Fall for me again (Kashi & Uki)

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    • Fall for me again (Kashi & Uki)

      Leider weiß man erst oft hinterher welche Momente die Wichtigen sind…
      So war es auch an diesem Morgen. Wenn Yu gewusst hätte, dass er heute Kou das letzte Mal so treffen würde, dann hätte er sich an diesem Morgen sicher mehr Zeit genommen. Doch dieser Tag startete wie quasi jeder.
      Yu hatte es wie jeden Morgen eilig. Es mochte seinen Job und doch fiel es ihm immer noch schwer rechtzeitige fertig zu sein, was aber auch daran lag, dass er zu gerne noch mit Kou länger um Bett liegen blieb, nur um bei ihm zu sein. Danach musste er sich dann fertig machen und nebenbei um das Frühstück kümmern. Er kochte gerne für seinen Freund und doch war es dadurch immer etwas hektisch, ehe er sich auf den Weg zur Arbeit als Lehrer machen konnte.
      „So Schatz, ich bin dann weg. Heute komme ich etwas später, da wir nach dem Training noch eine Konferenz haben. Falls ich etwas zu Essen auf dem Weg kaufen soll, dann schreib mir nachher.“, meinte er und sah dann auf die Uhr. Wie immer war er schon wieder spät dran und musste nun los, weshalb er Kou noch schnell einen Kuss gab und dann auch schon aus der Tür war. Hätte er gewusst was kommen würde, dann hätte er sich mehr Zeit genommen.


      Vorstellung

      @kashi
      Fuck bein' good, I'm a bad bitch
      I'm sick of motherfuckers tryna tell me how to live
      (Megan Thee Stallion - Girls in the Hood)
    • Kou war immer noch etwas verschlafen, als Yu das Haus verließ. Er war nun mal einfach kein Frühaufsteher und sein Freund musste für seinen Geschmack sowieso immer viel zu früh gehen. Aber das war auch nicht anders zu erwarten, wenn man als Lehrer tätig war. Kou hatte es da mit seinem Job als Grafikdesigner, dem er auch oft von zuhause aus nachgehen konnte, deutlich entspannter. Natürlich musste auch er vereinzelt zu Kundengesprächen, außerhalb ihrer gemeinsamen Wohnung, so wie auch heute. Wenn er gewusst hätte, wie das enden würde, hätte er da vielleicht zweimal drüber nachgedacht.
      Er sah auf die Uhr und begab sich dann ins Bad, um sich fertigzumachen. Wenig später stand er dann ausgehbereit und mitsamt seiner Tasche, in der sich sein Tablet für die Arbeit, sowie einige Dokumente befanden, die er für das bevorstehende Gespräch benötigte, an der Wohnungstür. Bevor er gehen konnte, verbrachte er allerdings eine gewisse Zeit damit, seinen Wohnungsschlüssel zu suchen.
      Als er diesen dann schließlich gefunden hatte und feststellte, dass er auch seine Brille wieder irgendwohin verlegt hatte, war es bereits zu spät, um diese zu suchen. So oft wie er diese suchte, war er eh daran gewöhnt, halb blind durch die Gegend zu laufen und er wollte es unter allen Umständen vermeiden, zu spät bei dem Gespräch zu erscheinen. Früher war er entspannter, was das anging, aber er wusste, wie wichtig seinem Freund Pünktlichkeit war, weshalb er sich angewöhnt hatte, auch darauf zu achten. Schulterzuckend verließ Kou also ohne seine Brille die Wohnung und beeilte sich pünktlich den Ort zu erreichen, an dem sein Termin stattfinden würde, den er allerdings nie erreichen würde. Gerade als er über die Kreuzung, vor ihrem Wohnungsblock gehen wollte, färbte sich seine Welt schwarz.

