Night Shift [Bitter Lemon & Dark]

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    • Night Shift [Bitter Lemon & Dark]

      @Bitter Lemon

      „Es ist als würde man in eine andere Welt treten, sobald man durch die Türdes kleinen, schon fast unscheinbarem Café trat. Knallige Farben, Stühle die weder farblich noch wirklich vom Style her richtig zusammen passten. Fotografieren und Bandposter an den Wänden, die wohl in keinem modernen Establishment einen Platz gefunden hätten. Bunte Fliesen, bunte Tische, bunte Lampen. Grün, Orange. Sekundäre Lichtquellen ohne aufdringlich zu wirken.

      Das Café war all das, was jeder moderne Laden in der Umgebung nicht war. Hier gab es keine fancy Matcha-Kreationen, keine Porridge- und Granola-Bowls, keine Latte Macchiatos mit neumodernen Namen und farbigem Milchschaum, hier gab es Cappuccino mit einen Milchschaumschicht die schon fast illegal hoch über den Tassenrand ragte.

      In einer Ecke spielte ein Plattenspieler die Klassiker vergangener Zeit und X stand mitten drin. Er wirkte eher so, als ob er in einer mehr oder weniger bekannten Band der früheren Achtziger gespielt hätte und nicht so, als ob er seine Zeit damit verbringen werde, Menschen die zu wenig Zeit und zu viel Stress im Leben hatten, Kaffee zu kochen. Aber X genoss sein Leben, genoss das was er tat, und vor allem genoss er die Freitag Abende wenn er die Tür abschloss und in das kleine, umgebaute Hinterzimmer des Cafés ging, sich hinter dem Mikro setzte und vom Barista zum Radiohost wurde.

      Jeden Freitagabend zwischen acht und vier begleitet er Menschen durch dunkle Straßen, bei ihrer Nachtschicht oder einfach beim nicht-schlafen können mit Geschichten aus seinem Leben, irgendwelchen Gedanken die ihm gerade einfielen und ganz viel Musik. Es war nichts besonderes aber genau deswegen liebte X das was er tat.“


    • Name: Elliot (Elies) O‘Brain
      Alter: „Alt genug, um Fehler gemacht zu haben, jung genug damit sie einem egal sind“ (oder in anderen Worten 27)

      Elliot würde sich selbst wohl als charismatisch und irgendwie in der falschen Zeit hängenbleiben beschrieben…und beiden trifft schon fast schmerzhaft passend auf ihn zu.
      Keiner weiß so richtig wo und wann er genau aufgetaucht ist, aber plötzlich war er da und seitdem nicht mehr weg zu denken.
      Über Elliot selbst weiß kaum einer was…oder eigentlich wissen ziemlich viele Leute ziemlich viele Dinge über ihn. Zum Beispiel, dass er das kleine Café an der Ecke besitzt.
      Das Café mit den nicht zusammenpassenden Stühlen und den nicht zusammenpassenden Tassen und den Bandpostern an den Wänden und der Jukebox, die irgendwie immer noch funktionierte aber kaum einer sich traute Geld rein zu werfen und den Polaroidbildern und dem Plattenspieler.
      Oder das Elliot sich anscheinend alles merken konnte, egal ob es deine Kaffeebestellung war oder dass du vor zwei Wochen ein Vorstellungsgespräch hattest und dass er dich definitiv bei deinem nächsten Besuch darauf ansprechen wird.
      Oder das er mit jedem flirtete, nicht aufdringlich, nicht so als würde er dich ins Bett bekommen wollen, nicht so, dass du dich danach in deiner eigenen Haut unwohl fühlst, aber so, dass du mit diesem einen ganz bestimmten warme Gefühl wieder aus seinem café gehst.
      Aber sonst wusste kaum einer irgendwas über Elliot…nur das er auf definitiv jeden Namen reagierte, der auch nur ansatzweise wie sein eigener klang…oder auch nicht. Sei es El, Eli, Lies, O‘Brain oder einfach nur „Ey, du“ oder „Oi“, Elliot wird definitiv seinen Kopf heben und dir einen Blick zu werfen.
      Oder das seine Haare immer ein wenig zu wirken als wäre er gerade erst aus dem Bett gefallen und keiner weiß genau ob das Absicht war oder ob er tatsächlich gerade erst aufgestanden war. Und das er eine seltsame Beziehung zu Uhrzeiten hatte und Musik…und das spezifische Tage einfach für spezifische Dinge gemacht waren.
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      Augenfarbe: Moosgrün | Größe: 1,81 m


