Music is the key (Uki & Michiyo)

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    • Music is the key (Uki & Michiyo)

      Steckbriefe

      @Michiyo

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      Eigentlich sah die Universität an der Taka sich eingeschrieben hatte von außen fast wie eine Schule aus und dafür, dass er sicher auf eine wirklich gut betuchte Uni hätte gehen können, hatte er sich für etwas sozusagen Normales entschieden. Sie war schon hübsch und auch gut, aber nichts wo sonst irgendwelche Stars hingingen. Hier konnte er also mit den normalen Menschen seines Alters zusammen sein, auch wenn wer sich natürlich wie immer von Menschen fernhielt. Die Infoveranstaltungen, ebenso wie die Einführungstreffen hatte er alle ausfallen lassen. Stattdessen hatte er die Zeit mal wieder in seinem Studio verbracht.
      Doch nun fingen die ersten Vorlesungen an und nachdem Taka schon eine für heute hinter sich hatte kam er doch glatt zu spät zur Nächsten. Kurz sah er auf seine Uhr und fluchte vor sich hin. Wer hatte auch beschlossen, dass zwei Pflichtveranstaltungen an einem Tag hintereinander waren und dann aber an den unterschiedlichen Enden der Uni? Man konnte es sicher schaffen, wenn man nicht wie er noch auf Toilette musste und wenn man zu einer der Vorveranstaltungen gegangen wäre und damit auch von der Abkürzung wusste. Taka hingegen hetzte nun durch die recht vollen Gänge nachdem das Signal schon ertönt war und wusste, dass er zu spät sein würde. Hier waren ihm aber auch viel zu viele Menschen unterwegs und auch dies machte ihm und seiner Art es nicht leichter sich durchzukämpfen.
      Erst als sich die Gänge fast ganz geleert hatten kam er schneller durch und war doch recht schnell bei dem Raum, jedoch immer noch zu spät dran und als er die Tür öffnete lagen viel zu viele Blicke auf ihm. Taka hasste Aufmerksamkeit und so senkte er den Blick. Es wurde auch nicht besser dadurch, dass der Tutor ihn nun tadelte und meinte, dass er zumindest hätte klopfen können und ihn noch dazu auf eine Bank verwies auf der Taka sich schnell niederließ.
      Hate'll paralyze your mind
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      It costs ya nothin' to be kind
      Not so different you and I
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      Until we find that equal sign
    • Voller Vorfreude auf das Studentenleben zogen die ersten Tage der Einführungswoche an Daichi viel zu schnell vorbei. Zugegeben, die ganzen Informationsveranstaltungen, die einen nur darüber belehrten, wie der Alltag an der Universität ablief, wen man bei Fragen konsultieren konnte und welche Kurse angeboten wurden, waren irgendwie lästig und gaben nur bedingt einen Einblick in die neue Welt, die sich vor dem Rothaarigen erstreckte aber selbst daran fand er seinen Spaß. Stets mit einem Lächeln auf den Lippen wanderte er über den Campus, betrachtete die vielen Stände, die die Kommilitonen der höheren Semester aufbauten und genoss den nächsten Abschnitt seiner jungen Jahre. Bereits an der Schule war er ein Überflieger gewesen - nicht von seinen schulischen Leistungen her, die waren hier und da durchaus verbesserungsfähig, aber menschlich war er immer weit vorn. Ueno verstand es, Freunde zu finden, anderen Halt zu geben und sie in seiner Nähe gut fühlen zu lassen, wenn man ihn denn erstmal an sich ran ließ. Denn um ehrlich zu sein, begegnete man auch ihm mit Vorurteilen. Das knallig leuchtende Haar, das nur so nach Aufmerksamkeit verlangte, der bunte Kanarienvogel, der einem bloß vom Leib bleiben sollte und gar zu schweigen von seinem Charakter. Sportler, von den Frauen geliebt, von den Männern bewundert oder auch anders herum - je nachdem, wo der Apfel eben hinfiel, ein guter Gesprächspartner war er bestimmt nicht, so zerlöchert von all den Steroiden wie sein beschränktes Hirn war. Doch mit all dem war nun Schluss. Beliebt war Daichi in der Schulzeit gewesen, viele nannten sich seine Freunde, nur um einen Vorteil daraus zu gewinnen, während sie hinter seinem Rücken doch nur wieder ein schlechtes Wort nach dem anderen über ihn verloren. So war das eben mit dem Ruhm und dem Ansehen, Hater gab es immer and haters gonna hate…

      Diesmal würde es anders aussehen. An der Universität hielt ihn sicherlich keiner mehr für dumm. Ja, der Basketballer hatte ein Stipendium, aber auch ohne das hätte er locker die Zulassung erhalten, es war eben nur ein nettes i-Tüpfelchen. In den ersten Veranstaltungen des Programms fanden sich schnell freundliche Gesichter und mit ihnen an der Seite bereitete es viel Freude, wirklich jede einzelne dieser freiwilligen Vorkurse zu besuchen. Wie sollte man auch sonst Anschluss finden? Alle waren neu, saßen im selben Boot, händeringend auf der Suche nach den Peers, die für die nächsten Jahre unersetzlich wären. In einem Mannschaftssport tätig zu sein half da allenfalls mit.