      Verwundert über die lauten Gespräche, die er plötzlich um sich herum wahrnehmen konnte, schlug er die Augen wieder auf und musste überrascht feststellen, dass er sich in einem Klassenraum, genauer gesagt an einem der Tische dort befand. Verschlafen rieb er sich die Augen und musterte seine Umgebung, die ihm so langsam bekannt vorkam und ihn stark an seine Oberschulzeit erinnerte. War er eingeschlafen und hatte all das nur geträumt? Aber was genau, war nun ein Traum? Dieser Moment hier, der ihm unmöglich aber doch so real erschien oder aber...sein Leben mit Yu? Er weigerte sich dies zu akzeptieren und stolperte fast über seinen Stuhl als er etwas zu schnell von diesem aufsprang. Viele Blicke richteten sich auf ihn, aber er schenkte ihnen keine Beachtung, zu groß war die Verwirrung, die im Moment in seinem Inneren herrschte.
    • Ryo sah verwundert zu seinem alten Freund und musterte ihn. Hatte dieser doch wirklich den Anfang der Pause verschlafen und sich dann auch noch erschreckt. Zum Glück hatte der Lehrer sie gerade eben entlassen, auch wenn sein Blick nun finster auf Kou fiel und dieser sicher gleich noch eine Standpauke und vielleicht sogar Nachsitzen aufgebrummt bekam.
      "Hanazawa Kou... was fällt dir ein...", setzte da auch schon die grollende und wütende Stimme des Lehrers ein. "Du hast etwa in meinem Unterricht geschlafen?" Auch wenn er es als Frage formulierte, so war es eher eine Feststellung. Ryo sah mitleidig zu Kou und hätte ihm sicher gerne geholfen, aber traute sich nicht. Erst der spätere Ryo hatte mehr Selbstvertrauen und sprach auch mal laut auf, wenn es um Ärger und seine Freunde ging.
      Doch da drang durch eine der schon offenen Türen ein Lachen, dass Kou in den letzten Jahren zu vertraut gewesen war. Auf dem Flur gingen gerade Yu und seine Freunde lang zum Pausensaal um sich etwas zu kaufen. "Ich glaube dir kein Wort, Ken. Nie im Leben hat dich eine Studentin angebaggert. Auch wenn du es denkst... so erwachsen wirkst du noch nicht, oder Hiro?" Yu lachte wieder und stieß Hiro leicht an um seine Meinung zu hören nachdem Ken ihnen die Story erzählt hatte. Er hatte einfach Spaß in seiner Schulpause, während Kou sich immer noch der Standpauke gegenüber sah.
    • Sobald Kou jenes Lachen und die darauffolgende Stimme vernahm, war der Lehrer komplett vergessen. Seine vor Schock geweiteten Augen waren auf den Jungen im Flur gerichtet, der ihn so stark an Yu erinnerte und es doch gleichzeitig nicht tat. So jung, hatte er ihn bisher nur in Fotoalben gesehen, die sie sich gegenseitig gezeigt hatten, nie persönlich. Oder zumindest nicht bewusst, immerhin war es doch möglich, dass sie sich im Laufe ihrer drei Oberschuljahre irgendwann schon einmal im Flur über den Weg gelaufen waren. War er also tatsächlich in jene Zeit zurückgekehrt, in der sie, wie sie später feststellten auf dieselbe Schule gingen? Dass er sich sein gemeinsames Leben mit Yu nur ausgedacht hatte, war nämlich nach wie vor nichts, was er als Fakt akzeptieren würde, bis es einen Beweis dafür gab. Wie erstarrt stand er da, den Lehrer der langsam näher gekommen war überhaupt nicht wahrnehmend. Sayuri, die das ganze beobachtete, musterte erst Kou eingehend und folgte dann seinem Blick hinaus auf den Flur. Was ihr bester Freund da draußen allerdings so interessant fand, blieb ihr unklar, da sie die beliebte Jungengruppe fast automatisch als Grund ausschloss, da Kou noch nie besonderes Interesse für solche ausgedrückt hatte. Zumindest, nicht dass sie wüsste, denn an die Zukunft konnte sie sich ja logischerweise nicht erinnern. Anstelle dem Geschehen im Flur also weiterhin ihre Aufmerksamkeit zu schenken, fokussierten sich ihre Augen stattdessen wieder auf ihren besten Freund, der wenn man den Blick des Lehrers richtig deutete sich echt gewaltig in Schwierigkeiten befand.

      Draußen auf dem Flur nickte Hiro unterdessen, zögerte allerdings einen kurzen Moment, bevor er sich zu dem Thema ebenfalls äußerte. "Hmm, ich glaube ich halte es für wahrscheinlicher, dass das Flirten eher von dir aus ging." Seine Stimme klang dabei ruhig und gleichmäßig, war aber dennoch deutlich zu verstehen. Natürlich meinte er dies nicht offensiv, es war einfach das, was er von der Situation hielt. Er hoffte, dass dies nicht falsch aufgenommen werden würde, da er echt keinen Streit damit bezwecken wollte, Kenzo aber nun einmal einfach dafür bekannt war sowohl Aufmerksamkeit, als auch das Flirten zu lieben.
    • Auch Ryos Blick sprang hin und her, jedoch zwischen seinem Freund, den lauten Schülern auf dem Flur und dem Lehrer, der immer mehr aussah, als würde er gleich explodieren. Der Schwarzhaarige verstand auch nicht wieso Kou so ein Risiko einging sich mit dem schlimmsten Lehrer der gesamten Schule anzulegen und ihn auch noch zu reizen, indem er sich ablenken ließ. Auch verstand er nicht, wieso die Superstars der Schule die Aufmerksamkeit von Kou auf sich zogen, außer vielleicht, weil sie laut waren.
      Keiner der anderen Schüler traute sich auch sich zu bewegen und Ryo war da auch noch immer keine Ausnahme, auch wenn die Stunde ja eigentlich offiziell beendet war. Ryo wollte seinem Freund beistehen, die anderen Schüler bleiben eher aus Interesse und um sich später lustig zu machen. Schon jetzt tuschelten sie leise oder tauschten Blicke aus. So gerne hätte Ryo sie zur Schnecke gemacht, aber er traute sich nicht.
      "Du hast mich anzusehen, wenn ich mit dir Rede, Hanazawa. Ich dulde keine Respektlosigkeit hier in meinem Klassenzimmer, deshalb wirst du heute nachsitzen.", wurde der Lehrer nun laut und beugte sich über den Tisch schon fast rüber, um Kou direkt ins Gesicht zu keifen.

