My Angel the Criminal ?! [Celecat & Sohira]

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    • My Angel the Criminal ?! [Celecat & Sohira]

      RPG Vorstellung

      Es war früh am Morgen als sich Erik auf den Weg zur Arbeit machte. Joshua hatte ihm unter dem Namen Martin Smith einen Aushilfsjob in einem kleinen Lebensmittelladen besorgt, und sich als seine Vertretung ausgegeben. Die Inhaberin wüsste Bescheid und er könne sofort anfangen. Zwei Wochen lang würde er dort die Regale einräumen und den Kunden helfen, danach sollte er in eine andere Wohnung ziehen und den Job wechseln. Immer lange genug, um etwas zu lernen, aber nur so lange, wie ihn keiner erkannte. Das war Joshuas Mantra gewesen, und bis jetzt hatte es sich als sehr effektiv herausgestellt. Erik hatte sich daran gewöhnt immer neue Wohnungen zu beziehen, neuen Menschen zu begegnen ohne ihnen in Erinnerung zu bleiben und in der Großstadtmasse unterzutauchen. Hier in New York würde das noch einfacher werden als in den Städten davor, das dort vorherrschende, schnell überschaubare soziale Geflecht hätte ihn auf Dauer entlarvt, und so beschlossen Joshua und er dass es Zeit war für die Anonymität einer richtigen Großstadt.
      Joshua hatte ihm eine kleine Wohnung in einem Wohnviertel außerhalb des Zentrums besorgt, weit genug von jeglicher Kriminalität, die Erik dieses Jahr bereits erleben musste und für die er vermutlich schon wieder von der Polizei gesucht wurde. Dennoch war die Gegend nicht ganz verschont geblieben von Arbeitslosigkeit und Armut. Zwischen älteren Menschen, die sich kaum die Miete leisten konnten, und Studenten, die keine andere Wahl hatten als in Wohngemeinschaften zu leben, lagen die unübersichtlichen Wohnblocks, die einfache, gerade geschnittene Wohnungen enthielten, in denen man unter einigermaßen würdevollen Bedingungen leben konnte. Seit seinem 16. Lebensjahr hatte Erik keine Anforderungen an seine Bleibe gestellt. Er musste dort nur schlafen und seine persönlichen Gegenstände unterbringen können. Vor allem aber durfte er in keinem amtlichen Dokument erscheinen, weder in einem Mietvertrag, noch einem Arbeitsvertrag, noch sonst wo. Wie auch immer Joshua das machte, bis heute hatte Erik weder auf der Straße schlafen noch um seine Jobaussichten fürchten müssen.
      Er lief die Straßen seines Blocks entlang, um ihn herum eine Vielzahl an Menschen. Manche gingen mit ihren Hunden Gassi, manche kauften eine Zeitung, Kinder wurden von ihren Müttern zum Schulbus gescheucht, die Läden öffneten ihre Türen. Nicht mehr weit, dann wäre er da. Der Laden war in der Nähe vom Friedhof, der Straßenverkehr war hier nur mäßig, dafür gab es mehr Menschen auf den Straßen. Als er an den Toren zum Friedhof vorbeiging sah er zur Kirche. Das kleine Gebäude mit den Bäumen wurde von riesigen Häuserblöcken eingeengt. Der hohe, schwarze Zaun schien mit dem Platzmangel zu kämpfen, während die Kirche fast schon fehl am Platz wirkte, je länger man sie betrachtete. Dabei war die Kirche sicherlich um einiges älter als das ganze Viertel.
      Er war da. Vorsichtig öffnete er die Tür und trat ein. Eine freundliche, hoch gewachsene junge Frau, etwa in seinem Alter, ging sogleich breit lächelnd auf ihn zu.
      "Hey, du bist Martin Smith, oder?", fragte sie freundlich und schüttelte ihm die Hand.
      "Willkommen, dein Kumpel Benjamin hat mir schon von dir erzählt. Muss ätzend sein, wenn die eigene Mutter eine O.P. benötigt. Eigentlich stellen wir Aushilfen für mindestens drei Wochen ein, aber bei dir habe ich mal eine Ausnahme gemacht.", zwinkerte sie und ging mit ihm in das kleine Büro hinter der Theke.
      "Sooo...also, mir wurde gesagt dass du ein ganz schlauer, freundlicher bist und man dich auch auf die Kunden los lassen kann.", grinste sie und holte einen Aushilfsvertrag raus.
      "Das ist der Vertrag, du arbeitest genau zwei Wochen bei uns und wir zahlen dir das Geld dann in Bar aus.", sie sah ihn an, und er nickte.
      "Gut, dann unterschreibe bitte hier und ich zeige dir was du heute alles machen musst.", sagte sie fröhlich und er nahm einen Kugelschreiber vom Schreibtisch. Immer, wenn er einen Aushilfsjob antrat, spannte Joshua eine Geschichte um seine Person. Dieses Mal hatte er sich wieder eine O.P.-Geschichte ausgedacht, irgendeine ihm nahe stehende Person bräuchte demnächst Hilfe und Erik müsste da noch finanziell aushelfen. Nicht, dass Erik ein Freund von Lügen wäre, aber irgendwie musste auch er über die Runden kommen. Und das unerkannt. Und Joshua wusste schon, was er tat. Erik musste einfach nur mitspielen.
      "Bitte", sagte er und reichte ihr den Vertrag. Dann sah sie ihn verblüfft an.
      "Ach, vor lauter Tatendrang habe ich vergessen mich vorzustellen, ich bin Marie Hams. Ich vertrete die Inhaberin von Zeit zu Zeit, wie du sicher weist ist sie zwei Wochen nicht da und, naja, da habe ich das mit deinem Vertrag durchwinken können. Sie ist eine alte Lady und lebt in dieser Hinsicht noch in der Vergangenheit. Aber naja, sie muss auch nicht alles wissen."
      Marie heftete das Dokument ein und ging mit ihm in das Lager. Sie stellte sich selbstbewusst hin und zeigte auf einen kleinen Wagen und die Kisten.
      "Also Martin, es ist eigentlich ganz simpel, du gehst die Regale durch und prüfst welche Produkte fehlen, dann kannst du sie hier draufstapelt-", sie tippte auf den Wagen, "- und sie einräumen. Ich gebe dir noch ein Namensschild damit die Kunden wissen dass sie dich ansprechen können. Schau dir einfach grob an wo was steht damit du ihnen helfen kannst. In der Regel fragen die älteren Damen und Herren nach Sachen wie Brot, Milch und Käse. Der eine Opa mit dem geflochtenen Einkaufskorb und dem Barette hat Demenz, der fragt jeden Tag nach einem Orangensaft, einer Kartoffelsuppe in der Dose und Schmelzkäse. Damit du Bescheid weißt.", schloss sie und ging wieder in das Büro. Erik nahm sein Namensschild entgegen und befestigte es an seinem Sweatshirt.
      "Wenn du Fragen hast, ich bediene die Kasse. Wir haben jetzt...", sie sah auf die große Uhr und verzog das Gesicht, "...ja, die ersten Kunden kommen in etwa 10 Minuten, bis dahin kannst du dich noch etwas umsehen. Wenn es klingelt gehe ich nach hinten und hole die Lieferung ab, so lange musst du dann die Kasse machen.", schloss sie und grinste ihn an. "Werde ich machen.", sagte Erik und trat mit Marie in den Laden.

      Sogleich machte er sich an die Arbeit und ging die Regale durch. Der Laden war in etwa genauso aufgebaut wie die, in denen er schon häufig ausgeholfen hatte. Bis auf ein paar Konserven schienen die Regale noch recht voll zu sein, und so schob er die fehlenden Produkte aus dem Lager nach vorne und begann mit dem Einräumen. Sein Arbeitstag verlief ruhig, die Kunden kamen teilweise in Schüben und kauften vergleichsweise viel, sodass er praktisch die ganze Zeit mit Nachfüllen und Einräumen beschäftigt war. Wie Marie bereits gesagt hatte, sprachen ihn ältere Damen wegen Kleinigkeiten an und erzählten ihm außerdem noch von ihren Kindern und Enkeln, die gerade in der Schule waren. Immer, wenn er in so ein Gespräch verwickelt war, schielte er zu Marie, die ihm aufmunternd zuzwinkerte. So sind sie eben, die guten Damen, hatte sie ihm später zugeflüstert. Auch der ältere Herr mit dem Barette und dem geflochtenen Korb kam in den Laden, und fragte nach einem Orangensaft, einer Kartoffelsuppe in der Dose und Schmelzkäse. Erik hatte sich diese Dinge bereits beim ersten Durchgang gemerkt und konnte den Mann direkt hinführen.

      Die Stunden vergingen, während Erik die einfache Tätigkeit nutzte um nachzudenken. Erst kürzlich hatte er sich in einen ziemlich heftigen Bandenkrieg verlaufen, also wortwörtlich verlaufen, er hatte an nichts Böses gedacht und stand auf einmal mitten in der Verwüstung. Unzählige Menschen wurden erschossen, eine Tatsache, die eigentlich jeden hätte schockieren und über die jede Zeitung hätte berichten müssen. Allerdings gab es an dieser Sache einen kleinen Hacken, denn faktisch ist nur ein Unschuldiger ums Leben gekommen. Der Leichenberg, den Erik miterlebt hatte, war für die Beamten unbedeutend gewesen.
      Zwei aggressive Banden stehen seit Jahren im Krieg und erschießen sich bis auf zwei Mitglieder vollständig. Die beiden Überlebenden landen im Gefängnis und die Polizei hat nichts anderes übrig gehabt als sich über die erledigte Aufgabe, auf die sonst keiner Lust hatte zu freuen. Manche Menschen werde ich wohl nie verstehen...
      dachte er sich kopfschüttelnd.
      Nach Ladenschluss verabschiedete er sich von Marie und machte sich auf den Weg in seine temporäre Bleibe. Obwohl er sich heute Morgen vorgenommen hatte einen großen Bogen um den Friedhof zu machen, ging er einfach schnurstracks an ihm vorbei. Es war schon dunkel geworden und das Licht der Straßenlampen wechselte sich ab von einem unangenehmen Weiß zu einem penetranten Gelb. Erik war etwas müde und hatte sich die Kapuze über den Kopf gezogen, um nicht von irgendwelchen Leuten, allen voran Kriminellen, erkannt zu werden. Von denen gab es in New York mehr, als den Leuten lieb war.

      Zuhause schließlich schmiss er seine Jacke auf den Stuhl und setzte sich auf die Couch. Sein Laptop lag neben ihm, doch er hatte heute keine Lust mehr mit Joshua zu schreiben. Der Umzug von vor zwei Tagen war ungewöhnlich ermüdend, und die Menschen, denen er auf dem Weg zur Arbeit begegnet war, einfach nur anstrengend gewesen. Eigentlich seltsam, denn normalerweise hatte Erik keine Probleme damit sich in Menschenmassen zu bewegen oder neue Leute anzutreffen. Doch seit einigen Tagen fühlte er sich etwas seltsam, als ob ihm allmählich alles zu viel wurde. Kein gutes Zeichen, wie er fand. Er würde Joshua davon erzählen, aber nicht heute, denn heute wollte er einfach nur noch schlafen.

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    • "Mhmmmmhh" ein leises Murren kam von Mia heraus als genau um Punkt 06.00 Uhr früh ihr Wecker anfing zu klingeln.
      Wie sehr hatte sie diesen Wecker gehasst ?
      Mia fragte sich schon immer, welcher Mensch auf dieser Erde eigentlich diese bekloppte Idee hatte so ein Gerät herzustellen ?
      Kein Mensch war mit diesen Ding glücklich gewesen, noch weniger, wenn dich ein Wecker daran erinnerte, dass man aufstehen musste um sich für die Arbeit fertig zu machen.
      Es war ja nicht so gewesen als würde sie ihre Arbeit hassen, Nein, ganz im Gegenteil. Seit sie befördert wurde, liebte sie es umso mehr noch ihrer Arbeit nachgehen zu können, da es einfach mehr Verantwortung hieß und sie die Fälle nun so leiten konnte wie sie es für richtig hielt, ohne, dass ihr jemand dazwischen funkte. Doch andererseits zog es auch jeden Tag seine Nachteile, welche man sich für niemanden wünschte.
      Wie oft hatte sie schon einen Agenten verloren ?
      Wie oft hatte sie nicht selber schon darüber nachgedacht die richtige Entscheidung getroffen zu haben ?
      Doch solche Aufgaben gehörten einfach dazu und wenn man nicht daraus lernte und damit umgehen konnte, dann war man schon grundsätzlich nicht für diesen Posten geeignet.
      Als der Wecker schließlich nicht aufhörte zu läuten, streckte Mia nach einer langen Weile ihren Arm aus um mit einem Klick den Wecker auszuschalten. Sie war defintiv kein Morgenmensch gewesen aber irgendwann musste sie das Bett verlassen und wenn sie es nicht gleich tat, dann würde es die blondhaarige auch später nicht schaffen.
      Daher rappelte sie sich etwas auf, streckte sich erstmal bevor sie sich doch dazu entschied es zu verlassen und sich auf dem Weg in die Küche zu machen, wo auch schon als erstes die Kaffeemaschine eingeschalten wurde bevor sie eine Tasse aus dem Regal holte, diese drunter stellte und den Knopf betätigte sodass diese loslegen konnte.
      Währenddessen nahm sie die Fernbedienung im Wohnzimmer und schaltete den Fernsehr ein um so die Nachrichten nebenbei mitbekommen zu können. Doch außer das Wetter und irgendwelchen Unfällen gab es heute nichts besonderes zu berichten.
      "Also so wie jeder anderer Tag auch" murmelte sie leise vor sich her, holte sich ihre Tasse, trank den Kaffee schnell aus bevor sie sich ins Bad machte, sich danach umzog und nach draußen ging.

      Für Mia war es wichtig jeden Tag eine Runde in der Früh laufen zu gehen.
      Die Firma schrieb zwar vor, Sport unten im Keller, welchen jeden Agenten zustand, zu benutzen um so jeglliche Power und Gedanken zu verabreiten geschweige denn sich weiterhin fitt zu halten und zu üben sollte man der schlimmste Fall eintreten, doch hielt Mia eher mehr davon ihren eigenen Sport zu Hause im Privaten zu erledigen und da ihr das Laufen ziemlich gut half den Kopf frei zu bekommen hatte sie auch so wenigstens die Möglichkeit etwas von der Stadt mitzubekommen.
      Es dauerte nicht lange bis sie schließlich schon loslief und wie gewohnt ihre Strecke lief. Jeden Tag versuchte sie zwar immer ein wenig weiter zu kommen, doch wusste auch jeder Läufer, dass man es auf keinen Fall übertreiben durfte.
      Da Mia auch in der Nähe des berühmten Central Park lebte, hatte sie genügend Möglichkeiten ihre Runden zu laufen. Zum anderen war es auch wirklich schön gewesen etwas Natur in der Stadt zu haben weshalb es auch extremst angenehm war etwas anderes außer Dämpfer von Autos oder sonst was einatmen zu können.
      Die blondhaarige lief eigentlich knapp über eine Stunde jeden Tag doch wurde dies heute nach gut 45min schnell unterbrochen als plötzlich unterwegs ihr Handy zum läuten anfing, welches sie immer dabei hatte, sollte mal etwas passieren.
      Langsam reduzierte sie ihr Tempo, bis Mia schließlich zum stehen kam und ohne auf den Display zu achten ging sie auch schon mit einem "Williams ?" ans Handy.
      "Mia ? Hier ist Don" gab kurz der Andere auf der anderen Seite des Hörers bekannt "es geht um den Bandenkrieg welcher sich vor kurzem in der Stadt abgespielt hat. Danielle hat ein paar Informationen herausbringen können. Das solltest du dir ansehen" brachte er es gleich auf den Punkt, da er genau wusste wie sehr es sie hasste, wenn man lange um den heißen Brei sprach.
      "Alles klar, ich bin gleich da" meinte Mia noch drauf, legte auf und machte sich gleich auf den Weg nach Hause, wo sie sich noch kurz unter die Dusche schmieß, bevor sie sich für die Arbeit umzog und mit ihren Wagen schon Richtung Büro fuhr.

      Der Bandenkrieg war zwar nicht erst eine Sache gewesen, welche sich vor Kurzem erst ergeben hatte, doch erst seit gestern, als ihr Chef sie in sein Büro holte, bekam sie die Aufgabe sich auf diesen Fall zu stürtzen und alle Banden dingfest zu machen.
      New York ist zwar die Stadt die niemals schläft aber richtig sicher war es in gewissen Flecken auch nicht gewesen und da Mia eigentlich fast nie einen Fall sausen lies geschweige denn daran versagte, überließ diesmal ihr Chef diese Verantwortung und hoffte darauf, dass endlich Ergebnisse geliefert wurden.
      Vor ihr arbeiteten schon 3 Agent's an diesem Fall doch schien jeder keine weiteren Informationen holen zu können.
      Als sie schließlich das Auto unten in der Firmengarage parkte und mit dem Aufzug in ihren Stockwerk fuhr, stand bereits Don schon hier und übergab ihr auch gleich die Fallakte in die Hand.
      "Guten Morgen, und wie sieht es aus ?" wollte sie gleich wissen während ihr Blick in die Akte geworfen wurde und auch umhergeblättert wurde.
      "Unsere Leute haben gestern in einem kleinen Eck eines Gebäude's eine Kamera entdeckt weshalb Danielle sich heute auch gleich mit der zuständigen Person gesprochen hat welcher ihr anschließend das Video übergab. Es ist zwar beschädigt aber sie hat auch einige Sachen rausholen können" erklärte er in Kurzfassung und brachte sie in den Videokonferenzraum wo Danielle bereits fleißig daran arbeitete es etwas schärfer und ohne Verzerrungen hinzubekommen.
      "Guten Morgen" begrüßte Danielle ihre Chefin, welches Mia nur erwiederte und gleich darauf auf die Leinwand blickte.
      "Bekommst du das hin ?" kam es fragend aus ihr heraus als das Bild plötzlich wieder zu flackern anfing.
      "Die Datei ist zwar etwas beschädigt aber ich sollte es gleich haben" meinte sie zuversichtlich, weshalb sich Mia wähenddessen auf einen der freien Stühle setzte und die Füße nach oben lagerte sodass diese auf dem Tisch zu liegen kamen.
      Und so wie es Danielle versprochen hatte, dauerte es wirklich nicht mehr lange bis das Bild klarer wurde und sie es auch gleich von Anfang an abspielte.
      Dabei konnte man alles zwar gut erkennen doch fing das Bild irgendwann wieder zu flackern an, kurz nachdem ein junger Mann mit einer grünen Jacke darauf abgebildet, auftauchte.
      "Was ist denn jetzt los ?" fragte Mia gleich etwas überrascht wobei aber auch ihr Ton etwas sauer wurde.
      "Das ist leider die beschädigte Version. Die Kamera war etwas von außen beschädigt also denken wir, dass sie entdeckt wurde und man auch versuchte das Bild auszuschalten" erklärte Danielle ihrer Chefin wobei Mia aufstand und sich auf den Bildschirm zubewegte.
      "Geh nochmals zurück auf den Moment wo der Typ da mit der Jacke erscheint" meinte sie noch und gab ihr dann das Zeichen zu stoppen.
      Woher kam dieser plötzlich ?
      Auf der Kamera war nirgendwo zu erkennen, dass er von irgendwo herkam. Er war einfach da.
      "Wer ist das ?" blickte sie fragend zu Don welcher den Kopf schüttelte.
      "Wir lassen zwar das Bild durch die Datenbank laufen aber bisher kein Ergebnis"


      "Live your Life......you only have this one chance !"
    • "Erik! Was ist passiert?"
      ...
      "...Melly!! Spuck es aus! Bitte spuck es aus!!..."
      zum fünften Mal hatte er Mellys Bauch abrupt und fest eingedrückt, doch sie keuchte und würgte noch immer. Er war verzweifelt, so sehr wie nie in seinem Leben zuvor. Panisch drückte er erneut, doch es half nichts.
      "...Hilfe, bitte helft mir!!!..."
      er schrie aus vollem Hals, doch Niemand schien ihn zu hören. Die Musik drang aus der Halle, es war ein lauter Track der zur Zeit in allen Charts kursierte. Wer würde da schon freiwillig die Party verlassen oder auf seine Hilferufe achten?
      "...Melly...bitte...spuck es endlich aus..."
      wimmerte er, während ihm Tränen herunter liefen. Das Mädchen schüttelte sich, und Erik drückte sie erneut, diesmal etwas höher, danach etwas tiefer. Sie bekam keine Luft, sein Herz raste in Panik. Er griff ihr an den Hals und drückte von unten nach oben, sie krallte sich an seinen Händen fest und keuchte. Er drückte fester, versuchte den Fremdkörper aus ihrem Hals in ihren Rachen zu bekommen, doch nichts half. Ihr Griff lockerte sich.
      "...bitte nicht..."
      würgte er, während Mellys Hände erschlafften und nach unten fielen. Sie wurde schwer und fiel auf den Boden, Erik wurde mitgezogen und fiel in voller Länge auf sie drauf. Auf einmal spuckte sie den Käfer aus, einen ziemlich großen, der sodann die Flügel öffnete und davonflog. Erik sah dem Insekt ungläubig hinterher. Im Ernst?
      Dann drehte er Melly hastig um und fühlte ihren Puls.
      "Nein..."
      er hörte an ihrem Mund, doch sie atmete nicht mehr.
      "Nein!"
      er fing an sie wiederzubeleben, wechselte von ihrem Herzen zu ihrem Mund, doch sie regte sich nicht.
      "Hilfe!!! Verdammt, ruft einen Krankenwagen!!!"
      schrie er aus vollem Hals, doch keiner war hier. Das kann nicht sein!
      Er machte weiter und griff in seine Hosentasche. Sein Smartphone war leer, irgendeiner hatte es ihm aus der Hand gerissen und unbedingt diesen einen Typen filmen müssen der sich drei Flaschen Vodka auf einmal gab. Er ging wieder an ihren Mund, dann wieder an ihr Herz. Mellys Smartphone! Er suchte sie schnell ab und fand es. Es hatte noch Akku, Erik drückte auf Notruf und aktivierte den Lautsprecher.
      ~Hallo? Notrufzentrale von-
      "Ich bin an der Schule, hinten auf dem Sportplatz. Ein Mädchen hat sich an einem Käfer verschluckt und atmet nicht mehr. Bitte sofort hierher kommen, ich versuche sie gerade wiederzubeleben! Sie atmet nicht mehr und hat keinen Puls!!"
      schrie er voller Panik und ging wieder an Mellys Gesicht.
      ~Ja, wir sind unterwegs!
      Erik weinte, sie hatte sich seit zwei Minuten nicht geregt, doch er konnte nicht aufhören, er wollte nicht aufhören. Das war absurd, einfach nur absurd. Sie musste leben, sie musste einfach wieder leben!
      "Na?!", eine spöttische, ruhige Stimme kam von der Seite. Erik schreckte auf. Eine weiße Fratze erschien, die Brauen waren verzerrt, ein riesiges Lächeln war über das halbe Gesicht gezogen. Erik schluckte. Ein Clown...?
      "Junge, geh da weg...", kicherte er sanft und holte seine Arme nach vorne. Eine Kettensäge blitze im Licht der blassen Scheinwerfer an der Turnhalle. Erik konnte sich nicht bewegen.
      "Junge, weg da!", sagte der Typ deutlicher und ein lautes, prasselndes Geräusch durchdrang Eriks Ohren. Der Clown hob die Kettensäge und lachte.
      "Renn weg, Junge, hahahahaha...!", Erik sprang auf und rannte. An der Ecke zur Turnhalle kam er zum stehen. Was tat er da? Wieso ließ er Melly zurück? Er sah zur Stelle, von der er eben geflohen war. Eine rasende Kettensäge bohrte sich in Mellys Körper, der Clown schwang das Gerät von einer zur anderen Seite. Eine dunkle Flüssigkeit spritzte in alle Richtungen. In seiner Fratze waren weiße Zähne zu sehen, ein fröhliches Summen war zu hören. Erik krallte sich an der Mauer fest und spuckte. Sein Magen verkrampfte sich schmerzhaft, doch es kam nichts weiter raus. Vor lauter Aufregung über sein Vorhaben hatte er an dem Abend weder etwas essen noch etwas trinken können. Um ihn herum wurde alles dunkel.

