Märchen von Morgen [Ny♡Az]

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    • Märchen von Morgen [Ny♡Az]

      Link zur Vorstellung: Märchen von Morgen [Nymeria&Azenia]

      "...Lass uns ein Märchen von morgen werden


      Alles was zählt ist der Moment

      Komm, lass uns ein Märchen von morgen werden

      Nur du und ich vielleicht sogar mit Happyend..."





      Märchen von Morgen



      Gerne : Fantasy, Aktion (falls gewünscht auch Romance, muss aber nicht sein)

      Vorgeschichte:
      Lange ist es her, dass Frieden im Märchenwald herrschte. Längst hat eine erzörnte junge Frau fast alle Königreiche im Märchenwald unterworfen und ein großer Krieg ist entbrannt der den Märchenwald ins ein tötliches Blutrot tauchte.

      Wer ist diese unbekannte Irre ? Wie kam sie auf die törichte Idee das friedliche Leben des Märchenwald zu stören ? Es sind doch alle glücklichund für jeden gibt es Happy End, irgendwann wenn die Zeit reif ist. Das galt leider nicht für die älteste Prinzessin des Reiches des ewigen Nebels ), so glaubte sie. Ihr Reich war immer so dicht von Nebel umgeben das man sie und die wenige Wesen die dort lebten vergass und es als unbekanntes Land gar nicht erst in Karten einzeichnete. Dies hatte auch einentriftigen Grund, denn die königliche Familie des Nebelreiches erzählen seit jeher die Geschichten der Märchenhelden und Bösewichte. Die Prinzessin wurde zur Imperatorin, erst in ihren eigen Königreich und dann auch für den Rest der Märchenwelt. Die nun von Wut zerfressene Königin, war neidisch auf die anderen Märchenhelden, auf ihr Leben, ihren Ruhm und ihr Happy End. So fasste sie einen Entschluss, Alles was ihr genommen wurde, alles was ihr verwehrt blieb, dieses Leid sollen auch alle anderen ertragen. Sie entwickelte einen Plan um ihr Ziel durchzusetzen einen festen Schleier aus Leid über den Märchenwald zu legen. So gelang es ihr mit den Buch "Thanatos" ein Tor zu öffnen zu öffnen. Durch dieses kann sie Schattendämonen beschwören, die meist in Form eines Wolfes erscheinen. Diese Wolfdämonen fressen sich in den Körper der Sterblichen, unterwerfen seine Seele und so wird der infizierte Wirt zu einer Art Werwolf und willenlosen Diener seiner Meisterin. So gelang es der Herrscherin, mittlerweile auch die Königin der Nebelwölfe genannt, mit einer großen Armee sich fast den gesamten Märchenwald zu unterwerfen. Warum nur fast ? Nun, wie auch sonst...bei jeden Versuch der totalen Herrschaft, trifft man auf Widerstand. Es bilden sich Rebellionen.

      So auch von unserer Geschichte. Eine der bekanntesten sind die Luna Amaris. Sie alle junge Jägerin, die der Göttin des Mondes Selyra die Treue geschworen haben. Man erkennt sie daran da sie irgendwo am Körper, auf Kleidung oder an Schmuck das Zeichen der Göttin (Eine Mondsichel durchbohrt von einen Pfeil) tragen. Natürlich sind die Luna Amaris bei der Königin nicht gern gesehen. Vor allem da sie das Mondjuwel besitzen. Mit ihn kann man zum einen die Mondgöttin beschwören, sie und ihr Bruder der Sonnengott(beschworen durch das Sonnenjuwel) können das Tor schließen was die Nebelwölfe hervor bringt und das Buch "Thanatos" sowie die Herrscherin entkräften. Doch die Juwele die, die Kraft von Mond und Sonne bergen können auch zum bösen verwendest werden. So sind sie ebenfalls ein Objekt der Begierde der bösen Königin. Ist sie in den Besitz der Juwelen kann sie niemand mehr aufhalten und sie kann mit den Mondjuwel zum Beispiel den kompletten Märchenwald in ewige Nacht tauchen. Es wäre das "i-Tüpfelchen" ihres Plans...

      Hauptgeschichte :
      Erial ist widerwillig zu einer kleinen Berühmtheit geworden, den sie ist die Anfüherin der Luna Amaris und damit einer der Hauptfeinde der Königin der Nebelwölfe. Da sie das Hauptquatier der Luna Amaris nur mit ihren roten Umhang und tief ins Gesicht gezogener Kaputze verlässt wurde sie sehr schnell als "Reed Riding Hood" also "Rotkäpchen" bekannt. Und so ziert der ungewollte Spitzname auch ihren Steckbrief.

      Eines Tages schickte Erial eine Gruppe Jägerinnen aus um ein Dorf zu beschützen damit es nicht mehr Opfer der "Wolfsseuche" gibt. Zwar war es ihr zu wider ihre Mädchen alleine ziehen zu lassen, doch mit ihren Verletzungen wäre sie nur ein Klotz am Bein. Was sie keinen sagte war dass es ihr Heimatdorf war was sie beschützen sollten. Dort lebte ihre „Großmutter“ sowie ihren Brüdern. Da sie es nicht ertrug ihre alte Heimat noch einmal im Stich zu lassen folgte sie ihren Gefährtinnen. Keine gute Idee, sie musste mit ansehen wie alle Erwaschenen umkamen und alle Kinder also auch ihr kleiner Bruder sowie ihre Lanzenschwestern abgeführt wurden. Damit die Königin ihnen den Standort der Hauptquartiers der Luna Amaris zu entlocken und so an das Mondjuwel zu kommen. Fest entschlossen ihren Bruder sowie ihre Lanzenschwestern zu retten brach Erial zu einer langen beschwerlichen Reise auf.

      Auf ihren Weg kommt sie in den Sherwood Forest wo sie auf eine Bande gesetzesloser Rebellen trifft. Ihr Anführer Arthur nennt sich "Robin Hood" er besitzt das Sonnenjuwel, den er und seine Truppe "Sacris Lumen" sind Anhänger des Sonnengottes und ebenfalls ganz oben auf der Roten Liste der bösen Königin. Zwar sind Erial und Arthur anfangs nie einer Meinung und generell scheinbar sehr sehr verschieden doch... Schließen sich "Red Riding Hood" und "Robin Hood" schließlich zusammen um die Schreckenherrschaft der Königin der Nebelwölfe zu beenden. Dies war die Geburt der „Hunting Blades“.

      Nur...wie schafft man das wenn man nicht mal weiß wo das Land des ewigen Nebels liegt oder der Gegner zahlreich fast tausendfach überlegen ist ? Haben sie überhaut eine Chance ? Schaffen sie es die Meinungsverschiedenheiten beiseite zu räumen und wenigstens für diese Zeit zu einen unschlagbaren Team zu werden ? Entwickelt sich daraus eine Freundschaft fürs Leben oder vielleicht sogar noch mehr? Die Zeit von "Red Riding Hood" und "Robin Hood" ist angebrochen und ihre Geschichte wird ganz neu geschrieben.




      Charaktere:
      Erial @Azenia
      Arthur @Nymeria






      "...Lass uns ein Märchen von morgen werden - das Drumherum ist doch egal

      Kommt, lass uns ein Märchen von morgen werden - nur du und ich mit oder auch ganz ohne Moral..."
      ~✶~
      Erial.jpgErial

      Es war finstere eiskalte Nacht. Eigentlich war es gefährlicher bei Nacht zu reisen da sich die Nebelwölfe Nachts besser und auch schneller fortbewegen konnten. Doch diese kleine, wenn gleich sehr ungewöhnliche Reisegruppe blieb keine andere Wahl. Das zierliche Mädchen unter den roten Umhang trieb sie immer weiter an. Obwohl sie sich selbst kaum noch auf den Beinen halten konnte. Sie rang fast schom mehr nach Atem als ruhig die Luft einzusaugen. Was war wohl passiert, das ein junges Mädchen so an ihren letzten Reserven zehrte? Ihrer schlechten Verfassung zum Trotz setzte die in roten Stoff Verhüllte weiter zielstrebig einen Fuß nach den Anderen. Seit 2 Monden waren die Drei schon unterwegs. Die ersten Tage war das Mädchen allein durch die Länder gezogen, danach wurde sie jedoch von zwei Reisegefährten beglietet. Es war ein großer junger Mann mit Wolfsohren und einen weichen, voluminösen Schweif der ... immer in ein paar Schritten Abstand hinter ihr her trottete. Eine merkwürdige Erscheinung, freilich doch wenn man ihre andere Kameradin bertachtete.... Sie wahr wahrlich eine Schönheit. Groß und kräftig, mit dieser Gewissen Austrahlung. Es war das pefrekte Maß an Weißheit und Eleganz. Niemand im ganzen Märchenwald hatte ein weißeres Gefieder als sie oder ein so fohlgeformten Schnabel. Fast als hätten die Götter ihn gegossen. Moment mal...? Gefieder? Schnabel? Ja genau, die Rede war von einer weißen Gans. Einer wunderschönen weißen Gans die mehr konnte als sich den Sommer über voll zu fressen und im Winter als leckeren Braten auf den Tisch zu enden. Diese Gans vermochte es sogar zu sprechen. Wenn auch nicht zu jeden. Dem Mädchen schnatterte sie von Zeit zu Zeit zu viel,zumal sie stets die Wahrheit quakte. Und die Wahrheit war nicht immer schön.Oftmals war sie sogar schmerzhaft. "Es wäre dumm in Trauer und Hass zu versinken. So kann dich die Finsternis leicht verschlucken." Diesen Satz hatte sie oft gesagt, wieder und wieder und wieder und wieder hatte sie die selbe Antwort erhalten. "Es kann mir doch nicht einfach egal sein! Nicht jeder ist so gut darin seine Gefühle zu kontrolieren wie du!" Und nach den aufbrausenden Aufschrei kam ein teifer Seufzer. Doch auch dafür fehlte den Mädchen schlichtweg die Kraf. Noch immer verfolgten sie die grausamen Bilder jener Nacht, immer dann wenn sie die so ermüdeten Lieder ihrer großen, bernsteinfarbenen Augen schloss. An Schlaf war nicht zu denken. Sie hatte nicht geschlafen, nichts gegessen und seit her auch kaum gelacht. "W-Warte! Erial! Jetzt warte doch! E-ri-al!" riss die Gans sie aus ihren Gedanken. Als das Mädchen sich zu den schönen Ferdervieh herumdrehte, rutschte einer ihrer lockeren Zöpfe unter der Kaputze hervor und gab ihre Haarfarbe im Mondlicht preis. Ein süßes Karamelbraum, so süß wie dieses Mädchen eigentlich sein sollte. Doch die Zeiten wo sie in einen schönen Kleid, hübsch zurecht gemacht nur lieb Lächeln brauchte um sich ihr Glück zu erkaufen waren vergangen. Und um weiter süß zu sein hatte sie schon viel zu oft den Tod ins Auge blicken müssen. Sie kannte die Abgründe der eigentlich so schönen Märchenwelt nur zu gut. Als ihre Augen das Tier erblickten kniete sie sich nieder und wartete, bis die Gans neben ihr zum stehen kam. Auch wenn ihre zarten Hände bis in die Fingerspitzen starr gefroren waren, so dass jede kleinste Bewegung schmerzte nahm Erial das geliebte Tier vorsichtig in die Arme. Um ihr wohlbedacht einen schützenden Platz unter den roten Umhang zu schenken. Eine Sternenklare Nacht war schön, eigentlich etwas romantisches aber in diesen Fall war sie nur kalt. Auch die Mondgöttin schien nicht daran interessiert das Mondlicht nicht nur hell sondern auch warm auf die Erde herab scheinen zu lassen, wie es ihr Bruder der Sonnengott am Tage mit seinen großen Himmelsball tat. "Tu mir den Gefallen und gib jetzt Ruhe. Die Leute müssen mich in dieser Gegend ja nicht auch für verrückt halten, weil ich mit Tieren spreche." Die Gans hob ihren Kopf hinter den roten Mantel hervor. "Sei nicht so undankbar. Dies ist eine besondere Gabe die so nur deiner Mutter zu Teil wurde." Die Brünette stöhnte entnervt, während sie ihre Augen verdrehte. Ihre Mutter... dieses Thema schon wieder. Es war nicht so, dass sie nicht mit ihr verglichen werden wollte. Wie gern hatte sie als kleines Mädchen gehört wie ihre Mutter zu sein, wie unsagbar oft hatte sie sich danach gesehnt sie eines Tages zu übertrumpfen. Doch diese Gans konnte einen auch jede Freude verderben. "Ich bin aber nicht meine Mutter. Ich bin nicht so tugendhaft wie sie. Ich bin auch nicht zu jeden Wesen welches mir begegenet liebevoll und freundlich. Ich verletze Mensch und Tier und das nicht nur dann wenn es nicht anders geht." Als der Vogel sich regte presste ihn Erial an sich. "Ja eben. Das war auch der Grund warum deine Großmutter dich nicht zu diesen Jägerinnen lassen wollte. Deine Mutter musste die Achtung vor den Dingen auch erst erlernen aber so etwas eignest du dir nicht unter Selyras Leitung an." Rief sie und versuchte sich zu befreien indem sie mit ihren Flügel schlug. "Hey! Lass das! Hör auf!" Dieser kleine Konflikt war für den Wolfsjungen doch recht belustigend anzuschauen, jedoch nicht in jenen Moment. Und auch die Streithälse verstummten. Vor ihnen baute sich ein großer majestätischer Wald auf. Es war 'nur ein Wald' aber er rief so viel Erfurcht in einen hervor. Man spürte förmlich dass es ein geweihter Wald war. "Das ist er also... der heilige Wald des Sonnengottes." Die drei folgte mit den Blick der alten Eiche, die sich vor ihnen so weit in den Himmel erstreckte, dass es schien sie würde beide Himmelsbälle mit ihrer Krone tragen können. Während der Wolf einfach nach oben blicken konnte, musste Erial ihren Kopf so weit in den Nacken legen, dass ihr beinah die Kaputze aus den Gesicht gerutscht wäre. Eine ganze Weile standen sie still und staunen dort. "Du sag mal... Erial?" unterbach der Große schließlich. "Hm?" das schöne Mädchen wand ihren Blick von den beeindruckenden Baum ab und sah fragend zu ihn herüber. "Können nicht alle lieblichen Prinzessinen mit Tieren sprechen?" sagte der Wolf grinsend. "Serafin, du bist so ein Idiot!" Das Mädchen mit den roten Umhang wollte ihren haarigen Gefährten gerade ohrfeigen als die Gans sie mit ihren Schnabel in den Arm zwickte. "Au!" Mit einen Mal war der Wolf vergessen. Dafür sah sie nun den Vogel böse an. "Wenn ihr hier weiter so herumalbert weiß jeder dass wir hier sind. Da hilft auch der Schutz der Dunkelheit nichts." Wo sie recht hatte... "Nun gut. Gehen wir rein." Selyra die mondgöttin und ihr Bruder der Sonnengott... Beide Götter hielten die Märchenwelt im Gleichegwicht. Dennoch lagen sie seit Jahrhunderten im Streit. Und nun war Erial, Trägerin des Mondjuwels und einzige frei Anhängerin der Mondgöttin gerade dabei den Wald des Sonnengottes zu betreten. Warum nur? Im Sheerwood Forest war es angenehm warm. Dieser Ort war von solch einer freidlichen Energie durchzogen... man konnte ja kaum ahnen wie kaputt die Welt hinter den Waldrand war. "Was für ein schöner Wald. Fast so wie der Selyras." Nur das es ihn diesem kühler und auch etws feuchter war. Die Braunhaarige holte tief Luft. Sie bat Fremde nicht gern um Hilfe, doch schwierige Zeiten verlangten große Opfer. Es gab niemanden der sonst helfen konnte und auch sonst war da niemand den sie fragen konnte. "Hm?" Wieder blieb sie stehen. Das Mondjuwel welches sie sorgsam unter ihren Gewändern vor der Welt verbrag begann zu glühen, heller noch als der Mond und doch war es nicht war. Angenehm kühl aber nicht warm, egal wie hell es schien. "Die Juwelen sind miteinander verbunden. Sie reagieren aufeinander." Dann... musste der Träger des Sonnenjuwels ja nicht weit sein. Erial steckte den Kopf der Gans unter ihren Mantel und griff nicht einmal eine Sekude später das Messer, welches sie in ihren Ärmel versteckt hielt.Auch Serafin, der Wolfsjunge machte sich für einen möglichen Angriff bereit. "Wenn ihr schon hier seit, könntet ihr auch brav 'Willkommen' heißen! Wir beehren euch schließlich nicht oft mit unserer Anweseheit."

      "In this world there are only corpses and future corpses,who cares if someone hates you...you'll both be dead one day anyway."

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    • Arthur

      Es war eine warme Nacht im Sheerwood Forest gewesen. Dies war keineswegs ungewöhnlich, denn befand sich der Wald unter der Obhut des Sonnengottes. Der mächtige Gott, welcher von Arthurs Gruppe verehrt wurde, sorgte stets dafür, dass eine angenehme Wärme in seinen Gebieten herrschte. Die Menschen, welche hier einen Unterschlupf gefunden hatten, waren dementsprechend an die Wärme gewöhnt. Nur wenige von ihnen würden den Wald verlassen, um kältere Gebiete aufzusuchen. Jedoch würden die Lebewesen, die in den Gebieten der Mondgöttin lebten, ihre etwas kältere Umgebung auch nicht verlassen wollen. Die Anhänger der Götter waren diesen treu untergeben.
      Arthur bewegte sich geschmeidig durch die Baumkronen. Seine Gruppe bevorzugten die schnelle und geschützte Bewegung durch die Bäume der Wanderung am Boden. Sie kannten den Wald auswendig und könnten ihn sogar mit verbundenen Augen durchqueren. Die Gläser mit den heilenden Wirkstoffen, welche er zuvor von seiner guten Freundin Talia geholt hatte, bewegten sich in seinen Taschen. Er hatte keinen Beutel mitgenommen als er das Camp verlassen hatte und hatte die Gläser in seine Jackentaschen stecken müssen. Er musste verstärkt darauf achten, dass diese nicht herausfielen. Sie hatten Verletzte im Camp, die auf die Mixtur des Geißleins angewiesen waren. Wenn er die Gläser fallen lassen und diese zerspringen würden, könnte er den Verletzten nicht rechtzeitig helfen. Ihre Wunden könnten sich entzünden oder sich etwas einfangen. Dann wäre es Arthur unmöglich ihnen zu helfen. Dass er Talia aufgefunden hatte – nein, dass Talia diesen Wald gefunden und er sie anschließend kennengelernt hatte, war ein Wunder gewesen. Er dankte dem Sonnengott noch immer für die Heilerin, die er ihnen geschickt hatte. Ohne ihre Kenntnisse über die örtlichen Kräuter wären seine Begleiter und er aufgeschmissen gewesen. Und während er und seine Gruppe hatten bangen müssen, bekamen die Adeligen die ärztliche Unterstützung regelrecht zu geworfen. Er hasste es. Die Armen mussten kämpfen und die Adeligen wurden mit dem allergrößten Glück geboren.
      Er hatte gerade zum nächsten Baum springen wollen, als er ein Zwitschern vernahm. Natürlich zwitscherte dort kein Vogel ein Lied, sondern einer seiner Späher sendete eine Nachricht. Jemand näherte sich dem Wald. Sicherlich waren sie nicht mehr weit vom Eingang des Sheerwood Forest entfernt. Arthur entschied sich dazu nachsehen zu gehen. Die Verletzten waren zwar seine höchste Priorität, jedoch konnte er es ebenso nicht zulassen, dass Unbefugte seinen Wald betraten. Mit all den Geschehnissen, die sich derzeitig in der Welt abspielten, konnte er nicht zulassen, dass Fremde und potenziell gefährliche Wesen den Wald betraten und die Bewohner dessen in Gefahr brachten. Erst vor einigen Tagen hatte sich ein Rudel der Nebelwölfe der bösen Hexe in die Nähe des Walds getraut. Glücklicherweise waren sie nach einem kurzem Kampf abgezogen, jedoch hatte selbst dieser schnelle Kampf ein paar Verletzte gefordert. Eben jene, denen Arthur nun die Medizin hatte bringen wollen. Seine Gruppe war geschwächt, er konnte nicht noch mehr verletzte Kämpfer auf sich nehmen. Wie sollte seine Gruppe einen nächsten Angriff überstehen? Er hatte innerlich fluchen müssen. Nur der Gedanke, dass seine Späher erneut Feinde entdeckt hatten, ließ es ihm kalt den Rücken hinab laufen. Noch hatte er gute Männer und er selbst war in der Lage einige Angreifer allein zurückzuhalten, jedoch würde dieser Vorteil nicht lang anhalten. Die Hexe wurde immer stärker und irgendwann würde es kein entrinnen mehr geben.
      Eilig bewegte sich Arthur von Baum zu Baum, wobei sein Sonnenjuwel, das er stetig als Kette bei sich trug, zu vibrieren begann. Er konnte nicht deuten, weshalb es sich derartig verhielt, jedoch sagte ihm sein Bauchgefühl, dass es etwas Gutes war. Ein Grund, der ihn noch schneller von Baum zu Baum springen ließ bis er endlich bei seinem Späher angekommen war. „Status?“, entkam es ihm, wobei er selbst nach den Wesen suchte, die die Adleraugen des Spähers erblickt hatten. Allerdings konnte er in der Dunkelheit nicht viel erkennen. Seine braunen Augen waren nicht für die Dunkelheit sondern für das Licht bestimmt. „Es sind zwei, allerdings klang es als seien es drei Personen“, begann er und deutete mit seinem Finger auf die Besucher, die den Wald mittlerweile erreicht hatten. Es war ein Mensch in der Begleitung eines großen Hundes, vielleicht war es auch ein Wolf. Er konnte es nicht genau beurteilen. „Es sind bereits Kämpfer auf dem Weg.“ Arthur nickte und sprang anschließend weiter. Sein Juwel vibrierte noch immer. Sogar viel stärker als zuvor. „Was ist mit dir?“ Er konnte es sich nicht erklären, weswegen er es zu ignorieren versuchte. Weiterhin bewegte er sich durch die Äste und traf auf die Krieger, über die sein Späher ihn bereits unterrichtet hatte. Gerade als sie aus der sichereren Höhe der Bäume springen wollten, wurden sie bereits entdeckt. Arthur hielt inne, die Überraschung zeigte sich deutlich auf seinem Gesicht. Glücklicherweise war es so dunkel, dass seine Männer seinen Gesichtsausdruck nicht wahrnehmen konnten. Wie hatte diese Person, das offensichtlich ein junges Mädchen war, sie bemerkt? War sie eine Untergebene der Hexe? Das konnte es nicht sein, denn Arthurs Bauchgefühl und das Juwel teilten ihm mit, dass es sich um Verbündete handelte. Er gab seinen Männer ein Zeichen und sie ließen sich aus den Bäumen fallen. Wohlbehalten landeten sie auf ihren Füßen. Arthurs Blick richtete sich auf das Mädchen. „Wer seid Ihr und was wollt Ihr in meinem Wald?“, begrüßte er die Fremden, wobei er seine Arme vor der Brust verschränkte. Das Juwel brummte auf. Er musterte sie von oben bis unten. War sie eine Gesandte des Sonnengottes und spielte das Sonnenjuwel deswegen so verrückt? „Mein Juwel hat wohl einen Narren an Euch gefressen, junge Dame.“ Er holte das Juwel hervor und zeigte es stolz den Fremden. Sicherlich würden sie nun wissen wer er war. Jedoch würden sie sich ihm noch erklären müssen. „Warum genießt ihr nicht unsere Gastfreundschaft und ihr teilt mir Euer Anliegen im Camp mit?“ Zwar fühlte er sich unbehaglich Fremde zu seinem Camp zu führen, jedoch fühlte er gleichzeitig ein Vertrauen. Er konnte es nicht beschreiben. So etwas war ihm noch nie passiert. „Wenn ihr mir folgen würdet. Und keine falschen Tricks. Meine Männer haben ihre Augen überall.“
      Mit einem breiten Grinsen auf den Lippen, drehte er sich um und begann zu laufen. Seine Männer schlossen sich hinter den Fremden auf. Es war kein weiter Weg bis zu seinem Camp, jedoch konnte man sich leicht verlaufen, wenn man sich nicht in der Gegend auskannte. „Mein Name ist Arthur. Freut mich eure Bekanntschaft zu machen.“
    • Erial

