Traumwandler [miu&Caili]

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    • Traumwandler [miu&Caili]

      Gray Winston

      Es war ein Traum. Es war ein Traum verdammt nochmal, und doch wachte er immer und immer wieder in der selben Welt auf, in dem selben Bett, auf dem selben Gras, in dem selben Zelt, wo auch immer er sich zum schlafen gelegt hatte, als würde nichts weiter als ein neuer Tag anbrechen.
      Doch während hier die Sonne aufging und Gray als Abenteurer, Alchemist des Königs oder wie auch immer man ihn nennen mag, erwachte, war er sich selbst bewusst, dass er eigentlich schlafen sollte, das in der wahren Welt, in derWirklichkeit verdammt nochmal, die Nacht begonnen hatte.
      Er hatte es so weit hinaus gezogen wie nur möglich, sich an seinem Handy beschäftigt, ein Youtube Video nach dem anderen angeschaut, nachdem er zu erschöpft war um weitere Kisten von seinem Umzug zu öffnen und auszuräumen, bis er dann letztendlich doch in den wohlverdienten Schlaf sank und sich wünschte, hoffte, dass es dieses Mal anderes sein würde, dass er dieses Mal nicht als der verschollene Prinz aufwachen würde, doch natürlich wurde diese Hoffnung sogleich zerstört und Gray wollte sich aus dem viel zu großen Bett gar nicht erst erheben, dass ihm als Hofalchemist zur Verfügung gestellt wurde.
      Eigentlich sollte er sich vielleicht gar wünschen, dass das hier seine Realität wäre, dass all seine Verdienste und seine Freunde in dieser Welt echt waren, doch das waren sie nicht, dass durfte er niemals vergessen, sich nicht von seinen Träumen einlullen lassen, denn dann, so fürchtete er, würde er sich in der echten Welt endgültig verlieren und was dann?
      Gray hoffte nur er würde in der Klappse enden bevor er noch versehentlich jemanden umbrachte.
      Er konnte sich noch immer nicht so recht erklären, wie er in der Lage war so gut mit Messern umzugehen, wo er doch kaum welche in der Hand hielt, vom Kochen mal abgesehen.
      Nur im Traum konnte er mit dem tödlichen Metall so gut umgehen, als hätte er im Leben niemals etwas anderes getan. Konnten solche Fähigkeiten sich vom Traum in die Realität schleichen?
      Nicht, dass er wüsste und google spuckte auch nicht gerade hilfreiche Antworten heraus.
      Wie auch immer, er hatte keine Zeit sich groß darüber Gedanken zu machen, nicht heute, wo ein wichtiger Tag in Lunares bevorstand und er freute sich so ganz und gar nicht auf die ganzen Feierlichkeiten, wo er selbstverständlich erwartet wurde.
      Nicht nur, weil er der Hofalchemist des Königs war, sonder wahrscheinlich viel mehr, weil er zu den mächtigsten Persönlichkeiten in diesem Land gehörte. Hatte sicherlich politische Gründe, aber dafür interessierte sich Gray nicht besonders.
      Er würde sich viel lieber in die Bibliothek aufmachen und weiter danach forschen, wie er diesem Traum womöglich endlichen entkommen könnte... die Antwort im Traum selbst zu suchen mag vielleicht verrückt sein, aber seine Situation war von Anfang an nicht gerade normal gewesen.
      Selbst ihre Therapeutin konnte sich seine Träume nicht erklären.
      Wäre es immer und immer wieder der selbe gewesen, hätte sie ihn vielleicht irgendwie deuten können, aber so? Er träumte als würde er ein zweites Leben führen und doch kann er diese Träume nicht nach seinem Willen lenken, obwohl er doch wusste, dass er... es klopfte an die Tür und der Alchemist gab einen missmutigen Laut von sich.
      Es war nie eine gute Idee ihm direkt nach dem Aufstehen zu begegnen, nicht nach seinem ersten Kaffee... ein Getränk das er persönlich in diese Welt gebracht hat, nachdem ihm klar wurde, dass es hier keinen gab. Wer um alles in der Welt konnte bitteschön ohne Kaffee überleben? Er ganz sicher nicht!

      „Was willst du?“, warf Gray dem weißhaarigen Elfen an den Kopf, den er hinter seiner Tür fand, alles andere als freundlich entgegen und allein die Tassen Kaffee, die er in seiner Hand fand, brachte ihn davon ab ihm entgegen zu schleudern, dass er einfach verschieden und ihn in Ruhe lassen soll.
      „Wow, wäre ich nicht dran gewöhnt, könnte man glatt meinen, du willst mich umbringen, oh mächtiger Sternenmagier. Ich wollte nur sicher gehen, dass du schon wach bist. Sie haben ihre Blüte mitgebracht, da können wir doch nicht auf unseren verschollenen Prinzen verzichten!“, grinste der Elf breit und drückte dem Alchemisten eine Tasse Kaffee in die Hand, während er von der anderen selber einen Schluck nahm.
      „Du weißt, dass ich diesen Spitznamen hasse, Luriel.“, kniff Gray die Augen zusammen, ehe er letztendlich einen Schritt zur Seite machte, damit der angesprochene Elf in das Zimmer kommen konnte und der erste Schluck des süßen Gebräus erhellte seine Stimmung sogleich ungemein. Am heutigen Tag hätte der weißhaarige es sicherlich nicht gewagt ihm das Zeug ungesüßt zu präsentieren, auch wenn er sich hin und wieder einen Spaß daraus machte.
      „Aber ich weiß auch, dass du diesen Kaffee liebst. Außerdem gefällt mir der Name, hat was, meinst du nicht? Und solange du mir nicht verrätst, wo du wirklich herkommst, wirst du für mich weiterhin ein verschollener Prinz bleiben.“
      „Ich hab es dir doch schon unzählige Male gesagt, ich weiß es nicht.“, seufzte der Alchemist, der es sehr wohl wusste, aber auch nach jahrelanger Freundschaft nicht bereit war Luriel zu berichten, dass er nichts weiter als ein Gespinst seiner Fantasie war und diese ganze Welt nichts weiter als ein immer und immer wiederkehrender Traum war.
      „Hmhm...“, gab dieser dagegen nur ein Geräusch von sich, das klar machte, dass er das dem lilahaarigen nicht so recht glaubte, doch es dabei belassen würde. Und dafür war Gray unglaublich dankbar, wohl wissend wie weit nie Neugierde des Elfs gehen konnte... er hatte ihm nicht nur ein Mal ne ganze Menge an Problemen beschert.
      „Willst du mich denn so gar nicht danach fragen, wie die Blüte aussieht? Ob an den Gerüchten etwas dran ist?“
      „Welche Gerüchte? Meinst du jene, die ihre Schönheit anpreisen? Nein danke, ich werde sie schon noch früh genug sehen, oder nicht?“, gab Gray unter dem beobachtenden Blick seines Freundes unglaublich desinteressiert von sich, fast schon apathisch, während er sein Getränk genoss.
      Das bedeutete nicht, dass er nichts für hübsche Frauen übrig hatte, immerhin war auch er nur ein Mann, aber das hier war nun einmal nicht die Wirklichkeit. Er konnte es sich nicht leisten sich von der Schönheit der Bewohner dieser Welt einnehmen zu lassen, oder noch schlimmer, sich zu verlieben. Immerhin war nichts davon echt. Ein Gedanke der ihn immer wieder traurig stimmte, wenn man bedachte, dass er hier die besten Freunde seines Lebens gefunden hatte und auch wenn Luriel eine ganz schöne Nervensäge sein konnte, so gehörte doch auch er dazu.
      „Irgendwann wirst du über Aquana hinwegkommen müssen, Gray. Du kannst doch dein Leben nicht alleine mit deinen Tränken verbringen.“, seufzte der Elf und schüttelte dabei bedauernd den Kopf, doch der Alchemist war nicht bereit ihn zu verbessern. Es war nicht der Tod der Meerjungfrau, die dafür gesorgt hatte, dass er sich verändert hatte, auch wenn es ihn wirklich getroffen hatte.
      Doch das würde er Luriel nicht auf die Nase binden, also schwieg Gray nur und gab sich damit zufrieden bedrückt zu Boden zu starren. Ein weiteres Seufzen ertönte.
      „Nur damit du es weißt, Gray. Solange du keinen Spaß hattest und nicht mit der ein oder anderen Person getanzt hast, wirst du mir diesen Ball nicht verlassen, verstanden? Ich werde persönlich dafür Sorgen, dass du dich nicht einfach davonschleichen kannst!“, hob der Elf drohend den Zeigefinger und der Alchemist starrte ihn an, als hätte er ihm gerade das Atmen verboten.
      Er konnte doch nicht-! Natürlich konnte er, immerhin war es Luriel und natürlich hatte er ihn sofort durchschaut. Sobald die formellen Dinge abgehackt wären, hatte er vorgehabt sich wieder in die Bibliothek zu schleichen... aber nun musste er diesen Plan wohl aufgeben.
      Eine Auseinandersetzung mit dem Elf an einem politisch wichtigen Tag wie heute durfte er wohl kaum riskieren. Gray hatte schon immer der vernünftige von ihnen beiden sein müssen.

      Der Saal war voll, gefüllt mit zahlreichen Adligen Astreas, allesamt bestückt mit den langen Ohren, die sie als Elfen auszeichneten. Anfangs hat es den jungen Gray fasziniert, gar gefreut, doch mittlerweile war er an diesen Anblick gewöhnt und es schien gar nichts besonderes mehr zu sein.
      Doch darunter mischten sich auch die Bewohner des Nachbarlandes, die den langen Weg hierher gemacht hatten, um Zeuge eines neuen Bündnisses zu werden, das den Wohlstand und den Frieden der beiden Reiche bestärken sollte... zumindest hatte er das so gehört.
      Der Alchemist kannte die Einzelheiten nicht, Politik war nie so wirklich seins gewesen, egal in welcher Welt. Er bleibt da lieber bei seiner Chemie.
      Die Hände tief in seine Taschen vergraben, lauschte er der Rede der beiden Herrscher des jeweiligen Landes, musste sich große Mühe geben nicht einfach im Stehen ein zunicken, als das magische Pergament endlich von beiden Seiten unterschrieben wurde, sich wie von Geisterhand einrollte und in die Luft schwebte, wo sich das Papier auflöste um an seiner Stelle feierlich ein Feuerwerk von Konfetti zu verstreuen und Gray war an diesem Tag höflich genug, um ebenfalls zu klatschen. Wenn es nach ihm ginge, würde er sowieso keinen weiteren Tag in dieser Welt aufwachen, wieso also sollte er sich für deren Zukunft interessieren? Sobald er den Traum aufgab, würde es sowieso keine Zukunft geben. Für keinen von ihnen. Und desto eher Gray sich mit dieser Tatsache abgab, desto besser.
      Ein paar weitere kurze Worte, die Musik begann zu spielen und die ersten Tänze begannen.
      Für einen Moment blieb sein Blick an dem Ausgang hängen, doch sobald er den Elf und seinen aufmerksamen Blick erhaschte, gab Gray seinen Plan von Flucht sogleich auf und gab ein Seufzen von sich, als er ein Stupsen auf seiner Schulter spürte und sich überrascht umdrehte.
      Luriel konnte es nicht sein, also...
      „... wie kann ich ihnen helfen, Prinzessin?“, blieb er für seine Verhältnisse recht höflich und legte fragend den Kopf etwas schief, während er die blonde Elfe forschend betrachtete.
      Diese lächelte nur verschwörerisch, ehe sie sich auf die Zehnspitzen stellte, um dem Abenteurer etwas ins Ohr zu flüstern, was ihn dazu brachte erstaunte drein zu blicken.
      „... ist das sein ernst?“
      Mit einem fröhlichen Lächeln auf den Lippen nickte die Prinzessin und wies mit dem Finger in die zahlreichen Gäste hinein. Gray folgte mit dem Blick und blieb an der jungen Frau hängen, die man die Blüte des Königreiches nannte, zumindest in ihrem Land und für einen Moment konnte er sich gar nicht mehr bewegen, während er sie nur anstarren konnte.
      Es war, als hätte sein düsteres Gemüt mit einem Mal einen Sonnenstrahl gesehen und der Alchemist konnte seine Augen nicht von ihr nehmen, konnte sie nur anstarren, während er versuchte herauszufinden, was das zu bedeuten hatte und wie er diesem Gefühl entkommen konnte. Nicht hier, nicht in einem Traum, bitte nicht.
      „Gray?“, kam es fragend von der Prinzessin, die ihre Hände hinter dem Rücken verschränkt hatte und ein paar Schritte ging, um sein Gesicht besser sehen zu können, doch da schüttelte dieser nur den Kopf um wieder zurück in die Realität zu finden.
      „... muss ich wirklich?“, bat er fast schon flehend an die blonde Elfe gewandt, welche sogleich wieder lächelte.
      „Komm schon, ein Tanz wird dich schon nicht umbringe. Wenn du einen Drachen töten kannst, dann schaffst du das doch ganz sicher auch!“, spürte er sogleich ihre Hände an seinem Rücken, die ihm wortwörtlich einen Schubser gaben und er erlaubte sich gerade noch ein Seufzen, ehe er sich einen Weg durch den Saal bahnte.
      „... Gray Winston, Hofalchemist, dürfte ich um einen Tanz bitten?“, kam es unbeholfen von dem jungen Mann, während er der Blüte die Hand entgegen streckte, um sie zum Tanz aufzufordern, aber wenigstens konnte er sich gerade noch daran erinnern, dass er sich vielleicht vorstellen sollte, bevor er um einen Tanz bat.
      Einerseits hoffte er, dass sie ablehnen würde, was sollte eine Frau wie sie schon von so jemandem wie ihm wollen, einem eigentümlichen Kerl mit dunklen Augenringen unter den Augen? Auf der anderen Seite... was machte schon ein Tanz? Es war immerhin sein Traum, seinTraum... es würde ihn sicherlich nicht umbringen das ein oder andere Mal seinen Spaß zu haben.
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      @miu
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    • Mirelle Riou «


      Ein Traum, welcher sich so oft wiederholt, dass es wie ein zweites Leben ist, welches man führt.
      Für Mirelle war dies etwas, was sie sich schon oft erträumte, gar erhoffte - denn auch, wenn sie ihr eigentliches Leben mochte und nicht unbedingt etwas dagegen auszusetzen hatte, so bevorzugte sie die Welt, in welcher sie Magie, Fabelwesen und eine Zeit, in der es noch keinen modernen Probleme gab, betreten konnte. Natürlich gab es auch hier Schattenseiten und Probleme, doch ohne diese würde es sich nicht richtig anfühlen. Konnte man das überhaupt sagen? Dass es sich richtig anfühlte?
      Beim ersten Mal war sie aufgewacht und hatte sich gefreut, denn die Nacht war so interessant und spannend gewesen, dass sie am liebsten nicht aus ihrem Schlaf erwacht wäre. Als sich dieses Phänomen wiederholte und sie feststellen konnte, dass sie immer wieder am selben Ort auftauchte, oder besser gesagt: genau da, wo sie zuletzt aufgehörte hatte, war sie verwirrt, fast schon besorgt. Ihr Kopf konnte das alles nicht so recht zuordnen und je mehr Zeit sie dort verbrachte umso mehr Angst bildete sich bei ihr. Normal wirkte es nicht, jedoch siegte eines: ihre Neugierde und Vorfreude. Jene war so groß, dass sie es kaum erwarten konnte, bis sie alle Ecken und Fassaden dieser Welt entdeckt und erkundet hatte. Dies sorgte schließlich auch dafür, dass sie ihre negativen Gedanken ein wenig nach hinten schob, sich mehr auf das positive konzentrierte. Denn das war es, was Mirelle wollte - sich auf die Welt einlassen und alles daran genießen. Als würde man ihr eine zweite Chance geben.

      "Rell? Bist du soweit?"
      Mirelle blickte vom Spiegel aus nach hinten zur Tür, wo sie die Stimme ihrer Freundin vernahm. Aber auch an der Anrede bemerkte sie bereits, wer dort stand.
      Sie selbst war gerade noch dabei sich herzurichten, oder besser gesagt ihre Haare wie gewohnt wegzustecken: zwei Strähnen, je eine links und rechts geflochten und dann nach hinten gesteckt, sodass ihr Gesicht frei war. Kurz noch betrachtete sie sich mit leicht schief gelegtem Kopf, seufzte dann aber aus und schüttelte leicht lächelnd den Kopf - sie war irgendwie ein wenig aufgeregt, dabei wusste sie nicht einmal warum. Es ging ja nicht um sie, sondern um den Vertragsabschluss ihres und eines anderen Reiches. Die beiden waren keine Feinde, sondern hatten eher in Neutralität zueinander gelebt. Jetzt jedoch wollte man einen Schritt weiter gehen und dafür sorgen, dass man sich als Verbündete ansehen konnte. Bei den immer mehr aufkommenden Monstern und Drachen war es keine schlechte Sachen und würde nur von Vorteil sein.
      "Ja, ich komme", erwiderte sie schließlich um ihre Freundin nicht all zu lang warten zu lassen, wonach sie auch schon zur Tür ging und diese aufmachte. Goldene Augen blickten ihr entgegen und musterten sie, wonach sich ein breites Grinsen auf dem Gesicht ihrer Gegenüber bildete.
      "Perfekt. Dann können wir ja los."
      "Was war das denn für ein Blick, Amira?", gab Mirelle leise lachend zurück und verließ zusammen mit der anderen das Zimmer. Die grünen Haare wippten ein wenig hin und her, während diese ihren Kopf leicht schüttelte, die Hände dabei hinter ihrem Rücken versteckt und das Gesicht gestreckt nach oben.
      "Nichts, nichts. Ich bin gespannt, was der Abend so mit sich bringt."
      "Ahja.." - die Riou schmunzelte leicht, jedoch wusste sie, dass das noch nicht alles war. Jetzt würde sie aber erst einmal nicht weiter nachharken und sich auf den Abend konzentrieren. Immerhin wäre es ein großer Tag für beider Königreiche. Und Frieden war immer gut.

      Es kleines Stück hatten sie noch, jedoch erreichten die beiden schließlich den Veranstaltungsort, wo sie begrüßt wurden und sich unter die Menge mischten. Es waren wirklich viele verschiedene Menschen und auch Wesen anwesend - bunt gemischt und alle im Guten miteinander. Zumindest machte es den Anschein und so erhoffte man es sich auch. Unbewusst ließ die Grauhaarige ihren Blick auch ein wenig prüfend über den gesamten Platz schweifen. Viele ihrer Freunde und Bekannte waren hier und sie wollte sicher gehen, dass alles normal ablief. Dass es nicht doch zu unerwünschten Situationen kam. Denn eines war ihr in dieser Welt und ihren Träumen bereits bewusst geworden: sie konnte nicht alles steuern und lenken, wie sie es wollte. Genau genommen konnte sie kaum etwas anrichten.
      Natürlich wusste sie, dass es oft so war, dass man seine Träume einfach durchlebte und sie nicht steuern konnte, jedoch hatte sie sich daran erinnert einmal gelesen zu haben, dass man es erlernen könnte. Stück für Stück.
      Und auch, wenn sie sich dies noch so sehr erhoffte - es wollte nicht klappen. Tagelang hatte sie in der Realität nach Lösungen und Wegen gesucht, gelesen, gegoogelt. Aber alles wirkte hier nicht. Mehr als ihren eigenen Körper und ihre Gedanken zu steuern, blieb ihr nicht. Alles andere hier wirkte und war, als hätte es wirklich ein eigenes Leben. Handelte ganz nach eigenem Befinden und nach Situation.
      "Rell? Es wird schon alles gut gehen."
      Die Riou blickte auf, als sie die leise Stimme von Amira hörte, welche sie mit einem ungewohnten, sanften Blick anschaute. Die Grünhaarige wusste genau, was in ihrer Freundin vorging, wofür diese ihr auch dankbar war. Generell war Mirelle sehr dankbar dafür, dass sie überhaupt solch eine treue Seele wie Amira gefunden hatte. Vertrauen war kein einfaches Thema für sie, aber zusammen mit der kleinen Dämonin hatte sie schon etliche Kämpfe vollzogen und wie oft hatten sie beide sich in den Schlachten geholfen und dafür gesorgt, dass der Rücken des anderen geschützt war.
      Ein Nicken, zusammen mit einem leichten Lächeln wurde auf die Worte erwidert, wonach beide nach vorne blickten und sich dem Ritual widmeten. Gleich wäre es soweit.

