To be destined [Aozora & Michiyo]

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    • To be destined [Aozora & Michiyo]

      Oriya, das Reich aus dem Arisu stammte, war das äußerste der Landesringe und befand sich mit samt seinen Bewohnern annähernd komplett auf Wasser. Aufgeständert und auf mühsam erbauten Holzkonstruktionen sah sich das Volk, dem kaum Land zum Leben gelassen wurde gezwungen sich dem mächtigem Meer zu bedienen um die wenige Erde dem Anpflanzen von Nahrungsmitteln zu widmen. Ein Leben fern des Wassers kann sich die junge Frau, in der blühte ihres jungerwachsenen Daseins kaum vorstellen, war das blaue Nass ihr stetiger Begleiter und die hölzernen Dielen ihr Boden unter den Füßen. Nur für eine Nacht, wenige unbedeutende Stunden musste sie wie alle anderen die Erde unter ihren Schuhen vernehmen, den harten, nicht nachgebenden noch wackelden Grund beschreiten um der lieblichen Stimme der hellsehenden Frau zu lauschen um Zeuge einer neuen Ära zu werden. Der staatliche Transport zum innersten Gebiet bereitete ihr schon seit ihrer ersten Reise Heide Kopfschmerzen. Das arhythmische Hin und Her des Zuges und das heftige Schaukeln und knarren der Schienen waren alles andere als sie vom seichten Wellengang ihres Hauses kannte. Sie hasste es, alles davon – die lange Fahrt, die seltsamen Kreaturen der höheren Ländereien und vor allem die ganzen abwertenden Blicke. Wieso mussten die Herrschaften der ärmsten Reiche überhaupt erscheinen, wenn sie nur verachtet wurden und sowieso keine Gunst für ihre Familien ausgesprochen wurde? Nur um die Missstände des Landes unter die Nase gerieben zu bekommen, ein Reminder, dass sie abtrünnige waren, nichts als Abschaum, der nicht wusste wie er sich auf dieser Party verhalten sollte und deswegen verdutzt und wie auf einem Hühnerhaufen in Scharen in der Ecke aufeinander hockten. Es war nichts weiter als die Demonstration von Macht, eine Demütigung und trotzdem mussten sie hin. Ungerechtfertigte Abwesenheit wurde hoch bestraft, wieder je niedriger der Rang, desto skrupelloser wurde vorgegangen. Eine gut gemeinte Verwarnung im vierten Ring würde im siebten das auspeitschen am Pranger und einen Monat an verlorener Essenslieferung gleich kommen. Fern bleiben war schlichtweg keine Option!

      Diesmal schienen die Sterne günstig zu stehen, denn die Verkündung lies weniger lang auf sich warten als in den vergangenen Jahren oder kam es Ari nur so vor weil sie es tatsächlich geschafft hatte eines der Spinathäppchen zu ergattern? Genüsslich verzehrte sie es, die Geschmacksknospen gebannt von der butterweichen Konsistenz und dem unvergleichlichem Aroma stopfte sie sich das Ding im Ganzen hinein und während der Spinat in die Zwischenräume ihrer Zähne vordrang ruhten plötzlich alle Augen auf dem Mädchen. „Die jüngste Tochter der Familie Zhura wird das Leben des ältesten Sohnes der Familie Ferrers beenden.“ Hallten die Worte der begabten Ivory in der Luft und ließ alle Anwesenden verstummen. Kaum zu glauben, dass nach knapp siebenundneunzig Zyklen ohne ein Segen in den untersten Schichten ausgerechnet das Mädchen von Nebenan, aus dem Armutsviertel Oriyas gesegnet wurde doch mit welchem Schicksal? Was hatte das ganze zu bedeuten und würde Ari tatsächlich für den Tod Zacks verantwortlich sein? Sollte sie wirklich eines Tages ein Menschenleben auf dem Gewissen haben?

      Zack: @Aozora Tori
      Arisu: @Michiyo
      A heart's a heavy burden.

    • Der Puls der neunzehnjährigen nahm rasch an Tempo zu. Immer doller schlug das Herz in ihrer Brust gefühlt gegen ihren Rippenkäfig und hallte in ihren Ohren. Sie schluckte schwer, zwang den plötzlich so festen Brocken des Spinat-Häppchens ihre trockene Kehle herunter und begann leicht zu Husten. Ein Krümel hatte sich vor lauter Aufregung in ihre Luftwege verirrt und machte die ohne hin schon unangenehme Situation nicht gerade leichter. Sich räuspernd fing sich die Oriyarin wieder und sah verdutzt in die verwirrten Gesichter, die auf sie gerichtet waren. Arisu hasste es im Mittelpunkt zu stehen. Es war schon immer die reinste Hölle für sie gewesen auch für Reden in größeren runden war sie nicht geschaffen - eines der Aspekte, an denen sie für ihre Arbeit als angehende Lehrerin noch arbeite. So wie die Massen verstummten wurde der Druck auf ihren Schultern immer größer, als musste sie sich rechtfertigen doch als sie gerade den Mund öffnete um irgendwas - Ari hatte keinen blassen Schimmer was - zu sagen, da riss das Orakel mit einem weiteren Räuspern die Aufmerksamkeit an sich. Da die Verkündung der Schicksale nach der Reihenfolge der Ringe bekannt gemacht würden war die Gunst der Zhura Tochter die letzte, die verkündet wurde bevor die Gesegneten sich auf ihren Weg machen würden.

      Während die Stimmen der Gäste wieder die Oberhand gewannen und die seichte Musik des Orchesters erklang, machten sich die gesegneten auf durch die Massen. Für sie war die Feierlichkeit beendet oder besser gesagt an einen anderen Ort verschoben. Die Kinder der inneren Ringe wussten genau wohin es ging und was zu tun war. Sie wurden ihr Leben lang auf diesen Tag vorbereitet, darauf ihren Familien und der Gesellschaft Ehre zu erweisen und ihren Einfluss weiter zu verbreiten doch die auserwählten der unteren Klassen standen genau so angewurzelt und hilflos wie Arisu da. Noch immer klopfte ihr Herz wie wild und hektisch sah sie sich um, suchte nach ihren Eltern, bekannten Gesichtern oder irgendjemanden der ihr helfen würde. An Situationen wie diesen musste sie immer an ihren Bruder denken. Aisu hätte gewusst was zu tun war, er wäre ohne zu zögern und selbstbewusst wie er war los stolziert, hätte seinen Angehörigen vermutlich noch einen Luftkuss mit einem breiten Grinsen auf den Lippen zugeworfen und wäre in Richtung Dom aufgebrochen. Natürlich wusste auch die jüngere Brünette was zu tun war - zumindest in der Theorie, schließlich hatte sie oft genug darüber gelesen und den vergangenen Gesegneten hinterher gesehen. Ein letztes Mal atmete sie durch, tief ein und aus bevor auch ihre Beine sich in Bewegung setzten. Mit gesenktem Kopf trottete sie auf ihr neues Zuhause zu und sah dabei nur auf, wenn sie sich Mal wieder zurück wandte um vielleicht doch noch ein vertrautes Gesicht zu erhaschen. Sie war nicht bereit zu gehen, hatte niemals damit gerechnet ihre Familie an jenem Tag verlassen zu müssen. Nicht Mal irgendwelche letzten bedeutungsvollen Worte hatte sie ihnen mitgegeben. "Ich hasse Züge." war der letzte grummelige Satz, der ihr über die Lippen gekommen war als sie noch gemeinsam im staatlichen Transportmittel vom äußersten zum innersten Ring saßen. Welch Schande dachte sie sich und fragte sich wann sie ihre Familie wohl wieder sehen würde.

      Immer leiser war die Geräuschkulisse der Zeremonie hinter ihr zu vernehmen als sie sich dem Dom Stück für Stück näherte. Eine kleine Traube hatte sich auf dem Hof des prunkvollen Gebäudes angesammelt. Alle samt waren sie von Ivory dem stehendem Orakel gesegnet worden. Keine dieser Personen kam Arisu bekannt vor. Woher denn auch? Strom war in Oriya Mangelware, auf dem Wasser auf dem sie lebten sowieso. Familien, die ein Luxusgut wie ein Radio besaßen konnten sich schon glücklich schätzen, da war das nutzen von öffentlichen Fernsehen kaum zu denken. Nur anhand ihrer Kleidung konnte Ari erahnen wer welchem Geburtsort entsprang und demnach welchen Namen sie trugen. Zack Ferrers, den Mann für dessen Abkommen sie wohl oder übel verantwortlich sein würde, erkannte sie genau so wenig. Seltsam der Gedanke für jemandes Tod Schuld zu tragen ohne dieser Person auch nur ein Gesicht zuordnen zu können. Als Ari ankam und sich den anderen näherte waren erneut alle Blicke auf sie gerichtet. Obwohl alle Schicksale relevant waren gab es keinen sonst unter ihnen, der das Ableben eines anderen verursachen sollte - dann ausgerechnet noch dem Sohn des zweiten Ringes...

      Aus dem Reflex heraus wanderte ihr golden brauner Blick auf eine dieser im Haufen stehenden Personen. Ein hübscher, großer Mann mit gerader Haltung und streng wirkenden Blick. Sein Haar war dunkel Braun, die Augen hell und die kantigen Gesichtszüge erinnerten sie für einen flüchtigen Moment an ihren Bruder. Viel lieber würde sie ihm Gegenüber stehen statt diesen Fremden um sie herum. Da der junge Mann ihren Blick wahrnahm lief Ari sofort die Schamesröte auf die Wangen. Heiß und glühend verteilte sich die Wärme auf ihrer Haut doch anders als gewöhnlich wandte sie nicht den Blick zu Boden sondern blieb an seinen Augen kleben. Ihr Herz, das seit der letzten Bekanntgabe des Orakels in Dauerschleife polterte schien für den Bruchteil einer Sekunde auszusetzen oder war es nur der Schock, der ihre Ohren betäubte und deswegen das vorher laute bum-bum ausblendete?

      Ein Herr, fein gekleidet und mit einer ausgefallenen Frisur begrüßte die Gruppe. Im Schlepptau hatte er mehrere Leibwächter, die in Vergleich zu den bunten Klamotten des Herren aussahen wie triste Roboter. "Willkommen Willkommen ihr lieben Gesegneten. Hiermit begrüßen wir, der große Rat euch in eurer neuen Heimat." Begann er künstlich aufgespielt und höflich wie Ari es für Menschen in den höchsten Klassen nicht für möglich gehalten hatte. Alles nur aufgesetzt dachte sie sich und schenkte lieber wieder dem Boden unter ihren Füßen die Aufmerksamkeit. Gemeinsam trotteten sie hinein, lauschten den Einweisungen des Herren und würden schon bald ihre Zimmer zugeteilt bekommen.
      A heart's a heavy burden.

    • Zack Ferrers

      "Zack, bring mir doch bitte die Flasche da, ja?" sprach sein Vater - leicht beschwipst - und winkte ihn dabei zu sich.
      Ja, Zack so wie seine gesamte Familie sind natürlich auch anwesend an diesem großen Fest. Während seine kleinen Geschwister sich vollstopften mit den leckersten Süßigkeiten und Kuchen, waren seine Eltern damit beschäftigt, sich es mit etwas 'Spaßtrunk' - so hatte es sein Vater immer genannt - gut gehen zu lassen. Einmal Jährlich findet dieses große Fest statt, und die Familie Ferrers ist an der Planung und Veranstaltung nicht ganz unbeteiligt. Sein Vater, Ray war einer der Veranstalter dieses Festes, und so bekam er auch auf diesem Fest immer sehr viel Aufmerksamkeit. Natürlich nicht so viel, wie das Orakel die immer ihre Ankündigungen machte und damit die volle Aufmerksamkeit der Menschen bekam.
      Zack selbst, hasste dieses Fest jedes Jahr aufs neue. Scheinheiligkeit, Missgunst, unehrlichkeit war schon 'Alltag' geworden.
      Er mischte sich gerne unter das Volk, und bekam so das eine oder andere mit, aber wirklich auffallen tat er nur selten, da war er zum glück eher der unauffällige Typ.

      Als es endlich begann, begab sich Zack auch wieder zurück zur seiner Familie, um genauer zu sein, zu seinen zwei kleinen Geschwistern, die noch immer fleißig am essen waren. Der dritte, mit 17 Jahren, saß immer in der Nähe von Vater, und war ihm deutlich ähnlicher als Zack, der eigentlich das nächste Erbe bekommen sollte. Er verstand sich auch nicht so gut mit Zack, vermutlich aus Neid.
      Wie jedes Jahr, waren die Ankündigungen nichts besonderes, und hatten auch nie etwas mit der Familie Ferrers zu tun gehabt. Zack wusste, dass sein jüngerer Bruder eigentlich nur darauf brannte, gesegnet zu werden. Doch das sollte wohl einfach nicht passieren. Grade als der dunkelhaarige sich ein kleines Stück Kuchen genehmen wollte, ließ ihm die letzte Ankündigung den Hunger schnell vergehen.

      „Die jüngste Tochter der Familie Zhura wird das Leben des ältesten Sohnes der Familie Ferrers beenden." hallten durch den riesigen Saal, was für eine augenblickliche Stille sorgte. Es kam nicht oft vor, dass eine Verkündung der ehrwürdigen Ivory tatsächlich mit dem Tod einer Person zu tun hat ..
      Zack verschluckte sich genauso, musste stark husten, und konnte erst zu dieser 'Tochter der Zhura' sehen, als er sich wieder etwas beruhigen konnte. Mit leichtem husten erhob er sich also, um diese Person ausfindig zu machen, die erwähnt wurde.
      Er konnte ein Mädchen erkennen mit langen braunen Haaren, doch die ganze Aufmerksamkeit grade ihr zuteil wurde. Zumindest für einen kurzen Moment.
      Grade als sie wohl etwas sagen wollte, was eher wie ein verzweifelter Versuch wirkte irgendwie sich zu erklären, unterbrach Ivory wieder mit einem räuspern, und die normale Stimmung kehrte schnell wieder ein.

