A lost kingdom. [vrthnkng x Lu-Chan]

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    • A lost kingdom. [vrthnkng x Lu-Chan]


      Rollenspiel basiert nicht auf der wirklichen Geschichte.

      Die Welt im 14. Jahrhundert.


      In der von Pest, Kriegen, Epidemien und vor allem auch Naturkatastrophen geprägten Welt versuchten die Menschen immer wieder aufs Neue zu Überleben und sich übers Wasser zu halten, was leider nicht immer möglich ist. Die Dörfer werden immer ärmer, während die Könige selbst immer reicher werden. In dem Königreich unter Henry IV. scheint die Armut noch nicht angekommen zu sein, bis zu dem Zeitpunkt an dem der König seine Königin verlor. Seit der Trauer um die geliebte Königin wird das Königreich von einer Pechsträhne verfolgt: Die Ernte fällt nicht gut aus, das Essen wird knapp und noch dazu scheint die Pest auch dieses Land erreicht zu haben.. Während sich der König immer weiter zurück zieht, um die Trauer um seine Frau zu überwinden wartet das Königreich auf ein Wunder, eine Hilfe oder auch vielleicht jemanden, welcher es retten könnte.


      Auch im Schloss scheint nichts mehr so zu sein, wie es einmal war.. Der Tod der Königin riss auch ihren Kindern den Boden unter den Füßen und noch dazu versuchen alle mit der Situation so gut umzugehen, wie es ihnen möglich ist. Jeder versucht jeden zu trösten, aber in dieser kalten Welt gibt es keine Zeit zum Trauern, das erkennt auch König Henry, nachdem er sich zurück gezogen hat und beschließt, das Königreich wieder aufzubauen.. Aber dafür gibt es nicht viele Möglichkeiten.. Entweder heiratet eines seiner Kinder möglichst schnell, um eine Beziehung zu anderen Königreichen aufzubauen, oder aber Henry selbst findet eine Frau.


      Rollen
      Prince Scyllias II & Princess Cecilia @vrthnkng
      Ritter Cedric & Magd Victoria @Lucy-chan

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      A lost kingdom. [vrthnkng x Lu-Chan]
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."

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      Cecilia
      Bereits zum Abendmahl war ihr bewusst gewesen, dass sie diesen Abend mit nichts weiterem vollenden wollte als mit ausreichlich Schlaf, denn gerade hatte sie wenig Interesse vielleicht nochmal ein Buch zu betrachten, sich von dem Nachthimmel überwältigen zu lassen oder einfach sich in die Flamme einer Kerze zu verlieren, während ihre Gedanken den anstrengenden Tag verarbeiteten, denn dies war es nun allmählich. Da musste man nichtmal wirklich ihr Verhalten analysieren, wie oft sie denn nun in einer kurzen Zeitspanne begann zu gähnen oder sich zu rekeln, um sich nur irgendwie wach halten zu können und dem Gespräch Folge zwischen dem Prinzen und dem König Folge leisten können, welche das Thema der vorherigen Mahlzeit erneut ansprachen. Immer wieder wollte ihr Bruder mehr über dieses Königreich wissen, mehr darüber, welche Fehler bereits begangen wurden und wie sich diese wieder ausbaden ließen, doch natürlich gab ihr Vater die Fehler nicht zu, wenn diese denn bisher sowieso nicht ins Rampenlicht gestellt wurden, gar überhaupt irgendwem auffielen. Denn so schnell wie diese da waren, auch wenn es doch nur an einer Hand abgezählt werden konnte, verschwanden die Fehler auch wieder, der König schien mit seinen Bediensteten schnelle Lösungswege anzustreben, sollten sie das denn nicht schon längst erreicht haben. Genauso schnell wie sie ihre Probleme lösen wollten, so schnell wollte Cecilia jedoch auch in ihr Schlafgemach, denn die Müdigkeit versuchte ihren Weg aus ihrem Inneren zu finden, zeichneten sich damit ab, dass sie ihre Augen immer wieder zuschlug und sich nicht die Mühe gab, diese auch mit sofortiger Wirkung zu öffnen, so schön schien die Dunkelheit doch für eine Bruchsekunde. Jedoch nur für diesen Moment, so war die Prinzessin einer derjenigen gewesen, die sich von dem schwarzen Nichts gejagt fühlte, sie heimsuchen wollte mit jedem Tiefschlag, welcher in ihrem Leben stattfindete. Es gab nicht viele dunkle Kapitel bei dem zarten Mädchen, das nur dem Leben im Wohlstand gewohnt war. Sie musste nicht täglich um ihr Überleben kämpfen, unter der Gewalt der Stärkeren leiden und immer wieder von den erhöhten Steuern überrascht werden, das war gar nicht in ihrem Kopf gar nicht vorzustellen. Der Tod einer geliebten Person schmerzte wohl aber jedem im Herzen, es war nichts, was einer der Drei an diesem Tisch gewohnt waren, noch wirklich in kürzester Zeit verdauen konnten, schließlich saßen sie hier an diesem Tisch damals auch zu viert.
      Mit einem tiefen Seufzen hatte sie sich unbewusst zu Wort gemeldet, kaum hatte sie den Krug aus der Hand genommen, nachdem sie einen Schluck von diesem nahm. Die Männer brachen ihr Gespräch ab, sahen eher interessiert zu der Prinzessin, ob diese nicht irgendwas wichtiges beitragen wollte, eine Frage hatte. Doch es kam nichts von ihr, nein, sie hatte die erhaltene Aufmerksamkeit gar nicht erst verstanden, weswegen der König Henry IV mit einem dunklen Lachen antwortete. " Der Tag scheint vieles von dir abverlangt zu haben, mein Schatz.. Geh dich lieber ausruhen. ", ertönte auch schon wenig später aus der selben Kehle, der König war immer sorgsam bei seiner Tochter, auch wenn sich dies wohl vor allem im Alltag immer wieder bis zu den Abenden versteckte, denn er hatte großes zu vollbringen. Er brauchte einen Plan dafür, wie er sein Königreich retten konnte. Doch bis zu diesem Ziel brauchte es noch ein wenig, wenn es nicht damit noch zu unzähligen Veranstaltungen kommen sollte, in denen er versuchte eine Vermählung für eines der Thronfolger oder für sich selbst zu arrangieren. Die Augen der beiden trafen sich, es war Verständnis in den Augen des Mannes zu sehen, weswegen die Blondine auch schon nickte und sich mit dem Sammeln des Stoffes ihres Kleides abmeldete. " Danke, einen schönen Abend wünsche ich euch. " Mit einem leichten Knicks sah sie sich auch schon um, ob die Mägde ihr zum Umziehen bereits folgen würden mitsamt dem Wächter, der keinen ihrer Schritte jemals falsch deutete, keinen ihrer Bewegungen jemals nicht erkennen konnte. Mittlerweile wüsste dieser vermutlich schon einiges von der Prinzessin auswendig, ein Gedanke über den es sich wohl zu überlegen lohnte. Denn so etwas, was für sie nebensächlich schien, konnte für jemand anderen wichtiges bedeuten, schließlich gehörte es zu dem Beruf ihres Leibwächters dazu, auch wenn sie diesen auch schon eher als Begleiter bezeichnen wollte, es klang herzlicher, mehr einladender für sie selbst, mit der informellen Bezeichnung fühlte sie sich selbst wohler, denn sie musste nicht darüber denken, dass dieser überhaupt bei ihr ist, weil sie sonst unzähligen Gefahren ausgesetzt wäre, die wohl nicht leicht ausfallen würden. " Gut, dann würde ich mich auch- " " Du bleibst hier, mein Sohn, wir haben noch ein Hühnchen miteinander zu rupfen. ", unterbrach man den Prinzen auch schon, zu welchem Cecilia auch schon kurz vor ihrem Verschwinden mit einem Schmunzeln blickte, es ging um das verlorene Schachduell zwischen dem König und ihrem Bruder.
      Mit dem Treppensteigen durch das Schloss fanden sie den Weg in ihr Zimmer, wo sie auch schon von hellem Kerzenschein begrüßt wurde, auch wenn das Licht welcher der Himmel noch schenkte genügend dafür ausreichte, sich in dem Zimmer zurecht zu finden. Es wurde jedoch immer zwei Schritte weiter gedacht, etwas wichtiges, wie es der König immer beteuerte. Alles hatte seinen gewöhnlichen Ablauf, denn es war nicht das erste Mal, dass sich die Prinzessin in Kleider mit komplizierten Schnürungen stecken musste, anderes war sie gar nicht erst gewohnt. So war ihr stilles Stehen von großer Bedeutung, solange man versuchte das Kleid von ihr zu entziehen, dieses nach und nach von ihrem Körper nahm, nur um ihr beim Anziehen ihres Schlafgewands zu helfen und den Schmuck aus den Haaren zu holen, um diese unbeschädigt in die unzähligen Schmuckkästen zu legen. Wieder gab sie ein Knicks von sich als Dank für die Hilfe, ließ sich dann jedoch auf die Einsamkeit ein, die sie sich für den Moment wünschte. Es kam ein Gähnen von ihr, kaum hatte sich die Tür hinter den jungen Damen wieder geschlossen und sie streckte ihre Arme aus im weißen Stoff, der ihr deutlich mehr Freiheit zum bewegen gab. Es gab für sie jedoch keine Möglichkeit für Bewegung, das einzige was sie noch machte war, sich hinzuknien und zu beten, sich schließlich noch ins Bett zu werfen. Die Zeit kannte sie nun nicht, wie lange sie wohl zum Einschlafen brauchte, doch es schien nicht von langer Dauer zu sein, ihre Augen fielen schnell gänzlich zu. Ihre Arme wickelten sich mit den Beinen nur weiter in die wärmende Decke, in das zu breite Bett.

