The unending dread of simply existing [RainyVanDragon & Marien]

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    • The unending dread of simply existing [RainyVanDragon & Marien]

      The unending dread of simply existing


      Diese kleine Geschichte fand ihren Anfang schon vor einigen Jahren, als eine junge Frau erfüllt von letzter Hoffnung eine neue Heimat und eine neue Freundin fand. Ihre beste Freundin, um genau zu sein. Saphira Pantha hatte damals nicht einmal mehr daran geglaubt, dass ihr Leben solch eine positive Wende einschlagen könnte, aber die aufgeweckte Kunststudentin Laura Yui Mei verwandelte sich schnell für sie zum Licht am Ende des Tunnels. Doch leider wurde dieser langersehnte Ausgang frühzeitig wieder verschüttet, als Saphira von ihrer anhänglichen Vergangenheit eingeholt wurde. Eine Vergangenheit, die sie eng mit ominösen "Organisation" verwob, welche sich nach Außen als eine der einflussreichsten Unternehmen präsentierte, während sie im Untergrund noch deutlich mächtiger war und selbst der italienischen Mafia das Fürchten lehren würde. Seit dem tragischen Tod ihrer Eltern, war Saphira auf der Flucht vor diesem dunklen Netzwerk. Irgendwann hatte man ihr sogar die berüchtigten Blane-Brüder auf die Fersen gejagt und dennoch war es ihr immer wieder knapp gelungen, ihren schmerhaften Krallen zu entgehen.
      Nachdem sie also wieder einmal ihren Namen und ihre äußere Erscheinung gewandelt hatte, dachte sie als Lauras Mitbewohnerin ein neues Leben beginnen zu können... stattdessen hatte sie ihre neue Freundin nun auch zu einer Zielscheibe verwandelt.
      In dem darauf folgenden Katz- und Mausspiel war Laura für Saphiras Geschmack viel zu oft ins Kreuzfeuer geraten, weswegen sie sich auch immer wieder versuchte von Laura zu entfernen. Die gebürtige Japanerin wollte aber nicht mehr nur auf der Seitenlinie stehen und Saphira stattdessen eine Hilfe sein. Mit der Zeit verwandelte sich die quirlige Studentin daher selbst in eine selbstbewusste Frau, mit der man sich nicht anlegen sollte, Und obwohl Saphira immer wieder versuchte nicht nur der Organisation, sondern auch ihrer Freunden, welche sie so dringend schützen wollte, zu entgehen, gelang ihr eben dieses immer seltener.
      Auf ihrem Weg stolperten beide Frauen zudem noch auf dutzende weitere Menschen, die unter den Machenschaften der Organisation litten und zum Teil schon länger im Schatten gegen sie kämpften. Während Saphira also ein weiteres Mal im Unterholz verschwand, beschloss Laura ihren eigenen Weg zu finden und schloss sich dem Widerstand an. Umgeben von den Menschen, die sie lieben und unterstützen, wächst neuer Mut in ihrer Brust und sie stellt sich nun dem dunklen Schatten der Organisation, nicht ohne weiter Ausschau für die erneut verschollene Saphira zu halten. Mit Erfolg. Nachdem die junge Frau Saphira - welche zu allem Überfluss auch noch Lauras Hochzeit verpasst hatte - zur Begrüßung die flache Hand auf die Wange geknallt hatte, bereiteten sich alle bereits auf einen der größten Coups gegen die Organisation vor.
      Ob dieser lang geplante Angriff erfolgreich verlaufen wird, wie es danach weiter geht, ob Saphira ihre Verlustängste endlich überwinden und an Lauras Seite bleibt und auf welche Herausforderungen und Menschen unsere beiden Protagonistinnen noch treffen werden, kann nur die Zukunft zeigen.

      Die Vorstellung findet ihr hier.


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      Saphira Pantha

      Die Welt schien für ein paar Momente still zu stehen, sämtliche Konversationen waren verstummt, manche schienen sogar das Atmen eingestellt zu haben. Umso lauter klirrte der stechender Schmerz ihn ihren Ohren, begleitet von einem Gefühl der Wärme, welche sich mehr und mehr über Saphiras linke Wange auszubreiten begann. Sie machte sich nicht einmal die Mühe die Hand zu der schmerzenden Stelle zu heben, sondern musterte einfach nur die vor Wut schimmernden Augen der jungen Frau vor ihr. "Du hast meine Hochzeit verpasst!" Tränen bildeten sich in Lauras Augenwinkeln. "Du hast meine Hochzeit verpasst", wiederholte sie noch einmal leiser. Ohne ein weiteres Wort zu sagen drehte sie sich um und entfernte sich mit schnellen Schritten von der kleinen Gruppe.
      Viele Sekunden lang folgten Saphiras hellgrüne Augen der bedröppelt wirkenden Gestalt ihrer langjährigen Freundin, bevor das leise Seufzen Evelyns an ihrer Seite, sie aufblicken lies. Ein entschuldigendes Grinsen formte die hübschen Lippen der hochgewachsenen Frau. "Schön dich heile wieder zu sehen, Mate." Nach einem leichten Klopfer auf die Schulter der Blauhaarigen drehte auch Evelyn sich ab, um ihrer Ehefrau zu folgen.
      Ein weiteres Mal folgte Saphira ihr nur stumm mit den Augen. Es gab nichts, was sie sagen könnte. Es gab keine Rechtfertigung, noch eine passende Entschuldigung, die sie Laura präsentieren konnte. Es würde am Ende alles nur wie eine billige Ausrede klingen und wenn sie ehrlich war, war es auch nichts anderes. Sie war geflüchtet, mal wieder. Vor den Menschen, die ihr wichtig waren, vor ihrer Verantwortung, und das nur weil sie glaubte mit ihrer Anwesenheit mehr Schaden zuzufügen, als mit ihrer Abwesenheit. Zugegeben war das ein Gedanke, der sich auch jetzt in diesem Moment noch hartnäckig in ihrem Schädel breit zu machen versuchte. Dabei hatte sie sich geschworen sich nicht mehr hinter dieser Ausrede zu verkriechen. Sie hatte beschlossen sich ihren Ängsten und vor allem ihrer Verantwortung zu stellen. Schließlich war es alleine ihre Schuld, dass Laura zur Zielscheibe der Organisation geworden war. Es war ihre Schuld gewesen, dass sie diesem Dreckskerl Vince begegnet war, doch statt ab dem Zeitpunkt rund um die Uhr an ihrer Seite zu bleiben und sie zu schützen, war Saphira der Meinung gewesen, dass ihr Verschwinden die einzig vernünftige Entscheidung wäre. Wie einfältig sie doch gewesen war! Sie hatte ihre beste Freundin immer und immer wieder sich selbst überlassen. Laura hatte alleine stark werden müssen... Erst jetzt hob sich ihre Hand zu der noch immer schmerzhaft pulsierenden Wange und strich mit den Fingern über die erhitzte und sicher gerötete Haut. Wie stark sie doch geworden war.
      "Du solltest dich schämen, dass du dich so lange nicht hast blicken lassen." Saphira musste sich nicht umdrehen, um den Eigentümer dieser dunklen Stimme zu erkennen. Dabei war es erstaunlich, wie ruhig Shaun doch trotz der Situation wirkte. Gleichzeitig sollte sie ihm wohl dankbar dafür sein, immerhin lagen im Moment schon mehr als genug Augenpaare auf ihr, nachdem Laura ihre Wange in Brand gesetzt hatte. "Und ich will gar nicht wissen, warum du dich gerade jetzt wieder vor uns zeigst."
      Wahrscheinlich würde es nicht helfen, zu behaupten, dass sie nur nach einer vernünftigen Ausrede gesucht hatte, um möglichst geschickt den Kontakt zu Laura und Co. wieder aufzubauen. Dieser großangelegte Coup war dafür in ihren Augen die beste Option gewesen. Wie auch schon die Male zuvor, hatte sie nie aufgehört, dass Treiben von Laura aus der Ferne zu beobachten, auch nachdem sie jeglichen Kontakt abgebrochen hatte. Saphira hatte also nicht entgehen können, dass ihr Verschwinden nichts an der Grundsituation änderte. Dennoch hatte es sie Monate gekostet, eben diese Tatsache zu akzeptieren. Vielleicht hatte sie sich einreden wollen, dass Laura ohne sie irgendwann wieder ein normales Leben würde führen können. Wie töricht! Und dann hatte sie von ihrer Verlobung und der Hochzeit gehört. Sie war froh darüber gewesen, dass Laura Glück gefunden hatte und glaubte, dass ihr Auftritt eben dieses wieder zerstören könnte... Was für ein Blödsinn! Auch dieser Gedanke war eine einzige Ausrede! Sie hatte sich mies gefühlt, dass ihre Freunde auch ohne sie glücklich werden konnte. Und selbst wenn dieses Gefühl nur für eine Sekunde angehalten haben mochte, hatte Saphira sich so sehr dafür geschämt, dass sie erneut Abstand gewinnen musste. Doch selbst dieser Entschluss hatte sich nicht lange gehalten... Hoffentlich würde sie zumindest ihr neues Versprechen halten können und nicht bei den ersten Problemen wieder die Flucht antreten. Leider war es da nicht gerade förderlich, dass Saphiras Vertrauen in sich selbst, in den letzten Jahren in tiefe Abgründe gestürzt war.
      Sie unterdrückte ein Seufzen und zwang sich schließlich dazu Shauns hellen Seelenspiegeln zu begegnen. Auch wenn diese dank der düsteren Lichtverhältnisse nur schwerlich auszumachen waren.
      "Es tut mir leid."
      "Ich glaube nicht, dass ich derjenige bin, dem du das sagen solltest." Seine Worte waren ruhig und von jeglichen Emotionen befreit, dennoch bohrten sie sich wie heiße Nadeln in ihre Brust.
      "Ich weiß."
      Mehrere Sekunden schwiegen sich beide nur ausdruckslos an, bevor ein langgezogenes Seufzen über die Lippen ihres Gegenübers glitt. "Wenn du dich mit dieser Trauermiene vor Charlie präsentierst, wird sie dich wahrscheinlich in der Luft zerreißen." Alleine bei der Erwähnung der heißblütigen Rothaarigen lief es Saphira kalt den Rücken hinunter. Die Wut mit der sie die Hackerin überschütten würde, würden den Schmerz auf ihrer Wange wahrscheinlich tausendfach in den Schatten stellen.
      Ein weiteres Mal stieß das ehemalige Organisationsmitglied lang die Luft aus und schüttelte beinahe enttäuscht den Kopf. "Versprich mir zumindest, dass du nie wieder eine solche feige Nummer abziehen wirst." Das tiefe Grummeln, dass über seine Lippen floss glich gleichmäßigen Meereswellen, die allerdings in der Lage waren, sie mit Leichtigkeit unter sich zu begraben. "Solltest du Laura noch einmal so verletzten, wird es mir auch egal sein, dass du mein Leben gerettet hast."
      "In Ordnung." Wenn sie ehrlich war, hatte Saphira mit einem schlimmeren Empfang gerechnet. Es war wahrlich beeindruckend, dass sie mit einer glühenden Wange und dunklen Drohungen davon gekommen war. Selbst Evelyn hatte sie beinahe schon herzlich willkommen geheißen. Sie spürte wie Tränen der Rührung in ihre Augen stiegen und senkte den Kopf. Die tiefen Schatten des Waldes und das mangelnde Mondlicht sollten es aber sowieso unmöglich machen, dass auch nur eine Person ihr Gesicht klar erkennen konnte. Dennoch spürte sie unangenehm viele Augenpaare auf sich ruhen, seitdem Laura sie so forsch konfrontiert hatte.
      "Ich werde alles geben, um euch nicht wieder zu enttäuschen." Außerdem sollte sie sich auch dringend bei Laura entschuldigen... Sie warf einen flüchtigen Blick in die Richtung, in welche die junge Frau - gefolgt von Evelyn - davongestapft war. Jetzt war allerdings nicht der richtige Zeitpunkt dafür. Laura wirkte zu aufgewühlt und sie war umgeben von dutzenden Widerständlern, die kurz vor einen Coup gegen die Organisation standen. Es war schon schlimm genug, dass sich das Drama der letzten Minuten vor all diesen Augen abgespielt hatte. Ihr Gespräch mit Laura wollte sie allerdings möglichst privat halten.
      Es vergingen ein paar weitere Sekunden, bevor sie sich das brennende Salzwasser aus den Augenwinkeln wischte und sich an die gesammelte Mannschaft wendete, welche sie bis eben interessiert beobachtet hatte. "Tut mir leid für die Unterbrechung." Das Lächeln auf ihren Lippen fühlte sich falsch an, dennoch zwang sie sich dazu, es aufrechtzuerhalten. "Lasst uns weiter machen."

