As in the old times - Assassination Classroom [kiwi & miu]

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    • As in the old times - Assassination Classroom [kiwi & miu]

      by kiwi & miu
      vorstellung



      As in the old times


      Nari & Maehara «

      "Wir wissen, dass ihr alle ein neues Leben habt und dass ihr nicht mehr die Schüler der damaligen Klasse 3-E seid.. aber.. wir bitten euch trotzdem zu kommen." - das war der Satz, den sie alle von ihrem ehemaligem Lehrer gehört hatten und welcher dafür sorgte, dass sie sich alle versammelten. Karasuma Sensei, welcher zusammen mit Irina Jelavic - auch liebevoll genannt Bitch-Sensei - vor ihnen stand um die ganze Situation zu erklären.
      Es waren tatsächlich nicht alle der alten Klasse anwesend, jedoch waren es die meisten. Hier und da war es eben doch das reale Leben dazwischen gekommen oder hatte dafür gesorgt, dass sie es nicht geschafft hatten. Wofür die ehemaligen Lehrer aber auch nicht böse sein könnten - die Regierung durfte dankbar sein, dass sich einige überhaupt dazu bereit erklärten zu kommen. Denn wenn man mal ehrlich war, hatten damals bei Koro-Sensei alle versagt. Wenn es nicht gekommen wäre, wie es kam, dann hätte das alles auch ganz anders ausgehen können. Nicht einmal die besten Kämpfer hätten es geschafft. Die Schüler jedoch waren eben vertraut, kannten viele Schwachstellen und Fakten, die man vielleicht nicht einmal durch die Berichte ergattern konnte.
      Auch Nari hatte sich dabei in genau dieser Gruppe wieder gefunden. Bei ihrem Beruf war es sehr praktisch, dass es nicht unbedingt auffiel, sollte sie einige Tage oder länger weg sein. Und wenn sie ehrlich war, hatte sie derzeit eine kleine Pause einlegen müssen, weil ihr die Muse fehlte. Vielleicht würde ihr das alles ja helfen wieder richtig mit dem Schreiben durchstarten zu können.

      "Wie bereits erklärt, werden wir erst eine kleine Vorarbeit anstellen müssen. Es ist noch nicht ganz klar, was oder wer genau der Gegner ist. Fakt ist jedoch, dass Hinweise darauf deuten, dass dieser jemand ähnlich wie Koro-Sensei ist. Und da wir kein Risiko eingehen dürfen, müssen wir sofort agieren."
      Karasuma seufzte leise aus, nachdem er zu Ende gesprochen hatte und schaute mit ernstem Gesichtsausdruck in die Runde. Die Blicke, die er zurück kam, waren so vertraut und doch anders. Sie alle waren eben erwachsen geworden. Teilweise waren einige sogar so in die Höhe geschnellt, dass es beinahe unreal wirkte - für ihn waren sie eben doch noch immer seine ehemaligen Schüler.
      "Wie gesagt wissen wir auch, dass ihr alle ein neues Leben führt und keine Schüler mehr seid. Falls ihr also Zweifel habt, könnt ihr euch jetzt dazu entscheiden die Mission nicht anzutreten. Es wird euch niemand verübeln, aber dann wissen wir, mit wie vielen wir rechnen können."
      Sobald der ehemalige Lehrer seine Worte ausgesprochen hatte, hörte man bereits die ersten Leute sprechen, die meisten dabei zustimmend.

      Während sich innerlich alle darüber klar wurden, ob sie hier mit machen wollten oder nicht, hatte Nari bereits lange ihre Entscheidung getroffen. So blieb sie einfach still in der Runde stehen und ging mit dem Blick jedoch ein wenig umher. Es freute sie tatsächlich ziemlich sehr so viele der alten Klasse wieder zu sehen. Es waren mit die besten Erinnerungen, die sie damals hatte. Und all jene hatte sie mit genau diesen Leuten geteilt.


      "Wir sind auf jeden Fall dabei, nicht wahr Isogai?", entkam es grinsend Maehara, welcher einen Arm um die Schulter seines besten Freundes gelegt hatte. Zurück bekam er nur ein lächelndes Nicken, was ihn gleich zufrieden stimmte - es fühlte sich wirklich wieder wie in den alten Zeiten an. Auch, wenn sie sich natürlich alle ziemlich verändert hatten.
      Die hellbraunen, fast goldenen Augen gingen ein wenig umher und betrachteten die Anwesenden ein wenig - jeder war auf seine Art und Weise gewachsen. Besonders auf einer bestimmten Person blieb sein Blick dabei besonders lange hängen - Harper Nakashima. Die kleine, ehemalige Mitschülerin hatte den selben Ausdruck wie früher im Gesicht und dennoch konnte er deutlich erkennen wie sehr sie sich gewandelt hatte. 7 Jahre waren eben nicht einfach so vorbei gezogen. Ihr Körper wies ein wenig mehr Rundungen auf und die blonden Haare umspielten wie schon früher ihr sanftes Gesicht, sorgten dafür, dass ihre schönen, türkisen Augen noch mehr hervorgehoben wurden - Moment, hatte er das gerade wirklich gedacht?
      Ein wenig verwirrt über seine eigenen Gedanken zwang der Blonde sich wieder nach vorne zu Karasuma zu schauen. Es war ja eigentlich nichts ungewöhnliches für ihn, wenn er sich für Mädchen interessierte - früher war er ja sogar als Womanizer bekannt gewesen - aber dennoch.. das hier war gerade irgendwie etwas anderes. Etwas, was sogar ihn verwirrte. Jetzt musste er sich erst einmal auf die Mission konzentrieren.
      "Setze dein Herz in Flammen."
      - Kyojuro Rengoku
    • Harper & Karma



      Wie alle anderen Klassenkameraden bekam auch Harper den schon fast verzweifelt klingenden Hilferuf ihres alten Lehrers mit. Diese Nachricht war der Grund, weshalb sie sich sofort darum kümmerte, die Verantwortung ihres geliebten Tattoostudios für eine unbestimmte Zeit in die Hände ihres besten Angestellten zu übergeben. Die Kunden, die Termine explizit sie gebucht hatten konnten wählen, ob sie den Termin verschieben oder sich ihr anstehendes Kunstwerk stattdessen bei einem der anderen talentierten Künstler verewigen lassen wollten.
      Harper fiel ein riesiger Stein vom Herzen, da sie wusste, dass ihre berufliche Situation für die kommende Mission geklärt war — ein Glück hatte sie als Chefin einige Freiheiten was das anging. Sie nahm sich nie für etwas anderes als ihre Arbeit großartig Zeit, da diese ihr viel zu viel Spaß machte; nicht einmal ein luxuriöser Urlaub konnte ihre Aufmerksamkeit wecken. Doch die Nachricht von Karasuma Sensei konnte sie keinesfalls ignorieren — ihr war klar, dass sie unbedingt mitmachen musste, koste es was es wolle.
      Jetzt, wo sie sich am vereinbarten Ort mit ihren damaligen Lehrern und einigen ihrer alten Klassenkameraden traf, fühlte sie sich schon fast in die Zeit zurückversetzt. Verrückt. Schließlich hatten sich so einige verändert, aber tief im Inneren waren sie wohl doch noch die selben.

      Die Blondine sah ein wenig genauer in die Runde, um zu überprüfen wer alles nicht zum Treffen gekommen war. Es waren nicht viele Leute, aber dennoch hätte sie erwartet, dass alle kommen würden, um sich wenigstens Karasumas und Irinas Worte anzuhören.
      Sie konnte verstehen, dass sich danach ein paar gegen die Mission entschieden — schließlich ging das richtige Leben vor und eine Art neuer Koro-Sensei, zu dem niemand Verbindungen wie zu Schulzeiten hatte und von dem nicht allzu viel bekannt war, brachte so einige Gefahren mit sich, die einem locker das Leben kosten würden.
      Doch für Harper war klar: wenn sie schon hier stand, würde sie definitiv mitmachen.
      „Ich bin auch dabei“, meldete sie sich zu Wort, als ihre Lehrer sie erwartungsvoll ansahen.


      „Ich ebenfalls“, gab Karma von sich, der gerade durch die Tür kam und sich zwischen Nari und Maehara stellte. Ein neuer Koro-Sensei? Diese Gelegenheit wollte auch er sich keinesfalls entgehen lassen. Das dürfte einiges an Spannung in sein Leben bringen; Allergien der Gedanke wieder töten zu können gab ihm einen unheimlichen Adrenalinkick.
      Als er sich die Personen im Raum genauer ansah, musste er sich ein Grinsen verkneifen. Er schien mittlerweile der größte zu sein — selbst Karasuma Sensei war ein Stückchen kleiner als er. Aber am stärksten fiel ihm der Größenunterschied bei Manamo, Nari und Nagisa auf.
      Sind die drei denn wirklich keinen Millimeter gewachsen? Alle anderen schienen zumindest ein bisschen größer geworden zu sein.
      Er blickte zu Nari runter und sah sich sich ein wenig genauer an. Ihre hellen Haare fielen ihm damals schon auf; er wusste bis eben nicht, dass er diesen Anblick alleine vermisste. Sie war schon immer eine Schönheit gewesen, doch nach all den Jahren war das kein Vergleich zu jetzt.
      Bevor sein Blick als Starren interpretiert werden konnte — was es eigentlich auch war — wendete er diesen von ihr ab und schaute stattdessen seine Lehrer an, die seine anderen ehemaligen Mitschüler fragten, ob sie bei der Mission dabei sein wollen oder nicht.