      Er saß im Bett und zitterte. Seine Arme waren mit Gänsehaut bedeckt, sein Magen tat weh. Aus dem Fenster sah man die ersten Sonnenstrahlen hervorbrechen. Fast schon ironisch flogen ein paar Vögel vorbei und zwitscherten fröhlich vor sich hin. Durch die Stille konnte er seinen Puls vernehmen. Sein Herz raste, genau so wie er in den letzten Jahren vor seinem Leben davon gerast war. Er stützte sich an seinen Händen ab und schloss die Augen. Langsam aber sicher holte ihn die Realität wieder ein. Er saß auf seinem Bett in einer kleine Wohnung in New York, seit Gestern half er in einem Lebensmittelladen aus. Joshua besorgte ihm gerade eine sichere Bleibe in einem etwas sichereren Stadtteil, danach würde er im Umkreis von einigen Meilen verschiedene Jobs annehmen.
      Melly...
      Erik schüttelte den Gedanken ab und stand auf. Mit ein paar schnellen Bewegungen hatte er das Bett gemacht und ging langsam, da emotional angeschlagen, ins Bad. Heute drehte er das Wasser heißer als sonst, denn er musste nachdenken. Den Kopf gegen die kalten Fließen gelehnt, erinnerte er sich an die Nacht zum Abschlussball zurück, an der er Melly ein Liebesgeständnis machen wollte. Sie und er waren erst ein paar Wochen zuvor zusammen gekommen. Bis auf ein paar Umarmungen und flüchtige Küsse war da nichts, und genau deswegen war dieser Ball so wichtig für ihn gewesen. Er wollte ihr sagen, wie sehr er sie liebte. Und ihr einen richtigen Kuss geben. Sie richtig umarmen, ihr einfach nahe sein. Sie gingen raus weil ihnen die Songs nicht gefallen hatten, sie wollten etwas frische Luft schnappen. Sie waren nicht die Einzigen gewesen, denn es flogen allerhand Insekten um sie herum. Melly war so fröhlich gewesen, und Erik hatte es ihr einfach sagen wollen. Doch dann flog eines dieser Biester in ihren Mund.
      Das änderte einfach alles...
      Erik atmete tief durch. Joshua hatte oft genug mit ihm darüber geredet. Er hätte alles getan, was damals in seiner Macht stand um ihr zu helfen. Er war 16 gewesen, er hatte Angst, er stand unter Schock und hatte doch alles richtig gemacht, was die Situation erforderte. Er hat versucht den Käfer aus ihr raus zu holen, den Notruf alarmiert, nach Hilfe geschrien und sich am Ende selbst vor dem Tod durch einen Wahnsinnigen gerettet. Er hatte nichts weiter tun können. Erik atmete aus.
      ...es ist schon so lange her...
      doch noch immer bekam er Albträume davon, und ein tiefer, schmerzlicher Stich bohrte sich in ihn hinein. Er hatte an dem Tag einen Menschen verloren. Er hatte mit eigenen Augen ansehen müssen wie das Mädchen erstickte, wie sie zu Boden fiel und wie seine Wiederbelebungsversuche einfach gescheitert waren. Er wischte über sein Gesicht und rappelte sich wieder auf. Er musste sich fertig machen und zur Arbeit, hier herum zu stehen würde ihm jetzt auch nichts bringen. Außerdem musste er noch unbedingt mit Joshua schreiben.

      Trotz Albtraum und schlechter Erinnerungen war Eriks Arbeitsweg heute sehr angenehm gewesen. Die Menschen, die sich ihm gestern so schrecklich anstrengend gezeigt hatten, schienen heute ziemlich ruhig und unaufdringlich zu sein. Das Wetter war etwas milder und so hatte er seine Jacke Zuhause gelassen. Marie grüßte ihn freundlich als er in den Laden trat, und sprach mit ihm über ihre Familie und ihren Hund beim Mittagessen.
      "Also, Ploppi haben meine Eltern ihn genannt. Er ist sooo ein süßer Hund. Meine kleine Schwester spielt fast den ganzen Tag mit ihm. Gestern hat sie versucht ihm Rasterlocken zu machen, und meine Mutter hat es zwischen ihren Lachattacken kaum geschafft ihr beizubringen dass Hunde so etwas nicht brauchen.", Marie fuhr sich durch die Haare und machte eine übertriebene Geste.
      "Meine Schwester hat richtig krasse Locken, die lassen sich kaum glätten. Ich bin froh dass meine leichter zu pflegen sind.", schloss sie fröhlich und sah sich dann Gedankenverloren um.
      "Hast du Geschwister oder Haustiere, Martin?", fragte sie interessiert und sah Erik neugierig an. Er schüttelte den Kopf.
      "Weder noch.", gab er zurück. Marie grinste.
      "Eine Freundin?...", kicherte sie und sah ihn eindringlich an.
      "Nein, ich bin alleine...", sagte er nach kurzem zögern. Marie nickte bedeutungsvoll.
      "War ja nur eine Frage gewesen", schloss sie verständnisvoll und lächelte ihn an.
      "Ich bin immer sehr neugierig, egal ob ich die Leute schon lange kenne oder nicht. Gestern habe ich mich noch zurück halten können, aber heute...", sie verdrehte die Augen.
      "Wenn es dir zu viele Fragen werden kannst und darfst du sie gerne ignorieren. Ich möchte ja nicht dass du schon nach zwei Tagen fliehst, obwohl du länger bleiben wolltest.", sie lachte und sah dann an Eriks Kopf vorbei in den Laden. Ein alter Mann stand vor der Kasse und wirkte leicht verloren. Marie sprang auf und ging vor.
      "Guten Tag, kann ich Ihnen helfen?"
      Erik sah auf die Uhr, in 5 Minuten war die Pause vorbei. Er verputzte den Rest des Brötchens und stand auf, um die Regale weiter aufzufüllen. Marie war wieder an der Kasse und strahlte ihre Kunden an.

      Am Abend legte er das Namensschild auf den Tisch und machte sich auf den Heimweg. Heute lief er auf der gegenüberliegenden Straßenseite, da ihm die Sache mit der Kirche eingefallen war. Er hatte seine Haare zusammengebunden und unter der Kapuze versteckt. Wie sonst auch, vermied er jeglichen Augenkontakt mit den Passanten und zog seinen Pulli aus, als er endlich wieder Zuhause war. Dann öffnete er seinen Laptop und das Chat-Tool, dass Joshua ihm extra eingerichtet hatte.
      Das kann keiner abfangen. Ich hab das extra so eingestellt dass nur wir uns unterhalten können. Außerdem wechseln IP Adresse und Namen regelmäßig, da kommst du auch mit Profi-tools nicht hinterher...
      Erik hatte zwei Nachrichten bekommen.
      Gestern- 21 Uhr
      Wie war dein erster Arbeitstag gewesen?
      Heute- 20 Uhr
      Schreib einfach wenn du wieder online bist.
      Heute- 20:30 Uhr
      Bin on, falls du schreiben willst.
      Erik fing an zu tippen.
      Heute- 20:31 Uhr
      Hi Ben, mir ging es gestern nicht so gut. Der Umzug hat mich ausgelaugt und der Arbeitsweg war schrecklich gewesen. Die Arbeit ist beruhigend und einfach. Heute Morgen hatte ich wieder einen Albtraum, diesmal von der Turnhalle.
      er legte sich auf die Couch und den Laptop auf seinen Bauch. Joshua tippte.
      Heute- 20:34 Uhr
      Halte durch Martin. Ich bin gerade dabei die Wohnung zu organisieren, es dauert nicht mehr lange. Du kannst vermutlich früher einziehen als geplant.
      Heute- 20:36 Uhr
      Seitdem du aufgehört hast zu studieren kommen die immer häufiger. Du musst wieder etwas schreiben. Oder ein Buch lesen. Lass das nicht an dich heran sonst hast du wieder den Salat =/
      Erik atmete tief durch. Joshua hatte Recht, er musste sich wieder eine kleine Beschäftigung suchen, ein kleines Hobby, irgendetwas dass ihm die Möglichkeit gab seine schrecklichen Erinnerungen aufzuarbeiten. Er schrieb wieder.
      Heute- 20:40 Uhr
      Danke. Ich werde mir Etwas einfallen lassen. Bis bald...
      Heute- 20:41 Uhr
      Also bis dann!
      Erik fuhr den Laptop herunter und machte sich einen Tee. Nach zwei etwas chaotischen Tagen hatte er nun einen ruhigen Abend. Er stand lange am Fenster und ging zu Bett, als er den Tee leer getrunken hatte.

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    • "Noch keine Ergebnisse ?" war Mia doch etwas verwundet gewesen.
      Er sah nicht gerade wie ein Jugendlicher aus und wennnman die heutige Zeit betrachtete hatte fast jeder schon mit 16 Jahren einen Führerschein und war somit leicht in der Datenbank ausfindig zu machen.
      "Wie lange läuft die Suche etwa schon ?" wollte sie dann noch zusätzlich wissen.
      "Seit gut 3 Stunden" meinte Danielle noch dazu und merkte wie Mia langsam sauer wurde.
      Aus irgendwelchen Grund auch immer ließ ihr die Sache mit dem Typen in grüner Jacke keine Ruhe.
      Woher tauchte er so plötzlich auf ? Egal wie oft sie darum bat das Video erneut abzuspielen, kam nie eine Stelle wo man sehen konnte aus welcher Richtung dieser kam.
      Die ganze Nacht bis in die frühen Morgenstunden büffelte Mia die Akte sowie das Video durch, doch leider ohne Erfolg.
      Leicht strich sie sich über durch die Haare während ein leichter Seufzer über die Lippen glitt und kleine Runden im Raum ging.
      "Und wie sieht es mit der Bandengruppe aus ? Sind die schon im System aufgetaucht ?" fragte sie dann nach, nachdem ihre Kollegen wieder auftauchten und schon daran arbeiteten, doch selbst da bekam sie von Danielle nur ein Kopfschütteln.
      "Na großartig" murmelte sie leise vor sich, setzte sich auf einer der freien Stühle und ging nochmals die Akte durch welche der Boss ihr damals übergab.
      Es sind zwar vereinzelte Informationen darin aufgezählt doch selbst die hatte Mia damals gleich als Erstes untersucht aber keine richtigen Anhaltspunkte erhalten.
      "Don ? Hol deine Sachen, wir werden nochmals zu der Adresse hinfahren auf welcher das Video abgespielt wurde. Vielleicht finden wir ja irgendwelche Zeugen die das Ganze mit angesehen haben oder den Typen sahen" befahl sie ihren Mitarbeiter welcher gleich mit einem "Ja" zustimmte bevor ihre Aufmerksamkeit zurück auf Danielle geht.
      "Druck mir bitte ein Bild von den Leuten und dem Typen da aus und sorge dafür, dass wir bald ein Ergebnisse von ihnen in der Datenbank haben. Von mir aus such auch die internationale Datenbank durch. Von irgendwo her muss der Kerl ja kommen" befahl sie ihr dann noch bevor sie den Raum verließ, von ihrem Platz die Waffe, Marke und Ausweis holte, Danielle ihr noch die gewünschten Bilder brachten und mit Don Richtung Aufzug zusteuerte.
      "Amelia !" ertönte plötzlich die Stimme ihres Chefs hinter ihr wobei sie selbst kurz die Augen zusammenkniff aber gleich danach ein Lächeln auf die Lippen setzte wobei man genau wusste, wenn man die blondhaarige kannte, wie unpassend es gerade für sie gewesen war kurz bevor sie sich zu ihm umdrehte.
      "Mister Brewster, was führt sie denn hier runter ?" fragte sie mit einer höflichen Stimme nach wobei man aber auch erkennen konnte, dass dieser gerade nicht bei bester Laune war.
      "Ich habe gehört, dass die Untersuchungen zu dem Fall mit den Bandenkriegen in New York City noch kein Stückchen voran gekommen sind. Sie wissen ganz genau was dieser Fall für eine Bedeutung für das FBI hat weshalb ich Ihnen diesen nicht umsonst anvertraut habe. Also auf welchen Stand sind wir ?" kam es etwas wütend aus ihm heraus wobei Mia nicht lange zögerte um diesen auf den neuesten Stand brachte.
      "Scheint so als hätte mein Informant Recht gehabt mit dem aktuellen Stand" stimmte ihn dies auch nicht gerade positiv als er seine Arme vor der Brust verschrenkte.
      "Sie haben genau 48h Stunden Zeit um mir neue Informationen zunliefern, ansonsten können Sie inren Platz räumen" mit diesen Worten ließ er Amelia und Don vor dem Aufzug stehen welcher kurz darauf auch schon ihrem Stockwerk ankam.
      Amelia wusste gerade selbst nicht so wirklich was sie darauf sagen sollte.
      Wer war sein Informant gewesen ?
      Don und Danielle konnten dies auf keinen Fall sein, dafür vertraute sie ihnen zu sehr und kein anderer außer ihr Team wusste von dieser Sache.
      "Sobald wir zurück sind, will ich wissen wer dieser Informant von Mister Brewster ist" beauftragte sie Don darauf nachdem beide in den Aufzug einsteigen und nach unten in die Garage fuhren.


      Es dauerte nicht lange bis beide schließlich bei der bekannten Adresse ankamen wobei sie seitlich der Straße ihren Dogde Charger, welcher jeder FBI Agent erhielt, parkte und nach dem aussteigen sich erstmal umsahen. (unten ist noch ein Bild dazu)
      Die Lage des Ortes war zwar etwas abgelegt von der belebten Stadt aber dennoch ein gemütliches Plätzchen zu wohnen wenn man wirklich seine Ruhe haben wollte.
      Daher wunderte es Mia etwas, das sich ausgerechnet hier der Krieg abgespielt haben solle.
      Es sah nicht gerade so aus als würde dies allgemein ein Fleck sein wo oft die Banden zusammenkamen aber vielleicht sollte dies auch gerade einen Eindruck darauf machen, da man es hier am wenigsten erwartete.
      Nachdem sich Mia etwas umsah konnte man merken, wie die Menschen in den Häusern zwar ihre Blicke von den Fenstern nach draussen warfen aber sich auch nicht trauten die Türen zu öffnen.
      "Wir werden uns aufteilen" dabei druckte sie ihm die Bilder von Danielle aus welche sie zum Glück zweimal ausgedruckt hatte "wir treffen uns in 2 Stunden wieder hier beim Wagen" gab sie noch bekannt bevor er auch schon verschwand während sie aber noch beim Wagen blieb und sich etwas umsah.
      Mia wusste, dass die ganze Sache nicht leicht werden würde aber 48h Stunden, welche ihr Chef zur Verfügung gab, waren defintiv zu wenig gewesen.
      Ohne noch groß darüber nachzudenken, machte sie sich gleich auf den Weg zur Adresse wo das Video gefunden wurde, um überhaupt irgendwo starten zu können, doch sah die Gasse eher verlassen aus und auch die Umgebung gab ihr nicht gerade viele Möglichkeiten um auf irgendwelche Zeugen hoffen zu können.
      "Warum müssen die auch immer dort auftauchen wo sie kaum jemand sehen kann, ist ja schon fast altmodisch" murmelte sie leise vor sich her wobei die blondhaarige selber wusste, dass ihre Worte sinnlos waren bevor ihr ein Laden gegenüber auffiel welcher zum Glück schon geöffnet hatte da der Besitzer wie eine neugierige Nase durch die Auslage blickte um sehen zu können was Mia dort in der Gasse trieb.
      "Was gibt es denn Besseres als neugierige Menschen die immer alles wissen wollen ?" sprach sie mit etwas Hoffnung zu sich bevor sie mit einem kurzen Blick nach links und rechts die Straße überquerte und den Laden betrat.
      "Was kann ich für Sie tun ?" kam gleich die Frage aus diesem heraus als sie reinkam. Doch dauerte es nicht lange bis Mia ihre Marke und Ausweis herzeigte sodass er gleich erkennen konnte, dass sie vom FBI gewesen war.
      "Was will denn das FBI hier in der Gegend ? Ist etwas passiert ?" fragte er gleich weiter.
      Sagen Sie es mir" dabei holte sie die Bilder raus um diese den Mann zu zeigen, welcher er sich genau ansah doch sagten ihm diese Männer darauf nichts.
      "Tut mir leid aber ich kenne da niemanden" gab dieser offen und ehrlich zu während er ihr die Bilder wieder zurück gab.
      "Und gesehen haben Sie in den letzten Tagen auch nichts ?" wollte Mia gleich darauf wissen doch auch da verneinte er die Frage weshalb sie sich bei ihm bedankte und den Laden wieder verließ.

      Die letzte Zeit welche ihr zu den 2 Stunden übrig blieb, fand selbst durch weitere Befragungen Mia nichts heraus und als sie beim Wagen wieder auf Don stieß, schien dieser genauso wenig Erfolg gehabt zu haben weshalb sich beide zurück auf den Weg ins Büro machten wobei Danielle ganz aufgeregt auf sie zustürmte.
      "Mia, Mia...." sprach diese aus und zog sie gleich darauf in den Videokonferenzraum wo lauter Bilder von dem ein und den selben Typen auftauchten doch stets alle unter einem anderen Namen.
      "Was ist das ?" wollte Mia wissen.
      "Das ist der Typ mit der grünen Jacke der plötzlich am Video erschien und als ich endlich einen Treffer hatte, kamen überall zwar Ausweise und Adressen aber immer unter einem anderen Namen!" erklärte diese ihr.
      "Und was ist die aktuelle Adresse geschweige denn sein Name ?" kam die nächste Frage aus ihr geschossen worauf Danielle nur mit den Schultern zuckte.
      "Das ist eben die große Baustelle welche ich selbst noch nicht abreißen konnte. Man kommt immer in eine Sackgasse wenn man versucht dies herauszufinden. Der Typ ist echt genial. Habt ihr etwas herausfinden können ?" fragte sie vorsichtig nach doch auch da schien die Stimmung eher getrübt zu sein.
      "Scheint wohl als würde da jemanden nicht gefunden werden wollen" kam es leise gedankenverloren aus ihr heraus. Wenn schon jemand ständig neue Identitäten annahm versuchte man in ihren Augen defintiv etwas zu verbergen und so oft wie er es tat, war sicher mehr dahinter als was Mia bis jetzt gedacht hatte.
      Kein Wunder, dass ihr Chef so besessen auf den Fall war.
      "Okay" kam es seufzend aus Mia heraus. "Ich werde mal nach Hause fahren, mich duschen und frische Klamotten anziehen. Versucht ihr bis dahin etwas herauszufinden was uns weiterhilft" sprach sie noch aus bevor beide ihr zunickten und Amelia sich auf den Weg nach Hause machte aber in einen großen Stau landete.
      "Auch das noch" kam es genervt raus, lehnte sich in ihrem sitz zurück und schloss für einen kurzen Moment die Augen da der Tag wirklich ansregend gewesen war.
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      "Live your Life......you only have this one chance !"
    • Erik wachte auf. Es war erst 6 Uhr Morgens und er hatte noch gut eine Stunde Zeit bis er sich überhaupt richtig fertig machen musste. Er konnte nicht mehr schlafen und auch sonst war er etwas unruhig. Obwohl ihm Joshua versichert hatte dass es mit dem Umzug nicht mehr lange dauern würde, war Erik etwas mulmig zumute. Was wenn er davor Probleme bekommen würde, oder Etwas nicht klappte? Erik kannte sein Glück mit unglücklichen Verbrechen, und so beschloss er Joshua eine Nachricht zu schreiben. Auch wenn dieser diese nur am Nachmittag oder Abend lesen würde. Schnell sprang er aus dem Bett und zog sich einen Pulli über, dann klappte er seinen Laptop auf.
      Heute- 6:05 Uhr
      Hey, ich bin wach und mache mir Sorgen wegen dem Umzug und meinem "Glück"...
      er schickte die Nachricht ab und ging zum Wasserkocher um sich einen Tee zu machen. Kurze Zeit später hörte er ein Signal. Joshua hatte ihm geantwortet.
      Heute- 6:10 Uhr
      Hi Martin, du brauchst dir keine Sorgen zu machen. Allerdings wird dieser Umzug tatsächlich etwas anders sein als sonst. Dieses Mal ziehst du in die Eigentumswohnung eines Bekannten von mir, auf den Namen Arnold Throld. Er hat mehrere Immobilien und meinte dass er auf die Miete verzichten kann, du musst nur für die Nebenkosten aufkommen. Was dir etwas mehr Freizeit verschaffen wird.

      Joshua tippte noch, und so legte Erik den Teebeutel in die Tasse und goss ihn auf. Das war das erste Mal dass er am frühen Morgen mit Joshua schrieb.
      Heute- 6:14 Uhr
      Ich dachte mir dass ich dir das heute Abend in Ruhe erklären kann, aber wenn du schon wach bist können wir das auch jetzt besprechen.
      Heute- 6:16 Uhr

      Momentan hat sich meine Situation etwas verändert sodass ich demnächst für eine Weile abtauchen muss. Bedeutet dass du beim Umzug deinen Laptop abgeben wirst. Wir werden uns eine Weile nicht schreiben können, was ich sehr schade finde mein Freund. Die Wohnung liegt ziemlich günstig und hat zum Ziel dass du dort länger drin wohnen bleiben sollst. Bedeutet dass ich dir keine Wohnungen organisieren muss und du dich endlich einrichten kannst.
      Heute- 6:16 Uhr
      :( Was ist passiert?
      Heute- 6:20 Uhr
      Sei nicht traurig, ein Kollege von mir ist aufgeflogen und jetzt muss ich mein Netz schützen. Und damit auch dich.
      Heute- 6:22 Uhr
      Wenn ich wieder erreichbar bin werde ich dir wieder ein Notebook zukommen lassen, mit einer neueren Version dieser Software, dann können wir vorgehen wie gehabt. Bis dahin bist du auf dich alleine gestellt, ich habe dir einen Job in einem Lager besorgt, dort wird dich keiner sehen. Dort arbeiten Typen die ebenfalls untergetaucht sind, das gesamte Netz ist Licht- und Wasserfest sozusagen, du hast dort höchsten Schutz vor der Polizei und anderen Behörden.

      Erik atmete tief durch. Er wusste nicht ob es besser war solche Neuigkeiten am frühen Morgen oder am späten Abend zu erfahren. Zumal es eine große Umstellung für ihn sein würde nicht mehr mit ihm schreiben zu können. Andererseits hatte Joshua bis heute mehr als genug für ihn getan. Er würde seinen Anweisungen Folge leisten.
      Heute - 6:26 Uhr
      Was soll ich machen wenn dem Ganzen etwas dazwischen kommt?
      Heute- 6:28 Uhr
      Lügen, Martin. Sollte dir irgendetwas falsch vorkommen lügst du und sagst dass du deiner Mutter früher helfen musst. Du erzählst dass du nach Florida musst. Sag aber nicht in welche Stadt. Wenn du Zweifel hast gehst du eben nicht zur Arbeit und meldest dich krank. Halte dich bedeckt bis du in der neuen Wohnung bist, dann wirst du nicht mehr aufzufinden sein. Vertrau mir.
      Heute- 6:30 Uhr
      Das tue ich doch immer
      Heute- 6:33 Uhr
      Hätte auch nie etwas anderes erwartet. Wenn diese ganze Sache vorbei ist und das Netz wieder sicher, könnten wir uns sogar persönlich treffen. Wenn alles glatt läuft sollte das überhaupt kein Problem mehr werden. Bis dahin wirst du Folgendes machen.
      Erik trank seinen Tee und faltete die Hände vor dem Kinn zusammen.
      Gut dass ich ihm geschrieben habe, solche Informationen sind mir Morgens lieber als Abends...
      Heute- 6:36 Uhr
      Heute Nacht findet um 23 Uhr der Umzug statt. Sam wird dich in einem weißen Transporter abholen, er hat mehrere Kartons dabei, er wird dir helfen deine Sachen dort einzupacken. Die kannst du heute Abend dann vorbereiten. Er wird dich in die neue Wohnung bringen und deine Kartons nach oben tragen helfen. Dann wird er dir diesen Laptop abnehmen und mit einem Nicken wieder wegfahren. Der Umzug sollte bis spätestens 1 Uhr durch sein, dann muss Sam aus der Stadt raus. In dieser Zeit werden alle Kameras still gelegt sodass dieser Umzug undokumentiert vollzogen werden kann. Das ist sehr wichtig um deine Identität zu schützen.
      Heute- 6:39 Uhr
      Sam hat deine Papiere dabei, deinen Führerschein und deinen Pass. Mit deinem echten, vollständigen Namen. Auf ihm existieren keinerlei Verbrechen, allerdings gibt es diverse Akten zu den ganzen Vorfällen in die du verwickelt warst. Ich habe das abgeklärt, die Wahrscheinlichkeit dass du eingesperrt werden könntest ist extrem gering, also brauchst du dir keine Sorgen zu machen sollten alle Stricke reißen und dich die Polizei mal verhören. Oder das FBI. Oder das CIA. Ist egal.
      Heute- 6:42 Uhr
      Du wirst in dem Lager übrigens unter deinem richtigen Namen arbeiten. Das ist wichtig um deine Identität zu schützen, auch wenn das jetzt nach einem Widerspruch klingt. Du kannst es dir in der neuen Wohnung schön einrichten, du bekommst ein Bankkonto und kannst offizielle Transaktionen tätigen. Kaufe deine Bücher bitte nicht online sondern so, dass man den Kauf nicht nachvollziehen kann. Am Besten sind Märkte oder Buchauflösungen von Unis, aber da kennst du dich vermutlich besser aus. Versuche dir vielleicht den ein oder anderen Freund zuzulegen, Jemanden mit dem du mal etwas trinken oder Essen gehen kannst, zu einem Festival, such dir was aus.
      Heute- 6:45 Uhr
      Okay, das klingt so als ob ich wieder auftauchen würde?
      Heute- 6:49 Uhr
      So in etwa. Wenn dich Jemand auf dein Studium anspricht sagst du dass du es aus finanziellen Gründen abbrechen musstest. Sag nicht dass sie dich aufgrund irgendwelcher krimineller Aktivitäten rausgeworfen hätten.

