Awakening of the Guilds [TheWizard & Codren]

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    • Awakening of the Guilds [TheWizard & Codren]

      "Those candle flames were like the lives of men. So fragile. So deadly. Left alone, they lit and warmed. Let run rampant, they would destroy the very things they were meant to illuminate. Embryonic bonfires, each bearing a seed of destruction so potent it could tumble cities and dash kings to their knees."

      Macht ist eine Illusion, geschaffen von all jenen die wissen, was benötigt wird, um sie hervorzurufen. Sie ist die unsichtbare Kraft hinter jedem Leben, die es in seine Bahnen zwingt, der Leitfaden jeder Tat, jedes Willens, jedes Gedankens. Sie ist, was die Soldaten auf das Schlachtfeld zieht, was der Politik ihren Namen verleiht, was den Menschen die Furcht lehrt. Sie trägt die eigentliche Krone hinter dem der glaubt, dass ein goldener Kopfschmuck sie an sich bindet. Macht ist unbezwingbar.
      Aber in manchen Fällen, in Fällen der schicksalhaften Fügungen und der jahrelangen Veränderung, verändert sich das Wesen der Macht mit der Welt, entgleitet all jenen, die sie durch die Kraft ihres Wissens an sich zu binden versuchen und wendet sich jenen zu, die eigentlich nicht dafür geboren wurden, sie zu beherbergen. Und wer die Macht einmal besitzt, wem sie sich gütig zugewandt hat, der wächst mit ihr und lässt sich von ihr formen, aufdass er eines Tages dazu in der Lage ist, die Gesetze der Welt zu unterwerfen.

      Gilden gibt es schon seit Anbeginn der Zeit, Zusammenschlüsse von Menschen, die sich der gleichen Sache widmen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen, das mehr Menschen von Nutzen ist. Aber erst seit dem letzten Jahrhundert haben sich diese Gilden, die sich eigentlich zum Wohle ihrer Länder opfern, zu einer Gewalt erhoben, welche Ländergrenzen sprengt und die Macht von Königen entreißt. Sie sind die Wirte, welche die Macht in sich halten, sie sind all jene, die im Hintergrund ihre Fäden ziehen, sie sind die Kraft, die jede Tat, jeden Willen und jeden Gedanken formen. Eine Krone ist neben den Gilden nicht mehr als ein Hut, der den Regen hereinlässt.

      Vorstellung: Awakening of the Guilds [TheWizard & Codren]


      Damit beginnt unsere Geschichte....


      Fast unscheinbar hallten die ruhigen Schritte des Mannes durch die Gänge durch die er wanderte. Es waren große Gänge mit Marmor verkleidet und mit großen Fenstern auf der Südseite bestückt. Durch die Fenster drangen die letzten Sonnenstrahlen des Tages bevor die Nacht über das Gildenhaus hineinbrach. Den Jungen Mann freilich schien dies nicht zu stören. Es war als wäre dies nicht das erste mal das er weit nach Einbruch der Dunkelheit durch diese Gänge wanderte. Die Kette an seinem Hals schwang leise mit während er ging. Es war beinah wie eine Art Melodie die zusammen mit seinen Schritten entstand. Natürlich war diese Kette nichts im Vergleich zu der eines Gildenleiters aber dennoch war sie ihm sehr wichtig. Es war ein Geschenk das er vor langer zeit erhalten hatte. Jedes mal wenn er die Kette ansah, stahl sich ein trauriges lächeln auf sein Gesicht. In diesem Moment jedoch konnte er keinen Gedanken an diese Kette oder die dazugehörige Erinnerung verschwenden. Nein er hatte wirklich wichtigeres zutun. Er hielt unter seinem Arm eine große Rolle die aus Leder zu bestehen schien und in dessen wohl Papier eingerollt war.
      Der Junge Mann schien seinem Ziel nun immer näher zu kommen, da er auch seine Schritte immer weiter verlangsamte. Die Tür auf die er zu ging war ihm wirklich nicht fremd, doch betrat er diesen Raum für gewöhnlich nicht. Keiner seines Standes tat dies ohne wirklich guten Grund. Denn hinter dieser Tür saß eine der Obersten seiner Gilde. Wäre der Meister der für ihn zuständig ist nicht erkrankt, wäre er wohl selbst auch nicht mit dieser Aufgabe betreut worden. Aber nun war er hier und musste seine Aufgabe erfüllen. Er setzte sein Lächeln auf, was er immer tat wenn er mit anderen Sprach. Mann konnte nie wissen ob dieses Lächeln ehrlich gemeint war oder er einen nur in Sicherheit wiegen wollte. Früh hatte er gelernt das sein Lächeln andere in Sicherheit wiegen konnte, auch wenn gleich dahinter der Tot warten konnte. Doch töten wollte er heute wirklich niemanden, er wollte nur schnell seine Aufgabe erfüllen und dann in sein wohl verdientes Bett. Er stand nun vor der großen Eichentüre die fast so groß war wie der Gang in dem er sich befand. Ruhig hob er seine freie Hand und klopfte laut. Als zuerst nichts geschah beschloss er den Raum zu betreten. Das was ihn dahinter erwartete hätte er wohl wirklich nicht gedacht. Es war eine Frau? oder war sie doch noch ein Mädchen ? sie war nicht wirklich groß oder wirkte besonders erwachsen. Er hatte zwar schon gehört das eine der Obersten sehr jung für ihren Titel war aber war sie es wirklich ? Er konnte sich in diesem fall keinen Fehler erlauben und wog die Möglichkeiten ab bevor er sprach. Er verbeugte sich ein wenig und sagte "Oberste ? Ich bringe die Korrigierten Bücher zur Kontrolle und Absegnung. Meister Davis ist leider erkrankt so das ich euch diese bringe. Er wagte es sich leicht zu erheben. Er wusste das sein Meister ihn sehr schätzte und hoffte daher das auch die Oberste, wenn sie es denn war, dies auch wusste. Nun blieb ihm nichts weiter übrig als auf die Reaktion seines gegenüber zu warten. Seine Kette blitzte unruhig im Sonnenlicht während sie noch hin und her schwang, ansonsten stand er völlig ruhig da.