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    • Alexander Laurens

      „Lieutenant?“ Alex drehte seinen Kopf augenblicklich zurück zu der jungen Frau, Emma Fields, mit der er gerade noch im Gespräch war zurück. Er brachte ein schnelles „I'm sorry, I'll get back to you in a moment, Corporal Fields“ hervor und machte sich schnellen Schrittes auf zu den anderen beiden. Emma Fields verdrehte in der Zwischenzeit genervt die Augen und hielt nach dem nächst höheren Revolutionsmitglied Ausschau.
      Alex hatte das ganze Drama bisher aus etwas Entfernung beobachtet. Als er neben den anderen zum Stehen kam, war er sich nicht ganz sicher, was genau er überhaupt sagen wollte. Es war nicht so, als ob er und Saphira sonderlich eng waren. Er kannte sie zwar schon ein paar Jahre und hatte auch bereits mit ihr zusammen gearbeitet. Aber in seiner Zeit als Teil der kleinen Gruppe hatte er die engsten Bindungen mit Laura, Evelyn und Charlie geformt. Er war sich nicht mal sicher ob er und Saphira jemals ein richtiges Gespräch zusammen hatten.
      „Hey“, seine Stimme war ruhiger als man bei seinem ernsten Blick erwartet hätte. Und bevor er es überhaupt selbst registrieren konnte, zog er Saphira in eine enge Umarmung. „Schön zu sehen, dass es dir gut geht“, er ließ sie etwas los und schenkte Saphira sein übliches, die Welt erhellendes, Lächeln „Ich meins ernst. Schön zu sehen das es dir gut geht. Naja abgesehen von deiner Wange. Siehst 'n bisschen aus, als ob du 'nen Sonnenbrand hättest.“ Der Däne konnte nicht anders als über seinen eigenen dummen Kommentar zu lachen als er Saphira los ließ. „Und lass Lauras Art nicht zu nah an dich ran“, sein Blick wurde sanfter als er fortfuhr. „Sie hat gehofft, dass sie dich heute sieht. Aber erwähn das bloß nicht.“ Er lachte kurz auf und ergänzte: „Immerhin hat sie mir das gestern 'im Vertrauen' nach 'ner halben Flasche Tequila erzählt.“
      Aus dem Augenwinkel sah er, wie Emma Fields mit dem Lieutenant eines anderes Trupps sprach. Die heutige Aktion hatte Monate langes Planen gebraucht. Mehrere Trupps, die oft noch nie miteinander zu tun hatten, für einen großen Coup zu leiten war kein Zuckerschlecken. Laura und er hatten die letzten Wochen kaum schlafen können. Immerhin hatten sie als General und Lieutenant der 795 die Hände nur zu voll. Zum Glück hatten Evelyn und Charlie sie dabei unterstützt. Selbst Shaun hatte ein paar gute Beiträge. Durch den ganzen Stress hatte Alex, ganz zu Shauns Freude, nicht ein mal die Motivation gehabt mit ihm zu flirten oder schmutzige Andeutungen zu machen. Er knirschte mit den Zähnen und wog ab, wie schlecht es für ihn und seinen Ruf wäre, sich nicht selbst um Emmas Fragen zu kümmern.
      Er warf Saphira noch ein letztes Grinsen zu bevor er sich vorläufig verabschiedete. „Ich muss nur kurz ein paar Sachen mit jemandem aus meiner Einheit besprechen. Bin so schnell ich kann wieder da.“
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    • Laura Yui O'Deorain

      "Laurie!"
      Laura hielt sofort inne und drehte sich um zu ihrer Frau um. Evelyn blieb ohne ein weiteres Wort stehen und griff mit ihren Händen nach Lauras. Laura beobachtete wie sich ihre Stirn in Falten legte, während Evelyns besorgter Blick mehrmals über ihr Gesicht huschte.
      "Laurie...ist alles okay?", Evelyns Stimme war weicher und ruhiger als sonst, "Ich weiß Saphira und du ihr habt nicht unbedingt...how do you say...you didn't exactly part on good terms."
      Als Antwort schenkte Laura Evelyn ein kleines, aber aufrichtiges Lächeln. Hätte man sie in diesem Moment gefragt, hätte die Australierin vermutlich gesagt, dass ihre Frau die Sonne aufgehen lassen hatte. Sie erwiderte Lauras Lächeln fast schon automatisch, die Muskeln in ihrer Stirn entspannten sich. "Mach dir keine Sorgen. Ich bin okay. Alles ist, so weit wie möglich, okay", sie war ruhig, ihre Stimme hatte ihren normalen, fröhlichen Unterton zurück.
      „Ich meine...“, Laura seufzte kurz, auch wenn sie dabei ihr Lächeln aufrecht erhielt. „Ich bin wütend auf sie. Ich bin so unglaublich wütend auf sie. Aber noch mehr als das, bin ich froh, dass es ihr gut geht. Ihr geht’s gut!“, sie lachte kurz auf. „Ihr geht’s gut und das ist doch das Wichtigste." Eine kurze Pause folgte. "Außerdem ist heute wichtig. Persönliches kann bis später warten, dass hier nicht. Ich kann mir nachher alle Zeit der Welt nehmen um sie anzuschreien.“ Jetzt war es Evelyn die zu lachen begann während sie ihre Frau eng an sich zog. „Alright“, flüsterte sie und gab ihr einen kleinen Kuss auf die Wange.
      „Ich halt dir den Rückenfrei, Evy“, flüsterte Laura zurück, „Ich halte euch allen den Rücken frei." "Ich weiß", sie strich eine von Lauras Haarsträhnen hinter ihr Ohr.
      In einer kleinen Entfernung begannen die restlichen Revolutionsmitglieder sich auf ihrer Positionen zu begeben und ihre Waffen ein letztes Mal zu kontrollieren. Die ruhige, aufgewühlte Stimmung von eben war im Bruchteil einer Sekunde verschwunden. Gespräche waren selten und ruhig, ernste Gesichter, wichtige Konversationen.
      Evelyn griff Lauras Kinn so sanft sie konnte und richtete so den Blick ihrer Ehepartnerin auf sich selbst. "Ich liebe dich, Laura Yui O'Deorain. Ich liebe dich mehr als alles andere auf dieser Welt. In diesem Leben und danach." Laura kicherte bevor sie antwortete: "Ich liebe dich auch, Evelyn O'Deorain. Ich liebe dich mehr als ich es jemals für möglich gehalten habe. Ich weiß nicht, wie ich jemals in der Lage war, ohne dich zu leben." Ohne ein weiteres Wort teilten die beiden einen innigen Kuss, bevor sie sich selbst auf zu ihren Positionen machten.
      ~ * ~
      Laura sprintete fast die nahegelegene Anhöhe hinauf. Inzwischen nahm sie die Geräusche und das strukturierte Chaos auf dem Schlachtfeld gar nicht mehr wahr. Das Knacken von Zweigen und getrockneten Blättern unter ihren Stiefeln war, abgesehen von ihrem Atem, das Einzige, dass sie hören konnte.
      Der Erkundungstrupp hatte über die letzten Tage mehr als nur gute Arbeit geleistet, weshalb es alles außer ein Problem für sie war, ihren Posten zu finden. Zwischen einem Baum und einem etwas größeren Busch bestand gerade so genug Platz, um sich dort hinzulegen. Jemand größeres wäre dabei vermutlich gescheitert. Ihre nächsten Handgriffe waren inzwischen ein komplett einstudierter Prozess.
      Sie kniete sich hin und legte ihr M24 Gewehr neben sich ab, um nun selbst ihr Equipment noch ein letztes Mal zu überprüfen. Das Gewehr war einsatzbereit, Munition gut erreichbar. Für einen kurzen Moment blickte sie auf die zwei Buchstaben, die in den Hinterschaft per Hand eingraviert wurden – M. H. Sie zwang sich dazu ihre Aufmerksamkeit wieder auf den Prozess zu richten.
      Ihr Revolver, gesichert und geladen, ruhte in einem Pistolenhalfter an ihrem rechten Oberschenkel. Das Jagdmesser wie auch fünf Wurfmesser befanden sich leicht erreichbar an ihrer Hüfte.
      "Nicht unbedingt viel aber es muss für den Notfall reichen", ihr Kiefer verkrampfte sich bei diesem Gedanken, "Es ist nur für den Notfall. Ich werde es nicht brauchen."
      Mit flinken Fingern band sie ihre Haare zu einem Dutt zusammen bevor sie, mit einem tiefen Atemzug, ihre Arme ausstreckte. Sie vernahm ein paar leichte Knackgeräusche, allerdings nicht zu einem ungewöhnlichen ausmaß. Allein schon da sie in letzter Zeit zu viel Zeit über einem Schreibtisch verbracht hatte.
      Ihre rechte Hand griff wie von selbst nach der Kette um ihren Hals. Lauras Augen wanderten zum tausendsten Mal über den verkratzten Dog Tag, lasen noch ein mal den eingravierten Namen - Michael Hansen. Sie gab dem kühlen Stück Metall einen schnellen Kuss bevor es unter ihrem Shirt verschwand und sie ihre Jacke schloss. Nachdem sie ihre Handschuhe angezogen hatte legte sich Laura flach auf den Boden in Position. Trotz der dicken Jacke und Hose spürte sie die Kälte des Bodens unter ihr.
      Durch ihr Visier hatte sie eine perfekte Sicht auf das Feld vor sich, von ihr aus konnte alles los gehen.
      Der Knopf in ihrem Ohr blieb fürs erste ausgeschaltet. Sie bevorzugte Ruhe bei der Arbeit. Es half bei der Präzision und auch mit ihrer Reaktionsfähigkeit. Zudem könnte sie den Funk ja jederzeit anschalten. Charlie war zwar nicht gerade begeistert, als Laura sie darüber informiert hatte, aber Alex war da um ihrer Position zu verteidigen. Er kannte es von ihr nicht anders und bisher hatte sie weder ihn noch wen anderes im Stich gelassen.
      Trotzt der Jahre langen Erfahrung musste sie sich heute dazu zwingen ruhig zu atmen. Heute war anders als ihrer bisherigen Einsätze. Evelyn war da unten. Ihre Frau, die liebe ihres Lebens, ihre Welt und so viel mehr. Lauras Zähne knirschten leise, als sie die Idee, dass Evelyn etwas passieren könnte, aus ihrem Kopf verbannte. Sie würde nicht zu lassen, dass ihr etwas passiert. Evelyn, Alex, Shaun, Saphira – Laura war bereit alles dafür zu geben, dass ihnen nichts passiert. Sie würde alles in ihrer Macht stehend tun um es zu verhindern.
      Sie schloss ihre Augen und nahm mehre, tiefe Atemzüge. Nachdem ihr Herz endlich aufgehört hatte zu rasen, öffnete Laura ihre Augen und legte ihre Wange erneut an das Gewehr, Finger bereit am Abzug. Sie war bereit.
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    • Saphira Panta