      Ruckartig setzte sich Cecilia von ihrer schlafenden Postion auf, zog panisch die Luft ein, als würde sie mit jedem Moment nicht mehr die Möglichkeit dazu haben. Ihre Augen wanderten durch den Raum und gaben ihr sofort die Sicherheit darüber, dass genau dies nicht in dem nächsten Zeitraum geschehen wird, doch ihr Herz nannte ihr anderes, weswegen sie nur versuchte den wilden Herzschlag in sich wieder zu beruhigen, während sich ihre Fingernägel nur weiter in die Decke krallten. Ihre Gedanken sahen sich selbst nach einer Lösung um, was ihr so einen Schreck bescheren konnte, doch auch ihr Kopf fand nichts und hatte sich damit lieber der Sorge gemacht, was das denn gerade war. Die geweiteten Augen hatten sich langsam wieder in die Normalsform gestellt, die Haarsträhnen vor ihren Augen hatte sie auch schon wieder weggelegt und auch die letzte Hand an der Decke hatte hatte sich entspannt, kneifte lieber in die Haut, um ein weiteres Einschlafen zu verhindern. Zu groß war die Sorge sich ein weiteres Mal so beim Aufwachen zu sehen, da blieb sie lieber schlaflos. Doch auch das breitete Unbehagen in ihr aus, welches sie nicht weiter deuten konnte, so sah sie zur Tür. " Cedric.. Bist du da? ", fragte sie in die Stille hinein, hoffte doch nur auf eine Regung der Tür, auf welche sie wartete. Kaum hatte sich diese auch schon geöffnet, ließ das ihr vertraute Gesicht erscheinen, klopfte sie auch schon auf das Bett, wollte ihm eine Sitzmöglichkeit anbieten. " Ich kann nicht schlafen.. Kannst du hier bleiben? "
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      You will be who you want to be.
      Can choose whatever heaven grants.
      As long as you can have your chance,
      I swear I'll give my life for you.
      Cedric

      Die Rüstung drückt schwer auf die Schulter des Mannes und man könnte meinen, nach all den Jahren, in welchen er schon hier steht und dem königlichen Haus dient wäre es an so etwas gewohnt, aber so ist es nicht. Sie ist eigentlich viel zu schwer und vor allem zu unhandlich, aber mit den Jahren lernte der Mann sich mit ihr so weit anzufreunden, wie es für einen möglichen Kampf nötig war. Sie konnte sein Leben retten und nur wenn er sein Leben retten konnte, konnte er das der Prinzessin retten. Es war seine Aufgabe ihr zu dienen, ihre Befehlte auszuüben, aber es war nichts zu der eigentlichen Aufgabe, welche er hatte. Cedric war bereit sein Leben für die inzwischen einzige Frau im Königshaus aufzugeben, wenn es nötig sein sollte, wenn er denn damit ihres retten konnte, aber bisher kam er noch nicht in den Genuss dieses Leben schützen zu müssen. Er stand nun das vielleicht vierte, oder auch fünfte Jahr vor dieser Tür, welche er die Nächte lang schon so oft angesehen hatte, dass er wirklich jedes Detail dieser inn und auswendig kannte. Wenn er darin begabt wäre mit dem Stift aufs Papier zu zeichnen würde er die Tür zu den Gemächern der Prinzessin sicherlich aus dem Kopf heraus aufmalen, aber er war in so etwas nicht gut genug, deshalb nahm er auch eine ganz andere Position in seinem Leben an. Warum er das tat? Dessen war sich der Mann nicht immer selbst richtig sicher, aber er tat es gerne. Er war der Leibwächter und das war wohl die Aufgabe, welche Gott für ihn gewählt hatte, nicht mehr und nicht weniger. Er war dankbar für diese Aufgabe, welche er mit Leidenschaft ausüben konnte, denn bis auf diese Aufgabe besaß der Mann nicht wirklich viel mehr. Seine Familie hatte ihn verkauft, sein Vater wohl eher gesagt, nachdem seine Mutter gestorben war. Mit vierzehn Jahren hatte sich der Mann versucht durch das Leben zu kämpfen und scheinbar bekam er es gar nicht so schlecht hin, denn nur so stand er hier vor der Tür zu den Gemächern der Prinzessin in dem mächtigen Schloss des Könighauses, welches über dieses Land hier regierte.
      Mit den Jahren hatte Cedric gelernt seine ungeheure Wut, welche er seinem Vater gegenüber verspürte in ein hartes Training zu stecken, welches immer noch stets sein Begleiter war, aber er wollte sich bessern, er wollte in dem entscheidenden Moment bereit dazu sein und so nutzte der Mann seine wenige freie Zeit, die er an den Tagen bekam, um an sich und seiner Stärke weiter zu arbeiten. Viel freier Zeit gab es nicht, lediglich, wenn die Prinzessin ihren Unterricht bekam und häufig auch die halbe Nacht, denn Menschen waren nicht dazu geschaffen Tage und Nächte ohne Schlaf auszuhalten, auch wenn es der Ritter gerne würde.
      Er verzichtete gerne, um für die Prinzessin das Leben so angenehm, wie es nur möglich war zu gestalten und wenn er ehrlich war, dann war er dankbar für das, was er zurück bekam. Ihm reichte ein Lächeln auf den zarten Lippen aus, um sein Herz hinter der eisernen Brustbepanzerung schneller schlagen zu lassen, um ihm den Grund für seine Aufgaben hier wieder nahe zu bringen. DIe Prinzessin war wundervoll, sie war eine wunderschöne junge Frau mit einem noch viel schöneren Herzen, denn ihre Herzlichkeit durfte der Mann sehr häufig spüren. Er bekam hier eine warme Mahlzeit, war nicht schlecht aufgestellt und es gab sogar ab und zu ein wenig Gold, auch wenn er sich nicht viel kaufen musste, er bekam das alles hier, was er nur brauchte..