      Unter den ganzen Menschen, die sich wieder der Feier widmeten, hatte er das Mädchen schnell aus den Augen verloren.
      //Soll das ein Witz sein?// dachte er angestrengt, ließ dabei den angeknabberten Kuchen auf den Boden fallen, so starr wie er war.
      "Das kann doch nicht im ernst sein!" hallte es plötzlich neben Zack sehr laut. Sein Vater erhob sich von seinem Tisch und konnte es kaum glauben was er da gerade gehört hatte. Er war sichtlich verärgert darüber, dass sein Sohn, der Erbe der Familie Ferrers, so ein Schicksal ereilen würde.
      Die Mutter, Lucy, stand seit der Ankündigung einfach da, und war offensichtlich überfordert. Grade als Zack seine Gedanken wieder sammeln konnte, ging er zu seinen Eltern und versuchte sie zu beruhigen.
      "Macht euch keine Sorgen." sagte er ihnen mit ernsten Blick, doch reichte das natürlich nicht. Seine Mutter nahm ihn sofort in den Arm, wie eine fürsorgliche Mutter es eben tat, und weinte. Sie war eine leichtgläubige und konservative Frau, und Zack war sich sicher, dass sie an diese Verkündung glaubte.
      //Was ein Schwachsinn..// war Zack sehr unglaubwürdig innerlich, doch von außen gab er den ernsten und gefassten Sohn.
      "Alles wird gut, Mutter." sagte er mit ruhigen Ton und löste sich damit von der Umarmung seiner Mutter. Kurz bevor er aber losgehen konnte, zupfte noch etwas an seinem Hosenbein.
      "Zack? wirst du fortgehen?" fragte sein kleiner Bruder, grade mal 11 Jahre alt, sein Gesicht voller Zuckerguss was von dem Kuchen kam, und sah ihn mit sorgevollen und riesigen unschuldigen Augen an. Die 4 Jährige kleine Schwester, stand daneben und hielt seine Hand fest, wirkte aber auch sehr verwirrt.
      Zack kniete sich zu den beiden runter und umarmte beide, Leise flüsterte er ihnen etwas zu was nur sie hören konnten.
      "Keine sorge, ich werde zurückkommen. Und dann verrate ich euch mein größtes Geheimnis, ok? das bleibt aber unter uns.." löste sich mit den Worten von ihnen und lächelte sie ein letztes mal an, bevor er sich wieder erhob.
      Er sah einen letzten Augenblick noch zu seinen Eltern, bevor er dann sich auf den Weg machte. Viel zu sagen gab es da einfach nicht mehr, auch von seinem 17 jährigen Bruder gab es keine Abschiedsworte.

      Niemand war darauf gefasst, und die Sorge der Familie war groß um ihren ältesten Sohn. Mit ernstem Blick, und strammen Gang machte er sich auf zum Dom, wo am Eingang er bereits schon viele sah die sich dort versammelt hatten. Er war wohl einer der letzten die hier ankamen, und begeistert darüber war er auch nicht unbedingt hier jetzt zu sein.
      Gedankenversunken sah er Richtung Tür- ignorierte dabei alle anderen um ihn herum - wo wohl jemand gleich rauskommen sollte, um die 'gesegneten' zu begrüßen. Das würde ihn schon fast zum lachen bringen, so lächerlich war es für Zack, doch eine andere Wahl blieb ihm grade nicht.
      Seine Blicke wichen irgendwann doch von der Türe ab, sah um sich um und konnte dabei entdecken, dass er von jemanden angestarrt wurde. //Das Mädchen von vorhin..// dachte er genervt, als er ihre braunen langen Haare von vorhin erkannte. Diesmal konnte er sie genauer betrachten, und musste doch feststellen, dass sie schon sehr schmächtig und schwach aussah. //Das kann einfach nicht stimmen..// dachte er abwertend ihr gegenüber und wandte sich mit starren Blick wieder nach vorne, Ignorierend dabei, was sie tat.

      Endlich kam jemand, um die neu gesegneten zu empfangen - wirkte sehr gespielt, was Zack aber schon gewohnt war - und folgte mit den anderen in die große Eingangshalle des Doms. Was auffiel, war der riesige Aufzug in der Mitte des Gebäudes, der mit allen anderen oberen Stockwerken verbunden war, und der bunt gekleidete Mann fing an alles nötige vorzustellen.
      Der Mann wirkte sehr theatralisch und machte wohl mehr fuchtlige Bewegungen als er sprach. Er erklärte die Hausregeln, und weitere wichtige Dinge die im Dom zu beachten sind.
      Doch wirklich, was sie erleben oder lernen werden, hielt der bunte Mann im Anzug wohl mit Absicht zurück.
      "Nun, da erstmal alles wichtige geklärt ist, zeigen wir euch eure Räumlichkeiten, wo ihr ab sofort wohnen werdet. Keine Sorge, es ist schon alles vorbereitet." erklärte er weiter. "Los, Los folgt mir." forderte er sie daraufhin auf, ihm zu folgen, dabei blieb er vor den großen Aufzug stehen, und drückte auf den Knopf. Wo sich langsam die Aufzugstür öffnete, erkannte man erst, wie groß es tatsächlich war, und dass die ganze Truppe locker reinpasste.

      Sie fuhren recht weit nach oben, Jedes der Stockwerke wurde angekündigt, von einer Computerstimme. Der Aufzug blieb dann irgendwann stehen und die Computerstimme sprach "Stockwerk 34 - Wohnquartiere" und öffnete daraufhin die Türen.
      Ein schmaler gang folgte, der aus Glas gebaut wurde. Wieder Zügig durchquerten sie den Ganz, und betraten den ersten Raum den sie begegneten. Es war wieder eine Computergesteuerte Tür, die der bunte Mann erst öffnen musste.
      "Los tretet ein." lud er sie ein und trat ein Schritt Zur Seite, als die Tür sich öffnete.
      Ein riesiger Wohnraum öffnete sich, mit allmöglichen neumodischen Sachen.
      "Das wird euer Aufenthaltsraum sein, und an den Seiten werdet ihr weitere Türen finden, mit euren Namen drauf! das sind eure Schlafgemächer." woraufhin man nur ein kichern hörte.
      Nachdem alle 'Gesegneten' den Raum betraten, verabschiedete sich der Mann auch schon wieder, blieb dabei vor der Tür stehen.
      "Ich wünsche euch allen einen angenehmen Abend, und denkt dran! seit Pünktlich um 8 Uhr in der Eingangshalle, ok?" woraufhin sich die Tür wieder schloss.

    • Die hell beleuchteten Gänge erstreckten sich in einem grellen weiß-gelb, viel belichteter als der Abend der zuvor über sie einbrach und blendete die Oriyarin. In ihrem Ring war es kaum vorstellbar solch riesige Flächen so zu erhellen und mit Strom zu nähren doch hier war eben alles anders. Sie lebten in Saus und Braus, es fehlte den inneren Ringen an nichts und vor allem nicht an der neu modernsten Technik. Die ersten computergesteuerten Türen sowie automatische Durchsagen ließen nicht lange auf sich warten und irritiert blickte Arisu nach oben um zu sehen woher diese göttliche Stimme erklang. Wie die Bevölkerung dieser Dauer- Reizüberflutung ausgesetzt sein konnte ohne irgendwelche bleibenden Schäden davon zu tragen war ihr das reinste Rätsel. All die Eindrücke, das künstliche Licht sorgten für ein unangenehmes Stechen im Kopf der neunzehnjährigen. Als die metallischen Schwebetüren des Liftes zur Seite verschwanden um der kleinen Gruppe den Eintritt zu ermöglichen haderte Ari für einen Moment mit sich selbst. Was war das nun für ein schwebender Stuhl, in den sie sich so einfach begeben sollte? Natürlich wusste sie welche Konstruktion es war - zumindest in der Theorie, hatte sie einiges über die inneren Kreise gelesen und wusste um ihren technischen Fortschritt. Alle samt gingen sie an ihr vorbei, einer rempelte die braunhaarige auch noch an der Schulter an bis nur noch die junge Frau vor dem Aufzug stand.

      Das künstlich aufgesetzte Lächeln des Herren, der ihr Moderator darstellte bot sie schweigend einzusteigen und ohne sich großartig zu wehren kam sie dem nach. Mit gesenktem Kopf trat sie ein, machte sofort auf dem Absatz kehrt um sich mit dem Gesicht der schließenden Tür zu widmen bevor es schließlich hinauf ging. Ari hatte von außen nicht darauf geachtet wie viele Stockwerke der Dom besaß, hatte es nicht weiter hinterfragt aber genau in diesem Moment schien die Panik in ihr zu wachsen. Bis wohin würde sie in dem Höllengefährt fahren müssen? Noch bevor ihr eine Frage über die Lippen kommen konnte setzte sich das Teil in Bewegung und zwar schnell. Überrascht und mit weit aufgerissen Augen klammerte sie sich an einen Griff rechts von ihr, dessen Kälte auf ihre Finger überging. Vor Angst schloss sie die Augen und wartete nur darauf endlich aussteigen zu können.

      Die Ansage der Stimme verkündete in welchem Stockwerk sie angelangt waren. 34 Geschosse waren nicht wenig und allein die Vorstellung wie sie diese in so kurzer Zeit erklommen hatten verlieh ihr ein mulmiges Gefühl im Magen. Am liebsten wäre sie direkt raus gesprungen, die erste die dieses Ding verließ aber mit weiterhin geschlossenen Lidern blieb sie angewurzelt stehen, sodass sich wieder alle an ihr vorbei machten und Ari dabei halb aus dem Fahrstuhl drängten. Schwer atmend öffnete sie ihre Augen und blieb wenige Zentimeter vor den wieder schließenden Türen stehen, zuckte gar bei dem Geräusch des aufeinander treffenden Metalls zusammen. Die Übelkeit stieß ihr mittlerweile sauer auf und mit einem leisen Wimmern entnahm man ihr ihren Zustand. "Mhm..." Fasste sie sie an die Schläfe. Nicht selten hatte sie mit der Landkrankheit zu kämpfen und genau in dieser Sekunde überkam es sie. Der nicht nachgebende Boden, diese ganzen Lichter, die Stimmen aus dem nirgendwo es war alles einfach zu überladen.

      Zurück bleiben, alleine auf dem Flur war keine Option also riss sie sich am Riemen. Taumelnd ging sie der Gruppe hinterher und betrachtete den Aufenthaltsraum. Nicht schlimm genug der eigenen Familie entrissen zu werden aber dann auch noch mit fremden in einem High Tech Knast in den Wolken zu verbringen krönte den heutigen Tag. Blieb nur zu hoffen, dass sie ein eigenes Zimmer haben würde.

      Der fragwürdige Mann verschwand genau so schnell wie er erschienen war und ließ die gesegneten unter sich. Die Stimmung war ein seltsames Kauderwelsch aus selbstbewussten und entspannten inneren Gesegneten gegen die weniger wohlhabenden Personen im Raum, die wie bestellt und nicht abgeholt da standen. Schließlich fand jeder eine Beschäftigung, etwas anzuschauen oder einen Grund um sich zu Regen während Ari immer noch nicht wusste was sie tun sollte. Was tat sie nur da? Das war doch ein schlechter Scherz. "Vielleicht handelt es sich ja nur um eine Verwechslung..." Murmelte sie leise vor sich hin ohne die Worte an jemand anderen als sich selbst zu wenden. Es war unerklärlich wieso es so kam wie es kam. Arisu Zhura - gesegnet - eine Mörderin. Das...da stimmte doch etwas nicht? Vorsichtig hob sie ihr Augenmerk und beobachtete die anderen, wie sie sich verhielten und womit sie sich beschäftigten. Ein Mädchen, gut gekleidet und sportlich mit einer modernen aber maskulinen Frisur wandte sich dem Aquarium im Raum zu, tippte mit dem Zeigefinger aufgeregt gegen die Scheibe und schielte ins Becken. Vielleicht eine Dame aus dem vierten Ring? Ein anderer deutlich noblerer Bursche mit blondem Haar stiefelte wie ein Baron auf die gläserne Fassade zu um den Ausblick zu genießen. "Also daran kann man sich gewöhnen!" Gab er breit grinsend bekannt. Gegen Aufmerksamkeit hatte er scheinbar ganz und gar nichts...

      Nervös schielte Arisu zur Seite, dort wo die Türen zu ihren Gemächern warteten. "Versteck dich nicht immer. Zeig der Welt wie toll du bist." Hallte die ferne Erinnerung an Aisus Stimme in ihrem Kopf. Damals ermutigte er sie dazu der Beschäftigung als Lehrkraft nachzugehen und sich nicht ständig selbst im Weg zu stehen aber war das hier das gleiche? Abtrünnig, nicht hinzugehörend und definitiv mit Vorurteilen bestückt sollte sich Ari da nicht lieber verziehen?

      Ein weiteres Klopfen des lackierten Fingernagels an der Glaswand des Aquariums riss sie aus den Gedanken als hätte man ihr selbst auf die Stirn geschnipst und ehe sie sich versah stand die Brünette auch schon neben der ungeduldigen jungen Frau. Kopfschüttelnd begutachte sie das Verhalten der fremden. "Das ist für die armen Fische um ein Vielfaches lauter als wir es wahrnehmen...Hier.." eine Sekunde lang wich sie dem Blick aus und fand rasch eine Dose Fischfutter. "Versuch es hiermit." Ein wenig ließ sie in das Becken rieseln und erhaschte damit natürlich die Aufmerksamkeit der Meereslebewesen. Ein Lächeln schlich sich auf Aris Lippen doch das Mädel schien nicht sonderlich begeistert, rollte die Augen und ging ihres Weges.

      Seufzend schloss sie die Dose und hielt es nun doch für besser die Gemächer aufzusuchen.
      Wie versprochen gab es eine Tür mit dem Namen Zhura darauf. Wann hatten sie das nur vorbereitet? Der Weg von der Zeremonie zum Dom lag nur einen kurzen Fußmarsch entfernt. Niemals konnten sie in der Zeit die Namen drucken und an die Türen hängen oder etwa doch? Sich nichts weiter dabei denkend trat sie in ihr Zimmer und ließ die Tür hinter sich ins Schloss fallen. Erleichtert atmete sie durch ehe sie sich auf das Bett mitten im Raum warf.

      Die erste Nacht würde für Arisu alles andere als erholsam werden und alles was danach noch auf sie warten sollte wäre kein Gefallen. Auch wenn sie nicht sicher war was genau der nächste Tag bringen würde, so hatte sie ein mulmiges Gefühl. Eine "Ausbildung" würde den gesegneten zuteil werden hatte sie gelesen "die Vorbereitung auf die Verpflichtungen gegenüber der Gesellschaft " sollte auf sie warten aber was genau es hieß wusste sie nicht.

      Im Bett auf die Seite gerollt, starrte sie zur Tür dauerhaft in Alarmbereitschaft. Nicht, dass der Ferrers Junge auf die Idee kam sich seinem Schicksal entgegen zu stellen oder die anderen Gesegneten ihr etwas böses wollten weil sie eindeutig eine Mörderin sein würde. Was wenn das Schicksal sie nur herbestellt hatte um ein Opfer von Gewalt zu werden und einen sinnlosen Tod zu sterben. Würde dieser Dom oder die fremden Leute darin ihr Ende bedeuten?
      A heart's a heavy burden.

    • Zack Ferrers

      Den Raum betretend, und sich selbst überlassen standen erstmal alle da, und wussten wohl nicht ganz was sie jetzt tun sollen. Selbst für Zack, der auch noch nicht alles gesehen hatte, war überrascht über die hochmoderne Ausstattung. So ein Luxus hatte auch er nicht gehabt, da sah man, das selbst vom zweiten zum innersten Ring ein großer Unterschied noch herrschte. Aber wohl noch lange nicht soviel, wie von den äußeren Ringen, wo sie wahrscheinlich noch nicht einmal ein Radio gehabt hatten.
      Bei den Gedanken musste Zack doch traurigerweise etwas schmunzeln. Er kannte die äußeren Ringe, wohl mehr als er eigentlich sollte, und er wusste genau wie es da vorging - Es waren Weltenunterschiede.

