Rent a Boyfriend! [Alea&RoyalMilkTea]

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    • Rent a Boyfriend! [Alea&RoyalMilkTea]

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      Camille Grounden

      Mit einem brühend heißen Kaffee vor ihr, starrte die junge Frau auf die Rent-A-Date! App auf ihrem Handy, die sie sich gestern auf Empfehlung ihrer Freunde heruntergeladen hatte. Ihre Eltern wollten mit einem Mal von ihr, dass sie einen zukünftigen Ehepartner mit nach Hause brachte, mindestens aber einen festen Freund, der es wert wäre, dass sie ihn kennen lernten, es musste also schon etwas ernstes sein, bevor sie ihr Erbe letztendlich in Anspruch nehmen könnte: den CEO Posten der Grounden Inc. Group, den sie als ihr Ziel ansah, seitdem sie sieben Jahre alt gewesen war.
      Was in ihrer Kindheit vielleicht gar als Scherz angefangen hatte, hatte sich zu einem Traum entwickelt, dem sie fast schon wie besessen hinterhergejagt hatte, so sehr, dass ihr nie die Zeit für ein Liebesleben geblieben war.
      Und nun bereute sie es, denn Camille hatte wirklich nicht die geringsteAhnung, wie man sich überhaupt auf einem Date verhielt. Sie würde sich hübsch machen müssen, sich Themen zurecht legen, über die man sprechen könnte, nett und freundlich sein... die Theorie dahinter verstand sie im großen und ganzen, das Problem jedoch war die Praxis.
      Was, wenn ihr Make-Up verwischte und sie es nicht bemerkte? Was, wenn die Themen die sie sich zurecht lag ihren Gegenüber nicht begeistern, nicht interessieren? Oder über irgendetwas reden wollte, wofür sie sich nichts zurecht gelegt hatte? Würde sie darauf spontan reagieren können? Ein gutes Bild von sich abgeben können? Und woher sollte sie überhaupt wissen, ob ihr Gegenüber der Mann fürs Leben war, wenn sie viel zu nervös sein würde, viel zu sehr damit beschäftigt erst einmal zu gefallen?
      Alleine bei dem ganzen Gedanken plagte sie die Angst. Und dann musste sie auch erst einmal jemanden kennen lernen, den sie auf ein Date einladen konnte, oder der sie einlud, wer es tat war ihr so ziemlich egal.
      Aber eins nach dem anderen.
      Sie haderte noch immer damit, diesen Rent-A-Date!-Service in Anspruch zu nehmen. Einerseits brauchte sie diese Erfahrung, wenn sie sich ins echte Getümmel stürzen wollte, da war sie sich sicher, andererseits kam es ihr nicht ganz richtig vor und was würden ihre Eltern vor ihr denken, wenn sie erfuhren, dass sie auf einen solchen Service zurückgriff? Wenn sie noch mehr an ihren sozialen Kompetenzen zu zweifeln begannen? Würde ihr Traum dann in unerreichbare Ferne rücken?
      Das konnte sie nicht riskieren. Aber wie groß waren die Chancen schon, dass das passierte?
      Nein, aber viel mehr machte es ihr Angst mit einem Fremden auf ein Date zu gehen, auch wenn diese Leute angeblich Experten waren in dem, was sie taten.
      Michelle meinte sie hatte das beste Date in ihrem Leben mit einem Kerl, der Alex hieß, aber sein Profil sprach die Blonde nicht an. Sie wollte lieber jemanden, der nett aussah.... und während sie durch die Profile scrollte blieb sie bei einem jungen Mann mit braunen Haaren und grünen Augen hängen. Er wirkte... lieb. Freundlich. Die Bilder waren wirklich gut gemacht und er war in ihrem Alter.
      Auch die Bewertungen waren allesamt positiv und nach kurzem zögern drückte Camille auf den Rent-Button, um daraufhin das Formular auszufüllen und auf eine Antwort zu warten. Sie hatte es getan. Sie hatte sich ein Date gemietet.
      War sie denn von allen guten Geistern verlassen? Ugh.... besaß sie überhaupt etwas, dass man zu einem Date tragen konnte?

      Joseè Sánchez

      Es war später Abend, als Joseé beschloss einen Abstecher in seine Lieblingsbar zu machen, um sich den Frust von der Seele zu trinken. Er hatte seinen Job verloren, schon wieder, aber dieses Mal war er fest davon überzeugt, dass es nicht sein Fehler gewesen war. Was sollte er denn machen, wenn er es mit solch unfreundlicher Kundschaft zu tun hatte? Dumm Lächeln und die Zähne zusammen zu beißen? Das war nicht sein Stil und nun hatte er den Salat.
      Aber er würde mit seinem ersparten schon irgendwie klar kommen. Nun wollte er aber nicht daran denken und sich einen schönen Abend machen, setzte sich an die Bar und begann mit einem Whiskey, wie er es immer tat und gönnte sich den ersten Schluck, was seine Lebensgeister bereits wieder zum Leben erweckten.
      Da bemerkte er eine hübsche Frau mit langem, schwarzen Haar neben sich, die wirkte, als wäre er ihr etwas über die Leber gelaufen und als hätte sie ein bisschen zu tief ins Glas geblickt, aber das war in einer Bar wohl nichts ungewöhnliches.
      „Na? Auch Pech im Job? Sie sehen aus, als wäre ihnen etwas unangenehmes passiert. Oder ist es doch das Liebesleben?“, begann der junge Mann mit dem weißen Haar ein Gespräch mit der Frau neben ihm. Wie sagte man so schön, geteiltes Leid war halbes Leid, nicht wahr?
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      @Alea CroniX
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    • 2200c643b634353d1aca86225371f78f.jpgSamuel Jackson
      "Ich sage es dir zum letzten Mal, Jackson! Bis Ende des Monats will ich die 10.000 Dollar sehen, sonst …" und damit fuhr der Kredithai und jetzt auch Schuldeneintreiber mit seinem Daumen über seine Kehle. Das war ein internationales Zeichen, was wohl jeder verstand, auch wenn er Samuel nicht töten würde. Wie kam er sonst wieder an sein Geld heran?! Nein, er würde ihm aber sehr wehtun, damit dem Brünetten klar wurde, wie ernst es dem Ganoven war.
      "K-keine Sorge Mickey. Bis Ende des Monats habe ich dein Geld zusammen." versprach Samuel dem großgewachsenen Mann mit dem Tattoo am Hals und dem kahl geschorenen Kopf. "Das rate ich dir und wehe, du kommst wieder mit dem Kleingeld hier an!" kam es barsch von dem Kredithai und pfefferte die paar hundert Dollarscheine vor Samuels Füße. Er wollte keine mickrige Anzahlung, sondern seine ganze Kohle! Damit verließ Mickey die kleine Schneiderei und warf dabei noch eine Schaufensterpuppe um. Wie konnte es nur so weit kommen?
      Sam wusste ganz genau, wie es dazu kommen konnte; er hatte sich die 10.000 Dollar von dem Mann geliehen, da er seinen Traum seines eigenen Geschäfts nicht aufgeben wollte. Jetzt schrieb er sogar schwarze Zahlen, doch reichte das lange noch nicht, um Mickey auszubezahlen. Er brauchte dringend einen Zweitjob, mit dem er schnell und viel Geld verdienen konnte. "Nichts Illegales!" rief er sich dabei wieder in Erinnerung, sonst würde er diesem Teufelskreis nie entkommen.
      Und so kam es, dass Samuel beim "Rent a Date!-Service" landete. Das war auch eher purer Zufall, so wurde ihm beim Spazieren durch die Innenstadt ein Flyer die Hand gedrückt. Darauf konnte man lesen, dass wenn man alleine und einsam war, sich jemanden "mieten" konnte, um etwas Gesellschaft zu haben. Es wurde explizit erwähnt, dass es nur um die Gesellschaft ging und dies kein schlüpfriges Angebot war. Dabei kam Sam die Frage auf, ob dieser Service vielleicht noch ein paar mehr Kandidaten brauchte, um diesen Dienst anbieten zu können. Und so kam es dazu, dass Samuel als ein Romeo angestellt wurde und etwas Besseres hätte ihm wohl kaum passieren können. Er sprach gerne mit Leuten und bezeichnete sich selber als ein freundlicher, ruhiger und geduldiger Zeitgenosse. Genau das richtig für schüchtere junge Frauen, die ihre ersten Datingerfahrungen mit ihm sammelten. Okay, es gab auch manchmal ältere Damen, die einfach unter jungen Menschen sein wollten, doch das war ja nichts Schlimmes und Sam verdiente dabei gutes Geld. So konnte er Tags über in seinem Geschäft arbeiten und Abends mit den seinen Kunden ausgehen. Zwei Wochen war er nun schon dabei und hatte knapp fünftausend Dollar verdient. Wenn das weiter so gut laufen würde, dann hatte er die Zehntausend bis zum Ende des Monats locker zusammen und dann war er Mickey endlich los und schuldenfrei!
      "Ding!" ertönte da auch schon sein Handy und sofort sah der Brünette darauf. "Perfekt!" freute er sich, da man ihn wieder als Romeo buchte. Schnell überflog er die Informationen, die er über die junge Dame erhielt und antwortete ihr in der App: "Hallo! Hier ist Sam. Ich würde mich sehr gerne mit dir treffen. :)"

      Delyla Corsetti
      Heute war ein schrecklicher Tag für Delyla auf der Arbeit gewesen. Als Erstes hatte sie verschlafen, da sie zu lange ihre Lieblingsserie geschaut hatte, aber Ghost Whisperer war einfach zu spannend, auch wenn die Serie schon älter war und sie eigentlich jede Folge kannte. Auf der Arbeit selber verschüttete ein Kollege seinen Kaffee auf ihre Bluse, was sie schrecklich aufregte. Und das nur wegen Lisa! Die Blonde hatte ihm schöne Augen gemacht, als Lyla gerade mit ihm sprach und schwups, hielt er den Becher schief und ein paar große Tropfen landeten auf ihrer hellen Bluse. So war sie gezwungen entweder nur im weißen Tanktop zu arbeiten oder mit einer bekleckerten Bluse und natürlich ließ sie die Bluse weg. Um dem die Krönung aufzusetzen, meldete sich ein Mann bei ihnen, der extra persönlich vorbeigekommen war. Dieser beschwerte sich lautstark bei Delyla, dass seine Freundin mit ihm Schluss gemacht hatte, nur weil sich diese in eine der Julias verguckt hatte. "Ihr spielt mit den Gefühlen anderer und zerstört bestehende Beziehungen!" warf er ihr vor und das so laut, dass jeder in der kleinen Agentur es hören konnte. Dass seine Freundin vielleicht nie wirklich auf Männer stand, erwähnte sie da lieber nicht und ließ diese Schimpftirade über sich ergehen. Aber es war eine Frechheit, die Schuld der Julias und Romeos zugeben, die doch nicht mehr machten, als den Kunden Aufmerksamkeit zu schenken und ihnen zuzuhören. Nein, diese waren gewiss nicht daran schuld, wenn eine Beziehung in die Brüche ging, das lag ganz alleine am Partner, der seine bessere Hälfte vernachlässigte.
      Es war also kein Wunder, dass Delyla nach so einem anstrengenden Tag in ihrer Stammkneipe landete und nun schon vor ihrem dritten Cocktail saß, als jemand sie von der Seite anquatschte. "Alles!" nuschelte Delyla als Antwort und sah den Weißhaarigen etwas schief an. "Männer sind Idioten und brechen einem immer nur das Herz! Und Frauen sind falsche Schlangen, die einem auf der Arbeit das Leben schwer machen!" sprach die Schwarzhaarige weiter, die wohl nur darauf gewartet hatte, um sich endlich mal auszukotzen, also im metaphorischen Sinne.
      "Und du? Hast du auch Pech in der Liebe und im Spiel?" fragte sie ihn zurück und winkte den Barkeeper dabei zu sich, damit er ihr und dem Fremden einen Kurzen einschenken konnte.
      "Vergessen ist wie eine Wunde. Es mag zwar verheilen, aber dabei wird es eine Narbe hinterlassen."
      Monkey D. Ruffy


      Quelle
    • Camille Grounden

      Die junge Frau erschrak und gab sogar einen erschrockenen Laut von sich, als ihr Handy mit einem Mal einen Ton von sich gab – fast hätte sie das blöde Ding fallen lassen, fing es jedoch im letzten Moment wieder auf – und Camille musste feststellen, dass sie bereits eine Antwort bekommen hatte.
      Wie? Ging das wirklich so schnell? Oder hatte sie einfach nur Glück? Sie beschloss es als Wink des Schicksals zu sehen, dass sie das richtige tat, atmete tief ein und aus, um sich etwas Mut zu machen... und starrte den Bildschirm ihres Handys für die nächsten paar Minuten nur an. Unsicher, was sie darauf antworten sollte.
      Er würde sich gerne mit ihr treffen. Konnten sich Romeos ihre Klienten aussuchen? Das hier war doch rein geschäftlich... nicht wahr? Aber was antwortete man auf sowas? Freut mich? Warum? Bist du dir sicher, dass du das willst? Nein, nein, so ging das sicher nicht.
      Sie sollte einfach....
      „Hey... hier ist Camille. Tut mir Leid, ich weiß nicht so recht, wie das ganze hier funktioniert... sollen wir nach einer passenden Zeit suchen? Oder darüber reden, wohin? Gibt es ein FAQ dazu?“, beschloss die zukünftige CEO einfach das ganze wie einen technischen Support anzusehen, und ihre Finger tippten einfach darauf los. Wäre das ein echtes Date, hätte sie versagt. Außer, man sah es als Humor an, auch wenn es wirklich nicht so gemeint war.
      Wie auch immer... vielleicht hätte sie sich doch etwas informieren sollen, bevor sie einfach einen Romeo buchten. Aber nun war es geschehen und Camille war nicht bereit diese Chance aufzugeben, um real life experience zu sammeln... ugh, alleine bei dem Gedanken wurde sie schon nervös.
      So nahm sie einen Schluck von ihrem Kaffee, in der Hoffnung er würde sie etwas beruhigen, während sie weiterhin auf eine Antwort wartete.

