To be destined [Aozora & Michiyo]

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    • To be destined [Aozora & Michiyo]

      Oriya, das Reich aus dem Arisu stammte, war das äußerste der Landesringe und befand sich mit samt seinen Bewohnern annähernd komplett auf Wasser. Aufgeständert und auf mühsam erbauten Holzkonstruktionen sah sich das Volk, dem kaum Land zum Leben gelassen wurde gezwungen sich dem mächtigem Meer zu bedienen um die wenige Erde dem Anpflanzen von Nahrungsmitteln zu widmen. Ein Leben fern des Wassers kann sich die junge Frau, in der blühte ihres jungerwachsenen Daseins kaum vorstellen, war das blaue Nass ihr stetiger Begleiter und die hölzernen Dielen ihr Boden unter den Füßen. Nur für eine Nacht, wenige unbedeutende Stunden musste sie wie alle anderen die Erde unter ihren Schuhen vernehmen, den harten, nicht nachgebenden noch wackelden Grund beschreiten um der lieblichen Stimme der hellsehenden Frau zu lauschen um Zeuge einer neuen Ära zu werden. Der staatliche Transport zum innersten Gebiet bereitete ihr schon seit ihrer ersten Reise Heide Kopfschmerzen. Das arhythmische Hin und Her des Zuges und das heftige Schaukeln und knarren der Schienen waren alles andere als sie vom seichten Wellengang ihres Hauses kannte. Sie hasste es, alles davon – die lange Fahrt, die seltsamen Kreaturen der höheren Ländereien und vor allem die ganzen abwertenden Blicke. Wieso mussten die Herrschaften der ärmsten Reiche überhaupt erscheinen, wenn sie nur verachtet wurden und sowieso keine Gunst für ihre Familien ausgesprochen wurde? Nur um die Missstände des Landes unter die Nase gerieben zu bekommen, ein Reminder, dass sie abtrünnige waren, nichts als Abschaum, der nicht wusste wie er sich auf dieser Party verhalten sollte und deswegen verdutzt und wie auf einem Hühnerhaufen in Scharen in der Ecke aufeinander hockten. Es war nichts weiter als die Demonstration von Macht, eine Demütigung und trotzdem mussten sie hin. Ungerechtfertigte Abwesenheit wurde hoch bestraft, wieder je niedriger der Rang, desto skrupelloser wurde vorgegangen. Eine gut gemeinte Verwarnung im vierten Ring würde im siebten das auspeitschen am Pranger und einen Monat an verlorener Essenslieferung gleich kommen. Fern bleiben war schlichtweg keine Option!

      Diesmal schienen die Sterne günstig zu stehen, denn die Verkündung lies weniger lang auf sich warten als in den vergangenen Jahren oder kam es Ari nur so vor weil sie es tatsächlich geschafft hatte eines der Spinathäppchen zu ergattern? Genüsslich verzehrte sie es, die Geschmacksknospen gebannt von der butterweichen Konsistenz und dem unvergleichlichem Aroma stopfte sie sich das Ding im Ganzen hinein und während der Spinat in die Zwischenräume ihrer Zähne vordrang ruhten plötzlich alle Augen auf dem Mädchen. „Die jüngste Tochter der Familie Zhura wird das Leben des ältesten Sohnes der Familie Ferrers beenden.“ Hallten die Worte der begabten Ivory in der Luft und ließ alle Anwesenden verstummen. Kaum zu glauben, dass nach knapp siebenundneunzig Zyklen ohne ein Segen in den untersten Schichten ausgerechnet das Mädchen von Nebenan, aus dem Armutsviertel Oriyas gesegnet wurde doch mit welchem Schicksal? Was hatte das ganze zu bedeuten und würde Ari tatsächlich für den Tod Zacks verantwortlich sein? Sollte sie wirklich eines Tages ein Menschenleben auf dem Gewissen haben?

      Zack: @Aozora Tori
      Arisu: @Michiyo
      A heart's a heavy burden.

    • Der Puls der neunzehnjährigen nahm rasch an Tempo zu. Immer doller schlug das Herz in ihrer Brust gefühlt gegen ihren Rippenkäfig und hallte in ihren Ohren. Sie schluckte schwer, zwang den plötzlich so festen Brocken des Spinat-Häppchens ihre trockene Kehle herunter und begann leicht zu Husten. Ein Krümel hatte sich vor lauter Aufregung in ihre Luftwege verirrt und machte die ohne hin schon unangenehme Situation nicht gerade leichter. Sich räuspernd fing sich die Oriyarin wieder und sah verdutzt in die verwirrten Gesichter, die auf sie gerichtet waren. Arisu hasste es im Mittelpunkt zu stehen. Es war schon immer die reinste Hölle für sie gewesen auch für Reden in größeren runden war sie nicht geschaffen - eines der Aspekte, an denen sie für ihre Arbeit als angehende Lehrerin noch arbeite. So wie die Massen verstummten wurde der Druck auf ihren Schultern immer größer, als musste sie sich rechtfertigen doch als sie gerade den Mund öffnete um irgendwas - Ari hatte keinen blassen Schimmer was - zu sagen, da riss das Orakel mit einem weiteren Räuspern die Aufmerksamkeit an sich. Da die Verkündung der Schicksale nach der Reihenfolge der Ringe bekannt gemacht würden war die Gunst der Zhura Tochter die letzte, die verkündet wurde bevor die Gesegneten sich auf ihren Weg machen würden.

      Während die Stimmen der Gäste wieder die Oberhand gewannen und die seichte Musik des Orchesters erklang, machten sich die gesegneten auf durch die Massen. Für sie war die Feierlichkeit beendet oder besser gesagt an einen anderen Ort verschoben. Die Kinder der inneren Ringe wussten genau wohin es ging und was zu tun war. Sie wurden ihr Leben lang auf diesen Tag vorbereitet, darauf ihren Familien und der Gesellschaft Ehre zu erweisen und ihren Einfluss weiter zu verbreiten doch die auserwählten der unteren Klassen standen genau so angewurzelt und hilflos wie Arisu da. Noch immer klopfte ihr Herz wie wild und hektisch sah sie sich um, suchte nach ihren Eltern, bekannten Gesichtern oder irgendjemanden der ihr helfen würde. An Situationen wie diesen musste sie immer an ihren Bruder denken. Aisu hätte gewusst was zu tun war, er wäre ohne zu zögern und selbstbewusst wie er war los stolziert, hätte seinen Angehörigen vermutlich noch einen Luftkuss mit einem breiten Grinsen auf den Lippen zugeworfen und wäre in Richtung Dom aufgebrochen. Natürlich wusste auch die jüngere Brünette was zu tun war - zumindest in der Theorie, schließlich hatte sie oft genug darüber gelesen und den vergangenen Gesegneten hinterher gesehen. Ein letztes Mal atmete sie durch, tief ein und aus bevor auch ihre Beine sich in Bewegung setzten. Mit gesenktem Kopf trottete sie auf ihr neues Zuhause zu und sah dabei nur auf, wenn sie sich Mal wieder zurück wandte um vielleicht doch noch ein vertrautes Gesicht zu erhaschen. Sie war nicht bereit zu gehen, hatte niemals damit gerechnet ihre Familie an jenem Tag verlassen zu müssen. Nicht Mal irgendwelche letzten bedeutungsvollen Worte hatte sie ihnen mitgegeben. "Ich hasse Züge." war der letzte grummelige Satz, der ihr über die Lippen gekommen war als sie noch gemeinsam im staatlichen Transportmittel vom äußersten zum innersten Ring saßen. Welch Schande dachte sie sich und fragte sich wann sie ihre Familie wohl wieder sehen würde.

      Immer leiser war die Geräuschkulisse der Zeremonie hinter ihr zu vernehmen als sie sich dem Dom Stück für Stück näherte. Eine kleine Traube hatte sich auf dem Hof des prunkvollen Gebäudes angesammelt. Alle samt waren sie von Ivory dem stehendem Orakel gesegnet worden. Keine dieser Personen kam Arisu bekannt vor. Woher denn auch? Strom war in Oriya Mangelware, auf dem Wasser auf dem sie lebten sowieso. Familien, die ein Luxusgut wie ein Radio besaßen konnten sich schon glücklich schätzen, da war das nutzen von öffentlichen Fernsehen kaum zu denken. Nur anhand ihrer Kleidung konnte Ari erahnen wer welchem Geburtsort entsprang und demnach welchen Namen sie trugen. Zack Ferrers, den Mann für dessen Abkommen sie wohl oder übel verantwortlich sein würde, erkannte sie genau so wenig. Seltsam der Gedanke für jemandes Tod Schuld zu tragen ohne dieser Person auch nur ein Gesicht zuordnen zu können. Als Ari ankam und sich den anderen näherte waren erneut alle Blicke auf sie gerichtet. Obwohl alle Schicksale relevant waren gab es keinen sonst unter ihnen, der das Ableben eines anderen verursachen sollte - dann ausgerechnet noch dem Sohn des zweiten Ringes...

