Tales of Hogwarts [by Concorde, Feuermaid & yuyuumyn]
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Weasley-FuchsbauRiley-Evelyn Potter
Langsam öffnete sie ihre Augen, als die ersten Sonnenstrahlen der aufgehenden Sonne ihr ins Gesicht schienen. Noch verschlafen wanderte ihr Blick durch das Zimmer, bis er auf Mr. Wiggles fiel, welcher noch zusammengerollt auf dem Kissen neben ihr tief und fest schlief.
Beim Anblick ihres treuen Frettchens zogen sich Rileys Mundwinkel zu einem müden Lächeln.
Als ihr Blick dann aber auf den Kalender an der Wand fiel, weiteten sich ihre Augen und sofort war alle Müdigkeit verschwunden.
Heute war endlich der Tag! – Heute ging es endlich nach Hogwarts!
Mit einem Satz sprang sie aus dem Bett, griff nach ihrem Morgenmantel und zog ihn sich hastig über ihren Pyjama. „Mr. Wiggles, wach auf! Heute gehen wir endlich nach Hogwarts! Raus aus den Federn!“
Mit diesen Worten rannte sie aus ihrem Zimmer und die Holztreppen hinunter, die in den Wohnbereich und die offene Küche des Fuchsbaus führten.
Kurz vor dem Fuß der Treppen übersah sie jedoch eine Stufe und flog die restlichen Stufen praktisch hinunter. Mit einem dumpfen Aufprall landete sie bäuchlings auf dem alten Holzboden. Riley keuchte kurz auf, war dann aber auch schon wieder auf den Beinen und setzte ihren Weg fort, als ob nie etwas passiert wäre. Schon oft genug hatte sie sich etliche Knochen gebrochen. Da war ein kleiner Aufprall wirklich keine große Sache mehr.
Erst die laute, donnernde Stimme ihrer eigentlich sonst liebevollen Großmutter sorgte dafür, dass sie endlich stehen blieb.
„RILEY-EVELYN POTTER! Was bei Merlins Bart tust du da?! Du brichst dir noch das Genick!“
Als Riley sich umdrehte, stand ihre Großmutter auch schon mit verschränkten Armen vor der jungen Hexenschülerin. Mit einem strengen, aber dennoch fürsorglichen Blick für ihre junge Enkelin. Ihre Familienmitglieder waren wohl die einzigen, die sie bei ihrem vollen Namen nennen durften. Von allen anderen wollte sie nur Riley genannt werden. Nicht Riley-Evelyn – niemals Riley-Evelyn.
Riley setzte ein entschuldigendes, aber zugleich verschlagenes Grinsen auf. „Entschuldigung, Großmutter. Ich habe eine Stufe übersehen.“, sagte sie, zuckte mit den Schultern und blickte kurz auf die bereits gepackten Koffer, die fertig an der Haustür standen, bevor sie mit einem noch breiteren Grinsen wieder zu ihrer Großmutter blickte.
„Ob er es heute rechtzeitig zum Gleis schafft? Er hat es versprochen! Diesmal wird er sein Versprechen halten, oder?"
Molly zögerte, doch bevor sie die Möglichkeit hatte, ihrer Enkelin zu antworten, kam Ginny die Treppen herunter. „Mach dir keine Sorgen, Riley. Er wird rechtzeitig da sein.“
„Deine Mutter hat recht.“, kam es nun von Arthur, Rileys Großvater, der bereits am großen Esstisch saß und mit einem warmen Lächeln vom Tagespropheten aufblickte.
„Doch jetzt solltest du dich erstmal hinsetzen und noch etwas frühstücken. Es wird eine lange Zugfahrt, und du kannst dich nicht während der gesamten Fahrt vom Servierwagen ernähren.“
Riley blickte zu ihrem Großvater, zog die Augenbrauen hoch und begann noch breiter zu grinsen. „Warum nicht?“
Doch als sie aus dem Augenwinkel den missbilligenden Blick von ihrer Mutter und Großmutter sah, wurde sie sofort kleinlaut und setzte sich neben ihren Großvater an den Esstisch.
Ihre Gedanken wanderten wieder nach Hogwarts. Welchem Haus sie wohl zugeteilt werden würde? Und noch viel wichtiger: Ob sie in das Quidditch-Team des jeweiligen Hauses aufgenommen werden würde?
Gleis 9 3/4, King's Cross Station, London
Auf dem Gleis 9 3/4 herrschte ein reges Treiben, als sich die Eltern von ihren Kindern verabschiedeten, die nach und nach in den Zug stiegen. Riley, mit Mr. Wiggles auf ihrer Schulter, stand bei ihren Großeltern und ihrer Mutter. Ihre grünen Augen huschten aufgeregt umher, während sie nach dem bekannten Gesicht ihres Vaters suchte. Er hatte versprochen, dass er es rechtzeitig zum Gleis schaffen würde...also würde er gleich noch auftauchen...oder?
Doch ihr aufgeregtes Lächeln verblasste, als eine Eule mit einem Brief im Schnabel vor der rotköpfigen Familie landete. Ginny, Molly und Arthur tauschten vielsagende Blicke. Alle wussten sofort, was das zu bedeuten hatte.
Etwas zögernd zog Riley den Brief aus dem Schnabel der Eule und gab ihr im Gegenzug einen Knut. Zufrieden verschwand die Eule wieder, und Riley öffnete langsam den Umschlag.
„Riley, es tut mir leid, aber ich schaffe es nicht. – Dad.“
Riley starrte auf den Brief. Ihr Lächeln war verblasst, und ein Hauch von Verletzlichkeit glitzerte in ihren Augen. Doch Riley versuchte, sich nichts anmerken zu lassen, knüllte den Brief zusammen und stopfte ihn achtlos in ihre Jackentasche.
„Riley...“, begann Ginny und legte die Hand auf die Schulter ihrer Tochter. Aber Riley schüttelte nur leicht ihren Kopf. „Es geht mir gut... ist ja nicht das erste Mal...außerdem hätte er doch eh nur unnötige Aufmerksamkeit auf uns gezogen...“, murmelte sie leise.
Genau in diesem Moment pfiff der Hogwarts-Express, das Signal, dass es für die Schüler Zeit wurde, in den Zug zu steigen.
Riley atmete tief ein, zwang sich trotz der Enttäuschung zu einem breiten Grinsen und verabschiedete sich von ihrer Familie, bevor sie in den Hogwarts-Express stieg. Sie hörte ihre Großmutter noch rufen, dass sie die Scherzartikel ihrer Onkel in der Tasche lassen soll, entschied sich aber, es einfach gekonnt zu überhören. Schnell fand sie ein freies Abteil und ließ sich dort gemeinsam mit Mr. Wiggles auf den weichen Polstern nieder, ehe sie noch einmal aus dem Fenster blickte und ihrer Familie zum Abschied zuwinkte.
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Clearwater-HerrenhausLucian Clearwater
Das dunkle Herrenhaus war ruhig. Wie immer. Ein Tag wie dieser war in anderen magischen Familien ein Grund zur Freude. Doch für Lucian? Es gab keine Vorfreude. Keine glücklichen Gesichter, die dafür sorgten, dass man selbst noch aufgeregter wurde. Nur Stille... und Kälte.
„Wiederhol es, Lucian. Was habe ich dir gesagt?“, fragte die kalte Stimme seiner Mutter, die hinter seinem Stuhl langsam auf und ab ging. Ihren Zauberstab drehte sie schon fast spielerisch in der Hand. Eine stumme Warnung, dass sie kein falsches Wort tolerieren würde. Und Lucian wusste genau: Seine Mutter machte keine leeren Warnungen.
„Niemand darf erfahren, wer mein leiblicher Vater ist.“, antwortete er ruhig. Sein Gesicht war emotionslos, und seine goldenen Augen leer.
Seine Mutter ging weiter hinter seinem Stuhl auf und ab. Die Absätze ihrer Schuhe klickten mit jedem Schritt, den sie tat.
Da sie ihren Sohn nicht sofort den Cruciatus-Fluch in den Rücken jagte, schien sie zufrieden mit seiner Antwort zu sein.
„Was sagst du, wenn dich jemand fragt, wer dein Vater ist?“, fragte sie und drehte dabei ihren Zauberstab weiter in ihrer Hand.
„Mein Vater hieß Edward Clearwater. Er kam bei einem tragischen Unfall ums Leben, als sein Kessel bei einem Experiment explodierte.“
Seraphine hielt für einen Moment inne, bevor sie dann weiter mit langsamen Schritten auf und ab ging.
„Gut, gut... Hast du den Wolfsbann-Trank eingepackt, so wie ich es dir gesagt habe?“
„Ja, Mutter.“
„Gut. Vergiss ihn nicht, hast du verstanden? Ich werde dir in regelmäßigen Abständen neuen zukommen lassen.“
Lucian nickte schweigend als Antwort, wissend, dass seine Mutter nicht unnötig viele Wörter von ihm hören wollte. - Kinder sollten gesehen, aber nicht gehört werden.
Gleis 9 3/4, King's Cross Station, LondonLucian saß bereits in einem leeren Abteil im Hogwarts-Express. Der Abschied von seiner Mutter war kurz und überhaupt nicht mit den anderen Familien am Gleis zu vergleichen. Doch für Lucian war es in Ordnung so. Er kannte es nicht anders, weil es schon immer so gewesen war.
Er lehnte sich zurück, schloss für einen Moment einfach seine Augen und konnte nicht anders, als sich zu fragen, wie sein erstes Jahr in Hogwarts wohl werden würde...
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Spiegeldornhaus, Godric's HollowPhileas Boot
Philea saß im Pyjama auf dem Bett in seinem Zimmer und starrte auf den Brief in seiner Hand. Er hatte die ganze Nacht schlecht geschlafen, weil er so aufgeregt war. Seine Eltern hatten ihm bereits viel über Hogwarts erzählt und er brannte darauf, das alles kennenzulernen. Er lebte zwar mit seinen Eltern in einem magischen Haus unweit von Godric's Hollow und dennoch kannte er nur einen kleinen Teil dieser magischen Welt. Sein Vater wollte, dass er erst die nötige Reife entwickelt, um sich mit den Gefahren, die in der magischen Welt lauern, auseinander zu setzen. Er sah aus dem Fenster in den Wald, der das Anwesen der Boots umgab. Was es dort draußen wohl alles zu entdecken gibt, fragte er sich, ehe die Tür zu seinem Zimmer aufging und seine Mutter sich in den Rahmen der Tür lehnte. "Na? Schon wach?"
"Ich habe die Nacht nicht einmal ein Auge zu bekommen. Ich bin so aufgeregt!"