      Name: Maxwell Wright
      Alter: 26 Jahre

      Eigentlich gibt es nur zwei Dinge, die man über Maxwell wissen muss.
      Erstens: Er wird von allen Max genannt, auch wenn er selbst keinen Wert darauf legt. Würde man ihn fragen, könnte er nicht mal sagen, ob seine Eltern angefangen haben ihn so zu nennen, weil ihnen der eigentlich ausgesuchte Name dann doch zu lang oder zu altmodisch war, oder ob seine Kindergartenfreunde Maxwell einfach nicht aussprechen konnten und Max dann nun mal einfacherer ist.
      Irgendwo ist es irgendwie hängengeblieben und irgendwer hat damit angefangen und so stellt Max sich selbst eben als Max vor. Spricht man ihn mit seinem vollen Namen an, blinzelt er kurz irritiert. Ganz so, als hätte er selbst vergessen, dass das eigentlich sein Name ist.
      Zweitens: Alle guten Dinge in seinem Leben sind ihm zugeflogen. So zumindest die Aussage etlicher flüchtiger Bekanntschaften und noch flüchtigerer Freunde. Schule gut abgeschlossen, College in der Regelzeit bestanden und einen Job in der Firma gelandet, die das letzte Mal im 20. Jahrhundert einen Absolventen direkt nach seinem Abschluss eingestellt hat.
      Bei Max sieht das alles so leicht aus.
      Was niemand sieht, sind die durchgemachten Nächte. Die zahlreichen Kaffees. Die leeren Tintenpatronen.
      Wo andere über diese Tatsachen jammern, lächelt er einfach nur verständnisvoll und reicht, wie selbstverständlich, seine Arbeit ein.
      Und irgendwo zwischen Umzug und College und durchgemachten Nächten, ist aus Max ein ziemlicher Einzelgänger geworden.
      Nicht, weil er es so gewollt hätte, sondern weil es eben einfach so passiert ist.

      Und vielleicht kann man wirklich damit argumentieren, dass ihm gute Dinge zufliegen. Denn wo sein Titel und Abschluss und der Job in der Top-Firma still und leise, aber hart erarbeitet sind, hat ihn doch ungeahnter Weise etwas komplett anderes gefunden. Oder besser - jemand.
      Ein tapsiger Fellball aus zu großen Pfoten und zu langen Ohren und einem Bellen das sagt: Du bist nun mein Mensch und du hast kein Mitspracherecht.
      Der junge Golden Retriever hat Max auf dem Nachhauseweg angesprungen und sich erst einen Platz in dessen Wohnung und schließlich in dessen Herz erschlichen.
      Niemand hat sich auf die Anzeigen gemeldet, die Max geschaltet hat. Jetzt ist Haldir, wie er den goldenen Fellball genannt hat, eben Teil seines Lebens.
      Und genau dieser hat dafür gesorgt, dass Max bei seinen nächtlichen Spaziergängen etwas weiteres Gutes zugeflogen ist;
      Der Radiosender, den außer ihn niemand zu kennen scheint. Zumindest hat Max dieses Gefühl, wenn er der vertrauten Stimme des Hosts lauscht. Der Rest der Welt verstummt immer ein kleines bisschen und die Projekte hinter den kühlen Glasfassaden seiner Arbeit scheinen plötzlich etwas weniger wichtig.

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