      Sie zuckte erschrocken zusammen, als plötzlich zwei muskulöse Arme, sie an eine breite Brust zogen, welche zu vibrieren begann, als eine tiefe Stimme sie willkommen hieß. Sie hatte sein kurzes "Hey" zuvor nicht einmal richtig wahrgenommen, war sie schlicht zu tief in ihren eigenen Gedanken gefangen gewesen. Dabei war es schon beinahe entsetzlich wie ein Mitglied der Revolution nach dem anderen die junge Frau herzlich zurück in ihren Reihen begrüßte... Dabei hatte sie es doch gerade geschafft, ihren Tränenfluss zu stillen.
      "Alexander?", murmelte sie leise an und drückte sich vorsichtig aus den Armen des hochgewachsenen Mannes und begegnete seinem breiten Grinsen, dass selbst diese dunkle Nacht zu erhellen schien. Wieso war er so nett zu ihr? Sie hatten in der Vergangenheit kaum miteinander geredet. Wenn sie ehrlich war, erkannte sie ihn auch nur so schnell wieder, weil sie in den letzte Monaten immer wieder nach Laura und den anderen Kernmitgliedern der Revolution geschaut hatte und unter diesen war Alexander ein integraler Bestandteil. Zudem war er zu einer der wichtigsten Stützen für Laura geworden, weswegen Saphira ihm gegenüber auch noch tiefste Dankbarkeit empfand. Müsste er auf sie nicht mindestens genau so wütend sein, wie Shaun und Laura? Warum... warum nur war sie heute mit einer einzigen Ohrfeige davon gekommen? Auch die folgenden Worte des grinsenden Dänen erklangen in ihren Ohren viel zu freundlich und herzlich. Sie hatte das nicht verdient... Dennoch wollte sie den jungen Mann nicht unnötig vor den Kopf stoßen und zwang sich zu einem höflichen Lächeln. "Keine Sorge, ich werde nichts verraten." Zumindest war es ganz schön zu erfahren, dass Laura sie tatsächlich hatte wieder sehen wollen. Saphira glaubte zwar nicht daran, dass sie mit einer Entschuldigung irgendetwas wieder gut machen würde können, dennoch würde sie eben dies als erstes in Angriff nehmen, sobald die heutige Nacht überstanden war.
      Sie fand es überraschender Weise fast etwas schade, als sich der große Mann von ihrer Seite verabschiedete. "Keine Sorge, ich weiß, dass du mehr als genug um die Ohren hast. Ich bin dir sehr dankbar für deine Fürsorge, aber ich bin schließlich keine Anfängerin mehr. Ich weiß was ich zu tun habe. Außerdem-", sie tippte einmal gegen den Knopf in ihrem Ohr, "-werde ich sowieso gut angeleitet werden." Mit diesen Worten winkte sie Alex davon und gab ihm zu bedeuten, dass sie vollkommen versorgt war.
      Kaum hatte sich dieser auf den Weg gemacht, kehrte die alte Düsternis in Saphiras Miene zurück. Tatsächlich war es dem Schwarzhaarigen wirklich gelungen, ihre Laune etwas zu heben, selbst wenn es nicht lange vorhalten mochte, war sie ihm dafür unglaublich dankbar. Dennoch musste sie sich im Moment dringend auf die Mission konzentrieren und hatte keine Zeit, sich an diesen herzlichen Gefühlen zu laben. Stattdessen machte sie sich leise und auf den Weg zu ihrer Position, Nahe der Front in Sichtweite zum Grundstückszaun des heutigen Zielgebäudes. Saphira und der Rest der Revolutionskämpfer waren weit genug entfernt, damit das vereinzelt patrouillierende Wachpersonal auf dem Gelände sie weder sehen noch hören können sollte, während Saphira deutlich die Strahler auf dem Gelände erkennen konnte, welche die Hauswand und den Vorhof erhellten. Sie war in der Vergangenheit schon einmal in den Gebäudekomplex eingebrochen und hatte sich bereits damals mit den einzelnen Sicherheitsvorkehrungen vertraut gemacht. Informationen, die sie immer wieder verstreut der Revolution hatte zukommen lassen. Allerdings war sie allein nicht in der Lage gewesen, in die tiefsten Kellerebenen vorzudringen, in welchen sich wahrscheinlich neben diversen Drogenlaboren und Lagerhallen auch kritische Informationen verbergen mussten. Ziel der heutigen Mission war es nicht nur, eben diese Informationen zu erlangen, sondern auch einen harten Schlag gegen eines der größten Hauptquartiere der Organisation zu landen. Ein paar geschickt platzierte Sprengsätze würden sicher schnell dazu führen, dass die Mafiagemeinde einer ihrer wichtigsten Produktions- und Lagerzentralen verlieren würde. Ein Schlag, den selbst die Organisation nicht so einfach verkraften sollte.
      Während sie stumm den Statusberichten und Befehlen lauschte, die über ihren Kopfhörer auf sie einprasselten, zählte sie die einzelnen wandernden Taschenlampen, die sie auf dem Gelände erkennen konnte. Dabei schlich sie immer wieder leise durch das Unterholz, um den Gebäudekomplex langsam zu umrunden. Einige Minuten später hatte sie zehn Männer gezählt, die ständig über das Grundstück patrouillieren, zwei Wachposten an jedem Eingang und weitere zwei Mann an den beiden Stahlgittertoren. Nachdem sie diese Zahlen mehrere Male kontrolliert hatte, gab sie sie über Funk an die anderen weiter. "Es gibt aber noch immer eine Stelle des Zauns die von keinem der Strahler beleuchtet wird und die sich leicht überwinden lassen sollte." Sie und einige weitere Soldaten der Revolution würden diesen Punkt als Einstieg wählen und einen Teil des Wachpersonals leise erledigen. Doch sobald sie die Tore für den Rest öffneten, würde der offene Kampf beginnen. Sie war sich jetzt schon sicher, dass diese Auseinandersetzung Leben kosten würde und sie war kein bisschen Glücklich darüber. Aber im Gegensatz zu all den unschuldigen Leben, die die Organisation in der Vergangenheit gefordert hatte, war sich jeder Kämpfer und jede Kämpferin hier des Risikos bewusst.
      Entsprechend entschlossen platzierte auch sie sich in Startposition, nur auf das wichtige Signal wartend, dass den Beginn der Mission bedeuten würde.


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      George Blane

      "Wie lange denn noch? Warum kann ich nicht jetzt schon raus?"
      "Wie oft muss ich es dir denn noch, Vince?" Das Seufzen steckte schon seit mehreren Minuten in Georges Kehle. Bisher hatte er es erfolgreich zurückhalten können, doch letztendlich war es seinem Bruder doch noch gelungen, es erfolgreich hervor zu kitzeln. "Wir waren, bis uns so viele wie möglich ins Netzt gegangen sind. Wie beim Angeln, wenn du zu früh und schnell die Angel einholst, reißt sie dir und der große Fisch entkommt."
      Seine Worte schienen leider nur einen halbgaren Effekt auf seinen jüngeren Bruder zu haben, der ungeduldig den Salon auf und ab wanderte, während mehrere dutzend Augenpaare ihn verängstigt dabei beobachteten. Es wäre nicht das erste Mal, dass Vince aus Frust eines seiner Messer ins Auge seiner eigenen Kameraden warf, weswegen George die Befürchtungen dieser Männer sogar nachvollziehen konnte. Allerdings würde er es heute nicht zulassen, dass sein trotteliger Bruder frühzeitig für Unruhe sorgte. Nicht wenn sich ihnen heute eine der größten Chancen seit mehreren Jahren aufgetan hatte. Er wusste genau, dass sich gerade ein beträchtlich großer Teil der Revolution um die Anlage verteilt haben mussten. Ihr Ziel war es, möglichst viele von ihnen auszuschalten und die wichtigsten Drahtzieher in ihre Finger zu bekommen. Ersteres mochte weniger ein Problem werden, schließlich hatte George eben dafür eine kleine Armee von knapp tausend Mann zusammengetrommelt, die sich auf den gesamten Ebenen der Zentrale verteilt hatten und nur auf sein Go warteten. Schwieriger würde es allerdings werden, die gewünschten Schlüsselfiguren einzufangen. Sollten sie den Hinterhalt frühzeitig bemerken, würden sie sich sofort wieder zurückziehen. Eben deswegen musste George seinen ungeduldigen Bruder davon abhalten, frühzeitig loszustürmen.
      "Aber was ist, wenn ich zu spät komme und meinen Mädchen etwas passiert, bevor ich sie erreichen konnte?", jaulte Vince unzufrieden, während er weiter wie ein Panther im Käfig vor seinem Bruder auf und ab wanderte.
      "Keine Sorge, dass wird schon nicht passieren. Schließlich sind sie Teil der Personen, die wir lebend einfangen wollen."
      "Das heißt, du willst zulassen, dass irgendeiner dieser Kerle sie vor mir zu fassen bekommt?" Umgehend knurrte er die zusammenzuckenden Soldaten vor sich an. George konnte beobachten, wie die Finger seines Bruders bereits Richtung Messer an seinem Gürtel griffen und musste ein weiteres Seufzen unterdrücken. "Ich werde veranlassen, dass du umgehend informiert wirst, sollte sie jemand vor dir sichten", versprach er schließlich halbherzig. Bevor er allerdings die Vince' Reaktion darauf bewerten konnte, wurde er durch eine Funkanfrage unterbrochen. "Was gibt es, Chris?"
      >>Sie haben sich in Bewegung gesetzt<<, tönte die dunkle Stimme des jüngsten Blane-Bruders durch die Funkanlage in seinem Ohr.
      "In Ordnung. Wenn sie die Tore öffnen, schick den ersten Trupp raus. Sobald sie sich ins Gebäude vorgekämpft habe, werden wir sie einkreisen."
      >>Verstanden.<<
      Nach der heutigen Nacht, werde ich mich von diesem lästigen Verein endlich befreien können.
    • Evelyn O'Deorain

      Evelyn streckte ihre Arme dem Himmel entgegen bis sie ein leichtes Knackgeräusch vernahm. Sie ließ ein gelassenes Seufzen über ihre Lippen weichen. Ihr Blick wanderte über die Gesichter der Leute um sie herum.
      „Geez, everyone's so serious“, murmelte sie, mehr zu sich selbst als zu jemand anderem. Trotz der Zeit, die sie mit Alex und anderen Leuten der Revolution verbracht hatte, war sie diese Art der Ruhe nicht gewohnt. Die Leute, mit denen sie früher in Australien zusammen gearbeitet hatte, wären jetzt damit beschäftigt gewesen Wetten abzuschließen oder sich darüber zu streiten, wer sie um bestimmte Ziele kümmern durfte.
      Alexander machte derweil seinen Weg auf zu seiner Position bei ihr. „Was ist eigentlich falsch bei dir, hm?“, fragte er sie. Trotz seines leicht anschuldigenden Ton war sein Kommentar nicht ernst gemeint.
      Ein breites Grinsen zog sich über das Gesicht der Australierin. Sie boxte ihrem Freund sanft gegen den Arm während sie antwortet: „Willst du's chronologisch oder alphabetisch?“ „Lass dir 'n neuen Spruch einfallen“, erwiderte Alex. Inzwischen konnte er sein eigenes Grinsen auch nicht mehr zurück halten.
      Trotz allem konnte Evelyn deutlich sehen wie angespannt Alex war. Nein, nicht nur Alex – fast jeder hier. Es war deutlich zu erkennen wer in so einem Umfeld aufgewachsen war und wer in diesen 'Krieg' hineingezogen wurde.
      Sie zog den Reißverschluss ihrer Lederjacke zu bevor sich Evelyn mit einer Hand durch die Haare fuhr. Langsam breitete sich eine gewohnte Anspannung in ihr aus. Auch wenn sie es nie direkt aussprechen würde (oder müsste), Evelyn genoss diese Gefechte. Ihr Vater pflege früher immer zu sagen, dass Evelyn mit einer Pistole in der Hand geboren wurde.
      So far 67...let's see how much higher we can get that today“fragte sie sich selbst in Gedanken, während ihr Grinsen weiter wuchs.