      Diese Energie, die durch das Mondjuwel schoss war Erial total unbekannt. Seit einigen Jahren hütete sie das wertvollste Vermächtnis der Luna Amaris nun, aber das hatte es noch nie gemacht. Ein Rascheln durchfuhr die prächtige Baumkronen und bald darauf erblickten ihre bernsteinfarbenen Augen eine menschliche Silutette, welche aus den Schutz der Baumkronen zu ihnen herab stieg. Skeptisch musterte sie den Unbekannten. War es wirklich nur einer?! Das konnte sie doch nicht glauben. Auch Serafin schien dieser Umstand nicht zu entspannen. Der Fremde hatte ein doch recht strubliges schwarzes Haar, welches unter einer Kapuze hevor lugte. Er war zwei Köpfe größer als sie und ungefähr einen Kopf größer als Serafin in deiner Wolfsgestalt. Auch sonst schien er recht gut gebaut und flink zu sein. "Euer Wald?" Diese Aussage beachtete Erial zum schmunzeln bis es mit einen amüsierten Kichern endete. "Ich dachte dieser Wald wäre den Sonnengott geweiht. Oder sind wir etwa falsch abgebogen?" Nein, verlaufen hatte sich diese merkwürdige Reisegruppe sicher nicht. Dafür fühlte sich einfach alles viel zu richtig an. Während auch sie und der Wolf beäugt wurden dachte sie ja gar nicht daran, ihr Messer wieder verschwinden zu lassen. So merkwürdig die Situation auch schien, die nächsten Worte ihres Gegenübers zogen Erials Aufmerksamkeit auf sich. Seine Worte und viel mehr dass was er tat. Die ohnehin schon großen Augen des Mädchens weiteten sich. Innerhalb einer Sekunde, noch während der Brünetten der Gedanke durch den hübschen Kopf schoss, ließ sie ihr Messer fallen und umfasste blitzschnell das Mondjuwel, selbst wenn es sich immernoch unter ihren Gewändern versteckte. Die Reaktion auf das Sonnenjuwel war heftiger als erwartet. "Ich hoffe schwer ihr zeigt es sonst nicht so leichtfertig in der Gegend herum." Das Sonnenjuwel glich dem welches um ihren Hals geschlungen war. Es unterschied sich lediglich in der Farbe. Sie schienen wie ein Bernstein sowie ein Saphir zu sein und doch waren es zwei Teile eines Ganzen. Aus ein und den selben Stück geschlagen, in der Mitte zerborsten und für immer voneinander getrennt. Zwei ähnliche Seiten einer Medaille. Wie auch die Götter mit denen sie verbunden waren. Im Gegensatz zu diesen schienen sich die magischen Steine aber wieder verbinden zu wollen. Das war auch der Grund weshalb sie so stark auseinander regierten. Das war also wirklich ... der Träger des Sonnenjuwels und der Anführer der Sacris Lumen. Erial war immer noch äußerst unwohl dabei aber auch sie holte das wertvolle Stück hervor, welches ihr anvertraut wurde. Anschließend trat sie so gekonnte auf die Messerklinge auf den Waldboden vor ihr, das diese wirbelnd nach oben schnippte und in ihrer nun freien Hand zum ruhen kam. Bereit jeder Zeit einen Angreifer in die Flucht zu schlagen. "Ich habe keine Zeit für eure Spielchen oder sinnloses Geplänkel." Zischte die junge Dame nur genervt. Dabei war ihr aber wohl bewusst, das es nicht ihr Territorium und damit auch nicht ihre Regeln waren dir befolgt wurden. Wenn sie ihr ihnen helfen sollten musste sie wohl mitspielen. "Aber gut, wenn es nicht anders geht." Es war gar nicht so über im einen geschützten Raum zu sprechen als auf einer Waldlichtung. Auch wenn das Messer vorerst in ihren Ärmel verschwand war es immernoch griffbereit. Dabei hätte die stolze Anführerin der Luna Amaris den jungen Mann vor ihr damit gern das dämliche Grinsen vom Gesicht gewischt. Mal ehrlich? Fand er es wirklich lustig? Nun... vorerst musste die Braunhaarige wohl in den vergifteten Apfel beißend ihn sowie seinen Regeln folgen. Also setzte sie ihre Reise in gebührenden Abstand fort. Auch Serafin der bis jetzt nur bedrohlich seinen Zähne gezeigt hatte, folgte seiner engen Freundin langsam. So verrückt wie es klang schien der Wolf nicht ansatzweise so misstrauisch wie seine Begleiterin. "Erial! Sieh nur." Flüsterte die Gans unter ihren roten Umhang plötzlich. "Heb sie auf und gib sie zurück. Man wird es dir danken." Machte das weise Federvieh auf ein paar Gräser die ihren Fremdenführer auf den Weg aus der Taschen gefallen waren. Eigentlich hätte das Rotkäppchen diese auch einfach ohne große Beachtung liegen lassen können. Aber der Rat der Gans hatte sie hier und da erst zu diesen Punkt gebracht und wenn nicht wichtige Gewächse waren, würde dieser Mann ... Arthur? ...ja auch gar nicht mit sich herum tragen. Zum ersten Mal in diesen Wald ließ sie die Gans aus ihren Armen. Als sich Erial danach bügte um sie aufzulesen erkannte sie ein paar davon. Das waren doch Zutaten für Heiltränke oder Salben. "Arthur? So... war doch euer Name?" Hoffentlich nicht, er war doch nicht so blöd Fremden seinen wahren Namen zu nennen oder? Es war ksum auszumalen was ein fähiger Magier mit diesen Wissen mit einen anstellen konnte. Namen waren Worte mit einer besonderen Kraft und Bedeutung. So intensiv dass sie einen auch Macht über den Namensträger verschaffte. Es war also gefährlich diesen so leichtfertig preis zu geben. Genauso wie einfach das Sonnenjuwel zur schau zu stellen. Auch wenn die befremdliche Reisegruppe nicht groß war, sie hatten sich nicht ausweisen müssen. Wenn wes jemand vermochte das Mondjuwel zu stehlen und hier zu erscheinen.... würde er auch so unbefangen mit Ihnen umgehen? "...Ihr habt etwas verloren." Beendet sie ihren Satz nach einer kurzen Pause und hielt den jungen Mann die Gräser hin. Die Gans welche immernoch neben ihren Füßen stand beäugte den Jüngling mit dem Sonnejuwel nun zum ersten Mal. Unter den roten Stoff hatte sie kaum etwas gefühlt. Sie setzte sich aber in Bewegung sobald sie der Wolf erreichte. "Ist was?" Fragte dieser sie doch recht unverfroren. Doch sie schüttelte den Kopf. "Das wissen nur die Götter..." eine Antwort die sie gern hab. Die in diesen Moment aber nicht treffender sein konnte. Dieser wunderschöne Vogel war der einzige der verstand wie schicksalhaft und relevant diese Begegnung auf der Lichtung gewesen war.

      Der Weg zu den Hauptquartier der Sonnenanbeter war nicht gerade lang. Doch in einen Wald indem man sich nicht auskannte sah Alles gleich aus. Das Lager selbst schien sich nicht all zu sehr von dem der Luna Amaris zu unterscheiden. Zentraler Punkt war auch hier die Feuerstelle. Die Zelte waren in einen Kreis darum aufgestellt. Erial wurde wirklich unwohl. So viele fremde Menschen auf einmal war sie nicht mehr gewöhnt weshalb sie sich ihre Kapuze tiefer ins Gesicht zog. "Ihr glaubt doch nicht das ich frei heraus vor allen spreche." stellte sie sogleich fest. "Ich will und werde mich erst in einen geschützten Raum erklären." Sprich unter vier beziehungsweise 8 Augen in einen Zelt. Das Mädchen mit den roten Umhang hob die Gans, neben sich wieder auf. "Also? In welches Zelt gehen wir?" Ganz offensichtlich musste es sich um sein eigenes Zelt handeln, denn im Gegensatz zu den anderen war es etwas größer. Es war innen sogar recht gut ausgestattet. An Ort und Stelle angekommen ließ sie die Gans wieder herunter. Jetzt war er wohl da, der Moment den Erial nicht weiter vor sich hin schieben konnte. Sie seufzte tief und stützte die Hände in ihre Seite. "Wir.... sind nicht ohne Grund hier. So schwer wie es mir fällt ... und so ungern ich es zu gebe, bin ich nicht hier um irgendwelche Bogen zu glätten. Sondern um Hilfe zu ersuchen."

      "In this world there are only corpses and future corpses,who cares if someone hates you...you'll both be dead one day anyway."
    • Arthur

      Das Mädchen schien nicht feindlich gesinnt zu sein, jedoch strahlte sie nichts desto trotz eine gefährliche Aura aus. Zudem besaß sie das Mondjuwel. Sie musste zu den Luna Amaris gehören. Was wollte die Schwesterngruppe seiner Gruppe hier? Arthur musste einen vorsichtigen Umgang walten lassen. Zum Glück waren seine Männer auf den Bäumen, sodass sie jederzeit eingreifen konnten falls das Mädchen etwas im Schilde führte.
      Die Stimme des zierlichen Mädchens ertönte und er drehte sich zu ihr um. Der Mond strahlte nun in einem direkten Winkel auf sie. Beinahe wie ein Zeichen, wodurch er ihre zierliche Statur und ihr hübsches Gesicht zum ersten Mal wahrnahm. Sie machte auf ihn nicht den Eindruck einer potenziell gefährlichen Frau, sie besaß eher das liebliche Gesicht einer Prinzessin. Ihrer großen Klappe zu urteilen, konnte sie jedoch kaum eine Prinzessin sein. Den Erzählungen seiner Gruppenmitglieder waren jene ruhig und schüchtern. Sie machte nicht diesen Eindruck. Und dies gefiel Arthur um einiges mehr als sich mit einem dümmlichen Prinzesschen herumzuschlagen. „Ja, was gibt es denn?“, erkundigte er sich und entdeckte nun auch zum ersten Mal die Gans, welche das Mädchen die ganze Zeit bei sich gehabt haben musste. Es war wirklich eine komische Gruppe. Ein junges Mädchen, eine Gans und ein Wolf? Hätte der Wolf die Gans nicht schon längst verspeist haben müssen? Ein Vegetarier konnte dieser Wolf wohl kaum sein. Oder er hatte Talia getroffen, die ihn überzeugt hatte sich dem Fleisch abzuwenden, dachte er sich belustigt. Das junge Geißlein hatte auch Arthur davon überzeugen wollen auf sein geliebtes Fleisch zu verzichten. Allerdings hatte er abgelehnt, weswegen sie ihn enttäuscht angesehen hatte.
      Sein Blick fiel nun auf die Gläser, welche die Heilsalben beinhalteten und sich nun in der Hand des fremden Mädchens wiederfanden. Eilig ließ er seine Hände zu seinen Taschen gleiten und musste mit entsetzen feststellen, dass diese leer waren. Was war er nur für ein Idiot! Wenn er diese Gläser verloren hätte oder sie zerbrochen wären, dann.. Ja, dann hätte er in einer Zwickmühle gesteckt. „Vielen Dank!“, entkam es ihm freudig und er nahm die Heilsalben aus der Hand der Fremden. „Wären diese verloren gegangen, dann hätte ich ein ernsthaftes Problem. Vielen Dank.“ Er steckte die Gläser zurück in seine Taschen und stellte sicher, dass sie nicht erneut herausfallen konnten. Arthur war dem jungen Mädchen wirklich dankbar. Ohne sie wäre er zurück in das Camp gegangen und hätte ohne die Heilkräuter dagestanden. „Nun sollten wir aber los“, drängelte er. Er konnte die Verletzten nicht länger warten lassen. Sie quälten sich schon zu lange.

      Das Camp der Gruppe wurde von einem warmen Feuer erhellt, sodass man die vielen Zelte uneingeschränkt betrachten konnte. Viele wiesen Muster des Sonnengottes auf, welche die Unterkünfte der Männer und Frauen segneten. Sie sollten stets wohlbehalten sein, Auch an Talias kleiner Holzhütte hatte er ein solches Zeichen angebracht. Da sie das Camp aufgrund ihrer scheuen Art nicht aufzusuchen wagte, hatte Arthur ihr etwas Schutz zu ihrer Unterkunft gebracht.
      Er grüßte seine Männer, die sich um das Feuer versammelt hatten, mit einem Nicken. Jedoch schienen diese eher an dem ungewöhnlichen Besuch interessiert. Die Stimme des Mädchens verleitete ihn dazu anzuhalten und sich zu ihr zu drehen. „Wartet es doch erst einmal ab. Es gibt Menschen, die meine Hilfe nun dringender benötigen“, entgegnete er scharf. So dankbar wie er ihr wegen der Heilsalben war, er konnte Unfreundlichkeit nicht ausstehen. Sie durften sich seiner Gastfreundschaft schätzen und drängte ihn dennoch. Ihr Anliegen schien wohl von großer Bedeutsamkeit. Nun gut, dann würde er vorerst mit ihnen reden. Er seufzte und rief einen seiner Männer herbei, dem er die Gläser in die Hand drückte. „Kümmer dich um die Verletzten. Ich habe ein Gespräch zu führen.“ Der Mann nickte und verschwand sogleich in einem der Zelte, das die verletzten Krieger beherbergte. Währenddessen deutete Arthur dem Trio an ihm in sein Zelt zu folgen. Dieses war etwas größer als die anderen Zelte und war mit einigen wichtigen Möbeln ausgestattet. Ein Bett, ein Schrank und ein Tisch mit einigen Stühlen, waren zum Beispiel zu benennen. All diese Stücke hatte er von seinem Vater übernommen. Er bot den Fremden an sich zu setzen, während er sich auf seinem Sessel niederließ. Das Mädchen fackelte auch nicht lang und teilte dem Anführer den Grund ihres Erscheinen mit. Arthur zog eine Augenbraue in die Höhe. Die stolzen Kriegerinnen der Luna Amaris erbaten die Hilfe der Sacris Lumen? Hatten sie dem Sonnengott nicht abgeschworen nachdem die Geschwister sich zerstritten hatten? Nun gut.. Die Zeiten, in denen sie lebten waren nicht besonders einfach. Er sollte nicht zu hart mit dem Mädchen und ihren … Freunden sein? Denn auch die Sacris Lumen hatten es nicht unbedingt einfach. „Und wie kann ich Euch helfen?“ Brauchten sie Vorräte? Oder gar Heilsalben? „Wir können euch Vorräte mitgeben, wenn es das ist, wonach ihr sucht.“ Er lehnte sich zurück und atmete tief ein. Sie würden ihnen nicht viel geben können, aber es sollte genügen um einige Tage genug Nahrung zu haben. Arthurs Blick glitt auf die Gans und anschließend auf den Wolf. Die Gans wäre das kleinste Problem, diese konnten nicht unbedingt gefährlich werden. Aber der Wolf würde nicht lange hier bleiben können. „Euer Wolf -“, begann er und wurde direkt unterbrochen als sich der Eingang zu seinem Zelt öffnete und einer seiner Gefolgsleute den Kopf hereinsteckte. „Arthur, die Nebelwölfe umkreisen wieder den Wald. Die Späher haben sie an der Sonnenlichtung entdeckt“, entkam es dem Mann hastig. Toll, das hatte ihm gefehlt. Hörten die Probleme denn niemals auf? Seufzend erhob er sich und warf seine Kapuze nach hinten auf den Rücken. „Wie es aussieht, benötige ich nun eure Hilfe“, sprach er zu der jungen Dame und sah sie bittend an. Sie würden sie und ihren Wolf brauchen falls es zu einem Kampf kommen würde. Er bot ihr seine Hand an, um ihr aufzuhelfen und wand sich anschließend an den anderen Mann. „Schickt schon einmal ein paar Wachen los. Vielleicht müssen wir nicht kämpfen und sie umkreisen lediglich das Gebiet.“ Arthur wollte eine Konfrontation vorerst vermeiden. Seine Gruppe war geschwächt, er konnte nicht noch mehr Verletzte in den Kauf nehmen. Denn dann würde die böse Hexe zu schlagen.
      „Es tut mir Leid, dass unser Gespräch so unterbrochen wurde. Sicherlich können wir es nachher weiterführen“, versprach er und verließ bereits das Zelt. Vielleicht war dies eine gute Gelegenheit um die Fremde in einer angeheizten Situation zu beobachten. Er hatte noch nie eine Kriegerin der Luna Amaris kämpfen gesehen. „Ich hoffe Ihr könnt klettern.“ Er kletterte an einem Baum hoch, der direkt in den Wald führte und sah erwartend zu der jungen Dame. „Die Sonnenlichtung ist nicht weit. Seht Ihr die Markierungen an den Bäumen? Orientiert Euch an diesen oder an mir.“ Danach sprang er los.
    • Erial

      Dieser Arthur war ihr wirklich dankbar und auf eine unglaublich merkwürdige Weise fühlte sich das gut an. Aber auch so, hätte sie die Gräser für den Anführer aufgehoben und sie anschließend übergeben. So stur und eigen sie auch wahr, irgendwo in ihrer Brust schlug auch etwas der Tugend ihrer Eltern. Und wenn es Heilkräuter waren die benötigt wurden schien ihre Situation nicht gerade einfacher zu sein. Nicht nur die Juwele die sie schützten, nein auch die Herausforderungen die sie bewältigen mussten waren die selben. Und wer wusste dass schon... vielleicht war da ja noch mehr? Erial schüttelte bei diesen Gedanken ihre Kopf. So ein Unsinn. Der Streit der Zwillingsgötter war sicher nicht von ungefähr. Für alles gab es einen Grund... Und Selyra hatte sicher einen triftigen Grund gehabt auf Ewig mit ihren Bruder zu brechen.

      Das so viele Blicke an den Mädchen in rot hangen, war sie gar nicht mehr gewohnt. Es war sogar irgendwie unangenehm. Auch Serafin, der zwar stets stolz hinterher schritt, schien alles andere als begeistert. Viele Menschen hatten es bereits auf ihm selbst und sein Fell angesehen. Auch seiner Freundin entging dieser Umstand nicht weshalb sie den Fremden nur noch mehr drängte. "Immer deine Ungeduld..." flüsterte die Gans mit einen Atemzug. Doch sie wurde nur mit einen Augenrollen bedacht. Was konnte denn schon wichtiger sein als das Schicksal der Welt? Etwas mürrisch brummend beobachtete sie diesen Arthur wie er die Kräuter und Gräser übergab. Dann erst ging es endlich in eine Zelt. Hier starrte sie niemand an. Außer dieser Arthur natürlich. Sobald das Zelt geschlossen war, musste sie erleichtert seufzen. Jetzt kam allerdings ein genauso unangenehmer Teil. Während die Gans tatsächlich zu einen Stuhl watschelte um auf ihn Platz zu nehmen blieb Erial lieber stehen und begann ihr Anliegen vorzutragen. Allerdings verstand ihr Gegenüber sie etwas falsch. Es war ja freundlich dass sie ihre Vorräte teilten aber damit war es leider nicht getan. Wahrscheinlich hatten sie größere Vortäte als die Anhänger des Sonnengottes. "Nein so meinte ich das nicht-" begann die Braunhaarige erneut als ihr Blick beinah etwas besorgt Arthurs folgte. Serafin war keine Bestie, im Gegenteil. Jetzt genau in diesem Augenblick war er ihr engster Verbündeter und bester Freund. Auch wenn es nicht den Anschein machte. "Ist keine Jagdtrophäe! Hm?" Beendete sie schnell den abgebrochenen Satz, verstummte aber als sie feststellte das noch jemand ins Zelt trat. Der Wolf welcher ebenfalls auf den Boden Platz genommen hatte sprang auf. Was? Nebelwölfe? Erial drehte sich zu der Gans und ließ sich hockend bei ihr nieder, als wollte sie ihr ins Ohr flüstertn. Die Zwei konnten sich in diesem Moment auch ohne Worte verständigen. Diese Wölfe waren wegen ihnen hier. Wahrscheinlich waren sie ihnen gefolgt oder wurden von den Kräften der Juwelen angezogen. Als Arthur sie ansprach drehte sie sich plötzlich zu ihm um. "Meine Hilfe?" Doch als das Mädchen in seine Augen sah verstand sie und nickte stumm. Ja sie würde helfen, weil sie immer half wenn jemand ihre Hilfe brauchte und dieses Mal war es auch noch für sie von Vorteil. Erial zögerte zunächst, nahm die Hand die man ihr bot aber schließlich an. Es war lang her das ihr ein junger Mann so aufgeholfen hatte. Oder ihr überhaupt so nah kam. "Ich tue was ich kann." Versprechen konnte sie allerdings nichts. "Du kannst nicht gehen. Denk an deine Wunde. Du bist nicht in der Verfassung zu kämpfen." Hörte sie noch ihre Gans schnattern als diese sich von ihren Stuhl erhob. Allerdings hielt es das Rotkäpchen nicht davon ab den Anführer der Sarcias Lumen nschzustürmen. "Erial! Erial! ....wie macht dieses Kind das nur? Sie ist doch selbst am Ende. Das wird nicht gut gehen." Der Wolf blickte zu der Gans herunter, dann zum Zelteingang. "Es ist ihr Wille. Ihr Wille anderen zu helfen verleiht ihr diese Kraft. Da ist sie wie ihre Eltern." Mit diesen Worten verließ er das Zelt.

      Klettern? Natürlich konnte die frühere Prinzessin war als Kind ständig in den schönsten Kleidern die höchsten Bäume und die steilsten Klippen geklettert. Mit einigen festen Tritten und kräftigen Zügen war sie ratzfatz auch auf den Baum. ...den Symbolen nach... das war wirklich keine schlechte Idee. Aber hier ging es nicht nur darum anderen zu helfen, sondern auch sich zu beweisen weshalb Erial versuchte mit Arthur Schritt zu halten. "Wartet- die Juwele!" Rief sie schließlich auf halben Weg und war bereits bemüht ihres wieder zu verstecken. So viel Zeit musste sein. Die Lichtung wirkte wie der Rest des Waldes warm und friedlich. Von den geisterhagten Kreaturen die ihre Ruhe störten mal abgesehen. Die Messer bereits gezückt landete das Mädchen direkt vor den Wolfschemen. Es waren seelenlose Kreaturen die nur einen Zweck dienten. Und zwar den, die ihre Meisterin ihn gab. Jeder dieser Wesen konnte den Tod verheißen, mehr noch mehr. Sie konnten einen selbst zum schlimmsten Feind seiner Freunde machen. Die Kälte die von diesen ausging ließ Erial schaudern. Zu hören war nur das Knurren der Kreaturen und kaum einige Sekunden darauf setzte der erste auch schon zum Angriff an, doch die Messer der jungen Brünette waren schneller. Ein schriller Schrei erfüllte die Luft, als das Metall sein Ziel traf, doch gab es kein Blut.. Und es war nur einer von zig anderen, die ihren Kumpanen hinter sich ließen. Erial machte einen Satz zurück, brachte Abstand zu diesen Schatten und schnell fuhren ihre Augen über die anderen, übrigen. Sie zählte fünf... Wenn es bei dieser Anzahl blieb. Es waren zu viele... doch zum Glück war sie nicht allein. Serafin, der ihren Geruch gefolgt war, achtete stets darauf das seiner Freundin nichts passierte. Als gerade zwei Nebelwölfe gleichzeitig einem Angriff wagten setzte er zum Sprung an. Ein Sprung im perfekten Moment. Seine Krallen gingen in den schwarzen Schatten nieder und seine scharfen Zähne ließen nicht auf sich warten. Das Rotkäpchen rang nach Luft. Die Gans hatte schon recht gehabt. Sie war nicht in der Verfassung lang zu kämpfen. Auch den Wolfsjungen war dies nicht entgangen. Doch jetzt musste sie einfach funktionieren. Es war schon ein Wunder, dass es der Gruppe tatsächlich gelang die schrecklichen Wesen zurück zu schlagen. Kaum war die Schlacht geschlagen da verließen die Prinzessin ihre letzten Kräfte und sie sank langsam in sich zusammen. Ihr Begleiter, der große schwarze Wolf konnte sich gerade noch zwischen sie und den Boden zwängen.

      [...] "...das kommt davon, dass sie sich immer noch so übernimmt!" Ertönte eine vertraute Stimme, deren Klang das Mädchen aus den schweren Fesseln der Bewusstlosigkeit zurück holten. "Hhhhnnnn....w-was ist?" Stöhnte sie leise während sich ihre bernsteinfarbenen Augen öffnete. Erials Kopf dröhnte. Was war nur geschehen? Immer wieder rieb sie sich mit der Hand über die Stirn in der Hoffnung den Schmerz zu vertreiben. "Kaum war der Kampf vorbei, bist du vor Erschöpfung zusammen gebrochen." Erklärte ihr Serafin. Der Wolf war ihr derweilen nicht von der Seite gewichen und hatte sie sogar bis ins Lager getragen. Auch die Gans hatte sich zu ihren Füßen niedergelassen. Langsam richtete sich die Prinzessin auf. Sie brauchte einen Moment um ihre Gedanken zu ordnen und die Situation zu erfassen. Plötzlich verzog sie das Gesicht. "Deine Wunde schmerzt, was?" Sie nickte leicht. "Aber das geht schon. Sagt mir lieber wo dieser Arthur ist." Der Wolf zuckte mit den Ohren. "Woher soll ich denn das wissen?" Erials Hand suchte nach dem Juwel. Seine angenehm Kühle beruhigte sie immer wieder, auch jetzt verspürte sie ein Schwall von Erleichterung als sie es umschloß. "Du machst dir sorgen nicht wahr? Jetzt wo du weißt in welcher Verfassung diese Leute sind." Das Mädchen, welchen die rote Kaputze beim aufrichten vom Kopf gerutscht war, kniff die Augen wehmütig zusammen und nickte. "Schon es ist...ich dachte eine vorübergehende Zusammenarbeit wäre die Lösung aller Probleme. Aber wenn es auch um die Getreuen des Sonnengottes so schlecht steht... ist die letzte Hoffnung für diese Welt so gut wie erloschen."

      "In this world there are only corpses and future corpses,who cares if someone hates you...you'll both be dead one day anyway."
    • Arthur

      Seine Augen hingen an dem Mädchen, wobei er jede ihrer Bewegungen genaustens beobachte. Sie bewegte sich wahrlich graziös und leichtfüßig, so wie es einer guten und tödlichen Kriegerin gebührte. Allerdings wirkte sie erschöpft. Es war kein Wunder. Wie lange war diese ungewöhnliche Reisegruppe unterwegs gewesen? Sie mussten sicherlich einen langen Weg hinter sich gebracht haben. Nachdem sich ihre Götter zerstritten hatten, hatten die Gruppen dafür gesorgt so viel Distanz wie möglich unter einander zu wahren. Dazu gehörte eben auch, dass die Gruppen sich neue Lager suchten. Und trotzdem bewegte sich das junge Mädchen mit ihrer verbliebenen Kraft von einem Baum zum Nächsten. Arthur war beeindruckt. Sie hatte die Einstellung eines wahren Kriegers. Es war eine Eigenschaft, die selbst eine kleine Gruppe zu einer gefährlichen Armee wachsen lassen konnte.
      Sie kamen an der Lichtung an, an der die Nebelwölfe gesichtet worden waren. Und tatsächlich dauerte es nicht lang bis sich die Feinde der Gruppe zeigten. Sofort schwang sich die Fremde vom Baum und signalisierte somit den Beginn des Kampfes. Arthur verblieb auf dem Baum. Solange der Kampf auf dem Boden nicht unumgänglich war, präferierte er es seinen Bogen zu nutzen. Trotzdem hielt er für einen Moment inne und beobachtete die junge Dame beim Kämpfen. Er musste sich eingestehen, dass es aussah als würde sie tanzen. Die Kriegerinnen der Mondgöttin wussten sich in einem graziösen Weg zu verteidigen. Als sich noch ein paar Wölfe dem Kampf näherten fokussierte auch der junge Anführer seine Konzentration auf den Kampf. Er spannte einen Pfeil in seinen geliebten Bogen und ließ diesen zwischen die Augen des Wolfes sausen. Das Geisterwesen verschwand und der Pfeil landete auf dem warmen Boden. Der Kampf fuhr fort und noch mehr Pfeile flogen und landeten in ihren Zielen, nur um daraufhin auf dem Boden zu fallen. Arthur hatte sich schon immer gefragt wohin diese Nebelwölfe verschwanden, jedoch konnte es ihm genauso egal sein. Zudem war es keine Verschwendung der Pfeile, denn konnte er nach einem Kampf seinen sicheren Posten verlassen und seine treuen Pfeile aufsammeln gehen.
      Von der Hand des Mädchens niedergestreckt, ging auch der letzte Feind zu Boden. „Gute Arbeit“, lobte er sie und ihren Wolf, der sich ebenfalls als äußerst nützlich erwiesen hatte, und sprang zu Boden, um seine Geschütze aufzusammeln. Doch das Mädchen schien seine Worte nicht einmal mehr mitbekommen zu haben. Sie atmete eigenartig und kippte kurz darauf um. Ihr Wolf konnte sie noch rechtzeitig auffangen. War sie verletzt? Arthur fuhr mit seinen braunen Augen ihren zierlichen Körper ab, jedoch konnte er keine Wunden und auch kein Blut entdecken. Ihm fiel ein, dass sie erschöpft ausgesehen hatte bevor sie den Kampf angetreten waren. Sie musste ohnmächtig geworden sein. „Ich setze sie dir auf den Rücken. Bring sie zu meinem Zelt, ich werde jemanden um Hilfe bitten“, erklärte er dem Wolf und setzte den leblos wirkenden Körper auf den Rücken des Wolfes. Während dieser sich zurück zum Camp begab, machte sich Arthur auf den Weg um Talia aufzusuchen.

