Merging of two hearts (Lucy-chan & Hera)

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    • Merging of two hearts (Lucy-chan & Hera)

      Merging of two hearts
      Vorstellung
      @Lucy-chan

      Prolog
      Nathanael

      Vergangenheit

      Zwei Tage war ich in diesem gigantischen Haus, bei diesen fremden Erwachsenen und fühle mich völlig fehl am Platz. Ich vermisste mein Zuhause, meine Mom, mein Zimmer, obwohl dieses hier doppelt so groß war und ein Fenster hatte, durch das man den Wald erspähen konnte. Das hier war nicht mein Zuhause, und selbst die Spielzeuge auf dem Teppich, konnten mich nicht dazu bewegen, vom Bett aufzustehen. Nora kam mit einem leisen klopfen herein und lächelte mit einem sanftmütigen Gesichtsausdruck.

      "Guten Morgen mein Großer" sie setzte sich zu mir aufs Bett und streichelte mit ihrer Hand über meinen Rücken.
      "Wie hast du heute geschlafen?" Nora blickte zu mir herab und meine Augen, meine nahmen den Teppich in Visier.
      "Ich denke ganz ok" das war gelogen, denn schlafen konnte ich kaum und wenn, dann suchten mich die Alpträume heim.
      "Mhm...na gut du kannst es mir ja erzählen was dich beschäftigt wenn du soweit bist. Bis dahin, könnten wir uns zu John gesellen denn er hat uns ein tolles Frühstück gemacht."
      "Klingt gut" ich versuchte ein halbwegs ehrliches Lächeln aufzubringen und stütze mich dann vom Bett ab.
      "Ich habe dir was zum anziehen rausgelegt. Lass dir Zeit und komm dann einfach runter." sie stand vom Bett auf, streichelte mir über den Kopf und machte sacht die Tür hinter sich zu. Mal ganz ehrlich? Wie konnte man diese Frau nicht mögen und auch John war ein gewitzter Mann der für jeden Spaß zu haben ist. Als ja, eigentlich müsste ich ja glücklich sein, aber da ist der Punkt. Eigentlich.

      Es änderte sich drei Jahre später an Weihnachten. An heilig Abend schenkten Nora und John mir eine Gitarre und ich war so verdammt glücklich und stolz. Wer hätte gedacht, dass ich später Musiker werde. Ich war der glücklichste Junge weit und breit auch wenn es nicht meine leiblichen Eltern waren, machten sie jedoch einen perfekten Job und kann mich glücklich schätzen. Denn obwohl ich schon seit drei Jahren bei den Davis lebe, hatte sich meine Mutter kein einziges mal gerührt. Nach einem Jahr in Obhut hatten Nora und John mich gefragt ob sie mich adoptieren dürfen, doch ich war nicht soweit, ich hatte noch Hoffnung, das meine Mutter clean für mich werden würde. Jetzt, zwei Jahre später, wollte ich es und fragte beide in dem von Nora selbstgemachten gestrickten Weihnachtspullover ob ich deren Sohn sein dürfte. Ich hab es auch heute nicht vergessen was Noras Worte waren "Das warst du, bist du und wirst du immer sein". Es war ein wunderschönes Weihnachtsfest und doch, hatte ich ein großes Loch in meinem Herzen. Das ich in meinem Alter schon unter Depressionen litt war mir erst viel später klar ich dachte einfach ich wäre sehr traurig. Als ich 10 Jahre alt wurde, war ich so sehr traurig und fühlte mich so einsam und leer, dass es besser wäre, ich würde an, wie sagt man, an Gottes Seite sitzen. Nora hatte mich im Bad gefunden und es rechtzeitig in Krankenhaus geschafft. Ich war mehrere Wochen im Krankenhaus, musste eine Therapie starten und meiner Adoptiveltern schwören, es nie wieder zu tun. Darauf folgten Selbstverletzungen in nicht so einem Ausmaß und viel später dann die Tattoos.

      Im Sommer des darauffolgenden Jahres, zog eine Familie Namens Rodriguez ins Nachbarhaus und auch diese Familie hatte ein Kind. Es stellte sich heraus, dass das Mädchen Olivia heißt und doch vier Jahre jünger war. Anfangs weigerte ich mich mit einem Mädchen zu reden, doch Nora beharrte darauf, dass ich mich vorstellte und wenigstens mich erkundigen könnte wie es ihr geht. Es stellte sich heraus, dass dieses kleine Mädchen mehr pfiff hatte als erwartet doch ihre Fassade bröckelte, als ich tiefer nachbohrte wie es ihr mit dem Umzug erging. Da hatten sich schon die Krokodilstränen angebahnt und instinktiv, nahm ich sie in den Arm und redete ihr gut zu. Ich weiß nicht mehr genau wie, doch ich brachte sie zum lachen und ich schwor mir, keine Krokodilstränen bei ihr hervorzurufen geschweige denn ein anderer.

      Und irgendwie wurden wir dann unzertrennlich, ein Herz und eine Seele sagte Nora.
    • Olivia