      Der Knall der ersten Woche war erfolgreich überstanden und da Daichi auch schon eine Handvoll Bekannte gefunden hatte, befand er sich nicht allein auf dem Weg zum nächsten Kurs. In Begleitung von drei der neuen Gesichter, spazierten sie geschmeidig über die Abkürzungen, die eine von ihnen kannte, weil die ältere Schwester hier bereits ihren Abschluss erworben hatte, bis sie als einige der ersten im Saal erschienen. Trotz der freien Platzwahl ordneten sie sich hinten an, da ihnen dort bereits vier weitere mit erhobenen Händen ein Winken zuwarfen. So beobachteten sie gemeinsam, wie sich die Stühle füllten, die Stimmen im Raum mehr wurden, bis Daichi nicht Mal mehr die Person am anderen Ende ihrer Kette hören konnte, ohne sie zum Schreien aufzufordern. Doch das Erscheinen der Lehrkraft durchbrach den Lärm und sorgte für eiserne Stille. Alle schienen ihre Haltung zu korrigieren und vor Respekt zu verstummen. Ein letztes sanftes Lächeln warf Daichi seiner Sitznachbarin zu, ehe sie sich beide der Tafel widmeten.

      Der Tutor war streng, aber zumindest schien er kompetent. Die ungeteilte Aufmerksamkeit genoss er von beinahe allen Studenten, bis die Tür in der Stille laut knarrte und die Oberhand gewann. Natürlich drehten alle umher. Hatte jemand so früh das Handtuch geworfen und sich doch für einen anderen Kurs entschieden? Statt jemanden mit gepackten Sachen den Saal verlassen zu sehen, blickten alle auf einen unscheinbaren jungen Mann, der Wurzeln zu schlagen begann. Erst nach der Aufforderung des Mannes am Pult, setzte sich dieser mit weiterhin gesenkten Kopf und ließ den Körper leise auf die Bank neben Daichi fallen. "Tough crowd." Flüsterte er dem neuen Sitznachbar zu und schenkte ihm dabei ein gedämpftes Kichern. "Da kennt wohl jemand die Abkürzung noch nicht." Sorgte er sogleich für ein leises Gelächter unter seinen Freunden, die die beiden im Auge behielten. So war das gar nicht gemeint. "Wir zeigen sie dir gerne! Ueno Daichi" Versuchte er die Situation zu retten und stellte sich dem anderen freundlich vor.
      A heart's a heavy burden.

    • Schon jetzt hatte Taka genug und fragte sich wieder wieso er sich ein Studium überhaupt antat, immerhin verdiente er doch jetzt schon sehr viel Geld und soziale Interaktionen waren nun mal nicht seins. Am liebsten hätte er nun seinen Kopf vergraben und ließ sich schnell auf der ihm zugeteilten Bank nieder, immerhin würden erst dann sicher die ganzen Augenpaare von ihm ablassen. Leider wurde es nicht gerade besser, denn auf dieser Bank saß schon jemand und so würde er nicht seine Ruhe haben.
      Als er nun die ersten Worte von dem Rothaarigen neben sich hörte sah er ihn im ersten Moment leicht finster von unten an ohne wirklich den Kopf zu heben. Wollte dieser Kerl ihn verarschen? Leute wie er waren der Grund wieso Taka Menschen mied und noch schlimmer: Der Kerl war auch sicher Sportler, so wie er gebaut war oder zumindest einer von diesen überall beliebten Menschen, so wie seine Freunde auf die zweite Aussage hin anfingen zu lachen. Also selbst an der Uni war er nur wieder einer über den sich die Menschen lustig machten.
      Manchmal, in solchen Momenten, dachte Taka darüber nach wie sich solche Menschen doch plötzlich anders verhalten würden, wenn sie wüssten wer er war und vor allem wie viel Geld er schon gemacht hatte damit. Dann wären sie sicher plötzlich nett zu ihm.
      Zu seiner Verwunderung stellte sich nun der Kerl vor und bat Hilfe an, etwas ganz Ungewöhnliches und statt es gleich anzunehmen hob er lieber den Kopf etwas mehr und musterte den Anderen, die Freunde ließ er erstmal außen vor, denn sie schienen nur Gefolge zu sein. Ziemlich groß war der Kerl auf jeden Fall, fast schon ein Riese und dabei war Taka auch schon nicht wirklich klein für japanische Verhältnisse mit seinen etwa 1,73m.
      „Ninagawa Takashi…“, murmelte er eine Vorstellung, immer noch ohne wirklichen Augenkontakt und auch eher, weil man ihm beigebracht hatte, dass es Pflicht war. „Ich werde die Abkürzung schon selbst finden.“, meinte er monoton und drehte sich dann nach vorne um sich seinem Block zu widmen aus dem sogleich ein Blatt mit Noten für die Geige rutschte als er diesen aufschlug, was er jedoch noch nicht bemerkte. Taka war noch dabei sich einen Stift zu suchen. Wenn er schon zu spät kam, dann wollte er nicht noch mehr negative Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
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    • "Freut mich se-" verfolgte der rothaarige das fallende Stück Papier dabei, wie es von Seiten zur Seite zu schwingen schien, bevor es letztlich auf den Boden sank. Das er mitten im Satz aufgehört hatte zu reden, bemerkte Daichi dabei nicht einmal und blieb mit offenem Mund in der Bewegung stehen, ehe er sich nach unten beugte, um danach zu greifen. "Ist dir runter gefallen." Merkte er nur murmelnd an und legte es neben den Block, den der Spätankömmling gezückt hatte. "Valse Sentimental…" Fanden seine Gedanken ihre Worte ohne, dass er es laut aussprechen wollte. Jeder Idiot hätte lesen können, welches Stück es war, stand der Titel oben drauf, aber darauf waren seine Augen nicht gefallen. Im Gegenteil, die Notenfolge allein reichte aus, um das ihm bekannte Violinkonzert zu erkennen. Tchaikovsky wurde wirklich häufig auf Wettbewerben gefordert, dieses Stück besonders beliebt unter den Juroren. Auch Daichi hatte es mehrere Male spielen müssen. Wieso hatte der Junge die Noten bei sich? Einen Geigenkoffer hatte er nicht dabei, wobei auch Ueno nicht mit dem Koffer durch die Gegend lief, wieso auch, aber Noten hatte er auch nur dabei, wenn er vor hatte zu proben. "Du spielst?" Hellten die neugierigen Augen direkt auf, bei dem Wink eine Gemeinsamkeit beim unerwarteten Sitznachbarn gefunden zu haben.



