war es auch die Wahl des Lokals? Der junge Mann schien nicht so, als hätte er draußen das Nummernschild gesehen, er war in sein Notizbuch vertieft gewesen, jedenfalls gerade eben. "Kannst du mir denn hier was empfehlen, was ich unbedingt sehen sollte?". Gott, das klang gleich schon so.. Kitschig und normal, aber die Brünette wollte das Gespräch aufrecht erhalten, sie wollte Interesse zeigen und ihrer Aufregung nach gehen.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Die Kaffeemaschine dauerte mal wieder ewig und noch dazu musste ich jetzt auch noch die Kaffeebohnen nachfüllen. Jedoch ließ ich mich nicht aus der Ruhe bringen, denn ein schweifender Blick über den Rest des Diners verriet mir, dass alle noch mehr oder minder zufrieden waren. Da war diese junge Familie mit einem Kleinkind, dass mir schon die ganze Zeit lang auf die Nerven ging und welches nun mit seinem hölzernen Spielzeugauto auf den Bodenfliesen spielte. Es erinnerte mich nur an meine eigene Kindheit und daran, was ich alles gegeben hätte um so unbeschwert aufzuwachsen wie er. Ich dagegen hatte mich nur viel zu früh mit den Problemen meiner eigenen Eltern auseinander setzen müssen. In dem Alter, in dem ich schon komplett selbstständig gewesen war, waren die Kids in meinem gleichen Alter wahrscheinlich nur darum besorgt welche Schulnoten sie schreiben oder auf welches College sie gehen würden. Da kamen wir schon gleich beim näachsten Punkt. College war für mich nie in Frage gekommen, ich hatte weder die Zeit noch das Geld, noch die Motivation, geschweige denn von irgendwelchen Aussichten. Vielleicht war ich dadurch auch zum schreiben gekommen. Durch die Texte konnte ich irgendwie all meine Gefühle ausdrücken ohne dass jemand über mich lachte oder es in den Dreck zog. Außerdem machte es mir Spaß und ich konnte meine Energie in wenigstens eine sinnvolle Sache kanalisieren.
      Aber zurück zur Frage des Mädchens. Schmunzelnd blickte ich zu ihr und fragte mich zugleich, was sie wohl über diesen Ort denken würde, wenn sie ihn einmal besser kannte. Er war recht überschaubar, der nächste größere Küstenort zwar nur eine zehnminütige Autofahrt entfernt aber dennoch hätte man in ein oder zwei Tagen alles wichtige gesehen. Natürlich gab es dann noch Plätze, die man erst nach längerer Zeit entdeckte und zu lieben lernte, aber an denen waren zumindest die meisten Touristen nicht sonderlich interessiert. Abgesehen von dem DIner gab es noch einige weitere Geschäfte - Obst, Gemüsehändler, das wichtigste an Kleidung und Schuhen, einige Restaurants und natürlich den Strand, der sich einige Kilometer weit zog.
      "Dieser Ort hier ist ziemlich klein..Also ich kenne eigentlich alle Leute hier" antwortete ich schließlich kurz und knapp. "Dich dagegen hab ich hier noch nie gesehen." Ein solches Gesicht hätte ich mir außerdem gemerkt. Die leicht kindlichen RUndungen, die aber schon langsam einem erwachsenem, weiblichen Ausdruck glichen. Der sanfte Ausdruck in ihren Kulleraugen, denen man bestimmt nichts ausschlagen wollte und ihre Art..unschuldig und einfach lieb.
      Mit einem endgültigen Rödeln machte sich die Kaffeemaschine bemerkbar und endlich konnte ich die schwarze Flüssigkeit in eine Kanne schütten. Diese stellte ich zusammen mit zwei Tassen und etwas Milch auf ein Tablett,welches ich hier über den Tresen reichte. Darüber gebückt stützte ich mich mit den Unterarmen über dem Tablett ab und blickte sie das erste Mal richtig aus der Nähe an. "Naja.." fing ich erst an und überlegte, ob ich ihr denn tatsächlich eine meiner Lieblingsstellen oder nur einen der üblichen Touristenspots empfehlen sollte. Doch irgendein Bauchgefühl überwog mich dazu, ihr mehr zu geben, als nur den Aussichtspunkt im Hafen oder die Pizzeria im Ort, obwohl die wirklich die besten Pizzen im ganzen Ort machte. "Es gibt da diesen Steg..etwas außerhalb, nur ein paar Minuten zu Fuß unten am Strand. Da gehen nicht so viele Touristen hin bei Sonnenuntergang" sagte ich und zwinkerte ihr frech zu. Zugleich keimte da der Gedanke auf, ich könnte sie dort vielleicht irgendwann mal entdecken. Ich war dort schließlich fast jeden Abend nach dem Surfen, also war es gar nicht einmal so unwahrscheinlich.
    • Stephanie

      Sie war überrascht, als die Antwort auf ihre Frage so simpel erschien, dass es ihr wirklich nicht in den Sinn gekommen war, aber diese verfluchte Aufregung, die sich in ihrem Inneren immer weiter ausbreitete war einfach nicht unter Kontrolle zu bringen. Steph wusste nicht, was es war, aber es brachte wie wieder dazu zu schmunzeln, nachdem sie ihre Antwort bekommen hatte. Ihr Gesicht war also der Grund dafür, warum man angenommen hatte sie sei neu.. Der Ort war klein genug, um alle zu kennen, das hätte ihr aber auch bewusst sein sollen, ihr Vater hatte erwähnt, dass sie sich was Ruhiges gesucht haben, etwas unscheinbares und vor allem auch etwas weit von den anderen entfernt. Ihr Vater hatte täglich mit vielen Menschen zu tun, ihre Mutter im Krankenhaus mindestens genauso, allein deshalb wollten sie beide immer dort Urlaub machen, wo es die wenigsten wollten, um einfach nur ihre Ruhe zu haben, aber letztendlich stellten sich diese Urlaube als die Besten dar, trotz des anfänglichen Misstrauens, welches auch für diesen Urlaub zu einem gewissen Grad vorhanden war. Steph hatte sich aber selbst versprochen nur das Beste aus diesem Sommer zu machen und alles zu tun, wonach ihr war, bevor der Ernst des Lebens mit einen Schlag auf sie zukommen wird.
      Der Kaffee wurde fertig, die Brünette beobachtete den Herren hinter dem Tresen dabei, wie er die beiden Tassen auf ein Tablett stellte, samt gleich der Milch in der Kanne. Überraschend kam ihr der Mann auch ein Stück näher, in dem er sich über das Tablett abstützte,, als würden seine Worte gleich fast schon einen Geheimnis gleichen. Steph blieb an die Theke selbst angelehnt, blickte in die grün-grauen Augen, die sie jetzt wirklich mustern konnte. Das Spiel der beiden Farben ergab eine wirklich schöne Augenfarbe, auch wenn sich die Frau ein wenig doof bei dem Gedanken vorkam, nachdem der blonde Lockenkopf mit der Antwort auf ihre letzte Frage anfing. Sie wollte einen Ort wissen, den sie unbedingt sehen sollte, oder vielleicht kennenlernen sollte, ein Monat hier in diesem Ort könnten sehr schnell zu den langweiligsten Ferien überhaupt werden. Für einen Moment schien sie wieder den Atem anzuhalten, ihre Brust fühlte sich ein wenig so an, bis die nächsten Worte ihres Gegenüber folgten. Ein Schmunzeln war direkt auf ihren Lippen zu sehen, bevor Steph wieder für einen Moment ihren Kopf hängen ließ. "Ein Steg also?", fragte sie nach und musste dabei ehrlich zugeben, dass sie so viel Romantik dem Mann wirklich nicht zugetraut hatte. Er wirkte einfach anders, als würde er nicht der Typ dafür sein, aber vielleicht deshalb wirkte Steph auch so positiv überrascht. Sanft griffen ihre Hände nach dem Tablett, sie wollte nicht gleich ihre Eltern bei diesem äußerst angenehmen Gespräch dabei haben. "Vielen Dank". Damit meinte sie sowohl die Getränke, als auch den Tipp, den sie bekommen hatte. Und aus dem Augenwinkel war auch schon ihre Mutter zu sehen, die auf die beiden zu kam. "Den sehe ich mir mal gerne an". Das Lächeln auf den Lippen der Brünette wurd ein wenig frecher, bevor sie sich letztendlich abwenden würde, um mit dem Tablett zu einem der freien Tische zu laufen.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Obwohl wir nur ein wenig Smalltalk führten, musste ich immer mehr lächeln. War ihr liebliches Schmunzeln etwa so ansteckend? Sie war nicht der Typ Mädchen, auf die ich normalerweise zugehen würde, erstaunlicherweise ertappte ich mich selbst dabei, dass es mir Spaß machte, mich mit ihr zu unterhalten. EIn Blick über ihre Schulter verriet mir, dass endlich Barb zurück gekommen war, wobei mir das jetzt doch tatsäclich ein wenig in die Quere kam. Na gut, das Mädchen hatte sowieso schon nach dem Tablett gegriffen, daher war die Konversation eh erstmal beendet. Wenn Barb mich sehen würde, wie ich das Mädchen anschaute, hätte sie mir die nächstbeste Zeitung über den Kopf gezogen. Nicht, dass es sie etwas anging, mit wem ich sprach, ich verkniff mir jegliche Kommentare zu ihrem Liebesleben ja auch - doch nach der Sache mit Susie hatte meine Tante sowohl als auch ich gestrichen die Schnauze voll. Nachdem ich sie abserviert hatte, hatte sie noch ein paar Mal bei uns im Laden geklingelt und war ein paar Mal sogar vorbei gekommen, woraufhin ich immer meine gute alte Tante vorgeschickt hatte. Nicht, dass ich zu feige war, aber ich hatte einfach nicht die Lust dazu, ihr wieder und wieder zu erklären, dass ich sie nicht heiraten und mit ihr ein Haus kaufen würde. Dieser Plan stand absolut nicht auf meiner Agenda. Ich wäre ein schlechter Hausbesitzer und ein vermutlich noch schlechterer Ehemann. Von den väterlichen Fähigkeiten, die damit höchstwahrscheinlich miteingingen, mal ganz zu schweigen.
