The Endless Adventure [Sunny & Zdrada]

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    • The Endless Adventure [Sunny & Zdrada]

      Vorstellung
      @SunnySunshine


      In einer besonders unscheinbaren Nacht, zu einem besonders unscheinbaren Zeitpunkt ereilte drei unscheinbaren Fremden ein Traum, welcher alles andere als Unscheinbar war.
      Schwerelos, umgeben von goldenem Sand, welcher aus dem Niergendwo in die bodenlose Leere unter ihnen hinabrieselte und Federn, welche sich sanft in der Luft woben, obgleich sich keine Briese rührte, fanden sie sich wieder.
      Im nächsten Moment vernahmen sie eine Stimme. Sanft und doch Hart. Dröhnend Laut und doch kaum mehr als ein Flüstern.
      Am dritten Tag, nach eurem Erwachen, findet euch an der Weltenkreuzung ein.
      Empfangt den Helden und unterstützt ihn auf seiner Reise seiner Prophezeiung.
      Möget ihr mit dem Auserwählten den Glanz der Welt erhalten.

      Vor ihnen wurde eine Gestalt sichtbar. Drei imposante Flügelpaare ruhten auf ihrem Rücken, ein wallendes Gewand, schimmernd wie Perlmutt und Haare, leuchtend Hell als bestünden sie aus Licht: Die Schicksalsgöttin ragte Imposant empor und wirbelte mit einem Schlag ihrer majestätischen Flügel alles um sie herum auf.
      Ihr habt mein Wort vernommen, nun bereitet eure Reise vor. Erwachet.
      Kaum hatten diese Worte ihre Lippen verlassen, schreckten drei Fremde aus ihrem Schlaf. In ihrer Hand, eine einzelne goldene Feder. Ein Zeugnis dessen, dass sie auserwählt worden sind, der Göttin des Schicksals zu dienen.



      Argus Khalimar

      Seit Argus aus seinem Traum erwacht war, wurde ihm klar, dass sein Leben auf den Kopf gestellt werden würde. Angefangen bei seinen Eltern. Ein Khalimar, ausgewählt von der Schicksalsgöttin persönlich? Eine Größere Ehre konnte es gar nicht geben! Auch keine größere Chance für Aufsehen zu sorgen.
      Stolz erfüllt verkündeten sie diese Nachricht jedem, der nicht schnell genug war, ihnen zu entkommen und schon bald hatte sich das Wort über seine Bestimmung wie ein Lauffeuer in der großen Handelsstadt, welche er seine Heimat nannte, verbreitet.
      Und Argus selber? Im Stillen verfluchte er sein Schicksal. Er hatte nicht darum gebeten in irgendetwas großes Involviert zu werden. Er war zufrieden mit seinem Leben, so wie es war. Es war geordnet, es war planbar und voraussehbar. Es war –zumindest für Argus selber- einfach perfekt.
      Und nun? Er wusste weder wohin diese ominöse Prophezeiung ihn nun führte, noch was ihn auf seinem Wege erwarten würde. Er wusste nicht worauf er sich vorbereiten musste. Und er hasste es unvorbereitet zu sein.
      So begann er bereits am ersten Tag damit sich vorzubereiten. Angefangen mit Recherche.
      Sein Traum hatte ihn aufgefordert, sich zur Weltenkreuzung zu begeben. Das war einfach.
      Die ‚Weltenkreuzung‘, wie die Schicksalsgöttin sie genannt hatte, besaß im grunde viele Namen: Zentrum der Welt, Baum des Lebens, Der Ursprung. Es handelte sich dabei um einen Baum, welcher hunderte von Metern in die Höhe ragte und erfüllt war von einer Magie, die nur diesem innewohnte uns sich bisher noch nie replizieren ließ. Ein beliebtes Pilgerziel für sowohl Priester als auch Magier, die sich erhofften, die Geheimnisse des Baumes zu lüften.
      Viele Mythen und Legenden rankten sich um den Baum, die Populärsten von ihnen besagten, er sei der Ursprung alles Lebens.
      Andere Mythen besagten, dass er durch die Hand der Schicksalsgöttin persönlich gepflanzt wurde und nun ihre Magie durch ihn floss.
      Was genau es jedoch mit der Weltkreuzung auf sich hatte, wusste niemand so genau. Klar ist nur, dass er mächtig war. Mächtiger als alles andere was jemals dokumentiert wurde.
      Das nächste, was Argus recherchierte, waren Prophezeiungen. Im Laufe der Jahrhunderte hatten sich einige angesammelt, verkündet durch Orakel oder prophetische Träume. Die meisten dieser Prophezeiungen wurden jedoch schon längst erfüllt oder stammen aus fragwürdigen Quellen.
      Andere hingegen waren so kryptisch formuliert, dass selbst Argus, welcher alles andere als auf den Kopf gefallen war, nichts damit anzufangen wusste.
      Seine Recherchen führten ins nichts. Er konnte nur hoffen, dass der Held, den sie empfangen sollten, mehr darüber wusste.
      Was ihn zu seinem nächsten Punkt brachte. Die Göttin hatte im Traum im Plural gesprochen. Als würde sie mehrere Personen ansprechen. Er wusste nur nicht, wer und wie viele noch diesen Traum hatten. Noch etwas, was er erst erfahren würde, sobald er an der Kreuzung ankam. Na super.
      Der junge Heiler fühlte sich alles andere als Wohl damit, mit so mageren Informationen aufzubrechen, aber es half ja nichts sich den Kopf über Dinge zu zerbrechen, die er nicht ändern konnte.
      Stattdessen widmete er sich dem, was er sehr wohl kontrollieren konnte:
      Seien Ausrüstung.
      Alles was ihm in irgendeiner Form als hilfreich vorkam, sowie gefühlt jedes ihm bekannte Heilkraut. Dank seines Vermögens war es ihm ein leichtes, im Nu alle gewünschten Materialien anzuschaffen, und so stand er am Tag seiner Abreise mit drei schweren, prall gefüllten Reisesäcken da.
      Es war… ein wenig mehr als er angedacht hatte, aber man konnte ja schließlich nie vorbereitet genug sein, richtig? Und er war ja nicht so, dass er alles selber tragen musste. Ein Pferd hatte er sich selbstverständlich ebenfalls zugelegt. Naja, nicht er. Seine Eltern.
      Es gehörte sich schließlich nicht, dass er, als einer der Auserwählten zu Fuß reiste, als würde er dem einfachen Volk angehören. Wenn er schon reisen sollte, dann wenigstens mit Würde, auf einem anständigen Ross.
      Das arme Tier wieherte protestierend, als es mit dem Schweren Gepäck beladen wurde. Entschuldigend warf Argus ihm einen Blick zu und tätschelte es am Hals „Ich entschuldige mich dafür, aber es muss sein. Ich bin mir sicher du schaffst das schon.“ Das Pferd, welches natürlich nichts von all dem verstand, warf bloß den Kopf zurück und schnaubte. Auch wenn die Kommunikation sehr einseitig verlief, empfand Argus es als deutlich angenehmer mit Tieren zu reden als mit Menschen. Sie waren einfach so viel unkomplizierter.
      Da die Anweisungen des Traums relativ undeutlich bezüglich des Zeitpunktes waren, und er nicht wusste ob er am Morgen des dritten Tages bereits an der Weltenkreuzung sein sollte, oder erst im Laufe des dritten Tages, entschied er sich für den Sichersten Weg bereits am Abend des zweiten Tages anzureisen. Pünktlichkeit war schließlich eine Tugend. Besonders dann, wenn es um einen Auftrag von keinem anderen, als der Schicksalsgöttin persönlich ging…