      Aus dem Reflex heraus wanderte ihr golden brauner Blick auf eine dieser im Haufen stehenden Personen. Ein hübscher, großer Mann mit gerader Haltung und streng wirkenden Blick. Sein Haar war dunkel Braun, die Augen hell und die kantigen Gesichtszüge erinnerten sie für einen flüchtigen Moment an ihren Bruder. Viel lieber würde sie ihm Gegenüber stehen statt diesen Fremden um sie herum. Da der junge Mann ihren Blick wahrnahm lief Ari sofort die Schamesröte auf die Wangen. Heiß und glühend verteilte sich die Wärme auf ihrer Haut doch anders als gewöhnlich wandte sie nicht den Blick zu Boden sondern blieb an seinen Augen kleben. Ihr Herz, das seit der letzten Bekanntgabe des Orakels in Dauerschleife polterte schien für den Bruchteil einer Sekunde auszusetzen oder war es nur der Schock, der ihre Ohren betäubte und deswegen das vorher laute bum-bum ausblendete?

      Ein Herr, fein gekleidet und mit einer ausgefallenen Frisur begrüßte die Gruppe. Im Schlepptau hatte er mehrere Leibwächter, die in Vergleich zu den bunten Klamotten des Herren aussahen wie triste Roboter. "Willkommen Willkommen ihr lieben Gesegneten. Hiermit begrüßen wir, der große Rat euch in eurer neuen Heimat." Begann er künstlich aufgespielt und höflich wie Ari es für Menschen in den höchsten Klassen nicht für möglich gehalten hatte. Alles nur aufgesetzt dachte sie sich und schenkte lieber wieder dem Boden unter ihren Füßen die Aufmerksamkeit. Gemeinsam trotteten sie hinein, lauschten den Einweisungen des Herren und würden schon bald ihre Zimmer zugeteilt bekommen.
      A heart's a heavy burden.

    • Zack Ferrers

      "Zack, bring mir doch bitte die Flasche da, ja?" sprach sein Vater - leicht beschwipst - und winkte ihn dabei zu sich.
      Ja, Zack so wie seine gesamte Familie sind natürlich auch anwesend an diesem großen Fest. Während seine kleinen Geschwister sich vollstopften mit den leckersten Süßigkeiten und Kuchen, waren seine Eltern damit beschäftigt, sich es mit etwas 'Spaßtrunk' - so hatte es sein Vater immer genannt - gut gehen zu lassen. Einmal Jährlich findet dieses große Fest statt, und die Familie Ferrers ist an der Planung und Veranstaltung nicht ganz unbeteiligt. Sein Vater, Ray war einer der Veranstalter dieses Festes, und so bekam er auch auf diesem Fest immer sehr viel Aufmerksamkeit. Natürlich nicht so viel, wie das Orakel die immer ihre Ankündigungen machte und damit die volle Aufmerksamkeit der Menschen bekam.
      Zack selbst, hasste dieses Fest jedes Jahr aufs neue. Scheinheiligkeit, Missgunst, unehrlichkeit war schon 'Alltag' geworden.
      Er mischte sich gerne unter das Volk, und bekam so das eine oder andere mit, aber wirklich auffallen tat er nur selten, da war er zum glück eher der unauffällige Typ.

      Als es endlich begann, begab sich Zack auch wieder zurück zur seiner Familie, um genauer zu sein, zu seinen zwei kleinen Geschwistern, die noch immer fleißig am essen waren. Der dritte, mit 17 Jahren, saß immer in der Nähe von Vater, und war ihm deutlich ähnlicher als Zack, der eigentlich das nächste Erbe bekommen sollte. Er verstand sich auch nicht so gut mit Zack, vermutlich aus Neid.
      Wie jedes Jahr, waren die Ankündigungen nichts besonderes, und hatten auch nie etwas mit der Familie Ferrers zu tun gehabt. Zack wusste, dass sein jüngerer Bruder eigentlich nur darauf brannte, gesegnet zu werden. Doch das sollte wohl einfach nicht passieren. Grade als der dunkelhaarige sich ein kleines Stück Kuchen genehmen wollte, ließ ihm die letzte Ankündigung den Hunger schnell vergehen.

      „Die jüngste Tochter der Familie Zhura wird das Leben des ältesten Sohnes der Familie Ferrers beenden." hallten durch den riesigen Saal, was für eine augenblickliche Stille sorgte. Es kam nicht oft vor, dass eine Verkündung der ehrwürdigen Ivory tatsächlich mit dem Tod einer Person zu tun hat ..
      Zack verschluckte sich genauso, musste stark husten, und konnte erst zu dieser 'Tochter der Zhura' sehen, als er sich wieder etwas beruhigen konnte. Mit leichtem husten erhob er sich also, um diese Person ausfindig zu machen, die erwähnt wurde.
      Er konnte ein Mädchen erkennen mit langen braunen Haaren, doch die ganze Aufmerksamkeit grade ihr zuteil wurde. Zumindest für einen kurzen Moment.
      Grade als sie wohl etwas sagen wollte, was eher wie ein verzweifelter Versuch wirkte irgendwie sich zu erklären, unterbrach Ivory wieder mit einem räuspern, und die normale Stimmung kehrte schnell wieder ein.

      Unter den ganzen Menschen, die sich wieder der Feier widmeten, hatte er das Mädchen schnell aus den Augen verloren.
      //Soll das ein Witz sein?// dachte er angestrengt, ließ dabei den angeknabberten Kuchen auf den Boden fallen, so starr wie er war.
      "Das kann doch nicht im ernst sein!" hallte es plötzlich neben Zack sehr laut. Sein Vater erhob sich von seinem Tisch und konnte es kaum glauben was er da gerade gehört hatte. Er war sichtlich verärgert darüber, dass sein Sohn, der Erbe der Familie Ferrers, so ein Schicksal ereilen würde.
      Die Mutter, Lucy, stand seit der Ankündigung einfach da, und war offensichtlich überfordert. Grade als Zack seine Gedanken wieder sammeln konnte, ging er zu seinen Eltern und versuchte sie zu beruhigen.
      "Macht euch keine Sorgen." sagte er ihnen mit ernsten Blick, doch reichte das natürlich nicht. Seine Mutter nahm ihn sofort in den Arm, wie eine fürsorgliche Mutter es eben tat, und weinte. Sie war eine leichtgläubige und konservative Frau, und Zack war sich sicher, dass sie an diese Verkündung glaubte.
      //Was ein Schwachsinn..// war Zack sehr unglaubwürdig innerlich, doch von außen gab er den ernsten und gefassten Sohn.
      "Alles wird gut, Mutter." sagte er mit ruhigen Ton und löste sich damit von der Umarmung seiner Mutter. Kurz bevor er aber losgehen konnte, zupfte noch etwas an seinem Hosenbein.
      "Zack? wirst du fortgehen?" fragte sein kleiner Bruder, grade mal 11 Jahre alt, sein Gesicht voller Zuckerguss was von dem Kuchen kam, und sah ihn mit sorgevollen und riesigen unschuldigen Augen an. Die 4 Jährige kleine Schwester, stand daneben und hielt seine Hand fest, wirkte aber auch sehr verwirrt.
      Zack kniete sich zu den beiden runter und umarmte beide, Leise flüsterte er ihnen etwas zu was nur sie hören konnten.
      "Keine sorge, ich werde zurückkommen. Und dann verrate ich euch mein größtes Geheimnis, ok? das bleibt aber unter uns.." löste sich mit den Worten von ihnen und lächelte sie ein letztes mal an, bevor er sich wieder erhob.
      Er sah einen letzten Augenblick noch zu seinen Eltern, bevor er dann sich auf den Weg machte. Viel zu sagen gab es da einfach nicht mehr, auch von seinem 17 jährigen Bruder gab es keine Abschiedsworte.

