Shrouded Moonlight [Stardust x Yumia]

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    • Shrouded Moonlight [Stardust x Yumia]





      “It was terrifying to love someone who was forbidden to you. Terrifying to feel something you could never speak of, something that was horrible to almost everyone you knew, something that could destroy your life.” ― Cassandra Clare, Lord of Shadows



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      Genre: Drama, Abenteuer, Romanze
      Rollen: X - @Yumia ; Y - @Stardust_Rose
      Vorstellung

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      the plot

      Zwei große Königreiche standen sich seit langer Zeit feindlich gegenüber. Ein offener Krieg war jedoch nie ausgebrochen. Stattdessen wurden Dörfer entlang der Grenzgebiete geplündert, Provokationen ausgesprochen und Kriegsandrohungen ausgesprochen, in der Hoffnung, die jeweils andere Seite zum ersten Angriff zu verleiten. Doch dieser fragile Frieden zerbrach in einer einzigen Vollmondnacht.
      Das Königreich Caladia führte einen gezielten Angriff auf das Schloss von Prusia durch. Es war eine kalte, dunkle Nacht, und die Stille, die über dem Land lag, machte das Geschehen nur umso unheilvoller. Der Überfall war geheim geplant und präzise ausgeführt. Die Wachen wurden lautlos ausgeschaltet, das Schloss wurde infiltriert, und selbst die Bediensteten wurden nicht verschont. Das Königspaar wurde gefangen genommen, doch in letzter Minute gelang es, die Prinzessin zu verstecken.
      Es war offensichtlich, dass die königliche Familie ausgelöscht werden sollte. Die junge Frau – X – wusste, dass sie ihre Eltern nicht retten konnte. In ihrer Verzweiflung und unter dem Druck, schnell zu handeln, fasste sie einen kühnen Entschluss. Sie tauschte ihre Kleidung mit der eines gefallenen Ritters, schnitt sich das Haar ab und hoffte, auf diese Weise unbemerkt entkommen zu können.
      Doch ihre Flucht scheiterte. Sie wurde entdeckt, ebenso wie die übrigen Ritter. Ihnen allen wurde eine Entscheidung aufgezwungen: sterben oder Caladia ihre Treue schwören.
      X entschied sich zu überleben. Sie gab sich zunächst als Ritter, später als Knappe aus, um ihre mangelnde Erfahrung zu erklären, und schloss sich widerwillig der Gruppe an, die nach Caladia zurückkehrte. Dort begann sie unter Zwang eine Ausbildung, während sie gleichzeitig alles daransetzte, ihre wahre Identität zu verbergen. Besonders vor Prinz Y, dem Anführer des Angriffs und dem Mann, der das Blutbad im Schloss von Prusia befehligt hatte.
      Zu ihrem Glück schien Z, ein anderer Ritter, sie zu mögen. Er unterstützte sie, stand ihr zur Seite und bot Schutz, ohne zu ahnen, wer sie wirklich war.
      Doch wie lange kann X diese Lüge aufrechterhalten? Was wird geschehen, wenn Prinz Y die Wahrheit erfährt? Und was wird X tun, wenn sie eines Tages nach Prusia zurückkehrt?



      the world

      Die Königreiche befinden sich auf einen kleinen Kontinent, welches an einem anderen - größeren - ansiedelt. Es gab wenige Ereignisse, an denen die weit entfernte Länder des anliegenden Kontinentes die Königreiche besucht haben. Da momentan unruhige Zeiten anstehen, steht die Erkundung fremder Länder nicht auf der Liste, zumindestens nicht momentan. Seit der Gründung der Königreiche war bisher noch kein Krieg fremder Länder übergeschwappt, wobei in Geschichtsbüchern aufgezeichnet wurde, dass man versucht hatte diese einzunehmen. Solche Versuche wurde durch Zusammenhalt der Königreiche verhindert. Zwar leben die Königreiche relativ friedlich miteinander, jedoch ist nicht zu leugnen, dass einige Figuren sich wünschen Königreiche miteinander zu vereinen.


      Prusia
      Prusia ist ein reiches, im südlichen Teil, Königreich, oder eher gesagt war es Mal. Nachdem das Königreich nun von Caladia eingenommen wurde, kann niemand so recht die Zukunft des Königreiches bestimmen. Prusia hat für sich seine eigene Armee, doch lag der Fokus der Königreiches auf Wirtschaft und Kultur. Es ist nicht auszuschließen, dass unter den einigen Adelsfamilien hab- und geldgierig waren, doch die Königsfamilie hatte einen zufriedenstellenden Arbeit geleistet, diese im Schach zu halten. Auch hier existieren handvolle Slums, deren Anzahl durch Programmen reduziert werden konnte. Prusia hat einige große beeindruckende Städte, deren Entwicklung unter genauer Aufsicht stattgefunden hat. Zahlreiche schöne Gebäude, an denen Künstler ihren Einfluss ausüben dürften, und Kultur Spots. Auch sind die prachtvollen Gärten für Paare dort sehr beliebt.

      Caladia
      Ein Königreich, bekannt für seine Ritter, Schmiedekunst. Seit Generationen bereits wirkt es wie ein Reich mit unbrechbaren Zusammenhalt sowie einem hohen Wert für Ehre und Loyalität. Doch ist dies lediglich ein gut gehüteter Schein. Abseits der Augen des gewöhnlichen Volkes herrschen Intrigen. Die Adelshäuser gieren nach Macht und würde ein Zeichen von Schwäche niemals ungenutzt lassen. Selbst das Königshaus Ashwill ist davor nicht sicher. Der einzige Grund, warum es niemand wagte den Versuch eines Umsturzes in die Tat umzusetzen, war der Umstand ,dass es einen König oder eine Königin an der Macht gab, welche ein Symbol für Stärke waren. Doch selbst dadurch war der Frieden innerhalb des Reiches stets brüchig. Seit dem Tod des letzten Königs Percival Ashwill scheinen die anderen Adelsfamilien aufmerksamer denn je. Aufgrund des weniger fruchtbaren Bodens wird mehr auf Viehzucht und Fischfang gesetzt, um Nahrung zu beschaffen. Obst und Gemüse haben einen höheren Preis als in anderen Reichen. Neben Theatergruppen, welche durch das Land reisen und Stücke aufführen, besteht die Kultur hauptsächlich aus Barden und regelmäßigen Turnieren. Ein einzelnes großes Turnier, das sogenannte Sagris, findet einmal jährlich statt. Dem Sieger winkt neben Gold auch Ruhm und Ehre.

