Βροχή θεών - Götterregen

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Βροχή θεών - Götterregen

      Βροχή θεών - Götterregen
      Der Blick hinter die Kulissen

      Viljam Linkola
      Es ist so unfassbar surreal gewesen, was hier passierte. Alles wirkte einfach unecht, künstlich, irgendwie plastisch auf den Jungen mit den müden Augen. Die trockene Luft, die nach einer Weile in seiner Kehle kratzte, die recht verwilderte Straße, die den Bus ordentlich durchschüttelte, in dem nur fremde Gesichter saßen, das stetige Wellenrauschen, das die kleine Gruppe auch noch lange Zeit nachdem sie die Küste hinter sich gelassen hatten verfolgte. Würde er den Beweis für... all das hier nicht in den Händen halten, wahrscheinlich wäre er wirklich felsenfest davon überzeugt es wäre ein Traum. Zum wiederholten Male strich er mit dem Daumen über die abgeschliffene Ecke des Plastikausweises, den er bekommen hatte. Darauf war ein recht unvorteilhaftes Bild von ihm. Es stand sein Name daneben, das Geburtsdatum ebenso wie auch sein Geburtsort. Alles Dinge, die ihm vertraut gewesen sind, bis schließlich der Stempel kam, der ihn in die Kategorie "Erde" einteilte und eine fünf stellige Nummernfolge sollte nun seine Schülernummer sein. 57136. Er erinnerte sich noch sehr lebhaft an die turbulenten letzten Tage, als die Bedeutung dieses Ausweises erbarmungslos auf ihn herab regneten.
      Mit wackelndem Bein lehnte er sich zurück. Das Stück Plastik hielt er noch immer mit beiden Händen, ließ es doch nun herunter sinken. Erschöpft lehnte er den Kopf nach hinten. Die Sonne war hier noch nicht aufgegangen. Viele der anderen Passagiere in diesem Bus schliefen friedlich. Vielleicht hätte Viljam es ihnen gleich machen sollen. Allerdings fürchtete er sich davor was seine Träume wohl zu bieten hätten, wenn die Realität sich für ihn bereits komplett auf den Kopf gestellt hatte. Und noch dazu war es so unvorhergesehen passiert.
      Zwei Männer in schwarzen Anzügen hatten ihn abgefangen. Der eine hatte strahlend blondes Haar und der andere hatte einen dunklen, nahezu exotischen Farbton, vor allem in seiner winzigen Heimatstadt, die kaum ein außenstehendes Gesicht kannte. Beide trugen Sonnenbrillen, obwohl schwere Wolken vor der Sonne standen. Hier und da hatten seine Mitschüler bereits getuschelt, als sie versuchten irgendwie um die Fremden herum zu schleichen. Natürlich war auch Will neugierig geworden, jedoch wollte er sich raushalten, wie aus allem anderen auch. Erst recht wenn es Aufsehen erregte.
      "Viljam Linkola?", hatte man ihn mit schrecklichem Akzent angesprochen und seine Pläne somit jäh vereitelt. Zumal die Stimme des Fremden - der blonde war es, der seine Stimme mit einem selbstsicheren Lächeln erhoben hatte - etwas dermaßen einnehmendes hatte, dass Will sich regelrecht gezwungen sah stehen zu bleiben. Sein ganzer Körper hatte sich plötzlich versteift und noch bei der bloßen Erinnerung daran musste er schon wieder schwer schlucken, wobei sein trockener Hals erneut rebellierte. Gequält legte er sich eine Hand an seine Kehle. Es half natürlich nichts, doch der Impuls etwas gegen dieses Unwohlsein zu unternehmen war stärker als die logische Hinterfragung. Der junge Mann schloss für einen Moment seine Augen und atmete tief durch. Sie waren sicherlich bald da. So viel sollte er schon erdulden, bei dieser... Ehre.
      "Dir wird eine große Ehre zuteil, mein Junge. Wir sind hier um dich abzuholen.", hatte der blonde Mann einfach weiter gesprochen, ohne die Verwirrung ins Viljams Gesicht auch nur zu beachten. Nun, da die fremden in den Sonnenbrillen ihn - und ausgerechnet ihn - angesprochen hatten, sprangen die anderen Schüler regelrecht zur Seite und öffneten so eine offene Fläche mit circa einem Meter Durchmesser um den Jungen. Will konnte sich nicht mehr daran erinnern warum er ins Auto gestiegen ist. Er wusste auch beim besten Willen nicht mehr, warum er in diesem Moment keine Fragen stellen wollte. Dabei gab es so vieles, was er hätte in Erfahrung bringen sollen. Wer um alles in der Welt waren diese Typen? Was wollten sie von ihm? Warum gerade von ihm? Woher kannten sie seinen Namen? Oder wie er aussah? Warum sollte er zu Fremden einfach so mit ins Auto steigen? Und was bitte war ehrenvoll daran ihn vor der ganzen Schule abzuholen und es aussehen zu lassen, als wäre er ein Verbrecher oder dergleichen?
      Doch nichts davon hatte seine Lippen verlassen, als er sich in die Sitze der schwarzen Limousine hat sinken lassen. Ab da an hatte ihm der Kopf geraucht und nicht mehr aufgehört. Man hatte ihn nach Hause gebracht und sich an einen Tisch gesetzt. Er zusammen mit den Fremden auf der einen Seite und seine Großeltern hatten am anderen Ende des Tisches Platz genommen, so weit weg, wie es ihnen nur möglich gewesen ist. Der Mann mit dem dunkleren Teint hatte nicht gesprochen, den ganzen Tag über nicht. Doch nach einer Weile, in der der Blonde von dieser einmaligen Gelegenheit sprach auf eine der berühmtesten Elite Schule aufgenommen zu werden und eine der exklusivsten noch dazu, hatte er Will eine Hand tröstend auf die Schulter gelegt und es war ihm sofort besser gegangen. Als könnte er wieder deutlich freier atmen, als wäre ein Gewicht von ihm abgefallen, hatte er tief Luft geholt und hatte keine Bedenken mehr.
      Nicht ein Wort des Widerspruchs hatte er geäußert, als man ihm Blut abgenommen hatte. Warum man ausgerechnet ihn einlud Teil der Vrochí Theón zu sein hatte man ihm zu dem Zeitpunkt noch nicht gesagt. Sie hatten genau genommen generell nicht viel gesagt und waren so schnell verschwunden, wie sie gekommen sind. Auch seine Großeltern hatten keine Fragen gestellt. Dabei hätten sie doch sicherlich welche stellen müssen! Viljams Kopf fing schon wieder an zu pochen, als er darüber nachdachte. Nicht einmal zwei Tage später waren sie beide, diese Fremden wieder da. Dieses Mal komplett in weiß gekleidet. Will fand diese Aufmachungen scheußlich. Dieses Mal hatten sie ihn mitgenommen bis in die Hauptstadt. Das war das erste Mal, dass er in einem Privatflugzeug gesessen hat. Dort wurde er in eine große Halle geführt und man nahm erneut Blut ab. Er stand in einer Reihe mit sehr vielen Leuten. Einige deutlich jünger als er und andere deutlich älter. Doch sie alle erhielten im Anschluss ähnliche Aufgaben. Wie in einem gewöhnlichen Gesundheits Check-Up musste er Buchstaben und Zahlen von einer Tafel ablesen, man hatte eine große Kletterwand aufgestellt und einen Hindernisparkour aufgebaut. Man gab ihm Logikaufgaben, die er lösen musste und am Ende hatte man ihn sogar in einen Stuhl mit einem Psychologen gesetzt.
      Die Verwirrung, die er dabei empfand so hin und her geschleudert zu werden war unermesslich. Doch gleichzeitig war er hilflos. Er und alle anderen "Bewerber". Letzten Endes hatte man ihn dann aufgeklärt. In einem langen Vortrag, der mit der Beglückwünschung zur Annahme an der Vrochí Theón begann, hatten sie ihm dann davon erzählt, dass manche der uralten Geschichten, die sich die Menschen über Jahrhunderte und Jahrtausende erzählten etwas dran gewesen ist und die Existenz zumindest einiger göttlicher Entitäten festgestellt werden konnten. Noch konnte man für keine anderen Kulte sprechen, doch die Götter des Olymps sind zumindest angeblich so real gewesen, wie die Tische und Stühle im Raum. Erbarmungslos hatte man ihm Informationen über Informationen eingetrichtert. Man erzählte ihm von den Göttern, ihren Kräften, ihren Fähigkeiten sich als Menschen unter die Sterblichen zu mischen, ihre unglaubliche Faszination und Anziehung für die Menschenvölker und der stetige Wunsch nach Besitz und Vereinigung. So absurd es auch alles klang, Will konnte - ja wahrlich er konnte! - nicht protestieren. Schweigend hatte er sich die Worte des Blonden angehört und sich jede einzelne Silbe, die die Lippen des Ausländers verlassen hatte gemerkt. Zu dem Zeitpunkt hat er im Raum gesessen mit einem anderen Jungen, einige Jahre jünger als er selbst. Er saß heute mit in diesem Bus, drei Reihen weiter vor ihm. Das arme Kind ist kreidebleich geworden, als ihnen beiden schließlich offenbart wurde, dass in ihrem Blut genug außermenschliche Zellen festgestellt wurden, dass man mit Sicherheit sagen konnte, dass eines ihrer Elternteile auch nicht menschlichen Ursprungs gewesen sind.
      Nicht menschlichen Ursprungs, Götter, was um alles in der Welt?
      Flatternd schlug Viljam seine Augen auf. Er muss doch noch für eine Sekunde eingeschlafen sein, dachte er, als er an die Decke des Fahrzeuges sah. Wenn dieser ganze Mist wahr gewesen ist - und Will weigerte sich physisch nicht daran zu glauben, es war auslaugend und anstrengend für seinen Körper diese Worte zu hinterfragen - dann soll der Nichtsnutz, für den seine Großmutter nur schlechte Worte kannte wirklich ein olympischer Gott sein? Machte das ihn nicht zu einem Halbgott? Sowas wie Hercules? Eine Figur die er auch nur bestenfalls aus dem Disney Film kannte. Niemals in seinem Leben ist er gläubig gewesen. Noch nie hat er sich Gedanken über die Existenz höherer Lebensformen gemacht und jetzt sollte er mir nichts dir nichts selbst eine sein?
      Seine Finger strichen erneut über die abgeschliffenen Kanten seines Ausweises. Er drückte sie fest genug in seine Haut, sodass er ein sachtes, unangenehmes Ziehen verspürte in dem wiederholten, verzweifelten Versuch aufzuwachen aus diesem Traum. Doch stattdessen - mit einem recht kräftigen Rucken - kam der Bus zum Stehen. Gerade ging auch langsam die Sonne auf und erschöpft warf Viljam einen Blick aus dem Fenster. Eine große, rundumgehende Mauer, geschmückt mit gewaltigen Skulpturen, geschlagen aus weißem Stein trafen seinen Blick und zum ersten Mal in seinem Leben fühlte er sich tatsächlich ehrfürchtig.
      "Wakey, wakey!", dröhnte die Stimme des Busfahrers zu ihm durch und er hörte leises Gemurre und Stöhnen von den Reihen hinter und vor ihm. "This is your final destination, pals! I wish you the best of times now hurry, I don't have the whole day to spend it on you!" Viljam verstand ganz gut englisch, wenn er auch etwas Schwierigkeiten hatte den Dialekt des Mannes zu verstehen. Und erst jetzt tauchte in seinem Kopf eine so nichtige kleine Frage auf, die in diesem Moment aber tatsächlich alles für ihn ausmachen könnte; sprachen hier alle griechisch? Noch viel wichtiger; musste er griechisch lernen? Das... wollte er nicht. Nein wirklich nicht. Er sprach ja seine eigene Sprache lediglich ganz passabel. Oh das verdarb ihm ja gehörig die Laune. Als erster setzte er sich endlich in Bewegung. Schnaufend erhob er sich von seinem Sitz, schnappte sich die Tasche, die er zu Beginn der Reise von den Männern, die an diesem Tag komplett in Beige aufgetaucht waren, erhalten hatte und stolperte regelrecht aus dem Bus heraus. Nach einem so langen Flug, dann einer Schiffsreise und im Anschluss noch dieser Busfahrt hatte er anfänglich Schwierigkeiten das Gefühl für seine Beine wiederzufinden und damit ging es ihm wohl nicht alleine so. Schnell sprang er aus dem Weg um genug Abstand zu sich und den anderen zu schaffen, dass er niemandem... nun ja, unangenehm wurde. Alte Gewohnheiten legte man schwer ab, auch wenn man ihn darüber in Kenntnis gesetzt hatte, dass diese Reaktionen wohl tatsächlich von dem... göttlichen Teil in ihm hervorgerufen wurden und solche Begleiterscheinungen unter seines gleichen nicht mehr auftreten sollten.
      "καλώς ορίσατε!", vernahm er plötzlich gänzlich fremde Töne in einer fröhlichen Tonlage und wendete den Blick zu drei Menschen, die vor dem großen Eingangstor die Truppe anscheinend in Empfang nahmen. Es waren ein Mann mittleren Alters mit pechschwarzem Haar, gebräunter Haut, gepflegtem Bart und perfekt sitzendem Anzug. Er hatte eine sehr entspannte Körperhaltung. Neben ihm zwei Frauen in identischer Kleidung, sehr adrett, sehr ordentlich, beide jeweils mit einer edlen Schatulle in den Händen. Der Mann hob leicht die Hand in einer einladenden Handbewegung und schaute zu den beiden Damen.
      "ορίστε παρακαλώ!", nickte er den beiden zu, woraufhin sie sich sofort, jede in eine andere Richtung drehten und anfingen die jungen Menschen, die allesamt recht verwirrt dreinschauten abzuklappern. Nach einer Weile stand schließlich eine vor Will. Sie hatte tiefrotes Haar und freche Sommersprossen auf den Wangen. Ihr Lächeln war wie eingemeiselt, aber keineswegs gezwungen. "Please, take one", sagte sie auffordernd und hielt ihm die Schatulle an. Blinzelnd schaute der junge Mann in die ihm hingehaltene Kiste. Es befanden sich darin Geräte die... ein bisschen aussahen wie... Hörgeräte? Skeptisch blicke der Finne noch einmal auf, doch die Frau nickte nur aufmunternd. Ein kleines Lichtlein an der Seite blinkte in regelmäßigen Abständen auf, sodass Will vermutete, dass diese... Hörgeräte wohl schon an sein mussten. Unschlüssig nahm er eins heraus. Die Frau strich ihre Haare zur Seite und drehte ihren Kopf so, dass er nun sehen konnte, dass sie selbst ebenfalls so einen Stecker im Ohr hatte. Sie nahm ihr Gerät heraus und steckte es im Anschluss wieder herein, anscheinend zu Präsentationszwecken. Noch immer ein bisschen verloren mit sich selbst folgte Viljam der unausgesprochenen Anweisung und setzte sich das Gerät ebenfalls ins Ohr. Es zischte kurz und machte dann einen kurzen, bestätigenden Ton. Die rot-haarige nickte.
      "Ist es so nun besser?" Komplett perplex wäre Will beinahe der Mund offen stehen geblieben. "Sie sprechen Finnisch?" Und das auch noch fließend ohne jeglichen Akzent? Die Frau lachte hell auf und schüttelte dann den Kopf, ehe sie ihn einfach stehen ließ und zur nächsten Person wanderte. Als schließlich alle versorgt gewesen sind, stellten die beiden Damen sich wieder zu dem Mann, der ruhig abgewartet hatte. Inzwischen ist auch der Bus wieder abgefahren und Viljam wurde erst jetzt deutlichst bewusst, dass er hier nicht mehr ohne weiteres weg kam.
      "So, nun müsstet ihr mich besser verstehen können!", ergriff der Mann erneut das Wort und schon wieder wollte Viljam fast umfallen bei diesem perfekten Finnisch! Der Mann fing herzhaft an zu lachen. "Diese Gesichter sind wirklich mein liebster Teil an dieser Arbeit!", meinte er mehr zu sich selbst, sah dabei aber kurz seine beiden Assistentinnen an, ehe er sich wieder an die neuen Schüler wendete. "Ich heiße euch herzlich Willkommen, verehrte Neuankömmlinge. Bitte verzeiht, dass Eure Anreise so holprig und turbulent gewesen ist, wir können auch mit den besten Geldern bei dieser Strecke nicht immer für Luxus garantieren.", setzte er an. "Vor ab; Das, was ihr so eben von diesen zwei reizenden Damen erhalten habt, sind Übersetzer, sollte jemand von euch noch nicht ganz darauf gekommen sein. Bitte sorgt dafür, dass ihr sie gut aufbewahrt und zu jedem Zeitpunkt, wenn ihr auf dem Schulgelände seid diese kleinen Geräte im Ohr habt. So können wir uns alle hervorragend verständigen." Oh! Ein Übersetzer also und kein Hörgerät? Viljam hatte so viele Fragen... Wie sollte das denn nur bitte funktionieren? Was war das für ein futuristisches Superding, wenn es dermaßen schnell Daten verarbeiten konnte und in Echtzeit wiedergeben konnte? Und das auch noch ohne die Stimme zu verändern? Er war noch keine zehn Minuten hier und hatte schon das Gefühl aus der hintersten Pampa gekommen zu sein.
      "Ich heiße euch noch einmal herzlich Willkommen hier, an unserer schönen Vrochí Theón Akademie. Mein Name ist Thanasis Aristophanes. Ab heute bin ich euer Schulleiter und es ist mir immer eine Freude Neuankömmlinge begrüßen zu dürfen. Ich sehe es als größtes Privileg an euch mit aller Herzlichkeit zu verkünden, dass ihr nun endlich zu Hause seid. Hier haben die Unsicherheiten ein Ende. Hier hat die Verwirrung ein Ende. Wenn auch die Fragen noch endlos scheinen, so werdet ihr hier nach und nach, wenn ihr nur ein bisschen Geduld habt Antworten darauf finden." Kaum hatte er zu Ende gesprochen öffnete sich regelrecht majestätisch das gigantische Tor hinter ihm und legte die Sicht auf eine regelrecht paradiesische Oase frei. Nun konnte Will wirklich nicht mehr verhindern, dass sein Mund offen stehen blieb. Er erblickte Palmen, Skulpturen von griechischen Musen, aus dessen Krügen Wasser in kleine Brunnen floss. Wege aus schneeweißem Kies erstreckten sich durch die Parkanlage und schienen im Morgenrot regelrecht zu leuchten. Seine Verwirrung, seine vielen Fragen und seine Skepsis war plötzlich wie weggeblasen bei diesem Anblick. Das war also diese berühmte Akademie, von der Viljam noch nie zuvor etwas gehört hatte. Hier sollte er also begreifen, was er nie zu verstehen fähig gewesen ist und eine Wahrheit erfahren, für die er nie bestimmt gewesen ist. In diesem Moment fühlte er sich winzig klein in seiner unglaublichen Ehrfurcht.


      Wichtige Informationen

      Ich heiße euch alle herzlich Willkommen an der wunderschönen Vrochí Theón Akademie.
      Wieder einmal hat es ein kleiner Schlag von Auserwählten in diese beeindruckenden Reihen geschafft. Zu den diesigen Frischlingen gehören Sophie, Albe und Viljam.
      Vergesst bitte nicht, eure Übersetzer zu tragen, damit ihr euch auch alle versteht und die Sprache keine Barriere für dieses Abenteuer darstellt.
      Wie bereits erwähnt sind viele Informationen auf die Neulinge eingeprasselt. Dabei fiel auch die Erwähnung eines göttlichen Elternteils, dessen direkte Bestimmung noch eine Weile in Anspruch nehmen wird. Allerdings sind alle drei schon einmal in Gruppen eingeteilt worden, die durch die Anteile eures Blutes bereits bestimmt werden konnten.
      Sophie gehört ab heute der Gruppe Geist an und leistet hier Noel und Niculina Gesellschaft.
      Alba darf von nun an die Gruppe Luft ergänzen.
      Und Viljam gehört nun zusammen mit Jason zur Gruppe Erde.