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      Klatschen war zu vernehmen und kurz darauf begannen auch schon die ersten Tänze, passend zur Musik. Viele hatten sich bereits mit neuen Verbündeten zusammen getan und kamen ins Gespräch oder wagten sogar einen Schritt mehr - es war wirklich schön mit anzusehen.
      "Lady Mirelle. Welch Ehre, Sie hier begrüßen zu können."
      "Eine recht förmliche und komische Anrede dafür, dass wir zusammen angereist sind, meinst du nicht?"
      Amüsiert und mit Bedacht darauf nicht direkt zu lachen, ließ die Grauhaarige ihren Blick kurz noch umher gehen, schaute dann aber zu demjenigen hinauf, der sie angesprochen hatte. Entgegen gebracht wurde ihr ebenfalls ein amüsiertes Schmunzeln, welche das Gesicht eines anderen Dämons schmückte.
      "Aber du bist doch immerhin die Blüte unseres Königreichs. Darf oder sollte ich dich da nicht förmlich ansprechen?", kam nun sogar fast schon grinsend zurück, dabei die leicht spitzen Schneidezähne zeigend. Von der Erscheinung her war Naru recht auffällig - dunkle, blaue Haare, spitze Ohren und Zähne, so wie schwarze Hörner, die sein Gesicht zierten. Und auch, wenn er manchmal anders wirkte, so war er eine liebe Seele, das wusste Mirelle.
      "..ich weiß sowieso nicht, warum mir so ein Name gegeben wurde", erwiderte sie leicht nuschelnd und atmete kurz tief aus. Es war selbst nach Jahren noch ungewohnt für sie solch einen Namen zu haben. Oder besser gesagt zu hören, dass man sie so nannte. Das war wohl auch eine Sache, die man nur in dieser Welt wieder finden würde. Wer würde in Japan, Korea oder sonst einem Land schon mit einem derartigen Namen für jemanden ankommen? Das würde nicht einmal als Nick im Internet durchgehen. Wahrscheinlich.
      "Ich finde, es passt", fügte Amira, welche ebenfalls in der Runde stand, nun noch leicht grinsend hinzu und schaute sich dabei ein wenig um - lange jedoch nicht, denn sie erblickte einen alten Freund von ihr und Naru, weswegen beide nach einem kurzen Blick zu Mirelle auch schon wieder verschwunden waren.
      "Wir sind gleich zurück!"
      Kurz noch hatte die sogenannte 'Blüte des Königreichs' ein Lächeln samt Nicken entgegen gebracht, schaute dann aber auch schon verwundert auf, weil sie selbst im nächsten Moment angesprochen wurde. Jedoch von einer Stimme, die sie nicht kannte und nicht zuordnen konnte.

      „... Gray Winston, Hofalchemist, dürfte ich um einen Tanz bitten?“

      Ihr Kopf richtete sich nach vorne, wo sie sogleich einen jungen Mann vor sich sah und in purpur-farben Augen blickte. Sie passten zu seinen ebenso violetten Haaren und verliehen ihm irgendwie etwas geheimnisvolles - vielleicht sogar verspieltes?
      Sein Auftreten war ein wenig unbeholfen und doch spürte sie, wie eine große Kraft von ihm ausging. Sie förmlich einnahm. Generell hatte sie das Gefühl, als könne sie ihren Blick gerade nicht von ihm abnehmen, als würde etwas an ihm sie anziehen.
      Überrascht von sich selbst und innerlich ein wenig stockend zwang sie sich nun endlich zu einer Antwort, damit ihr Starren nicht so auffällig war oder vielleicht sogar erst gar nicht auffallen würde.
      "Mirelle Riou.. Freut mich Sie kennen zu lernen Sir Winston. Und sehr gerne."
      Ein Lächeln hatte sich auf den vollen Lippen von Mirelle gebildet, wonach sie auch schon seine Hand ergriff und ihm so dem Tanz zustimmte. Von ihm hatte sie bereits einiges gehört und wenn sie ehrlich war, war sie ziemlich neugierig gewesen, wie er aussehen würde oder was genau seine Magie war - denn explizite Details wurden nie verraten oder wusste man nicht. Und für die Grauhaarige war es immens spannend zu erfahren und zu sehen, welche Magie und Kräfte in dieser Welt alles vorhanden waren. Jeder einzelne hier war so besonders und ein Individuum für sich. Es war wirklich faszinierend.
      Während sie seine Hand hielt, konnte sie die Wärme spüren, welche von ihm ausging und auch, wenn es nicht das erste Mal war, dass sie jemanden hier im Traum berührte, fühlte sich dies ein wenig anders an. Sorgte dafür, dass unbewusst ihr Herz kurz etwas schneller schlagen ließ. Verdammt, was war nur los mit ihr?
      Ihre Gedanken gingen weiter, fragten sich, ob er wohl eine interessante Rolle spielen würde. Vielleicht konnte man ihn ja als so etwas wie einen Maincharakter betrachten?
      Dann stelle sich jedoch die Frage, was sie dann war. Denn wenn es ihr Traum war, dann wäre sie doch in dieser Rolle nicht?
      Irritiert und noch immer innerlich fragend, beschloss sie es erst einmal dabei zu belassen und zu schauen, wie die Lage sich entwickeln würde. Vielleicht war es auch einfach der Abend, der sie so durcheinander brachte.
      "Setze dein Herz in Flammen."
      - Kyojuro Rengoku

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    • Gray Winston

      „Gray reicht vollkommen, ich bin weder ein Fan von höflicher Anrede, noch besitze ich einen Titel, der es mir erlaubt mit Sir angesprochen zu werden.“, kam es ohne zu zögern von dem Alchemisten und er konnte sich gerade noch davon abhalten, ihr mitzuteilen, dass er natürlich wusste, wer sie war... wobei es wirklich unglaublich peinlich gewesen wäre, wenn er versehentlich die falsche Person um einen Tanz gebeten hätte, wenn man bedachte, dass er nicht gerade neugierig war, was die Erscheinungsform der Blüte betraf und die Gerüchte bei ihm dadurch an taube Ohren glitten.
      Er kannte ihren Titel, wusste, dass sie atemberaubend schön sein sollte – und ihn hatte sie seinem Atem eindeutig beraubt, als er dem Fingerzeig der Prinzessin mit dem Blick gefolgt war – und dass sie über mächtige Kräfte verfügte, die dem Titel Blüte des Königreichs nicht mal annähernd gerecht wurde, außer man erinnerte sich daran, dass Blüten auch Dornen haben konnten und diese hatte ganz eindeutig welche, wenn er den Geschichten glauben konnte.
      Zugegeben, vielleicht war Gray in seiner Lethargie doch ein wenig neugierig gewesen, traf er doch nicht oft auf Individuen, von denen er behaupten konnte, dass er ihnen ebenbürtig sein könnte, vielleicht übertraf ihre Stärke die seine gar, obwohl er diesen Gedanken sofort verwarf, wenn er daran dachte, dass das hier seinTraum war.
      Es war nicht so, als ob er übermächtig wäre, oder gleich von Beginn an über Kräfte verfügt hätte, die ihn zum stärksten dieser Welt machte, viel mehr war es das Potenzial zum mächtigsten werden zu können und doch wollte er lieber kein zweites Mal einem Drachen oder gar schlimmerem begegnen. Aber so, wie er seine Träume kannte, würde es früher oder später zu einer weiteren Katastrophe kommen und selbst wenn diese nicht direkt sein Leben bedrohte, würde der König ihn darum bitten sich darum zu kümmern und sein Land zu retten oder andere arme Seelen würden ihn und seine Stärke anflehen... und auch, wenn das ganze ein Traum war, und keiner von ihnen wirklich lebte – ein Gedanke, dem er lieber aus dem Weg ging, solange er schlief, den er jedoch auch nicht vergessen durfte, aus Angst sich zu sehr an die Bewohner dieser Welt zu binden und gar zu vergessen, dass sie nur aus seinem Unterbewusstsein entstanden waren – konnte er das flehen nicht einfach ignorieren. Auch wenn er mittlerweile deutlich besser darin war.
      Er war kein Kind mehr, dass jede Gelegenheit ergriff den Helden spielen zu können. Diese Zeiten waren vorbei.

      Der Alchemist spürte die warme, weiche Hand von Mirelle in der seinen, er errötete gar ein wenig, hatte nicht recht erwartet, dass sie sich wirklich auf einen Tanz mit ihm einlassen würde, aber vielleicht wusste sie auch schon, wer er war und war ebenfalls darauf bedacht alleine für das Bündnis höflich zu ihm zu sein?
      Gray wünschte sich, sie wären sich unter anderen Umständen begegnet. Nein, warte, Moment, auf gar keinen Fall! Genau, er musste sich nur darauf konzentrieren, warum er das hier eigentlich machte: für politische Beziehungen. Weil man ihn darum gebeten hatte. Nicht mehr und nicht weniger. Er musste sich daran erinnern, dass diese Frau – diese wirklich hübsche Frau und hatte er schon erwähnt, wie liebreizend ihre Stimme war? Verdammt nochmal Gray, reiß dich zusammen! - nur ein Traum war, wenn auch der beste, den sich sein Unterbewusstsein bisher hatte einfallen lassen. Konnte das als Selbstlob durchgehen? Egal.
      Wie er es in den zahlreichen Etikettestunden gelernt hatte, die man ihm aufgebürdet hatte, um dem Hof ja auf gar keinen Fall jemals Schande zu bereiten, führte er die grauhaarige wie ein Gentleman auf die Tanzfläche, ehe er auch die andere Hand auf ihre Taille legte, um sich unter die Tanzenden zu mischen und ihm wurde mit einem Mal unangenehm bewusst, wie nah sie sich waren.
      Das war etwas, was er an seinen Träumen besonders hasste: alles hier fühlte sich so unglaublich echt an, dass er Mühe hatte sich daran zu erinnern, dass es das nicht war.
      Er konnte ihre Wärme spüren, ihre weiche Hand in seiner, die Nähe ihr gegenüber und er erwischte sich gar dabei, wie ein kleines Lächeln auf seine Züge schlüpften, denn während er in den letzten Jahren nur alles erdenkliche versuchte, um diesen Träumen zu entkommen, fühlte er sich jetzt gerade, in diesem Moment, während dieses Tanzes wohl.
      Und das durfte so nicht sein.
      „Mir... Miss... Lady?“, hätte Gray einer schlechten Angewohnheit nach fast unerlaubt den Vornamen der jungen Dame genutzt, runzelte dann jedoch die Stirn, als ihm bewusst wurde, dass er nicht einmal wusste, ob die Blüte des Königreichs neben diesem auch andere Titel hatte, zum Adel gehörte oder welchen Stand sie bekleidete... kurz um: er wusste nicht recht, wie er sie anzusprechen hatte und konnte wohl nur hoffen, dass seine Tanzpartnerin ihm das nicht zu übel nehmen würde.
      Denn er hatte mehr als genug Erfahrung mit adeligen Frauen und Männern, die vollkommen empört von seiner unhöflichen... nein flegelhafthat man es genannt, von seiner flegelhaften Art waren.
      Aber nun gut, wenn man ihn dazu animieren wollte mit einer so wichtigen Persönlichkeit zu tanzen, dann musste man auch mit dem Risiko leben, dass er sich vollkommen blamieren und alles kaputt machen würde. Dafür kannten die Mitglieder des Hofes ihn nun wirklich lange genug.
      „Lady Riou.“, entschied er sich letztendlich für jene Ansprechweise, nachdem er sich noch einmal geräuspert hat, „Gefällt es ihnen zu tanzen? Womit verbringen sie gerne ihre Freizeit?“
      Es war ganz einfach: vielleicht würde er sich mit einem Gespräch davon ablenken lassen können, wie nahe sie sich waren und sein verdammtes, dummes Herz, das offensichtlich nicht begriff, dass das alles hier nicht echt war, würde endlich Ruhe geben.
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    • Mirelle Riou «

      Es sorgte beinahe schon für Erleichterung bei ihr, als Gray anbot, dass sie ihn bei Vornamen ansprechen durfte - denn auch, wenn sie sich bewusst war, dass die höflichen Anreden zum Teil auf Grund des Respekts entgegen gebracht wurden, war es größtenteils noch etwas komisch für sie, ständig und überall mit Leuten so sprechen zu müssen.
      "In Ordnung", entgegnete sie daraufhin lächelnd und lief zusammen mit ihm zur Tanzfläche, wo man auch viele andere Paare tanzen sehen konnte. Teilweise hatten sich sogar einige Dämonen oder Elfen getraut jemanden von dem jeweils anderen Königreich anzusprechen und zum Tanz aufzufordern. So wie bei ihnen beiden jetzt.
      Ihr entging dabei aus dem Augenwinkel nicht, wie sich seine Wangen leicht erröteten. Zumindest dachte sie dies - oder hatte sie sich das nur eingebildet?
      Um die Situation nicht unangenehm werden zu lassen, hatte sie ihren Blick nach vorne gerichtet und wartete, bis sie in ihrer Position waren. Seine zweite Hand legte sich an ihre Taille, zog sie näher an ihn heran und sorgte dafür, dass sein Duft zu ihr rüber kam. Sie leicht einhüllte.
      Innerlich fragte sie sich, wie es sein konnte, dass sie im Traum jemanden riechen konnte. Das hatte sie sich bereits von Anfang an gefragt, denn das war einer der Punkte, der das alles so real wirken ließ. Gerade in Momenten wie diesen jedoch, begann sie es wieder zu hinterfragen. Er roch gut. Nicht so aufdringlich und markant wie es die meisten Adeligen zum Beispiel taten. Und Mirelle musste zugeben, dass sie eine Schwäche für so etwas hatte.
      Für so etwas ist keine Zeit - ermahnte sie sich in Gedanken selbst. Sie sollte sich auf den Tanz konzentrieren. Darauf, dass der Abend weiterhin so positiv verlief und am nächsten Morgen zufrieden und glücklich in ihrem eigentlichen Bett aufwachen. Denn auch, wenn sie sich eigentlich nur all zu gern auf alles in dieser Welt einließ, musste sie schauen, dass sie generell nicht die Grenze überschritt.
      Jetzt gerade jedoch schien etwas nicht zu stimmen, ließ ihren Körper durcheinander kommen. Ein komisch, ungewohntes Gefühl. Ihr Herz klopfte noch immer verstärkt gegen ihre Brust, so sehr, dass sie beinahe befürchtete, dass er es hören würde.

      „Mir... Miss... Lady?“
      Mirelles Gedanken wurden unterbrochen, als er versuchte sie anzusprechen, woraufhin sie ihn erst verwundert anblickte und schließlich leise lachte, dabei auch das Gesicht kurz zur Seite drehend. Sie wollte nicht unhöflich sein, konnte es jedoch nicht wirklich unterdrücken. Er hatte sie irgendwie ein wenig aus der Reserve gelockt. Jetzt schon.
      Mirelles grüne Augen richteten sich wieder auf ihren Tanzpartner, dem die Verwirrung durch das Stirnrunzeln deutlich im Gesicht zu erkennen war. Der Kopf der Riou legte sich schief, auf den Lippen ein kleines Schmunzeln. Irgendwie war er ja süß.
      "Entschuldigt bitte. ..und Ihr dürft mich gerne auch bei Vornamen ansprechen und Mirelle nennen."
      Das war ihr persönlich immer noch am liebsten und dann wirkte es auch nicht so aufgezwungen. Sie hatte sich nach den Jahren hier auch daran gewöhnt förmlich angesprochen zu werden, aber der Vorname war schon noch am besten.

      Diese Situation hatte einen anderen Verlauf genommen, als erwartet, jedoch musste sie gestehen, dass sie das alles sehr genoss. Sie fühlte sich wohl und die Sorgen vom Morgen, welche bis zum Ritual angehalten hatten, schienen beinahe wie weggeblasen. Es machte ihr fast schon Angst, denn auch, wenn sie offen für neue Bekanntschaften war, schien ihr das hier anders als sonst zu sein. Nicht einmal bei Amira oder Naru hatte sie ein solches Gefühl gehabt.
      "Ich tanze tatsächlich sehr gerne. Ansonsten lese und koche ich viel. Ich probiere mich wirklich gerne in der Küche aus."
      Ihr Satz stoppte kurz, während sie selbst nachdenken musste. Für mehr 'Hobbys' hatte sie hier keine Zeit. Und was sie in der realen Welt noch machte, konnte sie ihm ja schlecht sagen.
      "..wobei ich in letzter Zeit weniger dazu kam", fügte sie noch hinzu und seufzte leise aus, die Lippen dabei noch leicht zu einem kleinen Lächeln verzogen. Momentan standen sowohl in dieser, wie auch in ihrer eigentlichen Realität viele Dinge an und sie hatte kaum Zeit für sich gehabt. War immer auf Trap und versuchte alles irgendwie unter zu kriegen. Aber solche Zeiten gab es eben.
      Wobei sie gestehen musste, dass sie ganz froh war heute Abend hier zu sein.
      Solche Feierlichkeiten waren eigentlich nichts, wo sie sich gerne aufhielt, schon von Anfang an war sie mit Wissbegierde an das Thema herangetreten, doch den eigenen Charakter konnte man trotzdem nicht ändern. Und dieser hielt es nach einer bestimmten Weile nicht mehr aus und wollte wieder etwas Ruhe für sich haben. Heute jedoch schien es ihr eine Ausnahme zu sein. Ein Abend, an dem sie vielleicht doch anders als geplant länger bleiben würde.

      "Wie sieht es bei euch aus? Ich habe bereits einiges von euch gehört, euer.. Name hat sich weit rumgesprochen."
      In Novelia waren alle angekommen - der verschollene Prinz, Hofalchemist des Königs und Sternenmagier. Jedoch konnte sie sich vorstellen, dass es ihm dabei ähnlich wie ihr erging. Und dabei hatte sie noch Glück und nur einen erhalten.

