Ein gebrochener Frieden [Dye and Az]

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    • Ein gebrochener Frieden [Dye and Az]

      Zur Vorstellung...

      Ein gebrochener Frieden...

      Genres
      Medieval History, Fantasy, Action, (Romance)

      Vorgeschichte
      Alle Clans gehorchen einem der großen Königreiche dieser Welt. Bei dem Blutclan aber war das anders. Der Blutclan war ein unabhängiger Clan und wollte mit keinem Königreich etwas zu tun haben. Für die Herrscher der Königreiche war dies ein Grund zur Sorge. Die Blutkrieger, wie man sie nannte, hatten nämlich eine ganz besondere Fähigkeit. Sie konnten Blut kontrollieren und somit auch das Blut ihrer Feinde. Es war eine äußerst mächtige Fähigkeit und in der Perfektion eine unschlagbare Waffe. Man sagte sogar, dass wenige der Blutkrieger unsterblich waren. Für die Herrscher der Königreiche war dies ein Dorn im Auge und somit schlossen sie sich zu einem Überfall alle zusammen. Der Blutclan wurde in dieser Nacht fast vollkommen vernichtet. Nur sechs alte Blutkrieger, ein junger Heiler und ein Baby konnten fliehen. Das Baby wurde direkt in dieser Nacht des Blutbads geboren. Die sechs alten Blutkrieger sahen das als ein Zeichen und zogen das Baby auf, in dem Ziel, ihren Clan zu rächen.
      18 friedliche Jahre vergingen und die Königreiche blühten auf. Mit einem Schlag aber erreichte die Herrscher eine furchtbare Nachricht. Eine Armee war auf dem Vormarsch zum Königshaus des Königreiches Nabu. An der Spitze dieser Armee befand sich Zechs der Mann, der von den sechs alten Blutkriegern aufgezogen wurde. Ein schrecklicher Krieg brach aus und vernichtete Nabu schließlich. Die Armee Nabus hatte keine Chance gegen den jungen Blutkrieger und seiner Armee. Sie zogen zum nächsten Königreich Esther voran, aber dieses Mal stoßen sie auf härteren Widerstand.
      Durch eine List und die Hilfe der Hexe Circe gelang es dem Kronprinzen Hector von Esther, Zechs in eine Falle zu locken und ihn gefangen zu nehmen. Zechs, der das Leben seiner Gefolgsleute nicht aufs Spiel setzen wollte, ging mit dem Kronprinzen von Esther. Zuvor aber schwor er Hector, dass er es bereuen würde, Zechs Leute als Schutzschild genommen zu haben.

      Handlungsgeschichte
      Es vergingen weitere 30 Jahre Frieden. Zechs, der sich tatsächlich als unsterblicher Blutkrieger herausstellte, sah äußerlich um kein einziges Jahr älter aus. Hector der sich nun König nennen konnte, hatte auf Bitten seiner geliebten Circe eine Hinrichtung Zechs aufgegeben und ließ ihn stattdessen ein Halsband anlegen. Dieses Halsband unterband seine Blutfähigkeit. Er konnte nur noch schwache Zauber wirken, aber keine, die mit seiner Fähigkeit zu tun hatten.
      Circe die sich nun nicht nur Hectors Gelibete sondern auch Königin nennen konnte gebar schließlich eine kleine Prinzessin, Sylene. Ein Mädchen mit roten Augen und Haaren. Die Jahre vergingen und meinten es nicht gut mit der Königsfamilie. Erst wurde Circe auf den Scheiterhaufen hingerichtet, dann erlitt Hector im Turnier eine gefährliche Wunde von der er sich nicht erholen wollte und zu guter Letzt erhob sich eine unbekannte Armee gegen das Königreich Esther. Da Sylenes Vater auf Grund der Verletzung verhindert war konnte er Regierungsgeschäfte nicht mehr leiten.
      Als Erstgeborene und einziges volljähriges Kind des Königs lag das Wohl Esthers nun in ihren Händen. Als wäre die Lage für die Hexenprinzessin nicht schlimm genug wurde die genau in dieser Zeit von ihrer großen Liebe und Leibwächter Silas verraten. So war die Prinzessin gezwungen, ihn bei den Mordanschlag der eigentlich ihr galt zu töten. Nun Sylene brauchte auch noch einen neuen Leibwächter und sie wusste ganz genau, wen sie nehmen wollte. Entgegen aller Vernunft, die ihr Vater ihr einredete, wählte die Hexenprinzssin Zechs als ihren neuen Leibwächter und will ihn nun im Kerker damit konfrontieren. Zechs soll ihr helfen, die unbekannte Armee zurückzuschlagen, die schon einige Erfolge auf ihrem Konto vorweisen können, im Gegenzug erlange er seine Freiheit und ihr eigenes Leben....

      Zechs, der Blutkrieger @Lady_Dye
      Sylene, die Hexenprinzessin @Azenia


      “If you were happy every day of your life, you wouldn’t be a human. You’d be a game show host.”
    • Prolog - Gefangenschaft

      Zechs

      Ich wusste, dass der Sieg nahte und ich wusste, dass damit meine Rache vollbracht war. Zereks Aussage, ich würde diesen Kampf nicht gewinnen, hatte vollkommen daneben gelegen. Ich hatte gewonnen. Nur noch eine Tür, eine verdammte Tür, trennte mich von diesem angeblichen König. Roland war sein Name. Er hatte mit dem König von Nabu meine Familie zerstört, mein Leben. Es war nur fair, dass ich das seinige auch nahm. Das hatte mich bis hierher getrieben, dieser eine Gedanke.
      Meine Sinne waren geschärft, je näher ich der Tür zum Thronsaal kam. Es war eine gigantische weiße Tür mit goldenen Verzierungen. Während das Volk da draußen hungerte, ließ es sich Roland mit Prunk und Pracht gutgehen. Ich hasste solche Herrscher. Ich war mir sicher, Roland war kein guter Herrscher.
      Vor der Tür blieb ich stehen. Von weither konnte man die Schreie der Kämpfenden hören. Heute wäre der letzte Tag, an dem sie sterben mussten. Es war der letzte Tag meiner Rache und der letzte Tag, an dem meine Leute in den Kämpfen leiden mussten. Ich weiß, ich hätte das alles schon viel früher beenden können. Ich hätte diesen Krieg beenden können, indem ich mich mit ihnen zurückgezogen hätte. Mit Alexandra an meiner Seite hätte ich all das vergessen können. Ich hätte ein normales Leben haben können, aber dann wären viele meiner Leute umsonst gestorben. Dieser Gedanke hatte mich davon abgehalten.
      Mein Blick ging zu Alexandra hinüber, die Frau, die neben mir stand. Ihr haselnussbraunes Haar fiel ihr lockig über die Schultern, umhüllten ihr wunderschönes Gesicht. Alexandras blaue Augen ruhten auf mir. "Du musst das nicht tun. Das kann gefährlich werden. Bleib hier draußen."
      Über Alexandras Gesicht huschte ein knappes Lächeln. "Was ist los, Schatz, bekommst du kalte Füße? Du hast mir so viel beigebracht, also gehe ich mit dir hinein." Sie zog ihr Kurzschwert, welches quer über ihren Rücken hing. Ich zog mein Blutschwert aus der Scheide und schaute noch einmal zu ihr. "Okay, dann geht es jetzt los." Mit den Worten stieß ich die Tür einfach auf.
      Sofort sahen wir eine kleine Gruppe Soldaten, die ihre Lanzen in unsere Richtung hielten. Ich rannte sofort los, Alexandra folgte mir. Es war nicht schwer, diese kleine Formation zu brechen. Es brauchte nur etwas Blut. Einer der Soldaten hatte eine kleine Schnittwunde an der Wange. Das Blut hatte ich sofort gespürt und die Chance gesehen. Der Soldat schrie plötzlich schmerzerfüllt auf und ließ die Lanze fallen. Der Soldat neben ihm schaute erschrocken zu dem verletzten Soldaten und ließ die Lanze sinken. Die Schnittwunde an der Wange wurde immer größer, als würde das Blut seine Haut von innen her weiter aufreißen.
      Ich brauchte keine große Mühe, mich auf den Soldaten neben dem Verletzten zu stürzen. Alexandra nahm sich den Verletzten vor und zusammen kämpften wir uns durch die Reihe von Soldaten, jeder zu einer Seite hin weg. Wir schlugen die Lanzen beiseite, die man uns entgegenstreckte, brachten den Soldaten tödliche Wunden und blieben beide konstant in Bewegung, um die Treffsicherheit der Soldaten zu verringern.
      Im Augenwinkel sah ich Hector vor dem Thron stehen. Ich hatte Roland nicht gesehen. Was hatte das zu bedeuten? Mit dem Gedanken kämpfte ich mich weiter durch die Reihe, verschonte keinen einzigen Soldaten. Davon abgesehen versuchten sie alle mich zu töten, aber wer suchte in einem Krieg schon nach Moral?
      Plötzlich wurde alles hell im Raum. Ich wurde durch die Magie geblendet, war einen Moment unachtsam und versuchte meine Augen zu schützen. Allein dieser Moment reichte, damit sich einer der Soldaten auf mich stürzen konnte. Ich hielt meine Augen geschlossen, spürte dessen Blut und wich seinem Hechtsprung aus, bevor ich ihm den Garaus machte, doch plötzlich verharrte ich in der Bewegung.
      Meine Augen öffneten sich. Grelle Lichtpunkte tanzten in meinem Blickfeld, aber dennoch fand mein Blick, was er suchte. Soldaten hatten Alexandra umringt und hielten ihre Lanzen an ihren Körper. "Ihr wagt es...!", fuhr ich sie an, erstarrte aber erneut. Von dem Flur kamen ebenfalls Soldaten, ich spürte deren Blut. Ich drehte mich um, während nun auch ich von Soldaten und Lanzen umringt war. Eine Gruppe von Soldaten kam auf den Thronsaal zu, vor ihnen liefen einige von meinen Leuten und wurden mit Lanzen im Rücken bedroht.
      Das konnte doch nicht sein! Ich drehte mich in Hectors Richtung, biss meine Zähne zusammen. "Hector!", schrie ich ihm zu. "Was soll das?" Ich sah im Augenwinkel, wie meine Leute in den Thronsaal getreten wurden und auf die Knie gingen. Die Soldaten postierten sich neben der Reihe von meinen Leuten und erhoben die Lanzen. Meine Augen weiteten sich. Was sollte das werden?
    • Prinz Hector