      Joseè Sánchez

      „Wow... da muss ihnen jemand aber so richtig das Herz gebrochen haben.“, musste der Weißhaarige mit einem schiefen Grinsen feststellen, wenn man so weit ging alle Frauen und Männer in einen Topf zu werfen und der Alkohol tat sicherlich sein übriges.
      „Hm? Nun...“, drehte Joseé gedankenverloren sein Getränk in der Hand, während er über sein Liebesleben nachdachte, waren seine Probleme derzeit doch eher beruflicher Natur, doch jetzt, wo er gefragt wurde, musste er mit einem Mal feststellen: yup, er hatte Pech.
      „Meine letzte Freundin ist für einen anderen in ein fremdes Land gezogen... naja, nicht ganz so fremd, irgendwas im Norden, auch schon wieder vergessen. Irgendwo hab ich es mir aufgeschrieben, um sicher zu gehen nie da hin zu reisen, um ihr nicht über den Weg laufen zu müssen... das ist drei Jahre her. Seitdem... scheiße, sie haben recht. Jedes Date ging drunter und drüber. Irgendjemand sollte mal ein Gesetz erlassen, dass man bei Datingapps nur das eigene Gesicht als Foto verwenden darf. Aber was ist denn bei ihnen passiert, dass die ganze Welt böse ist? Hat ihr Freund sie betrogen? Womöglich mit einer aus ihrer Arbeit?“, sammelte er das bisschen an Information zusammen, um das Gespräch am Laufen zu erhalten, ehe er endlich den Whiskey austrank und mit einem nicken das zweite Getränk entgegen nahm, dass die Frau für sie beide bestellt hatte. Vielleicht würde es doch noch ein angenehmer Abend werden, etwas Alkohol und ein hoffentlich gutes Gespräch, was könnte die Lebensgeister denn sonst noch aufheitern?
      Vielleicht gutes Essen, aber das verschob er auf einen anderen Abend.
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    • Samuel Jackson
      Während Sam auf eine Antwort seiner Klientin wartete, war er gerade in seinem kleinen Geschäft und nähte an einer Flieg mit passendem Einstecktuch. Er musste mit Stoff sehr vorsichtig sein und so wenig wie möglich davon verschwenden. Ein junger Mann hatte ihm Stoff von einem alten Sessel vorbeigebracht und ihm erzählt, dass er gerne daraus eben diese Accessoires hätte. Natürlich war Samuel etwas darüber verwundert, doch bekam er auch direkt die Aufklärung, was hinter diesem alten steckte. Der Sessel gehörte dem Großvater des Kunden, der erst kürzlich verstorben war. Der Sessel war so alt und abgewetzt, dass man diesen an sich nicht mehr retten konnte. Daher dachte er sich, er könnte sich aus dem noch guten Stoff etwas machen lassen, dass er noch lange bei sich tragen konnte. Und da der alte Herr wohl selber jemand war, der zu Festlichkeiten eine Fliege trug, war dies eine naheliegende Idee.
      Es war außerdem eine schöne Geschichte, die zeigte, wie sehr dieser Kunde seinen Großvater geliebt hatte und nur zu gerne erfüllte der selbstständige Schneider ihm diesen Wunsch. Natürlich nicht für lau, doch verlangte er auch nicht einen höheren Preis. Mit Gefühlen macht man kein Geschäft. Da fragt man sich doch glatt, wie Sam das dann mit dem "Rent a Date"-Service sah, doch seiner Meinung nach, spielte er nicht mit den Gefühlen der Kunden. Er mimte nur einen Freund für eine kurze Weile. Er sah sich selber fast schon wie eine Art Therapeut, da die Kunden alle immer etwas auf dem Herzen hatten, dass sie einfach nur jemanden erzählen wollten. Und zuhören konnte der Brünette sehr gut.
      Da ertönte sein Handy erneut, doch diesmal ging er nicht sofort an das Smartphone, sondern nähte zunächst die Naht fertig, ehe er die angefangene Fliege beiseite legte. Als er dann den Text las, runzelte Sam etwas die Stirn. "FAQ?" War das ein Scherz? Oder war diese Camille wirklich so unerfahren? Samuel musste nun behutsam sein, um nicht etwas Falsches zu schreiben und einen schlechten Eindruck zu erwecken. Sam überlegte eine Weile und fing dann wieder an zu tippen. Einige Male löschte er Teile des Textes und formulierte diese neue und als er dann mit dem Geschriebenen zufrieden war, las er diesen auch noch dreimal durch, ehe er auf den Senden-Button drückte.

      "Hallo Camille. Es freut mich, dich schon jetzt etwas kennenzulernen. Und es ist überhaupt nicht schlimm, dass du noch etwas unsicher bist. Wenn du möchtest, können wir uns am Anfang einfach auch nur Textnachrichten schreiben, bis du dich bereit fühlst. Ort und Uhrzeit darfst gerne du aussuchen, damit wir irgendwo sind, wo du dich auch wohlfühlst. Eine FAQ gibt es nicht, aber du kannst mich gerne alles fragen, was du willst."

      Nu hieß es wieder für den jungen Schneider zu warten. Er hoffte, dass er mit seinen Worten den richtigen Ton getroffen hatte, da diese junge Frau wohl nicht ganz so bewandt in diesen Dingen war. Er konnte ja nicht ahnen, dass Camille so gar keine Erfahrung in Sachen Dating hatte. Und während Samuel auf eine Antwort wartete, nähte er weiter an der Fliege.

      Delyla Corsetti
      "Nicht nur ein Jemand, sondern gleich zwei Jemande!" korrigierte Lyla leicht lallend und hob zwei Finger, um das noch mehr zu unterstreichen. Kurz dachte sie darüber nach, ob das grammatikalisch korrekt war, doch das war dann auch egal!
      "Hah! Siehst du, falsche Schlange!" meinte sie sofort, als sie die Geschichte seiner Ex-Freundin hörte. Und Ärger machte sie auch, da er nicht in dieses Land mehr reisen wollte, wo sie nun angeblich lebte. "Vergiss diese Dating-Apps, die sind alle Müll. Ich kenne da eine viel bessere Möglichkeit!" sprach die betrunkene Schwarzhaarige weiter und gestikulieren dabei etwas zu viel mit ihren Händen, dass sie beinahe ihr Glas umgeworfen hätte. "Einen Moment." gab sie dann von sich und ehe Delyla auf die Frage antwortete, kippte sie sich den Kurzen in einem Zug hinter die Birne. "So! Also … wo waren wir noch gleich?" fragte sie den Weißhaarigem, dessen Namen sie immer noch nicht kannte. Doch auch das spielte gerade keine Rolle, musste sie ihm ja gerade ihr deprimierendes Liebesleben schildern. "Ah ja, meine Ex! Pah, schön wäre es, wenn sie mich betrogen hätten, dann könnte ich sie wenigstens hassen!" fing sie an zu erzählen. "Ich gab ihnen alles … Liebe … Sex … Freiheit, doch war das nie genug. Sie alle haben mich verlassen. Ich bin wohl nicht gemacht für Beziehungen. Hab ich zu hohe Erwartungen?" fragte sie den Unbekannten einfach so. "Oh! Und meine Kollegin Lisa, das Biest, stellt mich immer als die Böse dar. Dabei arbeitet sie doch auch für "Rent a Date!", und dann soll ich diejenige sein, die daran Schuld ist, wenn Beziehungen in die Brüche gehen! Das ist unfair! Man möchte doch nur jemanden haben, der einem zuhört und Aufmerksamkeit schenkt. So wie du … wärst bestimmt ein toller Romeo." quasseln Lyla weiter, wobei man ihr wohl nicht immer ganz folgen konnte.
      "Vergessen ist wie eine Wunde. Es mag zwar verheilen, aber dabei wird es eine Narbe hinterlassen."
      Monkey D. Ruffy


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    • Camille Grounden

      Es dauerte. Eine Minute verging, dann eine weitere, während Camille weiterhin nervös auf den Screen ihres Handys starrte und sie begann sich schon zu fragen, ob sie etwas falsches gesagt hatte, oder so komisch rüber gekommen war, dass gleich eine Ihr Romeo hat die Buchung abgelehnt Message aufploppen würde oder ähnliches, doch dann kam auch schon die Antwort und die Plantinblonde Frau atmete erleichtert aus, hatte sie etwa die Luft angehalten? War ihr gar nicht aufgefallen.
      Wie auch immer. Er schien sie nicht als komisch anzusehen... zumindest sagte er nichts in der Richtung. Vielleicht nur Professionalität? Hoffentlich.
      Ersteinmal kennen lernen klang gar nicht so schlecht, fühlte sich dann ja fast schon echt an, doch als ihr vorgeschlagen wurde, Zeit und Ort selber auszusuchen, stockte sie etwas. Wo führte man denn normalerweise Dates? Ihre Eltern würden sicherlich in irgendwelche hochgestochenen Restaurants gehen, oder Museen und Galerien besuchen, aber sie war nicht gerade erpicht darauf unbedingt jemanden aus ihren Kreisen zu daten, die meisten wirkten etwas... zugeknöpft.
      Okay, gut, vielleicht konnte man sie auch als solche bezeichnen, trotzdem, sie brauchte jemanden an ihrer Seite, der nicht potenziell hinter ihrem Posten als CEO her war. Geld? War ihr vollkommen egal, das war kein Problem. Aber sollte es jemand wagen ihr ihren Traum kaputt zu machen, würde sie diese Person ohne zu zögern vor die Tür stellen, gute Manieren hin oder her.

      Hey, wäre es vielleicht möglich, wenn du den Ort aussuchst? Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wohin man normalerweise auf Dates geht, ein paar Vorschläge wären auch nur schlecht. Was die Zeit angeht... ich hätte an folgenden Tagen Zeit.

      Schickte Camille daraufhin ein paar Zeitfenster, die in ihrem Kalender frei standen, tatsächlich keine so schwere Aufgabe, wenn man bedachte, dass ihre Eltern sie dazu gezwungen hatten endlich einmal Urlaub zu nehmen. Okay, vielleicht waren es nicht nur ihre Eltern, sondern die Firma selbst, aus Sorge die Justiz würde noch ein Auge auf sie werfen, mit dem Vorwurf ihre Mitarbeiter zu überarbeiten, dabei liebte Camille es einfach an dem Projekt dabei zu sein und... oh, sie schweifte ab.
      Fragen... hatte sie Fragen? Wie lernte man sich überhaupt kennen? Unterschied sich das kennen lernen eines potenziellen Partners, zu gewöhnlichen Freunden? Camille war bereits dabei genau diese Frage einzutippen, löschte dann aber alles wieder sofort und lief rot an. Was war das denn für eine dumme Frage? Spätestens dann hätte er sie safe als verrückt abgestempelt, nicht wahr?

      was machst du denn gerne so in deiner Freizeit?, entschied sie sich letztendlich für eine einfache Frage, sollte zum kennen lernen doch reichen, oder?