      Verus
      Man kann Verus nicht wirklich als ein reiches Königreich bezeichnen, ebenso besitzt es keine große Armee, doch ihre Innovationen sind das, was ihnen Respekt einholt. Auch sind sie für ihre zahlreiche Ressourcen bekannt, Fischfang und importierte Güter über Seen und Ozean. Auch wenn das Königreich sich am Ozean befindet und östlich sich ein kleines Meer befindet, ist die Region im Norden doch relativ trocken. Dort leben eher die Nomaden, die umherziehen und nur kleine Dörfer errichten. Dieses Königreich befindet westlich im Kontinent. Zwischen Verus und dem nördlichen Teil des Kontinents erstreckt sich ein Meer, welches teilweise bis in Prusia reicht.

      nördlicher Teil
      Der Norden, ein weit reichendes Gebiet, welches von großläufigen Ebenen, Wäldern und einem Gebirge durchzogen ist. Auf den Ebenen leben vereinzelt Nomadenstämme. Kleine Gruppen, welche selten über 20 Menschen groß sind. Sie ernähren sich vorzugsweise durch Jagd, doch gibt es immer mal wieder mutigere Gruppen, welche Dörfer oder Karawanen überfallen, womit sie dann schnell ein Ärgernis für andere Reiche darstellen können. Die Nomadenstämme leben unabhängig voneinander, was einen Glücksfall darstellt in Anbetracht der großen Anzahl, welche vermutet wird. Das Gebirge selbst wird auch gemeinhin als Schlund bezeichnet. Es gilt als unpassierbar, jedenfalls gab es niemanden, der es je passiert hätte und zurückgekehrt war, um davon zu berichten. Doch was war mit den Wäldern. Grüne Wälder, eine Vielzahl an Tieren und doch zum größten Teil unberührt. Die Nomaden wissen es besser als dich zu tief hinein zu wagen. Wilde Bären und Panther waren zu gefährlich für die meisten. Selbst die erfahrenen Krieger der Nomaden meiden sie. Zu unberechenbar, als das es wert wäre, ein solches Risiko einzugehen. Und doch gibt es Gerüchte das es Menschen geben soll, welche das Innere dieser Wälder ihr Heim nennen soll. Solche welche in einer symbiotischen Beziehung mit dem Wald und ihren Bewohnern leben.






      A l u s i a


      THE BEGINNING

      In der klaren, fast wolkenlosen Nacht, wenn das Königreich Caladia von einem unendlichen Meer aus funkelnden Sternen überflutet wurde, entfaltete sich eine scheinbar endlose Ruhe über das Land. Die Stille schien den Frieden selbst zu umarmen, und die Stadt, die sich unter dem funkelnden Firmament ausbreitete, schlief ruhig, als wäre sie von den Himmelslichtern selbst in einen sorglosen Traum versetzt worden. Der Mond selbst prägte das Abendgemälde in seiner eigener Ruh, schenkte noch den letzten vorbeihuschenden Gestalten in den schmalen Straßen sein Licht. Doch so sehr auch auch das Bild von oben seine Ruhe ausstrahlte und die rege Geschehnisse am Tag nun längst ihr Ende gefunden hat, gab es doch die eine oder andere wilde Kleintiere, die in den Ecken ihr Futter zu finden versuchten.
      Doch abseits des städtischen Ruhmes, im Schatten des mächtigen Schlosses, schlich sich eine finstere Bedrohung heran. Schwarze Silhouetten von Männern, geschmeidig wie Schatten, bewegten sich geräuschlos durch die Dunkelheit. Ihr Ziel blieb in den undurchdringlichen Schatten verborgen, während sie sich lautlos den Patrouillen rund um das Schloss näherten, ihre dunklen Absichten geschickt tarnend.
      Im Inneren des prächtigen Schlosses, wo die junge Prinzessin in ihren Gemächern träumte, unwissend über die drohende Gefahr, die sich im Schleier der Nacht näherte, tanzte das Mondlicht auf den goldenen Vorhängen. Ihr langes, blondes Haar erstreckte sich wie ein goldener Wasserfall über das Kissen, während die schützenden Mauern des Gemachs jegliche Ahnung von Bedrohung abzuwehren schienen. Die Stille im königlichen Schloss verriet nichts von der heimlichen Invasion, die draußen im Dunkel abspielte, und die Prinzessin schlummerte weiterhin in seliger Unwissenheit. Doch nicht nur die junge Prinzessin wanderte im Reich der Träume, sondern auch die restlichen Menschen, die im Schloss ihr Zuhaus gefunden haben. Sei es das königliche Paar selbst, oder die Bediensteten, die es zu ihrer Aufgabe gemacht haben der Königsfamilie zu dienen und beizustehen. Denn auch wenn sie in der Hierarchie eine untere Schicht angehörten, mussten auch sie ihre Ruhe finden, um im Morgenaufbruch ihre Arbeit nachgehen zu können.
      So gab es wahrlich niemanden, der sich der Gefahr bewusst war, die in den unmittelbaren Schatten der Mauer oder eingepflanzten Bäumen lauerte. Nur die ahnungslosen Wächter, die bald ihr eigenes Ende erleben werden.
      Hierbei geht es nicht um die Wächter, sondern um die Prinzessin selbst, die bis zum jetzigen Zeitpunkt ein unbeschwertes Leben geführt hat und kein Tag einer harten Arbeit ausgesetzt wurde. Ihr wurde vieles von den Lippen abgelesen und unverzüglich in die Tat umgesetzt, dennoch war Alusia nicht arrogant genug gewesen - Dank der Erziehung ihrer Mutter, um sich selbst in der Unbeschwertheit zu verlieren. Sie kannte ihre eigene Rolle und Pflichten, die sie aufzuführen hatte, ob es ihr dann nun gefiel oder nicht. Mit den heutigen Ereignissen würde sie jedoch nie rechnen, denn nie in ihr Leben hätte sie sich vorstellen können, dass solch eine Entwicklung stattfinden könnte.
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    • W i l l i a m

      Die Nacht selbst in all ihrer Stille, schien der reine Kontrast zu dem Sturm zu sein, welcher sich in Kürze innerhalb der Palastmauern losgehen sollte. Kühle und reine Luft sog sich in die Atemwege des Prinzen, während er diese letzten Momente der Ruhe genoss und die Sterne betrachtete. Es war schon beinahe zu leicht gewesen. Niemand vermutete bei einer Gruppe von Männern in Lederrüstungen, dass es sich dabei um einen Prinz und Ritter handelte. Vielmehr erweckte es den Anschein einer Gruppe Söldner, welche auf der Durchreise waren. Auf der Suche nach dem nächsten Auftrag. Eine kleine Herberge ergab sich als ideal für das Warten auf den Einbruch der Dunkelheit. Mit ruhigen Schritten betrat William das Haus und trat vor seine Männer. “Es herrscht nahezu gänzlich Stille. Alfred und Henry ihr kümmert euch um die Wachen auf den Mauern und stellt sicher, dass das Tor offen steht, sobald wir den Rückzug antreten. Der Rest geht mit mir ins Schloss. Schaltet jegliche Wachen aus und auch Bedienstete wenn nötig. Ich will kein Horn erschallen hören. Arion, du kümmerst dich um die Prinzessin. Cedric, du begleitest mich. Wir werden den König und seine Gemahlin übernehmen. Bringt alle Ritter in den großen Saal, sobald sie entwaffnet sind. Und noch eins. Ich erwarte, dass sich der Vorfall vom letzten Mal nicht wiederholt. Ich will keine Opfer unter dem Volk.” sprach er in seinem bereits zur Gewohnheit gewordenen autoritären Tonfall. Einer der Ritter grinst und erwiderte “Aber Mylord, sie dienen dem Feind. Das eine oder andere Opfer darunter ist kein Verlust.” Da waren sie die zu vertrauten Worte des Widerstandes. Der harte Blick Williams traf auf den Mann, welcher soeben gesprochen hatte. “Kein Verlust ist das so? Warum denkst du, dienen die Leute aus dem Volk ihrem König. Würden sie für ihn sterben oder kämpfen? Nein. Das einfache Volk will vor allem in Frieden leben. Sie kümmern sich nicht darum wer auf dem Thron sitzt, solange sie ihr Leben wie gewohnt fortsetzen können. Jeder von ihnen ist keiner meiner oder eurer Feinde und solange sie euch nicht angreifen, verbiete ich jegliche feindliche Handlung verstanden?” noch während die Worte aus dem Mund des Prinzen kamen, wurde seine Stimme zunehmend härter. Es folgte ein Nicken als Geste, als Zeichen, dass die Order klar waren. Wenn es um Befehle wie solche ging, gab es keinen Spielraum. Sie waren klar und als solchen galt es, diese strikt einzuhalten.

