Sanctus Aeterna (Aiden & Yasacura)

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    • Sanctus Aeterna (Aiden & Yasacura)

      Stille. Sie erfüllte die Atmosphäre des Sees mit schier unantastbar harmonischem Frieden, erbrachte den längst ersehnten Wohlklang, der in den letzten Jahren Angst, Hass und Krieg gewichen war- und hätte diese Rarität käuflich erworben werden können, läge die Vermutung nahe, dass er sicherlich bei jedem Händler Mangelware gewesen wäre. Manchmal, wenn der Wind seine lautlose Musik, die nur Mutter Natur selbst zu verstehen vermochte, zu Gehör brachte, illusionierte Zhaéra die zarte Melodie einer winzigen Spieluhr. Reminiszenz an gänzlich verblasste Tage... Vermochte man nicht schon von reiner Verdrängung sprechen. Wenngleich dieser Abschnitt fahlgehauchter Biographie keine blutbefleckte Erinnerung aufwies, barg er etwas Düsteres. Sehnsucht... Tag für Tag sich der Intensität annehmend, kaum aushaltbar für eine "normal Sterbliche", deren Gedanken sich fortwährend im Trance früherer Zeiten Zuflucht ersuchten. Und...Wo spross der Ursprung dieses Gefühls? Wie entstand jener Prozess, welcher die Bilder an eine unbekannte Zeit so verwirrend in Nebel einer undefinierbaren Sehnsucht tauchte? Woher Kenntnis nehmen, Vergleiche ziehen, wenn sie all die Empfindung niemals würde zuordnen können? Begreifen... Eine Suche deren Ziel ins Ungewisse führte, sich gerade mal des Umrisses einer vagen Vorstellung bekleiden konnte. Und eigentlich nicht mal das. Sie genoss nichtmals die Option grober Ideen. Stumpfe Eindrücke. Vollendete Tatsachen. Gegenwart. Intuitiv? Und obwohl das innere Chaos ein Strudel seltsamer Emotionen entfachte, hinuntersog, nur um sie schlussendlich noch intensiver an die Oberfläche seines Bewusstseins zu spülen, verbiss sich die junge Frau an einer Jagd gestaltlosen Verständnis'. Sie wollte die Worte verstehen lernen... Sie wollte ihre Vergangenheit verstehen. Ihre Gabe... Sich selbst...
      Das Antlitz einer verirrten Seele, bestehend aus einem verschwommenen Erscheinungsbild, sanft gewogen durch Wellen eines ruhigen treibenden Gewässers, hauchte der Zeit eine schmerzliche Note zu. Zeitreisen durch bloße geistige Rückführung von Evokation der Lieblingsfragmente; Verfrühter Herbstregen... Kräuselnd blies eine unsichtbar gespitzte Lippe, vom Amüsement tänzelndes Phyllom amüsiert kichernd, die trockenen Blätter in ihrem sonderbar nach Regen schmeckenden Lüftlein gen Freiheit. Unterlegener Wille. Zhaéra beschlich plötzlich das Gefühl gehässigen Lachens. Er lachte. Der Wind. Über die Machtlosigkeit toten Laubs, dessen reine Kapitulation er mit seinem Spiel strafte; Stumm ließen sie sich im Takt stiller Rhythmen durch eisige Lüfte zerren. Selten verblasste das Blattwerk in den endlosen Weiten des Horizonts, verschluckt vom grellen Schein glühender Sonnenstrahlen, manchmal streiften sie sanft ihre feurigen Kaskaden tänzelnder Haarpracht, nahezu zaghaft, und wurden doch oft genug einfach achtlos zu Boden gedrückt. Weggeworfen. Wie ein Tier, dass die Eltern dem Kind zu feierlichen Anlässen schenkten- es so lange toll war, bis das Interesse endgültig Langeweile wich und das neue "Spiel" allmählich alt, wenn nicht sogar lästig wurde. Wo blieb die Spaltung des Unterschieds? Gab es überhaupt eine? Deklarierte man ihre Wenigkeit nicht auch als Zeitvertreib? Sie... definierte sich doch auch nur als nützliches "Vehikel", wenn jene auf das Geschenk einer verfluchten Gabe angewiesen waren und zurückgriffen- dann fiel ihnen ihre Unabdingbarkeit ins Gedächtnis. Und nach Gebrauch wurde man genauso lieblos fortgestoßen, wie es der Wind gleichermaßen mit wehrlosen Laub tat. Eine kurzweilige Ablenkung.

      Eskalation im Inneren schien wohl oder übel sich vom Standard suboptimalem Usus überzeugt zu haben- und gerade wünschte sich die zarte Sprosse nichts sehnlicher, als der Gedanke an einen vergleichsweise harmlos beendeten Streit. Ohne Vorwürfe. Fragen. Verzweifelt verzerrtem Aufschrei... Ja. Tatsächlich. Sie hatte sich an den Schmerz gewöhnen können. Ihn ausblenden. In jenen Sekunden. Minuten. Tagen. Irgendwo in ein dunkles, mit kalten Mauern betoniertes Fleckchen ihres Bewusstseins gesperrt.
      Dieser dumpfe, stechende Schmerz... Der, der den Körper Zhaéra's so gnadenlos durchströmte und doch nirgends lokalisierbar war. Ein Gefühl der Leere... Überfüllt mit bitterer Verzweiflung. Eine Sehnsucht, deren Ferne nicht zu greifen war. Die Augen mit feuchtem Glanz überzogen, haftete der Blick der Verlorenen starr auf die hereingleitenden Wellen, die mit ihrer Woge den Eindruck vermittelten, sie wollen ihren Schmerz hin fortspülen, wie der Regen ihre Tränen der Unkenntlichkeit zuschreiben würde- Die Ältesten wären empört, wenn sie in Erfahrung brächten, dass sie ihre Tränen einfach vergoss- ohne sie aufzufangen und trocknen ließ, damit das "heilige Salz" die Knochen müder, erschöpfter und verletzter Stammeskrieger schneller würde genesen lassen. Das ungeborene Kind... Vor Krankheit und fehlerhaften Erbinformation wahrte... Was wäre, wenn sie die Freude plötzlich überkäme - sie nie wieder würde weinen müssen? Von Frohsinn beflügelt? Würde sie jene lächelnde Emotion... als Glück empfinden? Resigniert schüttelte Zhaéra den Kopf. Nein, es gab kein Gefühl der Welt, dass ihr Antworten über ihre Herkunft erteilen konnte. Kein sterblicher Verstand, dessen Worte Befriedung, Aufschluss würde geben können. Und so kullerten die Perlen salziger, kleiner Tropfen fortan ihre Wange hinab. Sicher hatte einer der Wachen ihre Abwesenheit schon bemerkt. Ob er... schon auf der Suche nach ihr war? Wusste er, wo er sie finden würde? Nein. Vermutlich nicht. Langsam erhob die junge Frau ihre vom Weinen erschöpften Glieder, wischte sich flüchtig die Spur glitzernder Diamanten aus den Augen und blickte ein Letztes Mal hinauf - zur Freiheit, dort, wo der silbrig schimmernde Eiskristall seine kühlen Strahlen die Nacht vertrieben ließ, obschon er so weit weg schien, thronend am Himmel grenzenloser Weiten, und wandte sich zum Gehen. Bei Tagesanbruch müsste sie zurück sein, bevor nicht nur Joycé ihr Verschwinden mal wieder bemerkte, sondern auch die restlichen Köpfe der Kolonie.

      @Aiden.Nesmilas
    • Oryn Alden


      Ophelius hatte Oryn einen Auftrag gegeben, und sobald die junge Fae einen Auftrag hatte, setzte dieser alle Hebel in Bewegung um diesen Erfolgreich abzuschließen. Und so war es auch bei diesen hier gewesen, und nun stand Oryn ganz kurz vor seinem Abschluss. Tagelang hatte er Archive durchforstet, um möglichst viel über den Chakral herauszufinden, und schließlich auch eine Spur zu jenem zu bekommen. Um ehrlich zu sein, war dies wohl der schwerste Teil des ganzen Auftrages gewesen, denn es gab so wenige Anhaltspunkte. Erst in den Gesprächen mit den Alten bekam er seine ersten Hinweise, die ihn genau zu diesen Ort, zu dieser Zeit führten.
      Gehüllt in Dunkelheit, welche die bleiche seiner Haare nur noch mehr hervorhob, stand er noch versteckt hinter den knorrigen Bäumen, die einen See umragten. Es fühlte sich beinahe so an, wie eine Schützmauer, die extra für diesen Ort hier gezogen wurde, um die alte Macht des Sees hier gefangen halten zu können. Oryn spürte das prickeln der Macht an diesem Ort nur zu deutlich. Dies war ein Ort an dem alte Energien flossen, doch dieser Ort beherbergte nicht nur diese, sondern auch eine recht neue Energie. Sie gehörte nicht zu dem Ort, denn diese Energie war grundsätzlich falsch.
      Oryn hätte niemals vermutet, dass der Chakral eine so schlichte Persönlichkeit war. Er hatte etwas ganz und gar anderes erwartet. Keinen Menschen. Keinen schwächlichen, und gar so zerbrechlichen Menschen. Wenn es schon ein Mensch sein musste - und irgendwann in seinen Nachforschungen, hatte er auch diese Idee im Kopf gehabt - dann hätte sich Oryn diesen als mächtig, und deutlich größer Vorgestellt. Oryn hätte erwartet, dass die Ausstrahlung zu dem äußerlichen Erscheinungsbild passen würde. Doch wenn man von diesen einfachen Äußerlichkeiten absah, hätte Oryn auch nicht vermutet, dieses Mädchen weinend vorzufinden. In seinen Augen, war dies doch wahnsinnig seltsam. Es schien nicht so, als hätte sie einen Grund hier zu sitzten, und zu weinen. Hatte Oryn sie doch schon die letzten zwei Tage beobachtet. Sie schien in ihren Umfeld doch recht beliebt und anerkannt. War dies nicht alles was man haben wollte? Vielleicht fehlte ihr die nötige Macht, doch das war schon das einzige was ihr - seiner Meinung nach- zu fehlen schien.