      Die Frage war sinnbefreit, beantwortete sich beinahe selbst. Aus welchem Grund sollte Ninagawa Notenblätter mit sich führen, wenn er kein Musiker war? Die introvertierte, unscheinbare Art würde durchaus dazu passen. Viele der Mitstreiter hatten diese Energie und Ausstrahlung. Ein Wunder, dass es dem Rothaarigen nicht schon eher aufgefallen war. Nur wenige waren so selbstbewusst und aufgeschlossen wie Daichi. Irgendwie waren sie eine ganz eigene Art von Menschen, die eher zurückgezogen lebten. Im Gegenzug zu den Pop-Ikonen oder Superstars am Himmel verbrachten sie den Hauptteil ihrer Stunden mit Proben. Ein Opfer, das man bringen musste, um annähernd von der klassischen Musik leben zu können und der Grund wieso Ueno es an den Nagel hängen wollte. Es fraß zu viel Zeit. Neben dem Mannschaftssport und der schulischen Pflichten blieben ihm ohnehin kaum freie Minuten und jede einzelne von ihnen müsste er für die Geige aufopfern, wenn er es beruflich verfolgen wollte. Die Kosten der Lehrer und die Fähigkeiten derer mal abgesehen... Auf der Suche nach dem richtigen Lehrmeister war er nie weit gekommen. Keiner war gut genug, um das Feuer in dem Sportler zu entfachen und dazu zu bringen, den Ball aus den Händen zu legen. "Es gibt hier am Campus wirklich geile Proberäume! Können gern-" wieder beendete er den Satz mittendrin, diesmal jedoch ungewollt auf das Eingreifen der Lehrperson hin. "Ruhe bitte!" Ermahnte er, den Blick grob in die Richtung der beiden. Ertappt, verzog er die Miene, hielt sich die Hand vor den Mund und flüsterte stattdessen. "Sorry."
      A heart's a heavy burden.

    • Nachdem er einige Zeit in seiner Tasche nach einem Stift gesucht hatte, nicht ohne dabei innerlich zu fluchen wie ungeordnet es in dieser war, fand er schließlich das Objekt seiner Begierde. Gerade als er sich nun wieder normal hinsetzte hörte er seinen ihm aufgezwungenen Sitznachbarn und sah das Blatt. Seine Augen verengten sich. Taka wollte nur seine Ruhe und sogleich kamen Fragen auf. Schon die erste Frage wollte er am liebsten mit einem „Bist du dumm?“ beantworten, ließ es aber und biss sich stattdessen auf die Unterlippe.
      Immerhin konnte er von Glück reden, dass ihm nicht eines seiner eigenen Stücke aus der Tasche gefallen war, denn sonst wäre seine Ruhe vorbei. „Ja…“, murrte er nun schließlich seine Antwort und stopfte den Zettel schnell wieder in den Block. Er war für heute schon genug aufgefallen und immerhin war er nicht hier um Freunde zu finden, doch sein Sitznachbar redete und redete weiter. Taka rollte die Augen und sah weg von ihm als dieser anfing von den Proberäumen zu reden, denn er würde nie öffentlich so spielen.
      Und da kam was er befürchtet hatte: Schon wieder bekam er ungewollte Aufmerksamkeit von dem Lehrer. „Verzeihung.“, meinte er schnell und war froh als dieser sich wohl mit der Entschuldigung der Beiden zufrieden gab und sich wieder der Tafel zuwandte. Schnell schrieb Taka auf seinen Block, den er dann in Richtung von Daichi schob. //Sprich mich nicht an.//, stand dort in feiner und sehr sauberer Schrift, ehe er nun das Kinn auf die Handfläche stütze und nach vorne sah. Er wollte Stress vermeiden und immerhin keine Freunde finden.
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    • Die Verwunderung über die Worte des Zurückhaltenden war Daichi deutlich vom Gesicht zu lesen. Hatte er etwas falsches gesagt? Der Wink auf dem Zettel war eindeutig und obwohl der rothaarige reflexartig den Mund öffnete, um zu protestieren, entschied er sich doch lieber dazu, zu schweigen. Seine Gedanken kreisten sich. Für gewöhnlich war es ihm ein leichtes Bekanntschaften zu schließen und kam den meisten sympathisch rüber, wieso er den Unmut seines Sitznachbarn erntete wollte ihm nicht so ganz in den Kopf. Nahm er ihm den unglücklichen Anfang etwa übel? Seufzend senkte Ueno sein Haupt und richtete sein Augenmerk lieber auf seine Mitschriften, so würde die Zeit eventuell schneller vergehen.