      Erik runzelte die Stirn. Das war eine ziemlich spezifische Anweisung. Was hatte Joshua eigentlich mit ihm vor?
      Heute- 6:52 Uhr
      Ich weiß, das hört sich jetzt alles etwas seltsam an aber keine Sorge, ich habe alles vorne und hinten durchgeplant, wenn du dich an diese Angaben hältst kann dir nichts passieren. Oder zumindest nicht viel. Ich nehme mal an dass du dich jetzt nicht mit irgendwelchen Polizisten oder Kriminologen anfreunden willst?

      Erik grinste. Nein, das hatte er nicht vorgehabt.
      Heute- 6:55 Uhr
      Nein, ich werde mir vermutlich Studenten suchen oder andere sorglose Menschen mit denen ich mich über Literatur und Philosophie unterhalten kann...
      Joshua tippte.
      Heute- 6:58 Uhr
      Prima. Und mach dir keine Sorgen, wirklich. Wenn du dir so unsicher bist kannst du auch direkt heute kündigen und deine Sachen packen. Dass du so nervös bist hätte ich nicht gedacht. Wenn irgendetwas passieren sollte, egal wann, egal wo, kannst du dich einfach raus reden. Wie immer eigentlich. Ach und schließe keine Freundschaften auf deiner aktuellen Arbeit, das kannst du dann im Lager machen. Bleib so vage wie möglich und warne deine Vorgesetzte vielleicht schon Mal vor, dass du bald dringend weg musst.

      Erik fuhr sich durchs Haar. Hatte er Marie bis jetzt irgendetwas über sich verraten? Sie wusste nur dass er Martin hieß, keine Geschwister hatte und keine Freundin. Was sogar der Realität entsprach. Waren das schon sehr persönliche Dinge? Er war sich nicht sicher.
      Heute- 7:01 Uhr
      Meine Vorgesetzte weiß dass ich keine Geschwister habe und Single bin...?
      Joshua tippte. Hoffentlich hatte er nicht zu viel geplappert?
      Heute- 7:03 Uhr
      Wie kam sie denn an diese Informationen ran? Warum hast du ihr das erzählt?
      Heute- 7:05 Uhr
      Sie redet viel und hat mich ausgefragt nachdem sie ewig viel über ihre Familie erzählt hatte...
      Joshua tippte nichts, und Erik hatte für einen Augenblick ein schlechtes Gewissen. Hatte er alles kaputt gemacht?
      Heute- 7:12 Uhr
      Solche Sachen solltest du nicht weiter erzählen, eigentlich...so etwas kann dich belasten, in der Regel aber nur -falls- du Geschwister oder eine Beziehung hast, die zu schaden kommen könnten. Erpressung, Entführung, Mord, das ganze Programm.
      Heute- 7:15 Uhr
      Es tut mir echt Leid!
      Heute- 7:17 Uhr
      Das braucht dir nicht Leid zu tun. Das Problem ist allerdings dass du damit alleine da stehst, sollte dich Jemand entführen gäbe es Niemanden der das überprüfen könnte.
      Erik runzelte die Stirn. Ach darum!
      Heute- 7:20 Uhr
      Deswegen soll ich mir also Freunde zulegen, damit ich wieder ein Punkt im System bin?
      Heute- 7:22 Uhr
      Ganz genau! Da ich für einige Zeit weg falle und einige andere Dinge abgeklärt sind wird es Zeit dich wieder einzugliedern. Ein gut geschützter Wohnort, ein richtiger Job, Menschen die dich privat kennen und dir ein Alibi verschaffen können. Es dürfen auch richtige Freunde sein, du musst jetzt keine oberflächlichen Freundschaften aufbauen nur weil ich dir das gesagt habe.
      Erik lächelte, zum ersten Mal seit vielen Jahren.
      Heute- 7:24 Uhr
      Danke, das bedeutet mir sehr viel...
      Heute- 7:25 Uhr
      Ich weiß. Du musstest lange weg rennen und dich verstecken, doch jetzt kannst du wieder ein richtiges Leben starten. Aber eins nach dem anderen, geh erst Mal zur Arbeit, packe deine Sachen, ziehe um und fange den neuen Job an. Sam wird dir alles erklären. Danach kannst du dich nach Freunden und Bekannten umsehen.
      Heute- 7:28 Uhr
      Ich musste eben richtig lächeln.
      Heute- 7:30 Uhr
      Oh Martin, das ist echt schön. Musst du nicht bald zur Arbeit?
      Heute- 7:32 Uhr
      Eh...ja, ich muss jetzt leider gehen. Ich werde dich vermissen.
      Heute- 7:33 Uhr
      Ich dich auch, aber wir werden uns bald wieder sehen.
      Erik schloss schweren Herzens den Laptop und seufzte kurz. Joshua, seine einzige Ansprechperson, musste untertauchen. Das machte Erik nervös, auf der anderen Seite hatte er klare Anweisungen bekommen was er tun und lassen sollte. Sam würde ihm alles andere erklären. Er atmete tief durch und ging sich schnell fertig machen, denn sonst würde er vermutlich wirklich zu spät zur Arbeit kommen.



      Es war nicht gerade warm, also zog er sich seine Jacke an und machte sich auf den Weg zum Laden. Heute war er glücklicher als sonst, denn Veränderungen standen bevor. Er würde bald umziehen und vermutlich länger bleiben dürfen, er konnte es sich bei den Aussichten sogar leisten mal eine Woche lang nicht zu arbeiten, sich Freunde zu suchen, vielleicht endlich mal wieder etwas zu machen was ihm Spaß machte. Er stutzte. Was machte ihm denn Spaß? Er hatte seit seinem 16. Lebensjahr nichts mehr getan was ihm Spaß gemacht hatte, er hatte sich diese Frage eigentlich nie gestellt. Für ihn gab es immer nur Joshua, dessen Anweisungen und an höchster Stelle stand Verstecken. Vor der Polizei und vor anderen Menschen. Und jetzt sollte sich das alles ändern. Erik war auf so Etwas beim besten Willen nicht vorbereitet.
      Etwas enthusiastischer als sonst betrat er den Laden, sodann ihm Marie zuwinkte.
      "Hey Martin!", flötete sie und sah ihn gespannt an. "Na alles klar bei dir?"
      "Hallo Marie, ich habe Gestern mit meiner Mutter telefoniert. Ich soll sie heute Nachmittag nochmal anrufen, vermutlich werde ich schon Morgen zu ihr fahren müssen...", log er und zog seine Jacke aus. Maries Blick wurde traurig und sie nickte mitfühlend.
      "Du Armer, das tut mir sehr Leid!", sagte sie und seufzte. "Echt schade, ich-..."
      Marie und Erik wurden von lautem Geschrei abgelenkt. Auf der Straße standen einige Typen herum und pöbelten sich an. Nach wenigen Augenblicken hatten sie ihren Streit gelöst und gingen wieder. Marie hob ihre Augenbrauen und sah Erik kopfschüttelnd an.
      "Das sind die Gangs. Also -die- Gangs, die kleineren, nachdem die beiden Großen nicht mehr da sind. Sie schleichen immer wieder in der Stadt herum, die Polizei denkt dass sie sich geografisch organisieren und dann von Block zu Block ziehen, aber so einfach ist das nicht. Heute sind sie im Armenviertel unterwegs, Morgen im Park, und dann verabreden die sich in unscheinbaren Gegenden wo noch nie etwas passiert ist um sich dort zu prügeln und ihren Zoff auszutragen."
      Marie schüttelte den Kopf während Erik ihr interessiert zuhörte.
      "Aber bis die Polizei dahinter kommt...na ja, die denken dass diese ganzen Banden voller Idioten sind die nur mit Waffen herumfuchteln können. Dabei haben einige von denen echt was im Kopf, schließlich schaffen sie es sich vor der Polizei zu verstecken..."
      Erik runzelte die Stirn.
      "Willst du das nicht an die Behörden weiter geben? Ich meine dieses Wissen?"
      Marie blickte zu Boden und suchte nach Worten, dann strich sie sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
      "Martin, ich rede nicht gerne drüber aber ich verstehe vollkommen was du denkst. Deswegen werde ich es dir einmal sagen, ok?"
      Erik fühlte sich etwas fehl am Platz, doch Marie schüttelte den Kopf.
      "Keine Sorge, es ist nicht deine Schuld. Warum ich das alles weiß? Weil mein älterer Bruder Teil einer der großen Banden war. Er und sein Kumpel haben den großen Streit angezettelt und waren die Einzigen Überlebenden gewesen. Mein Bruder hockt jetzt im Knast und meine Familie redet nicht darüber. Das ist eine Schande, wir sind ehrliche Leute. Meine kleine Schwester hat gute Noten, ich gebe mir mit allem Mühe, und mein bescheuerter Bruder lungerte schon immer auf der Straße herum und baute sich seine Karriere lieber bei den bösen Jungs auf. Einfach scheiße so etwas. Ich hasse meinen Bruder, wegen ihm und seinem dummen Kumpel wurden so viele Söhne anderer Familien umgebracht. Sie hätten ihre Streitereien so regeln können wie immer eben, mit ein bisschen Prügeln, Anschießen, Arm brechen, keine Ahnung. Aber einen Massenmord anzuzetteln..."
      Marie brach ab und sah gedankenverloren vor sich. Erik verstand sehr wohl was sie meinte, er hatte gesehen wie die Letzten Mitglieder der Bande tot umgefallen waren und einer der Überlebenden, wohl der Kumpel ihres Bruders, die Überwachungskamera angeschossen hatte, bevor ihm Maries Bruder das Bein gebrochen hat. Das war einfach nur entsetzlich gewesen.
      Marie sah ihn wieder freundlich an.
      "Ja, so ist das nun mal, keine Familie ist perfekt. Und manchmal machen Leute Dinge für die es keine Entschuldigungen gibt. Ich weiß nicht wie und ob ich meinem Bruder verzeihen kann. Er ist ein Mörder, er hat Menschen getötet. Das geht einfach gegen Alles was gut und richtig ist."
      sagte sie bestimmt und zuckte mit den Schultern.
      "Na ja, ich will dir jetzt deine Laune nicht verderben mit solchen Untaten. Guten Tag, kann ich irgendwie helfen?"
      Gerade rechtzeitig kam der Kunde, sodass Erik, der auf das alles leider keine Antwort wusste, ins Lager gehen und seine Arbeit aufnehmen konnte. Wenn sich die Banden hier aufhielten war die Straße nicht mehr sicher. Und sollten sie etwas anstellen würden die Bewohner die Polizei alarmieren. Erik würde sich in Acht nehmen müssen, sobald etwas passiert würde er sich schnell aus dem Staub machen. Noch war er nicht sicher.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von celecat ()

    • Eigentlich war ein Stau in New York City eher schon was Normales gewesen weshalb es Amelia eigentlich schon ziemlich locker nahm.
      Man müsste sich eher Sorgen machen wenn dies mal nicht der Fall war und dazu konnte man auch nur zwei Theorien feststellen:
      1. Entweder stimmte was nicht mit den Bewohnern und alle sind plötzlich erkrankt oder gleichzeitig auf Urlaub gegangen, oder
      2. man hatte zum ersten Mal im Leben wirklich einen guten Tag erwischt gehabt.
      Da Mia aber leider, oder eher Gott sei Dank, auf der anderen Seite der Stadt wohnte hatte sie natürlich von ihren Kollegen aus die längste Strecke gehabt.
      Jeder bot ihr schon an eine Wohnung in der Nähe des Büros zu nehmen doch hatte die blondhaarige Agentin damals mit Absicht diese Entfernung gewählt.
      Wer will denn bitte schön schon in der Freizeit was von der Arbeit sehen ?
      Mia war zwar ein Arbeitstier gewesen, welche oftmals sogar eine gute Woche ohne Pause durcharbeitete, aber dann auch noch in ihrer Freizeit was davon sehen zu müssen war defintiv zu fiel.
      Niemand konnte ihre Ansicht darauf verstehen aber wenn sie ehrlich zu sich war, war ihr das auch egal gewesen.
      Klar schaute sie immer zuerst auf die anderen und dessen Wohlergehen bevor sie auf sich selbst blickte aber in diesem Fall musste sie sich wohlfühlen mit der Lage und niemand sonst.
      Es dauerte gut eine Stunde, etwa 25 Minuten als sonst, länger bis sie schließlich in ihrer Wohnung ankam und sich für einen kurzen Moment aufs Sofa setzen und zurücklehnen konnte.
      Wie lange war es her gewesen als sich Mia zuletzt wirklich ausruhen konnte ?
      Wann hatte sie überhaupt zuletzt Urlaub gemacht ?
      Dies alles waren Sachen gewesen an denen sie sich kaum erinnern konnte. Wie denn auch ? An ihren freien Tage versuchte sie zwar auszuschalten aber entweder rief man sie trotzdem noch spät in der Nacht an, weil gerade sich etwas in ihrem Fall tat oder, weil man sie und ihre Abteilung für einen anderen Fall benötigte.
      Es war nicht selten vorgekommen, dass sie mitten drin in einem Fall noch einen anderen hinzugefügt bekommen hatte. Deswegen war es auch der Grund weshalb sie kaum ein freies Wochenende genießen konnte.
      Gerade auch deswegen kamen die meisten mit ihr in einer Beziehung nicht zurecht. Welcher Mann ließ sich schon von seiner Frau beschützen ? Alle Männer die sie bisher begegnete, waren eher diese typische Sorte gewesen welche immer den stärkeren raushängen lassen wollten aber Mia war durchaus in der Lage sich selbst zu beschützen.
      Als sie dann ihre Gedanken wieder ordnen konnte, stand sie auf, machte sich auf den Weg ins Badezimmer, entkleidet ih und stieg erstmal unter die heiße Dusche wobei es auch echt gut tat die Tropfen auf ihren Körper zu spüren.
      Leicht schloss Mia ihre Augen um den Alltag von gestern nochmals durch den Kopf gehen zu lassen um nichts vergessen zu haben, was auch den Anschein hatte da ih wirklich nichts einfiel was sie hätte vegessen können.
      Nachdem das Bad auch erledigt war mit Haare föhnen und den etlichen hygienischen Teilen, zog sie sich frische Klamotten an und begab sich wieder nach draussen, ging bei ihrer Bäckerei vorbei, holte sich ihr typisches Frühstück bevor dann auch schon das Telefon läutete und 'Don' auf dem Display erschien.
      "Was kann ich tun für dich, mein Freund ?" ging sie mit guter Laune ans Telefon woraufhin sie selbst auch hoffte, dass Don nur gute Nachrichten für sie hatte.
      "Wir bekamen gerade einen Anruf über Störungen in der Nähe vom Broadway. Andere geben wieder zu, dass es Mitglieder von unterschiedlichen Gruppen sein soll welche schon des öfteren aufgetaucht waren" erklärte er kurz wobei Mia aber mit solchen Informationen kaum was anfangen konnte.
      "Wurde jemand umgebracht ?" fragte sie nach doch kam keine Antwort.
      "Don ?" kam es fragend aus ihr heraus um sicher zu gehennob er überhaupt noch dran war.
      "Das nicht, nein" antwortete er gleich und wusste gleich was kommen würde weshalb er auch gleich weitersprach "aber vielleicht sollten wir trotzdem mal hinfahren und Zeugen befragen ? Vielleicht hilft es uns ja was gegen die größeren Gruppen welcher plötzlich verschwunden waren oder haben auch unseren gesuchten Mann gesehen ?" schlug er gleich vor wobei die Idee gar nicht mal so schlecht klang.
      Sie hatte zwar nichts mit ihrem aktuellen Fall zu tun aber vielleicht konnten sie so etwas herausfinden was ihnen doch weiterhelfen konnte..
      "Gut, Danielle soll alle Kamera's überprüfen die sich in der Straßenkreuzung befinden und auch die letzte Stunde dazu untersuchen sowie mir die genaueren Daten durchschicken. Du durchsuchst alle Fallakten was mit kleineren Bandengruppen auf sich hatte und suchst nach Zusammenhängen zu unserem Fall" gab sie ihm die Anweisung wobei man durch ein Geräusch erkennen konnte, dass ihr Agent nicht besonders begeistert davon war.
      "Gibt es ein Problem dabei ?" kam es etwas ernster aus ihr heraus.
      "Ähm Nein, nicht wirklich. Wir machen uns gleich an die Arbeit" meinte er noch und legte auch schon auf bevor Amelia irgendwas fragen konnte. Dass Don wahrscheinlich die Büroarbeit nicht gefiel, welche sie ihm aufbrummte, war ihr durchaus bewusst gewesen, schließlich liebte sie die Aktion genauso mehr wie er als den blöden Papierkram aber in dieser Hinsicht brauchte sie ihren besten Agenten im Büro und nicht auf der Straße.

      Nachdem Danielle ihr die Koordinaten aufs Handy schickte, machte sich die blondhaarige Agentin sich gleich auf den Weg zu der besagten Straße welche im ersten Moment ziemlich friedlich wirkte doch wenn man genauer hinsah konnte man die armen Leute auf den Straßenecke sowie in den Gassen gut erkennen.
      "Scheint nicht gerade das beliebteste Fleckchen zu sein" sprach sie zu sich selbst und parkte dann sicherheitshalber vor einem Laden bevor sie ausstieg und sich noch etwas umsah.
      Ob es wirklich was half der Spur nachzugehen wusste Mia selber nicht so genau aber es war immer noch besser als im Büro zu sitzen und zu hoffen, dass neue Informationen von selber reinkamen.
      Daher machte sie sich gleich auf den Weg in den ersten Laden welcher 2 Geschäfte vor dem war, in dem Erika arbeitete und fragte dort die Besitzerin welche ihr aber eher wenige Daten geben konnte. Sie arbeitete hier nur und ignorierte was sich auf den Straßen abspielte um so keine Probleme zu bekommen was eh eher eine besser Entscheidung in ihren Augen war.
      Nachdem der erste Laden ein Fehlschlag war, begab sie sich gleich in den zweiten wobei aber kurz da ach auch schon wieder ihr Handy läutete.
      "Danielle ?" hob sie ab und hoffte darauf, dass die Kamera's etwas bewirkt hatten.
      "Hey. Ich habe mir mal die Kamera's angesehen, wie du es wolltest, und bin auf was Interessantes gestoßen. Unser Verdächtiger hat kurz davor einen Laden betreten und seitdem nicht mehr rausgekommen. Selbst nicht als du mit deinem Wagen hingekommen bist. Er müsste also noch dort sein!" gab sie ihre Informationen ihrer Chefin weiter welche sich noch nach dem Laden erkundigte und anschließend mit einem "Danke" auflegte um gleich darauf hin auf diesen zuzusteuern.
      Ironie des Schicksals muss es wohl gewesen sein, da sie ihr Auto auch direkt vor diesem geparkt hatte.
      Vielleicht hätte sie doch gleich als Erstes hier reingehen sollen ?
      Im Laden angekommen, sah sich die junge Dame erstmal etwas um, um nicht gleich den Anschein zu machen als würde sie von der Polizei sein.
      Sollte sich ihr Verdächtiger hier wirklich befinden dann wäre es ein totaler Anfängerfehler sich gleich als Polizist zu zeigen. Und da ihre Marke und Waffe sowieso unter der Lederjacke versteckt waren, konnte man dies auch bei ihr nicht gleich erkennen.
      Vom Fenster aus konnte man wieder erkennen wie sich einige Männer angingen und kurz prügelten bis die anderen von deren Gruppen dazwischen gingen.
      "Scheint so als wären die Straßen hier nicht besonders sicher" kam es laut denkend aus ihr heraus als ihre Aufmerksamkeit kurz zu den Männern nach draussen ging bevor diese aber wieder verschwanden.


      "Live your Life......you only have this one chance !"
    • Wenigstens ein paar Stunden noch hätte er gerne in Ruhe gearbeitet, doch als er wieder aus dem Lager kam fiel sein Blick auf einen großen, schwarzen Wagen, der direkt vor dem Laden parkte. Sein Puls erhöhte sich. Er konnte nicht sagen wieso, doch er fühlte sich von einem Moment auf den nächsten nicht mehr sicher. Marie streckte sich und sah zur Straße. Dann runzelte sie die Stirn und bestätigte sein Unwohlsein.
      "Na klasse, jetzt hat diese dämliche Gang die Polizei hierher gelockt.", sprach sie teils amüsiert, teils genervt. Erik war alarmiert. Er zog sich in das kleine Büro zurück und nahm das Telefon, dann gab er vor seine Mutter anzurufen. Er war sehr nervös, aber das konnte er nutzen um Marie seine falsche Geschichte glaubhaft zu vermitteln. Joshua hatte gesagt dass er ruhig öfter lügen sollte. Was Erik nicht wollte, aber dieses Mal regelrecht musste. Verdammt, ausgerechnet wenige Stunden bevor er umziehen und dann offiziell auftauchen sollte. Mit einem leicht entsetzen Gesicht, und das war auf keinen Fall gespielt denn er war entsetzt von der Tatsache, dass sich nicht weit von hier die Polizei herum trieb, trat er zu Marie. Seine Jacke hatte er bereits in der Hand und war dabei diese anzuziehen.
      "Marie, ich-", fing er an, doch diese schüttelte den Kopf und ging auf ihn zu.
      "Hey, Martin, ich weiß doch dass du gerade Schwierigkeiten hast. Deine Mutter, nicht wahr?" vergewisserte sie sich, und er nickte nur. Dann nahm sie ihn an der Schulter und führte ihn wieder zurück ins Büro. Ein weißer Umschlag lag auf dem Tisch, den sie ihm freundlich überreichte. Erik verstaute ihn in seiner Jacke.
      "Dein Gehalt, es ist nicht viel aber Etwas." sagte sie aufmunternd und sah ihn etwas sehnsüchtig an.
      "Echt schade dass du schon gehen musst, ich hätte dich gerne näher kennen gelernt...", ohne Vorwarnung gab sie ihm eine herzliche Umarmung und wuschelte ihm fröhlich durchs Haar. Erik war verwirrt, damit hatte er überhaupt nicht gerechnet. Seit wann wollt sie ihn denn kennen lernen? Und warum war sie so traurig dass er ging?
      "Hey, die Bullen sind vor dem Laden, sie werden sicherlich die Passanten ausfragen. Es wäre besser wenn du den Hintereingang nimmst, dann kannst du einen kleinen Umweg machen und hast deine Ruhe. Vor allem jetzt, wo du dringend zu deiner Mutter musst...", sagte sie und führte ihn durch das Lager hindurch. Hinten in der Ecke sah Erik eine Tür, Marie kramte in ihrer Jeans nach dem Schlüssel und schloss auf. Mit einem warmen Lächeln hielt sie Erik die Tür offen.
      "Also dann, gute Besserung an deine Mutter und halt die Ohren steif!"
      Erik nickte und bedankte sich, bevor er auf die Straße trat.

