Masken (Aku & Uki)

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    • Masken (Aku & Uki)



      @Akuma

      Gott verdammt, er war schon 17. Eigentlich kein Kind mehr und doch behandelten seine Eltern ihn oft so. Sie taten als wüsste er nicht was in seinem Leben los war und doch war er immerhin froh, dass er sich ohne große Widerworte neue Klamotten hatte kaufen können. Noch einmal checkte er sein Outfit im Spiegel und als er seine Haare sah fiel ihm die Aufregung wieder ein, die es gebracht hatte. Mit seinen langen Haaren waren sie auch nicht wirklich glücklich gewesen und doch schienen die nun auch nicht begeistert zu sein, doch Rick hatte sich geschworen alles zu tun um diesmal nicht wieder unter die Räder zu kommen. Unweigerlich entwich ihm ein Seufzer als er daran dachte wie es in der alten Schule gewesen war. So viele Dinge hatte er tagtäglich ertragen. Durch ein Kopfschütteln versuchte er die bösen Gedanken loszuwerden, auch wenn es meistens nicht gut half.
      Nichtsdestotrotz joggte er die Treppe runter von dem kleinen Haus was sie nun bewohnten und schnell raus, ehe seine Mutter ihm noch sein „Schulbrot“ geben konnte. Auch damit hatte er beschlossen Schluss zu machen. Kein Mobbing mehr auf Grund was er dabei hatte. Er würde abchecken wie es lief, heute vielleicht aus der Kantine was essen und dann dem Strom der Coolen folgen. Er war nun Rick, ein cooler Teenie, der viele Freunde hatte zurücklassen müssen. Immerhin war er froh drüber, dass es nun nicht mehr hieß den Bus zu nehmen, auch wenn er immer noch kein Auto hatte. Er hatte aber so einen kurzen Weg, dass er ihn zu Fuß gehen konnte und dies tat er auch. Hoffentlich bald mit Freunden, denn auf der anderen Straßenseite sah er nun schon Leute zusammengehen, die scheinbar denselben Weg hatten wie er.
      Nach einem kurzen Abstecher im Lehrerzimmer war es nun an der Zeit für den schlimmsten Part überhaupt: Die Vorstellung vor der neuen Klasse. Er folgte dem Plan und den Anweisungen auf dem Zettel bis er vor dem Raum stand und noch mal tief Luft holte und nach einem kurzen Klopfen den Raum betrat. „Morgen, ich bin Rick Lightworth, der neue Schüler.“, meinte er nur und versuchte dabei die Lässigkeit zu imitieren, die er schon so oft bei anderen Schülern gesehen hatte. Als hätten sie es nicht nötig irgendwem zu gefallen, denn, wenn man sie nicht mochte war es auch egal. Doch es war nie egal. Jeder wollte gemocht werden und Freunde haben.
      Don‘t ignore that inner voice.
    • Liliane Wolfengrad

      Gab es etwas schöneres, als alleine, ohne Sorgen und ohne angemeckert zu werden, aufzustehen? Für Liliane sicherlich nicht! Die wenigen Male, in denen ihre Eltern tatsächlich zu Hause waren, gab es nie etwas positives zu sagen. Hatte sie sich auf dieser Party gut gezeigt? Wer Jemand aus den hohen Kreisen hatte ihr Kleid nicht toll gefunden. Wieder jemand anderes hatte sie in ihrem Sportwagen in der Stadt gesehen. Was gab es bitte daran auszusetzen? Lustlos stocherte die junge Frau in dem Salat herum, den ihre Nanna so liebevoll zubereitet hatte. Der alten Frau, die das ganze Spektakel nur vom Rande des Raumes aus betrachten musste, tat es leid die Tirade mit anzusehen.
      "Liliane, wie oft haben wir dir gesagt, dass du vorsichtig sein sollst, wenn du etwas mit deinen Freundinnen machst!" Ihr Vater hatte nicht einmal ihrer Version von der Story Gehör geschenkt, da hatte er sie auch ermahnt. Liliane fiel es immer schwerer keine genervte Miene zu verziehen und nickte stattdessen nur.
      "Ja Vater, ich werde demnächst mehr aufpassen." Es hatte ja gar keinen Sinn, sich mit ihnen anzulegen. Ihnen zu erzählen, dass es nicht ihre Schuld war, dass ihr Lieblingsschwiegersohn ein absolutes Arschloch war und mit einer Schlampe nach der anderen ins Bett stieg. War sie eine Schlampe, weil sie nicht mit ihm schlief? Warum war es seinen Eltern egal, dass er das Geld nur so aus dem Fenster warf. Warum interessierte es ihre Eltern nur, dass sie sich nicht seinen Wünschen fügte? Nur, weil ihre Eltern Geschäftspartner waren? War das wirklich wichtiger als ihre Tochter? Die Antwort hatte Liliane leider schon früh erfahren. Ja. Sie hatten ja schon ihr goldenes Kind. Ihren Sohn. Solange Liliane sich bedeckt hielt würde es nicht allzu viel Ärger geben. Anerkennung oder gar Lob? Das würde sie in diesem Leben wohl nicht von ihren Eltern erwarten können.
      "Wir werden die nächsten 2 Monate nicht da sein." erwähnte ihre Mutter netterweise noch, nicht das es sie sonderlich betraf. 80 Prozent ihres Lebens waren ihre Eltern auf Reisen, für geschäftliche Dinge oder privat. Natürlich ohne sie. "Dann weiß ich bescheid." murmelte sie als Antwort, bevor sie sich vom Tisch entschuldigte. "Einen guten Tag wünsche ich euch noch. Ich mache mich dann auf den Weg zur Schule. Tschüss Nanna." Nachdem sie sich auch von ihrer Nanny verabschiedet hatte, fuhr sie sogleich zur Schule. Sie war nicht viel zu früh, aber auch nicht zu spät, als sie ihren Wagen auf dem von ihren Eltern gemieteten Parkplatz abstellte.
      ".." einen letzten Blick in den Spiegel tat sie noch. Ihr dezentes Make-Up saß, es gab keinerlei Makel an ihrer Haut, noch an ihrem schwarzen, mit Spitze besticktem, Kleid. Da es keine Schuluniformen gab wurden gerade in ihrem Umfeld Klamotten quasi als Statussymbol benutzt. Hatte man einmal die gleichen Klamotten an, hatten die Eltern zu wenig Geld. Hatte man aus Versehen mal ein Kleidungsstück aus der Frühjahrskollektion im Sommer an? Was eine Modebanause! Am liebsten würde Liliane gar nicht zu dieser Art von Gruppe gehören, doch hatte sie nicht wirklich eine andere Wahl. Nicht nur, weil sie zu einer der reichsten Familien dieser Stadt gehörte. Ihre Eltern ließen nichts anderes zu. Selbst wenn sie Kontakt zu jemand aus dem "Mittelstand" zu tun haben wollte, so würde es in den Augen der meisten als lächerlich angesehen. Die einzigen, die sich erlauben auch ohne Geld mit ihnen mithalten zu konnten waren die "coolen Kids". Auch wenn sie persönlich nicht so viel mit der Art von Mitschülern zu tun hatte, so gab es recht viele (von ihren Eltern anerkannte) Freundinnen, welche "coole" Freunde hatten.