      Das junge Fräulein erhob sich, allem Anschein nach, würde sie sich zurück auf den Weg zu ihren Dörflein machen. Das war die Gelegenheit auf die Oryn schon seit ganzen zwei Tagen gewartet hatte. Nie war sie alleine gewesen, immer wurde sie bewacht. Es wäre unmöglich gewesen sie zu entführen, ohne dabei einen großen Aufstand zu provozieren. So war es doch um einiges praktischer, denn Oryn konnte sich kaum vorstellen, dass dieses unschuldige Ding sich auch nur ansatzweise wehren würde. Schon gar nicht nach seinen Manipulationen.
      Lautlos trat das junge Feenwesen aus dem Schatten des alten Baumes hervor, das Mondlicht brachte seine silbernen Schmuckstücke unheimlich zum glitztern. Er trat auf den plattgelaufenen Weg, um der Rothaarigen den Weg abzuschneiden. Ein dunkles Grinsen umspielte seine Lippen, und sein langes Haar fiel gar unheilvol über seine Schultern. Wie das funktionierte, würde man kaum erklären können, denn es war wohl doch die Aura die er ausstrahlte. Die Umgebung wurde von einem zum anderen Mal unnatürlich still. Kein Tier bereitete sich seinen Weg durch das Gestrüpp, und kein Raubtier lag auf der pirsch. Das Summen der Insekten drang nicht bis zu seinen Ohren, und auch der Wind regte sich nicht.

      "Es ist schön, dich endlich kennenzulernen", seine Stimme klang hohl, war dies doch nur eine halbwahrheit. Es würde ihn vor allem erfreuen, dieses Gefäß der Macht, seinen Herren ausliefern zu können. Oryn begann seine Magie spielen zu lassen, und schenkte dem Mädchen die Leichtheit die Freude mit sich brachte, bis hin zu dem Maße, dass sie gar nichts schreckliches von ihm vermuten könnte. Und selbst wenn ihr einer dieser schrecklichen Gedanken käme, würde er nur niedergeschmettert werden von der Stärke des Gefühles, das Oryn ihr bescheren sollte. "Ich bin der festen überzeugung, dass du mich begleiten solltest." Sein Grinsen wurde breiter, bis zu dem Moment wo Oryn begann seine spitzen Zähne zu zeigen. Er hielt dem Mädchen seine Hand entgegen, und sobald sie diese ergreifen würde, würde die Rothaarige sich der Gefangenschaft Oryns ausetzten müssen.



      Epione "Ion" Salem


      Sie rannte.
      Ihr Atem ging schnell und flach. Die kalte Luft bohrte sich in ihre Lungen, schlug und riss an ihrer Haut. Die Luft, die sie so liebte, brachte Ion zum brennen. Epione blieb jedoch keine Zeit um ihren Körper Ruhe zu geben, erneut Kraft zu tanken, um das Feuer, welches ihn sinnbildlich umgab, zu löschen. Es zählte jede Minute, jede Sekunde. Denn ihr Stamm war in Gefahr, und sie war nicht anwesend um ihn zu beschützen. Sie war gar nicht in der Lage dazu ihn zu beschützen. So musste Ion ihre Leute doch zumindest vor dem drohenden Unglück warnen, so vielen zur Flucht verhelfen wie es ihr nur möglich war. Epiones Verfolger waren ihr Dicht auf den Fersen und sie musste alles tun um einen großen Vorsprung aufzubauen, denn sie wusste nur zu gut, wenn diese Bluthunde eine Spur aufgenommen hatten, verfolgten sie diese bis in ihren Tod. Dieser Gedanke hätte Epione panisch werden lassen, wenn sie nicht zu sehr auf den Weg, welcher übersäht mit Ästen und Steunen war, mit so vielen Bäumen, dass einem nicht möglich war, weiter asl 20 Meter zu blicken, fixiert gewesen wäre. Das Dämmerlicht, das kaum durch die Dichten Baumkronen dringen konnte, erschwerte es Ion nur noch zusätzlich den richtigen Weg ausfindig zu machen.
      Ständig sah sich die junge Fee nach einer Gelegenheit um, um ihre Flügel auszubreiten, ihr Element zu nutzten, und ihren Verfolgern davon fliegen zu können, doch der Wald bot ihr nicht genügend, um endlich abheben zu können. Das Laub unter ihren Füßen raschelte und knackte verräterisch und Ions Chancen schwanden immer weiter, dass sie aus dieser Sache heil heraus kommen könnte. Die letzte Hoffnung im Inneren des Feenwesens begann zu erlischen und erstabr beinahe Komplett, als Ion über die Wurzel eines alten Baumes stolperte, die sie in der Dämmerung nicht gesehen hatte. "Verflucht", keichte sie und sprang förmlich wieder auf. Ion konnte nicht mehr allzuweit weg sein, denn die Struktur des Windes um sie herum hatte sich verändert. Die einzelnen Partikel waren erfüllt voll Freude und Aufregung, und wenn Ions Körper nicht brennen würde, dann würde ihre Haut nun von einen prickeln umgeben sein, das sie in ihren Fingerspitzen kitztelte. Der Wind flüsterte ihr aufmunternte Worte zu, die ihr neue Kraft schenkten, um noch einmal alles aus ihr herauszuholen, was nur möglich war. Auf den munteren Wellen der Luft, schwebten die Stimmen ihrer Liebsten zu ihr heran, und zeigten ihr den richtigen Weg, zur geheimen Lichtung.
      Ja, gleich musste sie die Lichtung erreicht haben, welche ihr Stamm bewohnte. Sie konnte die kleinen Hütten schon erkennen, und die Schemen der anderen beflügelten Feen, die bereit waren ihre täglichen Aufgaben zu vollrichten. Die Kinder spielten bereits, und kicherten und lachten, und manche der Frauen sangen ihre alten Lieder dazu. Epione betrat die Lichtung vollkommen außer Atem, und für einen kurzen Moment blieb sie unbemerkt, und fühlte sich beinahe geborgen und inn Sicherheit.
      "Epione! Du bist hier nicht mehr Willkommen!", schallte die tiefe Stimme eines Mannes über die Lichtung. Die Stimmung schlug so aprupt um, dass Epione beinahe vergessen hätte, weswegen sie hier war. Bewaffnete Männer traten warnend auf Epione zu, doch iese konnte nur hysterisch ihren Kopf schütteln. "Ihr müsst fliehen! Sie kommen!" Die Worte konnte Ion nur hervorpressen, hatte sie bisher noch keine Zeit gefunden, ruhigere Luft in ihre Lungen aufnehmen zu können. Schon als Epione entdeckt wurde, war es stiler geworden, doch nun sprach niemand mehr, nicht ein einziges Wort, kein getuschel und gemurmel.
      Einen Moment lang waren alle versteinert und dann brach Panik aus. Die Feen packten ihre wichtigsten Sachen, schnappten ihre Kinder und flohen. Epione half dabei so gut wie es ihr nur möglich war, doch sie nahm wahr, dass ihre Verfolger nur noch wenige Sekunden entfernt sein konnten. Nun konnte Epione nur noch ihren Bauchgefühl folgen, und schnappte sich einen Bogen.
      Ihre schuhlosen Füße, die schon viele Meilen gelaufen waren, begannen sich Wund anzufühlen, als das Adrenalin er Fluch nachlies. Epione hatte jedoch keine Zeit sich selbst zu bemitleiden und sich ihren Schmerzen hinzugeben.
      Das erste Rascheln erklang aus dem Wald, und Epione spannte ihre Bogen, um direkt den ersten Pfeil in diese Richtung fliegen zu lassen, in der Hoffnung ihren Gegner direkt außer gefecht zu setzten.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Zharéa Philiaénne