      Marie schloss die Tür und seufzte kurz auf. Mit Männern hatte sie aber auch nicht immer Glück, da traf sie mal einen der süß -und- single war und dann musste dieser auch schon wieder weg. Das war einfach zum verrückt werden. Als sie wieder in den Laden trat, erblickte sie eine junge Frau mit langen blonden Haaren und einer Lederjacke. Sie fixierte die Straße, auf der sich erneut ein kleiner Banden-Streit abspielte. Auf ihren Spruch hin musste Marie breit grinsen.
      "Guten Tag, ich habe zufällig gehört wie du über diese Straße geredet hast. Und ja, die Straßen sind seit ein paar Tagen nicht mehr sicher. Zumindest hier nicht."
      sie ging zur Kasse und stellte sich hinter den Tresen. Dann seufzte sie laut.
      "Weist du, mein Bruder war mal in einer Gang, einer ziemlich großen. Die haben sich vor einiger Zeit alle gegenseitig umgebracht. Bis auf meinen Bruder und seinen Kumpel. Jetzt sitzen beide im Knast und ich habe ehrlich gesagt überhaupt keine Lust mehr auf diese Gangs..."
      sprach sie und zuckte mit den Schultern.
      "Ich heiße übrigens Marie. Siehst du den schwarzen Wagen, der vor diesem Laden parkt? Das sind die Bullen. Die werden jetzt jedes einzelne Geschäft abklappern und jeden ausfragen, der nur irgendetwas von diesen Banden gesehen hat. Das wird aber nichts bringen, diese Banden organisieren sich geografisch und nicht über irgendwelche Blocks hinweg. Aber sag das mal den Beamten, die gehen immer nach ihrem Schema F vor."
      Marie verdrehte die Augen und trat zur jungen Frau, dann stemmte sie die Hände in die Hüften und ließ ihren Blick über die Straße schweifen.
      "Als das mit meinem Bruder raus kam wurde ich auch befragt. Mehrmals sogar. Das war ziemlich nervig gewesen, vor allem hatte ich damit gar nichts am Hut. Wir sind ehrliche Leute, einzig mein blöder Bruder hat sich mit der Straße angefreundet und wie man sieht, diese auch mit ihm. Er und sein Kumpel leben, und die anderen, alle tot..."
      Marie ging wieder zur Kasse und bemerkte ein paar Haare auf ihrem Oberteil.
      "Wow, ich hätte ihm nicht durch die Haare fassen sollen..." murmelte sie mehr zu sich selbst als zur Kundin und versuchte Eriks rote Haare von ihrer Kleidung zu streichen. Es waren einige, und sie landeten alle auf der Theke. Bevor Marie sie auf den Boden streichen konnte, vernahm sie eine alte, gebrechliche Stimme. Der Opa mit Demenz wollte mal wieder seinen Orangensaft, eine Kartoffelsuppe in der Dose und Schmelzkäse. Marie sah auf die Theke und ging sofort zu ihm. Die Haare konnten warten.
      "Sorry, bin gleich wieder da!", sagte sie entschuldigend zur jungen Frau und suchte dem alten Mann seine Lebensmittel zusammen.

      Es war nicht schwer gewesen sich diesem Theater zu entziehen. Erik rannte ein paar Straßen weiter und nahm einen langen Umweg nach Hause. Er musste jegliche Berührungspunkte mit dieser Straße und dem Laden vermeiden. Nach einer Stunde stand er schließlich vor dem Haus und kramte den Schlüssel raus. Dann fielt ihm ein weißer Transporter auf, der nicht weit vom Haus parkte. Ein blasser Typ mit Sonnenbrille nickte ihm zu. Sam?
      Erik runzelte die Stirn, und Sam stieg aus. Dann holte er ein paar Kartons aus dem Transporter und ging auf Erik zu.
      "Jetzt", sagte er nur und Erik verstand. Beide gingen schweigend nach oben. Erik ließ Sam rein, und dann fingen beide an Eriks Sachen zusammen zu packen. Erik hatte nicht viel, ein bisschen Kleidung, ein paar persönliche Gegenstände, und Bücher. Von denen hatte er aber sehr viele. Englische, deutsche, französische, russische Autoren, Biografien etlicher Schriftsteller, philosophische Reihen, klassische Sammlungen. Alles was er für sein Studium gebraucht hatte und noch viel mehr. Während Sam Eriks Kleidung einräumte - was Erik teilweise schon etwas peinlich war - packte er wiederum hastig seine Literatur zusammen. Er dauerte nicht lange bis sie fertig waren. Dann sprach Sam zum ersten Mal.
      "Wir haben von dem Vorfall gehört, gut dass du schnell weg gelaufen bist. Wir führen gerade Plan B aus und bringen dich jetzt weg, falls Jemand auf die Idee kommen sollte in deiner Wohnung zu schnüffeln..."
      Erik nickte dankbar und beide schleppten die Kartons in den Umzugswagen. Nach etwa 10 Minuten stand Eriks Wohnung leer, und Sam klopfte ihm auf die Schulter.
      "Keine Sorge, ab Morgen bist du ein freier Mensch..."
      versicherte er ihm und beide gingen nach unten. Während sich Erik anschnallte dachte er nochmal intensiv über seinen Umzug nach. Hatte er wirklich alles mitgenommen, kein Kleidungsstück vergessen, kein Buch irgendwo liegen gelassen? Er hätte die Wohnung vielleicht noch einmal inspizieren sollen, bevor er sie abgeschlossen hatte. Jetzt saß er im Auto, und für erneute Prüfungen war keine Zeit mehr. Sam holte ein Handy raus und ließ es an einer unbekannten Nummer klingeln. Zwei Minuten später erhielt er einen Anruf, den er nicht entgegen nahm. Dann fuhrt er los.
      Sie fuhren wirklich viele Umwege. Erik erkannte die meistens Plätze gar nicht, da er sich die meiste Zeit auf der Arbeit oder in der Wohnung aufgehalten hatte. Er hatte gar nicht gewusst, dass New York so viele schöne Orte hatte, so viele Menschen und vor allem so unterschiedliche Gegenden. Irgendwie gefiel es ihm so in der Gegend umher zu fahren. Eine Stunde und viele Umwege später gelangten sie schließlich in ein etwas gehobeneres Stadtviertel. Erik war schon ganz aufgeregt, er hatte das Gefühl dass es nicht mehr lange dauern würde. Schließlich blieb Sam stehen.
      "Wir sind da.", sagte er und beide stiegen aus. Jetzt mussten sie alles hoch tragen. Erik nahm eine Kiste voller Bücher und folgte Sam, der die Schlüssel zur Wohnung hatte. Sie nahmen den Aufzug und fuhren in den 8. Stock. Sam ging vor und öffnete die Tür. Erik betrat das Apartment und blieb kurz stehen. Es war der Wahnsinn.
      Vor ihm lag ein großes Wohnzimmer mit eingebauter Küche, daneben war ein riesiges Bücherregal, wie gemacht für seine kleine Bibliothek. Mitten im Raum stand ein bequemes Sofa, doch das war noch nicht alles. Als Erik in die Wohnung trat und den Karton abgestellte, sah er zu seiner linken ein gemütliches Schlafzimmer mit einem großen Bett und einem Tisch. Als wäre das noch nicht alles gewesen, fiel ihm der atemberaubende Ausblick ins Auge. Von überall konnte er fast die gesamte Stadt sehen. Wie in aller Welt hatte Joshua ihm diese Wohnung auftreiben können? Hätte er das gewusst, hätte er sich sicherlich noch mehr bedankt. Doch diese Gelegenheit würde er noch bekommen, schließlich wollte sich Joshua bald mit ihm treffen.

      Erik schleppte mit Sam die letzten Kisten nach oben und Sam nahm ihm schließlich den Laptop ab. Dann drückte er ihm seine Dokumente in die Hand und erzählte von seinem neuen Arbeitsplatz. Bis Morgen dürfte er die Wohnung jedoch nicht verlassen, sonst würde er auffliegen. Das hatte Erik im Übrigen auch nicht vor, schließlich wollte er seine Sachen einräumen und diese wundervolle Aussicht genießen. Sam legte ihm eine Tüte mit Essen und Getränken in die Küche, dann machte er sich auf den Weg.
      "Wir sehen uns mal wieder!", sagte er freundlich und Erik bedankte sich bei ihm. Die Tür ging zu, und Erik war nun alleine. Etwas müde sah er zu den Kisten, dann blickte er zum Bett. Es schien regelrecht nach ihm zu rufen, und so zog sich Erik die Jacke und die Schuhe aus und ließ sich auf die Decke fallen. Das Bett war perfekt, es war nicht zu weich, nicht zu hart, zwei warme Decken, viele Kissen. Von dieser Kombination fielen Erik die Augen fast wie von selbst zu. In den letzten Wochen hatte er ziemlich viel Stress gehabt, ganz zu schweigen von dem heutigen Tag, der ihn besonders stark aufgewühlt hatte. Erst der temporäre Abschied von Joshua, dann die Gang in dieser Straße, dann die Angst davor, dass ihn die Polizei finden würde. Und der verfrühte, hastige Umzug, der trotz guter Planung auch Energie gekostet hatte. Erik drehte sich zur Wand und nickte ein. Er konnte seine Sachen auch naher noch einräumen, jetzt wollte er sich einfach nur ausruhen und die Geschehnisse verdauen. Es war einfach viel zu viel passiert seit dieser Nacht von vor 7 Jahren. Er hatte kein richtiges Zuhause, war ständig unterwegs gewesen, musste sich verstecken, keine Möglichkeit Freundschaften zu schließen oder Bekanntschaften zu machen. Kein Kontakt zur Familie. Joshua war seine einzige Bezugsperson gewesen, und er war diesem mehr als nur dankbar. Gesehen hatten sie sich zum letzten Mal aber auch schon vor 7 Jahren. 7 Jahre waren eine sehr lange Zeit, in der so viele Dinge passiert sind. Erik lebte wie in einer Blase, fernab eines normalen Lebens, ohne Zugang zur Gesellschaft. Er tauchte auf und wieder ab, ohne einen Mucks von sich zu geben. Die einzige Person, mit der er in den letzten 7 Jahren ein paar Worte gewechselt hatte war Marie gewesen. Sie hatte ihm ein paar banale Fragen gestellt und sich mit ihm unterhalten. Dinge, die er bis dahin nur mit Joshua gemacht hatte. Und sie hatte ihn auf eine Freundin angesprochen. Das war besonders verwirrend gewesen. Seit dem tragischen Tod von Melly ist ihm kein einziges Mal der Gedanke an eine Freundin gekommen. Er war traumatisiert worden und immer am grübeln. Sein 16 Jähriges Ich war in einer mentalen Schockstarre hängen geblieben, unfähig sich vom Fleck zu bewegen. Das hatte sogar Auswirkungen auf seinen Körper. Er war zwar groß und konnte es durch seine Kleidung verstecken, jedoch war er unglaublich dünn und zierlich. Fast so, als ob er im Körper eines Teenagers festsitzen würde, der sich seit vielen Jahren überhaupt nicht verändert hatte. Erik drehte sich um und zog seine Kleidung aus. Er war müde und wollte einfach nur schlafen, wenigstens für ein paar Stunden. Er legte sich unter die Bettdecke und drückte das Gesicht in die Kissen. Endlich konnte er es genießen, das Gefühl zu Hause zu sein. Dann schlief er ein.

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    • Eine Zeit lang beobachtete Mia das Szenario auf der anderen Straßenseite, da nie bekannt war, dass es sich hier ebenfalls mit den unterschiedlichen Gang's abspielte weshalb sie gar nicht mitbekam, wie der Junge im Laden hinten von seiner Kollegin rausgebracht wurde.
      Aber andererseits kannte die blondhaarige auch diese Gegend nicht, wenn sie ehrlich war, da sie sich meistens auf der anderen Seite aufhielt.
      Mia wusste genau war umsieht damals zur Polizei ging und in die Kriminalabteilung wollte, doch umso mehr sie immer solche Szenen wahrnahm umso mehr fragte sie sich langsam was sie eigentlich in all den Jahren erreicht hatte.
      Sie hatte schon soviele Menschen hinter Gitter gebracht welche es auch verdient hatten doch langsam bekam sie selbst das Gefühl, egal Wieviele es noch werden würde, dass es niemals aufhörte.
      Es kamen jeden Tag immer Neue dazu die gegen das Gesetz verstoßen werden, jemanden umbrachten oder sonst was anstellten.
      Wozu dann das alles noch, wenn es sich eh nichts brachte ?
      Ein leises Seufzen entglitt ihren Lippen als plötzlich eine Frau zu ihr trat und anscheinend ihre Worte hörte weshalb diese auch gleich darauf etwas erwiderte woraufhin sie die gesamte Aufmerksamkeit von Mia erhielt.
      "Schon lange nicht mehr sicher ? Spielt sich das leicht schon öfters ab ?" wollte Mia wissen ohne sich erstmal vorzustellen, dass sie eine Agentin war.
      Vielleicht bekam sie ja als normale Bewohnerin mehr aus ihr heraus ohne, dass sich die Dame gleich dazu verpflichtet fühlte.
      Manchmal war es einfach besser nicht zu sagen wer man war.
      Danach folgte sie der Dame zum Tresen und horchte ihren weiteren Worten wobei sie wirklich zugeben musste, dass diese Frau einiges über die Gang's wusste.
      Warum kam sie dann nie zur Polizei bzw. zum FBI und gab diese Informationen preis ?
      Mia's Team oder ein anderes hätte doch schon lange was machen können ?
      Zum anderen würde sie sicher auch um vieles mehr helfen können, da Mia schließlich einen jungen Mann suchte der etwas mit den Gang's zu tun hatte, so wie es am Video schien.
      Doch sollte sie es riskieren ?
      Ohne noch groß darüber nachzudenken, horchte sie weiter und dachte selbst über ihre Worte nach.
      "Was meinen Sie, sie haben keine Lust mehr auf diese Gang's ? Das sie sich hier rumtreiben ?" stellte sie ihre Fragen absichtlich dumm um kein falsches Bild auf die Frau zu machen.
      "Tut mir leid wenn ihr Bruder mit der ganzen Sache verwickelt war. Dies war sicher keine leichte Zeit für Sie und ihrer Familie" spielte Mia die perfekte unschuldige Frau.
      Als sie sich dann noch vorstellte, streckte sie ihre Hand zur Begrüßung aus "ich heiße Victoria" log die blondhaarige Agentin. Umso weniger diese Marie über Mia wusste, umso besser war es für jeden beteiligten.
      Gleich darauf glitt selbst ihr Blick auf den schwarzen Mustang welcher direkt vor dem laden geparkt hatte und war etwas überrascht gewesen wieviel diese Marie eigentlich über dies Polizei wusste.
      Schließlich bekam jeder Agent einen eigenen Wagen welches nicht mal ansatzweise auf die Polizei deutete.
      Hatte Marie etwa mehr mit der Polizei zu tun gehabt als was sie eigentlich zugab ?
      "Wow, du kennst dich ja echt gut mit der Polizei aus, aber woher weißt du, dass es zu denen gehört ? Schließlich ist ja nirgends irgendwas darauf anzudeuten ?" fragte sie weiterhin so dumm nach um den Eindruck einer nichtsahnenden Frau zu machen.
      Dass Die Polizei immer nach dem Schema 'F' vorgehen, war selbst Mia bekannt gewesen weshalb sie damals froh war zum FBI gekommen zu sein. Dort spielte es sich komplett anders ab und konnten auch meistens mehr herausfinden und Sachen abschließen als was es das normale LAPD oder sonst was geschafft hatte.
      Die gingen einfach eine Regel nach der anderen durch und wenn dies auch nicht klappte, dann war die sache für sie gegessen und der Fall blieb solange offen bis sich halt neue Ergebnisse ergaben.
      Einer der Gründe warum Mia dessen Arbeit so verachtete.
      Als Marie dann wieder anfing über ihren Bruder zu reden, beobachtete Mia diese und setzte ein bemitleidendes Gesicht auf.
      "Eine bedeutende Person in solchen Sachen zu verlieren ist sicher keine leichte Sache" sprach diese leise aus doch wechselte Marie schnell das Thema als sie leise vor sich hinmurmelte und Haare von ihrem Pullover strich.
      //Ihm ?//, schoss es ihr durch den Kopf als sie die leise Worte zwar schwer aber dennoch zum Teil verstand. War hier etwa noch jemand gewesen ?
      "Kein Problem, bitte machen Sie sich keinen Stress" meinte sie noch bevor Marie sich dann vom Tresen abwandte um sich um den alten Opa zu kümmerte.
      Währenddessen lies Mia kurz einen Blick durch den ganzen Laden laufen, doch war niemand zu sehen. Auch hinter dem Tresen im nächsten Raum war niemand zu erkennen.
      Als ihr Blick dann wieder auf die Haare ging welche auf dem Tisch lagen, fiel ihr auf, dass auch ihr gesuchter Mann solch eine rote Haarfarbe hatte und sagte Danielle nicht vorher, dass der Junge hier im Laden gewesen war ?
      Unauffällig holte sie eine kleine Tüte aus ihrer Tasche und steckte ein bis zwei kleine Härrchen ein bevor sie diese wieder in die Jackentasche verstaute, sowie versuchte sie unauffällig ein Bild von Marie zu machen, was gar nicht so einfach war aber erfolgreich.
      Wenn es wirklich ihr Mann war, dann gab Marie ihr nur umso mehr Informationen und Hilfe ihn endlich auswindig zu machen.
      Um weniger einen falschen Eindruck zu machen, kaufte sie sich noch etwas kleines zum essen und etwas zu trinken ein, bezahlte dies und verabschiedete sich schließlich von Marie bevor sie den Laden verließ und in den schwarzen Wagen einstieg.


      Ohne noch groß die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, fuhr sie auch eine paar Straßen weiter bevor sie stehenblieb und sich schnell alles notierte bevor sie noch etwas vergaß.
      Mit diesen Informationen, welche Marie ihr gegeben hatte, konnte Mia wahrscheinlich eine neue Spur haben.
      Zum anderen hatte sie auch noch die kleinen Haare welche am Tresen liegen geblieben waren, welche sie sofort der Forensikabteilung übergeben wird sodass diese gleich herausfinden konnten ob ihre Theorie stimmt oder nicht.
      Danach holte sie ihr Handy aus der Tasche und rief im Konferenzraum an wo Don auch gleich ans Telefon ging, nachdem dieser sah wer anrief.
      "Don ? Hier Mia.Ich schick dir ein Bild von jemanden zu. Ihr Name ist Marie. Ich will alles über die Dame wissen sowie über ihre Familie. Besonders über ihren Bruder, welcher in einem Gefägnis hier in New York sitzt" gab sie ihm gleich seine neue Aufgabe, was Don aber eher mehr irritierte.
      "Ich dachte, wir wären hinter dem jungen Mann her. Was hat denn die Frau mit ihm zu tun ?" wollte er wissen wobei Mia seine Verwirrung gut verstehen konnte.
      "Wenn ich mit meiner Vermutung richtig liege, hat die Frau etwas mit ihm zu tun" gab sie offen zu weshalb Don bestätigte sich gleich darum zu kümmern.
      Es dauerte auch nicht mehr lange bis er schließlich das Bild von ihr bekam und es durch das System laufen ließ.


      Währenddessen machte sich Mia auf den Weg zurück zum Büro wo sie auch nach einiger Zeit ankam, steuerte auf die Forensik zu, übergab ihnen ihre Haare und fuhr dann mit dem Fahrstuhl rauf in ihre Abteilung wo Don Mia auch schon entgegen kam.
      "Wir haben die Identität der Frau ausfindig machen können sowie auch herausfinden können wer ihr Bruder ist" gab er ihr gleich die Neuigkeiten bekannt.
      "Hast du was im Laden über den Jungen noch etwas herausfinden können ?" fragte Danielle nach wobei Mia beide gleich auf den aktuellen Stand brachten.
      Kurz darauf klingelte auch schon ihr Handy wobei die Forensik anrief und mitteilte zu wem die Haare gehörten.
      "Gut, danke für die schnelle Erledigung Zoè" bedankte sie sich bei ihrer Kollegin und lächelte ihren zwei Agent's zu.
      "Man kann zwar seinen Namen so oft ändern wie man will aber durch eine DNA ist es unmöglich unterzutauchen. Danielle, lass den Namen 'Erik Frederick Nemmington Andrews' durchs System laufen. Ich will alle Kamera's rund um New York haben. Egal wo er sich aufhält....er kann sich nicht lange verstecken" kam es selbstbewusst aus ihr heraus wobei sich Danielle gleich an die Arbeit machte.
      "Sobald ich was habe, schicke ich dir alle Daten" meinte sie noch weshalb Mia noch die Aufgaben an die beiden aufteilte bevor sie sich erstmal verabschiedete und nach Hause fuhr.


      Es war schon wieder ein langer Tag obwohl Mia nicht viel gemacht hatte aber dennoch war sie froh gewesen endlich mal in Ruhe wieder in ihrem Bett schlafen zu können.
      Dadurch das der Verkehr heute nicht alzu voll war, war Mia schnell in ihrer Wohnung angekommen wo sie sich noch kurz aufs Sofa setzte, sich entspannte bevor sie sich dazu entschloss sich ins Bett zu legen und die Augen zu schließen.
      Morgen würde sie hoffentlich mehr über diesen Erik in Erfahrung bringen können und was er in der Gasse zu suchen hatte.
      Wenn die blodnhaarige ehrlich zu sich war, sah er nicht gerade wie ein Gangmitglied oder sowaß aus ? Aber auch sie konnte sich ja mal täuschen.


      "Live your Life......you only have this one chance !"
    • Erik schlief tief und fest, und als er wieder aufwachte war es dunkel. Zumindest theoretisch, denn durch die großen, offenen Fenster hinter dem Bett drang das unruhige Licht New Yorks. Die Stadt die niemals schlief hatte sich in sein Zimmer gedrängt, und so musste er die Vorhänge zuziehen, um wieder alles in Dunkelheit zu hüllen. Warum er aufgestanden war wusste er selbst nicht so genau, es war fast Mitternacht und er hatte Hunger. In der Küche fand er Sams Tüte, davon trank er direkt eine Flasche leer und nahm sich ein Brötchen. In der Dunkelheit setzte er sich auf die Couch und genoss die Stille. Die Ruhe. Keine Hektik, und doch war er nachdenklich. Wie es Joshua wohl ging? Eigentlich hätte er ihm gerne geschrieben, aber es ging nicht. Und es würde auch in den kommenden Wochen nicht gehen, vielleicht sogar Monaten. Ob er es schaffen würde erfolgreich unterzutauchen? Aber klar doch, er hatte es ja auch geschafft auf Erik aufzupassen. Er hatte ihm ständig eine neue Unterkunft besorgt, neue Jobs, ihm bei der Flucht geholfen und ihm regelmäßig neue Identitäten beschafft. Eigentlich war Joshua so etwas wie ein Gott für ihn. Nicht religiös, und schon gar nicht allmächtig, aber wie sollte man sonst Jemanden bezeichnen der sich über Jahre hinweg, ohne persönlichen Kontakt, und ohne irgendeine Gegenleistung, so intensiv um einen kümmert? Erik erinnerte sich an die Abende, an denen sie teilweise stundenlang miteinander geschrieben hatten, über Eriks Albträume; nicht einmal seiner Familie konnte er so vertrauen wie ihm. Und wenn er ehrlich war hatte Joshua in Sachen Fürsorge Eriks Eltern schon längst überholt. Nicht viel aber sie waren definitiv gleichauf. Wenn die Freundschaft mit Joshua kein glücklicher Zufall war, dann wusste Erik auch nicht.
      Als er fertig gegessen hatte übermannte ihn die Müdigkeit. Eben noch wollte er zumindest seine Kleider auf den Kleiderbügel hängen, und wenigstens ein paar Bücher ins Regal stellen. Doch jetzt war er fertig, und es gab keinen schöneren Gedanken als sich ins Bett fallen zu lassen und zu schlafen. Er stellte noch schnell den Wecker, bevor er sich unter die Decke vergrub.