      Er klopfte an die Tür des jungen Geißlein, wobei er genau drei Mal klopfte. Es war ihr gemeinsames Zeichen, damit sie wusste das er an der Tür war. Es dauerte einen kurzen Augenblick bis das Mädchen die Tür öffnete. Verschlafen rieb sie sich an ihrem Auge. „Arthur -“, begann sie, wurde jedoch sogleich vom besorgten Mann abgebrochen, der direkt damit begann ihr die Situation zu schildern. Nachdem er fertig war, sah er sie erwartend an. Auch wenn er die fremde Kriegerin noch nicht lange kannte, so sorgte er sich um sie. Zudem war sie eine exzellente Kämpferin, die seiner Gruppe genügend Unterstützung in einem Kampf bieten konnte. Er benötigte die Hilfe ihrer Gruppe, so wie sie die seine brauchte. Das Geißlein lächelte leicht. „Es wird alles gut, Arthur. Sie braucht nur etwas Ruhe“, beruhigte ihn Talia und klopfte ihm auf die Schulter. Er vertraute ihr, denn kannte sie sich mit medizinischen Sachen, die den menschlichen Körper umgaben aus. „Aber ich gebe dir noch etwas Melisse mit. Sie hat vielleicht Kopfschmerzen. Mach ihr daraus einen Tee.“ Sofort verschwand das sonst so scheue Mädchen in ihrer Hütte und kam nach wenigen Atemzügen mit einem Bündel Kräuter hervor, das sie ihm in die Hand drückte. Es war kaum zu glauben, dass sie vor einigen Wochen nicht einmal mit ihm geredet hatte ohne zu stottern oder direkt zu verstecken. Als er sie gefunden hatte, war sie äußerst verängstigt und ständig kurz davor zu fliehen. Zwar kannte Arthur nicht ihre Vergangenheit, jedoch konnte er bereits erahnen, dass sie nicht rosig gewesen sein musste. Das Gähnen der Dame holte ihn aus seinen Gedanken und erinnerte ihn daran, dass er sie aus ihrem Schlaf gerissen hatte. Zum Glück hatte sie den Kampf nicht mitbekommen, denn sonst würde sie nicht so ruhig schlafen können. „Ich lasse dich dann weiter schlafen. Gute Nacht“, verabschiedete er sich mit einem Lächeln und verschwand in der Nacht.

      Mit einer Tasse Tee in der Hand, den er zuvor über dem Lagerfeuer gebrüht hatte, betrat er sein Zelt. Sofort entdeckte er das Mädchen und ihre treuen Gefährten. Sie musste wohl erst vor kurzem erwacht sein. „Ich habe einen Tee für Euch. Meine Freundin meinte, dass Ihr vielleicht Kopfschmerzen haben müsst“, gab er von sich und stellte die Tasse auf dem kleinen Beistelltisch neben der Liege, auf der sonst er nächtigte. Heute Nacht würde er wohl in einem anderen Zelt schlafen. „Ich hoffe er schmeckt einigermaßen. Ich koche nicht so oft Tee“, entschuldigte er sich daraufhin verlegen. Er zog sich einen Stuhl an das Bett des Mädchens und sah sie mit einem leichten Lächeln an. „Unser Gespräch erst wurde so jäh unterbrochen. Wenn Ihr Euch in der Lage füllt, würde ich es gerne fortsetzen. Und dieses Mal würde ich ebenso gerne um Eure Hilfe bitten. Wir, die Sacris Lumen, könnten die Hilfe unserer Schwesterngruppe gebrauchen. So wie ihr die unsere benötigt.“ Es war vielleicht etwas ungestüm vorab zu entscheiden, ob die Frauen der Luna Amaris auch die Hilfe ihrer Brudergruppe brauchten, jedoch würden sie gemeinsam stärker sein. Seine Männer waren zwar noch geschwächt, jedoch könnten sie dank Talias Salben schon bald wieder kämpfen. „Meine Gruppe ist bald wieder kampfbereit. Die Salben, die Ihr erst gesehen habt, heilen sehr schnell und effektiv.“ Zumindest hoffte der Anführer auf die baldige Genesung seiner Männer, sodass im Falle eines erneuten Angriffes der Lakaien der Hexe genügend Verteidiger zu Rate standen. Zum ersten Mal seit einer langen Zeit verspürte Arthur ein wenig Hoffnung. Gemeinsam konnten sie damit beginnen Gebiete aus den Fängen der Hexe zu schlagen und jene des rechtmäßigen Besitzern zurückgeben. Vielleicht konnten sie diese Aufgabe tatsächlich bewältigen. Noch immer sah er das Mädchen an, ließ seinen Blick jedoch kurz darauf auf ihre tierischen Begleiter wandern. „Ihr habt mir noch nicht eure Namen mitgeteilt. Ich würde euch gerne angemessen ansprechen können.“ Natürlich würde er es verstehen, wenn die Gruppe sich vorziehen würde ihm ihre Namen nicht zu verraten, jedoch hätte er es vorgezogen sie wenigstens beim Vornamen ansprechen zu können.
      Ein Gähnen entfuhr dem jungen Mann und erst jetzt hatte er bemerkt, dass die Müdigkeit an seinen Reserven zog. Auch er war bereits seit vielen Stunden auf den Beinen und hatte sich verausgabt. Wenn auch nicht in den Ausmaßen wie die kleine Gruppe des erschöpften Mädchens. Langsam rieb er sich über die braunen, müden Augen, um sich wach zu halten. Es funktionierte einigermaßen. „Ihr seid erschöpft und ich bin es auch. Ich ziehe mich vorerst in ein anderes Zelt zurück. Ruft nach mir falls ihr etwas braucht“, verabschiedete er sich mit einem Lächeln und wand sich dem Gehen zu.
    • Erial

      Nachdem sie wusste, dass ihr Juwel noch immer um ihren Hals baumelte, begann sie in den Zimmer nach etwas anderen zu suchen,was ihr zugegeben nicht weniger wichtig war. "M-Mein Bogen. Wo ist mein Bogen?!" rief sie doch schon leicht panisch während ihr Blick sprunghaft durch den Raum tanzte. "Der lehnt dort vorn neben den Bücheregal." beruhigte ihr treuer Freund sie und nahm neben den Bett Platz. Als Erial diesen fand atmete sie erleichtert auf. "...Gut..." Es war ein zugegeben normaler Bogen. Eigentlich nicht besonderes und nur mittelmäßig verarbeitet, aber dennoch bedeutete er ihr mehr als all die Schätze in ihrer Schatzkammer. Die Gans wollte gerade zu sprechen beginnen da öffnete sich das Zelt. Als der junge Anführer herein kam blieb sie dann doch lieber stumm. Serafin der sich gerade erst neben das noch immer etwas geschwächte Mädchen gesetzt hatte sprang auf. Er knurrte nicht oder zeigte seine scharfen Zähne, dennoch verriet seine Körperhaltung dass er jeder Zeit zum Angriff ansetzten konnte sollte dieser Mann auch nur eine falsche Bewegung machen. Erial legte den Tier eine ihrer Hände auf die Stirn. Wie ein Wunder wurde der Wolf gleich viel umgänglicher. Er legte sich wieder neben den Bett auf den Boden, beinah so als wenn nichts gewesen wäre. Dennoch fixierte der Arthur mit seinen Blick. "Das ist nichts gegen euch. Er mag keine Menschenn." Erklärte das junge Mädchen ruhig während sie ihre Hand von den Wolf nahm, nachdem diese ihn noch etwas liebkost hatte. "Unseres Gleichen hat ihm und seiner Familie viel zu viele Grausamkeiten angetan." Auch in diesen Lager gab es Jäger, wahrscheinlich war Arthur selbst einer. Da war es nur nachvollziehbar dass der Wolf ihn nicht wohlgesonnen war. "Ihr macht euch für eine Fremde ja viele Umstände." Bemerkte Erial während sie ihre Kapuze ganz herunter nahm und die Tasse mit den Tee beäugte. Sie selbst liebte Tee sehr, was eines der wenigen Überbleibsel ihres früheren Lebens als Prinzessin geblieben ist. "Bei wirklich guten Tee kann man nicht so viel falsch machen. Der größte Fehler ist es zu viel Chichi an ihn zu tun oder sich zu viele Gedanken darum zu machen." Aber für Nachilfe in der Kunst der Teezubereitung sollte es heute Nacht bei besten Willen nicht gehen. Dafür gab es viel wichtigere Themen die besprochen werden mussten.

      Gerade erst hatte das Rotköppchen ihre Kapuze ganz abgetan, immerhin hatte dieser Arthur sie auch schon ohne diese gesehen, da wünschte sie sich ihren Schutz vor fremden Blicken wieder herbei. Es war wirklich ungewohnt dass es jemand außer ihrer Weggefährtinnen und ihren Verbündeten gab, der wusste welch ein hübsche Gesicht sich unter der roten Kapuze verbarg. Es war auch lang her das sie ein junger Mann so lang sowie so freundlich angelächelt hatte. "Ihr hört aber auch nie mit dieser albernen Gesichtsgymnastik auf, was?" Etwas verlegen wisch sie den Blicken des jungen Mannes aus. Man starrte so lang doch auch gar keine Dame an! ...Wobei... solch eine Benimmregel hatte man ihn wohl nicht beigebracht. Dennoch war es der jungen Dame etwas unangenehm. So begann sie etwas nervös an einigen losen Haarsträhnen zu spielen, welche aus ihren lockeren Zöpfen gerutscht waren. "So?" säuselte sie schließlich während sie einige der Strähnchen zum dritten mal um ihren grazilen Zeigefinger schlang. "Woher wollt ihr denn wissen das wir so dringend eure Hilfe brauchen?" Dann schmunzelte sie bitter und wagte es tatsächlich den Anführer der Sacris Lumen direkt in die Augen zu schauen. Es brachte nichts etwas zu leugnen oder diesen jungen Mann irgendetwas vorzuspielen. Was folgte war ein tiefer, wehmütiger fast schon bitterer Seufzer. "Ich fürchte weder ich noch meine Lanzenschwestern werden euch eine große Hilfe sein. Um die Wahrheit frei heraus zu sprechen ... befinden wir aus den Bunde der Luna Amaris uns in einer schlechteren Verfassung als ihr." Der Wolf hob seinen Kopf und ließ seinen Blick für einen kurzen Moment von den Fremden zu den Mädchen in Rot neben ihm schweifen. Er wimmerte leise bevor seine Zunge beinah sanft über ihren Handrücken und ihren Arm strich. Er wusste nur zu gut das Erial sich von allen am meisten die Schuld gab. Die Prinzessin lächelte schmerzlich. "Ich war... vor einger Zeit sehr egoistisch und wegen eigener Gründe allein unterwegs. Dabei geriet ich in einen Hinterhalt. Zwar konnte ich diesen überleben aber wurde schwer verletzt. Die Wunde klafdt immer noch auf meinen Rücken, sie will einfach nicht verheilten und wird wohl zu einer großen Narbe werden." Die Braunhaarige machte eine kurze Pause. "Als wir erfuhren dass ein kleines Dorf in der Nähe unseres heiligen Waldes Ziel der Nebelwölfe und einiger Hexe wurde... da mussten wir einfach eingreifen. Während meine Gefährtinnen los zogen um die Menschen zu retten musste ich verletzt und unfähig zum Kampf zurück bleiben. Lang habe ich es aber nicht in unseren Lager ausgehalten. Ich verdankte den Menschen dieses Dorfes einfach zu viel zumal ich genau dieses kleine Dorf vor meiner Aufnahme bei den Luna Amaris meine Zuhause genannt habe. Doch ich war zu spät... als ich dort ankam war der Kampf so gut wie vorbei. Ich fand nur diese Gans." Erial stoppte ihre Erzählungen. Sollte sie wirklich erzähnen das der schöne Vogel reden konnte? "Auf meiner Reise zu euch in den Sheerwood Forest habe ich erfahren, dass alle Kinder sowie meine Lanzenschwestern verschleppt wurden. Es gab kaum eine Menschenseele die entkam oder sonst von ihnen verschohnt wurde. Daher gehe ich davon aus... das alle anderen einen grausamen Tod erfahren haben." Um ihre bernsteinfarbenen Augen zog sich ein leichtes Berennen und sie blitzten im Kerzenschein. Das Mädchen hatte Mühe ihre Tränen zurück zu halten. "Ich bin die Einzige von uns die frei ist. Und... ich habe nicht mehr als die beiden hier und ... ein paar Freunde meiner Mutter die mir irgendwie bestehen können. Daher habe ich mich bis zu euch durchgeschlagen. Doch ihr selbst scheint auch an euren letzten Reserven zu hängen." Selbst wenn es den Sacris Lumen zu ihrer alten Stärke fanden ...


      Auf ihrer Reise hatte die kleine Reisegruppe einige verwüstete Dörfer durchquert, Erial hatte die Nebelkönigin unterschätzt. Die Verwüstung war weit aus größer und stärker als gedacht. Es gab nur noch wenige Städte und Dörfer die noch so waren wie vor der Zeit ihrer Schreckensherrschaft. Diese waren meist versteckt oder von magischen Barrieren geschützt. Diese Welt lag in Trümmern und war nicht die Selbe wie sie vor einigen Jahren war. Ob ein Zusammenschluss wirklich reichen würde um die Ordnung wieder herzustellen? Erial hoffte, nein sie glaubte so sehr daran. Auch wenn ihre Vernunft immer wieder so viele Fakten zum Zweifeln fand. Arthurs Worte rissen sie schließlich wieder aus der Tiefe ihrer Gedanken. "Hm? Was?" Schnell folgten ihre großen Augen seinen Blick. "Es ist schon sehr fahrlässig Fremden einfach so euren wahren Namen zu nennen. Wisst ihr denn nicht wie viel Macht ein Name über euch hat? Wenn nur ein fähiger Zauberer oder eine fähige Zauberin ihn weiß kann dieser weiß Gott etwas mit euch anstellen." Wieder kam ein leiser Seufzer über die vollen, roten Lippen des Mädchens. "Was mich betrifft, nennt mich vorerst einfach..." Sie machte eine kurze Pause und überlegte. "...Red." Ja, das war gar keine so schlechte Idee wenn man ihren makanten roten Umhang bedachte. "Was meine Begleiter betrifft liegt es an ihnen, ob sie euch ihren Namen anvertauen wollen." Die Gans welche bis zu diesen Zeitpunkt still zu Erials Füßen gesessen hatte erhob sich und begann neben den Mädchen über das Bett zu watscheln. Schließlich erklomm sie den Schoß des Mädchens und ließ sich dort nieder. Der weiße Vogel stieß einen Laut aus während er das Mädchen mit einen tiefen Blick in ihre augen bedachte, dann folgte ein weitererLaut und sie streckte die jungen Mann ihren schneeweißen Kopf entgegen. Fast so als gäbe sie ihm die Erlaubnis ihr wunderschönes Gefieder zu berühren. "Fein." Erial zuckte mit ihren Schulter. "Für diesen wunderbaren Vogel gibt es gar keinen Namen. Ich nenne sie seit jeher schlichtweg Gans oder spreche sie einfach mit 'du' an. Keine Ahnung ob es zu ihr noch einen Namen gibt, mir hat sie diesen jedenfalls noch nicht genannt." Und dabie hatte dieser Vogel schon so einige Worte mit der jungen Prinzessin gesprochen. Mit unter auch ein paar zu viel, ihrer Meinung nach. Der Wolf hingegen schwieg bedächtig. "Ich glaube um seinen Namen zu erfahren müsst ihr euch wohl sein Vertauen selbst erarbeiten." Fuhr das Mädchen in Rot fort währen sie den weißen Vogel durch das Gefider streifte. Als der junge Anführer sich von seinen Stuhl erhob seufzte das Rotkäppchen leise. "Jaja, das wird wohl das Beste sein. ...Gehabt euch wohl und eine gute Nacht." Als Artuhr das Zelt verlassen hatte griff Erial nach der Tasse mit den Tee. "Hmm....warm" murmelte sie lächelnd. "Ja, so wie der Charakter dieses jungen Mannes." ergänzte die Gans.



      Serafin.jpgSerafin

      Der Wolf und seine Gefährtinnen hatten sich erst für kurze Zeit nieder gelassen, da stand der junge Wolf auch schon wieder auf. Es war ruhig geworden im Lager der Sacris Lumen und doch konnte er sich einfach nicht entspannen. Hinzu kam das sein Magen bereits zu knurren begann. Im Wald der Mondgöttin konnte er frei nach seinen Ermessen jagen, Erial hatte in seinen Namen um ihre Erlaubnis gebeten. Hier war er ein Fremder und doch trieb es ihn hinein in den Wald um etwas zu erlegen. Leise fast geräuschlos erhob sich das stolze Tier von seinem Platz. Für einige Sekunden betrachtete er das Mädchen welches ihren Kopf auf der schlafenden Gans gebettet hatte. Er ließ die Beiden nur ungern allein aber nun war es wohl nicht anders zu bewerkstelligen. Wenn er sich beeilte würde keine, weder Gans noch das Rotkäppchen bemerken das er weg gewesen war. Also schliech sich Serafin so unerkannt wie möglich aus den Lager hinaus in den Wald. In diesem Wald war es wirklich um einiges wärmer. Unter seinem dichten, schwarzen Fell war es beinah zu warm. Es war um einiges schwiriger Beute ausfindig zu machen wenn man sein Jagdteritorium nicht kannte. Dennoch war auf seine gute Nase immer verlassen. Langsam und konzentriert schlich sich der große Schwarze zurs Unterholz. Immer bereit sein erstes Opfer zu erlegen. Tasächlich war seine Jagdbilanz in der frühen Morgenstunden erträchtlich, jedoch hatte er nicht vor eines der drei erlegten Rebhühner für dich zu beanspruchen. Erdachte viel mehr an Erial und die Gans. Auch wenn diese noch nie ein Bissen Fleisch probiert hatte, gehörte sie zu seinen Rudel und dieses musste er weiterhin versorgen. Außerdem gab es da etwas, was seine Freundin aufgrund ihrer schlechten mennschlichen Nase nicht erkannt hatte... doch diese Gans hatte genau den gleichen Gruch wie SIE. Auch wenn es die Gans Serafin gegenüber nie erwähnt hatte, glaubte er doch genau ihre wahre Identität zu kennen. Wer Tiere in menschenähnliche Gestalten verwandeln konnte, vermochte auch sich in ein Tier zu verwandeln. Aber so lang sie nicht selbst mit ihren Worten erklärte würde der Wolf sie auch nicht verraten. Sicherlich gab es irgendeinander höheren Grund weshalb sie es bis jetzt geheim hielt. Nachdem er genauso leise wie er gangen war die Rebhühner neben der schlafenden Prinzessin und seiner eintigen Wohltäterin niedergelegt hatte machte er sich ernuet auf den Weg in den Wald. Ein paar Wege und Lichtungen kamen den großen Wolf nun bekannter vor. Dennoch versuchte er auf der Jagd immer neue Teile des Waldes zu erschließen. Auf seinem Streifzug durch die Wälder des Sonnengottes war ihn jedoch bis in die frühen Morgenstunden kein weiteres Tier außer ein alter Hase über den Weg gelaufen. Der Wolfsjunge hätte in seinem jugendlichen Ungestüm natürlich auch angestrengter weiter jagen können, jedoch deutete er diesem Umstand als stille Botschaft des Gottes. Genug gejagt. Es war Zeit an Erials Seite zurück zu kehren. Sicherlich bekam er auch etwas von den Rebhühner ab die er für Erial und die Gans gefangen hatte. Serafin leckte sich verträumt über die Lippen. Roh waren diese Tiere a schon verdammt lecker aber es ging nichts über das Fressen, was seine beste Freundin daraus zauberte. Während er also in wohligen Vorstellungen an das leckerte Essen schwelgte, stieg ihn ein anderer verfüherischer Duft in die Nasen. Es war kein starker Duft vielmehr war er zart und umschmeichelte sanft seine empfindliche Nase. Müde und beinahe etwas benommen trottete er den leichten, immer stärker werdenen Geruch hinter her. Es dämmerte bereits als ihn sein Weg auf eine kleine aber wunderschöne Lichtung führte. Es war eine Lichtung, anders als jene auf der sie gekämpft hatte. Diese hier war umringt mit Holunderbüschen und Blumen aller Art, in jeden Farben. Hummeln und Bienen summten bereits jetzt um die gelben Blüten der Sonnenröschen, Fliegen zuckten, Falter taumelten, einzig die kaltroten Mohnblüten standen still, dicke kleine Köpfe, die der Wind umschmeichelte. Umringt war dieses Paradies von Obstbäumen verschiedener Art. Und in seiner Mitte von den ersten, zarten Sonnenstrahlen des neuen Morgens gewogen lag etwas. Ein liebreizendes Wesen, die Quelle dieses verführerischen Duftes. Als Serafin nähr trat erkannte er die Glieder eines menschlichen Wesens, es schien aber keines von ihnen zu sein. Nicht nur der Geruch war anders als von einen Menschenweiblein, nein ... es hatte zwei lieblich geschwungene Hörner die den schönen Kopf zierten. Dieses Wesen war wie er erst später und durch eine Art Magie zu einer menschlichen Gestalt geworden. Langsam und leise ließ der Wolfsjunge sich nieder. Beinah unterbewusst begann sich sein Körper zu verändern. Es war fast als wollte der junge Wolf es ihr gleich tun. In seiner menschlichen Form war der junge Wolf nicht weniger groß, vielleicht sogar noch immer größer als ein Menschenmann in seinen Alter. Vorsichtig, ohne das schlafende Wesen zu stören beugte er sich vor und sog ihren Geruch ein. Es war ein reizender Duft, nicht so süß wie der Duft der Blüten, aber auch nicht so herb wie die Kräter die sie bei sich trug. Die perfekte Mischung. Serafin wiederstand den Drang seine Hand nach ihr auszustrecken. Auch wenn sein Innerstes danach verlangte. Es war kein Jagdtrieb der ihn drängte, nein.... mehr... Fazination? Ja, das war es. Bis auf seiner kleinen Schwester war er niemals einen Wesen wie ihr begegnet. Müde und gähnend ließ er sich auf die Wiese nieder. Hier war es so friedlich...außerdem... war dieses Wesen so schön warm...und es...roch so unheimlich gut.... das lud so unsagbar sehr... zum träumen ein....


      Erial


      Als das junge Mädchen am frühen Morgen erwachte rieb sie sich verschlafen die bernsteinfarbenen Augen. "Hnnnn..." Murrte sie noch immer halb in ihrer Traumwelt gefangen. Die Gans, welche ihr als Kissen gedient hatte war einfach immer wieder so wunderbar warm und weich. Immer wenn sie sich als Kissen anbot hatte das Mädchen die schönsten Träume, egal was zuvor Grausames in ihren Leben passiert war. Langsam richtete sich das Rotkäppchen auf, nur um sich einige Sekunden später zu räkeln. "Hm? ...Serafin? Seee-rafin? Serafin?!" Der Wolf war weg. Mit einen Male war Erial hell wach. Hatten diese Männer es etwas doch gewagt ?! Sie war gerade drauf und dran wut entbrannt zu diesen Artuhr zu störmen da öffnete die Gans ihre Augen. "Ihm geht es gut. Sieh doch nur... die Rebhühner vor deinen Bett. Er ist sicher noch für sich selber jagen." Erklärte diese leise und liesß ihr Auge erneut zufallen. Auch sie hatte in letzter Zeit viel Arbeit mit der Prinzessin gehabt und hatte somit nur wenig schlaf bekommen."Hmm...vielleicht hast du recht." Erial nickte leise, dann wand sie sich ab und sah zum Zelteinang. Zeit dieses Lager genauer zu erkunden. Sie warkaum drei Schritte gegangen da knurrte ihr Magen. Langsam sah sie an sich herunter und rieb ihren Bauch. Dann sollte sie wohl zuerst nach den Vorräten sehen und sich um etwas zu Essen kümmern. Langsam wanderte ihr Blick zu den toten Vögeln. "R-Rebhühner?!" Die Augen der Braunhaarigen begann zu strahlen und sie klatschte vor Freude in die Hände. "Rebhühner!!!" Die hatte sie so lange nicht mehr gegessen. "Daraus kann ich Pastete machen!" rief sie immernoch hoch erfreut. Vorrausgesetzt sie fand die Küche. Aber das sollte ja kein Problem sein. Tatsächlich musste das Kochzelt eines der größeren sein. Neben das des Anführers und den Krankenlager gab es nur ein einziges welches in Frage kam. Doch... "Bei den Göttern!!! Was ist das?!" Erschrak die Junge Frau beinah bei den Chaos welches ihr entgegen quoll. Sie selbst war keine Ordnungsfanatikerin aber das ging zu weit. "Man merkt, dass ihnen die weiblich Hand fehlt." bemerkte die Gans, welche ebenfalls neben ihr aufgetaucht und einen Kopf in das Zelt gestreckt hatte. Sie mied für gewöhnlich die Küchenstuben, immerhin gab es dort meist einen Kopf der sie selbst zubereiten wollte. Erial nahm den schönen Vogel auf den Arm und betrat das Schlachtfeld. "Puuhhh... nützt ja nichts. Bevor ich kochen kann muss hier klar Schiff gemacht werden. ...Dann wollen wir mal." Die Gans stieß einen Laut aus. "Was heißt hier wir? Ich hab keine Hände." Außerdem war es makaber wenn sie drei tote Vögel zubereitete. Hmm... da musste wohl eine andere Küchenhilfe her. [...]