      Ein Schrei, der Schrei der lieblichsten Stimme die meine Ohren jemals vernehmen durften und doch war er so von Angst durchdrungen und markerschütternd, dass ich beinahe meine Axt fallen ließ. Noch immer war ich damit beschäftigt mit ihr auf das große Gemälde einzuschlagen um ungehindert in den Durchgang zu kommen die in die geheimen Gemächer meines Herrn Vaters führte. 1 Mal, 2Mal, 3 Mal, 4 Mal, 5 Mal ... 6 Mal, 7 Mal, 8 Mal ... 9 Mal, 10 Mal, 11 Mal ...12 Mal und ein gezielter Hieb dann brach ich endlich durch die ehlende Holttür hinter den Gemälde. Ohne zu zögern oder einen Gedanken an etwas anderen zu verschwenden stürmte ich hinein. "Circe!" Noch immer konnte ich sie bangen und schreien hören. Wie konnte er es nur wagen? Ich wusste ja wie er war, wie viel ihn ein Leben wert war, sofern es nicht sein eigenes betraf. Und doch... Als ich ihn die geheime Kammer kam bot sich mir ein Bild welches mir das Blut in den Adern gefrieren ließ. Mein Vater hatte meine Liebste an die Wand gedrängte, seine Hände fest um ihren zarten Hals gelegt. Sie selbst versuchte mit aller Kraft ihr Leben zu bewahren, sich mit letzter Kraft zu befreien. Für eine Hexe musste es wirklich unüblich sein sich nicht mit ihrer Magie wehren zu können doch durch die ganzen Sigel in diesen Raum waren kaum Zauber möglich. Mein Vater hatte ihn eins erbauen und mit den Siegel der 10 Weise bestücken lassen um meiner Mutter auf unerlaubter Weise, ungehindert nähr kommen zu können. Hatte er etwa nun das Selbe mit Circe vor? Während des Angriffs unserer Feinde? "Vater? Was tut ihr da? Hört sofort auf!" Nichts. Er tat im ersten Moment nichts, als wäre ich nicht da. doch dann vernahm ich ein leises "Ehhheh." Fast schon wie ein spöttisches Lachen. "Warum sollte ich? Jetzt wo das Blutmonster vor der Tür steht, brauche ich die Unsterblichkeit erst recht und dank dieser Schönheit hier werde ich sie mit zu eigen machen." Er grinste breit und drückte nur noch fester zu. "H...Hec...tor..." Ich umfasste mit einen mal meine treue Axt fester als ich Tränen in den Augen meiner Liebster erkennen konnte. "Hört auf Vater! Jahre lang habe ich euch streng gedient und so gelebt wie ihr es wolltet, Jahre lang habe ich vor euch gekniet und mein Haupt vor euch gesenkt, Jahre lang habe ich euch all eure großen und kleinen Schandtaten mir und anderen gegenüber verziehen - doch das kann ich euch bei allen Göttern nicht verzeihen. Hört sofort auf nach Circes Herz zu gieren, lasst sie frei und stellt euch den Feind wie ein wahrer König!" Wieder nichts. Nur ein verachtenes "Tze.. hätte ich gewusst das du nach deiner Mutter kommst und so ein schwächling bleibst... ich hätte dich schon längst töten lassen und Lawliet die Krone geben sollen. Sie mag deine Geliebte sein doch als Wesen meines Königreichs gehört alles an ihr mir, ganz besonders ihr Herz. Auch wenn es um die Schöne sicher schade ist. Hoffentlich-" Ich hörte gar nicht mehr zu, die Wut überollte mich die Abendröte den Himmel. "Ahhh!" Ich setzte zum Sprung an, holte mit meiner geliebten 'Wolf' (Name der Axt) aus und schmeterte sie mit all meiner Wut, all meinen Gedanken und schlechten Erinnerungen in das alte und längst verdorbene Fleisch.

      Rot, nichts als rot war zu sehen. War das ....Blut? Das Blut meines..? Mein Blick verfinsterte sich. Ich zog die Axt aus meinen Opfer und stieß mit den speerähnlichen Endstück meiner Axt in den langsam in sich zusammen sackenden Körper des Königs. Sofort leiß ich die Axt fallen und rang nach Luft. ....Mein Vater ... ich hatte meinen Vater... hm? "Circe!" Auch sie sank beinah bewusstlos in meine Arme, doch sie war hier, bei mir, lebendig. Vorsichtig drückte ich ihren zarten Leib an mich. "Es ist vorbei. Es ist alles vorbei." flüsterte ich leise und drückte ihr einen Kuss auf die wunderschönen roten Strähnen. "Du...du hast gerade...deinen Vater..." klang es von ihr leise. Noch immer rang sie nach Luft. "...meinetwegen." Ich schüttelte sofort mit den Kopf. "Nein! Das darfst du nicht denken, das war... nicht nur deinetwegen... hauptsächlich aber... es war an der Zeit ihn zu stoppen." Circe regte sich etwas und ihre wunderschönen goldenen Augen suchten die Meinen. Schließlich rang sie zu einen Lächeln ab, dieses schöne Lächeln, das schönste welches ich je erblickte, so schön wie ein strahlender Stern in dunkler Nacht, war jetzt so schwach und doch hatte es nicht weniger Wirkung auf mich. Auch ich musste lächeln, dabei war gerade kein Platz zum Lächeln. Doch wir waren beide froh das wir Beide noch unter den Lebenden waren. Ihre Hand legte sich liebevoll auf meine Wange. "Kommst du damit klar?" Ich schloss nur meine Augen und antwortete ihr mit einen süßen Kuss. Zu gern hätte ich den Moment länger ausgekostet, doch mein Volk brauchte mich. "Kannst du dich auf deinen Beinen halten oder willst du das ich dich trage?" Ein Blick ihrerseits reichte. "Nun gut..." Langsam erhoben wir uns und ich zog die Axt aus den Toten. "Ich werde wohl sagen müssen das er bei den Angriff auf hinterhältige Weise ums Leben kam." Ein Teil vn mir wollte um ihn trauer, das spürte auch Circe aber so sehr ich es auch versuchte ... die letzten drei Jahre in denen ich Kronprinz wurde hatten mir die Augen geöffnet. Ich konnte diesen Mann der sich einst mein Vater nannte kein gutes Wort mehr entgegenbringen geschweige denn, eine Träne nachweinen. "Der Blutkrieger ist stark. Bist du sicher das du ihn in deinen Zustand einfach so entgegen treten kannst, Liebster?" Ich sah zu ihr herüber und nickte. "Ich muss. Das ist mein Pflicht als Prinz. Und auch als König."Sie sah mich nur besorgt an. "Dann lass dir von mir helfen. Dann kann meine Magie einmal etwas Gutes tun." Ich seufzte tief. Wohl wissend das ich einer Hexe wohl kaum ein Verbot erteilen konnte und schon gar nicht meiner Liebsten eine Bitte abschlagen. "Nun gut, aber du versteckst dich hinter den Thron und sollte es zur Gefahr kommen versprich mir das du dich auf der Stelle weg teleportierst."

      Wir betraten den Thronsaal durch einen der Geheimgänge und eilten zu den Soldaten die gerade mitten im Kampf steckten.Ich versicherte mich nocheinmal das Circe hinter den Thron blieb und nach nicht zu sehen war dann trat ich mit Wolf in der Hand aus der schützenden Dunkelheit hervor. Zunächst versuchte ich mir nur einen Blick über die Lage zu verschaffen. Es sah nicht gerade gut für uns aus. Die Soldaten waren einen Monster wie ihn nicht gewachsen. Ich wusste was Circe vor hatte doch meine AUgen brauchte ich nicht vor den Licht verbergen. Es belndete nur die Feinde. Dennoch war es keinen Grund meine Waffe zu senken. Noch immer gefiel es mir nicht mit den schmutzigen Karten eines Verräters zu spielen. Ich war ein stolzer Prinz und kein Feigling aber schlussendlich bleib uns keine andere Wahl. "Was das soll? Nun ...Blutkrieger, wenn du dich ergibst dann sind alle Mitglieder deines Gefolges freie Leute. Natürlich werden sie unseres schönen Landes verwiesen und sind den Tode geweiht sofern sie es wagen Esther je wieder zu berteten. Du hast die Wahl. Ansonsten wähle ich für dich."


      “If you were happy every day of your life, you wouldn’t be a human. You’d be a game show host.”
    • Zechs

      Ich sah Hector fassungslos an, als dieser mich vor eine Wahl stellte. Wut quoll in mir auf und drohte, mich in einer gigantischen Welle davonzureißen. "Wie kannst du es wagen, meine Leute als Schutzschild zu nutzen?", fuhr ich ihn wütend an und verengte meine Augen. Das war kein richtiger Krieg, nicht, wie er ihn gerade führte. "Hast du solch eine Angst? Die Frau kann ruhig hervorkommen. Ich spüre ihr Blut bis hierher. Sie braucht sich nicht zu verstecken." Meine Stimme wurde wieder ruhiger, nicht mehr von Zorn getragen.
      Dennoch fingen meine Augen rot an zu glühen. Sie trugen meine Wut über diese unfaire Kampfweise hinaus aus meinem Körper. Ich atmete tief durch, wodurch sich meine Augen wieder normalisierten.
      "Nicht Zechs, das ist deine Chance", hörte ich Alexandra rufen.
      Ich schloss kurz meine Augen, dachte nach und öffnete sie wieder. "Nein Alexandra, nicht um diesen Preis."
      "Wir sind bereit, für dich in den Tod zu gehen!", rief Frick, einer meiner Leute.
      Ich drehte mein Gesicht in die Richtung meiner Leute. "Das ist meine Entscheidung, Frick. Ich lasse euch nicht von diesem Idioten umbringen. Keine Sorge, jeder bekommt seine Strafe, auch seine Sippe."
      Ich drehte mein Gesicht wieder zu Hector. "Also Hector, du lässt sie alle in Freiheit gehen, jeden Einzelnen!", forderte ich. "Im Gegenzug ergebe ich mich." Ich hatte nichts zu befürchten. Diese Leute konnten mich nicht umbringen, wie auch? Ich war unsterblich. Alles, was sie mir antun konnten, was körperlicher Schmerz. Ich hatte gelernt, körperliche Schmerzen zu ertragen. Eigentlich hätte ich durch meine Ausbildung nicht imstande sein dürfen, seelischen Schmerz zu spüren, aber genau das hatte nicht funktioniert. Ich würde um meine Leute und vor allem um Alexandra trauern. Das konnte ich ganz einfach nicht. Ich konnte ja nicht wissen, dass Alexandra von all dem hier wusste und von der Königsfamilie von Esther angeheuert wurde.
      "Also lass sie jetzt gehen!", meinte ich und ließ mein Blutschwert klirrend zu Boden fallen. Mein zweites Schwert, das nicht von einer Scheide bedeckt wurde, weil nur der Schwertgriff vorhanden war, löste ich von meinem Gürtel. Auch der Schwertgriff landete auf dem Boden. Wie hatte es nur so weit kommen können? So kurz vor meinem Ziel.
    • Prinz Hektor

      "Auch ich muss an meine Männer und an das restliche Königreich denken." Mir gefiel diese Lösung immer noch nicht. So überhaupt nicht, aber was sollte ich tun? In Angesicht dieser Übermacht war es die einzige Möglichkeit. Mein Vater spielte selten mit fairen Mitteln, war er dich ein unglaublich schlechter Verlierer gewesen. Aus diesen Grunde dürstete es ihn auch als ultimative Absicherung nach den Herz meiner Liebsten. Und ... wenn ich so mein Land und meine Leute retten konnte, dann war es die einzig richtige Entscheidung als König gewesen. Überrascht war ich nicht, das dieses Monster imstande war Circe zu entdecken doch mit einer Annahme lag er falsch. Sie war keine einfache Frau sonder eine Hexe und somit konnte sie einfach fliehen sollte es nötig sein. Ich gab ihr dennoch ein Handzeichen das sie bleiben sollte wo sie war. Meine Axt ließ ich liebernicht sinken. Egal welche Antwort ich bekam. "Deine Entscheidung ehrt dich. Mein Wort hast du. Sie werden entwaffnet zur Grenze gebracht cund dürfen anschließend ihrer Wege ziehen." Die Männer folgten meinen Worte und führten die Gruppe langsam ab. Mir wahr wohl bewusst das einfache Ketten das Biest vor mir nicht halten konnten, doch Circe hatte eine zündende Idee gehabt. Die Siegel im Geheimraum meines Vaters konnten selbst ihre Magie null und nichtig machen. Sicherlich konnen die 10 Weisen das auch mit den Kräften des Blutkriegers tun. Bis seine Freunde nicht außer Landes waren, konnten wir sie noch unsere Gefangenen nennen.