      "Hallo meine Liebe" grüßte Barb das Mädchen, dass ihr gerade entgegen ging, während sie auf dem Weg hinter die Theke war und mir gleich einmal einen halb fragenden und halb drohenden Blick zuwarf. Schon von hier aus konnte ich den leichten Tabakrauch riechen. So wie ich, hielt auch Barb sich mit Zigaretten über dem Wasser. Kiffen während der Arbeitszeit war für sie ein Tabu - an das ich mich natürlich nicht immer hielt. "Na, wie waren die 'Erledigungen'? Hast du alles bekommen?" zog ich sie auf und sprintete dann lachend nach hinten in die Küche, bevor sie mich mit einem Geschirrtuch erwischen konnte. "Hey, Paul, kannst du mir bitte ein bisschen Speck machen und Rührei?" fragte ich den Mann, der circa Ende fünfzig noch seine letzten Jahre vor der Rente arbeitete. Er schob einen dicken Ranzen vor sich her, über den man aber getrost hinweg sehen konnte, wenn man erstmal wusste, wie gut er kochen konnte. "Natürlich Junge, setz dich, kommt sofort" sagte er und ich ließ mich in einer Ecke an meinem Platz nieder. Das brutzeln des Specks und der nachfolgende Duft versetzte mich in eine gleich viel bessere Stimmung und ich knüpfte mir wieder mein Notizbuch vor. Summend und mit einem Fuß wippend machte ich mich anschließend über mein verspätetes Frühstück her und gönnte mir nebenher noch eine Tasse Kaffee, die mir meine Tante nach hinten brachte. "Christopher, kommst du nach vorne?" hörte ich da auch schon wieder den Boss rufen. Seufzend erhob ich mich und begab mich wieder ins Café. Ein Blick auf die Uhrzeit verriet mir, dass ich nur noch eine Stunde hier sein musste, dann hätte ich ein wenig Freizeit, bevor es wieder ans Surfen ging. Die Sommerferien fingen gerade erst an, daher kamen nnoch nicht so viele Leute zum üben, als hatte ich vielleicht Glück und der Rest des Tages wäre eher ruhig. Wobei ich mich eigentlich nicht beschweren konnte, denn ich schob generell immer eine eher ruhige Kugel. Barb zeigte mit dem Finger auf einen der Tische. Schon von hier aus erkannte ich, dass es das Mädchen von vorhin war, die dort mit ihren Eltern saß. Also wirklich eine Familie aus der Großstadt. Aber Gott verdammt, wie alt war sie denn nun, wenn sie mit ihren Eltern hier Urlaub machte? Ich war am Tisch angekommen und holte einen ledrigen Geldbeutel aus meiner hinteren Hosentasche, bevor ich den Standardspruch herunter leierte. "Hat es Ihnen gefallen in Barb's DIner?" Ohne auf eine Antwort zu warten, gab ich ihnen auch schon die Rechnung und fokussierte mich dabei auf die Eltern. Ob mir der Vater wohl an den Hals springen würde, wenn ich seine Tochter blöd ansah? Mir war es sogar fast danach, mir den Spaß zu erlauben und eine saftige Ohrfeige zu riskieren. Ich zählte noch das Wechselgeld, verabschiedete mich und wandte mich dann noch kurz an das Mädchen. "Bis später" sagte ich frech und winkerte ich grinsend zu, ehe ich mich schleunigst vom Tisch entfernte. Barb, die halbwegs aufgepasst hatte, sah nur kurz auf von ihrer Morgenzeitung, aber mit einem Blick, der mich hätte töten können. Das machte die ganze Aktion fast noch spaßiger, sodass ich sie noch breiter angrinste, woraufhin sie die Augen verdrehte. "Lach doch mal! Der Tag ist schön" blödelte ich und schnappte mir ein nasses Tuch, um den Tisch abzuwischen. "Na wer hat dir denn den Kopf verdreht?" fragte mich Barb kopfschüttelnd und wandte sich wieder dem neuesten Klatsch und Tratsch der Umgebung zu.
    • Stephanie

      Erst mit dem Hinsetzen an einem der freien Tische realisierte die Brünette, wie aufgeregt ihr Herz schlug. Ein wenig verlegen wurde sie mit diesem Gedanken schon, denn sie verstand nicht wirklich, was der Grund dafür sein sollte, aber vielleicht bildete sie sich es auch nur ein, allein deshalb versuchte sie sich auf die Worte ihrer Mutter zu konzentrieren, die davon sprach, wie sauber hier die Toilette war. Es war eine kleine Nebenbemerkung ihrer Mutter, der Steph nicht viel Aufmerksamkeit widmete, stattdessen horchte sie auf, als sie das neuste Lied von Rockwell aus der Musikbox spielen hörte. Somebody's Watching Me war kein schlechtes Lied, es war eine gute Abwechslung zu dem, was sonst in letzter Zeit raus gekommen war und gleich war ihre Laune doppelt so gut, vor allem aber ihre Füße hatten Signale geschickt, dass sie sich am liebsten zu dem Rhythmus der Musik bewegen würden. Unter dem Tisch, an welchem sie und ihrer Mutter saßen, bewegten sie sich unauffällig mit zum Takt, während die braunen Augen den Herren musterten, der nach hinten und damit gleich auch aus ihrem Blickwinkel verschwand.
      "Was ist los, Honey?", ihre Mutter hatte jemanden angesprochen und fast schon wollte Stephanie antworten, da bemerkte sie ihren schlecht gelaunten Vater, der sich zu den beiden Frauen setzte und seinen Kaffee ergriff. Er murmelte etwas, während er sich Zucker rein schüttete und gleich noch Milch hinterher kippte, es musste scheinbar was bei der Arbeit sein. "Das läuft alles nicht.. Ich hätte die Firma nicht alleine lassen sollen". Und mit den Worten kam auch wieder der Workaholic aus ihm heraus, während die Diskussion der Beiden wieder anfing. Damit war das Essen eigentlich auch schon wieder vergessen, auch wenn Steph es wagte sich Pommes zu bestellen, als die Dame an ihrem Tisch vorbei lief, die sie vorher auch begrüßt hatte. Mit den Pommes und der Cola saß sie also da, hatte nicht einmal mehr Blickkontakt zu dem Mann hinter dem Tresen und die schlechte Laune vertrieb die Gute, trotz der guten Musik, die zu hören war. Gott, warum waren ihre Eltern beide so dramatisch, wenn es um die Arbeit ihres Dads ging? Wie lange sie nun da saßen wusste Stephanie nicht, aber sie war froh, als ich Vater vorschlug zu bezahlen und zum Häuschen zu fahren, um die Laune aller zu verbessern. Die Brünette war gerne dabei, hatte sowohl ihre Cola, als auch die Pommes geleert, sie wollte gerne etwas anderes machen, ihre Klamotten einordnen, sich die Umgebung ansehen und zu ihrer schlechten Laune kam es ihr ganz recht, als sie den blonden Lockenkopf wieder erblickte. Er bediente sie zu Ende, hatte nur ganz flüchtig zu ihr gesehen, das tat schon fast weh..