      @Codren
      Die Show beginnt
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    • Der Tag neigte sich langsam dem Ende zu, die Arbeit tat es nicht.
      Abgeschottet hinter einer massiven Eichentür wartete sie unscheinbar in Form von Papierrollen, Briefen, Büchern, Rechnungen, Listen, Tabellen, eine harmlose Arbeit, kaum der Rede wert, aber doch so übermächtig, um ihren Bearbeiter an Ort und Stelle zu ketten. Und Riley fühlte sich wirklich wie an Ort und Stelle gekettet.
      Ein harsches Klopfen ließ sie schuldbewusst auffahren, ein plötzlicher Bruch in der andauernden Stille, die sich in dem Raum eingenistet hatte. Ihr erster Blick galt der Tür, ihr zweiter dem Fenster, durch das das rötliche Abendlicht schien, ihr dritter dem Tisch vor ihr. Sie zog ein aufgeschlagenes Buch über das Zahlenspiel, für das sie die Rückseite einer alten Rechnung verwendet hatte, und fegte mit der Hand über den Tisch, womit sie einige der anderen Blätter zu dem allgemeinen Haufen auf dem Boden kehrte. Im selben Moment ging auch schon die Tür auf, 300 Millisekunden zu früh, wie sie ärgerlich fand. Vielleicht sollten sie mal sowas wie eine Standard-Zeit einführen, die man vor der Tür warten musste, bevor man sie öffnete. Sie hatte ja noch nicht einmal die Gelegenheit gehabt, Herein zu sagen. Das würde sie sicher so einiges an Ärger ersparen.
      Entgegen ihrer Befürchtung kam allerdings nicht Lewis herein, der Oberste für Gildenregistratur und -verwaltung - sie nannte ihn insgeheim auch den Spitzel, weil er ja in Wahrheit einfach nur Informationen beschaffte; das würde sie ihm allerdings nie verraten - sondern jemand ganz anderes. Ihr erhöhter Puls legte sich wieder, während sie den hochgewachsenen, schlanken Mann beobachtete, der durch die Tür trat und sich, nach einem geringfügigen Zögern, verneigte. Die Banderole an seinem Arm zeichnete ihn als Anhänger aus.
      Riley hatte sich mal sagen lassen, dass sie wie eine Eule aussah, wenn sie Leute beobachtete. Ihre Augen wirkten dann immer groß und eindringlich, eben wie die einer Eule, was bei ihr allerdings den Eindruck erweckte, als würde sie versuchen, die Leute allein mit ihrem Blick dazu bringen zu wollen, ihre Wünsche von den Lippen abzulesen. In Wahrheit versuchte sie nur die Zahlen auszublenden, die ihr vor dem Inneren Auge schwebten: Eine 185<, eine große eins, eine fünf, vielleicht eine 20. 25? Er war ein Anhänger, also war er in jedem Fall eine 68. Das war okay, damit konnte sie umgehen, mit allen über 100 hatte sie ein Problem, denn sie war ja selbst auch über 100. Über 100 wurde es immer schwierig.
      Sie zwang die Zahlen, die sie später in ihr Spiel aufnehmen konnte, beiseite und blinzelte den Mann an. Er kam von Davis, eine Erinnerung sagte ihr, dass sie womöglich seinen Namen kennen könnte. Davis hatte so etwas wie einen Schützling, einen Liebling, einen ganz besonderen Kandidaten, der seine ganze Abteilung auszumachen schien. Sie glaubte sich zu erinnern, dass sein Name irgendwo zwischen 32 und 64 lag. Sie konnte sich deshalb erinnern, weil ihr eigener Name bei 69 lag und damit gar nicht so weit entfernt war.
      "Danke. Leg sie mir..."
      Sie sah sich in ihrem Büro um. Von dem massiven Schreibtisch ganz abgesehen, der viel zu groß für sie war und von ihrem Vorgänger sicher genau deshalb eingeführt worden war, um einen zukünftigen Buchhalter noch viel kleiner wirken zu lassen, als er potentiell eh schon war, war schon die ganze Einrichtung in ihrem Büro unter einem Meer aus Papier verschwunden. Die Regale an den Wänden quirlten bereits über, die kleine Sitzecke bei dem zimmerhohen Fenster nutzte sie bereits als persönliches Archiv und auf dem Boden selbst tummelten sich die restlichen Bücherstapel, wie kleine Berge, deren Täler lose Blätter darstellten. Ihr Büro hatte mal ordentlich ausgesehen, das war allerdings bevor die Welt drohte in Chaos auszubrechen.
      "Leg sie mir...."
      Sie stand auf, stützte sich auf ihrem Schreibtisch auf und betrachtete die Landschaft auf ihrem Fußboden. Sie filterte heraus, welche der Stapel eine weitere Last aufnehmen könnten, ohne zusammenzubrechen.
      "Da, auf den Stapel mit dem braunen Einband oben. Obwohl - nein, nein doch nicht. Das machen wir anders."
      Sie kam hinter ihrem Schreibtisch hervor, beschrieb den unsichtbaren Pfad zwischen ihren Blättern hindurch, von dem nur sie wusste, nachdem er nichts zum Einsturz brachte, und nahm dem Mann die ledergebundene Rolle ab.
      "Was ist das überhaupt? Sind das die neuen Anträge?"
      Sie starrte zu ihm hoch und zog die Stirn in Falten. Er war eher eine 190, definitiv. Musste er sie mit seiner Größe wirklich so unbedeutend fühlen lassen? Sie war die Oberste und nicht er, sie hatte vor fünf Jahren den Trick geknackt, wie die ganze Gilde Geldwäsche betreiben konnte und sich von der schieren Anwesenheit der anderen Gilden absichern konnte, sie hatte die Bücher umstrukturiert und der Gilde mehrere hundert Goldbarren Gewinn eingebracht. Sie sollte sich nicht unbedeutend fühlen, nur weil andere wesentlich größer waren.
      Aber sie tat es. Jedes Mal.
      Sie wirbelte herum, nur weg von dem Mann, und verfrachtete die Rolle auf den Schreibtisch. Dann deutete sie auf den Haufen auf dem kleinen Sofa.
      "Nimm dir das da - so viel du tragen kannst und komm mit mir in die Büchersammlung. Du kannst doch viel tragen, oder? ... Wie heißt du nochmal?"
    • Der Junge Mann sah die kleine Frau vor sich mit seinem unverwechselbaren Lächeln an. Er staunte auch das diese ihn mit einem Blick ansah den er nun wirklich nicht deuten konnte. Hatte sie Interesse an ihm ? oder Analysierte sie ihn ? Egal was es war, er ließ sich davon nicht aus der ruhe bringen und wartete was als nächstes passierte.
      Etwas verwundert sah sich der junge Mann die Situation an die als nächstes entstand. Eine kleine Frau die in einem Büro saß was viel zu groß für sie war und das bis oben voll gestopft war mit Unterlagen schien darin einen platz für die Unterlagen zu suchen die er bei sich hatte. Zumindest schien sie dies zu versuchen, doch schien sie immer wieder einen neuen Platz zu finden an dem sie die Dokumente haben wollte. Er selbst stand ruhig da und wartete wofür die Oberste sich entschied. Er hoffte nur das dies bald wäre, da er eigentlich in sein Bett wollte. Doch nie im leben wäre er auf die Idee gekommen dies dieser Frau zu sagen. Kurz schien sie sich entschieden zu haben und er wollte sich schon daran machen die Sachen abzulegen als sie sich doch dagegen entschied.
      Was als nächstes geschah, damit hatte er nun wirklich nicht gerechnet. Die Oberste kam hinter ihrem Schreibtisch hervor, glitt durch das besagte Chaos, zumindest sah es für ihn danach aus und nahm ihm die Dokumente ab. Er sah die Frau vor sich an und fragte sich ob er sich kleiner machen sollte ? doch entschied er sich dagegen und beantwortete lieber ihre Frage "Nein Oberste, die Anträge werden erst am Morgigen Tag bei Ihnen sein. Dies sind die Aufstellungen von drei Gilden, die uns um "hilfe" baten diese zu korrigieren. Ich hoffe ihr werdet mit mei-" er brach kurz ab "Mit unserer Arbeit zufrieden sein" beendete er den Satz. Es galt als unhöflich seine eigene Arbeit anzupreisen das wusste er, außerdem würde er damit seinen Meister denunzieren und das wollte er nun wirklich nicht. Er war nur ein einfacher Anhänger dem solcherlei Aussagen nicht zustanden. Da er nun um seine Lasst erleichtert wurde, wollte er sich eigentlich höflich davon machen. Die Oberste vor ihm schien aber ganz andere Pläne mit ihm zu haben. Sogleich gab sie ihm seine nächste Aufgabe, die er mit einem Lächeln entgegen nahm. Er wusste jetzt schon das er heute Nacht kein Auge zu machen würde. "Ich werde so viel nehmen wie ich nur kann Oberste." Sagte er während er vorsichtig auf die Haufen zu ging. Während er sich die ersten Dokumente auf den Arm lud, beantwortete er ihr die frage nach seinem Namen "Mein Name lautet Godric Dwarfhell, ich bin vom Rang Anhänger werte Oberste." Da Godric geübt darin war Stapel weise Dokumente zu tragen, lud er nicht gerade wenig von diesen auf seine Arme. Da hatte sich das jahrelange Schleppen wohl wirklich mal bezahlt gemacht. So konnte er sogar mal einer Obersten behilflich sein. Sein Meister wird ihn wohl dafür belohnen sofern er sich gut anstellte. Nachdem er so viel genommen hatte wie er tragen konnte, ging er in die angewiesene Richtung. Er würde gleich die Büchersammlung der Obersten sehn kam ihm sogleich in den Sinn. Ein weiterer Ort den Anhänger nie betraten. Es hatte sich wohl doch bezahlt gemacht so lange heute zu Arbeiten. Er ging mit purer Neugierde in den Raum der ihm gewiesen wurde. Godric staunte nicht wenig als er all die Bücher sah die ihn umgaben. Kaum eines kannte er und auch die Art wie sie aussahen verriet ihm das er es hier mit wirklich wertvollen Gegenständen zutun hatte. "Wo darf ich euch die Dokumente hinlegen Oberste ?" Fragte er nachdem er sich ein wenig gefangen hatte. Er fragte sich nicht zum ersten mal was die Obersten und auch der Gildenleiter wohl alles wussten und was für geheimnisse sie hatten. Vielleicht so hoffte er, würde er heute welche von diesen erfahren.
      Die Show beginnt
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    • Der Anhänger hatte zumindest Manieren, das musste Riley ihm - und wahrscheinlich Davis - lassen. Wenn er nur halb so zuvorkommend aufgetreten wäre, hätte sie ihn wahrscheinlich zur Hölle gejagt. Er beschwerte sich nicht und hatte ein geradezu vorbildliches Benehmen, das sie selbst mehr wie eine Oberste fühlen ließ. Es hätte ihr gerade noch gefehlt, dass ein Anhänger ihre Autorität untergrub, sie hatte schon genug davon, wenn es so manch anderer Oberster tat.
      Während der Mann zu ihrem Sofa stakste um sich der Bücher anzunehmen, rollte sie den Lederverbund auf und zog probeweise einen der gebundenen Blätterstapel hervor. Ein mehrseitiges Schreiben vorneweg, das von Entschuldigungen und Schmeicheleien gefüllt war, gefolgt von einer Finanzaufstellung, zweifellos fehlerhaft. Sie überflog die Zahlen, während ihr Herz bereits Sprünge tat; ein weiterer Fisch, der ihnen ins Netz geschwommen war. Sie würde ihn häuten, zerstückeln und entgräten, bis nichts mehr übrig war als ein paar wertlose Flossen.
      Der Name des Anhängers ließ sie schließlich mit einem gewissen Triumph aufhorchen. Godric, natürlich! Die 56, sie hatte recht gehabt. Davis schwärmte von dem Mann, als wäre es sein eigener Sohn.
      Sie warf ihm einen kurzen, neugierigen Blick zu. Er schien es sich zum Ziel genommen zu haben, ihr ganzes Sofa leer zu räumen, denn er verfrachtete einen beachtlichen Stapel in seine Arme, bevor er es schließlich als genug zu empfinden schien, ehe er noch durch die Bücher nichts mehr sehen konnte. Plötzlich erschien ihr seine Größe eher als hilfreich anstatt als hinderlich.
      "Godric Dwarfhell? Ich kenne dich. Nicht persönlich, aber Davis spricht immer in den höchsten Tönen von dir. Ich habe gehört, dass unser halbes Archiv von deinen Händen kommt, von einem Mal durchlesen. Das ist ein sehr nützliches Talent."
      Und sehr gefragt noch dazu. Riley hätte gelogen, wenn sie behauptet hätte, dass sie nicht ein wenig neidisch war. Mit einem Talent wie Godrics konnte er sich in dieser Welt rar machen, ein wahres Sonderkind, von allen geliebt und begehrt. Mit ihrem Talent konnte sie höchstens Männer verschrecken; das war nur manchmal hilfreich.
      Er drehte sich wieder in ihre Richtung und sie wandte sich hastig von ihm ab, bevor sie zur Tür deutete.
      "Da lang."
      Dann huschte sie schnell voran, um sie ihm aufzuhalten und ihn in den Gang hinaus zu führen.
      Rileys Büchersammlung, und damit auch die Sammlung aller vorangegangenen Finanziers, beschränkte sich auf einen fensterlosen Raum, in dem die Regale wie eine kleine Armee hintereinander standen und bis zur Decke reichten. Sie waren nach Jahrgang und Gilden sortiert, allerdings gab es auch ein paar nicht zugeordnete Regale, in denen größtenteils Schriftrollen gestopft waren. Im ganzen Raum roch es nach Papier und Geschichte.
      Sie entzündete ein paar der Fackeln und deutete auf Godrics Frage hin auf einen kleinen Tisch nahe der Tür.
      "Leg sie da ab, ich muss sie mir erst ansehen."
      Er folgte ihr gehorsam und legte den Stapel auf dem Tisch ab. Sie schnappte sich den obersten Band und schlug ihn auf.
      "Eigentlich kannst du dann… nein warte, du kannst sie mir einräumen."
      Bevor sie sich eine Leiter geholt hatte und an den Regalen herumturnte, würde sie ihn lieber dazu beauftragen. Sie blätterte den Einband durch, führte Godric dann zu einem der Regale und wies ihn an, wo es einzuordnen war.
      "Wie gut bist du mit deinen Kopien? Kannst du auch Unterschriften fälschen?", fragte sie scheinheilig, ihre Neugier hinter aufgesperrten, wachsamen Augen verborgen. Vielleicht sollte sie sich sein Talent mal ausleihen.
    • Aus dem Augenwinkel hatte er die Oberste beobachtet während diese die Dokumente überflog. Godric konnte sie nicht wirklich einschätzen und doch hatte er das Gefühl das ihr gefiel was sie dort sah. Wahrscheinlich kam er auch nur zu diesem Schluss da sie ihn nicht gleich wieder vor die Türe setzte sondern weiter ihre Aufgabe erfüllen ließ.
      Ihre nächsten Worte ließen ihn ein wenig überrascht die Augenbrauen heben. Sein Meister hatte der Obersten von ihm erzählt ? Und diese konnte sich sogar noch an seinen Namen erinnern ? Es konnte nur so sein das er einen bleibenden Eindruck hinterlassen hatte oder die Oberste ein unglaubliches Gedächtnis hatte. Wahrscheinlich so glaubte er, lag die Wahrheit irgendwo in der Mitte. Gerade wollte er sich verneigen da vielem ihn die Bücher in seinen Armen wieder ein so das er sich nur bei der Obersten mit Worten bedanken konnte "Ihr ehrt mich mit euren worten Oberste, aber ohne die Leitung meines Meisters wäre ich wohl nie soweit gekommen." Für jeden der Godric oder Davis nicht kannte mochte dies überzogen klingen, doch entsprach dies ganz einfach der Wahrheit. Zwar hatte Godric dieses Talent und wusste es auch gut zu nutzen aber ohne seinen Meister hätte er wohl nie die Chance bekommen dieses Talent auch zu zeigen. Davis war es gewesen der durch Zufall seine Gabe entdeckt hatte und ihn sogleich unter seine Fittiche genommen hatte. Dafür war Godric ihm bis heute dankbar und tat jede noch so mühsame Arbeit gerne für seinen Meister.
      Während er der Obersten folgte, war es nun an Ihm sie genauer zu Betrachten und das was er wusste mit dem zu vergleichen was er sah. Er hatte von den Taten gehört die sie vollbracht hatte und durch die sie zu Obersten geworden war. Er fragte sich innerlich ob er eine Kostprobe von diesem unglaublichen Talent sehen würde. Viele in der Gilde staunten über die junge Oberste die scheinbar mit Leichtigkeit komplexte Vorgänge in ihrem Kopf löste und Ergebnisse präsentierte. Aber Godric wusste auch das es einige gab die ihr Neideten oder gar meinten das dies alles nicht der Wahrheit entsprach. Er musste wirklich zugeben das er nicht mit ihr tauschen wollte. Er war froh über seinen Platz in der Welt, war er doch so viel besser als der den er früher inne hatte.
      Nach seinem Staunen in der Büchersammlung, legte Godric die Bücher auf dem Tisch ab der ihm gewiesen wurde. Nun war es wohl vollbracht so dachte er. Die Oberste war gerade dabei ihn zu entlassen als ihr noch etwas einzufallen schien was er für sie tun konnte. "Natürlich gerne werte Oberste." Sagte er mit einer leichten Verbeugung. Kein ton des Missfallens lag in seiner Stimme. Godric gelang es schnell sich mit solchen Situationen abzufinden und die Oberste musste ja auch noch arbeiten und so dachte er, könnte er ihr auch ruhig noch helfen.
      So kam es das er durch den Raum geführt wurde und ihm gezeigt wurde an welche stelle er die Bücher jeweils einsortieren sollte.
      Die nächste frage der Obersten überraschte ihn ein wenig. Normalerweise würde sie so etwas doch seinen Meister fragen oder ? Es brachte ihn in eine Zwickmühle, er wollte sich nicht besser machen als er war und auch nicht seinen Meister in Verlegenheit bringen indem er der Obersten keine Antwort gab. So sah er sich um und nahm ein Buch aus einem der Regale, öffnete es bis er eine Unterschrift fand und sah sie sich an. Er strich kurz darüber um zu fühlen wo der druck der Feder stärker oder geringer war. Er konnte sogar dadurch erschließen was es für eine Feder war. Danach ging er zu einem Pergament und nahm aus einer kleinen Ledertasche an der linken Seite seines Gürtels Tinte und eine bestimmte Feder mit goldener Spitze hervor. Es dauerte einen kleinen Moment bis er die Seite die er gesehen hatte kopiert hatte und die Unterschrift darunter gesetzt hatte. Danach erhob er sich und ging zur Seite "Bitte seid so gut Oberste und Beurteilt selbst meine Arbeit." So konnte er sicher gehen das er sich nicht zu viel lobte. Die Oberste würde ihre Antwort bekommen und sein Meister wäre nicht Böse auf ihn. Während er wartete das die Oberste seine Arbeit begutachtete, packte er seine Utensilien wieder in die Ledertasche zu den anderen.
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    • Godric unterbrach seine Arbeit, aber anstatt einer Antwort, nahm er sich eines der Bücher hervor und schlug es auf. Riley beobachtete ihn aufmerksam; zuerst hatte sie sich gefragt, ob sie ihre Frage erneut stellen sollte, dann siegte ihre Neugier darüber, was er veranstaltete, und sie blieb stumm, in dem surrealen Glauben, dass ihn ein Wort aus der plötzlichen Konzentration reißen könnte. Er las über die Seite, betastete sie sogar - von ihrem Standpunkt aus konnte sie zwar nicht sehen, was er genau tat, aber es wirkte, als würde er sie streicheln - und nahm sich schließlich ein Pergament. Noch immer schweigend und voller Konzentration kratzte er mit seiner hochwertigen Feder über das Blatt Papier, eine endlos geschwungene Bewegung seiner Hand, die fast ein bisschen so wirkte, als würde sie zeichnen. Riley lehnte sich ein bisschen vor, die schnellen Bewegungen zogen sie in den Bann. Er beendete seinen Text mit einem waghalsigen Querstrich, ein Teil der Unterschrift, die er soeben gesetzt hatte, und offenbarte ihr das Pergament sowie die Buchseite. Sie trat vor, zu neugierig um sich für den Moment an Manieren zu halten, und betrachtete die beiden Seiten, die sich höchstens davon unterschieden, dass eine davon der Teil eines Einbands war und die andere lose daneben lag. In allen sonstigen Bereichen waren sie völlig identisch, von der krakelig, unsauberen Schrift, den komischen Kringeln unter dem i und letztlich natürlich die Unterschrift, kaum zu unterscheiden voneinander. Sie hob das lose Blatt hoch, damit der Fackelschein es besser beleuchtete, so als könnte es sich um eine Wahnvorstellung halten. Es war allerdings so real wie ihre Hände, mit denen sie es hielt.
      "Oh…"
      Sie drehte sich zu Godric um, der geduldsam mit einem zuvorkommenden Lächeln bei ihr stand. Das Licht der Fackeln tanzte über sein Gesicht und ließ seine Augen funkeln.
      "Das ist unglaublich. Und das ganz ohne Telit?"
      Die Frage war überflüssig, sie hatte ja selbst gesehen, dass er keinen verwendet hatte. Es war mehr eine Frage nach Bestätigung: Hatte er wirklich das erschaffen, was sie gerade in den Händen hielt?
      Ein Dutzend Möglichkeiten schossen ihr durch den Kopf, Ideen dieses Talent einzusetzen, ihn in ihre Arbeitsabläufe einzugliedern wie ein fehlendes Zahnrad bei einem Uhrwerk. Was für Möglichkeiten es gab! Ganz gefährliche Möglichkeiten, wohlgemerkt. Gefährliche und riskante. Also kurz gesagt ein Problem, dem sie sich widmen konnte und das nach einer Lösung verlangte. Mit einem Mal fühlte sie sich äußerst lebendig.
      "Wieso hast du keinen Meistertitel?", platzte es aus ihr heraus, als sie das Pergament wieder ablegte. Als Meister wäre er ihr so viel nützlicher, sie könnte ihn zu sich bestellen wann immer es für sie gelegen kam und musste sich nicht erst mit Davis auseinandersetzen - ganz abgesehen davon, dass sie als Oberste sowieso nicht mit Anhängern arbeitete. Dafür Davis; in diesem speziellen Fall war sie äußerst eifersüchtig auf ihn.
      "Du solltest einen haben. Ich werde das mit Davis abklären."
      Sie rollte sich das Pergament ein und steckte es in eine dafür vorgesehene Schlaufe an ihrem Gürtel. Dann grinste sie zu ihm hoch.
      "Aber vorher wirst du deine Anhänger-Aufgaben erledigen. Stell' das Buch wieder zurück, ich komm da nicht hin."

