first world - second world ² [fenris & cadakon]

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    • first world - second world ² [fenris & cadakon]

      Zur Vorstellung.
      first world - second world ² [fenris & cadakon]
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      Sie blickte auf ihre Uhr hinab. 10:43 Uhr. Die zweite Vorlesung an diesem Dienstag und die Zeit wollte einfach nicht verstreichen. Gelangweilt pustete sich Callar einige wenige Strähnen aus dem Gesicht und kritzelte auf ihrem Block weitere kleine Runen, während im Hintergrund die Stimme des Dozenten so gehaltvoll durch den Hörsaal drang. ".. und deswegen konnte man bereits anfang des 20 Jahrhunderts sagen, dass auch unter Greenhill einst Kelten gesiedelt haben mussten." ... "Ja ja. Pfahlbauten und so weiter...", murmelte die Braunhaarige desinteressiert als Antwort. Als würde man das nicht schon als Kind lernen. Im Lake Scotting, nahe des Stadtparkes fand man diese Stümpfe der einstigen Bauten bereits viel früher. Sie hatte es recherchiert. Es war nicht immer alles wahr was der Dozent hier von sich gab, weswegen Callar für sich selbst beschlossen hatte, Informationen dessen Wahrheitsgehalt sie bereits kannte, erst recht nicht aufzusaugen. Für sie waren neue Errungenschaften, neue Wissenstände interessant... Alles andere wusste sie bereits.

      Als dann pünktlich um 11 die Uni-Glocke das Ende der Vorlesung ankündigte, war sie wie immer eine der Letzten die den Saal verlies. Es störte sie auch heute nicht, ihren Kollegen den Vortritt zu lassen, obwohl eine Freundin bereits auf sie wartete. Sie hatten es sich gestern ausgemacht gemeinsam in der Mensa zu speißen. Es war Motto-Woche. Ein kleiner Spaß der Gewerkschaft um die Besucherzahl zu erhöhen. Nun hatte es jedoch auch Callar geschafft, die hohen Wände des Hörsaales zu verlassen und trat mit vorgehaltener Hand über den Augen hinaus aus dem Hauptgebäude. Es war ungewöhnlich warm heute. Der Frühling neigte sich trotzt des frühen Jahres schon dem Ende zu. "März und 24 Grad... Verrückte Welt.", seufte die Halbfranzösin, da bemerkte sie auch schon wie eine weibliche Gestalt, winkend auf sie zu rannte. Es war Holly, eine Freundin aus Kindertagen, welche sie hier auf der Uni wiedertraf. Sie studierte, ob ihrer aufgedrehten Art und Weiße, Kommunikationswissenschaften, was für Callar stets ein riesiges Fragezeichen ins Gesicht zeichnete.

      "Bereit für die Italienische Woche? Heute gibts Pizza, Pasta.. Amore..", nachdem die goldgelockte Freundin sie in eine übertriebene Umarmung gezogen hatte, packte sie die junge Frau bei den Schultern und vergrub ihren anzüglichen Blick in dem ihren, ehe sie zu einer Gruppe junger Männer nickte, die die beiden so schelmisch von der Ferne beobachteten. "Bitte Holly... du weißt, für Männer habe ich gerade gar nichts über... Ich steh kurz vor den Abschlussprüfungen.", Callar verschränkte die Arme vor der Brust und rollte mit den Augen. Erwiedert bekam sie nur eine enttäuschte Schnute ihrer Freundin, welche jedoch im nächsten Moment ihre Arme lockerte, sich bei ihr einhakte und gemeinsam in Richtung Mensa schlenderte. "Maaann... wann warst du das letzte mal aus? Ich seh dich immer nur hier, in der Bibliothek, in der Sternwarte oder vor deiner... überdimensionalen Geige. Leb`mal wieder ein bisschen!".

      Es war schon richtig was Holly sagte. Dennoch gab es für Callar eben wichtigere Dinge, als sich an den Wochenenden komatös zu betrinken, oder am nächsten Tag in irgendeinem Bett aufzuwachen auf der peinlichen Suche nach Unterwäsche und Schuhen. So musste die Schwarzhaarige doch kurz kichern, ehe sie durch die elektrische Schiebetüre zur Mensa traten und ihnen warme, fettig riechende Luft, durchzogen vom Geruch nach Pizza und angebranten Soßen, entgegenschlug.




    • Der Elfe Arminas Calathriél schlief friedlich in seinem eigenen Bett, wobei das Wort 'friedlich' lediglich für die Zeit galt, in der der junge Mann wirklich noch in der Traumwelt wanderte. Denn gestern Abend war es mal wieder viel zu spät geworden und vorallem war gestern Abend mal wieder viel zu viel Alkohol geflossen. Nachdem er die zweite Welt, Aora, hatte verlassen müssen, weil er verbannt worden war, war er zuerst nicht sicher gewesen, ob ihm die erste Welt zusagen würde. Doch schneller als gedacht hatten die Reize der ersten Welt ihn erobert. Die futuristische Umgebung, die Technologie, die Nachtclubs, der unterschiedliche und vielseitige Alkohol. Und das waren nur wenige der vielen Vorzüge dieser Welt, die der Elf lieben gelernt hatte.
      Doch auch diese Vorzüge hatten seine Schattenseiten - und die lernte er mal wieder zum wiederholten Mal kennen, als er aufwachte. Zwar hatte er sich auch schon in der zweiten Welt des Öfteren betrunken, doch da war dies etwas anderes gewesen. Die meiste Zeit war er schließlich im Dienste des Königs gewesen und hatte sich deswegen beherrschen müssen. Als Angestellter des Königs durfte man schließlich nicht allzu negativ auffallen - wenn der König es persönlich erlaubte, dass man sich betrank, dann tat man das natürlich, aber unter anderen Umständen durfte man sich nicht allzu oft die Kante geben, wenn man nicht negativ auffallen wollte. Hier in der ersten Welt als Naturwissenschaftler war dies um einiges einfacher - hier interessierte es keinen, wie er seine Abende verbrachte.
      Doch das musste er leider auch spüren, denn als er nun erwachte und sich aufrichten wollte, durchfuhr sein Körper ein starker Schmerz aber auch Übelkeit. Zum Glück war es nicht extrem genug, dass er sich übergeben musste, aber extrem genug wiederum um sich gleich wieder zurück ins Kissen fallen zu lassen. Für einige Minuten verharrte er im Liegenden, fast embyronalen Zustand, ehe er sich schließlich doch aufzwang.
      Der erste Weg führte ins Bad um das nötigste zu erledigen und sich ein wenig Wasser ins Gesicht zu klatschen, um wieder ein wenig lebendiger und weniger wie eine Leiche auszusehen.
      Der zweite führte in die Küche, um dort erst eine Aspirin zu nehmen, um sie dann mit frisch gemachten Kaffee runter zu spülen. Mit besagter brauner Flüssigkeit setzte er sich erst einmal vor den Fernseher - seine Arbeit erledigte er größtenteils Zuhause, nur in den seltensten Fällen war er in der Universität oder in der Forschungsanstalt, in der er arbeitete. Heute hatte er sich spontan dazu entschlossen, sich frei zu nehmen - was er zum Glück konnte. Ein weiterer, netter Vorteil seiner Arbeit. Aus diesem Grund ließ er sich alle Zeit der Welt, seinen Kaffee zu trinken und anschließend zu frühstücken, als die zuvor genommene Tablette ihre Wirkung frei gesetzt hatte. Währenddessen begnügte er sich damit, Naturwissenschaftliche Dokumentationen zu sehen. Zwar erledigte er seine Arbeit mit Bravour ohne studiert zu haben, doch man lernte nie aus, nicht wahr? Besonders die neuartige Technologie war Armin ziemlich unbekannt, weswegen er um solche Dokumentationen wo auch diese erklärt wurden, äußerst dankbar war.
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    • Sie hatten nun in der Zwischenzeit einen Sitzplatz gefunden. Gemütlich saßen die beiden jungen Frauen nahe an einem hohen Fenster, welches einen weiten Blick über den Universitätsplatz bot. Die Mensa war zweistöckig angelegt, was für normalerweise eigentlich nicht der Fall war. Doch in Greenhill tickte man doch noch etwas anders. Lustlos stocherte Callar in ihren Penne Carbonara herum, spießte eine Nudel auf nur um dann mit dieser weitere Kreise auf ihrem Teller zu ziehen. Sie hatte noch nicht mal die Hälfte von ihrer Mahlzeit verspeißt, schon war sie satt. Sie aß generell sehr unregelmäßig und wenig zur Zeit, weshalb ihr nach einer Weile auch ein unmotiviertes Seufzen entkam. Holly jedoch hatte sich bereits zum zweiten Mal Nachschlag geholt und war jetzt drauf und dran, sich noch über ein Glas Erdbeerpanacotta zu stürzen. Callar hatte ihren Kopf auf ihrer rechten Hand abgestützt und sah ihre Freundin aus diesem schrängen Winkel an. "Sag mal... wie schaffst du es, so viel zu essen? Ich bin jetzt schon wieder voll.", mit diesen genervt klingenden Worten, schob die Schwarzhaarige ihren Teller ruckartig nach vor, verschränkte die Arme vor der Brust und lies sich im selben Zug nach hinten in die Lehne des hölzernen Sessels fallen, welcher durch die Wucht ihres Aufkommens ebenfalls etwas nach hinten geschoben wurde. Holly sah Callar mit großen Augen an, zuckte jedoch nur mit den Schultern und löffelte eisern ihr Glas leer, ehe auch sie sich zufrieden auf den Bauch klatschte, das Glas beiseite stellte und ein erleichtertes "Aaaah" von sich gab. Callar war keineswegs eifersüchtig oder wollte gehässig klingen. Niemals. Holly war sogar noch ein wenig größer als sie und gertenschlank. Sie war die einzige Frau die Callar kannte, die essen konnte wie ein Mähdrescher. Dieser Gedanke hingegen trieb der jungen Frau ein seichtes Lächeln auf die Lippen, lies sie leicht schmunzeln.