      Eine zarte Stimme riss den Mann aus seinen Gedanken, er blickte zu der Tür hinter seinem Rücken. Sein Name wurde genannt, aber zunächst war sich der Mann nicht sicher, ob er sich nicht wirklich nur verhört hatte. Es war schon dunkel, es war schon spät, die Prinzessin sollte eigentlich schon schlafen und dennoch wagte es der Mann nach einem leisen Anklopfen die Tür aufzumachen, um rein zu sehen. Da war sie.. Die wunderschöne, zarte Frau unter den großen Laken zu sehen. Sie sah ihn an, er hatte sich scheinbar nicht verhört und so trat der Mann ein, um sich danach zu erkundigen, ob es ein Problem gab. Cecilia konnte nicht schlafen, eine gewisse Blässe hatte sich in ihrem Gesicht breit gemacht, da überkamen den Ritter kurz die Sorge, ob er nicht lieber den Arzt holen sollte, um sich zu vergewissern, dass es der Frau gut ging, aber sie sprach schon aus, was ihr fehlte: Schlaf. Sie konnte nicht einschlafen, ob die Alpträume sie wieder plagten? Doch ihrer Bitte nach würde der Mann sofort kommen, weshalb er die Tür hinter sich schloss und nickte. "Selbstverständlich", antwortete er mit einem sanften Ton und bewegte sich auf das Bett zu, auf welches er sich setzen sollte. Vorher zog sich der Mann die Handschuhe aus und nahm vor allem das Schwert, welches in einer Schwertscheide um seine Hüfte gebunden war, samt der Scheide ab, um es neben das Bett zu stellen. Es würde ihn daran hintern sich hinzusetzen und da es griffbereit in der Nähe war gab es auch keine Sorge darum, dass er es nicht schnell genug in der Hand halten würde, wenn es nötig war. "Warum könnt Ihr nicht schlafen? Plagen Euch wieder Alpträume?". Ein wenig besorgt sah der Mann mit Sicherheit aus, aber er hielt sich noch zurück, um nicht womöglich die Frau zu verärgern. "Wie kann ich Euch vielleicht dabei helfen, wieder schlafen zu können? Wollt Ihr vielleicht eine warme Milch?"
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Just be there that's all I need.

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      Cecilia
      Die unterdrückten Gedanken hatten ihren Weg zur Freiheit in der Dunkelheit gefunden, in den Stunden, in denen sie am wehrlosten war. Sie schien in der Nacht wie eingefroren, während ihr Kopf sich versuchte in das Kissen zu graben, um sich dort noch womöglich den letzten Schutz zu holen, während ihr Schlaf sie im Griff hatte, sie auch mit dem Erwachen durchwühlte, ohne das es eine weitere Sicht auf Erholungen gab. Dafür war ihr Atem zu aktiv, versuchte irgendwie das Adrenalin abzubauen, auch wenn ihr blasse Haut dies zu einer unmöglichen Sache entwickeln wollte. Es war nicht das erste Mal gewesen, dass sie schlaflos in ihrem Bett lag, voller Hoffnung mit den braunen Augen zur hölzernen Tür blickte, um ihr ein allzu bekanntes Gesicht zu sehen. Sie brauchte die Gewissheit, dass er über sie wachte, vorallem doch zu welcher Zeit. Allen ihren Wächtern brachte sie Dankbarkeit und Respekt hervor, doch kein anderer bekam dabei auch so viel Vertrauen wie es ihr langjähriger Leibwächter tat, der ihr immer wieder bei ihren Strapazen zur Seite stand. So brachte es ihn auch nahe, einer ihrer Vertrauenspersonen bei schlaflosen Nächten zu sein, denn er war einer der Einzigen die sie so besorgt erblicken konnte, überhaupt durfte, denn es war kein Aufsehen, mit welchem sie ihrem Volk gegenüber stehen wollte. Sie war sich bewusst, dass auch Cedric seinen Schlaf brauchte, um verantwortungsvoll seiner Arbeit weiterhin nachgehen zu können und diesen wünschte sie ihm, doch an Nächten wie diesen schien ihr Herz nur hoffnungsvoller, wenn sie seinen Namen in der Stille nannte. Cecilia schluckte, kaum hatte sie nach der Anwesenheit des Wächters gefragt.
      Es erfolgte ein Klopfen an der Tür, welches ihr Herz nur einen Aussetzer verpasste, während ihre Finger sich weiter in den Stoff ihres Bettes vergruben, um den Stress ableiten zu können. Aufmerksam beobachteten ihre braune Augen das Öffnen der Tür, um den gerufenen Mann zu erblicken, nach welchem sie sich gerade so sehnte. Ihr bisheriger Schlaf wurde von ihm bewacht, doch auch er konnte ihr nicht das Durchschlafen gewähren, genau so wie es ihre Seele bereits nicht tun konnte. Ihre Bitte wurde bejaht, er würde für einen Moment bei ihr sein, solange sie sich weiterhin in der Blase voller Unsicherheit befand. Er hatte sich neben sie gesetzt, auch wenn dafür einiges abgenommen werden musste, doch auch dabei hatte sie ihm gerne zugesehen. Es war einer der Beweise ihres Vertrauens, dass er sich überhaupt neben sie setzen durfte, denn genau davor wurde ihr von Kind an abgeraten, es solle nie ein Mann ihrem Bett nähern dürfen, solle von diesem kein Ring an ihrem Finger stecken. Die Wächter bekamen auch keine Erlaubnis, sich es in ihren Gemächern gemütlich machen zu dürfen und mussten sich vor der Tür stellen, um dort ihr die Sicherheit zu gewähren. Doch die Jahre hatten es gemacht, dass Cecilia diese Ausnahme bei Cedric stellte, andere Absichten außerhalb ihrer Sicherheit konnte sie ihm nicht zutrauen. Dieser fragte auch schon, was ihr denn die Schlaflosigkeit brachte und erahnte bereits etwas, weswegen sie seiner Vermutung nur mit ihrem Kopf nicken konnte. " Ich weiß auch nicht.. ", murmelte sie nur, als sie den besorgten Gesichtsausdruck des Wächters erblickte. Es verliefen schon einige Nächte genau so, denn in der Ruhe gewann ihr Kopf an Chaos, welches sich mit dem Tod ihrer Mutter aufbaute. Sie war nicht Herr der Situation, ihre Albträume zeigten genau das immer und immer wieder, ohne ihr eine Pause zu verleihen, um sich überhaupt wieder für diesen Kampf aufbauen zu können. Das Thema wurde von allen Seiten vermieden, man sprach nicht über den Verlust, denn sie alle mussten für das Volk funktionieren, jeder einzelne musste im Königreich für andere kämpfen, da blieb die Zeit für den eigenen Kampf nicht.
      Ihre Finger ließen nur bedingt den Stoff los, nur um sich den Laken noch ein wenig über mehr über den Oberkörper zu ziehen, solange sie sich nicht wieder dafür entscheiden würde, es mit dem Schlaf nochmal zu versuchen. Doch dafür brauchte es noch eine Weile, mit Glück nur wenige Momente, sie konnte sich bloß nicht unter Druck setzen. Cedric bot ihr eine warme Milch an, suchte nach einer Möglichkeit sie wieder in den sorglosen Schlaf zu wiegen, doch mit einem sanften Schmunzeln schüttelte sie den Kopf. " Sehr lieb, Cedric.. Es bedeutet mir jedoch schon viel, dass du überhaupt hier bist. " Sie lächelte aufmunternd, um ihm vielleicht die Sorge aus der Mimik nehmen zu können. Ihren Kopf hatte sie letztendlich jedoch wieder auf das Kissen platziert, sie musterte ihn von ihrer neuen Perspektive, während sie versuchte mit der Ablenkung die eigenen Gedanken stillen zu können. Sie musterte die Handschuhe, die er zuvor noch abgelegt hatte, um sich von diesen die Details merken zu können. Letztendlich sah sie jedoch wieder zum bekannten Gesicht auf, um sich auch gleich bei ihm zu erkunden. " Hast du schon deine Ruhe bekommen? ", fragte sie schon nach, um ihm hier bei Verneinung nicht noch die letzte Energie zu nehmen, vielleicht war es jedoch auch gut so, dass für einen Moment seine Beine ruhen konnten. Ihr fiel jedoch schon anderes ein, denn sollte seine eigene Freizeit noch nicht gekommen sein, sollte doch wenigstens einer den Schlaf erhalten können. " Wenn du noch müde bist, darfst du dich jederzeit einwechseln.. Damit du fit bist. "
    • Darlin', when the going gets tough, I will never leave you, I will be by your side to protect you.