      "Lilly!" Tamaya, ihre beste Schulfreundin umarmte die Schwarzhaarige etwas stürmisch, als sie sich dem Eingang näherte. Die quirlige Blondine war ein erfrischender Wind in ihrem so tristen Morgen. Ihre dunkle Stimmung hatte sich direkt erhellt, als die beiden über die Hausaufgaben und die neueste Mode zu quatschen begannen. Auch wenn manch einer ihre Freundschaft eher als oberflächlich bezeichnen würde, so kannten sich Tamaya und Liliane schon weit aus länger, als der Grundschule. Sie waren Sandkastenfreundinnen, Kindheitsfreundinnen. Natürlich aus reichen, mit einander kooperierenden Eltern, gleichzeitig aber ohne Vorurteile und ohne Geheimnisse. Nur Tamaya wusste, wie streng ihre Eltern waren und stimmte jener Erziehung so gar nicht zu.

      "Guten Morgen." Liliane hatte nochmal überprüft, ob sie alle Aufgaben ordentlich bearbeitet hatte, als ihr Lehrer sie begrüßte. Erste Stunde Mathe. Na super. Während sie die Überschrift für das heutige Thema in ihr Heft eintrug hatte sie fast verpasst, wie anscheinend ein neuer Schüler den Klassenraum betrat.
      "Morgen, ich bin Rick Lightworth, der neue Schüler." Der erste Eindruck war immer der Entscheidenste, das wusste Liliane genau. Gerade deshalb betrachtete sie ihn interessiert. Lässig, aber ein wenig verkrampft, urteilte sie nach einem kurzen Augenblick. Vielleicht war es ein bisschen Nervosität, aber sein souveränes Auftreten, mit den gefärbten Haaren und der leicht frechen Kleidung überspielte es gekonnt. Sie bezweifelte, dass mehr als ein paar wenige die kleinen Unsicherheiten bemerkten, schließlich lag es an ihrer Erziehung, ihrer Erfahrung, dass sie Menschen immer recht schnell und gut einschätzen konnte.
      Ein kleines Lächeln schlich sich auf ihre Lippen. Vielleicht schloss er sich ja einer Gruppe an, die auch mit der Ihren Kontakt hatte.
      "Ah, super dass du schon da bist." Der etwas ältere Lehrer, Herr Thao, ging sogleich darin über den jungen Mann auf einen der freien Plätze zu verweisen. Schade, das kein Platz neben ihr frei war. Gerne hätte sie sich mit ihm unterhalten, ohne mehr Aufwand betreiben zu müssen. Je mehr Interesse sie an jemandem zeigte, desto höher war die Gefahr, dass es negativ auf sie zurück kam.
      "Du kannst dort, am Fenster sitzen. Kennst du dich schon hier an der Schule aus? Am besten zeigt dir ein Mitschüler oder eine Mitschülerin in der freien Stunde mal die Umgebung." Herr Thao war bekannt dafür, seine Gedanken auszusprechen, daher wusste jeder in der Klasse, dass es keinen Sinn machte ihn zu unterbrechen. Einmal hatte der Lehrer eine komplizierte Rechnung überlegt und war diese gerade am Lösen, als Tamaya ihn angesprochen hatte. Oh, war er wütend geworden, als man seine Konzentration, seinen Gedankenfluss unterbrach!
      "Wie wäre es mit Liliane? Du hast heute doch keine Nachmittagsstunde oder?" Oh was? Einen kurzen Augenblick blinzelte sie ungläubig. Gab es nicht noch 20 andere Schüler, die er hätte auserwählen können? Anstatt sich aber zu beschweren lächelte sie einfach zustimmend. "Nein, mein Stundenplan ist noch nicht so gefüllt. Wenn es für dich in Ordnung ist, kann ich dir gerne die Schule zeigen. Je nachdem, wie viel du sehen willst wird es aber sicherlich gute 20-30 Minuten benötigen." antwortete sie daher, an den neuen Schüler gewandt.


      PS: Ich hoffe das Warten hat sich gelohnt ;_; hab nochmal alles neu geschrieben


      ♪♫•*¨*•.¸¸사랑햡니다¸¸.•*¨*•♫♪