      Niemand war darauf gefasst, und die Sorge der Familie war groß um ihren ältesten Sohn. Mit ernstem Blick, und strammen Gang machte er sich auf zum Dom, wo am Eingang er bereits schon viele sah die sich dort versammelt hatten. Er war wohl einer der letzten die hier ankamen, und begeistert darüber war er auch nicht unbedingt hier jetzt zu sein.
      Gedankenversunken sah er Richtung Tür- ignorierte dabei alle anderen um ihn herum - wo wohl jemand gleich rauskommen sollte, um die 'gesegneten' zu begrüßen. Das würde ihn schon fast zum lachen bringen, so lächerlich war es für Zack, doch eine andere Wahl blieb ihm grade nicht.
      Seine Blicke wichen irgendwann doch von der Türe ab, sah um sich um und konnte dabei entdecken, dass er von jemanden angestarrt wurde. //Das Mädchen von vorhin..// dachte er genervt, als er ihre braunen langen Haare von vorhin erkannte. Diesmal konnte er sie genauer betrachten, und musste doch feststellen, dass sie schon sehr schmächtig und schwach aussah. //Das kann einfach nicht stimmen..// dachte er abwertend ihr gegenüber und wandte sich mit starren Blick wieder nach vorne, Ignorierend dabei, was sie tat.

      Endlich kam jemand, um die neu gesegneten zu empfangen - wirkte sehr gespielt, was Zack aber schon gewohnt war - und folgte mit den anderen in die große Eingangshalle des Doms. Was auffiel, war der riesige Aufzug in der Mitte des Gebäudes, der mit allen anderen oberen Stockwerken verbunden war, und der bunt gekleidete Mann fing an alles nötige vorzustellen.
      Der Mann wirkte sehr theatralisch und machte wohl mehr fuchtlige Bewegungen als er sprach. Er erklärte die Hausregeln, und weitere wichtige Dinge die im Dom zu beachten sind.
      Doch wirklich, was sie erleben oder lernen werden, hielt der bunte Mann im Anzug wohl mit Absicht zurück.
      "Nun, da erstmal alles wichtige geklärt ist, zeigen wir euch eure Räumlichkeiten, wo ihr ab sofort wohnen werdet. Keine Sorge, es ist schon alles vorbereitet." erklärte er weiter. "Los, Los folgt mir." forderte er sie daraufhin auf, ihm zu folgen, dabei blieb er vor den großen Aufzug stehen, und drückte auf den Knopf. Wo sich langsam die Aufzugstür öffnete, erkannte man erst, wie groß es tatsächlich war, und dass die ganze Truppe locker reinpasste.

      Sie fuhren recht weit nach oben, Jedes der Stockwerke wurde angekündigt, von einer Computerstimme. Der Aufzug blieb dann irgendwann stehen und die Computerstimme sprach "Stockwerk 34 - Wohnquartiere" und öffnete daraufhin die Türen.
      Ein schmaler gang folgte, der aus Glas gebaut wurde. Wieder Zügig durchquerten sie den Ganz, und betraten den ersten Raum den sie begegneten. Es war wieder eine Computergesteuerte Tür, die der bunte Mann erst öffnen musste.
      "Los tretet ein." lud er sie ein und trat ein Schritt Zur Seite, als die Tür sich öffnete.
      Ein riesiger Wohnraum öffnete sich, mit allmöglichen neumodischen Sachen.
      "Das wird euer Aufenthaltsraum sein, und an den Seiten werdet ihr weitere Türen finden, mit euren Namen drauf! das sind eure Schlafgemächer." woraufhin man nur ein kichern hörte.
      Nachdem alle 'Gesegneten' den Raum betraten, verabschiedete sich der Mann auch schon wieder, blieb dabei vor der Tür stehen.
      "Ich wünsche euch allen einen angenehmen Abend, und denkt dran! seit Pünktlich um 8 Uhr in der Eingangshalle, ok?" woraufhin sich die Tür wieder schloss.

    • Die hell beleuchteten Gänge erstreckten sich in einem grellen weiß-gelb, viel belichteter als der Abend der zuvor über sie einbrach und blendete die Oriyarin. In ihrem Ring war es kaum vorstellbar solch riesige Flächen so zu erhellen und mit Strom zu nähren doch hier war eben alles anders. Sie lebten in Saus und Braus, es fehlte den inneren Ringen an nichts und vor allem nicht an der neu modernsten Technik. Die ersten computergesteuerten Türen sowie automatische Durchsagen ließen nicht lange auf sich warten und irritiert blickte Arisu nach oben um zu sehen woher diese göttliche Stimme erklang. Wie die Bevölkerung dieser Dauer- Reizüberflutung ausgesetzt sein konnte ohne irgendwelche bleibenden Schäden davon zu tragen war ihr das reinste Rätsel. All die Eindrücke, das künstliche Licht sorgten für ein unangenehmes Stechen im Kopf der neunzehnjährigen. Als die metallischen Schwebetüren des Liftes zur Seite verschwanden um der kleinen Gruppe den Eintritt zu ermöglichen haderte Ari für einen Moment mit sich selbst. Was war das nun für ein schwebender Stuhl, in den sie sich so einfach begeben sollte? Natürlich wusste sie welche Konstruktion es war - zumindest in der Theorie, hatte sie einiges über die inneren Kreise gelesen und wusste um ihren technischen Fortschritt. Alle samt gingen sie an ihr vorbei, einer rempelte die braunhaarige auch noch an der Schulter an bis nur noch die junge Frau vor dem Aufzug stand.

      Das künstlich aufgesetzte Lächeln des Herren, der ihr Moderator darstellte bot sie schweigend einzusteigen und ohne sich großartig zu wehren kam sie dem nach. Mit gesenktem Kopf trat sie ein, machte sofort auf dem Absatz kehrt um sich mit dem Gesicht der schließenden Tür zu widmen bevor es schließlich hinauf ging. Ari hatte von außen nicht darauf geachtet wie viele Stockwerke der Dom besaß, hatte es nicht weiter hinterfragt aber genau in diesem Moment schien die Panik in ihr zu wachsen. Bis wohin würde sie in dem Höllengefährt fahren müssen? Noch bevor ihr eine Frage über die Lippen kommen konnte setzte sich das Teil in Bewegung und zwar schnell. Überrascht und mit weit aufgerissen Augen klammerte sie sich an einen Griff rechts von ihr, dessen Kälte auf ihre Finger überging. Vor Angst schloss sie die Augen und wartete nur darauf endlich aussteigen zu können.

      Die Ansage der Stimme verkündete in welchem Stockwerk sie angelangt waren. 34 Geschosse waren nicht wenig und allein die Vorstellung wie sie diese in so kurzer Zeit erklommen hatten verlieh ihr ein mulmiges Gefühl im Magen. Am liebsten wäre sie direkt raus gesprungen, die erste die dieses Ding verließ aber mit weiterhin geschlossenen Lidern blieb sie angewurzelt stehen, sodass sich wieder alle an ihr vorbei machten und Ari dabei halb aus dem Fahrstuhl drängten. Schwer atmend öffnete sie ihre Augen und blieb wenige Zentimeter vor den wieder schließenden Türen stehen, zuckte gar bei dem Geräusch des aufeinander treffenden Metalls zusammen. Die Übelkeit stieß ihr mittlerweile sauer auf und mit einem leisen Wimmern entnahm man ihr ihren Zustand. "Mhm..." Fasste sie sie an die Schläfe. Nicht selten hatte sie mit der Landkrankheit zu kämpfen und genau in dieser Sekunde überkam es sie. Der nicht nachgebende Boden, diese ganzen Lichter, die Stimmen aus dem nirgendwo es war alles einfach zu überladen.

      Zurück bleiben, alleine auf dem Flur war keine Option also riss sie sich am Riemen. Taumelnd ging sie der Gruppe hinterher und betrachtete den Aufenthaltsraum. Nicht schlimm genug der eigenen Familie entrissen zu werden aber dann auch noch mit fremden in einem High Tech Knast in den Wolken zu verbringen krönte den heutigen Tag. Blieb nur zu hoffen, dass sie ein eigenes Zimmer haben würde.

      Der fragwürdige Mann verschwand genau so schnell wie er erschienen war und ließ die gesegneten unter sich. Die Stimmung war ein seltsames Kauderwelsch aus selbstbewussten und entspannten inneren Gesegneten gegen die weniger wohlhabenden Personen im Raum, die wie bestellt und nicht abgeholt da standen. Schließlich fand jeder eine Beschäftigung, etwas anzuschauen oder einen Grund um sich zu Regen während Ari immer noch nicht wusste was sie tun sollte. Was tat sie nur da? Das war doch ein schlechter Scherz. "Vielleicht handelt es sich ja nur um eine Verwechslung..." Murmelte sie leise vor sich hin ohne die Worte an jemand anderen als sich selbst zu wenden. Es war unerklärlich wieso es so kam wie es kam. Arisu Zhura - gesegnet - eine Mörderin. Das...da stimmte doch etwas nicht? Vorsichtig hob sie ihr Augenmerk und beobachtete die anderen, wie sie sich verhielten und womit sie sich beschäftigten. Ein Mädchen, gut gekleidet und sportlich mit einer modernen aber maskulinen Frisur wandte sich dem Aquarium im Raum zu, tippte mit dem Zeigefinger aufgeregt gegen die Scheibe und schielte ins Becken. Vielleicht eine Dame aus dem vierten Ring? Ein anderer deutlich noblerer Bursche mit blondem Haar stiefelte wie ein Baron auf die gläserne Fassade zu um den Ausblick zu genießen. "Also daran kann man sich gewöhnen!" Gab er breit grinsend bekannt. Gegen Aufmerksamkeit hatte er scheinbar ganz und gar nichts...

