A Dungeon, A Dragon & much Chaos [Kiimesca & Glaskatze]

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • A Dungeon, A Dragon & much Chaos [Kiimesca & Glaskatze]



      Lucilla / Raya

      "Guuuute Naahaaaacht~", rief die junge Bardin den verbliebenen Gästen in der Taverne von der Tür aus zu und winkte mit einem strahlendem Lächeln, welches die Mengen immer wieder entzückte. Die größtenteils betrunkenen Gäste riefen willkürlich durcheinander, wünschten ihr eine gute Nacht, süße Träume, äußerten den Wunsch, sie morgen wieder zu sehen oder bedauerten, dass sie bereits gehen musste. Lucilla war bei jung und alt sehr beliebt und obwohl sie noch in der Ausbildung war, bereits recht bekannt in dieser Gegend von Adunburgh. Sie war ja auch fast täglich in dieser kleinen, aber feinen Schenke. Das sie hier geboren war und auf die Bardenschule gehen konnte, war großes Glück. Hoffentlich würde sie auch mal so berühmt werden wie Rittersporn, der ebenfalls hier in Adunburgh gelernt hatte.
      "Bis morgen!" Kichernd trat sie aus der Tür heraus und schlenderte fröhlich durch die Straßen. Ihre Arme hatte sie dabei hinter ihrem Rücken verschränkt, schwankte bei jedem Schritt mit und summte leise vor sich hin, während die pure Fröhlichkeit aus ihrem Gesicht sprach. Das junge Mädchen war ziemlich sorglos zu dieser späten Stunde unterwegs. Hätte sie etwa ahnen sollen, dass sie bald schon von einem Dieb überfallen werden würde? Dafür war die gute Lucilla viel zu naiv. Und dann fiel ihr gerade ein, dass sie ihren kurzen Umhang in der Taverne vergessen hatte, weshalb sie abrupt stehen blieb und sich umdrehte, sodass sie den Schurken und seine Verfolgerin gar nicht auf sie zukommen sah.

      Währenddessen auf der anderen Seite des Viertels...
      tobte eine rothaarige Barbarin vor Wut. Ein schmieriger Halunke hatte es doch tatsächlich gewagt ihren Geldbeutel zu stehlen! Und dann ließ er sich dabei auch noch erwischen!
      "Rrrrraaaaahhhh!" Mit einem zornigen Brüllen stieß Raya einen der umherstehenden Gäste in der Taverne zur Seite - sie wollte sich doch nur in Ruhe den Magen vollschlagen und ein paar Krüge Met trinken! - und rannte dem Schurken hinterher. Er konnte noch so flink sein, die Barbarin hatte eine schier unendliche Ausdauer - vor allem wenn sie wütend war und sie war sehr leicht zu reizen - und mehr als genug Kraft, um alles und jeden aus ihrem Weg zu drängen, wenn er nicht schon freiwillig beiseite gesprungen war. Klar, wer sprang nicht zur Seite, wenn eine tobende Barbarin mit einem verdammt großen Schwert auf einen zukam? "Du mieser, kleiner...", knurrte sie, als sie ihn langsam einholte. Das würde er noch bereuen...
      ~ ♦ ~ Die Freiheit der Phantasie ist keine Flucht in das Unwirkliche, sie ist Kühnheit und Erfindung. ~ ♦ ~
      - Eugene Ionesco

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Kiimesca ()