      Zwischen dem alltäglichen Trubel der nächsten Tage versuchte Riley Davis zu sich zu beordern, wann auch immer er wieder gesund sein würde. Sie hatte Godric kein zweites Mal getroffen, hatte sich allerdings seine Zahlen gemerkt und ganz besonders die Kopie aufgehoben, die sie hütete wie einen kleinen Schatz. Sie wollte sich dieses Talent nicht durch die Finger gehen lassen.
    • Godric war mit seiner Arbeit zufrieden das konnte er sagen, natürlich war dieses Schriftstück nicht das schwerste das er sich hätte aussuchen können, aber so hatte nun mal der Zufall entschieden. Godric wartete geduldig was die Oberste zu seiner Arbeit zu sagen hatte. Erst geschah nichts bis die Oberste ihn mit einem "Oh..." ansah. Godric konnte diese Art von Aussage zuerst nicht zuordnen bis die Oberste weitersprach. Er nickte auf Ihre frage hin "Ja Oberste, ein Telit ist nicht nur teuer sondern würde mich so glaube ich in meiner Arbeit eher behindern als förderlich sein." Er hoffte das sie damit zufrieden war und er nun dir restlichen Bücher für sie einräumen konnte. Die Oberste jedoch schien das Thema weiter besprechen zu wollen. Denn als nächstes fragte sie ihn wirklich warum er keinen Meistertitel hatte. Zuerst wusste Godric darauf nicht wirklich eine Antwort und doch wollte er es der Obersten erklären "Nun ich hatte nie das Gefühl den Titel eines Meisters zu verdienen. Mein Meister hatte auch nie etwas in diese Richtung angesprochen. Ihr seht mich überrascht das Ihr anderer Meinung seid als Meister Davis." Godric hatte wirklich nie darüber nachgedacht weiter in der Gilde aufzusteigen. Immerhin war er noch recht jung und eigentlich ganz zufrieden damit ein Dach über dem Kopf zu haben und ein warmes Bett.
      Dann sagte die Oberste etwas das selbst ihn dazu brachte das sich seine Augen weiteten. Sie wollte das er den Titel eines Meisters trug ? Er fragte sich direkt was Meister Davis von all dem halten würde "Oberste, wie wird mein Meister mit dieser Forderung umgehen ? Wird er nicht denken das ich euch darum gebeten habe ? Er wird denken das ich ihn hintergangen habe oder ?" Es war keine Panik in seiner stimme sondern eine leichte Besorgnis etwas falsches getan zu haben. Schnell jedoch viel er wieder in seine Höflichkeit. Ihm stand es nicht zu die Entscheidung einer Obersten zu hinterfragen.
      Diese Oberste sah ihn nun mit einem Grinsen an das ihm sagte das er selbst wenn sie keine Oberste gewesen wäre er keine Chance bei dieser Diskussion gehabt hätte. Er ergab sich diesem Schicksal und lächelte erhaben bevor er weiter seiner Pflicht nachging "Sehr wohl Oberste". An diesem Abend schlief Godric nicht so schnell ein wie er zuerst vermutetet hatte. Zu viel ging ihm durch den Kopf.
      Die nächsten Tage vergingen ohne weitere Ereignisse. Godric ging seiner Arbeit nach, traf sich in der Bruderschaft der Anhänger um sich mit diesen Auszutauschen. Es war immer ein spannendes Ereignis da sie dort ohne die Aufsicht der Meister sprechen konnten und Albereien veranstalten konnten. Es war nur ein Abend im Monat aber er gehörte den Anhängern. Godric selbst ging mehr aus Pflichtgefühl dort hin als aus Freude. Er hatte sich schon damit abgefunden das die Oberste ihn wohl vergessen hatte. Immerhin war er nur ein kleines Licht in dieser Großen Gilde.
      Nach ein paar Tagen kam Meister Davis wieder und schien keine schlechten Neuigkeiten für Godric bereit zu haben. Es schien alles wie immer zu sein. Während Godric an diesem Abend noch im Archiv arbeitetet, hätte er nicht ahnen können was hinter einer großen Tür heute über ihn geredet werden würde.

