X und Y wuchsen Tür an Tür auf, zwei Jungen, die sich schon als Kinder an den Händen hielten, ohne darüber nachzudenken. Als Teenager wurden sie ein Paar – das erste heimliche Kussgeständnis, gemeinsame Sommernachmittage am Fluss, und ein Versprechen, immer füreinander da zu sein. Doch X hatte einen Traum, den das Dorf nicht halten konnte: Er wollte Schauspieler werden, groß rauskommen, ein Star in Tokio.
Als die ersten Scouts auf ihn aufmerksam wurden, veränderte sich alles. X genoss die Aufmerksamkeit, die Partys, die Bewunderung. Er spielte mit Herzen, lächelte für die Kameras, ließ sich feiern – und behandelte die Beziehung zu Y irgendwann wie etwas, das ihn nur aufhielt. Als Y ihn zur Rede stellte, lachte X bitter, sagte, all das zwischen ihnen sei nur „eine Phase“ gewesen. Ein dummer Fehler. Ein Spiel.
Y gab ihm eine Backpfeife – die schallte lauter als jedes Wort –, und in seinen tränennassen Augen erkannte X zum ersten Mal, was er verloren hatte. Doch da war es zu spät. X verließ am nächsten Tag das Dorf und ließ Y allein zurück.
Sieben Jahre später ist X ein gefeierter Schauspieler. Sein Gesicht hängt auf Werbetafeln, sein Name ist überall bekannt. Doch in den stillen Momenten kehrt immer wieder diese eine Erinnerung zurück: Y’s zitternde Lippen, die verweinten Augen, die schmerzhafte Wange, die Backpfeife… und das Gefühl, dass er damals den einzigen Menschen weggeworfen hat, der ihn wirklich liebte.
Als ein Skandal seine Karriere bedroht, wird X gezwungen, eine Auszeit zu nehmen – und kehrt widerwillig in sein Heimatdorf zurück. Doch das Dorf wirkt anders: Der Wald ist dichter geworden, manche Häuser stehen leer, und nachts hört er Klopfen an seinem Fenster, obwohl niemand draußen sein kann. Und dann sieht er Y wieder.
Y lebt noch im Dorf, doch er hat sich verändert. Er ist stiller, zurückgezogener… und etwas an ihm wirkt anders, als würde ein Schatten ständig hinter ihm stehen. Manche Dorfbewohner meiden ihn, andere flüstern, der Wald habe ihn sich „geholt“, nachdem X ihn verlassen hat.
Als X versucht, wieder Nähe aufzubauen, merkt er schnell, dass Y ihm zwar nicht ausweicht – aber nie wirklich allein ist.
Etwas begleitet ihn. Etwas, das Y nicht hergeben will.
Etwas, das X hasst.
Etwas, das nachts seinen Namen flüstert.
Und während X versucht, Y zurückzugewinnen, stellt sich nur eine Frage:
Hat Y ihn wirklich nie vergessen –
oder hat der Wald etwas ganz anderes zurückgebracht