      Joseé Sánchez

      „Ohhh~ zwei! Erzählen sie mir alles davon!“, kam es übertrieben überschwänglich von dem weißhaarigen, lehnte sich dabei etwas zurück und übertrieb mit Gestik und Mimik, ehe sich ein breites Grinsen auf seine Gesichtszüge lehnte.
      Vielleicht sollte langsam mal jemand ihren Alkohol gegen Wasser austauschen, wenn diese Frau nicht einmal mehr richtig sprechen konnte.
      „Yup, eine falsche Schlange. Aber sowas von.“, musste Joseé ihr nickend zustimmen und hob kurz seinen Becher, seinem Gegenüber zustimmend zu prostend, ehe er seinen Drink auf Ex trank und bereits nach dem nächsten verlangte. Für heute würde er nicht an das morgen denken und auch er hatte Lust mal wieder so viel zu trinken, dass er alles andere vollkommen vergisst.
      Wozu ist Alkohol denn sonst gut?
      „Eine viel bessere Möglichkeit?“, hob er fragend eine Augenbraue, bereits den nächsten Schluck nehmend, doch nahm das Gespräch dann doch eine andere Richtung und Joseé hörte aufmerksam zu, immer wieder nickend, einen Schluck nehmend, lauschend.
      „Heeee... das klingt... hart.“, gab der junge Mann mit dem gefärbten Haar mit einem schiefen Grinsen von sich, als sein Gegenüber ihr Liebesleben schilderte, kein rosiges durchaus.
      „Aber sie dürfen sich sowas auf gar keinen Fall einreden!“, beugte er sich weiter nach vorne und zeigte dabei mit dem Zeigefinger auf die Frau, „Diese Leute haben sie allesamt schlicht und einfach nicht verdient, wenn sie nicht zu schätzen wussten, was sie ihnen gegeben haben! Sie hatten einfach Pech! Der oder die richtige wird schon noch auftauchen, wer weiß, vielleicht tritt die richtige Person ja gleich durch diese Tür? … ah, nein, vergessen sie es, der ist wohl zu alt.“, wies der Weißhaarige mit dem Blick auf die Tür, doch als ein alter Opa in seinen siebzigern oder achtzigern durch die Eingangstür zur Bar trat, gab er diese Idee lieber schnell auf und richtete sich wieder an sein Getränk.
      „Hm? Rent a Date? Ist das nicht dieser Service, der zur Zeit richtige Beliebtheit gewinnt? Ich hab auch schon mal davon gehört, irgendwas von Fake Dates? Jedenfalls scheint das Geschäft ja langsam zu funktionieren, Glückwunsch! Nur diese Lisa sollte mal jemand in ein Becken schubsten. Was macht die denn so schlimmes? Wieso sollten sie die Böse sein? Und was ist... ein Romeo?“, lächelte er etwas schief, da er mit dieser Beschreibung nicht viel anfangen konnte, abgesehen von der klassischen Romeo und Julia Geschichte versteht sich und Joseé war nicht gerade erpicht darauf zu sterben, nur weil er dachte, seine Freundin sei Tod und dann war sie es doch nicht. Irgendwie bescheuert, oder nicht?
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    • Samuel Jackson

      Es dauert wieder eine Weile, bis die nächste Nachricht folgte. Doch diese Wartezeit kam dem Schneider ganz gelegen und so wurde er auch mit der Fliege fertig. Gerade als er Einstecktuch und Fliege hübsch einpacken wollte, meldete sich sein Smartphone wieder. Etwas unschlüssig sah er zu seiner Arbeit und dem Handy, doch ein paar Minuten mehr oder weniger bis er antwortete, würden auch nichts ausmachen. Die Accessoires legte er sorgfältig in einen flachen gelben Karton, der in Inneren mit buntem Blumenpapier geschmückt war und legte dann behutsam den Deckel darauf und verschnürte alles mit einem blauen Band, das auch eine Schleife bekam. Jetzt fehlte nur noch der Sticker mit dem Aufdruck "Gentlemenswear" und dann war auch schon alles bereit für den Kunden, der am nächsten Morgen seine Bestellung abholen würde.
      Jetzt konnte sich Sam auch richtig auf seine Kundin konzentrieren und las sich zuerst ihre Antwort ganz genau durch. Er vermutete, dass Camille ein schüchternes Mädchen ist, das aber wie die meisten schöne Dinge mochte. Daher hatte er auch gleich ein nettes Café im Kopf. Das "Dandelion" war ein passender Ort. Das kleine Café sah von außen aus wie ein Gewächshaus in der Form eines großen runden Pavillons. Überall waren Blumen und je nach Jahreszeit wuchsen auch die entsprechenden Pflanzen. Auch ihre Desserts beinhalteten Blüten, was dem ganzen einen ganz besonderen Charme verlieh.
      Die Zeitfenster, die Camille angab, waren auch für Samuel perfekt und so fing er auch schon an zu tippen:

      Am Mittwoch in zwei Tagen können wir uns um 16 Uhr am Kings Plaza treffen. Ich würde dann mit dir das "Dandelion" besuchen, falls du das noch nicht kennst. Hast du Heuschnupfen oder bist gegen Blumen allergisch?

      Sam fiel noch rechtzeitig ein, Camille danach zu fragen, denn einmal hatte er eine Kundin gehabt, die Heuschnupfen hatte und so bald sie den Laden betraten, lief ihre Nase und sie musste andauernd niesen. Natürlich ging er mit ihr irgendwo anders hin, wo ihre Allergie sie nicht quälte, doch das war ihm eine Lehre, dass er lieber vorher nach Unverträglichkeiten nachfragte.

      Ich mache viele verschiedene Dinge gerne, wenn ich freihabe, so wie feiern und tanzen gehen. Aber auch mal ein Buch lesen und dabei Musik hören. Doch eigentlich arbeite ich gerne. Ich bin Schneider.

      Antwortete er ihr auf die Frage wahrheitsgemäß. Danach tippte Samuel noch eifrig weiter.

      Was sind deine Hobbys? Welches ist deine Lieblingsfarbe und magst du Tiere?

      Der Brünette wollte so vieles wie möglich über seine neue Kundin herausfinden, um es ihr so behaglich wie möglich zu machen, wenn sie sich dann trafen. Noch einmal las er sich seinen Antworten durch und versendete dann den Text.


      Delyla Corsetti

      Es war doch schön, dass der junge Mann ihr gerade so viel Aufmerksamkeit schenkte und ihr auch wirklich zuhörte. Und nicht nur das, sprach er ihr selbst Mut zu und baute sie mit seinen Worten sogar ein bisschen auf. Delyla musste lachen, als er dann meinte, dass vielleicht ihre zukünftige Liebe, gerade in diesem Augenblick, die Bar betrat und es ein älterer Herr war. "Nicht zu vorschnell urteilen! Es muss vor allem der Charakter stimmen. Alles andere ist dann zweitrangig." tadelte sie den Weißhaarigen, dass man nicht unbedingt nach dem Äußeren gehen sollte. Sie hat schon viel zu oft Idioten kennengelernt, die alle gut aussahen. Und die lieben Kerle, sind doch meistens die, denen man keine Beachtung schenkt. "Ja genau! Ich gehöre zu den Organisatorinnen und mache die Koordination, stelle Julias und Romeos ein." erzählte sie ihm frei heraus. "Lisa in ein Becken schubsen? Das klingt nach einer tollen Idee!" schweifte Lyla doch etwas ab. "Sie mag mich nicht. Schon seit Tag eins macht sie mir die Arbeit schwer. Vielleicht fühlt sie sich von mir bedroht. Aber dabei kann man den Laden gar nicht alleine managen. Da braucht man einfach mehr Personal." vermutete sie, wieso ihre Kollegin sie so schikanierte und schlecht redete. "Ein Romeo, ist ein junger Mann, der sich mit den Kundinnen und Kunden trifft. Eine Julia ist eben eine junge Frau. Bei "Rent a Date" treffen sich diese mit ihren Kunden. Hören ihnen zu und leisten ihnen Gesellschaft. Mehr ist es auch nicht. Wir wollen seriös sein und nicht mit solchen dubiosen Escortservices verglichen werden. Mehr als Händchen halten gibt es bei uns nicht, oder eine kleine Umarmung." versuchte sie ihn zu erklären, was genau ein Romeo oder eine Julia machte. "Und du hast genau das gerade gemacht. Willst du vielleicht bei uns anfangen? Ich könnte dir Tipps geben und dich anleiten." grinste Delyla den jungen Mann schief an. Ob das so eine gute Idee war, jemanden fremdes einen Job bei der Agentur anzubieten? Sie kannte ja nicht mal seinen Namen. Aber das konnte sie ja noch schnell ändern. "Ich bin übrigens Delyla. Und wie heißt du?" fragte sie den Weißhaarigen mit ihrer angeheiterten Stimme.
      "Vergessen ist wie eine Wunde. Es mag zwar verheilen, aber dabei wird es eine Narbe hinterlassen."
      Monkey D. Ruffy


      Quelle
    • Camille Grounden

      Das klingt gut und nein, ich habe weder Heuschnupfen, noch bin ich allergisch gegen Blumen, beeilte sie sich schon fast zu tippen und kaum hatte Camille diese Nachricht abgeschickt, wurde ihr gerade bewusst, dass sie ein Date hatte. Sie. Hatte ein echtes Date. Okay, es ließ sich darüber streiten, wie echt es wirklich war... nun, eigentlich gar nicht, wenn sie bedachte, dass sie dafür bezahlte, aber was genau verstand man denn unter einem Date? Ab wann durfte es sich als echt bezeichnen? Stellten sich normale Menschen überhaupt solche Fragen?
      Wie auch immer. Camille war aufgeregt. Auf der einen Seite konnte sie es kaum erwarten ein Date am eigenen Leib zu erfahren, Erfahrung zu sammeln, auf der anderen Seite hätte sie es am liebsten gleich wieder abgesagt, aber das konnte sie beim besten Willen nicht mehr tun.
      Und sie hatte nicht groß eine Wahl, wenn sie dieses Erbe wollte, nicht wahr?
      Sie überflog die nächsten Nachrichten. Feiern und tanzen, zwei Dinge, in denen sie nie besonders gut war und fast schon fühlte sie sich ein wenig neidisch, aber auch nur ein bisschen, mit einem Buch oder Musik konnte sie auf der anderen Seite deutlich mehr anfangen.
      Doch als sie ihre Augen über die Worte ich arbeite gerneschweiften, fühlte sie sich besonders mit der Person auf der anderen Seite des Bildschirms verbunden. Denn das tat sie auch. Camille arbeitete gerne, unglaublich gerne und es fand sich nur selten jemand, der ihre workaholicschen Tendenzen verstand.
      Ein Schneider... was? Mit einem Mal wunderte sich die Weißhaarige, war sie doch eigentlich davon ausgegangen, dass dieser Mann als Romeo bei Rent a Date arbeitete. Wenn er doch eigentlich Schneider war und seine Arbeit mochte, wieso dann der Job als Romeo? Reichte das Geld nicht? Arbeitete er nur Teilzeit? Camille legte den Kopf schief, überlegend, ob diese Fragen denn etwas waren, was sie einem fast Fremden... okay, ganz Fremden, stellen durfte, ehe sie beschloss, zunächst auf die Fragen einzugehen, die ihr geschickt worden waren.

      Ich arbeite auch gerne. Als Softwareentwicklerin, weshalb Programmieren ebenfalls zu meinen Hobbies gehört. Ich lese auch sehr gerne, was für Bücher liest du denn so?

      Uwah... bildete sie sich das nur ein, oder klang das schon fast wie eine Bewerbung? Egal. Sie tippte weiter, ohne groß darüber nachzudenken, sonst würden sich ihre Finger am Ende gar nicht mehr bewegen.

      Meine Lieblingsfarbe ist grün, am besten in Pastell. Ja, ich mag Tiere, besonders Katzen und Hunde, aber diese Pandavideos sind auch einfach nur unglaublich knuffig, findest du nicht?

      Okay, das klang schon mal deutlich besser, nicht wahr?

      Was ist mit dir? Hast du eine Lieblingsfarbe, magst du Tiere? Wenn du Schneider bist, arbeitest du dann nur als Teilzeit als Romeo?