      Immer wieder schielte ein flüchtiger Blick zum Fremden, auf der Bank neben ihm, neugierig nach einer erneuten Kontaktaufnahme aber diese blieb aus. Nerven wollte Daichi den jungen Mann schließlich nicht und passte stattdessen auf. Den Tutor bei seiner Predigt beobachtend schien die Zeit still zu stehen. Obwohl der Inhalt durchaus spannend war, hatte der Herr eine Art an sich, sie es einem schwer fallen ließ ihm aufmerksam zu folgen. Es lag etwas monotonen in dessen Stimmlage, als wäre er selbst davon gelangweilt, den Anfängern jedes Jahr aufs Neue den selben Kram zu erzählen. Mit etwas mehr Enthusiasmus wäre der Kurs sicherlich interessanter für alle Wissbegierigen. Langsam schleppte es sich voran und auch wenn Daichi bereits einen grünen Tee zum Frühstück getrunken dürstete es ihm nach einem Koffeinkick. Wieso fanden denn ausgerechnet solche einschläfernden Veranstaltungen immer Morgens statt?

      Den Freunden auf der anderen Seite der Bank entging die Müdigkeit des Rothaarigen nicht, sie selbst waren gelangweilt von dem Gelaber. Zwar schrieben sie alle fleißig mit aber einen Spaß erlaubten sie sich hier und da auch noch. Ein kleines Papierkügelchen flog von der Tischkante direkt auf Uenos Schläfe, nachdem einer diesen mit dem Zeigefinger katapultiert hatte. Sofort zeichnete sich ein Grinsen auf den Lippen des größeren ab und beim nächsten Schuss gelang es ihm auszuweichen.

      Die Rechnung hatte jedoch keiner von ihnen zuende bedacht, denn statt des Rothaarigen erwischte die Kugel nun die Wange von Ninagawa. Obwohl ihnen allen das Lachen bereits im Hals stand und das Grüppchen ordentlich am Riemen halten musste, um nicht komplett in Gelächter auszubrechen, saßen sie Stock steif auf ihren Sitzen und hielten den Atem an. Am liebsten hätte sich Daichi entschuldigt aber dann wäre es mit ihrer Contenance dahin.

      Nachdem der Unterricht endlich beendet wurde atmete die halbe Bank erleichtert auf. "Entschuldige bitte, die sind manchmal etwas übermütig." Grinste Daichi in die Richtung seiner Freunde, ehe er seinen Blick an Takashi wandte. "Also Tchaikovsky, einfach ein Fan oder bereitest du dich auf einen Wettbewerb vor?" Suchte er wieder das Gespräch. Vielleicht war Ninagawa etwas aufgeschlossener, wo die Stunde beendet war.
      A heart's a heavy burden.

    • Scheinbar hatte der Zettel seine Wirkung nicht verfehlt und auch wenn Taka die quasi Schnappatmung seines Sitznachbarn sah, so ignorierte er dieses und machte nun den Unterricht mit. Er hoffte sehr nun keine weitere Störung mehr ertragen zu müssen und dies hielt auch einige Zeit an, doch leider nicht lange.
      Wenig später fing dieser Daichi an lieber mit seinen Freunden rumzualbern statt sich auf den Unterricht zu konzentrieren. Auch wenn es etwas nervig war, so hatte Taka beschlossen es so gut wie möglich auszublenden, doch auch dies hielt nicht lange und eine der Papierkugeln landete in seinem Gesicht. Wenn sie nun nicht mitten im Unterricht gesteckt hatten und er dazu auch schon schlecht aufgefallen wäre, dann hätte Taka nun entgegen seiner sonstigen Einstellung die Stimme erhoben und diesen Kerlen die Meinung gegeigt, doch so biss er sich auf die Lippe und sah stattdessen finster zu Daichi. Beim nächsten Mal musste er früher hier sein und sich einfach wo anders hinsetzen um dies nicht noch mal ertragen zu müssen.
      Wieder erkannte er zu gut wieso er sich von Menschen fern hielt und sonst Situationen wie diese mied, doch zu seiner Beruhigung lief der Rest der Stunde dann doch ruhiger und die Idioten hatten es wohl geschafft sich selbst zumindest etwas zusammen zu nehmen. Taka hakte diese ganze Sache ab in seinem Kopf und wollte schon gehen als der Rothaarige ihn erneut ansprach. Sogleich zuckte der Braunhaarige zusammen und wollte am liebsten seine Kapuze über seinen Kopf ziehen.
      "Ich hoffe doch, dass ich dies nicht jede Stunde erwarten muss. Ich will den Kurs bestehen und scheinbar ist es hier so voll, dass ich mich nicht wirklich wegsetzen kann." Er hatte diese Lage kurz gecheckt gehabt als er sich erhoben hatte. "Und Tchaikovsky ist schon ganz gut, aber auch ziemlich eingestaubt. Er wird immer wieder verlangt, aber langsam ist es doch schon langweilig." Wieso auch immer er dies nun diesem Kerl erzählte, doch es stimmte auch. "Aber ich nehme an keinem Wettbewerb teil... nur um diese Frage zu beantworten. Darf ich nun?" Taka war es unangenehm und er wollte hier weg. Die ganze Zeit hatte er Daichi kaum angesehen und auch nie direkt in die Augen.
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    • Der fleißige Kauz war sichtlich unbeeindruckt von den Späßen der Gruppe und auch die Besänftigungsversuche des Rothaarige zeigten keine Wirkung. Es war verständlich, dass ihm die quirligen Personen sauer aufstießen. Ein Studium verlangte schließlich harte Arbeit und ein großes Maß an Disziplin besonders, wenn man eine Karriere in der Musikbranche anstrebte. Unendlich viele kluge Köpfe, fleißige Finger wagten sich auf den Weg und waren kläglich daran gescheitert. Wem konnte man da verübeln, nicht auf Ablenkung stoßen zu wollen? Daichi zumindest verübelte es dem Kleineren nicht. Stattdessen nickte er nur auf die Worte des Dunkelhaarigen und suchte seinen Blick - vergänglich. "Ja, der Kurs ist tatsächlich hoch besucht. Die Spreu wird sich aber noch früh genug vom Weizen trennen, also nur Geduld - du wirst mich höchstwahrscheinlich nicht das ganze Semester als deinen Sitznachbar ertragen müssen. Zumindest nicht, wenn du das nicht möchtest." Ohne ein schelmisches Lächeln auf seinen flirtenden Blick brachte er die Worte nicht über seine Lippen. Daichi erlaubte sich zu gerne den Spaß.
      Nickend stimmte er den folgenden Aussagen des Mannes zu. Tschaikowsky und alle anderen Legenden der klassischen Musik leisteten ihren Beitrag mit den schönsten Melodien und Stücken dieser Welt, aber die Wettbewerbsform ergötzte sich zu sehr an ein und denselben Stücken… Einer der Gründe, warum Daichi diese Art des Vergleiches verabscheute. Musik war für ihn mehr als nur das starre Befolgen von Anweisungen und Tönen. Die eigene Interpretation, die Emotionen, das, was ein Individuum in einem Stück sah und mitteilen wollte, war doch das schönste daran - da war die Popkultur der Klassik Meilen voraus.
      "In der Tat, nur sehen die alten Säcke in der Jury das anders." Nun erhob auch der Rothaarige sich von seinem Platz, streckte die Hand zu einer kleinen Geste aus, während sich der Oberkörper leicht nach vorne neigte. "Be my Guest." verabschiedete er den anderen und entließ ihn aus der Qual, den Fremden und seine nervigen Freunde ertragen zu müssen. "Ach und wenn dir mal die Muße fehlt, schau doch gerne mal auf dem Basketballfeld vorbei." Lachte Daichi dem Mann noch hinterher, bevor sich ihre Wege trennten.
      Die Trainingstasche unter den Arm klemmend, verließ er auch den Saal und machte sich auf in Richtung der Sportstätten, denn die zweite Passion des Jungens wartete auf ihn.
      A heart's a heavy burden.