      Erik fühlte sich gut als er aufstehen musste. Heute würde er seine neue Arbeit antreten, von der er bis jetzt eigentlich nur die Adresse kannte. Und dass es sich um ein Lager handelte, in dem er nicht entdeckt werden konnte. Das war ihm Recht, wenigstens sollte er den Großteil seiner Arbeitszeit in Ruhe und fernab der Öffentlichkeit verbringen. Er nahm die Wegbeschreibung und verließ die Wohnung.
      Es dauerte nicht lange, da stand er an der 116 Street Station, direkt an der Columbia Universität. Erik runzelte die Stirn. Laut Beschreibung war er nur noch wenige Gehminuten vom Ziel entfernt.
      Echt seltsam, hier ist nur die Uni, von einer Lagerhalle nichts zu sehen...
      er folgte der Beschreibung und stand bald vor der Barnard College Bibliothek, direkt neben dem Barnard College selbst. Hier endete die Beschreibung, er sollte sich am Schalter melden. Aber war er auch wirklich richtig hier? Vor ihm baute sich ein ineinander verschachteltes Gebäude auf, der Campus war gut besucht, und Erik schien die Umgebung hier alles andere als unauffällig und vor der Öffentlichkeit gut geschützt. Etwas skeptisch trat er ein und suchte nach dem Schalter. Er fand keinen. Es gab einen einladenden Tresen, hinter dem eine junge Frau saß. Sie hieß Jennifer M. Olivers, wie Erik dem Schild entnehmen konnte. Sonst war keiner da der nach Angestellten aussah, überall um ihn herum waren Studenten.
      "Hallo, ich heiße Erik Andrews. Ich soll mich heute hier melden...?"
      es war seltsam sich mit seinem eigenen Namen vorzustellen. Erik hatte ihn schon seit einer Ewigkeit nicht mehr laut ausgesprochen.
      "Guten Morgen Mr. Andrews, kommen Sie mit."
      Erik folgte ihr. Nicht lange und sie waren in der Bibliothek. Hier sah es schon etwas anders aus. Es gab unzählige Regale, große Fenster mit Sitzplätzen, Tische, Sofas und im Grunde hätte man es sich hier sicherlich für den ganzen Tag schön einrichten können.
      Jennifer trat zu einem Tisch und deutete auf den Stuhl.
      "Setzen Sie sich, ich bin gleich mit dem Vertrag zurück."
      sie schritt zu einem Büro, während Erik Platz nahm. Etwas erstaunt war er doch. Hatte sich Joshua geirrt? Hatte Sam ihm die falsche...nein, das ging ja gar nicht. Irgendetwas konnte hier nicht mit rechten Dingen zu gehen.
      "Hier ist der Vertrag, Sie fangen direkt heute an, wie besprochen."
      eine Studentin sprach Jennifer an und fragte nach einer Druck-Karte. Jennifer entschuldigte sich; ganz zu Eriks Erleichterung, denn er wollte wenigstens den Vertrag überfliegen, bevor er das Papier, 'dass bereits besprochen war', unterschrieb. Während sich Jennifer um das Mädchen kümmerte las Erik seinen Vertrag. Er staunte. Er würde hier als Lektor anfangen und sich die Manuskripte der Studenten durchlesen, bevor diese an einen Verlag geschickt und publiziert würden. Ferner würde er keine Vollzeitstelle antreten sondern nur 75%, um genug Zeit für persönliche Lektüren zu haben. Außerdem fand sich eine lange Liste an anderen Dingen, die er hier tun sollte. Oder konnte. Wie zum Beispiel an einer Vielzahl an Vorlesungen teilnehmen, sollten sie ihn interessieren. Und natürlich selbst Bücher ausleihen. Erik spürte zum ersten Mal und seit vielen Jahren so etwas wie Freude. Richtige Freude.
      Er las weiter. Bei Bedarf würde er mit entscheiden welche Bücher in die Bibliothek mit aufgenommen werden würden, und schließlich allerhand Dinge tun dürfen und müssen, die ihm, Erik, ziemlich zusagten. Er blätterte zurück und las die Einleitung. Dann verstand er. Diese Bibliothek wurde unter den Studenten und Profs als Lager bezeichnet, als Bücherlager sozusagen.
      Natürlich, es muss ja nicht gleich ein Versandhändler sein...
      sichtlich erleichtert war er aber schon. Und aufgeregt. Er konnte das gar nicht glauben. Wie hatte Joshua das bloß auf die Reihe bekommen, ihm an einer der renommiertesten Universitäten im Land einen Job in der Bibliothek zu besorgen? Auch noch direkt in New York? Erik überflog den Text. Er sollte sich Hauptsächlich um die Bereiche Literatur und Philosophie kümmern. Das, was er bis letztes Jahr studiert hatte und definitiv etwas, worin seine Stärken lagen. Er stutzte. Klar, Joshua hatte einfach nur auf das aufgebaut, was Erik schon hatte. Hätte er das alles schon vorher gewusst, hätte er Joshua sicherlich zehn mal mehr gedankt. Dazu würde er aber noch Gelegenheit bekommen. Nicht mehr lange und sie würden sich persönlich treffen, dann könnte Erik sich dafür bedanken. Und eigentlich auch für alles, wirklich alles, was Joshua bis heute für ihn getan hatte.
      Er blätterte weiter. Das Gehalt war wirklich nicht übel, und das bei einer 75% Stelle; damit könnte er sich nicht nur die Nebenkosten der Wohnung leisten sondern auch mal ausgehen. Jetzt wurde ihm auch klar, warum ihm Joshua Freunde und Freizeit empfohlen hatte. Jetzt hätte er sowohl die Zeit als auch die nötigen finanziellen Mittel dazu. Und da Erik sowieso nur das Nötigste besaß würde er sich ein paar kulturelle Dinge leisten, vielleicht mal ausgehen, das würde sich ja zeigen.
      Erik unterschrieb, wohl, musste er sich erst daran erinnern wie er sonst immer unterschrieben hatte. Heimlich holte er seinen Ausweis aus der Tasche und wahr erleichtert. Es war die Unterschrift von damals, als er 16 gewesen war. Die konnte er. Nachdem er unterschrieben hatte stand Jennifer schon wieder bei ihm und nahm den Vertrag entgegen.
      "Sehr schön, du kannst dich hier frei bewegen oder aber hinten im Büro arbeiten, wie es dir beliebt. Du bekommst einen Laptop und kannst damit die Bibliothek durchsuchen. Deine erste Aufgabe ist eine Bücherliste. Du sollst entscheiden welche Bücher als Pflichtlektüre für das 2. Semester der Architekten infrage kommen..."
      Erik kannte bereits die Antwort, ohne die Liste überhaupt gesehen zu haben. Diese Dinge wusste er, und er begriff dass ihm diese Arbeit sicherlich sehr viel Spaß machen würde. Er folgte Jennifer ins Büro und ließ sich alles zeigen. Dann gab sie ihm seine Arbeitsmaterialien und teilte ihm mit, dass er alles digital machen würde. Die Liste war also auf dem Laptop. Jennifer zeigte ihm die Regale, die für seine Arbeit relevant sein würden, und Erik erfreute es ungemein dass er einen großen Teil der Bücher bereits gelesen hatte. Aber eben nur einen Teil davon, die anderen kannte er noch nicht.
      Das ist fabelhaft, einfach fabelhaft...
      er nahm sich direkt ein paar Bücher mit und ging wieder zum Tisch. Jennifer verabschiedete sich zum Tresen und wünschte Erik einen schönen Tag. Den würde er sicher auch haben. Erik machte es sich auf der Fensterbank gemütlich und fing an die Bücher zu lesen. Sie waren sich inhaltlich ähnlich, doch gab es auch feine Unterschiede. Die musste er sich erarbeiten und dann die entsprechende Auswahl treffen. Dann versank er im Buch.

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    • Die Nacht verging eher kurz da Mia nicht besonders gut schlafen konnte.
      Ständig gingen ihr die kuriosersten Gedanken durch den Kopf was den jungen Mann anging.
      Noch nie hatte sie sich in etwas getäuscht gehabt und auch bei ihm hatte sie das Gefühl, dass es nicht so sein würde doch was wenn er sich wirklich mit Gang's abgab ?
      Jeder Idiot konnte heutzutage Undercover arbeiten wenn man es so betrachtete, die Frage war eher wie lange es dauern würde bis die Identität aufflog.
      Zum anderen quälte sie auch der Gedanke, dass die 48h, welche sie Zeit hatte um neue Indizen zu sammeln, heute vorbei waren und Mia dem Chef Bericht erstatten musste.
      Es war ja nicht das erste Mal, dass die blondhaarige so etwas erledigen musste aber das erste Mal, dass dabei ihr Job auf dem Spiel stand und war er nicht zufrieden, würde sie ihre Sachen packen müssen und jemand anderer würde den Fall übernehmen.
      Wäre es wirklich der richtige Weg ?
      Bei allem was sie bis jetzt mit ihrem Team herausgefunden hatte ?
      Aller Arbeit wäre komplett umsonst gewesen.
      Zwar nicht ganz umsonst, da das nächste Team daran arbeiten könnte, würde ihr Chef jetzt sagen, aber dennoch für sie umsonst.
      Mia könnte zwar außerhalb des FBI's weiter arbeiten, aber damit gefährdete sie nur die Jobs ihrer Kollegen.
      Und das sie wegen ihren Egoismus diesen auch noch verlieren, würde sie sich niemals verzeihen.
      Bevor die blondhaarige noch weiter darüber grübeln konnte, stand sie auf, machte sich erstmal einen Kaffee und blickte auf ihr Handy um nachzusehen ob von Don oder Danielle irgendwelche Nachrichten kamen.....doch nichts.
      Konnte sich der Typ denn so gut verstecken, dass nicht einmal die Kamera's von New York etwas finden konnten ?
      Wenn er kein Verbrecher oder Gangmitglied gewesen war, fragte sich Mia schon langsam warum er sich dann nicht einfach stellt ?
      Auch wenn man ihn für alles zur Verantwortung momentan zog, so gab es sicherlich eine gute Erklärung zu allem und dies konnte nur bereinigt werden indem dieser Erik zum FBI kam und alles erklärte, oder etwa nicht ?
      Mia war so sehr in den Gedanken versunken gewesen, dass sie selbst gar nicht mitbekommen hatte wie oft es schon an ihrer Türe klingelte.
      Erst nachdem man immer öfters nacheinander anläutete, hörte sie es selbst und begab sich zur Türe um zu sehen wer das war und genau so schnell wie sie diese öffnete, genauso schnell kam auch schon Danielle mit ihren Laptop hineingestürmt.
      "Ja bitte, komm doch rein ?" war die blondhaarige Agentin etwas überrascht gewesen weshalb ihre Worte auch etwas sakastisch waren, schloss die Türe und lief ihr ins Wohnzimmer nach.
      "Wir haben ihn!" kam es mit viel Freude aus ihrer Kollegin heraus wobei sie den Laptop in ihre Richtung drehte und eine Kameraaufnahme vor einer Bibliothek zeigte.
      "Die Kamera's haben ihn zuletzt bei dem Gebäude gesehen wie er reinging und ist seitdem nicht mehr rausgekommen" sprach sie weiter wobei sich Mia ihren Laptop schnappte und sich das Ganze genau ansah.
      Die Straße wo die Bibliothek kannte sie gut. Mia war zwar selbst noch nicht lange in New York aber für die kurze Zeit und dank ihres Job's hatte sie schon genügend Möglichkeiten gehabt sich alles genauer anzusehen.
      "Wo ist Don ?" wollte Mia dann wissen da es eher unüblich war, dass Danielle selbst alleine wohin fuhr.
      "Das weiß ich leider nicht" wurde ihre Miene etwas trauriger.
      Hatte die Agentin irgendwas verpasst ?
      "Was soll das wieder heißen ?" fragte sie etwas genauer nach. Jeder ihrer Agent's kannte die Regeln. Wer das Gebäude verlies während der Arbeit, musste auch sagen wohin. Gerade in ihren Job war es keine leichte Sache einfach etwas auf eigene Faust zu erledigen. Mia hatte deswegen schon einmal einen Agent verloren.
      "Der Chef kam gestern Abend noch zu uns ins Büro und wollte mit Don unter 4 Augen sprechen. Danach ist er verschwunden und nicht mehr aufgetaucht geschweige denn erreichbar gewesen" erklärte sie schnell in Kurzfassung und sah dabei zu ihrer Chefin welche sichtlich nicht davon begeistert war.
      Also hatte ihr Boss wieder die Finger im Spiel gehabt.
      "Oh mann. Der Typ geht mir langsam echt auf die Nerven" sprach sie leise vor sich her.
      "Achja....er meinte auch noch, dass du heute zu ihm kommen sollst. Du wüsstest angeblich um was es ginge, sagte er noch" erinnerte sich Danielle gleich darauf wobei Mia aber diesen Befehl missachtete.
      Sie hatte eine Spur zu Erik und diese würde sie jetzt nur wegen einem Gespräch's mit ihren Boss nicht verlieren.
      "Sag mal, hast du vielleicht auch seine Handynummer ?" fragte die blondhaarige Agentin nach wobei sie aber schon wissen würde, dass es keine leichte Sache war diese herauszufinden. Schließlich hatte der Tyyp ja keine Ahnung wie oft seine Identität gewechselt.
      "Nein leider.....aber ich kann dir die Nummer von der Bibliothek geben wenn du willst. Vielleicht kennt ihn dort jemand oder sowas?" zuckte sie bei den Worten mit ihren Schultern wobei dies in ihren Ohren zwar etwas lächerlich klang aber ein Versuch war es Wert gewesen.
      Daher nahm Mia ihr Handy in die Hand und wählte die Nummer von dem Gebäude wobei es nicht lange dauerte bis eine Dame ans Telefon ranging.
      Mia informierte sich ob dort ein gewisser Erik Andrews arbeitete wobei die Frau gleich zustimmte.
      Die Agentin lies für ihn noch eine Nachricht überbringen bevor sie auflegte und ein Lächeln auf Danielle warf.
      "Mal sehen ob er darauf eingeht" grinste sie immer frecher vor sich her bevor sie sich schließlich fertig machte und mit Danielle zu dieser Adresse fuhr aber vor einer Seitengasse zum stehen kam.
      "Mach du dich auf den Weg zum Büro und such nach Don. Wenn alles gut geht, brauche ich euch beide und wenn es sein muss, setz du auch alle Mitteln dafür ein" meinte sie noch bevor Mia aus dem Wagen stieg und Danielle noch nachsah wie diese wegfuhr bevor sie ihre Aufmerksamkeit zurück der Seitengasse schenkte und sich auf den Weg machte wo sie Erik treffen sollte.


      Nachdem das Telefonat mit der FBI Agentin beendet war, schrieb sie sich alles auf den Zettel und suchte nach Erik was in dem riesigen Gebäude gar nicht so einfach gewesen war.
      Doch da sie zum Glück hier alles kannte, fand sie diesen ziemlich schnell "Erik ?" rief sie diesen und als sie bei ihm ankam, übergab die Dame ihm den Zettel.
      "Eine junge Dame hat vorher angerufen und meinte, dass ich dir das geben soll. Sie meinte auch, dass sie vom FBI sei und wüsste was los ist ?" kam es etwas besorgt aus ihr heraus, auch wenn Mia dies nicht wusste, so musste sie doch eine Lüge erstellen ?
      Hatte sich Erik in etwas verrannt ?


      Zettel:
      "Komm zur Seitengasse vom Hintereingang der Bibliothek.
      Das Gebäude ist komplett von der CIA umstellt, wenn du also nicht geschnappt werden willst, solltest du mir vertrauen"



      War zwar genauso gelogen aber da Mia sonst keine Ahnung von ihm hatte, musste sie ihn ja irgendwie rauslocken.


      "Live your Life......you only have this one chance !"
    • Es dauerte nicht lange, bis Erik die entsprechende Bücherliste zusammen gestellt hatte. Vor allem empfahl er gleich drei Lektüren eines Autors, den die angehenden Architekten unbedingt kennen mussten. Mit seiner Arbeit war er soweit zufrieden, und als er die Liste abgeschlossen hatte machte er sich an die nächste Aufgabe. Nun ging es um die Literatur des 19. Jahrhunderts, Eriks Spezialgebiet. Es gab kaum einen Pflichtroman, den er nicht gelesen hätte, und auch sonst hatte er im Studium immer wieder einen kleineren Autor aufgegriffen um dessen Schreibstil kennen zu lernen. Seine Arbeit lag ihm wirklich, und so schlenderte er verstohlen durch die Regale der besagten Bücher um sich die passende Auswahl zu notieren. Für diese Aufgabe musste er die Bücher auch gar nicht lesen, ihm genügte der Titel vollkommen um sich an den Inhalt zu erinnern und dessen Relevanz für die Studenten abzuschätzen. Erik war sichtlich glücklich, auch wenn er noch nicht lächelte. Zwischen den vielen Büchern fühlte er sich einfach nur wohl und Zuhause. Am Liebsten hätte er es sich hier heimisch eingerichtet, doch er wusste dass das nicht ging. Zum einen hatte ihm Joshua bereits eine fabelhafte Bleibe gesichert, zum anderen war es nie eine gute Idee an demselben Ort zu leben und zu arbeiten. Egal wie sehr einem der Job auch gut tat.
      Beim Erstellen der Bücherliste fielen Erik zwei Bände auf, die er so noch gar nicht kannte. Interessiert nahm er sie in die Hand und wusste sofort, was er heute Abend machen würde. Und er wusste auch, was er die kommenden Abende machen würde. Es handelte sich um eine frühe Sammlung eines Philosophen, den Erik insgeheim sehr schätzte. Er musste diese Bände lesen, unbedingt!
      Mit seiner Auswahl in der Hand kehrte er zum Laptop zurück und fertigte die Liste an. Gerade als er fertig wurde, kam Jennifer zu ihm. Sie hatte einen Zettel dabei den Erik entgegen nahm. Und eine, wie Erik fand, sonderbare Botschaft war darauf zu sehen.
      "Vom FBI?", meinte er überrascht, und Jennifer nickte.
      "Ja, wie gesagt sie meinte du wüsstest um was es geht?"
      Jennifer sah alles andere als entspannt aus, und Erik las sich den Zettel durch. Dann runzelte er die Stirn. Die Nachricht machte für ihn überhaupt keinen Sinn.
      "Also, wer auch immer das geschrieben hat...ich denke dass es ein Streich gewesen war." sagte er ruhig und blickte zu Jennifer, die ihn nun überrascht aber auch etwas erleichtert ansah. Dann zuckte sie mit den Schultern.
      "Wenn du das sagst, für mich klang die Sache alles andere als ein Scherz?", meinte sie und wirkte nun verunsichert.
      "Ich meine, vielleicht solltest du doch mal nachsehen?", fügte sie noch hinzu und sah ihn durchdringend an, aber Erik schüttelte den Kopf.
      "Diese Nachricht macht vorne und hinten keinen Sinn. Wenn dieses Gebäude komplett umstellt ist - was nicht sein kann weil ich die ganze Zeit am Fenster sitze und in diesem Fall etwas bemerkt hätte - dann würde ich, sobald ich das Gebäude verlasse, von der CIA geschnappt werden. Es wäre absurd zu glauben die CIA hätte alles komplett umstellt und den Hintereingang dabei mit Absicht vergessen..."
      meinte er ruhig und sah Jennifer wieder an.
      "Und selbst wenn der Zettel die Wahrheit sagt; was macht es für einen Unterschied ob ich jetzt oder-", er sah auf die Uhr, "- in zwei Stunden nach Hause gehe? Wenn die CIA mich wirklich will wäre sie schon längst hier und hätte mich mitgenommen."
      er legte den Zettel zur Seite und nahm eine Lektüre in die Hand.
      "Mal angenommen dass mir Jemand helfen will- wie lange würde mir dieser Jemand helfen können, wenn man schon meinen Namen und meinen Arbeitsplatz kennt? Außerdem kann ich mir die Zeit auch mit Wichtigerem vertreiben als nach potenziellen Komikern zu suchen, die hier irgendwo herum lungern..."
      Jennifer nickte.
      "Ja, das macht schon Sinn.", sagte sie langsam, und Erik sah sie wieder an.
      "Also, wenn ich mit der Arbeit fertig bin werde ich dieser Seitengasse -keinen- Besuch abstatten. Ich werde einfach nach Hause gehen und gut ist. Wenn es wirklich die CIA ist, oder Jemand der mit ihr arbeitet, oder sogar gegen sie, wäre es am Leichtesten gewesen einfach hier aufzutauchen und heimlich mit mir zu reden, oder?"
      Erik überlegte kurz; vielleicht sollte er prinzipiell versuchen keinen Verdacht auf sich zu schieben?
      "Und letztendlich wüsste ich nicht warum die CIA mich suchen würde..."
      meinte er banal und Jennifer sah auf den Boden. Sie schien zu überlegen, und dann nickte sie Erik freundlich an.
      "Du hast Recht, jetzt wo ich so darüber nachdenke..."
      "Diese Nachricht ist an die emotionale Ebene adressiert, da funktioniert sie. Wenn du dir die Logik dahinter betrachtest dann ergibt sich aus dem Zettel ein Widerspruch..."
      fügte er noch als Erklärung hinzu und es funktionierte, Jennifer schien seine Erklärungen anzunehmen und verabschiedete sich wieder, sichtlich beruhigt dass es sich wohl wirklich nur um einen Scherz handeln konnte. Doch obwohl Erik ihr und damit auch sich selbst die Nachricht erklärt hatte, fühlte er sich nicht gerade wohl in seiner Haut. Natürlich würde ihm nichts passieren, das hatte Joshua ihm ja versichert. Auf der anderen Seite war dieser kleine Zettel mit der Nachricht auch nicht gerade trivial. Er agierte seit genau einem Tag mit seinem richtigen Namen in der Öffentlichkeit; das letzte Mal, als er diesen Namen offiziell verwendet hatte, war nach dem Unfall mit Melly. Das würde zumindest die Zurückhaltung des Absenders erklären; wenn er Erik nach so vielen Jahren wieder erkannt und kontaktiert hatte, so wollte er vermutlich zaghaft heraus finden, ob sich dieser noch an den Fall erinnerte?
      Wie sollte ich mich nicht daran erinnern...
      Was aber, wenn es Jemand aus ihrem Netzwerk war? Das konnte Erik jedoch direkt ausschließen, Sam und Joshua hatten seine Adresse, wenn sie Jemanden schicken würden, hätte er Erik sicherlich nahe seiner Wohnung abgefangen. Subtil, versteht sich, so wie Sam als er umgezogen war. Niemand aus seinem Netzwerk würde einfach so die Verwaltung der Bibliothek anrufen und eine solch...widersprüchliche Botschaft an ihn hinterlassen. Außerdem war er ja gerade erst auf freiem Fuß und bis jetzt auch in keine neuen Verbrechen verwickelt gewesen. Außerdem war Joshua untergetaucht, es konnte also definitiv nicht aus seinem Netzwerk stammen.
      Konnte es Derjenige oder Diejenigen sein, vor denen Joshua sich versteckte? Das würde vielleicht Sinn ergeben, andererseits...
      Erik überlegte. Wer auch immer ihm diese Nachricht geschickt hat nutzt eine sehr zaghafte, aber alberne Vorgehensweise. Die Person möchte um jeden Preis verhindern dass Erik etwas passiert, aber statt hier in die Bibliothek zu kommen ruft die Person durch eine öffentliche Leitung durch, und erwähnt dabei auch noch die CIA? Vielleicht waren es Hacker, die sich einen Spaß daraus machten die Akten von Geheimdiensten zu laden und sich eigenständig auf die Suche nach potenziellen Verbrechern zu machen? Vielleicht -wollte- ihn ja Jemand verraten, aber wozu? Seine Akten waren bereits einigermaßen sauber, und wenn er sich an Joshuas Anleitung hielt würde er in jedem Fall auch als unschuldig davon kommen.
      Und was war mit Marie, hatte sie vielleicht etwas erzählt? Aber das wäre auch nicht möglich gewesen, schließlich hatte er noch einen anderen Namen gehabt und ist rechtzeitig geflüchtet, um nicht gesehen zu werden. Der Umzug danach hatte sich komplett unbeobachtet vollzogen, was bedeutete dass der Absender Erik nur heute hat identifizieren können...
      Erik sah aus dem Fenster, der Campus war wieder voller Studenten, nichts deutete darauf hin, dass die Bibliothek umstellt war. Das war alles...etwas verwirrend. Sollte er diese Nachricht ernst nehmen?
      Er atmete durch und öffnete das Buch. Auf diesen Unsinn hatte er eigentlich keine Lust mehr, lieber vertiefte er sich noch in eine schlaue Lektüre als sich den Kopf über diesen Absender zu zerbrechen. Wer auch immer ihn suchte würde ihn ab jetzt finden können, und Erik hatte auch keinen Grund mehr sich zu verstecken. So ganz glücklich war er nun nicht mehr, aber wenigstens glaubte Jennifer felsenfest an einen Streich, und Erik würde ihr auch keinen Grund mehr geben an dieser Realität zu zweifeln.

      Es vergingen zwei Stunden und Erik hatte das Buch fast bis zur Hälfte durch. Das würde er auf jeden Fall mit nach Hause nehmen und es heute Abend fertig lesen. Sofern ihn keiner vom CIA abfing. Aber das war einfach nur albern.
      Was für ein Unsinn, ich hoffe dass der Scherzbold endlich nach Hause gegangen ist...
      Erik packte seinen Laptop zusammen und verstaute ihn im Büro, dann lieh er sich die Bücher aus die er brauchte und packte sie in seine Jackentasche. Nächstes Mal würde er eine Umhängetasche mitnehmen, denn es gab da so die ein oder anderen großen und schweren Bücher, die er wenigstens mal überfliegen wollte.
      Er verabschiedete sich von Jennifer und ging hinaus. Der Wind blies zart und frisch, und er fühlte sich auch gar nicht mehr so bedroht wie noch vor zwei Stunden. Um ihn herum wimmelte es von Studenten, und so schlenderte er vom Gelände und machte sich auf den Weg zur U-Bahn. Die Seitengasse interessierte ihn nach seiner Analyse ebenso wenig wie die CIA. Wenn er ehrlich war fand er die philosophischen Theorien aus dem Buch gerade viel interessanter, und so fokussierte er sich auf die Bäume am Straßenrand und den Duft des Windes.