      Während sie beide im Takt miteinander tanzten, hatte Mirelle nicht einmal ihren Blick von Gray genommen. Ihre großen Augen blickten zu ihm auf, fast schon unschuldig und voller Neugierde. Diese konnte sie wirklich nicht verstecken, denn vor allem er war eine wirklich interessante Person, wie sie fand. Selbst schon durch die wenigen Worte, die sie bisher ausgetauscht hatten. Und auch, wenn sie gerade ganz glücklich mit der Situation war, bedrückte es sie tief im Inneren auch leicht. Augenblicke wie diese sorgten dafür, dass sie den Traum nur noch mehr liebte und gleichzeitig auch fürchtete. Eine emotionale Bindung aufzubauen war nämlich immer mit Risiken verbunden. Und wenn sie eines gelernt hatte, dann dass sie eben nicht verhindern konnte, dass auch hier in dieser Welt schlimme Dinge passierten.
      "Setze dein Herz in Flammen."
      - Kyojuro Rengoku
    • Luriel & Iris

      „... seh ich das richtig? Versucht Gray da gerade wirklich Konversation zu halten?“, wies der weißhaarige Elf verblüfft und offensichtlich ungläubig in die Richtung der beiden tanzenden, nachdem er sich neben Iris gesellt hatte, welche auch weiterhin den Hofalchemistin beobachtete, als müsste sie darauf aufpassen, dass er sich nicht vollkommen blamierte. Wahrscheinlich entsprach auch genau das der Wahrheit.
      „Ja... ich glaub schon.“, meinte auch die blonde Elfe blinzelnd, als hätte sie gerade einen Geist gesehen und versuchte ihn durch den Augenaufschlag zu vertreiben, doch dieser Geist blieb.
      „Was machst du hier eigentlich, so ganz allein? Solltest du dich nicht lieber unter die Menge mischen und Kontakte knüpfen, wie es sich nun mal für eine brave Prinzessin gehört?“, neckte Luriel die Kleinere grinsend, welche sich von seinen Worten jedoch nicht provozieren ließ, sondern mit vor der Brust verschränkten Armen nur zu ihm hinauf blickte.
      Sie kannte ihn lange genug, um sich von dem weißhaarigen nicht auf die Palme bringen zu lassen, auch wenn es zu seinen liebsten Hobbys gehörte genau dies zu tun und dabei war wirklich keiner vor ihm sicher. Wieso hatte man ihm nochmal erlaubt ausgerechnet an einem so wichtigen Tag wie heute dabei sein zu dürfen?
      „Das überlass ich für heute meinen Geschwistern, ich werde in den nächsten Tagen noch mehr als genug Gelegenheiten dafür haben.“
      „Was gibt es den heute wichtigeres, als Beziehungen zu knüpfen? Oder sag bloß, du bist heute wirklich nur... zum Spaß hier?“, war es nun an Luriel Iris anzusehen, als wäre sie eine vollkommen andere Person, die er so ganz und gar nicht kannte. Wow, nun hatten ihn schon zwei seiner Freunde am heutigen Tag überrascht, im positiven sogar, das geschah nicht gerade oft.
      „Das glaubst du doch selbst nicht.“, lächelte die Prinzessin leicht woraufhin der Elf amüsiert den Kopf schüttelte.
      „Kannst du dir vorstellen, was passiert, wenn die beiden stärksten Individuen unserer Länder, die Blüte von Novelia und der Sternenmagier von-“
      „Der verschollene Prinz.“, unterbrach der weißhaarige die Kleinere lächelnd und hob dabei belehrend den Finger, doch sie schenkte ihm nur einen genervten Blick, um daraufhin einfach weiter zu sprechen, als wäre sie nie unterbrochen worden.
      „von Astrea sich nicht ausstehen könnten? Oder noch schlimmer: unser Idiot ein falsches Wort sagt oder eine falsche Tat begeht, die in Wut und einem Kampf endet? Sicherlich würde eines der beiden Königreiche daran glauben müssen... und nun, das würde am heutigen Abend wohl unseres sein.“, zuckte die Elfe mit den Schultern, als wäre es nur selbstverständlich.
      „Was ist mit dir? Wieso suchst du dir nicht ein hübsches Mädchen oder einen schnieken Kerl und tanzt?“
      „Und dabei die Chance verpassen Gray mit jemandem zu verkuppeln?!“, war ihm deutlich anzusehen, dass das auf gar keinen Fall in Frage kam und die Prinzessin seufzte. Hatte er ihr überhaupt zugehört?
      „Wobei ich sagen muss, dass bisher alles ungewöhnlich gut verläuft... er hat sie sogar zum Lachen gebracht... könnte es sein, dass er doch ein Händchen dafür hat?“, legte sich Luriels Hand um sein Kinn und er betrachtete die Tanzenden nachdenklich, fast schon ein bisschen enttäuscht, dass er nicht die Chance bekam sich einzumischen.

      Gray Winston

      Der Alchemist war nicht beleidigt über das Lachen der Blüte, nicht im geringsten, im Gegenteil war dieses Lachen doch der schönste Laut, den er in letzter Zeit gehört hatte... ob er übertrieb? Vielleicht, aber das war ein Traum, also vielleicht verriet der Traum ihm einfach, dass das der schönste Laut dieser Welt war? Aber nein, so funktionierte sein Traum nicht, zumindest hatte er es bisher nicht, und doch konnte er nicht anders als zu lächeln, als er Mirelle lachen hörte.
      „Wenn das wirklich in Ordnung ist.“, nickte Gray, nachdem er die grauhaarige für einen Moment vollkommen überrascht und perplex angestarrt hatte, ließen sich doch nur die wenigsten Adeligen auf seine Eigenart – zumindest nannte man das hier eine – ein sich vom ersten Treffen an beim Vornamen zu nennen.
      Mit jenen, die es taten, verstand er sich jedoch am besten und doch fürchtete er sich ein wenig davor sich mit dieser jungen Frau, die ihm vom ersten Moment an den Atem geraubt hatte, gut zu verstehen. Er wusste jetzt schon, dass es ihn wohl verletzten würde, sie nie wieder sehen zu können, sobald seine Träume vorbei wären und er würde persönlich dafür sorgen, dass sie das bald wären und doch... vielleicht war das Leichtsinnig, vielleicht auch einfach nur unglaublich dämlich, doch er schüttelte den Kopf um seine Gedanken frei zu bekommen, sich von den dunklen zu befreien und beschloss sich für hier und jetzt zu erlauben sich auf das jetzt zu konzentrieren, statt sich Sorgen darüber zu machen, was sein könnte.

      Gerade überlegte der Hofalchemist sich danach zu erkundigen, wieso ihr die Zeit für ihre Hobbys fehlten, doch da zeigte sie schon Interesse für ihn und stellte ihm stattdessen eine Frage, was ihn ein weiteres Mal überraschte. Tanzte sie nicht nur aus Höflichkeit mit ihm? Oder stellte auch sie aus purer Höflichkeit fragen, da er es getan hatte? Oder... verschreckten seine Augenringe sie doch nicht? Was auch immer es war, Gray hatte das Gefühl es zu verlieren, wenn er die darauffolgende Stille noch weiter ausreizte, statt endlich etwas zu sagen.
      „Nun... wie sie... du...“, durfte er sie mit Du ansprechen? Wenn sie ihm doch erlaubt hatte sie beim Vornamen zu nennen? Ach was, er würde es einfach machen, es war doch sonst nicht seine Art sich so viel daraus zu machen, „wie du dir vielleicht denken kannst, verbringe ich viel Zeit in meiner Freizeit mit Alchemie. Außerdem lese ich auch sehr gerne...“, obwohl die einzige Lektüre, die er mittlerweile las dazu diente einen Weg aus dieser Welt zu finden. Aber das konnte er ihr ja wohl kaum sagen, nicht wahr?
      Und von seinen Hobbys in der echten Welt konnte er gar nicht erst anfangen.
      „Dürfe ich fragen warum-“, doch weiter kam der Sternenmagier gar nicht, als alle Lichter in dem großen Ballsaal mit einem Mal erloschen und die Gäste in tiefe Dunkelheit tauchte und überraschte Schreie den Saal füllten.
      Das war sicherlich alles andere als normal.
      „Ich kümmere mich um den König!“, vernahm Gray in der Menge Luriels Stimme und er nickte ihm dankbar zu, auch wenn er ihn in der Dunkelheit kaum ausmachen konnte und mit einem gemurmelten „entschuldigt...“, ließ er Mirelles Hände los, um seine eigenen mit den Handflächen zur Decke auszustrecken und dreidimensionale Sterne hoben sich daraus empor, erhellten den Raum und schwebten zur Decke empor, wo sie stehen blieben, als wäre es der Sternenhimmel und damit ihr angeborener Platz.
      Sämtliche Türen im Saal waren weit aufgerissen, in Dunkelheit verhüllte fremden hatten ihn gestürmt und die Wachen und Gäste hatten ihr bestes getan sich in dem Schwarz gegen die fremden Angreifer zu verteidigen, während Luriel mit seinem Stab – wo hatte er den denn versteckt? Hatte er ihn nicht extra zurück gelassen? - gleich eine Reihe von ihnen abwehrte, die offensichtlich gekommen waren um die Herrscher der Reiche von Astrea und Novelia zu ermorden.
      Vielleicht gar das Bündnis zu zerstören, bevor es wirklich geschlossen werden konnte, woher sollte er schon wissen, was sich der Traum dieses Mal hatte einfallen lassen?
      Mit einem müden Seufzen, als würde ihn das ganze Spektakel nur langweilen, erschuf der Magier einen Schild, an dem die Waffe eines Angreifers abprallte.
      Okay, jetzt kam der interessante Teil: was hatte man sich überlegt, um ihn in Schach zu halten? Sicherlich war den Angreifern bewusst gewesen, dass der Sternenmagier hier war und eine Bedrohung darstellte, ganz zu schweigen davon, dass auch die Blüte von Novelia hier war... welcher Idiot würde unter solchen Umständen einen Angriff wagen?
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    • Naru & Amira «
      Die beiden waren gerade zu einem alten Bekannten herüber gelaufen, als Naru auch schon etwas aus dem Augenwinkel erblickte - und es gefiel ihm nicht gerade.
      "Weißt du wer das ist?"
      "Hm?" - Amira drehte ihren Kopf zur Seite und blickte in die Richtung, in die ihr Freund zeigte, woraufhin sie sogleich begann zu grinsen.
      "Erkennst du ihn etwa nicht? Er ist der verschollene Prinz. Gray Winston. Scheinbar hat er Gefallen an unserer kleinen Mirelle gefunden. Oder aber er tut es aus Höflichkeit, wer weiß das schon", sprach sie und zuckte anschließend mit den Schultern. Obgleich ihre Worte so teilnahmslos erschienen, sorgte diese Tatsache doch für große Aufmerksamkeit bei ihr. Auch, wenn das Bündnis geschlossen war und sich viele bereits gut miteinander unterhielten und austauschten, konnte man gerade zu Beginn ja nie wissen. Und ihre Freundin war eben auch eine der stärksten Kämpferinnen ihres eigenen Landes - sie zu verlieren wäre also in vielerlei Hinsicht schlecht.
      "Die beiden scheinen sich ziemlich gut zu verstehen, dafür, dass sie sich eben erst begegnet sind", erwiderte Naru und lehnte an der Wand hinter ihm, die Arme dabei vor der Brust verschränkt. Sein Blick wirkte beinahe kühl, unzufrieden - dabei war es eigentlich nur die Sorge, die ihn umgab.
      "Du solltest hier nicht so trübselig rumstehen und mit mir tanzen. Na hop!"
      Ohne auch nur seine Antwort abzuwarten, hatte die Grünhaarige die Hand des Thronfolgers ergriffen und ihn nun ebenfalls mit zur Tanzfläche gezogen. Sie schenkte ihm dabei ein breites Grinsen, was sogleich ihre spitzen Zähnchen freilegte. Sie beide waren ja immerhin auch hier her gekommen um etwas Spaß zu haben.



      Mirelle Riou «

      Mirelle war der überraschte Blick von Gray nicht entgangen, jedoch beließ sie es bei einem einfachen Lächeln mit der Bemühung nicht wieder offensichtlich zu schmunzeln. Sie konnte sich nicht helfen, irgendwie wirkte er so unbeholfen und auch überhaupt nicht falsch - das war nämlich leider etwas, was ihr ziemlich missfiel, wenn sie in dieser Welt war. Gerade die Adeligen und noblen Leute hatten oftmals ein falsches Gesicht, eine Maske auf. Wollten um jeden Preis die Ehre und den Anstand bewahren. Ja nicht aus der Rolle fallen und keinen Grund geben, damit andere sie schlecht reden konnten.
      Total absurd, ihrer Meinung nach. Aber was sollte man da schon machen. So war es nunmal.

      Und da war es erneut - sein nachdenkliches Gesicht, weil er nicht sicher war, wie er sie ansprechen sollte.
      Zufrieden darüber, dass er sich für das 'du' entschieden hatte, horchte sie interessiert auf, als er von seinen Hobbys berichtete. Mit Alchemisten hatte sie noch nicht so viel zu tun gehabt, weswegen sie vor allem dieses Thema doch sehr neugierig werden ließ. Abwartend blickten die grünen Augen zu ihm hinauf, auch ein wenig fragend, als sie bemerkte, dass er sie ebenfalls etwas fragen wollte. Zu diesem jedoch kam es nicht, da man augenblicklich auch schon die Dunkelheit um sich herum vernahm, zusammen mit den Schreien der Besucher.
      Die Entschuldigung ihres Tanzpartners hatte Mirelle nur nebensächlich aufgenommen, stattdessen hatte auch sie ihren Blick sofort zu den Türen gerichtet, innerlich ein wenig Wut aufstauend. Ihr war schon öfter aufgefallen, dass gerade bei solchen Ereignisse oftmals große Dinge passierten. Und doch hoffte sie immer wieder darauf, dass es einfach ein schöner Abend bleiben würde.
      Aber wahrscheinlich war es ihrem Kopf nicht spannend genug.
      Überrascht, dass der Raum sich kurz darauf doch wieder erhellte, blickte sie an die Decke, wo sie direkt die Sterne sehen konnte, welche scheinbar zu Gray gehörten. Bei Mirelle bildete sich direkt ein Lächeln - er machte seinem Namen alle Ehre. Und dank dem Licht konnten sie nun auch alle ein wenig besser kämpfen.
      "Na das kann ja lustig werden", hörte sie schließlich schnaubend und leicht amüsiert neben sich. Amira war zu ihr gestoßen und ihre goldenen Augen blitzten leicht auf. Natürlich wäre es dieser auch lieber gewesen, wäre hier kein großes Drama passiert und wenn sie alle einfach in Frieden den Abend genießen konnten. Auf der anderen Seite kämpfte sie aber auch schon recht gerne - vor allem wenn ihre Gegner den Ernst der Lage scheinbar nicht erkannten und sie unterschätzten.

      "Ich hatte gehofft, dass es heute nicht dazu kommen würde", entgegnete Mirelle murmelnd und war bereits selbst dabei ihre Magie einzusetzen. Man vernahm Schreie, die von draußen kamen, während sich große, dicke Ranken, übersäht mit Dornen und weißen Rosen ihren Weg durch die offenen Türen und Fenster suchten und so die Gegner abwehrten. Ihr Blick hatte sich dabei verändert, sie wirkte ein wenig kühler und war beinahe schon verärgert. Ja, diese Tatsache ärgerte sie wirklich. Es war wirklich dumm einen solchen Angriff heute zu starten.

      Immer wieder stürmten neue Angreifer den Saal, verhüllt und irgendwie auch ziemlich.. schwach? Ja das konnte man schon sagen. Dafür, dass sie permanent versuchten die Herrscher der beiden Länder anzugreifen, hatten sie nicht viel Kraft. Fast schon zu wenig. Dafür jedoch schien es bis Stand jetzt kein Ende zu nehmen.
      Während Mirelle auf Abstand blieb und dem Fernkampf treu blieb, tobte Amira sich vollkommen aus. Sie war zu dem Nahkampf übergegangen und hatte währenddessen ein siegessicheres Grinsen auf den Lippen - es war für Außenstehende beinahe schon unheimlich, wenn man nicht wusste, dass es ihr nicht wirklich um das Töten ging, sondern sie am Kampf und der Herausforderung selbst Spaß hatte. Derjenige, der ihr dabei zur Seite stand war Naru - wie auch sollte der nächste Thronfolger sein eigenes Land nicht beschützen, wenn es in Gefahr war. Und zugegebenermaßen liebte auch er den Kampf.

      "Mama!" - eine weinerliche Stimme war zu vernehmen und erschrocken richtete sich der Blick der Grauhaarigen zur Seite, wo sie einige Meter entfernt einen kleinen Jungen erblickte, der heute scheinbar mit seiner Familie gekommen war. Es war ein kleiner Elfenjunge, nicht älter als 4 oder 5 Jahre und in dem ganzen Durcheinander wurde er wie es aussah von seinen Eltern getrennt.
      Ohne zu zögern war Mirelle mit schnellen Schritten zu ihm herüber gelaufen, als sie sah, dass sich ihm zwei Angreifer näherten. Sie war gerade im letzten Moment zu ihm geeilt und hatte sich schützend zu ihm gestellt, den Oberkörper leicht über ihn gebeugt um ihn zu schützen. Die Augen dabei leicht verengt zu den anderen beiden nach vorne gerichtet. Währenddessen waren ihre Ranken samt Rosen und Dornen aus dem Fenster hinter ihr nach vorne geschnellt und umklammerten die beiden Angreifer. Nicht einmal Kinder wurden verschont.


      "My my.. was ist denn hier los.. wer hätte gedacht, dass wir solch ein Glück haben und den verschollenen Prinzen und die Blüte Novelias hier treffen?"
      Mirelles Blick ging zum Haupteingang, während sie den Jungen festhielt und auch nicht Anstalten machte ihn los zu lassen, bis sich das alles wieder beruhigt hatte. Ein Mann, ebenso dunkel gekleidet und mit einer schwarzen Maske, die seine untere Gesichtshälfte bedeckte, war heran getreten und packte sich an das Kinn, während er den Kopf nach hinten lehnte und einen lauten Lacher von sich gab. Das Gesamtbild wirkte recht irrsinnig, beinahe schon verrückt.
      "Das scheint wohl mein Glückstag zu sein. ..wobei. Ich bin mir noch nicht sicher, wie wir das Spiel fortsetzen sollten", sprach er schließlich hinterher und sah sich mit stark schief-gelegtem Kopf ein wenig umher. Einige der Leute Novelias und Astrea versuchten ihn anzugreifen, jedoch hatte sich seine Aura schlagartig geändert und mit einer schnellen Bewegung hatte er alle weggeschleudert. Der Blick dabei zornig und starr. Als würde allein dieser sie mit seiner Mordlust umhüllen und zum Schweigen bringen.
      "Ist es nicht unhöflich jemanden zu unterbrechen, wenn er am Sprechen ist?"
      "Setze dein Herz in Flammen."
      - Kyojuro Rengoku
    • Iris von Astrea, Luriel & Gray Winston

      Etwas gutes hatte es, im Vergleich zum Durchschnitt recht klein zu sein: es war ein leichtes sich in Mengen zu verbergen und nicht so leicht entdeckt und gefunden zu werden. Obwohl sich Iris nicht ganz so sicher war, ob die Ermordung der Königsfamilie von Astrea wirklich ihr Ziel waren, denn auch nachdem das Licht wieder zurückkehrte, konnte sie an den Angreifern nichts erkennen, was ihr einen Hinweis darauf geben könnte, woher sie stammten oder zu wem sie gehören könnten.
      Kein ihr bekanntes Wappen, kein Zeichen, dass sie zu einer der bekannten Assassinen Gilden machte, noch sonst irgendetwas. Sie waren gekleidet in vollkommenes Schwarz. Und ihre Gesichter verhüllt, so dass sie auch daran nicht viel nützliches ausmachen konnte.
      Aber das war nicht der richtige Zeitpunkt.
      Stück für Stück wurde der bunte, reich verzierte Boden des Ballsaals mit Blut befleckt, im Licht der Sterne konnte Iris auf dem Boden liegende Personen ausmachen und sie konnte nur hoffen, dass sie verletzt und nicht tot waren.
      Nun denn, an die Arbeit. Sie war eine Prinzessin von Astrea, es war ihre Pflicht ihr Volk zu beschützen, nicht wahr?
      Iris streckte ihre Arme von sich, um ihre Magie zu wirken, ließ die linke Hand kreisen und murmelte unverständliche Worte, während das bereits vergossene Blut sich vom Boden, Wänden und Möbeln zu lösen begann und sich sammelte, zu kleinen, formlosen Wesen formte und wie ein Marionettenspieler bewegte die Prinzessin ihre Hände, wie ein Dirigent schickte sie die kleinen Wesen dazu einen Angreifer nach dem anderen unter sich zu begraben und was sie mit ihnen machte, hatte Iris niemals wissen wollen.
      Nur eines war sicher: von ihnen blieb nicht einmal die Kleidung übrig und weitere dieser Wesen gesellten sich zu ihrer kleinen Armee aus Blut.
      Es hatte eine Zeit gegeben, da hatte sie diese ihr angeborene Magie gehasst, sie gar verabscheut, sich gewünscht wie ihre Schwester mit der Macht der Melodie oder wie ihr Bruder mit der Gabe des Lichts gesegnet worden zu sein, etwas, das besser wie einer Elfe zu ihr passte und den Hof nicht dazu brachte schlecht über sie und ihre Mutter zu reden.
      Doch mittlerweile hatte sie sie akzeptiert. Diese Magie war ein Teil von ihr und wenn sie dadurch in der Lage war ihr Volk zu beschützen, dann würde sie sie nutzen.