      Es wirkte so unwirklich; so falsch, einer Gabe befähigt zu sein, deren Ursprung man sich nicht begreiflich werden konnte - eine Vergangenheit, die stets ihren dunklen Vorhang vor die Fragmente spärlicher Erinnerung fallen ließ, wenn jene Bruchstücke nicht etwa schon der Spekulation zu entsprechen vermochten, um die blutigen Flecken auf dem Pfade zu verwischen, auf dessen Verzweigung man abgekommen war und nie Spuren hinterlassen hatte, und wenn doch, so hätte sie längst die Vergänglichkeit der Unkenntlichkeit zugeschrieben. Zhaéra fühlte den von Mystik benetzten Strom, der durch ihre Adern; durch ihr ganzes Leben strömte, und doch kaum kompatibel mit der Mage dieser Welt zu sein schien, als sei sie nur ein gescheitertes, instrumentalisiertes Konstrukt indoktrinierter Kriminalitätsverherrlichung gewesen. Liegen gelassen in einer schier befremdlichen Welt, obschon sie in genau denselben Gefilden wurde großgezogen, nagte stets das Gefühl der Unbrauchbarkeit an ihrem Gewissen... An ihrem kleinen, einsamen Herzchen, welches sich - wie alle verstoßenen Seelchen, die den machttrunkenen Despoten zum Opfer gefallen waren - nach dem Mantel der Geborgenheit sehnte... Der Verwirklichung des eigenen Selbst. Das Mädchen, lediglich zu einer Marionette für das Wohlergehens fremdländischer Kultur verformt, wollte man der Illusion ihre unterschwellige Wahrheit entziehen, musste sich ihre Hilflosigkeit nach der Suche möglicher Antworten einer verblassten Vergangenheit zugestehen. Waren die Wurzeln ihrer Herkunft wirklich so wichtig? Durfte sie sich denn nicht als vollkommene etablierte Existenz vergewissern, wohl behütet in einem kleinen Dorfe aufwachsen, dessen Harmonie schien, als hätte Gott selbst seine Barriere der Güte um jene Mauern errichtet? Betrug. Alles... Fassade. Und während Zhaéra den destruktiven Gedanken nicht vermocht war Einhalt zu gebieten, überschlich ein unangenehmes , ja geradezu bedrohliches Gefühl ihre Sinne. Der Wind, welcher eben noch spielerisch seine unsichtbaren Hände im rot feuerlodernder Kaskaden hatte verwickelt, schien geflohen; das zierliche Singen der Nachtigall gar mit sich gerissen. Stille. Selbst das Licht des Mondes schien unsagbar... kalt. Bissig. Verlockend tödlich. Vorsichtig ließ die junge Frau ihren Blick über das Ufer gleiten, als erwartete sie im nächsten Moment wirklich die Silhouette eines verstörten Ungeheuers zu erhaschen, hinein in den Schatten des Waldes. Nichts regte sich. Kein Tier. Kein Blatt. Kein Wind. Ach was. Sie phantasierte nur mal wieder ihren eigenen Weltuntergang herauf. Bemüht, das Toxin schleichender Angst in den Gliedern zu unterdrücken, schritt Zhaéra auf eine kleine Lichtung, eine vermeintliche Versicherung eines selbst manipulierten Glaubens, würde dieser Weg sie vertraut sicher nach Hause leiten, so, wie er es immer zu pflegen vermochte. Vielleicht war es weibliche Intuition, vielleicht aber auch der Instinkt eines innerlich verbliebenen Tiers gewesen, der ihre Iriden hochschnellen und einen dunklen Schatten erfassen ließ, der seine Finsternis so einnehmend über ihre fahle Haut tastete; irgendwie prüfend, wäre sie allenfalls einem entfallen Haustier zugehörig und doch von Nutzen. Zaghaft wanderte der Blick der zierlichen Sprosse an der Kontur eines Gestalt, präzisiert eines muskulösen Mannes entlang, dessen Haare wie kalte Schneiden im silbrigen Mondlicht schimmerten und den Eindruck erweckten, er selbst wäre nur eine sublime Killermaschine. Zusammengezuckt war sie, wie die Stimme des Fremden erklang, affektiert höflich, als verfolge er hinter der Maske einer unstimmigen Freundlichkeit gänzlich andere, viel letalere Absichten. "Wer... sind Sie?" maß sie an zu erwidern, ihre Stimme glich kaum mehr einem Flüstern, statt auf die Norm standardisierter (N)Etikette zurückzugreifen. Erschrocken wich Zhaéra zurück, "N-nein ich... Muss jetzt wirklich nach Hau...-" erstarb die zitterliche Stimme der Rothaarigen, während sie ein surreales Gefühl der Freude überkam; so intensiv, dass sie sich des Gedankens tatsächlich nicht weiter erwehren konnte, ihrem Misstrauen Glauben zu schenken - es war ihr, als würde das Farbspiel ihrer runder, blauen Tropfen diese Gestalt wie einen Bruder Identifizieren, den sie schon so lange hatte vermisst und endlich in seine Arme gleiten würde können. Ein sanft schmiegsames Lächeln umspielte die Lippen des Chakrals, als sie die Hand des Mannes ergiff, fügsam, gleich eines domestizierten Hundes.


      "ZHAÈRA!! NEIN!" durchriss ein panischer Ruf die seichte Nachtluft, "FASS SIE NICHT AN!" Knurrend setzte die Gestalt vor dem überragend großen Mann auf- furchtlos, die Angst kaum bekennend für die Dienste eines Kriegers, während dessen Hände unwillkürlich den Bogen spannten und eine Salve präzisierter Pfeile auf ihren "Bruder" hinabregnen ließ. "Joycé - nein! Hör auf...!" Entschlossen stürzte sich ihr Geselle auf den Mann; riss sie von ihrer männlichen Geborgenheit zu Boden UND versuchte, die Gefahr mit Dolchhieben zu verletzen. Verwirrt schüttelte das junge Ding den Kopf. Diese Glückseligkeit..... Sie schwand. Ins Nichts... In... Angst... Was... Wie hatte er....? "LAUF WEG! Los!" Erst die Schreie Joycé weckten Zhaéra aus ihrer Irritation; aus der Starre der Furcht, während die kleinen, funkelnden Diamanten sich eine Zuflucht aus ihren Augen hatten gebahnt und ihre Wange mit silbrig glänzender Feuchtigkeit benetzten. Sie schrie, als sie das erste Knacken eines zerbasten Knochen hörte und rannte - so schnell ihre Beine an Geschwindigkeit aufnehmen konnten, in den Wald, weg vom Pfad, weg vom Urteil des Todes, der ihren Freund würde... ins Jenseits schicken... Warum... Warum konnte sie nicht aufhören zu weinen? Alles was er wollte... Gewollt hatte... war ihre Sicherheit... Und sie würde ihn mit ihrem Schluchzen verraten. Nein... So durfte es nicht enden... Nicht so...
    • Oryn Alden


      Wenn es Oryn nicht so egal gewesen wäre, dann hätten die lächerlichen Versuche des Mädchens sich aus dem ganzen heruaszureden, zum Schmunzeln gebracht. Es war beinahe schon zu einfach, wie das Menschenkind sich ihm fügte. Oryn hatte viel mehr vermutete, dass die Fürsorge ihres mikrigen Stammes soweit ging, dass sie ihr beibrachten sich gegen magische Manipulationen zu wehren. Vielleicht hatten sie es, nur Oryn selbst war eine Art Meister, gegen die sich wohl kein Laie einfach so wehren könnte. Ob sie überhaupt erkannte, dass dies nicht ihr eigenes Gefühl war, sondern nur ein geliehenes?
      Die weiche Haut des jungen Fräuleins, traf seine raue Hand, die durch Jahrhunderte harte Arbeit nunmal ihre Spuren trug. Diesen kleinen Ding wurde wohl keine körperliche Arbeit zugetraut, doch das würde sich sicherlich rasch ändern. Sie würde erfahren, was das Leben außerhalb ihres behüteten Zuhauses, für sie bereit hielt. Zu mehr als diesen Gedanken kam Oryn jedoch nicht, denn sein vorhaben wurde je unterbrochen, durch einen Schrei der den Bann der stillen Nacht aufhob. Die Warnung die durch die Luft klangen, ignorierte Oryn gekonnt. Ein Menschlein hatte nicht die Befugnis ihn irgendwelche Befehle zu erteilen. Er konnte sich als glücklich erachten, dass Oryn ihn nicht zerquetschte, wie das widerliche Ungeziefer das er nunmal einfach war.
      Oryn erkannte die Geräusche, noch bevor er sie tatsächlich sehen hätte können. Er wusste was hier passierte, und es benötigte nur zwei sorgsame Schritte seiner Seite, um den Geschussen auszuweichen. Das jahrelange Training seiner Reflexe und Schnelligkeiten lohnten sich besonders in dieser Art von Momenten. Das trampeln, des Mannes, lies den Boden vibrieren, und Oryn wusste nur zu genau wie weit weg sich diese widerwertige Kreatur befinden musste. Mit der Erwartung, dass nun alles komplizierter werden würde, legte sich Oryn einen neuen Plan zurecht. Die junge Fae wurde zur Seite gerissen, und somit entfernt von dem Objekt seiner Begierde. Doch der Weißhaarige hatte keine Zweifel daran, dass sie bis zum Ende der Nacht wieder in seiner Gefangenschaft sein würde.
      Schnell hatte Oryn das blitzten einer Klinge erkannt, der er nur sehr knapp ausweichen konnte. Ohne es berührt zu haben, wusste Oryn, dass es sich bei dieser Klinge nicht um sein geliebtes Silber handelte sondern viel mehr um verdorbenes Eisen. Höchstwahrscheinlich eine Stahllegierung. Oryn blickte seinen Ziel hinterher, das ohne ein wirkliches Ziel zu verfolgen, davon lief. So eine Zeitverschwendung.
      "Nun komme ich zu dir, du hättest dich lieber da raushalten sollen." Bis eben hatte ein Grinsen noch die Lippen Oryns geziert, doch dieses wurde durch einen schmalen Strich ersetzt, der jeder der ihn kannte nur zu sehr fürchtete. Mit Oryn legten sich nur die Leute an, die ihres Lebens überdrüssig waren. Genau deswegen war er der Mann, der für diese Mission nach dem heiligen Chakral, erwählt wurde.
      Doch der Mann nahm seine Warnung nicht ernst, und wollte den Dolch in Oryns Brust rammen. Es brauchte nur eine Handbewegung, um den Arm seines Angreifers in eine andere Richtung zu lenken. Oryn umgriff den Arm des Fremden, und verbog ihn so unliebsam hinter dessen Rücken, dass man seine Knochen deutlich bersten hören konnte. Der Mann vor ihm schrie auf, und lies wie vom Blitzt getroffen seinen Dolch fallen. Der Kehle des Angreifers entkam ein knurren, das Oryn nur hell auflachen lies. Es war surreal, da dieses glockenähnliche Lachen gar nicht in diese Situation passte. "Du wirst sie niemals bekommen", knurrte er Oryn an. Doch Oryn würde kein weiteres Wort an jemanden verschwenden, der es nicht einmal Wert war, dass er sich so um ihn kümmerte. Oryn musste sich jedoch dazu herablassen, würde dieser Mensch sonst den Rest seines Stammes benachrichtigen, und es würde nur zu noch mehr Verzögerungen kommen. Oryn drängte ihn mit einer Stärke, die er sich von Hilfsmitteln geliehen hatte, gegen einen Baum, so dass die ganze Luft aus dem Brustkorb des viel größeren Mannes gepresst wurde. Wenn dieser Mann eine Fee gewesen wäre, hätte er diese nach seinen letzten Worten gefragt, doch dieser Mann würde alleine mit seinen Gedanken sterben müssen, mit der Schmach seine Aufgabe niemals erfüllt zu haben. *
      Sein weißes Haar war Blutbesprenkelt, und wirkte nun noch gefährlicher als bisher. Seine blutigen Hände wischte er in seiner dunklen Kleidung ab, in der man das Blut des Fremden kaum war nehmen konnte. Das Lächeln war auf Oryns Lippen zurück gekehrt, als er sein Meisterwerk betrachtete.
      Nun war aber genug mit lustig, Oryn hatte noch einen Auftrag, den er drigends erledigen musste. Sein Blick wandte sich in die Richtung in die das junge Ding geflüchtet war. So ungeschickt wie das Mädchen schien, hatte sie genug Hinweise hinterlassen. Unzählige zerbrochene Äste, aufgewirbeltes Laub und Fußabdrücke, die Oryn nur zu einfach zu seiner nächsten Beute führen würde. Dieses mal wäre er jedoch sicherlich nicht so nett.