      Draußen auf dem Flur ging der Spaß weiter. Yu hatte schon fest damit gerechnet, dass Hiro sich enthalten wollen würde, war aber froh, dass er sich dann doch einbrachte und lachte wieder. Ken hingegen fand es kein bisschen lustig, was die beiden da abzogen mit ihm. „Ey… Ich finde es gar nicht gut, dass ihr euch gegen mich verbündet. Es ist voll unfair, dass ihr mir nicht glaubt und wenn ihr nicht meine Freunde wärt, dann wäre ich nun echt sauer.“, meinte Kenzo und tat so als würde er schmollen, doch eigentlich war es ihm nur peinlich, dass man ihn so schnell durchschauen konnte.
      Yu bekam natürlich davon nichts mit was im Klassenzimmer passierte, auch wenn die laute Stimme des Lehrers ihn kurz in die Richtung blicken ließ, doch bald schon wand er seine Aufmerksamkeit wieder seinen Freunden zu und lachte über Kenzo. „Keine Sorge… ich gebe dir gleich einen Saft aus und dann können wir planen, was wir heute nach der Schule machen, da wir kein Training haben, ja?“ Kurz schaute er auch wieder zu Hiro, während er Kenzo auf die Schulter klopfte, um sicher zu gehen, dass sein ältester Freund auch dabei sein würde.
    • Vollkommen unbeeindruckt von dem strengen Blick den sie dafür vom Lehrer kassierte seufzte Sayuri und trat Kou anschließend gegens Schienbein, welches sie gerade so erreichen konnte, wenn sie ihren Fuß von ihrem Platz aus weit genug streckte. Kou fluchte durch die Schmerzen laut auf, starrte dafür allerdings nicht mehr in die Richtung von Yu und den anderen beliebten Schülern auf dem Flur. "Argh. Was sollte das?!" Er sah genervt zu Sayuri, welche ihm nur mit einem Blick zu verstehen gab, dass er stattdessen doch besser nach vorne gucken sollte, was er dann auch tat. Als er den Lehrer vor sich entdeckte zuckte Kou leicht zusammen. Er fragte sich innerlich, wann der Lehrer ihm so nahgekommen war und versuchte sich gleichzeitig an die Worte von diesem zu erinnern, was ihm auch so langsam gelang. "Sensei, ich heiße Hanzawa. Und okey, wohin soll ich dann?" Unbeeindruckt nahm er die Strafe einfach hin, immerhin konnte er im Moment eh nichts dagegen tun und vielleicht wäre das ja dann auch ein guter Zeitpunkt, um seine Gedanken etwas zu ordnen. Lust darauf hatte er natürlich trotz dessen nicht, da er dies auch wunderbar, hätte zuhause machen können. Angst vor dem Lehrer empfand er keine, da er schon oft genug mit diesem aneinander geraten war. Er wusste zwar nicht, in welchem Jahr das angefangen hatte, aber sonderlich gut klar gekommen, ist er mit den meisten Lehrern zu seiner Schulzeit nicht. Aus irgendeinem Grund, reichte es diesen nicht, wenn man die Prüfungen bestand. Nein, man musste auch noch aktiv in ihrem Unterricht mitarbeiten, wozu Kou einfach keinerlei Bock hatte. Dass er dies auch offen zugab, wenn man ihn darauf ansprach, kam insbesondere bei den Lehrern logischerweise nicht so gut an.

      Hiro nickte Yu bestätigend zu, da er gerne mit diesem irgendetwas unternahm. Eigentlich hatte er überlegt in die Bibliothek zu gehen, als feststand, dass kein Training stattfinden würde, aber das konnte er auch verschieben. Er hoffte allerdings, dass Kenzo nicht wieder versuchen würde, dass ganze zu einem Gruppen-Date zu machen, in dem er irgendwelche Mädchen einlud. Die Situation im Klassenzimmer bekam er nebenbei ebenfalls mit, konzentrierte sich aber mehr auf das Gespräch mit seinen Freunden.
    • Ryo war wirklich neidisch auf Sayuri. Er wünschte sich oft, dass er so selbstsicher sein konnte wie sie, doch auch Kou war ihm darin überlegen. Auch, dass Kou nun so laut protestierte und sich nicht klein machte vor dem Lehrer war für ihn eine Heldentat.
      Doch kaum hatte Kou den Lehrer korrigiert, da wurde dieser auch schon rot als würde er gleich explodieren. Ryo musste sich nun ein Lachen verkneifen und presste stattdessen die Unterlippen aufeinander. „Oh, du hast also doch zugehört.“, kam es von dem Lehrer als hätte er diesen Fehler mit Absicht gemacht und Kou nur testen wollen. „Nach dem Unterricht kommst du ins Lehrerzimmer.“, murrte er nun und drehte sich ohne weitere Worte um, um den Raum zu verlassen.
      Nachdem er gegangen war hörte man viele aufatmen und das Geschnatter und Lachen setzte wieder ein, während nun immer mehr der restlichen Schüler zur Pause gingen und dabei über Kou redeten. Ryo schüttelte den Kopf und als er sicher war, dass der Lehrer nicht mehr in der Nähe war fand er auch seinen Mund endlich wieder. „Der Kerl wird doch auch immer schlimmer. Was für ein Arsch.“, meinte er und musterte Kou. „Alles gut?“