      Davis ein schlanker Mann in seinen Vierzigern schritt auf das Tor der Obersten Price zu. Er hatte die ersten Tage genutzt gehabt um seine Angelegenheiten zu klären bevor er dem ruf der Obersten nicht mehr ausweichen konnte. Er strich sich durch sein ehemals Schwarzes langes Haar das nun in einigen Strähnen bereits ergraut war bevor er laut an der Tür klopfte. Er jedoch wartete bis er hinein gerufen wurde und nicht wie Godric einige Tage zuvor. "Ihr wolltet mich-" Doch er brachte den Satz nicht zu ende da er das "Chaos" im Raum erblickte "Also wirklich Oberste Price, ich kann einfach nicht glauben das Ihr wirklich in diesem Chaos arbeiten könnt ? Es ist einfach unmöglich" Er schritt durch den Raum und ließ sich auf einem Stuhl vor dem Schreibtisch nieder. "Ihr wolltet mich sprechen ? geht es vielleicht darum das ich euch einen Anhänger borgen soll um hier Ordnung zu schaffen ?" Man hätte dies als Witz verstehen können, doch Davis meinte dies ernst. Er hasste Chaos und keiner seiner Anhänger hätte so Arbeiten dürfen. Aber er glaubte auch nicht das die Oberste ihn deswegen zu sich geholt hatte "Nun aber sagt mir, was kann ich wirklich für euch tun ? Habt ihr eine Aufgabe für mich?" Davis vermutete das er weitere Dokumente Archivieren sollte. Aber mit Godrics Hilfe würde dies kein Problem sein, da war er sich sicher.
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    • Meister Davis war einer von denjenigen, dessen Verhältnis zu Riley auf einer dünnen Gratwanderung zwischen verfeindet und kollegial balancierte. Er war, so wie sämtliche andere Oberste und ein großer Teil der Meister, wesentlich älter als Riley und hatte seinen Meistertitel bereits gehabt, als sie erst in die Gilde gekommen war. Ihr rasanter Aufstieg, bei dem sie innerhalb von zwei Jahren den Meistertitel errungen hatte und schließlich Oberste geworden war, musste ihm genauso zugesetzt haben wie sämtlichen anderen Meistern in der Buchführung. Im Gegensatz zu anderen wahrte er allerdings die Professionalität und wenn er irgendwelche düsteren Gedanken hatte, so zeigte er sie nicht.
      Sein Auftreten war ihr daher nicht unrecht. Sie erlaubte sich ein feines Lächeln, während sie die Zahlen beobachtete, die seine Präsenz ausmachten. Davis war eine 54 und weil er ein Meister war, eine 86.
      "Ich habe meine eigene Ordnung hier drin. Das da vorne sind die Gildenaufstellungen, in dieser Ecke sind die dazugehörigen Bilanzen, auf dem Boden dazwischen sind die ganzen Schreiben, die keiner lesen will. Das ist ja auch nur übergangsweise, bis die Versammlung mal stattgefunden hat."
      Sie wischte mit der Hand durch die Luft, als wolle sie eine Fliege verjagen, und richtete sich dann in ihrem Stuhl ein wenig auf. Sie war die Oberste hinter dem Schreibtisch, auf dem ihr handgefertigter Telit ruhte, aber dennoch fühlte es sich so an, als wäre sie auf Davis' Wunsch hier. So gut sie mit Zahlen war, so schlecht war sie darin, ihre Autorität stichhaltig umzusetzen.
      "Niemand soll hier aufräumen, sonst verlier ich noch den Überblick. Einmal kannst du das wieder mitnehmen", sie deutete auf den Lederverbund, den Godric vor ein paar Tagen mitgebracht hatte, "und ihn zu Caden bringen, da sind auch die neuen Anträge drin. Er kann das dann irgendwann mal zu einem von Lewis' Leuten bringen, damit sie das in die Wege leiten. Deswegen habe ich dich aber nicht hergerufen."
      Sie holte das Stück Pergament aus ihrer Gürtelschlaufe hervor, entrollte es und reichte es an Davis weiter, die lose Kopie aus dem Buch, die völlig aus dem Kontext gegriffen schien. Natürlich wirkte die Unterschrift täuschend echt.
      "Das ist die Kopie der letzten Seite einer Anteilsabtretung von vor über 30 Jahren, die Gilde existiert schon gar nicht mehr unter dem gleichen Namen, der Vertreter ist auch nicht mehr aktuell. Die Kopie ist aber lebensecht und ganz besonders die Unterschrift - besser geht es gar nicht."
      Ihre neugierigen, aufgesperrten Augen blitzten, als sie Davis betrachtete. In ihrem Kopf jonglierte sie mit seinen Zahlen und denen von Godric.
      "Ich denke, ich muss dir nicht extra erklären, wer sie angefertigt hat. Sag mir, was kannst du mir über Godric Dwarfhell erzählen?"
    • Davis betrachtete die angegebene Ordnung mit einem Kopfschütteln. Er selbst hätte so niemals Arbeiten können. Ihm stand es aber nicht zu der Obersten vorzuschreiben wie sie Arbeitet. "Nun es ist natürlich eure Entscheidung wie ihr damit umgeht." Davis würde nie müde werden der Obersten anzubieten Ordnung in ihr in seinen Augen Chaos zu bringen. Aber sie kamen wohl nun zum wichtigen Teil ihrer Unterredung. Davis nahm die Dokumente auf die die Oberste zeigte von besagtem Platz. "Das Angebot bleibt natürlich bestehen" Sagte er noch zu diesem Thema. "Ich werde es wie sie sagten veranlassen. Ich bin schon gespannt was dabei so herauskommt." Natürlich konnte sich Davis denken das für sie mehr Macht und Geld bei dieser Sache raus kommen wird. Für ihn war damit auch die Unterhaltung beendet da er nicht wusste was die Oberste sonst noch von ihm wollen würde. Er war also im Begriff zu gehen als die Oberste ihn nochmal ansprach.
      Davis setzte sich wieder und sah sich ein Schriftstück an was ihm vorgelegt wurde. Er hörte was die Oberste sagte, aber auch ohne ihre Worte konnte sich Davis denken worum es hier gerade ging. Er schluckte etwas, so als wäre sein Hals auf einen Schlag trocken geworden. "Nun das ist ein wirklich gut gelungenes Schriftstück muss ich sagen" Davis gelang es nicht so gut die Ruhe vorzutäuschen wie es Godric allzeit gelang. In seinem Kopf rasten die Gedanken wild durcheinander. Wie war diese Frau an das Schriftstück gelangt ? Was mutmaßte sie durch dieses ? und was für Konsequenzen kamen auf ihn zu ? All das ging ihm durch seinen Kopf bevor die Oberste weiter sprach. Es dauerte einen Moment bis Davis sprach. Er beruhigte seinen Herzschlag und atmete tief aus bevor er sprach "Nein müsst ihr mir nicht, ich erkenne diese Arbeit ohne frage. Mich würde selbst nur interessieren wie ihr an dieses Schriftstück gelangt seid ?" Er wusste das diese Frage nicht relevant war und doch wollte er es gerne wissen "Nun zu Godric Dwarfhell hab ich euch doch schon einiges erzählt." Nun trat ein stolzes lächeln auf sein Gesicht "Er ist fleißig, höflich, stehts pünktlich und in allen belangen ein ausgezeichneter Anhänger und Schüler." Er wusste das die Oberste Price nicht dies gemeint hatte als sie ihre frage gestellt hatte und daher fuhr er fort "Des weiteren lernt er noch allerhand und ist auch sehr zufrieden mit seiner Stelle so wie sie ist" Dies betonte er stark. "Er hat eine lebhafte Vergangenheit und wünscht sich nun nur ruhe und seiner Gilde zu helfen. Und bei allen Telits dieser Welt das tut er. Ich wüsste gar nicht was ich ohne ihn machen sollte." Auch dies betonte er nochmals besonders. "Aber sagt mir Oberste Price, warum wollt ihr all das wissen ? Soll ich ihn euch ausleihen für eure Arbeit ? Oder meint ihr er hätte für seine gute Arbeit mal einen Tag frei verdient ?" Davis wollte mit dieser Aussage klar und deutlich machen das er Godric ihr nicht überlassen wollte. Darüber das Godric in seinen Stand erhoben werden könnte, dachte er tatsächlich nicht nach. Zu wertvoll war dieser Junge für ihn geworden. Er hatte ihn entdeckt und diese Frau machte Anstalten ihm diesen Jungen weg zu nehmen. Davis wusste das ihn dies weit in seiner Arbeit zurückwerfen würde. Daher blieb ihm nichts anderes übrig als so gut zu Argumentieren wie er nur konnte.