      Während die Sonne auf ihr Gesicht fiel schloss die junge Frau für einen Moment ihre Augen. Sie genoss die Wärme, die Sonnenstrahlen und den Moment der Ruhe im Garten. Seit ihre Eltern das Haus umgebaut haben konnte sie mit ihrem Rollstuhl überall hin kommen, bekam ihr Schlafzimmer im Erdgeschoss, um nicht nach oben zu müssen und möglichst unabhängig zu sein. Angefreundet hat sie sich damit immer noch nicht, Liv weinte immer noch zwischendurch, weil die Situation sie überforderte, aber sie fing inzwischen auch an die Therapien mitzumachen. Ihre Psychologin kam sogar nach Hause, unterhielt sich zwei Mal die Woche eine Stunde mit ihr, versuchte sie davon zu überzeugen, dass jedes Ende ein Anfang sei. Den Anfang von etwas Neuem konnte Liv nicht wirklich erkennen, sie hat ihre Gehfähigkeit verloren, sie konnte nie wieder tanzen, die müden Füße nach einem harten Training spüren. Für sie war das alles ein Anfang von einem Ende, welches rapide auf sie zukam.
      Die Schritte, die sich auf sie zubewegten ließen sie ihre Augen öffnen und in den Garten schauen. "Ich habe dir Frühstück gemacht", begrüßte ihre Mutter sie mit einem warmen Lächeln. Ihre Eltern waren die ganze Zeit seit dem Unfall für sie da gewesen, ihre Mutter hatte sogar ihre Stelle reduziert, um Liv Morgens helfen zu können.
      "Danke, Mamá", bedankte sich die junge Frau und zwang sich zu einem leichten Lächeln. Sie blickte auf den Teller, der an dem Tisch neben ihr abgestellt wurde. Es gab Pancakes, eigentlich ihr Lieblingsfrühstück. Kurz setzte sich ihre Mutter zu ihr.
      "Was hast du heute vor?", fragte sie und setzte sich zu ihrer Tochter, um ihr durch das Haar zu fahren. Liv zuckte mit den Schultern. "Ich werde ein wenig malen und keine Ahnung.. Vielleicht gucke ich etwas Fernsehen", antwortete sie. Ihre Augen blickten wieder in den Garten, ihr Alltag war so langweilig geworden, seit dem Unfall.
      "Soll Nathanael nicht bald auch wiederkommen?", fragte ihre Mutter. Die Art und Weise, wie sie diesen Namen mit ihrem spanischen Akzent betonte ließ Liv eigentlich sonst immer schmunzeln, aber nicht jetzt. Wie ihre Mutter drauf kam war simpel: Der Unfall war jetzt auch ein Jahr her und Nat sollte in einem Jahr wieder kommen, sagte er jedenfalls.
      "Heute.. glaube ich, oder morgen", verriet Liv ihrer Mutter. Sie haben letztens noch telefoniert, er sollte heute zurück kommen hieß es.
      "Lad ihn doch zum Abendessen ein, ich mache ihm sein Lieblingsessen", lächelte ihre Mutter und streichelte der jungen Frau über ihren Oberarm. "Oder übermorgen, er wird heute mit Sicherheit erstmal ankommen wollen". Liv zuckte mit den Schultern. "Mal schauen", murmelte sie unzufrieden. Ihre Mutter seufzte. "Du hast es ihm immer noch nicht gesagt, hermosa", stellte ihre sie fest. Olivia schüttelte den Kopf. "Ich.. habe es versucht.. okay? Aber er war mit seiner Tour beschäftigt und er war so glücklich darüber, da kann ich ihm nicht die Laune verderben und davon erzählen, dass ich jetzt ein Krüppel bin", sie fuchtelte mit ihren Händen.
      "Du bist kein Krüppel.. Du bist immer noch eine junge, hübsche señora, da macht deine Beeinträchtigung keinen Krüppel aus dir", ermahnte sie ihre Mutter. Sie gab ihr einen Kuss auf den Kopf, erhob sich auch. "Wenn du es ihm gesagt hast lade ihn zum Essen ein.. Dein Papá und ich würden uns freuen.. Gib mir bescheid und melde dich bitte!".
      Damit wurde Olivia auch wieder alleine in dem Garten gelassen. Seufzend lehnte sie ihren Kopf hinten an, sie hatte ihr Handy auf stumm gestellt, weil sie Angst hatte.. Große Angst. Es gab einige Dinge, über die sie nicht gesprochen haben, nicht nur ihren Unfall..
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Lucy-chan ()

    • Nathanael

      Gedankenverloren sitze ich vor meinem Laptop. Seit Liv am Valentinstag gekommen war und wir die Nacht miteinander verbracht hatten, versuchte ich ständig schlau aus ihr zu werden. Wir skypten oft und meistens chillte sie im Bett. Ich versuchte jeden Tag mich bei ihr zu melden wenn der Tag es zuließ und wenn ich sie dann endlich sah, war jeglicher Stress verschwunden. Wir lachten viel, ich erkundigte mich nach ihrem Herzen, denn ihr Herz gehörte zu meinem und verspürte sie Trauer oder Schmerz, litt auch mein Herz. Ich weiß nicht genau was damals passiert ist in der einen Nacht, doch ich würde lügen, das es mit mir nichts gemacht hat und mir nichts bedeutet hat.
      Als wir einmal skypten sagte sie, sie wäre nur in unterwäsche und ich sagte ganz lässig, sie solle aufstehen und sich mir präsentieren, denn gesehen habe ich ja alles schon von ihr. Und ganz ehrlich, der Anblick in dieser Nacht kam sofort in meine Top 5. Doch als ich das sagte, darauf angespielt hatte wegen der Sache, machte sie dicht und ihr Gesichtsausdruck hatte sich verändert. Ich wollte nicht noch mehr anrichten, wir wechselten das Thema und später verabschiedeten uns.
      Das ich ein Tag früher anreisen würde um sie zu überraschen, sagte ich ihr natürlich nicht. Trayce unser leadsänger kommt in mein Zimmer und legt sich auf mein Bett.
      "Na war das deine bessere Hälfte?" Er grinst breit als er mein Lächeln sah.
      "Alter, ich sag es dir, ich bin der erste der Liv kennenlernen will!" Er klatscht in die Hände.
      "Vergiss es. Wenn ihr jemals in meine Heimatstadt kommen solltet, ist Liv, beziehungsweise für euch Olivia, tabu – für die ganze Band." ich lehne mich in meinem Schreibtischstuhl zurück.
      "Wieso? Läuft da etwas zwischen euch?"
      Interessiert hebt er eine Braue.
      "Nein, aber ich schütze sie vor üblen Kerlen." grinsend schaue ich in das schmollende Gesicht.
      "Was? Sind wir etwa üble Kerle? Schon vergessen, wer in Italien eine Frau nach der anderen um den Finger gewickelt hat?"Trayce hat recht. Wir haben zwei Monate in der italienischen Sonne verbracht, Cocktails geschlürft, aufgetreten und alles für die Tour vorbereitet. Die Liederliste aufgestellt, die Konzerthallen kontaktiert … und hin und wieder habe ich mit dem weiblichen Geschlecht geflirtet. "Ich will nur nicht, dass man ihr das Herz bricht." Als Kind habe ich ihr versprochen, es immer zu beschützen, und ich halte meine Versprechen. Das habe ich ihr schon in der Nacht vor meiner Abreise gesagt.

      Zuerst besuchte ich meine Mutter als ich wieder in meiner Heimatstadt ankam.
      Nora sitzt im Sessel und liest die Zeitung und sieht auf als sie die Schlüssel im Schloss hört. Ich höre ihr gequietsche als sie mich sieht und rennt auf mich zu, um mich in die Arme zu schließen. Dass sie kein kleines Kind mehr vor sich hatte weiß sie zwar, aber trotzdem streckt sie sich um meinen Gesicht zu streicheln und um mir einen Kuss auf die Wange zu drücken.

      "Mein Großer, du bist endlich wieder Zuhause!" Tränen steigen ihr in die Augen und konnte nicht anders als sie in meine Arme zu schließen. Wir verteilten so eine Weile und schließlich erzählte ich von meinem Jahr. Mir fiel schnell auf das auch sie gealtert ist und ihr Blick sagte mir, dass ihr die neuen Tattoos nicht entgangen sind.