      Man konnte Irina ansehen, dass ihr ein großer Stein vom Herzen viel, als sich doch einige für die Mission bereit erklärten. Nach all den Jahren war das keine Selbstverständlichkeit, die wenigsten von ihnen dürften sich was das Töten anging großartig weitergebildet haben.
      „Ein Glück sind wenigstens ein paar dazu bereit und zu helfen“, flüsterte sie Karasuma zu und seufzte erleichtert aus, „ich hoffe sie wissen noch wie man mit einigen Waffen umgeht.“
      Die Bedenken waren nicht ganz unberechtigt, allerdings haben sie damals lange trainiert, ein paar Fähigkeiten sollten da noch hängen geblieben sein — andernfalls würde es schneller Tote geben als ihr lieb wäre. Gerade bei ihren ehemaligen Schülern würde es ihr das Herz brechen, wenn ihnen etwas Schlimmes zustoßen würde.
      Ihr Blick fiel auf Nari, die sich bis jetzt noch Nichtstun Wort gemeldet hatte. Sie war eine ihrer liebsten Schülerinnen gewesen und hoffte, dass auch sie der Mission zusagen würde; ihre exzellenten Fähigkeiten wären von großem Vorteil.
      „Was ist mit dir, Tomioka?“, sprach sie sie schließlich an, „bist du auch dabei?“
    • Nari & Maehara «

      Der Blick von Maehara war gerade erneut zu Karasuma Sensei gegangen, als Harper auch schon ihre Stimme erhob und er hören konnte, wie sie der Mission ebenfalls zustimmte. Unbewusst hatte sich ein Lächeln auf seinen Lippen gebildet und ohne es bemerkt zu haben, schien er sogar darauf gehofft zu haben. Ja, es stimmte ihn irgendwie glücklich zu wissen, dass sie jetzt dabei war. Denn, wenn er ehrlich war, hatte er die Blondine schon immer sehr gern gehabt - naja er mochte alle Mädchen in der Klasse, aber mit ihr verstand er sich irgendwie besonders gut. Zumindest nach seinem Empfinden. Wer wusste schon, wie sie das alles sah.
      Seine braunen Augen gingen zum Eingang, als er eine altbekannte Stimme hörte, woraufhin er sogar leise lachen musste.
      "Karma-kun. Wieso überrascht es mich nicht, dich hier zu sehen", gab er amüsiert von sich und staunte aber nicht schlecht bei dem Anblick. Karma wirkte erwachsener, reifer und dennoch konnte er deutlich die kleinen, schwarzen Teufelshörner sehen, welche sich einen Weg durch seine roten Haare suchten.

      Sobald der Rotschopf durch die Tür getreten war und sich auch noch neben die Blondine stellte, war ihr Blick unweigerlich zu ihm gegangen, wenn auch nur für einen Augenblick. Er war deutlich gewachsen, doch sein Gesicht verriet ihn. Er war eben noch immer Karma-kun.
      Nari war so in Gedanken versunken gewesen, dass sie tatsächlich fast schon vergessen hatte noch zu antworten - scheinbar hatte sie die Worte nur im Kopf ausgesprochen. Lächelnd und mit schief gelegtem Kopf, was bei ihr fast schon eine Macke war, blickte sie zu ihrer ehemaligen Lehrerin und nickte ihr zu.
      "Ja, ich bin auch dabei. Wie könnte ich sie bei so etwas alleine lassen", grinste sie am Ende fast schon und ging dann aber zu einem kleinen Schmunzeln über, als sie den erleichterten Gesichtsausdruck bei Irina bemerkte. Auch Karasuma schien deutlich zufrieden und erleichtert zu sein, hatte sich sogar ein kleines Lächeln auf seinen Lippen gebildet.

      "Sehr gut. Wie ich sehe, haben sich also alle entschieden."
      Wenn er ehrlich war, hatte er nicht damit gerechnet, dass so viele zustimmen würden, denn er konnte es durchaus nachvollziehen, warum sie hätten ablehnen sollen. Nichtsdestotrotz war er nun umso dankbarer, dass sich eine beachtliche Summe an Mitstreitern gebildet hatte.
      Der Schwarzhaarige griff neben sich und holte ein paar Akten hervor, wo die Informationen drin standen, die sie bereits über den Verdächtigen in Erfahrung bringen konnten. Leider - wie man feststellen würde - nicht sehr viel.
      "Wir haben in diesem Fall zwei Hauptverdächte, ihre Identitäten unbekannt. Wahrscheinlich wird es mehrere Komplizen geben. Durch einen Check ist herausgekommen, dass Daten der alten Berichte und Missionen kopiert oder entnommen wurden. ..es ist leider erst viel später aufgefallen. Jedoch handelt es sich dabei um wichtige Daten, die auch die DNA und Zusammensetzung der Substanz enthalten, wodurch ein Mensch zu solch einem Wesen wird oder werden kann. Ob es genau solch einen bereits gibt, wissen wir nicht. Aber wir müssen von allem ausgehen."
      Die dunklen Augen gingen umher, woraufhin er sich in Bewegung setzte und allen eine kleine Akte überreichte. So würden sie sich selbst noch mehr einlesen können.
      "Ich werde der Regierung die Info übermitteln, dass ihr dabei seid und im Anschluss wird der erste Schritt der Mission in die Wege geleitet. Bis dahin.. danke ich euch, dass ihr uns helft. Ich.. oder eher wir sind wirklich froh und stolz euch alle so wieder zu sehen."
      Ein Lächeln lag auf den Lippen Karasumas, während er in die Runde schaute. Er war wirklich froh.

      Ein kleines Schmunzeln bildete sich auf den Lippen von Nari, als sie die Worte des ehemaligen Lehrer hörte. In die Akte würde sie später reinschauen, jetzt gerade genoss sie irgendwie mehr den sentimentalen Moment. Und mit dem Job würden sie sich nachher wahrscheinlich noch lange genug auseinander setzen.
      "Wolltest du nicht in die Regierung, damit du für ein bisschen mehr Ordnung sorgen kannst?", sprach sie schließlich leise, aber leicht neckend in die Richtung von Karma, zu welchem sie auch von der Seite etwas hochblickte.

      Maehara blickte derweil zu Irina herüber und hatte ein kleines Lächeln auf den Lippen, die Augen dabei leicht aufblitzend.
      "Zweifeln Sie etwa an unseren Fähigkeiten Irina-Sensei?", fragte er an die Blondine gerichtet und damit offenlegend, dass er ihre Worte zu Karasuma deutlich gehört hatte. Dabei hatte er sogar bewusst nicht 'Bitch-Sensei' gesagt, sondern sie bei ihrem richtigen Namen angesprochen. Irgendwie fühlte es sich falsch an, den vorherigen Titel zu verwenden - aber wer weiß, vielleicht würde sie diesen ja wieder erlangen.
      "Nur, weil die letzte Mission ein wenig her ist, muss das nichts heißen", fügte er nun mehr schon grinsend hinzu und stockte aber leicht bei den kommenden Worten von Karasuma.
      "Nun, auch wenn ihr das so seht, werden wir nicht um ein Training drumherum kommen. Da könnt ihr dann zeigen, ob ihr noch so gut seid wie früher", schmunzelte der Schwarzhaarige, was bei einigen Schülern für ein entgeistertes Gesicht sorgte - jetzt fühlten sie sich wirklich wieder wie in der Schule zurückversetzt.
      "Setze dein Herz in Flammen."
      - Kyojuro Rengoku
    • Harper & Karma


      Maeharas Blick blieb natürlich nicht unbemerkt; Harper sah ebenfalls in seine Richtung und schenkte ihm ein kurzes Lächeln. Ihr war bewusst, dass sich Menschen gerade nach so einer langen Zeit sehr stark ändern konnten, aber vor allem Maehara wirkte in der Runde wie die selbe Person von vor sieben Jahren.
      Auch wenn sie sich damals mit so gut wie jedem vertrug, war sie ihm gegenüber wegen seines ‚Womanizer’-Rufes immer sehr skeptisch. Harper konnte sich nicht vorstellen, dass jemand wie Maehara ernsthaftes Interesse an irgendwem zeigen konnte; er war sehr gut aussehend und nett, aber in ihrem Kopf wirkte er immer wie jemand, der eher mit Beziehungen vor seinen Freunden angeben wollte statt eine richtige Beziehung eingehen zu wollen.
      Schnell wandte sie ihren Blick wieder von ihm ab und hörte den anderen zu. Irgendwie war ihr Maeharas Blick ein wenig unangenehm.

      „Du solltest mich gut genug kennen, um zu wissen, dass ich mir so eine Gelegenheit um keinen Preis entgehen lassen würde“, antworte Karma mit einem Lächeln auf seinen Lippen. Alleine der Gedanke an eine neue, unfassbar aufregende Mission ließen seine Teufelshörner noch ein Stückchen wachsen. Äußerlich versuchte er seine Vorfreude aber nicht durchblitzen zu lassen und relativ gelassen zu wirken.
      Abgesehen von den aufregenden Umständen freute sich der Rotschopf, seine ehemaligen Klassenkameraden wiederzusehen und gar eine weitere Mission mit ihnen antreten zu können — auch wenn er sich ein ‚Klassentreffen‘ anders vorstellte. Aber ein klassisches Klassentreffen wäre ihnen nicht gerecht geworden; die 3-E war schließlich immer viel spezieller als die anderen Klassen.
      Karma hörte aufmerksam zu, während er seine Kopie der Akten studierte; Multitasking war schon immer sein Ding.

      Aufmerksam hörten die übrig gebliebenen Leute Karasuma zu. Seine letzten Worte wirkten auf Harper wie eine Art Hoffnungsträger, dass sie es gemeinsam schaffen könnten, den neuen Koro-Sensei zu besiegen. Außerdem fühlte es sich mit diesem Satz ein weiteres Mal an als ob sie in die Zeit zurück versetzt wurde.
      Sie blätterte ein wenig in der Akte rum, konnte sich aber kaum konzentrieren; wahrscheinlich bräuchte sie später eine ruhige Minute, um das alles nochmal durchzugehen. Jetzt gerade konnte sie nicht anders als ihren Kameraden beim Gespräch zu lauschen.

      „Da hast du schon recht“, fing Karma an und schloss seine Akte, „aber mit dieser spannenden Mission kann ich für noch viel mehr Ordnung sorgen als dass ich es in der Regierung jemals könnte.“
      Ihm war bewusst, dass sie ihn lediglich necken wollte und überlegte einen Augenblick, ob er die folgenden Worte aussprechen sollte oder nicht. Auch wenn er die meiste Zeit gelassen wirkte — Karma wäre nicht Karma, wenn er auch mal einen blöden Spruch ablassen würde.
      „Wolltest du nicht noch ein bisschen wachsen?“, fragte er mit einem Grinsen im Gesicht.

