Vorstellung
@yuyuumyn
Es war der erste richtig heiße Tag in England. Das Thermometer knackt in den frühen Morgenstunden schon die zwanzig Grad, zum Mittag die dreizig und am Abend sollte es wohl auch nicht gerade besser werden. Der Himmel war strahlend blau und die Sonne knallte erbarmungslos auf die Erde. Halb Manchester hatte sich wohl gerade heute dazu entschieden diesen Tag unbedingt vor der Tür zu verbringen, obwohl es in geschlossenen Räumen deutlich angenehmer war - fand Kay jedenfalls - warum er trotzdem um kurz nach eins in der Schlange vor seinem Lieblingscafé stand, verdankte er der jungen Kunststudentin neben ihm.
Sie hatten heute beide ihren freien Tag. In den Semesterferien arbeiteten die beiden mehr um - im besten Falle - ein wenig Geld auf Seite legen zu können (was sie meistens jedoch trotzdem nicht schaffen). Warum sie gerade heute der Meinung gewesen war, mit ihm Kaffee trinken gehen zu wollen, verstand er nicht, aber gegen einen Kaffee hatte er selten was einzusetzen also war die Entscheidung recht schnell gefallen.
„Warum ist es so heiß?“ er warf Mare - seiner besten Freundin - aus dem Augenwinkel einen kurzen Seitenblick zu. Sie fächerte sich mit der Hand einwenig Luft zu, was jedoch bei der Hitze kaum einen unterschied machte, dabei trug sie schon nicht viel. Bloß eine kurze, schwarze Shorts, ein ebenfalls schwarzes Croptop und das offenen, ihr viel zu große Hemd (welches definitiv nicht ihr gehörte). Vielleicht waren die schwarzen Stiefelletten nicht die beste Wahl bei diesem Wetter, aber das musste sie selbst wissen. Kay verstand sie jedoch, er trug immerhin genau so viel - oder wenig - und würde sich am liebsten das bisschen Stoff, welches seine Shorts und das dünne, helle Hemd ausmachten noch loswerden, wenn er könnte. Es war wirklich viel zu warm um heute irgendwas zu tun. „Ich hätte mir die Haare hochbinden sollen…das ist doch nicht auszuhalten.“ anscheinend hatte sie den Versuch aufgegeben sich kühle Luft zu zufächeln und hielt sich stattdessen nun die Haare hoch, welche schwer ihren Nacken bedeckten. Die dunkelbraunen Locken sahen zwar heute fantastisch aus, machten es jedoch nicht einfachere die Hitze zu ertragen. Ohne ein Wort zu sagen wühlte Kay kurz in der dunkelgrünen Stofftasche rum, welche er immer dabei hatte und hielt seiner besten Freundin dann eine große Haarklammer hin, welche sie wie ein Kleinkind an Weihnachten strahlend entgegen nahm. „Kay, du bist fanatisch.“ grinste sie überglücklich und band sich direkt die Haare zusammen. „Ich weiß.“ war die grinsende Antwort des jungen Studenten. Und schon wieder hatte sich seine Tasche gelohnt. Er hatte den Stoffbeutel mal in irgendeinem Laden gesehen und sich direkt verliebt. Vor allem weil Mare sich - fast - immer weigerte eine Tasche mitzunehmen, lohnte es sich eine dabei zu haben. Alleine wenn man spontan etwas kaufen wollte, war besagte Tasche schon nützlich und vor allem bei so einem Wetter nahm er gerne eine Flasche mit Wasser mit.
Als sie langsam dem Inneren des Cafés näher kamen drehte sich Mare leicht zu ihm. „Was nimmst du eigentlich?“ fragte sie, während sie die Getränkekarte studierte. Kay schaute sie sich mittlerweile gar nicht mehr an. Er wusste was er nahm, er nahm immer das selbe. „Iced black…“ - „…cinnamon coffee mit einem Schluck Hafermilch…warum frage ich überhaupt?“ Ja das fragte er sich auch. Immerhin waren sie nicht erst seit zwei Tagen befreundet und seitdem sie regelmäßig zusammen Kaffee trinken gehen hatte er noch nie was anders genommen, jedenfalls seitdem sie beste Freunde waren. „Wenn du es weißt, warum fragst du denn?“ - „Ich dachte du überraschst mich mal.“ kam die grinsende Antwort. „Tue ich das nicht oft genug?“ - „Hey, was kann ich euch gutes tun?“ die junge Barista lächelte die beiden Stundeten freundlich an, aber selbst ihr konnte man die Hitze gut ansehen, in dem Café war es fast noch wärmer als draußen, was wohl an den Maschinen lag, welche ununterbrochen Kaffee produzieren mussten. Kay erwiderte das Lächeln freundlich, warf Mare einen kurzen Blick zu, nur um festzustellen, dass sie wohl immer noch ein bisschen Überlegungszeit brachte und fing dann an seine typische Standardbestellung runter zu rattern. Er beobachtete die jungen Frau wie sie seine Bestellung in das Tablett ihr gegenüber eintippte und hoffte, dass sie den Zusatz mit der gewünschten Menge an Milch dazu schrieb, immerhin erwähnte er nicht ohne Grund, dass er in seinem Kaffee nur ‚einen kleinen‘ Schluck Milch haben wollte. Manchmal vermisste er die Zeit in dem Internat, immerhin wusste der Barista, welche in dem Café nur wenige Fußminuten von dem Internatscampus gearbeitet hatte, wie er seinen Kaffee am liebsten trank.