      Godric hatte nun die letzten Abschriften des Tages hinter sich gebracht. Er streckte sich im schein der Kerze. Es fühlte sich so an als hätte er sich seid Stunden nicht bewegt und so war es auch gewesen, auch wenn ihm das nicht so klar gewesen war. Er räumte die Dokumente zusammen und sah auf den Stapel der für die Oberste war. Hatte Meister Davis diesen in seiner eile vorhin vergessen ? Gordic überlegte kurz bevor er sich die Dokumente schnappte und wieder den Gang entlang Richtung Oberste Price ging. Er würde höflich klopfen und wahrscheinlich ein Lob bekommen das er die Dokumente noch nachgebracht hatte. Nicht das er darauf aus war. Er wollte einfach nur seine Plicht erfüllen. In wenigen Minuten würde er wieder in diesem Büro sein.
      Die Show beginnt
      DanceDance ...urg *lob*
    • Rileys Neugier auf das angesprochene Thema war es zu verdanken, dass sie Davis' Reaktion auf Godric erkennen konnte, als hätte er sie ihr willentlich offenbart. Sie sah seinen Kehlkopf hüpfen, als er schluckte, und seine Stimme schien eine Spur angespannter, als er sprach. Plötzliches Misstrauen befiel sie: Verheimlichte er etwas vor ihr? Gab es vielleicht hinter dem Schriftenfälscher mehr, als sie nur durch die kurze Auseinandersetzung mit ihm vor ein paar Tagen vermuten könnte? Aber wenn das so sein sollte, was war es dann?
      Sie lehnte sich auf ihrem Stuhl zurück und gab sich Mühe dabei, die Herrin der Lage zu bleiben. Es störte sie, dass es wohl etwas zu geben schien, was ihrem Auge entgangen war.
      Sie beantwortete seine Frage im Plauderton.
      "Er hat es mir angefertigt, vor ein paar Tagen, als Beweis seines Talents. Du hast mir ja bereits von ihm erzählt, aber ich muss zugeben, dass ich dein Lob immer als etwas... übertrieben empfunden habe."
      Was er ihr anschließend von Godric erzählte, schien zu dem zuvorkommenden Mann zu passen, der vor ein paar Tagen ihre Bücher weggeräumt hatte. Er war tatsächlich ein vorbildlicher Anhänger, schien sich keine Fehler zu erlauben und besaß ein Talent, das ihm Türen öffnen könnte. Ein bisschen erinnerte er sie an sich selbst.
      Sie musterte Davis während sie abwägte, wie sie ihn wohl in ihre Gedanken einweihen sollte. Aber letzten Endes war wohl die direkte Wahrheit die beste, wenngleich er nicht so wirkte, als würde er die Wahrheit gut auffassen können.
      "Ich will ihn als Meister haben, Davis. Kannst du dir vorstellen, was für Möglichkeiten wir mit einem Talent wie seinem haben?"
      Sie beugte sich vor, ein wenig euphorischer bei der Vorstellung.
      "Wir könnten mit seiner Unterschrift ganze Gilden aushebeln - wir könnten Geschäftsbücher fälschen, wir könnten Vollmachten erstellen, wo es keine gibt! Aber ganz besonders könnten wir Unterschriften kopieren."
      Ihr Blick schien Davis verschlingen zu wollen.
      "Ich will ihn auf die Versammlung nächsten Monat mitnehmen, wo diese... Neuerung verkündet werden soll, an der die großen sechs gearbeitet haben. Ein Gesetz, glaube ich? Ich weiß es gar nicht. Goldenrod Hydra soll den Protokollführer und außerdem den Zeugen spielen, die Obersten gehen alle hin. Ich will ihn mitnehmen, er soll die Gelegenheit nutzen, um Unterschriften zu sammeln. Kannst du dir das vorstellen, Kopien von der Unterschrift der Dark Lion? Oder der Vengeful Iron? Wir hätten selbst die Großen unter unserer Kontrolle, wir könnten uns damit unsterblich machen!"
      Sie richtete sich wieder auf und versuchte sich an einer vorbildlicheren Haltung.
      "Ich kann ihn nicht als Anhänger mitnehmen, er dürfte gar nicht in die ganze Sache eingeweiht sein. Ein Meister darf vielleicht auch nicht hören, was dort besprochen wird, aber dafür könnte ich mir noch eine Ausrede einfallen lassen - irgendeine Vorschrift, nach der wir mehr Leute anwesend brauchen als nötig. Aber ich will ihn dabei haben, Davis. Er muss einfach; wann werden wir jemals eine Gelegenheit wie so eine bekommen? Niemals, schätze ich. Jetzt oder niemals."
    • Davis lächelte schwach bei ihren Worten "Nun ich würde nicht sagen das ich viel Lob an die Anhänger verteile. Aber in Godrics fall konnte ich einfach nicht anders. Und Ihr werdet mir zustimmen das es in diesem Fall keine Untertreibung war." Davis wusste das er selbst schuld daran war Godric in diese Lage gebracht zu haben. Innerlich tadelte er sich selbst so viel von ihm erzählt zu haben. Er hätte wissen müssen das wenn er krank war das Godric seine Arbeit mit erledigen würde so gut er konnte. Aber Davis hätte nie ahnen können das dies das Ausmaß war.
      Was ihm als nächstes offenbart wurde ließ ihn vom Stuhl aufstehen. "Sie wollen was?!" Sagte er entgeistert."Das kann nicht ihr ernst sein ?" Natürlich wusste Davis um die Vorzüge die es der Gilde bringen würde und doch wollte er dies nicht wahr haben "Er ist dafür noch nicht bereit! er ist gerade einmal 23!" Davis ließ sich entgeistert auf den Stuhl nieder und hörte den Rest ihrer Erklärung "Ihr wollt mir meinen Besten Anhänger für so etwas nehmen ? Wisst ihr eigentlich wie weit das meine Abteilung zurück werfen wird ?" Davis gab es nicht gern zu doch würde seine Abteilung in Arbeit ertrinken sollte Godric nicht mehr da sein "Und überhaupt ist er dafür einfach nicht bereit! Er ist nicht wie ihr! Er ist komplett Weltfremd. Und ihr wollt ihn in eine Welt bringen die ihn quasi überrennen wird. Das kann ich einfach nicht gutheißen Oberste Price." Davis wusste nicht wie dies alles in so kurzer zeit seiner Abwesenheit passieren konnte "Ihr macht wirklich einen Fehler Oberste. Außerdem was sagen die anderen Oberste und der Gildenleiter dazu ? Die werden wohl nicht auch der ganzen Sache zustimmen oder ?" Sollte dies der Fall sein so wusste Davis das alles wofür er die letzten Jahre gearbeitet hatte zusammenbrechen würde."Ich kann es einfach nicht fassen. Auf die Versammlung soll er auch noch mit..." Davis wirkte vollkommen mit dieser Nachricht überfordert.

      Zur selben zeit trat ein nichts ahnender Godric an die große Tür. Er machte es genauso wie beim ersten mal. Er klopfte und wartete einen Moment bevor er die Tür öffnete "Entschuldigen sie die Störung Oberste Price und Meister Davis, ich bringe die Unter-" Er brach ab als er die Szene vor sich sah. Sein Meister saß missgelaunt auf einem Stuhl gegenüber der Obersten. Godric merkte sogleich das er in eine sehr ungünstige Szene geraten war. "Entschuldigen Sie vielmals. Ich scheine zu einem ungünstigen Zeitpunkt vorbei gekommen zu sein. Ich wollte nur die Dokumente nachbringen die ihr bei mir liegen gelassen habt Meister Davis. Ich kann aber draußen warten bis ihr zeit für mich habt." Mit diesen Worten wollte sich Godric wieder rumdrehen und aus der Tür treten. Doch er wurde von der Stimme seines Meisters davon abgehalten.

      Davis hielt seinen Schützling davon ab aus der Türe zu treten. "Warte mal Godric, diese Unterhaltung wird über dich geführt und da denke ich solltest du auch das Recht haben mitzuhören oder Oberste ?" Sagte Davis nun an die Oberste Price gerichtet. Er wollte das es einen Zeugen über diese Unterhaltung gab. Es sollte nicht nachher heißen er hätte jemandem der unter ihm stand unrecht getan. "Also wie lautet eure Antwort Oberste ?"

      Godric war weiterhin verwundert und doch verbeugte er sich bevor er weiter in den Raum trat "Ich danke euch das ich dieser Unterhaltung lauschen darf. Sollte ich wiederum doch stören so werde ich natürlich den Raum verlassen." Und da war es wieder dieses Lächeln. Godric konnte nichts dafür, es passierte in solchen Situationen einfach. Doch innerlich fragte er sich was hier gerade geschah und was all dies mit ihm zutun hatte.
      Die Show beginnt
      DanceDance ...urg *lob*
    • Der plötzliche Umschwung in Davis' Laune, das Entsetzen darin steigerte nur noch Rileys Neugier. Sie musste willentlich die Ruhe bewahren, als er wie von einer Biene gestochen aufsprang und sich vor ihr aufbaute, eine Änderung in der Variable, die er darstellte, welche sie nicht bedacht hatte. Was waren die Umstände, was war der Grund, welcher den Mann dazu bewegte, seine Achtsamkeit in Gegenwart der Obersten fallen zu lassen? Was konnte es im Thema um Godric geben, das ihn die Fassung verlieren ließ - und wenn es nur kurzfristig war? Es lockte sie wie ein sehr gut aussehender Köder, ein Problem, dem sie sich annehmen sollte, dessen Tragweite noch unbekannt war, das allerdings schon in Effekt getreten war. Davis war der direkte Beweis dafür.
      "Ich war selbst 19, als ich Meister wurde - du warst dabei, Davis! Er ist mit 23 fast genauso lange hier wie ich, das ist mehr als genug Zeit!"
      Sie ließ sich von seiner Aufregung anstecken, allerdings nicht auf eine gute Art. Wie würde wohl Lewis sich diesem Problem annehmen? Bei Lewis würde Davis es wahrscheinlich nicht einmal wagen so aufmüpfig zu werden, dachte sie verbittert.
      Sie schlug mit der flachen Hand auf den Tisch.
      "Erzähl mir nichts davon, wie sehr du auf ihn angewiesen bist, als Meister kann er seine eigenen Aufgaben übernehmen und seine eigenen Anhänger anstellen, das kommt dir nur zu gute!"
      Sie schämte sich etwas dafür nicht direkt vor Augen zu haben, was für eine Arbeitsaufteilung in Davis' Abteilung herrschte. Sie befasste sich einfach ungern mit Aufgaben, die keine Zahlen beinhalteten.
      Schließlich entspannte auch sie sich wieder ein bisschen und schob sich das Gewühl von Haaren aus dem Gesicht. Ruhe bewahren und professionell sein, so wie Lewis ein bisschen.
      "Ich habe noch keinen Antrag eingereicht", gestand sie und schob verlegen ein paar Papiere umher. "Ich wollte erst mit dir reden. Ist ja schließlich dein Arbeiter."
      Und sie konnte sich weiter davor drücken, die anderen Obersten aufzusuchen. Es grauste ihr schon bei dem puren Gedanken mit Lewis darüber sprechen zu müssen.
      Ein Klopfen an der Tür holte sie beide aus der unangenehmen Situation heraus und sie erkannte an dem nun beinah charakteristisch verfrühten Eintritt, um wen es sich handelte, bevor sie ihn sehen konnte. Der hochgewachsene Mann trat herein und schien gegen die Wand zu laufen, die ihr hitziges Gespräch in der Atmosphäre erschaffen zu haben schien. Es sah so aus, als würde er für eine Sekunde mit sich zu ringen, dann hatte seine Professionalität die Oberhand gewonnen und die Höflichkeit in sein Behaben zurückgebracht. Riley versank in ihrem Stuhl und beobachtete die kurze Auseinandersetzung der beiden Männer. Godrics Zahlen gefielen ihr besser, beschloss sie kurzerhand. Noch ein Grund mehr, ihn zum Meister zu machen.
      "Ja, sicher, gut, bleib hier, du sollst mithören. Aber mach die Tür zu."
      Sie beobachtete, wie er ihrer Anweisung folgte und sich neben seinem Meister aufstellte. Sie erinnerte sich für einen kurzen Moment an die Begegnung vor ein paar Tagen, als das Fackellicht in der Büchersammlung Leben auf sein Gesicht gezaubert hatte. Das trübe Tageslicht, das jetzt durch ihr Fenster in den Raum fiel, beeinflusste ihn gar nicht, was sie ein bisschen enttäuschte.
      Sein Lächeln verunsicherte sie darin, ob es ernst gemeint war. Jetzt musste sie sich mit zweien auseinandersetzen anstatt mit einem.
      "Ich will, dass du einen Meistertitel trägst, Godric. Ich brauche dein Talent - Davis braucht es auch, ich versteh' es ja!"
      Sie warf dem Meister einen stechenden Blick zu.
      "Aber ich brauche es eben auch! Man könnte ja auch irgendwie... Aber das ist alles viel zu kompliziert, Davis! Willst du etwa den Verbindungsmann zwischen uns spielen, ich gebe dir meine Anweisungen und du gibst sie weiter an Godric und andersrum? Das ist völlig unnötig, wenn es auch so einfach ginge! Er könnte jetzt die Prüfung absolvieren und in zwei Wochen hat er den Titel, daran besteht gar kein Zweifel! Ich kann ihn nicht auf die Versammlung als Anhänger mitnehmen!"
      Sie verschränkte trotzig die Arme vor der Brust und starrte Davis finster an. Menschen waren ihr schon immer ein Problem gewesen, zu unvorhersehbar waren ihre Taten, wie sich ständig ändernde Variablen, die man kaum in seine Formel einspeisen konnte, ohne jede Sekunde das Ergebnis zu verändern. Wenn sie doch nur durchsetzungsfähiger wäre! Sie müsste es Davis nur befehlen, er würde es gar nicht wagen ihr so zu widersprechen.
      Aber so war sie nunmal nicht.
      "Was schlägst du denn vor, Davis? Sollen wir etwa... ach, ich weiß auch nicht. Wieso sträubt ihr euch so dagegen, dass er Meister wird? Manche würden alles tun, um auch nur den Vorschlag zu hören."
      Sie sah zwischen beiden hin und her.
    • Davis war beruhigt über die Tatsache das die Oberste noch keinen Antrag eingereicht hatte. Sie hatte natürlich recht was sie anging. Sie hatte schon viel früher ihren Meistertitel erhalten und doch fand Davis das es bei Godric und ihr einen Unterschied gab. Godric war einfach anders von seinem Wesen her. Leider wusste auch Davis das ihm diese Aussage nichts bringen würde. Er hoffte das der junge Godric die Sache abwenden würde und so wartete er was er nun zur Obersten sagen würde.