      Währenddessen nutzte Luriel geschickt seinen Stab, um einen nach dem anderen die Füße vom Boden zu ziehen, ein Schlag in die Magengegend, um sie zum taumeln zu bringen, ein geschickter Schritt um einem Dolch zu entkommen und ein gezielter Schlag auf den Kopf, um die Verhüllten in das Reich der Träume zu versetzen. Dabei bewegte er sich anmutig und elegant, gar als würde er hier nur ein kleines Tänzchen aufführen und lächelte sogar dabei, amüsiert darüber wie sein nächster Gegner auf die Idee kommen konnte, dass er auf eine solche Finte hereinfallen würde.

      „Nicht dazu kommen würde?“, wandte sich der Magier überrascht an die Blüte, hatte die etwa damit gerechnet? Wusste sie – oder gar alle Dämonen – wer sie da Angriff und warum? … und niemand war auf die Idee gekommen ihn und die Elfen... okay, wenigstens ihn zu warnen? Ihm fielen bereits jetzt im Stegreif zahlreiche Gegenmaßnahmen ein, die er hätte vorher tun können.
      Ganz oben auf der Liste stand natürlich die Lichter im Saal von Beginn an mit seinen Sternen auszutauschen, dann hatte er da noch diesen Trank, den er sowieso ausprobieren wollte... ruckartig drehte sich Gray um fing einen Dolch mitten in der Luft auf, direkt am Griff, denn seine Instinkte verrieten ihm, dass es keine gute Idee war die Klinge zu berühren, auch nur einen einzigen Kratzer davon zu tragen... Gift?
      Er wandte seinen Blick in die Richtung, aus der der Dolch gekommen sein musste und erblickte eine Frau, die sich deutlich von den anderen Eindringlingen unterschied... und das lag nicht nur an ihrer Körperhaltung. Denn diese Fremde stand auf allen viern auf dem Boden, als wäre sie gerade von der Decke gefallen oder ähnliches, oder als wäre sie ein wildes Tier, dass gerade zum Sprung ansetzte oder besonders gefährlich wirken wollte... war das ein Katzenschwanz, der sich aus dem Umhang zu winden versuchte?!
      Wie auch immer. Was sie am meisten von den anderen Unterschied, war die Tatsache, dass der obere Teil ihres Gesichts von einer schwarzen Maske verborgen war. Und etwas sagte ihm, dass sie nicht dazu diente ihre Identität zu verbergen.
      Mal ganz ehrlich, das Schmuckstück schrie ja geradezu Ich bin etwas besonderes! Ich bin anders, pass auf, ich bin ein Bosscharakter!Oder vielleicht irgendein zwischen Boss, auf jeden Fall schien sie deutlich mehr auf dem Kasten zu haben, als der Rest, denn obwohl er gedacht hatte, es schnell hinter sich bringen zu können und eine Sternschnuppe nach der anderen nach der Frau geworfen hatte, wich sie ihnen allen geschickt aus. Ein Sprung hier, ein Sprung da... mal ganz ehrlich, sie war doch eine Katze, oder?

      „Sicher, dass du es als Glück bezeichnen solltest? Wir sind schon ein paar Minuten hier und die Ziele sind noch nicht Tod... wenn du mich fragst, ist das alles andere als Glück.“, kam die maskierte Frau letztendlich neben dem maskierten Mann zum stehen, erhob sich endlich von ihrer gebückten Haltung und setzte sich auf, so dass sie jetzt etwas weniger wie eine Katze wirkte.
      „Verschwindet einfach. Seht ihr nicht, dass das eine Feier ist? Noch unhöflicher, als jemanden zu unterbrechen, der spricht, ist es eine fröhliche Party wie diese zu sprengen, meint ihr nicht?“, kam es teilweise monoton und müde, teilweise genervt von dem verschollenen Prinzen, der so ganz und gar nicht genannt werden wollte, aber das war nichts, was er den maskierten unter die Nase reiben würde.
      In jeder seiner Hände trug er jeweils einen Planeten, der sich um seine eigene Achse drehte und als mächtige Bombe gesehen werden könnte, wobei Super Nova wohl der bessere Begriff war und dennoch... zögerte Gray. Sie waren hier in einem Raum, gefüllt mit zahlreichen Personen, die alle in die Explosionen gezogen werden könnten und das wollte der Alchemist lieber vermeiden, so gut wie möglich. Er war nicht gerade dazu geeignet in geschlossenen Räumen zu kämpfen, seine Magie zumindest nicht und er hoffte doch sehr, die Fremden damit einschüchtern zu können... bei den Mobs schien es jedenfalls zu funktionieren, denn die meisten kämpfe erstarben, als sie die Planeten in seinen Händen sahen, die sich schwebend um die eigene Achse drehte.
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    • Naru & Amira «

      Auch wenn Naru nicht mit so etwas heute Abend gehofft hatte, ließ er sich hier gerade keinen Kampf entgehen. Am Anfang hatte er noch mit seiner Waffe gekämpft, ein magisches Objekt, welches seine Form zwischen zwei verschiedenen wechseln konnte. Zu seiner Verwunderung waren die Gegner auch nicht übermächtig, nein sie schienen sogar rein körperlich recht schwach zu sein. Es ließ seine Skepsis immer größer werden, immerhin konnte es das ja nicht schon gewesen sein. Prüfend ging sein Blick durch den Saal, als er kurz einen Moment 'Pause' hatte und weitete im nächsten Augenblick auch schon seine Augen. Die Prinzessin der Elfen ließ ihre Magie wirken und wenn er ehrlich war, hatte er mit vielem gerechnet, aber nicht damit. Das Blut der Verletzten und Opfer sammelte sich und immer mehr und mehr Puppen, wie er sie fand, liefen umher und griffen die Feinde an. Es war fast schon ein Meisterwerk und zog seine Aufmerksamkeit so sehr auf sich, dass er Mühe hatte von dort wegzuschauen.
      "Solltest du deinen Blick nicht lieber auf uns richten?!" - einer der besagten Feinde lief auf ihn zu, im Gesicht dabei recht siegessicher. Doch Naru ließ sich davon nicht weiter beirren und lächelte leicht verächtlich - nur die Möglichkeit dem Komischen eine Lektion zu erteilen hatte er nicht. Noch bevor er hätte etwas tun können, war Amira dazu gestoßen und fast schon auf den Gegner gesprungen, dabei einen Dolch in das Herz rammend, sodass dieser mit geweiteten Augen zu fall kam und sich nicht mehr großartig regte. Sie selbst hockte dabei auf seinem Oberkörper und hatte ihr Gesicht nach unten gerichtet.
      "Das selbe könnte ich zu dir sagen", gab sie grinsend von sich, wonach sie sich wieder aufrichtete und in Narus Richtung lief, die Augen dabei noch immer prüfend umhergehend.
      "Findest du das Ganze auch so komisch?", fragte sie ein wenig leiser und blickte etwas ernster herum. Als Antwort bekam sie nur ein Nicken - also war sie wirklich nicht die Einzige mit dem eigenartigen Gefühl. Dieses sollte sich bestätigen, denn kurz darauf war auch schon jemand im Saal eingetroffen, von dem eine ganz andere, viel bösartige Aura ausging. Sein Gelächter und auch seine Stimme sorgten für ein unwohles Gefühl und ihr Instinkt sagte den beiden deutlich, dass es bei diesem Gegner anders laufen würde, als bisher.


      Mirelle Riou «


      Ein überdramatisches Seufzen folgte auf die Worte der katzenähnlichen Frau, zusammen mit einem Augenverdrehen.
      "Dann betrachtest du die Sache ein wenig falsch. Sieh nur, die Ziele haben sich geändert. Und sind nun durchaus vielversprechender", erwiderte er nun fast schon zufrieden und blickte mit einem amüsierten Schnauben abwechselnd zwischen Mirelle und Gray her.
      "My my, warum denn so genervt, werter Prinz?", hörte man schließlich in die Richtung des Magiers sprechend, während sich auf den Lippen des Mannes ein Lächeln bildete, was man jedoch nur auf Grund der "Lachfalten" oberhalb der Maske erkennen konnte.

      Mirelle hingegen hatte bemerkt, dass die anderen Kämpfe ein wenig nachließen, sobald alle die Magie in Grays Händen erblickten. Auch sie hatte diese kurz gemustert und spürte sofort die starke Kraft, welche von ihr ausging. Aber er zögerte wie es schien - wahrscheinlich aus gutem Grunde.
      Ein kurzer Blick umhergehend ehe sie mit schnellen Schritten den Jungen auf dem Arm zum Ausgang brachte, wo sie zwei ihrer Kameraden aus dem Dämonenreich entdeckte.
      "Er muss mit seiner Familie hier sein, geht hinaus und sucht sie."
      Ihr Blick ging zu dem Kleinen, welcher mit kleinen Tränchen in den Augen und einem verzweifelten Griff versuchte bei der Grauhaarigen zu bleiben. Diese lächelte ihn jedoch nur sanft an und strich ihm kurz über die Wange um diese wieder etwas zu trocknen, wonach sie ihn vorsichtig übergab.
      "Keine Sorge, gleich kommst du wieder zu deinen Eltern. Die beiden sind meine Freunde, die passen auf dich auf, ja?", sprach sie noch zu ihm, innerlich hoffend, dass diese es auch wirklich heil und unversehrt heraus geschafft hatten.

      Sobald der Kleine außer Gefahr war, drehte sie sich wieder um und lief ein wenig mehr zu Gray heran, welcher ohnehin in ihrer Nähe stand. Ihr Blick lag dabei auf den beiden vor ihnen, nachdenklich und prüfend.
      Ob es sich hier wohl um eine Art Bosskampf handelte? Wäre möglich. Zwischendurch kam es durchaus vor, dass Gegner auftauchten, die die anderen kräftemäßig überstiegen und Eigenschaften vorwiesen, die sonst eher selten waren. Das hier jedoch wirkte irgendwie nicht richtig. So, als würde etwas fehlen oder besser gesagt noch auf sich warten ließ.
      "Ihr habt ihn gehört. Verschwindet von hier."
      Während die Mirelle sprach, war ihre Stimme kühl und ihr Blick hatte sich leicht gehoben, dabei noch immer auf den beiden liegend. Hinter ihr waren unzählige Ranken erschienen, die Dornen groß und spitz - an einigen wie es schien, tropfte sogar etwas herab. Sie war in keiner guter Stimmung und wer sie kannte, der konnte das gerade auch ziemlich deutlich sehen.

      "Hmh.." - nachdenklich packte der Mann vor ihnen sich an das Kinn, die lila-farben Augen dabei leicht schließend. Er schien abzuwägen, ob sie weiter machen sollten oder nicht, was auf jeden Fall darauf schließen ließ, dass er sich der Kräfte der beiden genau bewusst war. Nun, im Grunde wussten sehr viele davon, immerhin waren sie beide bekannte Personen - nicht nur in ihren eigenen Königreichen, sondern auch auf der Welt verteilt.
      Schlussendlich hob der Mann seine Hand an und schnippte kurz, woraufhin sich immer mehr der Gegner zurückzogen. Fast schon, als würden sie gezwungen werden und auch ohne, dass sie überhaupt hinsehen mussten. Ob es jetzt wohl vorbei war?
      "So gerne ich das heute auch zu Ende bringen würde, bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als es auf das nächste Mal zu schieben. Verehrter Prinz, verehrte Blüte."
      Bei seiner Anrede der beiden hatte er einen fast schon verachtenden und gleichzeitig vergnügten Unterton. Mirelle spürte dabei, wie seine Aura sich wieder deutlich schwarz färbte und kurzzeitig schien auch eine kleine Welle der Mordlust zu ihnen durchzudringen. Jedoch nicht kombiniert mit Wut oder ähnlichem, nein - er schien fast schon glücklich zu sein. Zufrieden und aufgeregt.
      "Wir gehen", fügte der Mann noch hinzu und drehte sich dann um, woraufhin er sofort verschwunden war, beinahe, als hätte er sich fort teleportiert. Von ihm war nichts mehr zu sehen, lediglich ein Teil der dunklen Aura hatte sich nicht gänzlich verzogen. Sorgte dafür, dass die unangenehme Atmosphäre noch ein Stück länger bestehen blieb.
      "Setze dein Herz in Flammen."
      - Kyojuro Rengoku
    • Gray Winston

      „Ich bin keinPrinz.“, beantwortete er die Frage des Maskierten mit Leichtigkeit. Genau deswegen konnte er diesen verdammten Spitznamen nicht ausstehen, er war schlicht und einfach verwirrend. Er war nun einmal kein Prinz, wurde aber von der gesamten Welt als solcher bezeichnet und nicht nur einmal hatte irgendein König oder eine Königin behauptet er sei der verloren geglaubte Sohn, ein Bruder von Prinzen und Prinzessinnen... und einmal hatte es da diese Prinzessin gegeben, die behauptet hat, dass er ihr Verlobter gewesen sei, natürlich verloren gegangen und Tod geglaubt.
      Dachten die wirklich, das würde funktionieren?
      Gray konnte vielleicht nicht offen erklären, woher er eigentlich kam und wer er war, doch er wusste es ganz genau und von solchem Schmierentheater würde er sich nie im Leben um den Finger wickeln lassen. Aber er schweifte ab.

      Noch immer hoffte er, die Planeten bereit in den Händen haltend, dass die beiden einfach verschwinden würden und es machte ihn zusehends nervöser, dass sie sich Zeit ließen und es nicht taten. Komm schon Traum, du willst doch nicht etwa ein Massaker veranstalten, oder?
      Das war eine der positiven Eigenschaften, jeden Tag den mehr oder weniger selben Traum zu haben: er musste sich wenigstens nicht vor Albträumen fürchten, dieser war nur selten zu einem geworden und er fragte sich wirklich, wie sein kindliches Ich es damals geschafft hatte sich furchterregenden Monstern in den Weg zu stellen. Wahrscheinlich aus dem einfachen Gedanken heraus, dass das alles hier nichts weiter als ein Traum war.
      Okay, Mirelles Auftritt war fantastisch, das müsste ja wohl reichen ihrem Gegenüber deutlich zu machen, dass es keine gute Idee wäre sie hier und jetzt zu bekämpfen – und dass es ein später geben würde, daran zweifelte Gray keine einzige Sekunde lang, immerhin war sein Traum ein ziemlich Action reicher. War der heutige Abend nicht Beweis genug für diese Theorie?
      Es konnte wirklich kein wichtiger Abend vorbei gehen, ohne, das etwas schlimmes passierte, oder?
      Komm schon~! Was musst du da denn noch überlegen! Sag jetzt nicht, dass die beiden da wirklich in der Lage wären sich ihnen auf dem engen Raum entgegen zu stellen? Wobei, ihnen konnte es sicherlich egal sein, ob noch andere zu schaden kamen... manchmal war es schon lästig, den Helden zu spielen. Würde er deswegen auf die Seite der Bösen wechseln?
      Ganz sicher nicht! Es gab gute Gründe dafür, wieso es ihm wichtig war, niemanden zu verletzten und in seine Kämpfe hinein zu ziehen!
      Na endlich! Dachte sich der Alchemist mit einer Mischung aus Erleichterung und Unmut, als sich der Typ mit der unteren Maskenhälfte dazu entschied seine Lakaien zurück zu pfeifen, oder in diesem Fall zurück zu schnippen.
      „Wirklich? Wir gehen? Einfach so?“, schien die Katzendame dagegen nicht gerade zufrieden mit der Entscheidung zu sein, sah dem maskierten Mann nach und richtete ihren Blick dann auf den Alchemisten und die Blüte, ehe sie wohl beschloss, dass das doch die beste Idee war, ehe sie sich umdrehte und dem Mann durch die schwarze Aura folgte, welche Gray so ganz und gar nicht gefiel.
      Alles in allem gefiel ihm gar nichts an diesen Leuten, das roch doch geradezu nach einem neuen, anstrengenden Kapitel voller Kämpfe, Herzschmerz und dem üblichen Drama.
      Und darauf konnte er getrost verzichten.
      Letztendlich verschwand auch die dunkle Aura und endlich konnte der gesamte Saal wieder frei atmen und der verschollene Prinz ließ die Planeten in seiner Hand verschwinden, indem er einfach seine Handflächen schloss und drehte sich daraufhin zu der grauhaarigen.
      „Wisst ihr, wer uns da angegriffen hat?“, griff er die Aussage der Blüte auf, die er zuvor mitbekommen hatte und obwohl er es nicht anschuldigend klingen lassen wollte, schien ihm das nicht so recht zu gelingen, als hätte er das natürliche Talent dafür unhöflich zu sein.