      Als hätte ihr Gegenüber in ihren Kopf geschaut, lies Holly sich leicht vorfallen und legte den Kopf schief. "Irgendwas ist doch mit dir...", meinte sie dann nur und zog ihre Stirn in Sorgenfalten zusammen. "Hm?", abegelenkt wie Callar gerade war, hob sie nur erstaunt die Augenbrauen an und blickte Holly direkt in die Augen. "Ich meinst ernst Cally... du machst mir Sorgen. Du wirst immer dünner, immer blasser... du.. du bist doch nicht krank oder? Das... das würdest du mir sagen?", als Holly mit ihren Gedanken vorkam was mit ihr nicht stimme zurzeit, musste Callar doch kurz auflachen, winkte ihre Sorgen jedoch jäh zur Seite und schnalzte vorwurfsvoll mit der Zunge. "Es ist alles okay. Ich... ich bin nur zurzeit etwas.. gestresst. Ja. Gestresst und unausgeruht. Ich verbringe meine Zeit gerade viel in der Bibliothek und auf der Sternwarte, du hast recht.. Aber es dient alles der Wissenschaft und ich bin da auch wirklich was auf der Spur!", räumte die Studentin ein, legte die Finger an die Tischkante und sah auf diese hinab, während sie etwas mit ihnen trommelte. Dann hob sie langsam den Blick an um in Hollys misstrauisches Gesicht zu blicken. Plötzlich jedoch änderte sich dieses grundlegend. Ein breites Grinsen zierte ihre mit rosé bestrichenen Lippen und sie hob die Arme in die Luft. "Wann warst du das letzte Mal aus, Cally?" - "Neeeiiin, ich will das ni-!" - "Wann. warst. du. das letzte. Mal. aus?! Ach, weißt du was.. mir egal. Heute gehen wir mal wieder feiern. Ich besteh darauf!", so schnell konnte Callar gar nicht reagieren, wollte sie Holly zwar wiedersprechen, doch war sie diesmal erster. Sie hatte schon recht. Sie hatte sich wirklich lange nicht mehr Zeit für ihre Freundin genommen und morgen hatten sie sowieso frei... Kurz noch hüpfte die Schwarzhaarige mit ihrem unsicheren Blick von Hollys Augen zu ihrem Teller voll mit Penne Carbonara und wieder zurück. Es dauerte nur einen Moment, da hatte sie ihren Mund geöffnet gehabt und wollte erneut ihre Zweifel einräumen, doch stimmte sie zu ihrem eigenen erstaunen diesmal zu.

      Während sich die beiden Frauen nun auf den Weg nach Hause gemacht hatten, blieben sie noch in der ein oder anderen Botique stehen. Großteils wegen Holly, die wirklich darauf bestand sich für heute Abend "zur Feier des Tages" einen neuen Rock und ein Oberteil zu leisten. Kurz noch wollte sie auch Callar etwas andrehen, doch ging diese eher in ihrer so gewohnten schlichten Kleidung. Sie hatten sich geeinigt um 20.00 Uhr vor dem Valdini zu warten, weil es dort "viele, schnuckelige Typen" gäbe. "Ach Holly...", entkam es Callar wieder belustigt während sie nun langsam aus der Stadt rauskam. Irgendwie hatte die zierliche Blonde es doch geschafft, ihr ein Oberteil anzudrehen, dass sie dann jedoch selbst bezahlt hatte. Sie war schon eine komische Frau. Doch mochte Callar sie gern, sie war immerhin die Einzige die sie hier hatte. Das Einzige was die Schwarzhaarige nun noch vorhatte, war kurz in der kleinen Bäckerrei einen Laib Brot und süßes Gebäck für morgen Früh zu kaufen. So geschah es auch, dass sie beschwingt ihren Weg fortsetzte und die wenigen Stufen hinauf in das kleine Geschäft hüpfte, wo ihr der verzaubernde Geruch von Hefeteig, Weizenschrot und geschmolzenem Zucker entgegenschlug.




    • Der Tag des Elfen könnte nicht entspannter aussehen - es fehlte nur noch eine Hawaii-Kette und statt der Tasse Kaffee einen Cocktail in seiner Hand. Aber auch so war er sehr zufrieden gerade mit seinem Tag. Er war fast schon der Meinung, dass er kaum besser werden könnte - doch er hatte sich geirrt. Es klingelte an der Tür - vorerst nicht so gut. Weswegen er sich viel zu langsam und mit einem Gähnen begann aufzurichten und dann zur Tür zu gehen.
      Die Tür geöffnet lächelte ihn nicht irgendein Gesicht entgegen - sondern genau genommen mehrere Gesichter, und zwar die Gesichter alter Freunde gepaart mit ein paar Unbekannten aus Aora. Sie waren über die Tore nach Greenhill gekommen, nur um ihn zu besuchen. Mit einem Lächeln lud er sie vorerst in seine Wohnung ein und er zeigte ihnen einige Annehmlichkeiten der ersten Welt - unter anderem sein Smartphone, den Fernseher und das Essen. Dabei fiel ihm jedoch auf, dass eines der wichtigsten Dinge fehlte.
      "Wir werden heut Abend feiern gehen. Macht euch auf die Nacht der Nächte bereit, die ihr nie vergessen werdet.", sagte er mit einem schiefen Grinsen. Vorerst blieb die Laune auch gut - nachdem sie eine Weile geredet hatten, gingen sie dazu über, Bier zu trinken während sie begannen, weniger tiefgründige Gespräche zu führen - vorerst. Als sie auf dem Weg in die Stadt waren und Killian und Jon - zwei Männer, die er erst heute kennen gelernt hatte, aber die ihm jetzt schon sympathisch waren - neben ihm liefen, erfuhr er eine weniger erfreuliche und doch recht ernste Tatsache: Rebellische Armeen der Welt Aora plante einen Einfall in Greenhill.
      Vorerst war er davon alles andere als begeistert und hatte beschlossen, sich nicht allzu viel Gedanken zu machen. Als der Alkohol jedoch mehr floss und seinem Gehirn neue, wenn auch teilweise zweifelhafte Alternativen eröffnete, entschloss er sich dafür, seine Meinung zu ändern: Das ganze war doch nicht so übel. Okay, Korrektion: An sich war es nach wie vor eine sorgenreiche, komplizierte Tatsache, doch er konnte diese Zu seinem Vorteil nutzen. Darin war Arminas schon immer gut gewesen. Als Elf hatte er den Grips das zu tun und als Dämon die ein oder andere nicht immer völlig gutartige Idee, wie er das bekommen konnte, was er wollte. So auch dieses Mal - denn was er wollte, seit er aus Aora verbannt wurde, war nur eines: Wieder zurückkehren zu dürfen und am besten wieder in seine alte Position zurück. Denn die hatte ihm die Möglichkeit gegeben, Zeit mit der Prinzessin zu verbringen und das war sein größter Wunsch gewesen zu dieser Zeit. Die Prinzessin..auch jetzt sehnte er sich nach deren Anblick, deren Anwesenheit. Sie war die schönste Frau gewesen, die der Dämon jemals gesehen hatte, doch das war nicht alles gewesen. Sie war gebildet, freundlich, höflich und auch noch witzig. Sie war seine Traumfrau gewesen - jeden Tag war eine Qual gewesen zu Anfangs. Er hatte sich schon mit seiner Situation lange abgefunden, doch das hier gab ihm neue Hoffnung. Vielleicht gab ihm das die erhoffte Möglichkeit, seine Verbannung wieder auflösen zu können?
      Der Gedanke verließ seinen Kopf nicht - rückte lediglich in den Hintergrund - doch er hatte trotzdem Spaß mit seinen alten und neuen Freunden. Zwar sollte er das wohl nicht nach letzter Nacht, doch er konnte sich am nächsten Tag noch verfluchen. Den ganzen Abend verbrachten sie in verschiedensten Bars und Clubs, unter anderem auch das Valdini.
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    • Als Callar nun endlich zuhause ankam, stellte sie zu allererst ihre Sachen in der Küche ab. Es war mittlerweile halb fünf geworden, weswegen sich die junge Frau eigentlich sofort an ihre Arbeiten setzen sollte. Doch war ihr irgendwie nicht danach. Seit langer Zeit verspürte sie den Drang, einfach mal nichts zu tun, was sie dann auch tatkräftig in die Tat umsetzte. Also spielte sie nicht wie gewohnt eine Stunde auf ihrem Cello, nur um dann aufs Rad zu steigen, zur Sternwarte zu fahren und von dort aus den Himmel und seine Himmelskörper zu beobachten. Nein... heute genehmigte sie sich zuerst eine lange, heiße Dusche, welche sie eigentlich nicht mehr beenden wollte. Als sie jedoch der Meinung war, genug warmes Wasser verschwendet zu haben, stieg sie aus dem kleinen, gläsernen Kasten und wickelte sich ein Handtuch um den Körper. Mit trägen Schritten schlurfte sie zum Spiegel und kämmte sich die nassen Haare nach hinten. Danach beugte sie sich etwas vor um ihre Haut zu begutachten. Callar konnte sich glücklich schätzen. Ihr Gesicht war so makellos und eben wie Porzellan, leider jedoch auch genauso bleich. Sie seufzte und begradigte ihren Rücken, als die Sonne, welche draußen gerade am untergehen war ihr Gesicht streifte. Ihre Augen leuchteten in diesem winkel bernsteinfarben hervor, obwohl sie ansonsten eigentlich grün waren. "Hm...", erstaunt legte Callar den Kopf schief und beugte sich wieder etwas vor, als ein kurzes goldenes Leuchten den Raum erfüllte. Sie erschrak und taumelte wenige Schritte vom Spiegel weg.