      Die Mission hatte begonnen. Praktisch lautlos bewegten sich die Männer. Wie Angewiesen wendeten sich zwei der Ritter den Mauern zu. Wenn alles nach Plan verlaufen sollte, schien der Erfolg garantiert. Die Brücke zum Schloss war geradezu dürftig bewacht. Eine einzelne Wache patrouillierte. Schnellen Schrittes näherte sich der Prinz von hinten und mit einem gezielten Schnitt sank die Wache zu Boden, während die letzten Funken des Lebens aus ihm entwischen. Mit einem Handzeichen bedeutete er daraufhin einem seiner Männer die Leiche in die Büche zu schaffen. Es war noch zu früh, als dass sie entdeckt werden durften. Nach dem Durchschreiten des Schlosstors wurde ein Ritter dort positioniert, um Flüchtige abfangen zu können. Der unheilvolle Sturm hatte begonnen. Der Trupp teilte sich auf. Ein jeder seinen Anweisungen folgend. Während William sich in Begleitung von Cedric auf zum östlichen Turm machte, schritt unterdessen Arion zum Westlichen. Wachen und Bedienstete die zu deren eigenen Unglück den Weg mit einem der Untergeben des Prinzen machten, fanden zumeist ihr Ende bevor sie überhaupt im Begriff waren zu verstehen was geschah.
      Love is something entirely without any logic but an important part of human nature. The wish that the one you care for is happy. Something someone willingly take sacrifices for to ensure it even if it results in their own pain.
    • Über was träumte sie? Von Reichtum oder dem berühmten Rosengarten, den ihr Vater für sie angelegt hatte, da Rosen ihre Lieblingsblumen waren und er ihr damit zu ihrem letzten Geburtstag eine Freude bereiten wollte? Oder träumte sie von den vielen Tänzen, die sie auf verschiedenen Festlichkeiten getanzt hatte? Als eine der höchsten Positionen im Königreich war es ihr nicht erlaubt, mit jedermann zu tanzen, und die Adeligen, die entweder erst kürzlich ihren Titel erlangt hatten oder zu niedrigem Rang gehörten, trauten sich nicht, sie anzusprechen, es sei denn, es handelte sich um ernste Angelegenheiten. Doch welchen Einfluss hatte die liebliche Prinzessin in der politischen Welt? Auch wenn sie sich in ihrer Freizeit bemühte, sich in dem Thema zu vertiefen, war es nicht unüblich, dass das männliche Geschlecht nicht viel vom weiblichen Einfluss hielt. Bisher hatte es Alusia nicht sonderlich gestört, doch dies könnte sich ändern, sobald ihre Heirat angesprochen wird.

      Doch ob sie nun von dem einen oder anderen geträumt hatte, spielte keine besondere Rolle. Etwas, das sie noch nicht identifizieren konnte, riss sie aus dem Schlaf. Unausgeschlafen und mit schweren Knochen spürte sie nun endlich das unsanfte Rütteln an ihrer Schulter. Es dauerte einen Moment, bis auch eine Stimme durchdrang und sie schließlich ihre Augen öffnete. Anstelle eines sanften Lichtstrahls, der ab und an durch den kleinen Spalt zwischen den Vorhängen ins Zimmer schlüpfte, begrüßte sie die Dunkelheit. Mit einem Blick zur Seite erkannte sie ihre treue Bedienstete, Sophia, die sie panisch und aufgeregt ansah und sie eiligst darum bat, aufzustehen.
      "Sophia, du musst einen sehr guten Grund haben, mich derart aus dem Schla-." Alusia bekam nicht die Möglichkeit, ihren Satz zu Ende zu sprechen, denn nun hörte sie auch das Rufen und Schreien auf der anderen Seite ihres Zimmers. Der Schlaf, der noch vor kurzem tief in ihren Knochen gesessen hatte, war augenblicklich verschwunden, und in voller Alarmbereitschaft setzte sie sich kerzengerade hin. Sie wusste nicht, was geschehen war und was dieses Chaos herbeigeführt hatte, doch nach dem Gesichtsausdruck von Sophia zu urteilen, befanden sie sich in Gefahr. "Kurz und knapp", sprach sie mit einer harten Stimme, die man selten, fast gar nicht, zu hören bekam. Doch diese Situation erforderte einen kühlen Kopf, auch wenn Alusias Herz schmerzhaft in ihrem Brustkorb hämmerte. Ihre Finger zitterten leicht, was sie versuchte zu verbergen, und ihre Gedanken rasten in ihrem Kopf herum, ganz anders als wenn man einen kühlen Kopf bewahren wollte.
      Mit wenigen Worten und zittriger Stimme gab Sophia ihr die Ereignisse wieder, die sie auf dem Weg hierher erlebt hatte. Leichen, Chaos, Schreie und das Läuten der Glocke, die mit jedem Schlag Alusias kaum merklich zusammenzucken ließ, während sie aus dem Bett stieg. Doch Alusia gewann eine grobe Idee. Sie wurden angegriffen, und ihre eigene Seite stand schlecht. Man hatte sie womöglich verraten. Es sei nur dank einer Bedienstete, die überraschenderweise aus ihrem Schlaf erwacht sei und die Leichen gefunden hat. "Vater und Mutter?" Sophia schüttelte ihren Kopf. Sie wisse nicht, wo sie sich befanden, und Alusia solle sich um ihre eigene Sicherheit sorgen. Alusia stimmte ihr mit schwerem Herzen zu. In all dem Chaos wusste sie nicht, wie sie ihre Eltern finden könnte und würde womöglich ihr Leben bei der Suche verlieren.
      Alusia wollte sich an Sophia wenden, um ihr weitere Fragen zu stellen, als ein lautes Knallen ertönte. Und ein weiteres. Man versuchte, in das Zimmer zu gelangen. Männerstimmen erhoben sich. Es mussten die Feinde sein. Alusias Augen hatten sich vor Angst geweitet und hektisch sah sie sich um. "Hier", befahl sie Sophia und zeigte auf den Schrank, in dem sich wenige Kleider befanden, die normalerweise in einem anderen Ankleidezimmer zu finden waren. Zusammen liefen sie dorthin, während sie hörten, wie die Tür mit der Zeit immer mehr nachgab. Alusia saß mittlerweile im Schrank und wartete darauf, dass Sophia sich zu ihr gesellte, doch diese schloss nur die Tür im letzten Moment und entfernte sich, ehe die Tür mit einem Schlag aufging. Vor Schreck und Angst zog Alusia scharf die Luft ein und hielt eine Hand vor ihren Mund, während sie durch einen Spalt einen Blick ins Zimmer erhaschen konnte. Hinter den beiden Männern, die in ihr Zimmer eingedrungen waren, erblickte Alusia rennende Gestalten, hörte, wie Schwerter aufeinanderprallten und Flammen aufloderten. Der Horror, der außerhalb ihres Zimmers sich entfaltete, spielte sich in Sekundenschnelle auch auf der anderen Seite der Schranktür ab. Tränen stiegen in ihre Augen, während sie mit all ihrer Macht versuchte, keinen Ton von sich zu geben. Sophias leere Augen starrten gen Decke.
      Während Alusias Blick auf Sophia gerichtet war, ihr Blick schien sich nicht von ihr lösen zu können, hörte sie mit an, wie man darüber sprach, dass man nach Alusia suchte, da man das Königspaar schon gefunden hatte. Auch erfuhr sie, was geplant war. Sie konnte jedoch die Gesichter der Männer nicht erkennen. Alusias Herz schien in jenem Moment stillstehen zu wollen. Was sollte sie tun? Ihre Eltern aufsuchen? Nein, sie würde geschnappt und getötet werden. Weglaufen? Doch wohin? In diesem Szenario würde sie zumindest ihr Leben noch behalten. Denk an das Volk, an das Königreich. Alusias wollte nicht auf die Worte hören, doch ihrem Vater zuliebe und weil sie tief im Inneren wusste, dass dies der einzige Weg war, hatte sie sich für einen Plan entschlossen.
      Ein Moment verstrich. Zwei Momente. Das Chaos war weitergezogen.
      So leise wie möglich öffnete sie die Schranktür einen Spalt, ehe sie diese vorsichtig öffnete, als die Prinzessin erkennen konnte, dass die Gefahr vorüber war. Sie musste von hier verschwinden und sobald sich die Situation gelegt hatte, würde sie einen neuen Plan erstellen. An erster Stelle musste sie ihr eigenes Leben retten. Vor Angst und Frust wischte sie die Tränen weg, die unaufhörlich aus ihren Augen flossen.
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    • W i l l i a m