      Solange würde dieses Biest also nicht zum Gegenschlag ausholen. Das verschaffte uns etwas Zeit. Die Weisen reisten schnell heran und berieten was man gegen den Blutkrieger tun könnte. Mit Circes unglaublichen Wissen und der Gabe Zauber nicht nur stumpf auszuführen zu können, sondern etwas Eigenes zu erschaffen, gelang es ein Armband aus reiner Magie und unendlicher Macht zuschmieden. Dieses versiegelte´selbst seine schrecklichen Kräfte. Jetzt wo die Gefahr gebannt war die von ihn ausging ließ ich ihn, dennoch schwer bewacht im Kerker schmoren und widmete mich Esthers Wiederaufbau. Nach einen Jahr und drei Wochen war endlich wieder Friede eingekehrt. Nach zwei weiteren Wochen wurde auch schon meine Kröhnung gefeiert. Dies war auch der Tag, andem ich meine Geliebte vor aller Augen um ihre Hand bat und schwor allein vor ihr auf die Knie zu gehen, meine Macht, mein Königreich, meine Schätze, ja ich selbst mit Geist, Leib und Seele alles wollte ich ihr bis zu meinen letzten Lebtag mit ihr teilen. Weitere 3 Jahre vergangen, bis ich meine Liesbte der Lieben unter der heilligen Eiche endlich auch meine Königin nennen konnte. Nach wieder 3 glücklichen Jahren erlebte ich den schönsten Tag meines Lebens.

      Sehr lang schon hatten wir uns ein Kind gewünscht. An einen Frühlingsmorgen, gen Sommer hin erblickte unsere Tochter das Licht der Welt. Sylene, der schönste Namen den ich je nennen durfte. Sie war so klein und doch so großartig. Das war sie also, die Liebe auf den ersten Blick. Es war der Tag der mein Leben veränderte, der Tag an dem ich zum ersten Mal Tränen der Freude vergoss und der Tag an dem ich die Drohung des Biestes, welches immernoch im Kerker schmorte, ein für alle Mal vergaß. Wir hätten glücklicher nicht sein können doch dieses scheinbar endlose Glück ertsickte ungefähr ein Jahr später. Ich hatte vor lauter Glück vergessen wie grausam die Menschen sein konnten. Ich war unvorsichtig geworden und als man mit einer List nach meinen Leben trachtete war es Circe die alle Schuld auf sich nahm. An diesem Tag gab sie an meiner Stelle ihr Leben auf den Berg der Flammen. Und beinahn wäre auch mein Herz und meine Seele mit ihr verbrannt, wenn da nicht mein geliebtes Sylenchen gewesen wäre. An jenen Tag schwor ich mir sie zu schützen und mit so viel Liebe zu umhüllen, die für uns Beide reichte. Komme was wolle. Das wäre meine oberste Priorität.

      Prinzessin Sylene

      Die Sonne war gerade untergegangen. Nur noch ihre letzten Strahlen verblichen in wunderschönen Orange- oder Rottönen am Himmel während sich bereits das Mitternatsblau des Nachthimmels dazwischen mischte. Der Mond erhob sich uns die ersten Sterne gaben sich zu erkennen. Draußen war es kühl, aber angenehm kühl. Ich mochte das Gefühl vom Wind in meinen Haaren, sie weckten in mir Sehsüchte nch Freiheit, danach so viel mehr von der Welt zu sehen als ich bereits kannte und doch... gab es einges was mich an Ort und Stelle hielt. Einer dier Gründe waar Silas, der noch immer neben mir durch die Schlossgärten flanierte. Ich war ihn dankabr dafür das wir das fest verlassen hatte, hatte ich doch eh nur Augen für ihn allein. So lang schon war das die Gewissheit das er immer an meiner Seite war, egal was da kam, egal zu welcher Urzeit, egal was die Leute sagten. Seit Kindertagen konnte ich auf ihn zählen. Meine Hand suchte zögerlich, fast schon schüchtern die Seine. Dabei hatte ich schon oft seine Hand gehalten, beim Tanzen oder der Training, doch dieses Mal war es ein anderes an den Händen halten. Es war magisch, zärtlich und irgendwie schon etwas intim. Und doch so vollkommen. So perfekt. Nur wegen dieser einen nichtigen Berührung. Doch es war nicht verwunderlich das diese zärtlichen Gefühle in seiner Nähe aufblühten. Seit zwei Jahren schon hatte ich gemerkt wie ich mich immer mehr zu ih hingezogen fühlte. Dabei waren wir bereits so eng befrerundet wie sonst niemand in diesen Königreich. Und doch gab es da etwas, was mehr wollte.


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      Beitrag von Azenia ()

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    • Zechs

      An seine Männer und an das restliche Königreich denken? Diese Denkweise konnte ich einfach nicht verstehen. Was meinte er mit einer solchen Denkweise? Ich konnte und wollte das nicht verstehen. In meinen Augen war das kein ordentlicher Kampf. Erneut quollt Wut in mir auf. Sie drohte mich wieder mit sich zu reißen, aber ich arbeitete dagegen.
      Seine Soldaten führten mich zu Hector wollten mich zwingen, vor ihm auf die Knie zu gehen, aber ich wehrte mich dagegen. Während ich mich wehrte, fiel mein Blick zu Alexandra, welche zusammen mit meinen Männern aus dem Raum geführt wurde. Meine Wut flog in Trauer um. Würde ich sie jemals wiedersehen?
      Dieser kurze Moment der Trauer reichte aus, damit die Soldaten mich zu Boden befördern konnten. Sie drückten mich auf die Knie und zwangen mich zu Hector zu schauen. Warum sprach ausgerechnet er von Ehre?
      Meine Trauer stieg erneut in Wut um. Meine Augen glühten rot. "Du wirst es bereuen, Prinz, dass du meine Leute als Schutzschild nimmst. Eines Tages werden wir die Rollen tauschen und dann wirst du dafür büßen, was deine und Nabus Sippe meiner Familie angetan hat! Nicht wir sind die Monster, ihr seid es! Ihr habt Unschuldige getötet, als wären es Lämmer. Ihr habt mir mein Leben genommen und ich nehme dein Leben dafür!" Er hatte meinen Respekt nicht mehr verdient, deshalb sprach ich ihn auch nicht mehr mit seinem Namen an. Ich wusste, dass ich meine Chance dafür bekommen würde. Im Gegensatz zu ihm hatte ich alle Zeit der Welt!

      Man schleppte mich in irgendeinen Raum, der mit Siegeln bestückt war. Ich spürte, dass dieser Raum meine Blutmagie unterdrückte. Diese Siegel mussten daran schuld sein. Man kettete mich an die Wand, nahe einem dieser Siegel. Ich versuchte nicht einmal ansatzweise meine Kräfte zu nutzen, immerhin könnte er jederzeit seinen Soldaten den Befehl geben, meine Leute zu töten.
      Anfangs fühlte ich mich wie in einem Käfig, aber mit der Zeit gewöhnte ich mich an dieses Gefühl. Schlussendlich legte man mir ein Halsband um. Man testete es an mir und entließ mich in einen Kerker. Das Halsband unterdrückte meine Blutkräfte, aber meine Totenstarre blieb nicht aus. Somit blieb meine Unsterblichkeit an meiner Seite.
      Die anderen Inhaftierten versuchten abermals ihr Glück, mich zu verletzen. Ich wusste nicht, ob die Soldaten Wetten dazu abschlossen und ihnen die Aufträge dazu gaben, immerhin fühlte es sich irgendwie so an, aber ich konnte jeden Einzelnen dieser Leute in die Schranken weisen.
      Die Jahre vergingen. Durch die Wachen hörte ich einige Neuigkeiten. Die unterhielten sich nicht unbedingt leise über solche Dinge. Ich hörte von Hectors Krönung, von der Ehe, von seinem Kind und auch von dem Tod seiner Frau. Es gab innere Unruhen in diesem Königreich und einige Leute des Adels trachteten der Königsfamilie wirklich nach dem Leben. Komischerweise wussten die Wachen mitunter Namen der Verräter. Ich lauschte still allen Informationen und wartete auf meine Gelegenheit.

      Silas

      Die Schlossgärten, welche sich in verschiedene Abschnitte teilten und das gesamte Schloss umgaben, waren wirklich erstaunlich. Sie waren wunderbar gepflegt und hergerichtet. Es war eine gelungene Abwechslung, von dem Fest mit diesem heuchelnden Adel wegzukommen.
      Meine Augen suchten nach einer bestimmten Stelle, die ich auch sehr schnell ausmachte. "Komm, wir gehen in den Wald", rief ich nach hinten zu Prinzessin Sylene. Wir kannten uns seit unserer Kindheit, hatten fast alles zusammen gemacht. Eigentlich waren wir unzertrennlich, eigentlich.
      Ich führte Sylene hinaus aus dem Schlossgarten in den Wald und lief mit ihr zu einem Baum, welcher es Sylene schon immer angetan hatte. Es war eine riesige Eiche, wirklich wunderschön. "Ich frage mich, was dein Vater und du hier eigentlich immer wollt. Ist es euch aufgefallen, dass ihr ständig unter diesem Baum seid?", fragte ich und lachte leise.
      Jetzt war der Tag gekommen. Äußerlich lächelte ich, innerlich sah es finster aus. Ich führte sie an den Baum und deutete ihr, sich hinzusetzen. Ich setzte mich neben sie und lehnte mich an den Baum. "Heute ist ein besonderer Tag, Sylene", begann ich. Das musste jetzt gut rüberkommen, nicht dass sie Verdacht schöpfen würde.
    • König Hector