      "Archie!!! Wie gut das du kommst!" rief der Rothaarige beinah entsetzt als er seinen besten Freund aus den Zelt gehen sah, indem er diese Nacht genächtigt hatte. "Ich habe zwar keine Ahnung wie du es anstellst aber... du musst dieses Weib in den Griff bekommen." So viel Trubel wahr wohl lang nicht mehr im Lager der Sacris Lumen gewesen. "Als ich heute morgen aufgewacht bin, habe ich den Tumult in der Küche bemerkt und wollte nachsehen was da los ist. Dann habe ich dieses süße Mädel herumspringen sehen und ehe ich es mir versah war ich in den Fängen dieser Sklaventreiberin." Der junge Mann, welcher auf den Namen John hörte und den schon eine jahrelange Freundschaft mit den Anführer der Sacris Lumen verband ließ das Küchenmesser fallen, mit den er eben noch herumgefuchtelt hatte um seine Rede zu unterstreichen. "Was dauert denn da so lange?!" John zuckte zusammen. "Oh maaan... tu was! ...ich glaube sie kommt." Er schlang seinen Arm um die Schultern seines Freundes. "Ehehe... Archie hier..." begann er schief Grinsen und schlug ihm auf die Brust. "...ist meine Ablöse." benndete er seinen Satz. Erial die gerade aus der Küche gekommen war hob skeptisch eine Augenbraue. "So?" Der Rotschopf nickte. "Jaja. Ist er und ich... ich hole euch nur noch ein Eimer Wasser. Den braucht ihr doch." Die junge Frau zuckte mit den Schultern. "Fein." Dann griff sie auch schon nach Arthur. "Ich will ja mal schwer hoffen ihr seit in der Küche in etwa so begabt wie mit den Bogen." Das Kochzelt war nach ungefähr ein und einer halben Stunde Arbeit kaum wieder zu erkennen. Die verdorbenen Reste waren entsorgt, der Großteil des Abwasches der letzten Wochen war gemacht, die Arbeitsflächen gesäubert und auch sonst war eine Grundordnung in das Chaos eingekehrt. "Oh man... bei all der Unordnung konnte ich nicht mal meine Rebhühner zu Pastete verarbeiten." murmelte das Mächen in Rot traurig und schniefte. "Das ist alles Eure Schuld!" Enttäuscht sank das scheinbar zu zarte Mädchen zu Boden. "Dann muss ich sie wohl später zum Abendbrot zubereiten..." Dabei hatte sie jetzt schon so eine Lust darauf. "Hm? Arthur? Was steht ihr da so unnütz herum?! Das Frühstück für uns und eure Männer macht sich nicht allein! Den Harferschleim hab ich schon aufgesetzt, es müssen nur noch die Früchte klein geschnitten werden. Los los los! Diese verschwendete Lebenszeit bekommt niemand von uns wieder!"

      "In this world there are only corpses and future corpses,who cares if someone hates you...you'll both be dead one day anyway."
    • Talia

      Sie hatte sich stundenlang – zumindest hatte es sich wie viele quälend lange Stunden angefühlt – in ihrem Bett herumgewälzt, nachdem Arthur sie so abrupt aus den sanften Fängen des Schlafes gezogen hatte. Sie hatte nicht mit ihm gerechnet, weswegen ihre Angst, das etwas passiert war, in die Höhe schoss. Nur zögerlich hatte sie dem Älteren die Tür geöffnet und heraus gespäht. Sein besorgter Gesichtsausdruck hatte ihre Befürchtungen nur noch mehr bestätigt, jedoch gab er ihr den Grund seines ungeplanten Erscheinen an. Das Geißlein war ungemein erleichtert darüber gewesen, dass es sich bei dem Besuch nicht um eine Warnung oder Evakuierung hielt sondern das lediglich ihre medizinische Unterstützung gefordert war. Doch nachdem sie Arthur geholfen hatte und dieser wieder gegangen war, war es ihr nicht mehr gelungen zurück in die Welt der Träume zu gelangen. Sie hatte vorgehabt sich einen beruhigenden Tee zu kreieren, jedoch fehlten ihr die Kamille, die ihr das Einschlafen erleichtern sollten. Deswegen hatte sie sich dazu entschlossen heraus zu gehen, um die gewünschte Blume zu holen. Diese Entscheidung war ihr nicht leicht gefallen, sie hatte ihre Angst geradezu stumm schalten müssen.
      Nun war sie an ihrem Lieblingsplatz, der hunderte Pflanzenarten beherbergte und pflückte die benötigte Kamille. Wann immer Talia einen ruhigen Moment brauchte, suchte sie diesen sagenhaft schönen Platz im Sheerwood Forest auf. Diese Waldlichtung war wahrlich ein Geschenk des Sonnengottes. Sie steckte die zierliche Blume in ihren Beutel und sah sich um. Die Sonne würde noch einige Stunden hinter dem Horizont versteckt bleiben, während der Mond den Himmel regierte. Es war so ruhig, dass sie lediglich ein paar Insekten zirpen hörte. Der Wald und dessen Bewohner schienen tief und fest zu schlafen. Selbst die traumhaften Blumen, die auf der Lichtung lebten, schienen in einen ruhigen Schlummer gefallen zu sein. Die angenehme Ruhe überfiel sie noch mehr und streckte sich in jede Phase ihres Körpers aus. Sie begann zu gähnen. Es sei als seien ihre Ängste für diesen Augenblick aus ihrem Körper geworfen worden. Sie war völlig entspannt.
      Das Mädchen ließ sich auf dem weichen Gras nieder und schloss ihre müden Lider. Es dauerte nicht lange bis eingeschlafen war. Völlig geschützt von jeglichen schlechten Einflüssen der Welt durch die Pflanzen um sie herum.


      Plötzlich wurde ihr warm. Sie konnte jedoch nicht sagen woher diese Wärme kam, stören tat sie die Wärme allerdings nicht. Sie genoss die Wärme, denn erinnerte sie jene an ihre Geschwister. Es war sehr angenehm und ließ Talia unbewusst nach jener Quelle suchen. Ihre Hand wanderte auf dem Gras entlang und rückte der Quelle immer näher bis sie auf etwas Weiches stoß. Vorsichtig ließ sie ihre Hand über das Unbekannte streichen, das sie soeben entdeckt hatte, und es fühlte sich an wie … Haar? Talia riss ihre silbernen Äuglein auf und blickte direkt in das Gesicht eines schlafenden Mannes mit Ohren, die denen eines Wolfes ähnelten. Er schien friedlich neben ihr geschlafen zu haben. Wie hatte sie ihn sich nicht nähern hören? Und was tat dieser Mann hier?
      Es kostete sie ihre gesamte Kraft und Zurückhaltung um nicht direkt in einem Schreikrampf zu verfallen. Eilig zog sie ihre Hand von dem weichen Haar des gefährlichen Wolfes zurück und wich einige Meter von dem Lebewesen ab. Panisch musterte sie den Fremden, der Ohren und Schweif wie jene eines Wolfes aufwies. Vorsichtig streckte sie ihre Hand nach dem Gesicht des Mannes aus, um seine Lippen nach oben zu schieben. Sie wollte eine klare Sicht auf seine Zähne erhaschen. Als sie die spitzen Beißer erblickte, wünschte sie sich allerdings einfach davon gerannt zu sein als sie noch die Zeit dazu gehabt hatte. Sie schrie auf, hielt sich jedoch sofort den Mund, in der Hoffnung, dass sie ihn nicht geweckt hatte. Was war dieses Wesen? Er glich ihr. Sie waren nicht von der gleichen Art, jedoch war auch er ein Tier, das durch einen Zauber die Möglichkeit bekommen hatte eine menschliche Form anzunehmen. Doch woher kam er? Arthur hätte ihr berichtet, wenn sich ein Wolfsmensch in diesem Wald herumtrieb. Er hätte sie gewarnt! Dieser Wolf musste sich in den Wald geschlichen haben!
      „W-wer bist du?“, entkam es ihr stotternd. Ihre Stimme war so leise, dass sie sich selbst nicht richtig hören konnte. Ob er sie fressen würde? Aber .. hätte er das nicht bereits getan als sie noch hilflos geschlafen hatte? Ein hungriges Raubtier würde sich kaum neben seine Beute legen und ein Nickerchen halten, oder?
      Sie wollte etwas sagen, jedoch wusste sie nicht, was sie ihm mitteilen sollte. Am liebsten hätte sie die Flucht ergriffen. Ihre Instinkte schrien ihr zu, dass sie sich auf und davon machen sollte. Doch wohin sollte sie fliehen? Er würde sie ohne jegliche Probleme verfolgen und einholen können. Ihr Herz schlug so schnell, dass sie glaubte es würde ihr aus der Brust springen. Nur den Blick, den sie auf den fremden Wolf erhaschte, erinnerten sie an die dunklen Geschehnisse, die sich erst vor einigen Wochen zugetragen hatten. Sie hatte nicht daran denken wollen, jedoch war es ihr unmöglich gewesen jene Gedanken aus ihrem Kopf zu verbannen.
      Sie getraute sich nicht den Blick von dem jungen Mann zu nehmen. Er war viel größer und stärker als sie, was sie noch mehr einschüchterte und verängstigte. Noch immer dröhnten ihre tierischen Instinkte in ihren Gedanken und setzte ihre Glieder unter Strom, doch sie konnte sich schlichtweg nicht bewegen. Sie war erstarrt. Warum musste sie nur so ein Feigling sein? Ihre Geschwister hätten niemals eine solche Angst gezeigt. Sie hatten den Wolf, der stetig an ihre Tür geklopft hatte, verspottet. Doch Talia war nur ein dummes, kleines Geißlein, das mehr Angst als Verstand besaß. Das hatte sie bereits beim Angriff der Nebelwölfe bewiesen. Sie hatte sich versteckt und ihre Geschwister im Stich gelassen. „I-Ich … ähm ..“, begann sie, jedoch versagte ihre Stimme und sie verstummte erneut. Sie verfluchte sich in ihren Gedanken. Er hatte wahrscheinlich schon mitbekommen, dass sie eine leichte Beute war.



      Arthur

      Er hatte sein Zelt verlassen und hatte jenes betreten, indem er in dieser verbleibenden Nacht nächtigen würde. Jedoch bezweifelte er, dass er noch genügend Schlaf erhaschen würde. Die Geschichte, die ihm Red, so wie sie sich ihm vorgestellt hatte, erzählt hatte, ließ ihm keine Ruhe. Es machte ihn wütend, dass ihr und ihren Gefährtinnen so etwas widerfahren war. Und sein Hass, den er empfand, richtete sich nicht gegen die Adeligen, wie es sonst immer der Fall gewesen war, sondern gegen die Hexe, die das ganze Land ins Verderben riss. Wo immer sie und ihre Untertanen reisten, hinterließen sie Angst, Tod und Trauer. Es machte ihn krank. Doch noch kränker machte ihn der Gedanke nichts dagegen unternehmen zu können. Seine Gruppe war noch zu schwach und er allein würde nichts gegen sie ausrichten können. Geschweige denn könnte er ihren Aufenthaltsort erreichen ohne vorher von ihren Handlangern entdeckt zu werden.
      Arthur legte seinen Bogen und seine Pfeile an die Seite des Bettes, immer griffbereit im Falle eines Angriffs. Seine Schuhe streifte er ebenfalls ab und warf sie etwas lieblos in die Ecke seines vorübergehenden Zeltes. Er war müde, doch gleichzeitig plagten ihn unzählige Gedanken gleichzeitig.
      Seufzend ließ er sich auf das Bett fallen, das nicht so bequem wie sein eigenes war. Für diese Nacht würde er es überstehen. Er schloss seine Lider, jedoch fiel es ihm schwer gleich in den verdienten Schlaf zu gleiten. Er lag noch eine geraume Zeit wach. Die Sonne lugte bereits hinter dem Horizont hervor als er endlich in die Welt der Träume glitt.


      Um den wenigen Schlaf aufzuholen, den er in der letzten Nacht eingeholt hatte, hatte er etwas länger und somit ausgeschlafen. Sonst tat Arthur dies nicht, jedoch war er schlichtweg zu müde um bereits in den frühen Morgenstunden das Zelt wieder zu verlassen. Besonders da er erst in den frühen Morgenstunden eingeschlafen war.
      Als er das Zelt verließ, noch immer schlaftrunken, wurde er direkt von seinem besten Freund empfangen, der ihn hilfesuchend ansah und ihm direkt von einer „Sklaventreiberin“ berichtete. Arthur hatte keinerlei Ahnung wen der Rotschopf mit dieser Bezeichnung meinte. „Was? Wen meinst du?“, brachte er mit rauer Stimme hervor. Er war noch gar nicht richtig wach und wurde direkt von seinem Freund konfrontiert. Dieser musste ihm seine Frage nicht einmal mehr beantworten, denn zeigte sich die sogenannte Sklaventreiberin direkt. John meinte dieses zierliche Mädchen? Sonst ließ er sich auch nichts gefallen. Noch ehe Arthur etwas zu der Situation beitragen konnte, geschweige denn flüchten konnte, hatte ihn John auch schon an Red verkauft, um sich selbst die Flucht zu ermöglichen. Dieser Idiot! Wenn es darum ging, sich aus dem Staub zu machen war er ein Experte. „Hey, das ist deine Aufgabe!“, protestierte der Anführer, doch sein Kumpel war bereits am Gehen, um angeblich Wasser zu holen und noch ehe er sich versah hatte das Rotkäppchen ihn ergriffen und ihn in die Küche geschliffen.
      Dort verdonnerte sie ihn zum Aufräumen, was dem Anführer der Gruppe überhaupt gefiel. Er war ein Krieger und keine Reinigungskraft. Zudem empfand er es als überhaupt nicht unordentlich. Alles hatte seinen Platz und die Köche kümmerten sich angemessen um die Küche. Allerdings schätzte er ihren Ehrgeiz und Fleiß, denn sorgte sie für die Gruppe, obwohl sie dies nicht hätte tun müssen. „Danke Red, aber du hättest das nicht tun müssen. Meine Köche kümmern sich um das Zelt.“ Sein Blick glitt zu dem zierlichen Mädchen, das ihn im jenen Moment die Schuld dafür gab, dass sie ihre Rebhühner nicht zu einer Pastete verarbeiten konnte. „Dafür kann ich doch nichts! .. Und wo hast du die Hühner eigentlich her?“ War sie jagen gewesen? Hatte sie sich überhaupt ausgeruht? Sie war schon wieder auf den Beinen und tüftelte, obwohl sie gestern Nacht durch ihre Erschöpfung ohnmächtig geworden war. „Solltest du dich nicht etwas zurück-“, begann er, wurde allerdings von der aufgebrachten Red unterbrochen, die ihn nun zum Obst schneiden verdonnerte. So ein harscher Ton aus solch einem zierlichen Körper überraschte ihn, weswegen er eilig nach einem Messer und den Früchten griff, um diese zu zerkleinern. „So etwas musste ich noch nie machen! Dafür haben wir Köche“, wetterte er, besann sich allerdings darauf so leise wie möglich zu bleiben. Er wollte nicht noch den Kochlöffel in seinem Gesicht haben.
      Nachdem er die Früchte geschnitten hatte, holte er schon einmal die tiefen Teller hervor, die sie gleich für den Brei benötigen würden. Er stellte diese zu dem Topf und begann daraufhin den Brei, den Red zubereitet hatte, in die Teller zu geben. Anschließend tat er die Früchte darüber. „Würdest du die Glocke läuten? Sie ist dort drüben. Die Männer wissen dann schon Bescheid“, erklärte er, während er noch immer in seiner Aufgabe vertieft war. Zwar war Brei nicht wirklich seine Lieblingsspeise, jedoch war er zu hungrig um sich zu beschweren. Sein Magen begann zu knurren und er erinnerte sich an seine letzte Mahlzeit, die bereits über vierundzwanzig Stunden zurücklag. Er hatte früher etwas Essen sollen, jedoch war er nicht dazu gekommen.
      Als die Glocke geläutet worden war und die Männer sich an dem riesigen Tisch am Lagerfeuer eingefunden hatten, bat er zwei seiner Männer dabei ihm beim Austeilen des Essens zu helfen. Die ganze Zeit über wurde er von seinen Gefährten skeptisch betrachtet. Er wusste genau was sie sich dachten. Er ließ sich von einer Frau herumkommandieren. Sie verstanden nicht, denn waren die Brüder der Sacris Lumen nur unter sich. Zwar hatten einige der Männer Frauen und auch Kinder, jedoch blieben die Frauen und Kinder unter sich. Doch dieses Mal schienen auch diese zum Tisch gekommen zu sein, um neugierig die Frau zu betrachten, die das Camp der Sacris Lumen auf den Kopf stellte.
      Arthurs Blick glitt zu dem Rotkäppchen. Wahrscheinlich würde sich ab nun vieles ändern. Und seinen Brüdern würde er von der erneuten Zusammenarbeit zwischen den Sacris Lumen und Luna Amaris berichten. Vielleicht würde es ein Schock für seine Männer werden. Vielleicht würden sie damit zurecht kommen. Doch sie würden die Verbindung akzeptieren müssen um ihr Land und dessen Bewohner zu retten.
      Der Anführer nahm am Tisch platz und begann zu essen. Er ließ den Blick durch die Menge gleiten und bemerkte, dass jemand fehlte. „Red, wo ist eigentlich dein Wolf?“ Er machte sich Sorgen, denn seine Männer waren Jäger. Hoffentlich hatte man ihn nicht aus dem Camp geworfen. Vielleicht war er selbst jagen? Der Brei würde ihm höchstwahrscheinlich nicht munden. Doch solange er nicht auf Talia traf und ihr einen Schock fürs Leben verpasste, würde es kein Problem sein.
    • Serafin

      Hier zu liegen und zu träumen war wirklich mehr als angenehm. So lange und friedlich hatte er lang nicht mehr geschlafen. Und das Beste war, bei jedem Atemzug stieg ihn auch dieser wunderbare Duft in die Nase. Wie wunderbar .... Vielleicht konnte der junge Wolf hier so friedlich schlafen weil es auf dieser Lichtung neben diesen süßen Wesen keine Jäger gab. Vielleicht war es dieser verführerische Geruch und diese angenehme Wärme neben ihm. Vielleicht aber auch einfach nur die Atmosphäre dieser Lichtung... keine Ahnung was es war, aber es war gut... nein sogar genau richtig so. "Hnnnn....." säuselte er lächelnd als jemand sanft über seinen Kopf strich. Serafins Ohren schmiegten sich wohlwollend an seinen Kopf und sein Schweif begann, ohne das er es wollte, zufrieden im Gras hin und her zu wippen. Ja, das war schön! Genau da... oh ja... doch leider war es auch schnell wieder vorbei. Doch Ruhe kehrte auch keine mehr ein. Den Wolfsjungen enfloh ein leises knurren als jemand seine Oberlippe etwas nach oben schob. Großartig, nun war er wach. Müde öffnete Serafin eines seiner eisblauen Augen. Er hatte noch nicht einmal das zweite geöffnet oder sich sonst irgendwie geregt, da begann das Wesen was bis eben auch friedlich neben ihm geschlafen hatte zu schreiben. "W-Was?!" Der junge Wolf schreckte hoch. "Werden wir angegriffen?!" Hier??? Panisch sah er sich um, hielt etwas verzweifelt die menschliche Nase nach oben, welche zwar immer noch besser riechen konnte als die eines normalen Menschens doch leider nicht so brauchbar war wie seine eigentliche Nase, da war nichts... Serafin konnte nicht entdecken. "Keine Angst! Ich beschütze dich!" Mit diesen Worten machte er seinen schnellen und gezielten Satz auf sie zu und riss sich samt das liebliche Wesen zu Boden. Ungeachtet den Wesen unter ihm sah er sich weiter angespannt in der Gegend um. Doch noch immer nichts. Nur das Summen der Insekten und das Zwitschern der ernsten Vögel. "Hmmmm ...." wieder stieg Serafin der unheimlich gute Geruch in die Nase und er sah an sich herunter. Unter ihm lag dieses Wesen, ihre Gesichtszüge waren menschlich. Vielleicht sogar menschlicher als seine. Sie besahs große silberne Augen, sogar größer als die von Erial. Sie hatten diesen unbeschreiblichen Glanz .... es war... wie der frische Morgentau auf den Gräser. Ihre Lippen waren markant rot und lieblich geschwungen, ähnlichen wie die Hörner an ihren Kopf. Und ihre Haare hatten eine schokobraune Farbe. Sie umspielte mit leichten Wellen ihr Gesicht. "Ähm...." jetzt erst wurde den Wölfchen klar das um ihm herum alles friedlich war. "Verzeih... ich- ich wollte nicht-" mit einen Mal stieg ein Gefühl in ihm auf, welches er noch nicht gekannt hatte. Es fühlte sich in etwa so an versagt zu haben, gleichzeitig..... war das... Angst? Nein ... das war es auch nicht...aber es war extrem unangenehm. Die sonst so bleichen Wangen begann rosig zu glühen. Mit einen Mal war der Wolf von dem Wesen verschwunden. Serafin legte sich flach auf den Boden, richtete seinen Blick gen Erde und bedeckte seine angelegten Ohren mit seinen Händen. Dieses Gefühl ging einfach nicht fort ... und es kam nur und so intensiver wieder wenn er sich an die letzten Sekunden erinnerte. "Verzeihung ich ...da hab ich wohl was falsch verstanden." Murmelte der Wolf als er beinah zaghaft zu ihr auf sah. Eine ganze Weile blieb Serafin nun so liegen, wagte es kaum zu ihr auf zu Blicken und blickte immer dann wieder zur Erde wenn sein geisteiges Auge ihm mit diesen Erinnerungen plagte. Irgendwann als das Wesen zu flüstern begann richtete er sich etwas auf. Erschlug die Beine im sitzen übereinander wie es manche Menschen um das Lagerfeuer taten. So weit er wusste nannten sie das Schneidersitz. Still sitzen konnte der Große jedoch nicht lang weshalb er auf und ab wippte und mir seinen Schweif beinah schleifenförmig durch die Luft hin und her fuhr. Ein normaler Mensch hätte sie wohl kaum gehört, aber er hatte jede Silbe genau verstanden. "S-Serafin. Ich heiß Serafin. Und wie heißt du?" Murmelte er ohne seine Zähne auseinander zukriegen, immerhin schienen diese sie erschreckt zu haben. Jetzt erst erkannte er die schönem Apfelbäume dort hinten. Bei den Göttern waren das schöne Apfelbäume, diese Maserung der Rinde... diese wohlgeformten Äste und die süßwn Früchte ... so schöne Bäume mussten bewundert werden! Ein Grund mehr dieses Wesen erst einmal nicht mir rotglühenden Bäckchen anzuschauen. Eine Weile schwieg der Große. "...du verdankst deine menschliche Form nicht der weißen Hexe... oder?" begann er schließlich eine weitaus weniger unangenehme Frage zu stellen, welche ihn jedoch kaum weniger auf der Seele brannte. Gab es in dieser Gegend etwa ein Wesen welches der weißen Hexe in Sachen Zauberkraft ebenbürtig war?


      Erial

      Entnervt stöhnend massierte sich das junge Mädchen die Schlefen. Das konnte doch alles nicht wahr sein. Mit einem Mal brachte sie der junge Anführer sie aus den Konzept. "Häh? Wer ist Red? ...Oh. Jaaaa...richtig. Das war ja ich." bemerkte die Schöne schließlich. "Tze. Nicht machen müssen? Kümmern? Haha, das ich nicht lache! Und wie man sich hier kümmern muss. Ich bin ja nun ehrlich auch nicht eine Dame die der Odnung fröhnt aber das...ahhh... das geht zu weit! Wisst ihr eiegntlich wie viele verdorbene Lebensmittel ich gefunden habe? Ihr könnt mir wohl kaum erzählen, dass ihr an fünf verschiedenen Orten mitten zwischen anderer Lebensmittel einen Kompost errichten wolltet." So wie sie und die Gans es mitbekommen hatten, besahsen die Anhänger des Mondgottes nicht einmal einen. Zumindest bis jetzt. "Ich habe jetzt mal EINEN angelegt." Erial holte tief Luft. "Und mal ehrlich ... was habt ihr Kerle hier bitte mit den Küchenuntesilien angestellt? Wisst ihr eigentlich dass Kochlöffel keine Übungsschwerter sind?" Mit diesen Worten griff sie einen der Kochlöffel die noch im intakten Zustand waren und fuchtelte damit herum als wollte sie ein Orchester anleiten. "Ach... was bringt es sich hier aufzuregen. Davon werden meine Pasteten auch nicht fertig und das ist alles eure Schuld. ....meine schönen... leckeren Pasteten..." Die Gans rollte ungeachtet der doch recht amüsanten Szene die Augen. So sehr Erial es auch leugnete, sie ist und bliebt in manchen Punkten halt immer eine Prinzessin. "Hm? Moment mal...-" Unterbrah sie ihren Monolog kurz. "-habt ihr mich gerade mit 'du' angesprochen? Wann habe ich euch denn das erlaubt?!" Nun war es nicht nur ihr Blick der andere erschaudern ließ, nein auch die Art und Weise wie sie den im Vergleich zu ihr doch recht großgeratenen Arhtur den Löffel entgegen hielt. "Ihr steht ja immernoch blöd herum... jetzt fangt endlich an! Das hier soll schließlich nicht den ganzen Tag dauern." Das Rotkäppchen hatte für einen kurzen Moment den Löffel aus der Hand gelegt und ihre Zöpfe straff gezogen. Dennoch waren ihr die Beschwerden ihres Küchenjungen nicht entgangen. "Jetzt jammert hier nicht so herum. In schweren Zeiten muss sich der stärkste Anführer beweisen ... auch in der Küche. Ist es nicht auch unsere Aufgabe unsere Gruppe zu versorgen? Zuzusehen das es allen gut geht?" Sie grinste triumphierend, wusste sie doch genau das sie recht hatte. "Ich hoffe wirklich ihr seit genauso gut im Schnippeln wie im Umgang mit Pfeil und Bogen." Kaum hatte Erial ihren Satz beendet da schob sich ein rotes Haupt samt Wassereimer in das Zelt. "Ahh...ist das Ding schwer. Da muss ich mir wohl gleich eine Paus-" Johns Satz brach ab. Der Blick dieses Weibs war ja wirklich grauenvoll und sie hatte schon wieder einen Kochlöffel in den Händen, ganz gefährlich. "N-nun gut... vielleicht..." murmelte er und machte beschwistigende Gesten mit den Händen während er sich langsam neben seinen besten Freund setzte. "Der arme Kerl der dieses Weibsbild mal bekommt... der tut mir jetzt schon leid." flüsterte er Arthur zu, verstummte aber als sich das Mädchen umdrehte um nach den köchelnden Brei zu schauen. "Nimm dich vor ihr mit den Kochlöffel in acht." mit diesen warnenden Worten zeigte er seinen Oberarm der schon hier und da mit blauen Flecken bemalt war. "Was soll ich den anderen nur sagen, die lachen sich doch alle schlapp wenn sie mitbekommen, dass ich mich von so einen laufenden Meter mit einen Kochlöffel verprügeln lasse..." Nun endlich nahm er sich ein Messer und eine Frucht um sich ebenfalls ans Werk zu machen. "Eigentlich schade. Doch der Mann der dieses Biest zähmen kann ist sicher noch nicht geboren. Und bei all diesen Eigenheiten nützt auch die lieblichste Erscheinung und das hübscheste Gesicht nichts. Wahrscheinlich wird sie als einsame Junfer sterben." Es dauerte aber auch nicht lang, da von Little John eine neue Ausrede um die Flucht zu ergreifen, was ihm zugegeben auch mehr als lieb war. Nun waren die drei wieder allein in der Küche. Die junge Dame hingegen schien jedoch bereits, noch immer fluchend, an etwas anderen zu werkeln. Es war etwas was der Gans und auch Serafin, sofern dieser da gewesen wäre, sehr erfreute - Honigkuchen. Erials Honigkuchen waren auch in ihrer Heimat eine Spezialität gewesen. Gelernt hatte sie diese bei einer alten Küchenmagd, welche bevor sie starb nur der kleinen Prinzessin das Rezept beibrachte. An diesem Tage war es auch den Sacris Lumen vergönnt davon zu kosten, wenn auch nur am Nachmittag. "Hm?" Das Rotkäppchen blickte von der Teigzubereitung auf und wand sich zu den jungen Mann herum. Während sie Arthur etwas verwirrt anklimperte, wischte sie sich etwas Teig von der Wange. "Glocke?" Dann folgte die Braunhaarige seinen Blick und fand tatsächlich eine Glocke. "Ah...Die da." murmelte sie leise und kratzte sich mit den noch immer mit Teig bedeckten Löffel die Wange. Für einen kurzen Moment beobachtete sie den jungen Anführer wie er vollends in seine Aufgabe vertief die Teller befüllte. Das hatte irgendetwas total fazienierendes...Oh man! Dieser Kerl brachte sie ja wirklich föllig aus den Konzept. ...schon wider! Kopfschüttelnd wischte sie sich erneut den Teig von der Wange und leckte ihn anschließend von ihren Fingern. "Würdet ihr kurz mal halten?" Murrte sie während sie Arthur den Löffel entgegenstreckte. "Naschen verbo- ....okay, vielleicht ...dürft ihr probieren. Ihr habt euch bei all der Schnippellei ja irgendwie verdient." Nachdem die Glocke geleutet und der Löffel abgewaschen war rührte sie weiter in ihrer großen Teigschüssel herum. "Das mit den Essen passt gut. Der Teig muss gleich noch etwas ruhen."
      Schon komisch... so wie sich alle versammelten um gemeinsam zu essen... das kam den Mädchen schon verdammt bekannt vor. Was auf der einen Seite wirklich beruhigend wirkte, verstezte ihr auf der anderen einen schmerzlichen Stich durch ihr Herz. Zu groß war die emotionale Wunde. Was den anderen wohl wiederfahren war? Ob sie jemals wieder zusammen speisen würden? "Äh? Die kann ja auch ruhig sein." Stellte John fest als der Erial gedankenverloren in die Runde sehen sah. Der Rotschopf grinste breit und nahm einen der Teller. "So sieht sie fast schon wieder niedlich aus." Dann machte er einige Schritte aus sie zu. "Hey Sklaventreiberin, hier spielt die Musik." scherzte er weiter fröhlich vor sich hin, während er sich einen Platz in Arthurs Nähe suchte. Die Gans welche sich erst aus der Küche traute nachdem es ruhiger geworden war, zog schntternd an den roten Umhang. Das Rotkäppchen schüttelte erneut ihren Kopf. "W-Was? ...oh..." Sie war ja nun bei den Sacris Lumen. Richtig... Nachdem auch die Gans eine Portion bekommen hatte, setzte sie sich etwas abseits der Gruppe an das Feuer um auch ihr Frühstück zu essen. Natürlich hätte sie sich auch einfach wie selbstverständlich dort hinsetzten können aber... sie war halt kein Teil dieser Gruppe und konnte dies auch nicht vorraussetzen. "Hm? Wir waren doch nicht beim 'du' verdammt...und er ist auch nicht mein Wolf. Genauso wenig wie die Luft mir gehört die ich atme. Sera-" die Schöne stoppte. Dann seufzte sie tief und begann ihren satz mit einen bitteren Lächeln erneut. "Dieser Wolf ist ein stolzes und freies Lebewesen. Wie ihr, eure Männer, diese Gans oder meine Wenigskeit." erklärte Erial.