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    • Ein amüsantes Lächeln setzte sich auf Mia's Lippen als sie ihren Blick auf ihre Armbanduhr warf und merkte, dass seit ihrer Nachricht locker schon 20 Minuten vergangen waren.
      Dass er so leicht nicht auf ihr Spielchen einging, gefiel der blondhaarigen irgendwie.
      "Er ist wirklich nicht auf den Boden gefallen" sprach sie gedankenverloren vor sich her und steckte die Hände wieder in die Hosentasche zurück während sie der Seitengasse entlang bis zur Hauptstraße ging wo das tägliche Treiben noch immer am Laufen war.
      Ständig fuhren die Autos hin und her und auch waren große Menschenmassen unterwegs gewesen.
      Dass sich genau hier eine Bibliothek befand war für Mia doch etwas verwunderlich gewesen, da sie eigentlich solche Gebäuden nur in ruhigeren Orten kannte.....doch hier war es wie in einer Einkaufsstraße oder sowaß gewesen.
      New York war eben anders gewesen.
      Als ihr Handy nach einiger Zeit plötzlich zum läuten anfing, holte sie dies aus ihrer Tasche und sah, dass es Danielle gewesen war.
      "Hast du Don gefunden ?" war gleich die erste Frage gewesen, ohne sie erstmal zu begrüßen.
      "Nein, er ist auch nicht im Büro. Ich hab die anderen gefragt ob sie wüssten wo er sein könnte oder ob er jemanden eine Information da gelassen hat aber keiner weiß wo er steckt" erklärte sie kurz und berichtete auch gleich davon, dass sie schon versucht hatte sein Handy und seinen Dienstwagen zu Orten aber das Gerät war abgeschaltet und sein Auto unten in der Tiefgarage geparkt gewesen.
      "Die Kamera's habe ich auch kontrolliert welche zeigen, dass er gestern das Gebäude ohne seinen Wagen verlassen hat" erklärte sie weiter was für Mia überhaupt keinen Sinn ergab.
      "Er fuhr doch noch nie ohne seinen Wagen nach Hause ? Dafür ist der Weg viel zu weit" kam es laut denkend aus ihr heraus.
      Was war da los ?
      Dies war doch sonst nicht Don's Art gewesen ?
      Ist da etwa leicht was vorgefallen ?
      "Okay, danke für deine Nachforschungen. Tu mir bitte noch einen letzten Gefallen und überprüfe alle seine letzten Fälle an denen Don gearbeitet hat" befahl sie ihr und noch bevor Mia auflegen konnte, lies sie die Frage fallen, welche sie eher ungern hören wollte.
      "Denkst du, dass ihm was passiert ist ?" fragte Danielle vorsichtig nach wobei sie selbst ehrlich gesagt dies nicht beantworten konnte.
      "Momentan hoffe ich es nicht" mit diesen Worten beendete die blondhaarige Agentin das Telefonat und blickte kurz rauf in den Himmel um ihre Gedanken zu ordnen.
      Das Leben als Agent war wirklich nicht sicher und einfach gewesen.
      Wie oft hatte sie selbst schon von anderen erleben müssen, dass Agenten zu Hause ausfindig gemacht und umgebracht worden sind oder im Gefägnis landeten und dort die Hölle durchleben mussten.
      Dass Don verschwunden war, ist in ihren Beruf nichts besonderes mehr gewesen aber dennoch machte man sich einfach Sorgen, dass was passiert sein könnte.
      Leicht schüttelte Mia den Kopf um die Gedanken erstmal zu verdrängen.
      Es brachte sich nichts weiter nachzudenken außer, dass man dadurch vielleicht nur verrückt werden konnte, weshalb sie sich wieder auf das Wesentliche konzentrierte: Erik.
      Ein erneuter Blick auf ihre Uhr, zeigte, dass bereits fast 2 Stunden vergangen waren seit sie ihm diese Nachricht übermitteln ließ.
      Er hatte wirklich viel Geduld gehabt aber das es auch einfach werden würde, hatte sie sowieso nicht gedacht, nachdem was er versucht hatte seine wahre Identität zu verbergen.
      Noch nie hatte sie bei jemanden soviele Namen und Pässe gesehen gehabt wie bei ihm.
      Jedoch machte er aber auch nicht besonders den Naschen darauf, dass er wie ein Verbrecher wirkte.
      Aber schließlich konnte das Ganze auch nur von ihm gespielt sein.
      Als ihr Blick in allen Richtungen ging, konnte sie anhand eines Spiegelbild's am Dach etwas erkennen, aber was genau es war, konnte sie selbst durch den Sonneneinstrahl nicht wirklich sagen als sie ihren Blick dann selbst dorthin wandte.
      Jedoch würde sie dies nicht außer Acht lassen und als plötzlich die Türe vom Eingang der Bibliothek aufging konnte sie Erik erkennen welcher seelenruhig herauskam.
      Anscheinend nahm er ihre Drohung wirklich nicht ernst weshalb sie wieder vor sich her lächeln musste und auf selbst auf diesen zuging.
      "Wirklich mutig von dir, hier einfach rauszuspazieren. Was wenn die CIA wirklich hier gewesen wäre ? Und sag nicht, dass du aus dem Fenster gesehen hast ob wirklich wer hier ist als du die Nachricht bekommen hast. Das FBI und die CIA arbeiten nicht wie die klassischen Amateurs von Polizisten welche das Gebäude umstellen und sich sehen lassen" gab sie gleich als Argument noch dazu.
      Beide Behörden waren zwar nicht gerade die besten Freunde gewesen aber sie wussten sich richtig an jemanden ranzuschleichen.
      Kurz wandte sie ihren Blick wieder auf das Dach wo vorher der Scharfschütze gewesen war, doch war er diesmal nicht mehr hier.
      //verdammt//, schoss es ihr durch den Kopf und packte gleich seinen Arm um diesen mit sich zu ziehen.
      "Danielle. Ich brauche deine Hilfe. Wir treffen uns in der Seitengasse der Bibliothek" teilte sie ihr mit bevor sie wieder auflegte, nachdem Mia ihr Handy aus der Tasche holte und die Nummer ihrer Mitarbeiterin wählte.
      "Du bleibst bei mir" meinte die blondhaarige Agentin noch zu Erik während sie ihn zurück in die Gasse zog als plötzlich ein Schuss bein ihr vorbei schoss.
      "Schnell runter" wurde sie lauter, drückte den jungen Mann nach unten und stellte sich schützend vor diesen bevor beide um die Ecke huschten, sie ihre Waffe zog und nach kurzer Zeit leicht um diese sah aber da schon der nächste Schuss auf sie flog, welchen sie gut ausweichen konnte.
      "Scheint so als wären deine Fan's schon hier" kam es sakastisch aus ihr heraus als ihr Blick zu Erik fiel.
      "Vielleicht eine Ahnung wer das sein könnte ?" versuchte sie so an Informationen zu kommen während sie wieder um die Ecke sah, der nächste Schuss fiel aber dieser sie diesmal an der Schulter traf.
      "Aaahhh, verdammter Arsch" fluchte sie vor Schmerzen vor sich her und drückte schnell ihre Hand auf die Wunde während schon weitere Schüsse folgten.
      Die Menschen liefen währenddessen schon schreiend von den Straßen was Mia aber nur gelegen kam, denn somit konnte niemand wenigstens verletzt werden.
      "Danielle, wo bleibst du?" murmelte sie leise vor sich her, obwohl sie wusste, dass cht so schnell gehen konnte. Aber langsam wurde es knapp und als sie nach ihrer Munition blickte, bemerkte Mia selbst, dass nur mehr 3 Kugeln vorhanden waren.
      Wenn sie ihre Lage so betrachtete, waren es defintiv zu wenige gewesen.


      "Live your Life......you only have this one chance !"
    • Erik hatte nicht gerade viel Zeit gehabt die Natur zu genießen, als auch schon eine junge Frau vor ihm stand. Mehr als das war sie anscheinend der unbekannte Verfasser der Nachricht gewesen, und allem Anschein nach hatte sie sich bereits die Freiheit genommen sein Verhalten zu analysieren und ihm zu erklären. Leider aber nicht ganz treffsicher, wie Erik fand, und so stand er einen kurzen Moment sprachlos vor ihr, bevor er die Stirn runzelte.
      "Zunächst einmal befinde ich mich auf dem nach Hause Weg. Und gut, dann werde ich es nicht sagen, aber ich saß schon den ganzen Tag am Fenster, und es ist fraglich ob die liebe CIA Studenten engagiert um eine Bibliothek zu umstellen..."
      er schüttelte leicht den Kopf und seufzte.
      "Dann bist du vermutlich eine von ihnen? Vom FBI oder dem CIA?"
      eigentlich hatte er ihr noch etwas sagen wollen. Etwas, was er von Marie erfahren hatte, doch glücklicherweise kam er nicht mehr dazu, denn der nächste Moment kam schnell und absolut unerwartet. Als die Frau ihr Smartphone zückte um eine Danielle anzurufen, da stockte Erik der Atem. Ihm wurde bewusst dass er der Frau beinahe zu viel verraten hätte, denn mit der Sicherheit, mit der er ihre Aussage der Polizeilichen Kompetenz bestätigen wollte, hätte er sich vermutlich selbst verraten. In welcher Hinsicht er das getan hätte wusste er selbst nicht so genau, und im Grunde war es ihm auch egal. Er musste aufpassen. Er war mit seinem echten Namen auf freiem Fuß und hatte eine Arbeit, er hatte ein Leben. Das wollte und konnte er jetzt nicht einfach in den Sand setzen indem er fremden Menschen sein Wissen offenbarte. Erik musste schweigen, und im Bedarfsfall lügen, so sehr ihn Unwahrheiten auch anwiderten.
      Unerwartet kam auch ihre Aussage; noch bevor er protestieren konnte sah er sich schon in einer Seitengasse mit ihr stehen, und dann hörte er einen Schuss.
      Ein Scharfschütze??
      die Frau drängte ihn zu Boden, und während Erik versuchte einen klaren Gedanken zu fassen, standen sie schon hinter der Ecke. Erik weitete die Augen. Was zur Hölle machte sie da?
      "Was willst du mit der Waffe? Das bringt doch nichts!"
      warf er ein, doch die Frau hatte andere Sorgen. Sie schaute wieder um die Ecke und...ein Schuss traf ihre Schulter! Erik erstarrte. Er sah Melly vor seinem inneren Auge, das arme Mädchen das an einem Käfer erstickt war, und den Clown, der sie-
      Nein! Nicht dieses Mal!
      Hastig öffnete er seine Jacke und warf diese auf den Boden, danach seinen Pulli. Er hatte insgesamt ein Unterhemd, zwei T-Shirts und ein langarmiges Hemd an, Letzteres zog er aus und zerriss es etwa mittig, um der Agentin, oder wer auch immer sie sein mochte, einen improvisierten Verband anzulegen. Erik schwang den Stoff mehrmals um ihre Schulter und machte einen sicheren, aber keinen allzu festen Knoten. Dann nahm er seinen Pulli und legte ihn um ihre Schultern, die Ärmel band er ihr am Bauch zusammen. Sie war kleiner als er und seine Kleidung reichte vollkommen um ihr erste Hilfe zu leisten. Wenn man überhaupt von Hilfe sprechen konnte; Erik hatte überhaupt keine Ahnung wie er ihr noch helfen konnte.
      Erst jetzt, als er wieder bei klarem Verstand war, hörte er die Schreie der Studenten und das Chaos, das der Scharfschütze angerichtet hatte. Erik wagte nicht, um die Ecke zu schauen, doch er sah einige Studenten die ihre Smartphones auf das Geschehen gerichtet hatten. Dann blickte er wieder zur jungen Frau vor sich. Ihre blonden Haare waren ordentlich zusammengenommen, und so wie es schien hatte sie ihre Aufmerksamkeit der Waffe gewidmet. Erik bemerkte, dass seine Hände noch immer zaghaft an ihren Oberarmen lagen, und so ließ er von ihr ab und atmete tief durch. Er zog seine Jacke wieder an und versuchte den Blickkontakt mit ihr herzustellen. Diese Frau mochte ihren Job ja können, allerdings handelte sie in Eriks Augen einfach viel zu stürmisch.
      "Hey, ich weiß nicht wie du heißt und warum du hier bist, aber packe dieses Ding da weg.", sagte er und zeigte auf die Waffe.
      "Das wird jetzt nichts bringen. Denn ich kann dir ganz genau sagen wer das ist: ein durchgeknallter Scharfschütze der, wenn er wirklich wollte, uns beiden schon längst eine Kugel durch den Kopf gejagt hätte. Beruhige dich doch erst mal!"
      Erik verstand ihre Hektik einfach nicht. Wie konnte man nur solche Dummheiten machen?
      "Du weißt dass er uns anvisiert und verlässt deine Deckung? Wie unlogisch ist das denn bitteschön? Denkst du wirklich du kannst mit so einer kleinen Waffe gegen einen Scharfschützen vorgehen?"
      er schüttelte den Kopf und sah auf ihre Schulter, ein leicht besorgter Blick legte sich auf sein Gesicht. Sie hatte die Wunde wegen ihm, aber auch weil sie ihre Deckung verlassen hatte. Dann fiel ihm das Krankenhaus wieder ein, welches er heute Morgen passiert hatte...
      Genau...
      Er nahm ihr Gesicht in seine Hände und sah sie eindringlich an.
      "Nicht weit von hier ist ein Krankenhaus, wir gehen einfach durch die Seitengassen und lassen deine Schulter verarzten.
      Jegliche Proteste deinerseits sind nicht gestattet, verstanden?"
      Erik durchfuhr ein kalter Schauer. Wie vom Blitz getroffen schnellte er um. Die Seitengasse war leer, um sie herum war Niemand. Und doch, da war es wieder, dieses Gefühl...
      Erik kannte es, es war die Ruhe vor dem Sturm, eine Nervosität wie er sie sonst immer vor Gefahren spürte. Und sie war nah, die Gefahr war real. Aber wo würde sie herkommen? Plötzlich hörte er hinter sich ein metallisches Klimpern. Eine kleine Dose rollte zu ihnen und blieb liegen, gefährlich nahe wie Erik fand. Ohne darüber nachzudenken stellte er sich vor die Agentin und legte seine Arme schützend um sie, dann ertönte ein Knall. Widerlicher Rauch breitete sich aus, Erik musste heftig husten.
      Tränengas?
      die junge Frau vor ihm hatte es noch schlimmer erwischt, sie taumelte und schien kaum Luft zu bekommen.
      Nein!
      mit einem Ruck hob er sie auf seine Arme und rannte in die entgegengesetzte Richtung, dort, wo er frische Luft vermutete.
      Atmen war grässlich, doch das Gas schien hier weniger, als...
      Eine Explosion hinter ihm ertönte, dicht gefolgt von einem dumpfen, harten Schlag auf seinen Rücken. Der Schmerz ließ ihn aufschreien, einen Moment lang verlor er jegliche Orientierung und musste kurz gegen die Wand lehnen. Dann sah er mit einem Auge zur jungen Frau. Er durfte jetzt nicht aufgeben, er musste ihr helfen.
      "Komm schon...kleine Kämpferin...nicht aufgeben!"
      keuchte er und drückte sie näher an sich. Seine Kräfte schwanden, doch er hielt sie eisern an sich gedrückt. Es war nicht Melly der er in Vertretung half, oder der jungen Frau; er half vor Allem sich selbst. Er wollte seinen Fehler wiedergutmachen; einen Fehler, den er eigentlich nie begangen hatte. Ihm wurde endlich bewusst, dass er damals alles richtig gemacht hatte, doch das Wissen alleine genügte ihm nicht. Erik musste sein Gewissen beruhigen, er musste diese Frau in Sicherheit bringen um endlich mit seiner Vergangenheit abschließen zu können. Dieser eine Schritt würde genügen, und er wäre frei. Das schlimmste Verbrechen, die unüberwindbare Ohnmacht seiner Erinnerungen, würde damit endlich von ihm abfallen...
      Eine Gewissheit machte sich in ihm breit, so stark, dass er weiterging. Hinter ihm spürte er Wärme, dann Hitze. Er sah rote Schatten an den Wänden tänzeln, Jemand hatte Feuer gelegt, noch mehr Explosionen ausgelöst. Wurde gerade der Block gesprengt? Vermutlich war das der Fall, denn er hatte schon vieles gesehen bei diesen Gangs. Ob noch Jemand filmte? Bestimmt, es war noch nicht Abend und die Studenten würden sich dieses Spektakel sicher nicht entgehen lassen. Vermutlich war es besser, dass sie hier entlang liefen und nicht auf der anderen Seite.
      Erik fiel es immer schwerer aufrecht zu laufen, der dumpfe Schmerz hatte sich in ein unangenehmes Brennen gewandelt; es war sicherlich eine heftige Prellung, vermutlich einige Blutergüsse, blaue Flecken, vielleicht ein paar Rinnsale Blut, aber sicherlich keine gebrochenen Knochen. Egal was es war, er würde nicht aufgeben. Wenn es sein musste würde er sich verausgaben und zusammenbrechen; was machten schon ein paar Tage Bettruhe wenn er seine Lasten los werden und dieser Frau helfen konnte?
      Nur noch ein paar Meter...
      die Hauptstraße war viel befahren, das New York Presbyterian Krankenhaus lag auf der anderen Seite des Blocks. Erik musste jetzt die ganze Strecke zurück laufen, und er hatte fast keine Kraft mehr. Er blickte die junge Frau in seinen Armen besorgt an, doch er konnte nicht sagen ob sie bei Bewusstsein war oder nicht. Hinter sich hörte er weitere Explosionen, die Menschen um ihn herum fingen an zu schreien. Erik atmete durch und überquerte die Straße. Das warten an der Ampel nahm er nicht richtig war, ebenso wenig wie die Schritte, die er tat. Niemand achtete auf ihn, denn alle schauten zu den brennenden Gebäuden, machten Fotos, filmten, zeigten mit dem Finger und schüttelten den Kopf. Das Brennen auf seinem Rücken ließ ein wenig nach, und Erik fühlte einen kleinen Schub Energie durch seinen Körper fluten. Ihm war egal wie sehr er seine Kräfte jetzt über strapazieren musste, er würde diese Frau verdammt nochmal zum Krankenhaus bringen wo sie professionelle Hilfe erwartete.
      Er ging nun schneller. Je näher er dem Krankenhaus kam, desto besser fühlte er sich. Bald hatte er den Eingang erreicht und trat hinein. Das Personal am Schalter machte sich sofort an die Arbeit, Jemand rief nach einem Arzt. Erik legte die Agentin auf ein freies Bett, dass ihm eine Krankenschwester in Eile zugeschoben hatte, und nahm ihre Hand in seine. Dann strich er ihr mit der anderen über die Stirn. Es war schwierig zu sagen, ob sie ihn wahrnahm oder nicht; denn ihm selbst ging es in diesem Moment nicht viel besser.
      "Alles wird gut, du bist in Sicherheit..."
      flüsterte er und spürte, wie seine Hände vor Schock zitterten und sein Körper vor Erschöpfung bebte. Er hatte auch gar nicht mit Absicht geflüstert, seine Stimme versagte ihm den Dienst und mehr als dieses Wenige hatte er schlichtweg nicht heraus bekommen.
      Plötzlich drängte ihn Jemand vom Bett. Eine Krankenschwester drückte ihn weg und legte der jungen Frau eine Maske auf. Dann kam eine andere und führte Erik zur Seite. Erst jetzt wurde ihm bewusst, dass er die ganze Zeit ihre Hand gehalten hatte.
      "Junger Mann, Sie können Ihre Freundin naher abholen, wir müssen ihre Schulter nähen. Bleiben Sie einfach im Warteraum und wir holen Sie dann in etwa einer Stunde ab, ja?"
      Erik nickte verstohlen, ohne über die Worte wirklich nachzudenken. Er blickte zur Agentin; das Personal um ihr Bett herum verdeckte die Sicht. Er blieb einen Augenblick lang stehen. Dann spürte er den Schmerz in seinem Rücken und ging das Erlebnis erneut durch. Sie wurden von einem Scharfschützen angegriffen der sie in eine Seitengasse gedrängt hatte, danach wurde der Block gesprengt. Ferner, wenn Erik es sich recht überlegte, nicht erfolgreich, denn es gab ziemlich viele Verzögerungen die ihm und dieser Frau geholfen hatten...
      Er atmete tief durch. So hatte er sich seinen ersten Arbeitstag nun wirklich nicht vorgestellt. Und was hatte die Agentin gewollt? Ach ja, dass er bei ihr bleiben sollte.
      Tut mir echt Leid, aber...
      auf solche Spielchen hatte Erik keine Lust. Sie würde jetzt mindestens eine Stunde lang in diesem Krankenhaus bleiben, und obwohl sie ihm das Leben gerettet hatte, war er ihr durch seine Rettungsaktion nichts mehr schuldig. Sie waren quitt, und Erik hatte keine Lust sich brav in das Wartezimmer zu setzen und darauf zu warten bis ihm das FBI oder das CIA die Handschellen anlegte. Da wäre er ja schön blöd. Er drehte sich um und ging auf die Straße. Sollte er jetzt einfach nach Hause gehen? Oder vielleicht in den Park? Seine Identität lag nun offen, Irgendjemand verfolgte ihn vielleicht, sein Rücken schmerzte tierisch, und Morgen war wieder ein ganz normaler Arbeitstag...außerdem hatte er seine Wohnung noch gar nicht richtig eingerichtet.
      Hier bleiben oder in ein Krankenhaus gehen? Vielleicht in den Park, oder doch lieber nach Hause?
      er musste kurz überlegen. Wenn er hier blieb, erhöhte er die Chance dass ihn noch weitere Unannehmlichkeiten erwarteten. Ginge er in ein anderes Krankenhaus würden sie ihn bestimmt aufhalten, denn ohne Termin würde er sicher warten müssen auf seine Behandlung, und während dessen würden sicherlich weitere Agenten auftauchen, vielleicht diese Danielle, die vorhin einen Anruf erhalten hatte...
      Sie würden ihn hier finden, und im Park würden sie ihn vermutlich auch ausfindig machen. Er musste nach Hause, außerdem wollte er ja noch seine Bücher lesen...
      Die Bücher...
      ja, auf die hatte Erik dann doch schon mehr Lust als auf hektische Spezialagenten und durchgeknallte Scharfschützen.
      Langsam, und wie sein Rücken es ihm erlaubte, schlenderte Erik zur U-Bahn Station. Sitzen wollte er nicht ausprobieren, und so stand er die ganze Fahrt über neben den Türen und ließ die einzelnen Station an sich vorbei rauschen.

      Er wusste nicht mehr genau wie er es bis zu sich nach Hause geschafft hatte, doch als die Tür ins Schloss gefallen war und er abgeschlossen hatte, breitete sich in ihm eine unglaubliche Ruhe und Müdigkeit aus. Wie im Traum warf er seine Kleider in die Wäsche und nahm eine lauwarme Dusche. Ein wenig schmerzte das Wasser, und so versuchte er im Spiegel die Folgeschäden seiner Rettungsaktion abzuschätzen. Er keuchte auf. Zwei riesengroße, rötlich-violette Blutergüsse zierten seinen dünnen, weißen Rücken; wie zwei eingezogene, abgebrannte Flügel verliefen die Flecken von seinen Schulterblättern bis zu den Hüften, am Nacken hatte er zwei kleine Wunden die bereits eine Kruste bildeten. Der Anblick war heftig, selbst für ihn, doch er hatte sich nichts gebrochen, und wenn er Glück hatte konnte er sogar auf dem Bauch schlafen.
      Er zog sich langsam an und ging in die Küche. Für den Heimweg hatte er länger benötigt als sonst, und so sagte ihm die Uhr dass die junge Frau seit etwa fünf Minuten wieder wach sein musste. Erik hoffte inständig dass es ihr gut ging, doch er hatte sich auf keinen Fall länger in diesem Krankenhaus aufhalten wollen. Fragen, Personalien, das alles hatte er so viele Jahre vermeiden müssen dass er selbst jetzt, obwohl er frei war, noch immer das tat, was er am Besten konnte: unbemerkt verschwinden und untertauchen. Er seufzte. Wegen diesem Vorfall hatte er vergessen einkaufen zu gehen, und so hatte er nichts mehr zu Essen außer eine Flasche Wasser vom Vorabend. Er fühlte sich mies, er musste etwas essen, doch er war inzwischen zu schwach um die Wohnung zu verlassen. Etwas enttäuscht trank er die Flasche leer und zog seine Schlafsachen an. Der Stoff rieb unangenehm an den Blutergüssen, und so entschied er sich für Hose ohne Oberteil.
      Es war erst kurz nach fünf, wenn er Glück hatte und bis Morgen früh durchschlief, würde er vielleicht genug Energie haben um sich ein Frühstück zu holen, bevor er endgültig ohnmächtig wurde. Etwas langsam schaltete er den Wecker an und legte sich ebenso vorsichtig ins Bett. Auf dem Bauch fühlte er tatsächlich keinen Schmerz, allerdings musste er auf die Decke verzichten, denn die lag schwer wie Blei. Noch bevor er einen weiteren Gedanken fassen konnte, fiel er in einen tiefen Schlaf.