      Der erhoffte Blick kam jedoch auch schon, gleich mit einem Bis Später und einem frechen Grinsen, was die Frau so gar nicht erwartet hatte. Ein wenig verwundert musste sie dennoch schmunzeln, es war mutig, keine Frage, denn ihr Vater erhob sich gleich auch schon, um eine Szene zu machen, wie es sich seiner Meinung nach gehörte. "Was war das gerade?!", fragte er auch schon entsetzt, während seine Tochter ihn in Richtung des Ausgangs schob. "Jetzt geh raus Dad.. bevor es wirklich peinlich wird". Das Schmunzeln wollte wirklich nicht von ihren Lippen schwinden, Steph wollte sich nicht so darüber freuen, aber sie tat es. "Stephanie!", ihr Vater ließ sich dennoch in Richtung des Ausgangs schieben. "Dad, geh einfach raus, bitte". Einen letzten Blick riskierte die Brünette dennoch, bevor sie ihren Vater gänzlich raus bekam, sie musste fast schon lachen, dass der Kerl es wirklich wagte diesen Mann vor ihr so auf die Palme zu bringen, aber gleichzeitig war es einfach amüsant und das, was sie gebraucht hatte.
      "Was sollte das gerade?!", ihr Vater war noch immer sehr damit beschäftigt. "Ein dummer Scherz, Dad.. Und jetzt versau uns diesen Urlaub hier nicht".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Es ging gerade auf die mitunter schönste Zeit des Tages zu, den späten Nachmittg. Die Sonne neigte sich ihren letzten Stunden zu, hing schon tief über den unruhiger werdendenWellen des Meeres und bald würde alles in wunderschön orangerotes Licht getüncht sein. Zudem hatten sich die meisten Urlauber, die hier waren schon einmal vom Strand zurück gezogen, um nun schön gemütlich in einem der Restaurants zum Abendessen zu gehen. Die Platzanzahl war begrenzt, daher musste man immer relativ spät da sein, oder eben die Angestellten dort kennen. Ich hatte frühzeitig Feierabend bekommen, da wir nur zwei Surfschüler hatten und die Zeit war wie im Nu vorbei gegangen. Ich hatte also den ganzen langen Nachmittag für mich gehabt. Ich hatte mir einen Hotdog von einem der Stände nahe der Promenade geholt um mich danach mit meinem Surfbrett an einer schönen Stelle nahe dem Wasser nieder zu lassen. Dort saß ich nun, wippte den Kopf im Takt zu Rebel Yell von Billy Idol und wachste mein Surfboard. Ich hatte vor, später noch ein wenig alleine raus zu gehen, denn das war für mich immer das Highlight eines jeden Tages. Von den Wellen auf und ab gewiegt werden, die salzige Luft einatmen und außer dem Geräusch des Meeres und der Möwen eine beruhigende Stille. Und dann erst das Gefühl, wenn man erst einmal eine gute Welle erwischte, es war unvergleichbar und ich konnte mir weiß Gott nicht vorstellen, jemals in einer Stadt weg von der See zu leben. Die Sonne schien auf meinen nackten, braungebrannten Oberkörper, brannte inzischen aber schon nicht mehr so erbarmmungslos herunter wie noch zur Mittagszeit. Ich vergrub meine Zehen im weichen, warmen Sand und nippte an meiner inziwschen zweiten Dose Bier, welches jetzt leider nicht mehr ganz so kühl war, wie ich es mir vielleicht wünschte. Während ich mitmeiner rechten Hand gedankenverloren das Tuch über mein Board streichen ließ, hatte ich in der linken noch den kleinen Rest eines Joints. Der Tag hätte eigentlich nicht besser laufen können, ich hatte früh Schluss gehabt, die Touris waren fort von meinem Strand und ich war nun in eine wunderschöne weiche Schicht eingepackt, in der mich nichts und niemand stören konnte. Ich war komplett im reinen mit mir und der Welt.
      In einer geschmeidigen Bewegung erhob ich mich vom Boden, leerte noch die zweite Dose Bier und ließ alles zurück bei meinen Sachen. Außer meinem Walkman und dem Gras hatte ich nichts wertvolles dabei, aber hier waren nur ein paar Leute außer mir am Strand. Außerdem war die Kriminalitätsrate hier außerordentlich gering. Die Urlauber, die hierher kamen, hatten mehr als genug Geld, dort, wo sie herkamen und im Ort kannte man sich, also würde da nichts abhanden kommen. Als würde das Surfboard nichts wiegen hob ich es auf und lief auf die Wellen zu, die nun schon stürmischer wurden. Es war die beste Zeit des Tages, bevor es Nacht und das Meer wieder ruhiger wurde. Das Wasser strich kühl und neckend um meine Knöchel, lockte mich, tiefer in ihm zu versinken. Die Welt bestand plötzlich nur noch aus mir, dem Meer und meinem Board. Mit einer flinken Bewegung war ich auf dem Board und paddelte nach draußen, den Blick stets nach oben gerichtet. Ehe ich mich versah, war ich schon weit genug draußen und vor mir lag nur noch der endlos weite Horizont. Möwen kreisten hungrig und auf der Suche nach Essensüberresten immer wieder über mir, doch ansonsten war es ruhig. Wieder und wieder bauschten sich die Wellen um mich herum auf, doch es dauerte eine Weile, bis ich eine gute gefunden hatte. Es ging um den richtigen Zeitpunkt, wenn man den nicht erwischte, würde einen das Wasser erbarmungslos unter sich vergraben. Ich erwischte ihn und sprang auf meine Füße, leicht gebeugt über das Board und mit den Händen das Gleichgewicht sichern. Die wenigen Sekunden in der Welle kamen mir meist viel länger vor und waren wohl die schönsten meines Lebens. Man hörte nichts mehr, nicht die Umweltgeräusche, nicht seine eigenen Gedanken, so schrecklich sie auch sein mochten. Das einzige, das ich hörte, war mein eigener Herzschlag. Surfen gab mir das Gefühl, unbesiegbar zu sein und dass all die kleinen Dinge im Alltag, die einem eigentlich so wichtig vorkamen, nichts weiter als Zeitverschwendung waren. Die Welle war zu Ende und so ließ ich mich zur Seite fallen und unters Wasser ziehen. EIne weitere Welle rollte über mich, bevor ich auftauchte und das wunderschöne Spiel wieder erneut begann. Ich nahm noch ein paar mehr Wellen, bevor es ruhiger wurde und ich mich somit zurück an den Strand treiben ließ. Die letzten Meter legte ich zu Fuß zurück, mein Board unter dem Arm und mit einem zufriedenen Lächeln auf meinem Gesicht.
    • I want to break free from your lies
      You're so self satisfied I don't need you
      I've got to break free
      God knows, God knows I want to break free

      Stephanie

      Sie zog sich die Kopfhörer auf die Ohren und griff zu der Haustür, die nach draußen in diese freie, endlose Welt führte, die Stephanie definitiv erkunden wollte. "Ich bin jetzt weg!", rief sie noch ins Haus rein, aber vermutlich wurde sie sowieso nicht gehört, denn ihre Eltern waren seit einer Stunde schon am streiten. Wie immer ging es mal wieder um die Arbeit ihres Vaters, die er selbst in den letzten richtigen Familienurlaub mit sich mit nahm und sich die Laune davon verderben ließ, aber die beiden merkten nicht, dass sie alles damit nur ins Lächerliche zogen. Es hatte sehr gut angefangen, nach dem Diner waren sie zu dem Häuschen gefahren, welches nur wenige Meter von dem Strand entfernt stand. Aus ihrem Schlafzimmer aus konnte die Brünette direkt auf das Wasser sehen und auch wenn sie einige Meter gehen musste, sie hatte es nicht weit, um ihre Füße direkt im Sand zu vergraben, oder gleich ins Wasser zu springen. Um sie herum war es still, es war weit und breit keiner zu sehen, kein anderes Haus vor allem vorhanden, es gab nur sie und ihre Ruhe, nun, wenn man darüber hinweg sah, dass ihre Eltern es schon wieder taten. In letzter Zeit kam es sehr häufig zwischen ihnen zum Streit, es reichten sehr häufig auch Kleinigkeiten und das, obwohl die beiden für die restliche Welt wie das Traumpaar schlecht hin aussah. Irgendwann hatten sie aufgehört diese Konflikte vor Steph selbst zu verheimlichen, aber wenn sie ehrlich war konnte sie sehr schnell zugeben, dass sie von denen schon sehr viel mehr mitbekommen hatte, als es ihren Eltern wohl lieb war. Sie hatte es satt, einfach nur, weil sich beide ihrer Meinung nach einfach zu sehr anstellten, aber sie hatte aufgehört zwischen Ihnen zu vermitteln und schaltete viel lieber ihren Walkman an, um Freddy Mercury dabei zuzuhören, wie er sich wünschte auszubrechen. Ja, I want to break free traf jetzt auch so ziemlich auf die Brünette zu, da musste sie schon ein wenig bei schmunzeln, aber sie ließ sich ihre Laune nicht verderben, stattdessen steuerte sie das Wasser an, welches sie direkt schon angesehen hatte, kaum war sie aus der Tür raus.