      Mit einen Mal sprang ich von meinen Platz auf und sah hektisch über das bunte Treiben im Ballsaal. "Wo...wo ist meine Tochter?" Ich konnte ihre rosenroten Haare nirgendwo mehr ausmachen. Ihre wundervollen langen Haare waren nicht ihr einziges markantes Merkmal und neben den leuchtenden rubinroten Augenpaar, war sie auch sonst erblüht wie eine junge Rose. Sie stand der Schönheit ihrer Mutter in nichts nach. Sie war fleißig und klug geworden. War immer schon freundlich und hilfsbereit, mit unter etwas zu sehr. Dennoch... war sie einfach perfekt. Mein kleines Röschen. Wie gern ich doch mit ihr die ersten Tänze tanzte um die Feste zu eröffnen, wie gern ich ihren wunderschönen Gesang lauschte ...aber am liebsten hielt ich sie einfach nur in meinen Armen. Dort wo ich wusste das sie sicher war vor all den Gefahren und Brüden in die sie hineingeboren wurde. "Aber euere Majestät." Das blonde Frauenzimmer neben mir erhob sich von ihren Stuhl und legte ihre Hände auf meine Schulter. "Prinzessin Gunivere wurde bereits längst von den Zofen und Kindermädchen zu Bett gebracht." Ich schüttelte ihre Hände mit einer Bewegung meiner Schulter ab. "Ich meine nicht sie, Sylene mein liebstes Röslein." Lady Louise schnaubte und verdrehte ihre großen blass blauen Augen, ehe sie beleidigt ihre Nase gen Himmel streckte und sich auf ihren Platz nieder ließ. Ich hingehen wand mich brummend von ihr ab. Was konnte ich schon dafür das ich wenigstens eines meiner Kinder liebte? "Matthew! Leila!" Schrie ich durch den gesamten Saal ohne darauf zu achten die festliche Atmosphäre nicht zu stören. Es dauerte nicht einmal eine Minute da standen meine besten Assasinen schon vor mir. "Eure Majestät, Lady Louise." Die beiden verbeugte sich tief vor uns, doch ich hatte keinen Nerv für diese Floskeln. "Ja ja, schon gut. Macht das ihr wieder auf die Beine kommt und sagt mir wo meine Tochter ist!" Die beiden sahen sich an. "Nun eigentlich sollte Gaius... oh dieses verfressene-" Leila ballte ihre Hände zu Fäusten hatte ihr Sohn in ihren Augen doch Schande über diese kleine Familie gebracht, von der ich eigentlich so viel hielt. So viel das ich ihnen sogar das Leben meines geliebten Sylenchens anvertraute. "Wir machen sie unverzüglich aus, danach kümmern wir uns um unseren verfressenen Sohn." Wieder verbeugten sie sich, danach lösten sie sich quasi in Luft auf. Ich hingegen musste hier sitzen bleiben. Als König konnte ich nicht einfach gehen, egal wie sehr mir der Sinn danach stand.

      Prinzessin Sylene

      Die Nacht hatte zunehmend Einzug gehalten. Einige Damen und Kinder konnte ihre Dunkelheit vielleicht ängstigen doch mir bereitete dies keine Probleme. Ich wusste immer das in meiner Nähe jemand war. Meist mein Vater oder Silas. Es war immer jemand da an den ich mich halten konnte und allein diese Gewissheit ließ mich die Angst vergessen. "In den Wald? Du magst jetzt noch in den Wald?" Ich wusste im ersten Moment nicht so recht ob ich zustimmen sollte. Mein Vater wurde sicher krank vor Sorge wenn ich mich einfach so ohne Erlaubnis oder ein Wort zu sagen, so weit entfernte. Und doch als ich zu Silas nach vor Blicke musste ich einfach lächelnd zustimmen. Dann wären wir wenigstens für einen Moment wirklich allein. Nur wir beide... vielleicht... vielleicht würden wir ja...? Bei den Gedanken stieg mir unschuldige Röte ins Gesicht und verschönerte meine Wangen mit einen zarten rosa Schleier. Noch nie in meinen Leben hatte ich einen anderen Mann als meinen Vater einen Kuss geschenkt. Nicht einmal auf die Wange. Ich griff nun doch beherzt doch Silas Hand und ließ mich durch den Wald führen. Vorbei an kleinen Bächen, Lichtungen und einen kleinen See bis zur heilligen Eiche. Neben Mond und Sternen waren es die Glühwürmchen die uns den Weg erhellten und mit den ohnehin schon magischen Baum ein wunderschönes Bild malten. Ich lief um den Baum herum, kletterte und sprang von Wurzel zu Wurzel wie ich es schon seit Kindheitstagen getan hatte, es war beinahe wie ein Begrüßungsritual. "Nun... ich weiß auch nicht. Aber hier wurde mein Vater gekrönt, hier hat er meine Mutter geheiratet und auch ich habe zu meiner Taufe und meinen Wiegenfest jedes Jahr aufs Etrerions(Name des Waldgottes) Segen erhalten." Murmelte ich lächelnd und versuchte mich wirklich so gut es mit diesen Kleid halt ging neben ihn Platz zu nehmen. Dieses Stück Stoff war schön anzuschauen, keine Frage ... wenn gleich nicht besonders funktional. Zumindest für meine Zwecke. Ich rutschte nähr an ihn heran so das ich meinen Kopf an seine Brust lehnen und sein Herzschlag lauschen konnte. "Ach ja?" Fragte ich ebenfalls lächelnd. "Was ist denn so besonders heute? Verrat's mir Silas."


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    • Silas

      Sylene war noch nie wie andere Prinzessinnen gewesen. Während andere Prinzessinnen den Hof nicht verließen und sich stets an die Etikette hielten, war Sylene ein regelrechter Wirbelwind. Sie kletterte auf Bäumen, lernte die Schwertkunst und Bogenschießen, wie keine Andere. Sie war eine Abenteurerin, das hatte ich immer gewusst. Vielleicht trauerte deshalb ein Teil von mir, weil ich wirklich etwas für diese Frau empfand.
      Es war so traurig, wenn ich ihr dabei zuschaute, wie sie auf dem Baum herumturnte. Ich fragte mich, wie sie das mit ihrem Kleid überhaupt schaffte. Es war genau das, was ich meinte. Sie konnte das, was andere Prinzessinnen nicht konnten und dafür liebte ich sie wirklich. Vielleicht wären wir wirklich ein schönes Paar geworden, vielleicht.
      Wir saßen zusammen am Baumstamm gelehnt. Ihr Kopf lehnte an meiner Brust. Kurz schloss ich meine Augen, um den Augenblick zu genießen, wenigstens für diesen Moment.
      Meine Augen öffneten sich wieder. "Heute ist der Tag, auf den ich lange gewartet habe, Sylene. Wusstest du eigentlich, wie viele Feinde du hast?", sagte ich leise. Sie war so nah, dass ich nicht laut sprechen musste. Ein Flüstern hätte wahrscheinlich auch gereicht. Sie war so nah, dass ich ihre Wärme spüren konnte. Es war eine körperliche Wärme, die sich bald in Kälte umwandeln würde.
      "Vielleicht war es Schicksal, dass es passieren musste." Ich schaute auf sie herab. Es war keine Liebe mehr, die in meinen Augen lag. Es loderte Hass und Wut in meinen Augen. Sie war schuld daran, was passiert war. Sie war ein Wesen, das nicht existieren durfte. Sie hatte mir viel Glück beschert, sehr viele glückliche Jahre. Gleichzeitig hatte sie so viel Leid über dieses Königreich gebracht, über meine Familie. Ich war mir sicher, dass ich das Richtige tat.
      Es war einfach, eine Waffe auf das Fest zu schmuggeln, vor allem, wenn man jemandem so vertraute wie mir. Niemand hatte schlechte Ahnungen, wenn man mich traf, ganz im Gegenteil. Man glaubte immer, dass ich auf sie aufpassen würde. Und man würde es weiterhin denken, ein Unfall, mehr nicht, ein Angriff von Mördern!
      Ich zückte das Messer von meinem Gürtel und stach in Sylenes Richtung. Das Messer hatte eine längere Klinge als üblich. Ich hatte extra ein Messer gewählt, das keine Gravur trug. Normalerweise nutzte ich nur Waffen, die das Wappen meiner Familie trug. So war es jedenfalls üblich. Heute musste eine andere Waffe her, damit alles nach Plan verlief.
    • Prinzessin Sylene

      Ich schmiegte mich an ihn und schloss meine Augen um die Nähe und Wärme besser spüren zu können die von ihn ausging. Wie sehr ich mir doch wünschte er würde seine Arme wieder um mich schlingen wie er es sonst immer tat. Stille, zunächst war da nur angenehme Still und wir Beiden. Das musste es wohl sein, das Paradies auf Erden. "Hm?" Mit einen Mal schlug ich meine Augen auf und schaute zu Silas herauf. "Ja schon." Sofort begann ich zu lächeln als ich sein Gesicht erblickte. Silas war für mach andere vielleicht nicht mehr als durchschnittlich. Er war weder sonderlich kräftig gebaut, noch groß oder ein waher Krieger, er war nicht Teil eines Königsgeschlechts, er war nicht übermäßig intelligent jedoch sehr gescheit und er war im Anbetracht der Allgemeinheit nicht die schönste Schöpfung der Götter. Doch für mich war er... alles. Alles und die Welt. Meine Welt. Silas war das personifizierte Glück und in seiner Durschnittlichkeit so vollkommen wie kein anderer. Niemand sonst vermochte mein Herz so zu berühren oder zum hüpfen zu bringen wie er es tat. Niemand konnte mir mit einen durchschnittlichen Lächeln so viel Freunde bereiten. Niemand, einzig und allein Silas. "Aber dafür habe ich ja dich. Mein glorreiche Held." Wieder zog ich es vor meinen Kopf gegen seine Brust zu lehnen und meine Gedanken kreisen zu lassen. "Schicksal?"ich konnte mir ein kleines Kichern nicht verkneifen. "Ich glaube nicht an Schicksal aber... was immer es war was uns zusammengeführt hat, ich bin ihn auf ewig dankbar." Ich hatte meine Augen gerade wieder geschlossen um seine Nähe zu genießen da stieß mich etwas zu Boden. Zunächst war da nur Schock und verwundern. Irgendetwas oder irgendjemand hatte mich zu Boden geworfen doch wer würde es wagen Silas von mit zu reißen? Ala ich mich auf meinen Rücken drehte sah ich aus meinen Augenwinkel wie eine Wurzel von mir schlängelte und langsam in der Erde verschwand. Fassungslos sah ich auf. "Silas ist alles in Or-" ich brach meinen Satz ab, viel mehr bleiben mir die Worte im Halse stecken. "Was?" Silas war nichts passiert. Eigentlich ein Grund zur Freude doch... da stimmte etwas nicht. Seine Augen sie... sie waren so... so kalt. Seine Augen die mich immer so sanft und leuchtend ansahen waren kalt und bleich geworden. Seine Hand umfasste ein Messer welches Tief in einer Wurzel stecke. Ich atmete erleichtert auf. So war das! Ja, das musste es sein. "Da hast du mich wohl wieder gerettet." Meinte ich lächelnd und versuchte aufzustehen. "Wir sollten lieber wieder zum Schloss zurück, nicht das wir wieder angegriffen werden." Dabei hatte mir dieser Baum ... immer Liebe, Glück und Schutz gebracht. Was war nur passiert? War ich beim Waldgott in Ungnade gefallen? Hatte ich ihn irgendwie erzürnt?