„Ich würde einen salted caramel Frappé mit extra Karamellsoße und mit Hafermilch nehmen.“ Anscheinend hatte Mare den fragenden Blick der Barista auf sich gespürt, sonst hätte sie sicher noch länger überlegt was sie gerne hätte. „und zwei von den Zimtschnecken. Alles zusammen, mit Karte bitte.“ bestellte Kay mit einem Kopfnicken auf das gewünschte Gebäck dazu. Obwohl die Zimtschnecken nicht herausragend waren, waren sie gut genug damit Kay und Mare sie sich gelegentlich dazu bestellten. Er fand zwar, dass Mares selbst gebackene Zimtschnecken deutlich besser waren, aber bei diesem Wetter würde er sie sicher umbringen, wenn sie entschied den Ofen anzuschmeißen. Nachdem der Student die Bestellung bezahlt hatte, warf er der jungen Frau noch ein letztes, höfliches Lächeln zu, ehe er sich die kleine, metallene Nummer schnappte und sich mit der Kunststudentin einen ruhigen Platz im Schatten suchte.
„Sie war hübsch.“ - „und hetero.“ meinte Kay mit einem amüsierten grinsen. War klar, dass sich Mare die junge Freu angeschaut hatte, dass das mal nicht passiert, war selten. „Ja wahrscheinlich, aber ich wollte auch nur mit dir teilen, dass sie hübsch war und nicht das ich sie mir klären wollte…nicht so wie du.“ Kay kannte das Grinsen auf dem Gesicht seiner beten Freundin. Sie hatte dieses Grinsen immer auf den Lippen wenn sie ihn ein wenig necken wollte. Nicht dass sie das mit ihren Worten tat. Es war eine Tatsache, dass er etwas mit dem Barista in ihrem ehemaligen Lieblingscafé hatte und dass sie nicht mehr in besagtes Café gingen lag nicht daran, dass dieses ‚etwas‘ negativ ausgegangen war. Sie hatten sich schleicht und ergreifend dazu entschieden wegzuziehen, aber schließlich wohnte der junge Mann auch nicht mehr in der kleinen Stadt, in welcher sich das Café befand. Es war immer noch eine Tragödie, immerhin war Noah der einzige, welcher genau wusste, wie Kay seinen Kaffee am liebsten trank und diesen ausnahmslos und einhundert Prozent korrekt zubereitete.
„Vermisst du ihn?“ Mare musste seinen Blick gesehen haben. Er nickte leicht. „Manchmal. Der Kaffee war gut.“ - „und der Sex.“ grinste sie. „…ja und der Sex.“ grinste er zurück. „Aber primär der Kaffee.“ sie verdrehte die Augen. Obwohl er ihr immer bedeutet hatte, dass er nie Gefühle für Noah gehabt hatte, glaube sie ihm manchmal nicht. Wahrscheinlich würde er sich nicht mal selbst glauben, wenn er nicht dabei gewesen wäre. Es war nicht so, dass Noah und er gar keine Gefühle für einander gehabt hatten, aber eben keine romantischen. Sie waren eher wie sehr gute Freunde gewesen, die einfach gelegentlich miteinander geschlafen hatten und trotzdem war er traurig, dass Noah nicht nur die Stadt sondern auch das Land verlassen hatte als er zurück nach Manchester ging.