      Nervös schielte Arisu zur Seite, dort wo die Türen zu ihren Gemächern warteten. "Versteck dich nicht immer. Zeig der Welt wie toll du bist." Hallte die ferne Erinnerung an Aisus Stimme in ihrem Kopf. Damals ermutigte er sie dazu der Beschäftigung als Lehrkraft nachzugehen und sich nicht ständig selbst im Weg zu stehen aber war das hier das gleiche? Abtrünnig, nicht hinzugehörend und definitiv mit Vorurteilen bestückt sollte sich Ari da nicht lieber verziehen?

      Ein weiteres Klopfen des lackierten Fingernagels an der Glaswand des Aquariums riss sie aus den Gedanken als hätte man ihr selbst auf die Stirn geschnipst und ehe sie sich versah stand die Brünette auch schon neben der ungeduldigen jungen Frau. Kopfschüttelnd begutachte sie das Verhalten der fremden. "Das ist für die armen Fische um ein Vielfaches lauter als wir es wahrnehmen...Hier.." eine Sekunde lang wich sie dem Blick aus und fand rasch eine Dose Fischfutter. "Versuch es hiermit." Ein wenig ließ sie in das Becken rieseln und erhaschte damit natürlich die Aufmerksamkeit der Meereslebewesen. Ein Lächeln schlich sich auf Aris Lippen doch das Mädel schien nicht sonderlich begeistert, rollte die Augen und ging ihres Weges.

      Seufzend schloss sie die Dose und hielt es nun doch für besser die Gemächer aufzusuchen.
      Wie versprochen gab es eine Tür mit dem Namen Zhura darauf. Wann hatten sie das nur vorbereitet? Der Weg von der Zeremonie zum Dom lag nur einen kurzen Fußmarsch entfernt. Niemals konnten sie in der Zeit die Namen drucken und an die Türen hängen oder etwa doch? Sich nichts weiter dabei denkend trat sie in ihr Zimmer und ließ die Tür hinter sich ins Schloss fallen. Erleichtert atmete sie durch ehe sie sich auf das Bett mitten im Raum warf.

      Die erste Nacht würde für Arisu alles andere als erholsam werden und alles was danach noch auf sie warten sollte wäre kein Gefallen. Auch wenn sie nicht sicher war was genau der nächste Tag bringen würde, so hatte sie ein mulmiges Gefühl. Eine "Ausbildung" würde den gesegneten zuteil werden hatte sie gelesen "die Vorbereitung auf die Verpflichtungen gegenüber der Gesellschaft " sollte auf sie warten aber was genau es hieß wusste sie nicht.

      Im Bett auf die Seite gerollt, starrte sie zur Tür dauerhaft in Alarmbereitschaft. Nicht, dass der Ferrers Junge auf die Idee kam sich seinem Schicksal entgegen zu stellen oder die anderen Gesegneten ihr etwas böses wollten weil sie eindeutig eine Mörderin sein würde. Was wenn das Schicksal sie nur herbestellt hatte um ein Opfer von Gewalt zu werden und einen sinnlosen Tod zu sterben. Würde dieser Dom oder die fremden Leute darin ihr Ende bedeuten?
      A heart's a heavy burden.

    • Zack Ferrers

      Den Raum betretend, und sich selbst überlassen standen erstmal alle da, und wussten wohl nicht ganz was sie jetzt tun sollen. Selbst für Zack, der auch noch nicht alles gesehen hatte, war überrascht über die hochmoderne Ausstattung. So ein Luxus hatte auch er nicht gehabt, da sah man, das selbst vom zweiten zum innersten Ring ein großer Unterschied noch herrschte. Aber wohl noch lange nicht soviel, wie von den äußeren Ringen, wo sie wahrscheinlich noch nicht einmal ein Radio gehabt hatten.
      Bei den Gedanken musste Zack doch traurigerweise etwas schmunzeln. Er kannte die äußeren Ringe, wohl mehr als er eigentlich sollte, und er wusste genau wie es da vorging - Es waren Weltenunterschiede.

      Jeder der Gesegneten zerstreuten sich allmählich und erkundeten ihr neues Zuhause auf ihre eigene Art und Weise.
      Zack lehnte sich nahe des Eingangs an der Wand ab und beobachtete reflexartig seine Mitmenschen, stellte dabei fest, das die meisten eher sehr aufgeregt zu sein schienen, der eine es sich sogar gemütlich machte auf dem riesigen Sofa - wo er drin schon fast versank - oder sie sich total darauf freuten was ab dem kommenden Tag auf sie zukommen würde. Paar der Gesegneten haben sich sogar schon zusammen gefunden und unterhielten sich über deren Segnungen und wie stolz ihre Familien auf sie seien müssten. Doch fiel da auch schnell auf, dass diese Personen immer aus ähnlichen Verhältnissen gewesen waren. Die würden es wohl niemals wagen, jemanden aus den äußersten Ringen anzusprechen. Man erkannte alleine schon an der Kleidung, wer woher kam, weshalb es für sie einfach war ihre 'richtigen' Kontakte zu finden.

      Plötzlich bemerkte Zack ein Mädchen auf ihn zu laufen, sie kam von Richtung des Aquariums - wo sie eine andere Person einfach da stehen ließ - und wirkte sehr interessiert daran, den Jungen dunkelhaarigen kennenzulernen.
      Ihre sportlicher Körper fiel stark auf, da sie wohl diesen auch gerne zur Schau stellte. Leicht bekleidet war sie wohl also schon die ganze Zeit unterwegs und schämte sich dessen auch nicht.
      "Hallo, du." begrüßte sie ihn freundlich und winkte ihm dabei zu. Zack packte seine Hände in die Hosentaschen und sah mit einem genervten Blick zu ihr, nachdem er sie gemustert hatte.
      "Kein Interesse, deine neuen Mitbewohner kennenzulernen?" versuchte das sportliche Mädchen - auf freche Art und weise - sein Interesse zu bekommen, doch seines blieb eher bei etwas anderem hängen.
      "Nicht wirklich.." merkte er stumpf an, gleichzeitig schweifte sein Blick hinter das sportliche Mädchen, zum Aquarium hin, wovon sie gekommen war. Da war wieder dieses braunhaarige Mädchen, schwach und wohl nicht wirklich selbstbewusst.. aber dennoch konnte er nicht anders, als sie zu beobachten, denn sie war die Person vom meisten Interesse im Moment.
      Er wollte es einfach nicht wahrhaben, dass sie ihn töten wird, laut der Ankündigung. Nein, das könnte er einfach nicht zulassen, dafür gab es noch so viel zu tun.
      Das sportliche Mädchen bemerkte auch endlich, wo Zacks Blick hinführte, und sah ebenso zu dem braunhaarigen Mädchen, dass wohl schon ihr Zimmer aufsuchte. "Ach die.." murmelte sie genervt und wandte sich wieder zu Zack.
      "Also ich heiße..." wollte das sportliche Mädchen wieder seine Aufmerksamkeit bekommen, doch Zack hingegen richtete sich auf und ging einfach an ihr vorbei, ehe sie ihren Satz beenden konnte. "Meg.." sprach sie überrascht und mit einem leisen Ton, als sie ihn an ihr vorbeiziehen sah.
      Auch Zack hatte wenig Interesse mehr gehabt irgendwie noch mit jemanden in Kontakt zu treten, und beschloss damit auch sein Zimmer aufzusuchen.