      “If you were happy every day of your life, you wouldn’t be a human. You’d be a game show host.”
    • Silas

      Bevor ich Sylene von ihrem Leben befreien konnte, wurde ich von irgendetwas weggerissen. Ich wurde nicht durch die Luft geschleudert oder gegen irgendetwas geworfen. Nein, eine Wurzel hatte sich zwischen uns gedrängt und somit meinen Angriff abgewehrt. Verwunderung schoss durch meinen Blick.
      Ich schaute zu Sylene, weil sie dachte, ich hätte sie gerettet. Mein Blick ging wieder zu der Wurzel, in der mein Messer steckte. Wie konnte das sein? Hatte dieser Baum ein eigenes Leben? Normalerweise hätte ich klug sein und diese Situation ausnutzen wollen, aber ein anderer Teil meines Selbst zwang mich, Sylene anzugreifen.
      "Dich retten?", fragte ich und sah sie kalt an. "Warum sollte ich? Du bist eine Hexe, Abschaum in dieser Welt." Die Worte waren hart und ich hoffte, dass sie die Situation erkannte. Ich hoffte, dass sie mich hassen würde. Und ich hoffte...
      Es war egal. Sie würde mich niemals wiedersehen und ich würde sie auch niemals wiedersehen. Mein Hass und meine Trauer kämpften und rangen umeinander. Schlussendlich wusste ich nicht, was ich fühlen sollte, aber meine Augen zeigten den Hass. Hatte er vielleicht die Oberhand gewonnen? Und doch spürte ich etwas Zweigeteiltes in mir.
      Ich erhob mich von der sitzenden Position, von der aus mich die Wurzel zurückgedrängt hatte und zog mein Messer aus der Wurzel. Jetzt oder nie! "Sylene, du hattest immer den Schutz deines Vaters, aber jetzt kann er seine Hände nicht schützend über dir halten. Es ist vorbei, Sylene. Du wirst heute sterben."
      Wahrscheinlich würde sie es erst viel später verstehen, was ich tat. Insgeheim hoffte es ein kleiner Teil von mir und er hoffte, dass sie leben würde, aber ich konnte nicht anders. Meine Gedanken rasten umher, kamen in Sackgassen an, verfingen sich ineinander, spalteten sich und suchten wieder einen Weg nach draußen.Es fühlte sich an, als wäre er in einem endlosen Labyrinth gefangen, aus dem es kein Entkommen gab.
      Ich erhob mein Messer erneut und ließ es auf sie herabsinken, in vollem Bewusstsein, was ich gerade hier tat. Sylene sah immer noch ihren Kindheitsfreund in mir. Vielleicht sollte ich ihr wenigstens diese eine Illusion noch nehmen.
    • Prinzessin Sylene

      Ich stand wie angewurzelt da und starrte Silas nur fassungslos an. "W-wie?" Hauchte ich heiser, beinah lautlos. "Was...hast du da gerade....gesagt?" Ja es war eine Messerklinge die mein Leben bedrohte und doch waren es seine Worte die mir mein Herz verstießen. "Silas das...das meinst du doch nicht ernst, dass-" mir blieben die Worte im Hals stecken. Ich wisch einige Schritte zurück, unfähig das was hier passierte zu glauben. Nein! Nein! Nein, nein, nein! Nein, das war nicht Silas! Das waren auch nicht seine Worte er würde doch nie- ...das musste ein böser Traum sein! Ja genau. Ich war einfach auf diesen langweiliger Feier eingeschlafen. Wieder und wieder, unaufhörlich kniff ich mir in den Arm in der Hoffnung aufzuwachen doch... die Hoffnung wurde schmerzlich enttäuscht. "Nein, Silas! Das bist nicht du. Sowas würdest du doch nie sagen. Niemals wagen du ... du und ich-" mein Kindheitsfreund fiel mir ins Wort. Ich verstand nicht was hatte mein Vater auf einmal damit zu tun? Und warum wollte er mir Leid zufügen? Geschweige denn mein Leben nehmen? "Silas!" Schrie ich verzweifelt während die ersten Tränen in meine Augen drungen. Dann setzte er zum Angriff an. Wieder versuchte der Baum mit Wurzeln und Ästen alles um ihn von mir fern zu halten. "Was tust du da? Silas komm zu dir!" Ich wisch seinen nächsten zwei Angriffen aus, wurde jedoch am Arm verletzt. Sofort quoll Blut aus der Schnittwunde heraus und tränkte das roséfarbene und schuldige Kleid mit sich. Schmerz zog sich durch meinen Arm doch diese Schmerz war nicht ansatzweise so groß wie der den mein Herz vernahm. Die Tränen strömten mittlerweile bächeweise über meine Wangen. "Nicht! Silas nicht! Bitte! Hör auf, hör sofort auf du... du machst mir Angst!" Ich hatte Angst, Todesangst aber da war mehr.... Angst, Verzweiflung, Trauer. Alles bracht über mich herein und drängte meine Verstand dazu zunehmend schwächer zu werden. Ich verlor mich in diesen Gefühlen, ertrank förmlich in ihnen. <i style="color: rgb(0, 0, 0); font-family: "Open Sans"; font-size: 13px; background-color: rgb(255, 255, 255);">"....hör meinen Ruf mein Kind, komm zu mir. Komm...sei ein braves Hexlein ....na komm schon...."[/i] Diese Stimme... woher kam diese dunkle Stimme...was?<br style="padding: 0px; margin: 0px; color: rgb(0, 0, 0); font-family: "Open Sans"; font-size: 13px; background-color: rgb(255, 255, 255);"><br style="padding: 0px; margin: 0px; color: rgb(0, 0, 0); font-family: "Open Sans"; font-size: 13px; background-color: rgb(255, 255, 255);">....ich kam erst zu mir als das Messer klirrend zu Boden fiel. Es war der Baum.... der Baum der Silas durchbohrt hatte. Fast wie die Gabel sich durch ein Stück Braten bohrte. "Silas!" Ich fing seinen sinkenden Körper auf und ging mit ihn zu Boden. "Silas nein du... Silas? Silas hörst du mich? Silas? Silas!" Ich rüttelte an ihn, klopfte ihn vorsichtig auf die Wange, hörte seinen scheächer werden Herzschlag und kam zu der schmerzlichen Gewissheit das ich nichts tun konnte als ihn in meinen Schoß beim sterben zu zu sehen. "Trotz deiner Tat bin ich dir zu tiefsten Dank verpflichtet denn du hast mir das größte Glück in meiner kleinen Welt bescherrt. Dank dir habe ich jemanden wahrhaftig lieben dürfen, Silas. Hörst du das Silas? Ich hab dich geliebt, ich liebe dich immernoch und nichts wird dies je ändern." Flüsterte ich schluchzend und beugte mich herunter. Ich beugte mich herunter um ihn meinen ersten Kuss zu schenken, mein erster Kuss und gleichzeitig der Kuss eines Abschieds. In den Büchern stand immer dass der erste Kuss einer Prinzessin unglaublich Kräfte in sich barg. Vor allem bei den Kuss wahrer Liebe.ich für meinen Teil betete das dieser Kuss ihn die Erlösung brachte. Meine Lippen lagen auf seinen noch leicht warmen Lippen und umspielten sie langsam und liebevoll bis sie zunehmend kälter und starrer wurden. Langsam löste ich mich von ihn. "Ich liebe dich Silas." Flüsterte ich als ich behutsam seine Augen schloss. Noch eine Weile bleib ich meiner verstorbenen Liebe dort und betete. Bis... "Prinzessin!" Ich wand mich nicht von Silas ab, ich war nicht fertig ihn zu betrauern, nicht stark genug ihn zu verlassen. Ich wusste wer da kam. Matthew und Leila. Die liebsten Assasinen meines Vaters. Und meine Überwacher.


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    • Silas

      Ich wusste, das, was ich tat, war das Richtige. Es war das Richtige für Sylene und auch für mich. Sylene wich den Angriffen aus, wurde aber relativ schnell an einem Arm verletzt. Ich sah das Blut, ein unschöner Anblick. Ich wollte ihr keine Schmerzen bereiten, nicht solche Schmerzen. Alles hätte schnell enden können.
      Ich hörte ihre Worte, sie prasselten wie ein heftiger Regenschauer auf mich ein, aber nichts konnte das stoppen, was ich gerade vorhatte. Nur eines brachte mich dazu, aufzuhören. Der Baum...
      Ich spürte einen stechenden Schmerz durch meinen Körper fahren. Der Schmerz ging von meiner Brust aus, zog sich in alle Körperregionen weiter. Mein Körper wurde schwach, ließ das Messer fallen. Ich hörte, wie es zu Boden fiel, spürte die Leichtigkeit in meinem Körper. Ich sah in Sylenes Gesicht, sah ihr Entsetzen.
      "Sy...lene...", stammelte ich hervor, bevor ich Blut hustete und meine Worte im Blutschwall untergingen, der aus meinem Mund kam. Die Wurzeln, die meine Brust durchdrungen hatten, ließen mich wieder frei und mein Körper sackte in Sylenes Arme. Sie sagte mir, was sie sagen wollte. Ich hörte ihre Worte, lauschte ihrer zarten und liebevollen Stimme.
      Ich wollte ihr so gern sagen, dass es mir Leid tat. Ich wollte ihr sagen, dass sie jetzt wenigstens vor mir in Sicherheit war. Ich wollte ihr so gern sagen, wer ihr nach dem Leben trachtete, aber ich brachte kein Wort mehr heraus. Die Kraft verließ meinen Körper. Ich konnte ihr nicht einmal mehr sagen, was ich für sie empfand.
      Sie kam meinem Gesicht näher und näher. Als ich ihre Lippen auf meinen spürte, zitterte mein Körper nur noch kurz. Ich spürte ihre Liebe, ihre Güte. Wenn es einen glücklichen Tod gab, dann konnte ich diesen so nennen. Ich schloss meine Augen, spürte, wie meine Kraft mich weiter verließ. Noch einmal wollte ich ihre schönen Augen sehen. Ich öffnete meine Augen noch einmal, während sie mich weiter küsste. Ich sah zwar nicht ihre Augen, aber ihr hübsches Gesicht, nah an meinem dran.
      Es war das Letzte, was ich sah und fühlte. Geborgen in den Armen meiner Liebsten atmete ich ein letztes Mal ein und aus. Eine warme Dunkelheit riss meine Seele von ihr fort, beförderte mich in einen langsam erholsamen und ruhigen Schlaf. Alles wurde dunkel. Es gab keine Angst mehr, keinen Hass, keinen Zorn, nur noch vollkommene Ruhe. Ich kuschelte mich regelrecht in die Arme dieser Dunkelheit und schlief endlich, mit dem Gedanken, dass Sylene glücklicherweise in Sicherheit war.
    • Prinzessin Sylene

      Die Ereignisse unter der heiligen Eiche waren gerade einmal drei Tage her. Seit dem ich ins Schloss gebracht wurde hatte ich mein Bett nicht mehr verlassen. Ich lag einfach nur stumm da und starrte vor mich hin. Ich wollte nichts Essen, nicht schlafen, nicht singen oder musizieren, nichts lesen nichts spielen.... nichts einfach nichts. Immerhin wusste ich das mein Wunsch nicht in Erfüllung gehen konnte. Ich war weder wütend noch verängstigt. Nur traurig, tief traurig. Mein Vater wisch die ersten zwei Tage nicht von meiner Seite. Er hielt mich wortlos in seinen Armen, strich durch mein Haar oder wischte die Tränen von meinen Wangen. Und das obwohl er selbst noch immer angeschlagen war. Aber er meinte es wäre egal in welchen Bett er läge und wartete bis sein Fieber wieder sank. An den heutigen Tag musste Vater einer Versammlung beiwohnen. Es war irgendwas schreckliches in einen kleinen Bergdorf wiederfahren. Ich wollte nicht allein sein. Immer wenn ich allein war kamen da diese Gedanken... und dieser unerträgliche endgültige Schmerz.