      Jeder der Gesegneten zerstreuten sich allmählich und erkundeten ihr neues Zuhause auf ihre eigene Art und Weise.
      Zack lehnte sich nahe des Eingangs an der Wand ab und beobachtete reflexartig seine Mitmenschen, stellte dabei fest, das die meisten eher sehr aufgeregt zu sein schienen, der eine es sich sogar gemütlich machte auf dem riesigen Sofa - wo er drin schon fast versank - oder sie sich total darauf freuten was ab dem kommenden Tag auf sie zukommen würde. Paar der Gesegneten haben sich sogar schon zusammen gefunden und unterhielten sich über deren Segnungen und wie stolz ihre Familien auf sie seien müssten. Doch fiel da auch schnell auf, dass diese Personen immer aus ähnlichen Verhältnissen gewesen waren. Die würden es wohl niemals wagen, jemanden aus den äußersten Ringen anzusprechen. Man erkannte alleine schon an der Kleidung, wer woher kam, weshalb es für sie einfach war ihre 'richtigen' Kontakte zu finden.

      Plötzlich bemerkte Zack ein Mädchen auf ihn zu laufen, sie kam von Richtung des Aquariums - wo sie eine andere Person einfach da stehen ließ - und wirkte sehr interessiert daran, den Jungen dunkelhaarigen kennenzulernen.
      Ihre sportlicher Körper fiel stark auf, da sie wohl diesen auch gerne zur Schau stellte. Leicht bekleidet war sie wohl also schon die ganze Zeit unterwegs und schämte sich dessen auch nicht.
      "Hallo, du." begrüßte sie ihn freundlich und winkte ihm dabei zu. Zack packte seine Hände in die Hosentaschen und sah mit einem genervten Blick zu ihr, nachdem er sie gemustert hatte.
      "Kein Interesse, deine neuen Mitbewohner kennenzulernen?" versuchte das sportliche Mädchen - auf freche Art und weise - sein Interesse zu bekommen, doch seines blieb eher bei etwas anderem hängen.
      "Nicht wirklich.." merkte er stumpf an, gleichzeitig schweifte sein Blick hinter das sportliche Mädchen, zum Aquarium hin, wovon sie gekommen war. Da war wieder dieses braunhaarige Mädchen, schwach und wohl nicht wirklich selbstbewusst.. aber dennoch konnte er nicht anders, als sie zu beobachten, denn sie war die Person vom meisten Interesse im Moment.
      Er wollte es einfach nicht wahrhaben, dass sie ihn töten wird, laut der Ankündigung. Nein, das könnte er einfach nicht zulassen, dafür gab es noch so viel zu tun.
      Das sportliche Mädchen bemerkte auch endlich, wo Zacks Blick hinführte, und sah ebenso zu dem braunhaarigen Mädchen, dass wohl schon ihr Zimmer aufsuchte. "Ach die.." murmelte sie genervt und wandte sich wieder zu Zack.
      "Also ich heiße..." wollte das sportliche Mädchen wieder seine Aufmerksamkeit bekommen, doch Zack hingegen richtete sich auf und ging einfach an ihr vorbei, ehe sie ihren Satz beenden konnte. "Meg.." sprach sie überrascht und mit einem leisen Ton, als sie ihn an ihr vorbeiziehen sah.
      Auch Zack hatte wenig Interesse mehr gehabt irgendwie noch mit jemanden in Kontakt zu treten, und beschloss damit auch sein Zimmer aufzusuchen.

      Sein Zimmer gefunden, schloss er direkt die Tür hinter sich und schloss diese ab. Zum glück haben sie den wenigstens diese Möglichkeit gelassen, ihre Privatsphäre zu behalten.
      Genervt entledigte er sich seinen Schuhen, und der restlichen Kleidung - bis auf seine Boxer - und schmiss sich darauf einfach nur ins Bett.
      Nicht lange verblieb er so, bis er doch nochmal halb aus dem Bett krabbelte, und etwas aus seiner Hosentasche kramte.
      Ein altes Buch, was eher so wirkte als könnte es jederzeit auseinander fallen, nahm er in die Hand und legte sich wieder damit hin.
      Ein Stift war auf der letzten Seite dran, was er sich nahm und damit anfing in dieses besagte Buch zu schreiben.
      Darin notierte er immer alle besonderen Geschehnisse um es festzuhalten und um sich an alles erinnern zu können. Das Buch war voller Einträge, doch waren es nicht nur von Zack welche. Er entschied sich einfach nur, es fortzuführen.
      Damit verbrachte er doch recht lange, da es viel zum runter schreiben gab, an schlafen konnte er eh nicht denken.

    • Die Nacht brach über ihren Köpfen ein und trotzdem war Ari hellwach, denn der Nachthimmel den sie kannte ähnelte diesem ganz und gar nicht. Die grellen Lichter der Laternen, das weiter entfernte rauschen der Autos sowie das Brummen der elektrischen Geräte im Zimmer hielten die Oriyarin wach, wie nie zuvor. Ein Falschbild Fernseher hing an der Wand, die selbst überall mit Steckdosen unterbrochen und von kleinen Leuchtstreifen rund um die Kanten des Raumes geziert war. Auch neben ihrem viel zu weichem Bett stand eine Nachtleuchte und abgesondert davon einige Schalter, die weitere Leutmittel bedienten und auch die Rolläden betätigten. Alles Schnickschnack, den Arisu nicht kannte und in ihrer Kindheit nie erlebt hatte. Ein Gitter nah der Decke pustete in verschiedenen Abständen Luft hinein und aus dem Flur war ab und an das Buzzen der Türöffner zu hören. Was würde sie nur dafür geben wieder Zuhause zu sein. Dem Rauschen des Meeres, das sie in den Schlaf wog zu lauschen, sich in der Stille einkuscheln zu können in einem der tiefsten Nächte, wo die Sterne am Himmel noch klar zu sehen waren. Seufzend versteckte sie ihren braunen Wuschelkopf unter dem Kissen bis sie schließlich irgendwann in einen unerholsamen Schlaf fand.

      Der hässliche Hahn, dem ein paar Federn am Kopf fehlten und dessen Auge scheinbar zu groß für den klein geratenen Kopf war, erklang nicht am nächsten Morgen. Seinem Ruf konnte die Brünette nicht folgen und wartete vergeblich auf diesen. Auch für die nächsten Tage würde sie sich wohl oder übel daran gewöhnen müssen, dass Gurke, wie sie den Hahn getauft hatten nachdem er auf den Feldern die Ernte mit seinem Schnabel angepiekt hatte, nicht länger ihr Wecker sein würde und sie stattdessen auf eine künstliche Stimme setzen musste - nicht das sie es brauchte. Ganz im Gegenteil - mit den ersten Sonnenstrahlen öffnete auch die neunzehnjährige ihre Augen und kroch langsam unter dem Kissen hervor. Ein Blick zur seltsamen Anzeige über ihrer Tür verriet ihr, dass es erst früh am Morgen kurz vor fünf war.
      Eine Langschläferin war sie nie, half für gewöhnlich bereits auf den Feldern mit und startete wie alle am äußersten Ring sehr früh in den Tag, schließlich bestimmte die Sonne wie viel sie von diesem hatten. Brach erst einmal die Dunkelheit an, gab es kaum noch Möglichkeiten produktiv zu sein. Mit den Kerzen, die sie aus dem Wachs ihrer Bienen gewannen gingen sie sehr sparsam um und benutzen diese auch meist nur in den Hütten. So war es kein Wunder, dass Ari die erste war, die ihr Zimmer verließ um sich nebenan zu waschen. Natürlich war auch der Waschraum im größten Luxus ausgestattet. Die Armaturen nicht manuell sondern über lauter verschiedener Knöpfe zu bedienen und es dauerte eine Weile bis sie letztendlich herausgefunden hatte ie sie diese Teufelsteile nun zum laufen brachte. "Wofür der ganze Kram, ein kleiner Eimer voll Wasser hätte mir die Zeit hier Rum zu fummeln erspart." Brummte sie leise vor sich hin, frustriert darüber nicht mit der Technik klar zu kommen. Nachdem auch diese Hürde endlich bewältigt war, blickte sie in ihr Spiegelbild. Nicht häufig betrachtete Ari sich selbst. Spiegel waren ebenfalls ein Luxusartikel, der den Bewohnern Oriya selten zu Teil kam. Man brauchte es eh nicht. Die Menschheit machte sich viel zu viel aus den äußerlichen Erscheinungen, wenn es doch das innere war was zählte.

      Das nasse, zerzauste Haar wickelte sie in einen Zopf zusammen ehe sie den Schrank im Zimmer betrachtete. Er war groß und hochglänzend. Mit den Fingern zur Tür wandernd versuchte sie vergeblich diese aufzuschieben. Rüttelte und schüttelte daran ohne dass sich diese einen Zentimeter bewegte. Wieder war es ein Knopf, der betätigt werden musste um den Schrank zu öffnen. Mit Innenbeleuchtung und einer ausfahrenden Schiene kam ihr der Inhalt entgegen gefahren. "Ah!" Sprang sie quietschende zurück vor dem angreifenden Ding bis dieses zum stehen kam und alle Kleider darin zum Vorschein brachte. Scheinbar gab es zu jedem Anlass eine Klamotte. Von légerer Freizeitklamotte zur Sportmontur und einer festlichen Robe war alles dabei nur überraschte sie die monotone Farbgebung dieser. Jedes Kleidungsstück war aus weißem Stoff und an der Brust zierte ebenfalls in weiß genäht der Name ihrer Gemeinschaft eben jene. Oriya stand zart und kaum erkennbar darauf. Ohne zu wissen was genau die richtige Auswahl war, nahm sie sich die Kleider der ersten Stange in der Hoffnung, dass sie bereits irgendwie sortiert waren und zog sich an. Es war die Sportkleidung, die sie schließlich an ihrem dürren Körper trug und mit dieser in den Gemeinschaftsbereich ging.

      Bis 8 Uhr blieb ihr noch ein wenig Zeit und so setzte sie sich einfach an das Aquarium und beobachtete dessen Unterwasserkreaturen. Eine Schande sie nur zu Unterhaltungszwecken einzusperren in einem viel zu kleinen Tank aber die Ansichten der oberen Schichten waren bekanntlich fraglich. Die Minuten vergingen bis die junge Frau nicht mehr alleine war. Es war der junge Ferrers Nachkomme, der dem sie ihr Schicksal zu verdanken hatte, der dem sie am liebsten so lange es möglich war aus dem Weg gehen wollte und trotzdem stand er da. Seine Kleidung stand ihm gut, betonten seinen sportlichen Körper und zierten ihn in einem strahlenden Silber. Ihre Blicke trafen sich und sofort ertappte sich Arisu dabei, wie sie ihn von der Ferse bis zum Haupt gemustert hatte. Hitze stieg ihr ins Gesicht und mit einem sanften rosa auf den Wangen wandte sie den Blick von ihm ab.


      A heart's a heavy burden.

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    • Zack Ferrers

      Die Nacht ging nur schleppend vorbei, und erst nach längerer Zeit konnte der junge dunkelhaarige wirklich einschlafen - mit Buch in der Hand - was er eben nie aus seinen Augen ließ. Man könnte schon sagen, es war ihm wichtiger als sein Leben.
      Früh am Morgen, grade wo die ersten Sonnenstrahlen durch die Fenster durchblickten, wachte Zack auf und fing erstmal an zu grummeln. Er hatte selbst immer einen leichten Schlaf und konnte demnach von jeder Kleinigkeit schon geweckt werden. Es war schon immer so bei ihm gewesen, auch wenn er nicht immer sehr begeistert davon war.
      Schwerlich setzte er sich dann auf und fing sich an zu strecken. Der Schlaf war zwar alles andere als Erholsam, aber er war auch wieder der letzte der sich darüber beschweren würde.
      Das Buch, womit er eingeschlafen war, legte er an dem Schreibtisch neben ihm ab und stand daraufhin auf um sich nochmal besser strecken zu können, nur mit Boxer bekleidet, ging er aus seinen Zimmer um das Bad aufzusuchen - wovon sich immer welche in der Nähe der Zimmer befanden, abgetrennt von Geschlechtern waren sie aber nicht, womit sie jeder frei nutzen konnte.
      Als er das Bad betrat, war er wieder bisschen erstaunt über die hochmoderne Ausstattung, aber nicht weil er den Luxus genoss. Nein, eher war er erstaunt wie viel Ressourcen wohl in diesen ganzen Schwachsinn stecken müssen.
      Innerlich seufzend, schloss er das Bad hinter sich ab, entledigte sich der restlichen Kleidung und betrat die Dusche, die von Glastüren umgeben war und nahm damit eine kalte Dusche. Das half ihm nicht nur richtig wach zu werden, sondern auch nochmal seine Gedanken zu sammeln und einen klaren Kopf zu bekommen. Probleme mit der Bedienung hatte er zum glück nicht, da er es schon etwas von sich Zuhause kannte.
      Nach der erfrischenden Dusche, trocknete er sich zügig ab und Band sich ein Handtuch um seine Hüfte - dreckige Wäsche konnte man direkt in einen Korb im Bad lassen - und damit ging er wieder zu seinem Zimmer.
      Schnell entdeckte er den Schrank mit einer Bedienbaren Tür und öffnete diesen, während er sich dabei dem Handtuch wieder entledigte und frische Wäsche suchte. //Sie haben tatsächlich alles schon vorbereitet..// dachte er währenddessen nach und kramte sich Unterwäsche und dann Kleidung für den Tag raus. Schon fast gruselig, wie vorbereitet die sind, wenn man nicht weiß was wohl eigentlich wirklich vorgeht.
      Seufzend musterte er die Kleidung, alles war in einer einheitlichen Farbe und schien auch sortiert für verschiedene Anlässe zu sein. "Silber.. ernsthaft?" grummelte er wieder nur und nahm sich daraufhin das erste was am Bügel hang, ehe er den Schrank wieder schloss.
      Nachdem er sich seine Sportliche Kleidung anzog - die aus einer normalen Jogginghose und einem T-Shirt mit Jacke bestand - band er noch seine Haare zusammen zu einem Dutt, wo der lässig runterhing. So hatte er es eben am liebsten.

      Er kam sich, nach dem verlassen seines Zimmers nur lächerlicher vor, und würde am liebsten einfach von hier verschwinden. Doch jetzt war er hier und musste das beste daraus machen. Hier zu sein würde ihn dennoch von nichts abhalten - was er so lange schon plant.
      Im Gemeinschaftsraum konnte er bis auf eine Person noch niemanden entdecken, sie schliefen wohl wahrscheinlich noch.
      Er brauchte auch nicht genauer hinzusehen, wer bereits schon wach war und am Aquarium saß, recht gelangweilt wirkte.
      Nicht lange hatte sie ihn auch bemerkt, und einen Moment lang trafen sich ihre Augen.
      Eine gewisse Anspannung merkte Zack direkt wieder, nach kurzem ansehen, und wandte seinen Blick schnell wieder ab um sich auf der Couch hinzusetzen. Er wusste jetzt schon, dass er ihren Anblick nicht so einfach ertragen konnte aber dennoch war es nicht möglich ihr aus den Weg zu gehen. Er hasste es jetzt schon jede Minute hier zu sein.