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„Hey, alles gut?“ Kay brummte als Bestätigung nur leise auf. Er hatte die Augen immer noch geschlossen, genoss den Nachhall der letzten vergangen Minuten, genoss wie Noahs Finger sanft über seine verschwitze Haut fuhren, ein angenehmes Kribbeln hinterließen. „So gut?“ obwohl er das grinsen des Älteren nicht sehen konnte, konnte er es klar und deutlich raushören. Er brummte wieder auf. Er wusste, dass er so Noahs Ego streichelte, aber alles andere wäre auch eine Lüge gewesen. Der Sex mit ihm war immer gut, nicht nur weil er wusste, dass er tun musste damit Kay jede Sekunde genoss, sondern auch weil sich die beiden jungen Männer (beinah) ohne Worte verstanden.
Kay brauchte noch einen kurzen Moment, ehe er sich auf die Seite drehte und Noah anschaute. Er mochte den Anblick des Älteren, wenn die braunen Strähnen ganz durcheinander waren - noch mehr als eh schon, weil er es irgendwie nicht schaffte seine Haare wirklich zu bändigen - in den Augen dieser eine, ganz bestimmte Ausdruck. Er hatte sich in den letzten Monaten viel zu sehr hier dran gewöhnt. Obwohl sie nicht zusammen waren, und wohl auch nie zusammen kommen würden, genossen sie ihre gemeinsame Zeit sehr.
„Was ist jetzt eigentlich dein Plan? Für deine Zukunft meine ich.“ Manchmal fand er Noahs Gedankengänge interessant. Er wusste nicht wie das bei anderen war, aber Kay selbst fragte die Leute mit denen er Sex gehabt hatte nicht was sie für Zukunftspläne hatten. Er hatte jedoch in der Vergangenheit im generellen sowieso recht wenig Worte mit seinen Sexualpartnern ausgetauscht. „Mare und ich überlegen zurück nach Manchester zu gehen um zu studieren...“ Der Gedanken schwebte schon länger in ihren Köpfen. Sie waren beide in Manchester aufgewachsen, bevor sie auf das Internat gegangen waren. Noah nickte verstehend. „..Ich überlege nach Schweden auszuwandern…schon länger aber…ich…naja der Gedanke wird so langsam präsenter, weist du? Ich hab ein kleines Café gefunden, es bräuchte ein bisschen Arbeit aber es könnte echt schön werden…“ Kay erinnerte sich, Noah hatte schön öfters davon gesprochen ein Café in Schweden zu eröffnen, warum es gerade Schweden sein musste, wusste er nicht, aber wahrscheinlich hatte es etwas mit Noahs Wurzeln auf sich, immerhin war er halb Schwede…
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@yuyuumyn
Es war der erste richtig heiße Tag in England. Das Thermometer knackt in den frühen Morgenstunden schon die zwanzig Grad, zum Mittag die dreizig und am Abend sollte es wohl auch nicht gerade besser werden. Der Himmel war strahlend blau und die Sonne knallte erbarmungslos auf die Erde. Halb Manchester hatte sich wohl gerade heute dazu entschieden diesen Tag unbedingt vor der Tür zu verbringen, obwohl es in geschlossenen Räumen deutlich angenehmer war - fand Kay jedenfalls - warum er trotzdem um kurz nach eins in der Schlange vor seinem Lieblingscafé stand, verdankte er der jungen Kunststudentin neben ihm.
Sie hatten heute beide ihren freien Tag. In den Semesterferien arbeiteten die beiden mehr um - im besten Falle - ein wenig Geld auf Seite legen zu können (was sie meistens jedoch trotzdem nicht schaffen). Warum sie gerade heute der Meinung gewesen war, mit ihm Kaffee trinken gehen zu wollen, verstand er nicht, aber gegen einen Kaffee hatte er selten was einzusetzen also war die Entscheidung recht schnell gefallen.