      Schmunzelnd sah Yu Hiro an, der wie immer sehr ruhig war. Manchmal fragte er sich, ob Kenzo und Hiro überhaupt miteinander reden würden, wenn er nicht wäre. Doch er war froh beide in seinem Leben zu haben, denn Kenzo war nicht so oberflächlich wie ihn die meisten einschätzten. „Dann steht der Plan, aber wir sollten uns besser beeilen, sonst ist die Pause noch vorbei.“, meinte Yu und wollte gerade weitergehen als er mit dem Lehrer zusammenstieß, der eben noch Kou angeschnauzt hatte. Noch ehe er eine Entschuldigung von sich geben konnte wurde er auch schon angeschnauzt. „Kein rennen auf den Gängen, Watanabe. Damit sehe ich dich zum Nachsitzen nach der Schule. Melde dich am Lehrerzimmer.“ Sein Kopf war unwahrscheinlich rot und irgendwas sagte Yu, dass er sich nicht wehren brauchte, auch wenn er gar nicht gerannt war.
    • Kou nickte nur und erwiderte nichts auf die Worte des Lehrers hin. Er war schon wieder dabei hinaus auf den Flur zu gucken und seinen ehemaligen oder doch zukünftigen Partner mit den Augen zu suchen. Die ganze Sache verwirrte ihn und er war sich nicht sicher, wie er Yu gedanklich bezeichnen sollte, aber vermutlich waren alle Begriffe, die ihm im Kopf herum schwebten ungeeignet. Aktuell waren sie schließlich rein gar nichts füreinander, zumindest wirkte es so. Etwas niedergeschlagen, wurde seine Aufmerksamkeit dann jedoch auf etwas anderes gelenkt, als sich ein Arm um seine Schulter schwang und er zusätzlich dazu Ryos Stimme vernahm. Dadurch bekam er auch nicht mit wie Yu mit dem Lehrer zusammenstieß, weil er in dem Moment gerade versuchte, Sayuri loszuwerden, zu welcher der Arm um seine Schulter gehörte. Er starrte sie genervt an und hatte ihr so wie es aussah immer noch nicht so ganz verziehen, was die Aktion mit dem Tritt anging. Als diese ihm allerdings nur unschuldig entgegen grinste, verdrehte er die Augen und wandte sich stattdessen Ryo zu. Es war ein merkwürdiges Gefühl, seine Freunde wieder so jung zu sehen, in seinen Erinnerungen sahen sie wesentlich reifer und erwachsener aus. Aber wenn es sich hier tatsächlich um seine neue Realität handeln sollte, musste er sich wohl oder übel daran gewöhnen, auch wenn es ihn irritierte. Es war eh leichter zu akzeptieren, dass seine Freunde einfach nur jünger geworden waren, aber es sich bei ihnen eben immer noch um seine Freunde handelte. Was Yu anging, war die Sache komplizierter und weniger leicht zu akzeptieren. Da seine Gedanken schon wieder bei diesem festhingen, klang seine Stimme etwas abwesend, als er auf Ryos Kommentar und Frage antwortete. "Ich glaube ab dem Punkt, wird es nur schlimmer mit ihm..." murmelte er und ergänzte kurz darauf: "Ach und mir geht es den Umständen entsprechend, würde ich sagen." Kou hatte immerhin nie damit gerechnet, dass er sich je in einer solchen Situation wiederfinden würde. Er konnte sich auch immer noch nicht erklären, wie genau es eigentlich dazu kam. Die Frage, die ihn jedoch am meisten beschäftigte war: Was war aus Yu geworden? Aber ob er darauf je eine Antwort finden würde, war ihm nicht bekannt.

      Hiro wollte Yu gerade noch so von der Tür wegziehen, sodass dieser nicht mit dem Lehrer zusammenstoßen würde, schaffte es allerdings nicht rechtzeitig. Er musterte seinen Freund besorgt, als ihm völlig ohne Grund, Nachsitzen aufgedrückt wurde und ärgerte sich innerlich darüber, ihn nicht davor bewahrt zu haben. "Ich denke das mit den Plänen heute Nachmittag wird dann wohl leider nichts, Yu." sagte er und blickte dem Lehrer etwas verständnislos hinterher. Nur weil dieser einen schlechten Tag hatte, war es noch lange nicht richtig, dies an anderen auszulassen, insbesondere nicht an seinem besten Freund, der völlig unschuldig war. Seufzend schüttelte Hiro seinen Kopf, wusste aber, dass alles nichts half und Yu wohl oder übel zum Nachsitzen erscheinen musste. "Hoffentlich wird es nicht allzu schlimm. Soll ich dich vielleicht einfach begleiten?" fragte er nach, da er kein Problem darin sah mit Yu dort zu erscheinen.
    • Auch wenn Ryo oft sehr ruhig war und den Dingen ihren Gang ließ, war er doch etwas verwirrt davon wie Kou gerade rüberkam. Er musterte ihn leicht, denn noch immer wirkte Kou selbst für Kou zu abwesend und als nun auch noch die Antwort kam, die wenig Aufschluss gab, konnte er nur zu Sayuri sehen und verwirrt die Stirn runzeln. „Okay… aber wenn ich helfen kann mit etwas, dann sag es ruhig.“, sagte er schließlich und beschloss, wie eigentlich immer, Kou seine Zeit zu lassen. Wenn dieser wirklich Bedarf hatte mit ihm zu reden, dann würde er zuhören, aber er würde ihn nicht zu etwas drängen. „Wollen wir dann los in die Kantine?“ Auch wenn er nicht immer Geld hatte und wenn dann auch nicht viel, so ging er doch immer mit und leistete seinen Freunden Gesellschaft.

      Man sah Yu deutlich an, dass er es hasste, doch auch, dass er wusste wo er stand. Als der Lehrer nun das Weite gesucht hatte und er die Worte von Hiro hörte schaute er wirklich traurig. Sie hatte nicht viel Freizeit neben dem ganzen Training und so seufzte er genervt. „Ja, ich denke nicht, dass ich da noch mal mit ihm reden kann. Keine Ahnung was der hatte.“ Auch Kenzo schimpfte vor sich hin, hatte er doch mit Spaß heute gerechnet. Doch dann kam der Vorschlag von Hiro und Yu konnte schon wieder lachen. „Nein, nein… musst du nicht. Von mir aus könnt ihr auch zu zweit in die Spielhalle oder so.“, schlug er vor und legte beiden eine Hand auf die Schulter. Er wusste, dass die beiden sich nie ohne ihn trafen, aber vielleicht würden sie so ja doch bessere Freunde werden. Kenzo zuckte mit den Schultern. „Aber ohne dich ist doch doof.“, murrte er wie ein kleines Kind, dessen Freund nicht mit zum spielen durfte.
    • Sayuri warf Ryo ebenfalls einen leicht verwirrten Blick aufgrund von Kous Verhalten entgegen, aber zuckte dann mit den Schultern. Kou war schon immer etwas eigensinnig, das würde sich also bestimmt wieder legen, so dachte sie und nickte dann auf Ryos Vorschlag hin. "Klingt gut." Sie begann Kou einfach mitzuziehen, da der immer noch etwas neben sich stand und nicht direkt eine Reaktion zeigte. Erst als sie den Klassenraum verließen und er mit der Schulter gegen den Türrahmen stieß, der viel zu eng war um sowohl Sayuri als auch Kou gleichzeitig durchzulassen, sah er etwas verwirrt um sich. "Was-äh, ja Kantine oder?" er nickte ebenfalls und kümmerte sich nicht um die leichten Schmerzen in seiner Schulter. Er lief mit seinen Freunden zusammen in die Kantine und war dabei noch immer etwas in seine Gedanken versunken. In der Kantine angekommen, ließ er seinen Blick suchend über die Schülermassen dort schweifen, in der Hoffnung Yu irgendwo zu erblicken, wurde dann aber von Sayuri zur Essensausgabe geschoben, während sie sich beschwerte. "Mensch, du bewegst dich ja heute gar nicht vorwärts, was ist nur los mit dir?" Natürlich erhielt sie keine Antwort vom silber-grauhaarigen.