      Nach etwas längerem warten trafen alle anderen auch langsam ein, wovon teilweise die gestrige Motivation durch Müdigkeit nun ersetzt wurde. Sofort fiel auf, das jeder hier in einer anderen Farbe gekleidet war - wahrscheinlich um sie ihrer Herkunft 'zuzuweisen' - und sie damit gut unterschieden werden konnten.
      Um Punkt 8 Uhr - als die Computergesteuerte Stimme die Zeit ansagte - öffnete sich die Türe, und wieder sah man den gleichen Mann mit seiner Bunten Kleidung.
      "Einen wunderschönen Guten Morgen!" rief er in die Runde klatschte dabei und setzte ein übertrieben gespieltes lächeln auf.
      "Wie ich sehe, seid ihr alle Pünktlich wach, damit wir direkt starten können!" freute er sich und winkte alle der Gesegneten zu sich. Wieder neben sich, befanden sich die Wachen, die ihm wohl überall hin verfolgen.
      Lustigerweise kannte Zack diesen Mann - doch nur vom sehen her - sein Vater hatte nämlich Kontakt zu ihm, natürlich geschäftlichen. Doch würde das an dieser Situation, wo Zack drin steckt nichts ändern - nicht das dieser Buntgekleidete Mann der hilfsbereiteste wäre. Er musste diesen Job hier machen.
      "Pardon, ich habe mich euch noch gar nicht richtig vorgestellt. Meine Name ist Eadmont Beaumont, aber nennt mich doch einfach nur Eadmont." Stellte er sich nochmal richtig vor und fuhr mit einer kurzen Rede fort. Die Beaumont Familie war sehr hochgestellt und dem Rat direkte Untergebene, auffällig sind sie alle mit ihrem Kleidungsstil - das war auch der einzige Grund warum sich Zack an ihn erinnern konnte.
      "Wie ich sehe, seit ihr bereits alle passend gekleidet, wunderbar! Dann sollten wir uns mal aufmachen!" freute er sich und verließ den Raum, und winkte so hinter sich das die Menge ihm doch folgen soll.

      Wieder ging es zum Aufzug, der fast mit dem ganzen Dom verbunden war, und ließ allen Gesegneten wieder den Vortritt um ihn zu betreten.
      Nachdem alle diesen betraten, folgte auch Eadmont in dessen, und begann wieder diesen zu bedienen. Die Aufzugtür schloss sich und es ging es nach unten, jedoch nicht sehr weit.
      "28. Stockwerk - Sport und Wellnessbereich" ertönte wieder als Computerstimme und die Türe öffnete sich. Eadmont verließ als erstes den Aufzug und die Menge folgte wieder. Dieses Stockwerk wirkte schon ganz anders als das vorige, denn sie kamen direkt in eine riesige Halle, einfarbig aber die Größe machte es so erstaunlich. Dort wartete bereits ein sehr großer muskulöser Mann der mit strenger Haltung die Gesegneten begrüßte.
      "Darf ich euch vorstellen, Harald, er wird sozusagen euer neuer 'Sportlehrer' und lehrt euch ebenso die Kampfkunst. Ist er nicht klasse?" sprach Eadmont wahrlich begeistert und zeigte mit beiden Händen auf ihn.
      Harald räusperte sich nur und sah böse runter, zu dem Bunten Mann. Dieser lachte, und verabschiedete sich nur noch mit den Worten.
      "Ich werde euch dann für heute in seine fähigen Händen überlassen. Vieeel spaaaß~" und war er schon wieder so schnell weg wie er gekommen war.

      Harald sah zu der Menge, musterte jeden einzelnen genau, bis er doch bei einer halt machte - zog eine Augenbraue hoch. Er hatte einen maskulinen Schnauzer und wirkte im großen und Ganzen wie ein perfekter Mann mit vielen Muskeln.
      "Willkommen, Gesegnete." begann er mit seiner schroffen Art. "Ich werde euch in all möglichen Kampfkünsten trainieren, aber auch Kraft und Ausdauer wird von Bedeutung sein. denkt also nicht, nur weil ihr klein und schwächlich wirkt, das ihr verschont bleibt. Nur wer stark ist wird in dieser Welt überleben." dabei ist sein Blick insbesondere auf das schwächlich wirkende braunhaarige Mädchen gerichtet.
      "Nun lasst erstmal sehen, was ihr so drauf habt." räusperte er sich wieder. "Jeder von euch sucht sich einen Sparringpartner und werden gegeneinander antreten. Wenn ihr euch zusammengefunden habt, kommt dann rüber zu den Matten."
      erklärte er kurz mit einem grinsen im Gesicht und begab sich in die rechte Ecke der Halle, wo sich diese Matten befanden.

    • Wieder brachen Sie auf, stets in der Begleitung des grell gekleideten Vogels, der diese Räumlichkeiten wie seine Westentasche kannte. Erneut den Weg zum grässlichen Gefährt gebahnt, das den Höhen dieses Bauwerkes mächtig war und ihnen ermöglichte in wenigen Momenten die Geschosse zu wechseln. Noch immer wurde Arisu schwindelig beim Benutzen des Lifts und so stolperte sie als Letzte aus diesem hinaus. Um den Anschluss nicht zu verlieren legte sie einen Zahn zu und kam vor lauter Übelkeit halb außer Atem gerade so zum stehen, bevor sie in einen der Gesegneten vor ihr rennen konnte. Mit weit aufgerissen Augen und wedelnden Armen suchte sie ihr Gleichgewicht, nachdem sie auf den Zehenspitzen bremste und kam mit den Fersen wieder auf die Erde nieder.

      Schnell riss der muskulöse Mann die Aufmerksamkeit an sich. Wie ein Sportlehrer sah er nicht aus, eher wie ein General der Armee, der nebenberuflich sich den Spaß erlaubte gesegnete Kinder zu Tränen zu quälen. Der bissige Kommentar Haralds blieb der Brünetten dabei nicht unbemerkt. Eine Augenbraue zuckte in die Höhe, hatte er die Worte tatsächlich direkt an sie gewandt? Von Manieren hatten die ach so heiligen Personen der inneren Ringe wohl nicht viel in ihrer Erziehung gehört. Gereizt pustete Ari die Luft aus ihrer Nase. Welch Frechheit einfach anhand ihres Äußeres auf ihre Fitness zu schließen! Es brannte ihr auf der Zunge den Herren zu belehren, ihm einen gut gemeinten Rat mit auf den Weg zu geben aber sie wusste es besser als sich auf solch nidere Provokationen einzulassen.

      Jeder der auserwählten erhielt einen Partner zugewiesen. Natürlich war die Oriyarin nicht sonderlich überrascht als sie dem ihren Gegenüber stand. Das perfekte blonde Haar, war ihr bereits am ersten Abend aufgefallen. Wie auf den Zügen eines Prinzen fielen sie ihm ins Gesicht und umschmeichelten seine Kanten. Die hellen Augen verschmähten das Antlitz der schmächtigen Frau, wie eine Bestie, die bereit war sich über seine Beute zu stürzen. Schwer ausatmend wandte die junge Dame ihm den Rücken zu um die Ausrüstung anzulegen. Neben der Handschuhe, die Arisu übergestülpt bekam half ihr ein weiterer Assistent in den Kopfschutz wobei sie nicht das Gefühl los wurde, dass man ihr absichtlich an den Haaren gezogen hatte. In voller Montur und auch noch den Mundschutz zwischen die Zähne geschoben wurde die neunzehnjährige auf die Matte geschubst. Mit ernster Miene behielt sie den in komplett gold gekleideten vor sich im Auge. Er hatte es sich nicht nehmen lassen, sein Oberteil auszuziehen, um seine Muskelpracht zur Schau zu stellen. Als hätte er sein Leben lang auf diesen Tag gewartet, grinste er freudig vor sich hin. "Na bereit für deine ersten gebrochenen Knochen? Wollen wir doch Mal sehen ob die alte Ivory nicht doch schon ne Schraube locker hat eine wie dich mit einem Schicksal zu segnen." Die Worte spuckte er ihr quasi vor die Füße. Seine Abscheu war kaum zu überhören doch diesmal lief es Arisu nur kalt den Rücken hinunter. Der Typ hatte sie doch nicht mehr alle! Mit allen hier stimmte doch etwas nicht. Wie konnte man sich nur so sehr darauf freuen, einem anderen Menschen leid zuzufügen? "Ihr seid hier um zu trainieren. Beginnt!" Erinnerte einer der Assistenten den Blondschopf an seine Aufgabe wobei auch ihm ein Schmunzeln ins Gesicht geschrieben stand. Die Hände ans Kinn gehoben stellte sich Arisu ihrem Schicksal. //Du bist schneller als er und cleverer. Es kommt auf die Technik an...nicht auf die reine Muskelkraft.// Versuchte sie sich in einem Mantra selbst zu beruhigen und an die Dinge zurück zu erinnern, die ihr Bruder sie gelehrt hatte. Aisu war ein hervorragender Kämpfer gewesen auch wenn die jüngere Schwester nie verstand wieso er daran seinen Spaß fand, so sah sie ihm häufiger dabei zu, wie er trainierte und die Kinder im Dorf unterrichtete.

      "Die Atmung ist das A und O! Nur die Ruhe und einen kühlen Kopf bewahren. Wer nicht bei der Sache ist verliert schnell die Konzentration und somit auch jegliche Spannung im Körper." Seine Stimme klang so warm und herzlich, während er mit den Kindern sprach. Keines von ihnen älter als zehn Jahre aber heiter am hüpfen und aufsagen seiner Weisheit. Ein flüchtiges Lächeln, warf er seiner Schwester zu, die aus den Augenwinkeln immer wieder herüber schielte. Unbemerkt blieb es ihm nie, wenn sie Mal wieder den großen Bruder beobachtete. Oft genug musste Arisu als Versuchskaninchen hinhalten, damit Aisu an jemand vergleichbaren die Tipps und Tricks vorführen konnte. Viel abgewinnen konnte die kleine dem Kampfsport nie, ihr Herz brannte fürs Wasser - ganz egal ob sie selbst darin schwamm oder sich auf einem Segel bewegte aber trotzdem verneinte sie keine einzige Anfrage ihres Bruders. Wie sehr sie sich wünschte, er würde an ihrer Stelle dem Schönling zeigen was es hieß seinen Gegner zu unterschätzen...

      "Na los Püppchen. Ich gebe dir einen Freifahrtschein. Einen Schlag darfst du mir geben bevor ich dich zu Feinstaub verarbeite." Wieder dieses dämliche Grinsen auf seinen Lippen. Wenn sie könnte, hätte sie es ihm sofort ausgetrieben doch Arisu hielt sich bedeckt, weiterhin in Stellung statt den Fehler zu machen unbedacht anzugreifen. "Dann nicht aber lieg mir im Nachhinein nicht in den Ohren, ich hätte es dir nicht angeboten." Zuckte er mit den Schultern und setzte innerhalb von einer Sekunde direkt zum Gegenschlag an. Das Herz stolperte aufgeregt in ihrer Brust und mit weit aufgerissenen Augen duckte Ari sich vor seiner ausholenden Hand. Es war nicht das erste Mal, dass sie diese Bewegung ausgeübt hatte, soviel sah man ihr zumindest an aber die Überraschung stand ihr deutlich ins Gesicht geschrieben. Daneben... Sie war ihm tatsächlich ausgewichen. In genau so ein verwirrten Ausdruck blickend hätte sie am liebsten das Handtuch geschmissen und diesen kleinen Sieg für sich gefeiert aber damit war das Training noch lange nicht beendet. Schnell folgten weitere Hiebe, denen die Brünette ebenfalls ausweichen konnte, ganz zum Zorn des Mannes, dem langsam immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Unkontrollierter und wütend ließ er diese Vorführung nicht über sich erdulden, bis er Arisu nicht endlich zu fassen bekam. Eine Faust direkt in die Seite ließ einen pochenden Schmerz durch ihren Körper fahren, sodass die kleine Frau mit einem schmerzerfüllten Stöhnen in sich zusammen sackte. Die Haltung verloren, dauerte es nicht lange bis der nächste Schlag sie traf und ihr das Gleichgewicht raubte.
      Auf der harten Matte landend, hoffte man auf das Ende der Einheit. Der Sieg gehörte dem Jungen des inneren Ringes aber der Assistent griff nicht ein. Als ein Tritt auf die am Boden liegende folgte, rollte sie gerade noch rechtzeitig davon um nicht erwischt zu werden doch den zweiten sah sie nicht kommen. Direkt in der Magenkuhle gelandet, spuckte Ari den Mundschutz aus während ihre Sicht verschwamm. Amüsiert über den Anblick, bekam ihr Gegner Lust nach mehr und trat immer wieder auf sein Opfer ein. Mit den Händen über den Kopf gehalten, wartete Ari auf das Ende der Prügellei oder darauf, dass ihr Körper unter den Schmerzen aufgeben würde.
      A heart's a heavy burden.

    • Zack Ferrers

      Auch Zack fand seinen Partner, und zu seiner 'Freude', war es das Mädchen von Gestern. Dieses sportlich, leichtbekleidete Mädchen was vergeblich versucht hatte seine Aufmerksamkeit zu bekommen. Auch jetzt hatte sie wohl die eintönige Kleidung modifiziert für ihren eigenen Stil, ihre Kleidung strahlte in einem Königsblau. Jeden in diesen unterschiedlichen Farben zu sehen, wirkte schon bisschen lächerlich.
      "Oh hallo!" begrüßte das Mädchen Zack mit einem frechen grinsen. "So schnell sieht man sich wieder. Ich hoffe diesmal ziehst du nicht so einfach ab, wie gestern." neckte sie ihn, drehte sich währenddessen um - sie konnte ihre Motivation kaum zurückhalten - und ließ sich ungeduldig die Schutzausrüstung von einem Assistenten anziehen, Zack tat es diesem gleich. Ohne weitere Worte auszutauschen waren sie auch schon fertig und sich zueinander um, nicht eine Sekunde später hob das Mädchen namens Meg schon ihre Arme und begab sich in Kampfhaltung.
      "Na los! lass uns anfangen!" sprach sie motiviert, freudig auf den kommenden Kampf. Zack hingegen begab sich ebenso in Kampfstellung, er ist sich sicher dass dieses Mädchen zwar sehr sportlich ist - und sicherlich hatte sie auch gut Kampfsport trainiert - aber war nie selber in einen Kampf verwickelt.

      Im Gegensatz zu Zack. Als Kind, hörte er nie wirklich auf seine Eltern, und war damit ständig in irgendwelche Kämpfe verwickelt, selbst die er nicht gewinnen könnte, und bleib selten wirklich mal einen Tag Zuhause - Er war viel lieber in den äußeren Ringen unterwegs und fing sich dort immer nur ärger ein. Schon im Kindesalter hatte Zack einen starken Gerechtigkeitssinn, und half jedem den irgendwie unrecht getan wird. Durch seine Draufgängerische Art und Weise, hatte er auch einen Menschen kennengelernt - den er heute wohl zu seinen besten Freunden zählen würde - hätte das 'Schicksal' ihm nicht einen Strich durch die Rechnung gemacht.
      Allerdings wurde dieses Verhalten nach langen Versuchen durch seinen Vater irgendwann "ausgetrieben" - mit sehr strengen Mitteln - und so hatte er kaum noch Freiheiten in seinem Leben gehabt, und konnte nicht anders als irgendwann der 'stolze' Sohn der Ferrers zu werden. Mit den Gedanken konnte er sich bis heute nicht wirklich anfreunden.