      Da wir überschaubar viele sind, wird es keine Postingreihenfolge geben, achtet nur bitte darauf, dass niemand untergeht und das Ganze sich zu einem 2er RPG entwickelt.
      Bei Fragen, Unsicherheiten, Ideen, Anmerkungen und allem weiteren, wendet euch gerne sofort an mich.
      Und damit dann auf ein schöne und aufregendes Abenteuer. ♥

      Now that I know your name
      I'm finally able to spell perfection.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Daisy ()

    • Sophie Saint Claire

      Es war später Nachmittag als jemand an ihre Tür klopfte. Äußerst verwundert darüber blickte Sophie von ihrem Buch auf. Hatte ihr Hauslehrer etwas vergessen? Ein schneller Blick auf ihren Schreibtisch falsifizierte diese Hypothese.
      Sie schob ihre Brille zurück auf ihre Nase und bat um Eintritt. Einen Wimpernschlag später blickte sie in das erfreute Gesicht ihres Vaters und dies irritierte die Schwarzhaarige noch mehr. Seit wann konnte der große Mann SO lächeln? Sophie jedenfalls hatte ihn noch nie so strahlen gesehen und sie fragte sich, was seine blendende Laune ausgelöst haben musste.
      „Sophie, komm bitte mit. Unten warten zwei Männer auf dich!“ Schlagartig wurde ihr übel. Sie konnte sich noch gut an die letzten Gäste ihres Vaters erinnern. Sie hatte versuch eine gepflegte Konversation zu führen, doch die fremden Augen waren unaufhörlich und überaus hungrig über ihren Körper gewandert.
      „Ich muss noch die Aufgabe von Professor Francoise…“, wagte sie aufzubegehren, doch ihr Vater schnalzte tadelnd mit der Zunge.
      „Komm, mein Kind, es könnte die Lösung für all unsere Probleme sein.“, sagte er und in Sophie schrillten alle Alarmglocken. Sie wusste, dass ihr Vater sie zunehmend schlechter verstand und wenig bis kaum noch mit ihr sprach. Sie hatte die wachsende Verunsicherung in den letzten Jahren genau beobachten können. Er war nicht gerne mit ihr in einem Raum, er unterhielt sich nicht gerne mit ihr und beschäftigte lieber drei Hauslehrer, als sich um sie zu kümmern oder gar hinaus zu lassen.
      Widerwillig erhob sich die Schwarzhaarige und vermied es ihren weiten Pullover glatt zu streichen. Im Anschluss folgte sie ihren Vater.

      Dieses Gespräch stellte sich nun als Beginn eines wahren Hindernislaufes heraus. Zuerst beglückwünschten die beiden Männer – ein blonder und ein Mann mit dunklem Teint – sie und erklärten ihr weiter ihre Aufnahme an der Vrochí Theón Akademie. Sophie konnte ihrem Vater vorwerfen was sie mochte, doch an Bildung hatte es ihr nie gemangelt. Natürlich kannte sie diese berühmte Eliteschule und umso verunsicherter war sie, als man ihr auch noch Blut abnehmen wollte.
      Wieso war sie eine der Kandidaten? Was für Beziehungen hatte ihr Vater spielen lassen, um sie dorthin abschieben zu können? Verwirrt sah sie zu ihrem Erzeuger und über das ganze Gespräch hin hatte sein Strahlen kein einziges Mal nachgelassen.

      Auch die nächsten zwei Tage war ihr Vater guter Dinge gewesen und hatte sogar einmal mit ihr gefrühstückt. Seine Laune besserte sich sogar noch ein wenig, als die Männer zurückgekehrt waren und ihre Aufnahme bestätigt hatten. Kaum zwei Stunden hatte sie Zeit gehabt zu packen, ehe sie schon in einem Flieger saß. Privatjets waren zwar nichts neues für sie und doch fühlte es sich mit den zwei Fremden… besser an, als mit ihrem Erzeuger. Sie schienen eine seltsame Ruhe auszustrahlen und auch ihre flatternden Nerven zu beruhigen. Die Verabschiedung ihres Vaters war äußerst knapp ausgefallen und er war sichtlich froh, dass sie nun aus seinem Leben verschwunden war. Keine Worte des Widerstandes hatten ihre Lippen verlassen, wollte sie ihm nicht noch mehr Kummer bereiten.

      Der nächste Teil gestaltete sich für Sophie als äußerst schwierig. Es war eine Art Assessment Center und hier zeigte sich nur allzu deutlich ihre Unbegabung für den Hindernislauf und Kletterwand. Sie stolperte ein paar Mal und schürfte sich sogar ihre Hand auf. Dafür jedoch konnte sie beim Denksport glänzen.
      Was jedoch danach gekommen war, hatte sie völlig überfordert. Sie sollte was? Bitte nicht so schnell, was war sie? Ein Halbgott? Ihre Mutter sollte eine griechische Göttin gewesen sein? Sie waren real?
      Beinahe hätte sie laut aufgelacht als diese Erklärungen auf sie eingeprasselt waren, doch es schien kein Scherz zu sein. Ihr logischer Verstand suchte nach Möglichkeiten diese These zu widerlegen, doch ihr geschundenes Herz klammerte sich an diese Vorstellung. Immerhin würde es ihre seltsame Ausstrahlung und ihren jahrelangen Kummer erklären.

      Als der Bus ein besonders gemeines Schlagloch erwischte, blinzelte sie und schlug die veilchenlila Augen auf. Beinahe sofort schloss sie diese wieder und fuhr sich übers Gesicht. Ja, ihr Traum hatte es in sich gehabt und doch wurde ihr schmerzlich bewusst, dass er lediglich ihre vergangenen Tage gezeigt hatte.
      Sie, Sophie Saint Claire, saß tatsächlich in diesem Bus. Sie war tatsächlich aufgenommen an der VTA und ihr Vater hatte sie tatsächlich freudestrahlend abgeschoben. Sie seufzte tief und glaubte immer noch, sie befände sich in einer Parallelwelt. Ihr rationaler Verstand weigerte sich schlicht an diese Dinge zu glauben und doch musste sie ihre Entscheidung revidieren, als sie am Schulgelände ankamen.
      Rund um sie stiegen Schüler aus dem Bus und sie war so abgelenkt, dass sie beinahe ihre Tasche vergessen hätte. Mit zittrigen Fingern presste sie diese an sich und war abermals froh, dass sie einen großen, grauen Hoodie mit Kapuze trug. Sie konnte sich regelrecht darin verstecken und hoffte, dass sie niemand entdecken würde.
      Fehlanzeige, Sekunden später stand eine umwerfende Schönheit vor ihr und reichte ihr einen kleinen Hörapparat. Ohne zusätzliche Aufforderung legte sie diesen an und ihre Augen wurden groß. Sie hatte zwar ein paar Brocken Griechisch verstanden – Sprachen fielen ihr schon immer leicht – und doch war diese Übersetzung in Echtzeit eine wahre Offenbarung.
      Wie funktionierte der Apparat? Irgendwo musste ein Rechenzentrum mit einer Unmenge an RAM-Speicher stehen. Es nahm die gesprochenen Worte und musste es wohl mit einem Live-Übersetzungsprogramm abgleichen, ehe es die neuen Phrasen über das kleine Gerät in ihrem Ohr abspielte. Doch es gab keinen Ping. Es lief tatsächlich flüssig und ohne jegliche Verzögerung konnte sie der Begrüßung des schönen Direktors lauschen.
      Sophie war fasziniert und langsam schlich sich Neugierde in ihren wissensdurstigen Geist. Sie zupfte ihren Ausweis zurecht, den sie sich umgehängt hatte, auf dem groß die Kategorie GEIST prangte. Dieser wäre ihre Eintrittskarte in dieses seltsame Paradies.
      Und ein Paradies war es wahrlich, als sie die weißen Wege, die barocken Fresken und die lieblichen Wasserfälle und Statuen sah. Es wirkte wie aus einem griechischen Fantasyfilm und sie musste lächeln. Ja, eigentlich war es genau das.
      Sie schulterte ihre Tasche, vergrub die andere Hand in der Bauchtasche ihres unförmigen Kleidungsstückes und machte sich bereit, die Geheimnisse dieses Ortes – und ihrer eigenen Herkunft – zu lüften.

      Habe keine Honigwaben
      Aber meine Unglücksraben
      Halten ein die Essenszeiten
      Kommen Kummerbrot bereiten
      Und den Herzensbrecherwein

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Fuffy ()

    • Jason Thunder

      Langsam erhob sich die Sonne hinterm Horizont und tauchte die Welt in ihr Licht. Jason merkte dies nur am rande als die ersten Strahlen durch die Fenster auf ihn hinunter schienen und eine wärme sich über seinen Oberkörper ausbreitet. Bis auf ein paar Schweißperlen auf seiner Stirn war Jason nicht anzusehen wie sehr er gerade an seine grenzen ging.Sein Atem wurde schneller während er auf einen Abgrund zu rannte der an den seiten von einem Meter hohen Wänden gesäumt wurde. Was unten in besagtem Abrund war konnte Jason nicht sagen denn dieser war so Finster das es nicht zu erahnen war. So war die Trainingshalle der Vrochí Theón Akademie und auch wenn Jason diese Schule über alle Maße hasste, konnte er nicht anders als das ihm gebotene im vollem Umfang zu nutzen. "Hoch" schoss es Ihm durch den Kopf als seine Füße den Kalten beton der Mauer berührte. Wie immer hatte Jason seine Schuhe ausgezogen wenn er rannte, er hasste es wenn seine Kraft von so etwas wie Schuhen gestört war. Er drückte sich von der einen Wand ab um gegen die nächste zu springen, so kam er mit wenigen Sprüngen über den Abgrund. Als seine Füße wieder den Boden berührten sah er auch schon seine nächste und für heute letzte Herausforderung. Vor ihm ragte eine fünf meter hohe Wand hervor. Nicht das dies schon schwer zu erklimmen war so hatte diese Wand Einiges an Überraschungen zu bieten. Als Jason anfing diese zu erklimmen konnte er nach einem Meter circa gerade noch zur Seite ausweichen als ein Pfahl aus der Mauer schoss um ihn wieder hinunter zu schleudern. Als nächstes kam Feuer links neben Ihm aus der Mauer so das sein Shirt etwas feuer fing. Schnell klopfte er es mit einer Hand aus und hing mit der anderen an einem Vorsprung. Nach einigen anderen Fallen die Ihm beinah wieder runter geworfen hätten kam er oben an. "Na endlich" Seufzte er und ging die Treppe hinunter die hinter der Mauer angebracht war.Er ging in Richtung der Duschen während sein Herz immer noch raste von dem Lauf den er gerade absolviert hat.
      Als er in der Dusche ankam und das Wasser auf ihn nieder regnete lehnte er sich an die Wand "Wenn die merken das ich mein Gerät nicht getragen hab während ich trainiert habe werde ich wahrscheinlich wieder eine Strafe bekommen" Bei diesem Gedanken breitete sich ein lächeln auf seinen Lippen aus. Zu oft war er schon bestraft worden weil er ohne Daten zu übermitteln trainiert hatte, es war ihm egal gewesen da er dies für sich tat und nicht für diese Kerle die mit seinen Daten sonst was taten. Da er aber wusste das bald die ersten in die Trainingshalle kommen würden Wusch er sich schnell fertig und ging in die Umkleide. Dort angekommen öffnete er seinen Spint wo ihm als erstes sein Transmitter entgegen kam.Eigentlich wollte er nichts tragen was diese Kerle ihm gaben doch in diesem Fall hatte er leider keine andere Wahl da ihn sonst so gut wie keiner verstehen würde, nicht das er fand das es mit dem Teil besser war da keiner glauben wollte das dieser Ort nicht nur eine einfache Schule war. Doch hatte er es aufgegeben seine jetzigen Mitschüler davon zu überzeugen. Er legte den Transmitter also wieder an bevor er sich anfing anzukleiden. Er betrachte noch kurz das Shirt das er gerade gewechselt hatte und wusste das er dieses wegwerfen konnte bei diesen Brandflecken. Kurz überlegte er ob er seine Jacke brauchen würde doch wusste er nicht wie frisch dieser Tag sein würde und zog sie über. Das einzige was er sich lieber über die Schulter warf waren seine Boots die an den Schnürsenkeln über seine Schulter baumelten.
      Als er aus der Trainingshalle trat und die Sonne nun schon etwas höher stand konnte er in der ferne einen Bus hören. Er fragte sich ob sie wieder zuwachs bekommen würden. Immerhin waren viele die er kannte aussortiert worden. War also wieder notwendig das neue Schüler an die Schule kamen. Daher lehnte sich Jason an eine der Säulen die Ihm gleichzeitig ein wenig Schatten bot. Da der Bus noch ein wenig brauchen würde dachte Jason an sein nun leeres Zimmer. Sie waren Gestern gekommen und hatten Armin freundlich aber sehr kalt gesagt das seine Zeit an der Vrochí Theón Akademie nun beendet sei. Da sie wussten das Jason mit Ihm das Zimmer teilte kamen sie zu Fünft um sicher zu gehen das Jason nichts tat was diesen Abschied gefährden würde. Er jedoch sah seinen Zimmergenossen nur an der unter Tränen das Zimmer mit seinem hab und gut verlassen hatte. Bei diesem Gedanken kochte Wut in Jason hoch und ohne einen bewussten Entschluss ballte er seine linke Hand zu einer Faust die sogleich gegen die Säule schlug. Erst merkte er ein leichtes ziehen und dann hörte er das Bröckeln von stein der auf den Boden viel. Er hatte es wohl etwas übertrieben da nun ein kleiner Abdruck seiner Hand in der Säule war. Da sich aber sogleich das Tor öffnete und die Neuen betraten das Schulgelände. Jason blickte sie nun interessiert an während er seine Hand langsam wieder sinken ließ um diese dann in seiner Hosentasche verschwinden zu lassen.
      Gerade ließ er seinen Blick durch die Neuen wandern als er auch den Schulleiter entdeckte der voller Freude zu sein schien bis sein Blick auf Jason viel und sein Lächeln kurz ein paar Risse bekam, er fragte sich wohl was Jason um diese Zeit draußen zu suchen hatte. Jason winkte nur ohne ein lächeln dem Schulleiter zu. Bei allen Menschen an dieser Schule hasste Jason niemanden mehr als Thanasis Aristophanes der die Schuld daran trug das er hier war. Er war es gewesen der dem Alten Mann Geld geboten hatte damit er Jason einfach her gab. Währe er nie aufgetaucht so bildete sich Jason ein hätte er ein glückliches Leben haben könne und noch viel wichtiger ein Freies leben. Das dies aber nun in weite ferne gerückt war tat Jason alles um diesen Mann an seinem Schmerz teilhaben zu lassen.

      (Sry fürs ganze überarbeiten :/ hab heute auf der Arbeit geschrieben und irgendwie war mein Kopf nicht ganz da :x )
      Die Show beginnt
      DanceDance ...urg *lob*
    • Alba Tituba

      Ihr Vater war kein sonderbar großer Mann, weswegen es auch kein wunder war, das Alba selbst so klein geraten war.
      Seitdem Alba erfahren hatte, dass sie anscheinend etwas ganz Besonderes war, hatte sie ihren Vater immer wieder angesehen, und sie hatte festgestellt das sie ihre Mutter - die sie nie kennen gelernt hatte - verstehen konnte warum er es war. Er hatte gütige Augen, die zwar immer müde wirkten, und wirklich starke Arme. Ihr Papa war kein hässlicher Mann, und dazu noch so ein gütiger Mensch.
      Wenn sie einen Mann hätte, dann sollte er auch so sein, da war sich Alba sicher.
      "Alba?" Kaum hatte ihr Vater ihren Namen gesagt stand sie auch schon bei ihm. Er versuchte zu lächeln, doch es fiel ihm sehr offensichtlich schwer. Das war ja auch klar, er hatte die ganze Nacht gearbeitet, ihr Papa war sicherlich total mde! "Ich hab ein Geschenk für dich", meinte dieser dann und Albas Augen wurden groß. Sie bekam sonst nie Geschenke, sie hatte sich aber auch noch nie direkt etwas gewünscht. "Wir beide werden uns wohl eine ganze Weile nicht mehr sehen... und ja", seine Stimme war recht träge, als er seine Hände hinter dem Rücken hervorholte und er ihr einen Rucksack reichte. Er war ganz bunt, mit jeder Pastellfarbe die Alba sich hätte erdenken können. Und er war neu. Er war nicht gebraucht, oder schon etwas kaputt, nein er war ganz neu! Vorsichtig sah sie ihren Vater an, doch dieser nickte nur und so griff Alba direkt danach. "Ich hab für die Reise auch schon etwas zu Essen für dich eingepackt", meinte er und zuckte leicht mit den Schultern.
      Das junge Mädchen hatte Tränen in den Augen, als sie ihren Vater umarmte. Er hatte so viel Geld für sie ausgegeben, und vermutlich gar nicht daran gedacht, das er für diesen Monat auch noch etwas zu Essen brauchte! Er hatte sich immer so gut um sie gekümmert, und ihr versucht alles zu ermöglichen was sie brauchte, aber oft ging es nun mal einfach nicht und Alba verstand das.
      Sie merkte gar nicht wie ihr Vater sich bei ihrer Umarmung etwas verspannte, dafür nahm sie noch genauer war, das er seine Hand auf ihren Kopf legte und ihr sanft übers Haar strich.
      "Ich will gar nicht weg", murmelte Alba an die Brust ihres Vaters. Kein anderer war so lieb zu ihr wie er und an dieser Akademie würde das bestimmt auch nicht besser werden. Die Leute hatten sie nie wirklich gemocht, selbst wenn Alba ihnen nie etwas getan hatte. "Es ist aber besser für dich, schau so eine tolle Schule könnte ich dir niemals ermöglichen", versuchte er Alba umzustimmen, aber es fiel ihr trotzdem schwer. Sanft drückte er sie von sich, denn es wurde wirklich Zeit für Alba.
      Noch einmal versuchte ihr Vater sie anzulächeln, doch Alba hatte nur Tränen in den Augen.
      "Komm lächel noch einmal für mich, mein Sonnenschein",meinte ihr Vater und strich die eine Träne weg, die ihr über die Wange rollte. Ihre Haut wurde dort ein wenig taub. Alba nickte leicht, und versuchte für ihren Papa zu lächeln. "So ist es gut", meinte er und wuschelte ihr einmal durch die kurzen Haare.
      "Ich werd dich richtig vermissen!" - "Ich dich auch, mein Schatz."

      Die ganze Fahrt über, ob nun an Schiff oder in diesem Bus, hatte Alba sich an ihren neuen Rucksack geklammert. Er roch etwas unangenehm, doch sie begann langsam sich an den künstlichen Geruch zu gewöhnen. Am liebsten wäre das junge Mädchen wieder zuhause, auf der alten Couch die nach Pizza roch, und ihren Vater neben sich, wie sich beide eine von hunderten Wiederholung ihrer liebsten Soap Opera zu gucken. Doch das konnte sie nicht. Zwischendurch hatte Alba ein wenig geweint, doch dafür hatte sie von den Leuten die bei ihr in der Nähe saßen ganz komische Blicke zu geworfen bekommen. Fehlten den anderen ihre Eltern denn nicht so sehr?
      Als der Busfahrer begann zu sprechen, fiel es Alba deutlich schwer zu verstehen, was er denn eigentlich wollte. Offensichtlich wurde es für die Blonde erst, als alle anderen auch begannen auszusteigen. Oh, wenn die Leute hier alle nur Englisch sprachen, würde sich Alba wirklich schwer tun! Ihr Italienisch war doch schon nicht das Beste und dann auch noch in einer fremden Sprache alle verstehen und selbst reden zu müssen? Das wirkte auf Alba beinahe wie die Folter der Logikaufgaben bei diesem komischen Test.
      Während der hübsche Mann sprach, linste Alba neugierig zu den anderen Leuten die hier standen. Im Bus war sie kaum dazu gekommen, die anderen anzusehen und nun da sie nicht wusste worum es ging, waren diese Personen die einzigen nachdenen sich Alba hätte richten können. Doch die Anderen wirkten genauso verloren wie sie. Also verstanden die, die auch nicht! Das erleichterte Alba doch, und sie atmete tief aus. Vielleicht musste man ja doch nicht extrem schlau sein, wenn man hier her kam!
      Ohne das Alba es wirklich mitbekommen hatte, stand auf einmal eine Frau vor ihr, und hielt ihr eine hübsche Box hin. Darin lag etwas, das Alba gar nicht in der Lage war zu beschreiben. Es blinkte auf jeden Fall sehr hübsch, und vorsichtig griff Alba danach. So etwas modernes hatte Alba sicherlich noch nicht in der Hand gehabt. In Media Geschäften hatte sie zwar oft an den neuesten Smartphones gespielt, und lustige Bilder gemacht, aber das hier wirkte viel... wichtiger als irgendein Iphone oder Samsung Galaxy!
      Die Frau machte ihr einmal vor, was Alba mit dem Dingsi tun sollte, und ohne weiter darüber nach zu denken, steckte sie sich das Dingsi dann auch ins Ohr. Was das hier wohl bringen würde?
      Kurz sprach die Frau, und Alba brauchte noch ein wenig bis sie realisierte was hier eigentlich passierte. Erst als der Mann, der eben noch in einer Sprache gesprochen hatte die Alba nicht kannte - doch wenn sie raten müsste würde sie behaupten es sei Griechisch - anfing auf Italienisch mit ihr zu sprechen, begann es Alba zu dämmern. Um sich zu überzeugen sah sie wieder zu den anderen, und diese schienen den Mann auch zu verstehen. Dabei war Alba sich bei der Fahrt hier her, sehr sicher gewesen das diese Leute kein Wort Italienisch sprachen. Genauso wenig wie Alba Deutsch oder sowas konnte.
      Das war ja beinahe wie Magie! Oh, das war so aufregend! Am liebsten würde sie ihren Vater davon erzählen. Von diesem kleinen Wunderwerk das Alba benutzen durfte! Das würde er ihr sicherlich niemals glauben. Dieses Mal machte der Gedanke an ihren Vater sie nicht traurig, denn dieses kleine Dingsi machte sie nur noch neugieriger auf die Dinge die sie erwarteten. Und sie würde ihren Papa auch wieder sehen, das nahm sich Alba ganz fest vor und dann würde sie ihm von diesen coolen Dingsi erzählen, das alle Italienisch sprechen und verstehen lies.
      Hinter dem hübschen Mann, mit dem unendlich langen Namen öffnete sich das Tor, und Alba stand dort ganz hibbelig. Was war denn nur hinter diesen Mauern versteckt? Alba hätte sich viel vorstellen können... doch soetwas? Sie musste wirklich aufpassen, dass ihr die Kinnlade nicht hinunter fiel. Das war also die Rochi-Tochie Schulen Akademie... Oder irgendwie so, Alba hatte bisher nicht ganz aufgepasst wie diese Schule hieß und um ehrlich zu sein, war das einzige was sie darüber wirklich mit bekommen hatte, dass es eine Elite Akademie war und ganz offensichtlich für ... Halbgötter. Das Wort klang noch immer recht komisch, wenn Alba daran dachte. Vor allem mit ihr in Verbindung.
      "Oh, oh, oh, das ist richtig hübsch", quatschte Alba einfach die nächst beste Person an, und war drauf und dran diese am Arm zu greifen. Sie konnte sich nur davon abhalten, da die Leute langsam anfingen hinein zu gehen. Und nichts war wohl besser etwas direkt anzusehen, als einfach nur darüber zu reden. Etwas hibbelig folgte sie den anderen, und sah sich neugierig um. Dabei achtete sie gar nicht mehr auf ihren Weg. Sie hatte wohl wirklich glück, das sie in niemanden hineinlief.