      ~*~*~

      Alexander Laurens

      Alex blickte ein letztes mal zu Evelyn hinüber. So gern er sie auch als Freundin hatte – diese Seite von ihr jagte immer wieder aufs Neue kalte Schauer seinen Rücken hinunter. Jedoch war ihm klar, dass solche Gedanken gerade fehl am Platz waren. Wenn überhaupt war es gerade jetzt praktisch jemanden wie Evelyn dabei zu haben.
      Seine Finger umschlossen den Griff des Messers an seinem Gürtel fester und fester. Alexs Blick schweifte noch ein letztes Mal über die Leute die mit ihm bereit standen.
      Ein paar wenige Minuten später war es soweit.

      >>General Williams, 639, bereit.<<

      >>Captain Meyer, 648, bereit.<<

      >>Captain St James, 680, bereit.<<

      >>Captain Jones, 704, bereit.<<

      >>General Albrecht, 713, bereit.<<

      >>Sergeant Voigt, vertretend für General Ludwig, 746, bereit.<<

      >>Captain Shepherd, 767, bereit.<<

      Nach und nach teilte jede Einheit per Funkt mit, dass sie mit sämtlichen Vorbereitungen durch war. Revolutionsmitglieder waren auf ihren Positionen, Waffen wurden kontrolliert. Das hier war der finale Countdown zum Beginn der Operation.
      Alex nahm einen tiefen Atemzug bevor er sich per Funk einschaltete.
      „Lieutenant Laurens, vertretend für General Mei, 795, bereit.“

      >>General Vance, 797, bereit.<<

      >>Captain Ivanov, 801, bereit. Starte Operation Helena.<<
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    • Saphira Panta

      Sie lauschte stumm den Durchsagen der einzelnen Einheiten und umfasste den Griff eines ihrer Dolche fester. Diese elende Waffe würde auch heute wieder das Blut unzähliger Opfer kosten dürfen und auch sie würde wahrscheinlich die Gesichter besagter Opfer in ihren nächsten Träumen wiedersehen. Sie würde gerne behaupten, sich mittlerweile an diese Dinge gewöhnt zu haben, gleichzeitig war sie froh, dass eben das nicht der Fall war, schließlich würde alles andere bedeuten, dass sie einen weiteren Teil ihrer Menschlichkeit verloren hätte.
      Als endlich das Startsignal zur Mission in ihrem Ohr ertönte, nickte Saphira noch ein letztes Mal ihren Kameraden zu und setzte sich dann so leise es ging in Bewegung. Innerhalb weniger Sekunden hatte sie den Stahlzaun überwunden und drei weitere Revolutionsmitglieder taten es ihr gleich. Mit einem Fingerzeig gab sie den anderen zu verstehen, dass sie sich ab hier aufteilen sollten. Ziel war es so viele Wachposten wie möglich zu erledigen, bevor sie schließlich den Tore für die restlichen Soldaten der Revolution öffneten. Da ihnen allerdings nicht viel Zeit bleiben würde, bevor sie entdeckt werden würden, setzten sie sich allesamt umgehend in Bewegung.
      Die junge Frau folgte dabei der Route, die sie sich zuvor schon im Kopf zusammengeschustert hatte. Der erste Wachposten auf ihrem Weg, sackte nach einem beherzten Schlag auf dem Hinterkopf in sich zusammen und gluckste wenige Sekunden später dunkles Blut hervor, nachdem Saphira ihm die Klinge durch die Kehle gerammt hatte. Kurz darauf erlitten zwei weitere Männer ein ähnliches Schicksal, während ihre Mörderin sich dem Haupttor auf wenige Meter genähert hatte. Es wäre unmöglich eben dieses zu erreichen, ohne von den Suchstrahlern über ihrem Kopf entdeckt zu werden. Man würde umgehend einen Alarm starten, doch dann wäre es schon zu spät. Besagter Alarm wäre nur das Startsignal für die restlichen Revolutionisten, die die Anlage stürmen würden.
      Trotzdem nahm sich Saphira den Moment, um noch einmal tief Luft in ihre Lungen zu spülen und sie wenig später langsam wieder auszuatmen. Dann suchten ihre Augen nach den drei Begleitern, die zusammen mit ihr den Zaun überwunden hatten. Sie wurde schnell fündig, da jeder von ihnen die zuvor geplanten Positionen eingenommen hatte. Gut. Alles lief nach Plan. Fürs erste zumindest.
      Sie nickte den drei Kameraden zu und hob eine Hand gut sichtbar in die Höhe, drei Finger erhoben. Dann nur noch zwei... einen...
      Go!
      Umgehend sprinteten alle vier auf das Haupttor zu. Natürlich wurden sie sofort von dem dort platzierten Wachen entdeckt, welche keine Sekunde später ihre Waffen auf die unerwarteten Eindringlinge richteten. Zu spät. Saphiras Dolch hatte die Halsschlagader des ersten Wachmannes erreicht, noch bevor er seine Pistole hatte entsichern können, dem zweiten rammte sie den Absatz ihres Stiefels ins Gesicht. Sie konnte spüren, wie sein Nasenknochen unter der Wucht zerbrach, aber der Kerl würde nicht lang unter seinen Schmerzen leiden müssen...
      "Kümmert euch um das Thor", verlangte sie von ihren soeben eintreffenden Mitstreitern, während sie die blutverschmierte Klinge ihres Dolches an ihrer Hose abschmierte. "Ich halte euch so lange diese Ratten vom Hals." Eben jene Ratten strömten soeben aus allen Winkeln der Anlage herbei, während über ihren Köpfen bereits der schrille Ton der Alarmanlage zu dröhnen begann. Jetzt hatte es richtig begonnen...
      Noch einmal atmete sie tief durch, bevor sie ihre eigene 9mm von ihrem Beinholster löste und den Pistolenlauf auf die Neuankömmlinge richtete. Es gab keinen Grund mehr, sich unauffällig zu verhalten. Noch bevor ihre Gegner ihren ersten Schuss abgeben konnten, hatte ihre eigene Waffe ihr erstes Opfer gefunden. Momente später war auch schon ein kleiner Schusswechsel entbrannt, der sich bald schon in einen ausgewachsenen Kleinkrieg verwandeln würde, sobald die Tore in ihrem Rücken aufschwangen.
      Kaum war dieser Gedanke durch ihren Kopf gehuscht, hörte sie auch schon das verräterische Knarzen der alten Metallscharniere. Phase 1 war erfolgreich absolviert... Das richtige Blutvergießen würde ab jetzt seinen Anfang finden.
    • Nikolai Vance

      Nikolais Blick kreuzte den von Captain Jones, ein wortloses Verständnis zwischen den Männern. Weiterhin schweigend sprinteten die beiden los, die 704 und die 797 an ihren Seiten. Jones und seine Leute übernahmen schnell die Führung. Mit gezückten Waffen liefen sie vor der 14 Personen starken 797.
      Wenn Worte um ihn herum fielen, nahm Nikolai diese nicht wahr. Adrenalin floss durch seinen Körper als wäre es flüssige Elektrizität. In ein paar Momenten würden die restlichen Einheiten folgen, die 704 und die 797 wären lediglich hier für den ersten Direktangriff.
      Schüsse begannen die Luft zu zerreißen, ohrenbetäubend und erbarmungslos. Doch Nikolai war inzwischen abgestumpft gegenüber diesem Lärm. In den letzten Jahren hatte er es zu oft gehört, teilweise sogar täglich. Er biss die Zähne zusammen bis sein Kiefer schmerzte. Auf dem Boden vor ihm lagen sowohl die Leichen der Wachen wie auch welche der 704 - Jones' Leute fingen an zu fallen. Allerdings ließen sie sich davon nicht beeindrucken, sie schossen einfach weiter. Später würde es genug Zeit geben, um Tränen für die Gefallenen zu vergießen.
      Die 797 war fast am offenen Tor, Nikolai konnte sehen, wie die nächste Welle an Wachen im Dienste der Organisation in den Kampf stürzte. Es war Zeit ihnen einen angemessenen Empfang zu bereiten. Seine rechte Hand griff einen der Tränengasgranaten von seinem Gürtel. In einer Bewegung die er schon unzählige Male durchgeführt hatte, zog er den Sicherungsstift. „JETZT!“ brüllte er als er die Granate in den Eingangsbereich hinter dem Tor warf. Gleichzeitig flogen zwei Rauchbomben und 11 Böller des Typen D in den Raum. Die lauten Explosionen des Feuerwerks füllten den Bereich, kreierten Verwirrung und verletzen sogar einen der Männer. Ebenfalls füllte sich das Innenleben des Gebäudes mit Rauchschwaden, die es nicht einmal zulassen würde, die Hand vor dem eigenen Auge zu sehen. Und als wäre das nicht genug, war da noch das schmerzhafte Brennen des Tränengases, dass unter anderem das Atmen erschwerte. Zusätzlich zu den Schüssen füllte nun auch Keuchen, Würgen und Husten die Luft.
      Hinter Nikolais Truppe hatte sich der Rest der Revolutionskämpfer in Bewegung gesetzt, die schnellen Schritte glichen dem Geräusch von sich nähernden Donner.


      ~*~*~


      Laura Yui O'Deorain

      Durch das Zielfernrohr ihres M24 erblickte Laura das Blutvergießen trotz der Entfernung als ob sie knapp davor stände. Sie sah wie Leute, mit denen sie letzte Nacht noch gesungen und getrunken hatte zu Boden gingen, einige schwer verletzt, andere tot. So viele Leben waren bereits nach wenigen Minuten beendet worden, mehr würden folgen. Und jene, die auf der Seite der Organisation standen, würden wohl nicht ein mal irgendeine Art von Beisetzung oder Trauerfeier erhalten.
      Ihr Finger ruhte auf dem Abzug, bereit jederzeit abzudrücken. Die Revolution arbeitete mit stark begrenzter Munition und besonders für spezielle Waffen wie ihr Gewehr war es schwer neue zu besorgen. Dementsprechend musste sie vorsichtig sein. Jeder Schuss musste durchdacht und gut platziert sein. Sie würde nur dann abdrücken, wenn es notwendig ist. Auch wenn es manchmal sehr schwer war, sich an diese Regel zu halten. Insbesondere, wenn einige der Menschen, die sie am meisten liebt, Teil dieses Gefechtes waren. Die Haare an ihrem Nacken standen bereits aufrecht, wenn sie nur daran dachte, dass eine der Organisationswachen in der Nähe von jemandem wie Evelyn oder Shaun war.
      Oder Saphira.
      Ein Mann tauchte hinter dem Rücken ihrer alten Freundin auf, eine Pistole in seiner Hand, bereit sie mit Kugeln zu durchlöchern.
      Laura atmete tief ein, der Mann zielte auf Saphiras Schulter.
      Sie atmete die Hälfte der Luft aus, Saphie drehte sich um, hob ihre eigene Waffe.
      Der Finger der jungen Japanerin betätigte den Abzug ihres Gewehrs, die Kugel traf den Mann direkt zwischen seine Augen.
      Und sie atmete vollständig aus während der Mann rückwärts zu Boden ging.
      Der laute Schall des Schusses aus dem Scharfschützengewehrs rang noch weiter durch die Luft, intensiver als die Schüsse auf den Schlachtfeld unten. Während sie ihren Blick weiterhin durch das Zielfernrohr gerichtet hielt, lud sie ihr Gewehr nach, die Patronenhülse fiel fast lautlos auf die leicht feuchte Erde neben ihr. Erst jetzt, wo Saphira in 'Sicherheit' war, schien Lauras Herz wieder zu schlagen. Sie hatte nicht ein mal bemerkt, dass es scheinbar ausgesetzt hatte.
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    • Saphira Panta