      Kaum hatte sie gegessen, da sprang sie auch schon wieder auf um sich um den Abwasch sowie den Honigküchlein zu kümmern. Das gehörte immerhin auch dazu. Ablenkung war in ihren Augen zumal das beste für sie. "Der Tee war übrigens nicht schlecht...für einen Anfänger." bemerkte sie leise lächelnd als sie auch Arthus leeren Teller entwendete und in die Küche schleppte. Dabei immer von den Gans verfolgt. "Es ist ja schön wenn du dich nützlich machst ... aber solltest du nicht lieber mit diesen Artuhr die nächsten Schritte planen?" bemerkte diese soald die beiden scheinbar allein in den Küchenzelt waren. Warum musste dieses Federvieh wieder die schmerzliche Wahrheit sprechen? "Der hat doch genauso wenig Ahnung wie es weiter geht wie ich." seufzte die junge Dame leise. "Und doch...irgendetwas sagt mir das wir es schaffen könnten. Irgendwie...gemeinsam."

      "In this world there are only corpses and future corpses,who cares if someone hates you...you'll both be dead one day anyway."
    • Talia

      Ihr Schrei musste den Wolf aufgeschreckt haben, denn nur wenige Augenblicke später fand sie sich auf dem weichen Gras nieder. Der Fremde ragte über ihr. Mit großen Augen, sichtlich erschrocken, sah sie den Größeren an. Sie befürchtete, dass er sie nun verschlingen würde und Tränen sammelten sich vor ihren grauen Augen zusammen. Eilig schlug sie diese weg. Sie durfte diesem Raubtier gegenüber keine Schwäche zeigen. Die Sekunden vergingen, doch der Wolf sah sie lediglich an. Auch Talia sah dem größeren Mann in die Augen, welche sie in ihren Bann zogen. Sie besaßen eine eisblaue Farbe, jedoch strahlten sie weder Kälte noch Tod aus. Sie schienen warm und ließen das junge Geißlein ihre Angst für einen Moment vergessen. Das Haar des Fremden war schwarz und es hatte sich ebenso sehr weich angefühlt. Seine flauschigen Ohren ragten stolz auf seinem Kopf. Er war wunderschön, dies konnte Talia nicht leugnen. Er faszinierte sie, doch gleichzeitig verspürte sie erneut die Furcht. Sie erinnerte sich an seine scharfen Zähne und somit an den Fakt, dass er ein Raubtier war. Er war ihr natürlicher Feind, von der Naturgöttin selbst auserkoren. Und trotzdem griff er sie nicht an. Der Wolf schien nicht daran interessiert zu sein dem armen Geißlein den Gar auszumachen.
      Noch immer lagen ihre silbernen Augen auf ihm. Ihre Instinkte zu fliehen waren vollkommen verstummt. Hatte ihr Körper mit ihrem Tod abgeschlossen oder den Wolf als keinerlei Gefahr anerkannt? Sie wusste keine Antwort darauf. Er entschuldigte sich nun und ein bedrückter Gesichtsausdruck, den Talia keiner Emotion oder einem Befinden zuordnen konnte, legte sich auf ihm breit. Sie kannte die Gefühle der Menschen nicht, also wusste sie erst recht nichts mit den Befindlichkeiten eines Wolfes anzufangen. Natürlich kannte sie Angst, Liebe und Trauer. Aber hatte ein Wolf überhaupt Angst? Sie waren gefährliche Raubtiere und dieser hier überragte sogar ihren Freund Arthur. Kannten Wölfe Angst und Kummer? Vielleicht sollte sie die Frau am See fragen, wenn sie wieder einmal dorthin ging.
      Der Wolf stand auf und ließ sie auf dem grünen Gras zurück. Erleichtert atmete Talia aus – auch wenn sie keine Bedrohung seinerseits hatte spüren können. Sie wusste nicht woher dieser Gedanke kam, jedoch war dieser Wolf nicht wie die anderen Wölfe, die Talia ihr Leben über kennengelernt hatte. Dieser war sanfter. Doch … es war kein Grund ihm zu vertrauen, redete sie sich ein. Er war noch immer ein Wolf und sein freundliches Verhalten konnte lediglich eine Masche sein.
      Das junge Mädchen setzte sich auf und sah den Fremden an. Er hatte sich auf den Boden gelegt, das Gesicht gen Boden gerichtet und schien ihren Blick meiden zu wollen. War .. wie nannte Arthur dieses Wort? War es ihm … peinlich? „-nung.. äh.. es ist .. in Ordnung.“ Sie hasste es mit Fremden zu sprechen. Was sollte sie nur sagen? Was hielten sie von ihr? Sie kannte diese Leute nicht! All dies sprang ihr durch den Kopf, wenn sie jemanden traf, der ihr schlichtweg unbekannt war.
      Stille kehrte ein und Talia beobachtete das saftige Gras. Sie wusste nichts anderes mit sich anzufangen, denn traute sie sich ebenso nicht zu gehen. Ihre kleinen Ohren zuckten als sie die Bewegungen des Wolfes vernahm. Ihr Blick richtete sich auf ihn. Er hatte sich in einer typischen Sitzform der Menschen positioniert und stellte sich ihr nun vor. Serafin.. Was für ein schöner Name. „Talia“, antwortete sie knapp, um ihm seine Frage zu beantworten. Es war ein einfacher Name für ein einfaches Zicklein. Und nach sechs Kindern war das Finden eines Namens besonders schwer. Wieder kehrte für einen kurzen Moment Ruhe ein bis der Wolf ihr erneut eine Frage stellte. „N-nein.“ Hoffentlich würde er nicht danach fragen von wem sie diese Gestalt bekommen hatte. Talia hatte Nimue versprochen niemanden von ihr zu erzählen. Doch Talia musste sich eingestehen, dass sie neugierig war. Wieso hatte die weiße Hexe ihm diese Form verliehen? Und wie kam er mit dieser zurecht? Mochte er seine menschliche Form auch lieber, so wie sie es tat? „Uhm.. also.. wieso hast du diese Form?“, hakte sie nun nach, wobei sie jedes ihrer Worte mit bedacht wählte und dabei verlegen eine Strähne ihres Haares hinter ihr Ohr schob. Sobald sie nervös wurde, begann sie mit ihrem braunen Haar zu spielen, weswegen sie es eilig über ihre Schultern legte.
      „Kennst du .. Thur? Arthur.. ? Er ist ein Freund .. Du solltest ihm sagen, dass du hier im Wald bist.. Er mag keine Eindringlinge und .. de.. Fremde.“ Er sollte am besten direkt zu ihm gehen, bevor seine Späher ihn entdeckten und Arthur Bescheid gaben. „ .. Soll ich dich zu ihm .. bringen?“ Zwar war sie nicht oft im Camp gewesen und verweigerte sich dort zu leben, jedoch wusste sie den Standort. Arthur hatte ihm diesen mitgeteilt, sodass sie sie in der Not finden könnte. Sie sah den fremden Wolf abwartend an.



      Arthur

      Er hatte sie während des Frühstücken beobachtet. Sie hatte einen traurigen und bedrückten Ausdruck auf ihrem hübschen Gesicht besessen und gleichzeitig wirkte sie als sei sie in einer ganz anderen Welt. Arthur kannte den Schmerz, der sich über ihre Züge zog. Es waren die schmerzlichen Erinnerungen an etwas oder jemanden, die bereits vor langer Zeit gegangen waren. Er erinnerte sich an die Tage nach dem Tod seines geliebten und stolzen Vaters. Er hatte ihn mit einem unerträglichen Erbe zurückgelassen, das den jungen Mann verwirrte und verzweifeln ließ. Manchmal wünschte er sich, dass sein Vater zurückkommen und ihn führen würde. Doch Arthur wusste, dass er diese kindlichen Gedanken aus seinem Kopf verbannen musste. Sie würden nur noch mehr Schmerz und Chaos hinterlassen.
      Glücklicherweise bestand für Red‘s Gruppe noch Hoffnung. Sie mussten noch nicht tot sein, sondern konnten noch gerettet werden. Und wenn die junge Dame in Rot seine Hilfe benötigte, so würde er ihr diese willentlich zur Verfügung stellen. Gemeinsam könnten sie sich gegen die bösen Mächte dieser Welt verbünden und ihnen sogar die Stirn bieten. „Lass es gut sein, John“, fuhr er seinen besten Freund an, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte die junge Dame zu necken. Am Ende würde er sich ohnehin nur wieder verkrümeln, sobald sie ihren Kochlöffel heraufbeschwor.
      „Ist gut, ich habe doch nur nachgefragt“, verteidigte sich Arthur auf die Aussage des Mädchens. Er hatte weder das Tier noch sie beleidigen wollen. Er hatte sich lediglich über den Wolf erkundigen wollen. „Ich habe nur nachgefragt, da ich mir Sorgen gemacht habe. Im Wald lebt eine Freundin unserer Gruppe. Sie hat schreckliche Angst vor Wölfen. Ich möchte nur nicht, dass sie sich erschrickt.“ Sie war immerhin ein Flucht- und Beutetier. Er konnte es nicht riskieren, dass sie sich erschrak, erneut weg läuft und sich vielleicht noch verletzt. Vielleicht sollte er am Nachmittag nach dem Rechten sehen falls der Wolf bis dahin nicht wieder da ist.

      Nachdem er den leckeren Brei aufgegessen und auch die restlichen Anwesenden ihr Mal beendet hatten, war Red bereits die Erste, die wieder aufstand und sich um den Abwasch kümmerte. Ihre treue Gans watschelte ihr hinterher. Was für ein komisches Tier dieses Federvieh doch war. Und das Mädchen erst. Ein Mädchen, das mit einem Wolf und einer Gans reiste. Dazu war sie noch eine Jägerin der Luna Amaris. Er fragte sich, was als nächstes passieren würde. Vielleicht konnten die Gans oder der Wolf auch sprechen? Oder sich gar in Menschen verwandeln, wie Talia es konnte. Ha, die Welt, in der sie lebten, war äußerst eigenartig.
      Arthur erhob sich von seinem Platz und folgte Red in das Zelt. Die Konversation zwischen dem Mädchen und seiner Gans hatte er nicht aufgeschnappt. „Möchten wir uns vielleicht noch zusammensetzen und beraten oder möchtest du vorerst eine Tour durch das Camp und den Wald? Ich hoffe du wählst die zweite Option.“ Denn um ehrlich zu sein, so war er nicht wirklich erpicht darauf der bitteren Wahrheit ins Auge sehen zu müssen. Er wollte seine Männer noch nicht in Gefahr bringen. Doch genauso wusste er, dass er die Gefahren und Probleme dieser Welt nicht mehr aufschieben konnte. Er hatte bereits lange genug die Augen verschlossen gehalten und somit Menschenleben aufs Spiel gesetzt. Er würde es wieder gut machen müssen und seinem Vater zeigen, dass er ein großartiger Anführer und stolzer Krieger war. Doch trotzdem war ihm die zweite Option um einiges lieber. Vielleicht würde er das hübsche Mädchen besser kennen lernen können. Als Anführer und Verbündete musste immerhin eine gewisse Chemie zwischen ihnen bestehen. Ansonsten würden sie die beiden Gruppen nicht gemeinsam zum Sieg führen können. „Natürlich helfe ich dir vorerst mit dem Abwasch.“
      John hatte recht gehabt. Wenn sie ruhig war, konnte man ihre lieblichen Züge vernehmen. Jedoch hieß es nicht, dass Arthur ihren Charakter weniger ansprechend fand. Er betrachtete sie als eine faszinierende Persönlichkeit, wenn sie sich doch auch wie eine Sklaventreiberin verhielt. Ihre Schönheit blendete ihn allerdings auch. Ihre wunderschönen bernsteinfarbenen Augen und das beinahe goldene Haar, dass sich wie ein Schleier an sie schmiegte. Die rote Kapuze brachte all dies nur noch mehr zur Geltung. Besonders die vollen Lippen der Jägerin, welche sich sehr mit der Farbe der Kapuze ähnelten. Hätte Arthur sie in einem Dorf getroffen, hätte er es sicherlich gewagt einen Schritt auf sie zu zumachen. In der Hoffnung auf eine gemeinsame Nacht. Doch diese Zeiten waren vorbei und sie war die Anführerin der Luna Amaris. Diese hatten wichtigeres zu tun als sich mit einem der Sacris Lumen herumzuschlagen.
      Arthur nahm sich einen Schwamm und füllte den Behälter, welcher zum Waschen des Geschirrs gedacht war, mit Wasser. „Ist das auch richtig so?“ Er hatte ja keinerlei Ahnung. Als Anführer der Sacris Lumen hatte er sich niemals Gedanken um die haushaltsüblichen Arbeiten machen müssen. Er hatte den Status eines Prinzen genossen. Er hatte das Kämpfen und die Geschichte seines Landes erlernen müssen. Da war nicht die Zeit geblieben, um sich als Küchenjunge zu verausgaben. Zudem war er der Meinung, dass die Küche in Ordnung war. Aber was wusste er schon? „Ich würde Euch später gerne meinen Lieblingsplatz zeigen. Dort können wir auch in Ruhe über die aktuelle Lage sprechen.“
    • Serafin

      Als der Wolf die erste Laute des zarten Wesens neben sich vernahm stellte er neugierig die Ohren auf. Es sollte in Ordnung sein? Ja...eigentlich war alles in Ordnung. Serafin hatte nichts unrechtes getan und doch war da dieses unangenehme Gefühl. "Hm-hm." Murrte er nickend in der Hoffnung sich ebenfalls bewusst zu machen, das alles in Ordnung wäre. "Ta-lia?" Horchte der junge Wolf erneut auf und Wand nun endlich den ach so schönen Apfelbäumen den Rücken zu. Serafin schloss seine Augen. "Ta....lia.... Talia .... Talia ..." dann grinste er verschmitzt. "Das klingt-" begann er leise und öffnete die schönen blauen Augen. "...wie die Melodie eines schönen Vogels. Der Name passt zu dir." Hm? Mit einen Male fiel es ihm ein, sie hatte ja Angst vor seinen Zähnen! Schnell hielt er sich die Hand vor den Mund. Ja, manchmal war dieser menschliche Körper ganz praktisch. Wieder war es still zwischen den Beiden geworden. Nur der Wind wehte auf und brachte die Äste der Bäume, die Gräser und Blumen zum tanzen. Er bewirkte aber vielmehr, er trieb Serafin wieder diesen Duft in die Nase. Der Wolfsjunge schloss die Augen um seinen Geruchssinn etwas zu schärfen, um voll in diesen Duft aufzugehen. Er merkte es kaum doch er lehnte sich so weit nah vorn in Talias Richtung, das er sich mit einer Hand abstützen musste um nicht umzufallen. "Du riechst unglaublich gut. Nach frischen Kräutern und den Pollen verschiedener Blumen .... fast wie... wie der Wald nach einen Frühlingsregen. Das mag ich." Seine Ohren zuckten leicht während er die Augen öffnete und es wagte seinen Blick über sie streifen zu lassen. Es war kein kalter Blick eines Jägers der sein Opfer prüfte. Nein, viel mehr der neugierige Blick eines viel zu groß geratenen Welpen. Aber irgendwas an dieser Talia war ....anziehend. Sie war so niedlich wie ein Welpe und so hübsch wie lang kein Weibchen was er gesehen hatte. Und vor allem war sie kein Mensch! "Nein?" Nun... das hätte ihn auch gewundert. Sonst müsste er sie von früher kennen. Er nickte verstehend. "Nein...." murmelte leise dabei und überlegte doch bevor er weitere Fragen stellen konnte, fand Talia eine. Eine wirklich gute und Interessente Frage. Wenn auch mit einer sehr traurigen Antwort. "Warum? Na weil..." begann der Große leise, stoppte aber kurz. "Weil die Menschen mein Rudel ausgerottet haben als ich ein kleiner Welpe war. ....weil sie unser Fell und die Kraft der eisblauen Augen wollten." Das schwarze Fell seiner Art war wirklich etwas besonderes. Es war magischer Natur und vermochte jeden Schwerthieb, jeden tötlichen Pfeil, jeden Stoß mit dein Speer oder der Gleichen abzuwehren. Außerdem sah es stolz und prächtig aus. Was machten da schon die Leben die man für solch eine Trophäe zahlen musste. "Ich hatte niemanden mehr und ohne die weiße Hexe wäre ich verloren gewesen." Der junge Wolf begann ein wenig zu lächeln. Bei der weißen Hexe hatte er Trost und ein Zuhause gefunden. "Den Zauber hat sie angewandt damit die Menschen mich in Ruhe lassen und ich unter ihnen unerkannt leben kann." Das hatte mit ein paar zusätzlichen Tricks auch sehr gut funktioniert. Wieder fiel sein Blick auf das Weiblein vor ihm. Sie hatte begonnen eine Weile an ihren Haaren zu spielen. Das machte Erial auch immer wenn sehr verlegen wurde. Machte er sie etwa verlegen? Wieder beugte er sich etwas nach vorn um etwas zu sagen, stoppte aber als sie einen bestimmten Namen erwähnte. Ein leises Knurren erfüllte die frühmorgentliche Stille als sie 'Arthur' über ihre vollen roten Lippen brachte. "Ja, ich bin ihm schon begegnet. Dieser Platzhirsch hat nichts besseres zu tun als mit seinen Augen an Erial zu kleben. Aber sie sucht kein Männchen und ist auch nicht in der Paarungszeit. Überhaupt haben wir viel zu viele Probleme um uns mit der Paarung zu beschäftigen." Solche Menschenmänner hatte er schon oft gesehen und meist hatte sie nichts Gutes im Sinn. Zum Glück konnte Erial gut auf sich selbst aufpassen und sonst hatte sie ihn ja immer gehabt. "Aber wenn ihr Freunde seit... dann sag ihm er soll sie in Ruhe lassen. Soll er sich doch ein anderes Weibchen suchen."

      Erial

      Es schien vielleicht nicht so, aber Erial hatte alles mitbekommen. Die gehässige Bemerkung ihr gegenüber und auch Johns anschließendes Schulter zucken auf Arthurs Retourkutsche. Aber das machte ihr nichts aus. Sollte er doch grinsen so viel und so lang er wollte.
      Das Rotkäppchen schloss ihre Augen und holte tief Luft. Das konnte doch alles nicht so schwer sein! Vielleicht sollte sie zu ihrer Herrin beten. Dann bekamen sie vielleicht etwas .... göttliche Eingebung? "Du scheinst ja sehr an diesen jungen Mann und dich zu glauben... das sieht dir doch gar nicht ähnlich. Sonst bist du nicht so anhänglich bei Fremden." Brachte sie schließlich die ganz aus den Konzept. Sie vermochte es nicht doch... an ihren Tonfall ließ verlauten, das sie nun grinsen würde... wenn sie es denn könnte. "Pff ... das ist... das ist was anderes! Ich muss ihn ja trauen. Anders geht das nicht." Die Gans spreizte die Flügel und schüttelte sich ausgiebig. "Und du bist sicher, das es nur das ist?" Das hübsche Mädchen wollte gerade antworten da bekamen die zwei Besuch. Es war Arthur. Erial blähte ihre Wangen leicht beleidigt auf. "Okay.... dann sind wir wohl doch beim du...." dann holte sie tief Luft und atmete nach einigen Sekunden wieder aus. Dann nickte sie wobei ihre karamellfarbenen Zöpfe leicht mit wippten. "Die zweite Variante scheint mir wesentliche sinnvoller zur Zeit. Aber natürlich müssen hier dennoch ein paar Aufgaben erledigt werden." Sagte sie ruhig, verschwieg aber gleichzeitig das es ihr auch lieber war, da es sich nach mehr Spaß machte. Sie war immerhin die Anführerin der Luna Amaris und musste ihre Bedürfnisse oft hinten anstellen. Für das größere Wohl. Das musste auch Arthur als Anführer. Aber... manchmal ließ sich das Nützliche mit den Schönen verbinden. "Es ist sicher von Vorteil wenn ich mich auch in diesen Umfeld auskenne und leichter wie auch schneller bewegen kann." Langsam drehte das hübsche Mädchen um und begann Wasser in einen großen Bottich zu füllen, um darin das Geschirr zu waschen. Als ihr der junge Mann seine Hilfe zu sicherte, stoppten ihre grazielen aber fleißigen Hände und ein charmantes Lächeln zog sich über ihre vollen, roten Lippen. Ohne ein weiteres Wort machte sie einen Schritt beiseite. Es war schon iegendwie ganz nett von ihm eine helfende Hand anzubieten. Nach einigen Sekunden schreckte sie auf und sah kurz zu Arthur neben sich. Die Wangen der Prinzessinnen in Rot wurden schlagartig rosa als sie bemerkte wie lang schon sein Blick auf ihr ruhte. "W-was starrst du mich so lange an?!" Ihre Augen verfingen sich in den Blick ihres Gegenübers, was den zarten Wangen nur noch mehr Röte bescherte. "Wolltest du mir nicht beim Abwasch zur Hand gehen?" Erinnerte sie erneut an die Aufgabe und sein Angebot. Dieser verträumte Blick mit den sie Arthur bedacht hatte... so lang hatte man sie ja noch nie mit solch einen Blick betrachtet. Auf seine nächste Frage hin kam Erials Arbeit wieder zu erliegen und ein freies und klares Lachen erfüllte das Küchenzelt. Es war kein spöttisches Lachen aber der Umstand das jemand wie er, der aus einfachen Hause stammt und ungefähr in ihren Alter war... im Gegnagesatz zu ihr, einer Prinzessin, noch nie in der Küche den Abwasch gemacht hatte, erfüllt ihr trauriges Herz mit Heiterkeit. So ein erhebliches und langes Lachen war lang nicht mehr aus ihren Mund zu hören. Die junge Frau spritze Arthur noch immer lachend etwas Wasser aus ihren Bottich entgegen. "Oh... das lernst du schon!" Die Gans welche ungeachtet der Szene in einer anderen Ecke der Küche saß, schlug zufrieden die Flügel übereinander. So unbeschwert hatte sie das Rotkäpchen lang nicht mehr gesehen. Dabei war es nicht diese kleine Wasserschlacht, es war mehr die Erinnerungen an die Eltern der Prinzessin und das beinah glückliche Gelächter ihrer Tochter die der Gans Frohsinn verschaffte. Während Erial ihrer Küchenhilfe den Abwasch überlassen konnte, machte sie sich dran die Kuchen fertig zu stellen. "Ich werde zwei einpacken....als Wegzerrung." Hatte sie erklärt, zwei Kuchen verpackt und in einem Korb gelegt. "Ich hole nur noch meinen Bogen aus eure- ....deinem Zelt und dann können wir los." Gab sie lächelnd von sich und schnappte sich den Korb sowie die Gans ehe sie aus der Küche eilte.