      "Hmm, na gut." nickte er, war aber auch etwas bekümmert darüber, dass sie ihre Pläne nicht umsetzen konnten und er ihn auch nicht zum Nachsitzen begleiten sollte. "Ohne dich ist es wirklich nicht das selbe, Yu." stimmte auch Hiro dem rotbraunhaarigen zu, klang dabei allerdings deutlich ruhiger als dieser. Hiro und Kenzo trafen sich tatsächlich nie alleine und Hiro hatte auch nicht wirklich die Absicht, dies zu ändern. Er hatte nichts gegen ihn, aber sah auch nicht die Notwendigkeit alleine mit diesem Zeit zu verbringen, es war einfach nicht die gleiche Art Freundschaft, wie er sie mit Yu führte.
    • Ryo wusste, dass Kou recht eigen sein konnte, doch so abwesend kannte er ihn quasi nicht und vor allem wurde er nie von seinem alten Freund ignoriert. Immerhin hatte Sayuri ihm zugehört und ihn nicht vergessen, weshalb er ihr ein kleines Lächeln schenkte als sie nun Kou mit sich zog und er ihnen folgte. Heute hatte er Geld mit und würde mit seinen Freunden essen können.
      Doch kaum in der Kantine angekommen blieb Kou schon wieder stehen und starrte gefühlt Löcher in die Luft. Auch wenn sie sich alle Drei immer fast alles erzählten, so sollte er ihn doch vielleicht mal ohne Sayuri dabei fragen was los war. Vielleicht wollte er es ja nur Ryp sagen, auch wenn er dies auch irgendwie bezweifelte. Sayuri zog ihn erneut weiter mit und Ryo trottete mit etwas Abstand hinterher. Als er nun hinter Kou in der Schlange der Ausgabe stehen blieb und er selbst Sayuris Frage unbeantwortet ließ, beugte sich Ryo vor und flüsterte: „Wenn es dir so mies geht, dann solltest du vielleicht ins Krankenzimmer und für heute nach Hause…“ Natürlich wusste Ryo, dass es Ärger geben würde wegen dem Nachsitzen, doch brachte es auch nichts sich nachher noch mehr Ärger einzuhandeln in den anderen Stunden.

      Yu lachte leise als er die Aussagen seiner beiden Freunde hörte. Scheinbar wollte keiner ohne ihn gehen und irgendwie machte es ihn glücklich, dass er so gute Freunde hatte. Aber auch etwas traurig, dass es seine Schuld war, dass ihre Pläne nun ins Wasser fielen. „Wir holen es nach, ganz sicher. Nun aber zur Kantine, sonst ist noch die ganze Pause vorbei und ich sterbe vor Hunger.“ Lachend setzte er sich nun in Bewegung und Kenzo folgte ihm sogleich. „Dann lasst uns lieber über unser nächstes Spiel reden. Ich habe gehört, dass ihr Batter wirklich gut ist und es gefährlich werden könnte für uns.“, meinte Kenzo und Yu war froh, dass es mal nicht um Mädchen ging bei ihm.
    • Als Kou auch die Schlange an Menschen vor sich nach Yu durchsucht hatte und dabei erfolglos war, erlangte er so langsam seinen Fokus zurück. Zuvor hatte er Ryos Flüstern wieder halbwegs ausgeblendet, weshalb man nun sah, wie der grau-silber Haarige seinen Blick auf seinen Kindheitsfreund richtete und diesen nachdenklich musterte. Innerlich ärgerte er sich etwas darüber, dass er seinen Freunden offenbar Sorgen bereitet hatte, zeigte es allerdings nicht äußerlich anhand seiner Mimik. "Ich hab nie was gegen das Krankenzimmer, dort kann man gut schlafen, aber heute halte ich das doch für etwas unangebracht aufgrund dem Nachsitztermin." erwiderte er und gähnte. Als tatsächlicher Oberschüler hätte ihn das weniger interessiert, aber jetzt wo er sich innerlich wie 30 fühlte, wollte er nicht so unverantwortlich sein und den Termin einfach ignorieren. "Außerdem wüsste ich gar nicht, was ich zuhause soll." ergänzte er noch und sah dabei etwas verloren aus, als er daran dachte, dass er zur Oberschulzeit alleine in einer Wohnung lebte. Auch wenn es Gewöhnungszeit gebraucht hatte, sich daran zu gewöhnen mit jemandem erneut seine 4 Wände zu teilen, so war er mittlerweile doch daran gewöhnt mit Yu zusammen zu leben. Diesen würde er dort aber nicht finden. Er würde sich also nur noch bewusster darüber werden, wie merkwürdig das alles gerade war.
      Sonderlich lange konnte er allerdings nicht darüber nachdenken, da sie in dem Moment auch schon direkt vor der Essensvergabe angekommen waren und die drei Freunde ihr Essen erhielten. Er drehte sich mit seinem Tablett in den Händen um und scannte noch einmal mit seinen Augen den Speisesaal vor ihnen, mit all den Tischen und Schülern. Er wünschte sich in dem Moment, dass er schon früher auf Yu aufmerksam geworden wäre, sodass er zumindest so etwas wie einen Stammplatz in der Kantine von diesem kannte, falls sein nun vermutlich ehemaliger Freund, so etwas überhaupt hatte. "Suchst du schon wieder irgendwen?" gab Sayuri, die rechts neben ihm stehen geblieben war von sich und blickte dann ebenfalls umher. Kou schüttelte nur den Kopf, da er seinen beiden Freunden wohl kaum erklären konnte, was genau vorgefallen war und setzte sich in Bewegung, um einen Platz zum Sitzen zu suchen.