      „An euren Fähigkeiten zweifle ich keineswegs, aber euer Wissensstand muss ein wenig aufgebessert werden“, erklärte Irina dem Blonden. Sie fühlte sich von Maehara etwas ertappt; eigentlich hoffte sie, dass niemand ihren Spruch mitbekam, da im schlimmsten Fall einiges an Arbeit auf die beiden ehemaligen Lehrer zukäme.
      Harper rollte mit den Augen und seufzte genervt aus als Karasuma erzählte, sie müssten wieder trainieren. Sie konnte verstehen, dass ihre Fähigkeiten auf die Probe gestellt werden müssten; die wenigsten von ihnen dürften nach der Schule weiter trainiert haben. Falls das überhaupt jemand getan hat. Koro-Sensei war immerhin schon seit einer Weile tot und niemand rechnete damit, dass es irgendwann wieder einen geben wird.
      „Da fühlt man sich wieder wie vor sieben Jahren zurückversetzt, nicht war?“, Irina verschränkte lachend die Arme vor ihrer Brust, „aber macht euch da mal keine Sorgen. Die Grundlagen solltet ihr schnell wieder drauf haben, aber in der ganzen Zeit hat sich einiges geändert. Euer Wissensstand ist demnach sehr veraltet.“

      „Was ist denn der nächste Schritt? Ich denke es wäre von Vorteil, wenn wir uns alle fürs Training und die Planung an einem Ort versammeln würden“, schlug Karma vor. Einige von ihnen dürften wohl einen längeren Weg auf sich genommen haben.
      „Wir haben uns bereits um eine Unterkunft für euch gekümmert. Die Trainingspläne erhaltet ihr im Laufe des Tages“, erklärte Irina noch einmal, bevor sie ihr Handy zückte und den Standort der Unterkunft an die Schüler weiterleitete, die für die Mission zugesagt hatten. Glücklicherweise waren genug Leute dabei.
      Sie schwelgte ein wenig in Erinnerungen; irgendwie fühlte sich das alles mehr wie eine Klassenfahrt an als eine tatsächliche Mission.
      Aber eines konnte man festhalten: sie waren wieder ein Team.
    • Nari & Maehara «


      Bei dem Blonden hatte sich automatisch ein breiteres Lächeln auf den Lippen gebildet, als er bemerkte, wie Harper ihm eines zurück schenkte. Jedoch bekam er aus dem Augenwinkel ebenfalls mit, dass sie den Blick komisch abwandte, sodass sich ein dumpfes Gefühl in seinem Oberkörper breit machte. Fürs erste ignorierte er dies und versuchte sich dann eher auf das, was sich nun wieder vorne abspielte, zu konzentrieren. Trotzdem fragte er sich, ob er wohl zu auffällig oder zu lange zu ihr geschaut hatte. ..was er nicht hoffte. Irgendwie störte der Gedanke ihn nämlich, dass sie sich unwohl fühlte, sobald er zu ihr blickte.
      Auch seine Augen blickten kurz über die Akte, aber ebenso wie viele andere beschloss er am Ende, dass er nachher einmal in Ruhe durchgucken würde. Bei den Worten von Karam überkam ihn ein kleines Grinsen, jedoch tat er es mit einem Kopfschütteln wieder ab. Mit so einer Antwort hatte er gerechnet und trotzdem war es irgendwie amüsant.

      Bei Nari bildete sich daraufhin ein Schmunzeln, als sie die Antwort an sich gerichtet hörte. Und bei seiner Gegenfrage musste sie sich fast schon zurückhalten um nicht leise zu lachen. Für sie war die Frage nämlich alles andere als negativ, denn sie war ehrlicherweise auch recht zufrieden mit sich und ihrer Größe. ..als Frau musste sie eben auch keine 2m groß werden. Da reichten die stolzen 1,59m.
      "Ehrlich gesagt habe ich das schon lange aufgegeben.. aber du scheinst ja ziemlich gewachsen zu sein. 'Bist jetzt so erwachsen", sprach sie leise hinterher und schmunzelte am Ende leicht zu ihm hoch. Ihr war seine Veränderung wirklich deutlich aufgefallen, denn auch im Gesicht konnte man diese sehen. Jedoch musste sie zugeben und darüber war sie auch am meisten froh: im Großen und Ganzen wirkte er noch genauso wie früher. Seine Lippen zierte das freche Grinsen und Lächeln, während seine gold-braunen Augen leicht aufblitzten. Er war eben immer noch Karma.


      Auf Irinas Worte hin hörte man sofort hier und da ein kleines Stöhnen oder unzufriedenes Schnauben - es waren sichtlich viele nicht so zufrieden. Das jedoch nur von kurzer Dauer, denn kurz darauf sah man auch schon das Seufzen, begleitet von einem Lächeln. Ein wenig Training würde wohl wirklich nicht schaden. Auch wenn sie nicht wieder bei null anfangen wollten.

      Maehara zückte wie die meisten auch sein Handy und schaute nach, wo der Treffpunkt sein würde, was ihn kurz leicht überrascht blicken ließ. Es war nicht der gleiche Ort, aber die Lage und auch die Gegebenheiten waren ähnlich wie die des alten Schulgeländes, auf dem sie das letzte Jahr verbracht und trainiert hatten. Sie würden wahrscheinlich ein Stück fahren müssen, bis sie dort ankommen würden, aber dann gäbe es zumindest auch so viel Ruhe und Freiheiten wie damals.
      "Da ihr nun alle die Unterlagen und auch den genauen Standort des Treffpunktes habt, müssen wir beide uns nun wieder verabschieden. Wir geben der Regierung Bescheid, wer genau von euch dabei ist und sorgen dafür, dass bei dem ein oder anderen geholfen wird, damit der Ausfall nicht so auffällig oder besser gesagt einfacher sein wird."
      Karasuma lächelte in die Menge und musterte noch einmal alle der Reihe nach, ehe er seine Augen für einen Moment schloss, nur um sie dann mit einem festen Blick zu öffnen und mit ernster Stimme zu sprechen.
      "Wir danken euch. Dafür, dass ihr uns bereits einmal geholfen habt und auch dafür, dass ihr es erneut tut. Ruht euch morgen gut aus, wir sehen uns dann in zwei Tagen wieder."
      Bei dem jungen Hiroto bildete sich ein Lächeln, wie bei den meisten anderen auch, gefolgt von einem Nicken. Er war nach wie vor sehr froh damals in die Klasse gekommen zu sein und er konnte es bereits kaum erwarten mit vielen der alten Kameraden erneut auf Mission zu gehen. Mal sehen, was die Zukunft noch für sie bereit hielt.
      "Setze dein Herz in Flammen."
      - Kyojuro Rengoku
    • Harper & Karma


      Ein breites Lächeln breitete sich auf Karmas Lippen aus; Nari hatte sich bis auf ihr äußeres wohl kein Stück geändert. Ihr wunderschönes, leuchtend weißes Haar schien über die Jahre noch strahlender und länger geworden zu sein. Abgesehen von ihren Haaren und den dazugekommenen Rundungen wirkte ihr Auftreten viel erwachsener.
      Der Rotschopf empfand ihr Gesicht schon immer als besonders hübsch, aber jetzt war es schon fast unmöglich den Blick von ihr abzuwenden.
      "Das kann ich nur zurückgeben", sagte er gelassen. Das Lächeln, welches sie ihm daraufhin schenkte, löste plötzlich irgendetwas in ihm aus; er konnte nur nicht deuten, was es genau war. Schien sein Herz gerade einen kurzen Aussetzer gehabt zu haben? Auch wenn der Blickkontakt zu ihr relativ kurz war, kam er ihm wie eine Ewigkeit vor.
      Karma lächelte ihr kurz zu als er sich wieder fing und drehte seinen Kopf in Richtung Karasuma, um die Worte seiner ehemaligen Lehrer anzuhören.
      Zum Glück war es kein allzu großer Verlust, wenn er bei seiner Arbeit fehlte — die meisten dürften dort Verständnis für die Umstände aufbringen. Doch er würde lügen, wenn er sagen würde, dass ihn Karasumas Worte nicht beruhigten und er sich nicht um den ganzen Papierkram, der wegen der Mission auf ihn zukommen würde, kümmern müsste.
      "Wir danken euch. Dafür, dass ihr uns bereits einmal geholfen habt und auch dafür, dass ihr es erneut tut."
      Diese Worte ließen Karma etwas sentimentaler werden, auch wenn er sich äußerlich wie immer sehr gelassen gab. Ihm war es eine Ehre, der Menschheit wieder helfen zu können; nicht jedem würde so eine große Verwantwortung anvertraut werden.
      "Wir könnten Sie niemals hängen lassen. Danke, dass ihr uns ein weiteres Mal die Verantwortung auferlegt", warf der Rothaarige zum Schluss nochmal in Karasumas und Irinas Richtung.

      Zwei Tage müsste Harper also rumschlagen, bevor sie die neue Mission — oder eher das Training — antreten müsste. Das wäre doch die perfekte Gelegenheit für den Urlaub, den sie sich nach all den Jahren mal verdiente. Zudem sollte sie sich die Zeit wirklich nehmen, um noch einmal ordentlich entspannen zu können, denn eine neue Mission brachte eine Menge Stress und körperliche Anstrengung mit sich. Doch wie genau würde sie das anstellen? Es kam der Blondine schon fast so vor, als hätte sie es verlernt richtig zu entspannen.
      Innerlich seufzte sie laut auf bei dem Gedanken an das Training; am liebsten würde sie diesen Teil überspringen, wenn diese nicht gerade einer der wichtigsten überhaupt wäre. Harper war sich sicher, dass sie zumindest mit einigen Waffen noch sehr gut umgehen könnte. Pistolen waren schon immer ihre absoluten Lieblinge gewesen und zugegebenermaßen hatte sie immer eine in ihrem Tattoostudio — für den Fall der Fälle. Neben ganz normalen Menschen hatte sie des öfteren üble Kerle bei sich sitzen, die sich ein neues Kunstwerk verewigen lassen wollen. Tatsächlich waren diese meistens sehr nett, weswegen ihre Pistole — leider — nie zum Einsatz kam, auch wenn sie sich die Jahre über ein wenig mehr Action gewünscht hätte.
      Was den Nahkampf jedoch angeht könnte es bei ihr etwas schwieriger werden. Doch für beides war die anstehende Mission perfekt.

      Mit einem Blick auf die Location bemerkte auch Karma, dass der Standort des Treffpunktes nicht allzu weit von ihrem alten Schulgelände entfernt war. Ihnen blieben also noch zwei Tage. Der Gedanke an das Schulgebäude allein weckte so einige Erinnerungen. Ob sie neue Mission genauso aufregend war wie die alte? An Koro-Sensei schien nichts und niemand ranzukommen; wenn sich die Mission viel zu leicht erledigen ließe wäre er zwar froh, dass er es noch drauf hat, aber gleichzeitig wäre er enttäuscht, dass sie schnell vorbeiginge. Abgesehen von seinen Gefühlen wäre es eine reine Zeitverschwendung. Doch bei einer einfachen Mission hätte sich die Regierung wohl weniger an ihn und seine ehemaligen Klassenkameraden gewendet.
      Karma war keiner von den Leuten, die von weiter weg angereist kamen, aber er konnte sich vorstellen, dass die meisten vermutlich hungrig und erschöpft sein müssten.
      "Hat wer Lust gemeinsam essen zu gehen?", fragte er in die Runde. Das wäre die perfekte Gelegenheit, sich nochmal mit einigen ehemaligen Klassenkameraden auszutauschen. In den vergangenen sieben Jahren dürfte bestimmt einiges passiert sein, über das man sich unterhalten könnte.