    • Amnon / Callimar

      Der Zufall hatte Callimar in gerade diese Taverne geführt. Ein großer, einladender Raum mit einem warmen Feuer, lautem Geschwätz und dröhnendem Gelächter.
      Das Beste, jedoch, war die Musik der jungen Bardin. Der Klang ihrer Laute hatte die Leute abwechselnd zum Weinen und Tanzen gebracht. Fasziniert hatte Callimar das Schauspiel beobachtet, wie ein einziges Zupfen ihrer Finger die Stimmung im Raum beeinflusst hatte. Eine ganz eigene Form der Magie, wie er fand.
      Der Abend ging schnell in die späten Nachtstunden über. Die junge Bardin hatte ihre Instrumente schon vor einiger Zeit abgesetzt und verabschiedete sich nun von den Gästen der Taverne.
      Ohne ihre Musik füllte sich die Taverne wieder mit dem Lauten Geplänkel der Gäste, die mit der fortschreitenden Zeit auch immer betrunkener geworden waren. Callimar selbst hatte sein Getränk kaum angerührt. Sein Blick glitt durch den Schankraum und blieb an einem olivfarbenen Stück Stoff hängen.
      Über einem der Holzstühle hing der Umhang der Bardin. Sie musste ihn vergessen haben. Die Nächte konnten zu dieser Jahreszeit in Adunburgh ziemlich kühl werden.
      Ohne weiter darüber nachzudenken, schlängelte Callimar sich durch die zahlreichen, vollbesetzten Tische, nahm den Umhang und verließ mit großen Schritten die Taverne. Wenn er sich beeilt, könnte er sie vielleicht noch einholen.

      Unterdessen hatten Amnon mal wieder seine klebrigen Finger nicht bei sich behalten können. Er wusste, dass es keine gute Idee war, eine große, muskelbepackte Barbarin auszurauben. Aber ihr Geldbeutel hatte so unglaublich schwer ausgesehen.
      Sicher wäre es ihr eine Hilfe, wenn er sie ein wenig erleichtern würde.
      Dumm nur, dass er an dem Abend schon das ein oder andere Met getrunken und seine Fähigkeiten komplett überschätzt hatte.
      Kaum hatte er ihren Geldbeutel ungeschickt mitgehen lassen und sich aus der Taverne gestohlen (ebenfalls nur halb so leise, wie er dachte), da ging das Gebrüll los. Hinter ihm polterte es, Leute schrien verängstigt. Oh oh.
      Ohne darüber nachzudenken, nahm Amnon die Beine in die Hand und rannte los.
      Ein schneller Blick über die Schulte offenbarte einen Wirbel aus roter Wut hinter ihm. Ah, scheiße.
      „Teilen ist Kümmern!“, rief er ihr zu und ließ ein Grinsen mit spitzen Zähnen aufblitzen. Trotzdem rannte er einfach weiter. Wenn sie ihn in die Finger bekam, würde sie ihn zermalmen. Keinen Zweifel.
      Hinter der nächsten Ecke sah Amnon plötzlich seine Rettung. Er legte einen Zahn zu und sprang flink hinter das junge Mädchen, das nichts ahnend die Straße entlang gehüpft war. Schamlos packte er sie an den Schultern, wirbelte mit ihr in die Richtung der Barbarin herum und duckte sich.
      Das Mädchen war kein besonders guter Schutzschild, wie er feststellte. Unzufrieden wanderten seine Mundwinkel nach unten, ehe auch schon die Barbarin angerauscht kam. „Wir können das doch sicher ohne Gewalt lösen!“, versuchte Amnon mit einem verschmitzten Lächeln. Sein Schweif peitschte unkontrolliert hin und her. Oh oh, die Barbarin schien nicht langsamer zu werden. Seine Augen weitete sich panisch.

      Unterdessen nährte Callimar sich von hinten. Er stutze, als er das abstruse Bild eines Tieflings sah, der hinter der Bardin kauerte. Weiter die Straße hinunter kam eine äußerst wütende Frau auf die beiden zugestürmt.
      Auf Callimars sanftes Gesicht legte sich der Ausdruck milder Verwirrung, eher er sich wieder in Bewegung setzte. Vielleicht brauchte die Bardin Hilfe?
      Im nächsten Moment griff der Tiefling in seine Tasche und hielt ein kleines, rundes Objekt in den Händen. Dunkelheit schien in der Kugel hin und her zu wabern.
      Er würde doch nicht-?!
      Der Tiefling schmiss den Orb auf den Boden. Callimar erstarrte in seiner Bewegung.
      Die Kugel zersprang in tausend kleine Teile, die Dunkelheit sprang heraus und sickerte in einem Umkreis, der sie alle vier Einschloss, direkt durch sie hindurch, sank nach unten und verschwand.
      Ein unheilvolles Gefühl machte sich in Callimars Brust breit.