      Kapitel 1 - Ein Monster am Königshof

      "Klopf, Klopf! Sylene! Bist du Zuhause?" Ich hörte leisen Brummen. Und konnte beobachten wie meine Tür langsam aufgeschoben wurde und der blonde Lockenkopf meiner Schwester schimmerte hinter den Türspalt hervor. "Ah!" Sie lächelte. "Da bist du ja! Guck, ich hab was für dich gemalt!" Das kleine Mädchen hüpfte freudestrahlend auf mein Bett zu. "Machst du mir die Haare?" Mir war eigentlich überhaupt nicht danach, nickte aber. Als sie an meinen Bettrand trat nahm ich sie in den Arm und drückte sie, etwas fester als es sein müsste an mich heran. "Bist du noch traurig?" Ich nickte. "Soll ich dir Fluffels da lassen?" Ich schwieg und drückte sie nur fester an mich. Einige Minuten verstrichen. Dann lehnte ich meine Stirn gegen ihre und streichelte durch ihr Haar. "Du bist wundervoll Gunivere, behalt dir das bitte bei." Sie lächelte. "Ich mag dich mehr als Zephiel, Zephiel macht mir nur Angst. Er sagt wenn ich mit dir spiele dann steckt man mich zum Monster in den Kerker!" ....zum Monster ... in den Kerker... "Komm, ich mach dir deine Haare." Murmelte ich leise un begann ihre Zöpfchen zu flechten. "Du bist so toll Sylene! Eines Tages mag ich genau eine Prinzessin sein wie du! Mit so schönen Haaren und so tollen Kleider." Ich nickte. "Bald schon, bald schon irgendwann wirst du groß sein und dann bist du eine bessere Prinzessin als ich. Du wirst schon sehen."Vater brauchte wirklich lang. Der Zustand in diesen Dorf musste wirklich unheimlich schrecklich sein. Doch in Vaters Verfassung würde Vater nicht gehen können. Die Reise war viel zu lang und die Gefahr zu groß das der Feind oder was auch immer das Dorf zerstört hatte, noch da war. Aber mich würde Vater nicht gehen und ihn vertreten lassen. Schon gar nicht ohne Leibwächter. ....zum Monster .... im Kerker ... ich stand sofort auf. Das erste Mal seit vier Tagen. Das war eine Idee, zugegeben sie war dumm und verrückt aber ... die einzige Idee die auch eine Lösung sein konnte. Wenn auch keine richtige Lösung. Also begab ich mich herunter in den Kerker bis zur Zelle in den er angeblich gefangen war, der Blutkrieger. Ich dachte ich müsste suchen, vielleicht rannte ich auch nur einen Gerücht hinterher aber ... der Wachenstrom wurde immer mehr. Alle schienen verwundert was ich hier wollte. "Ist das seine Zelle?" Die Wache schob ihren Helm nach oben. "Eine Lady wie ihr sollte doch sicher nicht mit einen Monster-" ich sah ihn finster an. "Das hab ich nicht gefragt. Ist das seine Zelle?" Die Wachleute nickten. "Gut, dann geht. Ich will allein sein." Die zwei Wachen vor der Zelle sahen mich an. Dann einander und wieder sich. "Kommt nicht in Frage Mylady. Euer Vater lässt uns sonst hengen." Ich seuzfte tief. "Lasst. Mich. Allein." Ich wollte diese Karte eigentlich nie ausspielen aber.... "Das war ein Befehl, keine Bitte." Als sich die Wachleute entfernten ging ich nähr an die Gitterstäbe heran. "Ähm ...Hallo? Ist da wer?" Ich kam mir irgendwie blöd vor. "Ich bin Prinzessin Sylene und ersuche euch um euch ein Angebot ... zu unterbreiten."


      “If you were happy every day of your life, you wouldn’t be a human. You’d be a game show host.”
    • Zechs

      Dreißig Jahre war es nun her. Mein Blick war auf das kleine vergitterte Kellerfenster gerichtet, welches meiner Zelle ein wenig Licht spendete. Meine Augen hatten sich seit Jahren an dieses Dämmerlicht gewöhnt. Ich kannte kein helleres Licht mehr. Ich hatte gelernt, die Dunkelheit und auch dieses Dämmerlicht zu schätzen.
      Vor drei Tagen hatte ich ein Gespräch der Wachen belauschen können. Der beste Freund der Prinzessin soll gestorben sein. Ich fragte mich, was in letzter Zeit los war. In den letzten Jahren schien alles um Hector herum zu zerbröseln. Auch von einem zerstörten Dorf war die Rede gewesen. Dummerweise brachte man diese Vorkommnisse alle mit mir in Verbindung, jedenfalls diese seltsame alles zerstörende Armee, die sich gegen Hectors Königreich aufzulehnen schien. Die Wachen hatten gemeint, dass es die Rache sei, die ich Hector geschworen hatte.
      Wie dumm diese Soldaten doch waren! Diese Armee - so hörte man es jedenfalls - tötete unschuldige Dorfbewohner, als wären sie Tiere auf der Jagd. Wäre ich es gewesen, hätte ich so etwas niemals zugelassen.
      Mein Blick ging zur Zellentür, denn von dort aus hörte ich die Stimme einer jungen Frau. Seine Zelle? Ich schaute mich in meiner kleinen Privatzelle um. Meine Hand- und Fußgelenke waren mit Schellen versehen, die mich an der Wand hielten. Ich konnte soweit von der Wand weg, um mich auf der gegenüberliegenden Seite der Zelle auf die kleine Decke zu legen und zu schlafen. Die dünne Decke diente mir als Schutz vor dem Boden. Meine Körpertemperatur war auf natürlicher Weise so niedrig, dass ich im Winter nicht fror. Man versuchte es auf meine Unsterblichkeit zu schieben. Ob daran etwas Wahres war, konnte ich nicht wirklich sagen.
      Wieder ging mein Blick zur Zellentür, als jemand an diese trat und sprach. Wer war das? Eine junge Frau, aber wer? "Ein Angebot?", erklang meine kratzige Stimme. In all den Jahren hatte ich mit der Zeit nicht mehr viele Wesen zum Reden gehabt, weshalb meine Stimme etwas tief und kratzig klang.
      "Wollt Ihr Euch nicht zeigen, wenn Ihr mir schon ein Angebot machen wollt? Ich hoffe, Ihr habt diese Wachen nach dem Schlüssel gefragt oder habt selbst einen", meinte ich, wobei meine Stimme langsam geschmeidiger klang. Die Zelle war nicht groß, eher sehr klein und schmal. Wahrscheinlich hatte sie nicht den Mut, um reinzukommen. Immerhin waren die Gerüchte um mich eindeutig und eine Frau würde sich doch niemals sicher fühlen, wenn sie mit einem Monster wie mir in einer Zelle stand.
    • Prinzessin Sylene

      Ein Geräusch .... wie ein Klirren. Metallisch. Regte sich da jemand? Noch immer fiel es mir schwer meine Augen an die Dunkelheit zu gewöhnen. Dann endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit hörte ich eine Stimme. Also stimmte dieses Geschichten. Ich trat langsam ans Gitter. Es dauerte noch etwas bis sich die ersten Umrisse abzeichnenden. "Naja ... das nicht, bis jetzt wusste ich ja nicht das ihr wirklich existiert." Aber was den Schlüssel betraf konnte ich mir auch anders abhelfen. "Vielleicht wäre es besser wenn ihr eure Augen schließt." Ich hielt meine Hände parallel zueinander, atmete tief durch und versuchte mich zu konzentrieren. Ein helles Leuchten ließ die Zelle erstrahlen. Ich schob meine Hände zueinander und dann langsam wieder auseinander. Zwischen den grellen Licht zeichnete sich ein dunkler Schatten ab der dich langsam zu einer länglichen Form wandelte. Das Licht wurde schwächer und ich öffnet die Augen. Es war ein kleiner Stift auf magischen Kristall, den den ich in die Zellentür steckte. Der Rohling passte sich augenblicklich in das Schloss. Also schloss ich ohne zu zögern die Tür auf und betrat die Zelle. Ich überlegte in einen Moment ob ich die Tür wieder schließen sollte oder nicht. Entschloss mich dann jedoch dafür sie lieber zu schließen. Nicht das er mich noch überwältigte und froh oder der Gleichen. "Mein Königreich und ich, wir brauchen eure Hilfe. Daher bitte ich euch, leiht mir eure Stärke." Ich machte eine kurze Pause. Nein... nein so stimmte das nicht. Ich weiß es war verrückt und auch sehr fahrlässig aber ich nahm meinen Kristall Schlüssel und löste damit ebenfalls die Ketten die, was auch immer er, noch weniger Bewegungsfreiheit in diesen Raum ließen. Mit einen lauten Klirren knallte das kalte Eisen zu Boden. "Schon besser." Murmelte ich lächelnd und klopfte mir den Staub, die die Ketten mit ihren Aufprall aufgewirbelt hatten von meinen Kleid. Niemand durfte davon etwas mitbekommen zumindest vorerst. "Das soll schließlich eine Verhandlung auf Augenhöhe sein." Jetzt erst konnte ich mir den anderen in dieser kleinen Zelle genauer ansehen. Er war mindestens einen Kopf größer als ich. Sein Körperbau war trotz der Ketten und rauen Bedingungen hier unten immernoch athletisch, nicht geschunden. Seine Haare waren silbrig und sogar wesentlich länger als meine. Und seine Augen... ich hatte noch niemanden gesehen der auch rötliche Augen besaß. Allerdings konnte ich ihnen diesen skeptischen und feindlichen Blick nicht verübeln wenn man bedachte, was er wegen uns erleiden musste. Zumindest wenn die Erzählungen stimmten. "Ich fürchte das wir den neuen Feind an unseren Grenzen recht wehrlos gegenüber treten müssen. Um ihn also etwas entgegen zu setzen und mein Volk schützen zu können, flehe ich euch um eure Hilfe an. Sollte Esther wieder sicher sein würde ich natürlich dafür sorgen das ihr im Gegenzug eure Freiheit wieder erhaltet." Für einen Moment wand ich meinen Blick ab. Ich rang noch immer sehr mit mir, wusste ich doch das sie entscheidenden die getroffen hatte schwere und weitreichende Konsequenzen nach sich zogen. "Mehr noch... ich will mehr tun als einfach im Schloss zu sitzen und mich aus der Ferne um mein Volk zu sorgen. Ich will ihnen helfen so gut ich kann. Ich möchte ihnen Nahrung und Arznei bringen, ihnen Trost spenden und vor allem für sie an vorderster Front kämpfen. Deshalb bitte ebenfalls ich euch mein Leben zu schützen bis der Tag kommt in den Esther sich wieder an Frieden erfreuen kann. Sollte dieser Tag kommen." Ich holte tief Luft. "Dafür gehört mein Leben euch. Macht mit mir was euch beliebt. Jagd mich, folter mich, tötet mich, lasst mich laufen - ganz gleich. Ich werde mich nicht zur Wehr setzen und alles mit Stolz ertragen. Ich weiß ich kann nur ein Leben geben und nicht das tausender doch, vielleicht vermag dieses eine Leben die Schandtaten bezahlen die meine Familie euch zugefügt hat." In meinen Augen begann ein kleines Feuer zu lodern, hell, entschlossen, leidenschaftlich und breit zu wachsen. Dieses Mal war es nicht meine Zauber die meine Augen erleuchteten zu vermochten, nein. Es war mein Innerstes selbst. Nach Silas Tod hatte ich zum ersten Mal wieder eine Entscheidung gefasst und ich glaubte an diese, mehr als alles andere.