Cassia, die mit Romilda Vane zusammen Hogwarts besuchte, nickte und kam dann ins Zimmer. "Ging mir nicht ähnlich! Mach dir nichts draus." Sie setzte sich auf das Bett zu Phileas und sah ebenfalls auf den Brief in seinen Händen. "Wir sind so stolz auf dich!" Sie gab ihm einen Kuss auf die Schläfe. Phileas drückte sich jedoch los und sprang auf. "Ich ich ich habe glaube noch gar nicht alles gepackt, Mom. Und wer weiß in welches Haus ich komme?! Am Ende muss ich noch nach Syltherin!" Cassia stand auf und legte ihre Hand auf seine Schulter. "Der sprechende Hut wird dich schon dem richtigen Haus zuweisen. Auch die Slytherins haben ihre guten Schüler.", mahnte sie ihren Sohn, ehe sein Vater Terry durch den Flur streifte und an der Tür stehen blieb. "Slytherin? Gute Schüler? Du meinst gute Demagogen, Cassia." Sie stöhnte genervt und Terry sah auf seinen Sohn. "Und Phileas wie siehst du aus? Du hast deine Sachen noch gar nicht an?! Wir müssen bald los. Mach dich fertig!" Er ging weiter und schüttelte dabei den Kopf.
"Meinst du aus mir wird ein guter Ravenclaw wie aus euch?" Seine Mutter sah ihn fragend an. "Ist doch egal?! Mach was dich glücklich macht, Schatz und nun zieh dich an. Unten wartet ein Frühstück." Sie verließ das Zimmer, während Phileas umzog.
Anschließend ging er nach unten und sah zur Türklappe durch die gerade Thales herein kam. Stolz wie ein Löwe präsentierte sich der Main Coon Kater Phileas, der daraufhin zufrieden lächelte und den Kater streichelte. Er ließ eine tote Maus fallen. "Oh für mich? Danke", murmelte Phileas und kratzte sich am Kopf. Sein Vater hasste es, wenn Thales Tiere mit nach Hause brachte. Er nahm die Maus und ging in die Küche, wo bereits seine Mutter den Tisch für 2 Personen gedeckt hatte. Sie erblickte die Maus in der Hand und seufzte. "Hmm der Coon hat wieder zugeschlagen?"
"Ich denke im Schuppen wimmelt es nur so vor Mäusen."
"Besser als vor Gnomen", seufzte Cassia, die sich nur ungern an den Gnom-Befall vor 2 Jahren erinnerte. Seine Mutter nahm ihm die Maus ab und legte sie in Zeitungspapier ein. "Ich kümmer mich um sie." Wie bei allen Opfern Thales wurden diese im Garten unter einer alten, prächtigen Trauerweide beigesetzt. Thales sprang auf einen freien Stuhl und leckte sich zufrieden die Pfoten, während Phileas etwas aß. Seine Mutter sah kurz nach oben, doch wie immer war Terry zu sehr mit seiner Arbeit beschäftigt. Sie hatte wohl schon damit gerechnet und deswegen - wie so oft- nur für zwei Personen den Tisch gedeckt.
Gleis 9 3/4, King's Cross Station, LondonAm Gleis übermannte Phileas immer mehr die Nervosität. Er sah immer wieder versichernd zu seinen Eltern. Seine Mutter schenkte ihm ein warmes Lächeln, während sein Vater ihm seine Hand auf die Schulter legte und seinen Rücken etwas nach hinten drückte. "Beherrsch dich! Du packst das. Wir haben das alle durchgestanden.", sagte er weniger herzlich als Phileas es sich gewünscht hätte. Am Zug angekommen verabschiedete er sich von seinen Eltern, wobei es Terry nicht unterlassen konnte, Phileas zu mahnen er solle viel und gut lernen. Phileas fragte sich, ob lernen wirklich der einzige Weg war, um Wissen zu erlangen. Mit diesen Gedanken streifte er durch den bereits vollen Zug. Thales lief neben ihm und wirkte total entspannt, was auch Phileas beruhigte.
Er entdeckte endlich ein Abteil, dass noch nicht so voll war. Lediglich ein Mädchen mit knallroten Haaren saß darin. Er trat ein. "Sorry, aber ist hier noch frei?", fragte er und erspähte das Frettchen neben dem Mädchen. "Ein Frettchen?! Wie cool! Was ist das für eine Rasse und hat es einen Namen?", sprach er voller Neugierig aus während Thales bereits auf die gegenüberliegende Sitzbank sprang und es sich am Platz am Fenster gemütlich machte. "Das ist Thales", stellte er den Fellball vor. Thales legte den Kopf auf seine samtigen Pfoten und beobachtete das Frettchen für einen Moment, ehe er die Augen schloss.
Black de Noirelune - Anwesen, Yorkshire
Astoria Morgana Black de Noirelune
Zufrieden drehte sich Astoria in einem Kleid aus feinster japanischer Seide. "Tu est trés élégante, ma petite princesse", lächelte ihr Vater und begutachtete das feine Kleid aus schönem dunkelgrünen Stoff. "Danke, Vater. Es ist ein wirklich schönes Kleid und so leicht. Es gefällt mir sehr.", stellte Astoria fest während sie mit den Händen sanft über den Stoff fuhr. "Seide aus Japan", nickte Alaric und zupfte das lange Kleid am Ende zurecht. Morgana kam in dem großen Raum und beobachtete die beiden. "Du siehst wunderbar aus, meine angehende Slyhterin"
Alaric raunte bei dem Wort. "Hätten wir sie bloß in Beauxbatons angemeldet. Dort gehen meine Ahnen seit Jahrhunderten zur Schule. Dort ist der Name Black de Noirelune mit den besten Schülern verbunden!"
"Und meine Ahnen in Hogwarts. Ihr Name ist dort schon vor ihrer Geburt vorgemerkt gewesen, mein Liebling", watschte sie ihren Mann ab, ehe sie auf Astoria zuging und ihr eine Strähne aus dem Gesicht wischte. "Du bist der Stolz des Hauses Black de Noirelune. Also verhalte dich auch so, ja? Es gibt Schüler, die besser für dich sind und andere die du meiden solltest. Einfache, ambitionslose Leute aus niederen Häusern oder gar Muggelstämmige"
Astoria entging das Schütteln ihrer Mutter beim Wort 'Muggel' nicht. Ihre Mutter hasste Nicht-Magier. "Aber natürlich, Mutter.", nickte Astoria bedeutungsschwer. Ihr war bewusst, dass sie ihre Eltern stolz machen sollte und sie wollte es auch so. Der Unterricht zuhause hatte sie bereits auf das Wesentliche vorbereitet und sie wusste, wo ihre Schwerpunkte lagen. Morgana legte eine Hand auf die Schulter ihres Mannes. Er streichelte sie und die beiden schauten auf Astoria.
"Vielleicht kannst du die Fahrt im Zug nutzen und mit Dracos Sohn Scorpius sprechen? Er wird dieses Jahr auch eingeschult und seine Eltern ...", überlegte Morgana laut.
"Nicht dieses Thema, Maman!"
Morgana runzelte die Stirn und schnaufte. "Nicht in diesem Ton, Fräulein!" Ihre Stimme wurde lauter. Alaric drückte ihre Hand fester. "Liebes, bitte! Wir haben doch bereits darüber gesprochen." Morgana schnaubte erneut wie ein trotziges Kind und auch Astoria tat es ihr gleich und hob abgeneigt den Kopf und sah zur Seite. Alaric raunte leise. Er kannte die beiden nur zu gut. "Ich habe uns einen Tisch in London zum Frühstück reserviert. Wollt ihr dort wirklich mit schmollenden Mund auftauchen?", fragte er mit seinem französischen Akzent. Astoria und Morgana sahen sich an. Dann schienen sie sich auf einen Waffenstillstand zu einigen. Astoria würde das nicht zugeben und suchte so nach einem Ausweg, um die peinliche Stille, die eingetreten war, zu beenden. "Ich werde Calantha noch füttern. Nicht, dass sie noch die Haustiere irgendwelcher Halbblüter frisst."
"Das wäre ihr gutes Recht", gluckste Morgana amüsiert, ehe sich Astoria aus dem Staub machte, um sich um ihr Haustier zu kümmern.
Gleis 9 3/4, King's Cross Station, LondonAm Bahnsteig angekommen sahen sich ihre Eltern suchend um. Astroia seufzte genervt, denn sie wusste, was ihre Eltern vorhatten. Sie hielten sich für klug und dachten Astoria bekäme ihre Pläne nicht mit, doch ab und zu belauschte sie ihre Eltern und wusste daher genau was sie vorhatten. Und so kam es wie es kommen musste. Im nächsten Moment standen Draco und Astoria Malfoy mit ihrem Sohn vor ihr. "Ah, Draco wie schön, dich hier zu sehen", lächelte Morgana und die Eltern begrüßten sich. "Das ist also euer Sohn Scorpius?" Morgana sah zu Astoria, die jedoch stumm blieb. Anschließend räusperte sie sich. Noch immer schaute Astoria die Malfoys stumm an. Ihre Mutter drückte ihr nun die Hand in den Rücken und schob sie etwas nach vorne. "Astoria ist heute etwas aufgeregt", lenkte Alaric ab. Nur widerwillig reichte Astoria den Malfoys die Hand. Draco griff zuerst nach ihr. "Freut mich, dich endlich kennenzulernen, Astoria. Dein Vater hatte Recht, was dich betraf. Darf ich dir Scorpius vorstellen?" Scorpius streckte die Hand aus und Astoria fasste diese nur zögerlich an. "Enchanté, Astoria", grinste Scorpius charmant. Astoria rollte innerlich die Augen. Wollte er sie jetzt mit seinem bisschen Französisch beeindrucken?, fragte sie sich. Sie sah über ihre Schulter zu ihren Eltern, die sie erwartungsvoll ansahen. Das Spiel würde sie spielen können, aber Scorpius würde den kürzeren ziehen. "Merci", lächelte sie gespielt verlegen und nahm ihre Hand wieder an sich.