      Noel Thomás

      Die ersten Strahlen der Sonne kitzelten Noel an der Nase, als er gerade vor seinem Spiegel stand, und jede Strähne so hin legte, dass es gut aussah. Jede Haarsträhne hatte eine ganz bestimmte Position an der sie liegen musste, und erst dann verlies Noel sein Zimmer. An manchen Tagen ging das deutlich schneller, als an anderen. Heute war einer der Tage, da brauchte es beinahe eine ganze Stunde bis Noels Friseur saß. Sie sollte so aussehen, als wäre sie nicht gemacht worden und trotzdem wundervoll. Das war der Trick. Alle konnten ihn für sein angeblich natürliches Haar beneiden.
      Der Junge richtete noch die letzte Strähne bevor er endlich zufrieden war. Noch schnell schlüpfte er in seine Schuhe, die makellos aussahen. Auch darum kümmerte sich Noel peinlich genau. Er wollte niemals nie mit schmutzigen Schuhen gesehen werden. Das würde einer Schande gleich kommen, die sein armes kleines Herzchen nicht ertragen hätte können.
      Bevor Noel sein Zimmer verlies, sah er noch einmal aus dem Fenster, und für einen Moment bildete er sich ein, das die Tore sich öffneten. Er zuckte jedoch nur mit den Schultern. Wenn neue kamen, dann würde er das auch noch genauer nach dem Frühstück betrachten können, da war er sich wirklich sicher. Jetzt verlangte sein Magen erst einmal nach etwas zu essen, und bevor er das nicht getan hatte würde er keinen unnötigen Schritt machen.
      Die Gänge bis hin zur Mensa waren ohne hin lang. Nicht nur ein wenig lang, ein Marathon Läufer hätte hier sicherlich trainieren können. Der Weg fühlte sich steinig und schwer an, aber Noel war bereit diesen zu gehen. Zwar war er dabei nicht wirklich alleine, da einige Leute seinen Weg teilten. Es war auch nicht wirklich verwunderlich, immerhin wollten vermutlich alle als erstes Frühstücken bevor sie an irgendetwas anderes dachten. Soetwas wie Unterricht, oder Training oder... Oh die Hausaufgaben. Noel hatte seine Hausaufgaben vergessen zu machen. Er war kurz versucht sich durch seine Haare zu streichen, aber diese hatte er gerade eben erst schön gemacht, weswegen er nur genervt seufzte. Er musste wohl jemanden finden bei dem er abschreiben konnte. Kurz gingen ihn einige Leute durch den Kopf, und eigentlich war es recht egal wen er fragen würde.
      Der ewig lange Weg schien ein Ende zu haben und bevor sich Noel um seine Hausaufgaben kümmern würde, besorgte er sich erst einmal ein ordentliches Frühstück. Viele hier tranken Tee, oder Kaffee doch Noel blieb einfach bei stillen Wasser. Das lag vor allem daran, das er nicht wollte das seine Zähne gelb wurden.
      Als er zufrieden mit seiner Auswahl war, lies er seinen Blick durch die Mensa gleiten. Ihm waren alle Gesichter sehr gut bekannt, das Problem war nur, dass die meisten ihm sicherlich nicht helfen konnten. Nun, Noel machte einige Leute aus die ihm helfen konnten. Also spielte er einmal Ene Mene Miste, und seine Wahl triff auf die freudestrahlende Maria. Über das Wortspiel musste er selbst etwas grinsen.
      Noel setzte sich etwas zu nah an Maria heran, er hatte nicht wirklich ein gefühl für persönliche Abstände.
      "Guten Morgen!", trötete Noel ihr fröhlich zu. "Ich wollte dich, meine Auserwählte, fragen ob du mich vielleicht die Mathe Aufgaben abschreiben lassen würdest?", grinsend sah er Maria an und wartete auf ihre Antwort. In der Zeit begann er jedoch schon zu essen, denn er hatte nun wirklich hunger. Vor allem mit dem Essen direkt vor seiner Nase.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Niculina Maria Simionescu
      Der Speißesaal ist reichlich gefüllt gewesen, als Maria sich gerade mit ihrem Tablett auf einen der raren leeren Plätze fallen ließ. Aufgeweckt blickte sie durch die Reihen mit den verschiedensten Schülern. Manche sind sehr exzentrisch gewesen; hatten ausgefallene Haarfarben oder lebten sich in ihrem Kleidungsstil individuell aus, während andere auf sie einen sehr bodenständigen Eindruck machten. Es war für ihre Augen jedes Mal wieder ein Gedicht die Vielfalt an unterschiedlichen Persönlichkeiten auf sich wirken zu lassen. So viele Menschen aus aller Welt hatten sich hier versammelt und das kleine, blinkende Wunderding in ihrem Ohr hatte es ihr möglich gemacht all diese Nationalitäten kennen lernen zu dürfen. Es war unglaublich für sie gewesen, als man ihr vor zwei Jahren diese Tore zur Welt aufgeschlossen hatte. Sie war aus dem Staunen bis heute noch nicht wirklich herausgekommen und gelegentlich war es noch schwer für sie gewesen sich nicht fehl am Platz zu fühlen an diesem sagenhaften Ort mit diesen beeindrucken Persönlichkeiten.
      Ein nahezu verliebtes Lächeln umspielte ihre Lippen, während sie mit beiden Händen ihr Gesicht umfasste um es zu stützen. Ihre Augen hingen an einem Mädchen mit wunderschönen schwarzen Haaren und listig aufblitzenden hellblauen Augen. Ihre Haut war blass wie Porzellan, sie war der Inbegriff jugendlicher Schönheit. Als nächstes sprangen ihre Augen zu einem Jungen mit einem blonden Haarschopf und einer Brille auf der Nase. Er wirkte müde, mürrisch und doch hatte seine Ausstrahlung nichts unangenehmes. In einem großen Radius hatten sich Schüler um diesen Jungen versammelt, die die Entspannung, die von ihm ausging genossen. Einige schliefen sogar um ihn herum. Wieder jemand anderes stand schon wieder auf dem Tisch und erzählte voller Leidenschaft seinen Genossen eine Geschichte, der jedermann gebannt lauschte. Er hatte dunkle Haut und katzenartige bernsteinfarbene Augen und immer, wenn Maria seinen Blick traf, erschauderte sie in Ehrfurcht. Ein sehnsüchtiges Seufzen verließ ihre Kehle und für einen Moment presste sie ihre zarten, geschwungenen Lippen aufeinander und zog heimlich einen kleinen Schmollmund. Das alles sind die Wirkungen gewesen, die die Kinder der Großen auf sich zogen. Ob nun unter gewöhnlichen Menschen oder ihrem eigenen Schlag, sie waren eindeutig etwas besonderes.
      Um sie scharrte man sich, ihre Gunst war etwas besonderes, ihre Freundschaft ein Gewinn und ihre Liebe ein Segen. Auch wenn sie es ungern zugeben wollte - und konnte! - sie wäre so gerne ebenfalls eine von ihnen. Jemand unersetzliches, eine Persönlichkeit, die sofort auffiel, wenn sie den Raum betrat oder aber verließ. Jemand, nachdem man sich umdrehte. Mit dem man reden wollte. Doch das Glück hatte sie nicht gehabt. Sie durfte sich bereits überglücklich schätzen überhaupt ein Teil dieser Hallen sein zu dürfen und dieses Privileg sollte sie nicht durch hässlichen Neid in den Dreck ziehen. Sie sollte sich wirklich zusammenreißen...
      Sie hatte sich gerade wieder zu einem Lächeln durch gedrungen, nachdem sie sich daran erinnert hatte, als sie auch schon ein bisschen erschrocken zusammen zuckte, als sich plötzlich jemand regelrecht an ihre Seite warf. Mit einem erstaunten Ton sah sie auf, geradewegs in die schelmischen Augen von Noel, einem Jungen aus ihrer Klasse, der wie immer keinerlei Verständnis für körperlichen Abstand kannte. Komplett zufrieden und laut begrüßte er sie und rückte auch schon bald damit heraus, warum er sie mit seiner Anwesenheit beglückte; ihre Mathematik Hausaufgaben. Im ersten Moment blinzelte die Blondine ein wenig irritiert, bis sie seine Worte wirklich vollends verarbeiteten konnte, ehe sie selbst anfing zu lachen. Ihr Herz klopfte ein bisschen schneller. Denn was auch immer der Grund dafür gewesen sein mochte und wenn es Eigennutzen gewesen ist, war sie doch froh darüber bemerkt zu werden. Es war fast so, als hätte er ihre Gedanken gelesen. "Mademoiselle Blondeau wird dich rügen, wenn du bei der Abfrage nicht auf die Herleitung kommst, ich weiß nicht, warum du dir die Mühe machst sie trotzdem zu kopieren.", schüttelte sie belustigt über ihn den Kopf, dachte aber ebenso nicht im Traum daran ihm seinen Wunsch zu verwehren und streckte sich auch sogleich nach ihrer Schultasche, die sie auf dem Boden abgestellte hatte.
      Darin befand sich das einzige Arbeitsutensil, das sie brauchte; ein wunderschön elegantes Tablett, mit einer komplett gläsernen Hülle. Es passte von der Größe her sehr gut in ihren Schoß, weswegen sie die Hausaufgaben auch am liebsten in ihrem Bett erledigte. Maria tippte schnell einige Male auf die Oberfläche und ihr kleiner elektronischer Helfer erwachte zum Leben. Über diese Tabletts, die jeder Schüler erhielt war es den Lehrern möglich ihre Unterrichtsfächer für jeden Schüler auf seiner Heimatsprache zugänglich zu machen. Maria fand es fantastisch wie gewissenhaft die Forschung in diesem Institut gegenüber der neuen Generation von Schülern gewesen ist. Auch dafür war sie wirklich dankbar und bewunderte jedes Mal wieder die Laboratoren, die in ihren seriös wirkenden Kitteln aus den Forschungsgebäuden heraustraten und immer, wenn sie eine Sitzung dort hatte, fühlte sie sich geehrt, die Zeit dieser intelligenten Menschen in Anspruch nehmen zu dürfen. Sie gab sich deswegen immer ganz besonders viel Mühe in ihren Untersuchungen. Wenn sie schon nicht von Geburt an eine der außergewöhnlichen hier gewesen ist, wollte sie wenigstens mit ihrer eigenen Kraft beeindrucken und sich als würdig erweisen.
      Es waren nur einige wenige Schritte, der Ordner mit ihren Mathematikaufgaben ist einer der zuletzt bearbeiteten gewesen, weswegen sie direkt in die Materie sprang und die Hausaufgaben öffnete. Damit Noel es noch ein bisschen leichter hatte vergrößerte sie das Dokument direkt und legte es neben ihn auf den Tisch. Ihr Tablett mit Essen schob sie dabei ein bisschen weiter zur Seite. Ihr war dieses kleine Gerät heilig. Und auch wenn sie wusste, dass sie im Falle von Verlust oder Gebrechen dessen einfach ein neues bekommen wollte, würde es ihr das Herz brechen diesen kleinen Begleiter für jeden Unterricht kaputt zu machen. Aufmerksam beobachtete die junge Frau ihren Mitschüler, wie er sich über sein eigenes Device beugte. Seine Frisur ist wie immer tadellos gewesen, fiel ihr auf. Immer wieder musste sie feststellen, dass dieser Mann hier selbst einem Kunstwerk oder einer Muse glich. Sicherlich war er schön genug, damit Zeus auch ihn in den Olymp entführte.
      Ihre Gedanken nahmen ein abruptes Ende, als schwungvoll die Tür zum Speißesaal aufgerissen wurde. Das brachte sofort einen großen Teil der Schülerschaft dazu schweigend aufzublicken und Maria stockte regelrecht der Atem, als sie die große Gestalt von Thanasis Aristophanes erblickte. Wie immer hatte er einen seiner maßgeschneiderten Anzüge an. Er repräsentierte diese Schule wahrlich voller Stolz und Anmut. Maria verehrte ihren Schulleiter und ihre Augen begannen zu strahlen, als sie den Grund für seine Anwesenheit erkannte hatte; Es waren neue Schüler. "Neue", flüsterte sie aufgeregt, mehr zu sich selbst, als tatsächlich zu Noel. Das war hier wirklich ein sehr spannendes Spektakel. So oft kam es wirklich nicht vor, dass es wieder Neulinge gab. Viele ihrer Mitschüler waren aufgesprungen, um einen Blick auf die fremden Gesichter zu erhaschen und Maria ist ebenfalls eine davon gewesen. Neugierig hatte sie sich auf ihrer Bank aufgestellt und blickte über einige andere in ihrer Nähe hinter den Schulleiter. Sie zählte zehn Neulinge. Gleich zehn auf einmal, ihr Herz machte einen aufgeregten Hüpfer! Das Lachen des Schulleiters drang durch den Speißesaal.
      "Euer Willkommensgruß! Wie ihr seht haben alle schon Eure Ankunft herbei gesehnt.", richtete er laut und stolz seine Worte an die Neuzugänge. "Fühlt euch wirklich ganz wie zu Hause, hier seid ihr unter Gleichgesinnten! Meine beiden Assistentinnen haben jedem von euch eine Tasche zusammengestellt. Darin findet ihr Eure Stundenpläne, einen Grundriss der Schule, eure Zimmerschlüssel und eure eigenen Tabletts für den Unterricht, die bereits auf eure Muttersprache eingestellt sind. Selbstverständlich müsst ihr nichts für diese Geschenke meinerseits bezahlen. Nehmt sie an und gebt darauf acht. Ihr müsst die Rucksäcke nicht verwenden, ich stelle es euch aber frei mit ihnen zu verfahren wie immer ihr möchtet." Der Mann legte zufrieden die Hände hinter den Rücken und nickte seinen beiden Assistentinnen zu, die die Taschen in einem schönen dunklen Blau verteilten. "Das hier ist der Speißesaal. Hier könnt ihr Euer Frühstück zu euch nehmen, es gibt feste Zeiten für das Mittagessen und das Abendessen ist ein mehrstündig offenes Buffet, sodass ihr essen könnt, wann immer ihr möchtet. Der Unterricht beginnt um acht Uhr und endet unterschiedlich nach euren Stundenplänen. Für heute seid ihr freigestellt. Wenn ihr möchtet, könnt ihr bereits eure Kleidung und Koffer abstellen und euch zu euren Kameraden setzen, oder ihr ruht euch noch aus nach der Fahrt. Ich bitte nur ab morgen jeden zur pünktlichen Teilnahme am Unterricht. Hört auf eure Lehrer und gebt gut auf euch acht. Sollte es Probleme geben, wendet euch gerne an meine Sekretärin."
      Es war irgendwie eine sehr interessante Eigenart, dass der Schulleiter der Theón Vrochí nie wirklich eine Ansprache beendete. Das fand Maria überaus sympathisch. Auch dieses Mal verabschiedete er sich lediglich mit einem entschlossenen Nicken und einem "Viel Glück", ehe er einfach von dannen zog. Ein sehr mysteriöser Mann zu dem Maria aufsah ohne Ende und ein Kichern entwich ihr, als er die armen neuen Schüler einfach so da stehen ließ. Das machte er jedes Mal. Sie vermutete, dass er sie ganz gezielt einfach in der Mitte der Schule aussetzte, um mit anzusehen, wie sie sich verhalten, wie integrieren, wie entscheiden würden. Doch auch Maria ist einmal komplett hilflos und fassungslos gewesen, als sie unter all dieser Augen in dem Speißesaal zurückgelassen wurde.
      Now that I know your name
      I'm finally able to spell perfection.
    • Sophie Saint Claire

      Fast ehrfürchtig betrat Sophie nun das Schulgelände. Die kleine Traube der Neuen blieb ängstlich nahe beisammen. Fast wie Schafe, die auf eine neue, unbekannte Weide getrieben wurden. Doch zu ihrer Überraschung war noch niemand „versehentlich“ an ihr gestreift oder hatte sie irgendwie berührt. Normalerweise konnte sie sich in solchen Menschenansammlungen nicht frei bewegen, ohne ständig den oft recht rüden Annäherungsversuchen von Menschen ausweichen zu müssen. Dies war auch der Grund, warum sie mittlerweile ein großer Fan von Online-Einkäufen war.
      Doch hier… hier schien alles anders. Die Worte des schönen Direktors waren also tatsächlich wahr gewesen. Hier hatte ihre seltsame Anziehungskraft keine – oder nur verminderte – Wirkung. Sophie traute dem Frieden zwar noch nicht gänzlich und trotzdem atmete sie ein klein wenig auf.
      Sie hatte nun ein klein wenig mehr Freiheit auf die umwerfende Umgebung zu achten. Der elegante, breite Weg führte zielgenau auf die Akademie zu und wurde an den Seiten von riesigen, antiken Säulen gesäumt. Aus den Augenwinkeln nahm sie eine Person war, die im Schatten der Säulen stand. Er hatte blondes, etwas unordentliches Haar und strahlte eine starke Präsenz aus. Unweigerlich zog sie den Kopf ein. Wenn hier wirklich alle Schüler so außergewöhnliches Charisma hatten, dann war sie verloren. Selbst jetzt juckte sie es in den Fingern sich beim nächstbesten unter zu haken und gemeinsam dieses seltsame Abenteuer zu bestreiten. Es war tatsächlich irrwitzig – sie bemühte sich unangenehme Berührungen so weit es ging zu verhindern und gleichzeitig lechzte sie nach eben diesen.
      Doch zu weiteren Überlegungen kam sie nicht, als sie das Gebäude betraten. Die Raumhöhe war unglaublich und an den weiß getünchten Wänden hingen äußerst wertvoll aussehende Gemälde in goldenen, reich verzierten Rahmen. Alles, wirklich alles – von dem teuren Fußboden bis hin zu den vergoldeten Tischmanieren – strahlte Eleganz, Prunk und Antike aus. Luxus war für Sophie eigentlich weniger etwas Neues, doch dieses Interieur, eigentlich die gesamte Schule, war mit keinem Maßstab zu vergleichen, den Sophie kannte.
      Thanasis Aristophanes sprach während ihres Weges über die verschiedenen Einrichtungen, die es hier gab. Oh und es gab wirklich alles! Bibliotheken, Lehrsäle, Sporthallen, Untersuchungsräume, Gemeinschaftsräume und noch sonstige Dinge, die Sophie schon wieder ausblendete. Die Kapazität ihres Hirns war fast erreicht und noch mehr Informationen würde sie schlichtweg nicht archivieren können.
      Schließlich ging eine große Doppelflügeltür im Kassettenmuster vor ihnen auf und sogleich strömte der wunderbare Duft von vielen unterschiedlichen Speisen in ihre Nase. Es war unweigerlich die Mensa. Auch wenn diese nichts mit den Plastikstühlen, billigem Essen und schmierigen Tischen zu tun hatte, die sonst die Mensas in Universitäten oftmals auszeichnete. Selbst hier schien alles einzig auf den Komfort der Schüler bei gleichbleibender Eleganz ausgelegt.
      Bei ihrem Eintreten wurde es schlagartig still und alle, ausnahmslos alle Augen waren auf die Neuen gerichtet. Sophie verkroch sich noch ein bisschen mehr in ihren Sack, welchen sie Pullover nannte. Gleichzeitig suchten ihre veilchenblauen Augen die Gegend ab und beinahe hätte sie nach Luft geschnappt. Sie sah so viel Unterschiedlichkeit und Andersartigkeit! Es war umwerfend, welche Fülle an Schönheit und außergewöhnlichen Personen es hier gab und ihr blieb tatsächlich für einen Takt ihr Herz stehen. So viele Eindrücke prasselten auf sie herab, sodass sie die eben gereichte, dunkelblaue Tasche mit ihren Lehrmaterialien nur abwesend entgegennahm.
      Erst als ein wenig Leben in die anderen Neulinge kam, erwachte auch Sophie aus ihrer Starre. Was sollte sie jetzt tun? Hilfesuchend presste sie die neue Tasche und ihre eigene an sich. Die Logik gebot ihr, auf ihr Zimmer zu gehen und sich einzurichten, um sich anschließend auszuruhen und fit für den morgigen Unterricht zu sein.
      Doch ihre Neugierde machte ihr einen Strich durch die Rechnung. Sie wollte tatsächlich die Luft der Veränderung schnuppern und einen Blick auf die Neuen sowie die anderen Schüler werfen. Sie entschied sich daher, ihre beiden Taschen an den Rand der Mensa zu stellen. Hier würde ja doch niemand zum Dieb werden, oder?
      Im Anschluss zupfte sie ihre dunklen Haare zurecht und richtete ihr Augenmerk auf die anderen. Sofort fiel ihr ein Mädchen mit süßem, buntem Rucksack auf und auch ein großgewachsener Junge mit wunderschönem, seidigen Haar. Beide deklarierte sie als Neulinge, waren ihr diese doch auch schon während des Weges aufgefallen.
      Ansprechen traute sie sich niemanden, doch vielleicht konnte sie sich still in eine Ecke stellen und beobachten?