      Einige Meter hatte es gebraucht, da hatte sie auch den Sand schon erreicht und ihre Schuhe ausgezogen, die sie in einer Hand mit sich mit trug, um die nackten Füße im Sand zu vergraben. Das Wasser wurde ein wenig wilder, die Sonne neigte sich langsam dem Untergang zu, aber es war noch relativ früh und vor allem auch hell, wenn auch nicht so hell, wie es zur Mittagszeit gewesen ist. Ihre Finger bewegten sich sanft zum Takt der Musik hin, als Steph entlang des Strandes am Wasser weiter lief. Immer wieder wurden ihre Füße von dem Wasser umspielt, es kitzelte ein wenig, aber fühlte sich viel besser an, als sie es eigentlich in Erinnerung hatte. Wenige Menschen waren am Strand unterwegs, es war schon fast ungewohnt, dass es hier so leer war, aber ich Vater hatte versprochen, dass der Ort nicht so attraktiv für Touristen war, das stimmte auch schon, jedenfalls hoffte die junge Frau darauf, dass es so bleiben wird. Sie spulte zurück, ließ das Lied von Queen noch mehrmals laufen, es passte so gut zu ihrer Laune gerade, aber schon von weitem entdeckten dann ihre Augen etwas, was ihr noch viel besser erschien, als es die Musik in ihren Ohren war. Einige Momente hatte es gedauert, bis Steph bemerkte, dass der Mann auf dem Surfboard, dem sie gerne zugesehen hatte, der Lockenkopf aus dem Diner war, aber sie war so fasziniert von der Tatsache, wie sanft er dabei aussah, wie er die Wellen ritt. Es sah befreiend aus.. Es sah so locker aus, auch wenn sie sich dessen sicher war, dass es weit aus schwieriger sein würde, als es aussah. Mit Sicherheit!
      Sie hatte ihm einige Zeit lang zugesehen, hatte sich dabei in den Sand fallen lassen, um gemütlich Platz zu nehmen, um vor allem auch dem Himmel zuzusehen, wie er sich langsam in den rötlichen Farben färbte. Irgendwann war das Surfen auch wieder vorbei, der Mann lief zurück zum Strand, sein Lächeln auf den Lippen war schon fast ansteckend, er sah zufrieden aus, so zufrieden, wie es Steph nun gerne sein würde. Sie zog ihre Kopfhörer aus, schaltete den Walkman auch wieder aus, hatte abgewartet, bis er ihr nah genug war, um ihm etwas zu sagen, zog sich dann aber doch gedanklich wieder zurück, denn sie wusste nicht einmal, was sie sagen sollte.. Sie kannten sich eigentlich nicht, aber alles, was sie vor hätte zu sagen kam ihr so dämlich vor, dass sie den Kopf kurz hängen ließ, während ihre Arme um ihre angewinkelten Beine geschlungen waren. Ihr Herz stolperte kurz, es kribbelte ein wenig in der Brust, auch wenn sich die Frau nicht sicher war, warum sie der Anblick eines nackten Oberkörpers jetzt so unsicher machte. Sie blickte auch wieder auf, aber viel besser wurde es nicht..
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • So versunken und im Wellenrausch wie ich gerade noch war, sah ich erst spät eine kleine Gestalt, die sich unweit meiner Sachen im Sand nieder gelassen hatte. Erst schenkte ich ihr keine weitere Beachtung, ich dachte höchstens wie blöd man sein musste, um sich so nah an jemandes Zeug heran zu setzen, wenn doch der ganze Strand mehr oder weniger frei war. Ich meine, war den Leuten, die das machten, nicht unangenehm? Ich hatte immer das Gefühl, sie schrien geradezu nach Aufmerksamkeit. Wenn es nDer ach mir ging, würde ich mich immer irgendwo, fern von allen und in meiner eigenen Welt aufhalten. Die Temperatur draußen hatte etwas abgenommen, die Sonne schien aber noch genug, um die Wasserperlen, die von mir herunter tropften, schnell zu trocknen. Meine Haare kringelten sich schneller als mir lieb war, dennoch versuchte ich sie, mit einer einzigen schnellen Handbewegung schleunigst aus meinem Gesicht zu befördern. Barb lief mir schon seid Tagen mit einer Scherer hinterher, ich solle sie doch endlich schneiden. Aber von meinen Haaren trennte ich mich wirklich nur ungerne. Der Sand haftete in einer dicken Schicht an meinen nassen Füßen, aber da ich eh keine Schuhe dabei hatte, war mir das egal. Schuhe wurden eh überbewertet und wann immer ich konnte, war ich ohne sie unterwegs. Nur im Diner kam das nicht so gut, 'Sicherheits und Hygieneregeln' wie Tante Barb es sagte. Als ich näher zu meinen Sachen kam, blickte ich doch noch einmal rüüber zu der Person, die da im Sand saß. Die dunklen Augen hatten sich gerade auf mich fixiert, blickten dann aber doch wieder weg. Es war kein zweiter Blick nötig, um zu erkennen, dass sie das Mädchen von vorher war. Die Haare, die kleine Stupsnase und die forschen Augen waren einfach nicht zu vergessen. Dennoch ließ ich mich nicht aus der Ruhe bringen, bückte mich, um mein Handtuch aufzuheben und mich etwas abzutrocknen, während ich tat, als hätte ich sie nicht registriert. Eigentlich war ich wirklich gemien, denn sie sah so aus, als hätte sie etwas sagen wollen, doch so war ich nun einmal. Außerdem machte es viel mehr Spaß, als ein wenig zu spielen. Die 'Jagd' wie viele das vermeintliche Hin- und Hergeplänkel vor einer Romanze nannten. Dabei dachte ich nicht einmal daran, sie zu verführen. Sie war nicht von hier, vermutlich eine reiche, verwöhnte Stadtgöre, ihren Eltern nach zu urteilen und ihr Vater hatte vermutlich auch schon einen ganz bestimmten Typ Mann im Kopf, den sie später einmal heiraten sollte. Jemanden, der im Büro arbeitete, Golf spielte und seine Frau Schatzund Hasilein nannte, sich einmal in der Woche betrank um seine eigentlichen Sorgen, die er die ganze Zeit mit sich herum schleppte, zu vergessen. Außerdem war da immer noch die Sache mit dem Alter und überhaupt war ich eigentlich gar nicht in der Stimmung, um jetzt wieder etwas mit einem Mädchen anzufangen. Brachte ja eh nur Ärger.
      Trotzdem konnte ich mich nicht davon abhalten, etwas in mir drängte mich dazu, sie anzusprechen. Irgendwie.. Schließlich hängte ich mir das zusammengerollte Handtuch über die Schultern und sah schmunzelnd zu ihr hinüber. Mir war nicht entgangen, dass sie zu mir sah und ich konnte nicht leugnen, ab und zu auch mal meine Muskeln absichtlich angespannt zu haben. Eine kleine Show zu bieten wenn einem ein hübsches Mädchen zusah, warum denn nicht? Dennoch würde ich sie erst ein wenig necken, ein wenig austesten, ansonsten machte es doch gar keinen Spaß. "Möchtest du vielleicht ein Foto knipsen? Davon bleibt dir vielleicht länger was" rief ich ihr zu und funkelte sie grinsend an. Kopfschüttelnd nahm ich mein Handtuch und warf es kurzerhand in sicherer Entfernung neben ihr auf den Boden. Ich wollte schließlich nicht herüber kommen, als wollte ich ihr an die Wäsche oder hätte überhaupt keine Erziehung genossen. Mit zwei Schritten war ich zurück bei meinen Sachen, schnappte mir eine Kippe und ließ mich neben ihr im Schneidersitz auf den Boden plumpsen. Das Feuerzeug streikte ein wenig, bevor es ansprang und ich es zur Seite legte. Ich nahm einen tiefen Zug und bließ den Rauch in die Luft nach oben. "Willst du auch?" fragte ich die Brünette und hielt ich die Zigarette hin.