      Es war bereits eine Weile her, dass William mitsamt seiner Schar an Rittern aufgebrochen war. Niemand hatte im Vorfeld Informationen darüber erhalten, was der wahre Grund dieser Unternehmung war. Nicht einmal die Königin selbst, hatte der Prinz mehr gesagt. Ein Ausritt, welcher mehrere Tage in Anspruch nahm, stellte keine Absonderlichkeit dar. Oft gab es ähnliche Unterfangen zu Dörfern innerhalb des Reiches oder entlang der Grenze zum Erhalt des Friedens und Schutz des Volkes. Als Schwert der Krone hatte der Mann das Vertrauen seiner Mutter und Befehlsgewalt über die Truppen. Schließlich hatte es niemals Anlass gegeben für Misstrauen, dass die Bestrebungen Williams dem Wohl des Königreiches dienten. Schließlich war es auch dieses Mal der Fall, doch hätten viele Leute nur auf kurze Sicht gedacht und es als ein zu großes Risiko gesehen. Doch auch diese würden den Wert der Unternehmung am Ende verstehen.

      Mit stetem und ruhigen Schritten nahm der Braunhaarige seinen Weg. Selbst die Art zu gehen war kalkuliert. Schnelles Gehen hätte ihn vorangebracht, doch hätte dies ebenso Lärm erzeugt. Zwar scheute er keine Konfrontation, doch wäre es töricht gewesen, es darauf ankommen zu lassen. Seine Ritter waren sehr gut ausgebildet und ein jeder von ihnen erfahren, ebenso wie WIlliam selbst. Doch selbst der beste Krieger wäre im Angesicht einer erdrückenden Übermacht höchstwahrscheinlich dem Untergang geweiht, so wahr es die Götter nicht anders entschieden. Eine Aussage welche ein Priester wohl getroffen hätte. Caladia selbst war ein Reich, welches einer Religion folgte, in der mehrere Götter verehrt wurden. Der Prinz selbst teilte den Glauben, doch nicht den, dass Götter allmächtig seien. Vielmehr war es seine Überzeugung, dass sie die Gläubigen führten und unterstützten. Nicht aber mehr als dies. Es erschallen Geräusche von Kämpfen. Zumeist nur für wenige Augenblicke und dann war es soweit, dass auch sein Weg den zweier Wachen kreuzte. Keine Zeit für lange Überlegungen. Die Verwirrung des Feindes nützte, um mit nur wenigen Strichen mit der Klinge siegreich zu sein. Bedauerlicherweise war einer der feindlichen Ritter gefallen. Der zweite wurde entwaffnet. “Cedric bring ihn in den großen Saal. Roland soll ihn und die anderen bewachen. Sollte jedoch einer Widerstand leisten, so soll er handeln. Suche danach nach weiteren Rittern.” wies William an. Cedric selbst nickte und erwiderte “Sehr wohl Mylord.” Alleine wurde der Weg fortgesetzt mit dem Schwert fest im Griff. Ein paar Bedienstete kreuzten den Weg. Für Gnade aber war nicht der rechte Ort oder Zeit. Daher fanden diese ein schnelles Ende. Um aber das Leid der Unglücklichen nicht unnötigerweise zu verlängern, bereitete der Mann ihnen einen schnellen Tod.



      A r i o n

      Als Ritter galt es, den Befehlen seines Prinzen zu folgen. Sein Auftrag lautete, die Prinzessin zu finden. So schritt Arion selbst zügig und doch leise durch die Gänge. Wie es zu erwarten war, gab es auch hier Ritter, jedoch waren diese keine Gegner. Zeit um diese in den großen Saal zu führen, gab es nicht und so streckte der Ritter die Feinde nieder, solange kein Verbündeter in der Nähe war, um diesen hinunterzubringen. Die Prinzessin hatte Priorität, dessen war er sich bewusst und Verzögerungen waren nicht tolerierbar. Gemeinsam mit einem anderen Ritter Caladias fanden sie eine große Tür. Es war zu vermuten, dass hinter dieser das Gemach der Prinzessin liegen würde. Es brauchte ein paar Versuche bis es schließlich gelang die Tür aufzubrechen. Im Raum selbst war eine Bedienstete, welche sein Kamerad erschlug. Unterdessen erschlug Arion zwei Wachen, welche wahrscheinlich versuchten, die Prinzessin zu beschützen. Die beiden lieferten einen besseren Kampf als jene zuvor. Ein Blick auf das Bett verriet, dass die Prinzessin nicht mehr im Zimmer war. Frustriert seufzend setzten die beiden Ritter ihre Suche fort und verließen das Gemach.