      (Hoffe es ist ok, wenn ich ein wenig die Schule beschrieben habe. Gerne um Ergänzungen)

      Habe keine Honigwaben
      Aber meine Unglücksraben
      Halten ein die Essenszeiten
      Kommen Kummerbrot bereiten
      Und den Herzensbrecherwein

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Fuffy ()

    • Jason

      Während die Neuen langsam auf das Schulgelände traten sah Jason voller Sehnsucht durch das sich schließende Tor.Der Warme Wind der Außenwelt kam Ihm entgegen wie ein Ruf in die Freiheit.Wie gerne wäre er einfach hinaus gegangen auch wenn ihn dort draußen nichts anderes als Sand erwarten würde. Er war einfach nicht für diese Schule gemacht, zwar war er kein schlechter Schüler und trotzdem wollte er endlich hier weg. Kurz schüttelte er über sich selbst den Kopf so das seine Haare ihm ins Gesicht fielen. Mit einer lockeren Handbewegung brachte er sie wieder zurück in ihre chaotische Position. Er fand es lächerlich das er so viel Trübsal blies und sich selber bemitleidete, dass war einfach nicht seine Art.Daher machte er sich lieber mit schnellen aber nicht gehetzten Schritten auf den Weg den Neuen hinterher.
      Jason begutachtete die Schaar von Schüler die von Thanasis Aristophanes durch die Schule geleitet wurden, natürlich kannte sich Jason selber sehr gut aus und doch wollte er dir Gruppe nicht überholen, noch nicht zumindest.Lieber sah er zu wie die Neuen wie jedes mal von alle dem was diese Schule ausmachte geblendet wurden. Auch Jason wusste das diese Schule ein toller Ort war, wenn da nicht die Dinge wären die Ihm immer einen Stich versetzten.Um sich nicht weiter abzulenken sah er sich die Neuen noch etwas genauer an und war etwas verwundert wie klein diese zum teil waren und damit meinte er nicht Ihr alter sondern ihre reine Körpergröße. Da er nun schon recht nah an ihnen dran war musste er zugeben das er nicht wirklich unauffällig war, auch wenn er das schon durch seine reine Präsenz meist nicht war. Er war hinter einem Mädchen stehen geblieben das er ohne große Probleme überragte. Sie hatte Blonde Haare und eine wie Jason fand unverhältnismäßig große Brille. Kurz sah er auf das Mädchen herab bevor sie schon in der Mensa angekommen waren. Der Duft des bekannten Essens stieg Ihm in die Nase und ihm wurde erst jetzt bewusst wie viel Hunger er eigentlich hatte, dass ankommen der Neuen Schüler hatte Ihn so verwundert das er darüber gar nicht mehr nachgedacht hatte. Daher schob er sich an der Schülerin vorbei mit den Worten "Sorry ich muss hier mal durch" und rempelte sich vielleicht nicht ganz sanft den Weg durch die restlichen Schüler die auf seinem Weg waren als Thanasis Aristophanes gerade den Raum verlassen hatte. Da nun die Neuen alle Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatten konnte Jason ohne große Probleme sich noch sein Frühstück holen. Was sonst immer ein größerer Aufwand war.Nachdem er dies hatte ging er an einen der Tisch an dem schon Niculina und Noel saßen. Sie schienen vor dem erscheinen der Neuen wohl mit Hausaufgaben beschäftigt gewesen zu sein da eines der Tabletts auf dem Tisch lag. Jason schob dieses etwas zur Seite und stellte sein Essen ab. "Wenn du dem Alten noch mehr hinterher Schmachtest grenzt das schon an Sexueller Belästigung weißt du das ?" Sagte er an Niculina gewannt. Jason konnte dieses verhalten von Niculina einfach nicht nachvollziehen, sie betete diesen Kerl schon förmlich an und wenn er den Raum betrat wirkte sie auf Jason wie ein Eichhörnchen das eine Nuss entdeckt hat und diese um alles in der Welt haben wollte. Jason konnte sich auch denken das Niculina ihn für sein Verhalten gegenüber Thanasis Aristophanes nicht leiden konnte doch wusste er das er dies aus gutem Grund tat. bei Noel hingegen war sich Jason nie so wirklich sicher wie er diesen einschätzen sollte, er wirkte immer sehr gepflegt aber sonst hatte Jason noch nicht viel mit ihm zutun gehabt. Jason war daher auch immer froh über sein sehr gutes Gedächtnis was ihm half auch die Namen von Leuten sich zu merken mit denen er sonst nicht so viel zutun hatte.
      Nun machte er sich aber über sein Essen her während er die Verlorenen Neuen betrachtete. Er kaute kurz zu ende bevor er in die Stille des Raumes hinein sagte "Hier ist Platz, holt euch was zu essen und setzt euch, wir beißen hier auch nur zum teil und meistens nur mit Einverständnis des Anderen" auch wenn er dies nicht wirklich laut sagte so war seine Stimme die nun mal alles andere als Leise war und die Stille im Raum daran Schuld das es sich anhörte als würde er durch die Komplette Mensa schreien. Ihm selber machte dies nicht viel aus und Peinlich war Ihm sowas von Natur aus nicht. Er winkte nochmal die Neuen zu sich um sich dann wieder seinem Essen zu widmen. Er fand das es gerade so war als hätte sich ein Gewitter mit Blitz und Donner im Saal entladen und nun den Neuen die Chance gegeben zu zeigen aus welchem Holz sie geschnitzt waren.
      Die Show beginnt
      DanceDance ...urg *lob*
    • Noel Thomás

      Noel musste auf Marias Worte nur noch mehr grinsen, nahm anstatt direkt zu Antworten jedoch noch einen Bissen von seinem Essen. Der junge Mann hatte es nie eilig darin zu sprechen, denn sobald er den Mund öffnete hörte man ihn ohne hin zu. Bisher war Noel zumindest noch niemanden begegnet der ihm nicht zuhörte. "Mademoiselle ist sicherlich glücklich darüber, wenn ich sie nicht den ganzen Unterricht über zu quatsche", lachte er dann ein wenig. Er konnte nur hoffen, dass es ihr genügen würde das Noel die Aufgaben mit hatte. Wenn nicht würde er die bösen Worte ertragen müssen, das würde er sicher auch schaffen. Immerhin war er auch selbst dran Schuld. Hoffen konnte er dennoch, so war es ja nicht.
      Noel beobachtete jede von Marias Bewegungen während er aß. Sie holte ihr Tablett aus der Tasche. Das bedeutete wohl, das er abschreiben durfte. Das würde zumindest weniger Ärger bedeuten, selbst wenn er nicht die Herleitungen kannte. Noel redete sich noch immer ein, das es kaum einen Unterschied machen würde. "Du bist meine Rettung! Ich danke dir, hübsche kleine Maria", grinste er sie dann breit an, und trank einen Schluck aus seinem Wasser. Er sah ihr dabei zu wie sie die Dokumente öffnete und näher heran zoomte das Noel einfach abschreiben konnte.
      "Du hast was gut bei mir", meinte Noel dann leichthin. Allerdings vermutete der Blonde das Maria diesen Gefallen wohl niemals einfordern würde. Wozu auch, Noel würde aus der Sache sowieso schneller wieder heraus finden, als er hinein gefunden hatte.
      Der junge Mann aß noch ein zwei Bissen, bevor er sein eigenes Tablett heraus kramte, und dann langsam begann die Gleichungen abzuschreiben. Dabei achtete er genau darauf wie er da saß. Seine Haare fielen nicht zur Seite, und er nutzte das Licht aus, dass sie vermutlich auch ein wenig glänzen lies. Noel wollte gut aussehen, um jeden Preis und dafür nutzte er alles. Vielleicht hatte er auch deswegen Maria ausgesucht, weil das Licht hier besonders angenehm hinfiel und ihm bestimmt einen besseren Teint verlieh.
      Als die Tür aufschwang hatte Noel es beinahe schon erwartet. Vorhin hatte er die Tore wieder zugehen sehen, es war also doch zu erwarten das Neue ankamen. Vor allem da erst vor kurzen andere Schüler 'weggeschickt' wurden.
      Zwar tat Noel so als wäre er wahnsinnig unbeeindruckt, und uninteressiert an dem Ganzen, doch das stimmte sicherlich nicht. Neugierig linste er zu den Neuankömmlingen. Sie hätten wohl kaum unterschiedlicher sein können. Aber das waren hier sowieso alle. Nicht einmal Geschwister hatten hier sehr viel gemeinsam, dabei sollte man doch annehmen, dass die Gene des göttlichen Elternteils stärker durch linsen sollten, als nur so diese meistens harmlosen Kräfte die hier alle in sich trugen.
      Sehr schnell konnte Noel die meisten Gesichter gar nicht mehr erkennen, weil einige der anderen sehr schnell aufgesprungen waren, und die Neuen mit neugieriger Miene musterten. Als würde es das für die Neuen einfacher machen. Als könnten sich die meisten nicht mehr daran erinnern wie Nervös sie selbst waren, als sie hier ankamen. Angestarrt zu werden, so dachte zumindest Noel, würde den wenigsten helfen sich besser zu fühlen.
      Den Worten des Rektors folgte er nicht wirklich, es war im Grunde immer dasselbe, selbst wenn die Worte immer anders klangen. Die Aussage blieb die selbe. Findet euch doch selbst zurecht.
      Die Worte endeten, ohne ein wirkliches Ende und Noel wusste eigentlich nur deswegen das der Leiter der Schule gegangen war, weil es plötzlich sehr still wurde. Das was Noel erblickte schienen sehr verwirrte Schüler zu sein, und eine große Gestalt bahnte sich quasi seinen Weg durch, und landete am Ende bei Maria und Noel am Tisch.
      "Jason", grinste er ihn zur Begrüßung an. Und musste dann ein wenig über seine Worte lachen. Er stand dann auf und legte Maria einen Arm um die Schultern um sie wieder hinunter zu drücken, dass sie sich setzte. Seinen Arm lies er noch eine ganze Weile um ihre Schultern liegen. "Ach solange sie ihn nur mit den Blicken auszieht und nicht mit ihren Händen wird es schwierig mit sexueller Belästigung, Schätzchen", meinte er dann zu Jason.
      Als Jasons Stimme laut durch die Halle flog, schienen die meisen sich auch wieder in Bewegung zu setzten. Das war ja schon ein wenig lächerlich.
      Langsam nahm Noel dann wieder seinen Arm von Maria, und musterte Jason etwas genauer. Ach Gottchen, seine Haare waren wirklich schrecklich, ganz durcheinander als hätte er noch nie etwas von einer Bürste gehört! Er lehnte sich nah herüber zu ihm, und begann dann seine Haare halbwegs ordentlich zu richten. "Wenn du willst, dass man dich mit den Blicken auszieht und nicht unseren netten Rektor, dann musst du aber schon aufpassen was du mit deinen Haaren machst, mein Lieber."


      Alba Tituba

      Fasziniert sah sich Alba dieses riesige Gebäude an. Sie hatte sicherlich noch niemals so ein großes Gebäude gesehen! Und bestimmt zu hundert Prozent hatte Alba noch niemals so etwas teures in ihren Leben gesehen. Das musste ja Millionen an Euros wert sein! Milliarden! Trillionen, oder soetwas. Alba hatte noch nicht einmal eine Ahnung wie viele Nullen eine Trillionen wohl genau haben mochte.
      Als sie vor einer großen Türe ankamen, war Alba in Überlegungen versunken, wie oft sie wohl auf ihre eigenen Schultern steigen musste um dort oben anzukommen. Mindestens zwei mal war es sicher! Oder vielleicht doch nur einmal? Es war schwer einzuschätzen, aber es war doch alles sehr hoch.
      Der Geruch von Essen trat an Albas Nase, und sie merkte wie ihr kleiner Magen bekann etwas zu knurren. Ihr Vater hatte ihr für die Reise zwar etwas eingepackt, aber das hatte sie beinahe alles schon in den ersten fünf Stunden der Reise aufgegessen. Und sie war doch beinahe den ganzen Tag unterwegs gewesen.
      Der Schulleiter begann dann von Dingen zu sprechen die Alba und alle anderen die hier neu waren geschenkt bekommen solle. Noch mehr Geschenke? Alba konnte ihren Ohren nicht trauen. Etwas unbeholen klopfte sie an das kleine Ding in ihrem Ohr. Vielleicht hatte es ihr etwas falsches gesagt? Doch da bekam Alba auch schon einen blauen Rucksack in die Hand gedrückt. Sie wusste gar nicht mehr wie sie das alles halten sollte. Bis ihr der Geistesblitz kam! Sie konnte sich doch einen, oder sogar beide Rücksäcke einfach um die Schultern hängen! Den einen auf die linke Seite, den anderen auf die rechte Seite. Ja, so war das gut. Die Taschen waren zwar recht schwer für Albas Verhältnisse, aber das würde schon. Es gab wohl kaum etwas das für Alba nicht schwer war, sie musste sonst auch wirklich nicht viel tragen. Meistens übernahm ihr Papa das für sie.
      Als ein Schüler an ihr vorbei ging, sah sie verwirrt zu diesem. Er war doch recht groß und Alba musste ihren Kopf fast in den Nacken legen. Es wurde einfacher umso weiter er sich von ihr entfernte. Vorhin hatte sie ihn ganz sicher nicht in der Runde gesehen, und trotzdem stand er hier. Er war bestimmt auch neu, und vermutlich hatte er genauso einen Hunger wie sie! Aufmerksam folgte sie ihn mit den Augen was er denn jetzt tat. Alba hatte verstanden, dass die Schüler jetzt tun konnten was sie wollten, und Alba wollte etwas Essen und sich dann auf die verwirrende Suche nach ihrem Zimmer machen. Immerhin schien das hier alles so riesig, dass Alba sich sicherlich verlaufen würde... Sie hatte bisher nur einmal in ihren Leben eine Karte lesen müssen, und damals war es gewaltig schief gegangen. Ihr Papa und sie waren in einen ganz anderen Ort angekommen, als sie eigentlich hin wollten. Bei den Gedanken musste sie ein wenig grinsen. Albas Papa würde sich hier drinnen auch mit ihr verlaufen, und dann würden sie beide einen Weg suchen wie sie wieder raus kamen um von vorne Anfangen zu können.
      Erst die laute Stimme des Jungen von vorhin riss sie aus ihren Gedanken. "Oh, genau. Etwas zu essen!", murmelte Alba vor sich hin, und stellte ihren Koffer auf eine Seite. Sie hatte nichts was es wert war geklaut zu werden, außer ihre beiden vollkommen neuen Rucksäcke, die behielt sie bei sich.
      Mit einen leichten Schritt machte Alba sich dann auf den Weg zu den herrlich duftenden Köstlichkeiten, und starrte diese etwas zögernd an, bevor sie sich davon das nötigste nahm. Sie würde sich wahnsinnig unwohl fühlen, wenn sie sich zu viel nahm und dann etwas davon weg werfen würde. Die Auswahl fiel Alba auch schwer. Hier gab es Gerichte die hatte Alba noch nie gesehen, und sie hatte Angst das sie ihr nicht schmecken würden. Deswegen blieb Alba bei den allseits bekannten Cornflakes. Schokocornflakes! Alba hatte die das letzte Mal zu ihren 14 Geburtstag gegessen, weil das hier die teure Sorte war! Nicht die billige die sie sonst aß, wenn es überhaupt welche mit Schoko waren. Oh, Alba freute sich gerade, und vielleicht konnte sie mit ihren Papa telefonieren und ihn von all den tollen Sachen erzählen. Für einen Moment überlegte sie, ob sie ihm etwas davon schicken konnte, doch am Ende würde man sonst meinen, dass sie klaute oder so? Das wollte Alba nicht, sie hätte Angst das sie von der Schule flog. So eine Möglichkeit würde sich ihr doch nie wieder bieten!
      Vor Freude strahlend über die Geschenke und das wundervolle Essen, folgte Alba der Anweisung des jungen Mannes, der meinte bei ihnen sei noch Platz. Leichten Schrittes blieb sie kurz vor ihnen stehen. "Ich darf doch?", und sie fühlte sich als würde sie mit der Sonne um die Wette strahlen. "Natürlich, Chérie, setzt dich nur zu uns. Wir können doch nie genug schöne Menschen an einen Tisch haben", grinste sie der andere Junge sie charmant an und lies von dem anderen Blonden ab. Alba wurde ein wenig rot. So hatte sie noch niemand genannt. Weder Kirsche noch schön. Nur ihr Papa hatte sie schön genannt. Das mit der Kirsche verstand sie nicht. Hieß cherry denn überhaupt Kirsche? Etwas verwirrt setzte sie sich hin, und allen Anschein nach konnte man es ihr ansehen, denn der Junge begann zu lachen. Kurz schüttelte sie den Kopf und lächelte wieder. "Ich bin Alba!", stellte sie sich vor und streckte ihre Hand einfach aus, wer auch immer sie als erstes ergreifen würde. "Noel", meinte der eine Junge und griff nach ihrer Hand um sie kurz zu schütteln. Dann lies er sie wieder los und griff nach seinen Tablett um noch ein wenig darauf zu tippen, bis er es schließlich auch in seine Tasche steckte.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Niculina Maria Simionescu
      Die junge Maria war - linde gesprochen - fürchterlich erschrocken, als ausgerechnet Jason sich dafür entschied sie anzusprechen. Sie stand immer noch mit ihren Knien auf ihrer Bank, als sie den Kopf zu ihm herum drehte. Seine Worte lösten sehr viele Dinge gleichzeitig in ihr aus. Erstens: Hatte der den Schulleiter wirklich gerade den Alten genannt? Zweitens: Was meinte er mit schmachten? Schmachtete sie etwa? Verunsichert zog sie die Augenbrauen zusammen und legte sacht ihre Finger an ihre eigenen Wangen. Hatte sie wirklich irgendwie komisch geguckt? Und dann auch noch solche Signale geschickt? Sexuelle?! Oh, das war gar nicht gut. Maria konnte genau spüren wie die Haut unter ihren Fingerspitzen immer wärmer wurde und es wäre nicht schwer zu erraten gewesen, stieg ihr doch tatsächlich das Blut ins Gesicht.
      Schon wieder erschrak sie ein wenig, als Noel wie selbstverständlich seinen Arm um ihre Schultern legte und gedrängt durch seine Kraft, die sie herunter drückte, setzte sie sich wieder richtig auf ihren Platz, nicht ohne noch einmal einen Blick zu der großen Eingangstür zu riskieren, wodurch sie sich doch tatsächlich ein bisschen ertappt fühlte. Doch das alles sollte noch viel schlimmer werden. Noel verstand sich hervorragend darin Öl ins Feuer zu gießen und "verteidigte" seine Klassenkameradin, in dem er noch davon sprach, dass es für sie in Ordnung gewesen ist Menschen mit ihren Augen auszuziehen, so lange ihre Hände dabei still blieben. Das blanke Entsetzen stand in ihrem Gesicht, als sie zu dem Franzosen sah für diese Worte und ungläubig schaute sie zwischen ihm und Jason hin und her, wurde allerdings nicht weiter beachtet und - schon wieder! - zuckte sie erschrocken zusammen, als der Mann ihr gegenüber seine ohnehin schon laute Stimme erhob und sie konnte nicht anders, als in ihrer kompletten Überforderung einen kleinlauten Schrei von sich zu geben und schließlich einfach ihr heißes Gesicht wieder in ihre Hände zu schmeißen und beschämt vor sich auf den Tisch zu starren.
      Zu ihrem großen Glück war Maria uninteressant. Im normalen Zustand bereits, doch wenn auch noch Neue mitten im Speißesaal standen, könnte sie genauso gut einfach in der Wand verschwinden. Doch stattdessen blieb sie lieber sitzen. Denn auch wenn sie sich schämte und nicht wusste, wie sie mit diesen Kommentaren umgehen sollte und ihr Herz sicherlich mehr durch diesen Schreck raste, konnte sie auch nicht leugnen, dass es für sie ein großes Ereignis gewesen ist, dass sich um ihren Tisch Menschen versammelten. Verlegen schaute sie noch einmal mit den Augen allein auf zu dem Jungen ihr gegenüber. Seine Ausstrahlung raubte der kleinen Maria den Atem. Er war ganz selbstverständlich der Mittelpunkt dieser kleinen Gruppe und lud einfach so die Neuen mit ein, während alle anderen sich vor den Unbestimmten fern hielten, bis sicher gewesen ist was ihre Attribute gewesen sind, die ihnen die Einladung hier her verschafft hatten.
      Ein starker Schaue breitete sich von oben nach unten über ihrem Körper aus, als sie an die Möglichkeit dachte, dass vielleicht eines dieser neuen Kinder ein Spross aus der Unterwelt gewesen ist. Nun spielte sie doch noch einmal mit dem Gedanken schnell aufzustehen und sich einfach in den Unterricht zu entschuldigen, doch da war eine der Fremden bereits an sie heran getreten. Vorsichtig musterte Maria die Brillenträgerin von oben bis unten. Sie... machte einen netten Eindruck! Niedlich, bunt, die Pastelltöne standen ihr. Zumindest sie war bestimmt kein Spross des Todes. Noel war der erste gewesen, der freundschaftlich ihre Hand nahm.
      Abwartend sprangen Marias Augen zu erst zu Jason. Sie wusste selbst nicht, warum sie auf seine Reaktion wartete. Es fühlte sich... richtig an. Ein bisschen verstimmt biss das junge Mädchen sich auf ihre Lippe und sprang dann mit einem plötzlich Ruck einfach auf, um die Hand des Mädchens zu ergreifen. Sie brauchte niemandes Erlaubnis! Sie war zwar keine der Big Player, aber sie musste sich auch nicht dermaßen unterwerfen. Ebenso wie die anderen hier, hatte sie eine Daseinsberechtigung hier. Sie durfte ihre eigenen Entscheidungen treffen! "Hallo!", sagte sie ein bisschen zu schrill. "Nenne mich gerne Maria.", stellte sie sich vor, ehe sie von der Fremden abließ. Ihr Herz hämmerte wild gegen ihre Brust. Sie hatte es geschafft und war ein bisschen stolz auf sich. Prüfend blickte die gebürtige Rumänin zu dem Jungen neben ihr und wartete geduldig darauf, dass er ihre Aufgaben kopierte.