      Amnon stieß einen Fluch aus. Warum war aus seiner Rauchbombe Dunkelheit explodiert und noch schlimmer – wieso hielt diese verfluchte Dunkelheit dann nicht wenigstens? Wie sollte er sich so unbemerkt aus dem Staub machen? Vorsichtig lugte er hinter der Schulter des Mädchens hervor, um die Barbarin zu orten und die Lage einzuschätzen.
      nur, weil du nicht paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Glaskatze ()

    • Lucilla / Raya

      Auf Lucilla's Lippen begann sich ein Lächeln zu bilden, als sie den Elfen mit ihrem Umhang erblickte. Was für eine nette Geste! Bevor sie ihn jedoch erreichte, spürte sie Hände an ihren Schultern, wurde herumgedreht und blickte mit großen Augen zu der wütenden Barbarin rüber. Einen Barbaren sollte man wirklich nicht verärgern! "O-ohne Gewalt klingt gut..", stotterte sie leise dazwischen. Das sie dem Unbekannten nun auch noch als Schutzschild dienen sollte, ließ sie nur noch mehr erstarren, denn die Rothaarige schien nicht anhalten zu wollen, weshalb Lucilla schon ihre Augen zusammengekniffen hatte.
      Als sie ein eigenartiges Geräusch vernahm, öffnete sie ein Auge und erblickte diese seltsame Dunkelheit, die sie umgab und in den Boden zu fließen schien. Immerhin hatte es die Barbarin dazu gebracht, die Vollbremse zu ziehen. Lucilla atmete kurz auf, erstarrte jedoch, als die raue, furcheinflößende Stimme der Frau erklang. "Was soll das hier werden? Versteckst dich hinter einem kleinen Mädchen und wirfst mit seltsamen Dingen um dich. Wenn du schon so ein unfähiger Dieb bist, dann steh wenigstens deinen Mann, Tiefling!"
      "Iek!", gab die Bardin von sich, als das Schwert auf sie zugerast kam, doch um Haaresbreite verfehlte und vor ihrer Nase hing, da sich der Schurke noch immer hinter ihr versteckte. Sie hatte natürlich nicht vor jemand unschuldigen zu töten, aber sie hatte keine Gnade für den Dieb. "Wie wär's, wenn du ihr einfach zurückgibst, was du gestohlen hast?", schlug das Mädchen vor und warf ein Lächeln über ihre Schulter, dass ihre Unsicherheit überspielen sollte. Der Zorn einer Barbarin würde sich dadurch wohl nicht so einfach beschwichtigen lassen.
      ~ ♦ ~ Die Freiheit der Phantasie ist keine Flucht in das Unwirkliche, sie ist Kühnheit und Erfindung. ~ ♦ ~
      - Eugene Ionesco
    • Amnon / Callimar
      Das Mädchen schien in seinem Griff in Schockstarre zu fallen. Verständlich. Wenn er als Schild gegen eine wütende Barbarin gedient hätte, würde er auch erstarren. Gut, dass er hier nicht der Schild war.
      Das runde Teil war zwar nur ein billiger Abklatsch einer Rauchbombe gewesen, aber wenigstens hatte es die Barbarin zum Abbremsen gebracht. Amnon grinste ihr über die Schulte des Mädchens hinweg spitzbübisch zu. „Ich kann meinen Mann auch ganz gut hier hinten stehen.“, gab er keck zurück.
      Dann zog die Barbarin ihr Schwert und ließ es heruntersausen. Amnon zuckte zusammen, das Grinsen wie weggewischt.
      Wenige Zentimeter vor der Nase des Mädchens stoppte das Schwert in der Luft. Das Teil war fast so groß wie er. Bei allen Höllen – damit wollte er keine Bekanntschaft machen.
      Amnon schluckte.
      "Wie wär's, wenn du ihr einfach zurückgibst, was du gestohlen hast?", sagte sein menschlicher Schutzschild und warf ihm ein wackeliges Lächeln zu. Amnon erwiderte ihren Blick schockiert. „Bist du verrückt?! Das ist rechtmäßig geklaut!“ Bei dem Gedanken, seine hart erarbeitete Beute zurückzugeben, wanderte sein Mundwinkel nach unten. Niemals!
      Ein Blick auf das riesige Schwert der Barbarin.
      Nun, äh – vielleicht konnte er ihr ja die Hälfte von seiner Beute abgeben. Aber das wars. Nur die Hälfte! Fast als würde es ihm Schmerzen bereiten, sagte Amnon zu der Barbarin: „Na schön. Das Mädchen hat mich überzeugt. Du kannst die Hälfte haben.“