      "In this world there are only corpses and future corpses,who cares if someone hates you...you'll both be dead one day anyway."
    • Talia

      Eine zarte Röte zog sich über ihre blassen Wangen, nachdem er ihren Namen immer wieder auf seiner Zunge kostete und wie ein Mantra wiederholte. Ihr Herz machte einen seichten Sprung, denn noch nie ein Wesen zuvor, geschweige denn ein stattliches Männchen, wie er es war, hatte ihren Namen so bedacht und als wohlklingend empfunden. Es ließ die Röte in ihrem Gesicht mehr Präsenz gewinnen. Ein leiser Dank entwich ihren vollen Lippen und ließ sie für einen Augenblick verlegen zur Seite sehen. Ihr Blick fiel auf die strahlenden Blumen, die nun in voller Pracht standen. Diese wunderschöne Sicht konnte einem die Schrecken dieser Welt vergessen und an die Schönheit der Natur denken lassen. Das junge Geißlein atmete wollig und tief ein, eh sich ihre Aufmerksamkeit auf den jungen Wolf setzte. Seine Zähne waren selbst in seiner menschlichen Form gefährlich und tödlich. Sie machten sie unbehaglich, was er verstanden hatte. Er legte seine Hände vor seinen Mund. Ihr tat es Leid, dass er sich vor ihr verstecken musste, damit ihre Angst sie nicht überwältigte. Doch gleichzeitig war sie erleichtert diese spitzen Beißer, die so viele ihrer Art gerissen hatten, nicht mehr sehen zu müssen. Sie war immerhin nur ein Beutetier.
      Eine sanfte Morgenbrise zog sich durch die Lüftung, die das Mädchen vorsichtig umwarb und zu umarmen schien. Der Wind war nicht kalt, sondern angenehm, empfand sie. Doch die Brise schien Serafin auf etwas aufmerksam zu machen. Er bewegte sich auf sie zu und instinktiv zog sie sich vor ihm zurück. Etwas ängstlich betrachtete sie den Wolf, der seine menschliche Nase in ihre Richtung gelegt hatte und sie mit einem neugierigen Blick betrachtete. In diesem Moment wirkte er nicht wie ein todbringender Jäger. Sie bedachte ihn als ein neugieriges Kind, das zum ersten Mal ein seltenes Tier sah. Erneut zog die warme Röte in ihr liebliches Gesicht. Sie roch gut? Da sie ein Beutetier war, musste sie wohl einen leckeren Geruch hinterlassen. Doch er klärte sie auf und erzählte ihr von dem Geruch, den sie ausströmte. Kräuter und Blumen … Ihre Hand wanderte zu ihrem braunen Beutel, der einige Kräuter sowie Blumen, darunter die Kamille wegen der sie ursprünglich hergekommen war, beinhaltete. Sicherlich war ihr schöner Duft auf sie übergesprungen. „S-Sicherlich liegt es … a-an ihnen“, verkündete sie stotternd und deutete auf ihren Kräuterbeutel. Seine geschärften Sinne waren faszinierend. Selbst in seiner menschlichen Form hatte er seine gestärkten Sinne behalten, die er für das Jagen seiner Beute benötigte. Talia hingegen besaß weder in ihrer tierischen noch ihrer menschlichen Gestalt scharfe Sinne. Lediglich ihr Gespür vor Gefahr und ihre Instinkte hatte sie behalten, doch selbst diese hatten sie nicht vor dem Wolf gewarnt, der sich ihr während des Schlafes genähert hatte. Wäre dieses Raubtier nicht Serafin gewesen, so wäre sie nun höchstwahrscheinlich in jemandes Magen. Allein der Gedanke hinterließ in ihr ein unbehagliches Gefühl und brachte sie zum erschaudern.
      Serafin antwortete nun auf ihre Frage. Jedoch war es keine glückliche Antwort, die aus einem Märchen hatte stammen können. Der Wolf redete von der realen Gefahr, die Tiere mit Pelz und magischen Kräften durch die Menschen erleben mussten. Die Wölfe kannten auch Gefahr, stellte sie traurig fest. Talia kannte das Männchen kaum und eigentlich war er ihr natürlicher Feind, jedoch verspürte sie trotzdem .. Mitleid. Sie selbst hatte am eigenem Leibe erfahren, wie es sich anfühlte die letzte Überlebende zu sein. „Es tut m-mir Leid..“, sprach sie ihr Mitgefühl aus und sah ihn mit einem getrübten Lächeln entgegen. Seine Stimmung schien sich zu erheitern, nachdem er von seiner Retterin gesprochen hatte. Sie selbst hatte an Nimue denken müssen, die ihr diese Form gegeben hatte, damit sie ebenfalls unerkannt zwischen den Wesen dieser Welt leben konnte. Sodass weder ihr Wolf noch die Nebelwölfe der bösen Hexe sie finden konnten.
      Noch immer zwirbelte sie ihr Haar um ihren rechten Zeigefinger. „M-meine Geschichte … ist ä-ähnlich.“ Doch wollte sie nicht weiter darüber sprechen. Zum Glück musste sie dies auch nicht, denn änderte Serafin nun das Thema auf Arthur, nachdem sie sich erkundigt hatte. Ein Knurren entfuhr dem Wolf und das Zicklein zog sich erschreckt zurück. Er kannte Arthur also, schien ihn jedoch nicht zu mögen .. wegen einer Erial, der Arthur wohl schöne Augen machte. So etwas kannte sie nicht von ihrem Freund, so war es doch sein bester Freund John, der der Frauenwelt eifrig hinterher lief. Sie erinnerte sich daran, wie er sie bei ihrem ersten Treffen angemacht hatte. Es war ihr so unangenehm gewesen, dass Arthur ihn vor die Tür gesetzt hatte. „ … solltest besser … D-Du solltest besser .. auf John acht geben .. Arthur ist in diesem Thema .. eh- eher harmlos.“ Er hatte sie nicht so bedrängt, weswegen sie Arthur mehr vertrauen schenkte. „A-Aber sind Menschen nicht häufiger in der Paarungs.. Paarungszeit?“ Ihr ältestes Geschwisterchen hatte ihr eins erzählt, dass Menschenweibchen zu jederzeit Nachwuchs zeugen könnten. Anders als Talias Art, die eine festgelegte Zeit dafür hatten. Aber sie wusste nicht viel davon. Sie war nur einmal verliebt gewesen, jedoch war aus dieser Schwärmerei nichts festes geworden. Doch war sie ein wenig glücklich darüber. Ihr erster Schwarm hatte sich als ein Betrüger entpuppt, der seine Freundin nach Strich und Faden belogen hatte. „V-Vielleicht solltest du .. zu Arthur und Erial zurückkehren… S-Sie suchen dich s-sicher.“ Jedoch bezweifelte sie, dass der junge Wolf sich so einfach abschütteln lassen würde. Vielleicht .. könnten sie doch noch etwas miteinander reden. Solange er auf Abstand blieb.



      Arthur

      Er hätte gelogen, wenn er sagen würde, dass er über die Entscheidung der Dame nicht froh gewesen wäre. Es erleichterte ihn ungemein, dass sie sich für die zweite Variante seines Vorschlages entschied. Somit entschied sie sich gleichzeitig für den Besuch seines Lieblingsplatzes. Einen Ort, den er wegen der aktuellen Situation, nur selten aufsuchen konnte. Der Gedanke, die Aussicht von diesem hohen Platz bald wieder genießen zu können, erfreut ihn sichtlich.
      Arthur füllte seinen Krug weiter mit dem dreckigen Geschirr der Männer, wobei sein Blick zu dem Mädchen streifte. Auch sie schien seinen Blick bemerkt zu haben, keifte ihn an und eine sanfte Röte legte sich über ihre Wangen. Der Anführer der Sacris Lumen konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Er war sich seines guten Aussehens bewusst und Red war auch nur ein Mädchen, das offensichtlich Gefallen an seinem Äußeren gefunden hatte. Da war sie nicht die Erste, aber sicherlich auch nicht die Letzte. Und so gerne er ein spitzbübisches Kommentar abgegeben hätte, um sie zu necken, so musste er sich zurückhalten. Er durfte sich nicht ablenken lassen. Nicht schon wieder.
      Red holte ihn aus seinen Gedanken als sie ihn mit etwas Wasser aus ihrem Bottich bespritzte. „Achso.. Du möchtest es also auf die harte Tour lernen“, gab er schmunzeln von sich, tunkte seine große Hand ins Wasser und warf ihr eine gewaltige Ladung der Flüssigkeit ins Gesicht. Arthur prustete los. „Fang nichts an, was du nicht gewinnen kannst!“ Doch das Mädchen hatte nicht aufgegeben und warf ihm erneut etwas Wasser ins Gesicht, woraufhin Arthur mit der gleichen Geste antwortete. Die Wasserschlacht nahm ihren Lauf, die Arbeit wurde allerdings nicht vergessen. Nachdem die beiden Anführer ihre harmlose Schlacht beendet hatten, fuhren sie mit dem Abwasch fort. Die ganze Zeit über trug der Schwarzhaarige ein breites Lächeln auf den Lippen. Er hatte schon lange nicht mehr so einen Spaß mit jemanden gehabt, der nicht John war. Es erfreute ihn mit Leben und ließ ihn den harten Alltag für einen kurzen Moment vergessen. Er vergaß das Mal, das ihn zum Anführer der Sacris Lumen auserkoren hatte, und er vergaß die Last, die dadurch auf seinen breiten Schultern ruhte. Arthur konnte vergessen und für einen kurzen Moment ein normaler Jugendlicher sein. „So, das war‘s“, triumphierte er und stellte den letzten Teller zum Trocknen an den Rand. Der Abwasch war nicht so nervig gewesen, wie er vermutet hatte, jedoch war er trotzdem froh darüber endlich fertig geworden zu sein. Außerdem hieß es, dass Red und er jeden Moment aufbrechen würden. Sie packte Küchlein ein, die herrlich dufteten und Arthur das Wasser im Mund zusammenlaufen ließen. Auf diese freute er sich jetzt schon! „Ich warte draußen am Lagerfeuer auf dich.“ Sie verließ das Zelt und er tat es ihr gleich, nachdem er sich nochmals in der aufgeräumten Küche umgesehen hatte. Dieses Mädchen war noch nicht einmal einen Tag in diesem Camp untergekommen und hatte bereits alles auf den Kopf gestellt. Lächelnd schüttelte er den Kopf. So einer war er noch nie begegnet.

      Mit seinem Bogen im Gepäck und der richtigen Kleidung versehen, wartete Arthur am Lagerfeuer auf das Mädchen in Rot, dessen Kapuze er bereits aus seinem Zelt treten sah. „Ich zeig dir erst einmal die nähere Umgebung, dann sollten wir es bis Sonnenuntergang zu meinem Lieblingsplatz geschafft haben“, erklärte er das Vorgehen und wand sich dann dem Wald zu. Vielleicht sollten sie erst einmal bei Talia nach dem Rechten schauen gehen. Der Wolf des Rotkäppchens war noch nicht wiedergekommen und Arthur begann sich um das kleine Geißlein zu Sorgen. Er kletterte auf einen der Bäume und folgte dem Pfad, der die beiden zu der kleinen Hütte des Zickleins führen sollte. „Hier wohnt Talia. Falls du mal eine heilende Salbe brauchst kann sie dir helfen. Ihr würdet euch sicher mögen.“ Allerdings war von der jungen Dame keine Spur zu sehen. Ob sie Kräuter sammeln war? Ihr ging es sicherlich gut, versicherte Arthur sich. Sie kannte den Weg zum Camp. Wäre etwas Geschehen, dann hätte sie es sicherlich aufgesucht. Zudem war er nicht ihr Vorgesetzter. Sie war bereits erwachsen und kam allein zurecht.
      Den restlichen Nachmittag über zeigte Arthur ihr den restlichen Wald, darunter den See, eine alte Höhle und die restlichen Baumpfade seiner Gruppe. Nun sollte sie sich einigermaßen im Wald zurecht finden. Gerade folgten die beiden einem Pfad, der zu dem Lieblingsplatz des Mannes führte. „Ladies first“, gab er von sich und schwenkte seine Hand einladend zu der Treppe, die an einem riesigen Baumstamm entlang noch weiter nach oben führte. Nachdem Red die Treppe erklommen hatte, folgte ihr auch Arthur nach oben. Bei dem Lieblingsplatz des jungen Mannes handelte es sich um eine riesige Plattform aus Holz oberhalb der Baumkronen des Sheerwood Forests. Von diesem Aussichtspunkt aus konnte man jegliche Orte des Waldes überblicken, darunter einige Lichtungen, sowie den See, welchen Arthur ihr zuvor gezeigt hatte. Doch das Beste an diesem Ort war, dass man einen wundervollen Blick auf den Horizont hatte. Man konnte den Sonnenunter- sowie aufgang ungestört beobachten. Er erinnerte sich an die Zeit als er mit seinem Vater hergekommen war. Sein Vater hatte ihm stolz erzählt, dass er Arthurs Mutter an diesem Ort zu seiner Gefährtin gemacht hatte. Und auch Arthur hatte bereits jemanden hier hochgebracht in der Hoffnung, dass auch sie für immer zusammen bleiben würden. „Und was sagst du? Toll, oder?“ Erwartend sah er zu dem Rotkäppchen, während die Sonne bereits damit begann sich für den heutigen Tag zu verabschieden.
    • Serafin

      Ein Wolf und ein Geißlein. Das war keine Geschichte die gut für beide Parteien endete und doch saßen sie sich friedlich gegenüber. Vielleicht lag es daran dass sie sich in menschenähnlicher Gestalt begegnet waren, vielleicht aber auch weil Serafin noch satt von der Jagd war aber er hatte nicht das Bedürfnis ihr Leid antun. Im Gegenteil. Vielleicht waren es ihre großen, runden leicht schimmernden Augen und das zaghafte doch dennoch niedliche Wesen welches ihm an einen Welpen erinnert doch in den Wolfjungen stieg der drang auf das Weiblein vor ihn beschützen zu wollen. Ähnlich wie er auch über seine beste Freundin wachte.
      Der leichte rosa Schleier der sich auf ihre Wangen gelegt hatte stand ihr gut. Es passte zu einen so lieblichen Weibchen. Serafin schüttelte den Kopf. "Mh-mh. Nein ich glaube du riechst trotzdem nach einen Frühlingsregen." Das war er... das musste ihr Geruch sein. Dieser und jenen welchen Ziegen nun mal hatte. Doch dieses Zieglein war anders. Es hatte eine menschliche Form so wie er auch. Sie waren beide anders als alle anderen ihrer Art. Und noch eine Gemeinsamkeit war in ihrer Vergangenheit zu finden. Auch wenn es keine schönen Gemeinsamkeit war. Doch wie sagten die Menschen? Geteiltes Leid war halbes Leid?
      Es war nur natürlich Talia bei den leisen Knurren das Weite suchte, dennoch hatte Serafin dies nicht gewollt. Es tat ihm sogar leid. Für ein Moment hatte er sich selbst erschreckt und sich gefragt ob er etwas falsch gemacht hatte. Dann fiel ihm wieder ein, dass sie ihm immer noch als einen Wolf und somit als ihr Feind sehen musste. "T-Talia..." begann er leise wispern, verstummt aber als sie die ersten Worte verlauten ließ. Während sie ihm von diesen John berichtete Stellten sich seine Ohren auf und richteten sich nach einigen Richtungen aus. Seine Haltung war seit der Erwähnung von Arthur angespannt, was sich bis jetzt nicht ganz geändert hatte. Doch dann stellte sie eine äußert amüsante Frage und der Wolf entspannte sich wieder. "Pfff. Ich habe keine Ahnung. Menschen sich komische Wesen." Sie waren weder stark, noch schnell oder wendig, sie waren aber auch nicht immer die schlausten Lebewesen gewesen und doch hatten sie verstanden den Pinsel von Mutternatur zu nutzen.... So waren sie an die Spitze der Nahrungskette gelangt und hatten sich längst den Erde selbst untertan gemacht. "Ich lebe jetzt schon lang unter den Menschen und verstehe sie immer noch nicht ganz." Gab er kleinlaut zu. Das wollte er ehrlich gesagt auch nicht. Trotz all der Jahre unter ihnen war er immer noch ein stolzer Wolf. Das sollte auch so bleiben. Das war auch der Grund weshalb er das Lager der Scaris Lumen lieber meiden würde.
      Der strahlend blaue Himmel über den Köpfen der beiden begann sich für einen Moment hinter weißen Quellwolken zu verstecken. Es schien jedoch nicht so als würde es gleich regnen wollen. Dennoch war die magische Atmosphäre dieser Lichtung mit einmal eine andere. Ergebnis dieses Schauspieles war zwei einzelne Tropfen die auf der Nase der Beiden zerplatzen. Mit den Zerspringen des Wassertropfens war eine Stimme zu hören welche "Bring ihn zu mir." säuselte. Serafin selbst hatte diese Stimme nie gehört doch auch wenn er sich umsah war da niemand. Wen sollte er wohin bringen? Talia hingegen hatte sie verstanden. So schien es zumindest. "Weißt du wen diese Stimme gehört und was sie gemeint hat?" Begann der Wolf einfach direkt zu fragen.

      Als Serafin den kleinen Zieglein folgte blieb immer etwas auf Abstand. Es war nichts Neues für ihm hinter einen jungen Mädchen zu laufen doch dieses Mal war dieses Mädchen eigentlich eine junge Ziege. Eines seiner Beutetiere, welches er kaum kannte. Dennoch.... diese Stimme war etwas Magisches. Es war sicher gut der Sache auf den Grund zu gehen. Der Wald war ein geweihter Wald, er war heiliges Territorium des Sonnengottes. Das machte ihn schon magisch und zu etwas besonderen aber.... tief im Inneren gab es noch etwas anderes. Eine große magische Macht... fast so wie die, der weißen Hexe.

      Der Weg von den lieblichen Zieglein namens Talia und dem großen Wolf führte durch dichtverwachsene Wege des Unterholzes. Wege die nicht oft begangen worden. Dennoch schien es so als würde jemand oder etwas den Wald anleiten die beiden passieren zu lassen. Kaum waren die Beiden einen Schritt gegangen tat sich der Weg hinter ihnen wieder zu. "Ähm ... T-Talia?" Serafin gefiel dies gar nicht. Nicht das es ein Hinterhalt von jemanden war. "Serafin!" Mit einmal blieb er stehen. Da hatte doch- ... "Hier unten." Neben seinen Füßen im dichten Geäst sahs die Hans und schüttelte ihr Gefieder. "Was macht ihr denn hier? Und wo ist Erial?" War sie jetzt ganz allein? "Sie ist vor einer Weile mit diesen Arthur als Erkundungstour gegangen." Erklärte diese und wand ihren Blick auf das Geißlein vor ihnen. "Worauf wartest du? Nimm mich mit. Ihr nach sonst verlieren wir sie." Die Gans tat schon gut daran ihm vom Erial abzulenken. Außerdem wollte auch sie erfahren welches Wesen hier neben den Gott den Wald beschützte. Der junge Wolf ging in die Hocke um den Vogel auf den Arm zu nehmen. Auf ihre Anweisung schüttelte er leicht den Kopf. "Wenn ich zu schnell hinter her eile könnte sie glauben ich würde hinter ihr her jagen und ich möchte sie nicht verschrecken." Außerdem waren nur einige größere Schritte nötig um Talia einzuholen. Heraus kamen die drei an einer ehr unscheinbaren Stelle des Sees. Es war ein kleiner Quell der den See scheißte. Dieser lag im Schutze einer alten Trauerweide. Es war ein hohler Baum der einen geheimen Weg in den Untergrund verbarg. Immer wieder auf den Weg nach unten war Serafin bemüht der jungen Dame vor sich zu helfen damit sie nicht fiel, beließ es aber dabei. Er wollte Talia noch immer nicht verschrecken und mit der Gans auf den Arm hätte er sie eh nicht auffangen können. Irgendwann ganz unten durchdrang helles, leicht bläuliches Licht die Dunkelheit. Der Wolf kniff seine eisblauen Augen zusammen. Das hatte er nicht erwartet. Tief unten im Erdreich war fast nur Wasser.

      Ein See unter den See. - der See der Wahrheit. Das Zuhause von Nimue. Hüterin der Quelle, die Dame vom See, Herrin des Wassers, die Regentrude oder auch die fließende Königin genannt. Einzelne Punkte und Strecken waren vom Wasser freigelegt. Auf den sandigen Boden waren allerhand Meeresschätze wie Muscheln zu finden. Hier und da wuchsen Farne, Wasserlilien und Schilf. Und umgeben schien die Umgebung von freuchtwarmen Nebel. Nimues Hofstaat bestand aus den Meervolk aber auch aus allerhand Wasser- sowie Naturgeistern, bis hin zu den Seelen Ertrunkener. Der Legende nach konnten nur Ertrunkene, eine reine Jungfrau mit ihren Liebsten oder diejenigen in ihr Reich kommen den sie Einlass gewehrte. Auch als Lebender konnte man sich ihren Gefolge anschließen, musste aber für ewiger Jugend an ihrer Seite den bittren Preis des Vergessens bezahlen.

      Auffällig war, das neben ihr kaum Erwachsene zu sehen waren. Meist waren es Kinder die diese Grotte mit ihren Lachen erfüllten. Und doch schien Nimue selbst stehts traurig zu sein. Während viele der Kinder freudig auf Talia zu kamen um sie willkommen zu heißen und mit ihr zu spielen, lag Nimue selbst auf einen Gebilde aus Muscheln, Sandstein und Korallen. Dieses schöne Gebilde übertrumpft jeden Thron eines sterblichen Königs. Gehüllt war der blasse erscheinende Astralkörper im lange leichte Stoffe in weiß-blau Tönen, welche wie ihre Haare von einer Strömung getrieben wurden. Es schien fast wie das Wellenspiel auf der Wasseroberfläche. Es war ein stimmiges Bild... ein stimmiges Bild mit einen Markel.... ihre roten Haare. Die Kinder welche sich ganz offensichtlich über Talias Anwesenheit freute wischen vor Serafin und seiner Gans zurück. Nur weniger schienen sich aus Neugierde anzunähren.

      Die fließende Königin erhob sich von ihren Thron und die Kinder verstreuten sich in alle Himmelsrichtung. Fast wie verdampfende Wassertropfen. Sie breitete ihre Arme aus. "Talia, mein Kind... mein geliebtes Herzenskind." Lud sie das Zieglein ein Schutz und Geborgenheit in ihren Armen zu finden. Von all den armen und verlorenen Kindlein welchen sie sich angenommen hatte, war das Zieglein ihr Liebstes. Sie war ... lebendig. Und Unterschied sich dadurch sehr von den Kinderseelen hier unten. Sie war stehts warm und konnte Nimue von den Geschehnissen aus der Welt der Steblichen erzählen. Vor Jahren schon hatte sie sich den kleinen Wesen angenommen, es gepflegt und gehütet.... ja sie hatte Talia sogar frei auf der Welt der Sterblichen leben lassen als sie wieder diesen Wunsch geäußert hatte. Das süße Mädchen von damals war zu einer jungen Schönheit erwachsen, welche ihre kindliche Unschuld dennoch nicht verloren hatte. "Warum hast du auch sie zu mir geführt?" Fragte sie mit etwas strengeren Ton und bedachte die Gans mit einen finsteren Blick. "Mit Verlaub. Auch ich werte Dame, bin drauf bedacht meine Schützlinge, die mir lieb und teuer sind zu schützen." Konterte der schöne Vogel und machte Serafin verständlich das sie herunter gelassen werden wollte. Serafins Ohren begannen zu zucken. Hatte er gerade? Etwas verwirrt sah er sich um. Es war nur ganz dumpf im Hintergrund aber er hätte schwören können Erials Lachen gehört zu haben. War war sie auch hier?!

      4c6dc682dca11730b1f3a8278198e26b.jpgJohnathan

      Auch wenn der rothaarige Schelm nur mit den Schultern gezuckt hatte, war ihm alles andere als wohl dabei diese Frau im Lager zu haben. Er wusste genau das machte nur Ärger. Und lästiger Weise fing es schon an. Es war nicht einmal eine schlimme Bemerkung gewesen und doch wies Arthur ihn vor allen anderen zurecht. Oh nein...nein, nicht schon wieder! Die zwei jungen Männer waren wie Brüder und diese Giftschlange von damals hatte es beinah geschafft sie zu entzweien. Als der Schwarzhaarige John dann endlich wieder Gehör geschenkt hat, war er gebrochen und nur noch ein Schatten seiner Selbst. Das durfte nicht wieder passieren! Das würde nicht wieder passieren, dafür würde er sorgen. Nach dem Essen hatte sich der junge Mann wie üblich aus den Staub gemacht um nicht den Küchendienst von heute früh fortführen zu müssen. Ob er zum See fischen gehen sollte? Das machte der rothaarige nämlich ziemlich gern. Es besorgte etwas zu Essen, man konnte sich mit anderen messen und oft dabei schlafen. Er hatte gerade seine Sachen zum fischen zusammen gesucht da kam ihn ein grandioser Einfall. Vielleicht half es ja schon wenn Arthur mit zum fischen käme. Ein Gespräch unter Männern hatte schon immer hier und da geholfen. Man musste den verwirrten Geist sicher nur an seine Pflichten und Prinzipien erinnern. Also machte sich John auf den Weg zu Artuhrs Zelt. Doch da war niemand. Er hatte nicht gesagt, dass er aus den Lager gehen wollte... auch sonst war Arthur nicht im Lager zu finden. "Hey, habt ihr Archie irgendwo gesehen?" Begann er schließlich seine Gefährten zu befragen. "Soweit ich weiß wollte er den jungen Mädel in der Küche zur Hand gehen." Bekam er endlich eine Antwort. "Hah? Arthur und Küchenarbeit?" Freiwillig? Er hatte doch noch nie...? Hatte ihn dieses Weib ihn etwa gezwungen? Leise und besonders vorsichtig um nicht mit schuften zu müssen schlich er sich an das Küchenzelt. Bereits davor konnte er das helle Lachen dieses Mädchens hören. Doch noch schlimmer auch Arthur lachte. "Nicht gewinnen kann?! Haha, pass gut auf Freundchen. Glaub bloß nicht dass ich davor zurück schrecke den ganzen Bottisch über deinen Kopf auszugießen." Die beiden schienen wirklich viel zu viel Spaß zusammen zu haben. Fürs erste zog sich der Rotschopf zurück. Aber nicht für lang. Langsam

      John ließ sich lieber bei der Feuerstelle nieder und behielt den Blick auf das Zelt. Zum Glück verließ das Mädchen bald allein das Zelt. Weniger erfreulich war aber dieses Lächeln in Arthurs Gesicht als er kurz darauf folgte. Langsam richtete sich John auf und schritt mit verschränkten Armen seinen besten Freund entgegen."Oh nein... Archie... was ist es dieses Mal? Ihr strahlendes Lächeln? Die liebliche Erscheinung? Ganz Egal. Vergiss es. Schlag dir das Weib aus den Kopf! Oder muss ich dich daran erinnern was das letzte Mal passiert ist. Sie ist weder ein Mädchen für eine Nacht noch eine für den Rest deines Lebens."