      Harper meldete sich mich einem "ich" und hob dabei leicht die Hand, um dem Rotschopf zu signalisieren, dass sie mitkommen würde. Sie freute sich zwar die alten Bekanntschaften zu sehen, wusste aber nicht wirklich, worüber sie mit ihnen reden sollte, weswegen sie sich vorerst eher im Hintergrund hielt. Vielleicht würde so ein Restaurantbesuch ihre Stimmung wieder ein wenig auflockern. Außerdem bemerkte sie erst mit Karmas Worten, dass sie einen Mordshunger hatte. Auch ein paar andere Klassenkameraden schlossen sich für den Restaurantbesuch an.
      "Ich bin natürlich auch dabei", Irina sprang schon fast in Karmas Richtung und hob dabei energisch ihre Hand in die Luft, während sie mit ihrer anderen Hand Karasuma zu sich zog, "du bist doch sicherlich auch dabei, oder?"
    • Nari & Maehara «

      Bei Karasuma bildete sich ein leichtes Lächeln, als er die Worte von Karma hörte. Irgendwie machte es ihn mehr als nur glücklich und vor allem stolz zu sehen, zu was die ganzen Schüler sich entwickelt hatten. Und auch, dass sie solche Worte von sich gaben, als wäre es nicht der Rede wert. Es wusste nämlich nur allzu gut, dass dies nicht selbstverständlich war.
      "Hat wer Lust gemeinsam essen zu gehen?"
      Die Frage des Rotschopfs ließ Karasuma wieder aufblicken, nachdem er sich kurz in Gedanken verloren hatte und keine Sekunde später hing ihm auch schon Irina am Arm, das Gesicht dabei voller Euphorie und einem Funkeln in den Augen, welches ihm sehr deutlich zeigte, dass er nicht ablehnen könnte.
      "Meinetwegen..", gab er schließlich seufzend und aber auch mit einem Lächeln von sich, während bereits die meisten anderen freudig zustimmten und scheinbar sehr positiv von der Idee angetan waren.

      "Ich bin ebenfalls dabei", gab auch Nari lächelnd von sich und spürte bereits wie sie selbst etwas vorfreudig wurde - sie hatte heute noch nicht so viel gehabt und beim Essen gehen wäre sie immer dabei. Dafür liebte sie es zu sehr sich etwas köstliches zu genehmigen. Außerdem musste sie zugeben, dass sie sich wirklich freute noch den restlichen Abend mit den anderen zu verbringen. Viele hatten sich verändert und nicht mit jedem hatte man den Kontakt halten können, weswegen es also umso interessanter werden würde herauszufinden, was nun in ihrem Leben los war.

      Der Blondschopf hatte dem Gespräch zum Teil auch eher gelauscht, jedoch ging sein Blick bei der Frage von Karma wie von selbst zu einer ganz bestimmten Person. Als sie in dem Moment auch noch die Hand anhob und dem Essen zustimmte, bildete sich sofort ein Lächeln auf seinen Lippen, was er selbst kaum mitbekam. Er war sich nicht sicher warum, aber innerlich hatte er irgendwie gehofft, dass auch Harper dabei sein würde. Sie wirkte ein wenig reserviert und hielt sich leicht zurück, aber sein Innerstes drängte beinahe darauf, dass er sich mit ihr unterhalten würde und ein wenig mehr über sie und ihre Zeit von den letzten 7 Jahren in Erfahrung bringen könnte. Wieso nur war er so neugierig?
      "Wie wäre es mit dem Laden Takumi? Da gibt es alles Mögliche, also sollte jeder etwas für sich finden", hörte man schließlich Isogai an die Runde gerichtet sprechen, wobei man auch direkt die Zustimmung einiger hören konnte. Maehara wurde durch die Worte seines besten Freundes leicht aus den Gedanken gerissen und nahm sofort seinen Blick von der ehemaligen Klassenkameradin, wonach er ebenfalls in die Runde schaute.
      "Sehr gut. Dann würde ich sagen, treffen wir uns da", fügte der Hiroto noch lächelnd hinzu und sah wie die meisten nickend zustimmten. Da sie ohnehin alle irgendwie alleine hergekommen waren, wäre es wohl einfacher, wenn jeder selbst dorthin kommen würde. Außer natürlich man hatte sich bereits von vornerein mit jemandem getroffen.
      Da fiel ihm ein - war vielleicht jemand gar mit dem Nahverkehr hergekommen? In dem Fall würde der Weg ein wenig länger brauchen und dafür wäre die Zeit zu schade drum. Immerhin wollten sie den restlichen Abend noch schön zusammen genießen.
      "Oder gibt es jemanden, den ich mitnehmen soll? Im Auto ist eh noch Platz."
      Maehara blickte leicht fragend, wobei seine Augen sich dabei vor allem zu den Ladys richteten, die er charmant anlächelte. Er war eben ein Gentleman, der sich zunächst um die Damen kümmern würde - sonst würde er sich und seinem Ruf nicht gerecht werden. ..auch wenn das Bild, was am Ende eher ankam, mehr eines Womanizers glich.

      "Ich bin mit meinem Auto hier, aber danke", gab Nari lächelnd an Maehara zurück und hob noch einmal die Hand zum Abschied an die Verbliebenen, welche noch hier waren, ehe sie selbst los ging. Beim Herausgehen hatte ihr Blick kurz den von Karma getroffen, welchen sie noch einmal anlächelte nur um dann auch schon von der Gruppe weg zu sein.
      "Hoi Nari!"
      "Hm?" - ein wenig verwundert über den Ruf ihres Namens, drehte die Blonde sich um, erblickte dann aber auch schon Itona, welcher mit den Händen in den Hosentaschen auf sie zukam.
      "Kannst du mich mitnehmen? Ich wurde vorhin hier abgesetzt, aber ich habe keine Lust bei Maehara mitzufahren", seufzte er leise aus und schüttelte kurz den Kopf - er hatte nichts gegen den Blonden, aber sollte dieser gleich wieder versuchen sich an eine der Damen ranzumachen, wollte er lieber nicht dabei sein.
      Nari lächelte ihm leicht zu und deutete auf ihren Wagen. - "Klar, kein Problem."
      "Setze dein Herz in Flammen."
      - Kyojuro Rengoku
    • Harper & Karma


      Ein unterdrückter, aber dennoch hörbarer Freudenschrei war aus Irinas Richtung zu hören, als Karasuma die Einladung annahm. Zugegebenermaßen hatte er keine andere Wahl — sie hätte ihn wohl oder übel zu seinem Glück gezwungen und sie war sich sicher, dass ihre ehemaligen Schüler dabei auf iher Seite gewesen wären, wenn er zu hartnäckig blieb.
      "Ein bisschen mehr Elan, Karasuma! Ich kann doch sehen, dass du dich freust", neckte Irina ihn. Manchmal machte ihr seine zurückweisende Art zu schaffen; es war bereits besser geworden, doch oftmals war er immer noch die selbe Spaßbremse. Sie war jedenfalls der Meinung, er könnte diese Seite noch öfter ablegen.

      Die Zusagen seiner ehemaligen Klassenkameraden freuten ihn zwar, doch als sich Nari zu Wort meldete, blendete er den Rest der Truppe komplett aus. Rückblickend gesehen wäre er lieber mit ihr alleine essen gegangen, auch wenn er die anderen mochte — aber warum kamen ihm urplötzlich diese Gedanken in den Kopf geschossen?
      Der Rotschopf versuchte sich nichts anmerken zu lassen und ging in Richtung Ausgang, bevor er sich noch einmal umdrehte.
      "Dann sehen wir uns gleich", rief er in die Runde. Draußen rief er beim besagten Restaurant an, um einen Tisch zu reservieren; so viele Personen auf einmal sollte man zumindest ankündigen, bevor man einfach auftaucht.

      Einen Moment lang überlegte Harper, ob sie Maeharas Angebot wahrnehmen sollte. Sie selbst war mit ihrem Motorrad hergekommen, aber in der ganzen Zeit in der sie in diesem sogar recht warmen Raum stand, konnte sie sich kein Stück aufwärmen. Auch wenn es nicht sonderlich kalt draußen war, fröstelte sie abends viel zu schnell.
      Die meisten Autos hatten eine Heizung mit eingebaut, also wäre die Fahrt zum Restaurant eine wesentlich angenehmere als wenn sie alleine hinfahren würde. Es wäre andereseits ein wenig lästig wegen dem Motorrad nochmal hier hin zu müssen, aber einen Haken gabs bekanntlich immer irgendwo.
      "Ich würde gerne mitfahren", meldete sich Harper zu Wort, als sie nun mit verschränkten Armen vor Maehara stand. Ein bisschen bereute sie es schon nachgegeben zu haben, wenn sie seinem Blick folgte, der ausschließlich an die weiblichen Leute gerichtet zu sein schien. Einen Rückzieher würde sie aber nicht machen wollen, dafür hätte sie noch genug Anstand übrig; wofür aber keiner mehr übrig blieb war ihr genervtes Augenrollen, weswegen sie sich einmal kurz wegdrehte. Harper hoffte inständig, dass Maehara es mit dem Flirten nicht wie damals übertreiben würde.
      "Also wenn du noch genug Platz für mich hast", fügte sie noch schnell hinzu. Vielleicht könnte sie sich so doch wieder aus der Affäre ziehen.