      "Was... war das...", unschlüssig und vor allem verwirrt, sah sich die Schwarzhaarige im Raum um. War gerade ein Auto am Haus vorbeigefahren, welches bis durchs Fenster blendete? Nein... sie hatte ja auch nichts gehört. Schmunzelnd griff sie dann aber zum Fön. Möglicherweise war es auch einfach nur ein Lichtreflex, den sie gesehen hatte. Dies schien ihr auch die einfachste Erklärung, weswegen sie auf dieser auch sitzenblieb. Nachdem Callar sich nun die Haare gefönt hatte, führten ihre Schritte sie in ihr Zimmer, wo sie sich ankleidete und das neue Oberteil von Holly anzog. Sie wirkte wirklich adrett, fast, als wäre sie aus einer anderen Zeit ins Jetzt gesprungen. Zum Schluss wagte sie sich sogar daran, etwas Make up aufzutragen, was Callar eigentlich überhaupt nicht ausstehen konnte. Doch für heute konnte es ruhig etwas Mascara sein, beschloss sie. Ein letzter Blick auf die Uhr verriet ihr, dass es mittlerweile Zeit wurde sich auf den Weg zu machen. Sie hüpfte die offene Treppe ins Erdgeschoss hinunter, schrieb ihrer Mutter eine kleine Notiz, dass sie heute aus war, schlüpfte in flache Schuhe, streifte ihren dunkelroten Parka über, nahm Tasche, Schlüssel, Regenschirm und verlies die sicheren vier Wände, welche sonst ein heiliger Tempel für die Halbfranzösin waren.

      Ihre schlurfenden Schritte trugen sie dann langsam wieder zurück richtung Stadtmitte. Das Valdini lag sehr zentral und war eine der angesagtesten Bars in gant Greenhill. Nicht viele Personen kamen in den Genuss, dort einen Abend oder die ganze Nacht bei Livemusik und teurem Alkohol zu verbringen. Doch kannte Holly den Besitzer schon seit langer Zeit und hatte somit ihre Kontakte die beiden gratis reinzubringen. Als Callar nun dem Zentrum immer näher kam, bemerkte sie auch andere Gruppen von jungen Erwachsenen die heute ausgehen wollten. Manche waren überwiegend männlich, schon leicht angetrunken und überheblich. Dennoch sah sie auch Frauen, die tollpatschig in ihren hohen Schuhen, viel zu kurzen Röcken und tiefen Dekoltéen über die Pflastersteine wackelten. Es war amüsant für die Schwarzhaarige, diesen Gestalten zuzusehen, da sie wusste, wie der Abend für jene ausgehen würde. Nun aber erreichte sie selbst ihr Ziel und erblickte die Blonde schon von weitem, die wie immer überpünktlich war, sich dennoch freute, als sie die junge Frau nun erblickte. Es gab eine kurze Umarmung, dann checkte sie bei den breitschultrigen Securitys ihren Einlass und zog Callar mit einem breiten Grinsen in die Bar, als ihnen der Zutritt gewährt wurde. Im Inneren herrschte stickige Luft, es wurde über die Alternative Musik die hier gespielt wurde, fast schon geschrien, dennoch war die Besucherzahl überschaubar. Holly manövierte sich und die Schwarzhaarige durch die kleinen Menschenmengen und steuerte einen kleinen Zweisitzertisch, neben der Bar an, welcher einen guten Überblick über das Valdini bot.