      So, sie hatte es getan. Ohne darüber nachzudenken einfach getippt was ihr als erstes in den Sinn kam und sie war eigentlich ganz zufrieden damit und sendete das ganze auch ohne einen weiteren Gedanken ab, während sich ein Lächeln auf ihre Züge legte. Wenn Camille ehrlich war, konnte sie es kaum erwarten, dass Dandelion zu besuchen. Sie hatte schon davon gehört, schon ein paar mal darüber nachgedacht es zu besuchen, aber entweder sie hatte keine Zeit gehabt, oder keiner ihrer Freunde hatte Zeit gehabt und sie besuchte nur ungern neue Orte alleine.
      Sie schlug damit zwei Fliegen mit einer Klappe, sie konnte Erfahrungen auf einem Date sammeln und gleichzeitig das Dandelion besuchen!
      Jetzt... musste sie sich nur noch überlegen, was sie anziehen sollte.

      Josee Sanchez

      „Oh? Dann hat der alte Opa doch noch eine Chance? Stehen sie etwa auf ältere Männer?“, kam es zunächst verwirrt von dem jungen Mann, ehe sich ein neckendes Grinsen auf seine Züge legte und er den nächsten Becher an Alkohol leerte. Der Charakter musste stimmen, was?
      Das musste er, keine Frage, dennoch konnte sich Joseé nur schwer vorstellen, dass diese junge Frau viel mit einem über siebziegjährigen gemeinsam hatte, zumindest sicherlich nicht genug, als dass sich dadurch eine Beziehung entwickeln würde.
      Aber auch egal, es war weder sein Problem, noch seine Sache, meinte er dann achselzuckend, ehe er seine Aufmerksamkeit wieder an die Schwarzhaarige richtete.
      „Ja, nicht wahr?! Das wäre der Hexe sicherlich eine Lehre!“, grinste der Mann mit dem gefärbten Haar breit, da sein Vorschlag so positiv aufgefasst wurde, bevor er noch mehr Einzelheiten erfuhr.
      „Hmmm.... wow, schon von Tag eins aus? Sie müssen wirklich gute Arbeit lassen, wenn man sich so schnell von ihnen bedroht fühlt. Vielleicht sollten sie mal auf eine Beförderung pochen, könnte dieser Lisa auch ein Schlag ins Gesicht sein.“, grinste er breit, mit einer eher pazifistischeren Art ihrer Kollegin eins auszuwischen, obwohl das ins Becken schubsen noch immer sein Favorit war.
      „Hmmmm... verstehe. Gibt es viele Leute, die diesen Service in Anspruch nehmen? Ich weiß zwar, das viele Leute darüber reden, vor allem im Internet... aber darüber reden oder es wirklich zu machen sind verschiedene Paar Schuhe, nicht wahr?“, erkundigte sich Joseé, bevor ihm vorgehalten wurde, dass er sich gerade genau wie ein Romeo verhielt, was ihn zu einem schiefen Lächeln verleitete, denn eigentlich tat er hier nichts anderes als nett zu sein und sich zu unterhalten. Moment mal... „Soll das heißen, das hier ist ein Date?“, konnte der Mann mit dem gefärbten Haar nicht anders als sich mit der Hand an der Wange und einem Drink in der anderen weiter nach vorne zu beugen und die Frau mit dem schwarzen Haar mit einem breiten Grinsen zu necken.
      Da wurde ihm auch schon ein neuer Job angeboten... wow, war das Absicht? War er hier gerade auf eine neue Rekruting Methode hereingefallen? Nein, das konnte er sich schwer vorstellen. Er lehnte sich wieder zurück.
      „Hmmm.... sie meinen ich könnte dafür bezahlt werden einfach mit Leuten zu reden? Wird so eine Stelle als Romeo denn gut bezahlt?“, erkundigte er sich und spielte tatsächlich mit dem Gedanken das Angebot anzunehmen, wieso auch nicht? Er würde sowieso bald einen Job brauchen und wenn er diese ganze Bewerbungsphase überspringen konnte... wenn er wirklich nichts im körperlichen Sinn tun musste.
      „Hm? Oh, sorry, Joseé. Joseé Sanchez, freut mich sie kennen zu lernen... möglicher zukünftiger Boss?“, grinste er breit und prostete ihr zu. So könnten Bewerbungsgespräche in Zukunft sehr gerne von statten gehen, da hätte er nichts im geringsten dagegen!
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    • Samuel Jackson
      Die nächste Antwort von Camille kam doch sehr schnell und beruhigte Sam doch sehr. "Sehr gut. Keine Allergien." Im Kopf legte er sich schon ein Outfit für den Tag zusammen. Er wollte nicht zu dick auftragen und etwas Lockeres anziehen. In schönen hellen Pastellfarben, das war nicht zu aufdringlich und wirkte für das Auge ruhig. Genau Ruhe! Das musste er an diesem Tag verkörpern und auch verbreiten. Vermutete Samuel, dass das dieser Camille bestimmt guttun würde.
      Da kam auch schon die nächste Nachricht an. "Oh wow!" ging es dem Brünetten durch den Kopf. Softwareentwicklerin. Ein Bereich, von dem er gar keine Ahnung hatte. Aber um so neugieriger machte es ihn. Bestimmt konnte die junge Frau ihm viel darüber erzählen und er konnte etwas Neues lernen.
      Was für Bücher er las? Einen Moment lang musste der junge Schneider überlegen. Modemagazine sollte er da jetzt lieber nicht erwähnen, war das momentan doch seine tägliche Lektüre.

      Fantasy und Abenteuergeschichten. Gerne mit einem Happy End. Und was für Bücher liest du?

      Tippte er seine Antwort und las dann die nächsten Zeilen, die Camille ihm geschrieben hatte.
      Eine Lieblingsfarbe zu wählen, fiel dem Schneider sehr schwer, so mochte er jede! Es kam darauf an, wie er sich fühlte und zu welchem Anlass er was trug. Aber seine Augen leuchteten kurz auf, als er las, dass sie Pastellgrün mochte. Auch er fand Pastellfarben wundervoll, waren sie in seinen Augen ein reinster Augenschmaus.
      Nachdem er den Text fertig gelesen hatte, fing Samuel auch an zu tippen und seine Antwort zu formulieren.

      Ja, ich kenne diese Panda-Videos. Die sind wirklich sehr drollig! Katzen und Hunde habe ich auch sehr gerne, wobei ich wohl eher ein Katzentyp bin.
      Ich kann mich nur schwer für eine Farbe entscheiden, finde ich alle toll. Okay, vielleicht nicht Grau oder Braun. Aber Pastellfarben an sich, sind doch meine Lieblingsfarbtöne. Vielleicht ziehe ich mir etwas Pastellgrünes an, um dir besser zu gefallen. ;)
      Als Schneider kann ich mir meine Arbeitszeit ganz gut einteilen, dass ich nebenbei auch als Romeo agieren kann. Also ja, man könnte es wie einen Teilzeitjob betrachten. Ein Date geht ja auch nicht einen ganzen Tag lang. :3 Außer, du möchtest das. :D
      Wenn du willst, können wir uns bis zum Treffen gerne noch schreiben, ansonsten sehen wir uns ja schon übermorgen auf dem Kings Plaza.


      Damit hatte Sam seinen Text fertig geschrieben und nach kurzem Überfliegen der Worte, sendete er auch schon die Nachricht ab. Je mehr Gedanken er sich über das Treffen machte, desto mehr freute er sich sogar darauf. Camille schien eine nette junge Frau zu sein, die einfach nur etwas schüchtern war. Gerne half er dabei, ihr Selbstvertrauen zu wecken und zu stärken. Genau das war etwas, das ihm besonders Freud an dieser Stell als Romeo bereitete.


      Delyla Corsetti
      "Wer weiß." lachte Delyla und zwinkerte dem jungen Mann schelmisch zu. Sie machte daraus ein Geheimnis, ob sie wirklich auf ältere Herren stand. "Vielleicht mag ich auch lieber jüngere." gab sie ein angetrunkenes Kichern von sich und wickelte um ihren rechten Zeigefinger eine ihrer langen und schwarzen Haarsträhnen. Doch um ehrlich zu sein, war auch sie etwas oberflächlich. Das konnte man ihr nicht absprechen. Zwar musste der Charakter auch stimmen, doch das Auge isst bekanntlich mit.
      "Eine Beförderung? Neee, wir haben schon als Managerinnen die höchste Position. Außer, ich würde den Laden kaufen. Aber wo viel Kohle besitze ich nicht." winkte die Schwarzhaarige ab und wedelte dabei etwas zu viel mit ihrer Hand herum. Vielleicht wollte Lisa ja den Posten als Managerin alleine haben und teilt einfach nicht gerne. Dass dieser Gedanke sogar sehr nah an das herankam, weshalb ihre Kollegin sie nicht ausstehen konnte, war Delyla gar nicht so bewusst.
      "Oh doch. Es werden immer mehr. Deswegen bin ich ja als zweite Koordinatorin hinzugekommen. Wir haben täglich anfragen. Viele buchen nur einmalige oder maximal dreimal eine Julia oder einen Romeo. Aber es gibt auch so etwas wie Stammkunden. Die tun mir dann doch etwas leid. Finden diese Leute keine Freunde?" plapperte die junge Frau munter weiter.
      "Oh ja! Man könnte es als eines bezeichnen oder es einfach nur eine nette Unterhaltung nenne." überlegte sie laut, wobei ihre Wangen dabei nur noch röter wurden. Lyla hatte doch sehr tief ins Glas geschaut und ein bisschen schwankte sie auf ihrem Hocker doch schon hin und her. So lehnte sie sich auch dem Weißhaarigen stark entgegen, dass sie ihm ihren alkoholisierten Atem ins Gesicht pustete beim Sprechen. "Ja genau! Und wir zahlen sehr gut. Besser als irgendwelche Jobs an der Kasse oder ähnliches." versicherte sie ihm. "Freut mich, dich kennenzulernen Joseé Sanchez." sprach Delyla und reicht ihm ihre Hand. "Zukünftiger Boss? Da hört sich gut an. Heißt das also, du nimmst das Angebot an?" fragte sie Joseé direkt und musste dabei schief grinsen. "Wenn ja, müssen wir darauf anstoßen!" rief die Schwarzhaarige erfreut aus. "Zwei Gläser Sekt, bitte!" sprach sie den Barkeeper auch gleich an und taumelte dabei erneut ein wenige hin und her, dass der Mann´hinter der Bar sie schon etwas skeptisch ansah.
      "Vergessen ist wie eine Wunde. Es mag zwar verheilen, aber dabei wird es eine Narbe hinterlassen."
      Monkey D. Ruffy


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    • Camille Grounden

      Camille lächelte, denn auch sie mochte Geschichten mit einem happy End sehr gerne. Vielleicht hätte man das von jemandem wie ihr nicht erwartet, so ganz ohne Erfahrung in Sachen Liebe, doch tatsächlich waren Romanzen ihr liebstes Genre an Büchern, aber sie war schlau genug um zu wissen, dass das ganze Süßholzgeraspel nicht der Realität entsprach und ein gemeinsamer Raub oder ein Messer am Hals sich nicht gerade für ein erstes Date eignete... okay, vielleicht sollte sie aufhören so viel Enemies to Lovers zu lesen.
      Vielleicht ziehe ich mir etwas Pastellgrünes an, um dir besser zu gefallen. ;), brachte sie dieser Satz letztendlich zum erröten. Es machte sie verlegen. Auch wenn es im Grunde sein Job war, schlug ihr Herz dennoch ein kleines bisschen schneller und sie wusste beim besten Willen nicht ob und wie sie darauf reagieren sollte.
      Zumindest wusste sie jetzt, was sie für das Date anziehen würde: Pastellfarben. Was genau? Das würde sie noch sehen müssen.
      Würde er sich wirklich den ganzen Tag für sie frei nehmen, um mit ihr auf ein Date zu gehen? Das war zwar süß, aber Camille wusste jetzt schon, dass es sie für den Anfang überfordern würde.
      Ja, Pastellfarben sind wirklich was schönes und das Grün würde dir sicherlich stehen, war die Weißhaarige kurz davor die Schreibweise ihres Gegenübers zu kopieren und den selben Smiley zurück zu schicken, aber dafür war sie dann doch zu schüchtern und es fühlte sich nicht nach ihr an, also beließ sie es dabei, und nein, ein paar Stunden oder so wird mit schon reichen.
      Übrigens bin ich ebenfalls ein Fan von Fantasy, jedoch tendiere ich eher zu Romanzen als Abenteuergeschichten und ich liebe Happy Ends ebenfalls.