      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Zharéa Philiaénne



      Grausamkeit. Die ganze fleischige Hülle dieses Mannes schien einzig und allein aus Mordlust zu bestehen; ein Gefäß unbändiger Lust zum Töten, dass ihren Freund unweigerlich seiner Erdbindung entreißen, und in die transzendentalen Sphären Archaischer Güte befördern würde. Sie hatte es... in seinen wasserblassgehauchten Iriden gesehen; dieses kranke Aufblitzen hinter den Kulissen eines sich Satan's Todesurteil gerierenden Untertan, der sich das Recht nähme, nehmen konnte, über andere Leben zu bestimmen. So infernalisch sein Grinsen, so ungezähmt flinke Hiebe, die nur einem Monster zu Grunde lagen, vermochte seine blutrünstige Melodie warmer, roter Quellen den Erdboden säumen. Aber... Was wollte jenes vom Höllenfürsten entsandte Wesen in dieser Gegend - von ihr? Konnte es sein, dass ihr Dorf sie... hatte verraten? Ihrer Gabe überdrüssig geworden war? Dass die Angst ihre Barmherzigkeit schlussendlich doch im Mantel irrationaler Entscheide, entstammend aus den unkalkulierten Stürmen emotionaler Voreiligkeit, wog und sich der Gefahr, durch Unvorsichtiges Verhalten geendet als trauriges Erbe einer kristallenen Statur, nicht länger aussetzen wollten? Zhaéra'sGlieder erstarrten, wurden von den fahlen Wurzeln lähmender Furcht gepackt, wie das hysterische, gellende Lachen ihres Freundes durch die Baumkronen hallte; verzerrt glücklich im schlimmsten aller Quale wirkend, schien die bizzare Glückseligkeit Joycé nahezu jene diabolischen Gedanken seines Mörders zu verkörpern. Perfide. Sadistisch. Ergötzend am Leide seiner Opfer... Teufel... Grausamer Kerkerknecht...! Und während die Gewissheit das Herzchen des jungen Dings mit kalten Messern zerschnitt, begann sie zu glauben, ihre Beine wichen der Standhaftigkeit; kam das knorrige Unterholz ihrem Antlitz gefährlich nahe; so zu nahe, dass es sie beinahe schon durch seine von Tau benetzten Moosteppiche zu küssen drohte. Stille. Das Lachen ihres Freundes.... Erstickt durch die Hände gnadenloser Mordlust. Qual... Tod... Erlösung. Oder... Hatte er gar gewonnen? "Joycé..." flüserte das zarte Mohnrot seinen Namen, als wüsste sie bereits um desse Tod- und doch hoffend, das Flüstern würde seiner gepeinigten Seele Kraft für den Weg in grenzenlose, schmerzfreie Weiten spenden. Zitternd rappelte Zhaéra ihre Glieder auf; vernahmen ihre empfindlichen Ohrhärchen indes die nach Siechtum lechzenden Schritte dieses verdammten Todesengels; der Mörder ihres Freundes. Und der ihren selbst, würde sie nicht alsbald aus der Todeszone entschwinden.
      Panisch eilten die aufgekratzten Beine der Rothaarigen über das Laub, sprangen einen Abhang hinunter, bis sie endlich an einer umgefallenen Baumwurzel hielten, unter welcher sich eine Kleine Ausbuchtung befand. Sie würde... Ihn niemals zu ihrem Dorf locken. Nein... Sie würde... Joycé rächen. Koste es, was es wolle. Mühsam zog sie die Wurzeln, die sich so schützend um das Geflecht hatten gelegt, bei Seite und griff nach dem Schwert, - einem unbekannten Waffenarsenal, das sie lange Zeit dort hatte aufbewahrt; Eisen aus längst vergangenen Schlachten - und doch so rein wie Elbenblut, verströmte es die Macht einer ihr unbekannten Energie. Oder... Nein. Es strahlte die gleiche Aura aus, die auch ihren Strom unterhalb der Erde fließen ließ. Geschmiedet aus dem Gezeitenneer verschmolzener Träume. Vielleicht - wäre das Glück ihr, oder besser, IHM hold - würde sie ihm gar nicht erst über den Weg laufen. Das Schwert und drei Pfeile an Gürtel und Tasche befestigt, lauschte sie in die Tiefen des Waldes. Kein Vögelchen zwitscherte mehr sein Liedchen, keine Assel suchte Schutz im dichten Laube, kein Reh glitt eleganten Sprunges über die Lichtung, wie ihre Zehen leichtfüßig auf dem Boden aufsetzten. Leere. Nein. Nicht Mutter Naturs fruchtbare Schöpfungen. Irgendwo.... Im Inneren; hohler Schmerz. Ein dunkles Knacken ließ das junge Ding erschrocken herumfahren - hatte es sich doch wie ein entnommener Knochen ihres geliebten Freundes angehört. Auf ihre feine Gesichtskontur legte ein Schatten seine finstren' Hände; wie der Blick der Frau langsam, aber bestimmt, wenngleich es ihr kaum vermocht gewesen war, die Angst der Entschlossenheit weichen zu lassen, am Korpus dieses humanoiden Ungeheuers hinaufglitt. "N-nein...! D-du hast ihn...!" brachen verzweifelte Worte über die Lippen eines gänzlich verzagten Stimmleins, als deren Trägerin das vom Monde glitzernde Rot vernahm, welches die Haare des Mannes fast schon provokant stolz in eine Quelle des Triumph wandelten, "Wieso?! Du Monster! Warst du so berauscht vom Geruch des Blutes und den Schreien eines bezwungenen Menschen, dass es dir deinen Verstand geraubt hat?!" Zhaéra hatte nicht verhindern können, dass Tränen der Ohnmacht ihre Wangen zu zieren begannen, während sie ihre Hände fester um den Griff des Schwertes legte und einen bitteren Schrei ausstieß; (like Ciri, höhö) der eine solche Druckwelle entfachte, dass die Glieder des Mannes ungebremst gegen einen Baum krachten; in ein Gefälle aus zerbarsten Holz drangen. Die Ratio ignorierend, obwohl ihre Fluchtinstinkte wimmernd bettelten, dem Gefecht schnellstmöglichst auszuweichen, sprang sie dem anthropomorphischen Lebensmetzger hinterher, die Klinge durch die Lüfte tänzelnd, bedacht darauf, sein Fleisch in eine Karte aus blutrot markierten Flüssen zu transformieren. "Bleib weg von mir, du elende Ausgeburt eines satanistischen Rituals - oder ich... Ich... ich werde dich töten...!", hatte sie versucht möglichst furchtlos zu klingen, obschon die letzte Worte ihre verdrängte Angst an die Oberfläche spülten wie ein starker Regenschauer, der drohte, das Dorf mit seinen Wassermassen zu überfluten. Ein Pfeil gezückt, warf sie diesen Richtung unheilvolle Präsenz, unterdessen sie auf den Mann sprang, die Schneide sich an seinem Fleische probierte ergötzen zu lassen. Er sollte bezahlen für den Tod ihres Freundes! Ganz egal, ob sie... Verlieren würde... Er sollte wissen lernen, was es bedeutete, sich mit Erden's unschuldigen Kindern anzulegen. "Widerwärtiger... Teufel..!"
    • Ophelius Archai


