Between Worlds - Vorstellung
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Tajema Sikulin
"Auf keinen Fall! Ich kann euch hier doch nicht einfach alleine zurücklassen, Meister."
"Du wirst keine andere Wahl haben, Tajema." Sie wusste, dass Kotar ein Seufzen unterdrückte. Sie kannte diesen Gesichtsausdruck nur zu gut. "Du weißt genauso gut wie ich, dass der Auftrag zu wichtig ist, um ihn länger aufzuschieben."
"Dann werde ich Euch einfach tragen, Meister", beharrte Tajema fest. eine Mischung aus Unsicherheit und Verzweiflung in der Stimme."Auf keinen Fall! Ich kann euch hier doch nicht einfach alleine zurücklassen, Meister."
"Du wirst keine andere Wahl haben, Tajema." Sie wusste, dass Kotar ein Seufzen unterdrückte. Sie kannte diesen Gesichtsausdruck nur zu gut. "Du weißt genauso gut wie ich, dass der Auftrag zu wichtig ist, um ihn länger aufzuschieben."
"Sei nicht albern, Mädchen!" Sie zuckte beim düsteren und lauten Ton des Älteren zusammen. Kotar wurde so gut wie nie laut mit ihr. Selbst wenn er sie für etwas bestrafte, erhob er nie seine Stimme. Das er dieses mal nicht mehr an sich halten konnte, machte den ernste der Lage also nur noch umso deutlicher. "Mein Bein ist gebrochen... wahrscheinlich sogar zertrümmert. Wie willst du mich in dieser Situation den ganzen Weg bis zum Tor schleppen?"
Sie presste fest die Zähne zusammen und ließ den Blick auf das angesprochene verletzte Bein wandern, welches man vor einigen Minuten fachmännisch verbunden und geschient hatte. Sie konnte noch immer nicht fassen, dass ein elender Mondoro für die schwere Verletzung verantwortlich sein sollte. Sie hatten sich niemals mit dem mannshohen Raubtier anlegen wollen, doch scheinbar hatten sie auf ihrer Reise unverhofft dessen Revier durchquert. Tajema war sich sicher, dass ihr Meister alleine gut mit den langen Krallen und peitschenden Schwanz der Bestie zurecht gekommen wäre, doch leider hatte er seinen idiotischen Schützling retten müssen. Auch wenn die junge Frau einen Großteil ihres Lebens mit intensivem Kampftraining verbracht haben mochte, dem mit giftigen Speichel gefüllten Maul eines Mondoro hatte sie noch nie entgegen stehen müssen. Ohne Kotar wäre sie sicherlich nicht unverletzt aus dieser Begegnung entkommen. Nein, sie wäre wahrscheinlich sogar gestorben. Doch während ihr Meister seine Schülerin aus der Reichweite der scharfen Krallen gestoßen hatte, wurde ihm die Chance genommen rechtzeitig der eisernen Schwanzspitze des Monsters zu entkommen, welche letztendlich seinen rechten Oberschenkel begleitet von einem entsetzlichen Knack-Geräusch zerschlug. Eine gute Stunde später konnte Tajema noch immer nicht ganz verstehen, wie sie es beide trotz all dem noch lebend aus dem Wald bis hierher in ein angrenzendes Dorf geschafft hatten. Nachdem der Mondoro aus Frust und Hunger zu allem Überfluss auch noch die Reittiere der beiden gerissen hatte, war der jungen Frau nichts anderes übrig geblieben, als ihren Meister in ein nahegelegenes Gasthaus in der Stadt zu schleppen. Zum Glück hatte sie recht schnell einen kompetenten Arzt besorgen können, welcher Kotar noch vor wenigen Minuten strenge Bettruhe verschrieben hatte.
"Aber-"
"Kein aber!" Noch immer war der Mann mit dem ergrauenden Haar ungewöhnlich laut und aufbrausend. "Es ist schon schlimm genug, dass dieses Mistvieh unsere Harashi gerissen hat. Selbst wenn ich unverletzt wäre, würde uns die Weiterreise zu Fuß zu viel Zeit kosten."
