Die Verschwörung Rosenbergs [Heaven_Lumen & Sylas]

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    • Die Verschwörung Rosenbergs [Heaven_Lumen & Sylas]

      @Heaven_Lumen

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      „Vielen Dank an alle die hier Anwesenden“, erfüllte eine raue Stimme den offenen verregneten Platz. Es war inzwischen Mittag und der himmlische Niederschlag hat seit dem Morgengrauen nicht eingehalten. Ein sehr klischeehaftes Setting für eine Beerdigung fand Daniel, aber immerhin konnten sich dadurch viele Gesichter unter Schirmen verstecken und leise ihre heuchlerischen Tränen jauchzen.
      „Ich will Sie in dem ganzen Regen gar nicht länger aufhalten“, erzählte die Stimme auf auf einen Podest weiter, welches neben einem anthrazitfarbenen Marmor stand.
      Innerlich seufzte der Rechtsanwalt bei diesen Worten aus und er korrigierte seinen Oberkörper wieder in eine stolzere Haltung.
      Sie waren hier schon eine gefühlte Ewigkeit und die ganzen kurzen Reden von Arbeitskollegen, Bekannten, Freunden, Familien und wer eben noch alles zu Frau Rosenberg gehörte, hatte sich ziemlich geläppert. Für Daniel ein notwendiges Leid, welches er sich äußerlich in seinem Pokerface aber nicht hat anmerken lassen. Er hatte sich die ganze Zeit mit seinem schwarzen Anzug, schwarzer Krawatte und nach hinten gestylten Haaren neben Herrn Rosenberg befunden. Der Familie stand er emotional nicht nah, obwohl er eine Menge Berührungspunkte mit ihnen in der Vergangenheit gehabt hatte. Doch aufgrund des nicht natürlichen Todes der Frau des Witwers wurde er unweigerlich durch seine Profession in einen weiteren Rechtsstreit mit einbezogen.
      Denn bereits in der Laufbahn seiner Karriere hatte der junge Mann für die Familie soweit alle Fälle bearbeitet. Zuerst unter der Obhut der Kanzlei „Richter und Frenzel“ und nun als Selbstständiger.
      „Ich lade Sie alle herzlich zu mir nach Hause ein, um für ein paar gemeinsame Stunden Abschied von meiner Frau zu nehmen. Für Verpflegung ist selbstverständlich ausreichend gesorgt“, beendete der Witwer seine Ansprache und stützte sich für einen Moment gebrechlich an dem Unterarm des Rechtsanwalts.
      „Die Adresse lautet…“, erhob nun der Sohn nach einem neidischen Blick zu Daniel laut das Wort und teilte den Anwesenden soweit die Straße, als auch den Ort mit, falls manche dort noch niemals gewesen sind.
      „Danke“, raunte der ältere Herr zu dem Selbstständigen, der erst dieses Jahr die 60 erreicht hatte und ließ sich von ihm durch die Massen führen, die bereitwillig einen Pfad zu der schwarzen Limousine öffneten. Daniel hielt sei dem Anfang der religiösen Tradition und nun bis zum Schluss einen großen schwarzen Schirm über beide Köpfe, um sie vor dem Niederschlag zu schützen. Unschlüssig weshalb es soweit gekommen ist, brachte er es nun auch einfach zu Ende. Denn der alte Mann hatte sich einfach ungefragt neben ihm positioniert, sodass er unweigerlich den Schirm teilen musste. Hatte er nicht dafür Bedienstete oder Familienmitglieder, die so etwas tun konnten? Jedenfalls fühlte sich Daniel zu dem Zeitpunkt wie ein Lakai, aber er konnte schlecht einen Trauernden an der Beerdigung seiner Frau schroff zur Seite stoßen oder zur Rede stellen. Die Antwort auf das Verhalten von Herrn Rosenberg würde er noch früh genug erhalten.