      Währenddessen atmete auch die Prinzessin erleichtert aus, ihre kleinen Helfer nicht nach den beiden maskierten Gestalten zu schicken, denn etwas sagte ihr, dass das alles andere als gut ausgegangen wäre. Für solch starke Gegner hatte sie noch lange nicht genug von ihnen gesammelt und wenn sie ehrlich war, wollte sie auch nicht mehr von ihnen. Denn das würde bedeuten, dass jemand verletzt werden oder gar getötet werden musste, oder von ihnen selber verschlungen, alles Optionen, über die sie an einem Tag wie diesem eigentlich gar nicht nachdenken wollte.
      Doch anstatt die kleinen, roten Wesen mit ihren breiten Grinsen und ihrem heiteren, gruseligen Gelächter wieder verschwinden zu lassen, schickte sie sie stattdessen an das durch die Kämpfe verursachte Chaos aufzuräumen. Wenn sie schon da waren, dann konnte sie sie auch nutzen.
      „Grässlich... diese Leute sind weg, kannst du dieses Schandfleck nicht endlich verschwinden lassen?“, musste sich Iris gar nicht erst umdrehen, ihre Stimme reichte völlig aus, um eine ihrer Schwestern zu erkennen und sie sparte sich das Seufzen.
      „Gerne, wenn du dafür aufräumst?“, gab die Blonde nur von sich, wartete jedoch gar nicht erst auf eine Antwort und gesellte sich stattdessen zu Gray und Mirelle, ihre Ohren zuckten, als sie die Worte des Alchemisten vernahm.
      „Wie kommst du darauf, dass sie etwas wissen könnte?“, gab die Elfe verwundert von sich.
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    • Naru & Mirelle Riou «

      Auch ihr fiel auf, dass die Dame, welche sich eher als Katze schimpfen durfte, weniger zufrieden war. Und noch komischer fand Mirelle, dass die ganzen anderen Gestalten sofort und ohne zu zögern aufgehört hatten zu kämpfen. Ihre Gesichter verloren für einen Augenblick ihre Züge und wenn sie es nicht besser wüsste, würde sie glatt von einem Zauber ausgehen. Aber um das festzustellen, würde sich mit Sicherheit noch eine weitere Gelegenheit bieten, da war sie sich gewiss.
      Erst als wirklich alle den Saal verlassen hatten, erlaubte sie sich wieder tief durchzuatmen und schloss für einen kleinen Augenblick die Augen. Ihre mit Dornen und Blumen überzogenen Ranken verzogen sich langsam wieder nach hinten, während sie versuchte sich zu sammeln. Es dauerte jedoch keine Minute, da konnte sie auch schon die Frage von Gray hören, was sie fast schon überrascht zu ihm blicken und ihre Augen öffnen ließ.
      Sogleich schüttelte sie den Kopf, dabei ein leises Seufzen ihren Lippen entweichend.
      "Nein, leider nicht. ..aber da heute ein wichtiger Abend war, habe ich irgendwie bereits damit gerechnet", murmelte sie am Ende eher leise und unterdrückte ein erneutes Seufzen. In ihren Träumen war es bisher oftmals vorgekommen, dass bei solch wichtigen und großen Aktionen auch eine Schwierigkeit mit eingebaut wurde. Ein Drama oder Ereignis, das den ganzen Verlauf der Geschichte ändern könnte - und wenn sie ehrlich war, fand sie das schrecklich. An sich liebte Mirelle diese Träume, für sie war es wirklich ein Geschenk. In eine Fantasiewelt einzutauchen und viele verschiedene Abenteuer erleben. Diese Art von Ereignisse jedoch konnte sie nicht leiden und immer wieder aufs Neue wünschte sie sich, sie würden einfach fernbleiben. Damit auch das Leid beenden, was es oftmals mit sich zog.

      "Das ist ein ziemlich komischer Ton, den Ihr da euren Worten beifügt."
      Naru war zu den beiden heran getreten, während seine goldenen Augen den Alchemisten genaustens betrachteten. Ihm war der Unterton nicht entgangen und auf Grund der Geschehnisse aus der Vergangenheit befürchtete er, dass man wieder dem Dämonenvolk vorwerfen könnte oder würde, sie hätten etwas damit zu tun gehabt oder es gar geplant. Natürlich hoffte er nicht darauf und erst Recht wollte er sich den starken Kämpfer nicht zum Feind machen - das eigene Volk in ein schlechtes Licht stellen lassen, wollte er jedoch auch nicht. Bevor es dazu kommen sollte, würde er eingreifen, jederzeit.

      "Schon gut, er hat es bestimmt nicht so gemeint", erwiderte Mirelle leicht lächelnd, während sie kurz zu Naru herüber blickte, dann jedoch ihre Augen erneut auf Gray richtete. Sie hoffte, dass sie mit ihm zusammen vielleicht eher an Informationen oder einer Lösung rankommen würde. Ein Verbündeter war nie schlecht. Vor allem, wenn derjenige so stark war wie er.
      "Mir fällt ehrlich gesagt auch keine Gruppierung oder sonst jemand ein, der dahinter stecken könnte. ..zumal sie uns beide zu kennen scheinen."
      Und mit ihrem letzten Satz meinte Mirelle nicht etwa, dass der Mann sie erkannt hatte, wie die anderen Menschen. Klar, sie waren berühmt für ihre Fähigkeiten und das, was sie bereits geleistet hatten, aber die Situation vorhin war anders. Er war sich ihrer beiden Identitäten und Kräfte genaustens bewusst. So sehr, dass er es nicht einmal wirklich in Betracht zog mit ihnen zu kämpfen, sondern sich jetzt zurück zog um dann wahrscheinlich einen richtigen Plan auszuarbeiten.

      "Ich bin mir ebenfalls keinem Volk oder einer Gruppe bewusst, die solche Kämpfer vorzuweisen haben. Ich schätze mal, dass es bei euch ebenfalls so aussehen wird", sprach Naru nun wieder und blickte zwischen Gray und der kleinen Elfe her. Für einen Moment war sein Blick sogar auf den hellgrünen Augen von Iris hängen geblieben - er war noch immer sehr überrascht über ihre Kräfte und welches Ausmaß sie annehmen konnten. Im Hintergrund bemerkte er nämlich wie diese begannen das Schlachtfeld aufzuräumen um für etwas Ordnung zu sorgen. Zugegebenermaßen waren die Fratzen beinahe schon unheimlich, aber für einen Dämon wie ihn wirkten sie nicht etwa makaber, sondern amüsant und interessant. Er war wahrlich beeindruckt von ihren Kräften.

      Auch Mirelle blickte nun abwartend zu den beiden, neuen Verbündeten vor sich - dabei selbst bereits wissend, dass diese auch niemanden kannten. Aber irgendwie schlummerte doch ein wenig Hoffnung in ihr. Sie wollte dieses Mal wirklich ein wenig in Ruhe und Frieden hier leben, denn auch wenn sie die Abenteuer liebte, brauchte sie hier und da ihre Pause. ..und wenn sie ehrlich war, hatte sie davon derzeit nicht sehr viele - sowohl hier, wie auch in der realen Welt nicht.
      Es gab des Öfteren auch schon Momente, wo sie überlegt hatte den Problemen hier im Traum einfach aus dem Weg zu gehen. Sie zu ignorieren und einfach friedlich irgendwo etwas entspanntes zu unternehmen oder neues zu entdecken. Der Knackpunkt jedoch war, dass sie nicht konnte. Wie oft sie sich bereits gefragt hatte, ob sie wirklich in die Schlacht ziehen sollte. Ob sie nicht lieber auf einem Bauernhof verweilen und in Ruhe das Leben genießen. Aber sie konnte nicht. Jedes Mal aufs neue fühlte sich ihr Herz schwer an und sie bekam den starken Drang zu helfen. Sie wusste, sie würde keine Ruhe finden, sollte etwas passieren, was sie hätte verhindern können. Auch, wenn es ja eigentlich nur ein Traum war.
      "Setze dein Herz in Flammen."
      - Kyojuro Rengoku
    • Gray Winston

      Der Alchemist wollte schon desinteressiert seinen Kopf zur Seite wenden, geriet ins Grübeln darüber, um der Traum beschlossen hatte irgendwelchen alten Dinge heraus zu kramen und sie wieder wichtig zu machen... das wäre nicht das erste mal.
      Eine Diebesbande, die er während einer Quest ausgelöscht hatte und dessen Anführer nicht nur überlebt hat, sondern einen Kult gegründet hat, um sich an ihm zu rächen? Sowas von passiert. Ein Drache den er verjagt hat, greift die Stadt an? Das Vieh jagt ihn immernoch in seinen Träumen... nun, das würde es wahrscheinlich, wenn dass hier nicht sein Traum war, aber irgendwie stimmte die Aussage ja doch, wenn er ihn hier... Moment mal, was?
      Gray konnte die Blüte für einige Momente nur entgeistert anstarren, hatte er sich gerade verhört? Weil heute ein wichtiger Abend war, hatte sie irgendwie schon damit... und er dachte immer er wäre der einzige. Bekamen die Wesen dieser Welt etwa auch mit, dass es ungewöhnlich viele solcher Fälle gibt?
      „... passiert sowas öfter?“, erkundigte sich der Magier, ehe der Dämonenprinz sich dazu gesellte und Gray ihn nur mit Unverständnis in den Augen anblickte. Welcher komische Ton...?
      „Sorry, sorry, aber der Kerl hat einfach keine Manieren, oder besser gesagt: seine Stimme ist einfach so. Er klingt ständig so unhöflich und niedergeschlagen, dabei war er mal ein richtig lieber Junge...“, schüttelte Luriel bedauernd den Kopf, nachdem er dem Alchemisten von Hinten die Hände auf die Schultern gelegt hatte und der Gesichtsausdruck des Magiers verdunkelte sich daraufhin sofort.
      „Ich klinge nicht immer unhöflich. Meine Stimme ist vollkommen normal. Sicher dass nicht du es bist, der immer so abartig fröhlich klingen muss?“
      „Lieber fröhlich als Miesepeter.“, nickte der Elfe, ehe er sich zu dem anderen hinunter beugte, um ihm seine folgenden Worte ins Ohr zu flüstern.
      „Du solltest dich echt etwas zusammen reißen, wenn du dir deine Chancen nicht jetzt schon kaputt machen willst! Du hast Glück, dass sie so nett ist!“
      Er hatte Glück dass sie...? Oh nein, oh nein. Er hatte ja jetzt schon Mühe sich nicht in diese Frau zu verlieben und ausgerechnet Luriel musste es sich jetzt in den Kopf setzen, auch noch den Verkuppler zu spielen? Wollte dieser Traum ihn an sich binden oder irgendein Mist?!
      Moment mal... jetzt wo er so darüber nachdachte, schienen Mirelle und er die einzigen Individuen dieser Welt zu sein, die so stark sind und solches Ansehen genossen, die parallelen waren geradezu beängstigend, und selbst sie hatte damit gerechnet, dass an einem Tag wie heute etwas... nein, oh bitte nicht. War sie etwa sein Love Interest, die Heroine dieser Geschichte, dieses Traums?
      Das musste es sein! Wie sonst sollte Gray es sich erklären können, dass er sich zu einer Frau in seinen Träumen vom ersten Moment an so hingezogen fühlt? Natürlich war sie wortwörtlich für ihn geschaffen! Und das war gefährlich. Unglaublich gefährlich.
      Er musste diese Träume dringend beenden, bevor er den Wunsch dazu noch verlor.

      „Zu kennen? Seid ihr euch da sicher?“, riss die Stimme der Elfe den Alchemisten wieder aus seinen Grübeleien, doch sie brauchte ihn gar nicht erst so anzusehen, an zwei Verrückte in Masken würde er sich ganz sicher erinnern, immerhin wüsste er, dass er ihnen wieder begegnen würde, weshalb er sogleich den Kopf schüttelte.
      „Nein... eine solche Gruppe ist mir nicht bekannt. Und ich bezweifle, dass das bei meinen Geschwistern oder meinem Vater groß anders sein wird.“, war die Prinzessin weiterhin in ihren Gedanken vertieft, als könnte sie dort doch noch den ein oder anderen Hinweis finden, aber in diesem Fall hatte sie nichts, womit sie arbeiten konnte, als ein Klatschen sie aus ihren Grübeleien zog und mit einem Blick, der eindeutig „Ist das dein ernst?!“ sagen wollte, starrte sie den Grund für dieses Geräusch an.
      Und natürlich war es niemand anderes als Luriel, wer hätte das wohl erwartet?
      „Okay, genug Grübeleien für einen Abend, ihr habt doch nicht etwa vor die Festlichkeiten damit zu beenden? Vor allem gerade, wo es so spannend wurde? Na, wollt ihr euren Tanz nicht fortführen?“, grinste der Weißhaarige breit und schob den Sternenmagier in Richtung der Blüte, als gebe es in diesem Moment nicht sehr viel wichtigere Dinge, um die sie sich kümmern sollten, Gray hatte es doch gewusst. Der Traum musste Schuld daran sein, vollkommen vergessend, dass das schlicht und einfach Luriels Art war.
      „Die Angelegenheit besprechen, könnt ihr danach immer noch, aber würde das nicht einen negativen Eindruck hinterlassen, wenn das Bündnis zwischen zwei Ländern gleich am ersten Tag so endet?“, wandte sich der Elf daraufhin in die Richtung der blonden Elfe, als wüsste er ganz genau, was er sagen musste, um sie davon zu überzeugen, dass es eine bessere Idee war die Festlichkeiten nicht einfach abzubrechen.
      „Ist ja nicht so, als wäre am heutigen Abend jemand gestorben. Sie leben alle noch, versprochen.“, zuckte der Weißhaarige zunächst mit den Schultern, ehe sich ein mysteriöses Lächeln auf seine Lippen legten, ehe die Prinzessin seufzte und sich an den Prinzen der Dämonen wandte.
      „Was meint ihr dazu? Würdet ihr und euer Volk den Ball unter solchen Umständen überhaupt fortführen wollen?“
      Währenddessen betete Gray fast schon anständig, dass ein Nein folgen würde.
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    • Mirelle Riou «

      Mirelle hatte nur ein Nicken auf die Frage von Gray rausbringen können, da Naru sich bereits zu ihnen dazu gesellte, jedoch war ihr nicht entgangen wie entgeistert er sie angeblickt hatte. War es wirklich so komisch, dass sie das gesagt hatte? Manchmal war sie sich unsicher, was sie sagen durfte und was nicht, aber die meisten hatten nie eine derartige Reaktion hervor gebracht wie Gray.
      Ihr Blick ging hoch, als sich Luriel zu ihnen dazu gesellte und seine Arme auf die Schultern des Alchemisten legte. Bei den folgenden Worten von diesem musste sie ihr Schmunzeln etwas zurückhalten und betrachtete die beiden ein wenig amüsiert - sie wirkten wie zwei sehr gute Freunde, auch wenn Gray gerade weniger positiv blickte. Das kleine Necken von Luriel holte jedoch alles wieder raus.
      Als auch noch die Prinzessin dazu kam und sie sich dem Dreierteam dazu gesellte, ging Mirelle fast das Herz auf, weil man doch recht gut erkennen konnte, wie nahe die drei sich standen. Es war wie bei ihr, Amira und Naru - manchmal brachte man sich gegenseitig auf die Palme, aber im Großen und Ganzen hatte man sich gern und war froh den anderen zu kennen.

      Selbst ein wenig aus ihren Gedanken heraus gerissen, blickte Mirelle überrascht auf, als Luriel fragte, ob sie nicht ihren Tanz fortführen wollten - vor allem aber, als dieser Gray auch noch in ihre Richtung schob. Bildete sie sich dies ein oder versuchte der Elf da gerade, dass die beiden sich auf jeden Fall näher kamen?
      Für die Riou war dies ein wenig ungewohnt, denn bisher hatten selten oder eher keine Charaktere so bei ihr gehandelt. Ihr Traum war mehr auf den Bereich der Magie und der actionreichen Abenteuer fokussiert, aber gewiss nie auf eine Romanze. Moment, eine Romanze?
      Leicht grübelnd schien sie mit ihrem Kopf kurz woanders zu sein, denn der Gedanke verwirrte sie um ehrlich zu sein etwas. Mit einem leichten Drehen blickte sie mit ihren grünen Augen zu Gray herüber, jedoch noch immer in Gedanken. Sie spürte, dass etwas an ihm anders war, als bei den anderen, aber sie war sich nicht sicher, ob sie das nun wirklich in die romantische Kategorie einordnen sollte. ..durfte sie das überhaupt?
      Naja, es war ihr Traum. Da sollte sie ja eigentlich alles machen dürfen, was sie wollte, oder nicht? ..auf der anderen Seite verunsicherte sie das alles doch mehr, als sie zugeben wollte.

      Man sah wie der Dämonenprinz gerade seinen Mund öffnete um der Elfe eine Antwort zu geben, jedoch war ihm jemand zuvor gekommen und legte bei den Worten grinsend den Arm um Mirelles Schulter.
      "Ich sehe das genauso. Was würde das nur für ein Bild abgeben, würden wir uns jetzt davon abhalten weiter zu machen? Nein! Viel eher noch sollten wir feiern, dass wir die Gegner in die Flucht geschlagen haben!"
      Grinsend und voller Elan blickte Amira in die Runde, erhaschte dabei erst einen verwunderten und dann sanften Blick von Mirelle, die leicht lächelnd und mit einem Nicken zustimmte.
      Im Grunde hatte die junge Dämonin ja Recht - sie hatten die Feinde verdrängt und so wie es schien, waren auch alle mehr oder weniger wohlauf, zumindest keiner verstorben. Und den Abend jetzt so enden zu lassen, wäre auch nicht von Vorteil.
      "Meinetwegen können wir fortfahren. Ich denke, dass es besser wäre, als den Abend jetzt so zu beenden", antwortete Naru schließlich und verschränkte leicht die Arme vor der Brust. Sein Blick ging zur Seite, wo bereits jemand abwartend zu ihm hochgeschaut hatte und welchem er zunickte. Ohne zu zögern war der Dämon weiter gelaufen und sprach mit einigen anderen, wonach man auch schon mehr Leute reden hören konnte.
      Viele waren noch etwas geschockt oder waren unsicher, wie sie nun fortfahren sollten, schlussendlich überkam jedoch nach und nach alle die Erleichterung und auch der Drang sich weiter den Feierlichkeiten zu widmen. Sie wollten nicht mit negativer Stimmung in das neue Kapitel der beiden Völker einsteigen - nein, sie wollten es viel lieber feiern, dass man bereits die erste kleine Hürde gemeistert hatte. Auch wenn alle hätten darauf verzichten können.

      Den vollen Lippen von Mirelle entwich ein tiefes Durchatmen, denn sie wollte sich dem Ganzen anschließen, merkte aber, dass sie einen Moment brauchte um sich zu sammeln. Ob es unhöflich wäre, würde sie jetzt einen Tanz ablehnen? Es war nicht so, dass sie nicht mit ihm tanzen wollte, sollte er sie denn jetzt erneut zu einem auffordern. Jedoch brauchte sie kurz Abstand von dem Saal und der großen Menschenmenge. Vielleicht würde ein kleiner Spaziergang ja helfen.
      Innerlich grübelnd ging sie ihre Optionen durch, blickte schlussendlich aber lächelnd zu dem Alchemisten herüber und begann zu sprechen: "Würdest du mich stattdessen vielleicht hinaus begleiten? Ich denke nach dem von eben würde ein wenig frische Luft ganz gut tun."
      Während sie ihn abwartend anblickte, spürte Mirelle, wie ihr Herz begann schneller zu schlagen. Wurde sie gerade etwa nervös? Verwirrt über ihre eigenen Gedanken versuchte sie dies so wenig wie möglich nach außen zu tragen und einfach das Lächeln aufzubehalten - fast schon hoffnungsvoll.
      Kurz ging ihr auch wieder der Gedanke durch den Kopf, dass der Traum sich verdächtig in die Richtung einer Romanze entwickeln könnte, jedoch wollte sie nur wegen ihrer voreiligen Schlüsse nicht dafür sorgen, dass ihr eine gute Freundschaft oder etwas anderes entging. Außerdem konnte es ja auch immer noch die Aufregung des Abends generell sein. ..genau. Das würde es sein. Immerhin konnte sie sich doch nicht wirklich auf den ersten Blick vergucken und direkt ihr Herz verlieren.
      "Setze dein Herz in Flammen."
      - Kyojuro Rengoku
    • Gray Winston

      „Du sagst es!“, stimmte Luriel sogleich der dazu gestoßenen Dämonin zu zeigte dabei in einer bestätigenden Geste auf sie, ehe auch endlich der Dämonenprinz seine Zustimmung gab und auch Iris ein weiteres Mal nickte, ehe sie sich mit den Worten, dass sie mit ihrem Vater reden würde, verschwand.
      Es dauerte keine fünf Minuten, da wandten sich die Herrscher der jeweiligen Rassen an ihre Völker, um sie zu beruhigen und zu verkünden, dass das Fest weiter gehen würde und der König der Elfen fügte hinzu, dass ihre besten Heiler sich um die verletzten kümmern würden.