      Cedric

      Ihr Bett war weich und einladend, aber vor allem auch einige Schichten dicker, als es bei ihm selbst der Fall war. Cedric drückte ein wenig die Matratze ein, als er sich hinsetzte, um auf den Wunsch der Prinzessin hin bei ihr zu sein. Seine Rüstung wog selbst einiges, aber auch er brachte einige Kilos auf die Wage, wobei das Meiste auf die Muskeln zurück ging. Er war trainiert, gab sich mehrmals die Woche dem Training hin, um jegliche Gefahr abzuwehren, falls es nötig sein sollte. Sein ganzes Leben drehte sich eigentlich nur darum, diese Frau zu beschützen, auf ihr Leben aufzupassen, es war eine Bestimmung, eine Aufgabe, denn etwas anderes kam schon gar nicht mehr in Frage. Es waren nicht nur seine Gefühle im Spiel, die ihn dazu brachten sein Leben für die Prinzessin aufzuopfern, es war auch das Bedürfnis danach, etwas nützliches in seinem Leben zu machen, etwas wertvolles.
      Cecilia konnte nicht schlafen, sie war sich jedoch dessen nicht ganz sicher, warum sie es nicht konnte. Es lag sicherlich mit dem Tod der geliebten Königin zusammen, aber dieses Thema sprach der Mann nicht an, er wusste, wie schwer es die Frau hatte damit zurecht zu kommen, außerdem war der Tod der Königin mehr oder weniger verboten zum ansprechen, man riskierte seinen Kopf, wenn man sich darüber unterhielt, jedenfalls als einer der Bediensteten hier im Schloss. Cedric bot der Prinzessin heiße Milch an, er wusste, dass es ihm als Kind immer sehr gut getan hatte und oft auch den Schlaf zurück brachte, aber das wurde schnell verneint, stattdessen brachte es scheinbar etwas, dass er überhaupt hier war. Ein sanftes Lächeln zierte kurz die Lippen des Mannes, als er das der Prinzessin sah, bevor er seine Augen von der Prinzessin runter nahm, um aus dem Fenster nicht weit ihres Bettes zu schauen. Es war dunkel draußen, vielleicht würde ein wenig frischer Luft helfen? Wenn die Kälte um einen herum dazu einladen würde sich nur noch mehr in die Laken einzukuscheln, die Wärme konnte auch müde machen, da überlegte er doch einen Moment länger, ob er es vorschlagen sollte. Eine Alternative gab es mit Sicherheit.. Vielleicht eine Geschichte? Die wurden ihm auch als Kind zahlreich erzählt, als der Schlaf mangelte. Doch noch bevor der Mann dazu kam es vorzuschlagen sprach Cecilia wieder, sie erkundigte sich nach dem Wächter, der seine Augen von dem Fenster nahm, um zu ihr zu blicken. Viel freier Zeit außerhalb der Dienste gab es nicht, lediglich die Möglichkeit des Schlafs und ein freier Tag in der Woche, zwischendurch noch die Zeit dazu seinem Training nachzugehen, aber darüber konnte man nicht viel meckern, denn Cedric bekam hier alles, was er brauchte. Es gab warme Mahlzeiten, ein Bett für ihn und Kleidung, wenn er an seinem freien Tag das Schloss verlassen wollte, was auch erlaubt war. Selten nutzte er die Möglichkeit dafür, aber viel lieber die in dem Grün des Schlosses seinem Training nachzugehen, häufig auch mit den anderen zusammen. Sie wechselten sich ab, einen halben Tag dauerte eine Schicht, die Nacht über, vom Sonnenuntergang zum Sonnenaufgang, oder genau anders herum. Im Winter war es ein klein wenig anders, aber die Männer wussten, wie und vor allem wann sie sich abzuwechseln hatten. Cedric blieb auch gerne ein wenig länger, er gehörte aber auch zu der wirklichen Leibgarde, er verbrachte auch seine freie Zeit bei der Prinzessin, um ein Auge auf sie zu werfen und ihr jeden Wunsch von den Lippen zu lesen.
      Mit einem Lächeln schüttelte der Mann ein wenig den Kopf. "Ich habe noch ein wenig vor mir und bin fit genug, um Euch zu unterhalten.. Solange Ihr nicht schlafen könnt". Cedric hatte Privilegien, die er nicht oft nutzte, aber die Möglichkeit sich jeder Zeit einwechseln zu lassen, um ein wenig Ruhe zu genießen stand nur ihm zu. Er tat es manchmal, um zu einem späteren Zeitpunkt wieder bei der Prinzessin zu stehen, wenn er auf Schlaf verzichten könnte wäre er sicherlich den Tag und die Nacht über bei ihr. "Aber sehr freundlich, dass Ihr mir das anbietet..", er musterte die Prinzessin kurz, sie sorgte sich immer so um ihn. "Wir sollten uns aber besser darum kümmern, dass Ihr Schlaf bekommt.. Schließlich wollt Ihr morgen fit für die Aufgaben sein, die für Euch geplant sind". Da erhob sich der Mann, um zu dem Fenster zu laufen. "Ich würde ein wenig kalte Luft rein lassen und Euch eine Geschichte erzählen, was haltet Ihr davon?". Das hatte er schon einmal gemacht, es war nicht die erste Nacht, die er hier verbrachte. "Oder wollt Ihr, dass ich Euch was vorlese?". Lesen, auch ein kleines Privileg, welches er bekommen hatte, es wurde ihm beigebracht, schon relativ früh, aber die Leibgarde der Prinzessin musste ja mehr, oder weniger gebildet sein.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Cecilia