      Es ging gut voran, zumindest je nachdem wie man "gut" definierte. Wie geplant sorgten die eintreffenden Truppen für zunehmende Verwirrung unter den feinden und blockierten ihre Sicht, dennoch flogen hunderte Kugeln durch den dichten Nebel und trafen immer wieder auf Fleisch. Im Gegensatz zu der Revolution mussten die Kämpfer der Organisation nicht um mangelnde Munition fürchten und störten sich nicht daran, einige Kugeln ins Nitchs zu schießen. Trotz dieser Widrigkeiten, war es Saphiras Trupp und den ersten Truppen der Verstärkung mittlerweile gelungen, einen Großteil der gegnerischen Einheiten vor sich zu erledigen und sich zum Haupteingang des Gebäudekomplexes vorzukämpfen. Saphira wusste außerdem, dass noch weitere Verstärkung in ihrem Rücken wartete. Gleichzeitig dröhnte jedes einzelne Schreien und Jaulen in ihren Ohren wieder, dass zu ihren gefallenen Kameraden zählte. Sie mochte kein integraler Bestandteil der Revolution sein, einen Großteil der Frauen und Männer an ihrer Seite kannte sie kaum ein paar Stunden und doch... Keiner von ihnen hätte hier sterben sollen. Keiner von ihnen hatte dieses Schicksal verdient... Sie schluckte den schmerzhaften Frust in ihrer Kehle hinunter und verwandelte ihn in die Wut, die die Hand an ihrer Waffe steuerte. Wenn sie konnte, ließ sie die Pistole dabei ruhen und machte ihre Gegner mit ihrer treuen Stichwaffe bekannt. Ein Grund dafür, dass ihre Hand mittlerweile in klebrigen Blut getränkt war, welches sie sich immer wieder an der Hose abschmieren musste, damit der Griff ihres Dolches nicht aus ihren schmierigen Fingern rutschte. Dieses Blut würde sie sich auch in vielen Jahren nicht von den Händen waschen können.
      Sie ignorierte die Pein ihres beißenden Gewissens und konzentrierte sich zunehmend auf die vor ihr liegende Aufgabe, bemühte sich darum so viele Gegner wie möglich zu eliminieren, bevor diese die Verstärkung in ihrem Rücken erreichen konnte. Sie wusste, dass sie niemals in der Lage wäre, sie alle zu schützen, aber wenn auch nur ein Revolutionist mehr wegen ihres Einsatzes heute mit dem Leben davon kam... Nun, wahrscheinlich würde sie sich deswegen trotzdem nicht besser fühlen, aber zumindest müsste sie sich nicht noch mehr verachten als sowieso schon.
      Die weite Fläche des Geländes hatte sich mittlerweile in ein komplettes Schlachtfeld verwandelt. Langsam wurde es sogar schwer, Freund von Feind zu unterscheiden. Sicherlich ein Grund dafür, dass sie die nahende Gefahr in ihrem Rücken erst so spät bemerkte. Als sie sich schließlich hastig und mit erhobener Waffe umdrehte blickte sie auch schon dem Lauf ihres Gegenübers entgegen. Umgehend zog sie Abzug ihrer eigenen Waffe. Wenn man sie schon niederschießen würde, wollte sie zumindest noch einen letzten dieser Mistkerle mit sich nehmen wollen. Doch weder sie selbst, noch ihr Gegner kamen zum Abschuss. Als der dröhnende Knall des Scharfschützengewehrs ihre Ohren erreichte lag der Organisations-Kämpfer schon leblos vor ihr im Schlamm. Saphire hob den Blick über ihre Schulter und nickte kurz dankend in Lauras Richtung. Sie wusste nicht, ob die junge Frau sie überhaupt noch durch das Fernrohr im Blick hatte, dennoch wollte sie ihren Dank deutlich machen.
      Viel Zeit konnte sie allerdings nicht verschwenden. Der Haupteingang war schließlich in greifbarer Nähe und die Linie der Gegner zwischen Saphira und ihrem Ziel wurde stetig dünner. Sie mussten durch die Reihen der Verteidigung durchbrechen, bevor die Verstärkung der Organisation eintreffen konnte. Als ließ sie weitere Kugeln aus ihrer eigenen Pistole sausen - beinahe jeder Schuss ein Treffer - während ihr Dolch jeden zum Opfer deklarierte, der sich auch nur auf zwei Meter in ihre Nähe wagte. Sie mussten diese Sache hier so schnell es ging erledigen.



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      George Blane

      "Hast du dieses Schuss gerade gehört?! Das war sie! Das muss sie gewesen sein!" Verrückte Ekstase leuchtete in den hellblauen Augen seines kleinen Bruders, während er begeistert wie ein kleiner Junge auf der Stelle auf und ab hüpfte. "Darf ich sie jetzt jagen, Bruder? Darf ich endlich nach ihr suchen?"
      Es hatte schon viele Tage gegeben, an denen George an der geistigen Gesundheit seines jüngeren Bruders gezweifelt hatte, heute war es noch schlimmer als sonst. "Hast du schon vergessen, was ich dir noch vor wenigen Minuten gesagt habe?"
      "Aber, sie sind doch schon fast drinnen? Was macht es für einen Unterschied, wenn ich einfach nur ein paar Momente früher aufbreche."
      Der älteste Blane-Bruder verkniff sich ein tiefes Grummeln und maß Vince stattdessen mit einem ernsten Blick. "Warte zumindest darauf, dass wir ihre Position exakt bestimmen können. Sie wird sicher noch weitere Schüsse abgeben."
      Der Wildfang vor ihm schien wenig überzeugt. "Ich kann sie sicher schneller finden als jeder deiner Männer."
      Wahrscheinlich hatte er damit sogar recht. Wenn er ehrlich war, hatte er Vince eben deswegen auf diese heikle Mission mitgenommen, schließlich schien er ein Gespür dafür zu haben, seine "Lieblinge" im Tumult der anhaltenden Kämpfe sofort zu erspähen. Doch zugleich könnte er alle Pläne zunichte machen, wenn er die Bühne zu früh betrat. "Warte einfach noch ein paar Mi-"
      "Da ist ja auch meine erste Ehefrau!" Vince hatte sich nicht einmal die Mühe gemacht, seinem älteren Bruder zu zuhören, stattdessen waren seine Augen nun an einen der Überwachungsbildschirme des Kontrollraumes getackert.
      George folgte seinem Blick. Tatsächlich. Ohne Vince Hinweis wäre es George in dem nebligen Chaos nicht einmal gelungen diese Mistgöre zu erkennen. Schließlich hatte sie seit dem letzten Mal auch zum wiederholten Male ihr Äußeres verändert, doch die zahlreichen Narben in ihrem Gesicht zeigten ein bekanntes Muster. Zudem hatte sich dieser seltsame Gesichtsausdruck aus Wut und Trauer in ihren Zügen kein Stück verändert.
      "Sag mir nicht, dass du mir auch verwehren willst, sie einzufangen, wenn sie mir doch so nah ist."
      "Sie wird dir bald noch viel Näher sein", versicherte George mit einem zufriedenen Unterton in seiner Stimme. "Sie wird dir bald praktisch in die Arme laufen." Er zückte das Funkgerät und stellte eine Leitung zu allen einzelnen Truppenführern der heutigen Mission her. "Hase Nr. 1 steht kurz vor den Toren, macht euch für den Eingriff bereit. Sobald ein Großteil dieser Ratten durch die Türen gestürmt ist, umzingelt sie."
      Die Antwort ertönte in einem eintönigen >>Jawohl!<< aus knapp einem dutzend Münder. "Vince, ich will das du erst Hase Nr. 2 erschnüffelst, sobald die Truppen ausrücken. Ich bin mir sicher, dass sie dann mehr denn je ihre Position freigeben wird."
      "Aber..." Düstere Schatten legten sich über Vince` Augen. "Saphire gehört mir!"
      "Ich werde den Männern anweisen, sie nicht anzurühren und sie dir sofort auszuhändigen", versicherte George mit fester Stimme. Der Blick seines Bruder machte allerdings deutlich, dass die Männer, die bei dieser "Aushändigung" zugegen sein würden keine sonderlich große Lebenserwartung vorzuweisen hätte. Für den ältesten Blane-Bruder gab es allerdings wichtigeres als die ersatzbaren Verluste auf seiner Seite zu zählen. "Hase Nr. 2 könnte uns allerdings durch die Lappen gehen, wenn wir nicht schnell genug handeln."
      Endlich kehrte ein Funken Einsicht in die Augen seines kleinen Bruders. Niemals würde er zulassen, dass ihm etwas oder jemand durch die Lappen ging, dass er so gerne für sich selbst vereinnahmen wollte. Definitiv eine der Eigenschaften dieses Verrückten, die George gerne zu seinem Nutzen einsetzte.
      Nachdem sein Bruder damit vorerst unter Kontrolle gebracht wurden war, legte sich seine Aufmerksamkeit auf die restlichen Kämpfer im Raum, welche die bisherige Konversation mit deutlicher Beklemmung in den Augen beobachtete hatten. "Sucht nach den restlichen Drahtziehern", verlangte er mit einem Fingerzeig auf die Überwachungsvideos. "Und gebt den Team-Leadern die genauen Standorte durch."
      Er wurde mit dem gleichen Jawohl belohnt wie auch schon wenige Minuten zuvor.
    • Evelyn O'Deorain

      Ein Knirschen fülle die Luft unmittelbar um sie herum, als Evelyns Faust auf den Nasenrücken eines weiteren Organisationsmitglieds traf. Mit einem gedrückten Schrei ging der Mann zu Boden. In einer fließenden Bewegung setzte sie einen Tritt in seine Rippen hinterher. Ihr Grinsen weitete sich nur weiter als die Australierin spürte, wie die Knochen unter ihren Stiefeln nachgaben. Im gleichen Moment betätigte sie den Abzug ihrer Pistole um einen anderen nieder zuschießen. Bevor sein Körper den Boden berührte richtete sie besagte Waffe nach unten und erschoss den Mann der sich bis jetzt vor Schmerzen im Dreck gekrümmt hatte. Die Worte „And that would be 68 and 69“, verließen ihren Mund.
      Für Evelyn war als das hier nichts besonderes. Nur eine weitere Chance für sie zu beweisen warum man sie „the monster from down under“nannte. Es war recht offensichtlich das sie eine der wenigen Kämpfer auf der Seite der Revolution war, die dieses Blutvergießen genoss. Nun ja, vielleicht war das etwas zu überspitzt. Es war nicht das Töten, dass Evelyn genoss, sondern die Möglichkeit sich zu beweisen.
      Sie war Evelyn O'Deorain, die Tochter von Edward Mitchell O'Deorain. Und all dies gehörte zu der Rechnung die sie sich vorgenommen hatte zu begleichen. Nicht eins zu eins. Für jedes Leben ihrer Leute, dass die Organisation genommen hatte, würde sie 3 der ihren erlöschen lassen. So revanchierte sich die O'Deorain Familie nun ein mal. Und das sie ihrer wundervollen Ehefrau hiermit aushelfen könnte, machte diese kleinen Siege nur umso süßer.