      Sein Zimmer gefunden, schloss er direkt die Tür hinter sich und schloss diese ab. Zum glück haben sie den wenigstens diese Möglichkeit gelassen, ihre Privatsphäre zu behalten.
      Genervt entledigte er sich seinen Schuhen, und der restlichen Kleidung - bis auf seine Boxer - und schmiss sich darauf einfach nur ins Bett.
      Nicht lange verblieb er so, bis er doch nochmal halb aus dem Bett krabbelte, und etwas aus seiner Hosentasche kramte.
      Ein altes Buch, was eher so wirkte als könnte es jederzeit auseinander fallen, nahm er in die Hand und legte sich wieder damit hin.
      Ein Stift war auf der letzten Seite dran, was er sich nahm und damit anfing in dieses besagte Buch zu schreiben.
      Darin notierte er immer alle besonderen Geschehnisse um es festzuhalten und um sich an alles erinnern zu können. Das Buch war voller Einträge, doch waren es nicht nur von Zack welche. Er entschied sich einfach nur, es fortzuführen.
      Damit verbrachte er doch recht lange, da es viel zum runter schreiben gab, an schlafen konnte er eh nicht denken.

    • Die Nacht brach über ihren Köpfen ein und trotzdem war Ari hellwach, denn der Nachthimmel den sie kannte ähnelte diesem ganz und gar nicht. Die grellen Lichter der Laternen, das weiter entfernte rauschen der Autos sowie das Brummen der elektrischen Geräte im Zimmer hielten die Oriyarin wach, wie nie zuvor. Ein Falschbild Fernseher hing an der Wand, die selbst überall mit Steckdosen unterbrochen und von kleinen Leuchtstreifen rund um die Kanten des Raumes geziert war. Auch neben ihrem viel zu weichem Bett stand eine Nachtleuchte und abgesondert davon einige Schalter, die weitere Leutmittel bedienten und auch die Rolläden betätigten. Alles Schnickschnack, den Arisu nicht kannte und in ihrer Kindheit nie erlebt hatte. Ein Gitter nah der Decke pustete in verschiedenen Abständen Luft hinein und aus dem Flur war ab und an das Buzzen der Türöffner zu hören. Was würde sie nur dafür geben wieder Zuhause zu sein. Dem Rauschen des Meeres, das sie in den Schlaf wog zu lauschen, sich in der Stille einkuscheln zu können in einem der tiefsten Nächte, wo die Sterne am Himmel noch klar zu sehen waren. Seufzend versteckte sie ihren braunen Wuschelkopf unter dem Kissen bis sie schließlich irgendwann in einen unerholsamen Schlaf fand.

      Der hässliche Hahn, dem ein paar Federn am Kopf fehlten und dessen Auge scheinbar zu groß für den klein geratenen Kopf war, erklang nicht am nächsten Morgen. Seinem Ruf konnte die Brünette nicht folgen und wartete vergeblich auf diesen. Auch für die nächsten Tage würde sie sich wohl oder übel daran gewöhnen müssen, dass Gurke, wie sie den Hahn getauft hatten nachdem er auf den Feldern die Ernte mit seinem Schnabel angepiekt hatte, nicht länger ihr Wecker sein würde und sie stattdessen auf eine künstliche Stimme setzen musste - nicht das sie es brauchte. Ganz im Gegenteil - mit den ersten Sonnenstrahlen öffnete auch die neunzehnjährige ihre Augen und kroch langsam unter dem Kissen hervor. Ein Blick zur seltsamen Anzeige über ihrer Tür verriet ihr, dass es erst früh am Morgen kurz vor fünf war.
      Eine Langschläferin war sie nie, half für gewöhnlich bereits auf den Feldern mit und startete wie alle am äußersten Ring sehr früh in den Tag, schließlich bestimmte die Sonne wie viel sie von diesem hatten. Brach erst einmal die Dunkelheit an, gab es kaum noch Möglichkeiten produktiv zu sein. Mit den Kerzen, die sie aus dem Wachs ihrer Bienen gewannen gingen sie sehr sparsam um und benutzen diese auch meist nur in den Hütten. So war es kein Wunder, dass Ari die erste war, die ihr Zimmer verließ um sich nebenan zu waschen. Natürlich war auch der Waschraum im größten Luxus ausgestattet. Die Armaturen nicht manuell sondern über lauter verschiedener Knöpfe zu bedienen und es dauerte eine Weile bis sie letztendlich herausgefunden hatte ie sie diese Teufelsteile nun zum laufen brachte. "Wofür der ganze Kram, ein kleiner Eimer voll Wasser hätte mir die Zeit hier Rum zu fummeln erspart." Brummte sie leise vor sich hin, frustriert darüber nicht mit der Technik klar zu kommen. Nachdem auch diese Hürde endlich bewältigt war, blickte sie in ihr Spiegelbild. Nicht häufig betrachtete Ari sich selbst. Spiegel waren ebenfalls ein Luxusartikel, der den Bewohnern Oriya selten zu Teil kam. Man brauchte es eh nicht. Die Menschheit machte sich viel zu viel aus den äußerlichen Erscheinungen, wenn es doch das innere war was zählte.

      Das nasse, zerzauste Haar wickelte sie in einen Zopf zusammen ehe sie den Schrank im Zimmer betrachtete. Er war groß und hochglänzend. Mit den Fingern zur Tür wandernd versuchte sie vergeblich diese aufzuschieben. Rüttelte und schüttelte daran ohne dass sich diese einen Zentimeter bewegte. Wieder war es ein Knopf, der betätigt werden musste um den Schrank zu öffnen. Mit Innenbeleuchtung und einer ausfahrenden Schiene kam ihr der Inhalt entgegen gefahren. "Ah!" Sprang sie quietschende zurück vor dem angreifenden Ding bis dieses zum stehen kam und alle Kleider darin zum Vorschein brachte. Scheinbar gab es zu jedem Anlass eine Klamotte. Von légerer Freizeitklamotte zur Sportmontur und einer festlichen Robe war alles dabei nur überraschte sie die monotone Farbgebung dieser. Jedes Kleidungsstück war aus weißem Stoff und an der Brust zierte ebenfalls in weiß genäht der Name ihrer Gemeinschaft eben jene. Oriya stand zart und kaum erkennbar darauf. Ohne zu wissen was genau die richtige Auswahl war, nahm sie sich die Kleider der ersten Stange in der Hoffnung, dass sie bereits irgendwie sortiert waren und zog sich an. Es war die Sportkleidung, die sie schließlich an ihrem dürren Körper trug und mit dieser in den Gemeinschaftsbereich ging.

      Bis 8 Uhr blieb ihr noch ein wenig Zeit und so setzte sie sich einfach an das Aquarium und beobachtete dessen Unterwasserkreaturen. Eine Schande sie nur zu Unterhaltungszwecken einzusperren in einem viel zu kleinen Tank aber die Ansichten der oberen Schichten waren bekanntlich fraglich. Die Minuten vergingen bis die junge Frau nicht mehr alleine war. Es war der junge Ferrers Nachkomme, der dem sie ihr Schicksal zu verdanken hatte, der dem sie am liebsten so lange es möglich war aus dem Weg gehen wollte und trotzdem stand er da. Seine Kleidung stand ihm gut, betonten seinen sportlichen Körper und zierten ihn in einem strahlenden Silber. Ihre Blicke trafen sich und sofort ertappte sich Arisu dabei, wie sie ihn von der Ferse bis zum Haupt gemustert hatte. Hitze stieg ihr ins Gesicht und mit einem sanften rosa auf den Wangen wandte sie den Blick von ihm ab.


      A heart's a heavy burden.