      Viljam Linkola
      Als sie allein gelassen wurden in dem Speißesaal hatte Viljam zum achten Mal sein Übersetzungsgerät befummelt. Er könnte sich an dieses Ding nicht gewöhnen, er empfand es als störend und traute dem ganzen nicht ganz. Was, wenn es herausfiel, kaputt ging und der mitten im Nirgendwo in dieser gigantischen Schule stehen würde ohne Möglichkeit noch jemanden zu verstehen? Musste er vorsichtig gehen, wenn er das Ding im Ohr hatte oder konnte er sogar Sport damit machen? War es nicht zu lose? Frustriert murrte er ein bisschen und beobachtete für einen Moment einige der anderen Schüler, die ihn mindestens genau so neugierig musterten. Sie alle schienen das Gerät sehr entspannt zu tragen. Sicherlich würde er sich auch noch daran gewöhnen. Leise seufzend stellte auch er seine Koffer auf den inzwischen kleinen Haufen von Gepäckstücken und behielt lediglich diesen Rucksack, der ihm geschenkt wurde bei sich.
      Der Hunger plagte ihn beim besten Willen nicht so schlimm wie einige der anderen Reisenden, weswegen er sich erstmal ein bisschen orientieren wollte. Dennoch kam ihm die Einladung an einen der Tische zu kommen recht gelegen. Es wäre ihm unangenehm gewesen sich einfach irgendjemandem aufzudrängen, vor allem wenn man ihn dabei bedachte wie ein Tier im Zoo. Bevor er losging fiel sein Blick noch einmal auf eine junge Frau mit schwarzen Haaren, die recht unbeteiligt in der Ecke mit den Koffern stand. Er fühlte eine gewisse Empathie bei ihrem Anblick und machte eine einladende Geste, sodass sie ihn begleitete. Es widerstrebte ihm irgendwie noch immer zu sprechen, es fühlte sich seltsam an, dass seine Worte nicht so ankommen würden, wie sie seine Lippen verließen.
      Nach seiner Einladung ging er selbst voraus und setzte sich direkt an die Seite des blonden Jungen, der eben seine Stimme hat laut und deutlich durch den Saal klingen lassen. Er sah mit an, wie eine seiner Mitreisenden zwei anderen die Hand reichte. Das würden viele Namen werden, die er sich merken müsste. Erst, als die Blicke auf ihn fielen nickte er leicht in die Runde. "Viljam Linkola. Freut mich." Ein Mädchen auf der anderen Seite sah ihn skeptisch an und er erwiderte den Blick ohne zurückzuschrecken. "Bei... In welche Gruppe bist du eingeteilt?", fragte sie mit einer dünnen Stimme nach und Will brauchte einen Moment, um diese Worte zuordnen zu können. Er holte seinen Schülerausweis aus seiner Tasche heraus und zeigte ihn vor.
      "Du meinst den Stempel?" Das blonde Mädchen nickte schnell und nahm ihm die Plastikkarte ab, ehe sie erleichtert aufatmete und ihm schließlich ein freundliches Lächeln schenkte. "Erde!", sagte sie mit einem breiten Grinsen zu dem Jungen neben sich und reichte Will seinen Ausweis zurück. "Nenn' mich Maria", nickte sie ihm noch zu und Viljam nickte lediglich etwas unbeholfen und machte sich noch vertraut mit den anderen am Tisch, die seine Bekanntschaft machen wollten, ehe er sich schließlich diesem ominösen Rucksack zuwendete. Neugierig stellte er ihn auf die Knie und lugte herein. Wie der Direktor beschrieben hatte erfühlte er ein Tablett, wenn er auch ein bisschen erstaunt über das komplett gläserne Gehäuse gewesen ist. Als nächstes hatte er einen Schlüssel im Griff. Er hing zusammen mit einem Plastikschild mit einer Nummer an einem Schlüsselbund und das nächste, was er herauszog, ehe er die Tasche auch wieder auf den Boden stellte, war die Karte der Schule. Erst, als er das Blatt Papier auffaltete wurde ihm die tatsächliche Größe dieser Institution bewusst und selbst dann noch war er sich sicher, dass er es sich noch immer falsch vorgestellte.
      Mit gerunzelter Stirn besah er die Nummer an seinem Schlüssel. Es stand nur eine Zimmernummer dran. Er wusste nicht welches Gebäude oder welches Stockwerk das bedeutete. In seiner Ahnungslosigkeit tat er das erste, was ihm logisch erschien; er drehte den Blick zu dem blonden Jungen, neben ihm. "Verzeihung, ich denke nicht, dass ich mich hier ohne weiteres zurechtfinde. Könntest du mir das System mit den Zimmern erklären?" Er hatte keine Scheu zu fragen, fühlte sich auch keinesfalls dumm deswegen, dachte er sich, während er schon wieder nach dem Übersetzer in seinem Ohr fasste. Funktionierte das Ding auch tatsächlich ordentlich? Es gab viele Wörter, die sich sehr ähnelten in seiner Sprache. Was, wenn dieses Gerät da war durcheinander brachte und ihn Blödsinn sagen ließ.
      Dieser Moment war es, in dem Viljam etwas über seinen eigenen Charakter erfuhr; Er konnte es wirklich nicht leiden, wenn er nicht die Kontrolle über etwas hatte, das ihn direkt betraf.
      Now that I know your name
      I'm finally able to spell perfection.
    • Sophie Saint Claire

      Ihre Hypothese des stillen Beobachtens musste sie widerlegen. Natürlich wurden die neuen immer noch angestarrt, vor allem jedoch diejenigen, die sich nicht bewegten und wie erstarrt am Rand standen. Oh wie hasste es Sophie, so angesehen zu werden. Als würde man ständig etwas von ihr erwarten und doch entzog es sich ihrer Kenntnis, was denn dies genau wäre.
      Plötzlich hallte eine laute Stimme durch den Saal und sie erstarrte abermals. Mit großen Augen blickte sie auf einen noch leereren Tisch. Dort konnte sie den blonden Jungen vor draußen erkennen und unweigerlich kam ihr die Frage in den Sinn, von welchem Gott er wohl abstammen musste.
      Doch seine Worte bewirkten schließlich die Lösung des unsichtbaren Banns, der auf den Neuen gelegen hatte. Nun besaßen viele den Mut sich in Bewegung zu setzen und sich sogar am Frühstück zu bedienen! Sophies Magen rebellierte beim Gedanken an Essen. Zudem hatte sie immer wieder ein paar Snacks während der Reise gegessen. Ihr behagte es nicht, öffentlich vor anderen Menschen zu essen. Sie hatte seit Jahren mit ein paar Kilo zu viel auf der Waage zu kämpfen und es begleitete sie ständig das Gefühl, als müsse sie sich rechtfertigen, wenn sie Nahrung zu sich nahm. Ein weiterer Grund, warum sie sich in weiten Kleidern versteckte. Dabei war sie wohl selbst ihre schärfste Kritikerin. Man würde sie im besten Falle als vollschlank titulieren – und doch war es ihr unangenehm.
      Unsicher stand sie da, wusste nicht ob sie sich dem sozialen Gefüge ergeben oder doch lieber die Flucht ergreifen sollte. Sie hatte dies doch gewollt! Sie wollte doch die anderen kennenlernen, ging doch von einigen tatsächlich regelrecht eine magische Anziehungskraft aus.
      Im nächsten Moment fing sie den Blick des Jungen mit den schönen, seidigen Haaren auf. Er lud sie mit einer Geste ein ihm zu dem Tisch des Sprechers zu folgen und ging voraus. Sie haderte mit sich, doch schließlich gab sie sich einen Schubs in die hoffentlich richtige Richtung. Sie schob ihre dunkle, zierliche Brille auf die Nase und folgte ihm nun unsicher.
      Sie kam noch gerade recht, um die Vorstellung und Namen zu hören. Sofort legte sie sich eine geistige Notiz zurecht, um die Informationen im passenden Moment abrufen zu können. Sie beobachtete interessiert die Unterhaltung über die Gruppeneinteilung und schielte auf ihren eigenen Ausweis hinab, den sie gut sichtbar umgehängt trug. Was es wohl tatsächlich mit diesen Gruppen auf sich hatte? Aber sie war sich nun schon einmal sicher, nicht in derselben Gruppe wie Viljam zu sein. Gehörte sie doch der Gruppe Geist an.
      „Mein Name ist Sophie Saint Claire.“, sprach sie nun und knetete die überlangen Ärmel ihres Pullovers. Nach der Aufforderung einer der Sitzenden nahm auch sie selbst Platz und stieß sich dabei das Knie. Sie presste die vollen Lippen aufeinander um einen kleinen Schmerzruf zu unterdrücken und diese peinliche Geste zu überspielen.
      „Freut mich euch kennen zu lernen.“ Es gebot die Höflichkeit, solch eine Floskel zu verwenden.
      Dann fiel ihr Blick auf den Schulplan, den Viljam ausgebreitet hatte. Wenn der Maßstab korrekt war – und davon ging sie schwer aus – dann… sie überschlug kurz gedanklich die Angaben auf dem Plan… dann wäre das Schulgelände tatsächlich einige mehrere Quadratkilometer groß. Viel Platz also, um jede erdenkliche Art von Luxus darauf unterzubringen.
      „Besäße jemand die Güte, mir ebenfalls bei der Zimmersuche zu helfen?“, traute sie sich dann doch noch zu fragen. Schließlich musste sie diese Chance nutzen und so viel Informationen wie möglich zusammenzutragen. Sie wusste noch nicht welche Nummer darauf stand, befand sich der Schlüssel doch in dieser neuen Tasche, welche sie abgestellt hatte.

      Habe keine Honigwaben
      Aber meine Unglücksraben
      Halten ein die Essenszeiten
      Kommen Kummerbrot bereiten
      Und den Herzensbrecherwein
    • Jason

      Jedem anderen hätte Jason wahrscheinlich was anderes erzählt wenn man ihn Schätzchen genannt hätte doch wusste er bei Noel mittlerweile wie er es zu nehmen hatte und sagte daher "Nun mal sehen wie lange es noch dauert bis die Hände statt der Augen wandern" Jason erwiderte Noels Grinsen mit einem wissendem lächeln. Auch was Noel als nächstes tat stempelte Jason mit das es ja Noel war ab. Er wusste auch nie was dieser immer mit seinen Haaren hatte doch wusste er das Noel schneller aufhörte wenn man ihn einfach machen ließ "Weißt du ich setzte bei sowas immer mehr auf mein Charisma als auf meine Haare und außerdem komme ich gerade vom Training. Ich war nur Duschen und dann bin ich ab zum Frühstück, glaubst du da habe ich was dabei um mir die Haare zu machen ?" Er musste ein wenig lachen als ihm klar wurde das Noel das wahrscheinlich wirklich glaubte.
      Als sich nun die ersten an den Tisch heran wagten wunderte es Jason nicht wirklich das Noel diese voller Freude begrüßte.Wie immer konnte er sich aus Noel keinen Reim machen. Als nächstes sah er zu Maria die verstohlen aber sehr offensichtlich zu ihm hinüber sah. Sie schien darauf zu warten das Jason etwas tat doch auf einmal stand Maria auf und begrüßte das Mädchen mit einer lauten und schrillen stimme. Jason hatte mit sowas nicht gerechnet und konnte sich ein lachen nur sehr schwer verkneifen, falls Maria gerade Stolz wirken wollte so musste sie dies noch einige male üben bevor es klappte.
      Nun wollte Jason sich Alba auch vorstellen als schon die nächsten Neuen an den Tisch kamen. Es ging nun sehr viel schneller als er erwartet hatte so das die Vorstellungen noch weiter gingen. Es schien als wären nun alle schon zum nächsten Thema übergegangen so das Jason auch etwas überrascht war als Viljam ihn direkt ansprach, so etwas passierte ihm sehr selten. Meistens war er es der die Anderen ansprach um ein Gespräch zu beginnen. Er besah sich den Schlüssel den Viljam in der Hand hielt und für einen Kurzen Moment verfinsterte sich seine Miene, nicht wegen Viljam sondern wegen des Schlüssels in seiner Hand. "Nun ich denke ich kann dir mit deinem Problem sehr gut helfen." Er kramte etwas aus seiner Hosentasche was er klirrend auf den Tisch fallen ließ. Der Schlüssel zeigte die exakt selbe Nummer wie die auf Viljams Schlüssel und das war es was Jason wütend machte, sie hatten seinen alten Mitbewohner ohne mit der Wimper zu zucken ersetzt. Schnell wurde aber auch Jason klar das Viljam nichts im geringstem dafür konnte. "Nun ich denke es wird auch Zeit das ich mich euch vorstelle." Sprach er ein wenig Lauter um auch dafür zu sorgen das alle am Tisch ihn hörten. Er wollte damit sicher stellen das er sich nicht wiederholen musste "Mein Name ist Jason Thunder, ich bin ebenfalls in der Gruppe Erde. An dieser Schule bin ich zwar nur Unbedeutend wie meine Klassenkameraden euch sicher bestätigen werden aber vielleicht möchtet ihr ja trotzdem wissen wer ich bin." Er sah alle am Tisch prüfend an. So oft hatte er schon gesehen wie Menschen auf Ihn reagierten, viele senkten den Blick, andere nahmen schnell reis aus und wieder andere baten ihn auf Knien das er ihnen nichts tun soll. Doch war es bei diesen Schülern etwas komplett anderes und doch gab es auch hier Unterschiede. Maria zum Beispiel wusste Jason noch genau hatte kein Wort heraus gebracht als Jason sie etwas wegen dem Unterricht gefragt hatte, das war in dieser Situation sehr Kontraproduktiv für Ihn gewesen. Noel dagegen hatte gleich begonnen seine Haare genauer in Augenschein zu nehmen, obwohl sich in diesem Fall Jason nicht so sicher war ob das an Ihm gelegen hatte oder einfach an Noel.
      "Nun ich denke da wir uns nun alle so Herzlich begrüßt könnt ihr Neuen uns gerne mit Fragen löchern. Was wir beantworten können werden wir gerne tun." In dieser Situation merkte Jason gar nicht das er für die Anderen beiden einfach mit entschied das diese Fragen beantworten würden, er setzte dies einfach voraus. Außerdem wollte er so vielleicht auch etwas mehr über die Neuen herausfinden.
      Die Show beginnt
      DanceDance ...urg *lob*
    • Noel Thomás

      Noel kam nicht umher zu bemerkten, wie sehr sich die kleine Maria erschrak als er seinen Arm um ihre Schulter legte. Niedlich, das war wirklich, wirklich niedlich. Vielleicht sollte er es öfter tun. Er würde auch noch heraus finden wie einfach man sie rot werden lassen könnte. Anscheinend hatten Jason Worte da schon gereicht, aber vielleicht konnte man es noch einfacher hinbekommen? Es wäre nur zu lustig heraus zufinden.
      Noel musste auf Jasons Aussage hin ein wenig lachen. "Ich bitte dich, du glaubst doch nicht wirklich, das die liebe Maria jemanden anfassen würde. Außer unser Rektor verlangt es von ihr." Leider konnte Noel sich zu gut vorstellen, das Maria dabei Feuer und Flamme wurde. Aber Leuten wie ihm schlug man selten etwas ab. Jason würde sicherlich 'Nein' sagen, aber das lag vermutlich auch an all den komischen Verschwörungstheorien. Noel selbst konnte keine von diesen wiederholen, er hörte nur hin und wieder andere darüber reden. Aber solange es den Jungen nicht selbst betraf war ihm das sowas von egal! Ihm ging es gut, und das war doch am Ende das was zählte.
      "Charisma ist das zweite was man braucht, doch der erste Eindruck bedeutet alles", davon war Noel mehr als nur überzeugt. Etwas verwirrt blickte er Jason dann an, als er mit seinen Haaren fertig war. Natürlich glaubte er daran, das jeder sich die Zeit nehmen sollte, sich bei jeder Gelegenheit die Haare zu richten! Alleine Noel wollte jetzt schon wieder in einen Spiegel blicken, um sich seine Haare zu richten. Insgesamt um zu sehen, wie er gerade aussah, ob alles so saß wie es sollte. Er hob für einen Moment den Löffel an den er mitgenommen hatte, um sein umgedrehtes selbst zu betrachten. Soweit er es erkennen konnte, saß noch alles. Da er es leider nicht genau wusste, fühlte er sich ein ganz kleines wenig panisch. Dies versuchte er jedoch mit einen breiten Grinsen zu überdecken.
      Er hatte auch nicht wirklich viel Zeit noch mehr darüber nachzudenken, da trafen auch langsam die Neuen an den Tisch ein, die Jason eben noch eingeladen hatte. Natürlich begrüßte er diese auch. Warum auch nicht? Denn selbst wenn sie nur Kinder von unwichtigen Göttern waren, oder Kinder der Unterwelt... Ihm war es wichtig, dass sie ihn gut fanden. Er wollte bewundert werden, so viel war ihm schon vor ein paar Jahren klar geworden.
      Für einen kurzen Moment ging es um die Gruppen, wo Noel doch langsam begann sich auszuklinken, und die letzten Formeln abschrieb. Er schloss dann sein Tablett und schob Marias wieder näher zu ihr, um zu symbolisieren das er nun fertig war. "Danke!", grinste er, doch es könnte sicherlich in den Vorstellungen untergehen.
      "...Saint Claire", war noch etwas das er hörte. Da begann es in seinen Kopf zu rattern. Den Namen kannte er irgendwo her. Als es ihm wie Schuppen von den Augen fiel, sprang Noel beinahe schon auf. "DU!", er zeigte auf das dunkelhaarige Mädchen. Schnell kam er um den Tisch herum, und zog sie auf die Beine um sie zu umarmen. "Du bist Franzosin!", er hielt sie dann kurz eine Armlänge von sich weg und musterte sie. Ihre Klamotten waren scheußlich, aber daran konnte man Arbeiten. Noel gab dem Mädchen dann ein Küsschen erst auf die Linke und dann auf die rechte Wange. "Ich bin auch Franzose! Oh, es ist immer schön Landleute zu treffen! Ich komme aus Paris, und du?" Noel strahlte von einer Wange zu der anderen. Worüber eigentlich gerade am Tisch gesprochen wurde, wusste er gar nicht. Sein Blick wanderte kurz auf den Tisch, wo der Schlüssel von dem einen Typen lag. Seinen Namen hatte Noel sich leider nicht gemerkt, aber er hatte unsagbar langes Haar... Gab es da wo er her kam etwa keine Schere?
      "Hey! Ich kann dir zeigen wo dein Zimmer ist!", schlug er dann vor. Er hatte zwar ihre Frage nicht mitbekommen, aber selbst wenn sie sie nicht gestellt haben sollte, würde diese irgendwann gestellt werden. Beinahe jeder Neuling fragte das. Natürlich gab es auch welche, die hatten einen so ausgeprägten Orientierungssinn das diese keine Hilfe brauchten. Aber das war bisher nur selten vorgekommen. Um ehrlich zu sein, war es Noel nur einmal untergekommen.
      Und dann stellte sich auch Jason endlich vor. Noel musste dabei ein wenig grinsen, und wandte sich dann von seiner Franzosen-Kollegin ab, um sich auf seinen Schultern abzustützen. "Du redest Blödsinn, Jason. Du un unbedeutend, wenn man deinen Vater betrachtet", er musste ein wenig lachen. Er meinte es ja nun wirklich nicht böse oder sonst was.