      Thalia Valentine

      Als das Mädchen ihre Augen aufschlug und sogleich die Feder in ihrer Hand spürte, konnte sie ihre Aufregung kaum noch in Zaum halten. Der Traum war real gewesen! Und sie würde auf ein Abenteuer gehen!
      Begeistert hatte sie ihrer Mutter am nächsten Morgen von jedem Detail erzählt. Zunächst teilte auch sie Thalias Begeisterung, doch nach und nach schlich sich die Sorge immer mehr in ihr Gesicht.
      „Was ist, wenn du während deiner Reise in Gefahr gerätst?“ sprach sie ihre Bedenken laut aus, woraufhin das Mädchen nach der Hand ihrer Mutter griff und diese Aufmunternd drückte. „Ich werde ja nicht alleine unterwegs sein. Ich werde mit dem mächtigen Helden reisen, da wird mir schon nichts wiederfahren.“ Lächelte sie. Die Erwähnung des Helden schien bereits zu genügen, um die Stimmung wieder zu entspannen. Wer auch immer er sein würde, den Titel des Helden würde er schon nicht ohne Grund tragen. Seine Fähigkeiten mussten außergewöhnlich sein!
      Die Ausgelassene Stimmung trug sich schließlich durch das Ganze Dorf. Es war so klein, dass alle Bewohner bis zum Abend von Thalias Berufung erfahren hatten.
      Jemand aus diesem Dorf, welches so klein war, dass sich nicht einmal die Mühe gemacht wurde, es in Landkarten einzuzeichnen, wurde von der Göttin des Schicksals auserwählt? Das war ein Grund zu feiern!
      Bis spät in die Nacht hinein wurde gefeiert, das junge Mädchen Beglückwünscht und mit reichlich Proviant für ihre Reise beschenkt.
      Als schließlich der Zeitpunkt ihrer Abreise gekommen war, wich die Freude einer herzzereisender Stimmung als die letzten Verabschiedungen gesprochen und Umarmungen ausgeteilt wurden.
      „Sieh‘ zu, dass dieser Held dich auch bloß wohlerhalten wieder hierher bringt!“ bellte einer der Bauern grimmig, was Thalia ein herzhaftes Lachen entlockte. „Keine Sorge, ihr werdet mich schon gesund und munter wiedersehen.“
      Die Letze Person, von der sie sich verabschiedete, war ihre Mutter. Tränen wurden vergossen und die Umarmung schien niemals enden zu wollen. Als sie sich schließlich doch voneinander lösen konnten, strich die ältere Frau ihrer adoptierten Tochter sanft eine Strähne aus dem Gesicht und lächelte „Pass auf dich auf, meine Kleine. Und bleib so wie du bist.“
      Eine Vielzahl von Emotionen wirbelte durch das junge Mädchen, und für einen Moment wünschte sie sich, ihren Traum einfach ignorieren und in ihrem geliebten Dorf bleiben zu können. Doch genauso schnell wie diese Gedanken aufgekommen waren, verschwanden sie auch wieder. Nein, den Ruf der Schicksalsgöttin musste gefolgt werden.
      Und so kehrte sie dem Dorf, in welchem sie beinahe ihr ganzes Leben verbracht hatte, schweren Herzens den Rücken und machte sich auf den Weg.
      Um ehrlich zu sein, wusste sie nicht so genau, wo diese „Weltenkreuzung“, welche die Göttin erwähnt hatte, überhaupt sein sollte. Doch auf ihrem Weg begegnete sie genug anderen Reisenden, welche ihr mehr Informationen erteilen konnten.
      Immer wenn sie jemanden begegnete oder ihn ansprach, erntete sie argwöhnische Blicke. Sie wusste, dass Tieflinge im Lande nicht sehr beliebt waren und oftmals als Brut des Bösen oder verfluchte Kreaturen angesehen wurden. Das hinderte sie jedoch keinesfalls daran dennoch freundlich zu bleiben und auf die Leute, denen sie begegnete zuzugehen. Die meisten tauten während des Gespräches mit ihr jedoch deutlich auf und wurden zunehmend freundlicher. Nach und nach sammelte sie immer mehr Informationen über ihr Ziel.
      Ein besonders netter Farmer, welcher mit einem Heuwagen unterwegs war, vor den zwei Maulesel gespannt warn, ließ sie sogar ein Stück weit mit fahren.
      Gerade noch rechtzeitig, zum dritten Tag, erreichte sie schließlich ihr Ziel.
      Schon vom Wieten konnte sie den Großen Baum erspähen, welcher wie ein Berg in die Höhe ragte, und mit seinen großen, herabhängenden Ästen schon beinahe ein Zelt bildete.
      Beeindruckt näherte sie sich dem großen, hölzernen Gebilde und Starrt hinauf in die Baumkronen, welche groß genug war, dass man darin bestimmt eine ganze Stadt errichten konnte.
      Sie war so sehr von diesem eindrucksvollen Anblick geblendet, dass sie erst, als sie beinahe den Stamm erreicht hatte, die andere Person bemerkte, welche bereits dasaß.
      Ein blonder, junger Mann, mit einem sichtlich übel gelaunten Pferd, welches wenige Meter von ihm an einem deutlich kleineren Baum angebunden war, lehnte an der Rinde des Stammes und musterte sie skeptisch.
      Als sein Blick jedoch auf die goldene Feder fiel, welche sie sich nach ihrem Traum an einer dünnen Lederschnur um den Hals gebunden hatte, weiteten sich seine Augen kurz und sie erkannte die Realisation in seinen Augen. Er wurde also ebenfalls von der Göttin auserwählt, schlussfolgerte das Mädchen.
      „Ich vermute, du bist auch wegen eines Traumes hier?“ forschte sie direkt nach. Anstatt zu antworten, zog er ebenfalls eine goldene Feder aus seiner Tasche, welche der ihren identisch war.
      Ein freudiges Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus und sie streckte ihm ihre Hand zum Gruß entgegen.
      „Freut mich dich kennen zu lernen, ich bin Thalia und Magierin!“ stellte sie sich kurz vor. Ihr gegenüber blickte bloß stumm auf ihre Hand, welche immer noch in der Luft hing.
      Eine unangenehme Stille bereitete sich vor, bevor sie schließlich verlegen ihre Hand zurückzog. Okay, er schien eindeutig jemand von der Sorte zu sein, der erst etwas auftauen musste.
      Betreten blickte sie sich in der Umgebung um, ob vielleicht noch jemand eingetroffen war.
    • Beatrix Dominicus
      Erschrocken schlug Beatrix die Augen auf und ächzte angestrengt, als sie im Dunkeln in ein paar (viele) leuchtend grüner Glubschaugen blickte. Ihre Hausspinne hatte sich kampfbereit gemacht und war mit ihrem vollen Gewicht auf die Elfe gesprungen, die Mandibel hastig am klappern.
      „Nein, alles gut.“, versuchte man die treue Begleiterin zu beruhigen und schob einen der langen Beine von der eigenen Schulter, welches sich gerade so schön in die Haut bohrte, „Und du bist nicht unbedingt eine Hilfe, wenn du mich unter dir begräbst.“ Jetzt klapperte man aus Frust und die acht Beine trugen Elzbeth wieder hinunter vom Bett, in den Schlafkorb, der auf dem Boden daneben stand.
      „Jetzt sei doch nicht beleidigt.“, versuchte man sie zu besänftigen, aber als Antwort drehte man ihr den Hintern zu. Sie konnte ja nicht viel erkennen durch die schwache Beleuchtung des Mondes in ihrem Zimmer, aber DAS konnte sie sehen. Müde seufzte die Jägerin auf, gähnte und griff neben sich, um ihrer Spinne die Decke über den Körper zu werfen, ehe sie sich wieder ins eigene Kissen fallen ließ. Was für ein seltsamer Traum… Er wirkte so… Real. Sie hatte schon von diesen Prophezeiungen gehört und diese Göttin… Den Auserwählten begleiten. Wäre mal eine Abwechslung zu ihrem bisherigen Alltag. Der Auserwählte… Um den Glanz der Welt zu erhalten.
