You can't eat what you love [Juvia & Nymeria]

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    • You can't eat what you love [Juvia & Nymeria]

      Zur Vorstellung: x
      @Juvia
      @Nymeria


      [ You can't eat what you love ]



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      Ayaka

      Frisches Blut klebte an den Wänden der schmalen Seitengasse, welches das grausame Schauspiel, das sich vor einigen Minuten zugetragen hatte, bereits ankündigte. Bei der roten Flüssigkeit an der Wand und auch auf dem Boden, wie die junge Ermittlerin und ihr Partner im nächsten Moment feststellen mussten, handelte es sich um menschliches Blut. Der Geruch, welcher sich aus jenem und dem Tod des Opfers mischte, hing prägnant in der Luft. Schon bald würde der süße Geruch noch mehr Ghoule anlocken, die sich seit Tagen nach einer Mahlzeit sehnten. Sicherlich würden sie heute noch in einen Kampf verwickelt werden, wenn sie noch länger hier bleiben würden. Und dieser Kampf würde ein weiteres Todesopfer in dieser bewölkten Nacht fordern.
      Ayaka verstärkte den Griff um ihren Koffer, der ihre Quinke beinhaltete, und folgte ihrem älteren Kollegen zu dem leblosen Körper. Taki kniete sich behutsam neben diesen, beinahe als hätte er Angst, dass der Körper neben ihm jeden Moment zum Leben erwecken und ihn angreifen würde. Doch die Frau bewegte sich nicht mehr. Nur noch ihr angsterfülltes Gesicht gab ein Zeichen des einstigen Lebens von sich. „Sie hatte Angst .. doch es ging schnell“, erwähnte ihr Kollege, der den noch warmen Körper der Frau begutachtet hatte. Ayaka schätzte ihn sehr für seine kühle Art, mit der er solche Situationen handhabte. Der Blonden war diese Eigenschaft verwehrt geblieben. Sie konnte lediglich dabei zu sehen, wie ihr Kollege die Opfer der Angriffe überprüfte. Und der Ghoul, der diese Wunden verursacht hatte, musste bereits über alle Berge sein.
      Ihr Blick fiel ein letztes Mal auf die Frau, deren Leben ein plötzliches Ende gefunden hatte. Ob sie eine Familie gehabt hatte? Kinder, die sehnsüchtig auf sie warteten? Ayaka konnte nicht anders als mit diesen Phantom-Kindern zu sympathisieren. Sie selbst hatte den Schmerz, den der Verlust der eignen Eltern mit sich brachte, am eigenen Leibe erfahren müssen. Es war nicht einfach gewesen und die Rache, die sie an jenem Ghoul ausüben wollte, plagte sie noch immer. Sie würde ihr ganzes Leben nach diesem Monster suchen, koste es, was es wolle.
      „Die Wunden passen auf keinen Ghoul, den wir kennen. Die Schnittwunden sind viel zu sauber. Das schafft keiner unserer tollpatschigen D-Rängler. Wahrscheinlich .. hält sich ein neuer Ghoul in diesem Bezirk auf.“ - „Schon wieder ein Neuer?“, entgegnete die Frau und sah ihren Kollegen ungläubig an. Erst vor einer Woche hatte sich ein neuer Ghoul, Schlange, in diesem Gebiet niedergelassen. Und vor diesem waren bereits etliche gekommen. Was wollten sie hier? Dieser Bezirk war ruhig. Zwar gab es viele Ghoule, jedoch hielten sich jene in den schwächeren Rang-Klassen auf und waren somit keine wirkliche Gefahr. Doch .. plötzlich schienen sich immer mehr Ghoule, darunter auch stärkere, in diesen Bezirk zu verirren. Schlange war einer von ihnen. Das konnte nichts Gutes bedeuten. „Ich melde es gleich der Zentrale und rufe einen Wagen, der die Frau einsammelt. Ich will durch das Blut nicht noch mehr Ghoule anlocken“, teilte Aya ihrem Kollegen nun mit und wand sich an ihr Diensttelefon. Das Gespräch verlief kurz und diskret. Man versprach ihr die Information direkt an ihren Vorgesetzten weiter zu leiten und einen Wagen zu den Beiden zu schicken. Die Zentrale würde sich anschließend genauer um die verstorbene Frau kümmern. Ayaka und Taki hatten immerhin noch einen Streifgang, den sie beenden mussten. Jedoch ließ der Wagen auf sich warten. Die Minuten vergingen und Ayaka begann nervös auf ihren Füßen hin und her zu balancieren. Sie konnten hier nicht die ganze Nacht stehen bleiben. Dazu kam, dass der Geruch des Blutes weitere Ghoule und der Anblick zweier Ermittler und einer Leiche die Schaulustigen anlocken konnte. Ungern wollte sie sich um beide Gruppen kümmern müssen.
      „Du hast bestimmt die falsche Adresse gegeben, du Nuss“, ärgerte Taki sie, woraufhin sie ihm ihre Zunge entgegen steckte. Natürlich hatte sie nicht die falsche Adresse an die Frau am anderen Ende des Apparates weitergegeben. Sie kannte sich doch in diesem Bezirk aus! Doch vielleicht hatte sich die Frau vertan oder sie nicht richtig verstanden? Aber nochmals Anrufen und Nachfragen wollte Ayaka auch nicht. Bei ihrem Glück würde der Wagen in genau diesem Moment aufkreuzen.
      Seufzend ließ sich die blonde Ermittlerin auf ihrem Koffer nieder. Was für ein Tag! Jetzt fehlte nur noch ein Ghoul, der diesen langweiligen Arbeitstag etwas aufheizte, dachte sie sich ironischer Weise. Doch einer Konfrontation wollte die junge Dame aus dem Weg gehen. Sie fühlte sich ohnehin nicht wirklich in Form. Die gestrige Nacht war einfach zu lang und der Schlaf zu kurz gewesen. Sie hatte ihre Kräfte noch nicht wirklich aufladen können. Dies war auch der Grund, weswegen sie nervös auf ihrem Koffer kippelte und auf die erlösende Ankunft des Wagens wartete. Die Gasse und das Blut, das in ihr verströmt worden war, machten sie verrückt! Sie wollte einfach nur weg. Aber das machte sie zu keiner guten Ermittlerin des CCGs. Sie hatte nicht umsonst so hart gekämpft, um einen angesehenen Rang unter dessen Ermittlern zu bekommen. Es sollte nicht umsonst gewesen sein, denn hatte sie noch immer ihre Mission zu erfüllen.
    • Yamazaki Chiaki