    • Der Elfe und seine Freunde gehörten wohl mittlerweile ebenso zu der Kategorie 'leicht bis schwer angetrunken', aber sicherlich nicht zu der Sparte 'überheblich'. Überheblichkeit war ein unsympathischer Charakterzug - Bescheidenheit und Selbstbewusstsein hingegen attraktiv. Von dem beiden besaß ihre Gruppe mehr als genug und es umrahmte sie schon fast eine Aura. Nicht nur die ein oder andere Frau, sondern auch der ein oder andere Mann drehte sich nach ihnen um - ob nun aus Neugier, Neid oder Interesse sei dabei nunmal dahin gestellt, es war auch eigentlich egal.
      Das Valdini war ihre wohl letzte Anlaufstelle - seine Freunde hatten nur diesen Abend und mussten morgen früh wieder zurück nach Aora verschwinden, sonst würde der ein oder andere von seinen Eltern, Freundin oder Arbeitgeber Probleme bekommen. Zwar wäre Arminas sicherlich in der Lage, sie zu überreden, länger zu bleiben, doch auch er hatte sich ein leben hier aufgebaut und auch so seine ein oder andere Verpflichtung und den ein oder anderen Freund hier. Umso mehr genossen sie zusammen den Abend.
      Sie hatten Glück gehabt und einen großen Tisch gefunden, dass etwa in der Mitte des raumes stand. was wohl auch gut war, denn selbst im Sitzen und nur am Reden erregten sie die ein oder andere Aufmerksamkeit. Doc im Moment hatten sie keine Augen dafür - sie unterhielten sich angeregt über alte Zeiten. Ein beliebtes Thema, zum einen, weil sie, wenn sie zusammen waren, immer ein wenig nostalgisch wurden, aber auch, weil es die perfekte Möglichkeit war, sich über den ein oder anderen lustig zu machen. Wobei sie in der Öffentlichkeit, hier in der ersten Welt, aufpassen mussten, was sie von sich gaben.
      "Und weißt du noch als du diesen Z..als du unserer Lehrerin den Kessel über den Kopf gehoben hast. Und sie war über und über Besudelt mit..Honig. Das war urkomisch.", war eine der alten Geschichten, die Jade immer wieder aufwärmen musste. Doch heute war Armin selbst gut angeheitert und lachte deswegen leise auf dessen Worte, auch wenn er sie zum gefühlt hundersten Mal gehört hatte. "Hey, sie hat es provoziert, sie hat es bekommen. Immerhin hat sie immer und immer wieder gegen den Kessel geschlagen und gewettert, dass wir alle doch nur Nichtsnutze wären, obwohl wir schon damals alles andere als unbegabt waren. ich wollte ihr nur zeigen, dass sie Unrecht hat.", gab der Dämon amüsiert zurück, ein Schiefes Grinsen auf den Lippen.
      Die nächste Runde Cocktails und kurze kam, von einer hübschen Kellnerin serviert - zusammen mit ihrer Telefonnummer. Ja, es war immer das gleiche. Auch wenn sie in dieser Welt völlig gewöhnlich aussahen und sowohl Elfenohren oder andere typischen Merkmale ihrer Rasse verloren hatten, hatten sie anscheinend trotzdem eine einzigartige Ausstrahlung - zumindest manche von ihnen. Doch Arminas dachte nach wie vor lediglich an die Prinzessin, selbst jetzt, als er betrunken war, weswegen er und sein Kollege - der die Nummer einer anderen kellnerin eingesackt hatte - diese ihrem Single-Mann in der Runde übergaben.
      Doch auch wenn Arminas das Nachtleben vergötterte, hatte der gestrige Abend seine spuren hinterlassen. Die laute Musik, das dämmrige Licht, die vielen Stimmen und der Alkohol - das alles war gerade ein wenig zuviel für seinen Kopf. "Ich schnappe mal kurz frische Luft. Wehe, einer von euch kotzt während ich weg bin.", erklärte er in die Runde, wofür er ein paar Buh-Rufe erntete, die er nur mit einem schiefen Grinsen mit einer wegwerfenden Handbewegung quittierte. Sein Weg führte ihn schnurstracks nach draußen - zum Glück kannte er diesen bereits sehr gut, da er schon das ein oder andere Mal hier gewesen war. Draußen angekommen lehnte er sich mit einem leisen Seufzen gegen die Wand, ehe er erst einmal ein paar tiefe Atemzüge nahm. Frische Luft, wie hatte er sie vermisst!
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    • Die Zeit verging wie im Flug. Als Callar zum letzten Mal auf ihre Uhr hinabgeblickt hatte, war es bereits 23 Uhr. Und nicht nur das... auch die Drinks kamen ihnen wie zugeflogen. Nach dem dritten Gin Tonic und einer Barrunde, verspürte die Schwarzhaarige schon einen leichten Rausch und lehnte das nächste Getränk, welches von einem durchaus aufdringlichen Herren vom Nebentisch bestellt wurde, dankend ab. "Aaaaah, jetzt komm schon. Der nette Kerl will dir ja nichts böses!", lachend nahm dann Holly den Cosmopolitan entgegen und schlürfte einen großen Schluck. "Holly... was wenn da was drin ist.. du kannst nicht einfach alles runterkippen, was man dir vor die Nase stellt.", Callar versuchte ernsthaft ruhig zu bleiben, doch war ihre Stimme ein zischendes Gebrabbel und vor allem viel zu laut, weshalb sich der Typ vom Nebentisch erhob und die Schwarzhaarige mit Beschimpfungen zurechtwies, ehe er beide Frauen ein noch viel schlimmeres Schimpfwort hinterdrein schob, als er seinen Platz verlies. Doch die sahen sich nur kurz an und fielen beide in herzliches Gelächter aus. Nur einen kurzen Moment später hang Holly um den Hals der Schwarzhaarigen. "Oooh, ich hab das sooo vermisst, weißt du...", murmelte die Blondine in den zugegebenermaßen eher bescheidenen Ausschnitt ihrer Freundin. Callar tätschelte ihr nur leicht den Kopf und lies beschämt den Blick schweifen. Da fiel ihr auch die Runde der Männer auf, welche sich eher mittig im Valdini platziert hatten. "Hey... hey Holly... kennst du die da?", nun gelang es der jungen Frau doch zu flüstern und ihr Nicken fühlte sich um einiges langsamer an, als es wirklich war.

      Der blonde Schopf erhob sich von ihrer Brust und schielte angestrengt in die Richtung, welche sie zuvor angegeben hatte. "Hmmm.. ich kenn die Typen schon irgendwoher... aber so ganz sicher bin ich mir nicht... warum? Gefällt dir einer?", mit einem schelmischen Grinsen drehte sich die Blondine wieder ihr zu und hob die Augenbrauen hoch, ehe sie erneut nach ihrem Drink griff und einen Schluck nahm. "Naja.. ich meine... Sie sehen alle nicht wirklich schlecht aus.. außer der ganz rechte... mit diesen gegelten, braunen Haaren... ich mein.. Hallooo, wieso diese Frisur?", nun musste auch Callar lachen und beobachtete einen der Herren, welcher sich erhob, kurz mit seinen Freunden sprach und dann das Valdini leicht schwankend verlies. Interessiert verfolgte sie ihn mit ihrem Blick, bis er zur Tür hinaus verschwunden war. "Oh. Mein. Gott. Du hast ihn abgecheckt! Ich glaubs nicht!", fast schon hysterisch warf Holly nun ihre Arme in die Höhe und schubste die überrumpelte Callar von ihrem Hocker, nur um ihr mit den Worten "Geh ihm nach, na los! Hab Spaß Mädel!", ihre Erlaubnis zum Anbaggern gab. Jedoch merkte diese auch, dass ihr somit die Röte auf die Wangen schoss. Ob vom Alkohol oder aus peinlicher Berührtheit konnte sie gerade selbst nicht sagen. "O-Okay... ich.. ich mach das jetzt.", wobei sie sich hier selbst nicht so sicher war, denn als sie, unterstützt vom Gejubel ihrer Freundin im Hintergrund, langsam den Weg nach draußen suchte, begann sich um die junge Frau alles zu drehen. Sie wusste beim besten Willen nicht, wie sie es nach draußen schaffte, doch schlug ihr die frische Luft wie eine Ohrfeige ins Gesicht und sie drückte erstmal den Rücken knackend durch, als sie sich daran versuchte unauffällig nach dem Mann von vorhin zu suchen.




    • Den Besuch seiner Freunde schätzt er wirklich, jedoch hatte er vergessen,wie anstrengend diese gewesen waren. War wirklich die Verbannung der Grund gewesen, warum er gegangen war, oder seine zu lauten, zu vorlauten Freunde? Der Elfe grinste ein wenig vor sich hin bei seinen eigenen Gedanken.
      Nein, er schätzte seine Freunde wirklich. Aber er schätzte auch sein Leben hier in Greenhill. Zu anfangs hatte es ihm wirklich sehr missstrebt, verbannt worden zu sein - vor allem wegen seiner Liebe zu der Prinzessin. Doch nach und nach hatte er gelernt sein Schicksal zu akzeptieren, je mehr er diese Welt und ihre Vorteile wert zuschätzen lernte. Natürlich hatte Aora auch seine Vorteile, besonders das sie dieses wundervolle Wesen aka die Prinzessin beherbergte, doch die Verbannung des Königs war bindend - gerade weil Armians für diesen gearbeitet hatte, wusste er, wie strikt dieser war und das er seine Entscheidungen nur in den seltensten Fällen wieder änderte. Dafür musste es schon einen driftigen Grund geben - und auch wenn Arminas einen Ideenreichtum hatte wie kaum jemand sonst und auch keine Skrupel hatte, gefährlichere und gewagtere Wege einzuschlagen, so war ihm in dem Fall nichts eingefallen.
      Er unterdrückte ein Seufzen - das war das Problem mit Alkohol. So schnell dadurch die Laune auch steigen konnte, so schnell konnte sie auch wieder sinken. Doch der Dämon wurde in seinem Selbstdialog gestört, als eine Frau beinahe aus der Bar stolperte und erstmal sich ausführlich streckte. Für einen Moment musterte er sie - sie war sehr hübsch. Die meisten Frauen trugen ihr Haar lang, weil das mit Weiblichkeit verbunden wurde. Sie hatte einen Bob und es schmeichelte ihrem zierlichen Gesicht.
      Doch er hörte auf sie zu mustern, bevor es zu auffällig wurde, stattdessen legte der Rothaarige seinen Kopf fragend schief, während er sie mit einem neugierigen Blick begutachtete. "Auch am Frische Luft schnappen?", fragte er sie, ehe er mit seinem Kopf leicht Richtung Eingang nickte. "Manchmal braucht man eine kleine Pause vor der Lautstärke und den vielen Leuten." - zumindest ging es ihm so. Ob es ihr ähnlich ging, würde er wohl gleich herausfinden.
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    • Schnell wandte die Schwarzhaarige ihren Blick herum und erblickte einen Rothaarigen jungen Mann, welcher gerade eben zu ihr gesprochen hatte. Es war nebenbei auch genau jener junge Mann, welchem sie aus der Bar hinausgefolgt war. "Ähm... ja, ja. Das.. ist richtig.", sie versuchte ein zaghaftes Lächeln auf ihren Lippen zu bilden, steckte die Hände in ihre hinteren Hosentaschen und trat etwas näher an ihn heran. Jetzt lag es an ihr, hier irgenwie für Zündstoff zu sorgen doch Callar war miserabel im Flirten oder generell im Näherkommen. Sie suchte nochmals kurz Blickkontakt, lächelte verstohlen öffnete sogar nochmals kurz ihren Mund, nur um danach die Luft gepresst zwischen ihren Lippen entweichen lies. Der Fremde begutachtete sie mit einem verwirrt amüsierten Blick und Callar konnte gut nachvollziehen weshalb. Glaubte sie es währe weniger vom Alkohol, als davon, dass sie einfach nur komisch dabei aussah, wie sie versuchte ihm näher zu kommen. Seufzend legte sie nun eine Hand über ihr Gesicht und verhielt sich ein nervöses Lachen. "Ah... entschuldige. Das ist dir eben wahrscheinlich unangenehmer als mir.", sie linste durch ihre Fingern verhalten zum Rothaarigen hinüber. "Ich kann das eigentlich gar nicht und bin jetzt auch nur unter dem Vorwand raus, um kurz Ruhe vor meiner Freundin zu haben. Sie meinte, ich soll schauen ob ich bei dir landen kann...", jetzt konnte sich die Schwarzhaarige ein Lachen nicht mehr unterbinden. Sie bemerkte eben, wie bescheuert dieser gesamte Plan doch klang und das sie den armen Kerl so unwissend in diesen miteingebunden hatte. Doch schien es nicht so, als wäre er deswegen abgeschreckt geworden. Weder noch jedoch war auch er in Lachen mitengefallen.