„Warum ist es so heiß?“ er warf Mare - seiner besten Freundin - aus dem Augenwinkel einen kurzen Seitenblick zu. Sie fächerte sich mit der Hand einwenig Luft zu, was jedoch bei der Hitze kaum einen unterschied machte, dabei trug sie schon nicht viel. Bloß eine kurze, schwarze Shorts, ein ebenfalls schwarzes Croptop und das offenen, ihr viel zu große Hemd (welches definitiv nicht ihr gehörte). Vielleicht waren die schwarzen Stiefelletten nicht die beste Wahl bei diesem Wetter, aber das musste sie selbst wissen. Kay verstand sie jedoch, er trug immerhin genau so viel - oder wenig - und würde sich am liebsten das bisschen Stoff, welches seine Shorts und das dünne, helle Hemd ausmachten noch loswerden, wenn er könnte. Es war wirklich viel zu warm um heute irgendwas zu tun. „Ich hätte mir die Haare hochbinden sollen…das ist doch nicht auszuhalten.“ anscheinend hatte sie den Versuch aufgegeben sich kühle Luft zu zufächeln und hielt sich stattdessen nun die Haare hoch, welche schwer ihren Nacken bedeckten. Die dunkelbraunen Locken sahen zwar heute fantastisch aus, machten es jedoch nicht einfachere die Hitze zu ertragen. Ohne ein Wort zu sagen wühlte Kay kurz in der dunkelgrünen Stofftasche rum, welche er immer dabei hatte und hielt seiner besten Freundin dann eine große Haarklammer hin, welche sie wie ein Kleinkind an Weihnachten strahlend entgegen nahm. „Kay, du bist fanatisch.“ grinste sie überglücklich und band sich direkt die Haare zusammen. „Ich weiß.“ war die grinsende Antwort des jungen Studenten. Und schon wieder hatte sich seine Tasche gelohnt. Er hatte den Stoffbeutel mal in irgendeinem Laden gesehen und sich direkt verliebt. Vor allem weil Mare sich - fast - immer weigerte eine Tasche mitzunehmen, lohnte es sich eine dabei zu haben. Alleine wenn man spontan etwas kaufen wollte, war besagte Tasche schon nützlich und vor allem bei so einem Wetter nahm er gerne eine Flasche mit Wasser mit.
Als sie langsam dem Inneren des Cafés näher kamen drehte sich Mare leicht zu ihm. „Was nimmst du eigentlich?“ fragte sie, während sie die Getränkekarte studierte. Kay schaute sie sich mittlerweile gar nicht mehr an. Er wusste was er nahm, er nahm immer das selbe. „Iced black…“ - „…cinnamon coffee mit einem Schluck Hafermilch…warum frage ich überhaupt?“ Ja das fragte er sich auch. Immerhin waren sie nicht erst seit zwei Tagen befreundet und seitdem sie regelmäßig zusammen Kaffee trinken gehen hatte er noch nie was anders genommen, jedenfalls seitdem sie beste Freunde waren. „Wenn du es weißt, warum fragst du denn?“ - „Ich dachte du überraschst mich mal.“ kam die grinsende Antwort. „Tue ich das nicht oft genug?“ - „Hey, was kann ich euch gutes tun?“ die junge Barista lächelte die beiden Stundeten freundlich an, aber selbst ihr konnte man die Hitze gut ansehen, in dem Café war es fast noch wärmer als draußen, was wohl an den Maschinen lag, welche ununterbrochen Kaffee produzieren mussten. Kay erwiderte das Lächeln freundlich, warf Mare einen kurzen Blick zu, nur um festzustellen, dass sie wohl immer noch ein bisschen Überlegungszeit brachte und fing dann an seine typische Standardbestellung runter zu rattern. Er beobachtete die jungen Frau wie sie seine Bestellung in das Tablett ihr gegenüber eintippte und hoffte, dass sie den Zusatz mit der gewünschten Menge an Milch dazu schrieb, immerhin erwähnte er nicht ohne Grund, dass er in seinem Kaffee nur ‚einen kleinen‘ Schluck Milch haben wollte. Manchmal vermisste er die Zeit in dem Internat, immerhin wusste der Barista, welche in dem Café nur wenige Fußminuten von dem Internatscampus gearbeitet hatte, wie er seinen Kaffee am liebsten trank.
„Ich würde einen salted caramel Frappé mit extra Karamellsoße und mit Hafermilch nehmen.“ Anscheinend hatte Mare den fragenden Blick der Barista auf sich gespürt, sonst hätte sie sicher noch länger überlegt was sie gerne hätte. „und zwei von den Zimtschnecken. Alles zusammen, mit Karte bitte.“ bestellte Kay mit einem Kopfnicken auf das gewünschte Gebäck dazu. Obwohl die Zimtschnecken nicht herausragend waren, waren sie gut genug damit Kay und Mare sie sich gelegentlich dazu bestellten. Er fand zwar, dass Mares selbst gebackene Zimtschnecken deutlich besser waren, aber bei diesem Wetter würde er sie sicher umbringen, wenn sie entschied den Ofen anzuschmeißen. Nachdem der Student die Bestellung bezahlt hatte, warf er der jungen Frau noch ein letztes, höfliches Lächeln zu, ehe er sich die kleine, metallene Nummer schnappte und sich mit der Kunststudentin einen ruhigen Platz im Schatten suchte.