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      Zack Ferrers

      Die Nacht ging nur schleppend vorbei, und erst nach längerer Zeit konnte der junge dunkelhaarige wirklich einschlafen - mit Buch in der Hand - was er eben nie aus seinen Augen ließ. Man könnte schon sagen, es war ihm wichtiger als sein Leben.
      Früh am Morgen, grade wo die ersten Sonnenstrahlen durch die Fenster durchblickten, wachte Zack auf und fing erstmal an zu grummeln. Er hatte selbst immer einen leichten Schlaf und konnte demnach von jeder Kleinigkeit schon geweckt werden. Es war schon immer so bei ihm gewesen, auch wenn er nicht immer sehr begeistert davon war.
      Schwerlich setzte er sich dann auf und fing sich an zu strecken. Der Schlaf war zwar alles andere als Erholsam, aber er war auch wieder der letzte der sich darüber beschweren würde.
      Das Buch, womit er eingeschlafen war, legte er an dem Schreibtisch neben ihm ab und stand daraufhin auf um sich nochmal besser strecken zu können, nur mit Boxer bekleidet, ging er aus seinen Zimmer um das Bad aufzusuchen - wovon sich immer welche in der Nähe der Zimmer befanden, abgetrennt von Geschlechtern waren sie aber nicht, womit sie jeder frei nutzen konnte.
      Als er das Bad betrat, war er wieder bisschen erstaunt über die hochmoderne Ausstattung, aber nicht weil er den Luxus genoss. Nein, eher war er erstaunt wie viel Ressourcen wohl in diesen ganzen Schwachsinn stecken müssen.
      Innerlich seufzend, schloss er das Bad hinter sich ab, entledigte sich der restlichen Kleidung und betrat die Dusche, die von Glastüren umgeben war und nahm damit eine kalte Dusche. Das half ihm nicht nur richtig wach zu werden, sondern auch nochmal seine Gedanken zu sammeln und einen klaren Kopf zu bekommen. Probleme mit der Bedienung hatte er zum glück nicht, da er es schon etwas von sich Zuhause kannte.
      Nach der erfrischenden Dusche, trocknete er sich zügig ab und Band sich ein Handtuch um seine Hüfte - dreckige Wäsche konnte man direkt in einen Korb im Bad lassen - und damit ging er wieder zu seinem Zimmer.
      Schnell entdeckte er den Schrank mit einer Bedienbaren Tür und öffnete diesen, während er sich dabei dem Handtuch wieder entledigte und frische Wäsche suchte. //Sie haben tatsächlich alles schon vorbereitet..// dachte er währenddessen nach und kramte sich Unterwäsche und dann Kleidung für den Tag raus. Schon fast gruselig, wie vorbereitet die sind, wenn man nicht weiß was wohl eigentlich wirklich vorgeht.
      Seufzend musterte er die Kleidung, alles war in einer einheitlichen Farbe und schien auch sortiert für verschiedene Anlässe zu sein. "Silber.. ernsthaft?" grummelte er wieder nur und nahm sich daraufhin das erste was am Bügel hang, ehe er den Schrank wieder schloss.
      Nachdem er sich seine Sportliche Kleidung anzog - die aus einer normalen Jogginghose und einem T-Shirt mit Jacke bestand - band er noch seine Haare zusammen zu einem Dutt, wo der lässig runterhing. So hatte er es eben am liebsten.

      Er kam sich, nach dem verlassen seines Zimmers nur lächerlicher vor, und würde am liebsten einfach von hier verschwinden. Doch jetzt war er hier und musste das beste daraus machen. Hier zu sein würde ihn dennoch von nichts abhalten - was er so lange schon plant.
      Im Gemeinschaftsraum konnte er bis auf eine Person noch niemanden entdecken, sie schliefen wohl wahrscheinlich noch.
      Er brauchte auch nicht genauer hinzusehen, wer bereits schon wach war und am Aquarium saß, recht gelangweilt wirkte.
      Nicht lange hatte sie ihn auch bemerkt, und einen Moment lang trafen sich ihre Augen.
      Eine gewisse Anspannung merkte Zack direkt wieder, nach kurzem ansehen, und wandte seinen Blick schnell wieder ab um sich auf der Couch hinzusetzen. Er wusste jetzt schon, dass er ihren Anblick nicht so einfach ertragen konnte aber dennoch war es nicht möglich ihr aus den Weg zu gehen. Er hasste es jetzt schon jede Minute hier zu sein.

      Nach etwas längerem warten trafen alle anderen auch langsam ein, wovon teilweise die gestrige Motivation durch Müdigkeit nun ersetzt wurde. Sofort fiel auf, das jeder hier in einer anderen Farbe gekleidet war - wahrscheinlich um sie ihrer Herkunft 'zuzuweisen' - und sie damit gut unterschieden werden konnten.
      Um Punkt 8 Uhr - als die Computergesteuerte Stimme die Zeit ansagte - öffnete sich die Türe, und wieder sah man den gleichen Mann mit seiner Bunten Kleidung.
      "Einen wunderschönen Guten Morgen!" rief er in die Runde klatschte dabei und setzte ein übertrieben gespieltes lächeln auf.
      "Wie ich sehe, seid ihr alle Pünktlich wach, damit wir direkt starten können!" freute er sich und winkte alle der Gesegneten zu sich. Wieder neben sich, befanden sich die Wachen, die ihm wohl überall hin verfolgen.
      Lustigerweise kannte Zack diesen Mann - doch nur vom sehen her - sein Vater hatte nämlich Kontakt zu ihm, natürlich geschäftlichen. Doch würde das an dieser Situation, wo Zack drin steckt nichts ändern - nicht das dieser Buntgekleidete Mann der hilfsbereiteste wäre. Er musste diesen Job hier machen.
      "Pardon, ich habe mich euch noch gar nicht richtig vorgestellt. Meine Name ist Eadmont Beaumont, aber nennt mich doch einfach nur Eadmont." Stellte er sich nochmal richtig vor und fuhr mit einer kurzen Rede fort. Die Beaumont Familie war sehr hochgestellt und dem Rat direkte Untergebene, auffällig sind sie alle mit ihrem Kleidungsstil - das war auch der einzige Grund warum sich Zack an ihn erinnern konnte.
      "Wie ich sehe, seit ihr bereits alle passend gekleidet, wunderbar! Dann sollten wir uns mal aufmachen!" freute er sich und verließ den Raum, und winkte so hinter sich das die Menge ihm doch folgen soll.

      Wieder ging es zum Aufzug, der fast mit dem ganzen Dom verbunden war, und ließ allen Gesegneten wieder den Vortritt um ihn zu betreten.
      Nachdem alle diesen betraten, folgte auch Eadmont in dessen, und begann wieder diesen zu bedienen. Die Aufzugtür schloss sich und es ging es nach unten, jedoch nicht sehr weit.
      "28. Stockwerk - Sport und Wellnessbereich" ertönte wieder als Computerstimme und die Türe öffnete sich. Eadmont verließ als erstes den Aufzug und die Menge folgte wieder. Dieses Stockwerk wirkte schon ganz anders als das vorige, denn sie kamen direkt in eine riesige Halle, einfarbig aber die Größe machte es so erstaunlich. Dort wartete bereits ein sehr großer muskulöser Mann der mit strenger Haltung die Gesegneten begrüßte.
      "Darf ich euch vorstellen, Harald, er wird sozusagen euer neuer 'Sportlehrer' und lehrt euch ebenso die Kampfkunst. Ist er nicht klasse?" sprach Eadmont wahrlich begeistert und zeigte mit beiden Händen auf ihn.
      Harald räusperte sich nur und sah böse runter, zu dem Bunten Mann. Dieser lachte, und verabschiedete sich nur noch mit den Worten.
      "Ich werde euch dann für heute in seine fähigen Händen überlassen. Vieeel spaaaß~" und war er schon wieder so schnell weg wie er gekommen war.

      Harald sah zu der Menge, musterte jeden einzelnen genau, bis er doch bei einer halt machte - zog eine Augenbraue hoch. Er hatte einen maskulinen Schnauzer und wirkte im großen und Ganzen wie ein perfekter Mann mit vielen Muskeln.
      "Willkommen, Gesegnete." begann er mit seiner schroffen Art. "Ich werde euch in all möglichen Kampfkünsten trainieren, aber auch Kraft und Ausdauer wird von Bedeutung sein. denkt also nicht, nur weil ihr klein und schwächlich wirkt, das ihr verschont bleibt. Nur wer stark ist wird in dieser Welt überleben." dabei ist sein Blick insbesondere auf das schwächlich wirkende braunhaarige Mädchen gerichtet.
      "Nun lasst erstmal sehen, was ihr so drauf habt." räusperte er sich wieder. "Jeder von euch sucht sich einen Sparringpartner und werden gegeneinander antreten. Wenn ihr euch zusammengefunden habt, kommt dann rüber zu den Matten."
      erklärte er kurz mit einem grinsen im Gesicht und begab sich in die rechte Ecke der Halle, wo sich diese Matten befanden.

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      Wieder brachen Sie auf, stets in der Begleitung des grell gekleideten Vogels, der diese Räumlichkeiten wie seine Westentasche kannte. Erneut den Weg zum grässlichen Gefährt gebahnt, das den Höhen dieses Bauwerkes mächtig war und ihnen ermöglichte in wenigen Momenten die Geschosse zu wechseln. Noch immer wurde Arisu schwindelig beim Benutzen des Lifts und so stolperte sie als Letzte aus diesem hinaus. Um den Anschluss nicht zu verlieren legte sie einen Zahn zu und kam vor lauter Übelkeit halb außer Atem gerade so zum stehen, bevor sie in einen der Gesegneten vor ihr rennen konnte. Mit weit aufgerissen Augen und wedelnden Armen suchte sie ihr Gleichgewicht, nachdem sie auf den Zehenspitzen bremste und kam mit den Fersen wieder auf die Erde nieder.