      Es war eine kühle Nacht, der Winter stand wohl bald schon vor der Tür, da die Pflanzen und die Spitzen der Wiesen zu frosten begonnen hatten. Dennoch ließen die Menschen sich nicht davon abhalten auch jetzt noch die Nächte unsicher zu machen. Natürlich zog man sich mittlerweile dicker an, aber dennoch verbrachten die Menschen ihre Zeiten meistens draußen und mit jenen, die ihnen am Herzen lagen oder aber um Kontakte zu knüpfen oder zu vertiefen - meistens geschäftliche. Doch natürlich gab es nicht nur jene, sondern auch Wesen, die glaubten, dass die Menschen ihr friedvolles Leben als zu selbstverständlich und alle anderen Kreaturen als lästig ansahen. Als Monster.. Und dann sprachen sie doch tatschlich von Frieden? Wie heuchlerisch das doch war. Nach all den Jahren hatten diese Wesen, die sich leider Gottes nun einmal von menschlichem Fleisch ernähren mussten, die Nase voll von dieser falschen Gerechtigkeit und der Ordnung, die durch Menschen bestimmt wurde, nur weil es mehr von ihnen gab und sie sich als die intelligenteste und mächtigste Lebensformen sahen. Unterdrückung bekämpfte man nicht länger mit Worten und schierer Logik, sondern mit Gewalt. Die Menschen hatten diese Krieg heraufbeschworen und so würden sie ihn auch bekommen. Nur mit dem feinen Unterschied, dass sie nicht stillschweigend einfach in der Nacht untergehen würden, sondern diesen selbsternannten mächtigsten Lebensformen zeigen würden, wer wirklich am Hebel sitzen sollte.