    • Stephanie

      Er hatte sie scheinbar nicht bemerkt, gut, dann konnte es nicht so peinlich werden, jedenfalls dachte und hoffte es die Frau, sie fühlte sich plötzlich, als wäre ich Kopf so leer und gleichzeitig so voll. Alles, was ihr in den Sinn kam zu sagen klang einfach nicht so, wie sie es gerne haben wollen würde, wobei sie sich nicht einmal dessen sicher war, wie es denn klingen sollte. Steph gab es auf, sie wollte am liebsten gleich aufstehen und einfach weg gehen, vielleicht so tun, als hätte sie ihn wirklich nicht bemerkt, was hier, so nah an seinen Sachen wirklich nicht glaubwürdig erscheinen würde. Die Sachen hatte sie um ehrlich zu sein gar nicht wirklich bemerkt, war viel zu fasziniert davon gewesen, was für eine gute Figur der Mann auf dem Board gemacht hatte, aber gut, jetzt saß sie ihm so nah und noch dazu war sie dumm genug, um wirklich dahin zu sehen. Verdammt, so etwas war doch auffällig genug! Aber es war nicht einfach wegzuschauen, was nicht nur daran lag, dass sein Oberkörper wirklich nichts an hatte, doch bevor die Brünette sich dazu zwingen konnte erwiderte der Mann auch schon den Blick und sein Schmunzeln sprach eigentlich auch schon alles aus. Gott verdammt! Jetzt wurde sie dabei erwischt, wie sie ihn anstarrte, er musste sie vermutlich für komplett psychisch krank halten, sie durfte jetzt nicht versuchen die Sache besser zu gestalten, vielleicht einfach nur zurück lächeln?
      Der Mann von dem Diner sprach, er neckte sie gleich mit seiner Aussage und ließ ihre Wangen unwillkürlich ein wenig rötlich anlaufen, aber das konnte Steph auch nicht mehr verhindern. "Wenn du kurz wartest hole ich gleich meine Kamera her", sie hasste sich innerlich für diese Aussage, jetzt neckte sie ihn noch zurück, wie sah dass denn aus? Aber dieses Grinsen auf den Lippen war einfach ansteckend und es ließ ihre Gedanken ein klein wenig verrückt spielen. Das war dämlich, hier sitzen zu bleiben war dumm und dämlich und ehe sich die Brünette versah wurde auch ein Handtuch in ihre Richtung geschmissen. Kurz war sie innerlich verwirrt, wollte sich selbst fragen, was damit gemeint war, aber da war der Mann auch schon bei ihr und setzte sich zu ihr in den Sand. Sein Körper roch nach dem Meereswasser, ein sehr angenehmer Geruch, das Salzwasser roch im allgemeinen immer sehr schön. Mit dem Hinsetzen hatten sich auch einige kleinere Wassertropfen von seinen Haaren gelöst und waren auf der nackten Haut der Frau gelandet, aber es störte sie überhaupt nicht, es fühlte sich sogar ganz angenehm an.
      Aus dem Augenwinkel beobachtete sie den Mann dabei, wie er sich eine Zigarette anzündete, kaum hatte er daran gezogen wurde ihr auch schon eine angeboten. Es war nicht das erste Mal, aber Stephanie trank so gut wie kein Alkohol und rauchte auch nicht, auch wenn sie lügen würde, wenn sie sagen müsste, sie hätte nie beides probiert gehabt. Sie war jung, sie war neunzehn und wenn sie mit ihren Freunden unterwegs war, dann wurden Sachen auch ausprobiert, ganz gleich, aus welchem Elternhaus sie alle kamen. Die Eltern mussten es nicht wissen, es hatte sie irgendwie auch nicht zu interessieren, was die Jugendlichen da trieben, immerhin wurde ihre Zukunft schon genug vorbestimmt.. Leicht schüttelte Steph ihren Kopf mit einem Lächeln auf den Lippen. "Ich bin wohl der schlechteste Raucher der Welt", gab sie zu und musste ein wenig bei der Erinnerung an das letzte Mal schmunzeln. "Und bevor es noch peinlicher wird, lass ich es lieber..". Ihre Ehrlichkeit konnte manchmal wirklich peinlich sein.. aber was gesagt wurde, ist nun einmal gesagt.
      "Aber.. Das Surfen war beeindruckend".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Anscheinend hatte ich mich doch ein wenig in ihr getäuscht, als ich dachte sie war nur ein unscheinbares, schüchternes junges Ding. Na gut, im Diner zuvor hatten wir nicht wirklich viel Zeit gehabt um uns zu unterhalten und überhaupt, Smalltalk war eigentlich absolut nicht mein Ding. Abgesehen davon unterhielt ich mich so schon nicht gerne mit Leuten, die nicht gut kannte, was jedoch nichts damit zu tun hatte, dass ich zu schüchtern dafür war, pah, was war das überhaupt? Bei den meisten fiel ich eher mit der Tür ins Haus mit all meinen Gedanken und zynischen Kommentaren zu allem und jedem, da hatte ich es mir einfach angewöhnt, meine Klappe zu halten. Nur Smalltalk war schlimmer, als überhaupt nicht mit den Menschen zu reden. Wer hatte das bitte erfunden? Ich wollte nicht über das Wetter reden, oder darüber was meine Tante gerade tat oder dass die Nachbarin von nebenan irgendetwas über den anderen Nachbarn gehört hatte.. Schwachsinn. Mich interessierte viel eher, was die andere Person zum Lachen oder zum Weinen brachte, was ihre Vorstellungen vom Leben war oder welche Gedanken sie nachts um den Schlaf beraubten.Nur konnte man sich mit den meisten nicht über diese Dinge unterhalten. Mit den Jungs gab es nur ein Thema: Sex und die nächste Party oder Drogen. Da war dann noch die Musik, die uns alle irgendwie verband, doch keiner sprach wirklich über Gefühle. Bei diesem Mädchen hatte ich irgendwie das Gefühl, sie würde mich nicht komisch ansehen, wenn ich mit ihr über Sachen wie diese sprach, aber ich wollte es lieber nicht riskieren. Außerdem war sie in spätestens ein paar Wochen wieder weg und ich würde sie nie wieder sehen. Der Gedanke versetzte mich in eine komische Stimmung, denn irgendwie wollte ich sie gerne kennen lernen. Schmunzelnd hatte ich beobachtet, wie das Rot auf ihren Wangen wieder verschwand und zugleich fragte ich mich, was sie überhaupt hatte erröten lassen. Mit ihrer kecken Antwort hatten wir anscheinend beide nicht gerechnet. Ich grinste sie nur an und wartete eigentlich nur darauf, dass sie aufstand und verschwand und mich in ihren Gedanken als dämlichen Freak betitelte. Aber sie blieb.
      In Gedanken blickte ich auf die rot leuchtende Glut die von der Kippe ausging, als ich meinen Arm zurück zog. "Dann wollen wir die hier lieber nicht verschwenden" meinte ich knapp und führte sie für einen erneuten Zug an meine Lippen. Es verwunderte mich nicht, dass sie abgelehnt hatte, ich schätzte sie nicht als den Typ Frau ein, der rauchte, sie sah nicht danach aus. Und so wie ihre Eltern aussahen, würden sie ihr vermutlich den Hals umdrehen. Aber es gefiel mir irgendwie, dass sie nicht rauchte, es komplettierte das Gesamtbild von ihr irgendwie, dass ich von ihr hatte. Diese Unschuld.. ich musste es mir eingestehen, aber irgendwie gefiel mir das an ihr.
      "Bist du jemals auf einem Surfboard gestanden?" fragte ich sie und schnippte den Zigarettenstumpel in die Ferne. "Ist toll, solltest du ausprobieren. Dort hinten gibt's eine Surfschule, könntest du mal hingehen wenn die langweilig wird" meinte ich und lächelte sie mit schief gelegtem Kopf an. Ich würde ich nicht verraten, dass ich dort arbeitete, aber sollte sie wirklich mal vorbei kommen, wäre das sicher eine Bereicherung meines Tages.
    • Stephanie

      Er roch gut.. Trotz der Tatsache, dass das Meerwasser noch immer an ihm klebte und somit auch der Geruch danach roch er wirklich gut. Steph mochte diese Mischung, die ihr gleich ein mulmiges Gefühl in der Brust verpasste, wie auch schon zuvor, als sie den Mann neben sich gemustert hatte. Es war schon verwunderlich, dass er neben ihr sitzen blieb, dass er vor allem auch Lust hatte mit ihr zu sprechen, obwohl sie ihn vorhin so angestarrt hatte und sich schon selbst wie der größte Freak überhaupt vorkam, aber es gefiel ihr, dass er letztendlich neben ihr saß und sich mit ihr unterhielt. Er rauchte, aber gut, das taten sehr viele inzwischen, es war eine neue Mode geworden, jedenfalls hatte Stephanie solch ein Gefühl gehabt, sie mochte es nicht wirklich, brauchte sich aber auch jetzt nicht cool zu fühlen und so zu tun, als würde sie es machen. Stattdessen schmunzelte sie, als es ihr gar nicht übel genommen wurde, der junge Mann neben ihr nahm es einfach hin, hatte gar mit den Schultern gezuckt und damit fühlte sich die Brünette gut, fsdt schon wohl, auch wenn sie nicht sagen konnte, warum sie sich bei dem Gefühlchaos in ihrem Inneren so wohl fühlen konnte. Sie sprach das Surfen an, hatte gar zugegeben, dass sie es beeindruckend fand, aber es war immerhin auch die Wahrheit, die sie da aussprach. Zu gerne hätte sie es ausprobiert, hätte sich gerne einfach treiben lassen, um für einen Moment den Druck zu vergessen, der auf ihr lastete. Nun, sie ging gern zur Schule, lernen bereitete ihr Spaß, es fiel ihr vor allem so einfach, aber je näher das Ende und damit der Abschluss kam, desto unsicherer wurde sie sich, ob sie am Ende wirklich alles aufgeben wollte, um auf Harvard zu studieren und in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten. Es war ein harter Job, es war vor allem viel Verantwortung, aber.. Dafür fühlte sie sich teilweise noch nicht bereit, ob es einfach kommen wird?