      Ohne jegliche Vorwarnung ging Meg zum Angriff über, doch alles was Zack tat war ausweichen oder blocken. Es war für ihn kein großes Problem, die Schritte ihres Gegenübers vorherzusehen. Das macht die große Erfahrung seinerseits, und die mangelnde ihrer - da können ihre Schritte und Schläge noch so perfekt aussehen.
      Jedem wohlhabenden Kind werden solche Dinge beigebracht, doch nur wenige brauchen das wirklich in ihren Leben. Er hielt sich schon zurück, da er sie natürlich nicht verletzen wollte.
      Sie versuchte verzweifelt weiter wenigstens einen Schlag zu treffen - sie wird ungeduldiger und wilder mit den Schlägen, manche davon hätten Zack fast erwischt - Doch nutzte er ihre ungeduld für sich. Ihren Letzten Schlag den sie versuchte zu landen in Kopfhöhe, konnte er mit der Hand abhalten, und am Arm festhalten um sie überzuwerfen, so dass sie mit dem Rücken auf der Matte landete.
      "Autsch.." meckerte sie als sie auf der harten Matte gelandet war und hielt sich an der Wunden Stelle.
      "Tut mir leid." meinte Zack und hielt ihr daraufhin die Hand hin, um ihr direkt wieder aufzuhelfen.
      "Es war ein guter Kampf. Du hast schon echt was drauf." ermutigte er das Mädchen, was bisschen niedergeschlagen wirkte nach dieser Niederlage, und schaute zu ihm auf. Verlegen fing sie wieder an zu lächeln, und kratzte sich an ihrer Wange.
      "Danke." nahm darauf seine Hand dankend, und stand mit Zacks Hilfe wieder auf.
      Als sie wieder stand, wirkte sie wieder motivierter. "Revanche?" fragte sie wieder frech. Bevor Zack überhaupt geantwortet hatte, lenkte ihn ein dumpfes wiederholendes Geräusch ihn ab. Er wanderte mit seinem Blick über die Schulter, um der Quelle des Geräusches nachzugehen.

      Auf der gegenüberliegenden Seite, war ein Blonder Junge, mit goldener Kleidung, der auf jemanden mit braunen Haar drauftrat - Er fand es wohl sehr Amüsant, auf eine hilflose Person am Boden einzutreten.
      Zacks Blick verfinsterte sich, und konnte nicht wirklich tatenlos zusehen - Gefühle von früher kamen dabei etwas hoch - und machte sich ohne zu zögern auf zur gegenüberliegenden Seite um diese Grausamkeit zu beenden. Sonst tat es ja niemand!
      Selbst dieser Muskulöse Mann, der deren 'Lehrer' sein soll stand nur da und sah sich alles mit an. Wollte er das etwa?

      Grade als er ein weiteres Mal auf das wehrlose Mädchen eintreten wollte hielt Zack den Blondschopf am Oberarm und zog ihn mit Kraft zurück.
      "Es reicht." sprach er mit befehlendem Ton, ließ dabei den Oberarm des Goldjungen nicht los. Der Blonde Junge drehte seinen Kopf zur Seite, und sah Zack mit einem erst abwertenden Blick an, doch wandelte es sich schnell zu einem lächeln, als er realisierte das er aus guten Verhältnissen war.
      "Ach keine Sorge. Ihr geht es gut! ich wollte nur zeigen, wo ihr Platz ist." erklärte sich der Goldjunge mit einem lächeln, und versuchte sich vom Griff zu befreien - vergeblich. Zacks Griff wurde nur fester, und seine Laune schlechter.
      "Was denn? willst du etwa auch mal? Ich glaube sie hat noch nicht wirklich ihren Platz gefunden." sprach er weiter in einen überheblichen Ton und fing leicht an zu lachen.
      "Ich habe gesagt es reicht. Bist du etwa schwerhörig?" wiederholte sich Zack mit einem aggressiveren Ton als zuvor, und schubste zugleich den Blonden nach hinten, weg von der Verletzten.
      "Hmm?" schaute der Blonde verwirrt zu Zack. "Was ist denn jetzt dein Problem?" wurde er etwas genervter, sein lächeln war auch verschwunden.
      Doch stellte sich Zack nur schützend vor dem Mädchen, ohne irgendwelche weiteren Worten von sich zu geben.
      "Geh mir aus dem Weg." rief der aggressive Junge zu Zack, schon gar mit einem befehlenden Ton, doch wich Zack nicht zur Seite.
      "Wie du willst." meinte er selbstsicher. "Das wirst du noch bereuen!" fügte er hinzu und holte zum Schlag aus.
      Zack blockte den plötzlichen Angriffs seines Gegenübers, und holte mit voller Kraft zum Gegenschlag aus - Und traf ihn mitten ins Gesicht. Den Mundschutz, den sie bekamen spuckte der Blonde aus und taumelte dabei zurück.
      "DU VERDAMMTER..!" fing der wohlhabende Junge an zu fluchen, aber ächzte laut vor schmerzen. Grade hielt Zack sich zurück, da es keinen Grund gab eine Verletzung zu riskieren, doch bei dem Arroganten Idioten hatte er tatsächlich für einen kurzen Moment seine Beherrschung verloren.
      "Was? willst du noch mehr?" drohte Zack ihm, kam sogar einen Schritt näher.
      "Es reicht jetzt!" ertönte eine strenge Männliche Stimme plötzlich neben ihnen und drückte die beiden streitenden mit Leichtigkeit auseinander.
      "Das wird hier langsam zu viel. Ihr beiden beendet eure Streitigkeiten sofort." befahl Harald mit strengen Ton und sah runter zu den beteiligten.
      Harald sah dabei zu den Blonden, mit blutender und dicker Nase. "Du und das Mädchen geht erstmal zur Krankenstation. So kann ich euch hier nicht gebrauchen." und zeigte dabei zu einer Tür, Nahe der Matten - vermutlich hatten sie eh mehrere Räume für Notfälle direkt da.
      Kurz sah er rüber zu Zack, der geschickt den Blick von Harald abgewendet hatte, als würde er nichts damit zu tun haben.
      "Und du..." seufzend sah er daraufhin zu dem Mädchen was am Boden lag. "Du hilfst ihr gefällig, da du dich schon eingemischt hattest." befahl er, wandte sich daraufhin direkt ab. "und denk nicht das du ungeschoren damit davon kommst!" schrie er nochmal hinterher, um Zack nochmal einen weiteren 'Tritt' zu verpassen.
      "Tsk.." machte Zack, das hatte er nun jetzt davon, sich eingemischt zu haben. Sein innerer Drang, hatte ihn einfach dazu gezwungen.
      Genervt kniete sich Zack dann zu dem Mädchen runter, jetzt erst erkannte er auch wer es war. //Was ein Zufall..// dachte er sich nur dabei, musterte reflexartig sie auch komplett, er hatte sie schon wirklich schlimm zugerichtet..
      "Kannst du aufstehen?" fragte er dann leicht genervt, und hielt ihr gleichzeitig die Hand hin, um ihr aufzuhelfen. Vielleicht hatte er sich doch zu sehr darin eingemischt.. fragte er sich während er das Mädchen gemustert hatte.

      Was ein toller erster Tag!

    • Das die Tritte plötzlich ausblieben bemerkte die zugerichtete Frau nicht Mal. Zu sehr schmerzte ihr Leib, selbst das Atmen fiel ihr schwer vor den gefühlten Messerstichen, die jeder Atemzug bedeutete. Erst als sich eine tiefe Stimme an sie wandte senkte sie langsam die Hände über ihrem Kopf, um die schützende Haltung zu lösen. Eine verschwommene Gestalt erschien vor ihr, die Sicht vor lauter Schwindel und kullernden Tränen betrübt. Bei dem kläglichen Versuch sich aufzurichten stieß erneut ein gequälter Laut über ihren Lippen hervor. Jede Bewegung war unerträglich während ihr Körper unkontrollierter zitterte. Das Gleichgewicht verlierend stolperte Arisu auf ihren Retter zu und konnte sich gerade so mit beiden Händen auf seiner Brust auffangen. Am liebsten hätte sie sofort die Flucht ergriffen, wäre dem Mann niemals freiwillig so nahe gekommen aber ihr fehlte schlichtweg die Kraft sich direkt von ihm zu drücken. "Ent..schuldige..." Die Bitte um Verzeihung stieß sie zwischen zusammengepresstem Kiefer hervor ehe sie ihren Blick zu Zack heben konnte und schließlich einen kleinen Schritt nach hinten setzte, um ihm seinen Raum zu geben. Da sie drohte umzufallen ergriff sie panisch seine Schulter, in der Hoffnung sich ausbalancieren zu können doch ohne den auffangenden Arm an ihrem Rücken hätte sie gleich wieder auf der Matte gelegen. Wieso half er ihr? Hatte der Blondschopf so sehr auf sie eingedroschen, dass sie mittlerweile halluzinierte oder war es tatsächlich der Ferrers Junge, der als einziger eingegriffen hatte?

      Durch seine Hilfe schleppte sich die neunzehnjährige in den kleinen Krankenflügel, der in ebenso technischer Hoch-Form glänzte, wie der Rest des Gebäudes. Gab es auch einen Ort, der annähernd normal wirkte? Dort angekommen wurde sie direkt in Empfang genommen, zu ihrer Überraschung ein erfrischend nett und aufrichtig wirkender Mann. Der in weiß gekleidete trat näher an die beiden Gesegneten heran, als er sah wie angeschlagen das Mädchen an dem Jungen hin. "Oh nein...direkt am ersten Tag?" Musterte er seine Patientin und half ihr auf die Liege. "Mein Name lautet Aspen, ich bin einer der Ärzte hier im Dom. Ich muss dich leider bitten dein Oberkörper frei zu machen." Kurz schielte er über seine Schulter zurück zu dem dunkelhaarigen Mann. Ein seltsamer Anblick das Silber mit dem Weiß, Seite an Seite herein kommen zu sehen. Wirklich ein seltenes Szenario aber generell war die weiße Uniform seit Jahren nur noch dem medizinischem Personal im Dom gewidmet, statt es an den Talenten zu sehen. Aspen wusste natürlich was die Farbe zu bedeuten hatte und konnte sich somit auch seinen Teil bei der Entstehung der Verletzungen denken. War es vielleicht der Silber gekleidete selbst, der sein Opfer zur Strafe begleiten musste? Der Ausdruck des Arztes verfinsterte sich bei dem Gedanken. "Wollt ihr gehen oder bleibt ihr an ihrer Seite?" Fragte er Recht abgeneigt und nickte nur auf dessen Antwort bevor er seinem Job nachkam.

      Unter Schmerzen hob Ari ihre Sportshirt an, zupfte vorsichtig daran um es Richtung Brust zu ziehen. "Darf ich?" Die hellblauen Augen des Arztes strahlten sie mitleidig an und wollten ihr bei dem leidvollen Akt helfen. Woher die Mühe kam war kaum zu übersehen. Die Haut stark gerötet, stellenweise sogar ins blau und lila gewechselt waren die Prellungen klar ablesbar an der gebräunten Haut der Brünetten. "Mhm...ja, das habe ich mir schon gedacht. Eventuell liegt eine Rippenfraktur vor. Ich muss dich leider Röntgen." Sprach er mehr in Gedanken vertieft als sich jemandem im Raum zuzuwenden. Auf seinem mit Rollen versehenen Stuhl, glitt er nach hinten, um ein Gerät heranzuziehen, das aussah wie eine neu moderne Stehlampe. Mit dieser fuhr der Arzt Kommentarlos einmal über ihren Brustkorb und blickte anschließend auf den Monitor am Tisch. "Eine starke Prellung liegt vor. Du kannst von Glück sprechen, dass es kein Bruch ist. Wie das möglich ist, ist mir tatsächlich ein Rätsel..." Die Stimme des Arztes wurde immer leiser. "Viel kühlen! Atemübungen damit du in keine Schonhaltung kommst und bei Bedarf kannst du bei Schmerzen das hier nehmen." Aufgeweckter und von allen vorherigen Zweifel in der Stimmlage befreit, huschte er erneut zum Tisch um ein Fläschen zu zücken. "Du trägst es wie ein Serum unter deine Nasenlöcher auf. Es sollte sofort einziehen und die Duftstoffe betäuben den Schmerz. Weniger schädlich für die Nieren." Zwinkerte er beim letzten Satz ehe er seinen Gedanken fortführte. "Ich würde Bettruhe empfehlen aber...naja du bist hier im Dom und jeder Tag, den du ausfällst...Du kannst es dir nicht leisten hier zu bleiben." Flüsterte er plötzlich worauf hin sich die Augen des Mädchens weiteten. Was meinte er damit? Verwirrt blickte sie umher. Einen Atemzug vom Schmerzmittel genommen und einen kühlenden Wickel um die Rippen, senkte sich ihr Kopf in die Matratze. Konnte der erste Tag noch schlimmer werden?
      A heart's a heavy burden.

    • Zack Ferrers

      Sehr wackelig auf den Beinen, und voller schmerzen stand die Brünette zwar auf, aber konnte sich nicht wirklich selbst auf den Beinen halten. Bevor sie beinahe wieder umgekippt wäre, konnte Zack sie noch auffangen und sie daraufhin stützen. Dieser Anblick war ihm mehr als bekannt, nicht selten sah er nach einem Kampf selbst so aus - doch hatte er lange keine 'helfende Hand' die ihm aus diesen Situationen geholfen hatte. Es war normal, dass Menschen den Konflikten aus dem Weg gingen, als würde es 'sie nichts angehen', doch Zack war da das komplette Gegenteil.
      Der Anblick von hilflosen Menschen konnte Zack tatsächlich noch weniger ertragen, als die Tatsache das er grade einer Person geholfen hatte, die angeblich für seinen Tod verantwortlich sein wird - Das war in diesem Moment einfach egal gewesen.
      Doch sich schon am ersten Tag ärger einzuhandeln mit jemanden aus den innersten Kreis, würde nichts gutes bedeuten.. das war Zack mehr als bewusst. Doch bereute er es nicht, ihr geholfen zu haben.
      Mit langsam Schritten brachte er das verletzte Mädchen zur Krankenstation wo sie auch schon direkt empfangen wurden. Behutsam stützte er sie bis zur Liege ab, wobei der Arzt der sie Empfang nahm, schon ihm das Mädchen direkt abnahm.
      Sofort trat er paar Schritte zurück, und sah mit einem genervten Blick zur Seite, um auch den Blicken des Arztes auszuweichen.
      Mit Vorurteilen bestückt, konnte er die stechenden Blicke des Arztes namens Aspen, spüren ohne hinsehen zu müssen. Es würde ihn nicht wundern, wenn Aspen ihm die Schuld zuschieben würde.
      "Ich gehe dann lieber." meinte er, als der Arzt sie begann zu untersuchen, jetzt war es nicht mehr seine Aufgabe ihr zu helfen. Das konnte jemand anders nun übernehmen - außerdem fiel es ihm auch schwer dort einfach zu bleiben. Es fühlte sich für ihn nicht so an, als hätte er das Recht dazu.