Der Schaffner pfiff, was das Zeichen war aufzubrechen. Scorpius und Astoria stiegen in den Zug. Scorpius musterte sie neugierig, was Astoria ihn fragend anschauen ließ. "Du musst übrigens nicht aufgeregt sein, wenn dir wer dumm kommt, bin ich da." Er setzte ein charmantes Grinsen auf und zum Glück war er attraktiver als seine Eltern und dennoch war sie von dem jungen Mann nicht sehr angetan. Sie war nicht hier, um wen fürs Leben zu finden, sondern zu lernen und zu experimentieren. Doch Scorpius würde sie wohl nicht so schnell loswerden ... In diesem Moment entdeckte sie ihre Chance. "Oh da ist ein Bekannter von mir! Ich werde mich schonmal setzen. Willst du nicht mal schauen, ob es schon Kürbispastete gibt?", fragte sie den Jungen, der daraufhin zufrieden nickte. Idiot, der frisst mir aus der Hand, dachte sich Astoria diabolisch grinsend und setzte sich ins Abteil zu einem jungen mit schwarzen Haaren. Er hatte seine Augen geschlossen und öffnete sie nun wieder um scheinbar zu sehen wer das Abteil betrat. "Hallo. Hier ist noch frei nehme ich an?", fragte Astoria, wartete jedoch nicht die Antwort ab und setzte sich stattdessen auf die freie gegenüberliegende Bank. "Und du bist?", fragte sie und musterte den Gegenüber. Er hatte etwas Bekanntes an sich. Hatte sie ihn schon mal auf einer der vielen Soireen gesehen, auf die ihre Eltern sie immer mitschleppten? -
Ilae Avery; Avery-Landhaus
Die kräftigen Strahlen der Morgensonne zogen fahle Linien auf das dunkle Holz des Fensterrahmens in Ilaes Zimmer, während kleine Staubpartikel in der Luft über ihm tanzten. Er saß im Schneidersitz auf seinem Bett, das noch immer ordentlich gemacht und von der Nacht lediglich etwas zerknittert war – als hätte er sich nicht getraut, es zum letzten Mal durcheinander zu bringen.
Vor ihm auf dem Boden lag sein Koffer. Der Deckel stand noch offen, wie das Maul eines Tieres, das den 11-jährigen gleich verschlucken wolle. Ganz unten, sorgfältig zwischen die Roben geschoben, lag ein kleines in braunes Packpapier gewickeltes Päckchen – ein Abschiedsgeschenk seines Vaters, das er noch nicht geöffnet hatte. Das würde er sich aufheben, für einen Moment, in dem Heimweh ihn plagte. Denn so sehr Ilae sich auch auf den Beginn seiner Schulzeit in der Hogwartsschule für Hexerei und Zauberei freute, so merkwürdig und fremd fühlte er sich bei dem Gedanken, das Haus, in dem er aufgewachsen war samt seines Vaters zurück zu lassen – wenn auch nur zeitweilig.
Ein Rascheln drang aus dem eckigen Lederkoffer, dann tauchten zwei rosafarbene Nasen über dem Rand auf. Kraut und Rübe hatten sich aus den Klamotten gewühlt und quiekten nun leise, als wollten sie ihn erinnern, dass er nicht allein war. Der dunkelhaarige Junge lächelte warm und erhob sich, um sie aus dem Koffer zu heben und ihn dann mit einem Klicken zu schließen. „Kommt ihr Monster.“, sprach er die beiden Ratten an und strich jeder von ihnen sanft über den Kopf, bevor sie flink seinen Arm hinauf bis auf seine Schulter kletterten. „Zeit für Frühstück.“
Schon während Ilae die knarrenden Stufen herab stieg, die von seinem Zimmer zu den übrigen Wohnräumen, darunter der Küche, führte, konnte er das hohe Klirren von Geschirr hören. Tilda schien wie immer fleißig bei der Arbeit zu sein. Und tatsächlich; unten angekommen fand er die betagte Hauselfin, die gerade dabei war, die letzten Frühstücksteller auf den Tisch zu stellen, an dessen einem Ende sein Vater – Edmund – saß.
„Guten Morgen, Dad! Guten Morgen, Tilda!“, rief er fröhlich und ließ sich schwungvoll auf einem leeren Stuhl nieder. Sein Vater, ein hagerer Mann mit ernster Miene, aber aufmerksamem Blick, hob den Kopf und schenkte ihm ein müdes Lächeln. „Du hast alles gepackt?“, fragte er. Dann winkte er Tilda herbei, die hastig zwei dampfende Teetassen an den Tisch brachte. Schnell verschwand sie wieder in eine Ecke, wo sie begann eine Kachel zu polieren, obwohl diese bereits glänzte.
„M-hm.“ Mehr brachte Ilae, den Mund voller Rührei, gerade nicht zu Stande, doch sein Vater gab sich damit zufrieden. Einen Moment lang herrschte gefräßige Stille. Links und rechts von seinem Teller saßen Kraut und Rübe und schlugen sich ebenfalls die pelzigen Bäuche voll. Es störte Ilae nicht, dass er dafür missbilligende Blicke von Tilda erntete – sie und Edmund hatten schon lange aufgegeben ihn über Tischmanieren und Rattenverbot am Essenstisch zu belehren.
„Was denkst du in welches Haus ich komme, Dad? Du warst in.. Slytherin heißt es, richtig?“ Anders als andere Zaubererkinder, war Ilae bisher nur wenig vertraut mit der Magierwelt und der Schule, auf die er bald gehen würde. Deswegen hatte er auch nur eine begrenzte Vorstellung davon, nach welchen Kriterien man einem der vier Hogwartshäuser zugeordnet wurde. Sein Vater war kein Mann vieler Worte und aus Gründen, die Ilae nicht verstand, war er auch nie besonders erpicht darauf gewesen, sich mit ihm über Hexen, Zauberer und ihren Platz in der Welt zu unterhalten.
Auch jetzt ging er nicht auf die lockere Frage seines Sohnes ein. Stattdessen räusperte er sich unbehaglich. „Hör mal, Ilae.. Ich, also-“ Kurz wirkte es, als würden die Worte, die auf seiner Zunge lagen sich dagegen sträuben ausgesprochen zu werden. „Tilda wird dich heute zum Bahnhof begleiten.“, sagte er schließlich und sackte dann in sich zusammen, als hätte ihn diese Äußerung einiges an Kraft gekostet. Ilae hörte auf zu kauen und hob den Blick. Enttäuschung floss wie Blut durch seinen Körper und bildete einen zwickenden Klumpen in seiner Magengegend, doch er sagte nichts. Unangenehme Stille füllte den Raum. Selbst die chaotischen Nagergeschwister hatten aufgehört das Frühstück zu verschlingen und sahen abwechselnd zwischen dem Jungen und seinem Vater hin und her.
Edmund seufzte ergeben. „Es tut mir leid. Wirklich. Aber du weißt ja wie das ist; ich und-“ - „Schon gut, Dad. Ich weiß, nicht schlimm.“, unterbrach Ilae die offensichtlichen Ausreden. Er lächelte, so als wäre es selbstverständlich, doch es war offensichtlich, dass es keine ehrliche Geste war.
Eine knochige Hand legte sich sanft auf seinen Arm und drückte ihn leicht. Tilda stand neben plötzlich bei ihnen und schenkte ihm einen aufmunternden Blick. Sofort fühlte er sich besser. Sie kümmerte sich schließlich schon seit Jahren um ihn. Seit seine Mutter ausgezogen war. Er erwiderte ihre Geste, indem er eine Hand auf ihre legte und sie kurz dort verweilen ließ, bevor er von seinem Stuhl sprang – so enthusiastisch wie eh und je. Es wurde ohnehin Zeit aufzubrechen.
Als sie wenig später vor dem Kamin standen – den gepackten Koffer in der einen, Flohpulver in der anderen Hand, legte Edmund seine Arme um seinen Sohn. Die Umarmung war steif und unangenehm, doch Ilae wusste, dass sein Vater es gut meinte und erwiderte sie. Schließlich würde er ihn nun für lange Zeit nicht sehen. Keiner von ihnen sagte etwas, auch nicht als sie sich wieder von einander gelöst hatten. Es gab nur noch ein kurzer Blick, ein angedeutetes Nicken. Worte hatten sie nie viele gebraucht - oder gehabt.
Ilae trat nach der alten Tilda durch die grünen Flammen, der dumpfe Sog des Flohpulvers riss an seinem Magen – und plötzlich lag der Lärm Londons vor ihm.
Bahnhof Kings Cross
Die Bahnstation Kings Cross war der Ort, an dem sein neuer Lebensabschnitt beginnen würde. Es war laut und voll – fast schon unübersichtlich. Doch Tilda, die ihre magere Hand fest um seinen Unterarm geschlungen hatte, führte Ilae zielgerichtet durch die Menschen.
Erst jetzt kam in ihm die Frage auf, ob es nicht unklug von seinem Vater gewesen war, die Hauselfin mit ihm zum Bahnhof zu schicken. Was würden schließlich die nicht-magischen Personen von ihrem Anblick halten? Schnell stellte er jedoch fest, dass sie sie offenbar gar nicht wahrnahmen. Das war vermutlich besser so. Wie er aus eigener, schmerzlicher Erfahrung wusste, reagierten Muggel nicht unbedingt begeistert auf die Existenz magischer Wesen.
Am Gleis 9 ¾ wurde es schließlich etwas leerer. Die meisten anderen Kinder schienen bereits in den riesigen, rot-schwarzen Hogwartsexpress eingestiegen zu sein und so tummelten sich am Bahnsteig hauptsächlich jüngere Geschwisterkinder oder Eltern, die ihren Kindern durch die großen, gläsernen Fenster zuwunken. Er konnte spüren, wie seine Blicke an ihm – oder an Tilda? - hängen blieben, als sie an ihnen vorbei liefen.
Schließlich blieb sie stehen; es war Zeit sich zu verabschieden. „Bis bald, Tilda. Danke, dass du mich begleitet hast.“, sagte Ilae an die kleine Elfin gewandt, deren langgezogene, zerknitterte Ohren leicht wippten. „Hab bitte ein Auge auf Dad, ja?“ Sie nickte entschlossen und tätschelte seinen Arm.
Es wäre gelogen, wenn er geleugnet hätte, dass er sich um seinen Vater sorgte. Immerhin war der nun ganz allein. Nach dem unfreiwilligen Auszug seiner Frau hatte er wenigstens noch Ilae gehabt, doch nun?
Ilae schüttelte den Kopf. Alles Kopfzerbrechen half nichts. Er konnte sich auf Tilda verlassen, das wusste er. Also straffte er die Schultern, atmete einmal tief durch und marschierte dann zielgerichtet auf die geöffnete Zugtür zu. Einmal noch drehte er sich um, um Tilda zu zu winken, doch sie war bereits verschwunden. Jetzt gab es kein Zurück mehr.
Fenna Penhaligon; Penhaligon-Residance
„Fenna Penhaligon, du kannst nicht im Schlafanzug losziehen.“
„Und wieso nicht?“
„Liebling.“ Junipers Tonfall war weich und klangdefinitiv amüsiert, duldete jedoch keinen Widerspruch. Sie hielt eine gefaltete Schulrobe in den Händen, an der noch ein paar lose Fäden herunter baumelten – Fennas Versuch, das Schulwappen mit Stickereien zu verzieren, war offenbar bemerkt worden.