      „Fährst du noch mit mir?“, fragte dieser dann anschließend am Gefährt, wo ihm bereits die Tür aufgehalten wurde.
      „Ich denke wir werden Herr Raimar noch lange genug sehen“, funkte Paul, der Sohn, dazwischen und scheuchte somit nach einem kurzen Zögern seinen Vater in die Limousine, um kurz darauf selber einzusteigen.
      Der Rechtsanwalt und der Blutsverwandte waren schon seit dem Beginn nie wirklich gut aufeinander zu sprechen gewesen. Woran das genau lag, konnte Daniel nur mutmaßen. Entweder lag es an seiner arroganten selbstverliebten Art oder vielleicht war er auch einfach nur neidisch, dass er um einiges erfolgreicher war als er. Das waren jedenfalls die meisten Gründe mit der er sehr oft in Konflikt mit anderen Leuten gekommen ist. Allerdings hat er sich nicht zur Aufgabe gemacht die Sympathie des Jungen zu gewinnen, sondern einfach nur seinen Auftrag zu erledigen, als auch seine eigenen Vorteile aus dieser Situation zu ziehen.

      Die Massen lichteten sich Stück für Stück und jeder bewegte sich vom Friedhof zu ihren Autos. Der Mann folgte dem Beispiel und wollte sich ebenfalls zu seinem Gefährt begeben, allerdings stach ihm bei der Menge an Leuten eine weibliche Person besonders hervor.
      Ihre außerordentliche Haarfarbe traf man immerhin nicht alle Tage an und der Rechtsanwalt konnte sich nicht daran entsinnen, dass Frau Rosenberg solche Freunde besaß. Jedenfalls strahlte sie für den Moment etwas aus, sodass er sich gezwungen sah diese Person anzusprechen. Mit diesem Vorsatz bewegte er sich weiterhin mit einem Schirm über seinen Kopf in die Richtung zum Objekt seiner Neugierde und je näher er kam, desto mehr Fragen kamen in ihm auf. Hatte er sie nicht schon irgendwo gesehen? Falls ja, wo? Hoffentlich war sie nicht irgendein One-Night-Stand, welches er nun befremdet anspricht und sie eine Szene hier machen würde, weil sie sich an ihn erinnerte. Wer würde das auch nicht...

      „Guten Tag, mit wem habe ich das Vergnügen?“, würde er sie 0815 ansprechen und seine Hand zum Gruß ausstrecken, wenn sie sich gegenüberstehen würden und sie miteinander die Blicke kreuzten. Erstmal vorsichtig die Gewässer testen, bevor man das Gespräch tiefer verfolgt…
    • Nora Anderson

      Grau verhangen blickte der Himmel auf die schwarzgekleidete Masse hinab. Unaufhörlich prasselte der kalte Regen auf den Friedhof nieder, der bereits seit einigen Stunden die Erde wässerte. Warum regnete es eigentlich zu jeder Beisetzung eines toten Menschen? Es war ein Klischee, bei Beerdigungen im Regen zu stehen und etwas amüsant, dass es selbst im realen Leben so eintraf. Zumindest in diesem einen ausgewählten Fall. Nora stand ein wenig abseits der schwarzen Masse unter den schützenden Blätterdach eines alten Ahorn. Sie hatte in der Eile ihren Schirm zu Hause vergessen. Als es ihr einfiel musste sie bereits die Beine in die Hand nehmen um ihren Bus rechtzeitig zu erwischen. Mittlerweile bereute sie es, ihre Gedanken nicht beisammen gehabt zu haben. Dabei war sie absolut kein Morgenmensch und neigte dazu erst viel zu spät dem Ruf ihrer Pflichten zu folgen. Mittlerweile war es bereits Mittag und der Rotschopf unterdrückte ein Gähnen. Himmel, die wievielte Trauerbekundung war das jetzt? Sie hatte aufgehört zu zählen, wie viele Freunde und Bekannte ein paar Worte für Frau Rosenberg gesprochen hatten. Dabei dürfte der einzige wirklich trauernde dieser Heuchler wohl der Ehemann sein. Herr Rosenberg selbst sah zumindest erschüttert aus, kein Vergleich zu den Umstehenden, deren Augen beinahe ungeduldig darauf warteten, dass diese Veranstaltung im Regen endlich vorbei war. Das kühle Nass floss in kleinen Rinnsalen von den Großteils schwarzen Regenschirmen hinab und machte das Bild des Friedhofes perfekt. Verstohlen blickte Nora selbst auf die Armbanduhr an ihrem linken Handgelenk. Normalerweise würde sie sich jetzt ein kleines Mittagessen genehmigen und ihren heißgeliebten Cappuccino trinken. Aber nein, sie stand zwischen diesen Fremden im Regen. Auf einer Trauerfeier, welche sie emotional nicht berührte. Sie kannte Frau Rosenberg nicht persönlich und auch sonst niemanden ihrer Verwandtschaft. Sie hatte sich unter das Volk gemischt, sich mit einigen der älteren Herrschaften unterhalten und dank ihrer dunkel gewählten Kleidung wirkte sie wie eine etwaige Bekannte der Familie. Zumindest hoffte die junge Schottin es.