      Ihre Gedanken stoppten, denn der Mann neben ihr sprach wieder. Er fragte sie gleich, ob sie auf einem Surfbrett jemals gestanden hatte, da wollte Steph am liebsten laut seufzen, das waren doch vorhin erst ihre Gedanken gewesen! Er sprach aber weiter, sprach eine Surfschule an, in dessen Richtung sie auch einen Moment hin sah. Ein Schmunzeln breitete sich wieder auf ihren Lippen aus. "Ich wollte schon immer auf einem stehen", gab sie zu und blickte zurück, um im das schiefe Lächeln zu sehen.. Er war ihr so nah.. "Aber ich glaube fast schon, dass ich zu einer Lachnummer werde, wenn ich ständig ins Wasser fliege". Sie lachte kurz, allein die Vorstellung wsr sehr amüsant und deshalb schüttelte die Brünette den Kopf. "Ich habe für den Sommer noch keine Aktivität für mich gefunden.. Wir sollen vier Wochen hier verbringen und ich bin komplett allein.. Mit meinen Eltern..", da seufzte sie kurz. "Wer verbringt gerne vier Wochen mit seinen Eltern zusammen? Ich habe nach den Stunden heute eigentlich schon genug..". Da verzog Steph auch etwas das Gesicht, bevor sie wieder schmunzeln musste. "Danke für den Tipp.. Ich gucke es mir wirklich gerne mal an". Und da fiel ihr auch schon auf, dass es der zweite Tipp von den Herren an dem selben Tag war, interessant..
      "Ich bin übrigens Stephanie..oder auch viel lieber Steph".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • "Beim Surfen geht es nicht darum, gut auszusehen oder so. Es geht um das Gefühl, dass es dir gibt" erklärte ich ihr und blickte auf das Meer, welches nun wieder ruhiger wurde. Die Sonnenstrahlen, die spätestens in einer Stunde verschwunden waren, brachten die wenigen Wellen zum Glitzern und ließen das, was vor ihnen lag wie ein wunderschönes, märchenhaftes Kunstwerk dder Natur aussehen. Unter anderem deswegen war dies auch einfach meine Lieblingszeit. Schließlich lenkte sie das Gespräch auf ihre Eltern und ich musste kurz an meine eigenen denken, welches einen düsteren Ausdruck auf mein Gesicht trieb, doch ich hatte es schnell mit einem lockeren Lächeln ersetzt. Es waren keine schönen Gedanken, die da in mir aufwallten, doch die konnte ich einfach nicht ausschalten, außer mit Alkohol und Drogen. Ich hatte vieles versucht, doch nichts half und so lebte ich einfach mit diesen Gedanken, als wären sie ein Schatten, der mich einfach überall mit hin begleitete. Dann aber dachte ich an den Gesichtsausdruck, ihres Vaters, als ich sie verabschiedet hatte und meine Stimmung verbesserte sich wieder. Ich provozierte schon immer liebend gern und es war mir schon mehr als nur einmal zum Verhängnis geworden, aber manchmal lohnte es sich doch. Steph schien es mir auch nicht übel zu nehmen, denn sie fing an, davon zu reden, dass sie schon genervt von ihren Eltern war. EInerseits konnte ich es nachvollziehen, denn wie viel Spaß konnte man schon mit seinen Eltern haben? Andererseits hatten sie wie eine glückliche Familie gewirkt. Klar, vielleicht ein wenig spießig und langweilig aber vielleicht war langweilig gar nicht so schlecht? Oft stellte ich mir vor, in einer 'normalen' Familie aufgewachsen zu sein, doch meist reichte meine Fantasie nicht dafür aus. Es war schon gut so, wie es war, mit Barb und allem anderen. "Kann ich verstehen..Ich würd auch nicht gerne mit meinen Eltern abhängen" murmelte ich und blickte auf meine Hände, die sich im Sand vergruben, nur um ihn dann durch meine Finger wieder zurück rieseln lassen. Erst als ich den Satz aussprach, wurde mir bewusst, wie wahr er doch war, aber dennoch nichts von dem aussagte, was ich damit meinte. Was aber besser war, denn ich wollte niemanden mit meiner Vergangenheit belasten. Es war genug, wenn ich das alles mit mir selbst herum trug.
      Als sie mir ihren Namen verriet. riss sie mich glücklicherweise wieder aus meinen Gedanken und ich kam schlagartig auf eine Idee. Sie hatte keine Lust auf ihre Eltern und ich wollte noch nicht wieder nach Hause fahren. Warum also nicht zwei Fliegen mit einer Klappe erschlagen? "Steph.. Lust auf einen kleinen Ausflug?" fragte ich sie und die Abenteuerlust blitzte in meinen AUgen auf, als ich zu ihr sah. Der Abend war jung, wir waren allein und niemand konnte mich davon abhalten, etwas mit ihr zu unternehmen. Und irgendwie störte mich ihre Anwesenheit nicht, ich fühlte mich sogar ziemlich wohl in ihrer Gegenwart. Ohne auf ihre Antwort zu warten, sprang ich auf und wandte mich zu ihr und streckte meine Hand aus, um ihr aufzuhelfen. "Es gibt da einen ganz schönen Ort, nicht weit von hier" sagte ich geheimnisvoll, denn mehr wollte ich wirklich nicht verraten. Es war ihr überlassen, ob sie mitkommen wollte oder nicht. Im gleichen Moment fühlte ich mich jedoch schon ein wenig schlecht und ich wusste nicht, ob ich das Angebot nicht doch gleich wieder in den WInd schlagen sollte. Wir kannten uns kaum und ich war sicher nicht der vertrauenserweckendste Kerl, den man hier finden konnte. Außerdem war da noch die Gefahr, vom Polizeichef aufgehalten zu werden, der mich und mein Auto schon ganz gut kannte. Dennoch.. Regeln waren dafür da, um gebrochen zu werden und wer wäre ich schon wenn ich dies nicht tat?
    • Stephanie

      Sie hatte ihren Namen verraten, gabz gleich wie oft ihr Vater der Meinung war sie solle aufhören ständig und überall neue Freunde zu suchen, als wäre das was gabz normales. Nun, für die Frau war es tatsächlich etwas normales, sich Bekanntschaften überall zu suchen, wo sie hin kam und wie sollte sie die vier Wochen hier aushalten, ohne eine Menschenseele zu kennen? Nun, hier ging es um noch etwas ganz anderes, um das Kribbeln in ihrer Brust, während sie dem Mann zuhörte, wie er vom Surfen sprach, oder auch um das Gefühl aufgeregt zu sein, ohne einen wirklichen Grund zu haben. Ein wenig fühlte sich die Brünette schon zu dem Mann angezogen, aber sie ließ den Gedanken lieber ruhen und blickte in sein Gesicht, um zu sehen, wie es sich plötzlich erhellte, als würde ihm eine Idee in den Kopf gefallen sein. Der Mann sprach relativ schnell auch aus, was ihm durch den Kopf ging, er fragte, ob Steph Lust auf einen Ausflug hätte und wirkte dabei noch viel aufgeregter, als gerade eben noch. Ein Ausflug? Die Sonne neigte sich langsam dem Untergang, bald würde es schon dunkel werden, aber mit der Frage war Uhr Herz ein wenig aufgeregt gesprungen und hatte sich wirklich gefreut, auch wenn die Frau noch nicht ganz wusste warum.
      So wirklich konnte sie nicht antworten, war sich dessen unsicher, was sie sagen sollte, da wurde ihr auch schon die Hand gereicht, um ihr auf die Beine zu helfen. Lange überlegte sie nicht, eigentlich dachte sie gar nicht darüber nach, als sie ihren Walkman ergriff und nach der Hand griff, um sich auf zu helfen. Ein wenig verwirrt war Stephanie noch immer, sie blickte auf zu dem Mann, der sie irgendwo mit nehmen wollte, der ihr ein Abenteuer versprechen wollte. Sie sollte eigentlich nicht mit Fremden mitgehen, aber verdammt dieses Lächeln auf den Lippen war einfach so ansteckend und brachte ihr Herz zum schmelzen. Steph lächelte kurz und nickte, ihr wurde ein Ort nicht weit von hier versprochen, klar, sehr leichtgläubig von ihr, aber sie war nicht mehr in der Lage klar zu denken, es war, als würde da etwas sein, was ihr diese Möglichkeit einfach abnahm.