      Godric verneigte sich derweil ein wenig "Ihr ehrt mich mit diesem Vorhaben Oberste. Aber wie ihr schon sagt bin ich in diesem Fall in einem Zwiespalt. Wie ihr wahrscheinlich wisst habe ich Meister Davis geschworen das-" Doch das Räuspern jenes Meisters ließ Godric abbrechen. Er hatte wohl zu viel gesagt stellte er fest "Ich meine ich fühle mich meinem Meister verpflichtet." Damit schloss er seine Antwort.

      Davis ergriff nun wieder das Wort "Nun wie ihr hört möchte Godric in meinem Dienst bleiben. Vielleicht sieht er sich selber noch nicht in der Position eines Meisters. Es ist eine große Verantwortung und es ist auch nicht Garantiert das er die Prüfung schafft. Vielleicht in fünf oder zehn Jahren." Er zuckte mit den Schultern "Wir wollen dort doch nichts überstürzen oder ?" Schloss Davis. Man merkte das er Godric nichts böses wollte und doch schien er seine eigenen Ziele mit all dem zu verfolgen. "Ich schlage vor das Godric erstmal mit den Daten weiter macht die er hat und wie die Sache auf sich beruhen lassen." Er lächelte die Oberste triumphierend an. Er wusste das sie nichts tun konnte solange Godric der Sache nicht zustimmte und dies würde dieser wahrscheinlich nie tun.

      Godric stand da wie vom Blitz getroffen. Vor ihm stand eine Möglichkeit die er nie erhofft hatte und gleichzeitig wurde er wie von einem Schwarzen Loch eingesogen. Ein Loch das den Namen Davis trug. Godric wusste genau was ihn an Davis band und wieso er diese Chance nie ergreifen sollte. Er war es nicht wert diesen Titel zu tragen. Ohne Davis wäre er wahrscheinlich längst tot das wusste er und doch wollte er dieses eine mal den Versuch wagen. "Nun ich hätte in diesem Fall einen Vorschlag, falls ich dürfte." Godric verzog nicht eine Miene während sein Meister ihn entsetzt anstarrte. Dieser konnte wohl nicht fassen was gerade passierte. Da niemand einen Einwand erhob, was wohl daran lag das Davis zu geschockt war, redete Godric weiter. "Wie wäre es wenn ich nur temporär Meister werden würde ? Sozusagen Meister auf probe ? Ihr könntet Urteilen ob ich dafür bereit bin und wenn dies nicht der fall ist, könntet Ihr mich wieder zum Anhänger machen." Godric sah bewusst nicht zu seinem Meister sondern zur Obersten. Egal was zwischen ihm und Davis war, sie hatte von ihnen die höchste Position. Sie konnte dem Vorschlag zustimmen. Davis schien drauf und dran Godric zurecht zu weisen als erneut an der Tür geklopft wurde. Nach einem längeren Moment trat ein Meister ein den Godric nicht kannte und doch schien er wichtiges zu wollen den er verkündete das Oberst Rayana Davis umgehend sprechen musste. Es ging wohl um Unstimmigkeiten in Abrechnungen die dem Oberst vorgelegt wurden. Der Meister bedeutete Meister Davis das dies keinen Moment des Aufschubes bedarf. Meister Davis fluchte leise und sagte dann zur Obersten Price "Ich muss mich leider Entschuldigen. Wir werden dieses Gespräch wohl später fortsetzen müssen" und mit diesen Worten verließ er den Raum. Nun passierte wohl etwas das niemand außer der Obersten je gesehen hatte. Godric der die ganze Zeit da gestanden hatte, hatte seine Hände zu Fäuste geballt und entspannte diese nun wieder. Er sah die Obersten mit einem Blick zwischen Erleichterung und Verzweiflung an. Es war nur ein kurzer Moment und sein Lächeln war nie verschwunden aber seine Augen hatten für ihn gesprochen. "Ich denke über meinen Vorschlag werdet ihr wohl mit meinem Meister sprechen wollen oder ? Kann ich sonst noch irgendetwas für euch tun Oberste ?" Godric wusste nicht was er in dieser Situation tun sollte. Er würde alles dafür tun der Obersten die Wahrheit zu sagen. Leise klimperte die Kette an seinem Hals und nur dies war im Raum zu hören.
      Die Show beginnt
      DanceDance ...urg *lob*
    • Riley konnte nichts anderes tun, als ihren Unmut durch eine Schicht Falten auf ihrer Stirn auszudrücken. Wie ärgerlich es doch war, keine Kontrolle zu haben, wenn sie doch die genauen Zahlen kannte, wenn sie durch das ganze Uhrwerk hindurch blickte, das hinter diesen beiden Männern stand! Aber das war nunmal das Problem bei Menschen, dass keine Zahl, keine Formel, kein Vorgang sie in ihrem Tun beeinflussen konnte, wenn sie es nicht willentlich zuließen. Riley hätte ihre ganze Macht einsetzen können, sie hätte ihre Gehälter aufwiegen können, ihre Überstunden, die Kosten ihrer Uniformen, ihrer Telits, womöglich ihrer Unterkünfte; sie hätte sämtliche Zahlen manipulieren können und doch wäre die letzte Entscheidung bei den anderen geblieben, unabhängig davon, wie viel Mühe sie sich dabei gab. Zahlen beherrschten die Welt, aber nicht die Individuen, die darin lebten.
      Sie stieß ihren Atem hörbar durch ihre Nase aus. Das Verhältnis zwischen den beiden Männern kam ihr seltsam vor, aber auch das erschien ihr nicht als etwas, was sie in ihrem Einfluss unterstützen konnte.
      Sie lehnte sich wieder vor und versuchte Autorität in den Blick zu legen, mit dem sie Davis fixierte.
      "Das ändert alles nichts daran, dass er ein Talent hat, dass uns erhebliche Gewinne einbringen kann. Möchtest du dafür verantwortlich sein, dass wir diese Chance verstreichen lassen, Davis? Vielleicht möchtest du das ja dem Gildenleiter erklären, wenn er eines Tages davon erfährt?"
      Sie konnte die Bitterkeit in ihrer Stimme nicht gänzlich unterdrücken, besonders nicht in Angesicht seines triumphierenden Grinsens. Aber sie schien ihr sowieso gerechtfertigt. Jetzt gab es schon einmal etwas, was sie wirklich wollte und sie konnte es nicht haben, wegen - ja, wegen was eigentlich? Alles was sie hörte war, dass Godric noch nicht bereit dazu war oder nicht wollte. Als ob man jemals dazu bereit sein konnte Meister zu werden! So ein Schwachsinn.
      Zu ihrer beider Verblüffung war es nach einem Moment Godric, der das Wort erhob. Wenn es nicht um ihn gegangen wäre, hätte man ihn fast vergessen können.
      "Meister auf Probe?", wiederholte Riley skeptisch und lehnte sich wieder zurück. Normalerweise wurde eine Prüfung abgelegt, woraufhin man seinen Titel erhielt - entweder Meister oder eben nicht. So etwas wie einen Probemeister gab es nicht.
      Aber das musste sie ja niemandem erzählen.
      "Das gefällt mir."
      Sie sah erwartungsvoll zurück auf Davis, aber bevor er seine eigene Meinung dazu kundtun konnte, klopfte es abermals an der Tür. Diesmal wartete der Besucher auf ihr ungeduldiges "Herein", bevor er sich durch die Tür schob und nach Davis' Anwesenheit verlangte. Riley musste sich schon das zweite Mal diese Woche darüber ärgern, was für ein unglaublich unpassendes Timing Rayana drauf hatte, wenn es um Riley ging, aber sie ließ den Meister gewähren. Verdrossen beobachtete sie Davis' Abgang, bevor sie den Kopf auf ihren Händen aufstützte und wieder zu Godrics hoch aufragender Gestalt sah. Er wirkte irgendwie verkrampft, obwohl sie nicht genau deuten konnte, woran sie das ausmachen sollte. In seine Augen hatte sich ein Blick gestohlen, der für einen kurzen Moment an die Hilflosigkeit eines eingesperrten Tieres erinnerte - dann blinzelte Riley und der Eindruck war wieder verschwunden. Sein Lächeln schien ihr mit einem Mal erzwungen.
      "Nein, ich habe genug zu tun. Außer du möchtest noch ein paar Bücher tragen."
      Sie sah flüchtig zu ihrem Sofa, allerdings war es kein ernstgemeinter Vorschlag. Sie hatte keine Lust auf die dunkle Kammer der Büchersammlung.
      "Wieso möchtest du kein Meister werden?", fragte sie noch einmal, ein weiterer Versuch, aus dem Mann etwas herauszuholen, womit sie arbeiten konnte.
      "Du weißt, dass du niemandem verpflichtet bist als der Gilde - natürlich deinem Meister und den Obersten, aber in erster Linie deiner Gilde. Und ich weiß, dass niemand es toll findet, wenn irgendjemand einen Meistertitel erhält, erst recht nicht der vorherige Meister, aber so ist nunmal der Lauf der Dinge. Ich habe mir auch mit jeder Beförderung mehr Feinde als Freunde geschaffen, aber du kannst nunmal nichts tun als Anhänger! Jeder schaut dir auf die Finger und alle geben dir nur, was erledigt werden muss, aber nie, was wirklich wichtig ist. Möchtest du nicht dein eigener Herr sein, selber sehen, wie alles funktioniert?"
      Jetzt war es an ihr verzweifelt zu werden. Das leise Klimpern von Godrics Kette lenkte sie für einen Moment ab, aber nicht lange genug, um sich ganz von dem Problem zu lösen. Es war eine schöne Kette.
      "Wieso möchtest du nicht Meister werden, Godric?"
    • Neu