      „Ich...“, war sich Gray nicht sicher, ob er den Umständen entsprechend dieses Angebot nicht lieber ablehnen sollte, er wollteMirelle nach draußen begleiten, ob es nun daran lag, weil er sie anziehend fand, oder sie auf andere Art und Weise sein Interesse geweckt hatte – ganz oben mit der Tatsache, dass auch sie erwartet hatte, dass an einem Abend wie diesem noch irgendetwas passieren würde – Gray wollte die Blüte besser kennen lernen, wurden sie doch unterbrochen, während er genau das versucht hatte, ein Gespräch aufzubauen, zu erfahren welche Person hinter dem Ruf der Blüte steckte... doch was wenn er sie interessanter fand, als er sollte?
      Es würde schon schwer genug werden Iris und Luriel zurück zu lassen, wobei er sich wenigstens mit dem Gedanken trösten konnte, dass sie sich Gegenseitig hatten, sie hatten hier ein eindeutiges Leben, Freunde, Familie, selbst wenn dieser Traum ohne ihn weiter laufen sollte – ein wahnwitziger Gedanken in sich selbst – würden sie sein Vermissen sicherlich verkraften können und die Erinnerungen würden ihm sicherlich bleiben, aber würde es nicht deutlich schwerer werden, wenn er gerade begonnen hätte jemanden neuen, interessanten kennen zu lernen?
      Doch Gray hatte nie wirklich eine Wahl.
      „Natürlich will er, sie kennen sich hier sicherlich nicht richtig aus, wir wollen ja nicht, dass einer der Ehrengäste sich verlaufen, nicht wahr Gray?“, verbeugte sich Luriel leicht in seiner charmanten Art vor Mirelle, ehe er sein Lächeln an den Alchemisten wandte und sein Blick verriet ihm eindeutig, dass es keine gute Idee wäre abzulehnen.
      „... etwas frische Luft klingt gut.“, stimmte der Magier letztendlich zu, vielleicht würde ihn die Abendluft etwas abkühlen und seine Gedanken wieder in die gewünschte Ordnung bringen und vielleicht würde er sich genug einreden können, dass er keine andere Wahl hatte, um seine ihn warnenden Gedanken zum verstummen zu bringen, vielleicht... könnte er den Rest des Abends noch genießen.
      Bevor ihn sein Wecker für seinen ersten Tag an der neuen Uni wecken würde. Moment, hatte er überhaupt seinen Wecker gestellt? Sicher hatte er das, sicher, wie peinlich es wäre ausgerechnet am ersten Tag zu spät zu kommen... immerhin hatte man nicht oft die Gelegenheit mitten im Semester zu wechseln.
      „Wir müssen da lang.“, wies der Alchemist in die Richtung einer offenen Glastür, die frische Luft hinein brachte und hinaus in den Garten führte, im Augenwinkel bemerkend wie Luriel versuchte seine Aufmerksamkeit auf ihn zu lenken, doch er erntete nur einen genervten Seufzer von Gray, als der Weißhaarige versuchte ihm weiß zu machen, dass er der Dame gefälligst seinen Arm anbieten sollte, um sie hinaus zu führen. Einfach aus Prinzip tat er es dann nicht.

      Luriel währenddessen sah den beiden für ein paar Momente nach, schien die Sekunden geradezu im Kopf zu zählen, wie er seinen Kopf leicht hin und her bewegte, doch gerade als er sich wieder in Bewegung setzten wollte, hielt ihn ein kurzer Arm auf.
      „Was glaubst du, wo du hin gehst?“, blickten Iris grüne Augen ihn vorwurfsvoll an.
      „Na wohin wohl?! Ich muss doch sicher gehen, dass dieser Idiot nichts falsches und sich damit alle Chancen kaputt macht! Es passiert nicht oft, dass wir einer Dame begegnen, die ihm so offensichtlich gefällt... und dabei treffen wir ungewöhnlich viele hübsche Frauen und Männer.“, schien dem Elfen gerade erst aufgefallen zu sein und er drohte auch schon in Gedanken zu versinken, als er sich daran erinnerte, dass er dem verschollenen Prinzen und der Blüte hinterher musste, bevor er sie verlor, doch das Seufzen neben ihm ließ ihn natürlich nicht.
      „Du willst die beiden beschatten? Und wenn sie dich bemerken? Dann könnten seine Chancen sogleich-“
      „Keine Sorge, sie werden mich schon nicht bemerken.“, lächelte Luriel sein typisches geheimnisvolles Lächeln und legte sich den Finger auf die Lippen, als würde er ihr das Geheimnis nicht verraten wollen, doch Iris schien nicht überzeugt zu sein.
      „Lass die beiden in Ruhe, es gehört sich nicht anderen hinterher zu schleichen. Und wenn du verschwindest, sage ich sofort Gray Bescheid und störe die beiden damit.“, zuckte Luriel zusammen, als hätte die Prinzessin gerade seine Gedanken gelesen.
      „Aber jemand muss doch-!“, wollte der Elf sich schon beschweren und Iris von diesem vorhaben abbringen, doch damit war die Entscheidung wohl getroffen.
      „Er ist erwachsen genug, auf sich selber aufzupassen. Geh lieber und tanz oder so.“, brachte sie den Weißhaarigen damit zum schmollen.

      „Also... ich nehme an sowas ist der Grund, wieso du in letzter Zeit kaum zum lesen und kochen kommst?“, wusste er nicht recht wie er Banditen, böses Zauberer, Drachen, Kulte und bösartige Gemeinschaften in ein einziges Wort fassen sollte und Gray wusste auch nicht so recht, was er sich durch eine Antwort darauf erhoffte, vielleicht versuchte er einfach nur ein Gespräch aufzubauen, denn wenn er ehrlich war, wusste er nicht so recht, worüber er mit Fremden sprechen sollte.
      Meist gab es einen Grund dafür, ob es nun darum ging mit dem Hauptmann über die Maßnahmen gegen den Drachen zu sprechen oder ein Orakel nach der Lösung für eine unheilbare Krankheit zu fragen... in der echten Welt? Darüber wollte er gar nicht erst nachdenken.
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    • Mirelle Riou «

      "Sie zu begleiten wäre auf jeden Fall ratsam, unsere Rell hat nämlich eine furchtbare Orientierung", gab Amira lachend von sich, während ihre Augen amüsiert auf ihrer kleinen Freundin lagen, welche nur mit einem Blick reagierte, der zeigte 'Musst du das so öffentlich vor allen preisgeben?!' . Aber in dem Moment konnte nicht einmal Naru das Schmunzeln zurück halten, was auch kurz davor war sich in ein Grinsen umzuwandeln. Wer Freunde hatte, brauchte keine Feinde.. hieß es doch so schön.
      Naja sie konnte die Worte auch nicht verneinen, denn es stimmte ja - wie oft sie sich vor allem am Anfang in dieser Welt verlaufen hatte und nie so recht wusste, wie sie wieder an ihren Anhaltspunkt zurück kommen sollte. Mit der Zeit hatte es sich gebessert, weil sie sich die Wege langsam merkte, aber hier und da haperte es dann doch. Ein Grund mehr, warum sie am liebsten immer mit Amira oder Naru unterwegs war, dann wusste sie zumindest, dass sie auch auf jeden Fall zurück nach Hause käme. Nach Hause.
      Manchmal war es verrückt für sie, dass sie überhaupt so darüber nachdachte. Aber wenn sie an den Ort dachte, an den sie immer wieder mit Amira und Naru zurückkehrte, dann fühlte es sich nach einem Zuhause an. Es war nur ein Traum, nicht etwa ihr richtiges Leben und dennoch.. sie konnte das gute und wohlige Gefühl nicht unterdrücken, welches sich immer ausbreitete, sobald sie den Hof und das Anwesen sah. All die Menschen und Dämonen, die sich dort aufhielten und sie freudig begrüßten, sie fragten, wie die Reise war. Ja es war wirklich ein schönes Gefühl.

      Sobald Mirelle die Antwort von Gray hörte, blickte sie aus ihren Gedanken gerissen wieder zu ihm auf, kam jedoch nicht drumherum mitzukriegen, dass auch er wohl innerlich leicht am Kämpfen war. Vielleicht hätte sie ihn besser gar nicht erst fragen sollen?
      Sie hatte es getan um einem Tanz ausweichen zu können, der hier im Saal stattfinden würde, aber sich jemand anderem aufzwingen wollte sie auch nicht. ..aber dafür war es nun ohnehin zu spät. Und vielleicht bildete sie es sich auch nur ein.
      Nickend folgte sie dem Alchemisten nach draußen, ignorierte dabei selbst ein wenig das Grinsen von ihrer Freundin. Narus Blick war dabei eher prüfend und fast schon skeptisch, aber fürs erste würde sie sich einen Moment nehmen und frei durchatmen.
      Ihr kam sofort eine frische Brise entgegen, als sie durch die große Glastür schritten und wenn auch nicht beabsichtigt, atmete Mirelle ein wenig tiefer durch, während sich ein kleines Lächeln auf ihren Lippen bildete. Nach dem von eben tat es wirklich gut für einen Augenblick den Raum und die Menschenmenge zu verlassen.


      Amira & Naru «

      Die goldenen Augen der Dämonin verfolgten die Blüte und den Alchemisten, auf ihren eigenen Lippen dabei ein breites Lächeln. Sie wurde erst wieder aus dieser Trance geweckt, als sie die kleine Diskussion zwischen den Elfen mitbekam - innerlich ein wenig amüsiert. So wie es aussah, war sie nicht die einzige, die die anderen beiden Kämpfer in gewissermaßen zusammen sah. Auch wenn es natürlich viel zu früh für voreilige Schlussfolgerungen war - aber ein wenig in die richtige Richtung schubsen konnte man die beiden ja schon. Zumindest ein kleines bisschen.
      "Unsere Mirelle gefällt eurem verschollenem Prinzen also, ja?", gab sie grinsend von sich und beugte sich ein wenig zum weißhaarigen Elf vor, der gerade dabei war zu schmollen, nachdem die Prinzessin so offensichtlich gesiegt hatte.
      "Amira..", hörte man Naru schließlich, im Gesicht die Augenbrauen leicht zusammen gezogen. Der Dämon war sich noch nicht so sicher, was er von all dem halten sollte. Auch wenn er zugeben musste, dass die beiden schon etwas an sich hatten, was sie zusammen passend aussehen ließ.
      "Was denn? Es wäre doch toll, würde Rell endlich jemanden finden! Bisher hab ich sie für niemanden begeistern können", seufzte die Grünhaarige tief aus und stemmte eine Hand in die Hüfte, während sie zu Naru hochblickte und den Kopf schief neigte. So schnell würde die Dämonin nicht locker geben.


      Mirelle Riou «

      Wieder ein wenig in Gedanken versunken war Mirelle am Anfang noch recht still geblieben, schaute dann aber fast schon verblüfft auf, als sie die Frage von Gray hörte. Erneut bildete sich ein Lächeln auf ihren Lippen, was sich aber recht schnell in ein leises Lachen umwandelte.
      "Ja.. das kann man so sagen.."
      Sie seufzte leise aus und behielt die Mundwinkel dabei oben, schaute jedoch dafür nach vorne und betrachtete den Weg vor sich. Der Weg, welcher durch den Garten führte, wurde mit Kerzen und teilweise mit Magie erleuchtet, jedoch nicht zu stark, sodass man auch die Sterne am Nachthimmel erkennen konnte. Diese waren heute so zahlreich erschienen, dass es fast schon wie ein gemaltes Bild wirkte. Eines, welches nur leichtes Licht auf sie herunter fallen ließ und dafür sorgte, dass man die Schönheit des Gartens auch zu jener Tageszeit wahrnehmen konnte. Die grünen Augen dabei leicht funkelnd und neugierig umher schauend.
      "Es gab die letzten Tage einiges an Vorbereitungen und.. auch einige Sachen, die erledigt werden mussten, unter anderem wegen dem heutigen Abend", fügte sie noch hinzu und blickte dann wieder zu ihm hoch. Grays Blick wirkte ein wenig undurchdringbar, aber etwas an ihm sorgte dafür, dass sie sich in diesem verlor. War das nun wirklich ein Versuch ihres Traumes aus dem Ganzen eine Romanze zu machen?
      Irgendwie konnte sie es sich nicht vorstellen - immerhin hatte sie derzeit gar keinen Kopf für so etwas. Nicht in der realen Welt und auch nicht in jener. Es war doch zudem ihr Traum. Da würde ihr Kopf wohl doch schon merken, dass es ein wenig unpassend war. ..vor allem sich in eine Figur aus ihren Gedanken zu verlieben.
      "Deine Kräfte waren übrigens sehr beeindruckend, ich habe zuvor noch nie einen Alchemisten wie dich gesehen. Vor allem, als du die Decke mit den Sternen erleuchtet hast. ..es war wirklich wunderschön" - während sie ihren letzten Satz aussprach, ging ihr Kopf ein wenig nach hinten und ihre Augen richteten sich auf den Sternenhimmel, der über ihnen schwebte. - "..auch wenn der Grund dafür heute Abend nicht hätte sein müssen", gab sie noch schmunzelnd und seufzend hinzu, behielt den Blick jedoch weiterhin oben. Dieser Anblick gefiel ihr schon immer. Einfach faszinierend.
      "Setze dein Herz in Flammen."
      - Kyojuro Rengoku
    • Iris von Astrea & Luriel

      „Und wie! Er hat sie nicht nur zum Tanz aufgefordert, sondern versucht mir ihr Konversation zu halten! Und das muss schon was heißen, unser verschollener Prinz ist nicht gerade ein höflicher oder charismatischer Kerl.“, nickte der Elf mit vor der Brust verschränkten Armen vor sich hin, als hätte er seinen besten Freund gerade nicht beleidigt, sondern ihm damit gar ein Kompliment gemacht, vor fremden zu eröffnen, dass es ihm so sehr an zwischenmenschlichen Fähigkeiten mangelte, dass eine gewöhnliche Konversation während eines Tanzes schon eindeutig zeigte, dass er Interesse hegte.
      „Eigentlich... ist die Sache mit dem Tanz meine Schuld.“, hob die kleine Elfe, um auf sich aufmerksam zu machen, um Luriel keinen falschen Eindruck von der Situation zu verschaffen, „Es war Vaters Idee. Aber so wie er sie angesehen hat... sagen wir es so, ich kann mich nicht daran erinnern, dass er das letzte Mal eine Frau – oder sonst jemanden – angesehen hätte.“, gab Iris nachdenklich mit schief gelegtem Kopf von sich, bevor ihr bewusst wurde, dass sie dem weißhaarigen Elfen damit nur noch mehr Zündstoff gab und diese Tatsache vielleicht lieber für sich behalten hätte.
      „Sehr ihr! Und als guter Freund kann ich natürlich nicht zulassen, dass Gray sich das irgendwie kaputt macht, vielleicht ist sie gar seine einzige und letzte Chance nicht alleine zu sterben.“, nickte Luriel weiterhin vor sich hin.
      „... du willst doch nur deinen Spaß damit.“, gab die Blonde vorwurfsvoll von sich.
      „Wie kannst du sowas nur behaupten! Ich will natürlich nur nem Freund helfen, mehr nicht!“, wirkte Luriel, als würde ihn die Aussage der Kleineren verletzten, dabei wusste diese sehr gut, dass das ganze nur gespielt war.
      „Seht ihr! Wenn die Blüte das selbe Problem hat, dann ist das doch nur perfekt!“, kommentierte er die Worte der Dämonin, was Iris nur einen weiteren Seufzer entlockte, gefolgt von einem Kopfschütteln mit der Hand an der Stirn.
      „Stell bloß keinen Unfug an.“
      „Würde ich doch nie!“, gab der Weißhaarige mit dem unschuldigsten Lächeln von sich, das er drauf hatten, doch aus eigener Erfahrung wusste Iris, dass dieses Lächeln trügerisch war.
      „Keine Sorge, ich kann wenigstens versprechen, dass Gray niemand ist, der eine Frau auf irgendeine Art und Weise verletzen würde. Für diesen Idioten... kann ich jedoch leider keine Garantie geben.“, versuchte die Prinzessin der Elfen den Dämonenprinzen zu beruhigen, der alles andere als erfreut über die Tatsache zu sein schien, dass sich die beiden annäherten... als es ihr wie Schuppen von den Augen fiel.
      „Oder... soll ich ihm gleich sagen, dass sie bereits... vergeben ist...?“, erkundigte sich die Elfe vorsichtig, unsicher, ob sie die Zeichen richtig gedeutet hatte.
      Iris war in der Lage ganze Bücher in wenigen Tagen auswendig zu lernen, sie verstand eine Menge von Strategie, Wirtschaft und anderen Faktoren, die sie hoffentlich zu einer guten, zukünftigen Königin machen würden, doch wenn es um zwischenmenschliche Gefühle ging, so konnte man, freundlich ausgedrückt, sagen, dass sie sich etwas anstellte.
      Oft verstand sie die offensichtlichsten Dinge nicht, es hatte lange genug gedauert zu verstehen, dass Luriel sich mit ihr anfreunden wollte, und nicht nur in ihrer Position als Prinzessin irgendetwas von ihr wollte. Sie war die einzige gewesen, die nicht bemerkt hatte, dass die Zofe Freya Interesse an ihrem Bruder hatte und es fiel ihr schwer ein echtes Lächeln von einem unechten zu unterscheiden.
      Es gab nur eines, beim dem sich Iris ganz sicher sein konnte, und das war, wenn man ihr Missmut entgegen brachte, wenn man ihr gegenüber feindlich gesinnt war. Es war, als könnte diese Gefühlsregungen fast schon in der Luft spüren, was jedoch auch kein Wunder war, wenn sie diesen so lange ausgesetzt war.