    • Die Aussage von dem Rothaarigen verwunderte TaNi schon sehr, denn immerhin war er es gewohnt, dass die Menschen es ihm übel nahmen, wenn er ihnen so direkt entgegen trat und er hatte eben immerhin offen gestanden daran zu denken sich weg zusetzen. Der Rothaarige hingegen schien sogar Verständnis aufweisen zu können und diese beruhigte Takashi, denn so hoffte er auf Besserung. Er wünschte sich keine Freunde, aber zumindest Ruhe und es gab keine andere Option als neben dem Rothaarigen zu sitzen. Doch als er nun andeutete, dass Takashi es vielleicht irgendwann wollen würde neben ihm zu sitzen, ließ ihn die Stirn leicht runzeln. Wieso sollte er neben einem so lauten Kerl sitzen wollen? Diese Beiden würden sicher keine Freunde werden.
      Endlich erhob sich Daichi und würde ihn nun endlich in Ruhe lassen. Hoffentlich würden sich die Beiden nicht all zu oft über den Weg laufen, doch kurz zuckten seine Mundwinkel wieder zu einem Lächeln hoch als er hörte, dass der Rothaarige es wohl auch so sah wie er und dass die Stücke einfach verstaubt waren. Takashi konnte nur von Glück reden, dass seine Notenblätter mit seinen eigenen Stücken nicht aus dem Block gerutscht waren. Sonst hätte es sicher Fragen aufgeworfen. „Man sieht sich wohl zwangsläufig.“, meinte der Braunhaarige und verließ schnell den Raum. Ganz sicher würde er diesen Kerl nicht besuchen wollen, denn er hielt nicht sonderlich viel von Sportlern.
      Kaum war er wieder auf den Gängen zog TaNi die Kapuze von seinem Hoodie wieder tief in sein Gesicht und versuchte allen aus dem Weg zu gehen. Nun hatte er eine Freistunde und die meisten würden Sport treiben, lesen, sich mit Leuten treffen oder einfach nur üben. Er hingegen brauchte nicht mal ein Instrument vor sich, um seine Musik zu komponieren. Er hörte die Musik auch so. Deshalb war er nur auf der Suche nach einem ruhigen Platz und ging immer wieder in leere Studienräumen, die sich dann jedoch als nicht ganz so leer entpuppten.
      Ehe sich Takashi versah und als er wieder den Blick hob, nachdem er einige Zeit ziellos durch die Gänge gewandert war, fand er sich wirklich bei der Sporthalle wieder. Was für ein seltsamer Zufall und doch schadete es nichts nun hier zumindest mal zu schauen wie viel los war. Solange es nur einige Hintergrundgeräusche wären würde es Takashi nicht sonderlich stören und so öffnete der junge Mann vorsichtig die Tür zur Sporthalle.
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    • Die trockene Luft der Halle fühlte sich in der Kehle ganz anders an als die sauerstoffarme und drückende Atmosphäre des Vorlesungssaals. Hier hatte das rege Treiben noch nicht begonnen, sodass es noch angenehm war, doch Daichi wusste bereits beim Betreten des Spielfelds, dass die Trockenheit nach wenigen Minuten des Laufens in seinem Hals kratzen würde. Nichtsdestotrotz freute er sich auf die Sporteinheit, sie kam ihm nach dem Kurs gerade recht und war eine willkommene Abwechslung zum Frontalunterricht. Wie anderen Studenten der Ausgleich zum ständigen Büffeln gelang, wusste der Rotschopf nicht, schließlich war da jeder anders, aber für ihn war es genau das. Der steigende Puls, das rasende Herz, der tropfende Schweiß, Zeit für unnütze Gedanken blieb einem nicht, wenn man einem Ball hinterherjagte. Gerade als die Männer das Aufwärmen abgeschlossen hatten und sich ein leicht klebriger Film der Anstrengung auf Daichis glänzender Haut absetzte, fiel das Eingangstor mit seinem üblichen Quietschen ins Schloss. Während die meisten den Worten des Trainers lauschten und sogleich ihr Training fortsetzten, wanderte sein brauner Blick zur Geräuschquelle. Normalerweise war der Student nicht anfällig für Ablenkungen, weder beim Basketball noch beim Spielen der Geige, eine Eigenschaft, die man zu meistern hatte, wenn man die Teilnahme an Wettbewerben überstehen wollte. Wieso er ausgerechnet jetzt empfänglich dafür war, wusste er nicht, war aber auch froh darüber, den Anblick, der sich ihm bot, nicht verpasst zu haben. Mit der Kapuze tief ins Gesicht gezogen und eher hängenden Schultern betrat ein junger Mann die Trainingshalle, der definitiv neu dort war. Schmunzelnd folgte Daichis Augenmerk den Schritten des verhüllten Jungen, den er selbst sofort enttarnt hatte. Seinen Sitznachbar erkannte er schnell in der Haltung. Er war also tatsächlich gekommen - doch nicht wirklich wegen den Worten des Rothaarigen? Nein, das grenzte schon an ein Wunder oder hatte Daichi den Braunhaarigen falsch eingeschätzt?