"Dann müssen wir uns neue organisieren", hielt Tajema entgegen.
"Mit welchem Geld? Das, welches du für den Arzt aufopfern musstest? Den Rest wirst du die weitere Reise dringend brauchen. Ganz davon abgesehen, wirst du in dieser Stadt maximal einen alten Reitgaul finden, Harashis werden nur im Königshaus gezüchtet." Kotar strich einzelne graue Locken aus seinem dunklen Gesicht und fühlte sich endlich dazu gezwungen, einmal lange und laut den Atem auszustoßen. "Tajema Sikulin." Er zog ihren Namen ungewöhnlich in die Länge, betonte besonders den Nachnamen, den sie mit ihrer Adoption erhalten hatte. "Deine Aufgabe als baldige Wächterin des magischen Artefaktes ist es, auf eben dieses Acht zu geben und..." Er ließ eine lange Pause. Wartete darauf, dass sie seinen Satz beendete.
Sie biss die Zähne zusammen und senkte das Haupt. "Nichts darf wichtiger als meine Mission sein, es unbeschadet Tor der Welten zu bringen."
"Richtig. Und auch ich zähle zu diesem 'Nichts'."
Aber du bist die einzige Familie, die ich habe. Sie wusste, dass sie bestraft werden könnte, sobald sie diese Worte laut aussprach und schüttelte leise den Kopf. "Aber ich bin noch nicht bereit für diese Aufgabe."
"Und wie du das bist", hielt Kotar eisern entgegen.
"Wie kannst du das sagen, nachdem du mich noch vor einer Stunde vor einem Mondoro hast retten müssen?" Noch immer warf sie ungläubig ihren Kopf von links nach rechts.
"Ganz einfach." Seine Stimme hatte wieder den üblichen ruhigen Bariton angenommen, den sie von ihrem Meister gewohnt war. "Weil du keine andere Wahl hast. Entweder du bist bereit und stellst dich deiner Aufgabe, oder du versagts und besiegelst das Schicksal dieses Königreiches... nein, dieser Welt." Ihr Herz sank in ihre Magengrube. Sie hatte keine Argumente gegen diese Worte und Kotar wusste das. "tajema. Du bist nun die einzige Hoffnung, die uns noch bleibt. Du musst das Artefakt zum Tor bringen und du wirst heute noch abreißen."
Letztendlich hatte sie es aufgeben, sich weiter gegen Kotars Worte zu währen. Nicht nur das, sie war sogar seinen Anweisungen gefolgt und verließ nach einer stärkenden Mahlzeit das alte Gasthaus. Sie wusste nicht, wie sie die restliche Reise ohne ihren Meister bewältigen sollte. Auch wenn sie die theoretische Route schon seit Jahren studierte - für den Fall, dass das Tor irgendwann wieder mit den Artefakten vereint werden musste - war es etwas gänzlich anderes den Weg tatsächlich zu bestreiten. Seit man sie vor 12 Jahren einsam in einer heruntergekommenen Gosse aufgegabelt hatte, hatte sie schließlich keinen einzigen Fuß vor die grenzen Anderras gesetzt, die das Zentrum des östlichen Königreiches bildete. Sie wusste natürlich, dass eine ähnliche Wahrheit auch für ihren Meister eintraf und dennoch war es eine gänzlich andere Geschichte diese ihr so fremden Ländereien alleine zu durchwandern. Aber Kotar hatte Recht, ihr blieb keine andere Wahl. Das hier war die Aufgabe, derer sie sich verschworen hatte.
Vorsichtig legten sich ihre Finger über den Stoff an ihrer Brust, unter welchen sie die scharfen Konturen des magischen Artefaktes ertasten konnte. Sie würde es mit ihrem Leben beschützen und alles dafür geben, es sicher zum Tor der Welten zu bringen. Dafür hatte man sie ausgebildet. Dafür hatte sie fast ihr Leben lang trainiert. Dafür hatte sie die Ehre der Wächtermale erhalten.