    • Es wäre eine Lüge, wenn er sagen würde, er war nicht ordentlich angetrunken. Doch er kannte das alles in und auswendig - sein Körper hatte sich zwar nach gestern Abend noch nicht wirklich erholt und doch hielt er tapfer durch. Und gerade weil das für ihn zwar kein Alltag war, aber doch sowas wie ein Hobby, konnte er selbst vollkommen besoffen sein und noch einigermaßen nüchtern wirken - doch was sich änderte, war seine Verhaltensweise. Selbst wenn er nicht betrunken war, war er sehr offen und sehr direkt - das hatte er von seiner Mutter, die schließlich eine Dämonin gewesen war und außerdem allgemein ebenso von Grund auf sehr direkt. Doch das ganze wurde sogar noch schlimmer, wenn Alkohol im Spiel war - wie auch hier.
      Somit musterte er sie diesmal offen, nun, da sie im Gespräch waren - wenn auch nur kurz. Doch anscheinend genug, um sie dazu zu bringen, näher an ihn heran zu treten, was ihn wiederum dazu brachte, den Kopf etwas schief zu legen und sie neugierig zu beäugen. Ihre Mimik war durchaus höchst faszinierend, was ihn wiederum dazu brachte, zu lächeln, besonders auf ihre weiterführenden Worte hin.
      "Nein, ich finde das alles andere als unangenehm. Ich finde es eher interessant und faszinierend.", entgegnete er ehrlich, wenn auch mit neckenden Unterton. ihre weiteren Worte wiederum brachten ihn zum Lachen, besonders, weil er gut nachvollziehen konnte, wie sie sich wohl fühlte.
      "Jaja, Freunde. Manchmal kann man nur den Kopf über sie schütteln und verfluchen, aber eigentlich ist es ganz nett, sie zu haben." einen Moment verharrte er schweigend, bevor seine Augen ein gewisses Funkeln annahmen. "Jetzt bin ich aber ein bisschen enttäuscht. Gerade hattest du mir gerade kurz die Hoffnung gemacht, du seist an mir interessiert.", das verspielte Funkeln in seinen Augen verschwand nicht, verstärkte sich stattdessen noch etwas, während sich ein schelmisches Lächeln auf seine Lippen legte. "Oder entspricht das trotzdem der Wahrheit?" - es wäre doch sehr interessant zu wissen, ob sie wirklich bei ihm landen wollte oder ob er nur eine Schachfigur in einem kleinen Plan gewesen war - beidseitig wäre er nicht böse drum, aber die Neugierde und seine erwähnte Direktheit hatten ihn trotzdem fragen lassen.
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      Arms as strong as the wind
      Dressed ready to kill
      Head in the clouds but feet on the ground
      With you it's all safe and sound

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    • Überrascht zog Callar die Augenbrauen hoch und versuchte seinem Blick auszuweichen, doch gelang es ihr nicht wirklich. Ein seichtes Rot breitete sich auf ihren Wangen aus und sie musste vor vorgehaltener Hand leicht kichern. "Nun... wie gesagt ich bin wirklich schlecht in sowas... wäre ich aber wirklich auf .. "Beutefang" aus, würdest du wohl in mein Muster fallen, doch...", ihre Ehrlichkeit erschreckte die hübsche Schwarzhaarige kurz selber, da hatte sie schon nachdenklich den Blick abgewandt. Es war der Alkohol der eben aus ihr sprach und der wohl den Satz auch noch beenden musste. So viel war sie ihm schuldig, denn sie spürte seinen brennend, interessierten, wenngleich nicht sogar etwas angetörnten Blick. "... doch hab ich gerade keine Zeit für eine Beziehung oder um mir generell Gedanken über.. euch Männer zu machen.", entschuldigend kratze sich Callar nun am Hinterkopf und hob die Schultern leicht. Es war schon nicht gelogen. Der Rothaarige junge Mann, der sich so groß neben ihr aufgebaut hatte, gefiel ihr trotzdem, jedoch tat es ihr im nächsten Moment schon wieder etwas Leid, ihm den Korb zu geben. Sie merkte, wie er nun leicht in sich zusammenfiel. Wie Kuchen, den man zu bald aus dem Backrohr genommen hatte. "Tut mir wirklich Leid, aber... meine Ausbildung ist mir zurzeit einfach wichtiger.", irgendwie versuchte die Schwarzhaarige nun diese etwas unangenehm gewordene Situation wieder zu retten, indem sie versuchte ihm gut zuzureden, doch wusste sie, dass es eigentlich gar keinen Grund gab ihm auch nur ansatzweise etwas zu erklären. Entscheidung war Entscheidung, da konnten auch seine glänzenden Rehaugen nichts wettmachen. Einen Moment zu lange hatte sie den Fremden neben ihr nun angesehen, da merkte Callar, wie ihr wieder die Röte auf die Wangen schoss. "Ich... mir wird kalt... Ich... geh... dann wieder rein.", murmelte sie nur abgehakt, zog sich die Ärmel ihres Shirts leicht fröstelnd bis über ihre Handgelenke hinab, nickte ihm nochmal zu und verschwand dann eiligen Schrittes wieder in der warmen, aber stickigen Luft des Valdini. Sie war kaum drin angekommen, hatte sie der Blick der Blonden wieder eingeholt, welche so neugierig grinste, doch Callar zuckte nur mit den Schultern. "Wollte nicht sein...", meinte sie nur knapp, als sie wieder am Tisch ankam, sich auf den Hocker setzte und eilig den Strohhalm ihres Getränks zwischen die Lippen nahm, nur um hastig einen Schluck zu nehmen.