      Diese Worte hallten noch nur ihren Kopf, während sie sich wieder zur Seite rollte. Bei dem Versuch, ihren Arm unter das Kissen zu schieben, für eine bequemere Position, streifte etwas Unbekanntes ihre Hand. Erneut irritiert griff sie danach und drehte eine goldene Feder zwischen ihren Fingern in der schwachen Beleuchtung. Die musste sie eben in der Hand gehabt haben… Und unbewusst abgelegt, als sie sich von dem Spinnenbein befreite. Dann war das vielleicht gar kein Traum…
      Ein paar Stunden später schlug die Elfe wieder ihre Augen auf und blickte erneut auf die Feder in ihrer Hand. Da war sie wohl nochmal eingenickt… Aber die Feder blieb. Damit dürfte sie wirklich von der Schicksalsgöttin ausgewählt worden sein! Und dem durfte man sich ja nicht widersetzen. Die Weltenkreuzung… Sie war zwar schon viel herumgekommen, aber dort war sie noch nicht… Sie würde sich eine Karte mitnehmen müssen… Und alle in Kenntnis setzen! Sofern es die Familie interessierte.
      „Beatrix! Deine Spinne!“, ertönte es auch schon wütend aus der unteren Etage des großen Hauses und zusätzlich hörte man noch ein paar Teller zu Bruch gehen. Oh nein…
      Eiligst zog die Jägerin sich um, öffnete ihre Zimmertür und musste beiseite springen, als besagte Unruhestifterin mit einem großen Stück Fleisch in ihren Klauen hineingelaufen kam.
      „Beatrix!“, bellte man von unten und sie rollte mit den Augen, schüttelte leicht den Kopf und stieg die Stufen hinab in die große Wohnküche.
      „Nicht nur, dass du dieses Ding damals angeschleppt hast, nein. Nun lässt du es jeden Morgen aufs neue auf die unschuldigen Bewohner dieses Hauses los!“, bellte ihre Mutter weiter und stellte den Topf mit Suppe so wütend auf den Tisch, dass die Hälfte des Inhaltes darüber schwappte und sich über den Tisch verteilte.
      „Elzbeth tut keinem irgendwas. Lasst sie doch einfach ihr Frühstück essen, dann geht sie auch wieder.“
      „Sie tut genug mit ihrem Aussehen!“
      „Da kann sie ja nichts für.“
      „Weißt du wie das ist, hier morgens reinzukommen und dieses riesige Ungetüm in der Küche zu sehen!?“
      „Sie wohnt in meinem Zimmer.“, erwähnte Beatrix lediglich und sorgte dafür, dass ihre Mutter weiter auf alles und jeden schimpfte, der in die Küche kam. Diese Prophezeiungskiste klang immer verlockender… Aber das würde sie erst berichten, wenn alle bei Tisch saßen. Ihre Geschwister trudelten einer nach dem anderen ein, ihr Vater ließ sich blicken und nachdem es auch ihre Mutter geschafft hatte, sich (etwas beruhigter) an den Tisch zu setzen, hielt die Jägerin ihrer Familie diese goldene Feder entgegen, gefolgt von dem merkwürdigen Traum. Erwartungsvoll blickte sie in die Gesichter der anderen, aber niemand rührte sich.
      „So eine Schande.“, fing ihr Vater an und schüttelte leicht den Kopf, „Die Dominicusfamilie steht seit Anbeginn der Zeit im Dienste des Königshauses. Das du deinen Kopf durchsetzen und… Jägerin werden wolltest, um das Volk mit deinen niederen Diensten zu bespaßen, war schon ein herber Schlag für die Familientradition. Aber das du nun wirklich mit dem Gedanken spielst, dieser Prophezeiung nachzugehen… Mit… Fremden. Aus anderen Völkern.“
      „Dein Vater will damit sagen, dieses Schicksal hätte einen höheren treffen müssen. Den König oder einen seiner Söhne. Die haben wahrlich das Zeug dazu, dem Auserwählten Schutz zu bieten. Aber… Du?“
      Das sie eine andere Reaktion ihrer Eltern erwartete, war wirklich lächerlich gewesen. Sie war niemals gut genug, es war nie gut genug was sie tat und auch die frohe Botschaft, auserwählt worden zu sein, fühlte sich nun eher falsch an.
      „Nun, ich finde es sehr schade, dass ihr das so seht. Aber dann dürfte der Abschied deutlich leichter fallen. Ich werde heute das nötigste erledigen und werde mich heute Abend mit Elzbeth auf den Weg machen.“ Am liebsten gleich schon, aber dafür standen noch zu viele Besorgungen an. Ihre Geschwister tauschten Blicke mit den Eltern, aber allgemein hielt sich die Freude in Grenzen.
      „Du solltest das einzig richtige tun, dem König davon berichten und deinen Posten abtreten an jemanden, der wirklich fähig ist. Jemanden, der dieser Aufgabe gewachsen ist. Mehr als so eine halbe Person wie du, die gerade mal den Bogen halten kann und mit Tieren spricht.“, griff einer ihre älteren Brüder das Gespräch wieder auf. Dann ging es das restliche Frühstück über darum, wie unfähig Beatrix war und wie gut der Auserwählte und die Truppe doch ohne sie dran wären.
      Familie konnte man sich bekanntlich nicht aussuchen, Freunde dagegen schon. Sie hatte zwar nicht viele, aber durch ihre Arbeitsaufträge bei dem einfachen Volk hatte sie den ein oder anderen Bekannten, mit dem man auch gerne mal länger ein Gespräch führte und der nicht panisch schreiend vor ihrem Haustier die Flucht ergriff. Dort war die Begeisterung groß, dass man von der Schicksalsgöttin berufen wurde! Sie! Was für eine Auszeichnung! Man wünschte ihr alles Gute, überschüttete sie mit Ratschlägen, wie man sich in der weiten Welt benahm und netterweise steckte man ihr für die Reise allerlei nützliches zu. Eine Landkarte mit Einzeichnung, wo sie hinmüsste, Proviant, genügend Pfeile… Aber das nützlichste war eine Tasche ohne Boden, in die sie einiges verstauen konnte, ohne eine schwere Last am Gürtel oder auf dem Rücken tragen zu müssen. So etwas behinderte die Leichtfüßigkeit, die sie benötigte. Sie fühlte sich deutlich besser, ermutigt, dieses Abenteuer auch zu wagen!
      Und so zog sie mit ihrer Riesenspinne los, verließ die sichere Umgebung, durchstreifte den bekannten Wald und machte sich auf den Weg zum Treffpunkt. Hier und da war es ganz interessant, was für Städte sie durchlief (auch wenn Elzbeth oft für Chaos sorgte), aber nichts war so aufregend, wie diesen gewaltigen Baum am Treffpunkt zu erblicken. Was für ein Anblick! Sie kam aus dem Staunen gar nichtmehr heraus (und so ging es ihr schon fast in jeder Stadt…). Da hätte eine ganze Stadt Platz auf dieser Baumkrone! Da wurde man ja fast schon ehrfürchtig und kam sich noch winziger vor, als man ohnehin schon war auf dieser großen, weiten Welt.
      Sie riss ihren Blick von dem gewaltigen Naturschaustück los, als Elzbeth ihre Mandibel wieder klappern ließ. In der Ferne waren bereits zwei Fremde. Richtig… Den Auserwählten würden mehrere begleiten, wenn sie die Prophezeiung noch richtig im Kopf hatte.
      Langsam schritt man auf die Fremden zu, sie legte vorsorglich eine Hand auf den Kopf ihrer Spinne, damit diese neben ihr stehen blieb, und zückte mit der anderen Hand die goldene Feder.
      „Hi.“, setzte sie zum Gruß an und merkte, wie verspannt sie mit einem Mal war. Gleich zwei fremde Rassen… Man war zwar möglichst Vorurteilsfrei, aber…
      „Ich grüße euch. Mein Name ist Beatrix Dominicus und wie ich sehe, teilen wir dieses Schicksal? Das hier ist Elzbeth.“, nach ihrer Vorstellung protestierte man gleich neben ihr, dass man natürlich auch vorgestellt werden wollte. Danach blickte das Ungetüm dann aber recht zufrieden drein. Beatrix versuchte Haltung zu bewahren und dürfte, wie so häufig, mürrisch und ernst herüber kommen. Beste Taktik. Und natürlich sich auf Abstand zu halten.