      “Uenochi! Achtung!” erklang eine besorgte Stimme aus der anderen Hälfte der Halle. Ein Spielfeld war wirklich nicht der richtige Ort zum Träumen! Geistesgegenwärtig wandte der gewarnte Umher und fing den Ball, der angeflogen kam, ehe er seinen Kopf treffen konnte.
      “Mein Fehler!” hielt er anschließend einen Arm in die Höhe, um sich für seine Unaufmerksamkeit zu entschuldigen. Ein letztes Mal schielte der Mann über seine Schulter, konnte sich das Lächeln dabei nicht verkneifen und widmete sich schließlich wieder seinem Training. Ein Ball nach dem anderen wurde erfolgreich im Korb versenkt, galant wie eine Gazelle bewegten sich die Herren auf dem Feld hin und her, wobei der Rotschopf nicht nur aufgrund seiner Haarfarbe deutlich dominierte.

      Nach der Einheit und Schweißgebadet verlor Daichi keine Minute mehr und rollte den Ball wie eine Bowlingkugel in Richtung des jungen Mannes, der vertieft in seine Notenblätter schien. “Na, inspiriert dich das Prellen des Balles?” Er stand vor seinem Sitznachbarn, in dem Versuch, einen Blick auf dessen Blätter zu erhaschen, bevor er sich mit dem Handtuch im Gesicht die Perlen von der Stirn wischte.
      A heart's a heavy burden.

    • Dem eigentlichen Plan sich unauffällig reinzuschleichen machte die Tür einen Strich durch die Rechnung. Diese meldet ihn mit einem Quietschen als sie wieder zufiel und Takashi zuckte zusammen. Nun bereute er es sogleich sich doch hier rein gewagt zu haben und nicht weitergegangen zu sein. Da er nun aber hier war, ließ er sich am Spielfeldrand nieder, wo er nicht im Weg war, und holte seine Notenblätter raus. Sicher hätte er sich auch auf der Tribüne einen Platz suchen können, doch dann hätte er sicher noch mehr Aufmerksamkeit auf sich gezogen und ihm reichten die Blicke jetzt schon.
      Auch wenn er seine Unterlagen sogleich rausgeholt hatte, so blieb sein Blick auf dem Spielfeld und dem Kerl mit den auffälligen Haaren hängen. TaNi gemerkte gar nicht wie lange er zusah bis er endlich den Blick abwenden konnte, doch es war einige Zeit verstrichen. Der junge Mann verstand nicht wirklich was von Sport und doch sah er gerne mal zu, doch irgendwas an diesem Spiel hatte ihn sehr fasziniert.
      Danach vertiefte er sich für den Rest des Trainings in seine Arbeit, denn immerhin studierte er nur noch so hier, und er bekam gar nicht mit wie das Training endete bis der Ball gegen ihn rollte und ihn leicht zusammenzucken ließ. Sein Blick wanderte nun zu dem Rothaarigen nach oben und natürlich bemerkte er die Blicke auf seine Arbeit. Sogleich machte sich ein bisschen Panik in ihm breit, denn immerhin sollte keiner sehen woran er arbeitete und dazu hatte er noch die dumme Angewohnheit immer seine Initialen in die Ecke eines Notenblattes zu malen.
      „Ich bin nicht wegen dir hier, falls du es denkst. Ich habe nur einen ruhigen Platz gesucht und auch wenn es seltsam klingt: Das Dribbeln und das Quietschen von Sneakern hat etwas rhythmisches, dass beruhigend wirkt.“, erklärte er sich ruhig und hoffte, dass der Kerl es ihm abnahm und keine Fragen stellen würde, während er versuchte unauffällig die Notenblätter zu verstecken.
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    • Die Reaktion des Dunkelhaarigen amüsiert Daichi sehr. Es war nicht der Fakt, dass dieser vor dem Ball zusammen zuckte, sondern die Art und Weise, wie der junge Mann sofort hervorbrachte, dass er nicht wegen seines Sitznachbarn hier sei - sehr überzeugend.
      "Das habe ich ehrlich gesagt gar nicht in Frage gestellt." brachte er lachend hervor, nachdem er die letzten Schweißperlen von seinem Gesicht gewischt hatte. "Uenochi! Kommst du duschen? Die Jungs wollten gleich noch was essen gehen."