      W i l l i a m

      Nach einigen Aufeinandertreffen mit Bediensteten und Wachen war schließlich die Spitze des Turmes erreicht. Eine große verzierte Doppeltür als letztes Hindernis zwischen dem Königspaar und dem Prinzen. Der Regenten hatte wohl keinen Angriff erwartet, denn es war nicht verschlossen. William öffnete die Tür und trat ein. Es war ein sonderbares, fast schon groteskes Bild zweier schlafender Menschen inmitten eines Schlosses, in dem bereits zahllose Menschen in den letzten Minuten getötet worden waren. Es wäre ein Leichtes, den schlafenden Monarchen zu erstechen, ebenso wie seine Gemahlin. Doch widersprach es der Moral des Braunhaarigen, dies in die Tat umzusetzen. So entschied er, mit der flachen Seite seiner Klinge auf den Arm des Mannes zu hauen. Nur fest genug, um ihn zu wecken. “Wer wagt es …” erklang die Stimme des Königs, welche jedoch rasch verstummte, als er die Klinge sah, welche in das eindringende Mondlicht getaucht war. Der Prinz schritt in das Mondlicht und sagte “Wer es wagt? William Ashwill der Prinz von Caladia. Euch muss doch bewusst gewesen sein, dass der Frieden auf Dauer nicht anhalten konnte. Es gab Drohung beider Seiten, Plünderungen und kleinere Konflikte an den Grenzen. Es war also lediglich eine Frage der Zeit bis eine Seite den wahren ersten Schlag ausführen würde.” Der ältere Mann stand auf und bedeutete seiner Frau, die erwachte, ruhig zu bleiben. Jedoch war sein Gesicht selbst von Verwirrung geprägt und er sprach “Wenn es ein Angriff ist um mein Haus zu stürzen, warum hast du mich nicht erschlagen während ich schlief? Stattdessen wecktest du mich.” Der Braunhaarige wandte sich um und sah den Herrscher direkt an. “Weil es gegen meine Moral verstößt, jemanden im Schlaf zu meucheln. Ich gebe euch eine Wahl. Ergebt euch und werdet mein Gefangener, so verschone ich euer Leben oder erhebt euer Schwert und kämpft in einem Duell auf Leben und Tod.” gab der junge Mann die Worte von sich. Sie klangen nicht feindselig, sondern klar und kalt, aber auch aufrichtig. Der König nahm sich Zeit und dachte nach. Es konnte nur gemutmaßt werden, was in seinem Kopf vor sich ging. Er warf einen Blick zu seiner Gemahlin und warf ihr ein letztes Lächeln zu, das von seiner Liebe zu ihr erfüllt war. Dann schritt der Regent zu einer Kommode, auf der sich das Schwert des Königs befand und zog es. Trotz der Gefahr schien es keine Angst zu sein, welche den Mann erfüllte. Das Aufeinanderprallen der Klingen begann. Ein Klirren von Stahl erfüllte das Gemach des Königs. Zunächst wirkte es gemäßigt. Keine zu schnellen Hiebe. Das Aufeinandertreffen zweier Krieger, welche versuchten, ihr gegenüber einzuschätzen. Es war der König, welcher dann das Tempo erhöhte und mit mächtigen Hieben zur Offensive überging. Doch sollte dieses Handeln sein Untergang sein. Es war merklich, dass der Prinz durch seine Jugend kraftvoller und schneller war. So gelang es, die Hiebe des Älteren zu parieren und einige Treffer zu landen. Zu Ende hin brach William die Deckung des Königs und seine Klinge durchbohrte die Brust seines Kontrahenten. Der Herrscher ging leblos zu Boden. Für die Königin selbst war es ein herzzerbrechender Anblick und mit diesem die Erkenntnis, dass nun auch ihr eigenes Ende nahen würde. Die Frau rannte zum Leichnam ihres Mannes. In Tränen ausgebrochen kniete sie. Der Prinz beschloss, ihr ein paar Momente der Trauer zu gewähren. Es war ein Opfer gewesen, welches hätte vermieden werden können. Dennoch verstand der junge Mann. weshalb der König diesen Weg gewählt hatte. “Lady bitte ergebt euch. Ich möchte euch nicht erschlagen, doch ich werde es tun, wenn ich es muss.” sagte William. Die Königin sah zu ihm und erwiderte “Nein nehmt mein Leben. Ich gehöre an die Seite meines Gemahls. Doch flehe ich euch eine Bitte anzuhören.” Der Braunhaarige nickte und die Frau fuhr fort “Ich bitte euch das Leben meiner Tochter zu verschonen. Es ist mein Wunsch als Mutter, dass mein Kind leben kann. Nicht mehr nur gewährt ihr, weiterzuleben. In meinem Nachtschrank befindet sich ein Amulett, welches das königliche Siegel trägt. Nehmt es als Beweis eures Triumphes. Nur ich bitte euch verschont Alusia.” Auch wenn es nicht äußerlich so schien traf das Flehen einer Mutter um das Leben ihres Kindes bat den Prinzen ins Herz. William ging auf ein Knie, um auf der Höhe der Königin zu sein. “Sollte eure Tochter noch leben, dann werde ich sie verschonen. Ich werde sie zwar als Gefangene nehmen, jedoch dafür sorgen, dass sie gut behandelt wird und ihr Gastfreundschaft in meinem Hause gewähren. Ihr habt mein Wort darauf.” sagte er und mit dem Nicken der Königin erstach der Mann sie. An der Seite ihres Gemahl tat sie ihre letzten Atemzüge, jedoch schien beinahe der Anflug eines Lächelns auf ihrem Gesicht. Ein Zeichen der Erleichterung, dass Hoffnung für das Überleben ihrer Tochter bestand. In dem Nachtschrank befand sich das Amulett, welches die Regentin genannt hatte. William nahm es an sich und verlies das Gemach des Königspaars.
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    • Alusia hatte keinen Plan. Nur Instinkt, und der Instinkt schrie nach Flucht. So war sie aus ihrem Zimmer gestürmt und hatte sich ein weiteres aufgesucht.
      Sie presste den Rücken gegen die Tür, während sie hastig Luft holte. Das Pochen ihres eigenen Herzschlags übertönte für einen Moment jeden Lärm außerhalb des Raumes. Erst als ihre Augen sich an das schummrige Licht gewöhnten, bemerkte sie den süßlichen, metallischen Geruch. Sie sah hin. Und erstarrte.
      Ein Ritter von Prusia lag reglos am Boden. Einer, den sie kannte. Einer, der ihr noch vor wenigen Stunden im Flur einen guten Abend gewünscht hatte. Sein Brustpanzer war eingedrückt, der Blick leer. Für einen winzigen Atemzug stand Alusia völlig still, als würde ihr Geist die Szene verweigern.
      Dann bewegte sie sich.