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    • Zechs

      Kaum mehr als die Wachen, der König selbst und sein treuestes Gefolge wussten, dass ich wirklich existierte. Daher verwunderten mich die Worte der Frau kein bisschen. Nur, wer suchte bitte schön meine Gesellschaft? Die Frau forderte mich auf, meine Augen zu schließen. Dieser Bitte ging ich nach. Selbst durch meine geschlossenen Augenlider konnte ich die Helligkeit sehen, welche wahrscheinlich meine Augen verbrannt hätten, nachdem ich nur noch das Dämmerlicht dieser Zelle gewohnt war.
      Ich öffnete meine Augen wieder, als das Licht schwächer wurde und schließlich verschwand. Kurz darauf hörte ich das Klicken des Schlosses. Hatte sie gerade einen Zauber benutzt? Es dauerte nicht lange und die besagte Frau trat in die Zelle, schloss die Tür hinter sich. Ich hatte nun einen Blick auf die Frau.
      Sie hatte rote Haare und rote Augen, markante Merkmale. Bis auf Blutkrieger hatte ich bisher niemanden gesehen, der rote Augen besaß. Sie war keine Blutkriegerin, aber sie musste etwas Besonderes sein. Allein diese beiden Merkmale verrieten mir, wer sie war. Man sprach in dem Gefängnis oft über Prinzessin Sylene.
      Sie sagte sofort, was sie von mir wollte. Es gefiel mir, dass sie nicht erst einmal mit Small Talk anfing, sondern sofort zur Sache kam. Dafür gefiel mir aber ihre Bitte nicht. Ich hatte keinen Grund, diesem Königreich in irgendeiner Weise zu helfen. Warum auch? Nur, weil sie sich zurzeit selbst zerlegten?
      Die Prinzessin zeigte eine freundliche Geste, indem sie mich von den Ketten befreite, die mich in dieser Zelle gefangen hielten. Meine Augen wanderten zur Zellentür, dann wieder zu der Prinzessin vor mir. Ich stand auf und streckte mich, rieb meine Handgelenke.
      Wahrscheinlich gab ich vor der Prinzessin nicht das beste Bild. Mein Haar war verzottelt, meine Haut voller Dreck und es zeigten sich kleine Anzeichen eines unsauberen Barts. Im Gefängnis hatte man leider keinen Urlaub und leider auch keine Gelegenheit, groß auf seine Hygiene und Körperpflege zu achten.
      Ich beobachtete sie, sah ihr Lächeln. Wusste sie wirklich, was sie tat? Sie befreite ein Monster von Ketten, welche ihr eigentlich zum Schutz galten. Was tat sie hier? War sie so naiv, zu glauben, ich würde ihr nichts tun? "Eine Verhandlung auf Augenhöhe?", wiederholte ich skeptisch. Während meine ersten Worte kratzig waren, kam nun langsam meine richtige Stimmlage durch.
      Ich lauschte ihrer Bitte. Von den Gesprächen der Wachen her wusste ich in etwa, worum es ging. Eine Armee, wahrscheinlich Widerstandskämpfer, machten dem Königreich seit ein paar Tagen schwer zu schaffen. Sie hatten bisher sogar ein ganzes Dorf dem Erdboden gleichgemacht. Im Gegenzug für meine Hilfe würde ich die Freiheit erlangen. Ich schwieg zu dem Vorschlag, wartete auf weitere Worte. Die Prinzessin suchte nach Worten, das konnte man deutlich sehen.
      Als ich hörte, was sie vorhatte, geschah etwas Verrücktes. Plötzlich sah ich nicht Prinzessin Sylene vor mir, sondern Alexandra. Sie redete davon, was sie für ihr Volk alles tun würde. Ich ging einen Schritt zurück und kam mit meinem Rücken an die Wand. Die Vision verschwand sofort wieder, aber das Bild hallte in meinem Gedächtnis nach.
      Mein Blick zeigte kurz Verwunderung, bevor ich mich wieder dazu zwang, diese Verwunderung zu verdrängen. Die Prinzessin bot mir ihr Leben an, ihr eigenes Leben, egal, was ich mit ihr anstellen würde.
      Eine ganze Weile betrachtete ich sie schweigend. "Ihr seid Prinzessin Sylene, oder?" Ich deutete mit dem Vorbeugen meines Oberkörpers eine begrüßende Geste zu einer Frau an. Ich verbeugte mich nicht vor ihr. So begrüßten Blutkrieger eine Frau und Fremde. "Ihr wisst doch, wer ich bin. Warum schlagt Ihr ausgerechnet mir so etwas vor? Ich habe Eurem Vater, König Hector, viele Schwierigkeiten bereitet, Eurem ganzen Volk vor dreißig Jahren. Warum kommt Ihr darauf, dass ich Euch helfen würde, nachdem ich bereit war, Euren Vater zu töten?"
      Ich seufzte leise. "Wisst Ihr, Freiheit bedeutet für einen Blutkrieger etwas Anderes, als sich frei bewegen zu können. Wir sind immer frei, solange wir in unserem Clan sind. Ihr könnt mir also keine Freiheit schenken. Meine Leute, die ich als meinen Clan angesehen habe, sind wahrscheinlich zum größten Teil tot."
      Ich rang mit mir selbst. Dieses kleine Gefühl, Alexandra vor mir zu haben, anstatt die Prinzessin, ließ mich an meinen eigenen Worten zweifeln. Vielleicht sollte ich ihr doch helfen? Das hatte ich doch nicht umsonst gesehen. Diese Welt steckte voller Geheimnisse und etwas hatte das zu bedeuten gehabt. "Ich habe von Euch gehört. Ihr habt nicht den besten Ruf unter Eurer Gefolgschaft, den Wachen zum Beispiel", meinte ich.
    • Prinzessin Sylene

      Oh ihr Götter .... diese Stille, diese Stille in den man seinen Gegenüber musterte war wirklich unangenehm aber in Anbetracht dieser Situation doch recht normal oder? Ich schluckte in der Hoffnung das die letzten Zweifel damit auch verschwanden. Ja, auch wenn ich an meine Entscheidungen glaubt, auch wenn ich entschlossen war... gab es da noch die leise Stimme der Vernunft. Was würde Vater nur sagen wenn er wüsste was hier gerade passierte? Was würde er sagen wenn er wüsste welchen Lohn ich den Gefangen versprach?
      Ich nickte. "Ja, eine Verhandlung auf Augenhöhe. Das sagte ich doch bereits. Oder wollt ihr das ich euch die Ketten wieder anlege und euch wie einen Gefangenen behandle? Das ...kann ich sicher auch wenn es euch beliebt." Ich wollte es ihn ja so angenehm wie möglich machen immerhin hatte ich ja nicht darum gebeten das er meinen Bitten lauschte. Ob er überhaupt zuhören wollte? Immerhin hatte ihn auch meine Familie so unglaublich grausame Dinge angetan. Ich war etwas verwundert als mein Gesprächspartner, oder in diesen Moment mehr mein Zuhörer, vor mir zurück wisch. Wobei ich mir nicht sicher war ob wirklich ich der Grund für dieses Schauspiel war. "Ist... ist alles in Ordnung? Geht es euch nicht gut?" Es sah fast so aus als würde er einen Geist gesehen. Es dauerte nicht lang dann schien der Spuk auch wieder vorbei zu sein. Ich warte noch einige Sekunden und fuhr dann fort. Dies schien auch in seinen Interesse zu sein. "Ähm... ja. Ja bin ich." Sagte ich das nicht bereits? Hatte ich mich nicht vorgestellt? Was dann passierte überraschte mich schon etwas. Ich hätte nicht gedacht das er wusste wie man sich an Hofe begrüßte. Ich hätte nie daran gedacht das er überhaupt ein Interesse an den allgemeinen Floskeln und Anstand hatte. Dennoch schenkte ich ihm ein Lächeln und machte den verlangten Knicks. Eigentlich reichte sie Lady den Gentleman die Hand damit er ihr auf genau diese einen Luftkuss gab, doch wollte ich es nicht übertreiben. Ich hielt mich im allgemeinen nicht gern mit den unglaublich strengen, teils umständlichen Regeln des Hofes auf. "Ehrlich gesagt weiß ich nicht viel von euch." Es war ohnehin wenig über diesen Blutkrieger bekannt und dann hütete mich Vater vor den ganzen Details. "Was eure Taten von vor dreißig Jahren angeht ..." ich machte eine kurze Pause. "Ohr habt dreißig Jahre hier unten und schlechtesten Bedingungen ausharren müssen, allein, getrennt von euren Liebsten. Ist das nicht Strafe genug? Außerdem hat doch jeder eine zweite Chance verdient. Findet ihr nicht auch?" Der Blutclan ... eine ausgerottete Kultur. Menschen konnten ja so grausam sein, dabei konnte man sicher auch einiges von diesen Wesen lernen. "Ich... ich habe leider nichts was ich euch sonst bieten kann. Ich meine sicherlich könnte ich euch mit Gold und anderen Schätzen überhäufen doch... wollte ihr das wirklich? Ich bezweifele es irgendwie. Ich vermag auch leider nicht Tote zum Leben zu erwecken oder sie Zeit zurück zu drehen. Ihr könnte meine Bitten auch abschlagen. Dies steht euch frei. Doch ob mit oder ohne euch, ich werde gehen und mein Bestes geben." Ich musste nur einen Weg finden wie Vater sich nicht so sorgte. Ich sah zur Tür. So langsam musste ich wieder gehen, bald gab es Abendessen. "Ihr müsst euch nicht sofort entscheiden. Doch zeitnah, ich kann diese Menschen nicht lang warten lassen." Mir war klar das er nicht die größten Freundensprünge machte. Doch hatte ich einen kleinen Hoffnungschimmer gehabt. Ein Schlimmer der langsam verglühte. Die nächsten Worte die er an mich richtete verwirrten mich etwas. Was hatte das den mit mir zu tun? "Ängstige ich euch etwa auch?" Fragte ich mach. "Von euch sagt man auch ihr seit ein kaltblütiges, grausames, gefühlloses und nach Blut lechzendes Monster. Ihr kommt mir aber keinesfalls so vor." Gerüchte gab es viele, über uns beide.