      Ich räusperte mich und schaue sie eindringlich an. "Ich muss jetzt zu meinem Mädchen" grinsend schnappte ich ein paar frische Klamotten, zog mir nur eben ein frisches Shirt an und fuhr los.

      Im Wohnheim angekommen, wollte ich gerade ihre Tür aufmachen als ein Mädchen hinter mir mich innehalten ließ.
      "Was hast du in meinem Zimmer verloren"
      Verwirrt sah ich auf die Nummer die auf der Tür stand. Das war Livs Zimmer.
      "Entschuldigung ist das jetzt eine WG?"
      "Nein da wohne nur ich" sie drängte sich an mir vorbei und stellt sich vor ihrer Tür.
      "Wo ist Liv?" Das Mädchen sah genervt zu mir auf.
      "Hier wohnt keine Liv" dreht den Türknauf auf und schlägt die Tür hinter sich zu.
      "Was war das denn" fluche ich leise und gehe zum Direktorrat.
      Ich erkundigte mich wo Liv jetzt wohnte und mir viel die Kinnlade runter als ich hörte was sie mir da grade sagte.
      "Moment mal das kann nicht sein, schauen sie doch bitte nochmal in den Computer."
      "Junger Mann das habe ich eben getan Miss Rodriguez hat sich abgemeldet schon vor einem Jahr" auch die Frau hinter dem Tresen sah verwirrt aus.

      Was war hier los?
      Meine Füße trugen mich wie von selbst und als ich vor der Tür stand mit dem Klingelschildnamen 'Rodriguez' fragte ich mir die ganze Zeit, was los ist.
      Bei der Familie Rodriguez durfte ich ein und ausgehen wann immer ich wollte also, tat ich das worum mich Mrs. Rodriguez bat. Als ich eintrete steht ihre Mutter direkt vor mir und wird wortwörtlich blass.
    • Olivia

      Ich schloss meine Augen wieder, um den Kopf zurück zu lehnen. Diese Einsamkeit und Ruhe gehörten seit einem Jahr irgendwie zu meinem Alltag dazu, denn ich ging nicht mehr wirklich aus dem Haus, wenn es nicht sein musste. Früher war ich viel draußen, viel mit Nat unterwegs vor allem, wir haben uns jeden möglichen Scheiß einfallen lassen, damit es nicht langweilig wurde. Heutzutage traute ich mich nicht mehr heraus, denn es war mir unangenehm, wenn die Menschen mich so sahen, wie ich jetzt war. Es war etwas anderes damit geboren zu sein, damit aufzuwachsen, es war etwas anderes, wenn die Menschen dich nicht anders kannten, aber alle meine Freunde kannten mich so, wie ich jetzt war nicht. Den Kontakt habe ich sehr schnell abgebrochen zu eigentlich fast allen, ich traute mich nicht einmal meiner besseren Hälfte, wie er sich gerne bezeichnete, es zu beichten, wie sollte ich es überhaupt anderen Menschen erzählen? Vielleicht war es bei anderen doch noch ein wenig einfacher, denn meine größte Angst bestand darin, dass Nat nie wieder ein Wort mit mir sprechen wird. Nicht wegen der Halbwahrheiten, die ich ihm erzählte, meistens ließ ich ihn mehr erzählen, als ich es selbst tat, auch nicht wegen seiner möglichen Wut, dass ich ihm nichts gesagt habe, sondern viel mehr aus Angst er wird mich als den Krüppel sehen, der ich jetzt war. Ich habe mir irgendwo Chancen bei ihm eingeredet, irgendwo habe ich geglaubt, dass er vielleicht meine Gefühle erwidern wird, dass er sich nur nicht traute es mir zu beichten, wie es auch bei mir der Fall war, aber jetzt wusste ich, dass die Chancen gleich null waren. Er war nicht oberflächlich und ich habe nie das Gefühl von ihm vermittelt bekommen, dass so etwas ein Problem darstellen könnte, aber mein stark vermindertes Selbstwertgefühl erlaubte es mir nicht an diesem positiven Gefühl zu halten.
      Als ich die Tür hörte war ich mir sicher, dass meine Mutter gerade gegangen war, ich konnte es mir nicht vorstellen, dass sie meinen besten Freund fürs Leben vor sich stehen sah, kurz nachdem wir über dieses Thema gesprochen haben. Ich hörte, wie sie mit ihrem spanischen Akzent jemanden darum bat zu warten.
      "Olivia!", rief sie fast schon wütend durch das Haus. "Du hast es dir selbst eingebrockt", sprach sie auf spanisch mit mir und ich verstand nicht, was ihr Problem war. Meine Mom sprach selten spanisch mit mir, wenn sie nicht gerade wütend war, oder jemand es nicht mitbekommen sollte, was sie von mir, oder meinem Vater wollte. "Ich habe dir ein ganzes Jahr gesagt, dass du es dem Jungen sagen sollst und jetzt steht er hier und Herrgott, ich weiß nicht, was ich ihm sagen soll!", regte sie sich auf spanisch auf. Ich runzelte meine Stirn, Nat war hier? Ich versank in dem Rollstuhl, ich wusste gar nicht, was ich tun sollte! Verdammt, darauf war ich nicht vorbereitet gewesen.
      "Schick ihn weg, bitte", bat ich meine Mutter auf spanisch, doch sie schüttelte ihren Kopf. Tränen stiegen mir in die Augen, ich war überfordert und um ehrlich zu sein wollte ich ihn wieder sehen, ich wollte es endlich hinter mir haben, nur nicht jetzt vielleicht. "Ich werde gar nichts tun.. Du wirst dich jetzt darum kümmern, hermosa.. Ein Jahr Zeit hattest du dafür dich vorzubereiten!".
      Sie verließ den Garten, trat wieder herein. Ich konnte hören, wie sie mit Nat sprach, wie sie sich dafür entschuldigte, dass er warten musste. "Wenn ihr das geklärt habt, dann bleib gerne zum Abendessen, wenn du magst.. Miguel wird sich auch freuen", bot sie an. Ich fuhr mir durch das Gesicht, wäre jetzt am liebsten weggelaufen, aber ich konnte es nicht, denn meine Mutter verließ das Haus und ließ uns beide alleine. Ich blieb im Garten, ich traute mich gar nicht erst ins Haus zu schauen.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Lucy-chan ()