      Gray Winston

      Verwirrt schenkte er der Blüte einen Seitenblick, unsicher was an seiner Frage so lustig war. Hatte er gerade einen Witz gemacht, ohne es so recht zu merken? War das... etwas gutes?
      Auf die nächsten Worte der Grauhaarigen nickte der Alchemist, auch wenn er sich nicht so sicher war, von welcher Art von Vorbereitung sie sprach. Gray selber hatte keinen Finger gerührt bei den Vorbereitungen für das Fest zu helfen, stattdessen hatte er sich wie immer tagelang mit irgendwelchem Büchern in seinem Zimmer eingeschlossen oder hatte gleich seine gesamte Zeit in dem verbotenen Abteil der Bibliothek verbracht.
      Es war nicht gerade leicht gewesen die Erlaubnis dafür zu erhalten diesen überhaupt benutzen zu dürfen, geschweige denn die verbotenen Bücher zu lesen und wenn er wirklich ehrlich war, so hatte er nicht so lange warten könne, doch es war lästig gewesen immerzu darauf aufpassen zu müssen, nicht erwischt zu werden und so musste die Erlaubnis des Königs her... aber das war eine andere Geschichte, er schweifte ab.
      Der Alchemist merkte erst, dass er während des Spaziergangs immer wieder zu Mirelle blickte, ihren Blick fast schon suchte, als er diesen endlich gefunden hatte und sich in dem Grün ihrer Augen verlor, verlegen seinen Kopf mit einer leichten Röte auf seinen Wangen zur Seite wand, als die Stimme der Blüte den Zauber gebrochen zu haben schien, ehe er sich überhaupt auf ihre Worte konzentrieren konnte, doch als er den Kopf ein weiteres Mal in ihre Richtung wand, war ihr Blick bereits auf die Sterne gerichtete und seine Augen folgten den Ihren.
      „Das war keine Alchemie.“, gab Gray ohne zu zögern zu.
      „Alchemie ist die Wissenschaft Tränke zu brauen oder andere Gegenstände aus bestimmtem Grundmaterial zu erschaffen, sicherlich wäre es auch möglich Sterne, oder etwas dass dem sehr nahe kommt, damit zu erschaffen, aber... das würde dauern. Es würde vor allem dem richtigen Material und einem Kessel bedürfen... ich meine...“, merkte er erst spät, dass er sich wieder in Erklärungen verlor, „das war Magie.“
      „... wenn du möchtest, könnte ich dein Zimmer mit Sternenlicht ausstatten...“, merkte der Alchemist erst, was er da von sich gab, als es bereits zu spät war. Der Gedanke ihr einen Gefallen zu tun gefiel ihm, außerdem war es ein leichtes für ihn Sterne zu erschaffen, die auch einige Tage halten würden, doch selbst er merkte, dass es auch als Frage, ob er mit auf ihr Zimmer gehen dürfte, verstanden werden konnte.
      „Ich meine.. ich könnte dir auch einfach Sterne.. mitgeben?“, versuchte er sich da unbeholfen irgendwie heraus zu reden, ehe er seufzte, seine Hände tief in den Taschen seines Mantels vergrub und seinen Blick wieder von ihrem Gesicht nahm, hinauf in die Sterne.
      „Der Sternenhimmel hat mich auch schon immer fasziniert. Mir wäre es auch lieber gewesen, wenn es nicht dazu hätte kommen müssen.“, doch es hätte wohl kaum anders kommen können, doch diesen Teil sprach er nicht aus.
      Sicherlich würde sie ihn sonst für verrückt halten.
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    • Amira & Naru «

      Die beiden Dämonen hatten den Elfen vorerst wieder gelauscht, so war die Unterhaltung ja doch fast schon amüsant für beide. Als Iris sich am Ende jedoch so vorsichtig und mit einem fast schon ängstlichen Blick darüber erkundigte, ob Mirelle bereits vergeben wäre, schauten die beiden kurz verdutzt. Es dauerte ein paar Sekunden, doch Naru verstand die Worte daraufhin und begann leise aufzulachen, den Kopf dabei schüttelnd.
      "So sehr ich sie auch als Freundin.. und ja auch als Familienmitglied schätze, nein. Wir sind definitiv kein Paar und soweit ich weiß, hat sie auch niemand anderen."
      "Davon wüsste ich aber!", mischte Amira sich direkt ein und zog die Augen leicht zusammen. Immerhin war sie Mirelles beste Freundin und wenn nicht sie über dessen Liebesleben Bescheid wusste, wer dann?
      Ein leicht amüsiertes Schnauben entwich den Lippen des Dunkelhaarigen, während er mit seinen goldenen Augen die kleine Elfe vor sich musterte - sie war im Vergleich zu ihm so klein und zierlich, dass man beinahe das Bedürfnis verspürte die Arme schützend um sie zu legen. Dabei diese grünen, unschuldigen Augen, welche das feine Gesicht schmückten. ..Moment, was passiert hier gerade?
      Innerlich ein wenig irritiert, schüttelte er erneut den Kopf und atmete noch einmal tief durch.
      "Aber es freut mich zu hören, dass seine Absichten gut sind. ..sollte es denn überhaupt dazu kommen. Wer weiß, wie sich das entwickeln wird..", murmelte er am Ende schon eher leicht und blickte kurz wieder in Richtung der Glastür, aus der die beiden Magier verschwunden waren.
      "Also - ich weiß nicht wie es bei euch aussieht, aber ich brauche jetzt erst einmal einen Drink und muss dann tanzen oder so, immerhin gibt's etwas zu feiern", seufzte Amira aus und verschränkte die Arme leicht vor ihrer Brust. Die vier konnten ja immerhin nicht den ganzen Abend hier stehen bleiben und Wurzeln schlagen, oder?

      Mirelle Riou «

      Dass Gray immer wieder zu ihr herüber blickte, fiel ihr gar nicht so sehr auf - tatsächlich musste sie sich selbst zurückhalten um ihn nicht anzustarren. Etwas in ihr zog sie auch immer wieder mit dem Blick zu ihm an, aber sie ermahnte sich innerlich selbst. Wollte nicht unhöflich sein.
      Generell verstand sie nicht so recht, was gerade mit ihr los war. Sie hatte wirklich gehofft, dass die frische Luft ihr helfen würde einen klaren Kopf zu bekommen, aber das war ihr nicht so gut gelungen. Nein, viel eher schien das Gefühl von vorhin noch intensiver geworden zu sein, seitdem sie hier zu zweit unterwegs waren. ..aber das müsste sie trotzdem erst einmal ignorieren und sich weiter auf den Weg konzentrieren. Sobald er jedoch meinte, dass das vorhin keine Alchemie war, stockte sie kurz und blickte ihn an, während er ihr das alles erklärte. Er verlor sich wörtlich in seiner Beschreibung des Ganzen, was langsam aber sicher für ein kleines Schmunzeln auf ihren Lippen sorgte - und einen leicht verwunderten Blick, als er sich selbst stoppte. Dieser wurde noch intensiver, als er davon sprach ihr Zimmer mit Sternen herzurichten. Ohne, dass sie es wollte, hatte sich ein kleines Funkeln in ihren Augen gebildet, während sie ihm auch automatisch etwas näher kam und vorfreudig anblickte.
      "Meinst du das geht?", fragte sie sofort und schaute hoffnungsvoll zu ihm auf. Für Mirelle war der Sternenhimmel wirklich etwas, was ihr Freude bereitete - naja es gab viele Dinge, die sie mit Glück erfüllten, aber dies war eine der besonderen Sachen. Gerade jetzt, wo sie in ihre Träume getaucht war, empfand sie diese als noch faszinierender. Durch diese Welt hatte sie bereits so viele neue und interessante Dinge kennen gelernt und gesehen, aber die Sterne und das Universum an sich waren nach wie vor etwas unerreichbares - zumindest für sie. Der Gedanke ein kleines Individuum in solch einem großen, komplexen Gestrüpp zu sein war etwas beängstigend und gleichzeitig auch aufregend. Außerdem hatte sie etwas übrig für schöne Lichter.
      "Uhm.." - sie bemerkte, dass sie sich etwas zu sehr in der Vorfreude verlor und lächelte schwach, während sie wieder ein wenig zurückging und normal neben ihm her laufen konnte.
      "Natürlich nur, wenn es dir keine Umstände bereitet."
      Immerhin waren sie alle Gäste im Königreich und es wurde sowieso schon ziemlich viel für sie gemacht. Da wollte sie nicht auch noch seine Zeit stehlen, nur weil sie gerne ein paar Sterne in ihrem Zimmer sehen wollte - wobei er es angeboten hatte, also vielleicht gäbe es ja Hoffnung für sie.
      "Ich gebe zu, ich kenne nur die Grundlagen, aber nicht etwa genaueres von Alchemie.. du kannst mir also gerne mehr davon erzählen", meinte sie schließlich lächelnd und versuchte sich wieder ein wenig zu fassen. Wenn sie euphorisch wurde, konnte sie schnell ein wenig aus ihrer Rolle fallen und manchmal da konnte man sie eben auch nicht stoppen. Aber sie wollte ihn ungerne direkt am Anfang vergraulen, sie kannten sich ja noch nicht einmal richtig. Wobei sie sich auch fragte, warum sie sich da überhaupt solche Gedanken machte - sie wollte ihre Träume genießen und wie ein zweites Leben betrachten, aber im Punkto Liebe war es doch noch einmal eine andere Geschichte für sie. Liebesschmerz war unerträglich und darauf konnte sie wirklich verzichten.
      "Setze dein Herz in Flammen."
      - Kyojuro Rengoku
    • Luriel & Iris von Astrea

      Iris verstand nicht so recht, was an ihrer Aussage so lustig war, aber wenn das bedeutete, dass Gray keinen politischen Disput verursachen würde, weil er sich an die Freundin oder Zukünftige des Prinzen von Novelia ran machte, dann war ja alles gut.
      „Nun, was auch immer sich daraus entwickelt, es liegt nicht in unserer Hand. Solange es keine Feindschaft wird, wäre es wohl keine gute Idee sich da einzumischen.“, gab die kleine Elfe mit deinem Schulterzucken von sich und richtete dabei einen kurzen, warnenden Blick auf den weißhaarigen Elfen, wie um ihn daran zu erinnern, sich aus den Beziehungen seiner Freunde raus zu halten, doch dieser tat so, als würde er es gar nicht bemerken... oder vielleicht bemerkte er es wirklich nicht, denn stattdessen gefiel ihm die Idee von einem Drink außerordentlich.
      „Würdet ihr mir dann die Ehre erweisen mit mir zu tanzen? Ich kann mich nicht daran erinnern jemals mit einer Dämonin getanzt zu haben und wann ergibt sich schon die nächste Gelegenheit? Oh, habe ich bereits nach eurem Namen gefragt? Luriel ist der meine.“, verbeugte sich der Weißhaarige mit einer eleganten Verbeugung, als er sich bei Amira erkundigte, ob er mit ihm tanzen möchte.

      Gray Winston

      Die Wangen des Alchemisten färbten sich noch ein ganzes Stückchen röter, als Mirelle ihn nicht nur mit diesem intensiven Blick ansah, sondern ihm gar einen Schritt näher rückte, was ihn wieder die Wärme der jungen Frau spüren ließ, doch er wich nicht zurück, genoss es sogar geradezu wieder in ihrer Nähe zu sein... was war nur los mit ihm?!
      „N-natürlich. Nichts leichter als das...“, murmelte er peinlich berührte und wich ihrem Blick gar aus, als könnte er ihre Intensität nicht ertragen, doch eigentlich versuchte er nur sein dämliches Herz dazu zu bringen nicht mehr so verdammt schnell zu klopfen. Was, wenn sie es hörte?!
      „E-es bereitet mir keine Umsände! Keineswegs! Wirklich!“, beeilte Gray sich zu sagen und den Blick wieder auf die Blüte zu richten. Einerseits war er recht froh darüber, dass sie ihm wieder etwas Abstand gab, so hatte er das Gefühl wieder freier atmen zu können, doch gleichzeitig vermisste er ihre Wärme sogleich, wofür er sich am liebsten selbst gescholten hätte.
      Das war ein Traum, das Gefühl von Wärme und Nähe war nicht echt, das war nicht mal sein echtes Herz, dass so schnell schlug, als wollte es aus seiner Brust springen, also wieso reagierte er dann so?! Verdammt nochmal, beruhige dich endlich Gray. Lass dich nicht von diesem Traum unterkriegen!
      Doch er erwischte sich bei dem Gedanken, dass es etwas nettes für Mirelle tun wollte. Und wenn es nur das erstellen einiger Sterne war. Natürlich waren es keine echten Sterne, echte Sterne würde man nicht einmal mit der Hand halten können, sie würden alles um sie herum in kürzester Zeit verbrennen. Ganz abgesehen davon, dass echte Sterne so groß wie Planeten waren und wohl kaum in ein Zimmer passten, so groß es auch sein mag.
      Aber natürlich konnte er das alles der Grauhaarigen nicht auf die Nase binden, so gerne er sich auch in Erklärungen verlor, immerhin hatten die Leute in diesen Träumen noch nie irgendetwas von der Wissenschaft gehört, geschweige denn, dass sie es geschafft hatten den Mond zu erreichen... oh, Pardon einen der Monde. Denn natürlich musste dieser verdammte Traum mehr als nur einen haben, die in verschiedenen Farben um die Wette zu leuchten schienen oder in anderen Monaten gar nur einer zu sehen war. Und natürlich war jeder Monat nach einem anderen Mond benannt, jenen, den man am jeweiligen Monat besonders gut sah.
      Einmal hatte er die Theorie aufgestellt, dass es weniger Monde waren als bekannt, die einfach nur – warum auch immer – in anderen Farben leuchteten, aber diese Theorie hatte nicht gerade viele Zuhörer gefunden. Es gab in dieser Welt ja auch keine Möglichkeit seine Theorien zu überprüfen.
      Verdammt, es könnte sogar sein, dass seine erschaffenen Sterne tatsächlich so aussahen wie die echten Sterne dieser Welt, seiner Traumwelt, und sie tatsächlich so klein sein könnte, was wusste er denn schon? Träume waren nicht gerade an irgendwelche Wissenschaften gebunden, leider.
      „Du interessierst dich für Alchemie?“, kam es ungläubig von dem Magier. Normalerweise langweilte er seine Mitmenschen – oder sollte er lieber Mitwesen sagen? - mit der Alchemie, die in dieser Welt einer Wissenschaft wohl am nächsten kam, auch wenn es immer noch Magie bedarf, jedoch auf so logischer Art und Weise, dass sich Gray sofort darin verliebt hatte. Während er einfach nicht verstanden hatte, wieso er in der Lage war wortwörtlich die Sterne vom Himmel zu holen und Supernovas zu erschaffen – und er hatte wirklich unglaublich lange darüber gegrübelt – war er sehr schnell dahinter gekommen, wie die Alchemie funktionieren musste und hatte tausende an Experimente durchgeführt, bis er den besten Heiltrank hatte herstellen können, den diese Welt jemals gesehen hat und wohl sehen wird.
      Aber vielleicht war das gar nicht so außergewöhnlich, immerhin war es sein Traum, da war es sicherlich nicht ungewöhnlich, dass er in der Lage war so etwas zu erschaffen, auch wenn er sich dafür loben musste sich unterbewusst ein solch ausgeklügeltes System ausgedacht hatte.
      Jedenfalls: normalerweise interessierten sich nur Experten für seine Theorien und die Alchemie, wenn er versuchte jemand anderem davon zu erzählen, langweilte es die betreffende Person meist.
      Wobei es auch die ein oder andere Person gegeben hatte, die aus bloßer Freundlichkeit zugehört hatte, während er sich in Fachbegriffen verlor, die sicherlich kaum jemand verstand.
      Die Lehre von Elementen hatte sich sein Unterbewusstsein wohl noch nicht ausgedacht.
      „Nun... wie gesagt braucht man einen Kessel und ein Rezept von dem, was man erschaffen möchte, um Alchemie betreiben zu können. Wenn du die Grundlagen kennst, dann weißt du sicher auch, dass man Kräuter verwendet um Heiltränke und Medizin herzustellen, doch man kann in der Alchemie wirklich so gut wie alles verwenden. Metalle, Steine, tierische Erzeugnisse, alles in dieser Welt enthält einen gewissen Anteil an Magie und neben den Grundbestandteilen der Materialien und Zutaten wird diese verwendet um aus manchen Dingen gar das Unmögliche herzustellen. Ich könnte gar aus Steinen einen Kuchen zaubern, wenn sie genug Magie enthalten und ich sie auf die richtige Art und Weise koche... aber natürlich ist es deutlich einfacher, wenn man richtige Zutaten für einen Kuchen verwendet. Mit seltenen Materialien wie der Feder eines Phoenix oder dem Blut von Elfen könnte man gar mächtige magische Tränke und Gegenstände...“, war sich Gray im Gegensatz zu Mirelle nicht im geringsten zu Schade sie mit seiner Euphorie zu vergraulen, als ihn ein Gedanke innehalten ließ und er seinen Blick gar vorsichtig an die Blüte wandte.
      „... meint ihr... einer eurer Freunde könnte mir etwas von ihrem Blut leihen...?“, fiel ihm mit einem Mal auf, dass er noch nie mit Dämonenblut gearbeitet hatte und die Neugier in ihm fragte sich sogleich, wie es sich von denen der Elfen unterschied und was er damit wohl alles machen könnte.
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    • Amira & Naru «

      Narus Blick lag auf der kleinen Elfe, während sie sprach und er musste ein Schmunzeln unterdrücken, als er sah, wie sie einen drohenden Blick zu dem Weißhaarigen schickte. Naja sie versuchte es. Wenn er ehrlich war, wirkte ihr Gesicht dadurch nur noch niedlicher.
      Moment, was dachte er denn jetzt schon wieder?
      Der Thronerbe hatte keine großartige Chance sich weiter Gedanken darum zu machen, denn keine Sekunde später hatte sich auch schon ein Gespräch zwischen den beiden anderen Anwesenden entwickelt, was wohl auch interessant zu werden schien.
      "Na, falls ihr euch das zutraut", grinste die Dämonin Luriel entgegen und entblößte dabei ihre spitzen Zähne. - "Mein Name ist Amira, freut mich. Dann bin ich mal gespannt."
      Ihre Worte strotzten vor Selbstbewusstsein, ebenso wie ihr Blick. Ihr gefiel es, dass hier noch jemand anwesend war, der so offen war und ohne großartig weiter nachzudenken hatte sie seine Hand ergriffen und ihn mit etwas schnelleren Schritten auf die Tanzfläche gezogen - ein bisschen Spaß durften sie sich heute Abend ja wohl erlauben. Außerdem würde sie nicht auf das Zimmer gehen wollen ohne wirklich richtig getanzt und einen guten Drink gehabt zu haben.

      Sichtlich nicht-überrascht von der Dämonin blickte Naru dieser noch hinterher, richtete seine Augen dann aber auf die Prinzessin des anderen Reiches. Seine goldenen Augen musterten ihr Gesicht leicht und auch wenn es nicht zu ihm passte, ließen ihn seine nächsten Worte, die er aussprechen wollte, ein wenig inne halten. Er war sich nicht sicher, ob er es wagen sollte - wäre das überhaupt angebracht?
      Auf der anderen Seite hatten die beiden von eben und auch etliche andere bereits deutlich gezeigt, dass es kein Problem sein sollte. Warum also sollte er, einer der stärksten Dämonen und der Thronfolger sich so einen Kopf darum machen.
      Der große Mann senkte seinen Oberkörper nach vorne und streckte dabei einen Arm aus, während sein Blick dabei durchgehend auf der kleinen Schönheit vor ihm lag. In seinem Blick war nicht viel heraus zu lesen, so wirkte dieser beinahe schon monoton.
      "In Zuge dessen - darf ich ebenfalls um einen Tanz bitten Prinzessin?"