      "O-okay!", sie stimmte dem zu, hatte kurz gestottert, weil ihr die Stimme versagen wollte, aber das Lächeln auf ihren Lippen deutete direkt an, dass es nicht aus Schüchternheit passierte. Was sollte schon passieren? Eigentlich nichts besonderes, dieser Ort war langweilig und sicher, so wie ihr Vater es erzählt hatte und der war sowieso nach dem Streit mit Stephs Mutter raus, so wie immer.. Er brauchte immer einen Spaziergang, um seine Nerven zu beruhigen, damit meinte er den Alkohol, den er sich irgendwo besorgte, als würde das die Brünette nicht wissen. Sie hatte die Hand nicht wirklich los gelassen, gar nicht darauf geachtet, dass sie diese überhaupt noch fest hielt. "Aber wenn es der Steg ist, von dem du mir erzählt hast, dann brauchst du nicht so geheimnisvoll zu tun! Den hast du mir schon verraten". Und damit ließ sie seine Hand los, ehe ihr Lächeln auch noch viel breiter wurde. Verdammt, sie war total aufgeregt..
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Die junge Frau zögerte erst ein wenig, sodass ich dachte, sie würde vielleicht doch nein sagen. Vielleicht hatte ich auch zu vorzeitig gehandelt und sie würde nun zurück zu ihren Eltern gehen, ohne dass ich sie die nächsten vier Wochen wieder zu Gesicht bekommen würde. Aber statt einer Abfuhr ergriff sie meine Hand und ich zog sie mit Leichtigkeit auf die Beine. Ihre Haut fühlte sich warm an und ihre Finger fühlten sich zwischen meinen so zerbrechlich an. Es vergingen einige Sekunden, in denen wir einfach nur so da stand und ich ihre Hand in meiner hielt, ehe sie die Stille durchbrach und ich ihre Hand los ließ.
      "Keine Sorge, wir gehen woanders hin" erklärte ich und zwinkerte ihr zu, als wären wir auf einer gemeinsamen Mission. Im Grunde genommen waren wir das ja auch. Nicht von ihren Eltern entdeckt werden war die erste Regel und die zweite war die, dem Auto des Polizeichefs auszuweichen. Konnte ja nur gut werden. Leichtfüßig hüpfte ich voller neuer Tatendrang zu meinen restlichen Sachen, schwang mir Handtuch und Shirt über die Schulter, nahm meine Sneaker in die eine Hand und klemmte mir das Surfbrett unter den anderen Arm. "Na dann los" sagte ich zu ihr und machte mich auf den Weg Richtung Promenade, an der noch einige Menschen unterwegs waren. Da war eine Familie mit kleinen Kindern unterwegs, ein Pärchen, dass an einer Eisdiele stand und sich verliebt in die Augen blickten. Der Abend war jung und mit dieser unerwarteten Wendung für mich um einiges besser geworden. Ich hatte mein Auto an einem der wenigen Parkplätze direkt vor dem Strand geparkt und schlenderte lässig darauf zu. Dieses Auto war eines meiner wenigen Besitztümer, auf die ich wirklich stolz war. Immerhin hatte ich auch hart genug dafür gearbeitet und einige Extrastunden bei Barb und im beim Surfclub eingelegt. Letztes Jahr hatte ich mir den Mustang dann endlich holen können und er war ein echtes Schmuckstück, wie ich fand. Die Befestigung auf dem Dach für mein Board war zwar Marke Eigenbau, aber es war mir wichtig, dass ich es immer dabei hatte. Es kam nicht selten vor, dass ich spontan irgendwo hin fuhr und einen schönen, einsamen Strand entdeckte, an dem ich ein paar gute Wellen erwischen konnte.
      "Warte kurz" sagte ich ihr und machte mich daran, das Surfboard auf dem Dach fest zu schnallen. Mit einigen geübten Handgriffen war es auch schon erledigt und ich widmete mich zu Steph. Mit wenigen Schritten war ich an der Beifahrertür und öffnete ihr mit einer übertrieben galanten Bewegung die Tür. Mochte zwar sein, dass ich manchmal ein Arschloch war - gut, die meiste Zeit eigentlich - aber ein paar gute Manieren hatte mir meine Tante schon irgendwie eingeprügelt. "Machs dir gemütlich" grinste ich und schlug die Tür sachte hinter ihr zu um mich dann auf meiner Seite hinters Lenkrad zu schwingen. Man hätte den Ort von hier aus zwar auch zu Fuß erreichen können, aber es war teilweise ein recht steiler Weg und so kam es mir besser vor, mit dem Auto dorthin zu fahren. Der Motor startete mit einem lauten Röhren und ich parkte langsam rückwärts aus, wobei mein Blick unweigerlich auf sie fiel. "Ganz locker, ich werd dich heil nach zurück bringen" sagte ich leise zu ihr, wobei ich ich mich für den Spruch auch gleich hätte ohrfeigen können. Wer würde denn so etwas schon sagen? Doch ich versuchte einfach, mich aufs Autofahren zu konzentrieren und um es mir leichter zu machen, schmiss ich noch eine Kassette ein, damit es auch nicht ganz so leise war. Es lief Centerfold von The J.Geils Band, ein Lied, welches ich schon bis zum Abwinken gehört hatte, aber gerade ganz gut passte, für eine kleine Autofahrt, wie ich fand.
    • Stephanie

      Sie warf alle ihre Zweifel übers Board und folgte dem Mann auf den Parkplatz, an dem scheinbar sein Auto stand, jedenfalls war sehr schnell klar, dass er wirklich irgendwo hin wollte. Natürlich, es war irgendwo auch ein wenig leichtsinnig, aber wenn Steph es jetzt nicht riskieren würde, dann würde sie mit Sicherheit nicht herausfinden, was nun auf sie wartete. Der Mann war charmant, er war irgendwie auch süß, auch wenn die Frau selbst schon länger nicht mehr ein männliches Wesen als 'süß' bezeichnet hatte. Ihre Hände kribbelten dabei so aufgeregt, es war einfach das Zeichen schlecht hin, dass es wohl das Richtige war, wenn sie ihre Neugierde sättigen würde.
      Sie beide liefen in Richtung der Promenade, einige Menschen waren noch unterwegs, schauten dem Sonnenuntergang zu, oder machten noch einen letzten Spaziergang, bevor der Abend auch schon gänzlich anfangen würde. Wie Steph es schon vermutet hatte blieben die beiden an einem Wagen stehen, den sie erst einmal ein wenig musterte, während ihr Begleiter dabei war sein Surfbrett auf dem Dach zu befestigen. Der Mustang hatte Stil und Klasse, es war ein sehr schöner Wagen, etwas anderes, als die Familienkutsche, die ihr Vater noch immer sehr gerne fuhr. Sanft fuhr die Brünette mit ihrer Hand an der Motorhaube entlang, um den Lack unter ihren Fingern zu spüren, da wurde ihr auch schon die Tür auf der Beifahrerseite geöffnet, damit sie einsteigen konnte. Mit einem sanften Lächeln auf den Lippen bedankte sie sich auch dafür und schwang sich in das Auto hinein, um auf der Beifahrerseite platz zu nehmen. Steph hatte nicht erwartet, dass ihr wirklich die Tür geöffnet werden würde, aber es war schön, die Geste fühlte sich einfach gut an!
      Die Ledersitze musterte die Frau für einen Moment, während ihr Fahrer einen Moment brauchte, um um das Auto herum zu gehen und auf der Fahrerseite einzusteigen. In der Zeit fuhr Steph mit ihren Fingern entlang der Auskleidung, sie fühlte sich wirklich wohl in dem Wagen und das lag nicht nur an dem charmanten Fahrer, der ihr versprach sie heil nach Hause zu bringen. Das Lächeln war sofort wieder zurück auf ihren Lippen vorhanden, während ihre Augen seine für einen Moment musterten. "Ich nehme dich beim Wort", entgegnete die Brünette darauf und musste sich ein wenig auf die Lippe beißen, um nicht weiter wie blöd lächeln zu müssen. Die Musik half ihr dabei, vor allem auch der Blick auf die Straße, ihre Finger tippten den Rhythmus des Liedes eigentlich schon ganz automatisch, ohne, dass Steph es wirklich merken konnte. Sie war nicht die beste Sängerin, deshalb sang sie den Refrain eher leise mit, als wirklich laut dabei zu sein, aber ihr fiel gleich was ganz anderes ein, weshalb sie sich zu dem Mann am Steuer drehte und ihn von der Seite musterte. "Wie heißt du eigentlich?", fragte sie und musste sich daran erinnern, dass er ihr wirklich nicht verraten hatte, wie er hieß. "Und jetzt rede dich ja nicht heraus! Ich muss schließlich wissen, was ich meinen Eltern sage, wenn sie mich fragen werden.. und von dem Jungen zu sprechen, der meinen Dad im Diner provoziert hat wird ihn gleich mit einem Herzanfall ins Krankenhaus bringen". Da grinste Steh auch schon ein wenig.