„Naaa schön.“, gab sich Fenna geschlagen und verdrehte spielerisch die Augen, bevor sie ihrer Mutter die Kleidung aus den Händen nahm. Odette – ihr zweiter Elternteil – stand derweil auf einem Hocker, um die wilde Haarpracht der jungen Hexe zu einem Dutt zu bändigen. Das klappte eher mittelmäßig – zu viele Strähnen waren zu starr, zu eigensinnig. Wie sie selbst. Natürlich hätte sie sie ohne große Mühen so verändern können, dass Odette weniger Schwierigkeiten bei ihren Frisierversuchen gehabt hätte, doch Fenna mochte ihre ungezähmte Mähne.
„Du musst dich nicht verbiegen, aber ein bisschen offiziell darfst du schon aussehen.“, sagte Odette mit zärtlicher Strenge, während sie von dem Hocker herabstieg um ihr Werk zu begutachten.
Fenna sah mit einem schelmischen Halbgrinsen zu ihr auf. „Puh, ich dachte schon, wir feiern heute meine Verwandlung zur Vorzeige-Musterschülerin.“- „Du darfst jeder Zeit aus der Reihe tanzen, mein Schatz.“, sagte Juniper mit einem Augenzwinkern und legte ihren Arm um Odette. „Solange du dabei niemanden mit deinem Zauberstab aufspießt.“
Fenna kicherte. Freudige Aufregung kribbelte ihr in allen Gliedmaßen. Sie war unendlich gespannt auf ihre neuen Mitschüler, auf Hogwarts und auf das Haus, das ihr zugeteilt werden würde. Egal welches es werden würde, die 11-jährige wusste, dass ihre Mütterstolz auf sie sein würden.
Ein schriller Ruf riss die Familie aus ihren ausgelassenen Plänkeleien. Es war die große, hölzerne Kuckucksuhr, die sie mit steigender Vehemenz daran erinnerte, dass es Zeit war zu gehen. In Windeseile schlüpfte Fenna in ihre Klamotten, schnappte sich den Griff ihres Koffers und stürmte ohne lange zu Zögern in Richtung Haustür. Juniper und Odette wechselten einen belustigten Blick, besänftigten die noch immer krähende Uhr und folgten ihrer Tochter dann nach unten.
Bahnhof Kings Cross, Gleis 9¾
Am Gleis 9¾ war es laut, wuselig, magisch. Fenna konnte Eulenentdecken und Katzen, Kinder mit schwebendem Gepäck und Eltern, diemit Abschiedstränen kämpften. Ihr Herz machte einen Sprung. Schon jetzt fühlte sie sich, als wäre sie genau da, wo sie sein sollte.
Energisch schob sie sich durch die Menge. Nicht grob, aber zielgerichtet, wie jemand, der keinen Zweifel daran hat, dass ihr ein Platz in dieser Welt zusteht. Ihre Eltern hatten Mühe mit ihr mitzuhalten.
Direkt vor dem Hogwartsexpress blieb sie stehen und starrte hinauf. „Woah.“, stieß sie mit großen Augen hervor und blickte dann über ihre Schulter zu Juniper und Odette, die es nun geschafft hatten sie einzuholen. „So hab ich an meinem ersten Tag auch geschaut.“, sagte letztere und strich ihr sanft eine Strähne hinters Ohr. „Hogwarts wird dir gefallen. Du wirst dich sicher schnell zurechtfinden.“
Wortlos warf sich Fenna in die Arme ihrer Mütter und drückte den Kopf fest an sie. Sie konnte den gemischten Geruch aus Flieder und Salbei riechen, der ihr so vertraut war. Kurz zog ein Gefühl von Widerstreben an ihr. Sie würde die beiden sehr vermissen.
Als würde sie ihr Zögern spüren, tätschelte Juniper ihrem blonden Wildfang aufmunternd den Rücken. „Es wird Zeit, Fenna.“ Noch etwas fester schlangen sich die dreiumeinander, bevor sie sich schließlich lösten. „Wir haben dichsehr lieb.“
„Ich euch auch, Mama.“ Fast wünschte sie sich, dass die beiden sie begleiten könnten, doch im nächsten Augenblick war der Moment der Unsicherheit vorbei. Fenna würde das auch alleinschaffen, das wusste sie. Sie war selbstbewusst, mit einem kessen Mundwerk, dem Kopf voller Fragen und einem Herz, das vor Tatendrangsprühte.
„Ich schreib euch sofort eine Eule, wenn ich angekommen bin!“, rief sie noch, während sie die Stufen hinaufstieg, die ins Innere des Zuges führten. Dann waren ihre Elternaußer Sichtweite und Fenna machte sich daran einen Sitzplatz zu finden.

"Dreck an den Schuh'n und Freiheit im Haar -
Dir eil'n Gerüchte voraus, Flüche dir nach." -
Riley-Evelyn Potter
Riley blickte überrascht auf, als sich die Tür ihres Abteils öffnete und ein Junge, welcher im selben Alter zu sein schien, eintrat. Bevor sie überhaupt auch nur die Möglichkeit hatte, auf seine Frage zu antworten, blickte er bereits auf Mr. Wiggles und fragte nach seiner Rasse und nach seinem Namen.
Rileys Mundwinkel zogen sich sofort zu einem stolzen Grinsen und sie nickte leicht. "Vielen Dank!", sagte sie, bevor sie sich Mr. Wiggles schnappte und dem fremden Jungen direkt in die Hände drückte. "Das ist Mr. Wiggles und er ist ein Zimt-Frettchen. Er ist manchmal ein bisschen tapsig, aber dafür unglaublich treu – treuer als jeder andere!", antwortete sie und ihr Blick fiel nun auf den majestätischen Main Coon-Kater, welcher sich bereits auf dem Fensterplatz niedergelassen hatte.
"Thales.", wiederholte sie, beugte sich vor, um die Fellnase ein wenig genauer zu betrachten. "Wow, du bist wirklich hübsch. Was für ein schönes Fell du hast!", sagte sie mit einem deutlichen Staunen in der Stimme und berührte mit ihrer Fingerspitze dann vorsichtig Thales' feuchtes Näschen.
Während sie gerade noch mit einem breiten Lächeln Thales betrachtete, bemerkte sie aus dem Augenwinkel einen weiterten Jungen im Gang, welcher scheinbar noch nach einem Sitzplatz suchte.
Sie blickte in seine Richtung und winkte ihm mit einer leichten Handbewegung zu. "Also hier ist noch was frei, wenn du noch nach einem Sitzplatz suchst.", sagte sie und lächelte ihm zu.
Lucian Clearwater
Lucian öffnete wieder seine goldenen Augen, als sich die Abteiltür mit einem leisen Klick öffnete und ein blondes Mädchen sich direkt ihm gegenüber niederließ. Er musterte sie auf die selbe Art und Weise, wie sie ihn musterte, wobei in seinen Augen - trotz seines emotionslosen Gesichtsausdrucks - etwas kaltes und berechnendes lag.
Er antwortete nicht sofort – er nahm sich Zeit, um zu entscheiden, ob sie es überhaupt wert war, eine Antwort von ihm zu erhalten.
Schließlich lehnte er sich zurück, verschränkte seine Arme vor der Brust und zog leicht genervt seine Augenbrauen zusammen.
"Lucian.", antworte er knapp und hoffte wirklich, dass das Abteil nicht noch voller werden würde.
Vielleicht lag es daran, dass Lucian mehr oder weniger in Isolation aufgewachsen war und nie wirklichen Kontakt zu Gleichaltrigen gehabt hatte, aber wenn er etwas nicht leiden konnte, dann waren es zu viele Personen auf engem Raum - das Gefühl von Enge, als würde man ihn in einen Käfig sperren wollen.
Er hatte es schon immer vorgezogen, lieber allein zu sein, wusste aber, dass er in Hogwarts teilweise keine andere Wahl haben würde, als mit anderen Schülern interagieren zu müssen. Und dennoch...es war besser, auf Hogwarts zu sein, als zu Hause, das er nie als sein Zuhause angesehen hatte.
Wieder musterte er das Mädchen vor sich und zog dann fragend eine Augenbraue hoch, als wollte er, dass sie ihm auch ihren Namen verriet.
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Phileas Boot
Ehe sich der Schüler versah hatte er bereits das Frettchen in der Hand und starrte es mit großen Augen vor Verwunderung an, ehe diese der Neugierde wich und er dem zahmen Frettchen über den Pelz streichelte. Die Krauleinheiten am Kopf schienen ihm besonders zu gefallen. "Mr. Wiggles heißt er? Süß", sagte Phil ehrlich, eher das Zimt-Frettchen genauer ansah und kurz roch. "Hmm es riecht aber nicht nach Zimt", stellte er glucksend fest und schaute, wie das Frettchen leicht an seinen Händen, mit denen er es hielt, knabberte. "Freut mich, dass du einen so loyalen Begleiter hast. Thales hat zwar seinen Auslauf, aber nach ein paar Stunden kommt er auch immer wieder zu mir zurürck.", lächelte er dabei und sah zum Main Coon Kater während das junge Mädchen den Kater musterte und ihn dann am Näschen berührte. Majestätisch wand Thales den Kopf ab, um nach Phileas zu schauen. Das Frettchen in seinen Händen weckte wohl das Interesse des Katers. "Nein, Thales. Das ist kein Jarvey.", sprach er mahnend zum Kater während das Mädchen wohl jemanden im Flur entdeckte und ihn hereinwinkte. Phil drehte sich nun auch um, um die Person im Gang des Abteilwagens zu sehen. Es musste ein ziemlich seltsamer Anblick sein. So viele Haustiere wie Schüler in diesem Abteil. Und als ob Thales die Gedanken lesen konnte, machte sich der Kater jetzt erst so richtig breit am Fensterplatz. Phil schüttelte mit einem Lachen den Kopf.
Er setzt sich auf den Platz neben Thales und sah sich Mr. Wiggles nochmal an. "Echt putzig und viel entspannter als Jarveys", stellte er zufrieden fest und steckte das Frettchen auf beiden wieder zu dem Mädchen aus. "Wir hatten vor 2 Jahren eine Gnomplage im Garten." Phils Blick ging wieder zu dem Schüler aus dem Flur, der nun etwas näher ans Abteil herantrat. "Keine Scheu. Die beiden beißen nicht", lächelte Phil und deutete auf den Kater und das Frettchen.