      Yuri Kona
      Er konnte es einfach nicht begreifen. Er hatte alles getan, um den Anforderungen seines Vaters gerecht zu werden. Er hatte die besten Noten, tat alles, was man ihm auftrug, hatte keine Freunde oder Hobbies, da er seine freie Zeit in den Familienbetrieb investierte, er kannte die Firma auswendig. Und dann…
      Was hatte sein Bruder, was er nicht hatte? Toshi war drei Jahre jünger, konnte mit dem Notenspiegel des älteren Bruders überhaupt nicht mithalten, aber dem war das auch egal. Er nutzte seine Freizeit lieber für Partys, trank gerne einen über den Durst, hatte wechselnde Freundinnen, ließ sich nur zu besonderen Gelegenheiten in der Firma blicken… Und jetzt vermachte ihm der gemeinsame Vater einfach so die Firma. Für nichts.
      Das war so unfair… Yuri hatte alles getan, um endlich die Anerkennung seines Vaters zu bekommen, um Teil seiner Welt werden zu dürfen! Wutentbrannt hatte er die Firma verlassen, nachdem er Feierabend hatte, und rief seine Mutter an. Er schüttete ihr einmal seine ganzen Probleme aus und sie hörte ihm geduldig zu. Bockig trat er beim erzählen gegen einen Kieselstein, lief im Kreis und verscheuchte ein paar Tauben, als er sich in seiner Erzählung immer wieder mal hochschaukelte.
      „Yuri, dein Vater hat doch nichts gegen dich.“, versuchte seine Mutter ihn zu beschwichtigen, „Aber… Er…“
      „Sag ruhig, dass er Toshi lieber mag! Das Wunderkind, was überhaupt nichts wunderbares zustande gebracht hat!“
      „So ein Schwachsinn. Er bevorzugt keinen von euch. Aber dein Bruder hat eine andere Sicht auf die Dinge, die in der Firma ablaufen. Die Entscheidung ist deinem Vater nicht leicht gefallen, dass darfst du mir ruhig glauben.“, seine Mutter war einfach zu nett. Sie hörte sich geduldig den ganzen Müll an, den man ihr berichtete, versuchte einem die positiven Seiten aufzuzeigen und alle vor jedem zu verteidigen. Sie mochte keine Spannungen in der Familie, also versuchte sie auch dieses Problem möglichst schnell aus der Welt zu schaffen.
      Aber diesmal wollte ihr älterer Sohn stur bleiben! Das war einfach… Er fühlte sich einfach so hintergangen! So einen Gefühlsausbruch hatte er schon seit Ewigkeiten nicht mehr. Er kam da etwas nach seiner Mutter, nahm gerne alles mit einem Lächeln und Nicken entgegen, aber diesmal… Diesmal war es anders. Er hatte seine letzten Jahre weggeworfen. Er hätte etwas völlig anderes machen können! Auf Anhieb fiel ihm zwar nichts passendes ein… Aber er hätte bestimmt einen anderen Weg eingeschlagen!
      „Hör mal, Yuri. Komm doch erst einmal vorbei und wir reden noch einmal über die ganze Situation. Wenn wir deinen Vater darüber in Kenntnis setzen, wird er dir vielleicht eine andere Stelle vermitteln? Die dir auch ein wenig… Vielleicht stellt er dir einen Assistenten zur Seite?“
      Oh. Der Rotschopf blieb stehen und starrte ins Leere, ignorierte die Nachfrage seiner Mutter, ob er sie gehört hätte. Er wusste, wieso sein Vater ihn nicht wollte. Er kam zu sehr nach seiner Mutter… Man sah ihn nicht in einer führenden Position, er war der Mitläufer. Sein Bruder hingegen…
      „Vater sieht mich nicht, wie ich Leute anführe.“, sprach er seine bittere Erkenntnis aus und die Bestätigung war das Schweigen am anderen Ende.
      „Yuri… Es gibt eben Menschen, die sind zum anführen gemacht und es gibt Menschen, die…“
      „Sind Mitläufer. Untergebene.“
      „Nein. Du hast andere Werte. Komm doch erst einmal vorbei, dann sprechen wir in Ruhe.“, schlug seine Mutter erneut vor, aber er lehnte ab. Er beendete das Telefonat und schlurfte betrübt durch die Innenstadt. Die Wut war verflogen, er war einfach nur enttäuscht. Enttäuscht von allem und jeden. Er war kein Anführer, damit hatte sein Vater nicht einmal unrecht… Er konnte doch keine Leute anführen… Oder doch? Man gab ihm ja nicht einmal die Chance, sich in diesem Punkt zu beweisen! Man hatte einfach über seinen Kopf hinweg entschieden! Da war die Wut wieder. Und aus dieser heraus, stapfte man wütend an dem Wohnblock, in dem seine kleine Wohnung lag, vorbei in Richtung Innenstadt. Er suchte sich eine Kneipe, warf seine Tasche auf eine Eckbank in der letzten Ecke und bestellte sich ein Bier! Ha! Er und keine Führungsposition! Heute brach er mal aus seinem Muster aus! Heute! Da war der Tag, an dem er sein Leben selbst in die Hand nehmen würde! Und das begann mit einem guten Bier!
      Bah, war das bitter!, schoss es ihm durch den Kopf, als er den ersten Schluck nahm und sich schüttelte. Aber je mehr er davon trank, umso besser schmeckte es. Sobald er daheim war, würde er sich gleich auf die Jobsuche begeben! Oder ein Studium? Was wollte er eigentlich mal werden?
      Das eine Bier reichte völlig aus, um Yuri betrunken zu machen. Er trank nie etwas, auf Firmenfeiern gab es vielleicht mal ein Gläschen Sekt oder Sake, aber das war es dann auch schon. Ein halber Liter Bier tat seine Wirkung und völlig beschwipst bezahlte der junge Mann, schnappte sich seine Tasche und torkelte hinaus in die Nacht. Er fluchte vor sich hin, während er den Rückweg antrat, und schimpfte auf alles und jeden.
      Sein Vater war also der Auffassung, er konnte keine Menschen anführen? Ha! Dem würde er es aber so etwas von zeigen! Er würde sich einen neuen Job suchen und sich hocharbeiten! Und dann würde er… Er würde… Seine Gedanken waren ganz benebelt.
      Wo war er hier eigentlich… Irgendwie sah hier nachts alles anders aus und er war sich nicht mehr so sicher, wo er hingelaufen war. Erst, als er eine Lichtquelle vernahm, die recht vertraut aussah, setzte er sich in diese Richtung in Bewegung. Die schmale Gasse sah zwar nicht sehr einladend aus, aber er lief trotzdem hinein. Das Licht hatte eine angenehme Wirkung auf ihn, wärmend… Es war, als ob es mit ihm reden würde… Wie absurd. Da sprach wirklich das Bier aus ihm… Vermutlich kam er auch nur deswegen auf die Idee, in dieses komische Rohr zu klettern, aus dem dieses Licht hinaus schien.
      „Du willst dein Leben ändern?“, doch, da war eine Stimme. Weit entfernt… Aber klang ebenfalls sanft, wie das Licht, was ihn führte.
      „Mhm…“, murrte er, krabbelte auf allen Vieren über das kalte Metall und stieß sich ab und an den Kopf, als er sich aufrichten wollte.
      „Zeigen, dass du zu mehr fähig bist? Ich kann dir helfen. Sieh es als… Jobangebot.“
      „Ein Job? Hier, in dieser Röhre?“, oh, seine Stimme klang doch etwas lallend, als er das Echo hörte.
      „Nicht in dieser Röhre. Aber eine Aufgabe. Etwas, was du dir schon sehr lange gewünscht hast.“, die Stimme klang weiterhin vertraut und Yuri wusste nicht, wieso er das ablehnen sollte? Vielleicht, weil der gesunde Menschenverstand in ihm rief, dass man keine zwielichtigen Angebote aus einer Röhre annehmen sollte!?
      „Was ich mir gewünscht habe…“, wiederholte er, „Aber, was hab ich mir denn gewünscht?“
      „Ist das ein Ja? Dein Schicksal selber in die Hand nehmen? Ja?“
      „Mein Leben selber in die Hand nehmen? Das will ich schon länger…“
      Das war wohl das Einverständnis… Mit einem Mal war der Boden unter ihm weg und es folgte ein spitzer Schrei seinerseits, als er in die Leere fiel. Tiefer und tiefer, bis er irgendwann in der Luft anhielt, schwerelos so da hing und sich um sich selber drehte langsam. Das Licht erschien wieder vor ihm, aber diesmal in Form eines Vertrages.
      „Wir brauchen noch eine Unterschrift.“
      „Was?“ Vielleicht war das eine ganz dumme Idee gewesen?
      „Wir brauchen noch eine Unterschrift.“, wiederholte sich die Stimme lediglich.
      „Wofür denn?“
      „Ohne Unterschrift müssen wir dich in den sicheren Tod stürzen lassen.“
      „Was?! Und, und wenn ich das unterschreibe?“
      „Dann… Hast du vielleicht ein paar Tage länger.“ Das waren ja tolle Aussichten… Widerwillig griff er die Feder, die vor seiner Nase schwebte, setzte die Spitze ans Papier und unterschrieb kratzig. Kaum war der letzte Strich gesetzt, verschwand alles vor ihm und er stürzte wieder in die Tiefe.