      ~*~*~

      Alexander Laurens

      „Lort!“ keuchte Alex hervor als sein Messer im Brustkorb des Mannes vor ihm verschwand. Das war knapp. Viel zu knapp. An dieser Stelle war es mehr Glück als alles andere, das er in der Lage gewesen war, diesen Angriff abzuwehren. Er duckte sich herunter und nahm dem Toten seine Waffen ab, warf einen Teil der extra Munition zu einem anderen Revolutionsmitglied und behielt den Rest für sich. Keine Waffe und keine Kugel die man so erbeuten konnte durfte übersehen werden. Dies war schon seid Ewigkeiten der effektivste Weg für die Revolution sich solche wichtigen Güter zu ergattern.
      Zumindest brachte die Nähe zu Evelyn eine gewisse Sicherheit mit sich, da sie sich um einen großen Teil der direkten Angreifer kümmerte. Vor allem weil sie bewusste seine rechte Seite abdeckte, da seine Sicht auf dieser durch sein fehlendes Auge eingeschränkt war.
      Der junge Mann nutze den Moment aus um durch zu atmen, nur um sich kurz darauf wieder ins Gefecht zu stürzen. Durch den Knopf in seinem Ohr rang die Stimme von Harvey Shepherd. >>Nur noch ein paar Meter! Wir haben es gleich geschafft!<< In der Tat war die Revolution kurz davor das Gebäude als solches zu stürmen. Die Operation verlief exakt nach Plan.
      Alexander griff eine der Rauchbomben von seinem Gürtel und warf sie mit den Worten „Achtung, Rauchbombe!“ einige Meter vor sich. Die Revolution selbst war diese Techniken gewohnt, die größten Teile der einfachen Fußsoldaten der Organisation jedoch nicht. Verwirrung war eine der wenigen Methoden die der Widerstand hatte um sich in diesem David gegen Goliath ähnlichen Krieg zu beweisen. Und auch heute würden sie das wieder tun, davon war der schwarzhaarige Lieutenant überzeugt.


      ~*~*~

      Laura Yui O'Deorain

      Einige Minuten nach ihrem ersten Schuss betätigte sie den Abzug ihres Gewehrs erneut. Dieses Mal um einen der Scharfschützen der Organisation aus Verkehr zu ziehen. Für einen kurzen Moment schloss Laura ihre Augen. Es war notwendig um sich selbst ruhig zu halten. Die Stimme von niemand anderem als Michael Hansen füllte ihren Kopf. Ein Echo der wichtigsten Lektion die er ihr jemals erteilt hatte.
      Dein Herz hat kein Platz auf dem Schlachtfeld. Wenn wir wieder sicher in der Basis sind darf es wieder schlagen.“ Im hier und jetzt hatte sie keine Emotionen, keine Gefühle und kein Gewissen. Für Tränen und Schmerzen war später genug Platz und Zeit.
      Eine weitere Kugel verließ den Lauf ihrer Waffe, ein weitere Schütze der Organisation ging zu Boden. Die Stimme in ihrem Kopf die den Vierertakt mitzählte war nicht ihrer eigene – es war Michaels. Es war immer Michaels Stimme. Seine Stimme die den Takt zählte, seine Stimme die sie bei Verstand hielt, die sie ruhig hielt.
      Es war seine Stimme die immer wieder die Worte „I'm so proud of you, little Bug“ flüsterte. Ihr Mentor, ihr Bruder und der Mensch den sie am meisten vermisste. Und der gerade in diesen Momenten an ihrer Seite war.
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    • Saphira Panta

      Die erste Etappe war fast geschafft, auch wenn dafür mittlerweile ein wahrer Berg an Leichen überwunden werden musste. Nur noch wenige Männer der Organisation hatten sich einer letzten Linie des Widerstands gleich vor die Eingangstore der Lagerhalle gestellt, ihre Maschinengewehre bebend auf ihre Feinde gerichtet, Todesangst in den Augen.
      "Legt eure Waffen nieder und wir lassen euch leben." Es war nicht das erste Mal, dass sie diese Worte äußerte und sie meinte jedes einzelne davon ernst und dennoch... Die folgende Reaktion fiel absolut in ihr Erwartungsspektrum. Die Männer eröffneten - von verzweifelten Schreien begleitet - das Feuer. Aufgrund ihrer inneren Panik gelang es ihnen dabei aber nicht einmal mehr vernünftig zu zielen. Dennoch war jeder Schuss gefährlich, weswegen sie schnell handeln mussten. Dem Kugelhagel ausweichend rannten ein paar Revolutionsmitglieder und Saphira in einem weiten Bogen auf die Männer zu, denen es wenige Sekunden später nicht einmal mehr zu gelingen schien ihr leer geschossenes Magazin gegen ein neues Auszutauschen. Einfache Opfer... Innerhalb weniger Augenblicke fand Saphiras Klinge ein gutes weiteres Dutzend an Opfern. Blut tummelte sich um ihre schwarzen Stiefel, während sie die entstellen Gesichter ihrer Opfer betrachtete. Jahre lang hatte sie sich immer wieder gefragt, warum diese Männer solch eine idiotische Entscheidung trafen und nicht einfach aufgaben. Sie hatte ihre Lektion erst, als einer von ihnen wirklich ihren Forderungen nachgab, nur damit sie wenige Wochen später von seiner entstellen Leiche in den Nachrichten zu hören bekam. Diese Männer wussten, dass der Tod durch die Revolution um einiges gnädiger war, als die quälenden Hände ihrer Arbeitsgeber. Entsprechend versuchte die junge Frau zumindest ein schnelles Ende für ihre Gegner zu finden, auch wenn es da ein paar Kandidaten gab, denen sie kein gnädiges Ende wünschte.
      "Gute Arbeit", nickte sie schließlich einem ihrer Kameraden zu, welcher bei der Überwindung dieser letzten Schutzmauer geholfen hatte. "Bevor wir weiter vordringen, sollten wir uns kurz sammeln. Nehmt den Organisationsmitgliedern die Waffen ab und verteilt sie unter unseren Mitstreitern."
      Ihren eigenen Worten Folge leistend, zog sie die befreite sie die ergatterten Waffen aus den Blutpfützen und verteilte sie an die nachrückenden Revolutionisten. Als sie unter eben diesen schließlich auch - zu ihrer Erleichterung - immer mehr bekannte Gesichter wie Evelyn, Shaun und Alexander entdecken konnte überkam sie eine Welle der Erleichterung. Auch ihr Kampf schien sich vorerst dem Ende entgegen zuneigen. Das lärmende Knallen von Schüssen wurde seltener und die Kämpfer der Organisation schienen mittlerweile auch bereits aufgegeben haben und fügten sich gefühlt nur noch ihrem Schicksal.
      Shaun war der erste, der zu ihr aufschloss und mit prüfenden Augen die Umgebung inspizierte. "Das war zu einfach", knurrte er, kaum dass er neben ihr Halt machte.
      Saphira nickte langsam. "Das waren zu wenig Truppen für solch einen zentralen und wichtigen Umschlagort der Organisation." Eigentlich hatte sie eben deswegen schon vor einer halben Stunde damit gerechnet, dass weitere Verstärkungstruppen aus dem Inneren der Anlage strömen würden, stattdessen waren die Türen fest versiegelt.
      "Wahrscheinlich glauben sie, dass sie uns im Inneren einfacher überwältigen können, solange sie nur auf uns warten", überlegte Shaun.
      "Nur das wir darauf vorbereitet sind." Saphira kontrollierte die Vollständigkeit ihres Waffengürtels. Normalerweise wurde eben dieser nur von ihrer kleinen Pistole und ihrem treuen Dolch geschmückt, für den heutigen Tag hatten sich aber noch drei Rauchbomben und eine Kartusche mit Tränengas dazu gesellt. Sollte im Inneren des Gebäudekomplex ein Hinterhalt auf sie warten, müssten sie die Bomben einfach nur die Vorhut übernehmen lassen. Und doch... Sie konnte sich selbst nicht ganz erklären was es war, aber irgendwas an der gesamten Situation fühlte sich verdammt mies an.
      Erst als sich ein gutes Drittel der gesamten Truppenstärke der Revolution vor dem Eingang eingefunden hatte, legte Saphira erneut ihre Finger an das kleine Headset an ihrem Ohr. "Wir sind bereit für den nächsten Schritt", berichtete sie. "Lasst uns diesen Laden von innen zersprengen."
    • Nikolai Vance

      Immer einer der Ersten. Nikolai war immer einer der ersten Revolutionsmitglieder, das einen Raum betrat oder in die Schlacht sprintete. Viele Leute sahen es als Mut an, für ihn war es Konditionierung. Zwölf Jahre lang im Dienst von русское сопротивление zu kämpfen hinterlässt Spuren. Vom ersten Tag an wurde eins in jeden neuen Rekruten hinein geprügelt – sein kein Ballast. Wer zögert wird erschossen, manchmal vom Feind und manchmal vom Vorgesetzten.
      Als er durch das Tor schritt hatte er den Container mit Tränengas bereits in der Hand. Er entfernte den Sicherheitspin und warf ihn die Treppe hinunter. Es war garantiert, dass noch mehr Organisationsmitglieder auf dem Gelände waren. Und falls sich die Ratten dort versteckten, sollten sie bald zu husten beginnen.
      Er sagte nichts als Jones und dessen Männer an ihm vorbei gingen. Soweit war Nikolais Arbeit mehr oder weniger erledigt. Oder eher die erste Hälfte dieser. Die Aufgabe der 797 bestand nun darin Sprengladungen zu platzieren. Ab jetzt würden die meisten Leute der 704 folgen.
      Ein letztes Mal nickte Nikolai Captain Jones zu, welcher sich bereit machte weiterzugehen, sobald die Wolke an Chemikalien nachließ. Er drückte dem anderen Mann einen weiter Kanister mit Tränengas in die Hand bevor er seine eigenen Leute zu sich rief und mit dem nächsten Teil ihrer Mission weiterzumachen.


      ~*~*~

      Annalena Ludwig

      „746 folgt der 704. 639, 648, 713 folgen dabei. 801 folgt und unterstützt die 797. 795 sichert das Feld, 680 unterstützt. 767 bleibt wie immer auf Abruf bereit.“
      Annalena beobachtete Voigt als dieser ihre Anordnung per Funk an die anderen weitergab. Die verschiedenen Trupps setzten sich sofort in Bewegung. Bevor sie selbst jedoch loslaufen konnte, griff eine Hand nach ihrem Unterarm. Es war nicht ein mal notwendig sich umzudrehen, sie wusste wer es war.
      „Warum stellst du uns auf standby?! Es war immer die Rede, dass die 680 mit reingeht, da die 795 mit leichter Unterstützung von Shepherds Leuten zurecht kommen sollte“ zischte Marshall ihr förmlich entgegen „Die 680 ist combat and breach also warum-“ „Weil ich es so für intelligenter halte. Die 767 wird vermutlich viel zu tun haben und wir wissen nicht, ob die 795 die Umgebung alleine halten kann“ fiel Annalena ihm ins Wort. Zeitgleich zog sie ihren Arm aus seinem Griff. Wie erwartet kam ein genervtes „tsk“ von Marshall bevor er weiter sprach. „Vermutlich brauchen sie gar keine! Hier draußen ist niemand mehr! Also warum willst du nicht das wir-“
      Annalena ballte ihre Hand zur Faust und fiel ihm erneut ins Wort. Diesmal war ihre Stimme lauter, fester. Sie nutze ihre Befehlsstimme – eine Seltenheit in Konversationen mit Marshall, selbst auf dem Schlachtfeld. „Meine Anordnung bleibt bestehend, Captain St James. Und wenn sie nicht sofort aufhören, die Anweisungen eines ranghöheren Mitglieds zu kritisieren und hinterfragen, wird es Konsequenzen geben. Ist das klar, Captain?!“
      Für ein paar Augenblicke hielten die beiden stummen Blickkontakt. Ihre eigenen Brauen waren stark zusammen gezogen, ihre Kiefer schon fast schmerzhaft verbissen. Erst als ein geschlagener Seufzer Marshalls Lippen verließ, entspannte sich ihr eigenes Gesicht wieder. „Verstanden, General Ludwig...“
      Sie nickte ihm zu bevor sie sich mit ihrer Einheit auf dem Weg machte. Gerade so überhörte sie ein leises „Pass auf dich auf“ vom ihm. Eine Bitte, die sie als Antwort ebenfalls entgegen brachte.