      Es war das Lächeln ihres Leibwächters, welches sie mit dem nächsten Augenaufschlag erblicken konnte und es zu ihrem neuen Augenmerk verschaffte, was sie in der ruhigen Minute für den kleinen Moment beobachtete. Sie bekam schon so oft die strahlenden Zähne der Bediensteten und der Bürger zu sehen, man gab ihr das Gefühl, willkommen im Sichtfeld eines anderen zu sein und doch war es immer wieder etwas anderes, wenn die erhobenen Mundwinkel beim Blonden zu erkennen waren. Sie kannten sich schon eine gefühlte Ewigkeit, Cedric hatte die letzten Jahre ihres Wachstums mit ansehen können und so hatte sie auch immer einen Blick darauf gehabt, wie er in seiner Aufgabe wuchs, immer weiter seine Verantwortung ernst nahm und sich im Grünen hier daran machte, noch stärker zu werden. Man musste es wohl lieben so zu leben, denn wenn sie den Blick aus dem Fenster hinaus warf und das Training begutachtete, sich einen Moment von ihrem Unterricht und ihren Pflichten ablenken ließ, schüttelte sie nur den Kopf, ihr war es nicht Geheuer. Schon gar nicht der Gedanke daran, dass man auch sie zur Begründung des Trainings nahm, weil man sie verletzen konnte auf allen erdenklichen Arten, und man auf alle jene gewappnet sein sollte. Der Gedanke gab ihr eine Gänsehaut, gab ihr vor allem noch in ihren jungen Jahren eine gewisse Angst, in der Öffentlichkeit zu stehen, doch man gewöhnt sich so ziemlich an alles, wie es schien.
      Ihre Hand strich mehrmals über den seidigen Stoff, der der eigentlichen Decke übergeworfen wurde, malte mit der Zeit auch die Stickereien nach, die sich auf dem Oberlaken befanden. Die Haare, die im Liegen auf ihrer Haut kitzelten, hatte sie weg gestrichen, während sie fragend dabei zusah, wie ihr Leibwächter seinen Blick aus dem Fenster warf. Die Nächte über betrachtete auch sie gerne die Sterne, hoffte doch auf eine einzige Sternschnuppe, die ihr irgendwie dabei helfen konnte, wieder ihren Weg zum Schlaf zu finden, sollte sie bis dahin nicht schon jemanden zu ihrer Seite gerufen. Langsam vermied Cecilia bereits das Schlafen, verbrachte die späten Stunden noch damit den Mond zu betracheten oder ein Buch zu lesen, zumindest bis sie mit dem nächsten erzeugten Krach einen hellhörigen Wächter in ihrem Zimmer erblickte, der sich nach ihrem Wohlergehen erkundigte. Schon oft hatte sie dabei die Gesichtszüge von Cedric sehen dürfen, berichtete davon, dass sie nicht schlafen konnte. Es gehörte nicht zu seiner Aufgabe, sich auch um ihre inneren Kämpfe kümmern zu müssen, doch beide hatten sich bereits so oft in ihren Rolle widergefunden, dass es so ohne Bedenken geschah. In vielen Angstsituationen hatte sie den blonden Schopf in ihrer näheren Umgebung, sei die Angst nun begründet oder nicht, und immer wieder war der blonde Schopf auch derjenige gewesen, der sie aus diesen Situationen heraus holte. Er war wie ihr heimlicher Therapeut, doch sie nannte ihn viel lieber einen Freund.
      Die Braunäugige erkannte das Schütteln des Mannes und so hatte sie die Braue gehoben, ob er sich seiner Antwort sicher war. Er war sich seinen Privilegien natürlich bewusst, doch trotzdem hatte er sie nie so oft benutzt wie Cecilia selbst geahnt hätte. Bloß die Rüstung sah schon zu schwer aus, als würde man es in dieser so lang aushalten können, dass man Tag und Nacht in dieser stehen könnte, ohne sich eine gut berechtigte Pause zu nehmen. Doch vermutlich gewöhnte man sich an das Gewicht, welches sie sich kaum vorstellen konnte, schließlich hatte sie es niemals nötig gehabt, etwas schleppen zu müssen. Immer war jemand in ihren Umkreis, der ihr die Gewichte abnahm, weil es sich für eine Prinzessin nicht schickte, so etwas heben zu müssen. So hatte es jedoch wohl auszusehen, da war ihr Bruder schon um einiges schlechter dran als sie, das Blatt hatte sich aber schon zu viele Male gewendet. Sie sollten sich jedoch laut Cedric lieber im hier und jetzt darum kümmern, dass die Schaflose wieder in den Schlaf findet und damit bereit für ihre nächsten Pflichten ist, da dachte sie selbst kurz nach, was denn nun eigentlich auf dem Plan stand. Letztendlich nickte sie jedoch, erhob den Kopf jedoch wieder fragend, als Cedric sich erhob und zum Fenster lief. Er wollte das Fenster auf machen, frische Luft hineinlassen und ihr etwas erzählen, da schmunzelte sie. " Mir wäre nichts besseres eingefallen.. ", merkte sie schon an, das Ergebnis bei diesem Vorhaben schien auch immer erfolgreich zu sein. Schon damals erzählte die Königin ihr immer wieder gerne Geschichten und Märchen, Cecilia ließ sich diese auch vor dem Schlafen nicht nehmen, weil sie von ihrer Mutter erfahren wollte, wie ihr Leben als große Prinzessin aussah. Mit den Jahren konnte sie nun auch nachempfinden, was man ihr damals erzählte, nur würde sie die Erfahrungen zu gerne auch mit ihrer Mutter teilen wollen. Sie seufzte kurz, aber sah sogleich wieder hinauf zu ihm, um seine Frage nachverfolfen zu können. Er fragte, ob ein Buch besser wäre, so ganz wusste sie selbst nicht. " Was ist dir denn lieber? ", fragte sie schon, schließlich wollte sie es ihm noch irgendwie recht machen, weil er ihr schon genug half. Die Decke zog sie auch schon enger um sich, sodass sie sich auch schon vor der kommenden Kälte schützen konnte.
    • Cedric