      Ohne weitere Worte, verließ er die Krankenstation, und rannte zu seinem Pech beim Verlassen in den Blondschopf dem er eben wohl seine Nase noch gebrochen hatte.
      Er hatte sich wohl ein Tuch geholt und hielt es an seiner Nase dran, die ziemlich am bluten war, und seine Augen waren bläulich - autsch, da hatte Zack ihn wirklich gut erwischt - Er rempelte Zack zur Seite und betrat die Krankenstation. "Geh mir aus dem Weg!" rief er genervt und rannte Zack dabei fast um.
      Am liebsten hätte Zack ihn dafür noch eine reingehauen, doch sollte er das wohl lieber lassen. Reichte schon, dass er jemanden aus den ersten Ring angegriffen hatte, wo Zack sich sicher war das es noch Folgen haben wird.

      Wieder in der Halle, wo die anderen sich wieder dem Training widmeten, sah Zack ihren neuen Lehrer direkt auf ihn zu laufen. Er sah sehr genervt aus, das hieße nichts gutes.
      "Ferrers!" rief er, und winkte Zack zu sich. "Ich hab es dir versprochen, das du nicht einfach mit der Aktion von eben davon kommst.
      "Tsk.. Aa-ber ich.." wollte Zack sich grade erklären doch der Lehrer würgte es direkt ab. Es war schon fast wie ein Verbrechen jemanden aus den ersten Ring zu attackieren - Zack sollte wohl froh sein aus dem zweiten zu sein, sonst hätte es schnell schlimme Strafen gegeben.
      "Ich will nichts hören - ich will nur das du mir zuhörst. Um darüber nachzudenken, was du grade getan hast - und wie sehr du es bereuen solltest dich eingemischt zu haben - kannst du erstmal 30 Runden um die ganze Halle laufen. Vielleicht bist du dann in der Lage deine Tat zu bereuen." und schickte ihn damit schon weg.
      Wie unfair war das denn? er hatte angefangen, und Zack wollte es nur beenden. Wird der Blondschopf etwa keine Strafe dafür bekommen? Wundern würde es ihn nicht unbedingt.. Immerhin hatte der 'Lehrer' selbst nichts getan um die Sache von eben zu beenden - das hätte er nämlich mit Leichtigkeit tun können.
      Zack wusste, dass es keinen Sinn machen würde mit diesen Muskelbepackten Idioten zu diskutieren und gab diesem nach - Vorerst.
      Die Halle war riesig gewesen, wo eine Runde schon viel abverlangen würde - und dann soll er gleich 30 laufen.
      "Fang lieber an zu rennen. Du solltest bis zum Ende der Stunde lieber fertig sein - sonst darfst du nicht gehen." lachte der große Muskelprotz dabei und wandte sich den anderen Gesegneten wieder zu. Er merkte direkt, dass dieser Mann, Zack noch zukünftig richtig Probleme machen wird.
      Genervt grummelnd fing Zack dann an seine Runden zu laufen. So ein Ärger, nur weil er sich nicht zurückhalten konnte..

    • Im Krankenflügel fand Arisu, Dank der fragwürdigen Schmerzmittel wieder zu Kräften. Die Warnung des jungen Arztes hallte in ihren Ohren. Aspen hatte Recht, auf der faulen Haut zu liegen und sich zu erholen würde sich schlecht auf ihre Bewertung auswirken auch wenn ihr die Folgen dessen noch nicht bewusst waren. Etwas wackelig auf den Beinen, setzte sie erst ein nach dem anderen Fuß auf den Boden und stützte sich mit den Armen an der Kante der Matratze ab. Der Schmerz ihrer Rippen zog sich noch immer durch ihren ganzen Leib, lediglich gedämpfter und ertragbarer als zuvor. Die Zähne zusammenbeißend erhob sie sich schließlich. Ohne eine leidvolle Grimasse zu ziehen ging es nicht aber immerhin setzte sie sich in Bewegung in Richtung der Trainingshalle. Der Blondschopf mit der gebrochenen Nase war bereits verschwunden, sodass Ari die leere Liege betrachtete, ehe sie die letzten Meter zur schweren Metalltür überbrückte. Ein simpler Knopfdruck an dem Bedienfeld neben der Tür, ließ das schwere Ding zur Seite Schwingen und in die Wand verschwinden. Der Anblick, der sich der jungen Dame bot war etwas verwirrend. Die meisten gesegneten waren dabei eine Pause zu machen. Einige saßen auf dem Boden während andere im stehen an ihren Trinkflaschen nuckelten. Das sie noch kein Gerät erfunden hatten, dass Ihnen die Wasseraufnahme im Alltag erleichterte, wo sie doch für alles und jeden ein technisches Hilfswerk hatten. Nur ein einzelner schien weiterhin in Bewegung zu bleiben.

      Im Gegenzug zu den restlichen Kandidaten, schien er nicht Mal eine Sekunde an eine Verschnaufpause zu denken. Er lief einfach seine Runden in der Halle. Etwas suspekt schien es ihr schon aber betäubt von den Schmerzen, hatte Ari noch immer Schwierigkeiten ihren Blick zu schärfen. Erst als der Junge an ihr vorbei rauschte realisierte sie, wer da brav eine Runde nach der anderen drehte. Der Junge war in silber gekleidet, mittlerweile klebte sein Shirt an seinem Körper, klamm wie es vom Schweiße war und ließ die Muskelpracht darunter erahnen. Wieso er wohl als einziger weiter machte? //Doch nicht...?// Ein kurzer, intensiver Schauer zog sich über die Wirbelsäule der neunzehnjährigen. Wäre es den Anwesenden lieber gewesen, der Goldjunge hätte ihr weiter die Seele aus dem Leib getreten oder wieso bestraften sie den einzigen, der Manns genug war dem ganzen ein Ende zu setzen? Das Verständnis für die Vorgänge im inneren Ring fehlte der in Armut aufgewachsenen. Übersah sie irgendetwas?

      Augenrollend verabschiedete sich die Brünette von der Trainingshalle, sportliche Tätigkeiten waren für den Rest des Tages für Arisu gestrichen, da brachte es auch nichts leer aus der Wäsche zu blicken. Vorzeitig verzog sie sich in ihr Zimmer, um zu pauken. Wenn sie schon körperlich nicht Punkten könnte, so würde Arisu sich in den theoretischen Fächern an die Spitze arbeiten.
      A heart's a heavy burden.

    • Zack Ferrers

      Runde für Runde wurde Zack immer erschöpfter, schon für eine Runde durch diese lächerlich Große Halle zerrte sehr an den Kräften des sportlichen jungen Mannes. Während er lief, versuchte er sich auch nur darauf zu konzentrieren und sich nicht ablenken zu lassen, er war fast wie in seiner eigenen Welt, da es sich zu konzentrieren ihm half auch weiter aufrecht zu bleiben und alle 30 Runden durchziehen zu können. Er bemerkte also überhaupt nicht was um sich um passierte.
      Glücklicherweise hatte er eine gute Ausdauer und konnte es tatsächlich in der restlichen Zeit schaffen ohne eine Pause zu machen. Da musste selbst der große Muskulöse Mann mit Bart staunen, als er den erschöpften Ferrers Jungen in seiner letzten Runde an ihn vorbeilaufen sah.
      Schnaufend kniete Zack sich runter und versuchte sich für einen Moment zu verschnaufen, als er endlich diese kleine Tortur hinter sich gebracht hatte. Er bemerkte die herabsehenden Blicke der anderen die an ihm, nachdem nun auch die Trainingsstunde vorbei war, vorbeiliefen und das eine oder andere Getuschel konnte er auch vernehmen. Selbst der Blonde, aus dem ersten Ring - der nun mit einem Verband im Gesicht rumlief - sah mit einem bösen Blick auf ihn herab, sicherlich dachte er, dass diese Strafe wohl nicht genug gewesen wäre.
      "Das wäre es für heute - los geht euch duschen, ihr stinkt alle. Besonders du Ferrers." ertönte die dunkle männliche Stimme von Harald der ebenso an den knienden braunhaarigen vorbeilief.
      Seufzend und etwas erschöpft stand Zack wieder auf, um diese Halle zu verlassen. Sie hatten wohl jetzt erstmal eine Pause, was hieße sie könnten sich erstmal in ihre Gemächer wieder zurückziehen. Diese Chance ergriff Zack auch, und fuhr mit den Fahrstuhl wieder nach oben in den 34. Stock. Einmal sehen, reichte um mit diesen Fahrstuhl umgehen zu können, alleine hatte er auch eine bessere Möglichkeit sich in diesem Gefährt bisschen umsehen zu können. Es gab tatsächlich über 70 Stockwerke, was verdammt viel war, und wo er sich schon fragte - was denn noch alles hier sei. Ein zweiter umschweifender Blick konnte er auch eine Kamera oben an der Decke des Fahrstuhls erkennen, Sicherlich war das nicht die einzige und der Ort war gut bewacht dadurch. Es würde ihn nicht wundern, wenn der Gemeinschaftsraum ebenso mit Kameras bestückt wäre, was für Zack nur hieße er muss etwas aufpassen, was er wo tat.
      In den Gemeinschaftsraum wieder angekommen, konnte er auch paar andere der Gesegneten direkt entdecken, die sich wohl schon wieder auf dem großen Sofa breit machten, um sich irgendetwas im Fernsehen anzusehen.
      Weder den Blonden, noch das braunhaarige Mädchen konnte er aber hier vorfinden. Vielleicht waren sie ja in ihren Zimmern, wohin Zack nun auch hin verschwinden würde, nachdem er eine weitere Dusche genommen hatte.
      Er entledigte sich im Bad, wieder seinen durchgeschwitzten Sachen, und nahm eine weitere kalte Dusche. Seinen Kopf freizubekommen fiel ihm auch mit der kalten Dusche schwer, wo seine Gedanken um all das nur mehr rumschwirrten. Er will wissen, was es mit diesem Dom zwar auf sich hat, aber so ein Verhalten wie heute, könnten es ihm eventuell erschweren etwas rauszufinden. Viele Informationen bekamen sie so ja nicht, und irgendwie war alles sehr suspekt.
      Nach der nachdenklichen Dusche, machte er sich wieder ein Handtuch um die Hüfte, um sich dann in sein Zimmer wieder zu begeben. Er lief ohne Bedenken durch den Gemeinschaftsraum wieder um in das Zimmer 3 Räume weiter vom Bad sich zu begeben, damit er sich wieder etwas frisches anziehen könnte.

    • Nachdem sich Ari in etwas gemütlicheres umgezogen hatte, verließ auch sie ihre Schlafkoje, um sich zu den anderen zu gesellen. Wirklich wohl war ihr bei dem Gedanken nicht und die Lust dazu hatte sie nach dem heutigen Erlebnis ohnehin nicht, aber was sollte sie nun machen? Sich weiter zurückziehen und noch mehr zum Außenseiter werden? Situationen, wie die in der Trainingshalle würden sich nur häufen, fände sie nicht schnell ein paar Freunde oder zumindest verbündete. Da ihr keiner, außer einer, zur Hilfe gekommen war, wusste sie um ihre Chancen. Nichts als Abschaum war die Oriyarin in den Augen der anderen. Ein leichtes Leben würde sie im Dom nicht haben…doch es half nicht.

      Mit gesenktem Kopf streifte die Brünette über den Flur. Ihre Haare waren zu einem zerzausten Zopf gebunden, der locker herunter hing. Wofür die Mühe machen, wenn sie doch sowieso jeder hasste. Abgesehen davon schmerzte es ungemein, die Arme über den Kopf zu heben, um eine Frisur zu zaubern, da sparte Arisu sich lieber ihre Kräfte und Nerven. Gerade als sie kurz vor dem Gruppenraum den Flur verlassen wollte, erblickte sie die nackten Zehen vor sich. Der Untergrund war warm von der Fußbodenheizung, aber eigentlich trug hier jeder zumindest Socken, dieser nicht. Etwas verwirrt hob die Dame ihren Blick, eine Entscheidung, die sie umgehend bereute und verdutzt aus der Wäsche schaute. Der halb nackte Kerl schien zu seinem Zimmer zu huschen, ohne einen Anflug von Scham dabei zu verspüren. In Arisu sah es ganz anders aus. Die leicht bekleideten Männer, die sie gesehen hatte, waren quasi ihre Familie, ihr Dorf so klein, dass sie alle ihre Lebensgeschichten kannten, ebenso wie ihre Körper. Keinen davon hatte sie jemals als etwas anderes als einen Bruder betrachtet oder zumindest entfernte Verwandte wie einen Großcousin oder ähnliches. Fremden Männern war sie nie begegnet, geschweige denn ihre Körper betrachtet zu haben, aber dieser Typ… Tat als wäre es nichts besonderes, sich hier vor Fremden zu präsentieren. War er so selbstbewusst oder Arisu schlichtweg verklemmt?

      Starr, angewurzelt wie ein Baum blinzelten die Augen. Einmal, zweimal, plötzlich immer hektischer als könnte es den Anblick beseitigen, die Vater-Morgana hinfort schicken, aber der feste Körper wich natürlich nicht, bis er hinter einer der Zimmertüren verschwand. Weiter blinzelnd blieb sie zurück, fragte sich, ob das wirklich geschehen war oder ob sie mittlerweile von ihrem Helden halluzinierte. Vielleicht hatte der Blonde ja ihren Kopf getroffen, neben den gebrochenen Rippen noch eine Gehirnerschütterung hervorgerufen.



      Es dauerte einen Moment, bis die Außenseiterin sich gefangen hatte und in den Gemeinschaftsraum trottete. Noch immer wirkte sie blass und abwesend, aber schlich sich zumindest unter die Leute. Ein Glas Wasser klang nach einem guten Plan und so goss sie sich eines ein, um es direkt zu leeren. Tief seufzend stellte Ari das Glas ab, wollte sich gerade mutig zu den anderen wenden, als die Roboter-Stimme erklang und zum Essen im Stockwerk unter ihnen einlud. Gemeinsames Essen…das konnte ja nur unangenehm werden.

      Allesamt fanden sie sich im Saal wieder. Die meisten aßen bereits gierig und vor Hunger des Trainings getrieben schoben sie sich etwas zwischen die Zähne. Langsam und unbemerkt, ließ sie sich auf einen der freien Stühle fallen. Bei all dem wilden gekaue, traute Ari sich kaum zu atmen oder nach den Speisen zu greifen. Die Tafel war prall gefüllt, übersät mit Lebensmitteln über die sie nur gelesen hatte, einige davon nicht identifizieren können, weil sie so exotisch waren, dass nicht Mal die Bücher über sie berichtet hatten. Überfordert mit der Auswahl schweifte der Blick auf die Teller der anderen. Die meisten aßen Fleisch, das Huhn in der Mitte war schon beinahe komplett ausgenommen aber ihrem Geschmack entsprach es ohnehin nicht. Zu sehr sah sie sich an die Tiere ihrer Farm erinnert, um dort zuzugreifen. Der kurze Gedanke an eine unbekannte Frucht, kam ihr in den Sinn doch das Risiko es nicht zu vertragen war zu groß.