      Völlig benebelt fand er sich inmitten eines Waldes wieder. Die Sonne schien auf seinen Kopf und er rappelte sich auf, klopfte sich das Gras von seinem Shirt und sah sich irritiert um. Wow… Ein Bier und er hatte gleich einen wahnsinnig irren Traum und wachte mitten in der Pampa auf! Wo war er denn hier?
      „Folge deiner inneren Stimme. Sie wird dich leiten.“, vernahm er aus… dem Wind? Was zum? Er sah sich nach der Ursache der Stimme um, aber nichts. Irritiert drehte er sich ein paar mal um sich selbst, aber weit und breit waren nur Bäume zu sehen. Nichts anderes. Er hielt sich die Hand wie einen Schirm über die Augen und hielt mitten in der Bewegung inne. Was zum… Auf seinem Handrücken glänzte ihm ein viereckiger Kristall entgegen? Vorsichtig tippte er dagegen, aber nichts passierte. Er schimmerte nur im Sonnenlicht und schien… In seinen Handrücken integriert worden zu sein? Er musste sich wirklich den Kopf angeschlagen haben… Wo war er hier nur!?
      Er setzte einen Fuß vor den anderen, sah sich um und versuchte sich inmitten der ganzen Bäume zu orientieren. Vielleicht half es ihm, wenn er einen besseren Aussichtspunkt fand! Wie… Dieser riesige Baum! Der schien doch auf dem Weg zu liegen!
      Zumindest hatte es den Anschein, aber Yuri war völlig kaputt, als er ein paar Stunden später ENDLICH mal an dem Monstrum von Baum ankam. Was zum Henker… Er stemmte seine Hände auf die Knie und japste nach Luft. Aus dem kleinen Spaziergang wurde echt ein Marathon! Und… hey! Da war ein blonder Typ! In… komischer Kleidung… Aber den könnte man sicher nach dem Weg fragen! Oder auch nicht? Ein seltsames Mädchen näherte sich ihm und… Was war das für eine Hautfarbe…? Wo war er hier?! Schlief er noch!? Ehe er sich dazu gesellen konnte, erschien noch eine Person auf der Bildfläche und bei dem Anblick dieses riesigen Tieres an ihrer Seite stieß er wieder einen spitzen Schrei aus, kam panisch hinter einem Baum hervor und hielt schützend die Hände vor das eigene Gesicht.
      „Ich komme in Frieden!“, rief er und wedelte aufgeregt mit den Händen. Sie trugen alle seltsame Kleidung, sahen seltsam aus und… WO WAR ER!?
      "POSSE... We are. We always will be. Because we're a posse, we want to help you. Whatever it takes to fulfill your dream, we're willing to do. But... You're being manipulated, Seifer. You've lost yourself and your dream. You're just eating out of someone's hand. I want the old you back! Since I can't get through to you, all I have now to rely on is Squall! It's sad... Sad that I only have Squall to rely on... Seifer! Are you still gonna keep goin'?"