      Dann war es soweit, der Tag des Dates rückte näher. Camille hatte eine gefühlte Ewigkeit damit verbracht das richtige Outfit raus zu suchen, hatte sich Schminktipps aus dem Internet für das perfekte erste Date, wie der Blogeintrag sagt, geholt, blieb dann aber doch bei ihrem eigentlichen Stil, fühlte sie sich unwohl dabei so kurz vor einem echten Date etwas neues auszuprobieren, das Kleid, das sie an diesen Tag trug, war jedoch eindeutig neu, hatte sie nichts in ihrem Schrank gefunden, dass sich für ein Date eignete.
      Ein Google Ergebnis gab an, dass blau gut zu grün passte, also trug sie eines in einem sanften Pastellblau, mit dünnen Trägern, passenden zu einem warmen Tag wie heute.
      Und wenn sich Samuel dazu entschieden hatte, doch kein Pastellgrün zu tragen, würde es hoffentlich trotzdem passen.
      Sie ließ sich von einem Chauffeur ihrer Familie zum Dandelion fahren, hatten sie sich dazu verabredet vor dem Gebäude zu treffen und sie hoffte anhand seiner Bilder würde es nicht schwer fallen ihn zu finden.
      Und nachdem sie sich noch das ein oder andere Mal über die Chatfunktion der App unterhalten hatten, hatte Camille fast schon das Gefühle, als würde sie ihn kennen und war deswegen... nur ein bisschen nervös. Okay, sie war sehr nervös, aber weniger, als wenn sie sich nicht vorher mit ihm unterhalten hätte, okay?

      Josee Sanchez

      "Kommen Sie schon, spannen Sie mich nicht so auf die Folter! Ich muss sowas doch wissen, wenn ich Ihnen dabei helfen will den richtigen zu finden. Vielleicht ist es ja der nächste, der durch diese Tür geht?", kam es amüsiert von dem jungen Mann, auch wenn er durchaus neugierig darauf war, ob sie denn nun auf ältere oder jüngere stand.
      Da fragte er sich, ob er vielleicht eine Chance hätte, auch wenn er eigentlich nicht hier war um hübsche Frauen aufzureißen, aber der Gedanke verschwand so schnell, wie er gekommen war, würde es sicherlich keinen guten Eindruck bei der neuen Arbeitsstelle machen den Boss zu daten.
      Und auf die möglichen Probleme und Spannungen, die dadurch resultieren könnten, hatte er beim besten Willen keine Lust.
      "Oh? Schade, dann bleibt ja nur noch der Sprung ins kalte Wasser.", grinste Josee breit. Natürlich wäre es Lisa, die ins kalte Wasser springen musste.
      Eine beruflich erfolgreiche Frau, hatte er eigentlich schon erwähnt, dass das genau sein Typ war?
      "Was machen sie denn, wenn sich tatsächlich ein Kunde in einen Romeo oder eine Julia verlieben?", erkundigte er sich. Sicherlich hatte man in diesem Milieu mit dem ein oder anderen Stalker oder obsessiven Fan zu tun, oder?
      Gute Bezahlung? Besser, als an der Kasse? Da leuchteten seine Augen interessiert auf. Wieso eigentlich nicht? Eine solche Chance würde er kaum ein weiteres Mal bekommen und er war schon immer spontane Typ gewesen.
      "Klingt wundervoll, ich bin dabei!", grinste er breit, fragte sich im nächsten Moment aber sogleich, ob sich Delyla am morgigen Tag überhaupt daran erinnern würde.
      Auch ihm entging weder das Schwanken, noch der skeptische Blick des Barkeepers und er beugte sich zu ihm rüber, flüsternd darum bitten den Sekt der jungen Frau mit Wasser auszutauschen und er nickte verständnisvoll.
      "Wie wärs, es ist recht spät, soll ich sie ein Stückchen nach Hause begleiten? Wir könnten auf dem Weg über die Einzelheiten reden.", bot er an, im Versuch sie sanft dazu zu bringen nach Hause zu gehen und für heute mit dem Trinken aufzuhören, bevor sie gar nicht mehr laufen können würde.
      Josee machte sich jetzt schon Sorgen, wenn sie alleine hätte gehen müssen.
      Was war er nur für ein hervorragender Gentleman, nicht wahr?
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    • Samuel Jackson
      Viel schrieben sie sich nicht mehr, war das auch gar nicht nötig, da das Treffen ja auch schon sehr bald war. An jenem Tag putzte sich Samuel fein heraus. Wie geschrieben, trug er ein pastellgrünes Hemd. Dazu eine weiße Leinenhose und passende Halbschuhe. Der Brünette war sehr gut gelaunt, denn mit diesem Job hatte er genug Geld, um seine Schulden an Mickey wieder zurückzuzahlen. Pünktlich zum Ende des Monats hatte er es geschafft, was der junge Schneider als ein Wunder sah. Ohne den Job als Romeo hätte er das nie vollbracht! Zwar hatte er dadurch so gut wie jeden Tag gearbeitet, doch war es das wert, um schuldenfrei zu sein.
      Aber daran wollte der Grünäugige nicht denken und sich lieber auf das arrangierte Date konzentrieren. Den Luxus eines Chauffeurs besaß er nicht, geschweige, dass er ein eigenes Auto hatte. Aber da brauchte er auch nicht, kam er mit seinem Fahrrad und auch den öffentlichen Verkehrsmitteln überall an, wo er hin wollte.
      So stieg Samuel gerade aus der Tram, die am Kings Plaza hielt. Dort befand sich auch das Dandelion und so aufmerksam und charmant er war, brachte er für Camille ein kleines Geschenk mit. Es war etwas sehr Einfaches, ein Taschentuch, dessen Rand mit Kamillenblüten bestickt war, passend zu dem Namen seiner Klientin. Vielleicht war das auch ein Grund, weshalb Sam so viele Anfragen bekam, da er einfach sehr freundlich und aufmerksam war und wirklich den Klientinnen das Gefühl gab, etwas Besonderes zu sein.
      Mit jedem Schritt, dem er dem kleinen Café näher kam, desto gespannter war er. Und dann sah er auch Camille, in ihrem pastellblauen Kleid. Sie wirkte wie eine zierliche Porzellanpuppe, auf die man besonders viel Acht geben musste. Ihr helle Haut und ihr helles Haar verstärkten diesen Effekt ungemein.
      Um sie nicht zu erschrecken, versuchte er direkt so auf sie zuzugehen, dass die junge Frau ihn gleich sehen konnte. Er winkte und lächelte ihr zu, ehe er dann näher kam. "Hallo Camille. Es freut mich, dich endlich persönlich kennenzulernen. Wie du dir denken kannst, bin ich Samuel." begrüßte er sie und neigte sanft seinen Kopf. Er vermutete, dass eine Umarmung sie überfordern würde und ein Händedruck war einfach sehr unpassend.
      "Sollen wir schon hineingehen?" fragte er sie und deutete auf das Dandelion, wo er einen Tisch für zwei reserviert hatte. Natürlich würde er Camille die Türe öffnen und auch den Stuhl hervorziehen, wenn sie sich gleich hineinsetzen wollte.

      Delyla Corsetti
      "Wenn ein Romeo oder eine Julia solch einen Verdacht haben, dass der Klient oder die Klientin sich in ihn verliebt, dann brechen wir die Treffen sofort ab." kam es wie aus der Pistole geschossen von Delyla und wirkte dabei gerade sehr nüchtern. "Es ist nicht unser Ziel, mit den Gefühlen der Menschen zu spielen. Darauf weißen wir auch immer wieder hin. Wir befragen auch immer beide Parteien, wenn es schon drei Treffen gab, ob man sich damit noch wohlfühlt und welcher Grund dahinter steckt, sich noch öfters mit Romeos und Julias zu treffen. Meist ist das schon ein Indikator, dass da etwas im Busch ist." erklärte die Schwarzhaarige weiter. "Aber falls sich ein Klient und ein Date wirklich ineinander verlieben sollten, dann geben wir den Mitarbeiter natürlich frei. Doch das ist bis jetzt nie vorgekommen." sprach Lyla weiter. "Und natürlich schützen wir unsere Mitarbeiter. Romeos und Julias müssen nie ihre richtigen Namen angeben und wenn, dann wird man nur mit dem Vornamen angesprochen. Unsere Klienten bekommen keine weiteren Daten von ihnen und falls wirklich jemand danach fragen sollte, dann muss man mit ihnen in ein sehr ernstes Gespräch gehen." fügte die junge Frau an.
      "Du bist dabei?" Delyla musste kurz blinzeln, hätte sie nicht damit gerechnet, dass Joseé so schnell darauf einging. Das war nun wirklich ein Grund anzustoßen und dann wurde ihnen auch schon die Sektgläser gebracht, wobei in ihrem nur Sprudel war, dass es wirkte es sei der prickelnde Alkohol. "Auf den neuen Romeo." hielte sie dem Weißhaarigen das Glas entgegen und stieß klirrend mit ihm an. Der vermeintliche Sekt wurde auch in einem Zuge geleerte und wieder drehte sich ihr Kopf zu Joseé, als dieser sie ansprach. "Nach Hause? Das ist eine gute Idee! Ich habe dort sogar ein paar Broschüren für dich, worauf man als Romeo so achten sollte. Und auch die Verträge hab ich da, dann kannst du dir einen mitnehmen und in Ruhe durchlesen." grinste Delyla breit und holte schon mal ihren Geldbeutel hervor, um den Barkeeper zu bezahlen. "Geht alles auf mich!" ließ sie ihn wissen und schob ihm einen Hunderter zu, was mehr als genug war. "Denn Rest, kannst du behalten." lallte sie und rutschte dann von dem Hocker, an dem sie sich doch leicht schwankend festhielt. "Joseé. Ich wohne in der Park Avenue Straße 58." flüsterte sie ihm zu, wobei es dabei so klang, dass der Name des Weißhaarigen ein paar mehr E’s dazubekommen hatte. Damit war Lyla auch bereit, aufzubrechen. Ob und wie sie noch laufen konnte, würde sich dann gleich herausstellen.
      "Vergessen ist wie eine Wunde. Es mag zwar verheilen, aber dabei wird es eine Narbe hinterlassen."
      Monkey D. Ruffy


      Quelle
    • Camille Grounden

      Die junge Frau gab einen erleichterten Seufzer von sich, als sie Samuel entdeckte und dieser tatsächlich ein Pastellgrünes Hemd trug – welches ihm wirklich sehr gut stand, aber da er nicht ihr echter Freund war, wollte Camille solchen Gedanken lieber nicht zu lange nachgehen.
      Sie erkannte ihn sofort, die App hatte genug Bilder zur Verfügung gestellt, um sich einen Eindruck über den Romeo machen zu können und ihn beim ersten Date auch zu erkennen – da es eine seriöse Firma war, hatte sie sich auch keine großen Sorgen machen müssen, dass die Bilder vielleicht gefaked waren – und sie hatte recht gehabt: im wahren Leben wirkte er noch um einiges freundlicher. Und wie freundlich, stellte sie fest, als er ihr auch noch die Tür offen hielt und den Stuhl für sie zurecht rückte. Sie war unglaublich nervös, aber irgendwie beruhigte sie seine Nähe sogar ein bisschen, als sie nervöser zu machen. Sie hatte sich offensichtlich den richtigen Romeo ausgesucht.
      „H-hallo... es freut mich ebenfalls...“, stellte sie sich etwas ungeschickt bei der Begrüßung an, aber was sollte sie schon machen, wenn ihr Herz so schnell schlug, dass sie fürchtete, es würde ihr gleich aus der Brust springen? Es fiel ihr sichtlich schwer auch nur ein einziges Wort raus zu bringen, während sie auf das Menü starrte und sich überlegte, wie man wohl auf einem Date Konversation betrieb. Geschäftsessen waren dagegen so viel einfacher.
      „Ich... wollte schon immer mal ins Dandelion gehen. Warst du schon mal hier? Wenn ja, kannst du mir etwas empfehlen...?“, versuchte sie es dann doch.