    • Nathanael

      So hatte ich Mrs. Rodriguez noch nie erlebt, also was verdammt nochmal, hat Liv mir verschwiegen.Was konnte sie mir nicht über Skype sagen. Ich wusste, wenn sie sich auf spanisch unterhielten, war es was, was ich nicht wissen durfte. Als Livs Mom an mir vorbei geht und mir eine Hand auf die Schulter legt, konnte ich kein lächeln aufbringen. Sobald sie aus dem Haus war, spüre ich die Wut in mir aufflammen.
      "LIV!"
      Ich ging auf den Balkon und hielt Ausschau nach ihr.
      "Verdammt nochmal Liv! Ich bin 1 Jahr weg und du versteckst dich vor mir!? Was soll der scheiß!" Mir wird ganz flau im Magen. Wütend gehe ich die Treppen zum Garten hinab und verharre als ich sie sehe. Aber...wie kann das sein?!
      Ich öffnete meinen Mund um etwas zu sagen doch es kam nichts heraus. Wie konnte das passieren?
      Dann wog ich ab, ob sie mich verarscht, doch so wie sie aussah, beziehungsweise mich nicht ansah seit ich hier stand, musste es ernst sein. Wieso sitzt sie in einem Rollstuhl, obwohl sie kerngesund war, als ich vor einem Jahr gegangen bin?
      Meine Gefühle kochen über. Waren es vorhin noch Vorfreude und Glück, ist da jetzt nur Wut und Enttäuschung. Gepaart mit dieser beschissenen Angst, die mir bis ins Mark zieht. Als bester Freund hab ich komplett versagt.
      Langsam gehe ich auf sie zu, mein Herz zerreißt in tausend Stücke, sie so zu sehen. Ihr Traum war erloschen und ich war die ganze Zeit nicht bei ihr.
      "Liv" nichts mehr als ein hauchen bekam ich über meine Lippen. Meine Kehle schnürrte sich raschartig zu.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Hera ()

    • Olivia

      Er war wütend, sehr wütend. Doch allein die Tatsache seine Stimme gehört zu haben ließ mein Herz so viel schneller schlagen. Ich war beschämt, ich wollte weglaufen und nie wieder zurückkommen, gleichzeitig aber wollte ich ihn sehen und freute mich ungemein darauf, dass er hier war, dass mein Nat zurück war. Ich versteckte mich vor ihm, aber am liebsten wollte ich gar nicht, dass er her kam, denn es war so viel einfacher mit ihm über Skype zu sprechen, als so, so würde er gleich etwas sehen, was er nicht sehen wollte.
      Zum Glück hatte ich mein Frühstück nicht angerührt, denn die Übelkeit breitete sich in mir aus, je näher ich die Schritte kommen hörte. Als ich ihn erkannte blieb mein Herz für einen kurzen Augenblick stehen, ein ganzes Jahr war es nun her und dieser Mann sah immer noch so verdammt gut aus. Doch seine Reaktion, als er mich sah ließ mich meinen Blick beschämt senken. Ich schämte mich mehr für die Tatsache, was ich geworden bin als dafür es ihm nicht gesagt zu haben, das würde ich auch immer wieder so machen, denn so konnte wenigstens einer von uns seinen Traum leben.
      Ich konnte gegen diese Tränen, die sich in meinen Augen bildeten nichts machen, sie waren einfach da. Doch ich sah nicht auf, auch nicht, als Nat auf mich zukam. Am liebsten hätte ich ihm gesagt, dass er gehen soll, aber das war der Mann, der mein fast komplettes Leben für mich immer da war. Und doch war es mir peinlich, was aus mir geworden ist.
      Kurz blickte ich zu ihm hoch, merkte, dass er auf mich zukam und senkte den Blick wieder. Ich war gefesselt in dieser Situation und konnte nicht einmal weglaufen und mich irgendwo einsperren. Der Kloß in meinem Hals wurde größer, ich bekam einfach kaum ein Wort raus. "Hi Nat", begrüßte ich ihn und schluckte schwer. Ich löste die Dinge meist mit Humor, um von meinen Gefühlen abzulenken, eine Tatsache, die unwillkürlich war. Das kam immer aus mir raus, wenn ich überfordert war, wenn ich vor allem mich unwohl mit der Situation fühlte. "Lange nicht mehr gesehen", murmelte ich ihm zu, biss mir aber auf die Zunge, weil ich nicht mehr sagen wollte. Das war dämlich, aber das war es einfach alles.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Lucy-chan ()

    • Nathanael

      Ihre Worte trafen mich mit voller Wucht. Es war ja doch nochmal anders, wenn die Person der man alles erzählen kann, einen so hinters Licht führt.
      Ihr war es sichtlich unangenehm und doch, konnte ich nicht anders. Ich fand meine Stimme wieder und obwohl ich es nicht so wütend sagen wollte, konnte ich es einfach nicht verbergen.
      "Wann wolltest du es mir sagen? Hmm?!... Sollte ich es überhaupt erfahren? Wie konntest du mir sowas verschweigen verdammt!"
      Ich war so dermaßen wütend, ich hätte am liebsten in den Baumstamm der Kirschblüte meine Faust manövriert. Der Kirschblütenbaum unter dem eine Tischgarnitur stand mit unserem Lieblingsfrühstück, der Baum, wo wir unsere Träume in den Stamm geritzt hatten.
      Ich seufzte schwer, mein Herz zog sich zusammen und ich gehe vor ihr in die Hocke, um ihren Blick einzufangen. Wahrscheinlich würde sie es nicht spüren, doch ich legte meine Hände auf ihre Oberschenkel.
      Verdammt, das letzte mal als ich sie dort berührt hatte, hatte sie vor Erregung gebebt.
      Ich konzentrierte mich auf Liv, sah ihr an wie schwer es ihr viel, wie beschämt sie in meine Augen blickte und konnte nicht anders, als sie nun endlich in meine Arme zu nehmen, egal wie wütend ich auf sie war. Egal welche Enttäuschung ich verspürte. Und verdammt, ich habe dieses Mädchen unheimlich vermisst.
      Ich vergrub meinen Kopf an ihrem Hals und atmete ihren langersehnten Duft ein.
      "Ich hätte nicht gehen dürfen. Ich hätte dich nie allein lassen dürfen."
    • Olivia