Astoria Morgana Black de Noirelune
Nach einer guten Weile reagierte der Schwarzhaarige auf Astorias Frage. Zeitgleich stellte sie fest, als sie von den bernsteinfarbenen Augen angesehen wurde, dass sie den Jungen doch nicht kannte und dennoch hatte er irgendetwas an sich, was sie an jemanden erinnerte. Sie schürzte überlegend die Lippen. In diesem Moment stellte sich ihr Gegenüber genervt und sichtlich ablehnend als Lucian vor. 'Der am Tag geborene', sinnierte sie dabe über den lateinischen Namen, der sich von Lux oder lucere ableiten ließ. Nach Begutachtung des Gegenübers hatte dieser für Astorias Dafürhalten wenig mit dem Tag zu tun. Die schwarzen Haare und diese fast orangefarbenen Augen gaben ihr eher das Gefühl von Abenddämmerung mit einer untergehenden Sonne. Doch sie verlor sich im Gedanken, denn auch Lucian symbolisierte ihr, dass er wohl auf ihren Namen wartete.
"Astoria Black de Noirelune", stellte sie sich vor. Auf ihren Mutternamen verzichtete sie, da es in der alten französischen Magierwelt so üblich war, den Mutternamen nur auf Dokumenten mitanzugeben. "Und du stammst aus welcher Familie, wenn ich fragen darf?", hakte sie nach, da ihr das Äußere des Jungen immer noch bekannt vorkam oder lag es an seiner allgemeinen Erscheinung? Das schwarze Haar war definitiv auffällig, aber diese Augen. Für eine kurze Zeit beschlich sie das Gefühl er starre sie nicht nur genervt an sondern berechnend. Sie zog die Augenbrauen etwas zusammen und richtete die Schultern auf. Sie hatte keinen Grund sich davon unterkriegen zu lassen. Ihr Vater hatte ihr immer gelehrt, selbstbewusst aufzutreten (selbst wenn man es in einem Moment nicht ist). Und das würde sie auch tun.
Sie blickte in den gang. Scorpius war noch nicht wieder da, zum Glück!, dachte sie sich, ehe ein hochgewachsenes Mädchen etwa in ihrem Alter im Flur suchend umherlief und auf einmal vor ihrer noch offenen Tür stehenblieb. Scorpius musste wohl vergessen haben die Abteiltür zu schließen als er losgegangen war, um Astoria ihren Wunsch zu erfüllen. Nun spürte sie auch wie Lucian den 'Besuch' feststellte und diese musterte. Intuitiv warf Astoria ihrem Gegenüber einen Blick zu und musterte Lucian. Selten hatte sie jemanden so pessimistisch gesehen. Er hatte wohl keinen guten Start. Sie sah wieder zu dem blonden Mädchen und setzte ein schräges Lächeln auf. "Hier wäre noch Platz, wenn du einen Sitzplatz suchst. Hauptsache du schließt die Tür danach." Die Schülerin hatte die naive Hoffnung, Scorpius würde sie dann nicht mehr wiederfinden. -
Ilae Avery
Während Ilae sich vorbei schob an Taschen und kleinen Trauben zukünftiger Mitschüler, ertönte laut das Horn des Zuges. Er kündigte die bevorstehende Abfahrt an. Eilig verteilten sich die jungen Hexen und Zauberer auf die umliegenden Abteile und machten es sich für die lange Fahrt gemütlich. Unentschlossen sah Ilae erst in die eine, dann in die andere Richtung des sich leerenden Ganges. Auch er sollte sich so langsam in eins der Abteile zurück ziehen, ehe der Hogwartsexpress sich in Bewegung setzte und er auf der Nase landete.
Ein ungewohntes Gefühl kroch in ihm hoch - Schüchternheit. Alle um ihn herum hatten sich bereits zu kleinen Grüppchen zusammen geschlossen und waren vertieft in Gespräche, die Ilae sich scheute zu stören. Hatte er sonst keinerlei Probleme auf Menschen zu zugehen, so war er doch selten unter so vielen Menschen und wollte sich schließlich auch niemandem aufdrängen.
Er war kurz davor sich einfach auf den Boden zu setzen, als ein rothaariges Mädchen mit wachen, grünen Augen seinen Blick traf und ihm mit einer einladenden Handbewegung einen Platz in ihrem Abteil anbot. Außer ihr befand sich noch ein gleichaltriger Junge mit dunklem Haar darin, der ein Frettchen in den Händen hielt.
Sofort war Ilaes Zurückhaltung wie weggeweht. "Oh, das wäre super. Danke!", sagte er und ging schnellen Schrittes auf die beiden zu. Bevor er eintrat, stockte er aber plötzlich. Er hatte den großen Kater entdeckt, der am Fenster lag. Nicht ganz überzeugt sah er von ihm zu dem Mädchen zu dem Frettchen zu dem Jungen, in dessen Armen es sich gemütlich gemacht hatte. Ilae zweifelte nicht an dessen Aussage, dass sie ihn nicht beißen würden, aber galt das auch für Kraut und Rübe?
"Ich hab meine beiden Ratten dabei.", erklärte er und zeigte auf eine seiner Umhangtaschen, die übervoll erschien. Ein rosafarbene Schwanzspitze lugte heraus und über dem Saum ließ sich eine kleine, pelzige Nase erkennen, die hin und her wackelte. "Ist das ein Problem?" Ilae hatte viel übrig für alles, das auf dieser Erde kreuchte und fleuchte. Ihre Haustiere machten Ilae seine neuen Bekanntschaften also nur umso sympathischer. Wie gern würde er sich zu ihnen gesellen, aber das ging natürlich nur, wenn er Kraut und Rübe damit nicht in Lebensgefahr brachte.
Fenna Penhaligon
Selbstbewusst bahnte Fenna sich ihren Weg durch den Gang des Hogwartsexpress. Dabei musterte sie die anderen Kinder, die ihr entgegen kamen oder noch auf dem Gang standen interessiert. Das waren also ihre zukünftigen Mitschüler. Fuhren eigentlich auch die Lehrer mit dem Zug zur Schule? Vermutlich nicht, zumindest hatte sie bislang keinen Erwachsenen im Inneren des Zuges gesehen. Umso besser, so konnte ihnen niemand den Spaß verderben.
An einer offenen Abteiltür blieb Fennas Blick schließlich hängen und brachte sie dazu stehen zu bleiben. Sie brauchte schließlich auch noch einen Sitzplatz und hier schien sie fündig werden zu können. Der durchdringende Blick des blonden Mädchens im Inneren des Abteils war auf sie gerichtet.
"Hier wäre noch Platz, wenn du einen Sitzplatz suchst. Hauptsache du schließt die Tür danach.", hörte Fenna sie sagen und zögerte nicht lang. Sie tat wie ihr geheißen, trat ein und schloss die Tür hinter sich. Dann ließ sie sich auf einen der leeren Sitzplätze fallen. "Prima, danke!" Ihr gegenüber saß ein Junge, der den Eindruck machte, überall sonst lieber sein zu wollen als hier. Fenna runzelte kaum merklich die Stirn. "Ich bin Fenna." Ihre Augen wanderten neugierig zurück zu dem Mädchen, das so freundlich gewesen war, ihr einen Platz anzubieten. "Penaligon.", setzte sie nach, als wäre ihr das plötzlich wieder eingefallen. "Fenna Penhaligon." Neugierig wartete sie darauf, dass die anderen ihre Geste erwidern und sich ebenfalls vorstellen würden.
"Dreck an den Schuh'n und Freiheit im Haar -
Dir eil'n Gerüchte voraus, Flüche dir nach." -
Riley-Evelyn Potter
Riley grinste amüsiert, als der Junge meinte, Mr. Wiggles würde nicht nach Zimt riechen.
„Ja, leider. Ziemlich schade, wenn du mich fragst.“, sagte sie mit einem Schulterzucken und nahm das Frettchen wieder in ihre Arme.
Mr. Wiggles ließ sich nicht zweimal bitten. Kaum war er wieder in Rileys Armen, kletterte er zielstrebig auf ihre linke Schulter – seinen erklärten Lieblingsplatz.
Von dort aus beobachtete er mit glänzenden Knopfaugen den imposanten Maine-Coon-Kater. Neugierig. Wachsam. Fast so, als wolle er jedes Zucken von dessen Schnurrhaaren studieren.
Ihr Blick glitt zurück zum Neuankömmling, doch unmittelbar vor der Tür stoppte er plötzlich – als hätte ihn etwas im letzten Moment zurückgehalten. Riley legte leicht verwirrt den Kopf schief.
Doch dann wanderten ihre Augen bereits auf die Umhängetasche des Jungen. Sie weitete ihre Augen und ihr Mund zog sich wieder zu einem breiten Grinsen, als sie die rosafarbene Schwanzspitze sah, welche leicht heraus lugte.
„Du hast Ratten? Sehr cool! Wie heißen sie?“, fragte sie, und auch Mr. Wiggles’ Aufmerksamkeit lag nun auf der Umhängetasche.
Riley sah aus dem Augenwinkel kurz zu ihrem Frettchen, bevor sie sich wieder auf die weichen Polster plumpsen ließ.
„Also, um Mr. Wiggles brauchst du dir keine Gedanken zu machen. Er würde niemals jemandem etwas zuleide tun. Deine Ratten sidn also sicher.“, versicherte sie ehrlich, bevor ihr Blick zu dem anderen Jungen und Thales wanderte, da sie für sie nicht sprechen konnte.
Lucian Clearwater
Lucian nickte nur einmal schweigend, als sich das Mädchen ihm gegenüber mit Astoria Morgana Black de Noirelune vorstellte.
„Was für ein langer Name…“, dachte er sich. Und natürlich fragte sie nun auch nach seinem Familiennamen.
Wieder antwortete Lucian nicht sofort, sondern musterte sein Gegenüber erneut. Dabei entging seinen aufmerksamen Augen nicht, wie Astoria unmerklich die Schultern aufrichtete. Was wohl gerade in ihrem Kopf durchging? War sie eingeschüchtert oder einfach nur ungesund neugierig? So oder so beschlich Lucius bei ihr das Gefühl, dass er besser vorsichtig sein sollte – mit dem, was er erzählte… oder eben verschwieg.
Bevor er auf die Frage nach seinem Familiennamen antworten konnte, bemerkte auch er ein weiteres Mädchen an der Abteiltür, dem Astoria sofort einen Platz anbot. Spätestens jetzt war sich Lucian sicher: Das war es dann wohl mit einer ruhigen Zugfahrt.
Kaum hatte sie die Tür hinter sich geschlossen, setzte sie sich auch schon ihm gegenüber.