      - Fujin to Seifer <3
    • Argus Khalimar

      Er war bereits vor einigen Stunden an der Weltenkreuzung angelangt und hatte dort bereits die Nähere Umgebung etwas ausgekundschaftet.
      Als konnte sein Pferd spüren, dass sie ihre Destination erreicht hatten, blieb es stehen und weigerte sich stur, noch einen weiteren Schritt zu gehen.
      Geschlagen seufzte Argus, bevor er schließlich vom Sattel stieg. "Du hast ja recht. So langsam verdienst du mal eine Pause." Gestand er ein, während er begann nach und nach die Riemen zu lösen, die sein Gepäck sicherten, und dieses vom Rücken seines Rosses zu hieven. Von seiner Last befreit schüttelte der kastanienbraune Hengst sich erleichtert und ließ ein mürrisches Wiehern ertönen, bevor er sich endlich wieder vom Fleck bewegen ließ. An einem der umliegenden Bäume band er das Tier schließlich fest. Den Rest der Umgebung musste er wohl zu Fuß erkunden. Die paar Schritte würden ihn schon nicht umbringen.
      Dazu kam er jedoch nicht. Er war nicht mehr alleine. Eine weibliche Figur kam auf den großen Baum zu, noch schien sie ihn nicht bemerkt zu haben.
      Argus erkannte, dass sie wohl ein Tiefling war, worauf seine Miene sich unwillkürlich verdüsterte.
      Er hatte bereits einiges über diese humanoiden Rasse gelesen. Selten stand etwas gutes über diese gehörnten Wesen geschrieben.
      Dass nun so jemand hier erschien, konnte doch kein gutes Zeichen war. Als sie ihn bemerkte und sich ihm zuwand, bemerkte er schließlich die Feder um ihren Hals.
      Oh.
      Im Ernst?
      Seine Reaktion animierte sie anscheinend, sich ihm als Thalia vorzustellen.
      Wortlos musterte er die Hand der Magierin vor sich.
      War dies irgendein Trick?
      So recht wusste er nicht, was er sagen sollte, und so breitete sich eine unangenehme Stille aus.
      Diese währte jedoch nicht lange, als ein seltsames Klappern die Aufmerksamkeit beider erregte.
      Die Quelle des Geräusches war nichts anderes als eine gigantische Spinne, welche sie geradewegs anstarrte.
      Erschrocken wich er zurück, und auch die Magierin gab ein überraschtes Quieken von sich.
      Rasch bemerkte Argus jedoch das Mädchen daneben, welches das Biest mit einer Hand zurück hielt und eine goldene Feder zückte. Sie war also ebenfalls eine von ihnen.
      Schnell musterte er die Elfe, welche sich als Beatrix vorstellte und nun in eine ernste Haltung verfallen war.
      Elfen verließen für gewöhnlich selten ihre eigenen Königreiche und traten noch seltener in Kontakt mit anderen Rassen.
      Soweit er wusste, waren die meisten dieser Art auch eher adeligen Geschlechtes und bestanden zumeist aus Gelehrten. Doch sie? Ihre Kleidung und der Bogen, den sie mit sich trug, zu urteilen, entsprach sie nicht dem typischen Bild einer Elfe. War sie eine Schützin? Eine Jägerin?
      Und dann war da noch… die Spinne. 'Elzbeth' hatte das Mädchen sie genannt. Hatte… Diese Elfe allen Ernstes ein Arachnoiden dieser Größenordnung als Haustier?
      Eine seltsame Mischung aus Neugierde, Abscheu und Faszination überkam ihn, die er emotional nicht recht zuzuordnen vermochte.
      So konnte er nicht anders, als dem Geschehen stumm zuzusehen, während er gleichzeitig darauf achtete, den gefährlich aussehenden Mandibeln der Spinne möglichst weit entfernt zu bleiben. Ob sie wohl giftig war?