      Karma wartete eine Weile in seinem Auto auf die anderen; er war der erste, der am Zielort ankam. Zugegebenermaßen ist er förmlich hier hin gerast, weswegen er einen ordentlichen Vorsprung hatte. Statt also alleine am Tisch zu sitzen, entschied er sich stattdessen direkt im Auto auf die anderen zu warten.
      Ein kleines schlechtes Gewissen hatte er schon, weil er erst im Nachhinein daran dachte, jemanden mitnehmen zu können — falls sich das jemand bei seiner Raserei überhaupt getraut hätte. Doch Nari hatte ihn komplett aus dem Konzept gerissen und die Tatsache, dass er sich nicht einmal einen kleinen Funken anmerken lassen wollte, ließ keine weiteren Gedanken zu.
      Er hatte sich nie großartig für Frauen interessiert; dafür war er viel zu sehr auf seinen eigenen Erfolg fokussiert. Aber bevor er irgendwas wagen würde, würde er sie verständlicherweise etwas näher kennen lernen wollen. Innerhalb von sieben Jahren konnte sich ein Charakter völlig verändern, die Möglichkeit war also da, dass maximal ein kleiner Teil seiner ehemaligen Klassenkameradin noch in Nari steckte.
      Während er vor sich her grübelte betrachtete der Rothaarige sein Handy und hörte plötzlich ein Auto neben ihm parken. Es stellte sich heraus, dass es das von Nari war. Ein kleines Lächeln huschte über seine Lippen, bevor er sein Handy wegsteckte und aus dem Auto ausstieg — doch als ihm auffiel, dass sie nicht alleine herfuhr, drehte sich sein Magen ein wenig.
      "Ihr habt ja wirklich lange gebraucht", neckte er Nari und Isogai, "ich hoffe die anderen kommen auch bald, sonst verhungern wir hier noch."
    • Nari & Maehara «

      Maeharas Blick ging noch ein wenig umher, wobei er sofort zu stehen kam, als er eine ganz bestimmte Stimme hören konnte. Harper hatte sich gemeldet.
      Es hatte sich unweigerlich ein Lächeln auf seinen Lippen gebildet, während er seine Augen ebenfalls auf sie richtete. Innerlich hatte ihn dieser Satz ein wenig mehr zufrieden gestellt, als ihm lieb war - er konnte sich nicht helfen, war es vielleicht die Freude sie nach so langer Zeit wieder zu sehen? Immerhin waren es ganze 7 Jahre, die seit dem letzten Mal vergangen waren. Verrückt, wenn er so darüber nachdachte. Wenn er sie anblickte, konnte er immer noch das Mädchen von damals sehen. ..natürlich hatte sie sich äußerlich leicht verändert, aber die Aura und Präsenz, welche von ihr ausging, war die selbe wie früher. Und wenn er sich nicht ganz täuschte, war es sogar fast noch intensiver, als damals.
      "Natürlich! Ich nehme dich gerne mit!", warf er direkt und vielleicht auch ein wenig zu schnell ein, nachdem sie den vielleicht mangelnden Platz angesprochen hatte. Immerhin waren die meisten eh schon los gegangen, sodass es nicht nötig wäre noch jemanden mitzunehmen.
      "Wir sollten wohl auch los, sonst sind wir gleich die letzten", fügte er noch hinzu und lachte am Ende sogar leise. Maehara konnte spüren, wie sein Herz begann ein wenig schneller zu schlagen und irgendwie wurde ihm auch wohlig warm. Was war das nur verdammt?
      "Also, wie ist es dir so ergangen? Du bist jetzt.. Tätowiererin, richtig?", fragte er neugierig und schaute kurz ebenso fragend zu ihr herüber, während er schon mit ihr zu seinem Auto herüber lief. Er selbst war im Bereich des Verkaufes gelandet und hatte damit eine Welt betreten, die für jemanden wie sie wahrscheinlich eher uninteressant war. Nichtsdestotrotz wollte er gerne mehr über sie und ihre Leidenschaft erfahren - immerhin kannte er auch nicht viele, die als Tätowierer arbeiteten. Vor allem, weil es in Japan noch immer ein umstrittenes Thema war.

      Während Nari mit Itona zum Restaurant gefahren war, hatten die beiden sich ein wenig unterhalten und das sogar recht gut - es war schön sich mal wieder mit jemandem so vertrautem in einem Gespräch zu verlieren. Zumal die beiden sich wohl schon immer recht gut verstanden hatten, auch wenn dieser erst etwas später zur Klasse dazu gestoßen war.
      Als sie am Zielort ankamen und sie Karmas Stimme wahrnahm, blickte sie kurz verwundert auf, jedoch kam der Weißhaarige ihr bereits zuvor mit dem Antworten: "Naja, kann ja nicht jeder so wie du rasen. Wahrscheinlich darfst du das sogar, hm?"
      Itona hatte die Hände hinter dem Kopf verschränkt und zu Karma geblickt, während er neben Nari zum Stehen kam - wo dann auch direkt auffiel, dass die beiden so gut wie gleich groß waren. Genau genommen war er nur 1cm größer als die Tomioka.
      Bei seinen Worten hatte er ein wenig daraufhin gedeutet, dass Karma ja in der Politik tätig ist, was die ehemalige Killerin ein wenig schmunzeln ließ.
      "Ich denke, der Rest müsste auch bald eintreffen..", warf sie selbst noch ein und blickte sich etwas um, wo man nach und nach einige Autos eintreffen sah. Immerhin waren sie alle fast zeitgleich losgefahren.
      "Ob wir überhaupt alle einen Platz kriegen?..", murmelte sie schließlich leise und eher an sich selbst gerichtet. Sie waren nicht komplett, aber es würden ja doch einige Leute mehr werden. Und bei einem spontanen Besuch konnte das immer schwierig sein - selbst wenn man nur zu zweit wohin wollte. Und dass Karma bereits hier angerufen hatte, wusste sie nicht - aber es würde sie wohl positiv überraschen.
      "Setze dein Herz in Flammen."
      - Kyojuro Rengoku
    • Harper & Karma


      Dass er ihr schon fast ins Wort fiel bevor sie den Satz komplett aussprechen konnte, brachte Harper völlig aus dem Konzept. Sie blinzelte ein paar mal, bevor sie ihm wortlos folgte.
      „Ja genau. Ich habe mittlerweile ein eigenes Studio und es läuft ganz gut“, erzählte sie schon fast beschämend, als sie sie sich wieder fing. Die Blondine war erstaunt, dass Maehara sich tatsächlich an ihren Berufswunsch von vor vielen Jahren erinnern konnte; da fühlte sie sich doch glatt etwas schlecht, dass sie nicht mehr wusste was er damals eigentlich werden wollte. Aber man konnte sich schließlich nicht nicht alles merken; dafür hatte sie viel zu viele Klassenkameraden und nicht mit jedem hatte man in den Pausen oder in der Freizeit so viel zu tun gehabt, dass so ein Wissen noch hängen blieb.
      „Als was arbeitest du momentan?“, fragte sie schließlich. Mittlerweile waren sie an Maeharas Auto angekommen, in welchem Harper auf dem Beifahrersitz Platz nahm.
      „Ich bin mal so frei“, befreit von jeglicher Scham schaltete sie sofort die Sitzheizung ein als sie bemerkte, dass er eine besaß. Ein zufriedener Seufzer entglitt ihren Lippen als sie sich mit geschlossenen Augen in den Sitz kuschelte. Es war definitiv keine Fehlentscheidung gewesen mit ihm mitzufahren; zumindest was das Aufwärmen betraf. Einen Moment lang genoss sie die Wärme und blendete dabei alles um sich herum aus.
      Aus Reflex entwich ihr ein genervter Seufzer als sie merkte wie Maeharas Blick auf ihr ruhte. Er schien ihr gegenüber nie negativ eingestellt zu sein, doch war sie sich sicher, dass er sich wohl bei jeder Frau einschleimen musste. Etwas schlecht fühlte sie sich dennoch, wenn sie ihm — für ihre Verhältnisse — eher abweisend begegnete. Ein wenig Freundlichkeit und Interesse hier und da einzubauen könnte also nicht schaden — auch wenn es ihr bei ihm schwer fiel.
      „Du bist anscheinend immer noch sehr gut mit Isogai befreundet, hm?“

      Tatsächlich durfte Karma wegen seiner Stellung in der Politik auf Japans Straßen rasen wie er wollte — sofern er niemanden überfuhr verstand sich. Gerne gesehen wurde es dennoch nicht, aber das war Karma egal. Das Lächeln was daraufhin folgte war unmöglich zu verstecken.
      „Wenn du wüsstest“, erwiderte er daraufhin, aber ging nicht weiter auf das Thema ein, obwohl er sich in dieser Hinsicht normalerweise die Gelegenheit zum Prahlen nicht wegnehmen ließ.
      „Mach dir da keine Sorgen Nari, für den Platz habe ich bereits gesorgt“, antwortete er ihr und hob dabei sein Handy in die Höhe, um ihr zu signalisieren, dass er den Platz darüber zuvor reservierte. Einer musste immerhin einen Schritt vorausdenken, auch wenn es nur ein kleiner war.
      „Lasst und schon reingehen, der Rest sollte uns sicher nicht übersehen“, schlug er vor und ging voraus.
      Im Restaurant stellte sich der Rotschopf mit seinem Nachnamen vor und wurde mit den anderen direkt zum Tisch geführt. Er verlangsamte seine Schrittgeschwindingkeit etwas, um in Naris Nähe sein zu können. Eventuell bestünde dadurch eine Chance, dass er direkt neben ihr sitzen könnte.
      Als die Truppe den für sie reservierten Tisch erreichte, zog Karma für die Weißhaarige einen der Stühle vor. Eigentlich nicht ganz sein Ding, aber es war definitiv eine Taktik, sich den Platz neben ihr zu sichern.
      „Setzen sie sich“, mit einem charmanten Lächeln deutete er auf den leeren Stuhl.
    • Nari & Maehara «

      Der Blonde bemerkte, dass er beinahe schon zu schnell geantwortet hatte, jedoch kamen diese Worte einfach von seinen Lippen, aus Angst, dass sie es sich doch anders überlegen würde. Warum genau das so war, wusste er noch nicht. Es verwirrte ihn ja selbst.
      Ihm entging auch nicht ihr leicht beschämter Blick, als sie von dem Studio erzählte, was dafür sorgte, dass sich ein kleines Lächeln auf ihren Lippen bildete. Sie wirkte oftmals so taff und selbstsicher, aber jetzt gerade war wohl doch ein wenig Schüchternheit durchgekommen. Süß, dachte er sich.
      Er war mit ihr zusammen eingestiegen und hatte den Motor gestartet, woraufhin er sofort sehen konnte, wie sie sich zufrieden in den warmen Sitz gleiten ließ. Ein leises Lachen entwich ihm und noch immer schmunzelnd richtete er seinen Blick nach vorne auf die Straße, ehe er los fuhr. Ihm war dabei nicht entgangen, dass sie genervt ausseufzte, sobald sie seinen Blick bemerkte, jedoch versuchte er dies zu verdrängen. Innerlich stellte sich ihm sogar die Frage, ob es eigentlich nur er war, bei dem sie so reagierte, aber das wollte er sich lieber nicht einreden.
      "Ich arbeite im Verkauf oder.. Handel. Ich vertreibe verschiedene Produkte und bringe sie an den Kunden. Ich bin also Kaufmann kann man sagen", antwortete er ihr noch auf ihre Frage zu seinem Beruf, ging danach jedoch auch wieder über zu ihren Worten über sich und ihr Studio. Für ihn war es wirklich ziemlich interessant, was sie machte und dass sie das auch konnte. Er selbst hätte wohl zum einen nicht das Talent und auch nicht die Geduld um an solchen Werken zu arbeiten.
      "Hast du selbst eigentlich auch ein Tattoo?", entkam es ihm schließlich, wobei er im Nachgang nicht drum herum kam ein wenig verblüfft zu schauen, als sie die Frage mit Isogai stellte. Seine Augen hatten sich dabei nur kurz zu ihr gewandt, gingen dann aber sofort wieder zur Straße, damit er sicher weiterfahren konnte. Während er sprach, hatte sich dabei wieder ein breites Lächeln, fast schon Grinsen in seinem Gesicht breit gemacht. Er war tatsächlich ziemlich glücklich und stolz sagen zu können, dass die beiden noch immer so gute Freunde waren. Er schätzte seinen Kumpel und war wirklich froh ihn noch immer in seinem Leben zu haben.
      "Ja, Isogai und ich sind noch immer gute Freunde. Wir haben den Kontakt auch nie verloren nach der Schule. ..für uns ist es also fast gleich geblieben, worüber ich auch ziemlich froh bin. ..es ist schade, dass es nicht mit mehr der Fall ist", seufzte er am Ende sogar schon leise, das Lächeln dabei nur noch schwach.
      Während er seinen letzten Satz gesprochen hatte, waren sie beide ebenfalls angekommen und zusammen mit ihr war er ausgestiegen, nur um dann zu sehen, wie einige andere auch dabei waren hinein zu gehen.
      "Na dann" - kurz schaute er zu Harper herüber, ging dann aber auch schon mit ihr los, unbewusst tief durchatmend. ..er wusste nicht warum, aber irgendwie kam er sich vor, als würde er die ganze Zeit etwas falsch machen. Ob sie sich vielleicht unwohl bei ihm fühlte?..