      My blood runs cold
      My memory has just been sold
      Angel is the centerfold
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Lucy-chan ()

    • Obwohl ich jetzt gerade lieber nichts von ihren Eltern gehört hätte, musste ich nun doch schmunzeln. Die Vorstellung, dass sich ihr Vateer noch mehr aufregen würde, war schon ziemlich lustig. Aber wenn sie das einzige Kind war, war es mehr als selbstverständlich, dass ihrem Vater die Tochter so wichtig war. Wobei ich an seiner Stelle auch eher froh wäre, wenn meine Tochter niemanden wie mich traf. Schnell drängte ich diesen Gedanken aus meinem Kopf.
      "Du würdest also deinen Eltern von mir erzählen? Ich muss ja einen unglaublich guten Eindruck auf dich machen" grinste ich und blickte kurz zu ihr herüber, ehe ich mich wieder auf die Straße und den wenigen Verkehr konzentrieren konnte. Viele AUtos waren um die Zeit wirklich nicht mehr unterwegs, aber das war mir auch ganz recht. Ich mochte es, zu später Uhrzeit durch die Gegend zu fahren, mit guter Musik hatte das immer etwas melancholisches und entspanntes. Ich spielte ein wenig am Radio herum, bis ich mit meiner Musikwahl wieder zufrieden war und bog derweil auf eine schmale Küstenstraße ab, die uns höher über das Meer führen sollte. Die Häuser zur Seite wurden rarer, bis irgendwann nur noch Bäume und Büsche an uns vorbei rauschten. Es war genau die richtige Zeit für mein Vorhaben, die Sonne würde demnächst untergehen und so wie ich hoffte, war keiner außer uns an meinem angestrebten Ort.
      "Also wenn du deinem Dad von mir vor schwärmst, kannst du sagen, dass ich Chris heiße" antwortete ich ihr dann auf die Frage und kurbelte nebenher die Fensterscheibe auf meiner Seite herunter. Locker ließ ich meinen Arm heraus hängen, während meine andere Hand locker auf dem Lenkrad ruhte, uns aber sicher die Kurven herauf steuerte. Es war nicht mehr weit, bis wir ankommen würden. "Sag mal.." gab ich dann doch meiner Neugierde nach, denn diese Frage nagte nun doch schon seit einer ganzen Weile an mir herum und ich musste es einfach wissen. "Wie alt bist du überhaupt?" Neugierig fiel mein Blick nun doch wieder auf sie, denn ich war wirklich gespannt auf ihre Antwort.
      Letztenendes waren wir endlich am Ziel angekommen und ich parkte mein Auto auf der rechten Straßenseite. Hinter der Absperrung führte ein kleiner Weg Richtung einer Anhöhe auf der ein alter Leuchtturm stand. Er wurde längst nicht mehr benutzt, betreten war offiziel verboten, doch die Aussicht von dort war einfach unglaublich. Außerdem hatte man dort seine Ruhe und konnte die vielen Schiffe in der Ferne beobachten. Eine meiner Lieblingsstellen hier im Ort, an den ich bisher eigentlich noch niemanden mitgenommen hatte. Daher wunderte ich mich schon ein wenig über mich selbst, dass ich dieses völlig unbekannte Mädchen hier mit rauf nahm. "Also, dann mal los" sagte ich und zog noch die Handbremse an, ehe ich ausstieg und hinter ihr wieder die Tür verschloss. Es würde dunkel sein, bis wir wieder zurück kamen, daher sperrte ich den Wagen ab. Der Weg ging steil bergab, daher musste man darauf achten, wo man lang ging, vorallem im dunkeln konnte man schnell einmal stolpern. RIngs um uns herum war trockenes Buschland und von hier aus konnte man das Meer nur leicht erahnen.
    • Stephanie

      Chris.. Sicherlich ein Spitzname, welcher von Christopher stamm, wie es sich die Brünette dachte. Sie war irgendwie froh, dass er einen genauso langen Namen hatte, wie es auch bei ihr der Fall war und fand es vor allem irgendwie passend, ihn Chris zu nennen. Kurz musterte Steph den Mann am Steuer von der Seite, musterte vor allem die Locken und dieses Lächeln auf seinen Lippen, welches sie wieder dazu brachte selbst zu lächeln. "Ich würde meinem Dad natürlich von erzählen, wer mich so spät am Abend zu irgendeinem unbekannten Ort entführt", sprach sie auch schon auf seine Frage und musste ein klein wenig frech grinsen. Warum war es so einfach mit ihm zu reden? Klar, prüde war Steph nicht, aber bei der Aufregung, die sie dauerhaft in der Brust spürte war es schon.. Merkwürdig.. Vor allem war sie so frech, ohne große Anstrengung, sie dachte nicht einmal wirklich darüber nach, was sie sagte!
      Um ihr Schmunzeln zu verstecken blickte sie aus dem Fenster auf der Beifahrerseite aus und musterte den Weg, auf dem sie entlang fuhren. Sie blickte gleich zurück, als Chris wieder anfing zu sprechen, er hatte wohl etwas, was ihm ziemlich auf der Zunge brannte, nachdem er aber gleich auch schon nach ihrem Alter fragte musste die Brünette lachen, das hätte sie doch gleich erwarten können. Es war nicht der erste Mann, der sie das fragte, vor allem solch einen verwirrten Unterton hatte, als könnte er gar nicht einschätzen, welche Zahl sich wohl hinter ihrem Gesicht verbarg. Oft genug hatte Stephanie gehört, sie sähe deutlich jünger aus, als sie wirklich war, ihre Mutter hatte es ihr wohl vererbt, denn auch sie sah für ihr Alter deutlich jünger aus. Das freche Grinsen war wieder da. "Hast du etwa Angst, ich würde mich womöglich als eine minderjährige Göre entpuppen, die dir Probleme bereiten wird?", fragte sie auch schon gleich zurück und lehnte sich ein wenig schräg an, um den Mann nicht aus den Augen zu lassen, sie wollte seine Reaktion sehen. "Du bist nicht der erste, der es denken würde", gab sie aber auch gleich schon zu und zuckte mit den Schultern. Sollte sie ehrlich sein? Na klar, warum nicht.. "Ich werde bald zwanzig..", antwortete Steph letztendlich auf die Frage und lehnte ihren Arm ein wenig ab, um ihren Kopf auf der Hand anzulehnen. "Und du?". Da war sie nun wirklich ebenfalls neugierig. Er sah jung aus, war vermutlich in ihrem Alter, vielleicht zwei Jahre älter, wer wusste das aber schon, außer ihm selbst jetzt?

      Sie waren angekommen, da wusste Steph schon sofort, was sie erwarten wird, wenn sie gleich aus dem Auto raus kommt. Ein alter Leuchtturm war zu sehen und sofort strahlte sie fast schon begeistert, weil sie mit so etwas nicht gerechnet hatte. Ein Lächeln war auf ihren Lippen zu sehen, während sie aus dem Fenster auf den Turm blickte, bevor es dann hieß, dass sie los sollten. Kaum war sie ausgestiegen schon war sie bereit da hoch zu kommen, wenn sie erst einmal heim Turm ankommen würden. Solche Orte waren für sie immer sehr magisch. "Okay, das ist definitiv nicht der Steg, von dem du gesprochen hast", mit einem Schmunzeln auf den Lippen blickte sie zu Chris, bevor sie zu ihm lief, um neben ihm den Weg zu laufen, sie kannte sich hier eigentlich gar nicht aus und es wurde immer dunkler.
      Die Sonne war noch nicht gabz verschwunden, es waren noch Umrisse der Äste zu sehen, die auf dem steilen Weg lagen, dennoch passierte es recht schnell, dass Steph kurz nicht aufpasste und beim Umsehen stolperte. Ihre erste Reaktion führte sie dazu nach dem Arm ihres Begleiters zu greifen, um ja nicht zu fallen, das könnte noch richtig peinlich werden, wenn sie sich hier hinlegen würde. Ein wenig verlegen blickte sie dennoch zu ihm hoch, als sie wieder das Gleichgewicht fand. "'Tschuldige", sie lächelte ein wenig, bevor sie bereit war den Weg weiter zu gehen.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."