      Thalia Valentine

      Beim Anblick der gewaltigen Spinne reagierte das Mädchen schon instinktiv mit einem überraschten Laut und zurückgelegten Ohren.
      Sie war schon kurz davor, einen Zauber in die Richtung des Achtbeiners zu schleudern, als sie noch gerade rechtzeitig die Blutelfe daneben registrierte, welche eine bekannt aussehende Feder empor hielt.
      Sie war also auch eine Auserwählte!
      Erleichtert stieß Thalia einen Seufzer los und entspannte sich sogleich wieder aus der Kampfposition, die sie unbewusst angenommen hatte.
      Beatrix also. Und die Spinne besaß auch einen Namen? Wenn sie einen Namen hatte, bedeutete dies wohl, dass es nicht bloß irgendein wildes Tier war. Moment hieß das etwa- "Oh wow, hast du etwa eine Spinne gezähmt?" Entfuhr es Thalia vor lauter Neugierde und Faszination laut. Schnell räusperte sie sich verlegen. Mist, das wollte sie eigentlich gar nicht so laut aussprechen.
      "Aber wo bleiben bloß meine Manieren? Ich bin Thalia Valentine. Freut mich, euch beide kennen zu lernen." Stelle sie sich zum zweiten Mal an diesem Tage fröhlich vor und verringerte den Abstand zwischen ihnen, um der Jägerin ihre Hand anzubieten. Vielleicht würde diese, im Gegensatz zu dem stummen Kameraden hinter ihr, diese nicht nur wortlos anstarren?
      Doch bevor sie die Distanz überwinden konnte, ertönte ein plötzlicher Schrei. Ihre Ohren spitzten sich in vollkommener Alarmbereitschaft, als sie in die Richtung des Schreies spähte.
      Hinter einem Baum taumelte ein Mensch hervor. Die Panik und Irritation stand ihm deutlich ins Gesicht geschrieben. Und seine Kleidung war… seltsam, um es milde zu formulieren.
      Sie wirkte viel zu leicht, um irgendeinen Schutz zu bieten, ein Krieger war er also nicht. Zu den Roben eines Priesters oder Magiers passten sie jedoch auch nicht. Zumal sie furchtbar unpraktisch aussah.
      Die Magierin hatte zuvor noch nie Kleidung dieser Art gesehen. Kam er vielleicht aus einem anderen Land?
      "Hey, keine Sorge, wir tun dir schon nichts!" Versuchte Thalia ihn mit sanfter Stimme zu beruhigen und hoffte, dass sie damit auch für die anderen beiden sprach.
      Auch wenn Elzbeths Äußeres doch schon irgendwie ziemlich bedrohlich wirkte.
      In der Absicht, die Situation etwas zu deeskalieren hob sie beide Hände, um zu signalisieren, dass sie unbewaffnet war und keine bösen Absichten besaß, bevor sie einen langsamen Schritt auf den Unbekannten zuging.
      Sie wollte noch etwas sagen, doch die Worte blieben ihr im Halse stecken, als sie in diesem Moment etwas aus dem Augenwinkel wahrnahm. Überrascht blickte sie an sich herab, wo die Feder um ihren Hals sanft zu leuchten begann. Huch, das hatte sie vorher noch nicht getan.
      Irritiert griff Thalia danach und hob sie etwas an. Kaum hatte sie diese in die Richtung des Rothaarigen bewegt, intensivierte sich das Leuchten ein wenig, als würde die Feder auf seine Anwesenheit reagieren.
      Fragend blickte sie von der Feder, zum Unbekannten, auf ihre beiden Kameraden und wieder zurück zur Feder.
      Könnte das eine Art Wegweiser sein?
      Ein Wegweiser… zum Helden?
    • Beatrix Dominicus
      Sie konnte die Situation nicht richtig einschätzen. Zwei ihr fremde Rassen, beide sahen nicht sonderlich begeistert durch ihr Erscheinen aus und die Blicke auf ihre treue Weggefährtin sprachen ebenfalls Bände. War es vielleicht doch ein Fehler gewesen, sich dem ganzen hier anschließen zu wollen? Mit einem Mal war sie nicht mehr so zuversichtlich und die Stimmung ließ sie immer angespannter werden. Elzbeth klapperte leise neben ihr und stellte vorsorglich eins ihrer langen Beine vor ihre Besitzerin. Sie würde nicht angreifen, aber sie wollte hier klar stellen, dass man sich der Elfe nicht so ohne weiteres nähern könnte.
      Nun… Es sollte seltsam weitergehen. Der Blondschopf schwieg, musterte die Neuankömmlinge nur, während der Tiefling Interesse an einer Unterhaltung zu haben schien. Über diese Rasse hatte sie bisher auch nur in der Schule gehört, bzw. etwas gelesen oder durch Informationen anderer. Ihr Ruf war nicht sonderlich gut gewesen, man betrieb auch ungerne Handel mit ihnen… Aber dieses Exemplar hier schien von der naiven Sorte zu sein. Sprach wohl eher, als sie nachdachte und versuchte sich in guten Manieren. Beatrix war die letzte, die so etwas kritisierte. Der Wille schien vorhanden zu sein, sie würden wohl alle zusammenarbeiten müssen… Und die Elfe wollte nicht der Grund sein, wieso dies nicht möglich wäre. Die Leute aus ihrer Stadt hatten ihr auch noch geraten, mit allem möglichen zu rechnen. Man wusste nie, wer auserwählt wurde, aber die Schicksalsgöttin würde sich ihren Teil dazu schon gedacht haben. Wenn sie einen Tiefling und… War das ein Mensch? Wenn sie diese beiden mit ihr zusammen für einen Trupp zusammenstellte, dann dürfte das schon seinen Sinn haben. Hoffte sie…
      Die Unsicherheit blieb, es war eher selten, dass sie sich mit anderen zusammentun musste. Der Vorteil als Jägerin, man blieb für sich. Oder eben mit Elzbeth.
      „Freut mich.“, nickte Beatrix kurz, war schon bereit, die Floskeln der Begrüßung zu vollziehen, als die Aufmerksamkeit aller auf einen Schrei gelenkt wurden. Ein junger Mann trat hinter den Bäumen hervor und schien völlig durch den Wind zu sein. Panisch verkündete er, dass er in Frieden käme und Thalia war die erste, die versuchte ihn zu beruhigen. Seine Kleidung war seltsam… Die schützte doch niemanden hier draußen. Und bewaffnet war er auch nicht… Allem Anschein nach ein Mensch. Vielleicht ein Magier? Heiler? Die verteidigten sich ohne Waffen… Ah, das erklärte den stummen Blondschopf der Gruppe. Leichte Kleidung, keine Waffen. Er kämpfte anders.
      Aber dieses Panikbündel? Die Spinne neben ihr klapperte ungeduldig und deutete mit einem ihrer Beine auf den Neuen, danach auf die Feder des Tiefling und auch die Feder in der Hand der Elfe fing an zu flackern.
      „Du hast recht…“, sprach sie zu ihr und sah zu dem Rotschopf, „Auf ihn haben wir wohl gewartet.“ Auf einen panischen und verängstigten Menschen in seltsamer Kleidung. Und er soll die Welt retten? Er ist der Held? Nun, man durfte nicht vorschnell urteilen. Sie würde abwarten, wie sich das ganze hier entwickelte und tätschelte den Kopf ihrer Spinne.
      „Halt dich zurück, wir müssen wohl einige Zeit miteinander auskommen und das möglichst ohne, dass sie Angst vor dir haben, ja?“ Als Antwort klapperte man entspannt vor sich hin und ließ die Elfe auch ein paar Schritte nach vorne treten, um sich an der Unterhaltung beteiligen zu können. Und wenn es nur zuhören war. Gleich drei Fremde. War sie nicht gewohnt.