      "Ein Jammer ist das. Die arme Familie, ich kann es mir gar nicht vorstellen!" Ein Herr, Nora schätzte ihn auf Mitte Fünfzig, hatte sich ihr genähert und hielt mit einem aufgesetzten Lächeln den Schirm näher. Innerlich verdrehte Nora die Augen. Seine Worte waren genauso falsch wie sein Lächeln. Wenn sie eines gelernt hatte, dann einen Menschen nicht weiter zu trauen als sich selbst. Dieser ältere Herr schien sich lediglich mit dem Vorwand der Trauerfeier sich zu ihr gesellt zu haben. Seine Intentionen wollte sie lieber nicht überdenken. Sie lächelte nur knapp und nickte nur. Auf eine Unterhaltung hatte sie nicht sonderlich Lust. Allerdings könnte sie versuchen etwas mehr über die Familie herauszufinden... Immerhin galt es den armen Herrn Leist von der sicheren Gefängniszelle zu bewahren. Nur zu gut erinnerte sich der Rotschopf an den tag, als Frau Leist völlig aufgelöst in der Tür ihres kleinen Büros gestanden hatte. Ihr Mann wurde des Todschlages beschuldigt an der Frau, die hier beigesetzt wurde. Und trotz dessen, dass seine Ehefrau von seiner Unschuld überzeugt war und selbst gewisse Indizien des Falles für den Angeklagten sprachen, wurde seitens des Gesetzes nicht diesbezüglich gehandelt. Genau an dieser Stelle setzte Nora ein. Sie sollte handfeste Beweise finden, welche seine Unschuld vor Gericht beweisen würden. Um das zu bewerkstelligen musste sie zwangsweise mit ihren Ermittlungen beim Kern des Ganzen anfangen. Der Familie Rosenberg. Und wo funktionierte dies besser als auf der Trauerfeier und dem folgenden Leichenschmaus im Haus der Trauernden?
      "Ja, wirklich eine Tragödie. Kennen Sie die Familie denn gut?", sagte sie beiläufig und behielt den Witwer dabei im Auge.
      "Nur bedingt. Ich kenne Herr Rosenberg flüchtig, aber...", begann der Mann ausschweifend zu erzählen mit gesenkter Stimme. Nora schaltete jedoch ab, seine Worte waren belanglos und er konnte ihr nicht mehr sagen als sie selbst wusste. Außerdem erhob nun besagter Witwer die Stimme und lud die Gemeinde zu einer kleinen Feierlichkeit- Konnte man es so nennen? Das dürfte ihre Gelegenheit sein!