      Erial

      Es fühlte sich irgendwie gut an wieder einmal richtig gelacht zu haben und doch machte sich ein schlechtes Gewissen in ihr breit. Sie scherzte hier so unbeschwert während ihren Bruder und ihren Lanzenschwestern sonst etwas angetan wurde.... "Wo willst du alles mit ihn hin?" Riss sie das gsschnatter der Ente aus den Gedanken. "Hm? Was? Oh.... Arthur wollte mir den Wald zeigen. Damit ich mich hier besser auskenne." Antworte Erial leise und sah sich nach ihren Bogen um. Die Gans betrachtete den Korb. "Mit Kuchen und Wein?" Die Schön legte Bogen und Köcher an. "Das ist.... wir brauchen ja Proviant. Da ist doch nichts dabei." Es war ja auch nicht wie eine Verabredung oder so. Mit einer Aufpasserin wie der Gans- "Dann mal viel Spaß." Moment mal...was? "Du willst hier bleiben?" Der Vogel nickte. "Ich bin müde und muss mich auch mal ausruhen." Erial nickte bedacht. "Okay.... dann... bis später." Jetzt war die ganze Situation doch etwas... befremdlicher. Als das Rotkäppchen das Zelt verließ und sich nach Arthur umsah um mit diesen die Erkundungstour zu beginnen, erblickte sie erst diesen ungehobelten Rotschopf welcher ziemlich genervt die Feuerstelle verließ. "Ist.... alles in Ordnung?" Fragte das Mädchen vorsichtig nach.

      Der Wald des Sonnengottes war wirklich riesig. Er schien beinah größer als der heilige Wald der Mondgöttin. Doch beide Wälder hatten auf ihren Weise eine unbeschreibliche Schönheit inne. Irgendwann kamen sie an der Hütte seiner Freundin an. "Sie scheint nicht hier zu sein." Murmelte Erial leise während sie die Hütte nähr betrachtete. So eine kleine, liebliche Hütte im Wald... daran konnte auch die Prinzessin gefallen finden. "Wie kannst du dir da so sicher sein? Du kennst mich doch kaum." Ergänzte sie mit einen frechen Grinsen. Vorsicht nahm Erial einen der Kuchen aus ihren Korb und schlug ihn in in Tuch ein, ehe sie ihn in das Fensterbrett der Hütte legte. "Okay... wenn du nicht warten möchtest kann es ja weiter gehen."
      Tatsächlich war das hübsche Mädchen sehr fasziniert von den schönen und großen See. Er schien so friedlich...aber anders als die verträumten Lichtungen des Waldes.tauchen. Genau so wie sie es als kleine Prinzessin gemacht hatte. Selbst wenn sie tauchte konnte man von Zeit zu Zeit den blauen Schein des Mondjuwels sehen.
      Als die junge Frau aus den Wasser stieg war ihr nicht einmal kalt. Das könnte auch an den manischen Stein liegen, den sie um ihren Hals hängen hatte. Als aller erstes ergriff sie ihre karamellfarbenen Haare und frang sie aus. Danach war ... so gut es halt möglich war ohne sich ganz vor den jungen Anführer zu entblößen das Unterkleid dran. Anschließend verhüllte sie sich doch wieder mit den schönen roten Stoff ihres Umhangs. Lange dauerte es nicht bis auch das Unterkleid wieder trocken war. In diesen Wald war es immerhin immer angenehm war. Am Tag noch mehr als in der Nacht. Und so zog sich das Rotkäppchen erneut mit den Worten "Und gnaden dir die Götter wenn du lunzt!" Hinter den Lorbeerstrauch zurück um auch ihre restlichen Sachen wieder anzulegen.

      An diesem Tag war schon so viel passiert mit dem Erial nicht gerechnet hatte. Es war lang her das sie den Luxus genoss, spontan zu entscheiden was sie an einen Tag machen wollte und was nicht. Um so kostbarer erschienen ihr diese gemeinsamen Stunden mit Arthur. Den jungen Mann den sie kaum einen Tag kannte und doch... irgendwie hatten diese vergangenen Stunden sie enger zusammen gebracht. Diese merkwürdigen Verbundenheit war stärker geworden. Da war sie sich sicher. Bedächtig schweigend schritt die Prinzessin neben Arthur her bis dieser stehen blieb. Auf seine Worte zog sie skeptisch die Augenbraue an. Gerne hätte sie ihn noch einmal die Nachteile der Rollenklischees erklärt. Dann seufzte sie jedoch und schüttelte schmunzelnd ihren Kopf weshalb ihre kleinen Löckchen, die sich druch den Trocknen nach den spontanen Bad im Fluss gebildet waren, sacht hin und her wippten. "....Danke sehr." Säuselte sie noch immer recht amüsiert und schritt selbstbewusst die Treppe hinauf. Mit solch einen Ort hatte sie hier gar nicht gerechnet. Das alles zog sie so sehr in den Bann und nahm sie so völlig ein, das sie Arthurs Anwesenheit kaum bemerkt und beinah völlig vergessen hatte. Der weite Rundumblick war atemberaubend. Aber....so schön es war es erinnerte sie auch am ihr Zuhause welches sie seit über 10 Jahren nicht mehr gesehen hatte weshalb das hübsche Gesicht des Mädchens von Wehmut geplagt wurde. Etwas traurig ließ sie sich auf der Plattform nieder. "Ja...es ist wunderbar." Ohne ihren Begleiter anzusehen begann sie auf einen weiteren Tuch den letzten Honigkuchen und den Wein auszupacken. "Ich fürchte nur das ist ein Platz der .... nun ja..." Erial machte eine kurze Pause und blickte zu Arthur auf. Für einige Sekunden begannen ihre Wangen sich zu verfärben. Bis zu den Moment so wie ihren Blick zur langsam untergehenden Sonne wand. "...der dir und deiner Liebsten oder engem Freunden vorbehalten ist und nicht mir. Ich.... ich glaube ich sollte lieber gehen." Das junge Mädchen sprang tatsächlich von ihren Platz auf. So schnell wie gedacht konnte sie aber nicht herunter eilen. Zumindest ohne zu riskieren von der Treppe zu fallen. Ob Arthur diesen doch recht peinlichen Fluchtversuch krumm nehmen würde?

      "In this world there are only corpses and future corpses,who cares if someone hates you...you'll both be dead one day anyway."
    • Talia

      Es war ein wahrliches Bild der Götter. Ein Wolf und ein junges Zicklein saßen beieinander, ohne das ein Tropfen Blut den Körper des schwächeren Beutetiers verließ. Selbst Talia konnte nicht glauben, dass sie mit einem Wolf sprach. Ihre Mutter hatte ihr stets gepredigt, niemals mit einem Wolf zu sprechen geschweige denn mit ihm zu gehen. Bis jetzt hatte das ehemalige Geißlein sich daran gehalten, doch die Umstände dieser Begegnung ließen ihr keine Wahl. Er hatte auch durch einen mächtigen Zauber zu seiner menschlichen Gestalt finden können, so wie es einst Talia möglich gewesen war. Dadurch verband sie eine Gemeinsamkeit, die die kindliche Neugier des Zickleins erweckt hatte. Sie wollte mehr über den Wolf erfahren, jedoch gleichzeitig auf Abstand bleiben. Neugier war der Katze Tod, hatte ihre leibliche Mutter einst gesagt. Sie hatte es von den Menschen aufgeschnappt und ihren Kindern davon erzählt, um sie zu belehren. Doch Talia hatte nie verstanden, warum Menschen von solchen Sprichwörtern Gebrauch nahmen. Besonders da dieses grausam war. Konnten sie es nicht ausdrücken, wenn sie etwas sagen wollten und versteckten sich deswegen hinter Metaphern? Die Sprache der Menschen war kompliziert, weswegen das Geißlein ewig gebraucht hatte bis sie jene angemessen sprechen und verstehen konnte. Auf Serafins Aussage, das Menschen komisch waren, prustete sie los, hielt sich allerdings sofort den Mund. Es war ihr unangenehm, doch sie hatte ihr Lachen nicht mehr stoppen können. „...Leid… Ähm.. Tut mir Leid… Aber ja, du .. hast recht..“ Sie waren wirklich komische Wesen. Warum schämten sie sich für ihre Körper und versteckten diese hinter ihrer Kleidung? Arthur hatte ebenfalls darauf bestanden, dass sie diese Stoffe an ihrem menschlichen Körper tragen sollte. Sie hatte nicht verstanden warum, jedoch willigte sie ein. Immerhin wollte sie nicht allzu sehr auffallen, was mit ihren zwei Hörnern auf dem Haupt schon schwer genug war. Wenn die Menschen auf ihre komische Kleidung bestanden, so würde sie jene an ihrem Leib tragen.
      Eine graue Wolke zog sich über den Beiden zusammen und veränderte die Atmosphäre, welche zuvor auf der blühenden Lichtung geherrscht hatte. Talia wusste sofort, wer ihr eine Nachricht zukommen ließ. Doch was war das Anliegen jener Person? Obwohl die graue Regenwolke mit ihrer düsteren Erscheinung einen herrlichen Schauer versprach, so fielen lediglich zwei Tropfen Wasser und die Wolke löste sich auf. Je ein Tropfen pro Nase. Als die Regentropfen auf den Nasen der eigentlichen Tiere zersprangen, vernahm sie eine Nachricht. Eine liebliche Stimme, welche sie überall erkennen würde, sprach zu ihr. Doch … Es war keine Nachricht, die ausschließlich dem Zicklein vorbehalten war. Auch der Wolf hatte die Nachricht der Frau erhalten, die sich scheinbar um ihn handelte. Sie sollte Serafin zu ihr bringen? Nimue wollte ihn kennen lernen? Hatte er etwas angestellt? Talia konnte sich keinen Grund ausmalen, weswegen sie ihn hätte sehen wollen. Nichts desto trotz stand sie auf und wies dem Raubtier an ihr zu folgen.

      Sie kannte den Wald, wie sie nur sich selbst kannte. Wahrscheinlich kannte sie ihn besser als Arthur und seine Spione, denn der Wald hatte Gegenden, die er ungewollten Gästen vorenthielt. Nur wenige Seelen kannten die Wege oder waren dazu gestattet jene Pfade zu gehen. Und Talia war einige der wenigen Sterblichen, der dieses Recht gewährt worden war. Sie betrat einen dicht verwachsenden Pfad, der keinerlei Anzeichen besaß, dass überhaupt eine Menschenseele ihn jemals gegangen war. Warum sollten sie es auch tun? Die Sicht, die man von diesem Weg aus erhaschte, deutete lediglich auf Bäume, Ranken, Sträucher und noch mehr Bäume hin. Selbst die Tiere, die diesen Wald bewohnten, mieden diesen Teil. Es machte den Eindruck als gäbe es hier nichts. Doch Talia wusste, dass es sich bei dieser Gegend um etwas ganz besonderes handelte. Sie erinnerte sich an den Tag vor über 10 Jahren, an dem sie diesen Weg zum ersten Mal gegangen war. Die Stimme, welche der jungen Dame und dem Wolf die Nachricht hatte zukommen lassen, hatte sie dazu ermuntert dem Weg zu folgen. Es war kein Fehler gewesen, so wie das Geißlein damals befürchtet hatte. Es war ihre Rettung.

      Es war nicht mehr weit, als der Wolf noch weiter hinter sie fiel, doch das Zicklein hatte davon nichts mitbekommen. Sie konnte lediglich die Stimme Nimues in ihrem Kopf hören, die sie weiter dazu animierte ihren Weg fortzuführen. Sie hatte sie wohl schmerzlichst vermisst. Der Wald neigte sich langsam dem Ende zu und sie kamen am See des Sheerwood Forests heraus. Es war eine unscheinbare Stelle, die nicht besonders auffiel. Wäre nicht noch die liebliche, alte Trauerweide. Talias Blick fiel auf den jungen Wolf, der plötzlich eine Gans auf seinen Armen trug. „..Wo?“, fing sie an, beließ es jedoch dabei. Handelte es sich bei dem weißen Vogel um seinen Nachmittagssnack? Allerdings … ging von der Gans eine eigenartige Energie aus. Diese Energie glich der Magie der Nimue .. Doch dieses Tier war lediglich eine Gans, oder? Nein, es konnte sich bei diesem Vogel nicht um eine einfache Gans handeln. So wie Serafin und sie keine gewöhnlichen Tiere mehr waren, so war diese Gans keine normale Gans.

      Trotz des Faktes, dass sie beinahe ihr ganzes Leben an diesem Ort unter Wasser verbracht hatte, faszinierte die Aussicht sie immer wieder aufs Neue. Wenn sie ihren Kopf nach oben richtete, konnte sie die Wasseroberfläche des Sees sehen. Sie konnte sogar die weißen Wolken und den blauen Himmel erkennen. Ihr Zuhause war ein Schloss unter der Wasseroberfläche. Doch nicht alles war von dem Wasser umgeben. Viele Wege waren von diesem befreit worden, wodurch auf diesen Farne, Wasserlilien und Schilf wuchsen. Talia erinnerte sich an die vergangenen Tage der Kindheit als sie mit den anderen Kindern, die hier unten lebten, Kronen aus den Pflanzen hergestellt hatte. Sie hatten ihr stets die schönste der Kronen aufgesetzt und sie „Prinzessin“ genannt. Talia hatte dies immer erröten und bestreiten lassen, jedoch hatte ihr dieser Titel tief in ihrem Inneren gefallen. Da Nimue sie als ihre eigene Tochter sah und sie gleichzeitig die Königin dieses wunderschönen Reiches war, traf die Bezeichnung, die ihr die anderen Kinder gegeben hatten, höchstwahrscheinlich zu.
      Und kaum hatte sie ihren Blick von den hübschen Wasserlilien gewandt, so kamen ihr auch schon die Strolche entgegen, die sie als ihre Geschwister betrachtete. Sie nahmen sie in den Arm und begannen sogleich mit ihr zu spielen. Trotz dessen das Talia keine verstorbene Seele war und somit ständig wuchs und alterte, hatten die Kinder sie nicht als ihre Schwester und Spielgefährtin verstoßen. Das Geißlein hatte ständig befürchtet, dass die Kinder nicht mehr mit ihr spielen wollten, wenn sie immer Älter wurde, immerhin kam sie als ein kleines Zicklein zu ihnen. Gegangen war sie als eine erwachsende Frau, während sich die Kinder niemals veränderten. Sie waren dazu bestimmt für immer jung zu bleiben. Die Kinder zogen sie regelrecht zu der schönen Frau, deren Körper in wunderschönen Stoffen aus weiß und blau gehüllt war. Ihr langes rotes Haar, für das Talia sie stets beneidet hatte, verlief in Wellen hinter ihr. Nimue war so schön wie eh und jäh, und diese Schönheit würde niemals vergehen. „Mama!“, rief Talia fröhlich und begab sich in die Arme ihrer Ziehmutter, welche sich all die Jahre um das verwaiste Geißlein gekümmert hatte. Sie schmiegte ihren Körper an jenen der Wasserkönigin und seufzte zufrieden. Die Oberfläche betrachtete sie als ihr Zuhause, doch an Nimues Seite fühlte sie sich immer noch am wohlsten. Nach einer kurzen, aber innigen Umarmung ließ das hübsche Mädchen die Frau wieder los und nahm an ihrer Seite ihren gewohnten Platz ein. „Ich wusste nicht, dass die Gans dich stört. Sie war .. plötzlich da“, erklärte das Mädchen. Woher die Gans plötzlich gekommen war, konnte nur Serafin oder die Gans selbst erklären. Als eben jener Vogel zu sprechen begann, war Talia nicht wenig überrascht. Es war also doch eine magische Gans! Ob sie auch von jemanden verhext wurde? Das junge Geißlein hatte so viele Fragen, die sie der weißen Gans hatte stellen wollen! Doch würde es nicht dazu kommen. Eines der Kinder griff nach ihrer Hand und zog sie hinter sich her. Dann würde sie wohl vorerst mit ihnen spielen müssen. Was sie jedoch verwunderte war, dass die Kinder ebenfalls Serafin zum Spielen einluden. Sie hatten ihn bereits an der Hand und führten ihn und Talia zu dem Gelände, das den Kindern zum Spielen gegeben worden war. Es war eine große und geräumige Fläche, die den Geistern der Kinder genügend Raum zum Spielen und Austoben gab. Es gab ein Klettergerüst, das überwiegend aus dem magischen Sand der Nimue gebaut worden war. Ebenso war an jenem eine Rutsche aus Wasser, die in einem kleinen Pool aus eben jener Flüssigkeit endete. Neben dem Klettergerüst fanden sich sogar selbstgebaute Sandburgen der Kinder wieder, deren Bewohner oftmals Puppen, die aus Schilf angefertigt worden waren. „Lia“, begann ein kleines Mädchen und deutete dem Geißlein sich zu ihm herunter zu beugen. „Ist das dein Geliebter? Was will er denn hier?“ Augenblicklich errötete Talia, welche die Frage der Jüngeren überhaupt nicht erwartete hatte. „Natürlich nicht! Mutter wollte, dass ich ihn herbringe“, rechtfertigte sie sich und sah in das grinsende Gesicht des Mädchens. „Pff, du hast doch keine Ahnung!“ Das Mädchen kicherte und zog Talia zu einer der Sandburgen, an denen schon die anderen Mädchen warteten. Serafin war doch nicht ihr Geliebter! Sie kannte ihn kaum und zudem war er ein Wolf! Das ging nicht. Sie waren auserkorene Feinde der Natur … und kein Liebespaar! Talia warf einen Blick über ihre Schulter. Das junge Männchen wurde gerade von den Jungen belagert, die mit ihm spielen wollten. Talia musste ein wenig Schmunzeln. Die Jungs freuten sich sehr darüber jemanden zum Spielen zu haben, der kein älteres Mädchen, wie Talia es war, war. Sie hatten sich schon immer einen großen Bruder gewünscht. Das Kichern der kleinen Mädchen zog das Zicklein wieder in das Hier und Jetzt. Mit geröteten Wangen drehte sie sich zu den kichernden Geistermädchen, die sie verschmitzt beobachteten. „Bildet euch bloß nichts ein!“ Doch es war zu spät und ihre jüngeren Schwestern hatten etwas gefunden, womit sie sie aufziehen konnten.


      Arthur

      Diese Aussicht erfüllte ihn mit Freude, doch gleichzeitig machte sich ein lang vergessener Kummer in ihm breit. Die Worte seines besten Freundes, der wie ein Bruder für den Schwarzhaarigen war, hallten noch immer in seinem Kopf. Es war nicht der Teil, der Red befasste. Es war die Vergangenheit, die er in seinen Sätzen angesprochen hatte. Es war der schmerzliche Teil vergangener Tage, der sich um Marion drehte. Ein Mädchen, das ihm und seiner Gruppe so viel Leid und Ärger eingehandelt hatte. Und diese Aussicht ließ die verstoßenen Erinnerungen an sie noch mehr aufbrodeln. Immerhin waren sie oft hier gewesen. Er wollte nicht mehr an ihr hübsches Gesicht denken, von dem er sich einst hatte verlocken lassen. Ihm würde nie wieder der gleiche Fehler unterlaufen, John wusste das. Er hatte ihm geschworen die Finger von den Frauen zu lassen bis dieser schreckliche Krieg vorbei war. Vielleicht sogar etwas länger. Die Worte des Rotkäppchens rissen ihn aus seinen Gedanken, denen er zu entkommen versuchte. Gott sei dank konnte er sich durch ihre Anwesenheit auf etwas anderes konzentrieren. Doch auch sie schien ihn abwimmeln und verschwinden zu wollen. Etwas grimmig griff er nach der Hand des hübschen Mädchens und zog sie zurück auf die Plattform – natürlich achtete er darauf sanft zu sein. „Dieser Platz ist für alle und niemanden vorenthalten. So wie es der Adel mit ihren Parks tut“, entgegnete er und sah sie ernst an. „Ich habe dich hierher mitgebracht, weil ich mich mit dir unterhalten wollte. Außerdem bist du sicher erschöpft vom vielen Laufen und Schwimmen, und den Kuchen haben wir auch noch.“ Er wollte einfach Ablenkung. Arthur konnte das Gesicht seiner ehemaligen Geliebten nicht mehr ertragen. „Die Abendsonne trocknet dein Haar und wärmt dich“, versprach er nun lächelnd und wand seinen Kopf gen Sonnenuntergang um diesen zu betrachten. Es war eine sagenhafte Aussicht. Das tiefe Orange der Sonne legte sich über den riesigen Wald und schien diesen für die Nacht zu umarmen um sich bis zum nächsten Tag zu verabschieden. Es würde nicht mehr lange dauern bis seine Schwester am Himmel stand, um jenen zu erleuchten, denn der Sonnengott war müde und wollte ruhen. Der Große lehnte sich zurück und atmete wohlig aus. Es war ein angenehmer Abend und die letzten Sonnenstrahlen kitzelten über sein Gesicht. „Wie ist dein Zuhause? Habt ihr auch so einen riesigen Wald?“ Er war neugierig, denn war er zuvor noch nie bei den Luna Amaris gewesen. Durch den Streit der Zwillingsgötter war ihm dies vergönnt gewesen. „Und wie gefällt es dir bis jetzt? Nimm John bitte nicht zu ernst, er meint es sicher nicht so..“ Er war sein engster Freund und Verbündeter, er wollte nur das Beste für ihn. Doch Marion war Vergangenheit und die Liebe würde vorerst im Hintergrund stehen. Zudem bezweifelte er, dass Johnathan sich ernsthafte Sorgen wegen Red machen müsste. Sie schien ebenfalls nicht an einer Liebesbeziehung interessiert. Es passte ebenso nicht zu den kommenden Ereignissen. Sie hatten keine Zeit um sich ablenken zu lassen. „Es gab nur ein kleines Problem vor einiger Zeit. Er möchte nicht, dass so etwas noch einmal geschieht“, erklärte der Schwarzhaarige und ließ seinen Blick zu dem blonden Mädchen gleiten. Ihr weiches und langes Haar ähnelte dem – Nein! Er wollte nicht mehr daran denken. Es war vorbei und lediglich das Hier und Jetzt zählte. „Dann gib mir doch bitte ein Stück von deinem Kuchen! Ich brenne schon den ganzen Tag darauf!“ Er hatte die Küchlein bereits in der Küche mit hungrigen Augen begutachtet. Schon lange hatte er keine leckere Süßigkeit mehr zu sich genommen. Das wollte er am heutigen Abend ändern.
    • Serafin

      Der junge Wolf sah sich noch immer nach seiner beste Freundin als eine kleine Hand seine umschloss. Oder zumindest wollte sie das, klammerte sich aber nur an zwei seiner Zimmer. Sie war nicht warm wie die eines gewöhnliches Kindes. Dafür klein und durchsichtig. Es war die Hand einer kleinen und verlorenen Seele. "Was ist?", flüsterte Serafin verwirrt und schob dir Augenbrauen zusammen. "Komm mit!" Das Kind war ziemlich stürmisch und wollte den Wolf gleich mit sich ziehen. Der Große blickte zu der Gans, diese schien nichts gegen die Kinderchen zu sagen haben. Kein Wort der Warnung und auch sonst keine weitere Silbe. Also ließ er sich geduldig mit ziehen. Diese Kinder waren wirklich zutraulich doch auch Welpen mussten lernen, dass nicht alles und jeder in dieser Welt ein Freund war. "Ist.... ist das wirklich Talias Mutter?", brachte Serafin schließlich aus sich heraus. Das Kind sah verwundert auf. Es schien nicht zu begreifen wie der Wolfsjunge solch eine Frage stellen konnte. "Sie ist die Mama von uns allen! ....hast du etwa eine andere Mama?" Talias... Geschwister waren alle tot? Als Welpen gestorben? Wobei... nein, diese Kinder schienen alle samt menschlich zu sein. Sie hatten nicht das geringste tierische Merkmal. "......meine Mutter ist schon lange tot.", murrte er leise und auch etwas traurig, doch das gestand er sich vor allem selbst nicht ein. "Tot? Was ist tot?" Serafins eisblaue Augen wurden groß und er streckte seine Ohren sowie seinen Schweif weit von sich. Wie erklärte man einen Geisterkind was 'tot sein' bedeutete. "Nun...Sie ist weg. Nicht mehr da und sie kommt.... auch nicht wieder. Sie ist an einen Ort den ich sie nicht erreichen kann, von dem ich nichts weiß, nicht mal wo er ist und... wo ich nicht so leicht hinkommen werde. Nicht ohne auch... nie wieder zu kommen.", Serafin hatte seine Zähne bei dieser Erklärung fest zusammen gepresst und knirschte schmerzlich mit den Zähnen. "Warum suchst du nicht nach einen Weg zu deiner Mama zu kommen? Nichts und niemand ist so wichtig wie eine Mama." Ja, so sprach wahrlich nur ein liebendes Kind. Der Wolfsjunge schluckte den schweren Kloß herunter der sich in den letzten Sekunden der Unterhaltung in seinem Hals gebildet hatte. "Hier gibt es noch einige wichtige.... Freunde mit denen ich noch etwas .... spielen will. Und Freunde den ich noch nicht oder noch nicht lang begegnet bin." Das Kind folgte seinen Blick. "So wie Talia?" Nun fühlte Serafin sich ertappt. Wieder standen die Haare seiner Ohren und seines Schweifs erschrocken zu Berge. Ein sanfter rosafarbener Schleier legte sich für einige Sekunden über seine Wange. "Das ... das geht nicht.", weil sein innerer Instinkt den der Wolf nach wie vor zu unterdrücken versuchte, immer noch nach ihren Blut verlangte. "Talia und ich... wir.... wir mögen uns nicht so sehr.... und das wird dich wahrscheinlich nie ändern." So in etwa konnte man doch einen Geisterkind erklären wie die Beziehung zwischen Jäger und Beutetiere sich verhielt...oder? "Und warum bist du dann mit ihr her gekommen?" Konnte dieses Kind denn nur Fragen stellen?! "Naja weil... deine ....Mutter? ...Das so wollte." Das Kind blieb stehen. "Wir sind da.", verkündete es. "Das ist unsere Spiellagune." Serafin Schloss für einen kurzen Moment seine Augen und begann zu schnuppern. Es roch tatsächlich nach Meer. "Heyaaaaa!" Ließ ihn ein Schrei aufschrecken, gefolgt von einen mächtigen Stoß der ihn so unerwartet wie er kam fast von den Füßen riss. Die Jungen hatten offensichtlich beschlossen lieber auf den großen Wolfsjungen statt auf den Klettermöglichkeiten herum zu klettern. "Hehe... na wartet!", rief der Größere grinsend. Im Raufen war er immer noch sehr gut. Auch wenn er kein Welpe mehr war.