      Zaghaft legte sie sich etwas vom Gemüse auf. Nicht gerade beliebt bei den anderen, da es langweilig im Vergleich zu den aufwendigen Gerichten war aber es war das einzige, was Arisu erkannte und selbst das schmeckte anders als Zuhause. Die Aromen viel intensiver, eindeutig in Butter und Gewürzen getränkt, die den Bewohnern des äußersten Ringes nicht zur Verfügung standen. Es mundete sehr, ließ sich aber nicht an ihr ablesen, da sie bedacht aß statt es wie die anderen rein zu schieben. Irgendwie war sie im falschen Film...
      A heart's a heavy burden.

    • Zack Ferrers

      Auf dem Weg zu seinem Zimmer, mit leichter Bekleidung, lief er unerwarteterweise in jemanden rein. Ehe er das bemerkte, starrte er nach unten, und konnte wieder mal das Mädchen mit den dunkelbraunen Haar entdecken.. Wie hieß sie nochmal? Zhura oder so ähnlich, kam ihn blitzartig in den Kopf - was ihn jedoch für einen längeren Moment zum grübeln brachte da ihm dieser Name für einen kurzen Augenblick vertraut vorkam. Schnell ließ er den Gedanken aber fallen und sah runter zu dem Verwirrten Mädchen, was seine leichte Bekleidung bemerkt hatte. War das etwa ein Problem für sie?
      Da aber die Situation von eben, was in der Sporthalle passierte, ihn etwas verunsicherte - geschweige wenn sie überhaupt wusste das er ihr nun geholfen hatte - schwieg er lieber über die grade leicht unangenehme Situation.

      Für einen Moment verharrten die beiden so, ehe der junge braunhaarige doch das Mädchen da stehen und sie mit ihrer Verwirrung alleine ließ. Keinen weiteren Gedanken verschwendete er mehr darüber, als er sein Zimmer betrat und widmete sich sofort dem Kleiderschrank zu - erneut. Um sich wieder etwas neues gemütliches anzuziehen, die verschwitzte Kleidung konnte er schließlich nicht anbehalten. So nahm er den nächsten Bügel, wo wohl eine Art 'Schuluniform' hing, Aufjedenfall war es ein Weißes Hemd, mit Silberner Jacke. Dazu eine Silberne Hose, die verziert war.
      Die Jacke hing er an dem Stuhl am Schreibtisch auf und zog nur das Hemd und die Hose über - überraschenderweise sehr bequem.
      Nachdem er fertig war, holte er wieder sein altes Buch, was er auf dem Schreibtisch gelassen hatte, und setzte sich damit wieder hin, um sich auf einem leeren Blatt - die er im Buch hinzugefügt hatte - Notizen zu machen. Er wollte sich einfach alles notieren, wer weiß was wichtig sein könnte..

      Danach packte er sein Buch wieder in die Hosentasche und verließ damit wieder sein Zimmer. Von dort aus, flogen ihm direkt viele Gerüche in die Nase, von warmen leckeren Essen. Es war Mittag, und damit auch Zeit für eine gute Mahlzeit, nach dem anstrengenden Training..
      Am Tisch angekommen, der zwar reich bedeckt war aber schon vieles aufgegessen wurde von den anderen Gesegneten, die nicht ihre Zeit vorher mit duschen verschwendet hatten.
      Er nahm sich ein Teller, voll mit Salat und mit Spiegelei - Simpel, aber genau das was er jetzt braucht nach dem Sport.
      Mit dem Teller voll mit Salat und Ei, setzte er sich an eine Leere Ecke des Tisches, wo alle anderen saßen und fing an zu essen - wobei er dabei sein Buch aus der Tasche holte und daraus nebenbei etwas las.

      Während des Essens konnte man ein vertrautes Geräusch wahrnehmen, das der öffnenden Tür und der soforte Anblick des Schrill gekleideten Mannes von heute Morgen.
      "Wie ich sehe, seit ihr schon Munter am Essen! hoffe Harald hatte euch nicht zu sehr zugesetzt." begrüßte er die speisenden und stand letztendlich am vorderen Ende des Tisches, wo die meisten saßen.
      "Es gibt Neuigkeiten, mit denen ich euch noch bekannt machen möchte." fuhr der Schrille Vogel dann fort.
      "Wir ihr vielleicht bemerkt habt, läuft euer zukünftiger Unterricht nach einem Stundenplan, damit ihr aber natürlich immer bescheid wisst, was als nächstes ansteht - möchte ich euch mit .. dem hier bekannt machen." Erklärte er und holte dabei eine Fernbedienung raus, klein mit wenigen Knöpfen doch mit einem Knopfdruck aktivierte sich einer der Bildschirme, die an der Wand waren wo man einen organisierten Plan erkennen konnte.
      "Da steht alles drauf was ihr wissen müsst - Was ihr habt, wo ihr hin müsst und mit wem natürlich. Heute werde ich zwar euch noch begleiten, aber ab Morgen müsst ihr selbst in die Räume finden! denkt dran, lieber nicht zu spät zu kommen." wobei er das letzte besonders betonte und dabei frech grinste.
      "Achtet also gut drauf!.. ahja und noch eine Sache." fiel ihm grade ein, als er die Fernbedienung an den Tisch legte.
      "Wir haben natürlich veranlasst das eure Privaten Wertsachen euch gebracht werden, seien es Smartphones oder was ihr sonst so nützliches braucht. Laufe des Tages sollte alles angekommen sein... wir wollen ja immerhin das ihr euch hier wohlfühlt." machte er sich so langsam dann wieder auf zur Türe.
      "Gleich um Punkt 1 Uhr, fängt euer Geschichtsunterricht statt, ich erwarte euch 5 Minuten vorher am Aufzug vorne. Nicht trödeln!" verabschiedete sich der Schrille Vogel wieder.
      Zack wurde doch ziemlich aufmerksam, als er was von Privaten Gegenständen erzählt hatte. Na das kommt ihm sicher gelegen - er war sich sicher, das sein Smartphone schon voller Nachrichten gewesen sei...

    • Der ulkig aussehende Mann trat an den Esstisch heran. So aufmerksam, wie Arisu ihre Umgebung beobachtete, erspähte sie ihn als erste, während die anderen dabei waren, sich mit Nahrung vollzustopfen. Sanft nickte sie auf die Anweisungen und Erläuterungen zu einem weiteren technischen Hilfswerk. Hörte das ganze irgendwann mal auf oder würde das Mädchen nun jeden Tag ein neues Gadget verstehen müssen? Dieser technische Fortschritt war nicht bis zu Ihrer Heimat vorgedrungen, alles war neu für sie. Aisu hatte ihr vieles erzählt, ihr die Differenzen und Unterschiede der Ringe versucht zu erklären, aber jetzt wo sie es mit eigenen Augen erlebte, wusste die Brünette kaum damit umzugehen. Die Freude über die Besitztümer der Talente war unter den anderen groß. Wieder ein Unterschied, der Ari auf der Stirn geschrieben stand. Natürlich freute sie sich auch darüber, ihr Hab und Gut bei sich zu wissen, doch beliefen sich ihre Besitztümer nicht auf weitere fortschrittliche Erfindungen, mit denen sie ihre Familie kontaktieren konnte. Ein Handy besaß die Frau nicht, das Dorf-Telefon war das einzige Kommunikationsmittel, das eigentlich nur für Anlieferungszwecke genutzt wurde. Die Nummer wurde ihnen als Kinder eingebläut, aber ob sie darüber tatsächlich jemanden erreichen konnte oder nicht doch bei der Auskunft landete, wusste sie nicht. Immerhin konnte sie das Foto ihres Bruders wieder bei sich tragen, das war mehr Wert als alles andere…

      Wie angekündigt, wurden die Fernbedienungen verteilt und der Unterricht begann pünktlich, weswegen Arisu nach dem Essen nicht trödelte. Als erste im Unterrichtszimmer konnte sie sich einen Sitzplatz aussuchen - freie Wahl und definitiv erstrebenswert in ihrer Lage. Wer wusste schon, wie viele Feinde sie hier tatsächlich hatte, schließlich kam ihr nur ein einziger zur Hilfe. Da war es nur verständlich, dass die junge Frau einen der hintersten Plätze aufsuchte, um niemandem im Nacken zu haben. Feuchten Papierkügelchen waren die harmloseste Vorstellung, die ihr in den Sinn kam.

      Nach und nach füllte sich der Raum, während eine großgewachsene Frau das Lehrerpult beanspruchte. Sie war unglaublich hübsch, hatte Rundungen an den richtigen Stellen und trug das Haar halb hochgesteckt. Einige Strähnen fielen in ihr Gesicht, blieben an der kantigen Brille mit einem dünnen Gestell hängen. Die Sehhilfe stand ihr ganz und gar nicht, sie war viel zu altmodisch und ähnelte einem Fremdkörper auf dem zarten Gesicht. Vielleicht war sie ein wenig zu jung, um eine glaubwürdige Geschichtslehrerin zu sein und suchte nach einem Accessoire, das ihr Reife zusprach? Hatte sie überhaupt eine Sehschwäche? Ari wagte es zu bezweifeln. Einige der Herrschaften schienen von der Gestalt vor ihnen ebenso fasziniert wie die Oriyarin. Sie gackerten wie Hühner und tuschelten, bis die Dame mit ernster Stimmlage um Ruhe bat und den Unterricht einleitete. Eine etwas verkehrte Welt für die Dorflehrerin, die es seit einiger Zeit gewohnt war, andere zu unterrichten, statt selbst die Schulbank zu drücken. Die meiste Bildung eignete die fleißige Biene sich selbst an oder durch die Lehren der älteren. Ein vernünftig ausgereiftes Bildungssystem existierte so weit außen nicht. Nicht, dass sich die Regierung auch nur ansatzweise dafür interessierte. Arisu war zum Scheitern verurteilt, umso überraschter war sie, als sie feststellte, dem Thema folgen zu können - nein sogar die Antworten auf die Fragen zu wissen!

      Natürlich starteten sie mit der Gründungsgeschichte der Ringe und der Krönung des Orakels, das unter der Führung der Regierung, das Schicksal aller bestimmte. Ohne zu zögern beantwortete Ari eine Frage nach der anderen, ließ damit schnell die anfängliche Verwunderung der Lehrkraft über eine Meldung der ungebildetsten im Raum verschwinden. "...dabei wird das aufgehende Orakel nicht vom amtierenden Orakel initial verkündet, sondern durch die erste Vision berufen." Beendete sie gerade den Satz und erntete von der restlichen Schülerschaft ernste Blicke, selbst die Lehrerin hob interessiert eine Braue.

      Den Lehren der Geschichtsbücher entsprang dieser Satz nicht. Arisu hatte von ihrem Bruder von den Fakten gelernt, woher hätte sie wissen sollen, dass allen anderen gelehrt wurde, dass das Orakel allwissend sei und über ihm keine andere Macht abgesehen von den Beschränkungen der Regierung herrschte? Keiner wusste davon, zumindest keine normalen Bürger, woher also wusste das Mädchen es? "Wo hast du denn den Unsinn her? Aus Dummkopfhausen? Wird euch so ein Blödsinn in Oriya beigebracht?" Gab jemand einen patzigen Kommentar darüber ab. "Interessante Theorie, die aber keinerlei Grundlage in unseren Geschichtsbüchern findet." Wank die Lehrerin ab, ohne auf das gehässige Gequatsche einzugehen. Ein weiteres Mal öffnete sie den Mund, wurde jedoch durch ein Klingelton übertönt. Die Stunde war vorbei und ohne, dass Ari es wusste, war es ihre Rettung, bevor sie noch mehr Informationen ausspuckte, über die sie gar nicht verfügen durfte.
      A heart's a heavy burden.

    • Zack Ferrers

      Mitsamt der anderen machte auch Zack sich nach dem Essen zum besagten Raum, wo sie nun Geschichtsunterricht haben sollten. Wie langweilig.. Als Kind musste er immer wieder die alten Bücher lesen, die über die Gründungsgeschichte gingen, und das immer und immer wieder, bis es ihm aus den Ohren raushing. Es war wohl ein Mittel um ihn das für immer ins Gedächtnis zu brennen, so würde zumindest sein Vater es sagen. Er war nun mal sehr streng, und hatte ihn wenig Freizeit gegeben. Was ihn oft dazu auch brachte einfach mal abzuhauen, und die äußeren Ringe zu besuchen. Vielleicht war es auch mehr eine Strafe für den ungehorsamen Sohn, so viele langweilige Bücher abzuklappern.

      Alle im Raum angekommen setzte sich jeder auf einen der freien Plätze, die braunhaarige Oriyanerin, war wohl als erstes hier und saß ganz hinten im Raum. Natürlich wollte keiner der anderen sich in ihre Nähe setzen - wie könnten sie sonst weiter lästern?
      Zack saß sich also auch nach hinten, um so nicht ins Schussfeld von den anderen zu kommen. Außerdem hasste er Geschichte!
      Eine große Frau betrat danach den Raum, die viel Aufmerksamkeit auf sich zog, durch ihr auffälliges Aussehen. Ein kurzer Blick genügte für Zack um zu wissen, warum alle so aufgeregt schienen. Doch sein Interesse hielt es nicht lange aufrecht, sie war hübsch, kein Zweifel. Doch das war nun mal irrelevant für ihn.
      Der Unterricht begann, und natürlich war das erste Thema die Gründungsgeschichte der Ringe. Was ein Wunder.. jedem müsste direkt was einfallen wenn sie das hören. Zack ist da sicherlich nicht der einzige gewesen, dem die Geschichte eingebrannt wurde.. Doch es gab einen anderen Grund warum er es überhaupt nicht ausstehen konnte - die Geschichte wird immer von Gewinnern geschrieben, und diese lassen gerne wichtige Details raus - es ist so lückenhaft und voller Lügen, um die Menschen zu manipulieren. Es war einfach so widerwärtig, zu welchen Mitteln Menschen griffen. Zack aber war einer der wenigen die mehr wussten..
      Gelangweilt ignorierte er den Unterricht und suchte sich lieber eine Stelle an der Wand, um sie anzustarren.
      Die Zeit verging so langsam, und so fern er es richtig mitbekam, machten nur wenige aktiv am Unterricht mit. Zu jedermanns Überraschung war es die Oriyanerin - die wohl die wenigsten Möglichkeiten haben sollte, die Geschichte zu lernen - die die meisten und richtigen Antworten lieferte.. zumindest nach den Büchern.
      Jedoch sagte sie plötzlich etwas interessantes .. "...dabei wird das aufgehende Orakel nicht vom amtierenden Orakel initial verkündet, sondern durch die erste Vision berufen." Es folgte ein merkwürdiges Schweigen der Klasse, und die ersten dummen Kommentare ließen nicht lange auf sich warten.
      Doch Zack wurde aufeinmal hellhörig. Was hatte sie da grade gesagt? mit einem schockierten Blick sah er zur Seite, wo sich die Oriyanerin befindet, dessen Aufmerksamkeit jedoch grade der Lehrerin gewidmet war. Sie würgte diese Aussage schnell ab, womit aber auch der Unterricht schon beendet war.
      Für einen kurzen Moment folgte Zacks Blick dem braunhaarigen Mädchen, die grade den Raum verließ. Es war wie eine kurze starre, so überrascht war er darüber gewesen.