      “If you were happy every day of your life, you wouldn’t be a human. You’d be a game show host.”
    • Zechs

      Ich beobachtete sie noch immer misstrauisch. Als ob sie mich nicht wie einen Gefangenen behandeln würde! Sie war Hectors Tochter und damit ganz sicher auch von seinem Kaliber. Ihr letzter Satz zu dieser Angelegenheit, dass sie mich auch wie einen Gefangenen behandeln würde, wenn es mir belieben würde, klang kein bisschen ehrlich. Das ließ mich daran zweifeln, ob sie mich wirklich wie einen Gefangenen behandeln würde. Dann hätte ich sicher schon vor ihr im Staub kriechen müssen. Dennoch, ich blieb wachsam. Diese Familie hatte sicher einige Tricks auf Lager.
      "Es ist alles okay", antwortete ich. Schwang da tatsächlich Interesse in ihrer Stimme mit? Ich wusste nicht so recht, wie ich diese Prinzessin einordnen sollte. Sie kam mir wie das Gegenteil ihres Vaters vor, jedenfalls bis jetzt. Oder war das jugendlicher Leichtsinn?
      "Entschuldigt, ich hätte nicht gedacht, dass Ihr wirklich Prinzessin Sylene seid. Normalerweise gedenkt Eure Familie nicht, ihre Trophäe zu besuchen", entschuldigte ich mich aufrichtig. Ich hatte tatsächlich nicht an die Ehrlichkeit ihrer Vorstellung geglaubt. Eigentlich sollte ich das noch immer nicht, aber ihr Aussehen sprach eindeutig für sie. Nicht viele hatten diese markanten Merkmale.
      Sie gestand ein, dass sie nicht viel von mir wusste. Dabei hatte ich gedacht, Hector hätte die schlimmsten Schauergeschichten über mich verbreitet. Warum wusste sie dann nicht viel von mir? Vielleicht wusste sie ja nur von diesen Schauermärchen Bescheid und wollte es einfach nur nicht zugeben?
      Ihre nächsten Worte beeindruckten mich, das musste ich zugeben. Ich hatte niemals erwartet, solche Worte von jemandem zu hören. Durch meine Blutfähigkeit spürte ich noch immer ihr Blut und damit auch ihren Herzschlag. Wenn man log, wurde der Herzschlag schneller, aber das passierte bei ihr nicht. Ihr Blut geriet nicht in Wallung, also konnte sie nicht lügen. Es war schwer, das zu erklären, es funktionierte einfach. Ich wusste die Zeichen zu deuten, die sich vor mir zeigten. Mit der Zeit waren es einfach Erfahrungswerte.
      "Ich möchte Euer Gold nicht und vor allem nicht Eure Schätze", pflichtete ich ihr bei. Sie wirkte wirklich mutig und entschlossen. Das würde sie irgendwann noch in den Tod führen, aber ich bewunderte eine solche Eigenschaft. Es erinnerte mich an Alexandra. Kurz richtete ich meinen Blick zu Boden, dann wieder zu Sylene.
      "Ich möchte von niemandem, dass man Tote wieder in Lebende umwandelt. Für diesen Zauber benötigt man im Gegenzug tausend Leben", schmunzelte ich. Ob sie das wusste? Solcher Zauber war tatsächlich verpönt.
      Ob ich sie ängstigte? Ich bemerkte, dass sie langsam gehen wollte. Ich seufzte leise, bevor ich meine Augen direkt auf ihre Augen richtete, sodass unsere Blicke uns trafen. "Wie wollt Ihr denn ein kaltblütiges, grausames, gefühlloses und nach Blut lechzendes Monster ängstigen, Prinzessin?", fragte ich nach.
      Ich machte eine kurze Pause. "Ihr wisst nicht, wer Euer Feind ist. Das sagten jedenfalls die Wachen. Er tötete die Dorfbewohner gezielt. Das sieht für mich nicht nach einer Rebellion aus. Man will den König nicht stürzen, um irgendetwas durchzusetzen. Man will das Königreich leiden sehen, es vollkommen zerstören. Eure Gegner werden weiter töten, wenn man sie nicht aufhält. Es wäre Selbstmord, allein in dieses Dorf zu gehen. Wie wollt Ihr ohne eine unsterbliche Leibwache überleben? Wenn Ihr mir die Freiheit und Euer Leben schenkt, werde ich Euch begleiten und dafür sorgen, dass Ihr die Friedenszeit nach diesem Krieg erlebt", antwortete ich. Ein gewisses Funkeln konnte man in meinen Augen erkennen, ein alles verschlingendes Feuer der Entschlossenheit.
    • Prinzessin Sylene

      Zwischenzeitlich herrschte da wieder diese nachdenkliche Stille zwischen uns. Der einzige Kontakt der dann noch statt fand war der Blickkontakt. Wenn überhaupt. Noch immer war da Skepsis und Zweifel in seinen Augen. Vielleicht an der Wahrheit meiner Worte, doch wenn er wirklich zweifelte und sie nicht einfach als Lüge abtat dann ... dann würde das bedeuten das es noch einen Hoffnungsschimmer gab. Dieser eine Gedanke beflügelte mich innerlich gerade zu und verschaffte mir tatsächlich, mitten im hintersten Winkel des Kerkers der nur Verzweiflung und Trostlosigkeit kannte, ein fröhliches Lächeln. Meine gute Laune ebbte auch nicht ab. Im Gegenteil. Bereits bei der nächsten seiner Bemerkungen musste ich herzlichst anfangen zu kichern. "Wer soll ich denn sonst sein? Mit meinen rubinroten Haaren wie Augen gehe ich nun nicht gerade in der Masse unter." Ich kicherte noch kurz ehe ich mich dazu zwang wieder ernster zu werden. "Verzeiht, ich wollte euch nicht das Gefühl geben das ihr mich belustigt." Ich nahm ihn sehr wohl ernst und würde es nicht wagen einen Scherz auf seine Kosten zu machen. "Ihre... Trophäe besuchen?" Was er wohl damit meinte? Diesen Teil seiner Aussage konnte ich wirklich nicht nachvollziehen. "Nun... ehrlich gesagt habe ich erst heute von eurer Existenz erfahren. Meine Schwester kam ganz ängstlich zu mir und meinte unser Bruder würde sie zu den Kerker zu den kaltblütigen, grausamen, gefühlloses und nach Blut lechzenden Monster stecken, sollte sie nicht seinen Worten folgen. Das ist auch schon fast alles was ich heute über euch in Erfahrung gebracht habe." Und wieder schien mir dieser Mann alles andere als ein Monster zu sein. Nun gut, nicht jeder sah nach dreißig Jahren Folter so jung und quickfidel aus wie er.Für einen kurzen schien Überraschung in seinen Augen aufzublitzen. Ja, auch ich konnte meinen Gegenüber mustern und deuten. Die Überraschung schien sich noch schnell wieder zu legen. Wieder lauschte ich still seinen Worten und nickte ab und an zustimmend. Vor allem was den Zauber betraf für diese Mann unendlich viele Leben benötigte, da schienen wir wirklich einer Meinung zu sein. Wenn ich eines gelernt hatte dann das jeder Zauber seinen Preis hatte, egal wie klein. Ich war beinah so in meinen Gedanken versunken das ich kaum mitbekam wie man eine Frage an mich richtete. "Hm?" Verwundert sah ich auf und nahm mir 3 Sekunden um zu überlegen. "Ich weiß nicht ... es gibt ja die verschiedensten Schauergeschichten die man sich über mich erzählt." Auch wenn es nicht so aussah... ich bekam viel von den Erzählungen und Gerüchten mit. Und auch wenn man mich dafür belächelte, sah und hörte ich darüber hinweg. Ich verzieh diesen Menschen und begegnete ihnen dennoch mit einen freundlichen Lächeln. Doch egal wie sehr ich mich anstrengte, ich blieb die grausige Hexe.Wieder schenkte ich seinen Worten Gehör. Ich wusste um die Wahrheit seiner Worte, ich wusste auch um die Gefahr... doch was blieb mir für eine Wahl? Keine. Zu meinen Pflichten als Prinzessin gehörte es nun einmal für die Menschen meines Landes Sorge zu tragen. Wer würde ihn den sonst helfen wenn Vater verhindert war? Niemand. Ich seuzte tief. "Ich weiß allein kann ich nicht viel ausrichten...-" ich brach meinen Satz ab. "Was?" Meine Augen blitzten auf und gewannen an Größe. "Das würdet ihr... wirklich tun?" Ich wäre ihn am liebsten vor Freude um den Hals gefallen. Jedoch hielt ich mich im letzten Moment zurück. Weshalb ich etwas nach vorne kippte, mich aber gerade so auf meinen Füßen halten konnte. Dieses hin und her Gewackel musste recht amüsant ausgesehen haben. Ich räusperte mich nur ernst und strich einige Haarsträhnen, die in mein Gesicht gefallen waren zurück. "Ich meine ... ich danke euch. Sehr sogar und von tiefsten Herzen. Es gibt kaum Worte die meine Dankbarkeit fassen können. Das ist... einfach wunderbar. Natürlich erkaufe ich mit mit diesen Pakt nicht den Frieden aber... eine Chance darauf." Ich lächelte sanft und hielt ihn meine Hand entgegen. "Wirklich, danke sehr." Jetzt wo wir so gegenübergestanden und diese Abmachung besiegelten, fiel mir auch das ich die ganze Zeit über im Nachthemd verhandelt hatte. Ihr Götter! Wie peinlich. "Nun... also ich muss langsam zum Abendessen, ich werde also jemanden schicken der-" langsam brach ich meinen Satz ab. Egal wenn ich bat, egal ob ich die Befehlsmacht ausnutzen die mir inne war, niemand würde kommen und ihn zu mir geleiten. Niemand würde ihn Essen oder neue Kleidung bringen, niemand ihn ein Zimmer zeigen welches er nutzen konnte. Dafür hatten sie einfach zu viel Angst. Viel zu viel. Mehr noch als vor mir wahrscheinlich. "Vielleicht solltet ihr mir lieber gleich folgen."


      “If you were happy every day of your life, you wouldn’t be a human. You’d be a game show host.”