      Schnell riss der muskulöse Mann die Aufmerksamkeit an sich. Wie ein Sportlehrer sah er nicht aus, eher wie ein General der Armee, der nebenberuflich sich den Spaß erlaubte gesegnete Kinder zu Tränen zu quälen. Der bissige Kommentar Haralds blieb der Brünetten dabei nicht unbemerkt. Eine Augenbraue zuckte in die Höhe, hatte er die Worte tatsächlich direkt an sie gewandt? Von Manieren hatten die ach so heiligen Personen der inneren Ringe wohl nicht viel in ihrer Erziehung gehört. Gereizt pustete Ari die Luft aus ihrer Nase. Welch Frechheit einfach anhand ihres Äußeres auf ihre Fitness zu schließen! Es brannte ihr auf der Zunge den Herren zu belehren, ihm einen gut gemeinten Rat mit auf den Weg zu geben aber sie wusste es besser als sich auf solch nidere Provokationen einzulassen.

      Jeder der auserwählten erhielt einen Partner zugewiesen. Natürlich war die Oriyarin nicht sonderlich überrascht als sie dem ihren Gegenüber stand. Das perfekte blonde Haar, war ihr bereits am ersten Abend aufgefallen. Wie auf den Zügen eines Prinzen fielen sie ihm ins Gesicht und umschmeichelten seine Kanten. Die hellen Augen verschmähten das Antlitz der schmächtigen Frau, wie eine Bestie, die bereit war sich über seine Beute zu stürzen. Schwer ausatmend wandte die junge Dame ihm den Rücken zu um die Ausrüstung anzulegen. Neben der Handschuhe, die Arisu übergestülpt bekam half ihr ein weiterer Assistent in den Kopfschutz wobei sie nicht das Gefühl los wurde, dass man ihr absichtlich an den Haaren gezogen hatte. In voller Montur und auch noch den Mundschutz zwischen die Zähne geschoben wurde die neunzehnjährige auf die Matte geschubst. Mit ernster Miene behielt sie den in komplett gold gekleideten vor sich im Auge. Er hatte es sich nicht nehmen lassen, sein Oberteil auszuziehen, um seine Muskelpracht zur Schau zu stellen. Als hätte er sein Leben lang auf diesen Tag gewartet, grinste er freudig vor sich hin. "Na bereit für deine ersten gebrochenen Knochen? Wollen wir doch Mal sehen ob die alte Ivory nicht doch schon ne Schraube locker hat eine wie dich mit einem Schicksal zu segnen." Die Worte spuckte er ihr quasi vor die Füße. Seine Abscheu war kaum zu überhören doch diesmal lief es Arisu nur kalt den Rücken hinunter. Der Typ hatte sie doch nicht mehr alle! Mit allen hier stimmte doch etwas nicht. Wie konnte man sich nur so sehr darauf freuen, einem anderen Menschen leid zuzufügen? "Ihr seid hier um zu trainieren. Beginnt!" Erinnerte einer der Assistenten den Blondschopf an seine Aufgabe wobei auch ihm ein Schmunzeln ins Gesicht geschrieben stand. Die Hände ans Kinn gehoben stellte sich Arisu ihrem Schicksal. //Du bist schneller als er und cleverer. Es kommt auf die Technik an...nicht auf die reine Muskelkraft.// Versuchte sie sich in einem Mantra selbst zu beruhigen und an die Dinge zurück zu erinnern, die ihr Bruder sie gelehrt hatte. Aisu war ein hervorragender Kämpfer gewesen auch wenn die jüngere Schwester nie verstand wieso er daran seinen Spaß fand, so sah sie ihm häufiger dabei zu, wie er trainierte und die Kinder im Dorf unterrichtete.

      "Die Atmung ist das A und O! Nur die Ruhe und einen kühlen Kopf bewahren. Wer nicht bei der Sache ist verliert schnell die Konzentration und somit auch jegliche Spannung im Körper." Seine Stimme klang so warm und herzlich, während er mit den Kindern sprach. Keines von ihnen älter als zehn Jahre aber heiter am hüpfen und aufsagen seiner Weisheit. Ein flüchtiges Lächeln, warf er seiner Schwester zu, die aus den Augenwinkeln immer wieder herüber schielte. Unbemerkt blieb es ihm nie, wenn sie Mal wieder den großen Bruder beobachtete. Oft genug musste Arisu als Versuchskaninchen hinhalten, damit Aisu an jemand vergleichbaren die Tipps und Tricks vorführen konnte. Viel abgewinnen konnte die kleine dem Kampfsport nie, ihr Herz brannte fürs Wasser - ganz egal ob sie selbst darin schwamm oder sich auf einem Segel bewegte aber trotzdem verneinte sie keine einzige Anfrage ihres Bruders. Wie sehr sie sich wünschte, er würde an ihrer Stelle dem Schönling zeigen was es hieß seinen Gegner zu unterschätzen...

      "Na los Püppchen. Ich gebe dir einen Freifahrtschein. Einen Schlag darfst du mir geben bevor ich dich zu Feinstaub verarbeite." Wieder dieses dämliche Grinsen auf seinen Lippen. Wenn sie könnte, hätte sie es ihm sofort ausgetrieben doch Arisu hielt sich bedeckt, weiterhin in Stellung statt den Fehler zu machen unbedacht anzugreifen. "Dann nicht aber lieg mir im Nachhinein nicht in den Ohren, ich hätte es dir nicht angeboten." Zuckte er mit den Schultern und setzte innerhalb von einer Sekunde direkt zum Gegenschlag an. Das Herz stolperte aufgeregt in ihrer Brust und mit weit aufgerissenen Augen duckte Ari sich vor seiner ausholenden Hand. Es war nicht das erste Mal, dass sie diese Bewegung ausgeübt hatte, soviel sah man ihr zumindest an aber die Überraschung stand ihr deutlich ins Gesicht geschrieben. Daneben... Sie war ihm tatsächlich ausgewichen. In genau so ein verwirrten Ausdruck blickend hätte sie am liebsten das Handtuch geschmissen und diesen kleinen Sieg für sich gefeiert aber damit war das Training noch lange nicht beendet. Schnell folgten weitere Hiebe, denen die Brünette ebenfalls ausweichen konnte, ganz zum Zorn des Mannes, dem langsam immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Unkontrollierter und wütend ließ er diese Vorführung nicht über sich erdulden, bis er Arisu nicht endlich zu fassen bekam. Eine Faust direkt in die Seite ließ einen pochenden Schmerz durch ihren Körper fahren, sodass die kleine Frau mit einem schmerzerfüllten Stöhnen in sich zusammen sackte. Die Haltung verloren, dauerte es nicht lange bis der nächste Schlag sie traf und ihr das Gleichgewicht raubte.
      Auf der harten Matte landend, hoffte man auf das Ende der Einheit. Der Sieg gehörte dem Jungen des inneren Ringes aber der Assistent griff nicht ein. Als ein Tritt auf die am Boden liegende folgte, rollte sie gerade noch rechtzeitig davon um nicht erwischt zu werden doch den zweiten sah sie nicht kommen. Direkt in der Magenkuhle gelandet, spuckte Ari den Mundschutz aus während ihre Sicht verschwamm. Amüsiert über den Anblick, bekam ihr Gegner Lust nach mehr und trat immer wieder auf sein Opfer ein. Mit den Händen über den Kopf gehalten, wartete Ari auf das Ende der Prügellei oder darauf, dass ihr Körper unter den Schmerzen aufgeben würde.
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      Zack Ferrers

      Auch Zack fand seinen Partner, und zu seiner 'Freude', war es das Mädchen von Gestern. Dieses sportlich, leichtbekleidete Mädchen was vergeblich versucht hatte seine Aufmerksamkeit zu bekommen. Auch jetzt hatte sie wohl die eintönige Kleidung modifiziert für ihren eigenen Stil, ihre Kleidung strahlte in einem Königsblau. Jeden in diesen unterschiedlichen Farben zu sehen, wirkte schon bisschen lächerlich.
      "Oh hallo!" begrüßte das Mädchen Zack mit einem frechen grinsen. "So schnell sieht man sich wieder. Ich hoffe diesmal ziehst du nicht so einfach ab, wie gestern." neckte sie ihn, drehte sich währenddessen um - sie konnte ihre Motivation kaum zurückhalten - und ließ sich ungeduldig die Schutzausrüstung von einem Assistenten anziehen, Zack tat es diesem gleich. Ohne weitere Worte auszutauschen waren sie auch schon fertig und sich zueinander um, nicht eine Sekunde später hob das Mädchen namens Meg schon ihre Arme und begab sich in Kampfhaltung.
      "Na los! lass uns anfangen!" sprach sie motiviert, freudig auf den kommenden Kampf. Zack hingegen begab sich ebenso in Kampfstellung, er ist sich sicher dass dieses Mädchen zwar sehr sportlich ist - und sicherlich hatte sie auch gut Kampfsport trainiert - aber war nie selber in einen Kampf verwickelt.