      Bei Nari hatte sich in der Tat kurz ein überraschter Blick breit gemacht, wobei sie schließlich leise auflachte, während sie zusammen rein gingen.
      "Sehr gut.. ich hatte schon etwas Angst, dass es nicht klappen würde. ..und ich hab mich bereits auf das Essen hier gefreut", grinste sie leicht schief und spürte wie sich innerlich immer mehr Vorfreude in ihr breit machte. Sie freute sich irgendwie sehr doll auf den Abend - zum einen, weil sie hier essen gehen konnte und zum anderen natürlich wegen der ehemaligen Mitschüler. Es war wirklich wie in den alten Zeiten.
      Zusammen mit ihm und den anderen hatte sie den großen Tisch erreicht, der für sie alle zusammen gestellt wurde. Als Karma ihr den Stuhl nach hinten rückte und sie auch noch ansprach, blickte sie ihn leicht skeptisch an und zog dabei eine Augenbraue hoch. Man konnte dabei auch deutlich das kleine Zögern wahrnehmen.
      "..du wirkst irgendwie, als hättest du etwas ausgeheckt. ..aber danke", murmelte sie schließlich leise und nahm aber schließlich Platz. ..es konnte ja immerhin nicht sein, dass er etwas vorbereitet hatte um sie zu ärgern oder?
      Innerlich war ihr der Gedanke nämlich gekommen, da Karma nur allzu bekannt für seine kleine Tricksereien und Neckereien war. Und wer wusste, was sich sein mittlerweile 21 Jahre altes Köpfchen ausgedacht hatte. Vor seinen Aktionen konnte man sich schon in der Schule fürchten und bei seinem jetzigen Stand wäre es wohl noch eine Stufe heftiger. Auf der anderen Seite jedoch sahen sie sich heute das erste Mal nach 7 Jahren wieder und da konnte und wollte sie nicht davon ausgehen, dass er sich wirklich mit so etwas beschäftigte.

      Maehara hatte sich am großen Tisch neben Isogai gesetzt, welcher ihm einen Platz frei gehalten hatte. Da die meisten schon saßen, waren nicht mehr sehr viele frei, zudem die meisten einfach nach hinten durch gegangen waren, sodass sie sich entweder neben oder vor ihn setzen konnte. Er selbst war bereits wieder in einem Gespräch mit seinem besten Freund, wobei er sich beherrschen musste Harper nicht aus dem Augenwinkel anzuschauen. Da er aber generell das Gefühl hatte sie heute schon viel zu oft angestarrt zu haben, bemühte er sich nun dies unter allen Umständen nicht zu tun.

      "Guten Abend, wissen Sie schon, was Sie trinken möchten?", hörte man schließlich einen Kellner fragen, wobei direkt einige Ihre Getränke aufgegeben hatten. Hier und da wurde sogar ein Bier bestellt, was Irina direkt große Augen machen ließ. Sie hatte sich dabei aufgestellt und die Hände auf den Tisch geklopft."
      "Ihr Bengel wollt Bier trinken? Ihr seid doch noch viel zu jung dafür!" - dass die Anwesenden bereits volljährig waren, war ihr ein wenig entgangen. ..naja 7 Jahre sorgten eben für ein paar mehr Veränderungen, als nur die äußeren.

      Nari musste leicht schmunzeln, als sie Irinas Reaktion bemerkte. Diese wirkte noch immer wie früher. ..und sie vergaß dabei wohl vollkommen, dass eine ganze Zeit vergangen war.
      "Für mich bitte eine Sprite", bestellte auch die Weißhaarige nun ihr Getränk, wonach sie sich lächelnd zurücklehnte. Auf einen guten Abend.
      "Setze dein Herz in Flammen."
      - Kyojuro Rengoku
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      Harper & Karma

      „Kaufmann also... ist bestimmt ziemlich... interessant“, für Harper war so ein Beruf gar nichts. Sie beschäftigte sich viel lieber mit künstlerischen Dingen, weswegen ihr das Tätowieren lieber war. Allerdings wusste sie, dass man im Verkauf viel mehr und vor allem verschiedene Einsatzmöglichkeiten hatte und je nachdem wie gut man war konnte man jemandem mit Leichtigkeit alles verkaufen — zusätzlich konnten je nach Geschäft so einige Mitarbeiterrabatte ziemlich verlockend sein.
      Ein Glück änderte sich das Thema schnell wieder zu etwas angenehmeren. Harper wusste nicht genau weswegen sie solch starke Probleme hatte mit Maehara zu reden, selbst wenn es um ihre Leidenschaft ging. Darüber könnte sie sich stundenlang unterhalten, aber mit ihm? Auf gar keinen Fall. Irgendwie fühlte es sich etwas beklemmend an.
      "Ja, so ein oder zwei", antwortete sie ihm und betrachtete die Laternen, die an ihnen vorbeizogen. Dass sie nur ein paar Tattoos hatte war gänzlich gelogen — im Prinzip zierten bis auf Kopf, Hals, Hände und ein paar Zwischenräume zwischen den Tattoos so einige Kunstwerke ihre Haut. Da sie eine langärmlige Jacke und eine lange Hose an hatte sah man keines davon — man könnte in diesem Zustand meinen, dass sie gar keine Tattoos hätte.
      Dass Maehara immer noch so gut mit Isogai befreundet war, wunderte sie nicht. Die beiden waren einfach unzertrennlich, aber bekanntlich leben sich viele — auch sehr gute — Freundschaften nach der Schule auseinander. Harper hatte danach zu niemandem mehr großartig Kontakt — ihre Arbeit beanspruchte sowieso ihre meiste Zeit; sich da noch mit Leuten zu treffen wäre ihr viel zu anstrengend gewesen. Zwar verstand sie sich mit allen ganz gut, aber eine beste Freundin oder einen besten Freund hatte sie nie.
      "Freut mich zu hören, dass eure Freundschaft nach all der Zeit immer noch besteht", sie sah wieder zu ihm und schenkte ihm ein aufrichtiges — wenn auch nur kleines — Lächeln.
      Das Auto kam nun zum stehen. Mit einem Räuspern und einem eher schnell geflüsterten "danke fürs Herfahren" steigte sie aus dem Wagen aus und ging gemeinsam mit Maehara ins Restaurant. Leider blieb nicht mehr viel Auswahl übrig was die Sitzplätze anging, aber sie entdeckte einen Platz direkt neben Nari; mit der verstand sie sich immer sehr gut. Harper zog ihre Jacke aus, um sie über den Stuhl zu hängen, den sie nun für sich beanspruchte; wegen ihres kurzen Tops konnte man nun so einige Tattoos sehen, die ihre kompletten Arme und ihr Schlüsselbein zierten. Aus dem Augenwinkel heraus bemerkte sie hin und wieder Maeharas Blicke. Sie konnte nicht genau deuten warum, aber auch wenn sie sehr selbstbewusst war was ihre Tattoos anging, so waren ihr seine Blicke darauf etwas unangenehm. Wahrscheinlich aber auch nur, weil er sie die ganze Zeit lang förmlich anstarrte.

      "Ich? Niemals", kurz streckte Karma seine Zunge raus, "keine Sorge. Irgendwo bin ich noch der alte, aber auch ich bin erwachsener geworden. Du kannst also ruhig Platz nehmen."
      In dem Moment als sie sich setzte schob er den Stuhl ran und setzte sich danach neben sie. Für Scherze war er immer zu haben, aber Karma freute sich viel mehr all seine ehemaligen Klassenkameraden zu sehen als dass er jetzt schon etwas aushecken würde. Vielleicht würde demnächst ein passender Moment kommen. Und selbst wenn nicht: der neue Koro-Sensei wäre doch ein perfektes Opfer für ein paar kleine Streiche vor dem eigentlichen Tötungsversuch.
      "Darf ich fragen als was du arbeitest?", fragte er interessiert. Was sein Beruf war wusste sie bereits. In Karmas Position lag viel Verantwortung und auch wenn er den Job gerne und mit einer gewissen Leichtigkeit ausführte, war er dennoch sehr anstrengend. Meist hatte er ausschließlich mit Arbeitskollegen zu tun; sich über etwas anderes außer Wirtschafts- und Papierkram unterhalten zu können wäre eine erfrischende Abwechslung — nicht zuletzt erwähnt konnte er sie so nochmal ein bisschen näher kennen lernen.

      Karasuma musste sich ein amüsiertes Lächeln verkneifen, was ihm allerdings nicht allzu gut gelang. Die Situation war viel zu witzig, als dass er keinerlei Emotionen zeigen könnte.
      "Es sind 7 Jahre vergangen, Irina. Lass sie doch ihr Bier genießen", erinnerte er sie. Auch wenn ihm dies bewusst war, war es dennoch ungewohnt zu sehen, wie sich seine Schüler nun ganz legal alkoholhaltige Getränke bestellen durften. Er hatte sich da nicht einzumischen, selbst wenn er es wollte, doch wirkte es immer noch so als wären sie alle seine Schüler, die auf einer Klassenfahrt versuchten Alkohol zu bestellen.