    • Oh, sie wurde rot. Wie süß. Hatte er da etwa eine Jungfrau erwischt? Es war nicht so, dass Arminas wirklich interessiert war - aber der Alkohol und der Dämon in ihm trieben ihm zu diesem kleinen Spiel, vorallem weil es gerade anfing lustig zu werden. Es war allemal besser vorallem, als wieder rein in das laute, stickige Ding zu gehen und dort von seinen Freunden wieder von Fragen durchlöchert zu werden, bis er aussah wie ein Schweizer Käse.
      Neugierig und weiterhin mit etwas schief gelegten Kopf lauschte der Mischling den Worten der Frau, ehe ein leises, kurzes Lachen seinen Rachen entfuhr. "Keine Sorge, ich bin auch gerade nicht auf Beutefang. Aber es ist mir eine Ehre, in deinem Beuteschema zu sein, wenn du auf Suche wärst.", gab er lediglich locker zurück - in seinen Gedanken gab es letztlich nur eine: Die Prinzessin. Keine andere Frau konnte ihr das wasser reichen..zwar konnte er sich nicht mehr an jede Einzelheit erinnern, aber er wusste noch zu gut, dass sie wunderschön gewesen war.
      Während er so nachdachte, bemerkte er, dass die Frau wohl immernoch weiterredete - versuchte sie sich heraus zu reden? Niedlich. Aber es war ihm wirklich gleichgültig, also nahm er es ihr nicht übel. Stattdessen wartete er ab, bis sie sich entschied, was sie tun würde - nämlich wieder rein gehen, wie es schien. Er wandte sich zu ihr um und machte eine angedeutete Verbeugung mit einem charmanten Lächeln auf den Lippen. "Es war mir ein Vergnügen, sie kennen zu lernen, fremde Frau.", sagte er noch zum Abschied, ehe er sich wieder abwandte und gegen die Wand lehnte. Er verbrachte noch 5 Minuten alleine draußen, bis seine Freunde plötzlich herauskamen und ihm Vorwürfe machten, warum er sie solange alleine gelassen hatte. Er redete sich nur heraus, dass er ein interessantes Gespräch gehabt hatte.
      Den Rest des Abends verbrachte sie bei ihm Zuhause, wo sie weiter tranken, redeten und Spaß hatten. Am nächsten Morgen wachte er auf - Mal wieder verkatert. das war irgendwie nicht seine Woche, wie es schien. Der einzige Trost war, dass er diesmal nicht der einzige war. Zwar war ein Teil seiner freunde schon weg, aber ein paar waren noch da geblieben. Für diese und sich selbst zauberte er ein nettes Frühstück, während er über den gestrigen Abend nachdachte. Irgendwas an dieser fremden Frau hatte ihn fasziniert, aber er konnte nicht sagen was. Irgendwas in ihrem Gesicht.. Ihre Augen. Ja, es waren ihre Augen - irgendwas war daran besonders gewesen. Doch er war zu betrunken gewesen, um nun sagen zu können, was genau es war.
      Und heute würde er wohl auch keine Zeit haben erstmal, darüber nachzudenken, denn der Ernst des Lebens hatte ihn wieder eingeholt. Für ein Projekt der Universität musste er die nächsten Wochen dort verbringen. Zuerst würde er in der Bibliothek nach Informationen suchen müssen, denn das Thema, dass er präsentieren würde, kannte er zwar, aber nicht so gut, wie ein Naturwissenschaftler es sollte. Aus diesem Grund verbrachte er nur noch das Frühstück mit seinen Freunden, bevor er diese mit einem freundlichen Schubser hier und da aus seiner Wohnung warf.
      Eine Dusche, Zähne putzen und ein Kleidungswechsel später machte er sich auf den Weg zur Universitäts-Bibliothek. Dort war er schon das ein oder andere Mal gewesen, aber das letzte Mal war einige Wochen schon her gewesen. Einige Wochen..solange war er also schon hier. Nachdenklich, in Gedanken versunken, betrat er besagte Bibliothek und durchstöberte den Naturwissenschafts-Bereich nach den Büchern, die er für sein Projekt brauchte.
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      Arms as strong as the wind
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    • Auch wusste Callar nicht mehr wirklich, wie sie die letzte Nacht noch nach Hause gekommen war. Sie erinnerte sich brüchig an Stücke, wo sie aus einem Taxi stieg, das vor ihrem Haus hielt, wie sie irgendwie die Haustüre auf und abgeschlossen hatte und dann völlig berauscht ins Bett gefallen war. Nun aber kitztelten die Schwarzhaarige die ersten Sonnenstrahlen, welche durch die Jalousie fielen. Sie hatte diese immer nur zu zwei drittel hinabgerollt, normalerweise ganz, wenn ein freier Tag anstand, doch hatte sie dies gestern wohl vergessen oder gar nicht mehr zu stande gebracht. Murrend rollte sie sich herum und spürte die warme Decke auf ihren nackten Beinen. Sie hatte sich die Hosen ausgezogen? Ihre sich langsam ordnenden Gedanken schienen einen langsamen Weg der Richtigkeit zu wählen, denn im nächsten Moment schlug die junge Frau die Decke zurück und hastete ins Bad. Für einen kurzen Moment dachte sie, sie müsste sich übergeben... doch war es nur der Kater, welcher ihr so trickreich und böse in den Gliedern saß. Etwas gestresst und noch viel zu müde, wusch Callar sich ihre Porzellanhaut, verrichtete andere Dinge im Badezimmer und schlurfte wieder zurück in ihr Zimmer. Es war erst neun Uhr. Sie sollte noch etwas schlafen. Gesagt getand, drehte sich die junge Frau wieder in ihrer Daunendecke ein und fand erneut seeligen Schlaf. Als jedoch gute drei Stunden später die Haustüre so dumpf und vibrierend ins Schloss gezogen wurde, hoben sich erneut der Grünäugigen Lider flattrig und zaghaft. Die Sonne war gewandert, stand nun am anderen Ende des Hauses. Tief durchatmend drehte sich die Schwarzhaarige auf den Rücken und rieb sich über die Augen. Wie spät es nun sein mag? Ein Blick auf ihr Handy verriet ihr 12:37 Uhr. Ihre Mutter war in die Nachmittagsschicht aufgebrochen. Mal wieder zu spät wie es schien, denn nur dann verlies sie das Haus so übereilt und unbarmherzig laut. Doch es half alles nichts. Auch wenn Callar heute lieber im Bett bleiben wollte, so konnte sie ihre Studien nicht vernachlässigen. Sie wollte heute unbedingt in die Bibliothek, Bücher zurückbringen und erneut neue durchstöbern. Sie wusste, heute könnte es eventuell endlich ein Ergebniss bringen.

      So schwang sie erneut ihre Beine aus dem Bett, stapfte gähnend ins Bad, nur um sich die Zähne zu putzen und sich abzuschminken. Langsam führten sie ihre Schritte dann die offene Treppe hinab in den Flur, von welchem sie in die Küche kam. Es roch schon im zweiten Stock leicht nach frischen Kaffee und gebratenen Spiegeleiern, welcher Duft sich nur noch intensivierte, je näher sie der Küche kam. Und es war auch so. Ihre Mutter hatte noch eine Art Frühstück für die Schwarzhaarige zubereitet. Der Tisch war mit kleinen Köstlichkeiten gedeckt und eine Notiz zierte diesen, dass sie heute wohl länger in der Arbeit sein müsse. Callar belächelte diese Aussage. Ihre Mutter war eine bedeutsame Architektin hier in Greenhill und musste gerade viele Aufträge abarbeiten. Doch war es ein Grund, warum sich ihre Eltern diesen Standard leisten konnten. Still setzte sich Callar nun nieder, goss sich eine Tasse Kaffe voll und schenkte sich ein Glas Orangensaft ein, ehe sie nach getoastetem Toastbrot griff und auf diesem ein Spiegelei platzierte. Genüsslich biss sie ab, während sie die Zeitung studierte, die aufgefaltet neben ihr lag. Nach einem ausgedehnten Brunch, musste sich die Schwarzhaarige nun wirklich beeilen. Nicht dass sie Stress hätte, aber jede Minute die sie verstreichen lies und untätig herumsaß, war eine verlorene Minute. So zierte nur eine halbe Stunde später ein grauer Faltenrock, sowie eine dunkelblaue Seidenbluse den Körper der jungen Frau. Sie schlüpfte noch in schwarze Schnürschuhe und verlies, mit ihrer Tasche im Schlepptau endlich das Haus. Sie brauchte vielleicht 15 Minuten zur Bibliothek und hatte heute sogar etwas Glück. Die Ampeln waren alle grün, weshalb sie nicht lange warten musste. Nun endlich stieg sie die marmornen Treppen zum größten Gebäude, neben der Universität, hinauf und betrat durch die massive Holztüre die Bibliothek. Im Inneren war es kühler, es roch nach vergilbten Papier und abgestandenen Holz. Doch Callar liebte diese Atmospähre.