Schweigend beobachtete er sie dabei, wie sie sich vorstellte und nun sichtlich darauf wartete, dass Astoria und er es ihr gleich taten.
"Lucian Clearwater.", stellte er sich diesmal mit seinem kompletten Namen vor und lies seine goldenen Augen zwischen Fenna und Astoria hin und her wandern.
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Phileas Boot
Ein bisschen traurig, dass Mr. Wiggles nicht nach Zimt roch, war Phileas schon und dennoch - wenn er so darüber nachdachte - wäre das wohl eine ganz große Ablenkung gewesen und vielleicht würde man dann auch Zimt gar nicht mehr mögen, wenn man das Gewürz den ganzen Tag riechen müsste. Er schüttelte den Kopf über seinen tagträumerischen Gedanken und fixierte wieder das Mädchen und das Frettchen, das es sich auf ihrer linken Schulter bequem gemacht hatte. "Mr. Wiggles ist ziemlich zutraulich und neugierig, hm?", fragte er als er spürte, wie das Frettchen den Main Coon musterte. Dieser schaute nüchtern aus dem Fenster. Thales schien die Fahrt nicht zu gefallen. Die Stadt, London, war ihm eh zu viel. Er sehnte sich nach dem Wald, in dem die Boots ihr Haus hatten.
Als der dritte Schüler das Abteil betrat, musterte Phileas diesen neugierig. Sein neugieriger Blick änderte sich zu einem Grinsen, als er den Schwanz aus der übervollen Tasche hinauslugen sah. "Ratten? Cool.", gluckste er und sah dann zu Thales, der bei dem Wort den Kopf zu den anderen drehte. Der Braunhaarige legte seine Hand auf den Kopf des Katers. "Thales jagt nur gerne magisches Ungeziefer und ab und zu Wildratten." Phil musterte nochmals den Schwanz, der aus der Tasche herausschaute, ehe er fortfuhr: "Aber die Wildratten sind größer als deine. Das ist Thales zu müßig. Er macht lieber Jagd auf die Großen" Bei dem Wort griff Thales nach Phils Hand, die bisher seinen Kopf gestreichelt hatte. Der Kater teste gerne Grenzen aus und war im Allgemeinen ein großer Erkunder, dennoch wollte er nie zu lange von Phil entfernt bleiben. Der Braunhaarige tapste Thales auf die Nase und streichelte dann wieder seinen Kopf.
"Wie heißt ihr eigentlich?", fragte Phil anschließend, wenn sie schon ihre Haustiere einander vorstellten, sollten sie sich vielleicht auch gegenseitig vorstellen. Bereits jetzt brach dabei in dem Braunhaarigen eine wohlige und leicht nervöse Vorfreude aus. Er mochte die Runde und fand es jetzt schon spannend, das alle hier scheinbar so unterschiedlich waren und sie doch alle dasselbe Ziel - Hogwarts - hatten.
Astoria Morgana Black de Noirelune
Ehe Lucian ihre Frage beantworten konnte, trat bereits das blonde, große Mädchen aus dem Flur ein. Astorias Augen wechselten zwischen beiden umher, ehe sich das Mädchen vorstellte. Astoria wiederholte den Namen beinahe fragend "Fenna Penhaligon?" Für einen Moment schürzte sie die Lippen, überlegte, ob der Name ihr etwas sagte. Doch da war nichts und ehe sie etwas darauf hätte erwidern können, antwortete der Schwarzhaarige. Dieser stellte sich nun als Lucian Clearwater vor. Der Name schien ihr unbekannt und zugleich schonmal gehört. Sie würde wohl ihre Mutter fragen, denn die kannte sich mit den englischen Zauberen bedeutend besser aus als ihr Vater. Der hatte seine Kenntnisse vor allem bei den französischen Zauberfamilien.
Als sich nun bereits die beiden vorgestellt hatten, war die Blonde an der Reihe. "Astoria Black de Noirelune", fügte die Blonde als letzte in dem Trio hinzu. "Freut mich", lächelte Astoria mehr einstudiert als wirklich von Herzen. Doch sie wusste, dass Kontakte nur denen schadeten, die keine hatten. Und so würde sie die Zeit bis zur Ankunft in Hogwarts nutzen, um zum einen Scorpius aus dem Weg zu gehen und andererseits diese neuen Schüler kennenzulernen. "Habt ihr schon ein Haus, in das ihr gerne wollt?", fragte sie mit berechtigtem Interesse, gab es ihrer Ansicht nach doch nur ein Haus, das für alle Magier, die es sich verdient hatten, erstrebenswert war: Slytherin. -
Ilae Avery
Ilae entspannte sichtlich, als sowohl das rothaarige Mädchen als auch der andere Junge seine Sorge entkräfteten. Offenbar hatte niemand etwas gegen Kraut und Rübe – im Gegenteil. Riley und Phileas schienen sich sogar über ihre Anwesenheit zu freuen. Auch Thales, der beeindruckende Kater, hatte seine Aufmerksamkeit zwar auf ihn gerichtet, wirkte dabei aber mehr neugierig als bedrohlich. Erleichtert setzte Ilae sich, rückte seine Tasche zurecht und öffnete den Verschluss ein kleines Stück weiter. Sofort lugte zuerst Rübes, dann Krauts Kopf hervor. Die beiden schnüffelten aufgeregt, offenbar fasziniert von den fremden Gerüchen und der Geräuschkulisse.
„Die hier ist Rübe – mit dem roten Fell – und das ist Kraut.“ Er streichelte behutsam über die kleinen Köpfe, während er sprach. „Sie mögen neue Leute… meistens.“ Mit einem schiefen Grinsen sah er zu Mr. Wiggles und dann zu Thales. „Solange niemand versucht, sie zu fressen, werden sie sich sicher gut benehmen. Und das sind also Thales und Mr. Wiggles, ja?“ Er deutete auf den beeindruckenden Kater, dann auf das Frettchen. "Freut mich, euch kennen zu lernen, ihr zwei!"
Auf Phileas' Frage hin sah Ilae auf. „Oh, und ich bin Ilae. Ilae Avery.“ Einen kurzen Moment zögerte er – von den Erwachsenen, die ihm bisher begegnet waren, war bisher oft eine bestimmte Reaktion auf seinen Nachnamen gefolgt, aber hier schien keiner von ihnen bisher übermäßig beeindruckt oder abschätzig. Eine willkommene Abwechslung.
Er lehnte sich leicht zurück, den Blick nun aus dem Fenster gerichtet, doch ein feines Lächeln spielte noch immer um seine Lippen. Die Nervosität vom Anfang schien sich verflüchtigt zu haben – vielleicht würde diese Zugfahrt doch nicht so einsam verlaufen wie befürchtet.
Fenna Penhaligon
Fenna nickte leicht, als sich auch die anderen vorstellten. Lucian Clearwater und Astoria Black de Noirelune – beide Namen klangen, als würde man sie mit einem Wappen über einem alten Kamin lesen. Fenna ließ sich davon allerdings nicht einschüchtern. Sie war es gewohnt, zwischen starken Persönlichkeiten zu stehen.
Astorias Frage nach dem Wunschhaus brachte sie für einen Moment zum Nachdenken. Ihre dunklen Augen ruhten kurz auf dem gegenüberliegenden Fenster, während der Zug langsam zu ruckeln begann. Draußen glitten die letzten Meter der Station langsam vorbei – es gab nun wirklich kein Zurück mehr.
„Ich bin mir noch nicht ganz sicher“, gab Fenna schließlich zu. „Slytherin würde mich reizen.“ Ihre Stimme klang ruhig, beinahe nachdenklich, doch mit einem Unterton von Entschlossenheit. „Nicht wegen des ganzen Ruhms oder der Geschichten, die man sich erzählt. Aber... die Leute dort wissen meistens, was sie wollen. Und ich auch.“ Sie machte eine kurze Pause, lehnte sich zurück und verschränkte die Arme locker. „Ravenclaw wäre auch interessant. Ich mag es, wenn man nicht aufhört zu fragen, nur weil man eine Antwort bekommen hat." Sie machte eine kleine Pause und zog ein Knie locker auf die Sitzfläche, wandte sich dann wieder Astoria zu. Der Ausdruck in ihren Augen war offen, aber auch leicht prüfend – wie jemand, der zwischen den Zeilen zu lesen versucht.
"Aber ich denke, am Ende entscheidet sich das nicht nur daran, wo man hinpasst, sondern auch daran, wer man bereit ist zu sein.“ - das war es zumindest, was ihre Mütter ihr gesagt hatten.
Ein winziges, fast schelmisches Lächeln huschte über ihre Lippen. „Und bei dir? Ich tippe auf Slytherin. Das würde jedenfalls gut passen. Du wirkst… ehrgeizig.“ Der letzte Satz klang nicht wie Aberwitz. Eher wie ein stilles Kompliment – oder eine Einladung, sich zu zeigen. Fenna lehnte sich wieder zurück und beobachtete, wie sich die Felder draußen öffneten, unterbrochen von kleinen Höfen und gelegentlichen Bäumen, die wie aufgeschlagene Kapitel in einem neuen Buch vorbeizogen. Dann sah sie zu Lucian und wartete auf seine Antwort - auch ihn konnte sie sich hervorragend in Slytherin vorstellen. Vermutlich lag das an seiner verschlossenen Art, die vermuten ließ, dass mehr in ihm steckte, als er durchscheinen ließ.
"Dreck an den Schuh'n und Freiheit im Haar -
Dir eil'n Gerüchte voraus, Flüche dir nach." -
Riley-Evelyn Potter
Riley weitete leicht die Augen, als Kraut und Rübe ihre kleinen Köpfe aus seiner Tasche streckten. Auch Mr. Wiggles auf ihrer Schulter richtete nun seine schwarzen Augen auf die zwei Ratten und beobachtete sie neugierig.
„Hallo Kraut, hallo Rübe.“, begrüßte sie die beiden Ratten mit einem breiten Grinsen, bevor ihr Blick zu Ilae selbst wanderte. „Und freut mich, Ilae!“, sagte sie nun mit einem freundlichen Lächeln.
Bei seinem Nachnamen klingelte irgendetwas… irgendetwas ganz weit in ihrem Hinterstübchen. Sie war der Meinung, dass ihr Vater den Namen einmal in einem Gespräch mit einem anderen Auror erwähnt hatte. Aber sie konnte sich nicht mehr daran erinnern, worum es gegangen war. Und wenn sie sich nicht daran erinnern konnte, dann war es wohl bedeutungslos gewesen.