      "Für mich ebenfalls eine Sprite", auch wenn Karma am liebsten ein Bier getrunken hätte, so musste er immerhin noch Auto fahren. Er war zwar ein Raser — was nicht gerade ungefährlich war — doch er würde es niemals wagen sich auch nur ansatzweise nach einem Schluck verdünntem Bier ans Steuer zu setzen. Irgendwo war schließlich eine Grenze, die selbst er einhielt.
      Den Blick auf der Speisekarte zu halten gestaltete sich für ihn als ziemlich schwer. Naris Ausstrahlung war nicht von dieser Welt. Karma schaffte es trotzdem sich etwas auszusuchen, auch wenn es ihm schwer fiel. Hoffentlich war die Faszination und das wohlige Gefühl was aufkam wenn er sie sah nur temporär — andernfalls könnte sich das bei der anstehenden Mission als äußerst schwierig erweisen.
      "Könntest du wegen der kommenden Mission eigentlich Probleme mit deinem privaten Umfeld bekommen oder lebst du allein?", Karma sah sie fragend an. Falls sich seine Gefühle doch nicht als temporär erweisen würden, wüsste er zumindest, ob er sich lieber von ihr fern halten sollte oder nicht, wenn sie denn einen Partner hätte.
    • Neu

      Nari & Maehara «

      Während der Fahrt und auch als sie antwortete, bemerkte der Blonde, dass da irgendwie eine Art Barriere war - eine, die so stark war, dass er sich nicht danach traute sie zu fragen, welche Motive sie denn auf der Haut trug. Etwas in ihm schien ihn sogar beinahe davor zu warnen, weil es nur dafür sorgen würde, dass es sie vielleicht verärgerte oder Ähnliches. So nickte er lediglich lächelnd dazu um dann im Anschluss gemeinsam mit ihr ins Restaurant rein zu gehen. Während er seine Jacke auf dem Stuhl aufhing, sprach er zu Isogai, jedoch wurden sein und auch die Blicke vieler anderen recht schnell auf etwas ganz anderes gelenkt: Harpers Tattoos.
      "Hoi Harper, bei dir ist ja sehr viel dazu gekommen die letzten sieben Jahre", hörte man schließlich einen der Jungs lachen, wobei dies keineswegs spöttisch oder anderweitig negativ gemeint war. Sie waren einfach nur alle erstaunt - gerade in Japan war es doch ziemlich unüblich so viele Tattoos zu haben.
      Maehara selbst bemerkte auch wieder wie sein Blick sich auf die Blondine zog und kurzzeitig stockte er sogar leicht. Ja so ein oder zwei - das hatte sie zwar gesagt, aber in der Realität sah es dann wohl doch anders aus.
      Als sich ihre Blicke kurz trafen, bemerkte er ihren unwohlen Blick, weswegen er seinen direkt wieder von ihr abnahm und sich stattdessen versuchte auf die anderen zu konzentrieren. Irgendwie nahm dieses negative Gefühl hier langsam Überhand und er wollte ungerne erreichen, dass sie sich in seiner Gegenwart unwohl fühlte.



      Nari hatte Platz genommen und versuchte nicht zu zeigen wie verwundert sie darüber war, dass er ihr den Stuhl sogar ran schob. Irgendwie wirkte er wirklich sehr.. erwachsen.
      Ihr Blick ging kurz lächelnd zu Harper, als diese sich neben sie hinsetzte, wonach sie ihre hellen Augen aber wieder auf den Rotschopf richtete. Bei seiner Frage bildete sich ein schiefes Lächeln auf ihren Lippen und ihr Kopf neigte sich leicht zur Seite, sodass einige Haarsträhnen sich in ihrem Gesicht verirrten.
      "..ich bin Autorin. Ich schreibe Bücher", antwortete sie schließlich auf die Frage um im nächsten Moment leicht zu schmunzeln.
      "Im Vergleich zu dir also eine ganz.. andere Richtung."
      Immerhin war er beim Staat angestellt und sie.. bei niemandem. Sie war ihr eigener Chef und ging dabei auch stets in ihrem Tempo vor. Klar, hier und da hörte man etwas von den Verlagspartnern, aber im Großen und Ganzen konnte sie ja doch tun und lassen, was sie wollte. Niemand schrieb ihr vor, was sie in den Geschichten einbringen musste und keiner hatte das Recht sich großartig einzumischen. Eine Freiheit, die sie wirklich sehr schätzte.
      "Vielen Dank, die Getränke kommen gleich", hörte man den Kellner lächelnd sprechen, wonach sich Nari auch eine der Speisekarten ran zog. Ihre Augen gingen umher und suchten dabei nach etwas ganz bestimmten, was sie schließlich auch gefunden hatte, weswegen sie zufrieden lächelnd die Karte wieder bei Seite legte. Überrascht über die nächste Frage schaute sie wieder auf und in Karmas Richtung, wonach sie leicht den Kopf schüttelte.
      "Nein, derzeit habe ich ..naja ich sage mal künstlerische Pause, Freiheit.. und ich lebe alleine. Also es dürfte eigentlich niemandem auffallen."
      Höchstens der alten Dame, die die Wohnung unter ihr hatte, aber ihr würde sie einfach sagen, dass sie in den Urlaub fahren oder etwas zu tun hatte und dann wäre das auch geklärt.
      "Wie sieht es mit dir aus? Da du bei der Regierung angestellt bist, sollte das wahrscheinlich ja eher weniger ein Problem sein, oder?..", stellte sie die gleiche Frage zurück und bemerkte dann, dass es ja gleichzeitig auch die Antwort darauf war, ob man einen Partner hatte oder nicht. Das wäre wohl auch noch eine Sache, die sehr interessant sein dürfte: bei einigen hier in der Klasse schienen die Funken bereits damals in der Schule nur so zu sprühen und jetzt 7 Jahre später, konnte sie sich gut vorstellen, dass die ein oder anderen richtig zusammen gefunden haben. Sie würde sich auf jeden Fall freuen. Einige würden ja doch ganz süße Pärchen abgeben.


      Viele der ehemaligen Schüler grinsten fast schon stolz, als sie die Reaktion von Irina bemerkten, wobei diese einfach nur mit großen Augen schaute und dann kleinlich wieder Platz nahm.
      "Nie und nimmer seid ihr Kinder bereits alt genug um Alkohol zu trinken", warf sie noch hinterher und verschränkte dann seufzend ihre Arme, wonach sich dann aber ein Lächeln auf ihren Lippen bildete.
      "Ihr seid wirklich viel zu erwachsen geworden.."
      "Nun, das gleiche könnten wir über Sie sagen Irina-Sensei", gab Maehara nun lachend von sich, wobei viele mit einstimmten. Immerhin war die blonde Dame auch erst Ende Zwanzig.
      "Wie sieht es bei Ihnen beiden aus? Haben Sie endlich geheiratet?", hörte man eine der Mädchen schließlich sagen, die Augen dabei voller Funkeln und die Hände vor sich zusammen gehalten. Das war immerhin nach wie vor das Shipping Nummer 1 aus der damaligen Zeit.

      Während viele den Worten der Lehrer lauschten und sich weiter unterhielten, blickte der junge Hiroto generell ein wenig umher. Innerlich musste er ein tiefes Seufzen unterdrücken und lehnte sich zurück, die Augen dabei auf das Kärtchen gerichtet, welches für das Glas als Tropfschutz dient und mit welchem er leicht spielte.
      Wieso nur bedrückte ihn das alles gerade so? Eigentlich sollte er sich doch freuen. Sie waren fast alle wieder versammelt, hier zusammen im Restaurant und würden die kommenden Wochen oder Monate auch wieder mehr Zeit miteinander verbringen. Alle hatten ihren Spaß, tauschten sich aus und genossen einfach den restlichen Abend. Er jedoch konnte das irgendwie nicht. Denn warum auch immer schien ausgerechnet die Person, an der er das meiste Interesse hatte, nicht wirklich mit ihm reden zu wollen.
      "Hiroto, was guckst du denn so finster drein!"
      Maehara hob verwundert den Kopf, als er das hörte, wobei er direkt ein Grinsen aufsetzte und Terasaka anblickte. Es musste ja keiner wissen, wie er sich fühlte.
      "War ein langer Tag heute, alles gut."
      "Setze dein Herz in Flammen."
      - Kyojuro Rengoku
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      Harper & Karma


      "Hoi Harper, bei dir ist ja sehr viel dazu gekommen die letzten sieben Jahre"
      Sie konnte nicht anders als ein ehrliches Lächeln über den Spruch zu verlieren. Harper liebte ihre Tattoos über alles und ihr war es keineswegs unangenehm, diese auch in der Öffentlichkeit zu zeigen, obwohl sie immer noch als sehr verpöhnt galten. Höchstwahrscheinlich hing es damit zusammen, dass Koro Sensei ihr schon damals — als sie noch kein einziges Tattoo besaß — viel Mut machte was die Meinung der Gesellschaft anging und wie sie damit umzugehen hatte. Ihre Zufriedenheit stand in ihrem Leben schließlich immer im Vordergrund. Hätte außerdem jemand ein Problem damit oder würde ihr komisch kommen, könnte sie sich dank des jahrelangen Killer-Trainings locker wehren und der jeweiligen Person erst einmal zeigen was richtige Probleme waren.
      "Das ist noch nicht einmal die Hälfte an Tattoos, die ich habe", merkte sie noch stolz an.

      Die Verlockung, ihr die Haarsträhnen aus dem Gesicht zu streichen war groß. So groß, dass er sich nicht zurückhalten konnte und diese sanft hinter ihr Ohr strich. Normalerweise war er immer sehr selbstsicher, was seine Aktionen anging, aber er wusste nicht, ob das vielleicht zu viel gewesen sein könnte. Doch statt dass er etwas sagte, hörte er ihr weiterhin aufmerksam zu und ließ sich nichts anmerken. 'Fake it till you make it' hieß es doch immer. So konnte er vielleicht seine lockere Art vortäuschen, obwohl ihn der Moment sehr nervös machte. Nicht zuletzt weil er dadurch ihr Gesicht besser sehen konnte und bemerkte, wie weich ihre Haare waren.
      "Das ist doch schön", er schenkte ihr ein kleines Lächeln, "passt zu dir. Du scheinst auch sehr glücklich mit der Berufswahl zu sein."
      Auch er warf einen Blick in die Karte und suchte sich etwas aus. So ganz konnte er sich nicht darauf konzentrieren, weil die für ihn wohl wichtigste Frage nun gestellt wurde.
      Der nächste Satz ließ ihn ganz hellhörig werden. '... und ich lebe alleine', perfekt. Es gab also niemanden, der ihm im Wege stehen könnte oder weswegen er sich zurückhalten müsste.
      "Ich habe jemande, der mich vertritt. Es ist also alles abgeklärt", antwortete er. Am liebsten hätte er hinzugefügt, dass er ebenfalls alleine wohnte, aber er wollte sein Interesse an ihr nicht allzu offensichtlich preisgeben. Das hatte sicherlich noch Zeit. Außerdem würde ein etwas privateres Umfeld sicherlich die Stimmung zwischen den beiden mehr lockern was die Themen anging, sobald man sich über die ersten Dinge austauschte, die in den letzten Jahren so passiert waren.