      Strömungen der Macht nährten unsere Welt; tänzelten durch jede Wurzel eines Baumes, durch jede zarte Blüte einer Blume, wanden sich durch jeden grazilen Grashalm, ließen frische, kristallklare Quellen ersprudeln und flossen durch die sehnigen Fasern eines jeden Geschöpf's. Doch warum sollte er - Ophelius Archai, Revolutionär eines ganzen Weltbildes - sein Volk sich diesen wundersamen Brunnen aus magischem Lichte mit unreinen, verachtungswürdigen Wesen teilen, die die Ressourcen verschlangen als wären sie eine Seuche fehlgeleiteter Ratten; deren ätzendes Blut den Nährboden für Elend schaffte. Stärke und Schwäche. Licht und Dunkelheit. Leben und Tod. Immerfort zwei Hälften eines Ganzen. Nichts wäre das eine, ohne das andere. Oder? Falsch. Es brauchte eine Rasse, eine Elite von Spezies, die vermochte, nur den einen, monumentalen Quell aller Einflüsse in ihren Adern zu tragen; sich der Vergänglichkeit der Gezeiten widersetzte und selbst des Urteils Veränderung ward! Alle schöpferische Vielfalt Mutter Naturs in der Fruchtbarkeit einer einzig wahren Gattung vorfinden- der Grundstein, auf den später sämtlicher Ursprung von Resistenz würde zurückgeführt werden können! Ein infernalisches Lächeln umspielte die schmalen, mohnroten Lippen des Fae-Tsune, während er sein Gefolge durch die verzweigte Unebenheit des Waldes kommandierte. Bedauerlich, würde Oryn die bevorstehende Schlacht - der Aufstieg eines weiteren, neuen Imperiums der Astral-Féen gänzlich verpassen, hatte seine Präsenz unglücklicherweise die letzten zwei Sonnen von Abwesenheit geprahlt. Sicher hätte ihn diese Schlacht sein Potenzial entfachen, und seine Grausamkeit ausleben lassen können, für deren Qual er seine Sinne hatte gestählt. Jedoch, ein niemand vermochte das Vertrauen des Mannes so zu genießen, wie es Oryn tat - ein Privileg, das eben jenem Besagten selbst unzählige Möglichkeiten hatte geschaffen, sich des niederen Status zu entreißen und zum Konsultant respektive autonomen Schlächters Acandrum's avanciert war. Wenn jemand der Aufgabe, den Chakral zu lokalisieren und gefangen zu nehmen, gewachsen, ohnehin würdig war, dann er.
      Lauf, kleines Luft-Bienchen- führe uns genau zu deinem Volke und stürze sie ins Verderben... monologisierte Ophelius innerlich triumphal lachend. Wie naiv zu glauben, sie könne seinem Heer entkommen. Ihrem Schicksal entfliehen. Hätte der Rothaarige gewollt, so hätte er die Air-Fae längstens in seine Gewalt bringen können, doch schien sie der perfekte Wegweiser um die Ansiedlung Ihresgleichen ohne größere Verzögerungen ausfindig machen zu können. Einer bestimmten Geste wies er seinen Männern an, den Schritt zu intensivieren, während ihm bereits die hektischen Vorbereitungen von Panik erfassten Tod-Geweihten entgegenwehte. Perfekt. Zwar wäre ein Präventivschlag im Sinne eines Hinterhalts deutlich vorteilhafter gewesen, aber so würde es seinen Männern sicherlich nicht zu langweilig werden. Infanterie Arcanum - Umbruch alter, destruktiver Kultur und Aufstieg einer neuen Ära! "Tötet sie alle; doch lasst ein paar Männer und Frauen für die Dienste in unserem Schlosse am Leben! Keine Gnade! Keine Barmherzigkeit! Folget mir in eine neue Periode der vollkommenen Glückseligkeit! Tilgt das Unreine von der Erden!" jauchzte der Schlachtruf des Faye-Tsunes durch die Morgendämmerung, unterdessen seine Streitmacht aus dem Walde, hinein in das Dorf stürzte. Die ersten Pfeile regneten bereits wie eine Salve Blitze vom Himmel; manche drangen durch das Fleische seiner Kämpfer und lockten das Leben lautlos aus ihrem Körpern, andere fanden ihre Spitze lediglich im Staube des niederen Bodens wieder - und seine gewidmeten, sie wurden leichthändig abgefangen und zurückgeleitet. Eine herrliche Gabe, sich kinetischer, sowie gewöhnliche Energie zu bemächtigen; zu absorbieren und bei Bedarf zu metabolisieren - fand sie doch in jeder Zelle ihre Wiege - denn jeder Schlag gegen seine eigenst deklarierte Göttlichkeit würde den König der Astrale nur noch stärker machen. Wie Wölfe stürmte sein Heer in die Hütten, Geburtsstätten, überschaure Tavernen und Lager - ließen ihre Schwerter durch unzählige Leben schneiden. Herrlich. Dieser Anblick. Pures Massaker. Schreie erfüllten die Luft mit verzweifelter Gewissheit, sterben zu müssen. Tränen säumten die Gesichter unschuldiger Seelen. Leere Augen starrten hohl gen Horizont. "Guuut! Weiter so! Vernichtet das blutgeschwärzte Verderben!" Zufrieden verfolgte Ophelius die Ausrottung niederen Gewürms und ließ sein Chakram sich in Ketten materialisieren, denn noch ehe die Krieger der Lüfte zu reagieren vermochten, umwickelte das energetische Stahl ihre Beine; zerrte sie unsanft zu Grunde, derweil der Rothaarige sie ihrer Energie beraubte und schließlich den Rhythmus ihrer Herzen erstarben ließ. Nur das eine, flinke Ding da oben - sie war bis jetzt seinen Schlingen entkommen. Nun... Nicht mehr lange. Auch sie würde sich bald schon in seinen Fängen wissen müssen. Während er seine Ketten durch die Lüfte lenkte, bedacht darauf, das Bienchen zu umwickeln, sprang er auf das Gemäuer kolossaler Bauwerke, um an Höhe zu erreichen, denn so viel Energie, um seine Schlingen ins Unermessliche ausdehnen zu können, ward ihm dann doch nicht hold. "Lasse deinen Körper von den betörenden Armen eines Gottes ummanteln, meine kleine, schwirrende Libelle." schnurrte Ophelius höhnisch, "...Werde ich dir einen ganz besonderen Platz als Sklave an meiner Seite widmen!" Auf dem Dach des Herrschafthauses aufsetzend, erstreckten sich die Ketten alsbald gen Höhe, windeten sich geschwind durch die Lüfte des Adler's Schwingen gleich und schlangen sich schließlich um das Fußgelenk der Air-Fae. Grob ließ Ophelius sein Opfer vor die Fuße schleudern, schritt unbeirrt auf das arme Ding zu und beugte sein Oberkörper abschätzig lächelnd hinab. "Deine Welt... Sie endet hier. Und jetzt. Deine Freiheit... gebührt mir. Dein Wille... Nur ein lästiges Nebenprodukt eines angehenden Sklaven. Dein Körper..." Ein mephistophelisches Lachen schlug seine verbale Boshaftigkeit unseglich gegen das Gesicht der kleinen Fee. Die Vorstellung, welch Freude er mit ihrer inneren, kontaktierenden und warmfeuchten Knospe würde haben können, sollte sich als quälender Gedanke in ihrer Phantasie manifestieren. Langsam begannen Daumen und Zeigefinger das Kinn des Mädchen's zu umschließen, indes der Astral-König ihr Gesicht anhob und ihre Iriden in den das seine Antlitz zwang zu blicken. "Ich danke dir für deine Dienste, uns die Suche nach deinem Volke erleichtert zu haben, Bienchen. Deshalb werde ich dich am Leben belassen. Wie unfair, dich auch noch für deine Hilfe zu bestrafen, nicht wahr?"
    • Oryn Alden

      Die Stellen seiner Haut, die mit dem Blut des Ungeziefers benetzt gewesen waren, brannten als würde Oryn seine Hand viel zu nah an eine offene Feuerstelle halten. Würde das Blut noch immer an ihm hängen, könnte das Adrenalin in Oryns Blutbahn den Schmerz nicht bis dahin dämpfen, dass er es reichlich ignorieren konnte. Die Glückshormone die ihm durchströmten, als er sein Meisterwerk betrachtete, machten es ihm einfacher seine Umgebung genau zu betrachten. Die ganzen zerbrochenen Äste, und das aufgewühlte Laub, gaben AUskunft über den Weg des Mädchen, genauso wie es die umgeknickten Äste und Bäume taten. Menschen waren keine Meister der Tarnung, und schon gar nicht der gekonnten Flucht. Menschen waren den Feen in jeder Hinsicht weit unterlegen. Und Oryn ergötzte sich dessen Gedanken immer zu gerne. Er mochte es einfach sich vorzustellen, das er bei der Nahrungskette ganz oben war, während die jämmerlichen Wesen mit denen er sich diese Welt teilte, immer ein gutes Stück unter ihm sein würden.
      Ein Punkt der Oryn die Suche nach dem Wesen, welches sein Herr so sehr begehrte, noch ein wenig einfacher machte, war die Magie die in der stillen Nacht eine Spur durch den Wald zog. Sie war ihm so fremd, dass Oryn sie nur zu einfach erkennen konnte. Diese Macht, die ihn eines Tages zum Verhängnis werden sollte. Doch Oryn glaubte nicht an Omen, war die Zukunft doch bedeckt von einem dicken Nebelvorhang. Undurchsichtig, und weit entfernt. Nahm man sie jedoch in seine eigene Hand, konnten Warnungen einen sowieso nicht viel anhaben.
      Das Mondlicht fand sperrlich seinen Weg gen Boden, doch in der Ferne erkannte er das aufgewühlte Ding am Boden knieend, vermutlich ihren Verlust betrauernd. Oryn konnte das Gefühl der Trauer kaum verstehen, denn etwas das es nicht mehr gab, noch Gefühle zu schenken, empfand er einfach nur als unlogisch. Trauer ansich, hielt einen nur unnötig auf, und machte einen derart angreifbar, dass Oryn dieses Gefühl völlig verbannt hatte. Er wusste nicht ob es eine Situation geben würde, in der er es wieder neu entdecken würde.
      Bis zum Schluss, hatte sich Oryn unauffällig genähert, und erst als er in Reichweite seiner Beute war, lies er einen Ast zerbrechen, um diese aufzuscheuchen. Auch wenn er seine Aufgaben gerne schnell und praktisch erledigte, mochte er es doch auch die Angst in den Augen mickriger Kreaturen zu erkennen. "N-nein...! D-du hast ihn...!"
      , brachte ihre jammernde Stimme an ihn heran. Diese Worte brachten Oryn nur noch mehr zum Grinsen, bis seine spitzen Zähne wieder all zu gut zu erkennen waren. Ihre Worte waren so erbärmlich, das Oryn nicht anders konnte, als aufzulachen. "Oh, ich habe dies alles in einen Zustand klaren Bewusstseins getan. Es hat mir das größte Vergnügen bereitet, den wundervollen Gesang dieses Ungeziefers zu vernehmen." Oryn sah keinen Sinn mehr darin, dem Chakral gegenüber freundlich aufzutreten. Dieses Glück hatte sie sich verspielt, indem sie weggelaufen war. Dabei hätte sie es besser wissen müssen. Sie hätte Ahnen sollen, das ihre Aussichten hoffnungslos waren. Oryn konnte nur erneut auflachen, als das Menschenkind ihren Griff fester um das Schwert schloss. Dabei war er sich sehr sicher, dass sie keine Ahnung hatte, wie man mit einer Waffe richtig umgehen würde. Sein lachen erstarb aprupt, als das junge Ding aufschrie, und er mit einen gewaltigen Druck gegen einen berstenden Baum geschleudert wurde. Die Luft entwich seinen Lungen, und die Splitter des Holzes bohrten sich unangenehm in seinen Rücken, verhedderten sich in seinem weißen Haar, das nun neben dem Rot des Blutes auch noch das Braun des Baumes, und das Grün des Mooses zierte. Oryn hatte nicht die Zeit sich zu seiner vollen größe Aufzurichten, und den Schmutz von seinen Körper zu klopfen, sprang das Ding mit unnötigen Worten erneut auf ihn zu. Das Eisen klirrte nah an seinem Ohr, hatte sie ihn doch nur knapp verfehlt, und das nicht einmal durch Oryns hilfe. Entsetzt starrte er die junge Frau für den Bruchteil einer Sekunde an, hätte er doch nicht erwartet solch einen Mut in ihr vorzufinden. Doch Oryn fand schnell wieder zu sinnen, und war sich recht sicher, dass der Chakral nicht bemerkt haben durfte, dass sie ihn gerade unerwartet und etwas überrascht erlebt hatte. Ihren anderen Angriffen wich er dann doch ohne wirkliche Mühe aus. So so, sie wollte also wirklich versuchen Oryn zu töten? Wenn er nicht lachte. Feen die weit mehr magische Fähigkeiten besaßen, und noch dazu weit aus größer und stärker waren als er, sind bereits an diesem Versuch gescheitert, und ruhten nun in ewiger Scham unter der Erde.
      Oryn nutzte die Gelegenheit, als das Mädchen erneut zu einem Schlag ausholen wollte, seinen Dolch zu ziehen, und lies die Klingen laut schallend aufeinander prallen. Mit seiner freien Hand ergriff er das Handgelenk seiner Beute, und drückte mit all seiner Stärke zu, bis er unter seinen Fingern begann, das bersten der Knochen zu spüren. Der Schmerz sollte genügen, um ihr Schwert fallen zu lassen, war der Astral Fae nicht dazu in der lage, das verdorbene Eisen selbst zu berühren um es der Rothaarigen abzunehmen. "Kannst du endlich dein Maul halten?!", knurrte er sie dann an. Ihre Stimme könnte seinen Schädel zum explodieren bringen, alleine dadurch, dass er davon so genervt war. Wie er es eben bei dem anderen - viel größeren- Menschen getan hatte, drehte er ihren Arm an ihren Rücken. "Du hast nun eine Chance ganz brav mit mir mitzukommen, und wenn du dies nicht tust, werde ich dich lehren, was es bedeutet zu leiden", knurrte er ganz nah an ihrem Ohr, während er die silberne Klinge an ihre Kehle drückte, ohne sie dabei tatsächlich zu schneiden. Das kühle Metall sollte ohnehin nur eine Drohung sein, sollte sie möglichst unverletzt bei seinem Herren ankommen. Das sollte jedoch nicht bedeuten, dass er sie nicht Bewusstlos schlagen könnte, und dann festgebunden an einen Baum, jeden Menschen der ihr lieb war, vor ihren Augen töten könnte.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Epione "Ion" Salem