      Hiro nickte auf die Aussage hin, dass sie es nachholen würden, etwas zusammen zu unternehmen und lief dann mit den beiden weiter Richtung Kantine. Auch er hatte mittlerweile etwas Hunger bekommen, wodurch er nur zustimmen konnte, was das Beeilen anging.
      Gegen das Thema Baseball hatte er ansichtlich nichts, immerhin war auch er Teammitglied, jedoch empfand er keine ganz so große Leidenschaft für diesen Sport, wie der Rest des Clubs es offenbar tat. Er selbst hatte damit aber kein Problem, da er seinen Freunden auch gerne dabei zuhörte, ohne sich aktiv am Gespräch zu beteiligen müssen. Aus diesem Grund verblieb er auf dem Weg in die Kantine eher still und lief neben Kenzo und Yu her, während sein Blick teils auf seinen Freunden und teils auf der Umgebung um sie herum ruhte.
    • Irgendwie wirkte Kou heute noch abwesender in der Schule als sonst und Ryo konnte nicht genau festmachen woran es lag, doch sein Freund war eigenartig. Was es jedoch am seltsamsten machte war, dass es von jetzt auf gleich passiert war, hatten sie doch vor der Stunde noch ganz normal miteinander geredet. Ryo hoffte sehr, dass es Kou bald wieder besser gehen würde und er wieder er selbst sein würde, doch als dieser wegen dem Nachsitzen nicht nach Hause wollte, da konnte er nicht anders als Kou verwundert von der Seite zu mustern. Er wirkte so vernünftig. Nicht, dass Kou sonst super unvernünftig war und viel in Ärger geriet, aber so eine Aussage passte doch sehr zu einem Streber und nicht zu jemanden, den man eben beim Schlafen im Unterricht erwischt hatte. „Okay…“, meinte er ratlos und sah verwirrt zu Sayuri. Ihr musste doch auch auffallen, dass er sich seltsam benahm. Doch da wurde Ryos Aufmerksamkeit zur Essensausgabe gerichtet. Er hatte wirklich Hunger, musste er sich da eingestehen und für einen Moment waren die Sorgen um Kou vergessen.
      Kou sah sich wieder um und diesmal war es Sayuri, die ihn auf sein seltsames Verhalten ansprach. Auch Ryo war dies nicht entgangen. Hatte Kou etwa Stress mit jemandem, dem er versuchte aus dem Weg zu gehen? Ryo zog den Kopf ein und hielt den Blick gesenkt. Viel zu oft war er schon Zielscheibe, doch auch wollte er Kou helfen, doch drängen brachte nichts. Stattdessen steuerte er die Tische weiter hinten an, an denen sie meistens saßen.