      So viele Male hatte er schon hier gesessen und zu einigen Tricks gegriffen, um der Prinzessin vielleicht doch noch ein wenig Schlaf bescheren zu können, da wusste der Ritter schon, was er noch alles versuchen konnte, aber in letzter Zeit, seit dem Tod der Königin vor allem, vermehrte sich die Anzahl der schlaflosen Nächte, was man vielleicht aber auch nachvollziehen konnte. Zunächst öffnete der Mann aber das Fenster, um frische Luft reinzulassen, denn umgeben von Kälter und unter einer warmen Decke war die Müdigkeit auch sehr schnell wieder zurück, jedenfalls kannte er diese Methode aus seinen schlaflosen Nächten, denn auch ihn quälten manchmal die Geister der Vergangenheit. Er dachte darüber aber nicht wirklich nach, setzte sich lieber wieder auf das Bett der Prinzessin, auf welchem er zuvor noch gesessen hatte, bevor seine Augen nach ihr sahen. "Ich kann Euch die Geschichte von dem tapferen Ritter erzählen, der den Drachen erledigte, um das Königreich zu beschützen". Cedric schmunzelte, er hatte viele Bücher in die Hand genommen, um in seiner wenigen freien Zeit sich ein wenig zu bilden, etwas zu finden, was er der Prinzessin erzählen konnte, wenn sie danach fragen würde. Nun, sie fragte dieses Mal nicht, er bot es ihr an, aber er wollte ihr auch Helfen wieder den Schlaf zu finden. "Liegt Ihr denn bequem genug, um die Heldentaten zu hören?", das Schmunzeln wurde noch breiter, bevor der Mann seinen Blick wieder abwendete, um aus dem Fenster zu blicken. Er musste sich konzentrieren, um die Geschichte gut zu erzählen, um die Prinzessin zu beeindrucken und die Spannung zu halten. Vor allem aber hoffte er, dass sie bald schon wieder schlafen konnte.
      "Es fing alles mit dem Ort an, an dem sich der Hase und der Wolf gute Nacht sagen...".
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      Victoria

      Die ersten Sonnenstrahlen haben sich gerade erst ihren Weg durch die Gardinen, da war die Magd aber schon ein klein wenig länger auf den Beinen und gerade dabei den linken Flügel des Schlosses zu verlassen, um sich auf den Weg zu dem Gemächern des Prinzen zu machen. Normalerweise stand sie mit den Sonnenstrahlen auf, aber für den heutigen Tag war eine Jagd geplant und dafür mussten sich alle schneller aus den Gemächern erheben, die dazu gehörten. Dieses Mal war es nur der Prinz, der mit seinen Gästen ausreiten wollte, dafür hatte Victoria aber auch schon gesorgt und weckte den Stallburschen, damit dieser die Pferde satteln konnte. Mit dem Gewand des Prinzen, welches für das Jagen gedacht war, überquerte die Rothaarige auch die Empfangshalle, um auf in den rechten Trakt zu kommen, im welchem der Prinz mit Sicherheit schon auf sie wartete. Sie war sich noch nicht dessen bewusst, ob dieser schon wach war, oder sich womöglich gar erst aus dem Bett bewegte, aber beide Situationen würden in Ordnung sein. Letztendlich gehörte es zu ihren Aufgaben dazu sowohl für den Prinzen, als auch für die Prinzessin zu dienen und dafür zu sorgen, dass diese ihrem Tagesablauf nach gingen, da sie sich jedoch nicht teilen konnte und die Arbeit unmöglich war, gab es deutlich mehr Mägde, die allesamt unter ihrer Hand und ihren Anweisungen agierten. Es war eine große Ehre für die Rothaarige nicht nur die Schulden ihrer Familie abbezahlen zu können, sondern auch noch gleich eine sehr wichtige Aufgabe zugeteilt zu bekommen, aber dafür arbeitete sie hart für die königliche Familie und das auch schon seit gut drei Jahren. Sie kannte sowohl alle Vorlieben des Prinzen, als auch die der Prinzessin und war sich auch dessen bewusst, wie ihr Tagesablauf aussah, selbst, wenn es dabei Extrawünsche gab, wie die Jagd, welche immer wieder auf dem Plan des Tages stand.
      Kurz hatte sich die Frau vor dem Gemächern des Prinzen in die Knie begeben, um mit einem sanften Knicks die beiden Herrschaften zu begrüßen, die sich vor der Tür des Prinzen breit gemacht hatten, sie waren dafür da ihr Leben für ihn zu opfern und alles dafür zu tun, dass es ihm gut ginge. Sie machten ihr dennoch Platz, waren sich vor allem dessen bewusst, warm Victoria hier war, allein schon die Gewänder auf ihren Armen verrieten den Grund für ihr frühes kommen. Sie klopfte an, wartete einen Moment, bevor sie die Gemächer des Prinzen betrat, wie es sich gehörte. Scham war Fehlanzeige, dafür hatte sie den jungen Mann schon in allen erdenklichen Situationen gesehen. "Guten Morgen, habt Ihr gut geschlafen?", ein Lächeln zierte die roten Lippen, während die Frau das Zimmer betrat und die Gewänder säuberlich ablegte. Die Gardinen mussten alle geöffnet werden, um der aufgehenden Sonne Platz zu bieten. "Der Stallbursche bereitet schon die Pferde vor und ich habe Eure Gewänder mitgebracht, nachdem sie gestern von der Schneiderin endlich wiedergekommen sind!". Es gab wohl etwas zu reparieren, aber für so etwas gab es die Schneiderin, die dafür sorgte, dass alles so saß, wie es nötig war. "Braucht Ihr noch einen Moment, oder soll ich Euch schon in die Kleider helfen?". Sie war fröhlich, fast schon zu fröhlich dafür, dass es diese Nacht nicht viel Schlaf gab, aber so etwas ließ sich die Magd nicht ansehen, stattdessen strahlte sie den Prinzen fast schon an, um ihr nicht einmal einen Hauch ihrer Müdigkeit zu zeigen.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Scyllias