      Die panischen Schreie, die an ihr Ohr getragen wurden, schmerzten beinahe physisch. Epione versuchte sie auszublenden, indem sie immer höher in die Lüfte davon schwebte, um ihre Gegner von oben mit präzisen Pfeilen ihres Lebens zu berauben. Es hatte noch nie einen Moment in ihrem Leben gegeben, indem Ion ihr Ziel nicht getroffen hatte, war der Wind doch ihr bester Freund, und trug die Pfeile sicher zu ihrem Ziel.

      Eine ganze Handvoll Leben klebten mittlerweile an ihren Fingern, und es war wirklich kein schönes Gefühl. Ihr Mordserie wurde lediglich davon unterbrochen, dass ihre Gefährten in der Luft je zu Boden gerissen wurden. Entsetzt starrte sie ihre Mitstreiter an, wie ihnen jegliches Leben entzogen wurde, und am Ende nur vertrocknete Hüllen zurück blieben. Selbst konnte sie den lebensraubenden Ketten nur knapp entkommen, wünschte sie sich doch, dass an der Stelle der anderen Luft Faen doch sie erwischt worden wäre. Doch sie musste dieses Schauspiel so lange wie möglich aufrecht erhalten, dass die wenigen die es schafften soweit wie möglich fliehen konnten.
      Der Mann dessen Ketten jegliches Leben stahlen lies nicht locker, und egal welchen Pfeil Ion auf ihn schoss, es traf ihn keiner. Sie konnte es sich nur schleppend erklären, warum dies der Fall war. Ihr wurde nur schleichend wirklich bewusst, dass die Astral Feen sie angriffen, und dies wohl eine der Fähigkeiten waren, die soweit entfernt von allen Naturgewalten waren, dass es keine logische Schlussfolgerung für diese geben konnte. Dieser Mann mit seinen feuerrot leuchtenden Haar, musste eine Art Barriere um sich errichtet haben, die ihn vor ihren Angriffen schützte. "So ein Mistkerl", knurrte sie vor sich hin, was einen banalen Fehler glich. Durch Ions Unachtseimkeit, erwischte eine der Todesketten ihr Fußgelenk und riss sie gewaltsam zu Boden, egal wie sehr sie sich dabei wehrte. Einen Aufschrei konnte Epione kaum verhindern, brach das ganze doch ihren Fuß. Wie hatte sie sich denn nur in so eine Situation bringen können?
      Sie erwartete schon zu merken, wie ihr ihre Energie gestohlen wurde, doch bis auf den gleißenden Schmerz ihres Fußgelenkes, und ihrer paranoiden Angst, vernahm sie nicht wirklich ein anderes - unnatürliches- Gefühl.
      Der Mann kam mit dem Gang eines Raubtieres auf sie zu, und voller entsetzten erkannte die junge Fee, dass es sich bei dieser Kreatur um einen Mischling handelte, in dessen Herzen nur noch Hass wohnte. Wie konnte so etwas unreines, nur an so viel Macht gelangen? Diese Welt war für diese Art gar nicht ausgelegt, und wurde meist wie ein Virus abgewehrt. Sie hatte zwar schon Geschichten über diesen Mann gehört, doch Ione hatte diese eben nur als Geschichten abgestempelt, war es doch sehr surreal, das ein Mischling jede reine Fae der er über den Weg lief, das Leben raubte.
      Mit der Drohung, für immer ihre Freiheit verloren zu haben, wandte Ion das Gesicht ab, um nicht in das ihres Peinigers blicken zu müssen. Der Gedanke für immer den Willen eines anderen Wesens verschrieben zu sein, schmerzte ihr. Doch noch wollte sie die Hoffnung nicht aufgeben, versuchte in ihrem inneren Wege zu finden, aus dem ihr bestimmten Sklavenleben zu entfliehen. Doch auch sah sie Weg, um ihre List nicht direkt zu verraten, gab es bei ihrem Volke doch genug begabte Faes, die auf das alles was hier passierte vorbereitet waren.
      Der unbekannte Mann zwang Ion ihn schließlich anzusehen, und noch konnte sie den erschrockenen Gesichtsausdruck beibehalten. Noch, doch sobald er meinte, er seie unfair sie für ihre Dienste zu bestrafen, musste sie lachen. "Du glaubst doch nicht wirklich, dass du uns großes Unheil angerichtet hast?" Durch ihr peripheres sehen, konnte sie gerade noch wahrnehmen, wie die meisten Leichen sich in Luft auflösen, und neben ihren fünf Kriegerkameraden nur drei weitere Fae den Boden mit Blut gegossen hatten. Trotz des recht geringen Verlustes breitete sich die Trauer im inneren der Air Fae aus. Die meisten konnten entkommen, durch die List die eine Fata Morgana mit sich brachte. War es nicht unbedingt Ions Verdienst, so konnte sie jedoch stolz auf ihren Vater sein, der diesen Plan seit Jahren bis hin zur Perfektionierung ausgeheckt hatte. Auch die schreie waren kaum weiteres, als eine Illusion der Luft gewesen. Gab es doch noch eine andere Fae die gefangenhalten wurde, deren Mächte die von Ion um weites überstiegen. Ion lachte hohl, denn im Grunde gab es keinen Grund für sie zu lachen, und einfach um es herauszufordern, spuckte sie in das Anlitz ihres Peinigers.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Zharéa Philiaénne



      Wut… Hass. Ein Gefühl, dass die Stärke und den Mut eines Menschen ins Unermessliche gedeihen lassen konnte, raubte es seinem Schöpfer jegliche Hemmungen, der Angst noch Beachtung zu schenken. Toxisch, ward dieses Trio von Emotionen, welche einem tödlichen Wirbel aus Blindheit, Unbesonnenheit und Selbstüberschätzung glichen, geleitet – so musste sein Träger doch entweder sich seinem Können fundiert versiert sein oder ein gesundes Verhältnis zur eignen‘ Leistungsfähkeit aufweisen, und in ihrem Falle entsprachen keine der beiden Prämissen für einen (reellen) Sieg ihre jetzigen Kampfkunst-kenntnisse. Nicht, dass ein Erfolg gänzlich unmöglich wäre, aber verdammt abwegig. Was war solchen empfindungsgestörten Gefühlsmetzgern widerfahren, mussten sie ihre fehlende Empathie, ihr Verlangen durch Sadismus kompensieren, was der Auslöser, ergötzten sie sich am Leide anderer? Beruhigte dies wirklich die Begierde eines Schlächters? Wenn ja, vermochte jene Ektase resultierend wie eine Droge ihre Sinne zu vernebeln, jedes Mal ein neues Abenteuer des Rauschs durchleben zu lassen? Teufelskreis. Gift. Zhaéra würde nie verstehen, warum der menschliche Geist sich über die moralischen Grenzen hinwegsetzen konnte und zu solch grausamen Massaker befähigt war, während die Lust nach gepeinigten Schreien diese Monster schier drohte zu übermannen. Genauso widerwärtig eröffneten die von Qual und Tode durchsäuerten Gedanken jenes Widerlings ein diabolisches Lächeln, das die blutgsäumte Phantasie des Mannes zu untermalen schien. „Hoffentlich stirbst du bei ebenso vollem Bewusstsein, wie du das Leben eines anderen geraubt hast!“ knurrte die junge Frau bitter, den Griff des Schwertes fest umklammert, als bände sie daran ihre Hoffnung eines Gewinn über diese humanoide Abscheulichkeit, obschon sie im Inneren doch bereits wusste, dass sie dieses Gefecht niemals würde ohne ein Wunder mit dem Manteln des Triumphs bekleiden würde können…