      „Alles in Ordnung, General?“ fragte Voigt als die beiden, Waffe in der Hand durch das Tor liefen. Die verschiedenen Truppen begaben sich bereits in Formation um der 704 zu folgen. Sie nickte und antwortete: „Selbstverständlich. St James hatte lediglich falsche Informationen.“
      Der General beobachtete wie ihr Sergeant seine Stirn in falten legte. Verbale Kommunikation war in diesem Moment nicht nötig. Sein Blick war genauso deutlich wie eine laut geäußerte Frage. Und die Art wie Annalena zur Seite schaute beantwortete diese.
      Sie hatte Marshall die falschen Informationen gegeben, hatte ihn glauben lassen, dass er ebenfalls in das Gebäude gehen wurde. Grundsätzlich war dies auch der Plan gewesen und sie hatte es geändert. Auch wenn es unfair gegenüber ihm war, sie wollte Marshall keiner so direkten Gefahr aussetzen. Denn trotz allem sah sie in ihm immer noch den 14 Jahre alten Jungen der noch nicht seinen letzten Wachstumsschub hatte. Der sie mit einem Welpenblick, der nein sagen förmlich unmöglich machte, ansah und sie wieder und wieder anbettelte sein Mentor zu werden.


      ~*~*~

      Alexander Laurens

      „Na komm, Mars“ verkündete der junge Däne wobei er seine Hände von Hinten auf die Schultern des anderen legte „Du hast die Befehle gehört. Auf geht's – Umgebungssicherung.“ Sofort antwortete Marshall mit einem frustrierten Stöhnen.
      In der Revolution gab es das ein oder andere Naturgesetz. Und eines davon war, dass Mitglieder aus combat and breach Einheiten es hassten, für die Sicherung und Kontrolle der Umgebung genutzt zu werden. Das wurde alleine schon dadurch deutlich, dass auch der Rest der 680 lange Gesichter zur Schau stellte.
      Aber der Befehl eines Generals stand nun ein mal über den Bedürfnissen eines Captains. Als solches begann Marshall seine Leute zu befehligen. Kurz darauf begannen diese sich in zweier oder dreier Gruppen aufzuteilen, um das Gelände zu patrouillieren.
      Für einen kurzen Moment blickte Alexander zu Shepherd. Auch der ältere Mann erteilte Anweisungen. Jedoch blieb die Mehrheit seiner Leute bei ihm. Er selbst musste dem Rest der 795 keine Befehle erteilen, sowas war schon lange nicht mehr nötig.
      Die 795 gehörte zur seltensten Kategorie an Revolutionseinheiten – ein vollständiges Team für Außeneinsätze. Auch wenn es eine kleine Einheit war, hatten sie doch alles, was man für Missionen brauchte. Leute zur Aufklärung, Spionage, Kampfeinsätze und mit Laura sogar eine Scharfschützin. Als Michael Hansen damals die Befugnis erhielt, seine eigene Einheit zu gründen, wusste er eben genau was er wollte.

      Für ein paar weitere Momente blickte Alex stumm auf das Geschehen, beobachtete wie einiger seiner Teammitglieder sich der Patrouille anschlossen, etc. Da soweit alles in Ordnung schien, schaute er zu Evelyn, welche fast schon etwas fehl am Platz wirkte, jetzt wo das Blutbad vorbei war.
      „Ich bin mir sicher, dass du dich den anderen Einheiten anschließen kannst, wenn du weiter kämpfen willst“ verkündete er mit einem leichten Grinsen „Wir haben hier hoffentlich nicht mehr so viel zu tun.“ Die Australierin starrte ihn für ein paar Sekunden an bevor sie den Kopf schüttelte. „Nah, ich bleib hier. Ich will doch nicht, dass sich Laurie Sorgen macht, weil sie mich nicht mehr sehen kann“ erwiderte sie, wobei ihr Blick in die grobe Richtung in der sich Laura befand wanderte. „Verstehe. Naja...'happy wife, happy life', hm?“ Ein breites Grinsen formte sich auf Evelyns Lippen und sie nickte.
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    • Vince Blane

      Das Grinsen auf seinen Lippen trug die Handschrift des Wahnsinns. Es war auf seine Lippen gekleistert, seitdem er den Kontrollraum vor wenigen Minuten verlassen hatte. Es hatte ihn noch einige Zeit des Nörgelns gekostet, bevor George ihm endlich das Go gab - selbst nachdem seine erste Ehefrau und ein Großteil der restlichen Revolutionsmitglieder endlich die Anlage betreten hatten. Es passte ihm keineswegs, dass er Saphira fürs erste in die Hände anderer übergeben musste. Wahrscheinlich müsste er besagte Hände später einfach nachhaltig entfernen, bevor er sie endlich wieder in seine liebevolle Umarmung ziehen könnte. Oh wie sehr er doch ihre warme Haut liebte, das Gefühl ihrer zahlreichen Narben unter seinen Fingern.
      Es gesellte sich ein manisches Kichern zu dem wahnsinnigen Grinsen, als er schließlich den unterirdischen Überwachungskomplex durch den Hintereingang verließ. Natürlich hatte er sich zuvor vergewissert, dass eben dort keine Störenfriede der Revolution auf ihn warten würden. Zwar wäre es sicherlich kein Problem, diese aus dem Weg zu räumen, aber sie würden das Wiedersehen mit seiner zweiten Ehefrau hinauszögern und das konnte und wollte er nicht akzeptieren. Seitdem sie endlich Lauras exakte Position hatten ermitteln können, war ihm nichts wichtiger, als seinen kleinen Spatz endlich wieder in die Arme zu schleißen. eventuell müsste er dieses Mal ein wenig ihre Flügel stutzen, auf das sie ihm nicht wieder so einfach davon flatterte. Ob eine Stichwunde im Oberschenkel ausreichen würde, oder wäre ein gebrochenes Knie effektiver?
      Während sich weitere "zauberhafte" Ideen in seinem Hirn sammelten schlich er unbemerkt die verwinkelten und dunklen Pfade durch den dichtbewachsenen Wald ab. Der Weg war nicht gerade kurz, schließlich war der Überwachungskomplex strategisch weit von der Hauptanlage entfernt. Diverse unterirdische Tunnel würden es Chris und seinen Männern dennoch ermöglichen innerhalb kürzester Zeit den Zentralhof zu stürmen. Vince musste leider den Umweg nehmen, sonst würde er seine entflohenen Spatz nicht unbemerkt erreichen können.
      Ob die Revolution über die Existenz der zahlreichen Wildkameras an den Bäumen hier bescheid wusste, die letztendlich auch zur genauen Ermittlung von Lauras Standort beigetragen hatten? Tatsächlich waren diese kleinen aber teuren Dinger Teil einer neuen Strategie der Organisation. Sie mochten deutlich weniger effektiv und zuverlässig sein, als die üblichen Überwachungssysteme, aber sie waren schwerer zu entdecken und boten weniger Angriffsfläche für die Hacker der Revolution. Eigentlich waren Vince solche technischen Spielereien ziemlich egal, doch heute hatten sie ihm den Weg zu seiner vermissten zweiten Ehefrau gezeigt. Das musste selbst er anerkennen.
      Endlich erklomm er den Hügel auf dessen Anhöhe sich auch seine geliebte Scharfschützin verbergen musste. Während sein Herz vor Freude immer höher und lauter zu schlagen begann, wurden seine Schritte zunehmend ruhiger und langsam. Er wollte seinen kleinen Spatz immerhin nicht vorzeitig aufschrecken, außerdem hatte ihn George aufgefordert zu warten, bis der große Tumult in der Anlage begann. Passenderweise hatte er von hier aus gute Sicht auf den weitläufigen Hof der Anlage. Doch als er endlich Lauras betörenden Duft wahrzunehmen begann und er ihre dunklen Umrisse im Gebüsch zu erblicken glaubte viel es ihm zunehmend schwer, neue Geduld aufzubringen. Entweder startete George bald den finalen Angriff, oder er könnte sich seine Anweisungen sonst wohin schieben.

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      Saphira Panta

      "Ihr müsst da raus!"
      Ihre Hand zuckte zu ihrem In-Ear. "Was?"
      "Ihr müsst da sofort raus!" Die ungewohnte Panik in Charlies Stimme verursachte ein beklemmendes Gefühl in ihrer Brust. "Sie haben uns verarscht." Saphira konnte furioses Klicken und Tippen im Hintergrund hören. Charlie musste diverse Drohnenbilder und Aufnahmen der gehackten Überwachungskameras durchgehen. "Diese Mistkerle haben die ganze Zeit in einem Unterirdischen Bunker gehockt... Sie müssen alles darauf verwendet haben, es von meinen Systemen abzuschirmen. Sie haben mit uns gerechnet... auf uns gewartet."
      Wilde Flammen aus Frust, Wut und Angst breiteten sich in Saphiras Magengrube aus. "Wie viele sind es."
      "Keine Ahnung... Die Wärmebild zeigt einfach nur einen riesigen Klumpen an... es müssen hunderte sein. Verdammt! So wie ich die Mistkerle kenne, könnten es sogar tausend sein."
      Der Geschmack von Eisen verbreitete sich in ihrem Mund, während sich ihre Unterlippe in der Gefangenschaft ihrer Zähne wiederfand. "George ist hier", grummelte sie überzeugt. Wer sonst sollte diese Massen an Männern mobilisieren können. Schlimmer noch: wo der älteste der Blane-Brüder war, ließen die anderen beiden auch nicht lang auf sich warten. "Wo ist Laura?" Sie drückte den In-Ear tiefer in ihr Ohr, um Charlies Stimme über die entstehende Panik und Aufregung der restlichen Revolutionsmitglieder nicht zu überhören. Gleichzeitig schob sie sich mit Nachdruck durch die Männer und Frauen, zurück zum Ausgang des Komplexes.
      "Sie hat sich nicht bewegt, aber du kennst sie... sie ist nicht zu erreichen und durch diesen verschissen dichten Wald kann ich weder Sichtkontakt aufnehmen, noch vernünftige Wärmebilder erkennen. Aber..." Saphira gefiel der Unterton in diesem Wort gar nicht. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich eine Wärmesignatur auf sie zubewegt hat... ich kann sie leider nicht mehr genau sehen, aber da ist definitiv etwas durch den Wald gekommen."
      Sie musste sich ein lautes Fluchen verkneifen. Auch wenn sie sich am liebsten einreden wollte unrecht zu haben, wusste sie bereits wer sich da gerade Laura nähern musste. Schließlich gab es nur einen Bluthund in der Organisation, der die junge Frau so zweifelsfrei aufspüren könnte. Sie musste sich beeilen. Selbst wenn sie Laura nicht mehr vor diesem Mistkerl erreichen würde, könnte sie vielleicht noch verhindern, dass die Braunhaarige in dessen schleimigen Griffeln wiederfand. So drängte sie sich an ihren Kameraden vorbei und nahm zwei Stufen auf einmal, ihr Ziel genau vor Augen. Leider wurde eben dieses bald von dutzenden bewaffneten Organisationsmitgliedern blockiert. "Verdammt!" Dieses Mal konnte sie sich das Fluchen nicht verkneifen und führte ihre Fingerspitzen zurück an ihr In-Ear. "Shaun!"
      "Ich weiß." Angestrengtes Atmen hallte durch ihr Ohr, während sie im Hintergrund seiner Stimme deutlich den Kampf von Revolution und Organisation hören konnte. "Ich versuche schon die ganze Zeit durchzukommen, aber..." Laute Schüsse quälten ihr Trommelfell. "Es sind zu viele, ich komme nicht durch." Frust, Verzweiflung und Angst schienen sich in der Stimme des Älteren zu verbergen. Emotionen, die auch in Saphira zunehmend die Überhand zu gewinnen schienen als sie endlich auch auf ihre ersten Kontrahenten donnerte.
      Die Enge des Treppenhauses verschafften ihr und ihren Mitstreitern zumindest die Möglichkeit die Massen der Organisation Stück für Stück auszudünnen. Aber abgesehen davon, dass eben dies ewig dauern würde, würden sie früher oder später auch ihre Kraft verlieren. Noch schlimmer allerdings: Saphira könnte so Laura niemals erreichen. "Verdammt!"