      Josee Sanchez

      „Hm? Also kann mein kein Romeo oder eine Julia sein, wenn man eine Beziehung führt?“, erkundigte sich der Mann mit dem gefärbten Haar mit erhobener Augenbraue. Bedeutete das nicht, dass er kündigen müssen würde, sobald er eine Freundin fand? Ein sehr stabiler Job schien das dann ja nicht gerade zu sein.
      Dennoch war erleichtert, dass offensichtlich genug Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden, um sicher zu gehen, dass es zu Dingen wie Stalking gar nicht erst kam. Nun denn, er konnte es ja einfach mal versuchen.

      Eigentlich hatte Joseé gar nicht geplant, Delyla direkt nach Hause zu bringen – wie kam das denn auch an, wenn er mit einer betrunkenen Frau zu ihr nach Hause ging? Auch wenn er natürlich keinerlei solcher Hintergedanken hatte... nein, nein, Joseé, denk gar nicht erst dran! Du bist doch ein anständiger Kerl! - aber es kam wohl auch recht gelegen, immerhin wirkte die Schwarzhaarige wirklich nicht, als könnte sie eigenständig nach Hause gehen und hätte er sich irgendwann gehen lassen, hätte er sich Sorgen machen müssen, dass nicht irgendetwas passiert sein könnte.
      Nun gut. Er würde Delyla nur nach Hause begleiten, die Broschüre und den Vertrag entgegen nehmen, sicher gehen, dass es der Schwarzhaarigen wirklich gut ging... und dann konnte er in Ruhe und Unbekümmert in sein eigenes, trautes Heim gehen.
      Park Avenue Straße 58, also gut.
      Zum Glück hatte sie ihm die Adresse verraten, denn Delyla begann bereits so sehr zu schwanken, dass er ihr lieber nicht gefolgt hätte und kaum hatten sie die Bar verlassen, bot er ihr mit einem verschmitzten Lächeln seinen Arm an, damit sie sich stützen – und nicht versehentlich auf die befahrene Straße stolpern konnte – während er die Adresse in google maps eingab.
      „Will ich wissen, wie viel sie getrunken haben, bevor ich dazu gekommen bin?“, erkundigte sich Josee mit einem Lächeln, sich fragend, ob die Schwarzhaarige einfach nur ein Leichtgewicht war, oder nun mal sehr viel getrunken hatte.
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    • Samuel Jackson
      Nach dem sich Camille gesetzt hatte, nahm Sam ihr gegenüber Platz, ließ aber die Karte liegen. Man konnte schon fast sagen, dass er hier ein Stammkunde war, so oft wie er hier seine Kundinnen ausführte. Das war auch den Betreibern aufgefallen und hatten ihn mal darauf angesprochen, dass sie es nicht okay fanden, dass mit den Herzen dieser Frauen spielte. Sie dachte natürlich, dass er ein schlimmer Finger war, der Frauen schöne Augen machte, um sie um den Finger zu wickeln, um das Eine von ihnen zu bekommen. Man kann sich vorstellen, wie lange Samuels Erklärung war, dass er nicht so ein Kerl ist, sondern eben ein Romeo war. Eine Stunde lang erzählte er den Besitzern davon und der Agentur "Rent a Date", bis sie ihm dann auch endlich Glauben schenkten.
      "Wirklich? Dann habe ich ja genau das richtige Café ausgesucht." lächelte er Camille an, wie sie sagte, dass sie schon immer mal hier her kommen wollte. Mit dem Dandelion konnte man einfach nichts falsch machen. "Ja, man könnte sagen, das ist mein Lieblings-Café." nickte er und überlegte kurz, was er ihr empfehlen konnte. "Der Käsekuchen hier ist wirklich sehr gut. Außerdem machen sie hier ihre Tees und Limonaden aus eigenen Kräutern. Ich finde, das schmeckt man deutlich heraus." erzählt er de Hellhaarigen. Da kam auch schon die Bedienung zu ihnen, eine junge Frau, mit einer Blumen-verzierten Schürze und begrüßte ihre Gäste freundlich. "Darf ich euch schon etwas bringen?" erkundigte sie sich freundlich und sah zunächst zu Camille und dann zu Sam. "Zweimal ein kleines Stück von eurem Käsekuchen und für mich die hausgemachte Zitronenlimonade." bestellte der Schneider schon ein mal, damit sein Gast nur noch ihr Getränk auswählen musste.

      Delyla Corsetti
      "Bei seiner Frage, sah Delyla Joseé kurz stirnrunzelnd an, ehe sie darauf antwortete. "Nein, das ist per se kein Kündigungsgrund, aber ich vermute mal, dass der Partner nicht sehr begeistert davon wäre, wenn man sich mit anderen Männern und Frauen trifft." erklärte sie den Gedanken dahinter. Doch das ist eine Entscheidung, die ihre Mitarbeiter persönlich evaluieren mussten.
      Mit der Hilfe des adretten Weißhaarigen, verließen sie zusammen die Bar und als er ihr seinen Arm anbot, hakte sich Delyla wie selbstverständlich unter. Ihr Körper schwankte etwas hin und her, aber noch konnte sie sich auf den Beinen halten und folgen, wenn man sie führte. An der frischen Luft atmete die Schwarzhaarige ein paar mal tief ein und aus, da die kühle Nachtluft doch guttat. "Wie viel ich getrunken habe?" wiederholte sie nuschelnd die Frage und fing an aufzuzählen. "Zwei Martinis, ein Long Island Ice-Tea, ne zwei und dann … und dann … was hatte ich denn, als du gekommen bist, Joseé?" fragte sie ihn und zog dabei seinen Namen wieder sehr lang. Sobald er dann auch loslief, folgte sie ihm artig, wie ein kleines Schulkind und klammerte sich an seinem Arm fest. "Du bist wirklich ein Gentleman." lallte Lyla und grinste den jungen Mann schief an.
      Delyla wohnte in einer sehr guten Gegend, wo man doch einiges hinblättern musste, für die Miete. Das Gebäude, in dem sie wohnte, war ein altes Backsteinhaus, das man renoviert hatte, in dem mit ihr noch zwei weitere Parteien drin wohnten. Delyla bezog das geräumige Loft-Appartment in der Mitte. Viele Deckenbalken waren darin zu sehen und eine gläserne Treppe, die sich sanft nach oben schwang, führte vom Wohnbereich in ihre privaten Räume. Unten befand sich das Wohnzimmer, in das man quasi sofort eintrat, wenn man den kleinen Eingangsbereich vernachlässigte. Auf der linken Seite fand man dann die offene Wohnküche und auf der rechten Seite, neben der Treppe, gab es ein Gästebad. Vom Wohnzimmer aus, konnte man auch einen Balkon betreten, den sie in eine kleine grüne Oase verwandelt hatte. Im oberen Bereich war dann ihr Arbeitszimmer, ein großes Badezimmer und ihr geräumiges Schlafzimmer, mit begehbarem Kleiderschrank. Da durch den Backstein und die Balken alles recht dunkel war, hatte Delyla dafür gesorgt, dass ihre Möbel alle weiß oder einen anderen sehr hellen aber angenehmen Farbton hatten.
      "Vergessen ist wie eine Wunde. Es mag zwar verheilen, aber dabei wird es eine Narbe hinterlassen."
      Monkey D. Ruffy


      Quelle
    • Camille Grounden

      „J-ja...“, murmelte die Weißhaarige nervös vor sich her, ihr Blick weiterhin auf die Karte gerichtet, während sie sich fragte, ob sie noch etwas sagen sollte oder es okay war, wenn sie eher still blieb... ehrlich gesagt wusste sie auch gar nicht so recht, was sie noch hinzufügen oder wie sie ein Gespräch beginnen sollte, umso erleichterter war sie, dass er ihr wirklich etwas empfehlen konnte und dann auch noch ein Stück von dem Käsekuchen mitbestellte, so dass sie sich nur noch ein Getränk aussuchen musste und als das freundlich Gesicht der Kellnerin sich an sie wandte, fühlte sich die Erbin als müsse sie sich schnell entscheiden, um niemandes Zeit zu verschwenden und blätterte hastig zu den Getränken im Menü.
      „A-also... ähm... also...“, ließ sie ihre Augen über die Auswahl schweifen, ohne so recht irgendetwas zu lesen, sie war schlicht und einfach überfordert.
      „Ähm... für mich auch... also die Limonade...“, nuschelte sie letztendlich, obwohl sie kein großer Fan von Zitronenlimonade war und ehrlich gesagt lieber einen Tee bestellt hätte, aber sie wollte nicht noch mehr Zeit der Kellnerin verschwenden, also richtete sie sich einfach an ihr Date und nahm das selbe Getränk... wird schon gut gehen, oder?

      Joseé Sanchez

      „Mhhmmm... guter Punkt.“, gab der Weißhaarige mit einem nachdenklichen Gesichtsausdruck von sich, Daumen und Zeigefinger ans Kinn gelegt, während er über die Worte der Schwarzhaarigen nachdachte. Seine alte Freundin wäre sicherlich nicht damit einverstanden gewesen, dass er auf so ein Jobangebot überhaupt einging, so gesehen hatte er wohl sogar Glück, dass er gerade in keiner Beziehung war und damit keinen unangenehmen Gespräche führen musste, ob sein Partner überhaupt damit Leben könnte, wenn er einem solchen Beruf nachging.
      Obwohl er es sowieso eher als Übergangslösung ansah, diese Romeo Sache klang in seinen Ohren nicht gerade nach einem langfristigen Job, aber das waren bisher alle nicht gewesen.

      „Ahhh... auf jeden Fall mehr als genug.“, antwortete der Weißhaarige mit einem Grinsen, als Delyla aufzähle, was sie alles getrunken hatte und ihn fragte, was sie noch zu sich genommen hatte, als er sie in ein Gespräch verwickelt hatte. Wenigstens hatte er sie vor dem Sekt gerettet.
      „Man könnte fast schon sagen, ein Romeo.“, zwinkerte er der Schwarzhaarigen zu, als er sie an ihrem Arm geklammert durch die Straßen führte und darauf achtete, dass sie immer schön auf der anderen Seite der Straße war, man wollte ja nicht, dass sie versehentlich vor ein Auto stolperte, nicht wahr?
      Und er hoffte sich auch ein bisschen damit bei seinem zukünftigen Boss ein paar Pluspunkte zu sammeln, während er sie gewissenhaft in die Park Avenue führte und feststellen musste, dass sie in einer recht guten Gegend lebte und das Haus erst, in dem ihr Apartment lag... also entweder dieser Rent-A-Date!-Service warf wirklich eine Menge an Kohle ab, oder Delyla musste recht gut geerbt haben.
      Als sie die Loft Wohnung betraten, konnte sich der Weißhaarige ein anerkennendes Pfeifen nicht verkneifen.
      „Ist diese Treppe da aus Glas? Ernsthaft?“, konnte sich Joseé den Kommentar nicht verkneifen, der nicht einmal wusste, dass man Treppen auch aus Glas machen konnte, geschweige denn, dass das jemand machen würde.
      Aber er schweifte ab, wie er feststellen musste. Er hatte die Schwarzhaarige sicher nach Hause geführt und wollte ehrlich gesagt nicht länger bleiben, als nötig.
      Es kam ihm einfach falsch vor eine fremde, betrunkene Frau nach Hause zu bringen und dann auch noch viel zu lange herum zu lungern.
      „Okay... also Broschüre und Vertrag, nicht wahr? Dann hast du mich auch schon wieder los, Boss.“, grinste er breit und fuhr sich mit der Hand, während er seinen Blick weiterhin durch die Wohnung schweifen ließ. Er schien sich kaum satt sehen zu können, blieb aber lieber im Eingangsbereich stehen. Er war dann wohl doch ein Gentleman.
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    • Samuel Jackson

      Camille wirkte immer noch sehr angespannt, als die Kellnerin zu ihnen kam. Sie bestellte dann auch eine Limonade, worauf die feindliche Dame ihnen zu nickte. "Zwei Stück Käsekuchen und zwei Zitronenlimonaden." wiederholte sie noch ein Mal, falls man sich umentscheiden wollte, doch dem war wohl nicht so und damit ging sie wieder und nahm noch ein paar andere Bestellungen entgegen, ehe sie Richtung Küche verschwand. Währenddessen überlegte Sam, wie er bei Camille weiter vorgehen sollte. Er befürchtete ja, dass wenn er ihr zu viel Fragen stelle, sie damit überforderte und das wollte er auf keinen Fall. Sein Ziel ist es immer, den Frauen, mit denen er ein Date hatte, eine schöne Zeit zu geben. Aber wenn nur er alleine redete, war das auch nicht so toll und kam vielleicht etwas eingebildet herüber. Er musste schauen, dass es ein entspanntes Hin und Her war. "Also, ich weiß von dir ja schon, dass du gerne liest, Hunde und Katzen magst und Softwareentwicklerin bist. Das hört sich super spannend an. Was genau machst du da denn? Entwickelns du vielleicht Spiele? Oh, braucht ihr da vielleicht auch Testpersonen? Da gibt es doch immer die Betas und so. Nicht wahr?" plauderte Samuel auch gleich weiter. Vielleicht fühlte sich Camille wohler, wenn sie etwas mehr über ihre Leidenschaft erzählte, auch wenn er selber wahrscheinlich nicht mal die Hälfte verstand. Aber es reicht, wenn er ihr einfach zuhörte und aufmerksam blieb.