      Zitternd kniete sie neben ihm. Ihre Finger streiften die kalte Metallplatte seiner Rüstung. Sie wollte ihm die Augen schließen, ein letztes Zeichen von Respekt, doch der Gedanke wurde von einem anderen überrollt. Ein Gedanke, der so plötzlich in ihr aufflackerte, dass sie selbst davor zurückschreckte. Sie hob den Kopf und blickte zur Tür. Nichts. Kein Schatten. Kein Geräusch. Dann sah sie wieder den Ritter an. Die Idee formte sich. Unausgesprochen, aber klar.
      Ihre Hände gehorchten schneller als ihr Verstand. Sie griff nach den Schnallen der Rüstung, öffnete sie mit fahrigen Fingern und begann, sich umzuziehen. Die Kleidung war schwerer, als sie erwartet hatte. Zu groß, zu weit, doch sie zog die Ledergurte enger, so gut sie konnte. Ihr Atem zitterte bei jedem Schritt, aber sie ließ sich nicht aufhalten. Sie erreichte nach ihrem Unterkleid, riss ein breites Stück Stoff ab und band es fest um ihre Brust. Ein kurzer, schmerzhafter Druck, dann eine flachere Silhouette. Es war nicht perfekt, aber es war besser als nichts. Und zum ersten Mal in ihrem Leben dankte sie ihrer kleinen Oberweite, welches sonst man im Adelskreis als makel ansehen konnte.
      Als sie sich im Spiegel betrachtete, blieb sie kurz stehen. Ihr Gesicht war noch unverkennbar das einer jungen Frau. Zu weich, zu fein, zu vertraut. Doch dafür gab es eine Lösung. Sie zog die Schublade der kleinen Kommode auf und fand die Schere. Ihre Hände waren kalt, doch sie schnitten entschlossen. Goldene Strähnen fielen lautlos zu Boden, jede einzelne ein Stück ihres alten Lebens. Bis ihre Haare knapp über den Schultern endeten, scharf, unordentlich, hastig.
      Sie sah nicht mehr aus wie die Prinzessin von Prusia. Nicht ganz. Aber auch nicht mehr wie ein Mädchen, das man sofort erkennen würde.
      Ihr Hals wurde eng, als wollte er weinen, doch dafür war keine Zeit. Keine Träne durfte jetzt fallen. Sie öffnete das Fenster und schwang sich hinaus. Der Nächtliche Wind peitschte ihr ins Gesicht, die Kälte ließ ihre Finger steif werden, doch sie hielt sich am Vorsprung fest und kletterte hinab. Schritt für Schritt. Ohne ein Geräusch. Ihr einziger Gedanke war Flucht.
      Der Hof lag fast leer. Sie schlich an einer Mauer entlang, geduckt, wachsam, jeder Schatten eine mögliche Gefahr. Der Ausgang war nur noch wenige Meter entfernt. Freiheit, so nah, dass ihr Brustkorb schmerzte.
      Doch dann hörte sie Schritte.
      Eine Stimme.
      Einen Befehl.
      Sie fuhr herum und erstarrte. Vor ihr stand ein Ritter aus Caladia, das Schwert auf sie gerichtet. Sein Blick war scharf und misstrauisch. Der Stahl leuchtete im Mondlicht. Alusia hob sofort die Hände, die Handflächen dem Mann entgegen. Sie zwang sich, ruhig zu atmen, obwohl ihr Herz raste. Das Metall ihrer geliehenen Rüstung fühlte sich plötzlich kalt und fremd an.
      Er musterte sie. Sein Blick blieb an ihrer fehlenden Waffe hängen. Vielleicht war das ihr einziger Vorteil. Er wies mit dem Schwert auf den Weg hinter sich. Er verlangte, dass sie ihm folgte.
      Alusia wusste, sie hatte keine Wahl. Der wichtigste Gedanke, der ihr blieb, war zu überleben. Nur das. Nur jetzt.
      Also setzte sie einen Fuß vor den anderen. Berufte sich auf jeden Funken ihres Verstandes, jedes bisschen Selbstbeherrschung, das sie besaß. Und hoffte, dass ihre Lüge sie weit genug tragen würde. So schritt sie vor sich hin, bis sie an einem Saal ankam. Sie war nicht die einzige, die gefangen genommen wurde. Jeder schien seinen Kopf gesenkt zu habe, vor Wut oder vor Angst, das konnte Alusia nicht erkennen. Doch eines stand fest: sie waren auf sich allein gstellt. Man hatte das Schloss eingenommen, ohne Sicht auf Hoffnung. Alusia hoffte sich inständig, dass keiner der Ritter sie sofort erkannte und ihre Tarnung, wenn sie das so nennen konnte, aufflog. Sie musste überleben. Nicht nur für sich selbst, doch auch für die Menschen ihres Königreiches. "Setzen", befahl man ihr scharf und stie sie nach vorne. Ungeschickt stolperte sie über ihre eigene Füße und fiel auf ihre Knie. Ein stechender Schmerz durchfuhr sie, doch sie biss sich die Zähne zusammen. Sie war nicht an Stürze gewohnt, weswegen ihre Reaktion wohl anders ausfiel als ein Ritter. Sie senkte ihren Kopf und wartete mit angespannten Muskeln was al nächstes passieren wird. Zeitgleich versuchte sie einen Plan zu schmieden, wie sie am besten von hier verschwinden konnte.
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      ૮ ˶ᵔ ᵕ ᵔ˶ ა
    • Beim Verlassen der Gemächer des Königspaars hielt der Prinz inne. Er warf einen Blick zurück. Dort lagen die beiden Leichen und Worte seines Vaters kamen in Erinnerung. “Mein Sohn egal wie schwer ein Kampf gewesen sein mag, du darfst niemals deinen Feinden Respekt verweigern” Es war in der Vergangenheit eine Aussage gewesen, welche der Braunhaarige nicht verstanden hatte, doch seit er älter geworden war, hatte William es begriffen. Die Schritte führten ihn zurück in den Raum und er griff die prachtvolle Decke vom Bett. Mit dieser begann er, das Königspaar zu bedecken. Ein Zeichen, welches in der Religion Caladias dafür galt, dass die Seelen der Verstorbenen Frieden finden sollten. Er hegte keinen Groll, sondern stattdessen Respekt vor dem König. Als der Stoff nahezu beide verhüllt hatte, erregte ein Glänzen die Aufmerksamkeit des Prinzen. Die Königin trug ein edles filigranes Armband. Einige Momente hielt er inne und betrachtete das Schmuckstück. Dann aber öffnete der Mann das Armband und legte es behutsam in eine Tasche an seinem Gürtel. Leichenraub war etwas, das aus moralischer Sicht nicht tolerierbar war, doch in diesem Fall hatte es einen Grund. Es war nicht die Absicht, das Armband zu behalten sondern im Falle, dass die Prinzessin noch leben sollte, er ihr dieses als Andenken an ihre Mutter geben konnte. Ihm war der Schmerz bewusst, den der Verlust eines Elternteils bedeutete und so auch den Wert, welchen Erinnerungsstücke haben konnte. Schließlich nach Zurechtziehen, war nun das Königspaar bedeckt und William verlies das Gemach. Es war ruhiger im Schloss geworden, daher waren wohl auch die meisten seiner Schar fertig mit ihren Aufträgen.