      Callimar räusperte sich und trat an das seltsame Schauspiel heran. „Vielleicht beruhigen wir uns erstmal alle.“ Ein kläglicher Versuch, die Situation zu entschärfen. Wenn Barbaren erstmal in Rage waren, war es ein Ding der Unmöglichkeit, sie zu beruhigen.
      Aber sie vier hatten gerade wirklich, wirklich größere Probleme. Der Tiefling warf ihm einen fahrigen Blick über die Schulter zu und ließ seine Zähne in einem schnellen Grinsen aufblitzen. „Willkommen zur Party.“ Dann lag seine Aufmerksamkeit augenblicklich wieder auf der Barbarin.
      „Danke.“ Eine Falte bildete sich zwischen Callimors Augenbrauen. Eine Seltenheit auf seinem sonst so ruhigen Gesicht und Ausdruck des Tumults, der gerade in ihm tobte. Er konnte das Prickeln seiner Magie gefährlich nah unter der Haut spüren.
      Callimor versuchte es erneut. „Ich fürchte, du hast uns gerade verflucht.“
      Direktheit schien der richtige Weg, denn plötzlich legte sich für einige Sekunden eine unheimliche Stille über das Grüppchen. Jetzt, wo er ihre Aufmerksamkeit zu haben schien, sprach Callimor weiter. „Der Orb, den du auf den Boden geschmissen hast, war ein Fluchträger.“ Kleine, magische Glaskugeln, in deren Herstellungsprozess Flüche in sie eingeschlossen wurden. Besonders heimtückische Wesen, die selbst nicht über dunkle Magie verfügten, benutzen sie, um anderen einen vorgefertigten Fluch direkt ins Gesicht zu werfen. „In der Kugel war ein Fluch und als du sie auf den Boden geworfen hast, hast du ihn freigesetzt. Der dunkle Nebel war nur ein weiterer Zauber, der den Umkreis des Fluchs anzeigen soll.“ Callimor trat vorsichtig einen Schritt näher und deutete mit einer langen, schlanken Hand auf das Schwert der Barbarin. „Es ist schwer zu sagen, welchen Fluch diese Kugel genau enthalten hat, aber unter Umständen tötest du uns alle, wenn du den Tiefling damit umbringst.“ Während er sprach, blieb Callimars Stimme ruhig und eindringlich. Nichts an ihm verriet, wie gefährlich nah seine wilde Magie durch den Schock an die Oberfläche gekommen war. „Ich fürchte, wir sind auf gewisse Weise aneinandergebunden.“ Beendete er seine Erklärung schließlich.
      Amnon starrte ihn an. Ein Sekunde lang sagte er nichts, dann: „Heißt das, ihr Geldbeutel ist mein Geldbeutel?“ Völlig logische erste Schlussfolgerung. Er konnte es einfach nicht lassen.
      nur, weil du nicht paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind.
    • Lucilla / Raya

      Als der Dieb meinte, dass die Barbarin die Hälfte haben könnte, erstarrte die Bardin wieder und wirkte beinahe wie eine Statue, weil daraufhin ein bedrohliches Knurren von der Rothaarigen kam. Kein Wunder. Er wollte ihr nur die Hälfte ihres Geldes wiedergeben? War das ein Scherz? Darüber konnten beide Frauen nicht lachen.
      Das Räuspern des Elfen verhinderte zumindest, dass die Klinge bald in Blut baden würde. Alle Blicke waren auf ihn gerichtet, wobei Raya ihm einen Blick zuwarf, der in der Lage sein könnte zu töten - Den Göttern sei Dank, konnte sie das nicht. Sie sah nicht so aus, als wolle sie sich beruhigen und die Jüngere konnte nur ein verängstigtes Lächeln aufbringen.