      Kenzo war wirklich froh, dass Yu es nachholen wollte. Auch wenn er nicht der schlauste Kerl war, so merkte auch er deutlich, dass Hiro mit ihm alleine nicht klarkam. Doch jetzt konzentrierte er sich erstmal auf ihr Gespräch. Die Zwei tauchten in ihre eigene kleine Sportwelt ab und nur Yu schaute ab und an nach Hiro, ob dieser noch bei ihnen war. Manchmal fragte er sich, ob Hiro überhaupt Baseball spielen würde, wenn sie keine Freunde wären. Dabei war er nicht böse, sondern Yu machte sich eher Sorgen, dass er Hiro von etwas abhielt, dass ihm mehr Spaß machen könnte.
      Endlich hatten auch sie die Kantine erreicht und Yu ärgerte sich etwas, dass der Vorfall mit dem Lehrer sie wichtige Pausenzeit gekostet hatte. „Lass uns beeilen. Ich habe keine Lust zu schlingen oder noch eine Rüge heute zu bekommen, weil wir zu spät sind.“, meinte Yu und Kenzo war da schon längst an der Ausgabe. Yu lachte darüber. „Wie kann er nur so viel essen und dennoch so aussehen?“
    • Nach seinem Kopfschütteln auf Sayuris Frage hin, folgte er Ryo wortlos zu den Tischen weiter hinten und setzte sich dann mit Blick zur Essensausgabe sowie Eingang der Cafeteria hin. Er wirkte noch immer etwas geistesabwesend und zeigte erst nur wenig Interesse an dem Essen, welches vor ihm auf dem Tisch stand. Natürlich war ihm klar, dass er einen seltsamen Eindruck auf seine beiden Freunde machen musste, insbesondere nach all den Fragen, die diese ihm bereits gestellt hatten, nur gelang es ihm momentan dennoch nicht ihnen etwas vorzuspielen. Irgendwann würde er das zwar müssen, allein damit sie sich keine weiteren Sorgen um ihn machen würden, aber dafür war Yu einfach noch zu präsent in seinen Gedanken. Ob sich das je ändern würde, wusste er allerdings auch nicht, immerhin wollte er den braunhaarigen nur äußerst ungern einfach so vergessen. Besonders als er den braunhaarigen endlich in der Cafeteria entdeckte, schien ihm das unmöglich. All die Momente, die sie zusammen erlebt hatten spielten sich förmlich vor seinem inneren Auge ab und erst als Sayuri mit ihrer Hand vor seinem Gesicht herumwedelte, schaffte er es sich aus der Starre zu lösen, in die er erneut verfallen war. "Jetzt iss endlich verdammt! Ich versteh echt nicht, weshalb du dich plötzlich so komisch verhältst." Kopfschüttelnd glitt auch ihr Blick zu Yu und seinen beiden Freunden an der Essensausgabe. "Liegt das etwa echt an denen? Haben die dir irgendwas getan oder so? Du versetzt Ryo noch in Panik, wenn du so weitermachst Kou." gab sie diesmal etwas sanftmütiger als zuvor von sich, während sich in ihren Augen leichte Besorgnis widerspiegelte als sie nun zu Ryo sah. Dies schien nun auch Kous Aufmerksamkeit auf seinen ältesten Freund zu lenken. Er wusste, dass Ryo sensibel auf einige Themen reagierte und wollte unter keinen Umständen Unwohlsein in ihm hervorrufen, auch wenn es aufgrund der aktuellen Situation nahezu vorprogrammiert war. "Es ist alles okey, keine Sorge. Ich bin nur..." Kurz schwieg er um nach einem passenden Wort zu suchen, um seinen Satz zu beenden, fand jedoch nichts besseres als: "...interessiert." Da seine Freunde von seiner Sexualität wussten, wäre ihm ein anderes Wort, welches man weniger in 'solch eine Richtung' interpretieren konnte, lieber gewesen, aber irgendwo war es ja dann doch wahr. Seufzend widmete er sich dem Essen vor sich und versuchte den Blicken seiner beiden Freunde weitestgehend auszuweichen, weil er echt nicht weiter auf das Thema eingehen wollte. Es gab immerhin viele Lücken in seiner wortkargen Erklärung, da Kou sich genau bewusst war, dass er in seiner tatsächlichen Schulzeit seinen Mitmenschen nie mehr Aufmerksamkeit geschenkt hatte als unbedingt notwendig, was oftmals sogar bis hin zur totalen Ignoranz der meisten um ihn herum führte. Wenn sich dieses Verhalten von jetzt auf gleich veränderte, würde wohl jeder komisch reagieren. Am liebsten wäre er nun doch im Krankenflügel, wo er sich nicht mit der Reaktion seiner Freunde auseinandersetzen musste, aber dafür war es mittlerweile zu spät.

      Während er Kenzo und Yu bei ihrer Unterhaltung zum Thema Sport zuhörte, umspielte ein sanftes Lächeln seine Mundwinkel. Es freute ihn, dass Yu sich so dafür begeistern konnte, selbst wenn Hiro es nicht tat. Aus diesem Grund schätzte er Kenzos Anwesenheit umso mehr, so war er der perfekte Gesprächspartner was das anging. Sobald sie in der Kantine angekommen waren, sah er dem rotbraun Haarigen nur leicht amüsiert hinterher und reagierte auf Yus Frage erst nur mit einem Schulterzucken. "Ist vermutlich der Sport." Nach kurzer Überlegung ergänzte er nachdenklich: "...und vielleicht auch die Sache mit den Mädchen. Das scheint ihm mehr als ausreichend Motivation zu geben." Noch während er diese Worte sprach, warf er einen prüfenden Blick auf die Uhr am Eingang. Sobald er realisierte, wie viel Zeit tatsächlich schon verstrichen war, schob er Yu ebenfalls in die Richtung der Reihe an Schülern vor der Essensausgabe. Natürlich tat er dies dennoch vorsichtig, sodass er seinen Freund dabei nicht versehentlich aus dem Gleichgewicht brachte. "Wir müssen uns wohl echt etwas beeilen Yu."
    • Ryo merkte schnell, dass ihre Fragen bei Kou nichts brachten. Sie hatten ihm hoffentlich deutliche genug gemacht, dass sie für ihn da wären, wenn er soweit war und reden wollte. Sicher hätte sich nun jemand gewundert, der die Drei nicht so gut kannte und es vielleicht sogar als kühl bezeichnet, dass Ryo nun anfing sich über sein Essen herzumachen, doch so was es gar nicht. Er hatte nur Hunger und Kou wusste, dass er jederzeit zu ihm konnte, wenn er reden wollte.
      Erst als Sayuri mit ihrer Hand von Kous Gesicht wedelte hob Ryo wieder den Blick und sah verwirrt zwischen den beiden hin und her, ehe sein Blick zu der Gruppe von den beliebten Jungs wanderte. Auch ihm schoss sogleich durch den Kopf, dass sie Kou Stress gemacht haben könnten. Wenn er jemand anders wäre, dann würde er nun aufstehen und mit ihnen reden, doch das war er nicht und zu seiner Entspannung sagte Kou etwas anderes. Doch ob dies besser war, da war sich Ryo nicht so ganz sicher. Wieso interessierte sich Kou auf einmal für solche Leute? Ryo hatte nicht wirklich Vorurteile, doch wusste er nun mal, dass sie und die da drüben in unterschiedlichen Welten lebten. Hatte er sich etwa in einen davon verguckt? Ein kleiner Schauder durchfuhr ihn als er sich vorstellte mit solchen Leuten was unternehmen zu müssen, falls Kou und einer von denen zusammen kamen und sie eine große Clique würden. „Aha…“, kam nur von ihm und schnell stockte er sich wieder was in den Mund um nicht noch mehr zu sagen. Doch leider half es nichts, denn es brannte Ryo unter den Fingernägeln. „Wie interessiert? Interessiert interessiert?“, fragte er mit halbvollem Mund und hob dabei die Augenbrauen, damit Kou auch verstand, dass er es auf der Beziehungsebene meinte. „Oder nur so?“