    • Der Elf war bereits schon auf der Suche nach Büchern. Um diese Uhrzeit und das an einem Wochenende war verständlicherweise nicht besonders viel los und so gut wie alle Bücher waren in den großen, prall gefüllten Schränken der Bibliothek zu finden. Somit ließ sich Arminas alle Zeit der Welt, die Bücher zu studieren und sich dann nur die besten herauszusuchen, damit er nicht zuviele tragen musste.
      Mit ein paar Büchern schließlich auf dem Arm suchte sich der Naturwissenschaftler einen freien Tisch - wovon es genügend gab - und ließ sich schließlich auf den Stuhl vor diesem sinken. Die Bücher vor sich gestapelt und einen Block samt Stift ebenso vor sich liegend fing er an mit der Arbeit.
      Eigentlich sollte man meinen, es wäre schon längst aufgeflogen, dass er Naturwissenschaft nicht studiert hatte - doch das Gegenteil war der Fall. Als Magier und vorallem als Halbelf hatte er eine besondere Verbindung zu der Natur - zudem hatte sein Vater ihn als Kind immer über die verschiedensten Pflanzenarten und Naturphänomene gelehrt, sodass er einiges an Vorwissen hatte. Und wenn ihm das Wissen fehlte? Dann saß er einfach wie heute in der Bibliothek und lernte darüber. Er war sehr wissbegierig und auch noch dazu intelligent - es fiel ihm einfach, sich neue Informationen anzueignen und diese auch zu behalten, deswegen hatte er bis jetzt so gut wie noch nie Probleme gehabt.
      Nur einmal wäre er fast aufgeflogen, hatte sich aber dann mit einer guten Ausrede davon gestohlen und bis zum nächsten Morgen hatte er die benötigte Information erlernt gehabt.
      Und nun saß er wieder hier - dabei war er so vertieft in seinem Buch, dass er nicht mit bekam, was um ihn herum geschah. Aber wie gesagt, da zu dieser Uhrzeit sowieso so gut wie nichts los war, war das wohl auch unwichtig. Er konnte sich also voll und ganz auf seine Arbeit konzentrieren - das sollte er wohl auch mal wieder, nachdem er 2 Tage beziehungsweise Abende lang ziemlich hart gefeiert hatte.
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    • Callar genoss es immer sehr, in die Stille der Bibliothek einzutauchen. Es war beinahe, als würde sie in eine fremde Welt schreiten. Die stoische Ruhe, nur wenige, sehr auf Stille bedachte Menschen, und fasrig glimmende Licht durch die golden scheinenden Fenster im zweiten Stock, machten die alte Bücherei Greenhills fast schon zu einem Unikat. Mehr noch, zu einer Sehenswürdigkeit. Mit einem versonnenen Lächeln schritt die Schwarzhaarige nun voran, Richtung Portierloge. Dort saß wie fast immer die ergraute Miss Peterson, welche über ihre kugelrunde Brille auf ihre Unterlagen hinabsah, als sie wohl Callar im Augenwinkel bemerkte. Sie hob den Kopf, in welchem zwei kleine Augen saßen und lächelte erfreut auf die junge Frau hinab. Als sie sich vorlehnte rutschten einige Strähnen ihrer lockigen, grauweisen Mähne nach vor, welche sie nur sanft wieder hinter ihr eigenes Ohr steckte. "Callar... es freut mich wie immer dich hier zu sehen...", meinte sie mit einem friedlichen Lächeln und legte den Stift beiseite, den sie hielt, nur um die Hände ineinander zu verschränken. Die Angesprochene nickte zufrieden. "Dankeschön, das hört man gern.", sie fiel in ein breites Grinsen aus, ehe sie fortfuhr. "Die Bücher, welche ich bestellt habe... sind die angekommen?", mit fragenden Augen beuge sich die großgewachsene Schwarzhaarige etwas vor und dämpfte die Stimme. Doch Miss Peterson hob nur wissend ihre Augenbrauen, griff unter ihren breiten Tisch und hob dann mit einem Funkeln in den Augen drei Bücher empor, welche Callar anstrahlte, als hätte sie eben im Lotto gewonnen. "Da sind die guten Stücke... du weißt hoffentlich das es nicht einfach war sie zu besorgen?", die Stimme der alten Dame legte sich in mysteriöse Lagen, ehe sie der aufgeregten Studentin vor ihr endlich die Bücher in die Hand drückte. "Du hast was gut bei mir...", flüsterte sie noch schnell ehe sie sich mit einem Winken von der Bibleothekarin entfernte und selbst einen Platz suchte. Heute war wenig los, der Hauptbetrieb, wenn man es so nennen wollte, begann erst am späteren Nachmittag. So war es für die Grünäugige kein Problem einen Platz zu finden, welcher ihr auch zusprach. Sie wählte einen Tisch im hinteren Drittel, hier saß sie fast immer, da das Licht am günstigsten war. Mit einem Aufseufzen lies sich Callar auf den Stuhl fallen und legte die Bücher vor sich hin. Es war alles, was man in der Welt an okkulten Ritualien und augenzeuglichen Magieanwendungen fand. Spezialisiert jedoch auf die Mythologie des normannischen Mittelalters.




    • Es war eine fremde Welt - besser gesagt ein Ort voller fremden Welten. Denn Bücher konnten einen in fremde Welten ziehen, zu dem niemand anderes in dem Moment Zutritt hatte, außer dir selbst - und es gab keine Zeitbegrenzung, wie lange du dich in dieser Welt aufhalten darfst. Die einzige Begrenzung, die es gab war die Seitenanzahl des Buches.
      Und genauso verlor sich auch der Elfe für einige Weile in seinem Buch - denn er hatte sich die Naturwissenschaft als Beruf wie gesagt nicht nur aus Jux und Dollerei ausgesucht, sondern weil es ihn ernsthaft interessierte und faszinierte. Somit verschwand er in den Werken über Zoologie. Die verschiedensten Tierarten mit ihren Besonderheiten waren in diesem Buch zu finden - genau die Information, die er für sein Projekt brauchte, denn es ging um Umwelt, Umweltbewusst und dem Schutz dieser mit dem Fokus auf die Flora und Fauna.
      Erst als sein Kopf anfing zu brummen, zwang er sich selbst dazu von dem Buch aufzusehen und eine kleine Pause einzulegen. Während er aus der Wasserflasche trank, die er mit gebracht hatte, sah er sich ein wenig in der großen, angenehmen Bibliothek um. In der Zeit, in der er versunken war, waren doch mehr Leute gekommen und hatten sich einen Platz gesucht, als gedacht. Und während er umsah und die verschiedenen Personen begutachtete, blieb sein Blick bei einer ganz besonderen Person hängen - einer Frau und zwar nicht irgendeiner ,sondern die, die ihn gestern Abend erst angemacht hatte, um ihm dann indirekt einen Korb zu geben. Doch das war nicht das, was seine Aufmerksamkeit wirklich an ihr fesselte - es war das goldene Funkeln in ihren Augen, dass seine Augen dazu brachte, auf ihr fokussiert zu bleiben. Das...das konnte doch nicht möglich sein, oder?! Sie..Magie..?
      Für einen Moment saß er erstarrt da, ehe er sich wieder fasste - das war..gar nicht so übel. Das war gut. Ziemlich gut sogar.
      Seine Bücher ließ Arminas für einen Moment dort liegen wo sie waren, ehe er zu der fremden-unfremden Frau herüber ging. "Man trifft sich immer zweimal im Leben, nicht wahr?", sagte der Dämon mit einem schwachen Lächeln, ehe er auf den Stuhl ihr gegenüber deutete. "Darf ich mich setzen?"
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    • Sie hatte sich nach einiger Zeit bereis in ihre Lektüre verschlungen. Bilder von wilden Verfolgungsjagten über die moorigen Steppen des alten Norwegens spielten sich vor ihrem inneren Auge ab, während sie selbst ihren Blick weiter und weiter über die Seiten gleiten lies. Bald schon jedoch machte sich ein Ziehen bemerkbar, welches sich streng ihren Rücken hinab zog. Ächzend reckte sich die Schwarzhaarige in die Höhe, stemmte die Hände in die Hüften und drückte ihr Kreuz durch, welches leicht knackste. Etwas schmerzlich hatte die junge Frau ihre Augen geschlossen und seufzte erleichtert aus, als sie die deutliche Leichtigkeit verspüren könnte. Um sich noch weiter Aufzulockern, lies sie ihre Schultern kreisen, sowie ihren Kopf und blickte somit mit leicht geöffneten Mund empor. Die Sonne war gewandert, warf nun die langen Lichtsäulen quer zu ihr auf den Boden und als sie sich vorlehnte, um doch den so klaren Himmel zu beobachten, wurde sie von einem so plötzlichen goldenen Lichtschein geblendet, dass sie sich selbst etwas zurück in die Lehne fallen lies. "Was...", entkam es ihr verwundert und sie schüttelte den Kopf. Woher kam dieser plötzliche Lichtstrahl? Sich herumdrehend versuchte Callar eine Quelle zu finden. Einen Spiegel, das Display eines Tablets, irgendwas, dass die Sonne so stark reflektierte, dass sie selbst sich daran blendete. Doch fand sie nichts. Es war wie verhext. Schulterzuckend kratzte sie sich an der Nase und bemerkte erst jetzt, dass ein junger Mann sich an ihren Tisch gesellt hatte. Er fragte, ob er sich setzen konnte, doch war die Schwarzhaarige immer noch leicht geblendet und nickte bloß konfus. "Natürlich, natürlich...", schnell räumte sie die Bücher zur Seite, wollte sie sogar etwas schlampig mit ihrer Tasche überdecken, doch half dieses Unterfangen nichts. Als sie dann durch die Laute, welche der Stuhl machte, als er zurückgeschoben wurde, beugte sie sich vor, hatte die Hand über die Augen gelegt und erkannte plötzlich den jungen Mann von gestern vor der Bar. Es war kurz, als würde Callar am Stuhl festfrieren, doch spürte sie merklich, wie ihr gleichzeitig die Farbe ins und aus dem Gesicht schoss. "Oh... h-hallo.", nun rang sie sich doch zu einem Lächeln durch und rutschte selbst noch etwas weiter nach vor, nur um aus der Sonne zu sein. "Was führt dich in die Bibliothek?", sie blinzelte ihm etwas entgegen, ehe ihre Arme am Tisch nach vor fielen und sich ineinander verschränkten.