      Im Gegensatz zu Zack. Als Kind, hörte er nie wirklich auf seine Eltern, und war damit ständig in irgendwelche Kämpfe verwickelt, selbst die er nicht gewinnen könnte, und bleib selten wirklich mal einen Tag Zuhause - Er war viel lieber in den äußeren Ringen unterwegs und fing sich dort immer nur ärger ein. Schon im Kindesalter hatte Zack einen starken Gerechtigkeitssinn, und half jedem den irgendwie unrecht getan wird. Durch seine Draufgängerische Art und Weise, hatte er auch einen Menschen kennengelernt - den er heute wohl zu seinen besten Freunden zählen würde - hätte das 'Schicksal' ihm nicht einen Strich durch die Rechnung gemacht.
      Allerdings wurde dieses Verhalten nach langen Versuchen durch seinen Vater irgendwann "ausgetrieben" - mit sehr strengen Mitteln - und so hatte er kaum noch Freiheiten in seinem Leben gehabt, und konnte nicht anders als irgendwann der 'stolze' Sohn der Ferrers zu werden. Mit den Gedanken konnte er sich bis heute nicht wirklich anfreunden.

      Ohne jegliche Vorwarnung ging Meg zum Angriff über, doch alles was Zack tat war ausweichen oder blocken. Es war für ihn kein großes Problem, die Schritte ihres Gegenübers vorherzusehen. Das macht die große Erfahrung seinerseits, und die mangelnde ihrer - da können ihre Schritte und Schläge noch so perfekt aussehen.
      Jedem wohlhabenden Kind werden solche Dinge beigebracht, doch nur wenige brauchen das wirklich in ihren Leben. Er hielt sich schon zurück, da er sie natürlich nicht verletzen wollte.
      Sie versuchte verzweifelt weiter wenigstens einen Schlag zu treffen - sie wird ungeduldiger und wilder mit den Schlägen, manche davon hätten Zack fast erwischt - Doch nutzte er ihre ungeduld für sich. Ihren Letzten Schlag den sie versuchte zu landen in Kopfhöhe, konnte er mit der Hand abhalten, und am Arm festhalten um sie überzuwerfen, so dass sie mit dem Rücken auf der Matte landete.
      "Autsch.." meckerte sie als sie auf der harten Matte gelandet war und hielt sich an der Wunden Stelle.
      "Tut mir leid." meinte Zack und hielt ihr daraufhin die Hand hin, um ihr direkt wieder aufzuhelfen.
      "Es war ein guter Kampf. Du hast schon echt was drauf." ermutigte er das Mädchen, was bisschen niedergeschlagen wirkte nach dieser Niederlage, und schaute zu ihm auf. Verlegen fing sie wieder an zu lächeln, und kratzte sich an ihrer Wange.
      "Danke." nahm darauf seine Hand dankend, und stand mit Zacks Hilfe wieder auf.
      Als sie wieder stand, wirkte sie wieder motivierter. "Revanche?" fragte sie wieder frech. Bevor Zack überhaupt geantwortet hatte, lenkte ihn ein dumpfes wiederholendes Geräusch ihn ab. Er wanderte mit seinem Blick über die Schulter, um der Quelle des Geräusches nachzugehen.

      Auf der gegenüberliegenden Seite, war ein Blonder Junge, mit goldener Kleidung, der auf jemanden mit braunen Haar drauftrat - Er fand es wohl sehr Amüsant, auf eine hilflose Person am Boden einzutreten.
      Zacks Blick verfinsterte sich, und konnte nicht wirklich tatenlos zusehen - Gefühle von früher kamen dabei etwas hoch - und machte sich ohne zu zögern auf zur gegenüberliegenden Seite um diese Grausamkeit zu beenden. Sonst tat es ja niemand!
      Selbst dieser Muskulöse Mann, der deren 'Lehrer' sein soll stand nur da und sah sich alles mit an. Wollte er das etwa?

      Grade als er ein weiteres Mal auf das wehrlose Mädchen eintreten wollte hielt Zack den Blondschopf am Oberarm und zog ihn mit Kraft zurück.
      "Es reicht." sprach er mit befehlendem Ton, ließ dabei den Oberarm des Goldjungen nicht los. Der Blonde Junge drehte seinen Kopf zur Seite, und sah Zack mit einem erst abwertenden Blick an, doch wandelte es sich schnell zu einem lächeln, als er realisierte das er aus guten Verhältnissen war.
      "Ach keine Sorge. Ihr geht es gut! ich wollte nur zeigen, wo ihr Platz ist." erklärte sich der Goldjunge mit einem lächeln, und versuchte sich vom Griff zu befreien - vergeblich. Zacks Griff wurde nur fester, und seine Laune schlechter.
      "Was denn? willst du etwa auch mal? Ich glaube sie hat noch nicht wirklich ihren Platz gefunden." sprach er weiter in einen überheblichen Ton und fing leicht an zu lachen.
      "Ich habe gesagt es reicht. Bist du etwa schwerhörig?" wiederholte sich Zack mit einem aggressiveren Ton als zuvor, und schubste zugleich den Blonden nach hinten, weg von der Verletzten.
      "Hmm?" schaute der Blonde verwirrt zu Zack. "Was ist denn jetzt dein Problem?" wurde er etwas genervter, sein lächeln war auch verschwunden.
      Doch stellte sich Zack nur schützend vor dem Mädchen, ohne irgendwelche weiteren Worten von sich zu geben.
      "Geh mir aus dem Weg." rief der aggressive Junge zu Zack, schon gar mit einem befehlenden Ton, doch wich Zack nicht zur Seite.
      "Wie du willst." meinte er selbstsicher. "Das wirst du noch bereuen!" fügte er hinzu und holte zum Schlag aus.
      Zack blockte den plötzlichen Angriffs seines Gegenübers, und holte mit voller Kraft zum Gegenschlag aus - Und traf ihn mitten ins Gesicht. Den Mundschutz, den sie bekamen spuckte der Blonde aus und taumelte dabei zurück.
      "DU VERDAMMTER..!" fing der wohlhabende Junge an zu fluchen, aber ächzte laut vor schmerzen. Grade hielt Zack sich zurück, da es keinen Grund gab eine Verletzung zu riskieren, doch bei dem Arroganten Idioten hatte er tatsächlich für einen kurzen Moment seine Beherrschung verloren.
      "Was? willst du noch mehr?" drohte Zack ihm, kam sogar einen Schritt näher.
      "Es reicht jetzt!" ertönte eine strenge Männliche Stimme plötzlich neben ihnen und drückte die beiden streitenden mit Leichtigkeit auseinander.
      "Das wird hier langsam zu viel. Ihr beiden beendet eure Streitigkeiten sofort." befahl Harald mit strengen Ton und sah runter zu den beteiligten.
      Harald sah dabei zu den Blonden, mit blutender und dicker Nase. "Du und das Mädchen geht erstmal zur Krankenstation. So kann ich euch hier nicht gebrauchen." und zeigte dabei zu einer Tür, Nahe der Matten - vermutlich hatten sie eh mehrere Räume für Notfälle direkt da.
      Kurz sah er rüber zu Zack, der geschickt den Blick von Harald abgewendet hatte, als würde er nichts damit zu tun haben.
      "Und du..." seufzend sah er daraufhin zu dem Mädchen was am Boden lag. "Du hilfst ihr gefällig, da du dich schon eingemischt hattest." befahl er, wandte sich daraufhin direkt ab. "und denk nicht das du ungeschoren damit davon kommst!" schrie er nochmal hinterher, um Zack nochmal einen weiteren 'Tritt' zu verpassen.
      "Tsk.." machte Zack, das hatte er nun jetzt davon, sich eingemischt zu haben. Sein innerer Drang, hatte ihn einfach dazu gezwungen.
      Genervt kniete sich Zack dann zu dem Mädchen runter, jetzt erst erkannte er auch wer es war. //Was ein Zufall..// dachte er sich nur dabei, musterte reflexartig sie auch komplett, er hatte sie schon wirklich schlimm zugerichtet..
      "Kannst du aufstehen?" fragte er dann leicht genervt, und hielt ihr gleichzeitig die Hand hin, um ihr aufzuhelfen. Vielleicht hatte er sich doch zu sehr darin eingemischt.. fragte er sich während er das Mädchen gemustert hatte.

      Was ein toller erster Tag!