      Alba Tituba

      Als das Gespräch auf die Stempel auf den Karten kam, hatte Alba schon angefangen zu essen. Sie lies ihren Löffel sinken und kramte auch nach ihren Ausweis. Wohin hatte sie ihn nur gepackt? Ein wenig panisch untersuchte sie jeder ihrer Taschen, und fand ihn schließlich in ihrer Hosentasche. Es war das erste Mal das sie ihn genauer betrachtete. Also der Rapunzel Junge mit dem komischen Namen, war also in Erde. Das war auf jedenfall etwas anderes als bei ihr! Also gab es wohl mehrere Gruppen? Das war ja lustig. Wenn man das bereits gesagt hatte, dann hatte sie es nicht mit bekommen oder bereits wieder vergessen.
      Als Noel aufsprang und zu Sophie lief, musste sie ein wenig kichern. Das war lustig. Er war lustig! Und so nett! Alba hatte noch nie einen so netten Menschen kennen gelernt. Wenn hier alle so nett waren, würde sie sich hier bestimmt schnell einleben. Und dann war sie sicherlich auch nicht so traurig wegen ihrem Papa!
      Als aller letztes stellte sich dann auch noch Jason vor. Auch sein Name brachte Alba etwas zum Kichern. Er hieß Donner. Das war ja lustig! Sie kannte nicht viele Leute die wie andere Dinge hießen. Obwohl, wenn sie genauer darüber nachdachte, hatte sie es doch schon einmal. In ihrer Schule gab es einen Austauschschüler der hieß Grube im Nachnamen. Er hatte dann versucht zu erklären was das hieß, und als Alba die Beudeutung erfahren hatte, hatte sie wohl genauso kichern müssen wie in diesem Moment.
      Fragen hatte Alba wirklich selten welche. Im Normfall dachte sie über die meisten Sachen gar nicht so genau nach.
      "Warum heißt du Thunder?", fragte sie ihn dann einfach direkt. Das war das einzige was ihr einfiel. Erst nachdem sie diese Frage gestellt hatte, fiel ihr auf, das vermutlich ganz andere Fragen gemeint waren. Vermutlich hätte sie sich geschämt, wenn ihr nicht direkt noch eine bessere Frage in den Sinn gekommen wären. "Und was sollen die Stempel denn genau bedeuten? Bei mir ist so ein Luft Ding drauf. Aber was soll das?" Beinahe hätte sie noch gefragt, ob man dort fliegen konnte, aber sie Biss sich auf die Zunge bevor ihr diese Frage entkommen konnte. Das ganze hörte sich sogar für sie dumm an. Fliegen... Fliegen konnte man doch nicht einfach so, das war eine dumme Vorstellung. Obwohl Alba bestimmt gerne fliegen können würde, zumindest hatte sie davon schon sehr oft geträumt. Sie hatte ohnehin schon von sehr vielen Dingen geträumt. Aah, nein jetzt durfte sie nicht darüber nachdenken! Sie musste zuhören. Wenn Alba jetzt nicht zuhörte, und wirklich aufpasste würde sie das alles in einer Stunde schon wieder vergessen haben. Und das war doch nicht der Sinn, wenn sie nach etwas fragte! Das wäre unhöflich und Alba wollte wirklich nicht unhöflich sein. Bisher waren diese Leute so nett zu ihr gewesen und den anderen, Alba wollte wirklich das diese sie mochten!
      Angestrengt und neugierig blickte sie dann Jason an. Ihr kam es gerade gar nicht in den Sinn, ob vielleicht Maria oder der hübsche Junge eine Antwort auf ihre Frage hätten. Das war doch ein wenig komisch, doch Alba bekam es gar nicht so genau mit.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Niculina Maria Simionescu
      Langsam aber sicher war dem jungen Mädchen, als würde sie Fieber bekommen vor Verlegenheit. Das Gespräch, das über ihren Kopf hinweg stattgefunden hat versetzte ihrem Denken tiefe Furchen, die sie so schnell wohl nicht wird glätten können. Wüsste sie es nicht besser, würde sie annehmen zu dampfen. Wie ein Echo klingelten die verspielten Worte Noels in ihren Ohren. Würde er sie darum bitten... Ja was würde sie tun, würde er sie darum bitten? Nein, nicht bitten. Verlangen. Eine Bitte könnte sie vielleicht wirklich noch ablehnen. Aber wäre sie allein mit dem Rektor in seinem Büro und er... er...
      Zum ersten Mal, seit Maria in diese Schule gekommen ist, hatte sie das heftige Bedürfnis den Übersetzer aus ihrem Ohr zu reißen und so weit von sich weg zu schmeißen, wie sie nur konnte. Mit aller Kraft versuchte sie sich auf die Neuankömmlinge zu konzentrieren. Warum ist sie es gewesen, die in diesem Moment ihre Hände in ihren Pullover klammerte, sodass sie anfingen zu zittern? Sie sollten es sein, die sich hilflos und verängstigt fühlten. Stattdessen war es Maria, der der Atem aus den Lungen geraubt wurde. Es würde eine Weile dauern, bis sie sich davon erholen könnte. Und wahrscheinlich könnte sie niemals auf diese Vermutungen sinnvoll antworten. Denn so sündig und vulgär sie diese Aussagen auch fand, konnte die verschüchterte Rumänin sie nicht mit Sicherheit verneinen. Und das war für Maria das aller, aller schlimmste an der ganzen Angelegenheit.
      Wie besessen konzentrierte sie sich auf die anderen Gespräche am Tisch. Eine der neuen aß seelenruhig, eine wurde direkt von Noel angefallen, einer holte eine Karte des Schulgebäudes heraus. Maria kam nicht umhin zu bemerken wie unterschiedlich diese Neuankömmlinge gewesen sind. Kurz ließ de Blondine ihren Blick durch die Cafeteria schweifen. Mit wem war sie damals noch gleich angekommen? Es war alles so schnell gegangen und damals hatte sich die Gruppe sehr schnell in alle Winde verteilt. Zudem war die Überwältigung ohnehin viel zu groß um sonderlich viel mehr mitzubekommen außer einer endlosen Verkettung an kompletten Reiz- und Informationsüberflutungen. Jasons Stimme war es, die Maria aus ihren Gedanken riss. Wie so immer, wenn der junge Mann das Wort ergriff, überfiel das Mädchen ein kleiner Schauder. Dabei konnte sie selbst nicht sicher sagen, woran es lag. Allerdings war es hier Gang und Gebe inzwischen sich alles unerklärliche mit ihrer Abstammung zu erklären.
      Doch seine Worte lösten etwas ganz anderes in ihr aus. Fassungslosigkeit machte sich in ihrem Gesicht breit, als ihre benebelten Gedanken anfingen seine Aussage zu verarbeiten. Ebenso, wie sie ihren Ohren vorhin kaum trauen konnte, war sie auch dieses Mal kurz davor ihren Verstand zu hinterfragen. Nie und nimmer konnte er... Meinte er das ernst? Sie öffnete ihren Mund, schaffte es aber nicht auch nur einen Ton über ihre Lippen zu bringen. Während sie noch heftigst mit ihrer Fassung ringen musste, kommentierte Noel diese Respektlosigkeit, wenn auch eher in seiner üblichen, uninteressierten Manier. Natürlich interessierte ihn diese Aussage kaum. Schließlich gehörten die beiden zum gleichen Schlag! Sie beide waren schließlich in diesen Reihen unantastbar. Für Maria und so viele andere Lowlifes an dieser Akademie war es ein unaussprechliches Privileg gewesen hier sein zu dürfen und keinesfalls eine Selbstverständlichkeit. Sie versäumte keine Unterrichtsstunde, blieb im Gegenteil ständig länger als notwendig, verschrieb ihr ganzes Sein den Privatstunden und brachte sie selbst dermaßen an ihre Grenzen, dass ihr nicht selten einfach die Tränen über die Wangen strömten. Und damit war sie beim besten Willen nicht alleine!
      Sie kannte viele, die ihre Fähigkeiten häufig bis zur Besinnungslosigkeit ausreizten nur um hier bleiben zu können. Und dann waren da die Big Player. Dann war das Jason. Ein respektloser, lauter Lausebengel, dem man alles durchgehen ließ, wegen seiner Blutlinie. Er rebellierte gegen alles, was anderen hier wichtig gewesen ist und versuchte regelmäßig mit Füßen zu treten, was man ihm hier bot. Und jetzt hatte er die Dreistigkeit in ihrer Gegenwart zu sagen seine Existenz wäre unbedeutend?
      "Hah!", entfloh plötzlich ein ungläubiges, helles Auflachen ihren Lippen und ihr Blick verfinsterte sich mit dem schweren Unglauben in ihren Zügen. Ihr Körper handelte, bevor sie sich zügeln konnte. "Machst du dich über uns lustig?" Ihre Stimme war schneidend kalt. Sie selbst erkannte sie nicht mehr. "Du wirst behandelt wie ein verwöhnter Prinz und du hast allen Ernstes den Schneid hier zu sitzen und zu behaupten du wärst unbedeutend?" Sie war furchtbar wütend. "Sag mir Jason, was bin ich dann? Eine Kakerlake? Oder doch ein bisschen weniger? Vielleicht Staub?" Es war still um sie herum geworden. Plötzlich war sie der Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Ihr Herz klopfte ihr bis zum Hals, sie hatte das Gefühl ihren eigenen Puls unerträglich laut in ihren Ohren nachhallen zu hören. Sie stand einfach ruckartig auf. "Ich gehe in den Unterricht." Sie wendete sich bereits ab, machte allerdings noch einmal kehrt und wendete sich noch einmal an die Neuen.
      "Entschuldigt meinen Gefühlsausbruch. Willkommen an der Theon Vrochi. Diese Schule ist wundervoll und ich hoffe, dass sie euch nur mit Glück beschenken wird." Damit machte sie endgültig auf dem Absatz kehrt und stolzierte erhobenen Hauptes aus dem Speißesaal heraus. Was für eine Demütigung sie nach der nächsten hatte ertragen müssen! Sie wollte weinen, sie war erschöpft. Schon jetzt sind zu viele Emotionen mit ihr durchgegangen.

      Viljam Linkola
      Interessiert hat der Finne den Schlüssel des Fremden an sich genommen, während dieser sich vorstellte. Jason. Diesen Namen merke er sich. Mal abgesehen davon, dass er nicht sehr schwer gewesen ist, schien es schließlich, als würde der Blonde in Zukunft sein neuer Zimmergenosse werden. Eigenartig, über die Möglichkeit Zimmergenossen zu haben hatte Viljam noch überhaupt nicht nachgedacht. Er wusste zugegeben auch nicht was oder ob er überhaupt etwas erwartet hatte. Kurz fragte er sich selbst, ob es nicht naiv von ihm gewesen ist diese ganze Angelegenheit so selbstverständlich hinzunehmen. Erneut fiel ihm auf, dass er echt zu wenig Fragen gestellt hatte und jetzt war er einfach schon mitten drin und war sich an diesem Punkt auch nicht mal mehr sicher, wo er anfangen sollte.
      Mit einem leisen Seufzen wandte der schwarz-haarige seine Augen zu dem überschwänglichen Jungen, der eine seiner Kameradinnen sehr... freudig empfing. Ein bisschen perplex musste er über dieses Verhalten blinzeln. Das waren also Süd-Europäer. Zwar hatte Will das ein oder andere gehört über ihr freizügiges Verhalten, doch das war doch trotz allem unerwartet.
      Kurz darauf wand der Brünette sich an Jason und verneinte seine Aussage, nicht so ernsthaft allerdings wie das Mädchen im gegenüber. Viljam konnte regelrecht sehen, wie jede Farbe ihr aus dem Gesicht wich und ehe er sich versah schimpfte sie auch schon in einer Manier, die dem jungen Mann entsetzlich unangenehm gewesen ist. Es war wie ein Streit zwischen einem Ehepaar. Er war vor den Kopf gestoßen, als das Mädchen nach einem kurzen Wort der Versöhnung einfach davon ging. Was für... wilde Persönlichkeiten, schoss es ihm in den Sinn. Mit hochgezogener Augenbraue richtete Will sich an den Jungen zu seiner rechten. "Deine Klassenkameraden scheinen anderer Meinung zu sein.", murmelte er relativ trocken. "Allen voran deine Freundin." Da wo er herkam waren so emotionale Ausbrüche nicht einmal unter Liebenden alltäglich. Daher war es für ihn auch schwer zu verstecken wie irritiert die ganze Situation ihn machte. Er selbst war alles andere als für sein Temperament bekannt. Und auf einmal fiel ein Fremder hier Menschen um den Hals, feierte die selbe Nationalität als wäre man vom Aussterben bedroht, zierliche, verschüchterte Frauen hielten vorwurfsvolle Ansprachen und er war sich nicht ganz sicher in diesem Durcheinander, aber hatte das Mädchen in Pastelltönen vorhin wirklich als ihre erste Frage an seinen Mitbewohner gerichtet warum genau er den Nachnamen hatte, ... den er nun einmal hatte? Viljam wusste nicht mehr wo oben und wo unten gewesen ist.
      Er schüttelte leicht den Kopf und sah noch einmal zu dem glücklichen Franzosen, der bereitwillig anbot ihm den Weg zu seinem Zimmer zu deuten. Mit einem Nicken erhob er sich. "Bitte, ich glaube ich bekomme Kopfschmerzen.", nuschelte er erschöpft und sah kurz wieder auf seine Karte. "Sind diese beiden Gebäude hier für Männer und Frauen?", fragte der schwarz-haarige noch einmal nach und zeigte auf zwei sich gegenüberstehenden Wohngebäuden, zumindest vermutete er das. Der Fremde beugte sich kurz rüber und nickte dann. Da richtete er den Blick direkt auf das Mädchen mit den schwarzen Haaren und der Brille auf der Nase, sah aber auch noch einmal zu dem pastellfarbenen Mädchen, um sie nicht auszuschließen. "Dann könntet ihr euch uns ja anschließen, wenn ihr möchtet."
      Now that I know your name
      I'm finally able to spell perfection.
    • Sophie Saint Claire

      Bevor Sophie noch auf eine Antwort auf ihre Frage bezüglich Zimmer warten konnte, passierte etwas Ungeheuerliches. Noel, der eine hübsche Junge, mit den perfekt sitzenden Haaren, sprang regelrecht auf, stürmte um den Tisch und zog sie auf die Beine. Ohne darauf reagieren zu können fand sie sich in einer herzlichen Umarmung wieder. Sophies Augen wurden groß. Damit hatte sie nie und nimmer gerechnet. Ihr Geist lehnte sich schmerzlich gegen diese körperliche Nähe auf, während ihr Körper – der kleine Verräter – regelrecht in der Umarmung versank. Er roch unglaublich gut und Sophies Gedanken schlugen Salti.
      Noch stärker wurde ihre Verwirrtheit, als er sie dann auch mit der für ihr Land typischen Begrüßung bedachte – zuerst ein Küsschen auf die eine, dann auf die andere Wange.
      Er stellte sich als Franzose aus Paris vor und sie öffnete die Lippen, ohne einen Ton herauszubringen. Sie blinzelte, er hielt sie noch immer fest und erst als er sich seinem Kollegen Jason wieder zuwandte, ließ er von ihr ab.
      Sofort, als der Körperkontakt abbrach, fühlte sie wie sie aufatmen konnte. Sie hatte so unglaublich lange keine Menschen mehr berührt, weder ihren Vater, noch ihre Lehrer. Und jeder Mensch war nun mal ein soziales Wesen und ihr Körper hungerte regelrecht nach körperlichen Gesten. Dabei ging es keineswegs um erotischen Körperaustausch, sondern einfach um ein freundliches Schulterklopfen oder eine andere, belanglose Bekundung.
      Das Gespräch zwischen Jason und Noel, wo es um die vermeintliche Berühmtheit des ersteren ging, brauchte sie um ihre flatternden Nerven wieder zu beruhigen. Sie stand noch immer und war unsicher, was sie jetzt tun sollte. Wenn sie sich wieder setzte, würde sie nochmals auf die Beine gezogen werden? Sie traute Noel noch nicht so ganz, obwohl er natürlich einen großen Pluspunkt hatte, da er auch Franzose war. Sie konnte sich nicht helfen, doch besonders Franzosen galten als unglaublich stolz auf ihr Land und ihre Herkunft – Sophie war hierbei keine Ausnahme.
      Doch endlich zog etwas anderes ihre kreisenden Gedanken auf sich: Das eine blonde, hübsche Mädchen. Sie lachte regelecht bellend auf, nur um danach mit eisiger Stimme rein metaphorische Fragen zu stellen. Sophie war keineswegs dumm und konnte sich die Zusammenhänge durchaus denken. Sie stellte in ihrem Kopf einige Hypothesen auf und würde sie hoffentlich im Laufe der Zeit widerlegen oder berichtigen können.
      Das Mädchen stand auf, doch bevor sie ging entschuldigte sie sich noch, ehe sie sich gänzlich abwandte.
      Sophies soziale Ader gebot ihr, der Blondhaarigen nachzulaufen, doch vielleicht war es unangebracht, jemand fremdes ein offenes Ohr anzubieten? Sie presste ihre Lippen aufeinander und wandte sich wieder dem Tisch zu.
      Erst dann fügten sich in ihrem Kopf die restlichen Puzzlestücke zusammen und ein neuer, erschreckender Gedanke machte sich in ihr breit: Sie hatten geteilte Zimmer? Galt dies auch für sie? Müsste sie mit einem anderen Mädchen tatsächlich das Zimmer teilen? Oh sie hoffte nicht, denn dann ließe es sich mit Bestimmtheit nicht vermeiden, dass die andere Person einen Blick auf ihren Körper erhaschte.
      Erst die Worte des anderen Neulings mit den langen, schwarzen Haaren, unterbrachen Sophies Überlegungen. Sie nickte, ja sie wollte unbedingt ihr Zimmer finden, damit sie sich ihrem Schicksal ergeben konnte. Am besten trat man solch unerfreulichen Dingen mit der Pflaster-Technik entgegen: Schnell und ohne nachzudenken, sollte man ein Pflaster mit einem Ruck entfernen.
      „Ich komme aus Lyon.“, antwortete sie dann noch auf die offengebliebene Frage Noels hin. Wenn er sich ein wenig mit der dortigen Politik auskannte, dann würde er ihren Namen rasch mit dem bekannten Politiker in Verbindung bringen, der ihr Vater war.
      „Gerne schließe ich mich der Zimmersuche an.“, sagte sie dann und war froh, dass man ihre Unsicherheit nicht an ihrer Stimme erkannte. Wenn alle bereit wären, würde sie ihre Tasche und Rucksack holen und dann zum ersten Mal einen Blick auf ihre eigene Schlüsselkarte werfen.