      Der Rückweg zum großen Saal verblieb ereignislos, worum der Prinz nicht unglücklich war. Es war ohnehin bereits zu viel Blut vergossen worden. Nach dem Eintritt in den Saal überblickte der Mann die Situation. Schätzungsweise waren um die zwei Dutzend Ritter hergebracht worden. Sein Blick ging zu Arion. “Hast du sie gefunden?” fragte Will. Doch der Ritter schüttelte den Kopf. Frustriert seufzte er, doch war klar, dass Arion sein Möglichstes getan hatte. An drei seiner Männer gewandt sprach er “Durchsucht das Schloss noch einmal. Wenn ihr die Prinzessin findet, bringt sie zu mir. Ich will sie lebend.” Die Ritter gingen sofort ihrem Befehl nach. Es störte ihn, dass Unsicherheit herrschte, ob er sein Wort halten könnte. Doch für den Moment gab es anderes. was seiner Aufmerksamkeit bedurfte. Die Augen Williams wanderten über die gefangenen Ritter und er trat vor. “Ritter von Prusia. Ich sehe euch vor mir und es sind Wut, Angst und auch Verwirrung, die eure Gesichter erfüllen. Aufgrund unseres nächtlichen Angriffs ist es nur zu verständlich. Ich bin William Ashwill Prinz von Caladia. Sicher halten die meisten von euch innerlich noch an ihrem Treueeid fest.” sagte Willam und nahm das Amulett hervor ehe er fortfuhr “Euer König fiel im Duell gegen mich. Somit hat ein jeder von euch nun die Wahl. Schwört mir die Treue und ich lasse euch euer Leben im Dienste Caladias oder aber haltet an eurem Schwur fest, doch würde euch dies das Leben kosten. Entscheidet was für euch der richtige Weg ist, doch wisset, dass ich einen Schwur ernst nehme. Verrat würde euch einen hohen Preis zu stehen kommen.” Es brach eine Stille ein. Die Ritter brauchten Zeit. Erst nach ein paar Minuten erhob sich ein älterer Ritter, dessen Name dem Prinzen bekannt war. Sir Ivain de Courcy, ein Ritter der als einer der besten Kämpfers Prusias galt. Ivain sah die verkleidete Alusia, aber lies sich nichts anmerken, sodass sein Lächeln wie das eines Ritter wirkte welcher seinen Frieden gefunden hatte. Er sagte “Selbst mit dem Tod meines Königs bleibe ich meinem Eid gegenüber dem Königshaus Prusias treu. Ich bete für das Wohlergehen der Prinzessin und hoffe für ihr Überleben. Denn eben dies wäre auch der Wunsch ihrer Eltern gewesen. Ein Leben, in dem sie glücklich wird und sie in Sicherheit ist. Dennoch werde ich nicht das Knie vor euch beugen Junge. Ich halte an meinem Eid fest und bin bereit, dafür mein Leben zu geben.” Der Braunhaarige nickte auf diese Aussage. “Wohl denn ich respektiere eure Entscheidung und kann sie verstehen.” kam es von ihm und dann wandte er sich einem seiner Ritter zu. WIll sagte “Gebt ihm ein Schwert. Er hat einen Kampf verdient.” Die Anweisung schien gleichermaßen für Verwirrung in den eigenen Reihen als auch den Gefangenen zu sorgen. Der Ritter Prusias bekam eine Klinge und der Prinz zog seine eigene. Der Ältere zeigte sich erstaunlich schnell für sein Alter. Die Klingen prallten immer wieder aufeinander. Die klare Intension zu töten und doch gemischt mit Respekt. Durch eine Finte von Ivain gelang es diesem, den Prinzen am Arm zu treffen. Ein Schnitt der eine blutende Wunde zurückließ und dennoch zeigte kein Ritter Caladias Anstalten eingreifen zu wollen. Ein Duell wie dieses galt nicht gestört zu werden. Stahl klirrte und abermals setzte der Ritter zu einer Finte an, jedoch durchschaute Will es dieses Mal und traf das rechte Bein des Älteren. In seiner Glanzzeit wäre der Ritter Prusias vermutlich in der Lage gewesen zu gewinnen. Doch nun zeigten sich die Spuren des Alters. Der Prinz lies sich mit Absicht an der Schulter treffen, was eine Möglichkeit gab, den tödlichen Stoß zu landen. Keuschen, gemischt mit einem kehligen Lachen. “Es war mir eine Ehre die Klingen gekreuzt zu haben Junge.” sagte Ivain. Mit einem Lächeln erwiderte der Braunhaarige “So wie auch mir Sir Ivain.” Der Ältere sank auf die Knie und machte seine letzten Atemzüge, während sein Körper schließlich nachgab. Cedric kam zu seinem Herren und begann ein Tuch um den Arm des Prinzen zu binden, welches die Blutung stoppen sollte und ebenso kümmerte er sich um die Schulter. “Nun denn ihr habt noch 10 Minuten bis dahin soll sich ein jeder von euch entschieden haben.” sprach William in einem gebieterischen Tonfall.
      Love is something entirely without any logic but an important part of human nature. The wish that the one you care for is happy. Something someone willingly take sacrifices for to ensure it even if it results in their own pain.
    • Alusia blieb reglos an ihrem Platz. Jeder Muskel ihres Körpers war angespannt, als würde schon eine kleinste Bewegung sie verraten. Ihr Blick war auf den Boden gesenkt, doch sie nahm alles wahr. Die Stimmen, das Hallen der Schritte, das leise Klirren von Rüstungen. Sie wartete auf den Moment, in dem der Drahtzieher hinter diesem Angriff erscheinen würde. Der Mann, der all dies befohlen hatte. Dann öffnete sich die Tür. Eine Stimme fragte, ob sie gefunden worden sei.
      Alusias Herz zog sich zusammen. Sie wusste sofort, dass sie gemeint war. Unwillkürlich ballten sich ihre Hände zu Fäusten, die Fingernägel krallten sich in ihre Handinnenfläche. Sie senkte den Kopf noch ein Stück weiter, als könne sie sich auf diese Weise kleiner machen, unsichtbar werden. Auch wenn sie die Prinzessin lebend haben wollten, aus welchem Grund auch immer, erschien ihr dieser Gedanke alles andere als tröstlich. Sie wusste nicht, was man mit ihr tun würde. Ob man sie vor allen bloßstellen, benutzen oder am Ende doch hinrichten ließ. Dieses Risiko konnte sie nicht eingehen. Kurz darauf identifizierte sich die Stimme. Der Prinz von Caladia.
      Ihr Herz rutschte ihr sprichwörtlich in die Hose, die Luft entwich ihr schlagartig aus den Lungen. Alusia verstand wenig von Politik, doch selbst sie wusste, dass die beiden Königreiche einst in einem fragilen Frieden gelebt hatten. Dass dieser Mann einen solchen Angriff befohlen hatte, traf sie unvorbereitet und Wut flammte in ihr auf. Wut über den Hinterhalt, über die Ungerechtigkeit, über das sinnlose Blutvergießen. Doch all diese Gefühle verglühten in dem Moment, in dem sie seine Worte wirklich begriff. Ihr Vater war gefallen.
      Sie biss die Zähne fest zusammen, so sehr, dass ihr Kiefer schmerzte. Ihre Fingernägel bohrten sich in ihre Handinnenflächen. Sie spürte es kaum. Ein brennender Druck legte sich hinter ihre Augen und trotz all ihrer Anstrengung sammelten sich Tränen. Sie durften nicht fallen. Nicht hier. Nicht jetzt. Dieser Ort war ihrer Trauer nicht würdig. Als der Prinz das Amulett erwähnte, hob sie den Blick nicht. Sie konnte es nicht. Der Schmerz hörte dort nicht auf. Ein Ritter widersetzte sich ihm.
      Alusia wagte es weiterhin nicht aufzusehen, doch sie lauschte. Jedes Wort traf sie wie ein Stich. Ein glückliches und sicheres Leben. In ihrem Inneren schrie sie auf. Wie sollte das möglich sein, wenn man ihr alles genommen hatte. Ihr Land. Ihre Eltern. Ihre Zukunft. Wie sollte sie jemals glücklich werden nach diesem Verrat. Und was war mit ihren Bürgern. Mit den Menschen, für die sie eines Tages Verantwortung tragen sollte.
      Gedanken überschlugen sich in ihrem Kopf, während im Hintergrund Stahl auf Stahl traf. Das Klirren der Klingen schnitt durch ihre Gedanken. Sie biss sich auf die Unterlippe und zuckte zusammen, als sie hörte, wie ein Körper zu Boden fiel. Sir Ivain hatte verloren.
      Alusia schloss für einen Herzschlag die Augen. Den Namen dieses ehrenhaften Ritters brannte sie sich tief in ihr Herz. Sie würde ihn niemals vergessen.
      Dann wurde den Rittern Prusias die Wahl gelassen. Treue schwören oder sterben. Alusia rang mit sich selbst. War es nicht Verrat, sich zu beugen. Verrat an ihrem Vater. An ihrem Volk. An allem, wofür Prusia stand. Doch ebenso wusste sie, dass sie die Letzte war. Die letzte Überlebende des Königshauses. Wenn nicht sie, wer sollte ihr Land eines Tages zurückfordern? Wer sollte für ihre Bürger einstehen. Der Verrat durfte nicht das letzte Wort sein.
      Minuten verstrichen. Kein weiterer Ritter rührte sich. Sie alle kämpften ihren eigenen stillen Kampf. Alusia verstand sie. Die Zeit jedoch rann unerbittlich dahin. Als ihr Blick schließlich auf den gefallenen Ritter fiel, fasste sie einen Entschluss. Sie musste überleben.
      Langsam erhob sie sich. Als Erste. Sie spürte die Blicke auf sich, wie ein Gewicht auf ihren Schultern. Mit gesenktem Kopf trat sie einen Schritt vor. Ohne ein Wort schlug sie ihre rechte Faust gegen die linke Brust, während der andere Arm stramm im rechten Winkel hinter ihrem Rücken lag. Die Beine geschlossen, der Rücken gerade. Es war eine Haltung der Unterwerfung. Und zugleich ein stilles Versprechen. Sie würde Caladia ihre Treue schwören. Nicht aus Überzeugung. Sondern aus Notwendigkeit. Nur so lange, bis sie einen Weg gefunden hatte, ihr Land aus den verräterischen Händen zurückzuholen.
      Ihr Entschluss schien Wirkung zu zeigen. Einer nach dem anderen folgten die übrigen Ritter ihrem Beispiel. Ob aus denselben Gedanken heraus oder aus dem schlichten Wunsch zu überleben, spielte für Alusia keine Rolle. Sie verstand sie. Vollkommen. Am Ende stellte sich kein Soldat mehr gegen Caladia. Und auch wenn ihr Herz schwer war, empfand Alusia einen bitteren Hauch von Erleichterung. Sie wusste nicht, wie viele weitere Leichen sie hätte ertragen können.
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    • Es war bedauerlich, dass ein Mann wie Sir Ivain sein Leben ließ. Doch es hatte keine andere Möglichkeit gegeben. Gnade war ein Luxus, welcher nicht immer möglich war und ein Anführer musste gnädig sein können, aber ebenso dazu fähig sein, Entscheidungen zu treffen, zu welchen Andere nicht fähig waren. Zu erkennen, zu welcher Zeit es daran lag, den richtigen Weg zu gehen, blieb etwas, bei dem selbst die erfahrensten Männer scheitern konnten. In diesem Fall aber war es offensichtlich gewesen. Unter anderen Umständen hätten der Ritter und William sich vermutlich bei einem Krug Bier gut unterhalten können. Nun aber klebte das Blut des Mannes an seinen Händen. Ein Ritter der für die Einhaltung seiner Treue sein Leben bereitwillig ließ. Eine solche Handlung gab Ivain den Respekt des Prinzen und würde in seiner Erinnerung bleiben. So bedauerlich es war, so nützlich war es gleichsam. Der Ruf des Ritters war in Prusia nahezu allen bekannt. Wenn einer der besten Kämpfer des Reiches in einem Zweikampf unterlag, welche Hoffnung blieb anderen. Es bedurfte keiner guten Menschenkenntnis, um zu erkennen, dass die Moral der meisten Ritter nach dem Duell gebrochen war. Im Stillen war der Prinz dankbar, denn es verhinderte damit weiteres Blutvergießen.