    • Harvey Shepherd

      >>SHEPHERD!<< rang Annalena Ludwigs Stimme durch den Knopf im Ohr des Captains. Das allein war alarmierend genug, da jegliche nicht aus der Not getätigte Kommunikation durch Voigt ging.
      >>ES IST EIN VERSCHISSENER HINTERHALT! BEWEGT EURE ÄRSCHE HER!<< - das waren all die Informationen die er brauchte.
      Shepherd schoss Alexander einen alles sagenden Blick zu, bevor er, bereits im Sprint, begann seiner eigenen Truppe Anweisungen zu geben. Innerhalb von Sekunden Durchschritt die 767 das Tor und eilte die Treppen hinunter, Waffen gezückt. Voran drei Leute mit taktischen Einsatzschilden (eine wahre Rarität für die Leute der Revolution).
      In dem Moment, indem sie auf Organisationsschützen trafen, begannen die Mitglieder von Shepherds Einheit ebenfalls zu schießen. Jedoch ging es nicht darum den Weg tiefer ins Gebäude zu ermöglichen, das Gegenteil war der Fall. Das Zeil bestand daraus, so viele Mitglieder der Revolution wie möglich aus dem Gebäude zu retten.
      Von Anfang an war klar das die Zahl der verletzten groß war. Allerdings war die der Toten größer.
      Als er damals seine erste Tour im Irak hatte, wurde ihm versichert, dass es leichter wird. Das der Anblick der eigenen Leute, leblos auf dem Boden, leichter zu ertragen wird. Und man eines Tages nicht mehr in eine Schockstarre verfällt, sobald die Menschen, die einem bei nächtlichen Gesprächen in der Basis ans Herz wachsen, reglos und überseht in rot dort liegen sieht.
      Dieser Mann – Corporal Miller – hatte Recht behalten. Allerdings wunderte sich Shepherd regelmäßig, ob es sich dabei um einen tatsächlichen Segen, oder doch eher um einen Fluch handelte.
      Zumindest hatte es einen Vorteil.
      In diesem Moment konnte er sich darauf konzentrieren, eben jene, die noch atmeten, zu schützen.


      ~*~*~

      Alexander Laurens

      Während Shepherd und die 767 ins Gebäude rannten, wurden auch hier Befehle gebrüllt. Denn auch auf der Fläche vor der Einrichtung begannen Kugeln zu fliegen. Selbst wenn die Situation auf der Oberfläche nicht so brenzlig war, wie die im Inneren, war es noch lange kein Grund, sich in Sicherheit zu wiegen. Die 795 und die 680 hatten nun zwei Dinge zu tun – den anderen den Rückzug erleichtern und die Organisationsmitglieder auf dieser Ebene des Schlachtfelds ausschalten. Alles während sie darauf hofften, dass Einheiten 797 und 801 ihnen so schnell wie möglich zur Hilfe eilen würden.
      Alex selbst sprintete zum offenen Tor, bereit den Verletzten zu helfen. Immerhin waren Transporteinheiten 056C und 172C in der Näher und bereits dabei noch dichter ans Gefecht zu fahren.
      Dieser Einsatz war ein Schuss in den Ofen, soviel war klar. Jetzt ging es nur noch darum, so viele der eigenen Männer und Frauen zu retten wie möglich.

      Das war einer der wohl größten Unterschiede zwischen der Revolution und der Organisation (und leider auch diversen anderen Widerstandsgruppen) – die Internationale Revolution ließ niemanden zurück, den man noch retten konnte.


      ~*~*~

      Laura Yui O'Deorain

      Man sagt, dass ein Mensch selbst im Schlaf in der Lage ist zu merken, wenn er beobachtet wird. Ob das nun wirklich der Fall war, konnte Laura nicht sagen. Allerdings änderte ihre Skepsis gegenüber diesem potentiellen Fakt nichts an der Tatsache, dass ihre Nackenhaare begannen, aufrecht zu stehen. Auch breitete sich ein dumpfes und leicht schweres Gefühl in ihrem Magen aus. Und ob es nun ein sechster Sinn, weibliche Intuition oder einfach eine unterbewusste Überlebensstrategie war änderte nichts an einer Sache – Laura wurde beobachtet. Irgendjemand war hier und hatte seine oder ihre Augen auf ihr.
      Ohne ihre Position fürs erste zu verändern, ließ sie ihren Blick wandern. Vielleicht war dieser Stalker ja zu sichten.
      Zweige.
      Die Zweige des Gestrüppe einige Meter entfernt von ihr wackelten, zuckten. Nicht auf die Art, wie der Wind sie tanzen lassen würde, und auch nicht bewegt durch ein Tier. Zumindest wusste sie somit die Richtung in der sich die andere Person befand.
      So unauffällig, wie möglich, wanderte ihre Hand zur Hüfte und zückte eines ihrer Wurfmesser. Aus dem Augenwinkel heraus, beobachtete sie weiterhin das Gestrüpp. Jedoch wurde ihre Konzentration für einen kurzen Moment gebrochen.
      Erneut feuerten die Leute auf dem Hof ihre Waffen. Auch begann Shepherds Einheit sich in Bewegung setzen. Irgendetwas war passiert. Etwas ungeplantes. Der Plan war gescheitert.
      ">
    • Shaun Manes

      Jeder einzelne Schuss aus seiner 9mm wurde von einem tiefen Fluchen begleitet. Egal wie viele seiner Kugeln ins Schwarze trafen, die Masse an Feinden schien einfach nicht abzuebben. Dabei hatte er keine Zeit zu verlieren. Immer wieder huschten seine Augen sorgenvoll zum hochgelegenen Hügel im Wald, welcher Lauras Versteck darstellte. Natürlich war er nicht in der Lage, in der aktuellen Dunkelheit dort oben irgendwas zu sehen und dennoch konnte er sich nicht beherrschen. Er wusste genauso gut wie Spahira in welcher Gefahr die junge Frau im Moment stecken musste. Was wenn Vince sie schon erreicht hatte? Was wenn dieser elende Mistkerl seine dreckigen Finger an sie legte? Zorn, Frust und Angst ließen Shaun umso wilder gegen seine Feinde kämpfen. Immer mehr fielen nicht nur seinen Kugeln, sondern auch seinem Harten Ellenbogen, Knien und Fäusten zum Opfer. Doch es brachte alles nichts. Die Organisation hatte nichts anbrennen lassen und mehr Männer denn je in den Kampf geschickt. Eine düstere Erkenntnis machte sich in ihm breit: er würde hier nicht rechtzeitig rauskommen. Panisch suchten seine Augen nun den Kampfschauplatz ab.
      "Wo ist diese Frau nur, wenn man sie schon mal braucht?!" Er tat sich immer noch schwer damit, die wilde Australierin als Lauras Ehefrau zu akzeptieren, aber an Evelyns Fähigkeiten konnte auch er schwerlich zweifeln. Er wusste, dass dieses Biest wahrscheinlich aktuell auch alles daran setzen musste, um ihre Ehefrau zu retten und wenn Shaun sich recht erinnern konnte, war sie weiter draußen zurückgeblieben. Vielleicht hatte sie bessere Chancen es in den Wald zu schaffen. Leider konnte er sich diesem Umstand aber nicht versichern. Die unüberwindbare Wand aus Gegnern machte es unmöglich auch nur einen Bruchteil des Schlachtfeldes überblicken zu können. Also presste er sich den rechten Zeigefinger gegen seinen In-Ear. "O'Deorain! Bitte sag mir, dass du eine Chance siehst, Laura zu erreichen." Seine Hoffnung hielt sich in Grenzen und dennoch war es alles, an dass er sich im Moment noch klammern konnte. Er konnte und wollte nicht zulassen, dass Laura ein weiters Mal in die Finger der Organisation geriet... Er wollte sie nie wieder so traumatisiert erleben müssen.


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      Vince Blane

      Sie hatte ihn bemerkt! Ein überwältigendes Gefühl der Freude, ja beinahe Stolz, durchströmte seinen Körper. Sie mussten einfach seelenverwandt sein, wie sonst hatte sie seine Präsenz so schnell wahrnehmen können? Es war niedlich sie dabei zu beobachten, wie sie angespannt eines ihrer Wurfmesser zückte. Ob sie ihn damit vielleicht wirklich erwischen könnte? Ob sie es schaffen könnte, ihm die zweite Narbe seines Lebens zu verpassen? Es würde ihr beider Verbindung nur noch deutlicher machen!
      Enttäuschung und Wut machten sich in ihm breit, als seine zukünftige Braut plötzlich ihre Aufmerksamkeit davondriften ließ. Wie konnte diese elende Lärm des Schlachtfeldes nur wichtiger sein, als seine imposante Präsenz?
      Angespornt von seinem aufkeimenden Zorn schnellte er aus seinem Versteck, die eigene Klinge gezückt. "Habe ich dir nicht beigebracht, nie deine Augen von mir abzuwenden." Im Bestreben seinem Liebling eine entsprechende Lektion zu erteilen - und natürlich auch um ihre potenzielle Flucht zu verhindern - fand seine Klinge ihren Weg in ihren ungeschützten Oberschenkel. Er genoss das Gefühl von warmen Blut, dass schon bald seine Finger benetzte und ließ von einem manischen Kichern begleitet, die freie Hand in ihren Nacken schnellen. "Ich hoffe du hast mich nicht zu sehr vermisst, Süße." Seine blutigen Finger hatten sich von Griff der Klinge gelöst und umschlossen die zierliche Hand der jungen Frau, welche noch immer ein Wurfmesser hielt. So gern er sich von der jungen Frau auch zeichnen lassen wollte: er konnte es ihr nicht zu leicht machen, nicht?
      Die Hand in ihrem Nacken zog die junge Frau näher and den Blane-Bruder heran, bis seine Nase schließlich ihre samtige Haut berühren konnte. "Ich habe dich unendlich vermisst." Seine Zähne gruben sich kurz in die Haut kurz oberhalb ihrer Schulter, bevor er beschwichtigend über die entstandene Bißspur leckte. "Aber keine Angst, von heute an müssen wir nie wieder getrennt sein."