      Habe keine Honigwaben
      Aber meine Unglücksraben
      Halten ein die Essenszeiten
      Kommen Kummerbrot bereiten
      Und den Herzensbrecherwein
    • Jason

      Als das Gespräch nun langsam fahrt aufnahm sprang Noel auf einmal auf, nichts Untypisches für ihn aber er schien sich sehr darüber zu freuen jemand anderes aus Frankreich hier zu haben. Jason selbst dachte nicht oft darüber nach woher er kam, ihn interessierte meist wohin sein Weg ihn führen würde. Dann jedoch spürte Jason einen leichten druck auf seiner Schulter und sah schräg nach oben, die Stimme verriet ihm sofort das es Noel war. "Nun jeder sieht das ein wenig anders mein Lieber." Meinte er nur zu dessen Kommentar.
      Nun kamen auch endlich die ersten fragen auch wenn Jason zugeben musste das diese anders war als er es sich gedacht hatte. Er musste sich ein lächeln verkneifen "Eine Interessante frage Alba, aber natürlich möchte ich sie dir beantworten. Ich heiße mit Nachnamen Thunder da es an dem Abend als ich ins Waisenhaus kam so sehr gedonnert hatte das die Nonnen dachten das dies mit meiner Ankunft zutun haben muss. So gaben sie mir den Namen Jason Thunder. Nicht sehr spannend aber so war es."
      Gerade wollte Jason die nächste Frage beantworten als ihm in Augenwinkel auffiel wie entsetzt Maria zu sein schien, er wollte sie gerade fragen ob es ihr nicht gut ging als ihr "Hah!" durch die gesamte Mensa zu hören war. Jason wusste nicht ob ihr klar war wie laut sie gerade eigentlich geworden war. Es legte sich eine gewisse unruhige Stille über die Mensa. Da Jason anscheinend mit diesem Aufruf gemeint war drehte er sich nun ganz zu Maria um Ihr seine volle Aufmerksamkeit zu schenken, er und die meisten anderen in der Mensa. Jason musste zugeben das er so etwas nicht erwartete hatte und so handelte sein Körper von selbst und stand ruhig auf während Maria aufsprang. Kein Wort entging seinen Lippen, nur ein ruhiger durchbohrender Blick traf Maria. Er wusste das diese nun nicht mit sich reden lassen würde, normalerweise würde er Maria nun zu einem Kampf fordern doch sah er ein das sie Geistig gerade nicht sie selbst war. Als Maria mit ihrer Ansprache fertig war und in den Unterricht verschwand sah Jason ihr kurz nach. Er fragte sich ob dieses Bild was Maria von Ihm hatte auch das Bild war das die Meisten von Ihm hatten. Ein Prinz der nicht genug bekommt und nicht schätz was er hat ? Er merkte wie dieser Zorn in Ihm aufkochte. Er konnte sich das selbst nie genau erklären, wenn er geschlagen wurde oder jemand ihr Ignorierte so machte es ihm nichts aus, doch wenn jemand an seine Ehre ging so kam gleich dieser Zorn. Er vermutete das dies ein "Geschenk" seines Vaters war so das es ihn noch Wütender machte. Jason merkte wie seine Adern langsam hervor traten und auch seine Muskeln sich anspannten. Er musste sich irgendwie entladen und dann war dort dieser Stuhl vor ihm. Mit einem stampfen auf die Sitzfläche zerbrach diese und der Stuhl klappte etwas in sich zusammen. Für Jason war dies wie eine Art Ventil das er nun etwas geöffnet hatte um die Wut hinaus zu lassen. Da sein Zorn nun geschrumpft war sah er zu Viljam "Nun ich muss dich da wohl korrigieren, Maria ist nicht meine Freundin. Ich glaube nicht einmal das sie mich besonders gut leiden kann." Damit war für Ihn das Thema beendet. Er selbst würde Maria nicht nach laufen, vor allem da er anderer Meinung war als Sie und da Maria das wohl nur noch Wütender gemacht hätte. Er würde es Noel überlassen sich um Maria zu kümmern, auch wenn Jason nicht glaubte das er so schnell von seiner neunen Französischen Freundin Sophie ablassen würde.
      Er nahm Viljam nun seinen Schlüsseln den dieser Betrachtet hatte wieder aus der Hand "Nun du wirst wohl selber herausfinden müssen wer ich bin und ob ich von Bedeutung für dich bin." Dies sagte er wieder in seinem Normalen leicht Lauten ton "Aber nun werden wir erstmal zu den Zimmern gehen. Ich werde euch auch begleiten da ich gerne dabei sein möchte wenn du in mein- verzeih ich meine unser Zimmer einziehst." Mit diesen Worten ging Jason los in Richtung Ausgang ohne sich weiter um den Stuhl der dort lag zu kümmern. Irgendwer würde sich dessen schon annehmen.
      Die Show beginnt
      DanceDance ...urg *lob*
    • Alba Tituba

      Sie musste immer noch ein wenig Kichern, als Jason tatsächlich auf ihre Frage einging. Es war also wirklich kein einfacher Nachname, der einfach so da war ohne irgendeinen Grund! Das war eigentlich eine ganz lustige Geschichte. Alba fand es nur ein wenig traurig, das Jason wohl ganz ohne Eltern aufgewachsen war? Alba hatte nur keine Mutter gehabt, aber einen Vater der sich immer um sie gekümmert hatte. Sie konnte sich einfach nicht vorstellen wie ein Leben ohne ihren Papa wohl gewesen wäre. Alba wollte es auch wirklich nicht. Außerhalb ihres kleinen Zuhauses waren die Leute nie wirklich freundlich zu ihr gewesen, und die Liebe ihres Vaters war das einzige, was sie hatte aufheitern können.
      "Ein Donner also", murmelte Alba dann, und wollte schon gerade weiter Essen. Sie hatte nach der Geschichte bereits vergessen, das sie noch eine zweite Frage gestellt hatte. Doch zum Essen kam das Mädchen gar nicht mehr. Denn Maria sprang von ihrem Stuhl auf, und begann wütend zu reden. Alba machte sich automatisch ein bisschen kleiner. Das Mädchen hatte es noch nie gemocht wenn Leute laut wurden, und böse Dinge sagten. Oder normale Sachen in einen bösen Ton sagten. Es war sehr schwierig das für Alba zu unterscheiden. Das Mädchen machte ihr jedenfalls mit diesem Auftreten etwas Angst. Normalerweise hielt sich Alba von negativen Ausstrahlungen fern, weil sie bei sowas immer viel zu sensibel reagierte.
      Das Mädchen ging dann und Alba war viel zu sehr auf diese fixiert um wirklich zu realisieren was bei den anderen los war. Als Alba diese dann nicht mehr sehen konnte, sah sie zu Jason. Auf dessen Stirn pochte eine Ader, und er sah wirklich furcht einflößend ein. Alba selbst brachte das zum erstarren, auch wenn sie wirklich gerne weg wollte von dieser geladenen Umgebung. Oh wie gerne wäre sie jetzt bei ihrem Papa auf der Couch!
      Alba hätte gar nicht so schnell reagieren können, und auch wenn sie genau sah was passierte, zuckte sie trotzdem heftig zusammen als Jason den Stuhl zertrat. Das Gerräusch war dann doch zu laut für sie selbst, weswegen sie sich verängstigt die Ohren zu hielt. Warum wurden Menschen denn immer so sauer? Das tat doch gar keinen gut! Und machte Alba zusätzlich Angst. Wenn Alba doch nur wüsste worum es dabei wirklich ging. Sie hatte wirklich nicht das Gefühl gehabt, das igendjemand Maria wie Staub behandelt hatte... Oh, das war hier doch gar nicht so toll wie Alba es sich erhofft hatte.
      Erst nachdem der Stuhl schon lange zerbrochen war nahm Alba wieder ihre Hände von den Ohren. Jason stapfte bereits aus der Mensa und sie wusste nun wirklich nicht mehr was sie tun sollte. Etwas verzweifelt sah sie zu dem hübschen Jungen der eben noch Sophie umarmt hatte als würden die beiden sich schon ewig kennen. Er war hier schon länger als der Rest von den Leuten die jetzt noch hier waren und er würde doch schon wissen was zu tun war. Das hoffte Alba zumindest, denn weder mit Maria noch mit Jason wollte sie in diesem Moment irgendwo hingehen oder sonst was. Am Ende würden die beiden auch noch sie anschreien! Oder... sie schluckte schwer als ihr Blick wieder zu dem kaputten Stuhl wanderte.


      Noel Thomás

      Maria schien zu platzen. Etwas überfordert blickte er sie an. Er konnte ein wenig verstehen was sie meinte, immerhin war das hier kein schlechter Ort. Hier wurden einen Möglichkeiten geboten die wohl kaum jemand der diese Schule besuchte außerhalb erhalten würde... Und Jason war die Person die sich gegen all das hier stellte... Wenn man dann auch noch betrachtete von wem Maria eigentlich abstammte, und von wem Jason. Selbst Noel konnte sich wirklich glücklich schätzen, er könnte sich hier auch viel mehr erlauben, als er es ohne hin schon tat. Das schlechte Gewissen biss ihn für einen Moment, doch das beruhigte sich schnell wieder. Noel konnte nichts für diese Umstände, und er war ja auch nicht der Verursacher dieser Wut.
      Noel sah Maria hinterher, und nahm sich vor sie später noch einmal anzusprechen. Im Moment schien das kaum sinnvoll, sie schien von diesem Gefühl hinfortgespült zu sein. Die kleine Maria die sich sonst demütig in jede Richtung verbog. Das war ja mal eine Leistung sie sauer zu machen.
      Und anscheinend machte das alles auch Jason wütend. Noel nahm aus Sicherheitsgründen für seine Friseur und seine Kleidung ein wenig Abstand ein. Er wollte ihn nun wirklich nicht zwischen die Finger geraten. Und Noel sollte eindeutig recht behalten, denn es dauerte nicht lange bis dort ein Stuhl lag, der wohl für immer seinen Nutzen verloren hatte. Vielleicht gab es ja jemanden der sich daraus was schönes basteln wollte? Vielleicht einen Speer um den kriegerischen Urinstinkten seiner Eltern nachzugeben. Noel musste ein wenig die Augen verdrehen. Er war ja der Meinung, das man alles mit Worten lösen sollte, und nicht unbedingt mit gewalt. Das hatte man davon, wenn man als zivilisierter Franzose auf all die anderen Länder rund herum traf. In solchen Momenten fühlte er sich wie unter Barbaren. Leider kam es unter den kriegerischen Genossen tatsächlich öfter vor, das Dinge zerstört wurden oder ein großer Streit ausbrach. Manche Gemüter waren einfach temperamentvoller als andere. Vermutlich hatte es Noel auch deswegen so verwundert das Maria so ausgerastet war.
      Jason beschloss dann einfach für alle, das es jetzt zu den Zimmern gehen sollte. Nun stieg in Noel wieder das Bedürfnis auf sich durch seine Haare zu streichen, aber da war nunmal das alt bekannte Problem. Seine Haare saßen einfach zu gut.
      Für Noel wäre es wirklich kein Problem die anderen zu begleiten, oder jetzt insgesamt schon zu gehen. Aber Alba war noch am Essen, und er wusste auch gar nicht ob die anderen nach der Vorstellung Jason begleiten wollte. Viljam hatte nun wirklich nicht viel Wahl... anscheinend teilten die beiden sich das Zimmer. "Viel Glück noch mit deinen Zimmergenossen", flüsterte Noel dem Typen mit seinen langen Haaren dann zu. Noel würde nur ungerne mit Jason ein Zimmer teilen. Er teilte insgesamt nicht sehr gerne, was auch sehr viel damit zu tun hatte, das er wirklich viel Platz brauchte!
      Sein Blick fiel dann zu Alba, die dort ganz verzweifelt noch saß. Oh nein das arme Baby! Die armen Babys! Er war schnell bei ihr und legte ihr die Arme auf die Schulter. "Ist schon ok, Kleines. Die beiden sind nicht immer so", meinte er nur aufmunternd und sah dann auch zu Sophie. "Im Normalfall geht es bei den meisten eher ruhig zu. Ares' Kinder sind etwas anstrengend, aber das hier ist eher die Ausnahme. Na kommt", meinte er dann. Es war wohl wirklich besser sie in ihre Zimmer zu schaffen.
      "Zeigt mir doch mal eure Schlüssel, damit ich weiß wo ich euch hinbringen kann", meinte Noel dann. Alba brauchte einige Sekunden bis sie sich etwas fing und nach dem Schlüssel griff um ihn Noel zu geben. Dann sah er auffordernd zu seiner Französin.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Viljam Linkola
      Der gebürtige Finne konnte nicht anders, als leicht die Augenbrauen zusammenzuziehen bei den zweifelhaften Worten Jasons. Auf ihn hatte es ganz und gar nicht den Eindruck gemacht, als würde diese Maria ihn nicht mögen. Im Gegenteil. Doch bevor er etwas dazu sagen konnte, schien er zu begreifen wieso er diese Einstellung hatte, wenn er ein Leben im Waisenheim durchmachen musste. Natürlich bildete Viljam sich nicht ein seine Lebensrealität verstehen oder nachvollziehen zu können, doch zumindest würde es für ihn Sinn machen. Wenn er die Chance bekomme, und da war er sich eigentlich recht sicher, würde er versuchen das Gespräch zu suchen, wenn es ihn auch eigentlich beim besten Willen nichts anging.
      Ihre kleine Gruppe raffte sich zusammen. Zum Schluss schloss sich das Mädchen an, dass Will seit dem ersten Moment an nur mit ihren Pastellfarben assoziieren konnte. Sie wirkte ein bisschen neben der Spur, wenn der junge Mann das richtig sah, dann war sie sogar ein bisschen blass um die Nase herum. Hatte sie sich so sehr erschrocken von dem Verhalten dieser beiden Streithälse. Gut, andererseits war es auch wirklich eine Überraschung diese Ausbrüche zu erleben - auch für Viljam. Gerade wenn man empfindlicher bei solchen Dingen gewesen ist, wollte Will da wirklich nicht derjenige sein jemanden zu verurteilen. Auch er schenkte dem Mädchen ein aufmunterndes Lächeln. "Woher bist du, Alba?", versuchte er sie ein wenig abzulenken. Er hat ihren Namen eben noch bei Noel mitbekommen und wenn er so darüber nachdachte, müsste er ihn sich eigentlich merken können. "Alba klingt... spanisch vielleicht?", machte er eine äußerst wilde Schätzung.
      Zusammen gingen sie zu dem kleinen Berg an Gepäckstücken und sehr zuvorkommend hievte Viljam die Koffer sowohl von Alba als auch von Sophie heraus und ging schließlich voran und holte Jason wieder ein, um ihn ein bisschen auszubremsen für die anderen. "Wie ist das hier eigentlich?", hakte Will nach, als sie in einer kleinen Traube durch die malerischen, Tageslicht durchfluteten Flure gingen. "Seit ihr schon lange hier? Kommen die neuen Schüler immer so wie wir einfach mitten im Schuljahr?" Da kam ihm ein Gedanke und ein bisschen nachdenklich schnaufte der schwarz-haarige. "Habt ihr hier Schuljahre oder ist der Unterricht hauptsächlich individuell? Ich meine mich da an etwas in der Richtung erinnern zu können." Es war ihm überhaupt nicht peinlich diese Fragen zu stellen. Im Gegenteil. Wenn er sich hier schnell zurechtfinden wollte, brauchte er Informationen. Dringend. Er hatte vorher schon nicht die... Möglichkeit? Den Willen? Was auch immer, um seine Fragen zu formulieren, also würde er sich jetzt, da er endlich bei klarem Verstand war, sicherlich nicht mehr zurücknehmen.
      Dabei kreisten seine Gedanken vorerst nur um die Schule an sich. Den weiteren Aspekt dieser Einrichtung versuchte er für den Moment zu ignorieren. Auch, wenn Noels Worte wie ein Echo in seinen Ohren nachhallten. Ares Kinder sind etwas anstrengend. Das war wahrlich etwas, dass er immer noch nicht ganz an sich heran kommen lassen konnte und wollte. Sie alle hier waren abstämmig von etwas nicht menschlichem. Er selbst, Jason, das aufbrausende Mädchen vorhin und auch die pastellfarbene Alba. Will versuchte irgendwelche Muster zu erkennen, fand aber wirklich keine. Immer wenn er dachte er habe einige Gemeinsamkeiten gefunden erblickte er einen anderen Schüler, der wieder komplett herausfiel. Konnte es denn wirklich solche Willkür sein? Hatte man nicht vielleicht doch einen Fehler bei ihm gemacht? Wenn er auch zugeben musste, dass er sich tatsächlich deutlich wohler hier fühlte, als in mitten seiner letzten Klassenkameraden. Irgendwie war da nicht dieser... Druck auf seiner Brust. Dieses Gefühl auf jeden Schritt achten zu müssen. Jedes Wort. Jeden Blick. Leise seufzend kratzte er sich im Gang seinen Kopf. Das ganze erschloss sich ihm wirklich noch nicht, aber er konnte auch wirklich nicht felsenfest behaupten das wäre alles Schwachsinn. Allen voran in Anbetracht seines bisherigen Lebens.
      Die kleine Gruppe verließ das Gebäude und ging einen langen, schneeweißen Weg entlang, bis wieder zwei große Gebäude in ihr Sichtfeld traten. An der Kreuzung zu diesen Bauten hielten sie an und teilten sich auf. Viljam ging mit Jason und verabschiedete sich flüchtig bei den anderen, ehe er dem Blonden hinterher eilte. Auch das Wohnheim ist deutlich edler und luxuriöser gewesen, als Will sich das normalerweise vorgestellt hätte. Der Boden war entweder mit beeindruckenden Reliefs versehen oder verdeckt von sehr edlem Teppich. Hier und da kamen sie an tragenden Marmorsäulen vorbei, die regelrecht das hereinscheinende Licht zu reflektieren schienen. Sie mussten sehr streng regelmäßig geputzt werden. Ein Aufwand, den Viljam sich nirgends sonst für irgendwelche Schüler vorstellen konnte. Ein Gefühl tatsächlich in irgendeiner Form etwas besonderes zu sein keimte in ihm auf.
      Die reinen Wohnräume befanden sich in einem Flur mit jeweils 3 Türen auf jeder Seite. Will und Jason gingen an einigen solcher Gängen vorbei, bis sich schließlich in einen einbogen und der Blonde an der letzten Tür links anhielt. Mit einer einladenden Handbewegung überließ der Neue es seinem Mitbewohner die Tür zu öffnen. Inzwischen sollte es ihn eigentlich nicht mehr wundern, dass seine Erwartungen enttäuscht worden sind. Es wartete ihn in dem kleinen Raum nicht wie er erwartet hatte ein klappriges Hochbett. Stattdessen fiel sein erster Blick zu einer hellen und freundlichen Fensterfront an der ein langer Schreibtisch stand, von einer Wand zur anderen mit zwei Stühlen und in der Mitte getrennt von drei Schubladen unter der Tischplatte. Ansonsten standen Spiegelverkehrt zwei große Schränke sich gegenüber und zwei Betten, edel bezogen mit feiner Bettwäsche. Die eine Seite sah bewohnt aus, die andere nicht. Auf diese schmiss Viljam seine Sachen und bemerkte dann auch eine einfache Tür auf Jasons Seite des Zimmers, zwischen seinem Bett und dem Schrank.
      Nach einem kurzen fragenden Blick ging Will seinem Entdeckerdrang nach und drehte den Knauf um. Ein klinisch sauberes Bad erwartete ihn auf der anderen Seite. Mit Dusche und einer seperaten Badewanne im altgriechischen Stil. Die Wanne stand auf gebogenen Beinen. Etwas, das der Finne so wirklich nur von Hollywood Filmen kannte und deswegen durchaus für einen Moment durch den Wind gewesen ist. Auch hier war die Einrichtung simpel, doch sehr stilvoll und elegant. Es gab eine Toilette und ein Waschbecken, auch hier war die Steinplatte aus Marmor und die komplette Wand darüber zierte ein Spiegel, der an den oberen Enden abgerundet war und an die aufgehende Sonne erinnerte. "Was zum...", murmelte er perplex und machte für einen Moment die Tür zu, nur um sie dann prüfend wieder aufzumachen. "Ist das hier wirklich ein Wohnheim für Schüler oder ein verdammtes 4 Sterne Hotel? Das ist doch absurd!", konnte er sich einfach nicht verkneifen und schüttelte den Kopf. "Ist das bei Europäern einfach so?"
      Nach einer kleinen Absprache mit Jason begann Viljam schließlich seinen Koffer zu öffnen und die wenigen Kleidungsstücke in den Schrank einzuräumen. Dabei hatte er fast das Gefühl, dass Jason wie ein Wachhund gewesen ist. Kurz überlegte er, ob er nicht vielleicht doch die Klappe halten sollte. Doch nun brannte es ihm schon auf der Zunge. "Hey", setzte er deswegen an und schaute zu dem Blonden auf, während er ein weißes Hemd heraus fischte. "Wie hieß dieses Mädchen von eben? Maria?" Der andere nickte und Will machte es ihm gleich. "Ich kenne sie nicht. Und dich auch nicht. Ignoriere mich einfach, wenn ich dich nerve. Aber ich denke es stimmt nicht, dass sie dich nicht mag. Jemand, von dem man nichts erwartet, wird sich auch nicht aufregen." Er hatte keinerlei Wertung in der Stimme. Warum auch? Im Grunde hatte er ja nicht einmal verstand worum sie sich gestritten hatten. Dennoch, schien es ihm nicht richtig die Dinge einfach stehen zu lassen wie sie waren. Irgendetwas wollte er letzten Endes doch tun und wenn es nur diese überflüssigen Worte gewesen sind.
      Now that I know your name
      I'm finally able to spell perfection.
    • Mit dem zerberstenden Holz ging auch ein lautes Knacken einher und Sophie erschrak ein wenig. Sie zog scharf den Atem ein und hätte beinahe nach Noel gefasst, der sich noch in ihrer Reichweite befand. Im letzten Moment besann sie sich eines Besseren und schlang die Arme um sich selbst. Solche Gewaltausbrüche war sie nicht gewöhnt, wobei sie schon öfters auch mit temperamentvollen Menschen zu tun gehabt hatte. Ihr Herz klopfte laut in ihrer Brust und doch versuchte sie sich an einem neutralen Gesichtsausdruck. Ihre Manieren besagten ihr, die Szene einfach als gegeben hinzunehmen und sich später alleine Gedanken darüber zu machen. Sie blickte Jason nach, der nun die Mensa verließ. Es interessierte sie, was die Geschichte hinter dem blonden jungen Mann war, der so viel Wut in sich trug. Es war sicher herzzerreißend, das sagte Sophie ihr Instinkt.
      Dann hatten auch schon Noel und Alba ihre Aufmerksamkeit. Sie hatte gar nicht mitbekommen, dass sich das süße Mädchen noch mehr als sie erschrocken hatte als sie selbst. Oh es wirkte nahezu ängstlich und abermals pochte die soziale Ader in ihr stark und wollte sie trösten. Doch Noel machte seiner Sache gut und als er zu ihr blickte, nickte sie leicht lächelnd. Die Erwähnung von Ares‘ Kindern reihte sich weiter ein in dem unaufhörlichen Datenstrom in ihrem Hirn. Sie nahm sich vor, sobald ihr Zeit bliebe, nach all diesen Göttern und der Mythologie zu forschen. Wissen war in solch einer Lage überaus nützlich. Und vielleicht halfen ihr ihre Untersuchungen auch, um vollends zu verstehen, dass sie nun Teil dieser Sagen war.
      „Mein Schlüssel ist in meiner Tasche.“, antwortete sie auf seine Aufforderung und sie machten sich zusammen auf zu diesem Berg an Gepäckstücken.
      Hier offenbarte sich Viljam als wahrer Gentleman und reichte ihr die beiden Gepäckstücke. Sie dankte ihm und sofort kramte sie nach ihrem Schlüssel und zog ihn einen Moment später triumphierend aus der Tasche. Sie reichte ihn Noel, sie selbst hatte gar nicht die Zimmernummer gesehen, da sie sich ohnehin noch nicht zurechtfinden konnte.
      Dann folgten sie Jason und dem Finnen und Sophie hörte mit einem halben Ohr den Fragen zu, mit ihren anderen Sinnen nahm sie die wunderschöne Gestaltung dieses Gebäude in sich auf. Es glich wahrlich einem Traum.
      Und noch etwas entsprang einem Traum: Abermals stieß niemand zufällig mit ihr zusammen, oder ging nahe genug bei ihr um sie zu berühren oder übertrat ihre persönlichen Grenzen. Tatsächlich wirkte dieser Spaziergang schockierend normal und unbemerkt von ihr selbst, löste sich eine der eisernen Klammern um ihr Herz.
      Sie lächelte und traute sich der süßen Alba eine Hand auf die Schulter zu legen. Die große Brille auf Albas Nase sah unglaublich niedlich aus.
      „Pastellfarben stehen dir ausgezeichnet.“, sprach sie zu ihr. „Sie bringen deine hellen Augen zum Strahlen!“ Es war ihr ernst damit, niemals würde sie willentlich einen Menschen anlügen. Dann schob sie sich ihre eigene Brille wieder hoch.
      Als sie sich ein wenig später an einer Kreuzung trennten, verabschiedete sich Sophie, ehe sie sich mit Alba und Noel auf in Richtung der Zimmer machte, die für Frauen gedacht waren. Auch hier wirkte alles wie aus einem Gus, edel und hochwertig, gar handverlesen! Verträumt ließ sie ihre Finger über die blank polierte Marmorwand gleiten. Sie war ein Mensch, der etwas auch sinnlich erfahren musste, um etwas zu begreifen. Er fühlte sich kühl unter ihrer Haut an und wunderbar glatt.
      Ein paar der Türen ließen sie links und rechts hinter sich, als sie dann wenig später vor dem ihren – und überraschenderweise auch vor Albas – Zimmer standen. Sophie hatte bis zum Schluss gehofft, sie würde doch ein eigenes Zimmer haben, aber mit Alba würde es schon gehen, sie wirkte überaus liebevoll.
      Feierlich öffnete Noel die Tür und reichte Sophie ihren Schlüssel zurück. Mit einer galanten Verbeugung – sie hätte nichts anderes von einem Franzosen mit Manieren erwartet – ließ er die beiden Mädchen eintreten.
      Helligkeit, Sauberkeit und Eleganz waren die ersten Dinge, die Sophie in sich aufnahm. Sie sah einen gemeinsamen, ellenlangen Schreibtisch und zwei große Betten, die mit einem wundervoll geschnitzten Kopfende aufwarten konnten. Ohne etwaige Höflichkeiten abzuwarten trat Sophie ins das Zimmer und drehte sich einmal um sich selbst. Es wirkte fantastisch und hier ließe es sich bestimmt einige Zeit aushalten. Sie entdeckte eine Tür, welche wohl zum Badezimmer führte.
      „Welche Seite möchtest du, Alba?“ Tatsächlich waren beide Seiten gleich, auf einer befand sich lediglich der Zugang zum Badezimmer. Auch die Größe der Betten und die Schränke waren ident. „Die Wahl überlasse ich gänzlich dir.“ Ihr war es egal, welche Seite sie beziehen würde.
      Dann wandte sie sich an Noel. „Vielen Dank, dass du uns hergeführt hast. Vielleicht sehen wir Maria, Jason und dich nach eurem Unterricht wieder?“, fragte sie. Sie hatte einfach im Plural gesprochen, es war für sie undenkbar ihre neue Zimmerkollegin am ersten Tag alleine zu lassen. Es lag ganz einfach in ihrer Art, Freundschaften knüpfen zu wollen, auch wenn sie sich bisher davor gescheut hatte. Doch nichts an dieser Schule schien normal und vielleicht bestand hier tatsächlich die Chance, echten Kontakt mit Leuten pflegen zu können.
      Und was Will für heute wohl vor hatte? Vielleicht würde er sich auch einmal ausruhen, schließlich mussten sie Neulinge auch für den morgigen Unterricht fit und ausgeschlafen sein.