      8df1e92458cfeec87918a2c7b157a243.jpgDie Gans/die weiße Hexe

      Für sie war es etwas unüblich zu sehen wie nah und zärtlich diese Zauberin mit ihren Schützlingen umging. Sie nahm das Zieglein in die Arme, strich durch sein Haar und gab ihr sogar einen Kuss auf die Stirn bevor es sich wieder aus ihren Armen stahl. So etwas hatte sie selbst nie getan, das hieß nicht das ihr ihre Schützlinge weniger am Herzen lagen. Dennoch hatte sie liebevolle Strenge bevorzugt als sie gleich mit gar mütterlicher Liebe zu überschütten. Die Kinder waren bemüht dieses Ziegenmädchen und Serafin weg zu führen. Wahrscheinlich weil diese Zauberin es so wollte. Es schien aber kein Hinterhalt zu sein weshalb die Gans den Wolfsjungen gehen ließ. Eine ganze Zeit lang sahen sich die Beiden nur abschätzig an. Dann wagte der schöne Vogel es langsam sich der Zauberin zu nähern. "Ich bin schon lang auf dieser Welt und ich bin schon vielen Wesen wie euch begegnet.", begann sie mit ihren Erzählungen. Während sie sich den Wasser nährte zeichnete sich langsam ein Spiegelbild auf der Wasseroberfläche ab. Dieses Spiegelbild stellte aber keinen Vogel da, sondern eine schöne Frau. Ihre Haut war hell, genauso wie ihr Haar. Sie hatte lange weiße Gewänder und eine silberne Rüstung. Sie schien älter als Nimue aber die Jahren standen ihr. Es war .... Die Gestalt der weißen Hexe. "Ich bin als weiße Hexe bekannt und kenne keinen anderen Namen. Ich komme von weit her um meine Pflicht zu erfüllen.......und meine Schuld zu begleichen.", sie machte eine kurze Pause. "Leider bin ich in dieser Form nicht fähig meine ganze Stärke zu nutzen." Nimue sah von den Spiegelbild auf. "Ich bin Nimue. Die Göttin des Wassers. Aber die Sterblichen nennen mich Hüterin der Quelle, die Dame vom See, Herrin des Wassers, die Regentrude oder auch die fließende Königin. Sofern sie meine Anwesenheit nicht wieder völlig vergessen haben.", stellte sie sich ihrerseits vor. "Dennoch... was sucht ihr hier im heiligen Wald Ilias?" Sie tat gut daran weiter misstrauisch zu sein. "Ich bin mit meinen Patenkind und Serafin hier um die Hilfe der Scais Lumen zu ersuchen." Der schöne Vogel wagte es an das Wasser heran zu treten und sogar mit den ersten Fuß ins kühle Nass zu tauchen. Die Zauberin atmete tief ein und aus während die Gans ihr entgegen schwamm. "Ich weiß wohl wie es um diese Welt jenseits des Waldrandes steht. Ich habe schon oft mit den Gedanken gespielt den Sterblichen mein legendäres Schwert zu leihen...aber ich weiß mich ebenso aus den Feden der Sterblichen heraus zu halten." Die Gans nickte. "Weise gesprochen euer.... Gnaden. Aber manchmal bedürfen die Sterblichen etwas Hilfe. Man muss nur wissen wessen Herz man diese zuteil werden lässt." Nimue blickte zu den Vogel herunter. "Es klingt als hättet ihr schon einmal an den Schicksal eines Sterblichen Teil gehabt." Der Vogel sah nach oben zu den See über ihnen. "...Ja. Und dies habe ich weder bei ihr noch ihren Kindern nicht bereut. Unser Reich hatte lang eine Heldin die ihm Frieden gebracht hatte ... doch dieser Aufgabe war selbst Fantaghiro nicht gewachsen. Und ihre Tochter ist auch nicht dazu bestimmt. Auch wenn Selyra dies zu glauben scheint." Nimue beugte sich zu der Gans nach vorn, wobei ihre roten Haare sie umspielten. "Fantaghiro? ......dieser Klang ist mir nicht unbekannt. Auch hier gab es einst eine heldenhafte Prinzessin. Doch sie verstarb vor ungefähr zwei Jahrzehnten. Ich beobachte seither ihren Sohn doch... auch er ist nicht bereit mein Schwert zu führen." Die Blicke der beiden kreuzten sich in einigen Sekunden der Stille. Die anfängliche Feindseligkeit war einer merkwürdigen Art von Verbundenheit gewichen. Beide Wesen begegneten sich auf Augenhöhe und verstanden einander nur zu gut.

      Erial

      Mit weit ausgerissenen Augen sah das schöne Mädchen ihren Gegenüber an. "Lass mich los!" Erial gefiel sein ernster Blick in diesen Moment gar nicht. Mit einen schnellen aber bestimmten Ruck versuchte sie sich zu befreien. "Unterhalten können wir uns auch wo anders. Und woher willst du wissen wie es mir geht? Ich hab noch genug Ausdauer. Da brauchst du dich nicht zu sorgen." Für einen Moment sah das Rotkäppchen auf den süßen Kuchen herunter. ".....okay, fein.", seufzte sie leise. "Ich bleibe." Aber wohl war ihr nicht dabei. Immerhin waren Arthur und sie im heiratsfähigen Alter aber dennoch allein stehend. Die beiden sollten in so einer romantischen Atmosphäre nicht allein sein. Erial trat wieder ganz auf die Plattform. Sie bleib neben den provisorischen Picknick stehen, um sich dann langsam daneben nieder zu lassen. Es war ungewollt aber durch ihrer Erziehung hatte jede ihrer Gesten und war sie noch so klein ein gewisses Maß an Eleganz. Ganz würde die liebliche Prinzessin wohl nie aus ihr verschwinden. Für einige Sekunden blickte sie zu ihren Begleiter, der noch immer recht geduldig auf den süßen Honigkuchen wartete. Erial zog eines ihrer Messer aus ihren Ärmel und begann die süße Delikatesse zu teilen. Anschließend strich sie vorsichtig über die Klinge um diese von einigen Krümel zu befreien, ehe sie es wieder in ihren Ärmel verschwinden ließ. Sie wagte es kaum zu Arthur zu schauen. Zumindest so lang der Sonnenuntergang noch an dauerterte. Sie selbst nahm den ersten Schluck von den Wein als der junge Mann unverhofft seine Worte an sie richtete. So überrascht wie sie war musste sie aufpassen sich nicht zu verschlucken. "Mein.... Zuhause?", wiederholte das hübsche Mädchen mit leuchtenden Augen während sie die letzten Weintropfen mit ihren Handrücken von ihren vollen, roten Lippen strich. "Achso. Du meinst Selyras heiligen Wald." Ja... zugegeben ... das war auch eine Art Zuhause. "Mein Zuhause habe ich vor sehr sehr langer Zeit verlassen. Ich weiß nicht mal mehr ob meine Erinnerungen noch der Wahrheit entsprechen." Vielleicht hatte sich das Königreich Altära verändert, vielleicht waren ihre Erinnerungen einfach zu sehr verblasst und einer Art Wunschtraum gewichen. "Aber ja, meine Herrin hat auch einen sehr schönen und großen Wald mit einen Tempel sowie einen großen geweihten See." Wenn sie jetzt so darüber nachdachte und zu erzählen begann stieg Wehmut in ihr auf. Das Mädchen schloss ihre Augen. Sie begann ruhig und tief ein wie aus zu atmen, während sie ihre alte Heimat vor ihren geistigen Auge ausmalte. "Wir leben in einen unterirdischen Höhlensytem. Es gibt mehrere versteckte Eingänge. Diese unterirdischen Höhlengänge sind anscheinend früher ein unterirdischer Fluss gewesen, der über die Jahrhunderte ausgetrocknet ist. Jede Jägerin hat eine eigene kleine Höhle. Zentrale Punkt an dem alle zusammen kommen, ist die wie bei euch auch die Feuerstelle. Diese befindet sich im hohlen Zentrum eines Berges." Langsam, so lieblich wie ein kleiner Schmetterling mit seinen Flügeln, schlug das Rotkäppchen ihre bernsteinfarbenenden Augen wieder auf. "Es ist aber verregneter und weitaus kühler als bei euch." Behutsam und einen gebührenden Maß an Ehrfurcht zog Erial das Mondjuwel hervor. Sie hielt es in ihrer Hand zwischen Daumen und Zeigefinger, während sie es es leicht zwischen diese zarten Fingern hin uns her drehte. Ihre Augen gingen eine Weile an die sanften blauen Glühen. "Ich weiß das klingt vielleicht dumm aber manchmal kommt es mir vor als wäre es lebendig. Es scheint als wäre dieses rhythmische Glühen ein Herzschlag oder eine stille Botschaft. Ich habe keine Ahnung was dieses zwei Steine wirklich sind aber mit großer Sicherheit keine einfachen Schmuckstücke die den Anführer unserer Gruppen bestimmen." Einige Sekunden verstrichen bis die Prinzessin ihre Augen von den Stein löste, ihn sanft auf ihrer Brust ruhen ließ und langsam zu Arthur herüber sah. Er konnte sie wirklich gut aus ihren tiefsten Gedanken in die Wirklichkeit holen. "Dieser John und seine Gehässigkeiten sind nicht das Problem, mit Hohn und Spott kann ich sehr gut umgehen." Nach einigen Sekunden der Stille seufzte Erial tief. "Weißt du ich fühle mich unheimlich schuldig ....", sie schwenkte ihren Blick in den Himmel an welchen bereits einige Sterne blinkten. "Ich habe einfach ein unheimlich schlechtes Gewissen weil ich mich hier unter diesen schönen Himmel frei bewegen kann während meinen Gefährtinnen Schreckliches erleiden müssen." Mit diesen Schuldgefühlen war es schwer irgendetwas zu genießen. Das Rotkäppchen sah auf den Kuchen und reichte den jungen Anführer ein Stück. "Gleichzeitig frustiert es mich sehr, dass ich nicht weiß wie ich ihnen helfen kann oder wo sie überhaupt sind." Die zarten Hände des schönen Mädchen grif erneut zu der Weinflasche. Sie setzte erneut ihre Lippen an den Flaschenhals und nahm einen weiteren Schluck, ehe die Flasche aus dunkelgrünen Glas in ihre Schoß sank. Wie zuvor auch wischte sie die kleinen roten Weintropfen, dieses Mal mit ihren Daumen von ihren vollen Lippen. "Vor allen wüsste ich nicht wie ich meinen Eltern jemals wieder unter die Augen treten kann, selbst wenn ich sie endlich finden würde, ohne das ich meinen kleinen Bruder gerettet habe." Wehmütig stellte sie die Flasche zurück auf das Tuch, auch damit Arthur davon trinken konnte wenn er wollte. Erst dann nahm auch sie ein Stück von den Honigküchlein. "Was bedrückt dich?", begann sie nachdem der letzte Bissen herunter geschluckt war. "Du scheinst auch von etwas gequält und von deinem Glück angehalten zu werden." Die junge Dame regte sich etwas anderes, setzte sich in einer anderen Position hin, natürlich nicht ohne ihren Rock wieder glatt zu streichen und begann die schönen langen Haare, die seit den Schwimmen noch immer offen ihren Körper umspielten, zu lockeren Zöpfen zu flechten.

      "In this world there are only corpses and future corpses,who cares if someone hates you...you'll both be dead one day anyway."
    • Talia

      Die Jungen wurden beim Spielen immer lauter weswegen Talia ihren Schopf leicht wand, damit sie diesen bei ihrer Tätigkeit zusehen konnte. Sie hatten damit begonnen, miteinander zu raufen. So wie es Jungen gerne taten. Doch etwas anderes an dieser Situation hatte ihre Aufmerksamkeit erhascht. Zwar spielten Serafin und die anderen Jungen nur, jedoch erkannte sie die Bewegungen eines Raubtieres, welche ihre tierischen Instinkte erneut auf Hochtouren brachte. Sie kämpfte gegen den Trieb zu fliehen an. Sie redete sich ein, dass er ihr nichts tun würde. Nicht hier, wo Nimue, ihre Mutter, über sie wachte. Und sie spielten nur, erinnerte sie sich. Sie war sicher. Sie musste keine Angst haben. Doch ihr kleines Herz wollte einfach nicht aufhören so schnell zu schlagen. Sie wand den Blick von dem großen Wolf ab und konzentrierte sich wieder auf das Spielen mit ihren jüngeren Schwestern. Das war jedoch gar nicht so einfach, wenn man ein schlichtes Beutetier war und hinter einem ein gefährliches Raubtier spielte. Hoffentlich, so dachte sie, musste sie ihm nach diesem Tag nie wieder sehen. Sie würde lediglich in ihrer kleinen Hütte bleiben, so lange bis Arthur ihr Bescheid gab, dass dieser Wolf abgereist war.
      Ein kleines, leises Stimmchen in ihrem Hinterkopf warf ein, dass dies ihm gegenüber unfair war. Immerhin hatte er ihr nichts getan, obwohl er mehrfach die Chance dazu gehabt hatte. Sie schüttelte ihren braunen Schopf, um die Gedanken aus ihrem Kopf zu verbannen. Er war ein Raubtier! Es wäre nur eine Frage der Zeit bis er ihr süßes Blut und ihr saftiges Fleisch kosten wollte. Davor wollte sie sich lediglich schützen. Auch, wenn sie gleichzeitig so neugierig war. Sie hatte so viele Fragen, die sie dem Männchen hatte stellen wollen. Doch diese würden unbeantwortet bleiben müssen. „..Lia.. Hey, Lia!“, riss sie eines ihrer Geschwisterchen aus ihren Gedanken und brachte sie zum aufblicken. Es war einer ihrer Brüder, der sie lächelnd ansah. „Komm mit uns spielen! Serafin ist richtig lustig.“ Er griff sie am Arm und zog sie mit sich, was ihre Schwestern empört aufrufen ließ. Obwohl Talia lieber in der sicheren Umgebung ihrer Schwestern geblieben wäre, ließ sie sich von ihrem Bruder zu Serafin und den anderen Kindern schleifen. Sie wusste selbst nicht, warum sie sich nicht wehrte. „Wir spielen jetzt „Rettet die Prinzessin“!“, verkündete ihr Bruder stolz, woraufhin die anderen Jungen jubelten. Talia kannte dieses Spiel von früher. Jemand, in diesem Falle war sie es, spielte die Prinzessin, welche von einem grässlichen Drachen entführt worden war. Die übrig gebliebenen Kinder spielten oftmals Ritter und der Ritter, der die Prinzessin als Erstes erreicht hatte, gewann das Spiel. „Aber heute haben wir keinen Drachen, sondern einen großen, bösen Wolf!“ Das junge Zicklein hielt sich bemüht ihren Blick von dem Männchen fern zu halten. „Die Höhle des Dr- Wolfes ist das Klettergerüst und du, Serafin, musst auf die Prinzessin aufpassen. Falls du es nicht schaffst, gewinnen wir Ritter!“ Die Jungen lachten bereits siegessicher. Sie vergaßen wohl, dass sie gegen einen echten Wolf spielen würden. Talia hingegen bewegte sich bereits auf das Gerüst zu und kletterte auf dieses. Die Rolle der Prinzessin war relativ langweilig, da man nichts tun musste um das Spiel zu gewinnen. Doch Talia kam das gerade recht. Sie wollte ohnehin nur die stille Beobachterin sein. Nervös und doch gleichzeitig gespannt, sah sie den Jungen und dem Wolfsmännchen zu, wie sie ihre Positionen einnahmen.
      Sie hatte dieses Spiel bereits tausende Male gespielt, doch dieses Mal war es anders. Es war nicht einer ihrer Brüder oder einer der anderen älteren Geister, die den Drachen spielten. Diesmal war es Serafin. Hoffentlich würden ihre Instinkte nicht durchdrehen. Sie wollte den Kindern das Spiel nicht verderben. Doch wurden ihre tierischen Fluchtgedanken immer lauter, je länger sie in seiner Nähe war. Ob es irgendwann unerträglich werden oder sie sich daran gewöhnen würde? Vielleicht verschwanden ihre Instinkte irgendwann. Allerdings waren sie nicht, das man einfach nach Belieben an- und ausschalten konnte. Sie war immerhin nur ein Beutetier. Für immer würde sie klein und schwach bleiben. Selbst die Menschen, die sich immer so komisch benahmen, waren in der Nahrungskette höher gestellt als sie. So hatten sie am Fleisch der Ziege sogar gefallen gefunden. Die Welt war gefährlich, doch mit ihrer neuen, menschlichen Form hatte sie größere Chancen. Sie war nicht mehr das kleine Geißlein. Mittlerweile war sie eine menschen-ähnliche Frau.


      Arthur

      Entspannt lehnte sich der Anführer zurück und sah dem schwindenden Sonnenuntergang zu. Schon in wenigen Minuten würde die Sonne ganz verschwunden sein und der Mond am nächtlichen Himmel zu sehen sein. Ob Red und ihre Jägerinnen die Nacht dem Tag vorzogen? Vielleicht waren sie nur bei Nacht aktiv und schliefen Tagsüber.
      Er lauschte der Erzählung des Mädchens. Sie war also nicht innerhalb ihrer Gruppe geboren worden, sondern erst später zu dieser gestoßen? Arthur hatte immer geglaubt, dass Anführer, der jeweiligen Gruppen, in deren Umfeld geboren wurden. So, wie es bei ihm und seinem Vater der Fall gewesen war. Doch bei den Luna Amaris schien dies wohl anders zu sein. Es gab wirklich viel, was er über seine Schwesterngruppe in Erfahrung bringen wollte. Weiterhin hörte er dem hübschen Mädchen zu. Sie war nun mit der Erzählung bei ihrem Camp angekommen und beschrieb ihm dieses bis ins kleinste Detail. Arthur konnte sein Erstaunen und seine Neugier kaum verbergen. Die Frauen der Mondgöttin lebten in einem riesigen Berg? Das hätte er sich nicht einmal in seinen kühnsten Träumen ausdenken können! Er stellte sich die Gänge und Räume innerhalb des Berges vor, ging in seinen Gedanken anschließend an der riesigen Feuerstelle vorbei und verließ den Berg wieder, um ihn von außerhalb zu betrachten. In seiner Vorstellung verdeckte der Berg den Mond zur Hälfte. Eines Tages, so hoffte er, wollte er diese faszinierende Konstellation mit seinen eigenen Augen sehen. „Dagegen klingt unser Camp wirklich langweilig! Ich meine wir leben in einem Wald mit Zelten, so wie es wahrscheinlich jede rebellische Gruppe tut! Ihr lebt .. faszinierend“, stellte er amüsiert fest und ließ seinen Blick zu dem wunderschönen Mädchen gleiten. Er hatte es an diesem Tage schon einmal bemerkt, aber er konnte seine Gedanken nicht mehr davon abhalten in seinem Kopf herumzuspuken. Sie war wahrlich eine Schönheit, wie sie es nur aus dem Buche stehen konnte. Er war sich nicht sicher, ob er jemals eine Frau gesehen hatte, die so elegant war wie sie. Jede ihrer Bewegungen, und sei es nur das Tippen mit ihren zierlichen Fingern, deutete Eleganz an. Selbst Marion würde nur schwer mit ihr mithalten können, denn ihr Gesicht war nicht mit solch lieblichen Augen besetzt, wie Red sie besaß. Er konnte sich in diesen Bernsteinfarbenen Augen verlieren. Besonders in diesem Moment, als sich der Sonnenuntergang in diesen spiegelte und jene noch mehr zum strahlen brachte. Jonathans Worte schossen in seinen Kopf und er richtete seinen Blick gen Himmel, der nun in ein zartes Orange getaucht war. Er durfte mit diesem Mädchen nicht über eine normale Freundschaft herauswachsen. Er hatte wichtigere Dinge zu erledigen. Eine Beziehung würde nicht in seine Welt passen. Das hatte er schon einmal erfahren müssen.
      Das Rotkäppchen holte ihr Mondjuwel hervor, was ihn dazu veranlagte zuerst zu ihr und dann auf sein eigenes Juwel zu sehen. Dieses Juwel, welches zu dem Sonnengott Ilias gehörte, begleitete ihn bereits seit seiner Geburt. Auch er hatte diese Steine als einen lebendigen Organismus betrachtet. Es kam ihm so vor, als würde dieses Objekt über ihn wachen und ihm Gesellschaft leisten, wenn er sich allein fühlte. Sicherlich hätte man ihn in seiner Gruppe für verrückt gehalten, wenn er diesen Verdacht laut geäußert hätte. Doch Red teilte seine Meinung und verstand ihn in dieser Hinsicht. So wie er sie verstand. „Nein, ich verstehe was du meinst. Ich habe es auch schon des Öfteren gespürt“, gab er zu und nahm seinen goldenen Stein vorsichtig in seine Hand um diesen sanft zu umschließen. Er schloss seine Augen und lauschte dem Pulsieren im inneren des Juwels. Es fühlte sich an wie der Herzschlag einer lebendigen Person. Es gab ihm Mut und Zuversicht, die er brauchte. Arthur ließ das kleine Juwel los, woraufhin es sanft aus seiner Brust zu ruhen begann. Sein Blick fiel auf die grüne Weinflasche, die das Mädchen in ihrer Hand aufbewahrte. Er hätte nur zu gerne ein neckendes Kommentar abgegeben, jedoch untersagte er sich das. Er wollte keinen Streit oder dergleichen anfangen, wenn sie sich gerade über wichtigere Dinge austauschten und einander besser kennen lernten. „Gib mir nur einfach Bescheid falls er es übertreiben sollte.. Ich rede mit ihm.“ Es herrschte Stille zwischen den beiden Anführern, ehe Red dieses mit ihrem Geständnis brach. Augenblicklich richtete Arthur sich auf und sah das Mädchen schweigend und gespannt an. Obwohl sie es gewesen war, die diesen Gedanken geäußert hatte, so fühlte sich der Schwarzhaarige mehr als nur angesprochen. Sie hatten beide ihr Päckchen zu tragen, stellte er fest. Vielleicht könnten sie einander helfen, um jene Last zu verringern. Weiterhin lauschte er ihrer lieblichen Stimme, während sie über den Grund ihrer Schuldgefühle berichtete, und nahm das Stück Honigkuchen mit einem dankenden Nicken an. Nur war ihm der Genuss an einer leckeren Süßigkeit wie dieser vergangen. Arthur fühlte mit ihr, versetzte sich in ihre Lage und dachte an seine Gruppe, die er einst so enttäuscht hatte. Allerdings war seine Gruppe bei ihm und nicht in Gefangenschaft wie die Frauen der Luna Amaris. Es musste ein schreckliches Gefühl sein seine Familie in solch einer Gefahr wiegen zu sehen und nichts dagegen unternehmen zu können.
      Er beobachtete, wie sie einen kräftigen Schluck von dem lieblichen Wein nahm, sich die verbliebenen Tropfen von den wunderschönen, vollen – Arthur! ..Von den Lippen wischte und die Flasche in ihren Schoss sinken ließ. Gerne hätte er auch einen Schluck von dem süßen Wein gekostet, jedoch befürchtete er, dass es nicht nur bei einem Schluck geblieben wäre. Den Honigkuchen stellte er vorerst beiseite. „Dein Bruder ist auch gefangen genommen worden?“ Betrübt sah der Mann zu Boden. Dieses Mädchen hatte es wirklich nicht einfach. Er musste ihr helfen! „Ich verspreche dir, dass wir deine Freundinnen und deinen kleinen Bruder finden und retten werden! Dann kannst du deine Eltern ohne ein schlechtes Gewissen suchen und finden.“ Seine Gesichtszüge wurden ernst. Er würde dem zierlichen Mädchen helfen! So könnte er wenigstens etwas Schuld begleichen, wenn auch nicht die Eigene.
      Die darauffolgende Frage traf den Größeren unerwartet. Er hatte nicht damit gerechnet, dass sie sich nach seiner Lage erkundigte. Geschweige denn, dass ihr aufgefallen war, dass ihn etwas bedrückte. Nervös setzte er sich auf und strich sich mit einer Hand durch das schwarze Haar. Er hatte wirklich nicht über sie reden wollen, jedoch blieb ihm nichts anderes übrig. Red war ihm mit Vertrauen und Ehrlichkeit entgegen getreten, also würde er ihr dies gleich tun. „Nun ja … Ich kann deine Schuldgefühle sehr gut nachvollziehen. Ich selbst verspüre diese Schuld auch gegenüber meiner eignen Gruppe.“ Er wollte nicht weiterreden, denn schämte er sich so sehr für das Geschehene. „Sagen wir es so: Ich hab mich von einer hübschen Frau und ihrem attraktiven Körper verführen lassen… Nur ist ihr Charakter weder so liebenswert wie ihre Erscheinung. Sie ist eine Hexe, die meine Gruppe tyrannisierte und mich sogar von dieser trennen wollte. Ich habe gar nichts davon mitbekommen.. Ich war blind vor Liebe.“ Er schlug sich die Hände vors Gesicht. Der große, starke Arthur hatte sich von einem hübschen Mädchen blenden lassen. Auf dem Schlachtfeld wäre solch ein Fehler fatal gewesen. „Jonathan hat mir die ganze Zeit über erzählen wollen, wie schrecklich sie doch war, doch ich wollte nicht hören. Erst als sie mich dazu animieren wollte meine Gruppe zu verlassen und mit ihr zu gehen, hab ich gemerkt, was für eine falsche Schlange dieses Mädchen doch ist.“ Danach hatte Arthur nicht mehr gezögert und Marion samt ihres Hab und Gutes vor die Türen des Camps gesetzt. Doch Marion hatte ihn nie aufgegeben. „Sie ist ein Orakel. Höchstwahrscheinlich beobachtet sie mich noch.. Vielleicht auch bald dich.“ Er musste etwas Grinsen, als er versuchte ihr Angst einzujagen. „Aber keine Sorge, ich beschütze dich vor ihr.. Falls sie sich jemals wieder hierher trauen sollte.“ So, wie Arthur nun einmal war, verbarg er seinen Kummer hinter einer dicken Schicht Humor. Ihr sollte nicht auffallen, wie sehr in die ganze Sache noch immer zu setzte. „Pass also auf, wen du dir als deinen zukünftigen Partner auswählst, ja? So ein hübsches Mädchen wie du, zieht sicherlich viele Gauner und komische Männer an… Und wer weiß, vielleicht bin ich ja auch einer von ihnen.“ Er lachte ein wenig und schüttelte dann seinen Schopf. „Nein ... Mach dir darum keine Gedanken, denn ich bin harmlos. Zudem kannst du dich auch selbst verteidigen.“ Mit einem breiten Lächeln auf den Lippen sah er zu dem Mädchen in Rot. Es war eine eigenartige Stimmung, die zwischen ihnen herrschte. Beinahe etwas .. romantisch? Wenn man den Himmel betrachtete, der sich nun in ein tiefes Rot verfärbt hatte, sowie den Wein und den Kuchen, so konnte man schon beinahe von einer Verabredung zweier Liebender sprechen.