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    • Wenn Mia was zugeben musste dann, dass sie wirklich beeindruckt von dem Jungen vor sich gewesen war.
      Stimmt !
      Es waren nirgendswo CIA Typen zu sehen und auch wenn sie vorher erwähnt hatte, dass sie es nicht hören wollte, so zögerte der junge Mann keine Sekunde daran es ihr doch zu sagen.
      Hatte er etwa schon des Öfteren Kontakt zu den Leuten gehabt geschweige denn zur Polizei ?
      Wenn ja würde es sie nicht wundern warum er so misstrauisch ihr gegenüber gewesen war.
      //Wusste ich doch, dass es mit ihm ein interessantes Spiel werden würde//, schoss es ihr durch den Kopf als sich ein leichtes amüantes Lächeln auf den Lippen bildete.
      Kurz danach fing der Scharfschütze auch schon zum schießen an weshalb Mia keine andere Wahl blieb, den jungen Mann an der Hand zu packen und um die Ecke zu zerren sodass beide nicht verletzt werden konnten.
      Auch wenn sie selbst nun das Feuer eröffnete war es nur eine Frage der Zeit gewesen bis beide erwischt werden würden, weshalb sie keine Sekunde zögerte und ihre Agentin kontaktierte welche sich gleich auf den Weg machten sollte um die beiden abzuholen während sie sich dann auch weiter auf den Schützen oben konzentrierte.
      "Was ich damit will ? Uns irgendwie Zeit verschaffen was sonst" kam es etwas ernst aber auch besorgt aus ihr heraus, da Mia keine Ahnung hatte ob dies auch funktionierte.
      Jedoch ging auch einer Agentin wie Amelia langsam die Munition aus weshalb nur mehr 3 Kugeln vorhanden waren. Und wenn sie ehrlich war, wollte sie diese nicht gerade unbedingt unnötig verbrauchen.
      Nachdem der Schütze nicht mal ansatzweise dachte den beiden eine Pause zu lassen, schoss er schon weiter und traf die junge an der Schulter weshalb sie einen kurzen aber lauten Schrei von sich gab, ihre Hand drauflegte um so zu versuchen die Wunde etwas zuzuhalten.
      Im nächsten Moment spürte sie plötzlich nur mehr wie Erik herging und ein Teil seines Hemd's zeriss nur um ihre Wunde zuzubinden sowie seinen Pulli um sie band so als wäre all dies selbstverständlich gewesen.
      Was machte er da ?
      Er war schließlich ihr Zeuge gewesen und nun half er der Agentin ? Jeder anderer hätte schon längst die Flucht ergriffen ?
      Warum also er nicht ?
      Durch das ganze Geschehniss hatte sie den Scharfschützen komplett ausgeblendet gehabt, doch als dieser wieder anfing zu schießen, widmete diese ihm wieder ihre vollkommene Aufmerksamkeit weshalb Mia auch mitbekam wie die Leute anfingen hysterisch zu schreien sowie gab es unter ihnen auch ein paar Schaulustige die natürlich mit dem Handy alles aufnehmen mussten.
      Wie sehr Mia solche Leute hasste.
      Am Liebsten wäre sie rausgegangen und hätte jeden eine verpasst oder mit ins Büro genommen doch dies war wirklich nur Wunschdenken gewesen.
      Als anschließend Erik wieder das Wort ergriff und meinte, dass sie das Ding wieder wegpacken soll und was all ihre Aktionen sollten.
      "Danke für die Unterrichtsstunde aber ich weiß wie ich meine Arbeit zu erledigen habe" kam es sakastisch aus ihr heraus "das ist nicht mein erster Scharfschütze also komm du wieder runter" meinte sie noch dazu.
      Doch mit einer Sache hatte Erik recht: Die ganze Sache was sie hier tat brachte wirklich nichts. Mia war defintiv im Nachteil gewesen und wenn sie nochmals ihre Deckung vernachlässigte, würde es das um sie gewesen sein.
      //Und was jetzt du Supergenie//, dachte die blondhaarige Agentin zu sich selber bevor im nächsten Moment Erik seine Hände auf ihr Gesicht legte und von irgendeinen Krankenhaus sprach.
      Wie konnte er in diesen Moment nur an das Gebäude denken ?
      Gerade als die beiden ihren Platz verlassen wollten, hörte auch Mia ein metalisches Klimpern und als sie sah was es war, wollte sie Erik schon in Schutz nehmen, doch kam es anders als erwartet und noch bevor sie was tun konnte,ging die Explosion schon los weshalb sie selbst aus dem Husten gar nicht mehr rauskam.
      Es war schon fast so gewesen als würde Mia keine Luft mehr bekommen, als würden ihre Lungen ihr keinen Atem mehr zulassen weshalb sie kaum in der Lage war sich zu bewegen.
      Leicht aber dennoch abwesend bekam sie noch mit wie sie von jemanden auf den Armen genommen und davon getragen wurde. Erst nach ein paar Metern erkannte sie, dass es Erik gewesen war welcher sie getragen hatte.
      Warum half er ihr ?
      Das alles ergab doch gar keinen Sinn ?
      Als dann im nächsten Moment weitere Explosionen entstanden, legte sie ihre beide Hände auf die Ohren um den ganzen Tönen aus dem Weg gehen zu können.
      Es war so wie damals.......Mia hatte Angst. Sie war hier nicht sicher und das wusste das Mädchen auch.
      "Lauf weg.........Lauf Mia" ertönte wieder diese eine Stimme in ihrem Kopf wie vor Jahren als sie noch ein kleines Mädchen gewesen war.
      "Nein" murmelte sie leise vor sich her bevor die junge Agentin wieder in einen Hustenreiz ausfiel und auch die Schmerzen in der Schulter immer mehr und mehr schmerzten.
      Was war hier nur passiert ?
      Doch da fiel ihr plötzlich ein....
      "Wir müssen wieder zurück" sprach sie plötzlich hektisch aus.
      Mia hatte Danielle an die Adresse gelockt und wenn sie keiner warnte dann würde sie nur unnötig in Gefahr geraten.
      Doch noch bevor sie selber etwas tun konnte, fing ihr Husten wieder an und umso mehr es wurde umso mehr hatte sie das Gefühl gehabt, dass die Lungen zum brennen anfingen.
      Zu ihrem Glück kamen beide dann auch nach einer kurzen Zeit im Krankenhaus an, wobei sich die Ärzte gleich um sie kümmerten.
      Mia selbst bekam mit der Zeit immer weniger von allem mit weshalb ihr selbst auch nicht auffiel, dass Erik die ganze Zeit über ihre Hand hielt.


      Nachdem dieser verschwand und die Ärzte ihre Schulter nähten, Mia währenddessen das Bewusstsein verloren hatte, führten die Ärzte noch weitere Untersuchungen durch wobei sie auf ein Gift stießen welches insbesondere das Blut angriffen, weshalb diese nicht lange zögerten und Mia gleich ein Gegenmittel verabreichten.
      Es dauerte ein paar Stunden bis die junge Dame endlich wieder zu Bewusstsein kam und leicht ihren Blick in allen Richtungen warf.
      Stimmt ! Erik hatte sie ja ins Krankenhaus gebracht.
      "Erik !" kam es etwas lauter aus ihr heraus während sie sich aufsetzte und sich im Zimmer umsah. Im nächsten Moment legte sie auch ihre Hand auf ihren Kopf da dieser ziemlich drönnte und sah Danielle auf dem Sessel neben ihren Bett sitzen welche versuchte sie wieder zurück zu legen.
      "Du solltest dich noch ein wenig ausruhen" sprach sie leise zu ihrer Chefin welche gar nichts mehr verstand.
      Wie war sie hergekommen ?
      "Wo ist Erik ?" wollte sie wissen doch schüttelte Danielle nur den Kopf.
      "Ich weiß es nicht. Aber ich habe bereits ein paar Leute angeheuert welche sich schon auf die Suche nach ihm machen" meinte sie noch dazu doch dachte Mia keine sekunde daran hier nur herumzuliegen und abzuwarten bis was passierte.
      Ihr Agent als auch Erik waren verschwunden.....die Sache bei der Bibliothek war nicht normal gewesen.
      Was war hier los ?
      Mia wollte Antworten haben und dies ging nur wenn sie selbst agierte, weshalb sie sich den Schlauch aus dem Arm zog, sowie die Dinger von ihrem Körper nahm und langsam anfing sich wieder anzuziehen.
      "Was soll das werden wenn es fertig ist ?" fragte Danielle nach wobei auch schon Ärzte reinstürmten und meinten, dass sie sich ausruhen soll.
      "Das könnt ihr vergessen. Ich werde hier nicht tatenlos rumsitzen während da draussen keine Ahnung was passiert" kam es kühl aus ihr heraus, zog sich um, packte ihre Sachen und verschwand aus dem Zimmer.
      "Mia, jetzt warte doch mal" versuchte sie ihre Mitarbeiterin aufzuhalten doch war sie Chancenlos geblieben.
      Danach machten sich beide auf den Weg zurück zum Ort der Bibliothek doch wurden sie Meter weit weg von einer Polizeisperre aufgehalten.
      Wie lange war sie denn weg gewesen ?
      "Was wollt ihr hier ?" fragte sie einer der Polizisten wobei Mia ihm die Kurzfassung erklärte.
      "Tut mir leid aber ich kann euch nicht reinlassen" meinte er nur dazu was sie eher begeisternd fand.
      "Na gut....lass uns morgen nochmal herkommen" meinte Mia dann selber und machte sich mit Danielle zurück auf den Weg ins Büro wo sie sich selbst erstmal auf ihren Platz ausruhte, beide Akten von Don und Erik vor sich liegen hatte und über einen neuen Plan nachdachte.
      Was lief hier nur und wie sehr war Erik in die ganze Sache verwickelt gewesen ? Waruum schickte man ausgerechnet einen Scharfschützen um ihn auzuschalten ?
      Was wusste der junge Mann ?


      "Live your Life......you only have this one chance !"
    • Das Geschrei war unerträglich.
      Erik hielt sich vehement die Ohren zu und zitterte. Jeder Schuss ließ einen weiteren Menschen verstummen.
      Sie fielen in unregelmäßigen Abständen, breiteten sich willkürlich aus und erreichten ihn in seinem Inneren. Er hatte die Augen fest verschlossen, aus Angst; doch er hörte, sah vor seinem inneren Auge die Opfer, wie sie einer nach dem anderen auf den Boden fielen.
      Erst die Sache mit Melly, und jetzt das hier...
      Es war grässlich, einfach unbeschreiblich.
      Der Typ neben ihm, wildfremd und verrückt, stand neben dem Tisch und feuerte in alle Richtungen. Erik kauerte an der Wand unter dem Tisch und wagte es nicht sich auch nur eine Sekunde lang zu rühren. Wenn er überleben wollte musste er warten. Warten, bis es vorbei war. Bis was auch immer aufhörte, bis die Schüsse nachließen, bis die Menschen nicht mehr schrien, bis vielleicht er selbst angeschossen wurde?
      Er wusste es nicht, doch er saß und wartete.
      Ganz allmählich entfernten sich die Schüsse, das Geschrei ertönte nur noch in weiter Entfernung...
      Erik ließ die Hände sinken und öffnete die Augen. Und erstarrte.
      Eigentlich sollte man den Menschen erst ins Gesicht sehen können wenn man steht, oder den Kopf anhebt.
      Aber doch nicht so. Nicht während man saß. Nicht auf dem Boden...
      Erik schloss die Augen und weinte. Er hatte sie gesehen, die leeren Gesichter, den durchtränkten Boden, das fehlende Atmen, die Regungslosigkeit...
      Und eine torkelnde Person, deren Beine, die über das befleckte Gras stanzten; er öffnete die Augen und regte sich. Erik setzte sich um und schob sich aus seinem Versteck.
      Es war unbeschreiblich, so viele tote Menschen hatte er in seinem Leben noch nicht gesehen.
      Reglose Körper, Unschuldige, teilweise mit offenen Augen, teilweise mit entstelltem Gesicht; je nachdem, wo sie vom Amokläufer getroffen wurden...
      Ihm wurde übel, sehr übel, doch was ihm innerlich den Rest gab war der Anblick des Mörders. Er hatte keinen Kopf.
      Erik versuchte einen klaren Gedanken zu fassen, doch der Mörder kippte um und blieb liegen. Sein Kopf leg wenige Meter hinter ihm, eine blutverschmierte Grimasse.
      Der Typ hatte die letzten Sekunden anscheinend nicht mehr richtig gelebt...
      Ja genau, wer lebte außer Erik überhaupt noch? Draußen vor dem offenen Zelt sah er nichts als Leichen; der ganze Boden war übersät von toten Körpern.
      Ironischerweise hatten fast alle eine Waffe in der Hand, eine leere Waffe, die sie sich bei diesem Mann gekauft hatten. Und dann das...
      Erik sah sich um, doch er konnte noch immer nicht begreifen was geschehen war. Auf dem Weg zur nächsten Stadt ist er an dieser Versammlung vorbei gekommen und wollte heraus finden was die Leute hier machten. Im nächstbesten Zelt hatte er auf Antworten gehofft, doch es kam alles ganz anders. Die ausgestellten Waffen gingen auf einmal los und Erik hatte auf Überleben geschaltet. Schneller als er überhaupt denken konnte, saß er zusammen gekauert unter dem Tisch und hielt sich Ohren und Augen zu, während die Menschen in den Tot stürzten. Dieser Mann, war er vielleicht der Veranstalter gewesen? Jedenfalls hatte er geschossen, bevor ihn Etwas oder Jemand ermordet hatte. Und nun stand Erik alleine da, mitten in diesem Desaster...
      Noch immer verstört watschelte er entgeistert aus der Szenerie Richtung Wald.
      Der Feldweg würde ihn direkt in die nächste Stadt führen, dort könnte er wieder Kontakt zu Joshua aufnehmen...

      Das Zimmer lichtete sich. Erik lag auf dem Bauch und stützte sich mit seinen Händen ab. Sein Magen war leer und der Hals trocken. Die Blutergüsse auf seinem Rücken schmerzten nicht, noch nicht. Der Traum hatte ihn aufgeweckt, die beklemmende Angst seiner Erinnerungen hatte ihn wach gerüttelt. Es war kein richtiger Alptraum gewesen, nicht so einer wie er sie sonst immer mit dem Abschlussball hatte. Hier hatte sich sein Kopf nur daran erinnert...
      Erik merkte auf; er hatte etwas Kraft geschöpft, und nun musste er sich schleunigst etwas zu Essen holen bevor er noch umkippte. Langsam und vorsichtig erhob er sich aus dem Bett und griff nach einem Shirt, das er in seinen Pulli steckte. Mit großer Sorgfalt zog er beides gleichzeitig an um die Reibung mit seiner Verletzung zu vermeiden; der Stoff streifte seinen Rücken und es brannte kurz auf. Ja, das würde sicher noch eine Weile dauern bis alles wieder verheilt war. Schnell zog er seine Jeans an und stopfte die Wertsachen hinein, vor allem aber Geld, und verließ hastig die Wohnung. Obwohl er nicht mehr viel Zeit hatte schloss er sorgfältig ab. Ihm war schwindelig, und es würde sich demnächst auch nicht ändern. Im Fahrstuhl mahnte er sich wach zu bleiben, die Fahrt ins Erdgeschoss kam ihm ungewöhnlich lange vor, doch da musste er jetzt durch.
      An der frischen Luft ging es ihm einen Deut besser, doch er war noch nicht auf der Höhe. Seine Augen suchten die Straße ab und fanden einen kleinen Kiosk an der Kreuzung. Erik ging schnellen Schrittes darauf zu und kaufte sich direkt eine Flasche Wasser. Innerhalb weniger Atemzüge hatte er sie leer getrunken und fühlte wieder etwas Leben in seinem Inneren. Dann sah er sich um. Die meisten Geschäfte hatten geschlossen, einzig ein Schnellrestaurant schien noch offen zu sein. Erik war erleichtert und überquerte die Straße. Wie spät war es? Vermutlich Mitten in der Nacht, denn die Straßen war ungewöhnlich leer. Er betrat das Restaurant, drinnen saßen eine junge Frau und zwei Betrunkene, die sich einen Kuchen teilten. Erik ging zur Theke und bestellte sich was noch da war. Eine Tomatensuppe und ein Stück Kuchen.
      ...Wenigstens Etwas...
      dachte er sich erleichtert und bezahlte. Dann setzte er sich an den Tisch und wartete auf die Bedienung.
      Es dauerte nicht lange, bis seine Suppe fertig war, doch diese wenigen Augenblicke hatten ihm dann doch den Rest gegeben. Schon im Sitzen merkte er, wie ihm schwindelig wurde, und sein Magen rebellierte. Vor seinen Augen flackerten kleine Lichter, während sein Körper immer schwerer wurde. Im nächsten Augenblick fiel sein Kopf auf den Tisch.

      Er öffnete die Augen. Noch immer betäubt von Bewusstlosigkeit versuchte er seine Gedanken zu sammeln. Wo war er?
      Das helle Licht passte nicht so ganz zu seinen Erinnerungen, und auch sonst vernahm er nun allerhand Geräusche und Töne, die er im ersten Moment nicht richtig zuordnen konnte. Er blickte zur Seite und sah eine Apparatur; sie verzeichnete regelmäßige Signale. Daneben war ein kleiner Beutel mit einer Flüssigkeit befestigt, die an seinen Armen vorbei und...
      Bin ich in einem Krankenhaus?
      er spürte etwas in der Nase, dann bemerkte er weitere Kabel, die von den Geräten ausgingen und in seinen Armen endeten. Doch bevor er sich weitere Gedanken machen konnte trat eine Ärztin in den Raum. Sie hatte ein Tablet dabei und sah ihn durchdringend an.
      "Mr. Andrews, Sie sind vor einigen Stunden in einem Imbiss zusammengebrochen..."
      Erik nickte. Daran konnte er sich erinnern.
      "Glücklicherweise wurde direkt ein Krankenwagen gerufen. Ganz zu Ihrem Glück!"
      Jetzt wurde es spannend für ihn. Warum zu seinem Glück?
      "Wir haben uns Ihre Werte angesehen. Aus irgendeinem Grund hatten Sie eine leichte Vergiftung, die wir zügig behoben hatten.
      Allerdings hat uns danach Ihr Kreislauf Schwierigkeiten bereitet."

      Erik verstand nicht ganz. Welches Gift? Sie meinte vermutlich dieses Gas, dass er und diese Agentin in der Seitenstraße abbekommen hatten?
      Die Ärztin besah sich die Werte und setzte sich neben ihn. Irgendwie hatte er gerade kein gutes Gefühl.
      "Sie wiegen 54kg bei einer Größe von 1,92m. Das wird als starkes Untergewicht klassifiziert.
      Sie müssen mehr und ausgewogener essen, sofern Sie das nicht schon längst tun."

      Erik schüttelte den Kopf. Ausgewogen aß er nicht gerade, allerdings ergab sich aus alldem ein anderes Problem. Er hatte leider viel zu selten richtigen Hunger...
      "Nachdem wir Sie vom Gift befreit hatten mussten wir Sie zwei Mal reanimieren."
      Erik stockte der Atem. War er zwischenzeitlich...etwa tot?...
      "Und vor einer halben Stunde dann das dritte Mal mit Adrenalin."
      Erik weitete die Augen.
      "Drei Mal?..."
      seine Stimme klang schwach, die Ärztin nickte.
      "Sie hängen nicht umsonst an diesen Geräten, Ihr Zustand ist kritisch. Ohne dieses Gift wäre das Problem vermutlich nicht aufgefallen; auf der anderen Seite können Sie froh sein dass Sie bis jetzt keinerlei Probleme hatten."
      "Nein, das hatte ich nicht...ich habe mich immer gut gefühlt..."
      sie stand auf.
      "Sie bleiben bis Morgen früh bei uns, danach werde ich alle weiteren Maßnahmen mit Ihnen besprechen."
      "Ist gut..."
      gab er tonlos von sich und schloss die Augen.
      Die Ärztin verließ das Zimmer, und Erik spürte heiße Tränen in den Augen. Auch das noch. Dabei war er doch immer schon sehr dünn gewesen, gar nicht muskulös, hatte theoretisch auch immer genug gegessen, fühlte sich prächtig...
      Andererseits, als er sich gestern im Spiegel betrachtet hatte, kam er sich zierlicher vor als sonst. Vielleicht war das ja sein Problem?
      Er war so zierlich dass es nicht auffiel dass er eigentlich schon mager war. Immerhin gab es keine äußeren Anzeichen für sein Untergewicht; man sah seine Rippen nicht, die Haut spannte nicht krankhaft über seinen Muskeln und...
      Erik sah an sich herunter. Seine Arme waren dünn aber nicht dürr, sein Oberkörper ließ keinerlei Anzeichen von Untergewicht erkennen...
      Kein Grund zur Sorge...doch er weinte noch immer. Es war einfach zu viel passiert.
      Diese Nachricht von der Agentin, dann das chaotische Zusammentreffen in der Seitenstraße, diese blöden Explosionen der Gangs, das Gift...
      Das Gift!
      Hoffentlich hatten sie es auch bei der Agentin gefunden, immerhin hatte sie es noch heftiger abbekommen als er.
      Die Agentin...
      Erik musste nachdenken. Er hatte die junge Frau gerettet, das war gut gewesen. Sie wurde in einem Krankenhaus behandelt, das war auch gut gewesen. Sollte es ihr schlecht gehen, würden sie sich um sie kümmern. Dennoch sorgte er sich um ihren Zustand. Es würde sicher ein paar Tage dauern bis ihre Schulter verheilt wäre. In dieser Zeit würde sie sich schonen müssen. Erik verzog das Gesicht. Sie hatte nicht nach Jemandem gewirkt der sich freiwillig schonte. Er seufzte tief. Nein, vermutlich war sie schon wieder auf den Beinen und im besten Fall hinter ihm her. Jetzt konnte er sich ein kleines Grinsen nicht verkneifen. Das war vermutlich das einzige, worin er sich gerade sicher sein konnte. Dass sie ihn finden würde, wenn sie wollte. Zumal es gar nicht schwer wäre. Das Krankenhaus in dem sie gelegen hatte war mit Kameras ausgestattet gewesen, genauso wie dieses hier. Außerdem hatte ihn die Ärztin mit seinem Namen angesprochen, das heißt er war in der gesundheitlichen Datenbank hinterlegt. Er lag vermutlich nicht weit von seinem Wohnblock entfernt, denn er war ja nur knapp zwei Straßen weiter gelaufen, bevor er ohnmächtig wurde.
      Etwas erleichtert starrte er die Decke an. Wenn sie hier auftauchen sollte würde er zumindest wissen dass es ihr gut ging. Und er selbst?
      Sein Rücken war ja noch immer angeschlagen, und er wagte es gerade nicht sich zu bewegen. Also würde er einfach hier liegen bleiben und warten.
      Das liegen bleiben war nicht das Problem. Das Problem war sein grundlegender Zustand von dem er bis eben noch gar nichts gewusst hatte. Dass er mehr essen musste, und überhaupt, dass er innerhalb weniger Stunden gleich drei Mal gestorben war...
      Erik begann zu schluchzen. Obwohl er nichts davon mitbekommen hatte traf ihn das sehr hart. Zu wissen dass sein Kreislauf gleich mehrmals versagt hatte und er schleunigst mehr essen musste - dass er prinzipiell hätte jederzeit zusammen brechen können in den letzten Jahren, in denen er so alleine gelebt hatte...und dass er die Schwelle zum Untergewicht vermutlich schon lange überschritten hatte...Er legte seinen Arm über die Augen; es war unmöglich die Tränen zu unterdrücken, aber das wollte er auch gar nicht.