      Delyla Corsetti

      In ihrer Wohnung angekommen, und das ohne auf dem Weg dorthin allzu viel zu stolpern, brachte das Innere den Weißhaarigen doch etwas zum Staunen. Über Vitamin B gelangte Lyla an diese Wahnsinns-Wohnung, denn auch wenn sie hart und viel arbeitete und recht gut verdiente, könnte sie sich das nicht wirklich leisten. Die Wohnung gehörte einer ehemaligen Kundin, die nun glücklich verheiratet war und das mit dem Romeo, den sie gedatet hatte. Das war wohl einer der wenigen Schicksale, wo zwei per Zufall ihr Lebensglück gefunden haben. Die Frau war Lyla so dankbar, da sie ihr zu dieser Zeit bei der Auswahl geholfen hatte, dass sie ihre alte Wohnung ihr für eine recht günstige Miete überließ. Diese Wohnung war der Beweis dafür, dass das Business nichts Schlechtes wahr. So sah es jedenfalls die Schwarzhaarige.
      Delyla stolpert in die Wohnung, kickte dabei einfach ihre Schuhe von den Füßen und kam taumelnd beim Sofa zum Stehen, an dem sie sich doch festhalten musste. "Komm doch rein. Die Papiere sind in meinem Arbeitszimmer." erklärte sie Joseé und winkte ihn rein. Dabei blickte sie zu der geschwungenen Treppe, die sie dafür erklimmen musste. Ob das in ihrem Zustand so eine gute Idee war? Egal! Eigentlich wollte Lyla gleich losmarschieren, doch blieb sie abrupt stehen und hielt sich den Mund. So schnell konnte man gar nicht schauen, wie sie im Gästebad verschwand und die Türe hinter sich zu knallte. Komischerweise blieb es aber still, oder die Türe war sehr gut schallisoliert und nach einem kurzen Moment kam die Schwarzhaarige wieder hervor. "Falscher Alarm." grinste sie dem Weißhaarigen etwas dümmlich entgegen und taumelte langsam zu der Treppe. Doch anstatt diese empor zu steigen, stütze sich Delyla auf den Stufen ab und krabbelte auf allen Vieren hoch. Das glaubte sie zumindest, doch sie schaffte es nicht über die ersten drei Stufen hinaus. In diesem Moment kickte der Alkohol so richtig rein und alles fing an sich in ihrem Kopf zu drehen. Der jungen Businessfrau war auch in dem Moment gar nicht klar, wie sie sich hier gerade zum Affen machte.
      "Vergessen ist wie eine Wunde. Es mag zwar verheilen, aber dabei wird es eine Narbe hinterlassen."
      Monkey D. Ruffy


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    • Camille Grounden

      „Hm?“, von einem Moment auf den nächsten wirkte Camille auf einmal wie ausgewechselt, als sie nach ihrem Job gefragt wurde. Ihre Augen leuchteten richtig auf und sie lehnte sich leicht nach vorne, bereit einen großen Monolog zu halten. Sie liebte es einfach über ihre Arbeit zu reden, vor allem aber auch über Softwareentwicklung.
      „Nein, nein, wir entwickeln keine Spiele. Wir kümmern uns um sehr viel wichtigere Dinge, wie zum Beispiel um die Software in Autos oder Flugzeuge, Dinge bei denen man wirklich besonders aufpassen muss, man will ja nicht, dass die Software spinnt und einen Unfall verursacht, anstatt ihn zu verhindern, oder gar nicht mehr reagiert, nicht wahr? Ahhh... einmal habe ich wirklich Monate damit verbracht mich um einen Bug im Bremsmodul zu kümmern, die Variablen wollten einfach nicht stimmen und alleine eine Millisekunde an Verzögerung kann über Leben und Tod entscheiden... und dann war es nur so ein blöder Tippfehler. Wirklich, beim Programmieren können die dümmsten Sachen Fehler und gravierende Bugs verursachen... man muss wirklich aufmerksam und vorsichtig sein und bei einer großen Anzahl von Modulen ist es wirklich schwer den Überblick zu erhalten... aber dafür gibt es ja Architekturdiagramme und ULM Diagramme, nicht wahr? Die Simulationen sind auch ultra spannend, zu sehen wie der entwickelte Code unter simulierten, echten Bedingungen besteht... man kann eine neue Software natürlich nicht einfach so bei einem echten Flugzeug ausprobieren, nicht wahr? Nicht dass es dann einfach abstürzt... und Ada lernt man leider nicht auf der Uni, da sie recht veraltet ist, dafür hat diese Programmiersprache ein paar wirklich interessante Vorteile gegenüber anderen Programmiersprachen, die man für Hardware verwendet..“, nun folgte noch ein mindestens fünfzehn Minuten langer Monolog über die Nachteile und Vorteile der Programmiersprache Ada, ohne wirklich zu merken, dass ihr Gegenüber damit wohl kaum etwas anfangen konnte, sie verlor sich regelrecht darin, so dass sie nicht einmal merkte, wie die Limonade und der Kuchen an ihren Tisch gekommen war und sie trank hin und wieder einen Schluck, ohne wirklich zu merken, dass sie Zitronenlimonade ja eigentlich nicht so mochte, doch das ganze reden machte sie durstig. Letztendlich lächelte sie schief, als sie merkte, wie sehr sie ihr Date zutextete, das... war doch nicht richtig, stimmts?
      „Ah... ähm... also... ich habe aber auch schon mal kleine Spiele programmiert. Sowas wie Snake oder Apple Catch... sorry... ich muss dich gelangweilt haben, stimmts?“, gab sie mit einem entschuldigenden Lächeln von sich und beeilte sich ein Stück von ihrem Kuchen zu essen, um die unangenehme Atmosphäre die sich in ihren Augen aufzubauen begann, zu überbrücken.
      Sogleich leuchteten ihre Augen auf, der Kuchen war ja richtig gut!

      Joseé Sanchez

      Verwundert blickte der weißhaarige seiner zukünftigen Chefin hinterher, bevor sie wieder aus dem Bad erschien und ihm mitteilte, dass es ein falscher Alarm sein musste, was ihn dazu brachte herzhaft zu lachen. Vielleicht nicht die beste Reaktion, vor allem seinem neuen Boss entgegen, aber mal ehrlich, sie machte auch nicht gerade den besten ersten Eindruck und wenn es nach Joseé ging, konnte das auch ruhig so bleiben: er mochte es lieber, wenn Menschen ehrlich und echt waren, anstatt irgendeine strenge Maske zu tragen, um dem Job als Boss gerecht zu werden.
      Als er als Manager in einem kleinen Café gearbeitet hatte, hatte er sich auch nie verstellt. Naja... letzten Endes hatte das zwar dafür gesorgt, dass er gefeuert wurde, aber wirklich bereuen tat er es nicht. Nein, ganz und gar nicht.
      Letztendlich machte der Weißhaarige doch ein paar Schritte in die fremde Wohnung und ließ seinen Blick weiterhin über das hübsche Mobiliar wandern, ehe er nicht weit von der Treppe stehen blieb und sein Blick bei Delyla hängen blieb.
      „Eh... was machst du denn da?“, erkundigte er sich mit einem schiefen Lächeln, als die Schwarzhaarige versuchte auf allen Vieren die Treppe rauf zu gehen und dabei nicht weiter kam als die ersten drei Stufen.
      Joseé gab ein tiefes Seufzen von sich. Vielleicht sollte er sich das mit dem Job nochmal überlegen.
      Nicht, weil diese Vorstellung ihn an Delylas Fähigkeiten zweifeln ließ oder sowas, nicht im geringsten, es war nur... wenn sie wirklich so betrunken war, konnte er sich wirklich nicht sicher sein, wie ehrlich dieses Jobangebot war. Und übers Ohr hauen wollte er die Schwarzhaarige nun wirklich nicht. Wenn das überhaupt möglich war.
      „... darf ich helfen?“, bot er mit einem Lächeln an und hielt ihr die Hand entgegen, „Vielleicht sollten wir das mit dem Vertrag auf morgen oder so verschieben... du siehst richtig fertig aus, Boss.“
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    • Samuel Jackson

      Ein sanftes Lächeln umspielte Sams Lippen, als Camille allmählich aus ihrem Schneckenhaus kam und enthusiastisch von ihrer Arbeit erzählte. Natürlich verstand er nicht alles, gerade von Programmiersprache hatte der Schneider so gar keine Ahnung, doch er hörte heraus, dass ihre Arbeit sehr wichtig war und man sie in all den Fortbewegungsmitteln fand. Er lernte auch etwas dazu und gerade das fand er an diesen Gesprächen so toll.
      "Nein. Überhaupt nicht! Ich fand das alles sehr interessant und spannend, auch wenn ich gestehen, muss, dass ich vielleicht nicht alles kapiert habe. Aber es freut mich, dass du solch eine Freude an deiner Arbeit hast. So geht es mir und dem Schneidern." winkte der Brünette sofort ab, als Camille die Angst hatte, ihn mit ihrer Erzählung zu langweilen. Wenn man über seine Leidenschaft sprach, verlor man sich einfach darin. Das ist doch ganz normal. So sieht es Samuel jedenfalls.
      Er musste dann etwas schmunzeln, als er ihren Gesichtsausdruck beobachten konnte, wie sie den ersten Bissen des Kuchens probierte und sobald das Stück in ihrem Mund verschwand, ihr Augen zu strahlen begannen. "Der ist echt lecker, nicht wahr?" meinte er zu der süßen Speise und aß dann selber ein Stück vom Kuchen. "Sag mal, entwickelt ihr dann auch diese Software für das autonome Fahren von Autos? Ich habe mal darüber eine Reportage gesehen. Irre. Wagen, die von ganz alleine fahren! Aber ist das nicht auch gefährlich?" befragte er dann die Hellhaarige weiter zu dem Thema. "Wie teuer wohl so ein Fahrzeug ist? Ich kann mir ja nicht mal ein normales Auto leisten." überlegte der Schneider laut und schob sich ein weiteres Stück seines Kuchens in seinen Mund.