      Trotz der Kälte saß Chiaki auf einem hohen Geschäftsgebäude, von dem aus man die halbe Stadt überblicken konnte und die kleinen Lichter wie Glühwürmchen zu ihm emporschienen, auch wenn sich nur vereinzelt welche bewegten, was wohl die vermeintlichen Autos auf der Heimreise waren. Eine Violine am Anschlag ließ er den Bogen darüber gleiten, mit dem er eine wundervolle wenn auch emotionale Melodie spielte und die Stille der Nacht unterbrach. Bei jedem Klang, der der Violine entrang, strömte eine wohlige Gänsehaut über seine Arme und ließ ihn sämtliches vergessen, woran er sich nicht erinnern wollte. Weder das Leid vieler Wesen noch sein eigenes ungutes Gefühl, wenn er sich wieder den Kämpfen widmen müsste, denen er lieber aus dem Weg zu gehen pflegte. Und doch konnte dies nicht immer verhindert werden. Er war ein Ghul. Ein Ghul mit Chimärenkrallen, die jedoch keineswegs dadurch entstanden waren, dass er von zwei Ghulen heraus geboren worden war. Er war ein Experiment gewesen, um neue und stärkere Ghuls zu erschaffen. Nichts weiter. Das einzige Experiment, das Erfolg versprechend war, da sämtliche andere Forschungsobjekten bei den Versuchen sie zu erschaffen jämmerlich zu Staub zerfielen, als hätten sie nie aus nur etwas Anderes als das bestanden. Doch er war anders gewesen. Schon immer. Darum, auch wenn er Erfolg versprechen wirkte, da er mit seinen Genen und dem zusammengewürfelten Blutfaktoren besser umgehen konnte als erwartet. Sie wurden ein Teil von ihm, so wie es bei normalen Ghulen auch immer der Fall war. Doch im Gegensatz zu den Erwartungen, sah er sich selbst nie als Waffe oder als Vorreiter einer potentiellen Waffe. Allem voran deshalb, weil es Menschen waren, die ihn erschaffen hatten. Er war so gesehen nicht einmal ein echtes von Natur entstandenes Lebewesen gewesen. Sondern ein durch Gen-Technik erschaffenes Monster, das ssich dem Willen seiner Schaffer jedoch nicht beugen wollte und alles zerstört hatte, was sie glaubten für den Menschheitsfrieden erschaffen zu haben. Solange es solche Menschen gäbe, würde es niemals wirklich Frieden geben. Solange es Wesen gäbe, die sich über andere stellten, würde es immer und immer wieder zu Konflikten und Leid kommen, dabei.. hatte die Welt vor ihnen so Vieles zu beiten, was man nur mit ungetrübtem Auge erhaschen könnte und nicht mit diesen vernebelten und beschränkten Sichtfeldern der Menschen, die sich weigern wollten das Gute selbst in Wesen sehen zu wollen, die sich eben von deren Fleisch ernährten. Sie waren doch nichts anderes als durch die Stadt wandernde Wölfe. Und auf Wölfe machte man immerhin auch nicht eine derartige Hetzjagd, oder?