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    • Mai wusste gar nicht mehr wie lange sie schon in Gedanken verloren auf ihren Platz saß und die Augen auf die beiden Akten geworfen hatte.
      Es war einfach so unrealistisch gewesen.
      In erster Linie verschwand einer ihrer besten Agenten ganz plötzlich und in zweiter Linie kam nun auch noch ein junger Mann ins Spiel welcher selbst zum Gejagten wurde ohne, dass Mia überhaupt wusste warum.
      Leicht lehnte sie sich in ihren Stuhl zurück, schloss die Augen und legte die Füße auf den Tisch um halbwegs eine angenehme Position zu erreichen um sich ein wenig zu erholen.
      "Magst du nicht lieber nach Hause gehen, Mia ?" sprach Danielle sanft vor sich her um ihre Chefin nicht zu verschrecken.
      Danielle war schon immer die fürsorglichste Person in ihrem Team gewesen wofür Mia oft dankbar gewesen war, doch in machen Situationen war es auch einfach nur nervig gewesen.
      Die blondhaarige Agentin konnte sich jetzt nicht ausruhen. Nicht solange sie keine Antworten hatte.
      "Wie sieht es momentan aus ?" fragte Mia nach während ihre Augen weiterhin geschlossen blieben.
      "Naja, von Don noch immer leider keine Spur und die Kamera's suchen nach diesen Erik" erklärte sie kurz während ihre Chefin sich dann wieder normal hinsetze und sich kurz durch die Haare fuhr.
      "Das kann doch nicht wahr sein" fluchte sie leise vor sich her bevor dann der Chef von Amelia zu ihrer Abteilung kam und direkt auf diese zusteuerte.
      "Wie geht es Ihnen Agent Williams ?" fragte dieser nach was Mia doch etwas überraschte.
      Seitwann kümmerte er sich um das Wohlergehen seiner Agentin ?
      "Ähm Danke, es geht schon" meinte sie nur und warf dabei einen vorwurfsvollen Blick rüber zu Danielle. Sie hatte sicher ihm wieder alles erzählt um diesen auf den neuesten Stand zu bringen.
      "Und wie sieht es mit der Suche aus ?" wollte er dann gleich wissen wobei Amelia ihm erklärte, dass sie schon dahinter waren und das sie morgen nochmals zu dem Ort fahren würden wo die Explosionen stattfanden.
      "Vielleicht kommen wir so wieder auf eine neue Spur. Zum anderen weiß dieser Erik auch, dass ich ihm helfen kann. Die Frage ist nur ob er darauf auch wirklich eingehen wird" kam es ernster aus ihr heraus.
      "Klingt doch nach einer Spur !" meinte dieser dann etwas lockerer, nachdem er sich wieder verabschiedete und die beiden Damen alleine ließ, was Mia doch etwas wunderte.
      "Habe ich irgendwas verpasst ?" fragte sie vorsichtig bei Danielle nach welche aber selber nur mit den Schultern zuckte.
      //Also wenn das jetzt nicht eigenartig war, weiß ich auch nicht weiter//, dachte sie sich und konzentrierte sich dann wieder auf dem Fall wobei ihr Kopf doch etwas schmerzte.
      Danielle war währenddessen wieder zurück in den großen Konferenzraum gegangen wo sie alle Kamera's von der Stadt am Laufen hatte um nach Erik zu suchen, auch wenn es nicht gerade einfach war.

      Es vergingen ein paar Stunden und Mia durchsuchte wirklich nochmal alles um wirklich nichts zu übersehen, sah sich die Aufnahmen der Kamera's rund um die Bibliothek auf ihren Computer an um auch zu sehen wo ihr Fehler lag geschweige denn woher plötzlich der Scharfschütze kam, doch zu ihren Bedauern fand sie keinen Zusammenhang. Weder was sie falsch gemacht hatte noch woher der Schütze kam.
      Von wem war der arrangiert ? Und aus welcher Richtung kam dieser ?
      "Es ergibt doch alles keinen Sinn" war sie schon etwas genervt davon, keine Spur zubauen, auch wenn ihr Chef es von der anderen Seite sah.
      "Mia, schnell...ich habe ihn" rief ihr Danielle zu und schon war die blondhaarige Agentin schon auf dem Weg zu ihrer Agentin welche zeigte, dass Erik heute zu einem Imbiss ging und nach kurzer Zeit später schon der Krankenwagen auftauchte.
      "Moment, was ist da passiert ?" wollte sie wissen und bat sie etwas ranzuscrollen, doch bekam selbst eine Technikerin wie Danielle es nicht ganz scharf hin. Jedoch reichte es um zu sehen, dass es Erik gewesen war welcher in den Krankenwagen geliefert wurde.
      "Na bitte, wir haben eine Spur. Ruf alle Krankenhäuser in der Gegend des Imbiss an und frag nach ob dieser Erik eingeliefert wurde" gab sie ihr noch als Befehl und schon machte sich Danielle an die Arbeit.

      Es dauerte nicht lange bis sie es schließlich herausfand, Mia die Information Weitergabe, diese schon ihre Sachen packte und runter zur Garage fuhr, in den Wagen stieg und schon zum Krankenhaus fuhr in welches Erik eingeliefert wurde.
      Der Verkehr lässt es zwar nicht zu, dass sie schnell hin kam aber nach gut 45min war es dann endlich soweit, sodass sie direkt bei der Einfahrt parkte und in das große Gebäude hineingIng und direkt auf den Schalter unten im Erdgeschoss zusteuerte.
      "Verzeihen Sie, wo liegt Erik Andrews ?" fragte sie freundlich nach doch schien die Dame hinter dem Computer vor ihr nicht besonders freundlich zu sein.
      "Und Sie sind wer ?" kam es genervt aus ihr heraus wobei Mia gerne auf weitere Diskussionen keine Zeit hatte weshalb sie ihre Marke vom FBI herzeigte sowie ihren Ausweis.
      "Gibt es sonst noch Fragen ?" sprach sie diesmal etwas kühler aus wobei die Dame nur den Kopf schüttelte und ihr gleich die Abteilung bekannt gab wo dieser lag.
      Mit einem kurzen "Danke" bedankte sich die blondhaarige Agentin, steuerte direkt auf den Aufzug zu und fuhr in den Stock in welchen Erik liegen soll.
      Oben angekommen, zeigte sie einer Schwester nochmals ihre Marke und fragte sie nach der Zimmernummer von ihm welche ohne zu zögern ihr diese bekannt gab, Mia diese suchte und nach ein paar Minuten fündig wurde.
      Leise öffnete sie die Türe und sah den rothaarigen jungen Mann im Bett liegen welcher den Arm über seine Augen gelegt hatte und sich nicht rührte. Daher knallte sie die Türe mit einem lauteren Geräusch zu sodass er wenigstens aus den Gedanken gerissen wurde.
      "Scheint so, als hätte es diesmal dich erwischt was ?" begrüßte diese ihn zwar freundlich aber dennoch mit einem gewissen Unterton.
      "Wie geht es dir ?" wollte sie erstmal wissen bevor sie sich einen Stuhl schnappte und diesen neben seinen Bett stellte um sich anschließend drauf zu setzen.
      "Ich bin dir was schuldig für gestern"


      "Live your Life......you only have this one chance !"
    • Eriks Gedanken kreisten wie Geier um seinen BMI. Starkes Untergewicht. Es wäre ja noch in Ordnung gewesen wenn er nur Untergewicht gehabt hätte. Seine Lage war aber weitaus ernster, und noch immer ging ihm die Botschaft der Ärztin nicht aus dem Kopf. Drei mal reanimiert heute, und das nur weil er ein Abendessen hat ausfallen lassen!
      Wobei, wenn er es sich recht überlegte war dieses Gift an allem Schuld gewesen. Ohne dieses Gift wäre es gar nicht aufgefallen. Aber das hätte ja trotzdem nichts an der Wahrheit geändert...
      Er verzog eine Miene und spürte erneut einen Schwall an Tränen in seinen Augen, die über das erhitze Gesicht liefen. Egal wie sehr er darüber nachdachte, er konnte seine Gedanken nicht in eine klare Richtung lenken. Sie drehten sich im Kreis und das machte ihn fast wahnsinnig. Plötzlich hörte er die Tür zufallen und schreckte kurz auf.
      Doch es war Niemand vom Krankenhaus, es war die junge Agentin!
      Erik ließ seinen Arm sinken und sah ihre verschwommene Gestalt neben seinem Bett. Er versuchte sich die Augen trocken zu reiben doch die Tränen wollten nicht aufhören. Daher bedeckte er mit seiner Hand ein Auge und starrte mit dem anderen in die Leere. Er wusste dass es nichts brachte, aber mehr konnte er jetzt auch nicht tun. Einen Augenblick lang schwieg er, doch dann schaffte er es ihr zu antworten.
      "Ich...freue mich...dass es dir gut geht..."
      drückte er heraus und versuchte zu lächeln, während seine Stimme versagte und er für einen Moment wieder schwieg.
      "Wirklich..."
      er atmete tief durch und unterdrückte ein Schluchzen.
      "Mir geht es gerade...nicht so gut..."
      er biss sich auf die Lippe und wischte wieder über die Augen. Das war ihm gerade einfach nur peinlich.
      "Die Ärztin hat gesagt...dass ich starkes Untergewicht hätte..."
      er schloss kurz die Augen und konzentrierte sich. Es war gar nicht so einfach einen klaren Gedanken zu fassen während man so aufgelöst war. Er suchte den Blickkontakt, doch ihre Gestalt war verschwommen.
      "Sie haben mich drei mal reanimiert..."
      diesmal musste er schluchzen und verbarg sein Gesicht in den Händen.
      Einfach ruhig atmen...
      auf einmal hörte er neben sich ein kleines Signal und sah erschrocken auf das Gerät.
      "Was ist denn jetzt schon wieder..."
      sagte er mit verzweifelter Stimme zum Apparat und hörte die Tür.
      Eine Krankenschwester trat ins Zimmer, nickte der Agentin kurz zu und eilte zu ihm.
      Nachdem sie die Zahlen studiert hatte drehte sie das Sauerstoffventil höher.
      "Sie dürfen auch atmen, Mr. Andrews..."
      scherzte sie und besah sich die dünnen Schläuche an seinen Armen.
      Dann machte sie eine kurze Handbewegung.
      "Setzen Sie sich mal auf..."
      Erik tat was man ihm sagte und ließ den Kopf und die Schultern hängen, während er saß. Die Schwester besah sich seinen Oberkörper und runzelte die Stirn.
      "Alles so wie es sein sollte..."
      dann sah sie kurz auf seinen Rücken und stockte.
      "Was haben Sie denn da gemacht?"
      Erik regte sich nicht.
      "Es war ein kleiner Unfall..."
      sagte er kleinlaut und kassierte einen ungläubigen Blick von ihr.
      "Ein kleiner Unfall? Das hier?
      Ja ich sehe wie klein dieser Unfall war, Sie sind rücklings aus dem Bett gefallen und 5 Meter in die Tiefe gestürzt, so klein war er..."

      sie legte ihren Finger an zwei Stellen und Erik quietschte jeweils kurz auf. Dann seufzte sie leicht.
      "Also es ist ein...ganz normaler...großer Bluterguss...zwei...soll ich Ihnen Etwas zur Kühlung bringen?"
      Erik sagte nichts und wischte sich über das Gesicht. Er wusste nicht, was er antworten sollte, denn momentan hatte er weitaus größere Probleme. Zum einen musste er schleunigst ein paar Pfund zulegen wenn er noch alt werden wollte, zum anderen war da diese Agentin, die noch immer hinter ihm her war. Es war schön sie wieder auf den Beinen zu sehen, doch gerade jetzt musste er bei klarem Verstand bleiben. Leider wollte ihm das aber gar nicht gelingen.
      Er hoffte inständig, dass sie nicht auch noch seine Blutergüsse zu sehen bekam, doch ihrem Verhalten nach zu urteilen würde sie das vermutlich sowieso tun. Erik seufzte und sah zur Krankenschwester, die versicherte ihm etwas zur Kühlung und etwas Essen vorbei zu bringen. Erik saß da und starrte auf seine Decke, während er wirklich versuchte tiefere Atemzüge zu nehmen. Er strich sich gedankenverloren durch das Haar bevor er wieder zu Wort kam.
      "Wenn du dich revanchieren willst...ich bräuchte dringend einen Kochkurs...ich muss mehr essen sonst nehmen die Probleme kein Ende..."
      sagte er und verzog das Gesicht. Ihm wurde wieder schlecht. Alles fing an sich zu drehen, bis die Umgebung wieder unter seinen Tränen verschwand. Erik hörte in der Ferne die Zimmertür, dann vernahm er die Stimme der Krankenschwester. Noch bevor er ohnmächtig werden konnte, fühlte er einen Stich in seinem Arm, dann lichteten sich seine Gedanken und er konnte wieder klar sehen. Die Krankenschwester legte die Spritze zur Seite und sah ihn ernst an.
      "Sie müssen mindestens 10 Pfund zulegen, fangen Sie am Besten direkt damit an.
      Ihr Kreislauf wird das nicht mehr lange mitmachen..."

      sie legte ihm einen Teller voller Kuchen auf den Schoß und etwas kühles auf den Rücken. Erik wusste nicht was es war doch es half ungemein. Nachdem sie ihm eine Decke auf den Rücken gelegt hatte ging sie wieder hinaus.
      Erik unterdrückte seine Tränen und schob sich ein Stück Kuchen in den Mund. Er hatte keinen Hunger, aber er musste jetzt essen.
      Bevor er sich das nächste Stück nahm hob er den Teller zu ihr.
      "Möchtest du auch was?"

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    • Dass es Erik nicht gut ging konnte Mia selbst erkennen und dafür gab sie sich auch irgendwie die Schuld da eigentlich selbst sie als Agentin die Aufgabe hatte den Unschuldigen zu retten doch in dieser Hinsicht kam es diesmal komplett andersrum weshalb auch er hier lag und Amelia selber.
      Doch war es für ihn wirklich so eine Schocknachricht gewesen, dass man ihn dreimal reanimieren hat müssen sowie, dass er untergewichtig sei ?
      Amelia konnte sowas selber nicht mehr als schlimme Nachricht wahrnehmen nachdem was die blondhaarige schon alles gesehen hatte oder durchmachen hat müssen.
      Für sie war es eher schon ein Wunder gewesen wenn man solche Ereignisse entweder ohne Verletzungen überstand geschweige denn wenn man überhaupt sowas überlebte.
      Als das Gerät neben ihm schließlich zum piepen anfing und Erik verzweifelte Wörter aus sich kommen lies machte sich die Agentin langsam wirklich Gedanken darüber ob es überhaupt die richtige Person gewesen war nach der das FBI die ganze Zeit gesucht hatte.
      Nachdem die Ärztin in das Zimmer trat um sich die Geräte sowie den Patienten anzusehen, diesen darum bat sich aufzusetzen und dabei den großen Bluterguss am Rücken entdeckte, stand Mia selbst auf um sich diesen etwas genauer anzusehen.
      //Ein Unfall ?//, schoss es ihr durch den Kopf wobei sie aber selber nur vermuten konnte, dass es sich hierbei nicht um einen Unfall handelte sondern eher darum, dass er ihr das Leben gerettet hatte und dies von einer der Explosionen davon trug.
      So wie sein weiteres Verhalten war wusste die blondhaarige wirklich nicht wie sie damit umgehen sollte.
      Einerseits kam er all die ganze Zeit davon und doch andererseits lies er seinen Tränen freien Lauf alleine schon bei dem Gedanken und Wissen, dass er untergewichtig war sowie, dass er einen Bluterguss davon trug.
      War es für den jungen rothaarigen denn so schlimm dies alles zu erfahren ?
      Wenn Mia ehrlich war, hatte sie schon viel schlimmeres gesehen und wenn er ihr bei den Ermittlungen helfen soll, dann musste der Junge sehr schnell seine Einstellung diesbezüglich ändern.
      "Tut mir leid aber ich bin selber keine gute Köchin. Daher musst du dir das schon selber suchen" meinte sie nur dazu.
      Um ehrlich zu sein, hatte sie auch nicht viel besonders Lust sich um den Jungen zu kümmern.
      Sie musste nur ihren Fall abschließen und das wars dann.
      Danach würden beide sowieso nur wieder getrennte Wege gehen.
      "Nein danke" erwiederte sie auf seine Frage ob sie auch was vom Kuchen haben möchte.
      Mia war noch nie ein großer Fan oder jemand gewesen die gerne was Süßes aß.
      "Ruh du dich noch aus und wir werden später reden wie es mit dir weitergehen wird" meinte sie noch bevor Mia schließlich aufstand und das Zimmer verließ um selbst erstmal einen klaren Kopf zu bekommen.
      "Und das soll wirklich der Junge sein ?" murmelte sie leise vor sich her bevor sie schließlich zu den Ärzten ging um sich genauere Informationen über den Jungen zu holen.
      Zu ihrem Pech jedoch bekam sie aber genau die selben Informationen wie gerade eben im Zimmer.
      "Alles klar, danke. Wissen Sie in etwa wie lange er hier im Krankenhaus bleiben wird ?" wollte sie dann noch wissen bevor ihr die Ärztin erklärte, dass es auf jeden Fall ein paar Tage sein wird solange sich sein Gewicht und der Bluterguss am Rücken nicht gebessert hatten. Sonst könnte es passieren, dass er wieder zusammenbrach.
      Mit einem verständnisvollen Nicken verabschiedete sie sich wieder von ihnen und begab sich zurück zu Erik, setzte sich auf den Sessel und verschränkte die Arme vor der Brust.
      "Ich habe ein paar Fragen an dich......wenn es okay ist würde ich sie auch stellen. Denkst du, dass du fit genug dafür bist ?" kam es dann mit einer etwas härteren Stimme aus ihr heraus.
      Auch wenn Erik ihr das Leben gerettet hatte wird sie ihn nicht dadurch mit Sandhandschuhen anfassen.
      Er war einerseits ein Verdächtiger und andererseits auch Mia's einzige Spur.


      "Live your Life......you only have this one chance !"
    • Erik neigte den Kopf, als die Agentin das Zimmer verließ. Schlimm genug, dass er sich mit seiner Situation auseinander setzen musste, jetzt wollte ihm die junge Frau mental erneut auf die Pelle rücken. Obwohl sich Erik als eigenständiger Mensch definierte, schien sie der Ansicht zu sein, dass sie beide, also die Agentin und Erik, entscheiden würden sie es mit ihm weiter geht. Ein bisschen witzig fand er es schon, zumal er nicht vor hatte sie über sein Schicksal bestimmen zu lassen. Ausruhen würde er sich definitiv; wie es mit ihm weiter gehen wird, das würde Erik für sich selbst entscheiden.
      Nachdem er den Kuchen gegessen hatte fühlte er sich auch etwas besser.
      Vielleicht sollte ich erst Kuchen backen lernen...
      dachte er sich und sah dann wieder zur Tür, als die Agentin eintrat. Er stellte den Teller zur Seite und hob die Bettdecke über sich an. Nicht, dass ihm kalt gewesen wäre, aber ein bisschen Privatsphäre schien ihm jetzt angemessen. Er hatte seine Beine angezogen und legte nun seinen Kopf darauf; das war angenehm und seine Blutergüsse blieben unberührt. Einen Moment lang sah er sie nur an und versuchte seine Optionen durchzuspielen, bevor er ihr überhaupt antwortete. Klares denken war für ihn jetzt wieder möglich, aber nicht ganz so einfach wie sonst.
      "Fit für was? Um dir zuzuhören?"
      meinte er nur und überlegte kurz. Eigentlich war die Sache doch selbsterklärend. Er zuckte kurz mit den Schultern und grub sein Kinn noch etwas tiefer in die Decke.
      "Du kannst deine Fragen gerne stellen, dann werde ich ja sehen wie gut ich sie dir beantworten kann."
      sagte er schließlich und schloss für einen Moment die Augen. Sie wollte ihn befragen. Sie war eine Agentin. Sie hatte seinen Namen und vermutlich noch mehr Informationen über ihn. Sie kannte seine Arbeit, seine Adresse vermutlich auch; wenn nicht, würde sie auch diese Daten schnell heraus finden können. Was auch immer sie wissen wollte, es konnte nichts Triviales sein. Er sah sie wieder an und lächelte kurz.
      "Wenn du mir...schon das Kochen nicht beibringen kannst, wäre es zumindest mal sehr nett, wenn ich deinen Namen wüsste. Es kann auch ein Spitzname sein, oder ein falscher Deckname, ist mir ehrlich gesagt egal. Finde es nur verwirrend..."
      er lächelte etwas mehr, bevor er wieder mit den Schultern zuckte.
      "...dass du meinen Namen hast, ich deinen aber nicht.
      Zur Zeit bist du für mich nur die kleine Agentin die mir einen Zettel geschrieben und dann einen Scharfschützen mit einer Pistole angeschossen hat. Ich kann mir nicht vorstellen wie ich mich zum jetzigen Zeitpunkt auf Augenhöhe mit dir unterhalten soll."
      dann starrte er wieder auf die Decke und seufzte kurz.
      "Vielleicht willst du dich mit mir auch gar nicht auf Augenhöhe unterhalten, das wäre in Ordnung.
      Die Menge an Informationen, die mir dann auf deine Fragen einfallen, würde sich dadurch aber...merklich verringern..."
      schloss er freundlich und sah sie wieder an. Er wollte es ihr nicht direkt sagen, aber es war absolut kein Freund von Hierarchien und Autoritäten. Wenn sie der Meinung war, die Oberhand behalten und mit ihm tun und lassen zu können, was immer sie wollte...würde Erik schlichtweg flüchten. Oder sich Ausreden einfallen lassen und lügen. Das war nicht gut, und er hasste es, aber inzwischen war das seine Spezialität geworden. Nach so vielen Vorfällen und einer jahrelangen Flucht gehörten diese Fähigkeiten zu seiner Grundausstattung. Er musterte die junge Frau und runzelte die Stirn.
      "Wenn ich davon ausgehe, dass du deinen Job gut machst und trotz deiner hitzigen Natur clever und berechnend bist, dann...quälen dich vermutlich besonders schwierige Fragen die dir deine Leute, die Ereignisse und die Informationen, die dir bereits vorliegen, noch nicht beantwortet haben."
      überlege er und neigte den Kopf zur Seite.
      "Wenn das so wäre, frage ich mich aber, inwieweit ich dir da weiterhelfen kann."
      es war eine ehrliche Annahme, denn Erik würde ihr vermutlich auch nicht alles sagen können und wollen. In erster Linie würde er sich an Joshuas Vorgaben halten, denn so gerne er dieser Frau helfen wollte, seinen besten Freund würde er nicht verraten. Niemals.

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    • Es war wirklich interessant gewesen.
      Mia arbeitete schon lange in diesem Unternehmen als Agentin und hatte schon so einige Sachen gesehen und gehört sowie auch Leute ausgefragt aber jemand wie Erik ist ihr wirklich noch nie untergekommen weshalb es wirklich spannend werden könnte diesen erstens auszufragen und zweitens im schlimmsten Fall mit ihm auch noch zusammen zu arbeiten.
      Aber selbst sie lernte noch immer mit jeden Tag dazu und wenn es so gehen würde wie sie es sich gedacht hatte würde es bestimmt nicht langweilig werden.
      Doch in erster Linie brauchte Mia diesen jungen Mann um herauszufinden was eigentlich los war, warum dieser soviele Identitäten angenommen hatte bzw. ob dies auch vielleicht etwas mit den Männern zu tun hatten, welche vorher versuchten ihn umzubringen, geschweige denn warum ihr eigener Agent plötzlich von einem Tag auf den anderen verschwand.
      Hing dies alles etwa miteinander zusammen ?
      Ein sanftes aber amüsantes Lächeln glitt über ihre Lippen als er meinte, dass es mal freundlich wäre ihren Namen zu erfahren wobei sie zugeben musste, dass dieser Recht hatte.
      Schließlich wollte die blondhaarige ja etwas von ihm, somit würde es beiden helfen, wenn sie ihm mit etwas auch entgegen kam.
      "Du hast recht...du kannst mich ruhig bei meinem Spitznamen nennen: Mia. Wir werden nicht lange genug zusammenarbeiten sodass du meinen vollen Namen benötigst. Dass ich deine ganzen Daten habe steht nicht zur Depate da ich schließlich dafür auch bezahlt werde in Gegensatz zu dir" gab sie konternt noch dazu.
      Zum anderen hätte Mia Erik niemals gefunden wenn Danielle nicht weiter daran gearbeitet hätte. Gerade bei den ganzen unterschiedlichen Namen und Adressen welche er hatte war es eher schon ein Wunder gewesen, dass sie es überhaupt schaffte.
      Zum anderen war sie einer der besten Agenten welche Mia hatte.
      Die nächsten Sätze welcher der Rotschopf aussprach, horchte sie zwar, gab aber keinerlei Antwort darauf.
      Sie machte nur ihren Job und mehr nicht.
      Mia war sowieso noch nie jemand gewesen welche gleich mit einem Verdächtigten Freundschaft schloss daher war es für sie auch wichtig gewesen so wenig wie möglich mit ihm zu tun zu haben.
      Sobald der Fall abgeschlossen war würden beide sowieso wieder getrennte Wege gehen von dem her hat sich die Sache sowieso erledigt gehabt in ihren Augen.
      "Du kannst mir, wie vorher schon gesagt, helfen ein paar Fragen zu beantworten. Und an deiner Stelle würde ich diese auch beherzigen oder wenigstens ehrlich zu beantworten. Denn sollte ich herausfinden, dass du mich anlügst, kann ich sehr schnell herausfinden wie es wirklich ist und dies wird dir dann gar nicht gut kommen, außer du hast Lust im Gefägnis zu landen. Dann kann ich dir es nur empfehlen" sprach sie ruhig weiter während ihr Blick fest auf diesen blieb.
      "In erster Linie möchte ich wissen warum du soviele Identitäten angenommen hast in deinem Leben ? Ich denke einmal, dass es wohl mit den Männern zu tun hat welche versucht hatten dich heute umzubringen" fing sie an ihm die erste Frage zu stellen.
      "Hast du vielleicht eine Ahnung wer diese sind geschweige denn warum sie es direkt auf dich abgesehen haben ?" stellte sie ihm gleich die zweite Frage, lies ihn aber jetzt darüber nachdenken bevor sie ihre weiteren Fragen stellen würde.


      "Live your Life......you only have this one chance !"