Also tat sie den Gedanken einfach wieder ab, um sich dann selbst vorzustellen. „Mein Name ist Riley. Riley-Evelyn, um genau zu sein – aber bitte nur Riley. Niemals Riley-Evelyn.“, sagte sie und umging es geschickt, ihren Nachnamen zu erwähnen. Vor ein paar Tagen hatte sie angefangen, das vor ihrem Spiegel zu üben. Mehr oder weniger erfolgreich. Immerhin wollte sie als sie selbst gesehen werden – und nicht als Erbin von „dem Jungen, der überlebte“.
„Kennt ihr Weasleys Zauberhafte Zauberscherze in der Winkelgasse? Das wird von zwei meiner Onkel betrieben. Ich hab also unbegrenzten Zugriff auf all ihre Scherzartikel! Also falls ihr mal irgendwas braucht, könnt ihr mir einfach Bescheid geben...“, sagte sie mit einem schiefen Grinsen, und in ihren Augen glitzerte etwas Verschlagenes, als sie an all die verschiedenen Möglichkeiten dachte, die sich ihr in Hogwarts wohl bieten würden.
Sie hatte sich innerlich schon darauf eingestellt, wohl das ein oder andere Mal nachsitzen zu müssen – aber auch nur, wenn man sie erwischte. Und sie hatte nicht vor sich erwischen zu lassen - nicht umsonst hatte sie sich den Tarnumhang ihres Vaters...ausgeliehen.
Ihre Augen wanderten nun zu dem anderen Jungen, während sie darauf wartete, dass auch er sich vorstellte.
Lucian Clearwater
Bei Astorias Frage nach dem Wunschhaus in Hogwarts hielt Lucian einen Moment lang inne. Natürlich hatte er sich diese Frage auch bereits gestellt, aber er wusste, dass es darauf nur eine richtige Antwort geben konnte – zumindest, wenn es nach seiner Familie ging.
Seine goldenen Augen wanderten aufmerksam zwischen Astoria und Fenna hin und her, bis sie schließlich wieder bei Fenna hängen blieben.
„Und was genau willst du?“, fragte er monoton, aber dennoch mit einem Hauch von Neugierde in der Stimme, als sie sagte, dass sie wusste, was sie wollte.
Ihre weiteren Worte brachten ihn zum Nachdenken. „... sondern auch daran, wer man bereit ist zu sein.“ – Wer wollte er sein?
Er wusste, was von ihm erwartet wurde. Aber er hatte sich diese Frage noch nie wirklich selbst gestellt. Am Ende würde er sowieso keine andere Wahl haben, als den Weg zu gehen, der ihm vorgegeben wurde. Immerhin gehörte er nirgendwo wirklich dazu – weder zu den Wesen der Nacht, noch zur Welt der Hexen und Zauberer. Seine Existenz ist ein Schandfleck. Und das wusste er. Er konnte nur hoffen, dass man ihn irgendwo wenigstens ein wenig akzeptierte.
"Slytherin.", antwortete er schließlich selbst wieder recht knapp.
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Phileas Boot
Der Neuzugang wurde offenbar erleichtert durch die Reaktion der beiden anderen und machte sich lockerer, öffnete sogar seine umgehangenen Tasche, aus der dann statt der langen Schwänzen zwei Rattenköpfe neugierig und schnuppernd hervorsahen. Phil musste schwach lächeln und beugte sich ein Stück interessierter nach vorne. "Na das sind ja mal witzige Namen", gluckste er zu dem Besitzer, ehe er wieder die Ratten ansah. "Kraut und Rübe", deutete er jeweils auf die richtige Ratte und prägte sich die Namen ein. Nun wurde auch Thales' Aufmerksamkeit geweckt. Der Kater richtete majestätisch den Kopf vom Fenster ab zu den Ratten und musterte sie genauestens. Dann schweifte er wieder ab und sah aus dem Fenster. Thales schein wohl nicht sonderlich beeindruckt von den Ratten, das Frettchen hatte ihn wohl mehr aufgeweckt als böse Erinnerung an die Jarveys, die er einst jagen musste. Umso besser, dachte sich Phileas und lehnte sich in dem weichen Sitz des Abteils zurück während er zuhörte, wie der Rattenbesitzer sich als Ilae Avery vorstellte. "Schön dich kennenzulernen, Ilae", erwiderte der Braunhaarige höflich und grübelte dabei noch auf dem Nachnamen rum. Sein Vater schwadronierte zuhause immer und erzählte ständig von irgendwelchen Magierfamilien, mal gute Familien und mal böse Familien. Doch Phil hatte sich nie die Mühe gemacht, die Namen sich zu merken und so schob er seine Gedanken beiseite.
Anschließend stellte sich das rothaarige Mädchen als Riley-Evelyn vor. "Wilkommen an Board, Riley-Evelyn", er grinste verschmitzt, ehe er sich korrigierte: "Riley." Im Gegensatz zu Ilae verriet sie ihren Nachnamen nicht, was Phileas natürlich nicht entging, doch ehe er nachfragte fiel er auf ihre Ablenkung herein. Denn bei den Namen 'Weasleys Zauberhafte Zauberscherze' funkelten seine Augen. "DU bist mit den Weasleys verwand und kannst da quasi ungehindert ein und aus gehen? Wie cool ist das denn!?" Phil hüpfte aufgeregt auf seinem Sitz. Er war dort bereits mehrmals mit seiner Mutter (sein Vater würde nie eine solche Lokalität besuchen) und er liebte die vielen kreativen Scherzartikel, die von den Weasley dort entwurfen und verkauft wurden. So sehr, dass Thales ihm einen mahnenden Blick zuwarf. Manchmal konnte dieser Kater wie sein Vater sein. Er beruhigte sich wieder und spürte die nachfragenden Blicke auf sich. "Ich bin übrigens Phileas Boot, aber nur Phil. Ich mein's ernst. Es reicht schon, wenn mein Eltern mich Phileas nennen.", sagte er mit zynischem Unterton. Phil sah die beiden ernst an, denn er hasste diesen Namen, den seit Vater so unbedingt für ihn haben wollte. Um die Stimmung nicht zu sehr zu verderben lenkte er ab: "Und was machen eure Eltern so? Kommt ihr aus Magierfamilien oder stammt ihr von Muggeln ab? Ich finde Muggel ja total spannend ... vor allem die in London." Phileas erinnerte sich wie er beim EInkauf für Hogwarts mit seinem Vater einen Banker in der Londoner City angerempelt hatte. Die darauffolgende Situation und insbesondere das Verhalten von Terry Boot, seinem Vater, führte dazu, dass er nicht wusste ob er vor Fremdscham im Boden versinken oder lauthals loslachen sollte.
Astoria Morgana Black de Noirelune
Fenna erklärte, dass sie sich noch nicht ganz sicher sei. Vor allem Fenns Gedanken zu dem Thema beeindruckten sie und ließen sie kurz an ihrer eigenen Wahl zweifeln: so hatte sie es noch nie betrachtet. Mit diesem Tiefgang. Slytherin war für sie immer in Stein gemeißelt. Doch es war - richtigerweise wie Fenna festhielt - vor allem eine Frage dessen, was man selbst sein will und nicht nur dessen was man war. Doch wofür stand sie? Was wollte Astoria sein? Sie wollte eine mächtige Hexe sein! Das Erbe ihrer Eltern würde sie fortsetzen und den einst klangvollen Namen wieder neues Gewicht verleihen. Eine Rückkehr nach Frankreich vielleicht? Vielleicht irgendwann, doch was wenn der sprechende Hut sie doch in ein andere Haus steckte?
Ihre Zweifel schob sie jedoch zur Seite als Fenna ihr bestätigte, dass sie wohl am ehesten nach Slytherin passe. "Nun", gab sie überlegt zu, "für mich gibt es nur eine Option: Slytherin. Ich mag den Ehrgeiz und das Wissen und", ihre Augen wechselte zwischen Lucian und Fenna umher, "ich bin der Meinung, dass Slytherin sowieso die stärksten Magier hervorbringt. Nur Stärke & Stärke zeugen einen starken Zauberer oder eine mächtige Hexe, die gegen die Muggel bestehen können." Astoria machte keinen Hehl aus ihrer Abneigung gegenüber Muggeln und wusste, dass dies in Slytherin akzeptiert wurde. Der liberale Ton der anderen Häuser passte ihr nicht. Muggelstämmige Zauberer sollte man nicht alle ablehnen, da war sie sich sicher, dennoch sollte man nur die stärksten 10 eines jedes Jahrgangs an muggelstämmigen Zauberern an Hogwarts aufnehmen. Es war ein Privileg hier zu lernen und nicht eine Pflicht alle Zauberer auszubilden. Zauberei ist ein Gut, das nur wenigen Auserwählten zustehen sollte - vor allem den mächtigsten und ehrgeizigsten.
Als schließlich auch Lucian - fast schon wie gewohnt - knapp 'Slytherin' sagte, nickte Astoria. Er passte dorthin. Sein ruhige Erscheinung und das Funkeln in den bernsteinfarbenen Augen. Er schien etwas zu verbergen. Eine verborgene Macht vielleicht? Noch in diesem Gedanken sah sie zu Fenna, die Astoria irgendwie beeindruckt hatte. "Du scheinst gut nach Ravenclaw oder Slytherin zu passen. Ravenclaw nutzt jedoch sein Potenzial nicht. Deine Gedanken und Überlegungen ... ich denke du wärst gut bei Slytherin ausgehoben. Ehrgeiz und Stärke sind bedeutend bessere Motivationen als die reine Suche nach der Antwort." Astoria wusste wovon sie redet. Bereits zuhause hatte sie viel gelernt und wusste, dass das reine Sterben nach Wissen ohne Macht nichts ist. Etwas das man in Ravenclaw eher ablehnt. Wissen soll dem Selbstzweck dienen - der eigenen Erleuchtung. Doch was bringt mir diese Erleuchtung, wenn ich damit niemanden meinen Willen aufzwingen kann? -
Ilae Avery
Ilae musste grinsen, als Riley seine Ratten direkt ansprach – nicht viele Leute gaben sich so viel Mühe, mit Tieren auf Augenhöhe zu kommunizieren. Kraut quittierte die Aufmerksamkeit mit einem leisen Fiepen, während Rübe ihren Kopf fast schon angriffslustig weiter aus der Tasche schob. Vermutlich in der Hoffnung auf etwas Essbares.