Ihre hand löste sich von dem Artefakt und wanderte unter den kurzen Ärmel ihres Hemdes, strich über den sich darunter befindenden Oberarm. Sie konnte es aus diesem Winkel zwar nicht sehen, aber sie kannte die Musterung aus schwarzer Tinte in ihrer Haut auswendig. Ein Mal das dem Erscheinungsbild des Artefaktes glich und Beweis für ihren Wächterstatus war.
Das hier war die Rolle, die ihr vorbestimmt war. Eine Rolle, die es zu erfüllen galt.
Ein letztes Mal wanderte ihr Blick zurück zum Gasthaus, zum Fenster hinter welchem Kotars Raum lag. Dann saugte Tajema einmal tief die Luft ein, richtete sich gerade auf und trat mit erhobenen Haupt ihre Weitereise an.
Sie presste fest die Zähne zusammen und ließ den Blick auf das angesprochene verletzte Bein wandern, welches man vor einigen Minuten fachmännisch verbunden und geschient hatte. Sie konnte noch immer nicht fassen, dass ein elender Mondoro für die schwere Verletzung verantwortlich sein sollte. Sie hatten sich niemals mit dem mannshohen Raubtier anlegen wollen, doch scheinbar hatten sie auf ihrer Reise unverhofft dessen Revier durchquert. Tajema war sich sicher, dass ihr Meister alleine gut mit den langen Krallen und peitschenden Schwanz der Bestie zurecht gekommen wäre, doch leider hatte er seinen idiotischen Schützling retten müssen. Auch wenn die junge Frau einen Großteil ihres Lebens mit intensivem Kampftraining verbracht haben mochte, dem mit giftigen Speichel gefüllten Maul eines Mondoro hatte sie noch nie entgegen stehen müssen. Ohne Kotar wäre sie sicherlich nicht unverletzt aus dieser Begegnung entkommen. Nein, sie wäre wahrscheinlich sogar gestorben. Doch während ihr Meister seine Schülerin aus der Reichweite der scharfen Krallen gestoßen hatte, wurde ihm die Chance genommen rechtzeitig der eisernen Schwanzspitze des Monsters zu entkommen, welche letztendlich seinen rechten Oberschenkel begleitet von einem entsetzlichen Knack-Geräusch zerschlug. Eine gute Stunde später konnte Tajema noch immer nicht ganz verstehen, wie sie es beide trotz all dem noch lebend aus dem Wald bis hierher in ein angrenzendes Dorf geschafft hatten. Nachdem der Mondoro aus Frust und Hunger zu allem Überfluss auch noch die Reittiere der beiden gerissen hatte, war der jungen Frau nichts anderes übrig geblieben, als ihren Meister in ein nahegelegenes Gasthaus in der Stadt zu schleppen. Zum Glück hatte sie recht schnell einen kompetenten Arzt besorgen können, welcher Kotar noch vor wenigen Minuten strenge Bettruhe verschrieben hatte.
"Aber-"
"Kein aber!" Noch immer war der Mann mit dem ergrauenden Haar ungewöhnlich laut und aufbrausend. "Es ist schon schlimm genug, dass dieses Mistvieh unsere Harashi gerissen hat. Selbst wenn ich unverletzt wäre, würde uns die Weiterreise zu Fuß zu viel Zeit kosten."
"Dann müssen wir uns neue organisieren", hielt Tajema entgegen.
"Mit welchem Geld? Das, welches du für den Arzt aufopfern musstest? Den Rest wirst du die weitere Reise dringend brauchen. Ganz davon abgesehen, wirst du in dieser Stadt maximal einen alten Reitgaul finden, Harashis werden nur im Königshaus gezüchtet." Kotar strich einzelne graue Locken aus seinem dunklen Gesicht und fühlte sich endlich dazu gezwungen, einmal lange und laut den Atem auszustoßen. "Tajema Sikulin." Er zog ihren Namen ungewöhnlich in die Länge, betonte besonders den Nachnamen, den sie mit ihrer Adoption erhalten hatte. "Deine Aufgabe als baldige Wächterin des magischen Artefaktes ist es, auf eben dieses Acht zu geben und..." Er ließ eine lange Pause. Wartete darauf, dass sie seinen Satz beendete.