      Delyla Corsetti

      "Na was wohl. Ich gehe hoch in mein Schlafzimmer." erklärte Delyla lallend, als Joseé sie fragte, was sie da gerade machte. "Das ist aber voll schwer, weil sich alles dreht." jammerte sie auch gleich und versuchte es noch ein mal mit dem Hochkrabbeln, was natürlich nicht funktionierte.
      "Na guuuut." nahm sie dann seine Hilfe an und ließ sich von dem Weißhaarigen hochziehen, wobei sich die Schwarzhaarige dann doch an seinen Körper klammerte, da sie ganz schön wackelig auf den Beinen. "Boss. Das klingt gut!" kicherte Lyla über die Worte des jungen Mannes und dachte dann aber auch darüber nach, was er eigentlich damit aussagen wollte. "Du bist ein vernünftiger Kerl, Choseee." sprach sie ihn mit schwerer Zunge an und da sie sich in diesem Augenblick so nah waren, hauchte sie ihm auch ihren alkoholisierten Atem entgegen. Der war auch recht intensiv, da Delyla ziemlich tief ins Glas geguckt hatte. "Dann machen wir das morgen." kam sie wieder auf den Vertrag zu sprechen und grinste wieder so dümmlich durch die Gegend. "Bringst du mich jetzt ins Bett? Das ist da oben!" fragte sie ihn und deutete die Treppe hinauf. Vielleicht würde es ja die Betrunkene es mit der Hilfe von Joseé schaffen, die Stufen zu bezwingen. Wenn nicht, gab es im Wohnzimmer auch noch ein gemütliches Sofa.
      "Vergessen ist wie eine Wunde. Es mag zwar verheilen, aber dabei wird es eine Narbe hinterlassen."
      Monkey D. Ruffy


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    • Camille Grounden

      Ein dankbares Lächeln schlich sich auf die Lippen der Weißhaarigen und Samuels Worte beruhigten sie immens. Sie wurde schon so oft während ihren Erzählungen von anderen unterbrochen, dass sie sich gar nicht so richtig traute, über Dinge zu sprechen, die sie liebte... auch wenn sie sich manchmal dann doch dazu hinreißen ließ, so wie heute. Umso erleichterter war sie, dass ihr Date – auch wenn es nicht wirklich echt war, musste sie sich wieder in Erinnerung rufen – nichts dagegen zu haben schien und auch noch Fragen stellte, als würde ihn das Thema wirklich interessieren.
      Ihr Gesichtsausdruck leuchtete richtig auf.
      „Ja... der Kuchen schmeckt wirklich gut, danke für die Empfehlung.“, gab sie mit einem Lächeln von sich und nahm dann einen Schluck von der Limonade... nur um dann sogleich das Gesicht zu verziehen. Achja. Zitrone. Hatte sie schon ganz vergessen.
      „Hm? Nun... natürlich ist das gefährlich und ich fürchte es wird noch ein paar Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte dauern, bis diese Technik wirklich ausgefeilt ist... es ist einfach viel zu einfach ein solches System zu verwirren. Hast du schon einmal ein Verkehrsschild mit Graffiti darauf gesehen? Nun, damit kommen derzeitige System fürs autonome Fahren überhaupt nicht klar. Es gab auch schon einen Fall, in dem ein Lkw am Horizont für eine Wolke gehalten und nicht als anderes Fahrzeug erkannt wurde... aber ich bin mir sicher, wenn sich die künstliche Intelligenz und Bilderkennung weiter entwickeln, wird auch das nicht mehr bloß ein Traum bleiben!“, gab sie voller Enthusiasmus und Selbstsicherheit von sich und gönnte sich ein weiteres Stück vom Kuchen.
      „Was den Preis eines solchen Fahrzeugs angeht...“, kam sie dann schon ins Grübeln, während sie versuchte eine Schätzung abzugeben, doch dazu kam sie dann auch gar nicht mehr, als sie eine ihr bekannte Stimme vernahm, zusammen zuckte und einfror, als hätte man sie gerade bei etwas sehr schlimmem erwischt.
      Und naja... irgendwie hatte man das ja? Nun... was ihre Eltern wohl davon halten würden, wenn sie einen Dienst wie Rent-a-Date! In Anspruch nahm?
      Camille drehte ihren Kopf zu der verwunderten Stimme, die nach ihr gerufen hatte... und es musste ausgerechnet ihr Tante sein. Eine Frau die besonders viel Wert auf Prestige und Außenwirkung legte und eindeutig overdressed für ein Cafe wie dieses war.
      „Oh, das bist ja wirklich du, Camille! Ich hätte nicht erwartet dich hier... oh? Wer ist denn das Schnuckelchen? Etwa dein... oh my! Ich hätte ja nicht erwartet, dass ich das jemals miterlebe... ich habe schon erwartet, dass du überhaupt gar kein Interesse daran hättest.“, gab die elegante Frau mit dem schwarzen Haar mit einem amüsierten Lachen von sich, während ihre Augen wie die eines Adlers auf Samuel gerichtet waren, als würde sie sein gesamtes Sein analysieren.
      Und wahrscheinlich tat sie das auch.
      „T-tante Gertrude!“, kam es panisch von Camille, die offensichtlich mit der Situation überfordert war. Trotzdem. Sie musste etwas sagen, bevor Samuel es tat und verriet was hier eigentlich abging. Das durfte auf gar keinen Fall passieren!
      „Gerta. Wie oft muss ich dir noch sagen, dass du mich Gerta nennen sollst? Getrude klingt so alt.“, gab sie mit einem Seufzen von sich.
      „T-tante Gerta... ja... ähm... a-also ich... bitte verrate meinen Eltern nichts, okay? Also... noch nicht... ich bin nicht bereit es ihnen schon zu erzählen.“, verlor sie sich in Gestammel und ihre Augen wussten vor lauter Nervosität nicht, wo genau sie hin schauen sollten.
      „Oh, natürlich, natürlich. Genießt nur euer Date, ihr Jungspunde.“, gab sie mit einem süßen Lächeln von sich, eine Hand auf Camilles Schulter legend und Samuel zuzwinkernd.
      Und in diesem Moment wusste die Weißhaarige, dass sie es ihren Eltern auf jeden Fall verraten würde. Und sicherlich auch jedem anderen, der bereit war zuzuhören.

      Joseé Sanchez

      „Mhm, ja, das passiert eben, wenn man zu viel trinkt.“, gab er mit einem breiten Grinsen von sich, als er ihr beim aufstehen half und blickte zunächst verwundert zu ihr hinunter, als sie sich instant an ihn klammerte, konnte dann aber nicht anders, als zu grinsen.
      Ob ihr das ganze wohl morgen peinlich wäre? Nun, wenn sie sich überhaupt daran erinnern würde.
      „Hm? Sicher dass du damit einverstanden bist von einem fremden Mann ins Bett gebracht zu werden?“, erkundigte er sich mit einem Grinsen, machte sich dann aber darauf ihr beim Treppen steigen zu helfen. Schön vorsichtig, langsam, einen Schritt nach dem anderen, während er sie sich an ihn klammern ließ, um ja nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Das konnte sonst recht blöd ausgehen.
      Natürlich war er ein vernünftiger Kerl. Welches Arschloch würde diese Situation auch schon für sich ausnutzen? Zugegeben, Delyla war hübsch und vielleicht sogar genau sein Typ, aber nur Abschaum würde auch nur auf die Idee kommen, irgendetwas zu versuchen, während sie in diesem Zustand war. Im Gegenteil, das weckte sogar den Beschützerinstinkt in ihm und er war wirklich froh, dass er es war, der sie in der Bar aufgegabelt hatte.
      „Ist es dieser Tür?“, erkundigte er sich, als sie es nach einer gefühlten Ewigkeit nach oben geschafft hatten und wies mit dem Daumen auf eine der Türen, ob dass das Schlafzimmer war.
      Naja, den Rest würde sie schon alleine schaffen... oder?
      Moment mal. Wer würde die Haustür absperren, wenn er ging und sie hier oben war...? Verdammte Scheiße.
      „... sorry. Das kommt jetzt vielleicht komisch rüber... aber hast du einen Ersatzschlüssel, den ich benutzen kann, um deine Haustür hinter mir zuzusperren? Ich gebe ihn dir auch ganz sicher zurück und lass dir auch meine Nummer und so da... ich will nur nicht, dass jemand die offene Haustür ausnutzt und rein kommt.“, war sich Joseé nicht sicher, ob er sich gerade um Kopf und Kragen redete, aber er machte sich einfach Sorgen.
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    • Samuel Jackson

      Camille formulierte ihre Expertise, welche Samuel gespannt lauschte. Er konnte sich schon vorstellen, dass das alles nicht so einfach ist und recht kompliziert, doch so ganz erfassen konnte er die Dimensionen auch nicht. Er gehörte zu den pragmatischen Leuten, die gerne in ihren Händen halten konnten, worum es geht oder es wenigstens anschauen können.
      Daher ist er auch Schneider und eine intelligente Frau wie Camille eben IT-Spezialistin.
      Gerade ging es dann darum, wie teuer wohl so ein autonomes Auto sein könnte, als plötzlich jemand nach seiner Klientin rief. Sam konnte sehen, wie sich die hellen Augen der jungen Frau weiteten und sich darin nicht nur Sorge, sondern sogar ein bisschen Angst spiegelten. Er konnte nur erahnen, in welcher Beziehung diese beiden Frauen standen, dass Camille so heftig reagierte. Die junge Frau klärte dies auch recht schnell auf und so war es ihre Tante Gertrude, die gerade bei ihnen stand.
      Sam konnte sehen, wie unangenehm dies alles für Camille war und er schaltete sehr schnell. Er war schon immer sehr spontan und hatte eine rege Fantasie. Zugutekam dem Schneider auch, dass man ihm an seiner Nasenspitze nicht ansehen konnte, wenn er flunkerte. Ihm ist auch bewusst, dass viele Kundinnen und Kunden der "Rent-a-Date!" Agentur, diese Treffen meistens im Geheimen machen und er konnte sich denken, dass Camille da keine Ausnahme war. Also musste er jetzt seinen Charme spielen lassen, um sie aus dieser misslichen Lage zu retten.
      "Deine Tante? Das hätte ich jetzt nicht vermutet. Ich dachte bei der netten Damen eher an eine ältere Cousine." ließ der Brünette seine charmanten Worte erklingen und stand so gleich auf. "Guten Tag, Miss. Wenn ich mich vorstellen darf, mein Name ist Samuel und um ehrlich zu sein, ist das gerade unser erstes richtiges Date." erklärte er der Schwarzhaarigen mit einem unschuldigen Lächeln und neigte kurz seinen Kopf, als er sich ihr vorstellte. "Camille und ich lernen uns gerade erst so richtig kennen und daher wäre es wirklich nett, wenn Sie dieses kleine Geheimnis für sich behalten." bat er Gertrude und lächelte ihr sanft zu. "Ich wollte mich gerne persönlich bei Camilles Eltern vorstellen, wenn wir diesen Schritt gemeinsam wagen wollen. Das macht doch einen viel besseren Eindruck, finden sie nicht?" sprach er erklärend weiter. Sam hoffte, die Dame aus gutem Hause sein Argument versteht, dass er einen guten ersten Eindruck machen möchte und wenn sie diese "Beziehung" jetzt schon ausplaudert, ihm das nicht mehr möglich war. Dabei ist doch gerade für solch gutbetuchten Leute der erste Eindruck sehr wichtig. "Aber allzu lange wollten wir damit eh nicht warten, nicht wahr Camille?" wandte er sich an sein Date und zeigte damit der Tante, dass es wohl bald eine offizielle Vorstellung von ihm bei den Eltern gab. Hoffentlich reichte das Gerta.


      Delyla Corsetti

      "Du bist doch gar nicht mehr so fremd. Ich weiß, dass du Joseé heißt und ein netter Kerl bist." lallte Delyla ihm entgegen, während sie langsam, Schritt für Schritt gemeinsam die Treppe erklommen.
      "Nein, das ist das Badezimmer." kicherte die Schwarzhaarige, als er auf die erstbeste Türe zeigte und schüttelte dabei den Kopf. Das war dann doch keine so gute Idee, denn davon wurde ihr etwas schwindelig.
      "Zweitschüssel?" fragte sie den Weißhaarigen verwirrt, wobei sie nicht ein mal mehr in der Lage war, das Wort korrekt auszusprechen. "Ääh, weiß ich nicht. Aber Zuziehen reicht eigentlich. Oder?" zweifelte Lyla jetzt selber an ihren Worten. Ihr Verstand funktionierte einfach nicht mehr richtig. "Glaubst du etwa, da kommen Einbrecher?" fragte sie den jungen Mann jetzt etwas verunsichert und sah ihn mit großen, sorgenvollen Augen an. "Bleib doch da, dann kannst du mich vor den Einbrecher beschützen." plapperte die junge Frau weiter und taumelte auf die Türe zu ihrem Schlafzimmer zu. Dies geöffnet, erstreckte sich vor ihr ein großes Bett, das sehr mittig stand. Es gab einen Zugang zu einem kleinen Balkon und hinter einer weiteren Türe befand sich ihr Ankleidezimmer. Das Bett war ordentlich gemacht und darauf lagen auch ihre Schlafsachen. "Du kannst im Wohnzimmer schlafen, das Sofa kann man ausziehen und es ist wirklich sehr gemütlich." schlug sie dann einfach vor, was ihr wohl nüchtern so nie über die Lippen gekommen wäre. Stolpernd schaffte es Delyla zu ihrem Bett und fiel dann einfach hinein. Der Alkohol brachte ganze Leistung und so schlief die Schwarzhaarige auch schon nach nur wenigen Sekunden ein, was Joseé hören konnte, da sie ab und zu sehr leise schnarchte. Am nächsten Morgen würde sie einen ordentlichen Kater haben, das stand jetzt schon mal fest.
      "Vergessen ist wie eine Wunde. Es mag zwar verheilen, aber dabei wird es eine Narbe hinterlassen."
      Monkey D. Ruffy


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