      Damit war auch endlich dieses nie enden wollende Begräbnis vorbei. Beinahe erleichtert atmete sie auf und kramte in ihrem dunklen Mantel nach der Schachtel Zigaretten. Sie hatte aus Respekt ihre schlechte Angewohnheit unterlassen, jetzt wo sich die Menge zerschlug spielte es weniger eine Rolle.
      "Meine Liebe, soll ich Sie vielleicht mitnehmen? Ich nehme an Sie nehmen ebenso an der Feierlichkeit teil?", holte der langsam doch recht nervende Mann die Schottin aus ihren Gedanken. Sie setzte das freundlichste Lächeln auf, welches sie mustern konnte und lehnte ab.
      "Danke, ich warte noch auf jemanden. Ich komme später nach." Und jetzt gehen Sie bitte; fügte sie gedanklich stöhnend hinzu. Der Herr zog tatsächlich etwas enttäuscht von dannen. Lieber bezahlte Nora das Taxigeld, sie war nicht sehr erpicht darauf noch mehr Zeit mit ihm zu verschwenden. Endlich die Zigarette aus der engen Tasche befreiend nahm sie einen tiefen Zug und betrachtete die Masse dabei, wie sie in Grüppchen in lautem Gemurmel den Friedhof verließen. Allen voran der Witwer in Begleitung zweier Männer. Einer war der Sohn, der andere war der Frau unbekannt.
      Nora behielt einen Moment lang ihre Position unter dem Baum ein, als sie es schließlich spürte. Jemand beobachtete sie. Woher sie das wusste? In den wenigen Jahren wie sie Privatdetektivin war hatte sie gelernt, auf ihren Körper zu hören. Die Sinne eines Menschen waren weitaus feinfühliger als viele annehmen würden. Die leisesten Veränderungen der Umgebung nahm der menschliche Körper auf, man musste nur lauschen. Und bei ihrem Körper stellten sich gerade die feinen Härchen an ihrem Arm auf und das unangenehme Gefühl von Augen auf ihrer Gestalt ließ sie kurz frösteln. Wie oft hatte sie dieses unbestimmte Gefühl schon gehabt, wenn sie jemanden beschatten sollte oder gar den Affären von David Johnson auf den Grund gegangen war. Es hatte sie durchaus davor bewahrt, vorzeitig entdeckt zu werden. Dieses Mal jedoch brauchte sie um keine Deckung fürchten, welche sie verlieren könnte. Dazu gab es keinen Grund. Dennoch konnte sie nicht verhindern, dass ihre blauen Augen die Umgebung absuchten und schließlich bei einem Mann hängen blieben. Er hatte während der Reden neben Herr Rosenberg gestanden... Was wollte er jedoch von ihr? Sie bewegte sich nicht, hielt jedoch den Blick zu ihm aufrecht und wartete geduldig, bis der hochgewachsene Herr in ihre Nähe kam. Sie musterte ihn kurz eingehend. Er strahlte eine gewisse Autorität aus. Der feine Anzug, die gerade Haltung, das gepflegte Äußere. Nora konnte nicht umhin diese Details in sich aufzunehmen und entschied sich schließlich für ein freundliches Lächeln. Den nassen Ledermantel etwas zurechtziehend strich sie sich eine Strähne ihrer störrischen Mähne zurück.
      „Guten Tag, mit wem habe ich das Vergnügen?“ Seine tiefe Stimme sprach tatsächlich zu ihr. Für einen Moment suchte sie in seinen dunklen Augen nach den Grund seiner Annäherung, erkannte jedoch lediglich etwas wie Neugierde. Kein Vergleich zu dem anderen Mann von vorhin. Demnach wäre kein abweisendes Verhalten notwendig. Außerdem dachte sie, diesen Mann irgendwo schon einmal gesehen zu haben. Er war keiner ihrer früheren Klienten noch einer ihrer Auftragsziele. Und im privaten Umfeld hatte sie kaum jemanden den sie kannte... Nun etwas neugierig legte sie den Kopf leicht schief.
      "Nora Anderson, sehr erfreut, Herr...?", ließ sie ihre Stimme gen Ende hin zu einer Frage klingen und löste sich von dem knorrigen Stamm. Höflich reichte sie ihm ihre Hand zum Gruße nachdem sie die Kippe ausgedrückt hatte. Zu welcher Beziehung stand er mit der Familie? Er schien ihnen jedenfalls vertraut. Ein Verwandter? Nein, dann wäre er wohl mit Vater und Sohn gefahren. Ein Freund? Ein Kollege? Nora war sich nicht sicher und biss sich auf ihre eigene Zunge um die Fragen nicht ihren Lippen entkommen zu lassen.
      "Ich vermute Sie nehmen ebenso an den Abschiedsstunden für Frau Rosenberg teil?", fragte sie beiläufig um wenigstens ein kleines Gespräch ins Rollen zu bringen.