      Karasuma war die Frage nach seinem Beziehungssatus sehr unangenehm. Er wusste genau, dass das damals ein großes Thema zwischen seinen Schülern war und am liebsten würde er sofort aus dem Restaurant gehen und nach Hause fahren. Ein genervter Seufzer entwich seiner Kehle, um Irina zu signalisieren, dass er lieber nicht darüber reden würde. Aber natürlich kam es wie es kommen musste und Irina plauderte fröhlich alles zu deren Beziehung aus was man nur so ausplaudern konnte. Der Abend war für ihn definitiv gelaufen. Hoffentlich würden seine ehemaligen Schüler den Fakt einfach hinnehmen und ihn nicht weiter damit belästigen.

      --- Timeskip ---

      Das Essen war vorzüglich und so gute Gespräche wie die, die Harper mit ihren ehemaligen Klassenkameraden führte hatte sie lange nicht mehr. Nun war es aber soweit, dass sie wieder irgendwie nach Hause kommen musste. Maehara nochmal um eine Fahrt zu bitten käme da nicht in Frage — er müsse sicherlich einen großen Umweg fahren. Alleine die Strecke vom Treffen bis zum Restaurant hatte seine Zeit gedauert. Außerdem bemerkte sie erst im Nachhinein, dass das bisschen Interesse, was sie ihm vorheuchelte, nicht genug und vor allem nicht überzeugend genug war. Eine weitere Fahrt würde er ihr bei dem Verhalten von vorhin sowieso nicht anbieten. Es musste dringend eine Alternative her, wenn sie nicht die Strecke nach Hause laufen wollte.
      Mittlerweile befand sie sich alleine draußen und zündete sich bei der kühlen Luft in Ruhe eine Zigarette an. Ein paar ihrer Bekanntschaften sind bereits nach Hause gefahren, nur noch ein paar Klassenkameraden befanden sich im Restaurant und redeten über Gott und die Welt, während sie selbst nach einer Lösung für ihr Problem suchte. War das nervig. Sollte sie sich vielleicht lieber ein Taxi rufen?

      Karma blendete die paar Leute, die sich neben ihm Nari und ihm immer noch im Restaurant befanden komplett aus. Die Gespräche zwischen den beiden verliefen so gut, dass er bei so manch anderen nicht einmal merkte, dass sie überhaupt schon gegangen sind. "Sag mal Nari...", fing Karma an und lehnte sich in seinem Stuhl zurück, "hast du Lust noch etwas spazieren zu gehen? Ich habe die Gespräche mit dir sehr genossen und würde sie gerne weiterführen."
      Der Rotschopf hoffte inständig, dass sie ja sagen würde. In zwei Tagen hätte er sie zwar sowieso auf unbestimmte Zeit permanent um sich, aber so lange wollte und konnte er einfach nicht warten.

      Isogai stupste seinen besten Freund, der mittlerweile den Kopf auf der Tischplatte abgelegt hatte, an. Er merkte, dass irgendetwas seit dem Treffen nicht mit ihm stimmte und je länger sie im Restaurant saßen, desto deprimierter schien er zu werden.
      "Was ist denn los mit dir? Bist du müde? Wirst du krank?", fragte er besorgt und überlegte, "oder schlägt dir vielleicht etwas auf den Magen? Da könnte dir etwas frische Luft helfen."
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      Nari & Maehara «

      Sobald Harper auf ihre Tattoos angesprochen wurde, versuchte Maehara nicht zu auffällig hinzuschauen, horchte dafür jedoch auf. Ihre Stimme klang ziemlich fröhlich und beinahe schon begeistert, ja sogar stolz, als sie dem anderen Klassenkameraden antwortete. Bildete er es sich ein oder war das gerade sogar eine ganz andere Harper? Als er vorhin auf ihre Tattoos zu sprechen kam, ging das Gespräch nämlich in eine ganz andere Richtung und er hatte sich gar nicht getraut weiter darauf ein zu gehen.
      Innerlich stockte er sogar kurz bei ihrem letzten Satz - nicht einmal die Hälfte an Tattoos. Kurzzeitig fragte er sich, wo genau sie wohl noch welche hatte, denn jetzt gerade hatte sie obenrum nur das Top an und man konnte kaum eine leere Stelle sehen. Ob es so wohl auch mit dem Rest ihres Körpers aussah?
      Verdammt, worüber denkst du hier nach?!
      Verwirrt und fast schon geschockt über seine eigenen Gedanken nahm er sich sein Getränk und nahm große, lange Schlücke, sodass er sich erst einmal runterkühlen konnte. Irgendwie war der Abend wirklich alles andere als angenehm für ihn. Und er war sich nicht einmal sicher warum.

      Nari hatte Karma geradewegs angeblickt, als er plötzlich die Hand anhob und ihre Haare bei Seite strich. Sie musste sich bemühen nicht allzu überrascht zu schauen und konnte innerlich bereits spüren, wie sich eine kleine Hitze bildete - was war das denn gerade?
      Verwirrt über seine Aktion überkam sie sofort der Drang etwas zu sagen, jedoch beschloss sie es einfach abzutun und still zu bleiben. ..sie waren ja gerade einfach nur alle hier um einen schönen Abend zu haben. Vielleicht hatte er ja einen Tick und es störte ihn einfach. Genau. Warum sollte er auch andere Motive haben.
      Als er ihr das Lächeln schenkte begann sein Gesicht sanfte Züge anzunehmen und Nari erwischte sich dabei wie sie ihn fast schon anstarrte. Irgendwie war sie innerlich total verwirrt und sie war sich fast schon unsicher, wie sie reagieren sollte. ..aber jetzt großartig Fragen stellen wollte sie auch nicht.
      "Verstehe..", erwiderte sie lächelnd, als er meinte, dass jemand für ihn eintreten würde und atmete dann tief durch, nur um sich dann nach hinten zu lehnen. Bestimmt war sie nur aufgeregt, weil sie die anderen alle nach so langer Zeit wieder sah. Genau.


      --- Timeskip ---

      "Hm?" - Maehara hob bedröppelt den Kopf, als er die Stimme von Isogai hörte, wobei dieser ihn so besorgt anblickte, dass er sich fast schon selbst Gedanken machte.
      "..alles gut, ich denke, es war ein langer Tag", seufzte er leise, aber lächelnd aus und strich sich mit der Hand die länger gewordenen Haare etwas aus dem Gesicht.
      "Und frische Luft wird wohl wirklich gut tun. Ich denke, ich sollte generell nach Hause fahren."
      Mit diesen Worten erhob sich der Blonde auch schon, wobei Isogai ihm noch ein Nicken entgegen brachte und prüfend musterte.
      "Fahr vorsichtig. Wenn was ist, melde dich!"
      "Klar doch", lächelte er noch zurück und hob dann zum Abschied die Hand an - wobei die meisten eh schon weg waren oder es nicht mehr mitbekamen.
      Die Hände in den Hosentaschen vergraben war er nun aus dem Restaurant raus gegangen, blieb jedoch stehen, als er die kühle Luft bemerkte. Seine Augen schlossen sich kurz, das Gesicht nach oben gerichtet, wonach er tief durchatmete. Er war sich ja selbst nicht zu 100% sicher, warum er sich so schlecht fühlte. Aber irgendwie konnte er sich auch nicht helfen. Ob es wirklich an Harper lag? Es stimmte schon, er freute sich bei ihr am meisten, sie wieder zu sehen. Nun, er war schon immer ein kleiner Womanizer gewesen, jedoch sagte man ja auch so schön: harte Schale, weicher Kern. In seinem Fall war es ein wenig anders, aber auch er war niemand, der auf Dauer von der einen zur anderen Beziehung hüpfen wollte. Und dieses eine Mädchen - oder jetzt sogar besser gesagt, diese eine Frau, an der er scheinbar wirklich Interesse hatte, wollte nicht wirklich mit ihm sprechen.
      Die Augen des Hirotos öffneten sich wieder, wonach er einen Schritt nach vorne ging und prompt diejenige in Augenschein nahm, um die sich seine Gedanken eben noch gekreist hatten. Sie stand alleine im Dunkeln und in der Kälte, dabei deutlich weniger angetan von den Temperaturen.
      "Harper..", entkam es ihm verwundert und leise über die Lippen, wobei er noch immer an Ort und Stelle stand.
      Stimmt, sie war ja mit ihm hergekommen.. sie würde so bestimmt nicht nach Hause kommen..
      Er zögerte leicht, denn er hatte zugegebenermaßen Angst davor einen Korb oder eine richtige Absage zu erhalten. Auf der anderen Seite jedoch wäre es ja nur eine nett-gemeinte Geste - und wenn sie diese ablehnen würde, dann ist das eben so.
      "Soll ich dich wieder zurück oder nach Hause bringen?", fragte er nun lächelnd und ging die letzten Schritte auf sie zu, sodass er wenige Meter vor ihr zum Stehen kam. Er konnte sie hier auch nicht einfach alleine lassen. Das würde er niemals mit sich vereinbaren können. Und in dem Fall müsste er eben über seinen Gefühlen stehen.

      Auch für Nari verlief der Abend recht gut und sie spürte, wie gut es ihr tat sich wieder mit allen zu unterhalten und sie wieder zu sehen. Die meisten waren bereits weg, als Karma sich zurücklehnte und sie danach fragte noch etwas Zeit zusammen zu verbringen. Und auch wenn sie nicht wollte, konnte sie es nicht verhindern ihn erneut verwundert anzublicken. Heute überraschte er sie wirklich - eher noch hatte sie damit gerechnet, dass er mit als erster verschwinden oder sich an Nagisa heften würde.
      "Hmh.. ja, würde wahrscheinlich gut tun. Falls du noch etwas von deiner Zeit für aufbringen kannst", antwortete sie ihm schließlich nach kurzer Überlegung und musste kurz danach auch schon leise lachen.
      Sie erhob sich von ihrem Stuhl und verabschiedete noch die übrig gebliebenen, war dann aber auch schon raus gegangen. Während sie das tat, begann ihr Herz ein wenig schneller zu schlagen und sie musste kurz tief durchatmen - wurde sie gerade etwa nervös?
      Im Grunde sollte es doch keine große Sache sein. Sie kannte Karma jetzt schon so viele Jahre und bei einem Spaziergang wäre wohl nichts dabei. Dennoch.. heute Abend hatte er sie ziemlich durcheinander kommen lassen. Aber vielleicht würde sich ihr Kopf gleich ja wieder klären nach einer kleinen Runde an der frischen Luft. Das hoffte sie zumindest.
      "Setze dein Herz in Flammen."
      - Kyojuro Rengoku