      Cedric war geschickt, wenn es darum ging, Wunden zu versorgen. Die Blutung war gestillt. Bewegungen mit dem Arm waren ein wenig schmerzhaft. Die Ruhe kehrte ein. Was im Kopf der knienden und sitzenden Männern genau vor sich ging, ließ sich nur erahnen. Sicherlich rangen einige, doch selten war es nur das offensichtlichste. Die Vermutung lag nahe, dass einige von ihren Weib und Kinder daheim hatten. Ein Treueschwur hieße die Familie, eine Zeit zurückzulassen und doch sollte es keine Zweifel geben, dass ein Überleben gerade unter diesen Umständen die bessere Wahl war. Der Prinz bedeutete, einem seiner Ritter den Toten zu verdecken. Die Männer Caladias verstanden diese Geste und auch wenn manche nicht den gleichen Respekt vor Feinden oder auch der Religion hegen, so wussten sie, dass ein Widerspruch von ihrem Herren nicht geduldet wurde. Die Zeit verlief und es gab keine Rührung. Die Entscheidung eines jeden aber blieb unausweichlich. Es verblüffte den Braunhaarigen, dass es der kleinste und schmächtigste Ritter war, der sich zuerst erhob. Es folgte eine Geste, welche einerseits die Unterwerfung bekundete und gleichzeitig ein Schwur der Treue war. Es folgten weitere der Rittern, bis schließlich ein jeder von ihnen seinen Treueschwur leistete. Der Angriff auf das Schloss hatte somit sein Ende gefunden. “Ich nehme den Schwur eines jeden von euch an. Ebenso weiß ich, dass die meisten unter euch in mir noch einen Feind sehen. Ich kann es euch nicht verübeln. Da unser Angriff für jeden von euch ohne Vorwarnung kam. Ich verlange von euch nicht das ihr davon ablasst um eure gefallenen Kameraden, Landsmänner und Frauen zu trauern. Nein tut es. Es nicht zu tun wäre eine Beleidigung ihres Andenkens. Betrauert euren König und die Königin. Ich verlange nicht eure Hingabe oder Vertrauen, dies sind Dinge die es erst zu verdienen gilt. Doch was ich von euch verlange, ist es euch an euren Schwur zu halten und meinen Befehlen zu folgen. Ich werde nichts unehrenhaftes von euch verlangen. Darauf habt ihr mein Wort. Und nun nehmt euch noch ein paar Momente, um euch zu sammeln.” sprach der Mann und wandte sich dann in Richtung des Tors. Alfred und Henry waren zurückgekehrt. Er ging zu den beiden Männern. “Mylord wir haben euren Befehl ausgeführt. Es gab keine Vorkommnisse.” entgegnete Alfred. Will nickte und sagte “Sehr gut. Hat jemand die Stadt währenddessen verlassen?” Lediglich ein Kopfschütteln folgte als Antwort. Die Prinzessin konnte also nicht geflüchtet sein, doch war eine größere Suche nicht möglich. Ebenso wäre es töricht, die neuen Ritter unter seinem Kommando nach ihr suchen zu lassen. Es war zu wahrscheinlich, dass sie ihr auf der Flucht geholfen hätten, um sie zu schützen. Einige Minuten später kehrten auch die drei Ritter zurück. Ebenfalls erfolglos, als wäre die Frau selbst vom Erdboden verschluckt. Falls es versteckte Gänge oder Fluchtwege aus dem Schloss gab, wäre sie wohl schon weit außer Reichweite. Es frustrierte WIlliam. Sein Schwur wäre er nicht zu halten? Es half alles nichts und so wandte sich der Prinz seinen Männern zu und sagte “Auch wenn es einige von euch verwirren mag, so ist es nicht meine Absicht, das Schloss zu besetzen. Wir werden aufbrechen und nach Caladia zurückkehren. Ich bezweifle zwar, dass es notwendig sein wird, aber dennoch sollte euch bewusst sein, dass ich es nicht dulde, dass unter meinem Kommando einfache Bürger getötet werden, solange es sich vermeiden lässt. Wir brechen auf.” Langsam aber sicher begannen sich die Männer in Bewegung zu setzen. Dabei verteilten sich die Ritter, welche Mitglieder des Angriffstrupps gewesen waren, um die Neuen unter ihnen im Blick zu behalten.

      Die Nacht bestand nach wie vor und so schliefen die meisten Bürger noch. Diejenigen die wach waren, verblieben in ihren Häusern. Zunächst war es wichtig, etwas Abstand zur Stadt zu bekommen. Einige der Ritter holten die Lastpferde aus dem Stall der Herberge und der Truppe verließ die Mauern der Stadt. Erst nach zwei Stunden Fußmarsch am Rand eines Waldes bedeutete der Prinz anzuhalten. “Wir rasten hier. Baut die Zelte auf. Arion und Henry ihr übernehmt die erste Wache. Wechselt später mit Alfred und Cedric.” wies er an. Nachdem schließlich sein eigenes Zelt stand zog William sich zurück um über die vergangenen Stunden nachzudenken und etwas Ruhe zu finden.
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