      Mirelle Riou «

      Dass sich Grays Wangen gar erröteten, hatte Mirelle nicht mitbekommen, dafür war das Licht dann doch zu schwach. Auch mit den ganzen Sternen und sonstigen Leuchtmitteln, die hier aufgestellt waren.
      Es war ihr jedoch nicht entgangen, dass Gray so schnell geantwortet hatte, nachdem sie seinen Vorschlag hinterfragte - und sie musste zugeben, dass es sie auch ein wenig erfreute. Gut, das wenig war etwas gelogen, es freute sie mehr, als sie zugeben wollte. Zum einen, weil er dem Ganzen zustimmte und zum anderen weil sie seine Reaktion positiv aufnahm.
      "Das freut mich", gab sie lächelnd und zufrieden von sich, während sie weiter neben ihm her lief, den Blick dabei geradeaus gerichtet. Dieser ging jedoch wieder zum Größeren, als er so ungläubig auf ihre Worte zur Alchemie reagierte. Ein Nicken, begleitet von einem Lächeln schenkte sie ihm, wonach sich ihr Kopf leicht schief legte.
      "Ich bin ziemlich neugierig. ..vor allem, wenn es um solch komplexe Themen geht. Und man kann wohl nie genug wissen", grinste sie fast schon und horchte dann aber auf, als er begann zu erklären. Ihr fiel sofort auf, wie er sich in den Worten verlor und scheinbar gar nicht mehr zu einem Ende kommen wollte - was sie jedoch nicht störte. Nein es war sogar irgendwie süß, dass er mit so viel Herzblut davon erzählte und in dem Thema eine Leidenschaft für sich gefunden hatte. Gerade solche Dinge machten andere Personen oftmals so interessant.
      Erst bei seiner zaghaften und doch recht überraschenden Frage, hielt sie selbst kurz Inne und überlegte leicht. Ob Amira oder Naru es wohl tun würden?
      Naja im Grunde würden sie ja nichts verlieren - im schlimmsten Fall war Gray doch ein Feind und er würde etwas damit anstellen, was ihnen schaden könnte. Auf der anderen Seite konnte sie sich jedoch nicht vorstellen, dass dieser wirklich zu den "Bösen" gehörte. Dafür strahlten seine Präsenz und auch seine Persönlichkeit etwas viel zu liebes aus. Auch wenn das Äußere oftmals täuschen konnte.
      "Hmh, ich bin ehrlich gesagt nicht sicher..", fing sie an und blieb dann stehen, als sie auf einer kleinen Brücke angekommen waren, die über einen Teich und einen dazugehörigen Fluss führte. Der Garten der Elfen schien ziemlich naturbelassen zu sein, was dem Ganzen jedoch eine nur noch schönere und ausdrucksvollere Atmosphäre bescherte. Für jemanden wie sie, die sich ohnehin schon sehr zur Natur hingezogen fühlte, war es wie eine kleine Wohlfühloase - vor allem, da sie zuvor in dem Saal mit den ganzen anderen Leuten waren.
      "Im Grunde sollten sie nichts dagegen haben. ..und falls sie sich nicht sicher sind, kannst du mich bei deinen Nachforschungen ja hinzu ziehen. Dann kann ich ihnen vergewissern, dass du nichts komisches damit anstellst", beendete sie ihre Worte und schmunzelte dabei ein wenig in seine Richtung, dabei einen Arm auf dem hölzernen Geländer ablegend und den anderen so abstützend, dass die dazugehörige Hand ihr Gesicht halten konnte. Ihre grünen Augen blickten fast schon neckend in seine Richtung, da sie mit ihrem letzten Satz auch bisschen angedeutet hatte, dass er vielleicht so ein verrückter Wissenschaftler war - wer wusste das schon. Mirelle zumindest fand den Alchemisten vor sich ziemlich interessant und sie würde sich freuen, sollten sich noch mehr Gelegenheiten bieten mehr über ihn und seine Fähigkeiten heraus zu finden.
      Manchmal überraschte es sie sogar, dass ihr Kopf in der Lage war sich solche Dinge auszudenken und in einen Traum umzuwandeln - ja die menschliche Vorstellungskraft war groß, aber hier waren so viele Details und Kleinigkeiten, dass sie es manchmal auch etwas schwer hatte das Ganze nicht als richtige Realität zu betrachten.
      Während sie dort stand, hatte Mirelle zu Gray herüber geblickt und ihn unbewusst leicht betrachtet. Sein violetten Haare umspielten frech sein Gesicht und versteckten beinahe seine ebenso violetten Augen - welche sie leider kaum sehen konnte auf Grund der dunklen Tageszeit. ..sie konnte sich nicht helfen, aber etwas an ihm wirkte anders. War es vielleicht wegen seiner Stärke?
      Möglich wäre es. Vielleicht war es jene, die von ihm ausging und die ihn so interessant für sie wirken ließ. Möglicherweise lag es aber auch einfach an ihm selbst. Wer wusste das schon.
      "Setze dein Herz in Flammen."
      - Kyojuro Rengoku
    • Luriel & Iris von Astrea

      „Oh, falls ich es mir zutraue? Wieso, gibt es etwas, dass ich über die Tänze der Dämonen wissen müsste? Wie aufregend, eine Herausforderung?“, grinste seinerseits der weißhaarige Elf, offensichtlich nicht nur nicht eingeschüchtert von der Aussage der Dämonin, sondern auch noch unglaublich erfreut, klang es doch als könnte das ganze ein Abenteuer für sich selbst sein.
      Und schon wurde er im nächsten Moment auf die Tanzfläche gezogen, eine Art die er von dem Adel der Elfen nicht kannte, eine erfreuliche Erfrischung.
      Sobald sie sich auf der Tanzfläche befanden, ergriff Luriel die Hand der Dämonin und legte ihr die Hand auf die Hüfte, wie er es kannte und begann sich zum Rhythmus der Musik zu bewegen.
      „Wollt ihr mir nicht einen Tanz der Dämonen beibringen? Oh, und vielleicht können wir diese gespielte Höflichkeit lassen und uns normal unterhalten?“, schien Gray nicht der einzige mit der Eigenart andere lieber zu duzen zu sein.

      Zunächst wirkte die Prinzessin der Elfen überrascht, jedoch nur für den Bruchteil eines Moments, ehe sich ein Lächeln auf ihre Züge legte und sie mit einem „Es wäre mir eine Ehre, Prinz.“, ihre kleine, zarte Hand in die seine legte und Iris damit daran erinnerte, wie unglaublich groß dieser Mann war und wie unglaublich klein sich ihre Hand in seiner anfühlte.
      Eigentlich hatte die Prinzessin nicht vorgehabt diesen Abend zu tanzen, doch wie hätte sie ablehnen können, wenn der Thronfolger von Novelia persönlich sie um einen Tanz bat?
      Nicht, dass sie ihn für einen Mann hielt, der es ihr übel nehmen würde, wenn sie ablehnte, dafür hatten sie sich die ganze Zeit über viel zu offen unterhalten, aber eine solche Gelegenheit konnte sie sich ja nicht einmal nehmen, nicht wahr?
      Auch wenn sie sich sicher war, dass es eine Herausforderung sein würde mit einem so großen Mann zu tanzen, aber sie hatte viele Jahre damit verbracht zu lernen auf den Zehnspitzen zu tanzen, sie konnte ja nicht immerzu alle dazu zwingen sich wegen ihrer Größe den Rücken zu verrenken.
      „Ich glaube, wir wurden uns noch nicht einander vorgestellt, Prinz Naru. Mein Name ist Iris von Astrea, Prinzessin von Astrea, wie ihr richtig erkannt habt.“, stellte sich Iris letztendlich vor und zeigte im selben Atemzug, dass ihr bewusst war, wen sie da vor sich hatte.
      Während sie selber nur eine Prinzessin von vielen war – auch wenn sie die gleiche Chance wie ihre Geschwister auf den Thron hatte, auch wenn sie die jüngste von ihnen war – war Naru der Thronfolger von Novelia und damit jemand, mit dem es sich lohnte Kontakte zu pflegen.
      Vor allem wenn sie vor hatte Königin zu werden und auch in Zukunft gute Beziehungen mit seinem Land zu pflegen gedachte.

      Gray Winston

      Natürlich, wer würde schon freiwillig sein Blut an ihn abgeben, vor allem für irgendwelche alchemistischen Experimente, die nur die wenigsten begreifen konnten? Luriel war sicher der einzige, der sich ohne nachzufragen darauf einlassen würde, wenn auch bloß aus bloßer Neugierde, was er mit der Magie in seinem Blut alles anstellen konnte, oder ihn mit der Aussicht auf ein paar weiteren Tropfen seines Blutes in einen seiner aberwitzigen Pläne zog... kurzum: Luriel war ein wirklich komischer Kerl, das war er schon seit ihrem ersten Treffen gewesen, und so richtig schlau wurde Gray noch immer nicht aus ihm, aber bei einer Sache war er sich sicher, wenn es um seinen besten Freund ging: was auch immer er tat, tat er schlicht und einfach um der Langeweile zu entfliehen. Verantwortung? Pflichtbewusstsein? Davon hatte dieser Weißhaarige Elf so wenig, wie die Prinzessin fast schon zu viel davon hatte, aber das war eine andere Geschichte, er schweifte wieder ab.
      Es war nicht unerwartet, dass die Grauhaarige sich nicht sicher damit war, und erst nach einigen Momenten seiner eigenen Grübelei, fiel ihm auf, dass sie zumindest von dieser Aussage nicht abgeschreckt zu sein schien. Die meisten wichen sofort einen Schritt zurück, wenn sie diese Frage hörten.
      „Moment, sie sollten nichts dagegen haben?“, wunderte sich Gray dann doch, war es unter den Dämonen normaler mit Blut zu arbeiten? Das hoffte er doch, dann würde das ganze doch um einiges einfacher machen. Selbstverständlich würde er sich auch auf den einen oder anderen Handel für ein paar Milliliter an Dämonenblut einlassen, es erfüllte einfach seinen Forschergeist.
      „Natürlich, du kannst mir sehr gerne dabei zu sehen, überhaupt gar kein Problem. Nur... ich sollte dich vielleicht vorwarnen, hin wieder könnte es explodieren.“, wurde seine Euphorie von der Warnung gedämpft. Aber das war vollkommen normal, wenn man mit unbekannten Substanzen herum experimentiert und bisher hatte er noch all seine Gliedmaßen und Sinne behalten, aber er konnte auch in wenigen Millisekunden eine Barriere aufbauen, die ihn vor der Zerstörung bewahrte. Für andere galt das nicht unbedingt.
      Auch Gray gesellte sich neben Mirelle an das Geländer der Brücke, verkreuzte seine Arme darauf um in die Tiefen des Flusses blicken zu können, das wie schwarze Tinte wirkte, die kleinen, im Garten verteilten, Lichter reflecktierte und wie, als hätten sie nur darauf gewartet, begann ein kleiner Schwarm leuchtender Fische unter der Brücke hervor zu schwimmen und tauchte damit den schwarzen Fluss in vielen verschiedenen Farben, als würden sie einen funkelnden Sternenhimmel selbst reflektieren.
      Wunder dieser Welt, schlicht und einfach als nichts weiter als magisch zu bezeichnen, ein Umstand den Gray schlicht und einfach nur akzeptierte, weil das ganze ein Traum war, auch wenn er niemals erwartet hätte so viel Kreativität zu besitzen.
      Der Alchemist merkte gar nicht, dass er Mirelles Bild von einem verrückten Wissenschaftler gerade vielleicht sogar bestätigt hatte, verrückt war er sicherlich nicht, vielleicht nur etwas... eigen? Experimentierfreundig? Irgendetwas in dieser Art, genau.
      „... ihr selber seid ein Mensch, nicht wahr?“, war es Gray schon recht früh aufgefallen, dass sie weder ein Dämon, noch eine Elfe sein konnte und auch keine anderen ihm bekannten Merkmale aufwies, die sie zu einem anderen ihm bekannten Wesen machen könnten. Nicht, dass das sonderlich viel in dieser Welt hieß, sie konnte noch immer ein Engel sein, der seine Flügel verbarg – auch wenn er noch nie einem Engel begegnet war, gab es diese in dieser Welt überhaupt? Wenn, dann würde es ihn nicht sonderlich überraschen, wenn Mirelle eine wäre – oder eine Meerjungfrau in ihrer menschlichen Gestalt, aber irgendetwas sagte ihm, dass sie ein Mensch sein musste.
      Vielleicht wollte er das auch nur, damit er sich ihr etwas näher fühlen konnte, es war schon fast etwas besonderes unter all diesen Fabelwesen jemandem zu begegnen, der etwas normaler war... auch wenn ihre Kräfte eindeutig etwas anderes ausdrückten als Normalität.
      Aber etwas hatte das auch an sich, eine Blüte mit den Dornen... Gray, bleib beim Thema verdammt nochmal!
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      Amira & Naru «

      Die Grünhaarige Dämonin hatte den Elf freudig mit auf die Tanzfläche gezogen und erfreute sich über seine offene Art - tatsächlich musste sie gestehen, dass sie ein wenig voreingenommen gewesen war und beinahe sogar befürchtete, dass alle Elfen verklemmt oder "sich zu fein" waren um solch Aktionen zu machen. Luriel jedoch schien ihre Art sogar willkommen zu heißen.
      "Eine Herausforderung wird es wohl gewiss sein - außer ihr überrascht mich und könnt gut mithalten."
      Und wieder grinste sie ihn an, die spitzen Zähnchen zeigend. Bereitwillig hatte sie sich von ihm in Tanzposition bringen lassen, wobei sie kurz sogar beinahe verwundert war, als sie seine direkte Frage hörte.
      "Ein Elf, der auch die Einfachheit ehrt, ich bin wahrlich begeistert", gab sie ein wenig amüsiert von sich, während sich ihre Hand auf seine Schulter ablegte. Sobald sie anfingen im Takt zu tanzen, wirbelte ihr schwarzes Kleid ein wenig umher und die grünen, langen Haare hüpften passend dazu, als wären sie wie ein Schleier, der sie umgab.
      "Wir haben viele Tänze, aber.. die meisten sind nicht so edel wie dieser hier. Es gibt auch viele kulturelle und traditionelle Tänze, die dem Glauben und der Erhalt unseres Glaubens dienen. Aber wenn ich jetzt damit anfangen würde, wäre ich wie einer dieser alten, langweiligen Damen, die ständig davon erzählen. Wie sieht es bei euch aus? Gibt es auch etwas interessantes über das Elfen Volk?"

      Auch Naru bemerkte, wie die Hand der Prinzessin förmlich in seiner verloren ging, so klein war diese. Er ließ sich davon jedoch nicht beirren und führte sie an dieser zur Tanzfläche, wo er sich mit ihr in Position stellte, den Blick dabei ruhig auf ihr liegend. Für Außenstehende musste es wahrscheinlich ziemlich komisch, wenn nicht sogar amüsant aussehen, da sie solch einen Größenunterschied hatten. Aber ihn störte es nicht, es war eher.. süß.
      Äußerlich betrachtet wirkte er ein wenig kühl, distanziert, aber das tat er nur, weil er nicht unbedingt so offen preis legen wollte, dass er wahrlich Interesse an der kleinen Dame vor sich gefunden hatte - naja er war sich dem zugegebenermaßen auch selbst noch nicht so ganz bewusst. Wer auch würde sich an einem Abend in jemanden vergucken oder gar verlieben? Vor allem er.
      "Wie ich sehe, wisst Ihr ebenfalls wer ich bin", gab er nun zurück, wobei sich ein schwaches Lächeln auf seinen Lippen bildete. Es wirkte jedoch fast schon geheimnisvoll und passte zu ihm und seinem Erscheinungsbild.
      "Verzeiht mir die Frage, aber was für eine Magie genau ist es, die ihr anwenden könnt? Ich muss gestehen, dass ich derartiges zuvor noch nicht gesehen habe."
      Und dabei war es nicht unüblich, dass Dämonen mit Blut Magie ausüben konnten. Ja es gab sogar recht viele, die damit kämpften, aber eine Kraft wie ihre hatte er trotzdem noch nicht gesehen. Und es faszinierte ihn. Noch immer.

      Mirelle Riou «

      Mirelle hatte sich bereits gedacht, dass er ein wenig überrascht über ihre Antwort sein würde, aber sie kannte Naru und Amira und zusätzlich war es nicht unüblich im Reich der Dämonen mit Blut zu arbeiten. ..am Anfang war es ehrlich gesagt ziemlich ungewohnt, ja teilweise grotesk für sie das alles mitzuerleben. Aber sie hatte sich daran gewöhnt, vor allem, weil es oftmals schlimmer wirkte, als es tatsächlich war.
      Sie hatte ihm gerade zugenickt, als er auch schon weiter sprach und auf eine mögliche Explosion zu sprechen kam. Sie schmunzelte leicht und betrachtete ihn dabei ein wenig - irgendwie konnte sie sich ihn sehr gut vorstellen, wie er das ein oder andere Experiment durchführte und ihm dann eine kleine Rauchwolke entgegen kam oder dazu führte, dass sein Gesicht schwarz war. Ja irgendwie amüsierte sie der Gedanke sogar.
      "..ich denke, das sollte ich aushalten können. Immerhin ist meine Verteidigung auch nicht ganz schlecht", lächelte sie schief und neigte den Kopf dabei ebenfalls leicht zur Seite. Ihr Blick wurde jedoch recht schnell von ihm abgenommen, als sie sah, wie die Fische unter ihnen begannen im Schwarm zu schwimmen, dabei in den schönsten Tönen und leuchtend. Sofort hatte sich ihr ganzes Gesicht erhellt und wenn man es nicht besser wusste, würde man glatt denken können, dass ein kleines Kind gerade etwas Schönes zu Gesicht bekommen hatte. Ihre Augen waren groß und funkelten, während sich ein breites Lächeln auf den Lippen breit gemacht hatte. Ja sie war wirklich einfach zu begeistern, vor allem mit solch schönen Dingen. Und wenn sie ehrlich war, war genau so etwas einer der Gründe, warum sie diese Traumwelt so sehr liebte. Es gab immer wieder schöne und faszinierende Dinge zu entdecken oder zu sehen. Welche, die man sich eigentlich nicht einmal hätte vorstellen können.
      Gut, einige würden nun sagen: schau dir doch erst einmal die richtige Welt an! Mutter Erde hat auch vieles zu bieten!
      Ja, das hatte sie. Aber um es ganz einfach auszudrücken: in der realen Welt fehlten ihr das Geld und die Mittel um es sich leisten zu können das alles anzublicken. Hier in ihrem Traum sah das schon anders aus. Klar, sie konnte keine Teleportation ohne Ähnliches anwenden, aber sie war hier freier und hatte viele Möglichkeiten um auf Abenteuer zu gehen. Das allein war ihr viel wert und sorgte dafür, dass sie ihren Faszinationen nachgehen konnte.

      Sie schien fast schon in ihren eigenen Gedanken versunken gewesen zu sein, blickte dann aber verwundert auf, als sie seine Frage hörte. Es vergingen keine 10 Sekunden, ehe sie auch schon begann leise zu lachen, gefolgt von einem Nicken.
      "Ja ich bin ein Mensch. ..aber ich muss gestehen, dass ich nichts dagegen hätte auch etwas anderes zu sein. Ich persönlich bin vor allem von den Wassernymphen und Meerjungfrauen fasziniert", seufzte sie am Ende leise und blickte wieder auf das Wasser hinunter.
      "..es ist ein wenig kindisch, weil es nur ein Traum meinerseits ist, aber schon als ich klein war, habe ich mir die Unterwasserwelt gerne vorgestellt.."
      Und das war tatsächlich ein Punkt, den sie komisch fand und der sie ein wenig störte - sie hatte sich das bereits so oft vorgestellt und auch in früheren Zeiten davon geträumt, dass sie eine Meerjungfrau war, aber jetzt, wo sie einen solch realistischen Traum durchlebte, war sie keine. Dabei müsste ihr Kopf doch nur allzu gut wissen, dass sie daran große Freude und Spaß empfinden würde!
      "Ich nehme mal an, du bist ebenfalls ein Mensch", stellte sie eher fest und schmunzelte wieder leicht, wonach sich ihr Blick erneut auf ihn richtete. Wenn sie es genauer betrachtete, hatte sie wirklich weniger dieser Rasse angetroffen, als gedacht. Die meisten waren irgendwelche Fabelwesen, Dämonen, Elfen oder noch eine andere Kategorie. So oder so, Gray war auf jeden Fall äußerst interessant.
      "Setze dein Herz in Flammen."
      - Kyojuro Rengoku