      Der Präventivschlag hatte sich durchaus als effizient herausgestellt, wurde die verabscheuungswürdige Ausgeburt binnen Sekunden gen Baum geschleudert und unterlag dort der Konsequenz ihres Angriffs; ehe das zarte Ding zum Sprung ansetzte, bereit, die Schneide durch sein Fleisch zu bohren. Dumpf schlug ihr Waffeninstrument in das braun knorrige Organ Mutter Naturs, hatte sie den Mann nur unglückliche 5 Centimeter verfehlt- trotz allem genug, um sein verächtliches Überleben zu sichern. Einem unscheinbaren Wimpernschlag gleich, so geschwind, dass man es hätte als reine Illusion erachten können, blitzte vor der schwarzen Leinwand runder, aufgerissener Tropfen so etwas wie Schock, unerwartete Irritation auf. Oder entstammte dieser Eindruck ihrer Einbildung, geformt aus der Wirkung surrealen Stresses, dessen sie sich aussetzen musste? Sie hatte Mühe – wenngleich es „lediglich“ ein paar kostbar verstrichene Sekunden waren, das Schwert aus dem rauen Baumstopf zu ziehen, um es alsbald behände erneut durch die Lüfte – aber eben nur durch die Luft, ohne sich im Genuss eines Treffers wähnen zu dürfen- tänzeln zu lassen, wichen die Glieder des Fremden erstaunlich geschmeidig ihren Rapidhieben aus. Plötzlich surrte ein metallisches Zischen durch den schmalen Gehörgang der Rothaarigen, den Blick konsterniert direkt in eine verzerrte Gesichtsstruktur eines Peinigers erhoben, hatte dieser ihren Schlag anhand eines gezückten Dolchs pariert. Verdammter…! „Nein, lass mich…!“ schrie Zhaéra panisch auf, als sie den festen Griff um ihr Handgelenk vernahm; das rigorose Urteil ihres Fehlers, sich des Groll’s Blindheit hingegen zu haben. Ein stromschlagartiger Schmerz durchzuckte jede feine Fibrille ihres Körper, entriss sie aller Handlungsfähigkeit, indes die Qual ihren Verstand zum Verzagen brachte. Monster…. Kapituliert, als hätte das Schwert die Standhaftigkeit ihres Führers aufgeben und verraten, landete es zwischen Tau benetzten Grashalmen. Trost? Nein. Gelächter. „D-du tust mir w-weh…!“ brachen wimmernde Worte über ihre Lippen; zitternd wie das flatternde Herzchen eines davonhuschenden Vogels. Unweigerlich ergriff das Gefühl der Ohnmacht, konnte sie kaum noch klar denken, wirbelte ein Taifun ihre Ratio gen Kurzschluss. Starre. Zhaéra wagte kaum, Luft in ihre nach Sauerstoff lechzenden Lungen gleiten zu lassen, so nah – viel zu nahe materialisierte der Schlächter ihr Ultimatum. „…..Du…. Heuchler…!“ dementierte die junge Fechterin seine Aussage – holte tief Luft – und schrie. Schrie so laut, dass die Druckwelle sämtliches Holz barsten ließ; ein Gemetzel aus hölzernen Splittern und zerfetzter Erde, umhüllt im Chaos von leichten Kratern, als hätte das All seine steinernen Geschosse geschickt. Flackernd hob das zierliche Ding die Lider… Hatte sie ihn…? Doch ihr Hoffnung schmetterte dahin, wie ihre Iriden keine 10 Centimeter entfernt in die unheilvoll funkelnden Farbkirstalle dieses Ungetüms starren mussten. Er hatte sie… Nicht losgelassen… Einfach… mitgerissen… Nein… Nein…! Auf seiner Brust liegend, unangenehm nahe und heiß sein höllenfeurischer Atem, wich ihre Ratio der vollkommenen Kurzschlussreaktion, biss Zhaéra die Zähne mit all ihr zur Verfügung stehenden Kraft in seine Wange, bemühend, sich derer ein Stück Fleisch zu entledigen, derweil die Faust des Mädchens gegen seine Nase schlug. Vielleicht könnte sie ihn ohnmächtig schlagen? Vehement verkrallten sich die Finger der jungen Dame schließlich in seine Haare, wollte sie den Kopf des Mannes gen Seite reißen, um einen Pfeil, welcher noch um ihren Gürtel hing, bestenfalls durch dessen Kehle bohren zu können. „Was willst du von mir?! Lass mich einfach inRuhe, du Monster!“ stürzten Tränen der Verzweiflung ihr Antlitz hinunter, obwohl sie eigentlich… doch nicht hatte weinen wollen… Aber der Schmerz ihres Handgelenks; nicht minder der Tatsache geschuldet, wusste sie doch um ihre… letzten Momente in … Freiheit.
    • Oryn Alden

      "Es ist meine Intention, dir höllische Schmerzen zu verursachen", knurrte er das dümmliche Menschenkind an, als es begann sinnlos herum zu Jammern. Als würde ihr Schmerz den Astral Fae davon abhalten seinen Tätigkeiten nachzukommen. Dabei hatte die Rotaarige doch so genau erkannt, dass ihr Begleiter nicht mehr unter den Lebenden wandelte, warum sollte er also scheuen ihr nicht auch jeden einzelnen Knochen zu zertrümmern? Er konnte nur verächtlich Lachen. Es machte keinen Unterschied ob das Mädchen vor ihm wusste, was er vor hatte, oder eben nicht. Sie würde nicht entkommen können, sie würde sich ihm und seinen Volk unterwerfen müssen. Sie würde die Waffe sein, die seinem Herren noch fehlte, um alles an sich zu reißen.
      In ihrem Handgelenk fühlte er den rasenden Puls ihres Herzens, und war davon nur zu begeistert. Sie hatte panische Angst, und genau das war es, was Oryn daran so gefiel unschuldige Wesen zu quälen. Zu Quälen, so lange bis sie all ihre Werte der Verzweiflung wegen aufgaben. Viel zu abgelenkt von diesem Gefühl purer Euphorie, bemerkte er kaum, wie sie tief Luft holte, um erneut einen zerschmetternden Schrei los zu lassen. Doch dieses mal wusste er, welche Auswirkunge er hatte, und Oryn konnte sich darauf einstellen. Sein Griff festigte sich nur noch mehr um die Beute, die er auf keinen Fall noch ein zweites Mal verlieren wollte. Hatte er doch schon genug Zeit mit diesem niedrigen Geschöpf verschwendet, er hatte genug von den Spielen, ab jetzt würde es wohl ernst werden.
      Die Druckwelle schleuderte Oryn erneut hinfort, doch dieses Mal zog er die Rothaarige mit sich mit. Sie würde keine Chance bekommen, sich ihm zu entwinden, und zwischen den Bäumen des alten Waldes verschwinden zu können. Der harte aufprall, und die verschiedensten Äste hatten seine Klamotten zum Teil zerfetzt, und später würde er sie als unbrauchbar bewerten, um sie anschließend weg zu schmeißen.
      Die Augen seinen Opfers glitzerten von Angst, und die Tränen sammelten sich in ihren Winkeln. Gut so, sie wusste also genau, dass sie diesen Kampf verloren hatte. Doch wie ein wildes Tier, das der Angst verfallen war, wurde auch dieses Mädchen auf ihn unberechenbar.
      Ihre Zähne rammten sich in die Wange des Fae, und er merkte wie die Spucke des Weibstücks in die Wunden, die ihre Zähne hinterliesen, floss. Angewidert zog sich alles in ihm zusammen, und seine freie Hand - hatte er doch seinen Dolch bei den unerwarteten Schrei verloren- packte sie an ihren Haaren und riss sie unsanft hinfort. Sie schlug wild um sich, und gab ihn einige Schläge, die ihn schmerzen sollten, sobald er zur Ruhe kam. "Du hast es nicht anders gewollt", kam es grollenden aus seiner Kehle, und er holte aus, um ihr so fest ins Gesicht zu schlagen, dass sie sicherlich für wenige Momente das Bewusstsein verlieren würde. Als sie endlich etwas ruhe gab, spuckte er das Blut, welches sich in seinem Mund gesammelt hatte, auf den Boden neben ihn.
      Mit flinken Handbewegungen hatte er ein Stück seines mit Blut verschmirrten Gewandes, abgerissen, und es dem jungen Menschenkind umsanft um den Mund gebunden, und so gut es ging auch hineingesteckt. Er würde nicht noch einen Schrei ihrer Seite ertragen. Und er musste ihre kurze Ohnmacht nutzen, um sie zu fesseln, und stumm zu machen. "Ich verspreche dir, Kind einer Hure, ich werde niemanden in deinen Dorf am Leben lassen, dafür!" Nachdem er ihre Arme auch mit einem festen Knoten zusammen gebunden hatte, stand Oryn auf, und anstelle sie an ihrem Arm hochzuziehen, griff er nach ihren Haaren und zog sie so auf die Beine. Am liebsten hätte er ihr jedes einzelen ihrer wiederlich roten Haare ausgerissen, und sie fressen lassen. Wie das Ungeziefer das sie für ihn darstellte. Und nun würde ihr Dorf dran glauben. Mit dem Morgenrot, würde auch der Boden ihrer Heimat rot gefärbt sein. Es würde ihn nur zu sehr befrieden, sie alle in einen Rausch von Glück verfallen zu lassen, während er jeden ohne ihnen Freude zu schenken einzeln tötete.