      Ich schwieg, weil die Worte nicht aus meinem Mund kommen wollten. Es gab keine Antwort darauf, keine richtige jedenfalls, denn egal, was ich sagen würde es würde seine Wut nicht mindern. Nat war zurecht wütend, ich konnte nicht über diese Tatsache sauer sein, denn an seiner Stelle würde es mir vermutlich nicht anders gehen. Ich wollte es ihm sagen, aber ich kam selbst mit dieser Situation noch nicht klar, da wusste ich nicht, wie es in Worte hätte verpacken sollen.
      "Hey, deine beste Freundin, deine bessere Hälfte wurde von einem scheiß LKW erfasst und ist jetzt vermutlich ihr Leben lang in den Beinen gelähmt?". Das klang einfach scheußlich, ich wusste nicht wie ich das sagen sollte.
      Als Nat vor mir in die Hocke ging blickte ich zu ihm. Ganz leicht spürte ich die Wärme, die von seinen Händen ausgingen, oder ich bildete es mir ein, keine Ahnung. Ich sah ihn an, obwohl ich wegsehen wollte, ich habe ein ganzes Jahr auf diesen Mann gewartet und in dem Augenblick, in welchem er mich in seine Arme nahm konnte ich meine Tränen nicht mehr zurück halten. Stumm liefen sie mir die Wangen entlang, während ihr meine Arme ebenfalls um ihn legte. Es fühlte sich an, als würde ich nach Hause kommen.. als würde die Welt in dem Moment wieder in Ordnung sein. Das habe ich mir wochenlang gewünscht, das habe ich mir wochenlang vorgestellt.
      "Halt die Klappe", murmelte ich auf seine Worte hin. Er sollte gehen, das habe ich mir vom ganzen Herzen gewünscht gehabt, dass wenigstens er seine Träume verfolgen konnte. "Ich habe dich vermisst".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Nathanael

      Als sich endlich auch ihre Arme um mich schlingen, spürte ich, dass wir endlich wir eins waren.
      Ein kleines Lächeln umspielt meine Lippen als sie sprach und das, das klang schon sehr nach Liv... nach meiner Liv.
      Ich weiß nicht wie lange wir so beieinander waren, für mich hätten wir ewig so verharren können.
      Als ich mich löste, verschwand die Wärme die mich umgab und erneut sehe ich in das hübsche Gesicht.
      "Du Dummkopf weine bitte nicht" mit meinem Daumen wischte ich ihre Tränen weg und umrahmte mit meinen Händen ihr Gesicht.
      "Haben wir uns nicht versprochen, dass wir uns alles sagen" erneute seufzte ich und sah zu ihrem Frühstück das sie nicht angerührt hatte.
      "Ich wusste gar nicht, dass dein Rolli hier sogar deinen Appetit verändert" Mein Scherzversuch hörte sich selbst in meinen Ohren dämlich an.
      Ich nahm mir einen pancake und stopfte sie mir in den Mund. Die Pancakes von Mrs. Rodriguez waren einfach die Besten.
    • Olivia

      Es fühlte sich so gut an, auch wenn ich ein ganzes Jahr drauf warten musste. Als sich Nat löste blickte ich ihn an, ein Lächeln bildete sich unwillkürlich auf meinen Lippen, als er mich Dummkopf nannte. Ich konnte nichts für meine Tränen, die kamen einfach so.
      Für ihn weinte ich immer zu viel, aber so viel war es gar nicht. Ich nickte auf seine Worte hin, wir haben uns versprochen alles zu sagen. Aber so einfach war es nicht.
      "Ich kann es mir nicht leisten bei der mangelnden Bewegung so viel Süßigkeiten zu essen", scherzte ich auf seine Bemerkung hin. Doch ein kleines Schmunzeln war dennoch auf meinen Lippen zu sehen, ein ganz kleines, meinen schrägen Humor habe ich nicht verloren, der gehörte zu mir. Doch ich seufzte gleich darauf auch schon. "Ich wollte nicht, dass du auf die Idee kommst zurück zu kommen", gestand ich Nat. Ich blickte ihn kurz an, senkte den Blick jedoch schnell wieder. "Außerdem wusste ich nicht, wie ich es dir sagen soll.. ich habe Texte geschrieben, die ich gleich wieder gelöscht hatte, weil .. wie gesteht man seinem besten Freund, dass man jetzt ein Krüppel ist?". Ich zuckte mit meinen Schultern. "Ich wollte es dir sagen.. eigentlich täglich.. aber.. ich fand nicht den Mut zu.. ich kann mir diese Situation selbst noch nicht eingestehen".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Nathanael

      Schön, ihren Humor hatte sie noch. Das Mädchen hatte es faustdick hinter den Ohren. Ein mancher verstand unseren Humor nicht doch das war mir egal, solange Liv was zum lachen hatte.
      "Ja stimmt, ich sehe ein paar Fettpölsterchen hier und da" und verdrehte die Augen.
      Liv hatte einen Traumkörper und durch das Tanzen, war dieser sehr definiert und graziös.
      Mein Blick wanderte ihren Körper hinab und nahm alles in mir auf, was ich monate lang vermisst hatte. Ich setzte mich ihr gegenüber und lehnte mich mit meinen Ellenbogen am Tisch ab.
      "Liv... du hättest es einfach sagen sollen. Meinst du meine Band ist wichtiger als du? Meinst du mir ist wichtig ob meine Band bekannt ist? Touren kann ich immer machen..."
      Ich lehnte mich zurück und wischte mir mit meinen Händen über das Gesicht. Als ich sie wieder ansah ließ ich lieber das andere Thema sein.
      "Erzähl mir alles. Machst du Physio?" ich nahm mir erneut ein pancake und wartete interessiert.
    • Olivia

      Ich verdrehte meine Augen. "Das ist nicht witzig.. ich habe schon zugenommen, weil ich mich nicht viel bewegen kann", beschwerte ich mich. Ich aß gerne, sehr gerne, vor allem ungesunde Sachen, aber durch das viele Training konnte ich es mir auch wirklich erlauben, bis zu dem Unfall jedenfalls. Fünf Mal sie Woche trainierte ich Ballett und lateinamerikanischen Tanz, mein Körper war sehr gut in Form, aber das war vorbei.
      Als sich Nat mir gegenüber setzte musterte ich ihn, erkannte Dinge, die neu waren. Er hatte neue Tattoos.. unwillkürlich musste ich daran denken, wie ich die auf deiner Brust mit meinen Fingern nachfuhr. Ich verdrängte diese Erinnerung so schnell, wie sie auch gekommen war. Ich kannte diesen Mann in und auswendig, ich wusste nicht nur so gut wie alles von ihm, ich kannte inzwischen auch alles an seinem Körper. Die Tattoos fielen mir deshalb auch direkt auf, aber ich sprach es nicht direkt an, er sprach nämlich das andere Thema an. Ich seufzte kurz. "Es geht nicht darum, was dir wichtiger ist, Nat.. es geht darum, dass du deinen Traum verfolgen solltest.. wenigstens einer von uns.. du hättest das Jahr hier mit mir gesessen und nichts erreicht, das wollte ich nicht", ich schüttelte auch meinen Kopf.
      Bei seiner Frage nach der Physio schüttelte ich weiter den Kopf. "Nicht wirklich", antwortete ich ehrlich und nahm mir auch ein Pancake, riss davon ein Stück ab. "Der Arzt sagte, dass es eine geringe Chance besteht, dass sich mein Rückenmark erholt und ich wieder lerne zu gehen, aber er betonte auch, dass selbst wenn ich mich anstrenge und lerne wieder zu laufen.. meine Füße und Beine womöglich nie wieder solch einen komplexen Vorgang wie tanzen lernen können", ich zuckte mit den Schultern. "Und da ich nie wieder tanzen kann, brauche ich auch nicht zu laufen". Simpel und einfach. Ich musste Nat noch nie etwas wirklich vormachen, außer die Tatsache mit dem Unfall in diesem Jahr.. aber sonst? Sonst war ich gnadenlos ehrlich. Nun, vielleicht in noch einer Sache nicht, aber er musste von meinen Gefühlen nichts wissen.
      "Erzähl mir lieber von der Tour.. du hast neue Tattoos".