      Als letztes verließ er den Raum und folgte seinen 'Kameraden' zurück in ihre Etage. Er konnte sich nicht erklären, wie sie das wissen konnte. Etwas Gedanken verloren und mit langsamen Schritten lief er Richtung des Aufzugs, der ihn zurück in die Gemächer bringen würde. So direkt konnte er sie nicht einfach fragen, woher sie es wusste.. dabei würde er sich selbst doch damit verraten.. eines war ihm aber klar, das sie lieber vorsichtiger sein sollte, was sie da einfach ausplaudert - war ihr das vielleicht gar nicht klar, was sie da gesagt hatte? das es so in keinem der Geschichtsbücher stand?

      In dem Gemeinschaftsraum wieder angekommen machten sich viele schon wieder irgendwo breit und genossen ihre Freizeit.
      Manche waren schon in ihren Zimmern, und meinten, dass ihre Sachen bereits angekommen wären und spielten teilweise auch schon mit ihren Smartphones rum. Das kommt Zack nur recht, wenn seine Sachen auch schon da wären.

      Schnell machte er sich dann wieder auf zu seinem Zimmer, wo er bereits beim betreten eine Schachtel auf dem Schreibtisch entdecken konnte. Diese öffnete er und konnte sein persönliches Habgut entdecken. Paar Klamotten, einen alten Schlüssel, ein Notizbuch, und ein Smartphone. "Wow die haben ja echt alles gefunden was ich brauche." war er erleichtert und griff zuallererst nach seinem Smartphone.
      Beim entsperren kam ihm schon mehrere Benachrichtigungen entgegen. //6 verpasste Anrufe, und 14 Nachrichten.. verdammt..// grummelte er und packte sich das Handy in die Hosentasche. Er muss sich aufjedenfall später zurückmelden, doch das machte er lieber erst am Abend, wenn es ruhiger war.
      Damit verließ er wieder seinen Raum, und saß sich aufs Sofa, um bisschen zu entspannen. Grade hatten sie etwas Freizeit, und er brauchte diesen Moment um seine Gedanken wieder zu sammeln.
      Dabei blendete er alle Geräusche um sich herum aus.

    • Viel zu betrachten gab es auf dem Zimmer der jungen Frau in weiß nicht. Die Ausbeute war nicht gerade groß und fiel im Vergleich zu den anderen Bewohnern des Doms mager aus. Ein Smartphone besaß Arisu nicht, keiner im äußersten Ring besaß dieses Privileg und dass ihr im Rahmen ihres Schicksals der Kommunikation halber eines zur Verfügung gestellt werden würde, wagte sie nicht mal zu träumen. Hoffnung gab es trotzdem. In einem der Flure hatte die Brünette eine Telefonanlage gesehen oder zumindest hielt sie den in der Wand eingebauten Bildschirm mit Touchscreen und Kopfhörer daneben für eines. Vielleicht irrte sie sich, aber vielleicht auch nicht. Sie würde es zumindest versuchen wollen. Statt irgendwelcher Gadgets fand sie ihr Tagebuch auf dem Schreibtisch wieder. Neben dem Heft lag ein Umschlag, der bei genaueren Betrachten einige Fotos ihrer Familie beherbergte sowie eine Kette. Schwer atmete Ari durch, als sie den Schmuck um ihren Hals legte. Dass der kleine Anhänger an der feinen Lederschnur nicht ihr gehörte, war dem Ding anzusehen. Viel zu maskulin war das Halsband und das Gold des Hängers passte auch nicht wirklich zu ihrer blassen Haut. Hergeben würde sie das Andenken trotzdem nicht. Seit dem Verlust ihres Bruders schleppte sie es überall mit hin, stopfte es in ihre Hosen- oder Jackentasche, wenn ihr nicht danach war, um den Hals zu tragen. Aisu hatte sie im Dorf immer mit Stolz getragen, als wäre es ein Abzeichen, dass ihm Ehre erwies oder eine besondere Bedeutung feierte, doch kaum waren die Aufseher in der Nähe oder Menschen anderer Ringe anwesend verbarg er es wie das bedeutungslose Material, das es war. Möglicherweise war es auch nur die Angst davor, das einzig wertvolle zu verlieren, dass dem Jungen in die Hände gekommen war.

      Sanft glitten ihre Finger an das kühle Metall, drückten es näher an die Haut ihrer Brust, als könne sie es direkt zu ihrem Herzen hindurch pressen. Schnell flogen ihre Gedanken zurück zu ihrem Leben vor der Verkündung. Noch immer war es ihr ein Rätsel, was sie hier verloren hatte. Im Dorf hätte keiner über ihre Worte im Geschichtsunterricht gescherzt. Es war alles, was ihr Aisu beigebracht hatte oder sie sich selbst aus Büchern angeeignet hatte. Was sollte daran verkehrt sein? Warum hätte ihr Bruder Lügen verbreiten sollen? Nichts ergab in diesem Hightech Haus einen Sinn und ließ die junge Frau an allem, was sie gelernt hatte, zweifeln.

      In gemütlichen Klamotten, einer weiten Hose und einem ebenso großen Pullover verließ auch sie die Höhle, die sie nun ihr Zuhause schimpfte. Kurz fragte sie sich, ob man ihren bevorzugten Kleidungsstil berücksichtigt hatte oder einfach nicht damit gerechnet hatte, dass die Oriyarin so abgemagert sein würde. So oder so war es ihr egal, solange sie sich in dem Stoff wohl fühlte - da spielte es keine Rolle, wie sehr sie in den Lagen unterging. Die Kette bei jedem ihrer Schritte umher baumelnd, streifte sie den Gemeinschaftsraum entlang, plante aber nicht, sich dort länger aufzuhalten. Ihr Ziel stand schließlich fest.

      Angespannt blieb sie vor dem Screen stehen. Hektisch wandte ihr Blick umher. Ari wusste nicht mal, ob es ihr erlaubt war, das Teil zu bedienen, geschweige denn, ob es funktionierte. Zögernd starrte die Brünette in den Bildschirmschoner, als würde es ihren Wunsch von den Lippen ablesen, würde sie nur lang genug ihre braunen Glubscher drauf verharren lassen. Sollte sie um Hilfe bitten? Wer würde ihr schon helfen wollen, wenn es schon keiner tat, als ihr die Rippen bearbeitet wurden? Nur einer…Einer hielt seine helfende Hand bereit. Würde er vielleicht? Flüchtig huschte ihr Blick über die Schulter, zurück zum Gemeinschaftsraum, in dem es sich einige gerade gemütlich machten. Nein - so ein Unsinn. Ausgerechnet der, dessen Schicksal sie beenden sollte, würde nicht die Lösung ihrer Probleme sein. Arisu konnte sich glücklich schätzen, dass er ihr einmal seine Unterstützung geschenkt hatte, vielleicht sogar ihr Leben damit verschonte. Der Ferrers Junge würde sicherlich nicht freiwillig etwas mit ihr zu tun haben wollen.
      A heart's a heavy burden.

    • Zack Ferrers

      Eine Weile war er in Gedanken versunken, konnte die Geräusche außerhalb gut ausblenden. Doch ein Brüllen hinter ihm - da irgendeiner der Gesegneten lautstark diskutierten - brachte ihn plötzlich aus seinen Gedanken und schaute bisschen irritiert in die Richtung des Geräusches. Seufzend, wandte er sich schnell wieder ab, als er bemerkte das es sich um etwas unwichtiges handelte, und ließ automatisch seinen Blick um die Runde schweifen. Schließlich wurde er eh schon aus seinen Gedanken rausgeholt, und musste sich jetzt erstmal wieder etwas fangen.
      Sein Blick blieb wieder einmal bei einer bestimmten Person stehen, die abseits der anderen vergebens versuchte mit der Technik klarzukommen. Natürlich kannte sie sich damit nicht aus - es gab immerhin ja so gut wie nichts in den äußeren Ringen.
      Ein weiteres Seufzen entglitt den jungen Mann, eigentlich sollte er sich von ihr fernhalten und doch war es bisher nicht wirklich erfolgreich gewesen. Dazu kommt, das diese Geschichtsstunde ihm nicht aus dem Kopf ging. Sie würde doch niemals so etwas einfach erzählen ohne zu wissen, was es wirklich bedeutet. Oder was es für Konsequenzen haben kann, wenn sie weiterhin solche Dinge von sich gibt.
      Nach längerem Überlegen stand Zack doch letztlich auf und ging Richtung des hilflosen Mädchens und der Technik mit der sie zu kämpfen versuchte. Mit unauffälligen Bewegungen deutete er zu sich, um ihr wortlos zu zeigen wie diese Telefonanlage zu bedienen war.
      Er nahm den Kopfhörer an sich, und fing an auf dem Bildschirm zu tippen, bis sich ein Tastenfeld öffnete.
      Daraufhin hielt er ihr die Kopfhörer hin, und deutete ihr an sie könne es jetzt nutzen. Es war ihm egal was sie genau machen wollte, er konnte nur nicht zusehen, wie hilflos sie mit all der Technik war. Doch war es jetzt ein Teil von ihrem Leben und musste es lernen. Wenn es aber ihr niemand zeigt - und das würde auch sonst niemand - sah er sich irgendwie dazu verpflichtet etwas nachzuhelfen.
      Vielleicht wenn er etwas vertrauen aufbauen könnte, erfährt er mehr woher sie ihr Wissen hat und ob es nicht damit zusammenhängt was ihr angebliches Schicksal verband.
      Grade als er wieder gehen wollte, um die Oriyanerin wieder sich selbst zu überlassen, blieb er noch kurz stehen, um ihr etwas mitzuteilen.
      "Du solltest besser aufpassen was du hier preisgibst.. Wir werden die ganze Zeit beobachtet." sprach er leise, kaum hörbar für außenstehende. Doch er war sich sicher, das sie ein Problem werden könnte wenn sie so weiter alles ausplaudert - auch wenn es ihr wahrscheinlich gar nicht bewusst war.

      Ohne weitere Worte ging er wieder zum Sofa, und holte aus seiner Hosentasche sein Tagebuch raus, um wieder die wichtigen Dinge zu notieren - der erste Tag war immerhin so gut wie um - ob sie jetzt noch irgendeinen Kurs haben wusste er noch nicht.
      Zu seiner Missgunst setzten sich paar der anderen neben ihn aufs Sofa um den Fernseher dort anzuschalten. Nachrichten - Wie langweilig - dachte sich Zack und ignorierte wieder mal seine Umgebung. Es wurde eh nur über den gestrigen Abend nochmal berichtet, und über die Verkündungen der Schicksale.. doch besonders viel Redebedarf gab es über die Verkündung der Oriyanerin, da es nun mal nicht oft vorkam das jemandes Schicksal sei, ein Leben zu beenden.
      Diese neben Zack unterhielten sich lautstark darüber, doch ließ sich Zack davon nicht ablenken und schrieb weiter seine Notizen, über das geschehende und seine Gedanken darüber.

    • Mal wieder musste ihr jemand zur Hilfe kommen - natürlich war dieser jemand nicht irgendjemand! Seufzend wandte sich der Blick der Brünetten zu Boden. Wie unangenehm, dass ausgerechnet er ihr immer den Tag rettete. “Dankeschön” bedankte sie sich kleinlaut und wagte Zack nicht direkt zu betrachten, sondern schielte mit gesenktem Kopf auf seine flinken Finger, die das technische Rätsel zu lösen schienen. “Ich bin übrigens Arisu…” warf sie ihm noch hinterher. Vielleicht würde es die Spannungen lösen, wenn sie einander beim Namen kannten, aber je mehr die Zhura-Tochter darüber nachdachte, desto absurder wirkte der Gedanke. //Freunde dich doch gleich mit ihm an, dann findest du vielleicht eine Charaktereigenschaft, die dir richtig auf die Nerven geht - dann könntest du den Mord zumindest begründen.// Kopfschüttelnd verabschiedete sie den Gedanken. Egal was in diesem Haus vor sich ging, es konnte nichts Gutes verheißen, wenn es angeblich der Beginn eines Mordes war, den Ari begehen sollte. Es ergab einfach keinen Sinn!

      Antworten mussten her und da der Hass in der Einrichtung einstimmig der Oriyarin galt, würde sie diese garantiert nicht unter den Gesegneten finden. Vielleicht hatte ein Dorfältester einen Rat übrig? Die Anweisungen des jungen Mannes befolgend, wählte sie die Nummer des Dorftelefons, in der leisen Hoffnung, es würde direkt jemand aus ihrer Familie abheben, um unangenehmen Smalltalk vermeiden zu können. Natürlich war dem nicht so. “Oh, hallo Tante Mao. Ja, es ist alles ganz anders hier. Genau, warmes Wasser beim Duschen…Ja-” Das arme Mädchen kam kaum zu Wort bei all den Fragen, die die Dame stellte. Tante Mao war nicht blutsverwandt mit Arisu, ehrlich gesagt hatte sie rein gar nichts mit den Zhura zu tun. In Oriya war es Gang und Gebe, Nachbarn und Bekannte Tante oder Onkel zu rufen, einfach weil man sehr familiär in dem Dorf aufwuchs und jeder jeden kannte.

      Ein kurzes Rauschen am anderen Ende des Hörers sorgte für Herzrasen in der Brust der Gesegneten. Die Verbindung durfte nicht abbrechen! “Ari? Schätzchen bist du es?” Erklang plötzlich die warme, wenn auch skeptische Stimme ihrer Mutter. “Mom!” schrie sie beinahe die Antwort hinaus. “Was geht hier nur vor sich? Es muss sich um einen Irrtum handeln, bitte tut doch was. Die werden mich hier noch umbringen!” zum Ende glich ihre Stimme nur noch einem heiseren Flüstern. “Es wird alles gut meine Liebe, die Dorfältesten sind schon fleißig am Grübeln, wie wir dir aus der Ferne helfen können.'' “Wenn doch bloß Aisu hier wäre…”

      In der Tat wäre ihr Bruder eine größere Hilfe gewesen als die Dorfältesten, die dafür bekannt waren, den lieben langen Tag nichts zu tun, als sich bekochen zu lassen und den Ruf sowie das Ansehen als Älteste zu genießen. Sie waren so einfallslos wie Möwen, die aufs Wasser starren, in der Hoffnung ein Fisch würde ihnen in den Schnabel springen. Erkenntnisse über die Vorgänge im Dom würde sie von Ihnen garantiert nicht erhalten…
      A heart's a heavy burden.