    • Ayaka

      Nach einer geraumen Ewigkeit fand sich der bestellte Leichenwagen in der Straße ein. Das Interesse einiger Schaulustiger wurde geweckt. Handys wurden gezückt. Schon bald würden neue Fotos und Videos durch das Netz streifen, um von der grausigen Tat zu berichten. Der Tod der Frau, der eine vertrauliche Information hätte bleiben sollen, würde in wenigen Minuten die Runde machen. Für die Menschen waren solche Nachrichten nichts Neues. Vom Kindesalter an wurde man von den schrecklichen Kreaturen, die unter ihnen weilten, unterrichtet und belehrt. Man würde nichts gegen sie tun können. Man konnte nur hoffen, dass das CCG die Seuche dieser Mörder unter Kontrolle bekam und die eigenen Freunde und Familie ihnen nicht zum Opfer fielen. Wenn man nicht selbst ein Mitternachtssnack für diese Monster wurde.
      „Treten Sie bitte zurück“, ertönte die Stimme eines weiteren Ermittlers, der aus den Wagen gestiegen war. Er drängte die schaulustige Menge nach hinten, sodass die Ermittler ihrer Arbeit nachgehen konnten. Zwei Männer, bewaffnet mit einem weißen Lacken, kümmerten sich um den leblosen Körper der jungen Frau. Sie versteckten diesen vor den neugierigen Augen der Menschen, die nun weiter von dem Ort des Verbrechens gedrängt worden waren, luden ihn auf eine Liege und transportierten diese in den Wagen. Die Frau war nun nicht mehr ihr Problem. „Sie hatte all ihre Ausweise bei sich. Es wird nicht schwer werden ihre Familie zu finden“, erklärte einer ihrer Kollegen, nachdem er die schweren und großen Türen des Wagens verschloss. Sie waren wohl bereits ihre Habseligkeiten durchgegangen. Nun würde man nur noch eine Autopsie durchführen, um den Krallentyp, dem sie zum Opfer gefallen war, ausfindig zu machen, sowie ihre nichtsahnende Familie zu kontaktieren. Es war ein nervenaufreibender Beruf. Ayaka konnte sich nicht vorstellen diese unschuldigen Familien von diesem bösen Schicksalsschlag zu berichten. Eine Kollegin, welche diese Aufgabe übernahm, hatte ihr einst gesagt, dass es einen ab einen gewissen Punkt Kalt ließ. Damit konnte sie sich nicht identifizieren. Es würde ihr immer wieder schwer fallen.
      Ihr Kollege und sie verabschiedeten sich von den anderen Ermittlern, die wieder zu der Zentrale des CCGs fuhren. Die Gruppe der Schaulustigen löste sich ebenfalls auf. Ayaka und Taki waren erneut allein und konnten ihre nächtliche Streife fortführen. Die Nacht um sie herum war ruhig. Sie selbst hatten auch nichts zu besprechen. Taki und sie mochten zwar Partner sein, doch als Freunde konnten sie sich beim besten Willen nicht bezeichnen. Sie waren nicht mehr als Kollegen. Allerdings störte die Blondine das keineswegs. Sie war ohnehin keine gute Rednerin. Ein lautes Poltern ließ die junge Ermittlerin aufblicken. Gefolgt von dem Geräusch kam ein Brüllen. Es bedeutete nichts Gutes. In der Nähe fand ein Kampf statt. Da außer ihnen kein weiteres Ermittlungsteam in diesem Gebiet zuständig war, musste es sich um rivalisierende Ghoule handeln. Taki und sie sahen einander für einen kurzen Augenblick an und nickten einander zu, ehe sie in die Richtung, aus der die Geräusche, die sich nun immer mehr auf einen Kampf hindeuteten, sprinteten. Und tatsächlich handelte es sich um einen Kampf zwischen zweier Ghoule. Einen von ihnen konnte sie direkt einen Namen zu ordnen. Es handelte sich um einen schwachen Ghoul, der allerdings besonders gut darin war, sich zu verstecken. Er konnte den Ermittlern immer wieder entwischen. Nur diesem Ghoul, den sie noch nie in ihrem Leben gesehen hatte, hatte er nicht entfliehen können. Wimmernd lag er am Boden und flehte um sein Leben. Als er jedoch Aya und ihren Kollegen erblickt hatte, schien er mit seinem Leben abgeschlossen zu haben. Entweder tötete ihn dieser fremde Ghoul oder die Ermittler würden sich um ihn kümmern. Ayaka zückte ihren Koffer und ließ die Quinqe, die man für sie hatte anfertigen lassen, aus diesem fahren. Es war eine Schwanzkralle, welche ihrem ersten Ghoul, den sie zur Strecke brachte, gehört hatte. „Stopp!“, rief sie und brachte sie bereits in ihre Kampfposition. Sie würde wohl doch kämpfen müssen. Zum Glück handelte es sich nur um einen Gegner. Der andere war schon nicht mehr in der Lage aufzustehen. „Tut mir Leid, dass ich dich dabei unterbrechen muss, aber du wirst wohl vorerst mit mir Vorlieb nehmen müssen.“