    • Wirklich faszinierend. Es schien fast Schicksal, dass er sie gestern Abend gesehen hatte und das sie ihm nun erneut begegnete - nicht nur das, sondern das verrückteste an dem ganzen war, dass sie wohl auch Magie in sich zu tragen schien, obwohl sie aus dieser Welt stammte. Es war geradezu tragisch, dass die Menschen in dieser Welt so im Unwissen lebten, was Magie anbetraf. Sicher, in seiner alten Heimat waren sie wiederum ziemlich technik-Arm, aber das hatte Arminas nicht gekümmert. Für viele Dinge hatte es ja Zauber gegeben, nicht wahr? Er war unfähig sich zu entscheiden, ob er die erste oder die zweite Welt bevorzugte..beide hatten seine Vorteile und Nachteile.
      Doch die Prinzessin war der Grund, weswegen er seine alte Heimat ein klein wenig bevorzugte und zu dieser zurück kehren wollte. Und das Geschöpf vor ihm könnte ihm dabei behilflich sein. Mit einem amüsierten Funkeln beobachtete er sie, nachdem er sich gesetzt hatte - sie war ja im nüchternen Zustand genauso verlegen und schüchtern wie im betrunkenen Zustand, wenn nicht sogar noch mehr. Ihre Bemühungen ignorierend, griff er nach einem ihrer Bücher und nahm es an sich, um den Einband lesen zu können. "Mythologie des normannischen Mittelalters..eine wirklich faszinierende Zeit.", sagte der Elfe mit einem schwachen Lächeln, ehe er das Buch wieder vorsichtig auf den Tisch zurück legte. "Du scheinst dich sehr dafür zu interessieren.", sein Blick ging zu dem großen bücherstapel vor ihr.
      "Hallo.", gab er zurück, ehe er auf ihre Frage hin zugleich nach hinten auf seinen Tisch deutete, der etwas entfernt war, aber auf dem man ebenfalls einen beachtlichen Bücherstabel sehen konnte. "Ich arbeite, wenn man es so nennen kann, denn es bereitet mir zuviel Vergnügen, um wirklich arbeit genannt zu werden.", erklärte der Mann, ehe sein Kopf sich schließlich begann, schiefzulegen während er seine Gesprächspartnerin eingängig musterte. "Wir haben uns gestern nicht vorgestellt. Ich bin Arminas Calathriél. Ich werde demnächst mit einigen anderen Wissenschaftlern hier an der Uni an einem projekt abeiten. Und du bist?", fragte der Elfe sie mit einem charmanten Lächeln, während er ihr die Hand hinhielt.
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    • Etwas überrascht blickte Callar auf die Hand vor sich hinab, welcher ihr der nicht mehr ganz so fremde junge Mann vor die Nase hielt. "Äh... sehr... sehr erfreut.", gab sie dann die Worte über ihre Lippen frei und griff vorerst etwas zögerlich nach der ihr angeboteten körperlichen Geste. Im nächsten Moment aber drückte sie die Hand des Mannes, welcher sich ihr als Arminas vorstellte, und schüttelte sie leicht. Es huschte dann ein kurzes, ehrliches Lächeln über die Züge der Schwarzhaarigen, welche wohl froh war, sich nicht mehr dem Unbekannten vor ihr zu stellen. Vorsichtig entzog sie sich dann wieder der Begrüßung und legte ihre zarten, weiß wirkenden Hände übereinander, welche nun auf dem dunkelbraunen Ledereinband des Buches vor ihr lagen. "Callar... Callar Freinet. Ich studiere hier an der Uni mittelalterliche Zeitgeschichte... aber ich glaube man konnte sowas in die Richung bereits erahnen.", mit einem verhaltenen Kichern grinste die junge Frau auf den ebenholzfarbenen Tisch hinab. Kurz herrschte dann Schweigen zwischen den Beiden, welche nun zumindest die Namen voneinander wussten. "Und... welches Projekt ist es, wenn ich fragen darf? Als Wissenschaftler wird es wohl etwas im Naturwissenschaftlichen Bereich sein, wenn ich mich nicht täusche... oder?", nun lag es an der Schwarzhaarigen, welche den Kopf schief legte und somit ihr pechschwarzes Haar dem Sonnenschein aussetzte. Diese warf mit ihren gülden fasrigen Strahlen rötliche Reflexe in der sonst so dunkel scheinenden Mähne hervor und tauchte ihre elfenbein blasse Haut in wärmliche Töne. Sie hob die zarten Lider wieder von ihre grünen Augen und blickte Arminas so frei heraus an, reckte leicht ihr Kinn vor und zwinkerte mit sanften Lächeln seinem Antlitz entgegen.




    • Noch immer am Stottern und diese zögerliche Art. Daran hatten selbst nichtmal Alkohol und Feierstimmung etwas ändern sollen. Sie war wirklich viel zu entspannt. Viel zu ernst. Ganz das Gegenteil vom verspielten Arminas. Aber gerade das amüsierte ihn und erweckte das Interesse an ihr - natürlich nur auf der Basis, dass er wenigstens keine Langeweile haben würde, wenn er sie dazu überreden würde, ihm zu helfen und mit ihm zu kommen.
      "Freut mich ebenso, Callar.", gab er mit einem charmanten Lächeln zurück, ihr dabei in die Augen blickend, bevor diese jedoch dann wieder zurück über die Bücher wanderten auf ihre Worte hin. "Ja, das ist wohl aufgrund der Stapel an Büchern hier nicht schwer zu erraten." Noch immer lag ein schwaches Lächeln auf seinen Lippen, während sein Blick wieder in das Gesicht der zart wirkenden Frau zurückkehrte.
      Bei ihrer Frage war er sich nicht sicher, ob sie diese nur aus Höflichkeit oder ehrlichen Interesse aber es war an sich gleichgültig - die Hauptsache war, dass sie gerade mit ihm redete, sodass er seinen Vorschlag sobald wie möglich anbringen konnte. "Das Projekt dreht sich um gefährdete Tierarten, ihren sinkenden Lebensraum und wie sich die Katastrophe verhindern lassen kann, dass in wenigen jahrzehnten ein Viertel der Tierarten ausgestorben sein wird.", erklärte er. Ein Recht dunkles, kompliziertes Thema mit vielen Hypothesen und Berechnungen aber unglaublich spannend. Als Elf war er der Natur schon immer sehr nahe gewesen, ebenso wie den Tieren und demzufolge interessierte ihn dieses Thema sehr.
      Für einen Moment schwieg der junge Mann und überlegte, wie er sein Anliegen beginnen konnte ohne gleich mit der Tür ins Haus zu fallen. Am Ende wollte er schließlich nicht, dass sie ihm am Ende eines dieser schwer aussehenden Bücher ins Gesicht schlug, ihn für verrückt erklärte und vor ihm flüchtete. "Ich würde dir gerne eine Frage stellen und würde gerne einfach deine ehrliche Antwort hören, ja?", fragte er, doch fuhr sogleich fort, wobei dies mehr eine Aufforderung als eine wirkliche Frage war, "Glaubst du an Magie, Callar?"
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