      Er fürchtete, der Dieb hatte sie gerade verflucht? Sie alle? Wie? Das Lächeln der Bardin wich aus ihrem Gesicht, was wirklich selten war und in den letzten Minuten doch häufiger geschah, als für gewöhnlich an einem ganzen Tag. Die Barbarin hingegen zog ihre Augenbrauen zusammen und fixierte den Elfen, wobei sie den Tiefling bestimmt nicht aus den Augen ließ, sollte er auf die Idee kommen zu flüchten.
      Orb? Fluchträger? WIE BITTE?! Der Ausdruck in den Augen der Barbarin schien noch zorniger zu werden, während die Bardin so aussah, als wäre sie gerade innerlich gestorben. "Was für ein Fluch?", knurrte Raya und ließ ihr Schwert abrupt sinken, sodass dessen Spitze im Boden versank. Das Teil war quasi so groß wie die Bardin selbst! Damit hätte sie beide gleichzeitig zweiteilen können, wenn sie gewollt hätte.
      Der Elf konnte jedoch nichts genaueres über den Fluch sagen, nur dass es keine gute Idee wäre, den Tiefling jetzt zu töten. Wie konnte der Elf dabei so ruhig bleiben?! Während die Damen in der Runde diesen Satz verarbeiteten, platzte aus dem Schurken schon eine völlig absurde Annahme heraus.
      "Wie war das?", ertönte die grollende Stimme der Barbarin, ehe ihre linke Hand das Mädchen beiseite schubste und nach dem Kragen des Schurken griff. Die Bardin landete ungewollt in den Armen des Elfen und sah besorgt zu den beiden rüber. "Nur weil ich dich nicht töten darf, heißt das nicht, dass ich dich nicht windelweich prügeln kann.." Ob das so eine gute Idee war? "Möchte deine Visage Bekanntschaft mit meinem Knie machen?", drohte sie ihm, weshalb die Bardin zu der doch ziemlich hübsch verarbeiteten Platte an ihrem Knie blickte und schluckte. Irgendwann sah das Metallstück wohl sehr edel aus mit den schlichten Verzierungen, doch jetzt waren dort viele Schrammen und diverse Gebrauchsspuren zu sehen. Das wollte sein Gesicht wohl lieber nicht..