      Godric sah die Oberste vor ihm genau an. Es war ihm bei seinem letzten Besuch schon aufgefallen das sie trotz ihrer Größe und Aussehen an sich hatte das ihm das Gefühl gab das sie Älter war als er selbst. War es diese Art der Reife die sie an den Tag legte ? Godric konnte es nicht wirklich einordnen. Es war nicht wie bei Davis und den anderen Meistern die er kannte. Diese zeigten Ihre Macht offen und ohne scheu. Diese Oberste jedoch schien ehrlich und aufrichtig seine Wünsche beachten zu wollen und trotzdem das Beste für ihn zu wollen ? Es schien Godric alles äußerst merkwürdig. Daher wandte er sich nun wieder dem Gespräch zu "Wenn ihr dies wünscht, trage ich euch natürlich gerne die Bücher". Godric war es zwar unangenehm wie sich die Dinge entwickelten und doch wartete er geduldig was die Oberste zu ihm sagte. Dann tat er etwas das er von sich selbst nie erwartet hätte, er stellte eine Frage an die Oberste "Fragt ihr mich dies Oberste ? oder befehlt ihr mir euch dies zu sagen ?" Dies war wohl Godrics einzige Chance in dieser Sache etwas auszurichten. Die Oberste schien nicht ganz zu wissen was er damit meinte aber nickte. Godric nahm dies als einen Befehl auf und sein lächeln nahm bittere züge an. "Nun ihr sagt man macht sich mit einem Aufstieg mehr Feinde als Freunde oder ? Nun ich würde sagen das dies in meinem Fall nicht viel ändern würde." Er schritt näher an den Schreibtisch. "Ich werde euch nun sagen wieso ich kein Meister werden kann." Er sah sie direkt an "Es ist ganz klar das ich dies nicht darf. Es wurde mir von meinem Meister an dem Tag verboten an dem ich in die Gilde kam." Godric erinnerte sich noch genau an diesem Tag. Es hatte geregnet und ihm war kalt gewesen. Sein Meister hatte ihn in diese warme erleuchtete Halle geführt. Doch vorher hatte er ihm diesen Schwur abgenommen. Niemals über ihn zu stehen. Niemals seinen Titel zu tragen. Falls er dies tat würde er mit seinem Leben bezahlen. "Ich dürfte euch dies nicht einmal sagen den ebenfalls wurde mir verboten frei darüber zu sprechen. Ich darf es nur weil ich jeden Befehl eines Meisters, Obersten oder dem Gildenleiter folge zu leisten habe." Damit schloss Godric den ersten teil seiner Erklärung "Ich bitte euch, ich möchte nicht mehr zurück in die Welt aus der ich kam. Und ebenfalls möchte ich nicht mit meinem Leben bezahlen." Wahrscheinlich dachte die Oberste das Godric übertreiben würde mit dem was er sagte doch hatte er etwas an sich das ihm jedes mal angst machte. Er öffnete sein Obergewand und ließ dieses zu Boden fallen. Danach drehte er sich langsam um und zeigte der Obersten seinen Rücken. Auf seinem Rücken war etwas mit heller Blauer Tinte gestochen worden. Etwas das man in Ihren kreisen normal nicht sah. Es war ein Tattoo der Unterdrückung. Etwas womit man mit dem Passenden Telit aus dem die Tinte gewonnen wurde Energie in die Tinte leiten konnte. Dies verursacht dem Träger unglaubliche schmerzen und sorgt dafür das dieser sich unterwirft oder dem Tode geweiht ist. Dies jedoch war in der Heutigen Zeit verboten da es als Unmenschlich galt. Ebenfalls benötigt man einen sehr großen Telit dafür da das Tattoo alle vier Wochen erneuert werden muss, da es sonst verblasst und seine Wirkung verliert. Godric drehte sich wieder um und sah die Oberste genau an "Ich hoffe ihr könnt nun meinen Wunsch verstehen. Ich habe viel in meinem Leben erlebt und glaubt mir dies ist nicht das Schlimmste. Ich bin froh hier mein Dasein zu fristen. Aber solltet ihr mir den Befehl geben Meister zu werden so bitte ich euch das ihr euch der Konsequenz bewusst seid." Er sah nun an sich hinunter, auf diese Kette und dieses Warme Lächeln stahl sich wieder auf sein Gesicht und er sah die Oberste an "Aber solltet ihr mir diese Chance geben, so werde ich Glücklich damit sein." Er verneigte sich kurz und nahm danach sein Oberteil wieder an sich "Ich hoffe ich konnte eure Frage dies bezüglich Beantworten Oberste ?" Godric wusste das er nun alles auf eine Karte gesetzt hatte. Sollte er seine Hoffnung in die falsche Person gesetzt haben so würde er den Morgigen Tag wohl nicht mehr erleben.
      Die Show beginnt
      DanceDance ...urg *lob*
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      Kaum als Godric sich dazu zu entscheiden schien, Riley endlich eine vernünftige Antwort auf ihre Frage zu geben, stahl sich ein Ton in seine Stimme, der nun ziemlich gut zu dem Blick passte, mit dem er Riley vor ein paar Sekunden gemustert hatte. Was auch immer es war, was er ihr sogleich mitteilen würde, schien so schwer zu wiegen, dass sie selbst den Stimmungsumschwung am ganzen Leib spürte. Sie verschränkte die Hände im Schoß und beobachtete ihn aufmerksam, hörte ihm zu, ohne ihn unterbrechen zu wollen, aus Angst seinen Redefluss einzudämmen. Sie zog lediglich die Stirn wieder in Falten, zum zweiten Mal in diesem Gespräch, und dachte an Davis, an den unschuldigen, leistungsbestrebten Davis, dem sie bei Lebzeiten nicht zugetraut hätte, dass er seinen Einfluss so ausnutzte. Sie musste sich zurückhalten, um Godric nicht zu unterbrechen.
      "Davis hat es dir verboten?"
      Sie wollte es gar nicht glauben, sie konnte es nicht glauben. Die ganze Gilde war eine einzige, kriminelle Organisation, aber dass die einzelnen Mitglieder ihren Profit daraus herausschlagen könnten, war ihr mehr als fremd.
      Was Godric als nächstes tat, holte sie dann wieder blitzschnell aus diesem Gedanken hervor und ließ sie erschrocken zusammenfahren. Sie starrte mit anlaufendem, rot eingefärbtem Gesicht auf Godrics entblößten Oberkörper, bis er sich umdrehte und sie mit seinem Rücken erst schockierte. Vergessen war die freizügige Aussicht beim Anblick des Sklavenmals, das ihm über den Rücken hinweg eingestochen war. Riley holte zischend Luftv; sie hätte Davis' Handschrift überall erkannt. Sie allerdings in diesem Kontext zu sehen, bestürzte sie zutiefst.
      "Das ist… also das ist eine schwerwiegende Anklage, die du deinem Meister entgegen bringen würdest", begann sie zweifelnd, als Godric sich wieder angezogen hatte und sie der Meinung war, dass die Wärme wieder aus ihrem Gesicht gewichen war.
      "Bist du dir sicher, dass das… naja, das ist eine schwierige Lage Godric. Ich kann nicht einfach so…"
      Sie verstummte wieder, aus Ermangelung an wirklichen Optionen, die sie hier bieten konnte. Sie konnte Davis nicht einfach so der Gilde verweisen, sie konnte ihn nicht auf die Sache ansprechen, sie konnte Godric nicht zum Meister erheben, sie konnte genauso wenig dabei zusehen, wie er sich weiterhin von seinem eigenen Meister quälen ließ. Dass Davis zu so etwas in der Lage sein konnte! Wenn sie nicht den Beweis gesehen hätte, hätte sie es kaum geglaubt.
      "Ich werde niemandem von deinem Geheimnis erzählen", sagte sie dann nach einem weiteren Moment des Schweigens, in dem sie sich das Dilemma noch einmal vor Augen geführt hatte. Zumindest war wohl das etwas, was sie tun konnte.
      "Es ändert aber nichts daran, dass ich dich als Meister brauche. Meinst du, du könntest Davis davon überzeugen, dass du nur vorübergehend Meister wirst, nur für diese eine Versammlung? Danach können wir ja… ich weiß nicht. Wir können uns was überlegen. Was richtiges überlegen, okay? Ich werde keine Sklaverei in meiner Abteilung dulden."
      Oder in irgendeiner anderen Abteilung, wo sie schon dabei war. Riley lächelte Godric unsicher an und spürte wieder die Hitze in ihren Kopf aufsteigen. Der Anblick seiner Tätowierung war noch zu frisch in ihrem Kopf, um sie unberührt zu lassen.
      "Danke, dass du es mir gesagt hast. Wir werden eine Lösung finden, ganz bestimmt."
    • Neu