      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."

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    • Nathanael

      Ich hörte ihr aufmerksam zu und gleichzeitig betrachtete ich sie. War sie wieder ein Stück erwachsener geworden...
      Ich verschluckte mich fast an ein Stück und Hoffnung stieg in mir auf.
      "Moment mal, es besteht eine Chance?
      Liv hör bitte auf so einen Stuss zu faseln. Ich glaub kaum, dass dir das Laufen nicht mehr wichtig sei wenn du nicht tanzen kannst. Wo ist dein Lebensmut und vorallem dein Ehrgeiz hin?" Ich schüttelte den Kopf.
      "Nein Mädel, ich bin jetzt da und schleife dich wenn nötig dahin damit du deine Übungen machst. Mag sein, dass du dich in letzter Zeit verloren und alleine gefühlt hast, aber das hat jetzt ein Ende. Schmollen kannst du, wenn du tot bist." Und zwinkerte ihr zu. Ich hatte nicht vor in der nächsten Zeit eine Tour zu planen, denn in dem einem Jahr hatten wir so viele Einnahmen, dass ich erstmal das machen konnte worauf ich lust hatte.
      Liv war nie die Sorte die aufgab. Ich schaute ihr beim Training zu und sie holte immer das beste aus sich raus. Sie war hart zu sich selbst wenn etwas nicht geklappt hatte und ich fand das wiederum irgendwie süß. Jedesmal wenn sie sich aufregte, die Nase rüpft und ihre Stirn falten zogen, war das mein Highlight an ihr. Ich fragte mich ständig wie es sein konnte, dass sie so wenig Männer hatte. Klar der am Valentinstag war ein Arsch sie einfach hat sitzen lassen ist kein Mann. Zwar hatte ich es mir mit Liv immer vorgestellt doch ich bin innerlich so kaputt, ich könnte ihr keine schöne Zukunft bereiten. Und die eine Nacht war so riskant, wir hatten unsere Freundschaft aufs Spiel gesetzt und doch würde ich nichts anders machen. Würde alles erneut mit ihr anstellen wie in der einen Nacht, ihren Körper kosten und das was aus ihrer Kehle kam erneut hervorlocken. Meine Gedanken schweiften komplett ab und spürte die Hitze die in meinem Inneren aufloderte.
      Als ich meinen Namen hörte, schüttelte ich den Kopf ich war komplett abgedriftet. Ich musste mich vorlehnen um meine Erregung zu vertuschen.
      Verdammte Jeans...
      Sie deutete auf meine neuen Tattoos.
      Und so schnell die Erregung da war, ging sie wieder.
      Tattoos waren bei mir nie ein gutes Zeichen.
      War ich wieder in Depression gefallen bekam mein Körper ein neuen Anstrich. Nur zwei Tatoos hatte ich aus Vergnügen und Stolz stechen lassen. Ein verschnörkeltes L an der Beuge zwischen dem linken Daumen und Zeigefinger und ein Semikolon an am Handgelenk das eine Narbe fast verschwinden lässt.
      Immer wenn ich gefallen bin musste ich darauf schauen und fühlte mich schon ein bisschen besser.
      "Ach..." darüber zu sprechen viel mir schwer aber dennoch war es ein Teil von mir.
      "Der Nachteil unterwegs zu sein ist der Schlafmangel der der hat es leider ziemlich gefördert und Ja..." und wahrscheinlich hat der ein oder andere Joint den Rest erledigt.
      Um schnell das Thema zu wechseln klatschte ich in die Hände und grinste.
      "Die Tour war der Wahnsinn, ich hätte wirklich nicht gedacht, dass wir ständig mit ausverkauften Hallen rechnen mussten. Aber ja, ich hätte dich so gern dabei gehabt du weißt ja wie nervös ich werde wenn ich auf die Bühne muss."
      Lampenfieber dieses Problem begann in der Schulzeit und hörte bis jetzt nicht auf. Doch sobald Liv uns zuschaute, war das Wort Lampenfieber vergessen.
      "Und sonst hatten wir eine tolle Zeit wie du weißt" schließlich hatten wir fast jeden Tag geskyped und wenn das nicht ging, telefoniert.
    • Olivia

      Es bestand eine ganz kleine Chance, die nicht weiter relevant war, meiner Meinung nach. Mein Ehrgeiz und mein Lebensmut waren mit der Livi gestorben, die ich früher gewesen bin, dank diesem Unfall habe ich weit aus mehr verloren, als nur die Möglichkeit zu laufen. Mit mir starben meine Träume, meine Hoffnungen, meine Pläne fürs Leben. Es gab zwei Dinge, für die ich lebte: das Tanzen und Nat. Beides konnte ich nicht haben, auch wenn genau dieser Mann vor mir saß und mir erzählen wollte, dass er mich dazu zwingen wollte. Ich sah einfach keinen Sinn mehr darin, was würde das für ein Leben sein, wenn ich nicht mehr in meine Spitzenschuhe steigen darf?
      Ich ließ seine Aussage unkommentiert, wollte jetzt nicht diskutieren, wollte nicht der Wahrheit in die Augen schauen, sondern viel mehr genießen, dass meine bessere Hälfte wieder hier war. Er saß tatsächlich wieder hier im Garten, nach einem kompletten Jahr. Ich hatte genau vor diesem Tag Angst, ich hatte Angst wie es zwischen uns laufen wird, nach unserer Nacht, wie es laufen wird, nachdem er mich sieht und merkt, was ich ihm so lange verschwiegen habe.