      Habe keine Honigwaben
      Aber meine Unglücksraben
      Halten ein die Essenszeiten
      Kommen Kummerbrot bereiten
      Und den Herzensbrecherwein
    • Während Jason aus der Mensa schritt machte er sich keine Gedanken darum was die Anderen nun von Ihm halten würden. Sie würde schon sehr bald verstehen wieso in ihm diese Wut aufkam wenn man seine Ehre ankratzte. Nun jedoch ließ diese Wut immer weiter nach so das James bemerkte das ihn jemand einholte. Es war Viljam und sogleich fing dieser an Fragen zu stellen. Das sorgte dafür das Jason seinen Schritt etwas verlangsamte und die Anderen aufholen konnten. Sie schienen trotz allem einen gewissen Abstand zu halten, ob Noel ihnen dazu geraten hatte wusste Jason nicht aber er würde nie seine Wut an unbeteiligten raus lassen, höchstens an Möbelstücken. Das Sonnenlicht scheinte Jason durch die Fenster ins Gesicht so das er ein wenig von der Seite beleuchtet wurde als er Viljam ansah um Ihn nun seine Fragen zu beantworten.Dabei leuchteten seine Augen durch die Sonne Hell auf während er sprach. " Lange ist in dieser Akademie ein sehr dehnbarer begriff wenn du mich fragst, doch denke ich das ich mit am längsten hier bin. Wie lange ist es noch mal bei dir Noel" Während er diese Frage stellte sah er kurz zu Noel zurück und zeigte ihm mit einem kurzen nicken das dieser sich keine Sorgen um die anderen oder seine Friseur machen musste. "Viele jedoch müssen die Akademie früher oder später verlassen. Aber das werdet ihr alle noch früh genug erkennen." Jason öffnete schwungvoll eine Zwischentür bevor er weiter sprach "Ja es ist richtig das immer mal wieder Schüler hier auftauchen, aber erwarte nicht das dies jeden Tag passiert. Es ist sehr selten das diese Leute solche wie uns Finden. Ich meine Kinder von Göttern sind nun mal nicht an jeder ecke zu finden. Und was die Schuljahre betrifft so ist es wie du schon sagst, so etwas gibt es hier nicht. Man wird Individuell Unterrichtet, auch wenn es ab un zu vorkommt das man mit anderen Unterrichtet wird. Da kann ich aber nicht mitreden, mich würden die nie mit anderen zusammen Unterrichten" Er zuckte kurz gleichgültig mit den Schultern bevor sie nach draußen traten.
      Als sich die Wege der Gruppe trennten erhob Jason seine Hand zur Verabschiedung "Ihr seid in guten Händen bei Noel, er wird euch bestimmt sehr intensiv alles zeigen und erklären." Er ließ seine Hand nicht gerade sanft auf Viljams rücken knallen "Und wenn alles gut geht seht ihr ihn hier vielleicht auch nochmal wieder, ich meine sofern ich keinen zu großen Hunger bekomme" Mit diesen Worten wandte er sich ab und ging in die Richtung des Jungen Wohnheims.
      Als sie angekommen waren stieß Jason abermals die Doppeltür auf um in das Gebäude zu gehen. Für ihn war es nichts neues durch diese Gänge zu wandern und doch konnte er es sich nicht verkneifen verstohlen zu Viljam hinüber zu sehen. So lange war es her das er durch diesen Flur gegangen war. Er wusste nicht einmal mehr wie er sich damals gefühlt hatte. Er war verstoßen und verkauft worden und doch glaubte er in Erinnerung zu haben das dies alles ihm beeindruckt hatte. Jetzt jedoch war es normaler Alltag für Ihn.
      Sie gingen eine weile schweigend und Jason kam es so vor als wäre der Gang zu Ihrem Zimmer länger als es sonst der Fall war. Dann jedoch kamen sie an und Viljam ließ Jason die Tür öffnen. Dieser tat das auch bereitwillig um dann in die Städte seiner Ruhe einzutreten. Sofort machte sich Viljam daran den Raum zu erkunden. Jason selber ging zu seinem Bett und ließ sich darauf nieder. Er betrachtete die noch leere Seite die bald wieder gefüllt sein würde. Er griff nun unter sein Bett und holte eine Hantel hervor. Diese hatte an jeder Seite zwei Scheiben mit einmal Zehn und einem Fünf Kilogramm. Mit der Hantel in der Rechten Hand begann Jason zu trainieren. Dies tat er nicht weil er noch Trainieren musste, er tat es um seine Gedanken zu Ordnen. Jason lachte kurz auf als Viljam ihn fragte ob sie wirklich im Wohnheim waren "Nun dies ist die wohl Wohlhabendste Schule der Welt, da sollte so etwas drin sein. Wenn du die Tür unter der Schublade deines Nachttisches öffnest findest du darin auch eine Minibar die jeden morgen mit Sachen wie Wasser und Softdrinks gefüllt wird." Meinte er beiläufig und öffnete mit seiner freien Hand die besagte Minibar bei seinem Nachttisch.Darin waren einige Wasserflaschen und auch Äpfel und Orangen.
      Nachdem sie noch ein paar Kleinigkeiten besprochen hatten sah Jason Viljam dabei zu wie er sich einrichtete. Ohne es wirklich zu bemerken beobachtete er jede Bewegung die Viljam tat. Es war fast so für ihn als würde er Viljam so besser kennen lernen. Womit Jason jedoch nicht rechnete war das der Schwarzhaarige ihn nun wieder ansprach und dieses mal ihm wohl etwas auf der Seele zu liegen schien. Daher ließ Jason die Hantel die er nun in der Linken Hand hatte langsam sinken "Ja?" Fragte er nun auf Viljams "Hey". Das nun dieses Thema nochmal aufkommen würde ließ Jason die Hantel etwas in seiner Hand kreisen "Du hast vollkommen recht, du kennst uns hier noch nicht und deswegen möchte ich dir das gerne erklären." Jason stand nun auf und doch blieb er ruhig in seiner Haltung "Weißt du, Maria hat sich dieser Akademie mit leib und Seele verschworen. Sie kann es nicht leiden wenn jemand all dies hier anzweifelt oder schlecht redet. Normalerweise würde sie mir gegenüber nie die Stimme so erheben. Nicht das ich es ihr verbiete aber, nun sagen wir es liegt an mir." Er ging nun etwas auf Viljam zu "Ich jedoch sehe diese Akademie mit einem etwas anderem Blickwinkel und das stört Maria ungemein. Das ich diese Haltung vor euch Neuen nicht ablege hat bei Ihr wohl das Fass zum überlaufen gebracht." Er stand nun lässig vor Viljam "Das ist aber einfach alles, zwei Menschen die Unterschiedlicher Ansicht sind. Ich meine wenn du aber richtig liegst und sie mich so mag dann würde sie wahrscheinlich in diesem Moment vor der Türe stehen und klopfen um dann nochmal mit mir über die ganze Sache zu reden" Demonstrativ zeigte Jason auf die Tür wo er sich sicher war das niemand dahinter wartete und vor allem nicht Maria "Außerdem-" Er sah Viljam tief in die Augen " Ach vergiss es" Er winkte ab und ging wieder zu seinem Bett und ließ sich darauf nieder.
      Die Show beginnt
      DanceDance ...urg *lob*
    • Alba Tituba

      Nachdem der Blonde weit genug weg war, schien nun Alba etwas zu viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, die sie so gar nicht verstand. Und noch weniger die Blicke die auf ihr lagen. Sie wollte eigentlich nur gerne unter dem Tisch verschwinden, auch wenn der sicherlich nicht viel Stabiler war als der Stuhl. Den konnte man sicher auch kaputt machen. Alba schauderte bei den Gedanken ein wenig. Warum machte man Sachen überhaupt kaputt, kümmerte man sich denn gar nicht darum, das man das neu kaufen musste? Woher sollte man denn einfach so das Geld für sowas nehmen.
      "Spanisch?", fragte Alba dann ein wenig verwirrt den jungen mit den langen dunklen Haaren. "Ich komme aus Italien", meinte Alba dann. Ihr Name war spanisch? Irritiert blinzelte sie vor sich hin, folgte den anderen dann. Alba war noch nie in Spanien, sie konnte sich nicht vorstellen, das ihr Name spanisch war. Sie war Italienerin also musste ihr Name doch auch italiniesch sein oder? Oder hatte... Oh diese Gedanken bereiteten ihr etwas Kopfschmerzen, sie hatte noch niemals über die Herkunft von Namen nach gedacht, sie fand sie lustig, oder niedlich oder hübsch, aber das Namen aus Ländern kommen konnten, aus anderen Ländern als die Person kam. Das war ja wirklich kompliziert. Bei all den Gedanken merkte die Kleine noch nicht einmal wie Noel etwas die Nase rümpfte als sie erwähnte sie sei aus Italien. Und selbst wenn, hätte sie die Geste niemals darauf zurück führen können, dass andere Leute möglicherweise eine schlechte Sicht auf Italien haben könnten. Während sie nachdachte, und ihre Hände voll mit Rücksäcken und ihren kleinen Koffer waren, wollte sie sich eigentlich am Kopf kratzen, dabei schlug sie sich jedoch nur den Rucksack ins Gesicht. "Autsch", murmelte sie leise vor sich hin, und fiel ein paar Schritte zurück. Nun tat ihr Kopf aber mit Sicherheit weh.
      Sie bekam nicht wirklich mit was der Rapunzel Junge und Jason besprachen, denn sie hielt mit Absicht etwas abstand zu ihm. Sie wollte nicht irgendetwas sagen oder tun, das ihn wieder böse machte. Immerhin war hier nicht sehr viel zum kaputt machen und sie wollte nicht das irgendjemand sie anschrie. Oh, dieser Junge hatte ohnehin schon eine sehr laute Stimme, wenn er jetzt auch noch schreien würde. In Albas Magen machte sich ein wirklich ungutes Gefühl breit, und sie hatte das Gefühl sie müsse jeden Moment weinen. Ihre Augen brannten bereits, und ihre Oberlippe zitterte ein klein wenig. Alba machte sich eigentlich darauf bereit, das taube Gefühl auf ihren Wangen zu spüren, doch soweit kam es gar nicht. Denn da spürte sie eine Hand auf ihrer Schulter. Etwas verwirrt sah sie zu Sophie. Im normalfall berührte sie keiner. Es war schon vorher bei Noel etwas komisches gewesen. Bisher hatte nur ihr Vater sie manchmal berührt, und auch das war eher selten. Ihr Papa hatte immer gesagt, das er sowas eben einfach nicht so möchte. Manche Menschen, meinte er, mögen Umarmungen sehr, sehr gerne, andere eben nicht. Alba hatte das verstanden, auch wenn sie ihn gerne öfter umarmt hätte.
      „Pastellfarben stehen dir ausgezeichnet.“
      Als die Worte von ihr kamen, vergaß Alba sofort die anderen Gedanken und ihr Gesicht erhellte sich. Und als sie auch noch weiter sprach wegen ihren Augen, wurde Alba sogar ein wenig rot. Oh, das war so lieb von ihr! Alba hätte sie am liebsten umarmt, aber mit dem vielen Gepäck das sie trug, und die Tatsache das alle liefen, war das irgendwie unmöglich. "Du hast auch wirklich schöne Augen!", meinte Alba dann, eben weil sie Sophie nicht umarmen konnte. Mit gestraften Schultern ging Alba weiter, und sie zuckte auch gar nicht zusammen als Jason sich von ihnen verabschiedete. Allerdings bekam sie auch kein weiteres Wort heraus. Noch immer hatte sie Angst das er jeden Moment wieder so böse werden konnte.
      Mit Noel und Sophie lief sie dann weiter und erst als sie an der Tür ankamen, stellte sich heraus das Sopie und sie ein Zimmer teilen würden! Oh wie aufregend! Alba quietschte ein wenig vor Aufregung, als sie dann das Zimmer betrat. "Wie schön!", murmelte sie leise vor sich hin. Da Sophie ihr Anbot sich eine Seite auszusuchen tat Alba das auch gleich. Sie nahm einfach das Bett an der anderen Tür, und legte direkt ihre Sachen darauf. Schnell hatte sie dann auch schon ihren ersten Rucksack offen, und packte von dort ihren liebsten Begleiter raus, es war ein kleines Stoffschaf, das sie zu ihrer Geburt bekommen hatte. Alba hatte manchmal das Gefühl - trotz ihres Alters- nur ohne Albträume schlafen zu können, wenn es sich zumindest im selben Raum befand.
      Etwas amüsiert beobachtete Noel die Mädchen wie sie sich im Zimmer umsahen. So reagierten doch die meisten Leute, so viel Luxus waren doch die wenigsten gewohnt, so viel stand Fest.
      "Oh, wir werden uns auf jeden Fall wieder sehen", meinte Noel. "Und auf Dauer wird auch dieser riesige Ort irgendwann recht klein", meinte der Junge grinsend. Dann fiel sein Blick auf die Uhr. "Aber ja, ich sollte langsam wirklich zum Unterricht", meinte er dann. Er würde nicht umsonst die Mathe Aufgaben abgeschrieben haben, nur um dann den Unterricht zu schwänzen, und dann schwierige Aufgaben bearbeiten zu müssen, die er wieder bis zum letzten Moment aufschob. Und mit den Worten verschwand Noel dann auch und lies die beiden Mädchen zurück.
      "Ich habe noch nie mit jemanden in einen Zimmer geschlafen", teilte Alba dann ihrer Zimmer genossin mit. "Das wird so cool! Wie ein Übernachtungsparty!", meinte sie aufgeregt, und hatte in der Zeit von Noel verabschiedung auch schon ein Bild von ihren Papa auf ihre seite des Schreibtisches gestellt. Und auch wenn es dort erts seit drei Minuten stand, schnappte sie es und zeigte es Sophie. "Guck mal, das ist mein Papa! Er hat mir den schönen Rucksack geschenkt", meinte sie dann ganz Stolz.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "