there's no plan, there's no kingdom to come. (xenovia & akira)

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    • there's no plan, there's no kingdom to come. (xenovia & akira)


      Why would you make out of words a cage for your own bird?
      When it sings so sweet, the screaming, heaving, fuckery of the world?
      Why would you offer her name to the same old tired pain?
      When all things come from nothin' and, honey, if nothin's gained?

      Die Welt ist ein grauer Ort, erfüllt von so vielen Menschen die nur an die sich niemals ändernde Realität glauben. Selten bleibt wirklicher Platz für Träume, wenn man als armer Bauer geboren wird, man gibt sich einfach seinem Schicksal hin und entscheidet sich dazu, nicht länger daran zu glauben, eines Tages aus den Fängen der Gesellschaft fliehen zu können, um das zu tun, was einem beliebt. So geht es auch Azriel, einem jungen Prinzen, der sich in seiner Rolle wohlfühlt, allerdings nicht an viel mehr glaubt, als seine eigene Macht und an die Worte, die er Anderen in den Mund legt. Viel zu spät realisiert dieser dadurch, dass er eine Hexe in sein Königreich eindringen lässt - bei einem Versuch, sich dieser und ihren unheilvollen Kräften zu entledigen, verflucht sie ihn mit ihrem letzten Atemzug. Der Prinz scheint sich anfangs nicht viel daraus zu machen, bis er von Albträumen geplagt wird und sich wenige Tage später selbst nicht mehr im Spiegel erkennt, geschweige denn weiß, wie er den Fluch aus seinem Körper verbannt. Im Abendrot verschwindet er aus dem Königreich, hinein in die tiefgrünen Wälder des Reiches, in der Hoffnung dort das zu finden, wonach er sucht, oder zumindest eine Erlösung aus seiner Misere, die ihm von der verbrannten Hexe aufgezwungen wurde. Ausgehungert und mit schwindenden Kräften findet der Magier Dumah den Prinzen, zusammengekauert auf einer Lichtung in der Nähe von einem Gebüsch, und auch wenn sein Kodex eigentlich besagt, dass er keinen fremden Personen vertrauen soll, nimmt er Azriel mit sich in seine Hütte und versorgt ihn dort, um wieder zu Kräften zu kommen. Gleichzeitig arbeitet er an einem Gegengift für dessen Fluch. Während Dumah nun also die meiste Zeit außerhalb seiner Hütte verbringt, nimmt Azriel das Bett des Magiers ein und verbringt den lieben langen Tag damit, zu versuchen, nicht an den Folgen des Fluches sein Leben zu lassen, während ihm so viele Besitztümer des Fremden auffallen, die wohl oder übel dazu beitragen würden, seine verwundeten Ritter wieder auf die Beine zu bringen. Ohne großartig nachzudenken nimmt er sich dieser Tinkturen an, versteckt sie und nimmt sie mit sich, als Dumah es schlussendlich schafft, ihn von seinem Fluch zu befreien. Mitten in der Nacht verschwindet er, mitsamt seiner Beute, aus der Hütte in Richtung Heimat, dort angekommen wird er gebührend gefeiert - und "seine" Tinkturen dazu benutzt, das Leben seiner Diener zu bereichern. Aus Angst, der Magier könnte ihm auf die Schliche kommen oder sich gegen ihn aufschaukeln, entscheidet Azriel sich dazu, einige seiner Ritter in die Wälder zu entsenden und die Hütte des Magiers nieder zu brennen - mit ungeahnten Folgen.

      Mehrere Jahre ziehen in das Land, Azriel geht es besser als je zuvor und er scheint auf dem besten Weg zu sein, der nächste König zu werden, voraussichtlich sein Vater lässt alsbald sein Leben. Doch am Horizont brauen sich dunkle Wolken, als ein Delegierter aus dem benachbarten Königreich vor den Pforten des Schlosses auftaucht, um eine dringliche Audienz bei Azriel anzufordern. Bei dem Delegierten handelt es sich um den Kronprinzen Ophaniel, den er schon ganz aus seinem Leben verbannt hatte. Dieser berichtet ihm, dass er Zuflucht im Nachbarreich gesucht hatte, nachdem man seine Hütte verbrannt hatte und er sich durch sein Wissen nach oben gearbeitet hatte, bis er von der dortigen Königin in ihre Familie aufgenommen wurde und nun ebenfalls auf dem besten Weg ist, der nächste König zu werden. Sein erstes Ziel, so berichtet Ophaniel, ist die Stärkung des Bandes zwischen den zwei Ländern, weswegen er für die nächsten Monate bei Azriel weilen wird, um ihn besser zu verstehen - und von ihm eine Gegenleistung dafür zu erhalten, dass er ihn nicht nur von seinem Fluch befreit hat, sondern auch seine Tinkturen mit auf den Weg gegeben hat. Sollte Azriel sich dagegen wehren, dann könne Ophaniel ihm den Fluch gerne wieder erneut auferlegen und kläglich daran verrotten lassen.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.

    • Was hatte er sich dabei eigentlich gedacht? Natürlich, Ophaniel war ein Schelm, nichts weiter - eine komische Figur am Horizont der Welt, die es irgendwie geschafft hatte, seine verfluchten Fähigkeiten dazu zu missbrauchen, eine alte Frau dazu zu bringen, ihn bei sich aufzunehmen, sich niederbrennen zu lassen um ihn zu schützen, dann gegen seinen eigenen Kodex verstoßen, mehrmals, um schlussendlich in den Händen der Königin zu landen, die ihn ihm keinen Bediensteten sah, sondern einen Sohn, mit dem sie nie beschenkt wurde. Wer war Ophaniel schon, um ihr das Glück eines Kindes zu verwehren? Niemand, denn auch ihm kam es gelegen, in einem netten Gemach zu schlafen, qualitatives Essen zwischen die Kiemen zu bekommen und nicht von irgendwelchen habgierigen, halbtoten Kronprinzen gestört zu werden, die glaubten, ihnen gehöre alles in ihrem Reich - was sie nicht gerade sympathischer als einen Tyrann oder einen Barbaren machte. All das lag schon einige Jahre zurück, dennoch war er sich sicher, dass es nicht viel bringen würde, einen Krieg anzuzetteln, geschweige denn darauf zu warten, dass seine Mutter den Weg in ihr Grab fand - wollte er das überhaupt? Sie war, theoretisch, eine Frau im besten Alter um Großmutter zu sein, doch er selbst war kaum daran interessiert, eine dahergelaufene Adelige zu heiraten, die er zuvor nur auf komplizierten Bällen erhascht hatte und deren Adelstitel eigentlich schon seit drei Generationen hinfällig war, weil es in ihrer Familie einfach nichts mehr gab, das großartig von Wert war. Am Hungertuch nagten sie alle, wollten ein Stück von dem plötzlich erschienen Kronprinzen, der laut seiner eigenen Mutter seit seiner Geburt Opfer eines Komplotts war, doch er wusste viel besser, dass durch seine Adern kein blaues Blut sondern der Teer eines schwarzen Magiers floss. Im Wissen darüber, dass ihm die höfliche Etikette nun also doch lag, zog ihn seine Mutter lediglich zu taktischen Verhandlungen heran, weil er doch ein Stück mehr über die Menschen und ihre Sünden wusste, als eine Frau, die ihr Leben lang nur mit einer schweren Krone in einem prunkvollen Schloss gehaust hatte. Seine Zunge war so scharf, wie sein Verstand - wenn man es ihm abverlangte, dann war er durchaus imstande, umgänglich zu sein.

      Mit mulmigem Gefühl hatte seine Mutter ihn ziehen lassen, auf den Weg in jenes Königreich, aus dem er eigentlich zu ihr gekrochen war, nur um dort seinen Schabernack zu verbreiten und sich selbst zu helfen, einen neuen Namen, ein neues Leben und ein neues Ziel zu bekommen. Aus Dumah, einem Magier der es vor so vielen Jahren nicht besser wusste, war Ophaniel von Mihr geworden, dem Kronprinzen, der sich eher nach der Erfüllung seiner Träume sehnte, als an eine Kette um seinen Hals, die eine Heirat mit einer Fremden bedeuten würde. Lieber würde er sich das holen, was ihm zustand: Azriel's Reue. Natürlich konnte er seinen Plan nicht so in die Tat umsetzen, wie er es vorziehen wollte - man entsandte ihn mit Geschenken, mit einer Kutsche und Pferden, mit haufenweise Bediensteten, die nichts lieber täten, als sich ihrem Prinzen vor die Füße zu schmeißen, um ihr eigenes Leben für das seine niederzulegen, weil sie es für nötig erachteten. All das brauchte Ophaniel nicht. Erst recht nicht, wenn man ihn vor einer verschlossenen Stadt aufhielt, weil er sich nicht angekündigt hatte - weil auch er nicht derjenige sein musste, der er vorgab zu sein. Dennoch ließ man ihn einziehen, weit nach oben, bis zu den Gemäuern des Palastes, in dem der König und seine Familie hauste - er war offiziell hier, um diplomatische Beziehungen mit dem Kronprinzen zu verbessern und einen Plan auszuarbeiten, wie beide Reiche miteinander florieren könnten. Genau genommen war er jedoch hier, um sich an Azriel zu rächen - egal, was es dafür brauchte, egal, ob ein Krieg ausbrach - wahrhaft adelig war Ophaniel ohnehin nicht. Nachdem er die Formalitäten sein ließ, man ihm auch noch Einzug in den Palast gewährte, seine Bediensteten dazu bat, inne zu halten und ihnen den Weg zu den Gemächern zeigte, die Ophaniel und ihnen zustanden, machte sich dieser mit einem Diener Azriel's zu dessen Gemächern auf. "Herr? Der Kronprinz aus dem Königshause Mihr bittet um eine Audienz bei Ihnen. Es ist dringlich ... er hat explizit nach euch gebeten", sprach der Diener mit heiserer Stimme, während Ophaniel hinter ihm stand und darauf wartete, dass man ihm die Tür zu den Gemächern öffnete. Wundern würde es ihn nicht, wenn Azriel nicht wissen würde, dass die Königin keine Kinder hatte - und es sogar abstreiten würde, weil es bis vor ein paar Jahren eben noch ein solider Fakt gewesen war. Doch dann war er aufgetaucht, zum Leidwesen aller.
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    • Azriel

      Wie konne er einfach so ein Leben führen? Stets achtete der Prinz nur auf seinen eigenen Vorteil, wobei ihm selbst die Famile irrelevant vorkam und nicht wirklich mehr interessierte, da ihm diese viel mehr im Weg stand, als seine Ziele zu erfüllen. Nichts weiter als König wollte er werden - der Herrscher seines Reichs, ohne, dass ihm jemand auch nur ansatzweise das Wasser reichen könnte und sich ihm gegenüber behauptet. Alle sollten sie im Keim ersticken, diese niederen Kreaturen, welche keinen wirklichen Nutzen für ihn einbrachten. Seine Mutter - die Königin weilte längst nicht mehr unter den Lebenden, was wahrscheinlich mit zur unmöglichen Entwicklung des Prinzen beitrug, da sein Vater nie die Chance besaß sich gegen seinen Sohn zu behaupten. Warum musste es überhaupt soweit kommen? Ein junger Mann, der nichts weiter als die Macht wertschätzte, hatte es auf den Platz seines Vaters abgesehen und würde sogar für diesen morden. Natürlich war es nicht die feine Art seine eigenen Hände mit Blut zu besudeln, doch könnte er wohl keiner anderen Person hier vertrauen, die einen solch großen Verrat begehen könnte. Selbst wenn Azriel einen minderwertigen Diener dafür auswählen würde, hätte dieser keine Chance dieses Geheimnis zu wahren, wenn man ihn deswegen ausquetschen sollte. Eine andere Möglichkeit als selbst die Hände an seinen Vater zu legen gab es wohl leider nicht, jedoch war dieser Zeitpunkt noch nicht eingetroffen, an dem der Prinz dieses Vorhaben durchführen möchte. Immerhin sollte nichts auf ihn rückzuführen sein, denn wenn er sich erst einmal auf dem Thron befindet, dann gäbe es absolut keinen Weg zurück. Vorerst müsste man ihm die Hände abschneiden, seinen Körper von dem Podest zerren und seinen Geist brechen, bevor er sich damit abfinden würde, von seinem zustehenden Platz geholt worden zu sein. Nein - niemand besaß das Recht ihm dies zu verwehren und jeder, der auch nur einen Gedanken in solch eine Richtung hegt, sollte am liebsten lebendig verbrannt werden.

      Es war ein Tag wie jeder andere auch, an dem Azriel in seinem Gemach wach wurde und direkt von einem Bediensteten Aufgaben aufgetischt bekam, die er von dem Tag zuvor noch übrig gelassen hatte. Sonderlich schwer waren diese Aufgaben nicht, allerdings kosteten sie den Prinzen einiges an Nerven, da er es nicht wirklich abkonnte ellenlange Berichte zu schreiben, von einer unnötigen Sitzung. Was tat man nicht doch alles für seinen langersehnten Wunsch, da waren einfache Berichte wohl das geringe Übel, als das ewige Warten auf die Erfüllung von diesem. Der Bedienstete verschwand nach kurzer Zeit aus den Räumlichkeiten, was Azriel endlich die Möglichkeit gab sich aus seinem Bett zu hiefen und sich seine Gewänder anzuziehen. Ohne jegliche Kleidung zu schlafen war nun einmal nicht wirklich immer vorteilhaft, gerade dann nicht wenn man ihn sofort benötigt hätte und aus seinem eigenen Bett geschmissen wird. Einige Stunden hatte der Prinz damit verbracht seine Berichte zu schreiben, welche ihn eine unangenehme Langeweile spuren ließen, doch würde diese allem Anschein nach bald vergehen. Die heisere Stimme einer seiner Diener ertönte vor seinen Gemächern, wobei er davon sprach, dass der Kronprinz aus dem Königshause Mihr um eine Audienz bei ihm erbat. Leise grummelnd erhob sich Azriel von seinem Tisch, wobei er zuvor noch alle ausgefüllten Unterlagen beiseite räumte und sich danach direkt zu der Tür, des Raumes, aufmachte. "Es wurde also explizit nach mir gebeten und nicht etwa nach meinem Vater? Wie könnte ich da einem Wunsch einer Audienz mit mir verweigern, wenn es sich anscheinend um ein dringliches Thema handelt?", kam es mit einem sanften Lächeln von dem Prinzen, als dieser die Tür öffnete und von dem Diener, zu dem Kronprinzen Mihr's blickte. Als wüsste es der Diener nicht besser verbeugte er sich untertänigst und machte sich direkt danach vom Acker, woraufhin Azriel zuvorkommend den Mann, mit einer Geste, um Einlass bat. "Tretet ein und erläutert mir euer dringliches Anliegen.", sprach der Prinz mit einer heiteren Stimmlage, sodass man kaum davon ausgehen könnte, dass er eigentlich ein anderes Gesicht unter dieser Maske trug. Das Gesicht einer Person, die fast alles tat, nur um das zu bekommen wonach sie strebt.
      “Never be afraid to be kicked in the teeth. Let the blood and the bruises define your legacy.”

    • Ein besseres Leben verdiente sie alle, doch die Wenigsten von ihnen wussten, wie sie an dieses kamen. Für sie gab es lediglich wenige Optionen, etwas, das sich mit jeder Sekunde verengte, während sie weiter auf einem schmalen Pfad entlang schlichen, in der Hoffnung am End etwas zu finden, nachdem sie sich schon ihr Leben lang gesehnt hatten. Ophaniel ging es keineswegs anders. Am Ende seines Pfades, übersät mit spitzen Steinen über die er ohne festes Schuhwerk gestiegen war, fand er die wärmenden Hände einer alten Frau wieder, der ihr einziger Wunsch für immer verwehrt gewesen war: Eine Familie. Hätte er sich selbst nicht so sehr mit schwarzer Magie beschäftigt, mit der Thematik der Rache, dann hätte er seine spindeldürren Finger nach ihr ausgestreckt, wäre durch ihr fahles Haar gefahren und hätte ihr die Jugend geschenkt, die sie nie hatte - das Wasser aus dem verwunschenen Jungbrunnen, das sie wieder zu der Frau gemacht hatte, die sie war, als sie den Thron bestieg. Die Wärme in ihrem Herzen war wie loderndes Feuer, etwas, an dem er glaubte, sich zu verbrennen, wenn er auch nur daran denken würde, seine zweite Mutter dem Tode zu weihen. Nichts als schmerzhafte Erinnerungen würden ihm bleiben, würde er sich dazu entscheiden, seine Mutter in den Nebel des Nichts zu verbannen, ein Schleier der sich über seine goldenen Augen gelegt hatte, kaum hatte er das erste Mal mit der Schlange aus Teer kommuniziert - dem Biest, das seine erste Mutter auf diese Welt beschworen hatte, um ihn zu instruieren und auch nach ihrem Feuertod den Niedergang der Menschheit zu orchestrieren, so wie sie sich dies in ihren kühnsten Träumen ausgemalen hatte. Während Ophaniel seiner zweiten Mutter lediglich das geben wollte, wonach sie so inständig suchte, konnte er sich selbst nicht helfen, war er doch nur eine Puppe seiner zweiten Mutter, die sich ihrem bereits gebrochenem Willen beugte, weil er nichts kannte, außer die Wärme ihres lodernden Blutes.

      Gewarnt hatte man ihn davor, einfach so zu ziehen - dort, wo ihn der Wind hintreiben würde, weil er glaubte, seinen Weg nach Hause allein durch Intuition wiederzufinden. Nein, das schien fast unmöglich, hatte er doch jedwedes Wissen seiner vorherigen selbst in den Äther verbannt, der sich unter ihm aufgetan hatte, wie ein riesiges, schwarzes Loch dem es zu entkommen galt. War die Büchse der Pandora jedoch erst geöffnet, dann gab es kein Entkommen vor dem Inhalt mehr, ganz im Gegenteil. Ophaniel von Mihr hatte seine Heimat verlassen, um die Beweggründe Dumah's zu ergründen und für sich selbst herauszufinden, ob es denn noch von wert wäre, mit Azriel Mastema zu tanzen, als wäre dieser die Puppe an seidenen Fäden. "Ich danke euch, mein Herr", bemerkte Ophaniel knapp, als man ihn in die Gemächer des prunkvollen Kronprinzen einlud. Üppig geschmückt war dessen Gemach allemal - als ob er nichts davon wusste, dass die Armen im Dreck wühlten, während für ihn das Schnippen seiner Finger oder ein schiefer Blick genügte um zumindest zehn von seinen nichtsnutzigen Dienern dazu zu bewegen, ihm jedweden selbstgefälligen Wunsch aus den rubinroten Iriden abzulesen, der sich in diesen blutigen Seen widerspiegeln könnte. "Die Königin sendet mich, um mit euch die Beziehung unserer beiden Länder zu stärken und diplomatische Beziehungen aufzubauen, die uns beiden gelegen kommen, wenn wir den Thron besteigen", bemerkte er, lächelnd, als er sich gegen den Arbeitstisch des Kronprinzen lehnte, der nicht sonderlich bemüht dabei zu sein schien, sich um seine Papiere zu kümmern, zumindest zeugte verschmierte Tinte davon und der Tatendrang, seinem Gast unter die Arme zu greifen. "Außerdem habe ich ein Anliegen, wie euer Diener euch bereits mitteilte, das absoluter Dringlichkeit bedarf", sein Lächeln verzog sich zu einer Fratze, als hielt die Welt für einen Moment inne. "Azriel Mastema", sprach er, mit fester Stimme. Welche Reaktion würde er wohl aus dem Prinzling kitzeln. "Seid ihr mit dem Namen Dumah vertraut? Dem Hexersohn aus den einstigen Krähenwäldern, die euer Fußvolk zu Asche verbrannt hat?" Was für ein Spaß es war, seinem Schicksal in die Augen zu blicken.
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    • Azriel

      Mit einem goldenen Löffel im Mund wurde er auf die Welt gebracht und niemals wurde er von seinem hohen Podest gestoßen, da sich sonst jeder dieser törichten Idioten in Acht nehmen hätte müssen. Manch einer hatte höllische Angst vor dem Löwen, welcher sich stets bei dem Prinzen befindet, doch hatten sie dann doch meist mehr Angst davor höhere Konsequenzen zu spüren, als durch einen einfachen Löwen zerfleischt zu werden. Keiner wollte es sich wohl kurzerhand mit dem Königshaus verspielen, da dies schnell ein Ende für jemanden hätte bedeuten können, wenn man nicht unbedingt den Drang dazu hatte sein Leben zu lassen. Oft genug wurden Exempel statuiert, Angst und Schrecken verbreitetet, sodass der Prinz gefürchtet wird und den dazugehörigen Respekt entgegengebracht bekommt. Langeweile machte sich natürlich dadurch stets bei Azriel breit, da man so gut es konnte, den Kontakt zu ihm mied und er somit eigentlich die meiste Zeit über vollkommen alleine war. Wachen, Bedienstete, oder seine Famile interessierten ihn hierbei nicht, da diese um ihn herum sein mussten, allerdings gab es tatsächlich keine einzige Person welche dies freiwillig tat. Traurig war es mit Sicherheit anzusehen, doch was sollte man auch schon Großartig dagegen tun, wenn man keinen Bedarf darin sah sich zu verändern, oder etwas an seinem Verhalten zu schrauben? Eventuell ist Azriel ein hoffnungsloser Fall, den es zu maßregeln gilt, doch wenn selbst sein eigener Vater sich dieser Sache nicht annahm, wer bitte sonst sollte dies tun?

      Selbst hatte er es noch nie wirklich mit der Angst zu tun gehabt, was eventuell ein Grund dafür war, wie er sich zu der Person entwickeln konnte, die er Heute zum jetzigen Zeitpunkt war. Ein Prinz der kaum Gnade besaß, lediglich auf seinen Platz aufsteigen wollte und somit all die Macht besaß, die ihm sowieso irgendwann zu Teil werden würde. Sein dummer Vater sollte einfach den Löffel abgeben, oder von dem Thron zurücktreten, damit Azriel nicht zu seinen düsteren Mitteln greifen müsste, nur um das zu bekommen was er wollte, wonach er strebte. "Nichts wofür Ihr Euch bedanken müsst.", gab er lediglich mit einem leicht freundlichen Lächeln zurück, was keineswegs von Herzen kam. Nichts weiter als eine dämliche Pflicht war dies, worum sich der Prinz kümmern müsste, damit diese Gestalt aus seinem Blick verschwindet. Lieber würde er sich wieder seinen Papieren widmen, oder einige Bedienstete herumscheuchen, als mit diesem Mann in seinem Gemacht zu stehen, nur um die Beziehung derer Länder zu stärken. "Ist dem so? Dann sollten wir uns wohl darum bemühen die Beziehung unser beider Länder zu stärken, damit wir im späteren Verlauf unserer Herrschaft weniger Konflikte haben werden.", ein besonders großer Fan von all dem hier war Azriel gewiss nicht, was er sich aber so gut es ging nicht anmerken ließ, damit er den Kronprinzen vor sich nicht in irgendeiner Weise abschrecken würde. "Dann erläutert mir doch bitte gerne dieses Anliegen, damit ich mich nach Bedarf darum kümmern kann, wenn es denn einer Handlung bedarf." Warum musste dieses Gespräch überhaupt stattfinden und nicht über ein normales Schreiben des Königshauses laufen, damit diese Gerederei gar nicht erst hätte beginnen müssen. Allerdings brachten die nächsten Worte von Ophaniel den Prinzen dazu seine Strin zu runzeln, ehe er sein Gegenüber eindringlich musterte. Wie eine Art Flashback schoss es Azriel durch seinen Kopf, da er den Mann vor sich nun wieder zu erkennen schien. Sein eigenes Herz hatte beinahe einen kurzen Aussetzer erlittern, als er direkt daraufhin ein Pfeifen losließ und sein Löwe zum Vorschein kam, der elegant aus dem Bett stieg und sich zu dem Prinzen gesellte. "Was verdammt wollt ihr hier? Diesmal direkt Klartext sprechen!", wirklich verängstigt schien er nicht zu sein, viel mehr war er sich unsicher in dieser Situation, weshalb er sich bereits darauf vorbereitete nach den Wachen zu rufen, wenn nicht sogar Schreie von Nöten wären.
      “Never be afraid to be kicked in the teeth. Let the blood and the bruises define your legacy.”

    • Wie viel Teer musste sich in seinen Lungen noch ansammeln, bis sie überquollen, bis er nichts mehr spürte als die unendliche Leere und keine Sekunde später wusste, dass es nichts damit zu tun hatte, dass er sich selbst nicht mehr spürte, sondern dass er alsbald wieder Schmerzen der besonderen Art erfahren würde? Das pechschwarze Blut seiner Mutter, seiner Eltern, seiner Großeltern - seiner verfluchten Ahnen - es tropfte durch seine Venen und würde nicht aufhören, bevor er sich selbst nicht endlich ein Ende setzte, sein eigenes Blut zum Kochen brachte und sich auf ewig verteufelte. Brodeln würde es noch, in einem Kessel, damit irgendjemand sich an ihm vergreifen konnte, an den Tropfen der Hexen, die noch übrig geblieben waren, wenn man sie alle aufschneiden würde und ihr Fleisch an einen Harken hing, nur um sie bluten zu sehen, für Missetaten büßen zu sehen, die keiner von ihnen begangen hatte. Fanatiker, nicht mehr, Hexenhasser, die immer wieder auf die Fähigkeiten derjenigen zurückgreifen wollten, die in ihren Werken gut versiert waren, aber schlussendlich den bitteren Beigeschmack der Niederlage schon in ihrem Mund kosten konnten, kaum halfen sie der falschen Person - jemandem, der nur von Zwietracht erfüllt war und von dem man wusste, dass ihm nicht mehr in den Sinn käme, als die eigene Existenz abzuschreiben. Niemand, der seine Arbeit ausübte, wiegte sich in Sicherheit sobald sie mit Fremden gesprochen hatten. Sie alle fürchteten sich, hatten einen Kodex errichtet, der es ihnen eigentlich untersagte, sich in die Machenschaften einer anderen Hexe einzumischen - wenn ein Mensch sterben sollte, dann sollte er das alsbald tun, hoffentlich so schnell und elendig wie möglich, irgendwo in der Nähe der Insekten, die ihnen schnellstmöglich das grässliche Gesicht von den Knochen nahmen und sie zu nichts machten, außer einem Klumpen unförmigen Gebeinen, die aufgrund der immer anderen Witterungen nicht mehr aufeinander passten.

      Ophaniel war dumm gewesen. Er hatte geglaubt, er würde sein Leben damit bereichern, gegen seinen eigenen Kodex zu verstoßen und einer Made zu helfen, die sich schlussendlich als Heuchler herausgestellt hatte - als der Mensch, vor dem er sich hätte in Acht nehmen sollen. Auch, wenn er erwachsen geworden war und besser darin, Süßholz zu raspeln, dann interessierte es ihn nicht, was er zu sagen hatte. Egal, ob es nun Worte waren, die Azriel an ihn richtete, die Person die er im Moment mimte, oder an Dumah, der schon vor so vielen Jahren in der Unkenntlichkeit verschwunden war, weil seine Mutter glaubte, ihm würde ein neuer Name und eine falsche Vergangenheit besser stehen, als all die Gerüche aus der Holzhütte - der verschiedenen Kräuter, des Rauches, der Kohle. All das, es war nicht mehr als der Wunsch einer alten Frau, die nicht wusste, wohin mit sich oder ihren Wünschen, die es auf dieser Welt nicht mehr zu erfüllen galt, zumindest nicht durch ihre eigenen Fähigkeiten. "Oh? Habt Ihr die Fassung verloren, dass Ihr mir euer Schmußekätzchen zeigen wollt?", ein Glucksen entkam der Kehle des Magiers, der sich viel zu gerne einfach das nehmen würde, was ihm zustand. Aber war nun einmal so viel mehr als das Leben eines sterblichen und dreckigen Kronprinzen. "Nun, die Person, die sich Ophaniel von Mihr schimpft - in diesem Fall ich - ist hier, um die Beziehung unserer beiden Reiche zu verbessern. Vielleicht ist es für Euch schwer zu glauben, Eure Aufmüpfigkeit, aber auch ich bin mittlerweile ein Kronprinz geworden", man nenne es einen ... glücklichen Zufall. Aber dann verzog sich sein Gesicht noch mehr, als wäre er durchaus belustigt. "Aber das, was Ihr wissen wollt, sind sicher die meinen Anliegen als Dumah", erneut lachte er. "Ich will mir das wiederholen, was mir zusteht - das, was Ihr mir gestohlen habt, bevor Ihr mein Zuhause dem Erdboden gleich gemacht habt. Glaubt nicht, dass euch euer kleines Kätzchen von eurem Leid befreien würde - wenn Ihr mir auch nur ein Haar krümmt, dann sehe ich mich wohl oder übel dazu gezwungen, Euch erneut zu verfluchen. Ich hoffe, Ihr freut euch - ich habe nur für Euch jahrelang schwarze Magie studiert." War Ophaniel Azriel bei diesen Worten ungemütlich nah gekommen? Wahrscheinlich. Sollte er Abstand nehmen? Nein. "Natürlich kann ich Euch eine Kostprobe davon anbieten", lachte er, als er seinen Finger gegen das Brustbein des Anderen drückte.
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    • Azriel

      Von gefühlt jeder Person gemieden zu werden, sodass man beinahe schon komplett alleine aufwächst und nichts weiter als seinen Vater und Bedienstete um sich herum hat, während man versucht seiner Bestimmung gerecht zu werden, allerdings dabei definitiv zu weit flog - das war Azriel. Ein einfacher Vogel war er hierbei gewiss nicht, viel mehr ein Rabe, der sich an dem Aas ernährt, welches er selbst zu verschulden hatte und doch hielt ihn keine Person davon ab so etwas zu tun. Nie wurde der Prinz eines Besseren belehrt, oder vernünftig an die Hand genommen, sodass er sich zu einem anständigen Menschen entwickeln könnte. Eine Aussrede war dies allerdings nicht, da man sich durchaus auch selbst verändern könnte und man nicht unbedingt andere dafür benötigt. Es war eine Frage des Wollens und der Bereitschaft, etwas was Azriel in keinster Weise zeigte, oder aber auch nicht aufbrachte. Konnte man ihn dadurch auch schon als einen hoffnungslosen Fall betiteln, der es nicht mehr wert war festgehalten zu werden, wenn er noch einmal so sehr auf die Gefühle, oder Bedürfnisse anderer einen feuchten Drecken geben würde? Doch dabei blieb es ja nicht einmal, da der Prinz oft genug weiter schritt, als er es bereits getan hatte. Fehler waren es mit Sicherheit die er begann - Fehler die man nicht einfach ungeschehen machen könnte, oder die es möglich war aus der Welt zu schaffen, damit keine Menschenseele davon erfährt. Sein Image zu wechseln würde es womöglich auch nicht bringen, da man dies als eine gebaute Fassade abstempeln würde, welcher es nicht möglich war lange stand zu halten. Azriel selbst wäre es allem Anschein nach unmöglich sich so sehr zu verändern, damit man ihn als Person wertschätzt und keinen Groll gegen ihn hegt. Immerhin war das Volk noch nicht über seine eigentliche Person informiert, was es auch defintiv zu vermeiden galt, damit seinem Platz auf dem Thron nichts im Weg steht.

      Warum hatte er überhaupt noch einmal um Eintritt gebeten? "Nennen wir es einen Reflex. Wenn ich meine Fassung verlieren sollte, würdet Ihr dies mit Sicherheit deutlicher merken.", überkam es Azriel knurrend, da er keineswegs etwas von dieser derzeitigen Situation hielt. Warum stand dieser Mann in seinem Gemach, als ein Kronprinz und ist nicht bereits damals verstorben, oder hätte zumindest komplett fern von ihm bleiben können? Jetzt war Dumah eine Person die dem Prinzen eine Bedrohung werden könnte, wenn er dies nicht bereits schon war. "Das ist nicht gerade zu übersehen, doch hättet ihr dies auch tun können, ohne mich über eure vergangene Person zu informieren! Dann würde die Beziehung unserer Reiche um einiges besser aussehen, als sie es zum jetzigen Zeitpunkt tut.", begeistert war er absolut nicht und schon gar nicht darüber, dass dieser Mann auch noch Forderungen stellte. "Ein neues Zuhause besitzt Ihr allem Anschein nach, das Einzige was dann noch fehlen würde wären die gestohlenen Tinkturen, welche ich Euch wieder beschaffen könnte, doch benötige ich dafür etwas Zeit.", beinahe klang es schon so, als würde Azriel so einfach auf die Worte es Anderen eingehen, doch konnte keiner außer er selbst sagen, was sich genau dahinter verbirgt. "Eine Kostprobe von der schwarzen Magie, welche ihr nur für mich all die Jahre studiert habt? Normalerweise klingt das sehr... Besessen? Ist dass das richtige Wort dafür? Allerdings verzichte ich auf eine Kostprobe und würde viel mehr darum bitten, dass ihr meine Gemächer verlässt.", gab der Prinz mit einem sachten und dennoch angespannten Lächeln zurück, ehe seine Hand in Richtung der Tür deutete. Abschwirren sollte dieser Mann und es nie wieder wagen Azriel anzufassen, doch was sollte dieser schon dagegen tun? War er tatsächlich so machtlos und aufgeschmissen?
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    • Ein jeder von ihnen besaß etwas, gegen das sie beinahe schon allergisch zu reagieren schienen. In seinem Fall war das nun einmal Azriel Mastema, der in seinem Inneren das Gefühl auslöste, er müsse sich dringend an ihm rächen und ihm am besten von einer Krähe die Augäpfel aus dem Schädel picken lassen, während er bei vollem Bewusstsein war. Andererseits war Ophaniel erwachsen geworden und hegte keinerlei Gefühle gegenüber irgendjemandem - etwas, das er sich eines Tages noch auf die Fahne schreiben würde, wenn es darum ging, welcher der Kronprinzen der verschiedensten Länder der Beste war. Ophaniel war es egal, wer in sein Leben treten würde, so lange er sie gleich aus diesem verbannen konnte - nicht umsonst hatte er irgendeinem dunklen Gott den Großteil seiner Emotionen geopfert, um schwarze Magie besser zu verstehen und in seinen Körper aufzunehmen als wäre es nicht mehr als eine Rauchschwade, die sich in seiner Lunge festsetzte. Aus jeder Pore sollte ihm die Magie triefen, die er zuerst so sehr verabscheut hatte, die ihn verunstaltete und sein Inneres in einen pechschwarzen Haufen dampfenden Müll verwandelte, während er versuchte, mehr als Hass und Wut als Emotionen abzustempeln und sich nicht sicher war, wieso er so versessen darauf war, Azriel von seinem Thron zu stoßen und in einer Grube elendig verenden zu sehen. Womöglich war es sein jugendlicher Eifer gewesen, der ihn damals beinahe schon dazu gezwungen hatte, zu dieser Person zu werden, die er in diesem Moment war und für eine gute Weile sein würde, wenn er nicht das bekäme, wonach er verlangte: Azriel. Was würde er dafür geben, wenn er endlich wieder fühlen konnte? Wahrscheinlich mehr als einen bitteren Zauberspruch, der ihm auf der Zunge lag und jeden Moment zu einer Schlange wurde, die ihm aus der eigenen Kehle kroch.

      "Oh, glaubt mir - ich glaube, Ihr würdet mich bei lebendigem Leibe auf dem Scheiterhaufen verbrennen lassen, nachdem Ihr mich der Hexerei bezichtigt. Aber wisst Ihr was? Dieses Spiel können wir beide spielen und ich bin der Meinung, dass Ihr den Kürzeren gezogen habt", seine Worte klangen beinahe schon belustigt, als er Azriel so ansah, als stünde er vor einem Kind, dem man einen goldenen Löffel in den Mund geschoben hatte und sich auch keineswegs die Mühe dazu machte, diesen wieder an sich zu reißen, auch wenn die Made es keineswegs verdient hatte, überhaupt an solche Dinge zu denken. "Oh, ich sehe - so verlogen wie eh und je. Seien wir uns ehrlich, Azriel. Weder du noch ich hegen großartiges Interesse daran, uns zu verstehen. Deinen schlimmsten Albtraum hättest du auch erkannt, bevor er dir seinen ehemaligen Namen genannt hätte." Jemanden zu verdrängen, weil man glaubte, ihn umgebracht zu haben war eine Sache - daran zu denken, dass es alles nur eine Farce war, war eine Andere. Sie beide passten, zumindest Ophaniels Meinung nach, wunderbar zu einander und würden sich auch noch jahrelang gut ergänzen, selbst dann wenn noch ein Jahrzehnt in dieses Land ziehen würde und es für die beiden nichts mehr gäbe als Krieg, den sie miteinander führen konnten. "Oh, glaubt mir. Wenn es doch nur so einfach wäre, eure Schuld zurückzuzahlen. Ihr schuldet mir mehr als gestohlenes Gut", kicherte der Magier, während er zu dem Prinzen aufgeschlossen hatte und sie kein guter Zentimeter trennte. Hatte er vor der Raubkatze Angst? Sie wirkte imposant, doch das wäre es auch schon - selbst dann, wenn sie ihn anfallen würde, dann gäbe es nicht mehr als Probleme für Azriel. "Wäre ich von euch besessen, dann hätte ich euch schon längst zu mir geholt - und selbst wenn Ihr darauf verzichtet, dann ist es wohl bereits zu spät dafür. Ich wünsche euch viel Spaß mit meinem Geschenk", damit löste er sich auch schon von dem Kronprinzen, der wohl nicht wissen würde, wie ihm geschah, sobald er herausfinden würde, was man mit ihm angestellt hatte.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Azriel

      Ein Spiel war es, welches sich so erbarmungslos weiterentwickelte und der Herr von diesem Spiel schien Ophaniel zu sein. Jene Personen die viele Ereignisse noch ins rollen bringen würde und vor welcher sich Azriel zum jetzigen Zeitpunkt zumindest etwas fürchtet. Wie sollte man sich auch denn vor der Ungewissheit schützen, oder gar verhalten? Fragen über Fragen die sich der Prinz derzeit nicht beantworten konnte und was auch sonst keiner für ihn tat. Auf sich allein war er gestellt, ohne jegliche Rückendeckung schien er dort zu stehen und doch versuchte er gelassen zu wirken. Ein werdender König durfte seiner Ansicht nach auch hierbei keine Schwäche zeigen, keinen zu großen Schritt einknicken und erst recht sich gar nicht diesem Mann fügen. Azriel wurden viele verschiedene Ansichten auf den Weg mitgegeben, viele von seinen Jetzigen hatte er sich selbst beigebracht und doch war keine einzige von seinem Vater. Als hätte der König es auf vollster Länge versäumt sich um seinen Sohn zu kümmern, damit er auch einmal ein würdiger Nachfolger wird und ebenso ein guter Vater, wenn denn der Zeitpunkt dazu gekommen ist. Wie sich die Entwicklung bei Azriel getan hätte, wenn seine Mutter noch unter den Lebenden weilen würde? Eine Frage auf die es keine Antwort bedarf, da es niemals eine Rolle spielen würde, denn immerhin liegt sie bereits unter der Erde. Da interessierten niemand Eventualitäten, sondern,
      einzig und allein, das Hier und Jetzt.

      "Ihr sprecht genauso, als würdet Ihr meinen mich zu kennen. Habt Ihr etwa all die Jahre an meiner Seite gelebt und meint nun zu wissen wie ich jede einzelne Sekunde lang denke, sowie handeln würde? Ich gehe nicht davon aus und ob ich nach Ihrer Meinung den Kürzeren gezogen habe, bei diesem Spiel, oder nicht, interessiert mich keineswegs.", gab er relativ gelassen zurück, obwohl er immer noch nicht sonderlich begeistert von dieser Situation war. Begeisterung würde wohl keine Person zeigen, wenn man vor einem Albtraum stand, gegen den man auch noch wahrscheinlich nicht einmal etwas wirklich ausrichten
      kann. "Sind wir jetzt schon beim dutzen angekommen? Wie überaus angenehm.", sprach er, als wolle Azriel der Konversation ausweichen und nur noch wieder zurück in sein Bett hüpfen, wobei die Decke nicht lange auf ihm ruhen würde, sondern direkt sein Gesicht mit verdecken würde. "Ach, was ist es denn, was ich euch noch mehr schulde, als das gestohlene Gut?", diesmal war seine Stimmlage allerdings etwas provokant, da er nicht verstand, welche Schuld er denn noch begleichen müsste. Sein Löwe würde ihm wohl kaum in dieser Situation irgendwie helfen können, weshalb dieser gelassen neben Azriel saß und auf weitere Befehle wartete, bevor er sich wieder seinem eigenen Schlaf widmet. "Aber natürlich - ihr müsst es ja wissen. Und wie bitte? Welches Geschenk soll das sein? Eventuell einer von euren Flüchen? Merken tue ich noch nichts, also bitte ich Euch noch einmal freundlich darum meine Gemächer zu verlassen.", wies Azriel mit einer Handgeste auf die Tür direkt hin, als sich ein Lächeln auf seinen Lippen abzeichnte - eher gespielt, als tatsächlich ernst gemeint. "Ach und wenn ihr Eure Abreise nicht sofort antreten wollt, dann lasst Euch von einem meiner Bediensteten das Gästezimmer zeigen. Den Weg selbst findet Ihr hier ja aus diesem Raum noch alleine heraus.", enden sollte dieses Gespräch, weshalb der Prinz versuchte ihn so gut es ging abzuwimmeln. Das Bedürfnis nach Ruhe schrie laut in ihm hervor, doch wäre es nicht schlecht einen anderen Hexer aufzusuchen, sodass dieser Azriel untersuchen kann. Dieses angebliche Geschenk verursachte ihm dann doch schon etwas Sorgen.
      “Never be afraid to be kicked in the teeth. Let the blood and the bruises define your legacy.”

    • Gefangen in einem Raum, in welchen keinerlei Geräusche dringen würden, wenn man nicht explizit danach verlangte, irgendwo am anderen Ende der Welt während man seinen eigentlichen Körper dem Dämon versprach, mit dem man einen Pakt einging, der bis an das Ende des eigenen Lebens halten sollte, bevor diese Welt noch vor die Hunde gehen sollte und man realisierte, dass es nicht mehr geben könnte als das, was man selbst zuließ. Was gab man auf, damit man zu dem wurde, der man heute war? Viel mehr als man verdiente, so viel stand fest. Man verschrieb sich der Welt als ihr Leibeigener, als eine blasse Hülle die nicht viel mehr wusste als den eigenen Namen, die Begründung der Welt und dass es einst Hoffnung gab, die längst verblasst war, weil es nichts mehr von ihr in dieser Realität gab, die man so sehr mit einem rostigen Löffel aus seinen Augäpfeln zu entfernen versuchte. Der Glaube, es gäbe auf dieser Welt nicht mehr als eine Realität war dennoch ein Falscher - viel zu viel lief hier falsch, wenn man sich nicht an die Regeln hielt, die einem aufgebrummt werden wollten. Was man wohl sah, wenn man den unendlichen Augen im tiefschwarzen Nichts entgegenblickte und ihnen signalisierte, dass der eigene Körper nicht mehr als Fleisch war, an dem sie sich erneut vergreifen konnten? Wohl oder übel nicht mehr, als die eigenen Gedanken für diesen Moment zulassen würden, während man sich dem erschwärzten Nichts in seiner reinsten Form hingab und all das Leid hinnahm, das einem widerfuhr - nur, um schlussendlich als eine andere Person wieder die Oberfläche zu erreichen, vor der man sich dermaßen fürchtete, dass man der Meinung war, dass man sich selbst schlussendlich entstellt hatte. Alle von ihnen, die ihre Menschlichkeit abgelegt hatten, hatten sich dieses Los ausgesucht, doch weswegen? Nur, weil sie glaubten, dass es ihnen dadurch besser gehen würde?

      "Ich möchte dich daran erinnern, dass du derjenige warst, der einfach so in meinem Wald aufgetaucht ist. Wenn ich es mir recht überlege, dann hätte ich dich deinem Schicksal überlassen sollen, auf die Hoffnung hin, dass eine Krähe dir deine Augen aus deinen Schädel pickt, nachdem du an dem Fluch zugrunde gegangen wärst", zischte Dumah, der sich selbst wohl oder übel nicht in einem Spiegel betrachten wollte, wenn er jetzt schon solche Grimassen zog, weil Azriel nicht mit ihm spielen wollte. Eigentlich hätte er beleidigt sein sollen, so wie ein kleines Kind, das nicht das bekam, was er wollte - doch in Wahrheit war er nicht mehr als erschöpft und ausgelaugt, als dass er seine Kräfte weiterhin für ihn verschwenden wollte. "Wir beide sind Monster - es erscheint mir nur recht, uns auf eine gleiche Ebene zu stellen", sprach Dumah, sich dessen bewusst, dass es nicht viel mehr für sie geben würde als unendliches Leid, weswegen es ohnehin nicht weise war, den eigenen Kopf zu sehr anzustrengen und zu glauben, man sei von all dem Leid dieser Welt befreit, weil man es auf jemand anderen übertrug, der sich hinter feinen Gewändern versteckte, anstatt sich zu benehmen wie ein ehrfürchtiger Wurm. "Das werdet ihr noch früh genug erfahren - eventuell ist es ja euer Körper, der von meiner Magie nur profitiert hatte. Eine Hand wäscht immerhin die Andere, Azriel", bemerkte er, als er sich also doch in die Nähe der Tür begab und diese eher unsanft aufriss. "Wer weiß das schon? Denkt selbst darüber nach, was ich euch angetan haben könnte - wir sehen uns allerspätestens dann, wenn ihr auf allen vieren vor meinen Gemächern angekrochen kommt, weil euch bei eurem Dilemma keiner helfen kann", mit diesen Worten verabschiedete er sich also und die Tür fiel ins Schloss. Hingegen aller Erwartungen hatte er genug, er würde sich nun also doch hinlegen und versuchen, zu schlafen.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Azriel

      Wie es sich auf der anderen Seite der Medallie lebte, ohne die Macht, welche er besaß, ohne all diese Privilegien, all das konnte sich Azriel nicht im geringsten vorstellen. Vielleicht wollte er dies auch einfach nicht, warum sollte man das auch eigentlich wollen? War es tatsächlich so wichtig sich in andere Personen hineinzuversetzten, versuchen sie zu verstehen und dann sich um ihre Anliegen, sowie um ihre Problem zu kümmern? Sonst hatte er sich immer nur auf den Rat seiner Bediensteten verlassen, welche ihm die besten Vorgehensweisen genannt haben, damit er nicht wie ein unfähiger Herrscher da steht. Wer würde sich denn auch schon einen kaltherzigen Mann auf dem Thron wünschen, der dann auch noch unbeschreiblich viel Macht besäße und gefühlt alles tun und lassen kann, was auch immer er möchte? Genau - kein Mensch mit einem gesunden Menschenverstand. Azriel wäre gewiss kein guter Herrscher, da er sich meist nur um sein eigenes Wohlergehen scherte. Immerhin wurde er dafür auch nie in irgendeiner Weise bestraft, oder dafür zur Rechenschaft gezogen. Schmerzen müsste er erleiden, damit er dieses eingebrannte Denken aus seinem Kopf bekommt und somit auch eventuell ein würdiger König werden könnte, falls dies jemals passieren sollte. Doch wer wollte, oder würde sich schon gegen diesen Prinzen stellen, wenn er keine Chance gegen ihn hätte? Allerdings schien sich das Spielbrett erneuert zu haben, indem Ophaniel scheinbar aus dem Nichts erschienen ist und definitiv als eine Bedrohung einkategorisiert werden konnte. Als befinde sich eine gegnerische Spielfigur direkt vor dem König und hätte auch noch den ersten Zug, wobei der König in jedem Fall stürzen würde. Wie weit der Fall andauern würde stand dabei nicht fest und ob man sogar je den Aufprall hören könnte - es steht nicht einmal in den Sternen.

      "Daran musst du mich gewiss nicht erinnern, wobei wir die Zeit sowieso nicht zurückdrehen können und somit dieses Vergangenheitsgeschwafel auch sein lassen können.", ein genervtes Seufzen kam deutlich hörbar aus seinem Mund, ehe er den Blick für einen Moment abwandte und sich durch sein Haar fuhr. Warum musste er sich dies antun? Ob es Schicksal war, oder eben nicht, es spielte für Azriel keineswegs eine Rolle. "Ach sind wir das? Du bist die erste Person welche mir unter die Augen kam und die Möglichkeit dazu hatte mir genau dies zu sagen.", nichts weiter als ein einfaches Spiel war es, was sich vor den Augen beider Männer hier abspielte. Niemals würde sich der Prinz seinen Kopf darüber zerbrechen, was eine andere Person so leichtfertig zu ihm gesagt hatte und erst Recht dann nicht, wenn es sich um eine Drohung handelte. "Natürlich, was auch immer.", meinte er prompt, mit der Absicht dahinter Ophaniel einfach abzuwimmeln. Einen guten Grund weiter mit diesem Mann seine Zeit zu verschwenden gab es immerhin nicht, also konnte dieser genauso schnell wieder aus seinen Gemächern verschwinden, wie er in dieses gefunden hatte. "Damit werde ich gewiss nicht meine Zeit verschwenden.", fauchte der Prinz etwas genervt hinterher, jedoch war dann Ophaniel auch bereits verschwunden und somit hatte Azriel wieder etwas Ruhe. Allerdings nutze er diese Ruhe nicht wirklich so wie er es vorhatte und stürme dann auch schon beinahe aus seinem Gemach heraus, ehe er einige Bedienstete aufsuchte. Jedem Einzelnen dem er über den Weg lief gab er die Aufgabe Ophaniel im Auge zu behalten und auf gar keinen Fall sollte dieser Mann alleine durch das Schoss laufen.
      “Never be afraid to be kicked in the teeth. Let the blood and the bruises define your legacy.”


    • Die Wahrheit über diese Welt ließ sich oft mit einem herben Schlag ins Gesicht gleichsetzen. Einem Witz, für den es keine Aufschlüsselung gab, sondern lediglich die Antwort, dass auf dieser Welt nicht mehr und nicht weniger existieren sollte und könnte als das, was es ohnehin schon gab. Leid, gesät über brache Felder, deren eigentliches Gut bereits vor längerer Zeit in tausende Stücke zerfallen war, bevor man sich auch nur für eine Sekunde daran hätte laben können. In diesem Fall war es jedoch so, dass es für keinen von ihnen mehr gab, als was sich nun auf den Feldern befand. Leid. Blut. Tod. All das, was Ophaniel ihnen zu schenken versuchte, war die Freiheit - den Ausweg aus ihren kläglich gescheiterten Leben, die für sie ihren Alltag definierten, während Andere mehr hatten als das, was sie ihnen selbst zuschrieben. Einen Fingerwink würde es brauchen, so war er sich sicher, damit keiner von ihnen auch nur eine Sekunde länger die verseuchte Luft dieses Planeten in sich aufnehmen musste - spielen konnte er mit ihnen, als wären sie Marionetten deren einzige Aufgabe es war, ihm zu gefallen und für ihn da zu sein, nichts anderes. Für Ophaniel hatten Menschen mehr wert, zumindest sollten sie das, doch Dumah selbst hatte realisiert, dass es ihn einen feuchten Dreck interessierte, wer um seine Gunst buhlte und wer sich die Mühe machte, ihn auszurotten. In seinen müden Augen waren alle von ihnen lediglich ersetzbares Gesindel, das es nicht verdient hatte, sich mit ihm zu messen oder in seiner Präsenz, seinem Licht, zu baden während sie sich ihre schwindenden Augäpfel an seinem glühenden Antlitz verbrannten, weil sie alles für ihn tun würde, wenn er die Worte auch nur in seiner süßlichen Stimme verpackte und über die eigenen Lippen fallen ließ, wie ein Hexe in bodenloses Meer.

      Was war Azriel für ihn, wenn nicht eine aufgeblasene Puppe, die er mit der ein oder anderen Nadel wieder zurechtweisen konnte? Mehr gab es für ihn nicht, mehr war Azriel für ihn aber auch nicht - jemand, der seiner Meinung nach ersetzbar war, der sich zum Teufel scheren konnte und der es nicht anders verdient hatte, als sich in einem Meer aus seinem eigenen Blut wiederzufinden, bevor es für ihn auch nicht mehr gab, als unendliche Schwärze. Doch bevor eben dies eintrat, wollte Dumah so viel mehr von ihm - sein Fleisch, seinen Verstand, alles, nur nicht seine Seele. Riss er ihm die Augen aus, die Seelenspiegel wie unerfahrene Romantiker sie schimpften, dann würde eben jene erschwärzte Seele aus den leeren Augenlidern aus seinem zerfallenen Körper kriechen wollen - Stück für Stück würde er die Seele wieder in seinen verdorbenen Körper stopfen, wenn es sein musste. Heiße Luft folgte ihm, aber das war alles, was er mit sich aus Azriels Gemächern zog, bis er sich zu seinen eigenen aufmachte - dort, wo er keine Ruhe finden würde, wenn sich dieses Szenario so entwickelte, wie eigentlich geplant. Seine Diener hatten sich wohl oder übel die Mühe gemacht, die Räume wenigstens etwas an die anzupassen, die er auch Zuhause vorfand - allerdings sauberer, nicht mit haufenweise Büchern und zerrissenen Schriften übersät. Ophaniel warf sich auf das weiche Bett, das man ihm zur Verfügung gestellt hatte, atmete tief durch und schloss die Augen. Hier und jetzt wäre wohl der Rückzug angebracht gewesen, doch wieso sollte er sich vor Azriel fürchten? Mehr als ein Wurm war er nicht.
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    • Azriel

      Ein Neuanfang wäre bestimmt bei dem Prinzen vonnöten gewesen, allerdings ist dies wohl leichter gesagt, als getan, weshalb man das auch direkt wieder im Keim ersticken kann und nicht mehr an die Oberfläche kommen lässt. Jeder noch so kleine Widerstand gegen Azriel sollte verschwinden, koste es was es wolle, da würde er auch niemals vor irgendeiner Möglichkeit zurückschrecken, die ihm seine Feinde vom Leib hält. Selbst wenn dies bedeuten würde, dass er mit seinen Händen den eigenen Vater umbringen müsste, davor würde Azriel auch keinen Halt machen, außer wenn ein anderer Ausweg in Sicht wäre. Rosig war das Leben sowieso nie gewesen, warum dann also diese wundervollen Blumen verschwenden? Frei sollten sie wachsen, ohne Beschränkungen, damit die Personen auf dieser Welt sich nicht mehr an ihr vergreifen. Bluten sollten ihre Finger, wenn sie sich doch tatsächlich an die spitzen Dornen wagen würden. Das Rot ihres Bluts entspräche nicht einmal ansatzweise der Schönheit jener Rosen, die ihnen diese Wunde zugefügt hatte. Tiere und die Natur schätzte Azriel definitiv mehr wert, als die Personen, welche diese Luft verpesten und nur Zeitverschwendung in seinen Augen waren. Sollten sie sich alle zum Teufel scheren, nie wieder in seinem Blickfeld auftauchen, oder sich an den Rosen vergreifen, die mehr Daseinsberechtigung besitzen, als sie selbst. Mehr als spucken wollte der Prinz nicht, spucken auf die Personen, die seiner nicht würdig waren – die dieser Welt nicht würdig waren.

      Ophaniel – jemand der derzeit dem Prinzen dermaßen Kopfzerbrechen bereitete, als sonst eine andere Person je zuvor. Mit all seiner Magie, die er besitzt, stellt er dann doch eine große Bedrohung für Azriel dar, obwohl er es sich selbst nicht so recht eingestehen wollte. Auch als er zu seinen Bediensteten lief, blieb er der Situation entsprechend ruhig und versuchte sich so wenig wie nur möglich anmerken zu lassen, damit man ihn nicht als ängstlich abstempelt. Selbst wenn irgendjemand den Mut dazu aufbringen sollte so etwas zu behaupten, dann würde dieser alsbald seinen Kopf verlieren. Auf der Hut musste man sein, wenn man sich mit Azriel anlegte, auch wenn man Magie erlernt hatte und eine Präsenz besaß, die einem das Fürchten lehrte. Allerdings führten die Schritte des Prinzen ihn nun zu dem Thronsaal, in welchem sich sein Vater, der König, befand. Mit einem Mal öffneten die Wachen die Tür für Azriel, der dann zu seinem Vater schritt und mit erstem Blick in das Gesicht seines Gegenübers sah. „Vater.“, fing er ruhig an zu sprechen und fuhr dann mit seinen Worten fort. „Wie lange ist es vonnöten unseren neuen Besuch unter unserem Dach rasten zu lassen, wenn wir unsere Angelegenheiten bereits geklärt haben?“ Ein kurzes Kopfschütteln des Königs folgte, ehe er seine wohl nicht erfreuliche Antwort äußerte. „Mein Sohn, wir werden niemanden einfach so hier heraus scheuchen, weshalb er so lange bleiben wird, bis er seine Abreise denn antreten möchte.“ Knurren war es was in diesem Moment ertönte, bevor sich der Prinz abwandte und sich seinen Weg aus dem Thronsaal bahnte. „Wie du meinst, Vater.“, den Raum verlassen führten ihn seine Beine in die Richtung seines eigenen Gemachs, wo er erst einmal etwas Ruhe finden wollte.
      “Never be afraid to be kicked in the teeth. Let the blood and the bruises define your legacy.”

    • Menschen waren naive Schleimbeutel, so dachte Dumah mittlerweile von ihnen. Keiner von ihnen war seine Präsenz wert, lediglich seine Mutter, die sich so sehr um ihn sorgte, wusste sie doch, dass er eigentlich eine Ausgeburt des Teufels war - eine ekelhafte Masse, die aus negativen Gefühlen bestand, die kaum einer besiegen konnte, wussten sie nicht, wie sie sich wehren konnten. Wieso also nannte man ihn Ophaniel, stellte ihn wie den Retter seines Königreiches dar und als Kronprinz, den es brauchte, damit sie nicht gegen Azriel und seinen Vater verloren. Dennoch wusste er selbst, dass er all dieses Land sein eigen machen würde, dass er es in unfruchtbares Gebiet verwandeln würde, während er die Bevölkerung um seinen Finger wickelte, sie mit bloßen Worten vergiftete und schlussendlich den wahren Dämonen zum Fraß vorwarf, während er selbst einfach nur entspannt zusehen würde, wie er endlich das bekam, wonach er schon all diese Jahre verlangte: Rache. Dumah war ein geduldiger Mann, aber schon lange kein Freund der Menschen mehr, die ihm und seiner Sippe das Leben zur Hölle machen wollten. Seine Mutter, die alte, gebrechliche Frau, sollte noch einige Jahre leben, bis sie eines natürlichen Todes starb und das gleisende Land, das sie sich aufgebaut hatte, das Einzige werden sollte, das noch auf dieser Welt erstrahlte. Dafür würde er sorgen, selbst dann, wenn es ihn sein Leben kosten würde, das er sowieso niemals wieder hergeben würde.

      Was sollte er nun tun, war er doch in seinem Gastzimmer angekommen und hatte Azriel den ersten Schrecken eingejagt? Oh, es fielen ihm mehr Dinge ein, als es eigentlich sollte - und doch entschied er sich lieber dazu, für den Moment seinen Bediensteten dabei zu helfen, ihr Hab und Gut zu entpacken und ordnungsgemäß zu verstauen. Anders als Azriel, der nun einmal nur an sich selbst dachte, war Dumah es, der die Menschen zwar hasste, aber nicht so selbstgefällig war, dass er sie alles tuen ließ - konnte er ihnen helfen, so tat er eben das, egal wie viel Zeit es ihn kosten würde und wie sehr er versuchte, sich zu verhalten wie ein Kronprinz - er war noch immer in einer Gosse aufgewachsen, war nur adoptiert worden, weil er angeblich ein begabter Heiler war und der Königin jeden Wunsch von ihren trüben Augen abließ. Nachdem all die Dinge erledigt waren, schickte er seine Bediensteten davon, legte sich selbst in sein Bett und entschied sich, zu schlafen, war morgen doch noch ein neuer Tag an dem er für Unsicherheit in dem Leben sorgen konnte, das Azriel sein eigen nannte. Dieser besagte Morgen begann wohl auch damit, dass der Hexer aufstand und sich selbst wünschte, er hätte nicht so dermaßen lange geschlafen und schon gar nicht in seiner unbequemen Kleidung, aber wenigstens trug er so viel davon bei sich, dass er sich getrost umziehen konnte, bevor er mit einem Fingerwink seine Magie dafür missbrauchte, das Bett zu machen und gähnend sein Gemach verließ. Sollte er Azriel zuerst stören?
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.