      Es war eines der wichtigen Morgen für den jungen Thronfolger, denn mit dem angebrochenen Tag kam auch ein Treffen näher, weswegen in den frühen Stunden ein strikter Tagesplan befolgt werden musste, um weder Verspätungen, noch kleine Fauxpax entstehen zu lassen, die ihn und seinen Ruf als späteren König schädigen könnten. Die Gäste wären da, um die Beziehung zwischen den beiden Königreichen zu kräftigen und Vertrauen aufzubauen, sollten sich Handelmöglichkeiten zwischen den beiden Parteien bilden können. Seine Person musste gekannt sein, er müsste in der Öffentlichkeit präsent sein, um frühzeitig Respekt und Anerkennung zu gewinnen, weswegen auch der König den Prinzen dabei unterstützte, dabei half und ihm hauptsächlich viel Verständnis dafür gab, sollten dafür andere Aufgaben ungemacht liegen bleiben. Doch das war eine Seltenheit, Scyillias war seinen Pflichten sehr wohl bewusst und war verantwortungsvoll seinem Rang und seiner Bildung zufolge, er hatte es sich schließlich zur Aufgabe gemacht, diesem Volk zu dienen und ihnen Erfolg zu bringen.
      Ungleich seiner Schwester, konnte sich der junge Mann mit einem festen Schlaf beglücken. Er sah sich schnell darin einzuschlafen, seine Sorgen kamen lieber im Alltag hoch, während er seine Tätigkeiten durchführte, sich mit zukünftigen Aufgaben anfreundete und daran zweifelte, ob er diese überhaupt gut genug ausführte. Doch aus dem Bett war er trotz des guten Schlafes nicht herauszukriegen, zumindest solange er darin noch keine Nötigkeit erkannte, schließlich waren für den Morgenbeginn auch die Mägde zuständig, die ihm dabei verhalfen, in seine Kleidung zu steigen, ihm den weiteren Verlauf erzählten, um ihm darauf vorzubereiten. Bis dahin hatte er seine Augen weiterhin geschlossen, versuchte bloß nicht wieder einzuschlafen, um der kommenden Magd keine Unannehmlichkeit zu machen, ihn wecken zu müssen. Einige waren nervös in seiner Umgebung, haben seinem Rang zu viel Respekt gegeben, als das man ihn als einen natürlichen Bekannten ansehen konnte, mit ihm sprechen konnte, ohne sich mit Nervösitäten beschäftigen zu müssen. Mit der Zeit konnte er auch diesen die Angst vor ihm nehmen, manche brauchten es erst gar nicht, weil sie ihn bereits in jungen Jahren dienten.
      Es benötigte keine weitere Weile, bis man das dumpfe Geräusch hörte, als sich jemand vor der verschlossenen Tür befand. Er ahnte bereits, wer sich da hinter befand, bat deswegen diese nur umso herzlicher herein, während er sich selbst versuchte aus dem Bett zu bringen, um den Tag starten zu lassen. Ehe er dies jedoch schaffte, erblickte er zuvor den roten Schopf Victorias, die ihm bereits die Kleidung für die Jagd brachte. Sie brachte gewisse Fröhlichkeit mit sich, brachte den Prinzen selbst zum Schmunzeln, denn diese Fröhlichkeit an ihrer Arbeit bewunderte er selbst hin und wieder. Sie begrüßte ihn, fragte nach seinem Schlaf, weswegen er sich langsam aus dem Liegen hievte. " Guten Morgen Victoria.. Ich habe außerordentlich gut geschlafen, danke der Nachfrage. ", erzählte er ihr, während er die Haare aus dem Gesicht machte, sich an das Hinsetzen gewöhnte, um langsam wieder an Kraft zu kommen. Scyllias musterte die bereits wache Dame, beobachtete wie sie die Gewänder ablegte. " Wie war denn deine Nacht, du bist doch nicht schon lang wach, oder? ", fragte er aus Interesse nach, denn er erwischte sie schon oft auf den Beinen, wenn sein eigener Tagesplan dies selbst benötigte. Gerade sollte er sich jedoch auch darum kümmern, sich aus den Federn zu machen, denn so würde er auch Victoria zu sehr verhindern. Sie hatte sich bereits um viele Dinge gekümmert, die den Verlauf verschnellern würde, schließlich waren die Pferde bereits vorbereitet und das Gewand war wieder ganz, nachdem er sich bei der letzten Jagd in einem Ast verfing. " Ich danke dir.. Dieses Mal bin ich wohl vorsichtiger. " Ein sanftes Lächeln machte sich auf seinen Lippen breit, während er auch die Arme ausstreckte, gleich würde er nicht mehr die Möglichkeit dazu haben. Sie fragte ihn, was er gerade wohl bevorzugen würde, da schüttelte er gleich den Kopf, er war bereit für den Tag. Deswegen schlug er mit einem Moment die Decke von seinem Körper, brachte die Beine auf dem Boden, um auch die Dame nicht warten lassen zu müssen. " Wir beginnen lieber mit dem Tag. "
    • Victoria

      Es war eines ihrer Wiedererkennungszeichen.. Das ständige Lächeln auf ihren Lippen, welches so manch Traurigkeit schon vertreiben konnte, als würde es wirklich einem Heilmittel gleichen. Victoria hatte sich mit der Chance im Palast zu arbeiten versprochen die Trauer nicht an sich zu lassen, sondern dankbar für all die Chancen, welche sie hier bekam: Es gab einen Dach über dem Kopf, etwas warmes zu Essen und Arbeit, die vor allem sehr wichtig schien. Das Leben hier im Palast hatte einen Sinn und selbst bei Krankheit gab es hier das, was man benötigte, da konnte man einfach nicht anders, als dafür dankbar zu sein, was man bekam. Victoria hätte es deutlich schlimmer treffen können, vor allem aufgrund der Schuld, in der ihr Vater dem König stand, man hätte sie auch einfach nur mit einem Mann verheiraten können, der Geld für sie bieten würde, sie würde unglücklich werden, Kinder gebären und nichts aus ihrem Leben machen, hier im Schloss hatte sie derweil ganz andere Möglichkeiten und vor allem Rechte, die sie sonst nicht hätte. Sie hatte etwas zu sagen, hatte sich ihre Position erkämpft und kannte damit auch sowohl den Prinzen, als auch die Prinzessin inn und auswendig.
      Victoria hatte die Gewänder abgelegt und sich auf dem Weg zu den Vorhängen nach dem Schlaf den Prinzen erkundigt, der die Frage nur positiv beantworten konnte. Aus dem Augenwinkel heraus erblickte sie ihn, er hatte sich aufgesetzt, wollte wach werden, während die Frau die schweren Vorhände zur Seite schob, um Licht rein zu lassen. Ob sie schon lange wach war, definitiv. Ein Schmunzeln bildete sich mit dieser Frage auf ihren Lippen, während Victoria den Prinzen für einen Moment musterte. "Wenn ich nicht vor Sonnenaufgang aufstehen würde, dann würdet Ihr nicht zum Sonnenaufgang mit Eurem Vater auf die Jagd gehen können", ihre Nächte waren immer sehr kurz. "Aber ich habe trotzdem gut geschlafen, vielen Dank". Es war zu wenig, aber es war gut, erholsam vor allem..
      Die Vorhänge wurden zur Seite geschoben, da öffnete die Magd auch noch eines der Fenster, um frische Luft rein zu lassen und damit die Müdigkeit des Prinzen vielleicht ein wenig zu vertreiben. Sie erkundigte sich nach seinem Wunsch, nachdem der Prinz ihr bestätigte, dass er dieses Mal mehr auf seine Kleidung aufpassen wird, aber das war jetzt auch nicht das Problem. "Die Schneiderin braucht auch Arbeit", da lächelte Victoria nur noch breiter. "Ihr solltet lieber aufpassen Euch nicht zu verletzen..Ich möchte Euch nicht nachher verarzten müssen..". Das war wohl war, aber viele Ratschläge konnte die Frau dazu auch nicht geben, immerhin war sie sich nicht einmal dessen bewusst, wie man richtig das Gewehr hielt, mit welchem die Herrschaften gleich schießen werden, um hoffentlich dieses Mal ein Reh zu erledigen.
      Der Prinz wollte mit dem Tag anfangen, er erhob sich auch und schien wach genug zu sein, um sich vorbereiten zu lassen, da nickte die Magd sanft mit ihrem Kopf und bewegte sich auch schon wieder los, um zu dem Ankleidebereich des Zimmers zu gehen. Die Gewänder für die Jagd waren fertig, die hatte sie mit gebracht, aber die Schuhe musste sie noch aus dem Schrank heraus holen und die Unterkleider, die der Herr anziehen musste. "Wollt Ihr vor der Abreise gleich noch einen warmen Tee trinken?", sie hatte die Schuhe heraus geholt und auf den Herren gewartet, um ihm zu helfen aus seinem Schlafgewand heraus zu steigen. "Oder wollt Ihr bis zu dem Frühstück nachher warten?". Sie half ihm noch in die neuen Gewänder zu steigen, vor allem die Weste anzuziehen und die Schuhe zu schnüren, denn dafür gab es sie, das gehörte zu ihren zahlreichen Aufgaben.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Scyllias