      Godric hörte das lange zischen hinter ihm und sogleich kam ihm der Schmerz in den Sinn den er spürte wenn dieses Mal in seinen Rücken gestochen wurde. Selbst jetzt bekam er bei diesem Gedanken ein ungutes Gefühl in der Magengegend. Er wollte sich aber nichts anmerken lassen. Er kleidete sich wieder an und sah die Oberste an "Ich klage niemanden an Oberste. Ihr befahlt mir euch meine Gründe zu nennen und ich zeigte euch diese. Alles weitere liegt nicht mehr in meiner Hand." Sein lächeln war wieder in sein Gesicht gekehrt. "Ich werde natürlich versuchen Meister Davis davon zu überzeugen wenn dies euer wunsch ist Oberste." Er verneigte sich kurz und sprach dann zu seinen Füßen mit leiser Stimme. "Ich wusste das dies nichts ändert..." Er erhob sich wieder und sprach ruhig weiter "Ich danke euch für eure Diskretion Oberste und ihr müsst euch keine Gedanken machen. All das hier ist besser als das was mich sonst erwartet hätte." Dies sagte er ohne eine Miene zu verziehen.
      Er fragte noch ob er der Obersten helfen sollte, doch diese schien erstmal genug von ihm an diesem Abend gesehen zu haben. Daher verabschiedete er sich mit einer Verbeugung und ging in den Feierabend.
      Die nächsten Tage vergingen ruhig ohne besondere Ereignisse. Godric ging seiner Arbeit nach und versuchte mit seinem Meister über den Wunsch der Obersten zu sprechen. Dieser jedoch war nie anzutreffen. Godric wunderte dies nach ein paar Tagen. Immerhin musste er dringend mit ihm sprechen und auch sein Mal musste bald wieder erneuert werden. Meister Davis tauschte nach fünf Tagen wieder auf. Er schien abgemagert und kränklich, Godric wusste nicht was mit ihm passiert war und wollte es wahrscheinlich auch nicht wissen. Er suchte das Gespräch mit seinem Meister. Es war eine lange Unterredung die Hitzig wurde. Meister Davis vertraute dem ganzen noch nicht wirklich und doch willigte er am ende ein, mit dem Versprechen das nach der Versammlung alles wieder seinen Gewohnten Gang ging. Godric blieb nichts anderes übrig als dies mit einem Nicken zu bestätigen. Kurz bevor Godric den Raum verlassen wollte um es der Obersten mitzuteilen sagte sein Meister "Und denk daran Godric das wie beide morgen Abend noch was zu erledigen haben. Danach kannst du dich dann auf deine Reise machen." Godric nickte erneut mit einem kleinen Schaudern. Er wusste genau was sein Meister meinte. Es war schon so lange ihr Ritual das Godric sich nicht vorstellen konnte wie es ohne sein würde. Er glaubte auch nicht das sein Meister es ohne Grund tat. Meister Davis brauchte Godric, ohne ihn würde er unter gehen. So dachte sein Meister zumindest.
      Wieder einmal klang die Melodie seiner Schritte mit dem klingen seiner Kette durch die langen Korridore. Dieses mal jedoch waren seine Schritte langsamer, als würde ihn etwas davon abhalten. Es war eine schwere last die nun auf ihn zu kam, Godric wusste immer noch nicht ob er dieser wirklich gewachsen war. Doch er würde alles tun um seinen Meister und auch die Oberste stolz zu machen und vielleicht würde er dann eines Tages wirklich den Titel eines Meisters tragen.
      Godric war wieder an dieser Tür angekommen, sie war immer noch so gewaltig wie die male davor. Sein Klopfen hallte durch die großen Gänge und wieder einmal öffnete Godric die Türe einen Moment zu früh. Er schritt in den Raum auf den Großen Schreibtisch zu. "Ich bringe Nachricht von Meister Davis, Oberste." Godric verneigte sich vor dem Schreibtisch. "Er stimmt eurer Anfrage für die Versammlung zu" Mit diesen Worten erhob er sich wieder und sah die Oberste an.
      Die Show beginnt
      DanceDance ...urg *lob*
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      Nach der Unterredung mit Godric vergaß Riley das Problem größtenteils, doch in den ungünstigsten Augenblicken dachte sie stets wieder daran, etwa wenn sie sich mal ernsthaft dem unerfreulichen Teil ihrer Arbeit zu widmen versuchte oder wenn sie sich mit Lewis stritt. Es war wie ein kleiner, dunkler Fleck in ihren Gedanken, der sich explosionsartig ausbreitete, sobald sie ihm mal zu nahe kam.
      Davis war in den Tagen schwieriger zu erreichen als der Gildenleiter selbst. Er entwand sich ihrem Befehl, sich bei ihr blicken zu lassen, wie ein glitschiger Aal und wenn sie ihre Anweisungen verschickte, erhielt sie zumeist Antworten von seinen Vertretern oder von seinen Anhängern persönlich. Manche der Schreiben las sie mehrmals, um herauszufinden, ob Godric seine Wunderfinger im Spiel hatte - aber genauso gut hätte sie versuchen können zu erkennen, ob die Wörter wirklich mit Tinte geschrieben waren und nicht vielleicht mit tintenblauer Farbe. Es war einfach unmöglich zu erkennen.
      Zu ihrer eigenen Erleichterung, kam er ein paar Tage später von selbst wieder zu ihr. Sie erkannte ihn, als er die Tür in dem Moment öffnete, als sie ihren Telit gerade wieder auf der Halterung ihres Tisches platzierte. Mit vor unverhohlener Neugier geweiteten Augen beobachtete sie seine hochgewachsene Gestalt, die zu ihrem Tisch marschiert kam.
      "Das ist ja wunderbar!", rief sie aus und begann gleich, in dem Blättermeer ihres Schreibtisches zu wühlen. Wenn die Versammlung endlich hinter ihnen war, könnte sie mal Ordnung schaffen.
      "Ich habe mir schon erlaubt, den Antrag zu erstellen; ich habe ihn so umformuliert, dass wir noch nicht einmal Davis' Unterschrift benötigen."
      Sie grinste diebisch, als sie die Unterlagen gefunden hatte und Godric hinhielt. Sie zeigte auf die Stelle neben ihrer eigenen Unterschrift, deren Farbe noch blass schimmerte. Die Unterschrift wirkte so, als wäre sie regelrecht in das Papier eingeritzt, ein Teil der Oberfläche und nicht nur eine bloße Farbe darauf. Telit-Unterschriften hatten immer eine besondere Wirkung.
      Sie wartete geduldig auf Godrics Unterschrift, dann rollte sie das Pergament zusammen, steckte es sich in die Schlaufe ihres Gürtels, hängte sich ihren Telit um den Hals und kam dann hinter ihrem Schreibtisch hervor. In diesem Moment war sie so gut gelaunt, dass sie sich nur ein bisschen von Godrics Größe stören ließ.
      "Dann wollen wir mal die anderen einweihen. Ich muss gestehen, dass ich noch nicht dazu gekommen bin, aber du hast doch sicherlich Zeit, oder? Als zukünftiger Meister auf Probe musst du nicht mehr so stark auf Davis hören - der kommt schon für einen Moment ohne dich klar. Komm."
      Sie schritt zur Tür und in den langen Gang hinaus.

      Auf dem Weg erläuterte sie Godric, dass sie zwar fünf Oberste waren, aber nur vier auf die Versammlung mitkommen würden und da das eh die Mehrheit war, das auch ausreichen würde. Normalerweise brauchte sie nicht die Zustimmung der anderen, aber da es sich um eine besondere Ausnahme handelte, mussten die anderen davon wissen. Außerdem hätte sie sie ja sowieso in ihr Vorhaben früher oder später eingeweiht.
      Sie erreichten die erste dieser Türen nach einem kurzen Weg durch die Gänge und die verhältnismäßig schmucklose Treppe hinauf, bevor sie vor einem Raum standen, der mit seinen hohen Flügeltüren Rileys eigenem Zimmer nicht unähnlich war. Von einer plötzlichen Nervosität gepackt blieb sie davor stehen, strich sich über ihre Haare und blickte an ihrem Kleid hinab, dessen Saum in einem dem Gildenwappen treuen Gold endete und Wellen schlug, bevor es auf den Boden fiel. Sie sah sich zweifelnd nach Godric um, der hinter ihr wie ein Wachposten aufragte.
      "Sie werden es doch sicherlich auch für eine gute Idee halten, oder? Wenn ich es jedem erkläre?"
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      Godric lächelte sanft bei den Worten der Obersten "Ja mich hat es persönlich auch sehr überrascht aber es freut mich auch" Sagte er ruhig zur Obersten Price. Diese wirkte in Godrics Augen viel euphorischer als er selbst. Aber konnte er sich wirklich darüber wundern ? Immerhin wollte sie dies so unbedingt. Dies zeigte sich darauffolgend mit dem Antrag den sie hervor holte. Godric kam es komisch vor das sie nicht die Unterschrift seines Meisters benötigten. Als nun der Vertrag von ihm lag zögerte er einen Moment. Nicht weil er sich alles nochmal in Ruhe durchlesen wollte, nein er sah sich die Unterschrift der Obersten genau an. Es war eine schöne Schrift. Tief ins Blatt wurde sie gezeichnet, sowas konnte man nur mit einem Telit erschaffen. Godric konnte nicht anders als darüber zu streichen bevor er seine eigene schöne geschwungene Unterschrift unter das Dokument setzte. "Bitteschön Oberste" mit diesen Worten reichte Godric der Obersten Price das Dokument und diese rollte es sofort zusammen.
      Nachdem die Oberste neben ihm stand, offenbarte sie ihm das kein anderer der Obersten von diesem Vorhaben wusste. Godric hätte schockiert sein müssen, aber er sagte ruhig "Natürlich habe ich Zeit wenn ihr dies Wünscht Oberste" Godric selbst war sich noch nicht sicher ob er die Zeit oder eher die Nerven für das kommende hatte. Natürlich hatte er keine Wahl wenn dies der Wunsch der Obersten war, würde er ihn natürlich erfüllen. Somit ging er neben der Obersten her in einen Teil des Gebäudes in dem er selbst nie gewesen war. Er war gespannt was ihn dort genau erwarten würde. Sie kamen an einer Tür an die ähnlich wie die der Obersten aussah. Besagte Oberste schien nervös zu werden stellte Godric fest. Sie richtete ihre Kleidung so das auch Godric seine Kleidung ansah. Doch er fand keinen Grund irgendwo daran rum zu zupfen und so stand er ruhig da und wartete.
      Bei der ungewöhnlichen frage der Oberstem zog Godric eine Augenbraue hoch, was bei seiner Person doch recht ungewöhnlich war. "Erlaubt ihr mir euch etwas frei zu sagen Oberste?" Diese nickte nach kurzem zögern "Ich hatte nie den Eindruck das ihr an meinen Fähigkeiten zweifelt und noch wichtiger an euren eigenen. Ich finde es nun verwunderlich das ihr an eurer Entscheidung zweifelt." Er sah die Oberste ganz direkt an, ohne einen Schatten seines falschen Lächelns "Wenn ihr wirklich überzeugt von mir seid, wird kein anderer an euch zweifeln. Selbst ich glaube beinah das ich besonders bin. Daher bitte ich euch Oberste zu zeigen welche Möglichkeiten ihr für die Gilde gefunden habt. Und sollte euch dies nicht reichen, dann nehmt dies" Er hielt ihr ein Stück Papier hin. Darin zu finden waren die Unterschriften den Aktuellen Obersten und ganz neu auch ihre eigene "Ich weiß nicht ob dies ausreicht um all dies zu begründen, aber ich habe mir die Mühe gemacht alle Unterschrift auf Unterlagen zusammen zu suchen. Nur die des Gildenleiters konnte ich nicht hinzufügen." Er sah die Oberste mit einem leichten aufmunternden Lächeln an "Ich denke für eine Probe sollte es genügen. Aber bis zum Meister brauche ich wohl noch eine Weile" und damit schwie Godric wieder und wartete das die Oberste vor ging.
      Die Show beginnt
      DanceDance ...urg *lob*