      Das Thema zu wechseln war kein Problem, Nat ließ es mich machen. Er hat sich tätowieren lassen, es ging ihm scheinbar nicht gut, aber ich habe gelernt, dass ich auch nichts machen konnte, um ihn davon abzuhalten, um ihm diese Last zu nehmen. Er versuchte es mit dem Schlafmangel zu argumentieren, aber ich wusste es besser. Ein wenig legte ich den Kopf schief, aber ich konnte es ihm nicht übel nehmen, ich sagte ihm auch nicht alles. Eigentlich ziemlich wenig das letzte Jahr..
      Ich streckte meinen Arm aus, um nach seiner Hand zu greifen, ich wollte ihm zeigen, dass ich da war, doch ich zog die Hand auch schnell wieder zurück, denn die Gefühle, die in mir durch diese einfache Berührung ausgelöst wurden waren zu viel. Ein kleines Lächeln bildete sich dennoch auf meinen Lippen. "Ich hätte dich gern spielen gesehen", gab ich ehrlich zu. Ein wenig hatte ich das Gefühl, als wären wir zwei Fremde, die sich gegenüber saßen, ein ganzes Jahr war es jetzt her.. das Jahr hat uns scheinbar beide verändert. Mich nicht zum Guten.. Nat zum noch Besseren.
      "Du hast es vor allem wunderbar ohne mich gemeistert, ich bin stolz auf dich", das war ich wirklich.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Nathanael

      "Ohne dich, bin ich nicht viel" gestand ich.
      Als sie meinen Arm fast berührte und doch wieder zu schnell zurück nahm, schaute ich ihr direkt in die Augen. Ich wollte sie nicht damit konfrontieren, aber ich konnte auch einfach nicht anders und meine Meinung ihr sagen. Hier konnte sie mir nicht ausweichen, nicht einfach den Laptop ausschalten oder so tun als würde sie mich nicht hören.
      "Weißt du, du sahst so hinreißend aus in deinem Kleid an diesem einen Abend, und ich wollte …" mir fehlten die Worte. Jetzt, so vor ihr, brachte sie mich ein wenig aus dem Konzept.
      "Ich wollte dich einfach noch ein letztes Mal spüren, bevor ich gehe, verstehst du? Und als ich dir in dieser Nacht so nah war, hat es sich gut angefühlt. Ich weiß, dass wir eine Grenze überschritten haben, aber in dieser Nacht war es mir egal. Dich in meinem Arm zu haben, dich zu halten, zu spüren …"
      Aber wir wissen beide, dass es ein Fehler war, alles, was wir haben, zu riskieren.
      "Du musst nicht darauf antworten, ich möchte es einfach nur sagen und dir damit versichern, dass aus meiner Sicht, ich es nicht bereue und das diese Nacht in meinen Top 5 ist" mein Herz raste aber ich war wirklich froh es endlich loszuwerden. Um die Spannung rauszunehmen, klatschte ich in die Hände und grinste "Was wollen wir heute unternehmen? Ach und Videos hab ich genügend von unseren Auftritten auf meinen Laptop, die ich dir gerne rüberspielen lassen werde"
    • Olivia

      Ohne mich war er nicht viel? Ich blickte nach Nat, mein Herz schlug schneller, am liebsten wäre ich aufgestanden und hätte ihn umarmt, wäre ihm näher gekommen, aber das war nicht möglich und das war vor allem auch falsch. Doch ich rechnete nicht damit, dass er die Nacht ansprechen wird, in der wir uns näher gekommen waren, die Nacht, bevor sich mein Leben für immer veränderte, aus vielen Gründen. Ich senkte meinen Blick, weil ich ihm nicht in die Augen sehen konnte, während er mir davon erzählte, wie hinreißend ich aussah. Mein Herz schlug deutlich schneller, Erinnerungen an den Abend tauchten vor meinem inneren Auge auf. Ich habe ihn gespürt, ich habe ihn deutlich gespürt.
      Wir haben eine Grenze überschritten, deshalb nickte ich auf die Worte hin. Nat wollte mir versichern, dass er es nicht bereute und zu wissen, dass diese Nacht zu den Top 5 gehörte tat irgendwie weh. Verdammt, das tat mehr weh, als ich es gedacht hätte. Aber was erwartete ich? Dass er mir jetzt sagen wird, dass es die beste Nacht überhaupt war? Dass er sich mehr vorstellen kann? Ich war ein scheiß Krüppel und dieser Mann verdiente was besseres. Aber es klang einfach, als wäre ich eine Nummer, eine Zahl, eine von vielen und würde zu den fünf besten gehören. Wenigstens Top fünf.. und nicht Top zehn. Ich bereute diese Nacht, allein aufgrund dieser Worte.
      Kurz öffnete ich meinen Mund, um ihm etwas darauf zu antworten, doch ich schloss ihn wieder, weil ich nicht wusste, was ich jetzt wirklich erwartete. Außerdem wollte Nat das Thema wechseln. Das Grinsen konnte ich nicht erwidern, zu bitter waren die vorherigen Worte gewesen. "Klar, gern", antwortete ich auf die Videos. Was wir heute unternehmen wollten? Ich zuckte mit den Schultern. "Keine Ahnung, ich wollte irgendetwas gucken, oder mich irgendwie beschäftigen". Meine Augen musterten den Mann. "Wir könnten auf der Konsole spielen", schlug ich sonst vor.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Nathanael

      Unmerklich veränderte sich ihr Gemütszustand und ich fragte mich, ob es meine Aussage war. Alle fünf Punkte hatte ich mit Liv erlebt und nie fragte sie nach den Punkten.
      Ich sah auf die Uhr und es war schon fast Mittag. Ich sah sie an und drückte mich mit meinen Händen vom Tisch ab.
      "Ja lass uns reingehen" ich deutete in den Himmel wo sich dunkle Wolken aufbauten.
      "Oder wir könnten ja in deinem Bett einen Film ansehen" schlug ich vor uns sammelte derweil das Geschirr ein. Schnell trug ich das was zuerst draußen stand in die Küche und ging schnell zurück.
      Es fing schon an zu tröpfeln und als ich die Treppen hinuterging und eigentlich erwartet hatte sie würde sich in Bewegung setzen, war ihr Gesicht in Richtung Himmel gerichtet und der nun jetzt werdende regen benetzte ihr Gesicht. Ich wusste ja wie gern sie regen hatte, doch wenn ich sie ansah, sah sie alles andere als glücklich aus.
      Mein Herz zog sich zusammen. Ich hatte das Gefühl, dass ich der Grund dafür war und ärgerte mich, meine zuvor gewählten Worte ausgesprochen zu haben.
      Möglicherweise hatte sie die eine Nacht schon verdrängt und bei diesem Gedanken, dass es ihr nicht gefallen haben könnte, zog sich mein Magen zusammen.
      Der plötzliche Umschwung vom Regen zum Platzregen ging in wenigen Sekunden über und trotz das es Anfang Herbst war, war es schon recht frisch.