      "W-wie wärs mit einem Getränk? Bier? Met?" Was auch immer die beiden so bevorzugten. "Ich.. Ich geb einen aus?", schlug Lucilla vor - unsicher, ob das überhaupt dazu beitragen könnte den Streit der beiden zu beschwichtigen. Das schwer verdiente Geld war ihr in diesem Moment egal, denn sie wollte nur das Blutbad verhindern, welches die Barbarin nur zu gerne anrichten würde. Es war also für einen guten Zweck!
      Die Nasenflügel der Barbarin zuckten, als sie schnaubte und den Dieb so ansah, als würde sie ihn gleich fressen wollen. Als stünde gerade ein Ork vor ihnen! "Gib mir mein Geld zurück, dann lasse ich dich vielleicht leben.." Vielleicht? Das war.. besser als nichts, oder? Sie schien sich etwas beruhigt zu haben, aber da könnte sich die Bardin auch nur täuschen. Ob ein Gratis-Getränk sie so einfach überzeugen würde? Lucilla wusste nur, dass man einen Barbaren lieber nicht verärgern sollte. "Alles", betonte sie noch einmal nachdrücklich und knurrte dabei.
      ~ ♦ ~ Die Freiheit der Phantasie ist keine Flucht in das Unwirkliche, sie ist Kühnheit und Erfindung. ~ ♦ ~
      - Eugene Ionesco
    • Amnon / Callimar
      Mit einer kräftigen Handbewegung wischte die Barbarin die Bardin zur Seite. Callimar beeilte sich, den Fall des Mädchens abzufangen und richtete sie mit einem entschuldigenden Glimmern in den Augen wieder auf.
      Wenigstens hatte die Barbarin ihr Schwert gesenkt. Statt den Tiefling direkt aufzuspießen packte sie ihn nun am Kragen. Das war…ein Fortschritt. Auch wenn Callimar keinen Zweifel daran hatte, dass die Rothaarige jemanden mit ihren bloßen Händen entzweibrechen konnte.
      „Hey!“, sagte Amnon empört, als die Barbarin seinen Schutzschild einfach zur Seite schob. Wie unhöflich, womit sollte er sich denn jetzt schützen?! Im nächsten Moment schnellte die Hand der Barbarin auch schon nach vorne und packte ihn am Kragen. Amnons Augen weiteten sich ein Stückchen, eher er ein spitzbübisches Lächeln aufsetzte. Er schnalzte mit der Zunge. „Sehr unzivilisiert, wenn du mich fragst. Wie wär‘s mit einem Kartenspiel stattdessen? Der Gewinner kriegt das Gold.“ Das hin und her peitschen seines Schweifs verriet jedoch deutlich, wie nervös er eigentlich war.
      Als die Rothaarige dann anfing irgendwas von ihrem Knie zu labern, folgte Amnon ihrem Blick langsam nach unten. An ihren Knien glimmerte im schwachen Licht der Straßenbeleuchtung jeweils eine gefährlich aussehende Platte...Wieviel die wohl wert waren?
      Einen Moment lang sagte Amnon nichts, dann wanderten seine Mundwinkel nach unten. „Wäre schade um meine schöne Nase.“, kommentierte er.
      Im nächsten Moment mischte sich die Bardin ein und versuchte die ganze Situation zu entschärfen. Sofort wanderten Amnons Mundwinkel wieder nach oben. Er warf der Barbarin ein Grinsen zu, dass aus spitzen Zähnen und Dreistheit bestand. „Klingt nach einem super Plan. Lasst uns einen Trinken und das Ganze hier vergessen.“
      Aber die Barbarin wollte davon nichts wissen und sah Amnon so mörderisch an, dass er sich wunderte, dass sie nicht grün anlief. Sein Grinsen wackelte ein wenig, als sie weitersprach. Schließlich verschwand es ganz. Einen Moment herrschte stille.
      „Schön, okay.“ Amnon schnaubte und besaß doch tatsächlich genug Dreistigkeit, um beleidigt auszusehen. „Du kannst dein Zeugs wieder haben.“ Er griff nach dem Beutelchen an seinem Gürtel, dass er der Barbarin in der Taverne abgenommen hate. „Ist eh nicht so viel drinnen.“, murmelte er beleidigt und warf es ihr zu.
      Callimar war froh, dass der Dieb zur Vernunft gekommen war. Hätten die beiden es nicht ohne Gewalt regeln können, hätte er einen Paralysezauber auf sie wirken müssen. Und, um ehrlich zu sein, Callimar traute seiner Magier gerade nicht.
      „Nachdem wir das jetzt geklärt haben -“, kommentierte er ruhig, keinen Hauch von Sarkasmus in der Stimme,“- sollten wir uns vielleicht wirklich eine Taverne suchen, in der wir reden können.“ Er neigte den Kopf in die Richtung der Bardin, anerkennend, dass es ihre Idee war. Dann fiel ihm auf, dass er noch immer ihren grünen Umhang in den Händen hielt. Mit einem freundlichen Lächeln hielt er ihr das Stück Stoff hin und wartete ab, was die anderen sagen würden.
      Hoffentlich würden die Barbarin und der Dieb zustimmen und es schaffen, sich mal kurz nicht gegenseitig die Köpfe einzuschlagen.
      „Von mir aus.“, sagte Amon und fing wieder an zu Grinsen, ein undeutbares glimmern in den Augen. „Solange sie ausgibt.“ Er deutete mit einem Finger auf die Bardin, dann mit demselben Finger auf die Rothaarige, die ihn noch immer am Kragen hielt. „Und sie mich loslässt.“ Der Zug um seinen Mund bekam etwas Keckes. „Es sei denn, du willst mich tragen.“
      Callimar beschlich das Gefühl, dass es mit den beiden nicht so einfach werden würde.
      nur, weil du nicht paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind.
    • Lucilla / Raya