      "Möchtest du mit?" wandte der Rothaarige sich wieder zu dem am Boden sitzenden, nachdem sein Teamkamerad in der Kabine verschwand.
      "Unter die Dusche versteht sich - rein aus komponistischen Gründen. Wenn du schon das Dribbeln und Laufen beruhigend findest, sollte dir das prasselnde Wasser zu ganz neuen Eindrücken verhelfen." breit grinsend und mit einer hochgezogenen Braue war kaum zu übersehen, dass Daichi scherzte. Normalerweise war er besser darin, sein Pokerface zu wahren, sodass die Menschen um ihn herum sich wirklich einen Moment lang fragen mussten, ob er das, was er sagte, ernst meinte. Nach einem flüchtigen Räuspern fuhr er jedoch mit ernsterer Miene fort. "Ein paar hübsche Kerle sind auch dabei." von einer Sekunde auf die nächste verschwand das Grinsen und hinterließ lediglich die kantigen Züge auf dem vom Sport geröteten Gesicht. Auf die Reaktion des Älteren war er mehr als gespannt - nicht, dass er generell eine Neugier bezüglich der sexuellen Einstellung seines Umfelds pflegte, ganz im Gegenteil, aber Ninagawa hatte irgendwie sein Interesse geweckt.

      “Scherz bei Seite. Wenn du magst, kannst du dich uns gerne anschließen. Es gibt hier in der Nähe ein kleines Lokal, das echt gutes Essen hat.” lud er sein Gegenüber ein, wohl wissend, dass dieser sehr wahrscheinlich ablehnen würde - aber Daichi hatte sich ja schon einmal in dem Kerl geirrt. Vielleicht war er für eine weitere Überraschung zu haben und wenn nicht, würden sie sich ohnehin am Folgetag im Vorlesungssaal begegnen. Nach den Erlebnissen im Kurs konnte sich der Point Guard gut vorstellen, dass Ninagawa auf den Zeitvertreib unter Sportlern verzichten konnte.
      A heart's a heavy burden.

    • Takashi biss sich leicht auf die Unterlippe, weil er sich selbst verraten hatte. Irgendwie machte ihn die lockere Art und dieser offene Umgang mit Menschen von Daichi nervös. Die meisten Menschen mied TaNi oder sie mieden ihn schon nach wenigen Sätzen, aber der Rotschopf schien anders zu sein. Normalerweise mied er Augenkontakt und auch jetzt noch machte es ihn nervös und unsicher, doch sah er Daichi viel mehr an als andere Leute.
      Als dieser ihn nun jedoch neckte und diese dumme Frage stellte, ob er mit unter die Dusche wollte, so wusste er, dass es ein Scherz war und dennoch konnte er nicht anders als sich für einen Augenblick dies vorzustellen und seine Augen weiteten sich eine Sekunde. Es verwirrte ihn, denn immerhin war er nicht wirklich oft von wem angezogen. "Ich gehe immer noch lieber alleine duschen und außerdem würden meine Notenblätter nass werden. Da dachte ich grade, dass du doch kein Vollidiot bist.", meinte er recht locker und kurz zuckten seine Mundwinkel etwas in die Höhe. Es kam sehr selten vor, dass er mit Menschen sprach und auch war es selten, dass er scherzte und doch tat er eben dies jetzt.
      Langsam erhob er sich nun und legte den Kopf etwas schief. TaNi haderte noch mit sich. Irgendwie wollte er noch etwas mehr Zeit mit dem seltsamen Rotschopf verbringen, auch wenn er sich nicht eingestehen wollte, dass er ihn interessant fand, doch andererseits hatte er nicht sonderlich Lust auf einen Haufen Idioten. "Solange eure Gespräche nicht immer nur um Sport gehen oder so banal sind wie heute morgen, dann kann ich ja mitkommen. Wenn es mir nicht passt, dann kann ich immer noch gehen.", meinte er nun direkt und es war auch so, dass er es machen würde. Wenn es ihm zu dumm war, dann würde er wieder gehen, denn immerhin hatte er eigentlich noch zu tun und einen Auftrag zu erledigen.
      Hate'll paralyze your mind
      Gotta see the other side
      It costs ya nothin' to be kind
      Not so different you and I
      Lookin' for love in a different light
      Until we find that equal sign
    • Neu