„Mr. Wiggles scheint sie interessant zu finden.“, bemerkte er schmunzelnd, während sein Blick zu dem Frettchen auf Rileys Schulter wanderte. „Ich glaube, Rübe überlegt, ob sie sich mit ihm anlegen will – sie ist die Draufgängerin von den beiden.“
Auf Rileys Vorstellung hin musste er ebenfalls leicht lachen. „Riley-Evelyn klingt aber irgendwie sehr elegant.“, sagte er mit spielerischem Ernst, um dann mit einem leichten Schulterzucken hinzuzufügen: „Aber Riley passt definitiv besser zu dir.“
Er hörte aufmerksam zu, als sie von ihren Onkeln erzählte – Weasleys Zauberhafte Zauberscherze kannte natürlich jeder. Sogar er - an manchen Tagen, wenn sein Vater mal wieder ein besonders schlechtes Gewissen gehabt hatte, waren die wundervollen Scherzartikel seine Art der Entschuldigung. Für was wusste Ilae oft selbst nicht. Seine Augen weiteten sich begeistert. „Du hast Zugang zu all ihren Scherzartikeln? Ich… okay, das ist offiziell das Coolste, was ich heute gehört habe.“ Ein kurzer Seitenblick auf Phil, dessen Augen genauso leuchteten, wie seine eigenen. „Falls wir irgendwann einen Lehrer für ein paar Stunden ablenken müssen… ich weiß, an wen ich mich wenden kann.“
Als Phileas dann nach den Eltern fragte, zuckte Ilae leicht mit den Schultern. „Meine Eltern arbeiten im Ministerium, in der Abteilung für Internationale Magische Zusammenarbeit.“ Lüge. Seine Stimme blieb neutral, aber es lag ein Hauch Zurückhaltung darin. „Beide. Meine Mum macht irgendwas mit Verträgen, mein Dad ist eher… diplomatisch unterwegs.“ Zwar machten Riley und Phil einen vertrauensvollen Eindruck, doch irgendetwas hielt ihn davon ab ihnen die Wahrheit zu erzählen - das war einfach kein Thema für ein erstes Gespräch. Besonders das Thema "Mutter", würde er solange umschiffen, wie es ihm möglich war. Stattdessen streichelte er beiläufig über Krauts Kopf und fügte hinzu: „Ich hab jedenfalls nicht vor, in ihre Fußstapfen zu treten.“ Und das war die Wahrheit.
Er warf einen Blick aus dem Fenster, dann zurück zu den anderen. „Und ihr? Seid ihr Muggelstämmig? Halbblut? Reinblut?“ Die Frage war eher sachlich gemeint, ohne Urteil – aber ein winziger Anflug von Nervosität lag doch in seinen Augen. Vielen Hexen und Zauberern schien diese Frage wichtig zu sein. Ilae hatte das bisher nicht nachvollziehen können, andererseits waren seine Berührungspunkte mit der Zaubererwelt bislang auch eher flüchtiger Natur gewesen.
Fenna Penhaligon
Fenna ließ sich Zeit mit ihrer Antwort, nachdem Lucians monotone Frage gefallen war. Was genau willst du? Er hatte es ruhig gesagt, fast beiläufig – aber es war eine dieser Fragen, die etwas in einem aufrührten, egal wie nüchtern sie daherkamen. Ihre dunklen Augen ruhten einen Moment lang auf ihm. „Ich will entscheiden können.“, sagte sie schließlich. „Über mich und über das, was ich tue." Es klang nicht dramatisch, eher sachlich – als hätte sie sich das selbst schon hundertmal gesagt. Vielleicht hatte sie das auch.
Astorias Ausführungen riefen ein schwaches Lächeln in ihr Gesicht – keine Spottgrinse, sondern ein echtes, neugieriges Lächeln. Die Entschlossenheit der anderen war fast ansteckend. „Slytherin scheint ein Ort zu sein, an dem man sich beweisen muss. Und wo man wachsen kann, wenn man es schafft.“ Fenna strich sich eine lose Strähne hinters Ohr. „Aber Ravenclaw… ist manchmal ein Ort für Leute, die sich weigern, sich in Formen pressen zu lassen. Das gefällt mir." Sie warf Astoria einen Seitenblick zu. „Ich weiß nicht, ob Ravenclaw sein Potenzial nicht nutzt. Vielleicht nutzt es einfach ein anderes. Auch Wissen kann eine Waffe sein.“ Ihre Stimme blieb dabei freundlich – keine Herausforderung, eher ein Beitrag zum Gespräch.
Dann sah sie zu Lucian und nickte befürwortend. Der wortkarge Junge passte in ihren Augen gut nach Slytherin. Das Haus, das vor Ehrgeiz und List strotzte könnte ihm vielleicht auch helfen, das Potenzial zu nutzen, dass sicher in ihm schlummerte. Fenna wirkte nicht abschätzig, eher anerkennend. Sie mochte Leute, die wussten, wohin sie wollten – oder es zumindest vorgaben. Und doch… irgendwo schien da noch mehr zu sein, in Lucians Blick, in seinem Schweigen.
Mit einem leichten Schulterzucken lehnte sie sich zurück, zog ein Notizbuch aus ihrer Manteltasche und begann nebenbei, gedankenverloren eine kleine Skizze zu kritzeln – zwei ineinander verschlungene Schlangen. Slytherin war noch nicht vom Tisch. Nicht für sie und offensichtlich nicht für die anderen beiden.
"Dreck an den Schuh'n und Freiheit im Haar -
Dir eil'n Gerüchte voraus, Flüche dir nach." -
Riley-Evelyn Potter
Die junge Hexe reckte stolz ihre Nase in die Luft, als sie die Reaktionen der beiden sah, als sie erfuhren, wer ihre Onkel waren.
„Jep!“, antwortete sie mit einem fetten Grinsen und deutete dann mit einer Geste ihres Zeigefingers auf ihr karottenrotes Haar.
„Die Haare beweisen es. Und glaubt mir, wenn ich euch sage: Ich werde diese Macht – unbegrenzten Zugriff auf Scherzartikel – nutzen. Selbst diesem komischen Poltergeist, der in Hogwarts die Schüler schikanieren soll, wird noch gewaltig das Hören und Sehen vergehen!“, sprach Riley so selbstbewusst, als hätte sie bereits mehr als nur einen Plan geschmiedet. Das ist definitiv keine Drohung gewesen... es war ein Versprechen.
Sie sah zu Phil zurück. „Na klar, ‚nur Phil‘. Wenn es bei dir auch bei ‚nur Riley‘ bleibt. Oder ich hau dir einfach gleich auf die Nase, kapiert?“, grinste sie, wobei sie es wohl ernster meinte, als es in dem Moment den Anschein hatte.
Dann blickte sie zu Ilae und zuckte leicht mit den Schultern. „Nun, weißt du... elegant ist jetzt nicht unbedingt mein zweiter Vorname. Aber gut, dass wir uns schon auf Riley geeinigt haben.“, sagte sie und blickte kurz auf Mr. Wiggles, bevor sie wieder zu den beiden Jungen sah.
Als die Frage nach der Abstammung und auch nach der beruflichen Situation der Eltern aufkam, wurde Riley wieder ein wenig ruhiger.
Erst nachdem Ilae fertig gesprochen hatte, nickte sie langsam. „Verständlich, dass du nicht in ihre Fußstapfen treten willst. Wer will schon freiwillig den ganzen Tag in einem stinkigen Büro sitzen?“, fragte sie und war geradewegs auf die Lüge hereingefallen, ehe sie selbst antwortete: „Ich bin ein Halbblut. Meine Mutter ist eine Reinblüterin. Aber die Mutter meines Vaters war müggelstämmig.“, erzählte sie, bevor sie kurz zögerte.
„Und mein Vater arbeitet auch für das Ministerium. Er ist ein Auror und deswegen viel unterwegs. Meine Mutter ist leitende Quidditch-Korrespondentin für den Tagespropheten.“, sagte sie, und schon war das verschmitzte Grinsen zurück auf ihren Lippen.
„Ich hab also später die besten Karten, eine professionelle Quidditchspielerin zu werden.“, sagte sie und blickte dann zwischen den beiden umher.
„Habt ihr auch Geschwister, die in Hogwarts sind? Ich hab einen älteren Bruder, der jetzt im vierten Jahr ist. Er wurde Slytherin zugeteilt. Mein Vater ist damals fast vom Stuhl gefallen, weil bisher alle aussnahmslos Gryffindor zugeteilt wurden.“, sagte sie und zuckte leicht mit den Schultern, da sie dies nicht als schlimm betrachtete.
Immerhin hat jedes Haus seine Stärken und Schwächen, richtig?
Lucian Clearwater
„Ich will entscheiden können. Über mich und über das, was ich tue.“ – sprach er in Gedanken langsam die Worte von Fenna nach und in seinen goldenen Augen begann etwas – fast schon Gefährliches – zu funkeln.
Es war, als würde eine dunkle Präsenz in ihm erwachen, ein Zeichen der inneren Bestie, die in ihm schlummerte. Der flimmernde Glanz seiner Augen erinnerte an das wilde, ungezähmte Tier, das unter der Oberfläche lauerte.
Aber so schnell, wie dieses Funkeln gekommen war, war es auch schon wieder dem üblichen, nüchternen Blick gewichen. Ein Blick, der die Welt um ihn herum mit kaltem, fast schon abwesendem Blick betrachtete.
Doch tief in seinem Inneren spürte er, wie sich etwas Regte. Etwas Wildes. Etwas Unkontrollierbares. Eine unbewusste Wut stieg in ihm auf und brüllte gegen seine Haut. Lucian konnte die scharfen Zähne, das Heulen der Bestie und die unerträgliche Sehnsucht nach der Freiheit spüren, die ihm nie vergönnt sein würde.
Das Privileg, für sich selbst entscheiden zu dürfen, hatte er bereits an dem Tag seiner Geburt verloren. Wenn nicht sogar schon davor.
In den Genen, die er mit seinem leiblichen Vater teilte, war eine Dunkelheit verankert, die ihn zu einem Monster machte.
Eine dunkle Vererbung, die ihm von Anfang an seine Wahlmöglichkeiten raubte – sein Leben war nie wirklich sein eigenes gewesen. Er konnte nichts anderes sein, als ein Monster, dessen wilde Natur in den Phasen des Vollmonds noch stärker hervorkam.
Die Gespräche der beiden Mädchen schoben sich immer weiter in den Hintergrund, während der von außen ruhig wirkende Schüler immer weiter in seinen Gedanken versank. Schließlich wandte er seinen Blick ab und blickte aus dem Fenster. Ein klares Zeichen, dass er diesem Gespräch nichts mehr beizutragen hatte.
Nichtsdestotrotz huschten seine Augen immer wieder zu Astoria und Fenna zurück. Einen Moment lang blickte er auf das Notizbuch, bevor er sich - fast schon ein wenig neugierig - dabei erwischte, wie er Fenna einfach beim Skizzieren zusah.
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