Sie biss die Zähne zusammen und senkte das Haupt. "Nichts darf wichtiger als meine Mission sein, es unbeschadet Tor der Welten zu bringen."
"Richtig. Und auch ich zähle zu diesem 'Nichts'."
Aber du bist die einzige Familie, die ich habe. Sie wusste, dass sie bestraft werden könnte, sobald sie diese Worte laut aussprach und schüttelte leise den Kopf. "Aber ich bin noch nicht bereit für diese Aufgabe."
"Und wie du das bist", hielt Kotar eisern entgegen.
"Wie kannst du das sagen, nachdem du mich noch vor einer Stunde vor einem Mondoro hast retten müssen?" Noch immer warf sie ungläubig ihren Kopf von links nach rechts.
"Ganz einfach." Seine Stimme hatte wieder den üblichen ruhigen Bariton angenommen, den sie von ihrem Meister gewohnt war. "Weil du keine andere Wahl hast. Entweder du bist bereit und stellst dich deiner Aufgabe, oder du versagts und besiegelst das Schicksal dieses Königreiches... nein, dieser Welt." Ihr Herz sank in ihre Magengrube. Sie hatte keine Argumente gegen diese Worte und Kotar wusste das. "tajema. Du bist nun die einzige Hoffnung, die uns noch bleibt. Du musst das Artefakt zum Tor bringen und du wirst heute noch abreißen."
Letztendlich hatte sie es aufgeben, sich weiter gegen Kotars Worte zu währen. Nicht nur das, sie war sogar seinen Anweisungen gefolgt und verließ nach einer stärkenden Mahlzeit das alte Gasthaus. Sie wusste nicht, wie sie die restliche Reise ohne ihren Meister bewältigen sollte. Auch wenn sie die theoretische Route schon seit Jahren studierte - für den Fall, dass das Tor irgendwann wieder mit den Artefakten vereint werden musste - war es etwas gänzlich anderes den Weg tatsächlich zu bestreiten. Seit man sie vor 12 Jahren einsam in einer heruntergekommenen Gosse aufgegabelt hatte, hatte sie schließlich keinen einzigen Fuß vor die grenzen Anderras gesetzt, die das Zentrum des östlichen Königreiches bildete. Sie wusste natürlich, dass eine ähnliche Wahrheit auch für ihren Meister eintraf und dennoch war es eine gänzlich andere Geschichte diese ihr so fremden Ländereien alleine zu durchwandern. Aber Kotar hatte Recht, ihr blieb keine andere Wahl. Das hier war die Aufgabe, derer sie sich verschworen hatte.
Vorsichtig legten sich ihre Finger über den Stoff an ihrer Brust, unter welchen sie die scharfen Konturen des magischen Artefaktes ertasten konnte. Sie würde es mit ihrem Leben beschützen und alles dafür geben, es sicher zum Tor der Welten zu bringen. Dafür hatte man sie ausgebildet. Dafür hatte sie fast ihr Leben lang trainiert. Dafür hatte sie die Ehre der Wächtermale erhalten.
Ihre hand löste sich von dem Artefakt und wanderte unter den kurzen Ärmel ihres Hemdes, strich über den sich darunter befindenden Oberarm. Sie konnte es aus diesem Winkel zwar nicht sehen, aber sie kannte die Musterung aus schwarzer Tinte in ihrer Haut auswendig. Ein Mal das dem Erscheinungsbild des Artefaktes glich und Beweis für ihren Wächterstatus war.
Das hier war die Rolle, die ihr vorbestimmt war. Eine Rolle, die es zu erfüllen galt.
Ein letztes Mal wanderte ihr Blick zurück zum Gasthaus, zum Fenster hinter welchem Kotars Raum lag. Dann saugte Tajema einmal tief die Luft ein, richtete sich gerade auf und trat mit erhobenen Haupt ihre Weitereise an.