      Takashi Ninagawa war erneut für eine Überraschung zu haben. Schmunzelnd sah Daichi dem Dunkelhaarigen direkt in die Augen. “Naaww, du magst mich ja doch.” formulierte er es nicht als Frage, sondern als Feststellung. Eine andere Erklärung für die Zusage des Introvertierten gab es nicht. Wenn er Daichi nicht hätte leiden können, wäre dem Jungen nicht mal im Traum eingefallen, eine Gruppe Sportler zum Essen zu begleiten. Spätestens nach der Erfahrung im Vorlesungssaal war deutlich, dass Ninagawa sich weniger mit der lauten Art der Truppe identifizierte.
      “Ich springe dann schnell unter die Dusche und dann sehen wir uns gleich wieder." Zwinkernd verabschiedete sich der Rotschopf von dem Kleineren. Ob er wusste, dass das die flüchtige Geste auch nur ein Scherz war? Die beiden Männer kannten sich nur flüchtig und die Art, an der sein Gegenüber gefallen fand, entsprach durchaus einer Seite des Athleten, war aber nicht die einzige, die er an den Tag zu legen pflegte.

      "Wer ist denn unser neuer Zuschauer?"
      "Ist das nicht der aus der Vorlesung heute morgen?" löcherten seine Teamkollegen ihn unter der Dusche, ganz ohne Hintergedanken, da keiner von ihnen ahnte, dass Daichi Liebe für mehr als ein Geschlecht empfinden konnte. "Ja genau. Er wird uns zum Essen begleiten."
      "Willst ihn davon überzeugen, ins Team zu kommen?" Ein durchaus mögliches Szenario, da es als Teamkapitän zu seinen Aufgaben gehörte, Ausschau nach neuen Talenten zu halten, aber das war nicht der Grund dafür. "Der sieht mir nicht nach einem Sport-Ass aus." brach ein heiteres Gelächter bei dem Kommentar des Centers aus, worauf Daichi nur den Kopf schüttelte. "Lasst euch nicht von äußeren Erscheinungen täuschen. Man weiß nie, was hinter einer Fassade steckt." zog der Pointguard mit den Schultern, ehe er den Hahn zudrehte und aus der Dusche stieg, um sich zu trocknen.

      Durch seine kleine Verspätung schaffte es der Junge nicht als erstes aus der Kabine. Eine Handvoll der Männer war vor ihm aus der Umkleide getreten und betrachteten den unscheinbaren Musiker vom Weiten. "Uenochi meinte du kommst mit uns?" sprach ihn einer von ihnen an und lud ihn mit einem Nicken ein, sich zu ihnen zu gesellen. "Ich bin Shoyo, der große hier ist unser Kotaru und das ist Yaku." stellte er die Traube vor, woraufhin die Tür erneut ins Schloss fiel und Daichi hinter ihnen zum Vorschein kam. "Oh, ihr macht euch schon bekannt? Dann bin ich ja schon fast überflüssig!" "Bescheiden wie eh und je unser Kapitän." begrüßte Shoyo ihn in der Runde, ehe sie sich auf den Weg machten.
      A heart's a heavy burden.

    • Neu

      Für einen kurzen Augenblick verengten sich die Augen von Takashi als er die dumme Aussage von Daichi hörte. Sicher wusste er, dass dieser ihn nur neckte wollte und keine Ahnung haben konnte, dass Takashi auf Kerle stand. "Wenn du denkst.", meinte er so nur knapp und doch hatte sein Herz etwas den Takt verloren. Takashi war immerhin ein kleiner Eigenbrödler, der sich kaum aus dem Haus begab und als er nun einem so gut aussehenden Kerl traf, der auch noch so offen war und sich ihm förmlich schon als Kumpel aufdrängte, so brachte es ihn doch schon aus dem Konzept. Noch seinen Gedanken nachhängend hatte er gar nichts mehr sagen können als der Sportler Richtung Dusche verschwunden war. Stattdessen seufzte er nun als er alleine war und lehnte sich mit dem Hinterkopf an die Wand während er dabei die Augen schloss. Dieser Kerl würde ihm sicher noch Ärger einbringen und TaNi hätte doch lieber absagen sollen.
      Als nun vollkommene Ruhe in der Halle herrschte meldet sich sein Handy und durchschnitt diese. Kurz sah er auf das Display und erkannte, dass sein Manager etwas von ihm wollte, doch TaNi hatte keine Lust und drückte ihn einfach weg. Sicher würde er nur meckern und wissen wollen wie sich der Komponist an der Uni schlug und ob er schon Freunde hatte. Der Kerl nervte und spielte sich immer auf wie ein älterer Bruder.
      Als nun die Tür wieder aufging und Takashi natürlich Daichi zurück erwartete sah er zu erst nur die anderen Kerle und nach heute waren diese ihm schon ziemlich unsympathisch, doch wer war dies nicht. Schnell sprang er auf die Beine, denn er wollte nicht weiter dumm am Boden sitzen. "Hey.", kam erstmal nur von ihm und er lauschte als die Jungs sich vorstellten. "Ich bin Takashi und ja, ich komme mit. Außer es stört euch." Noch war er übervorsichtig, hatte er doch immerhin schon oft genug Stress mit solchen Kerlen gehabt, doch zu seiner Erleichterung kam dann auch schon Daichi und Takashi entspannte sich. "Endlich erkennst du, dass du überflüssig bist. Einsicht ist der erste Weg zur Besserung.", neckte er Daichi mit einem schüchternen Lächeln.
      Hate'll paralyze your mind
      Gotta see the other side
      It costs ya nothin' to be kind
      Not so different you and I
      Lookin' for love in a different light
      Until we find that equal sign