      Die junge Magd hatte ihm keine direkte Antwort auf seine Nachfrage nach ihrem Schlaf gegeben, hatte eher seine Verwunderung sie hier so früh antreffen zu können damit begründet, dass sie schließlich hier alle ihre Termine einzuhalten hatten und war die Dame bis dahin nicht auf den Beinen, würde letztendlich das Kartenhaus ineinander fallen, Scyllias würde mit seinem Vater verspätet zu ihrer Jagd am Morgen erscheinen und nicht vielleicht noch ihre Gäste damit verärgern. Sie hatten alle hier ihre Verantwortung zu tragen, so war der Brünette nur umso dankbarer Victoria an seiner Seite begrüßen zu können, auch wenn er ihren Verlauf ein wenig damit verhindern musste, nicht sofort aus dem Bett zu steigen. Zuvor hatte er die Arme nochmal nach oben gestreckt, beobachtete sie dabei wie sie auch die Helligkeit wieder in das Gemach einließ, um sogleich schon bald beginnen zu können. Die frische Luft war direkt in den Haaren zu spüren gewesen, es schien umso leichter wieder durchzuatmen und auch wenn es dem Prinzen womöglich noch gar nicht danach ist, hatte er sich langsam aufgerafft, hatte er auch erkannt, dass Victoria nichts weiteres außerhalb der Ankleidung seinerseits mehr zu machen hatte. Derweil sprachen sie noch über die zugenähten Löcher in seiner Kleidung, dass er lieber auf das eigene Wohl im Wald zu achten hatte, statt der Schneiderin ihr die Arbeit wegzunehmen. Der Brünette schmunzelte etwas und nickte, als er die Decke bereits zur Seite schob . " Und wenn ich mich verletze, dann doch hoffentlich für ein erlegtes Tier. " Nicht wieder wollte er ohne irgendeinen Gewinn aus dem Wald hinaustreten, es war wie eine Niederlage, nichts gemeinsam gefangen zu haben. Doch letztendlich konnten sich die beiden letzten Männer in der Familie annähern, wenn sie auch bei der Jagd still zu sein hatten. Sie hatten etwas, womit sie sich verbinden konnten, hatten eine gemeinsame Beschäftigung und konnten auch noch die Prinzessin damit beglücken, sich wieder am Esstisch die endlos langen Geschichten und Faszinationen der Männer anhören zu müssen.
      Wie es ihr Routinemorgen bereits die letzten Tage aussagte, hatte sich Scyllias in den Ankleidebereich gemacht und hatte sich dort platziert, um verwundert über den Stoff zu streichen, welcher wieder fest zusammengenäht wurde. Die Naht schien ihn mit der Farbe wie unsichtbar, so war er froh darüber, dass die Kleidung trotz seiner Unachtsamkeit noch ihr ordentliches Aussehen behielt, zu oft hatte sie auch schon an die grüne Farbe des Rasens aufgenommen, weil er sich zu lange auf diesem aufhielt. Was ihn dieses Mal erwartet würde hatte ihn schon in den Bann gezogen, stellte es sich bloß vor, solange er auch Victoria noch dabei zusah, wie sie die Stiefel aus dem Schrank holte. Er überlegte sich seine Entscheidung, wann er nun womöglich ein heißes Getränk zu sich nehmen wollen würde, doch seine Antwort hatte sich darauf beschränkt, einen heißen Tee lieber am späteren Morgen zu genießen. " Ich werde bis zum Frühstück warten, trotzdem danke, Victoria. ", antwortete er ihr höflich, hatte sich sogleich mit ihrer Hilfe in seine Kleidung begeben und hatte ihr die schwierige Schnürung der Weste überlassen, so hatte er noch nie das Fingerspitzengefühl dafür gehabt, es alleine fest zu machen. Als sie mit der Kleidung fertig wurden, hatte er nach Belieben nochmal die Ärmel richtig an seine Handgelenke platziert und trat die ersten Schritte entlang des Zimmers hin und her. Sie hatten vor weniger Zeit noch kurz über seinen Vater gesprochen, weswegen ihm überhaupt die momentane Frage aufkam, wie es organisatorisch mit dem König aussah. " Ist mein Vater schon wach? ", fragte er also, würde vielleicht noch ein paar Worte mit ihm vor ihrer Abreise wechseln, um es sich nicht bei der Jagd zu vermasseln.
    • Neu

      Victoria

      Den Prinzen zu versorgen war eine ihrer einfachsten Aufgaben, denn wenn Victoria ehrlich war, war der Mann sehr pflegeleicht , passte sich gut an und spielte ihr nicht gegen ihren Plan, den sie brauchte, um all ihre Aufgaben zu erledigen, bevor die nächsten erscheinen würden. Natürlich war sie heute noch früher aufgestanden, um den jungen Mann für die Jagd fertig zu machen, aber auch wenn sie ihn darauf ansprach demnächst ein klein wenig vorsichtiger zu sein, hatte er gleich einen kecken Spruch zurück, bei dem die Magd ihre Augenbraue hoch hob. "Wenn Ihr Euch verletzt und ich Euch wieder pflegen darf, werdet Ihr mich dieses Mal deutlich kennen lernen, mein Herr", er sollte jetzt nicht um jeden Preis das Tier aus dem Wald bringen, darum ging es nicht und auch wenn ihre Worte deutlich strenger waren, gab es dennoch einen liebevollen Unterton bei ihnen, der sich eigentlich auch nur Sorgen um den Mann machte.
      Victoria kleidete den Mann an, half ihm aus seinem Schlafgewand, um ihm in die Jagdsachen zu helfen, die nackte Haut, die sie dabei zu sehen bekam war zur Gewohnheit geworden, es gehörte dazu und war so normal, wie jede andere Aufgabe, die sie erledigen musste. Für Scham gab es hier keinen Platz, vor allem keine Zeit und wenn sie keine Scham zuließ, würde es auch keine geben, hatte man ihr Mal ganz am Anfang als einen Tipp gegeben. Sie hatte auch nach einem Tee gefragt, hatte noch die Zeit einen vorbereiten zu lassen, zu solchen wichtigen Terminen war das ganze Schloss schon vorher wach, war schon vorher bereit und wartete nur auf Anweisungen, aber der Prinz entschied sich dagegen, bedankte sich aber dennoch, was der Frau ein kleines Lächeln auf die Lippen zauberte. Sie nickte ihm zu, widmete sich der Schnürung der Weste zu, um dem Mann dann die Möglichkeit zu überlassen, die letzten Handgriffe selbst zu erledigen. Ihre Augen musterten den Prinzen, während er einige Schritte durch das Zimmer tat, um zu sehen, ob alles seine Richtigkeit hatte. Kaum war der Mann stehen geblieben kam Victoria auch schon auf ihn zu, um ihm die Weste noch einmal zu richten, die nicht ganz gerade anlag, wie sie es gerne hätte. Die Frage nach dem König war simpel zu beantworten, den König hatte sie schon unten gesehen. "Der König genießt schon seinen Tee unten und wartet, bis Ihr aufbrechen könnt",antwortete die Magd und stellte sich vor den Prinzen noch einmal, um sowohl ihn, als auch seine Kleidung zu mustern. Sie griff noch einmal nach dem störenden Kleidungsstück, es war ein wenig zu groß, wenn man ihr Auge fragen würde, aber es enger zu zu schnüren würde dem Prinzen die Luft zum Atmen nehmen. "Ich befürchte, ich muss die Weste zum Umnähen bringen, wenn Ihr zurück seid.. Ihr habt wie es scheint ein wenig an Gewicht verloren". Ob das mit dem Stress zusammen hing, oder es einfach nur von selbst kam wusste sie nicht, aber es war ihr aufgefallen.
      Victoria blickte hoch zu dem Prinzen, um ihm ein kleines Lächeln zu schenken. "Aber für Heute sollte es noch passen.. Habt Ihr noch einen Wunsch, mein Herr?".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."