      Als seine Taten vollendet waren, und er sicher gestellt hatte, dass das Miststück alles genau gesehen hatte, hieß es für ihn den Heimweg anzugehen. Ihm war sichtlich egal, ob das Menschenkind verstört war, oder ihm sonst etwas fehlte, wenn sie selbst überleben wollte, musste sie sowieso tun, was Oryn wollte. Solange bis er sie Ophelius übergeben würde.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "



    • Ophelius‘ Stolz wurde jäh einer erschütternden Kränkung ergriffen, bohrte sich das Entsetzen der Air-Fae wie ein Speer durch seine göttliche Ehre; nicht etwa des Grundes wegen, war ihre meeresgepuderte Miene für den Augenblick eines unscheinbaren Wimpernschlags vor Schock über den Verlust ihrer Kameraden zu Eis gefroren, nein. Es war diese anwiderte Fassungslosigkeit über eine „Kreatur“, deren Existenz man bisweilen angezweifelt, gar als lächerlichen Mythos hatte deklamiert und nun in eine Fassade tosend avernalischer Wahrheiten zu blicken gezwungen wurde– mit all gebotener Abfälligkeit und Missgunst, die einem das emotionale Wachstum gelehrt hatte. Nebst den gleißenden Funken die jenen Blitzen an stürmischen Sommertagen oberhalb dunkler Abendhimmel glichen, zuckten Perlen reinen Grolls über die schwarze Leinwand tropfenartiger Kontur, die die Salve flammender Pfeile eines Ausdrucks bald zu entzünden vermochte. Obwohl der Astral-Fae jedweden aufströmenden Verdruss zu Gunsten seines Verstands zu unterdrücken versuchte, strafte er die Gefallene eines halber mordlustigen Blickes. Dennoch, es ziemte sich für keinen Hochwohlgeborenen, sich des Rausches zorniger Blindheit hinzugeben. Es nagte an der Autorität wie hässliches Ungeziefer an Sat und Ernte, ließ die Ehrfurcht der Untertanen in fragile Scherben zerspringen. Nein, gewaltsam flüsternde Souveränität fesselte die Gedanken an den Glaube einer heilvolleren Zukunft in den Köpfen jener Rebellen und hinterließ nichts als ein indoktriniertes Gefängnis innerhalb erstarbter Hoffnung. Dem jungen Mann entfleuchte ein missbilligendes Zischen, während das Lachen des Bienchen seinen Gehörgang nahezu beleidigend zu reizen schien. Entgeistert musste er feststellen, dass sein disputabler Einsatz vielleicht doch etwas zu voreilig kalkuliert gewesen war, löste sich etwa die Hälfte aller feindlicher, vermeintlich toter Krieger in Staub auf; als hätte die Einbildung ihm einen Streich gespielt, einhergehend der trügerischen Raffinesse einer…. Illusion! Verdammt. Kluges Volk. War dieser Fehler auf seine Unkenntnis zurückzuführen? Bändigten Air-Fae denn nicht den Wind; erschufen reine Luft und verschmolzen mit den windigen Höhen kalter Luftströme? Waren sie tatsächlich in der Lage, sich ihres Naturelements zu entledigen und Illusionen zu erschaffen? Nun, er würde ihr den Moment des Trumpfes aus ihrem vom Lächeln umspielenden Gesicht entreißen. „Oh, weide dich für den zerbrechlichen Augenblick eines Erfolgs an deinem Lachen, bist du doch diejenige, die zurückbleiben wird, um mir im Dasein eines wertlosen Sklaven zu dienen.“, bissen sich die tödlichen Worte des Rothaarigen in das Trommelfell der blauen Libelle, ehe dessen Hände sich abermals um das schmale, von zarter Haut ummantelte Kinn einer nun verlorenen Seele schlossen, „Glaubst du wirklich, du – ein schwächlicher, in den Wolken umherschwirrender Parasit vermag sein Volk vor meinen Intentionen zu bewahren?“ Lachen – es säte seine teuflischen Wurzeln in jeden kleinsten Winkel dieses karmesinroten Schlachtfeldes, Blüten aus Blut und verirrter Seelen- erhob sich über die Schwerelosigkeit der Toten wie Spott und zeichnete in den Antlitzen seines Gefolges die toxische Kombination aus Ehrfurcht und bedingungsloser Gehorsamkeit; Sklaven heiligen Willens.
      "Du hast das Leben deiner Artgenossen vorbildlich geschützt; ihren Tod hinausgezogen, ein wahrlich unvergleichlicher Mut kürt deine kämpferische Art, beachtenswert. Dennoch, meine Aurasphärespäher werden zu gebotener Stund deine Ethnie dem Rufe des Todes übergeben. Nun, aber auf dich, kleine Naturmilbe, wartet ein unbequemes Leben - ein Leben, welches auf die Befriedigung meiner Wenigkeit ausgelegt sein wird." fügte er selbstzufrieden hinzu, allein die Vorstellung seine (unter anderem) sexuellen Spannungsfelder an einer neuen, aufsässigen Marionette, deren Geiste er zu brechen vermochte, auszuleben, verkehrte den Astral-Fae in einen nahenden Rausch ekstatischer Erfüllung. Wollte der Feuerteufel eben noch die Aufmerksamkeit auf seine Krieger richten, dem Nymphchen tatsächlich den Rücken zukehren, so spürte er noch während des erwogenen Gedankengangs eine warme, feuchte Spur seine Wange hinablaufen. Provokante, unverfrorene Unterart einer Fae! Wirklich, das Ding hatte Mut, sich derart zu erdreisten, ihrem potenziellen Mörder- mehr noch, Peiniger ins Gesicht zu spucken. Verzweiflung, - diese manipulative Art eines abgrundtief verlorenen Gefühls veranlasste den Verstand zur Umsetzung irrationaler Handlungen; nur sie konnte die Logik eines besseren Gebarens in solch prekären Umständen zwingen in das Loch blinder Panik zu verfallen. Ganz langsam, wollte er doch den Moment einer Erwartung aus der Konsequenz ihrer Frechheit auskosten - beugte sich der junge Mann zur hoffnungslos verurteilten Lebensader herab, indes seine veilchengehauchten Lippen den Kuss eines unheilvollen Lächelns beglückte, und wischte sich wortlos den Speichel von den Wangenknochen. "Wirklich, ich bewundere dein heroisches Herz, zeugt es doch von gestählter Kühnheit, die nur ein wahrer Krieger zu beherzigen weiß. Hahaha, wenngleich dein Entschluss auch in Qualen enden möge." Aus dem Schnittpunkt, die einem gerade so das Sichtfeld eines Augenwinkels ermöglichte, vernahm Ophelius die Abführung zweier Gefangener. Perfektes Timing. Enttäuschend nur, hatten sie nicht mehr Air-Fairys des Lebens berauben können. "Sieh gut hin, meine Kristallblume." säuselte der rote Tod beinahe zärtlich aus der Kehle des selbsternannten Gottes, ließ er die rechte Hand mit hocherhobenen Daumen gen Horizont schnellen, nur um besagte Extremität schließlich gen Boden zu richten. Todesurteil. Thumb down. Ekelhaft schmiegsam begannen die Ketten die grazilen Kurven des blauen Edelsteins zu umschlingen; wanden sich um Hände und Füße, als wäre das Nymphettechen in der Lage gewesen, dem ihr vorgesehen Urteil zu entkommen. Er genoss die Schneisen des Hasses, der ihre Augen zu einem dunklen Ort formte, an welchem ihre Phantasie ihn zu töten in Leidenschaft überging. Seine linke fest um einen ihrer Flügel gelegt, durchschnitt der erste Schmerzensschrei die ohnehin von Tod geschundene Atmosphäre. Metall, das in die Schwäche des ungeschützten Organismus eindrang, so unerbittlich die feinen Lebensquellen durchtrennte, als wäre es Butter, die auf einem heißen Toast zu schmelzen drohte. Sie würde mit ansehen, wie ihre Liebsten ein grausames Ableben bezeugten- einer nach dem anderen. "Sie hätten nicht sterben müssen... Sie sterben wegen dir...." flüsterte der junge Mann sanft, inzwischen er die Intensität seines Griffs an dem Flügelansatz der Feé verstärkt hatte. Oh ja, Ophelius wollte die Pforte ihrer Seele weit aufgerissen sehen - sie dem Schmerz laut lachend übergeben und ihre Klagelaute wie die harmonische Melodie einer Harfe aufsaugen, während der Rothaarige plötzlich erneut mit der Rechten die Wangenknochen der Air-Fae umschloss und an seine Lippen führte. "Das Läuterfeuer wird dich eines brennenden Kusses beehren, heißblütig soll es die Passion des Hasses in dir entfachen." Ein lautes Knacken erfüllte das sensible Sinnesorgan des Astral-Faes mit rauschendem Genuss, wie er im gleichen Augenblick die Distanz zwischen ihrer beider fein rosagehauchten Pfade schloss, um ihren Schrei in den Untiefen seines Rachens zu verschlingen. Ein vertriebenes Volk, zwei weitere Tote, ein gebrochener Flügel, ein zum Sklaven verdammtes Dasein... Nicht ganz das, was er am Ende des Tages sich hatte errechnet, doch wollte der Astral-Fae ebenso wenig den zwar geringen, aber dennoch akzeptablen Erfolg in Verdruss wiegen. Er war... Zufrieden. In der Tat.

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