      Yu bekam davon natürlich nichts mit, war er doch gefühlt in einer ganz anderen Welt. Als er nun die Antwort von Hiro hörte musste er lachen und schüttelte sich dabei leicht. „Diese Bilder in meinem Kopf. Bitte rette mich davor.“, scherzte er und Kenzo, der oft diese Art von Spott und Witze abbekam zog mal wieder seine übliche Schnute. „Nur, weil ihr als Mönche lebt muss es der Rest der Welt nicht auch tun.“, murrte er. Zum Glück waren die Angestellten wie immer schnell und so war Kenzo, der ganz vorne stand von ihnen auch schon an der Reihe. Yu schubste ihn leicht von hinten, damit der Rothaarige sich auf die Essensausgabe konzentrierte. Und es zeigte Wirkung, denn wenig später hatten sie ihre Tabletts mit Essen in der Hand. „Echt voll heute, aber gibt ja auch was Gutes.“, meinte Yu und sah sich nach einer Ecke um wo sie noch zusammen Platz haben würden.
    • Kou musste Ryo nicht ansehen, um zu verstehen, worauf sich dieser mit seiner Nachfrage bezog, zeigte allerdings nicht sofort eine Reaktion. Er war sich nicht sicher, ob er seinen Freunden gegenüber wirklich zugeben sollte, dass es sich tatsächlich um diese Art Interesse handelte, die der Schwarzhaarige gerade angedeutet hatte. Es war nicht so, dass er seinen Freunden nicht vertraute, immerhin war er mit ihnen nicht umsonst auch nach der Schule noch befreundet gewesen. Vielmehr lag es daran, dass er genau wusste, dass er selbst nicht die Art Mensch war, die von jetzt auf gleich für jemand anderen Interesse entwickelte, sei es nun romantischer Natur oder nicht. Das hatte sich eigentlich auch nicht geändert, mit der Ausnahme, dass er Yu eben in der Zukunft, oder wo auch immer er her kam, bereits näher kennengelernt hatte. Da das seinen Freunden aber nicht bewusst war, würde es seine Freunde nur unnötig verunsichern. Sein Zögern, gab jedoch Sayuri die Gelegenheit sich zu Wort zu melden, wodurch ihm nicht wirklich Zeit blieb, sich weiter darüber Gedanken zu machen. "Interessiert, interessiert?" wiederholte sie erst etwas verwirrt und anhand der Lautstärke in der sie sprach auch mehr zu sich selbst, bevor sie realisierte was Ryo meinte. Ihre Augen weiteten sich erstaunt und blickten immer wieder zwischen Kou und der beliebten Jungengruppe hin und her. "Was?! Du hast 'nen Crush?! Wer von denen ist es??" rief sie dann etwas lauter, als Kou es für angebracht hielt. Er schob sein Essen von sich, an dem er mittlerweile eh jegliches Interesse verloren hatte und fuhr sich durch die ungewohnt langen Haare, bevor er seinen Kopf auf den Händen abstützte. "Sayuri. Guck da nicht so hin, verdammt!" zischte er zurück, wobei er sich weigerte seinen Blick von der Tischplatte vor sich zu heben und insgeheim hoffte, dass Sayuri nicht ungewollte Aufmerksamkeit auf ihre kleine Gruppe gezogen hatte. Ihm war bewusst, dass er mit seinem Starren zuvor sicher auch alles andere als unauffällig gewesen war und er den Braunhaarigen früher oder später eh aufsuchen würde, schon allein um sicherzugehen, ob diesem nicht dasselbe passiert war wie ihm. Nur klang 'später' eben weitaus besser, da er aktuell nicht einmal selbst verstand, was passiert war.


      Schmunzelt über Yu's Reaktion, die er so in etwa tatsächlich auch erwartet hatte und wendet sich dann an Kenzo, um den Spruch mit den Mönchen zu kommentieren. "Wenn es doch so wäre, hättest du wohl ein ziemliches Problem." gab er mit einem leichten Grinsen auf den Lippen von sich, während er sein Tablett an Essen entgegennahm und sich daraufhin mit einem Nicken dafür bedankte. Anschließend wandte er sich um und sah sich ebenfalls nach einer Sitzgelegenheit für die Gruppe um. Wie üblich spürte er mehrere Augenpaare, die auf seine Freunde, aber auch auf ihn selbst gerichtet waren, schenkte diesen allerdings nicht mehr Aufmerksamkeit als unbedingt notwendig. Wenn man mit jemandem wie Yu befreundet war, stand so etwas an der Tagesordnung und Kenzos Anwesenheit tat auch alles andere als dem entgegenzuwirken. Zwar war Hiroki weit davon entfernt sich darüber zu freuen, aber akzeptieren, konnte er es, vorausgesetzt er bekam hin und wieder die Möglichkeit dem ganzen zu entkommen. Neben den üblich schwärmenden oder eifersüchtigen Blicken, fiel ihm heute hingegen auch ein etwas anderer auf, den er nicht so recht einordnen konnte. Rosane Haare flogen wild durcheinander, als sich der Kopf des Mädchens ihnen zuwandte, nur um sich daraufhin direkt wieder in die Richtung ihres vermutlichen Freundes zu drehen. Ihren Namen kannte Hiroki zwar nicht, jedoch war es schwer sie anhand ihres doch recht eigensinnigen Styles in der Masse an Schülern zu übersehen, zumindest wenn man so aufmerksam war, wie er. Er blickte zu Yu und Kenzo um zu sehen, ob sie ihnen auch aufgefallen war.