      "Hahaha! It's the purest kind, my dear.
      Reality!
      True passion!
      After all, the world is a stage. And a stage is a world of entertainment."

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Heaven_Lumen ()

    • Beim näheren Erscheinen musterte der Rechtsanwalt die junge Frau, die etwas abseits von der ganzen Beerdigung gestanden hat, als auch eine Lederjacke trug. Für ihn in Anbetracht der Tatsache der Ermittlungen wegen Totschlags eine merkwürdige Konstellation, aber er wollte vorerst nicht zu viel in diese Situation hineininterpretieren. Bedeutete im Umkehrschluss jedoch nicht, dass er seine Deckung ihr gegenüber komplett fallen lassen würde.
      „Nora Anderson, sehr erfreut, Herr…?“, teilte sie ihm mit, nachdem sie ihre Zigarette ausgedrückt hatte.
      „Herr Raimar“, erwiderte er die Gestik kurz und drückte die Hand fest, aber in einer akzeptablen Stärke, sodass eine Frauenhand sich nicht zerdrückt anfühlen sollte.
      Sein Augenpaar war die ganze Zeit auf ihr Blaues gerichtet, während sie sich vorgestellt hatten und für einen Moment untereinander Stille herrschte. Erst als sich ihre Lippen wieder voneinander trennten und ihn fragten, ob er ebenfalls an der Abschiedsstunden für Frau Rosenberg teilnehmen würde, überflog er kurz die letzten Anwesenden auf dem Friedhof. Vermutlich unterhielten sie sich über dieses schreckliche Ereignis und legten nur einen weiteren Scheitel ins Feuer. In der Zwischenzeit überlegte er, ob er diesen Namen schon einmal irgendwo gehört hatte, aber sein Gedächtnis ließ ihn diesbezüglich wortwörtlich weiterhin im Regen stehen. Jedoch war die Reaktion der Frau offen und nicht feindselig, weshalb es sich glücklicherweise wohl nicht um eine flüchtige vergangene Liebschaft handelte.
      Aus dem Grund würde er auch den Dialog weiterhin mit ihr suchen, um herauszufinden was dieses kleine Kratzen im Hinterkopf verursachte.
      „Korrekt…“, antworte er kurz, „… ich habe dort noch ein paar Dinge zu erledigen.“
      Aufgrund ihrer Fragestellung würde sie ebenfalls an der Feier teilnehmen, aber sie wirkte nun nicht wirklich auf ihn, als ob sie sehr mitgenommen über den Todesfall war, noch sehr daran interessiert an den Feierlichkeiten teilzunehmen. Jedoch war er das auch nicht, weshalb das nichts zu heißen hatte.
      „Allerdings würde ich das Gespräch in einem angenehmeren Ambiente weiter fortführen“, schlug er der Dame vor sich vor. Denn sie mussten nicht wie zwei merkwürdige Leute abseits auf einem Friedhof stehen und sich unterhalten. Und da sowieso zuvor geklärt worden ist, dass beide sich auf der Trauerfeier befinden würden, könne man es ja auch dort tun.
      „Die Adresse kennen Sie, ja?“, fragte er nochmal sicherheitshalber nach und hob für einen kurzen Augenblick beide Augenbrauen. Falls nicht, würde er ihr diese nochmal mitteilen und dann vermutlich selber zu seinem Auto gehen, insofern sie sich nicht bei ihm wegen des Schirms oder für eine Mitfahrgelegenheit einklinken würde. Sie war schon groß genug und nicht so gebrechlich wie der alte Mann zuvor, weshalb er ihr das nicht anbieten brauchte.