„Sie war hübsch.“ - „und hetero.“ meinte Kay mit einem amüsierten grinsen. War klar, dass sich Mare die junge Freu angeschaut hatte, dass das mal nicht passiert, war selten. „Ja wahrscheinlich, aber ich wollte auch nur mit dir teilen, dass sie hübsch war und nicht das ich sie mir klären wollte…nicht so wie du.“ Kay kannte das Grinsen auf dem Gesicht seiner beten Freundin. Sie hatte dieses Grinsen immer auf den Lippen wenn sie ihn ein wenig necken wollte. Nicht dass sie das mit ihren Worten tat. Es war eine Tatsache, dass er etwas mit dem Barista in ihrem ehemaligen Lieblingscafé hatte und dass sie nicht mehr in besagtes Café gingen lag nicht daran, dass dieses ‚etwas‘ negativ ausgegangen war. Sie hatten sich schleicht und ergreifend dazu entschieden wegzuziehen, aber schließlich wohnte der junge Mann auch nicht mehr in der kleinen Stadt, in welcher sich das Café befand. Es war immer noch eine Tragödie, immerhin war Noah der einzige, welcher genau wusste, wie Kay seinen Kaffee am liebsten trank und diesen ausnahmslos und einhundert Prozent korrekt zubereitete.
„Vermisst du ihn?“ Mare musste seinen Blick gesehen haben. Er nickte leicht. „Manchmal. Der Kaffee war gut.“ - „und der Sex.“ grinste sie. „…ja und der Sex.“ grinste er zurück. „Aber primär der Kaffee.“ sie verdrehte die Augen. Obwohl er ihr immer bedeutet hatte, dass er nie Gefühle für Noah gehabt hatte, glaube sie ihm manchmal nicht. Wahrscheinlich würde er sich nicht mal selbst glauben, wenn er nicht dabei gewesen wäre. Es war nicht so, dass Noah und er gar keine Gefühle für einander gehabt hatten, aber eben keine romantischen. Sie waren eher wie sehr gute Freunde gewesen, die einfach gelegentlich miteinander geschlafen hatten und trotzdem war er traurig, dass Noah nicht nur die Stadt sondern auch das Land verlassen hatte als er zurück nach Manchester ging.
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„Hey, alles gut?“ Kay brummte als Bestätigung nur leise auf. Er hatte die Augen immer noch geschlossen, genoss den Nachhall der letzten vergangen Minuten, genoss wie Noahs Finger sanft über seine verschwitze Haut fuhren, ein angenehmes Kribbeln hinterließen. „So gut?“ obwohl er das grinsen des Älteren nicht sehen konnte, konnte er es klar und deutlich raushören. Er brummte wieder auf. Er wusste, dass er so Noahs Ego streichelte, aber alles andere wäre auch eine Lüge gewesen. Der Sex mit ihm war immer gut, nicht nur weil er wusste, dass er tun musste damit Kay jede Sekunde genoss, sondern auch weil sich die beiden jungen Männer (beinah) ohne Worte verstanden.
Kay brauchte noch einen kurzen Moment, ehe er sich auf die Seite drehte und Noah anschaute. Er mochte den Anblick des Älteren, wenn die braunen Strähnen ganz durcheinander waren - noch mehr als eh schon, weil er es irgendwie nicht schaffte seine Haare wirklich zu bändigen - in den Augen dieser eine, ganz bestimmte Ausdruck. Er hatte sich in den letzten Monaten viel zu sehr hier dran gewöhnt. Obwohl sie nicht zusammen waren, und wohl auch nie zusammen kommen würden, genossen sie ihre gemeinsame Zeit sehr.
„Was ist jetzt eigentlich dein Plan? Für deine Zukunft meine ich.“ Manchmal fand er Noahs Gedankengänge interessant. Er wusste nicht wie das bei anderen war, aber Kay selbst fragte die Leute mit denen er Sex gehabt hatte nicht was sie für Zukunftspläne hatten. Er hatte jedoch in der Vergangenheit im generellen sowieso recht wenig Worte mit seinen Sexualpartnern ausgetauscht. „Mare und ich überlegen zurück nach Manchester zu gehen um zu studieren...“ Der Gedanken schwebte schon länger in ihren Köpfen. Sie waren beide in Manchester aufgewachsen, bevor sie auf das Internat gegangen waren. Noah nickte verstehend. „..Ich überlege nach Schweden auszuwandern…schon länger aber…ich…naja der Gedanke wird so langsam präsenter, weist du? Ich hab ein kleines Café gefunden, es bräuchte ein bisschen Arbeit aber es könnte echt schön werden…“ Kay erinnerte sich, Noah hatte schön öfters davon gesprochen ein Café in Schweden zu eröffnen, warum es gerade Schweden sein musste, wusste er nicht, aber wahrscheinlich hatte es etwas mit Noahs Wurzeln auf sich, immerhin war er halb Schwede…
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