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    • Olivia

      Die dunklen Wolken registrierte ich, war aber noch nicht so ganz bereit hinein zu gehen, denn der Vorschlag zusammen auf meinem Bett einen Film zu sehen bereitete mir ein wenig Bauchschmerzen vor. "Ich habe jetzt unten mein Zimmer", ließ ich Nat wissen, als er das Geschirr einsammelte. Räumte er es gerade für mich zusammen? Er brachte es sogar mit rein, was mich seufzen ließ. Diese Diskussion hatte ich schon genügend mit meiner Mutter, man musste mir keine Sachen abnehmen nur, weil ich jetzt in einem scheiß Rollstuhl saß. Das Haus wurde unten an mich angepasst, was meine Eltern eine Menge Geld gekostet hatte, was meinen Vater sogar kurzzeitig einen zweiten Job annehmen ließ, damit er es bezahlen konnte. Die Türrahmen wurden breiter, es gab überall Zufahrtsmöglichkeiten für mich, selbst in den Garten, damit ich mich frei bewegen konnte, nur in den ersten Stock schaffte ich es nicht ohne Hilfe, deshalb blieb ich unten. Aber sonst konnte ich mich frei bewegen und brauchte kaum Hilfe im Alltag, ich wollte sie auch nicht, mein Geschirr konnte ich einfach auch selbst wegbringen.
      Kurz ärgerte ich mich darüber, musste durchatmen, um nichts zu sagen, denn ich wusste auch, dass ich empfindlich gegenüber einigen Themen geworden bin, was mir meiner Mutter gegenüber vor allem sehr leid tat. Aber ich bewegte mich mit dem Rollstuhl weg von der Sitzmöglichkeit, um über die Rampe nach oben zu kommen. Ein wenig nass wurde ich, aber das war nicht weiter schlimm, der Regen gehörte zu den Dingen in meinem Leben, die mir wirklich viel Freude bereiteten. Davon gab es inzwischen immer weniger, weil es mir nicht mehr möglich war und weil ich mit den Leuten abbrach, mit denen ich Kontakt gehabt habe. Nicht einmal meinem ehemaligen Tanzpartner schrieb ich zurück, es war mir einfach unangenehm.
      "Ich muss dich aber vorwarnen", sprach ich, als ich an Nat vorbei fuhr. "Ich hatte ein ganzes Jahr lang sehr viel Zeit und es gibt kaum etwas, was ich noch nicht gesehen habe". Ich steuerte mein neues Zimmer an, es wurde für mich umgebaut, damit ich hier unten bleiben konnte. "Aber den neuen Horrorfilm mit der Puppe, den habe ich noch nicht gesehen". Ich versuchte es einfach normal zu halten, um nicht mehr an diese komische Top 5 denken zu müssen. Vielleicht... sollte ich ihn fragen? Lieber nicht.
      Mein Zimmer unten war groß, mein altes Bett stand da, ein paar Malsachen, Staffeleien und Keilrahmen.. Außerdem auch ein großer Fernseher an der Wand, meine Switch und einige Kleinigkeiten, vor allem meine gruselige Deko, Puppen und Filmposter aus den 90ern waren auf jeden Fall zu finden. Ich öffnete die Tür, rollte hinein, um die Fernbedienung unter dem Fernseher zu nehmen und diesen anzuschalten.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Nathanael

      Ich folgte Liv in ihr neues Zimmer. Zwar war dieses jetzt im Erdgeschoss aber sonst sah es nicht großartig anders aus. Ich ließ meinen Blick schweifen und hörte ihr zu. Das sie damit viel Zeit verbrachte dachte ich mir schon fast. Aber hoffte so sehr, sie würde trotz Rolli die Welt noch sehen wollen.
      "Ah ja der im Kino war? Wie hieß der nochmal... Annabell?"
      Ich fixierte ihre Kunstecke und drehte mich zu ihr
      "Warst du fleißig?" Ich lächelte leicht. Ich sah mich im restlichen Zimmer um und befand es für gemütlich. Ich zog meine Schuhe neben der Tür aus und warf mich in ihr Bett.
      "Oh man Liv ich liebe dein Bett! Du kannst dir nicht vorstellen wie hart die Betten bei unserer Unterkunft waren" ich verzog das Gesicht schüttelte mich kurz. Dann schlug ich ihre Decke zurück und klopfte neben mich "Auf geht's hüpf rüber" ich grinste. Ich fühlte mich als wäre ich wieder Zuhause. So wie damals als wir jeweils beim anderen übernachtet hatten und unerlaubt thriller Filme anschauten. Die Zeit würde ich nie vergessen. Diese Zeit war so unbeschwert, leicht und einfach. Jetzt sind wir zwar Erwachsen und dennoch, wenn ich hier bin ist es so, als würde mein inneres Kind erwachen.
    • Olivia

      Natürlich wusste Nat sofort, welcher Film gemeint war. "Ja, davon ist der zweite Teil jetzt raus.. Haben wir den ersten überhaupt gesehen?", fragte ich, weil ich mich nicht ganz entsinnen konnte, ob ich diesen mit Nat oder alleine gesehen habe. Horrorfilme waren eine meiner Leidenschaften, auch wenn ich mich gewiss nicht wirklich gruselte. Ich mochte es, ich mochte auch Dinge über Lostplaces, oder verfluchte Sachen zu lesen, mir Dokus anzusehen.. Eine verfluchte Puppe stand bei mir im Zimmer, selbst ein Ouija Brett besaß ich, allerdings war ich dennoch vorsichtig, was es solche Dinge anging, ich wollte keine übernatürlichen Wesen verärgern und irgendwelche Flüche auf mich ziehen.
      Als der Mann in meinem Zimmer die Kunstwerke ansprach seufzte ich. "Nicht so viel, wie ich sollte", gestand ich. Aber selbst das Malen fiel mir wirklich schwer. "Mir fehlt Muse zum Malen", gestand ich auch das. Es gab einfach wenig, womit ich mich zur Zeit zufrieden gab, was mich selbst anging, das lag vermutlich an diesem scheiß Unfall.. Doch ich schaltete den Fernseher ein und rollte zum Bett, auf welchem sich Nat schon gemütlich machte. Ja, das Bett liebte ich auch sehr, eine der besseren Dinge in meinem Leben. Ich schmunzelte über seine Bemerkung, bremste den Rollstuhl, um mich mit meinen Armen auf das Bett umzusetzen. Das klappte inzwischen wirklich gut, ich brauchte so gut, wie keine Hilfe dabei und fühlte mich gut selbstständig damit. Meine Beine zog ich an der Hose rüber, dann konnte ich mich auch schon hoch ziehen und zufrieden seufzen. "Ja, das Bett liebe ich auch", merkte ich an. Es war schön gemütlich.
      Als ich es mir gemütlich gemacht hatte suchte ich nach einem Stream für den Film. Ein wenig Abstand hatte ich zwischen uns gelassen, zufällig und eher unterbewusst, aber schon jetzt schlug mein Herz wie verrückt und ich wusste nicht, wie es sein würde, wenn Nat mir näher sein würde.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."