      Die ganze Situation wäre wirklich beinahe eskaliert, denn die Barbarin ließ ihre Drohungen nicht sein und der Dieb versuchte einfach alles, um seine Beute nicht zurückgeben zu müssen. Doch irgendwann gab endlich einer nach - was natürlich der Dieb war, denn ein Barbar würde niemals aufgeben.
      Raya nahm ihren Geldbeutel und funkelte den schmierigen Halunken vor sich weiterhin zornig an. Auch wenn ein Barbar bekam, was er wollte, war er wohl nicht so leicht zu besänftigen. Wenn er einmal in Rage war, gab es kaum noch ein Halten. Kein Wunder, dass diese Klasse also bekannt für ihre Wutausbrüche und damit zusammenhängende Stärke waren. Der Schurke konnte froh sein, dass sie auf dem Pfad der Ahnenwächter wandelte und nicht dem der Berserker, denn dann wäre er schon längst tot.
      Den Elfen beachtete sie noch immer nicht, wofür Lucilla umso dankbarer war, dass er so ruhig war und Herr der Lage blieb. Ihr Lächeln kehrte zurück, als sie seine Anerkennung erhielt und nickte ihm deshalb zu. "Oh.. vielen Dank. Das ist wirklich reizend von dir", bedankte sie sich aufrichtig und nahm ihren Umhang entgegen, um ihn so gleich anzulegen.

      Dann erregte der Tiefling ihre Aufmerksamkeit wieder, als seine Stimme erklang. Sein Finger deutete auf das Mädchen, das nicht im entferntesten damit gerechnet hatte, aus dieser Nummer wieder rauszukommen. Doch sie stand zu ihrem Wort und würde die erste Runde bezahlen. Hoffentlich blieb es bei der ersten Runde, denn was das Charisma eines Barden anging, konnte Lucilla andere zwar schnell überzeugen, doch leider hatte sie keinen eisernen Willen und knickte selbst sehr schnell ein. Mit anderen Worten: Sie konnte schlecht Nein sagen.
      Die Barbarin hielt ihn allerdings noch immer fest. Erst auf seine letzte Bemerkung stieß sie ihn achtlos von sich und schwang dieses unheimlich große Schwert, als würde es rein gar nichts wiegen, und legte es über ihre Schulter. "Von mir aus", willigte sie nun auch ein.

      Und so gelang die Gruppe irgendwann in eine Taverne - bloß keine, wo Lucilla zu bekannt war - und setzte sich dort an einen runden Tisch. Lucilla legte ein paar Münzen auf den Tisch, um wie versprochen zu zahlen und blickte in die drei Gesichter vor und neben ihr. Vorsichtshalber saßen Lucilla und der Elf neben der Barbarin, damit die beiden sich ja nicht zu nahe kamen. Das Schwert landete wie selbstverständlich auf dem Tisch und Lucilla hatte fast den Eindruck, als würde er darunter zusammenbrechen, was Unsinn war, da dort regelmäßig auch Menschen drauf tanzten...
      Schweigsam leerte die Barbarin in einem Zug ihren Krug und donnerte ihn auf den Tisch, ehe sie schon den nächsten orderte. Das konnte ja heiter werden... Die Bardin war jedenfalls völlig überfordert, obwohl einem Barden niemals die Worte fehlen dürften, so wie es ihr gerade fiel.
      ~ ♦ ~ Die Freiheit der Phantasie ist keine Flucht in das Unwirkliche, sie ist Kühnheit und Erfindung. ~ ♦ ~
      - Eugene Ionesco