      Yuri Kona
      Er hielt die Hände weiter abwehrend vor sich und versuchte einen unschuldigen Eindruck zu vermitteln. Er wollte nichts! Er konnte nichts! Er hatte nichts, was von Interesse sein könnte! Er wollte einfach nur am Leben bleiben! Und diesen Tag hier überstehen! Ängstlich sah er über seine Hände hinweg zu der kleinen Gruppe und musterte sie erneut. Es waren allesamt seltsame Gestalten… Lediglich der Blondschopf könnte ein… Ein Nachbar sein… Ebenfalls ein Mensch eben, aber sein Blick war alles andere als einladend.
      Bei dem riesigen Spinnentier hoffte er inständig, dass die ihn nicht gleich überfallen würde und auch die Frau, die daneben stand, wirkte etwas bedrohlich mit dem Bogen auf dem Rücken… Und diesen komischen Ohren… Die Haarfarbe… Aber das Ganze wurde nur getoppt von der, die auf ihn zuschritt. Er wusste gar nicht, wo er da anfangen sollte mit mustern! Die Hautfarbe, diese… Waren das Hörner!? Und ihre Ohren konnten sich bewegen! Mit jedem Schritt, denn sie auf ihn zuging, trat er einen zurück. Wo war er denn hier gelandet?! War das… Eine Convention?
      „Darauf würde ich vielleicht nicht wetten.“, versuchte er einen Witz zu machen, klang aber nur panisch und japste nach Luft. Sein Herz raste, seine Gedanken konnte er überhaupt nicht ordnen und er hatte einfach nur Angst. Angst vor dem Unbekannten. Wieso wünschte er sich nur, aus seinem gewohnten Umfeld fliehen zu wollen? Er wollte zurück in seine Stadt! In seine Wohnung! Die Jobsuche wäre doch schon aufregend genug gewesen und nicht… Das hier…
      Als um ihn herum dann auch noch diese komischen Federn anfingen zu leuchten, dieser komische Kristall auf seinem Handrücken darauf reagierte und ebenfalls leuchtete, war es vorbei bei ihm. In seiner Panik ließ er sich auf den Boden sinken und erstarrte einfach für den Moment. Was hatte er getan? Er hatte einen Vertrag unterzeichnet. Was hatte das alles zu bedeuten? Er war doch eben noch in der Innenstadt, er hatte ein Bier getrunken und… Dieses Licht… Diese Federn hatten das gleiche Licht, dem er gefolgt war… WO war er hier nur? Und auf was hatte er sich da nur eingelassen…? Wer waren diese Leute? Also… Man sprach von einem Jobangebot und darüber, was er sich wünschte. DAS HIER WAR NICHTS DAVON! Er sah weder einen Job noch war es sein Wunsch, sich hier im nichts wiederzufinden!
      „Wo bin ich hier…?“, fragte er dann schließlich und sah zu dem Mädchen mit der gewöhnungsbedürftigen Hautfarbe, die sich ihm eh schon genähert hatte, „Ich war eben noch bei mir in der Innenstadt und jetzt… Was ist hier los?“
      Er versuchte erneut, den letzten Abend Revue passieren zu lassen. Die Enttäuschung seiner Familie, das Bier… Die Röhre. Das Licht, das Jobangebot. Der Vertrag. Der Sturz… Und sein Erwachen in der Pampa. Dieser riesige Baum… Die drei Fremden und das Monstertier.
      „Ich weiß nur noch, ich bin durch eine Röhre geklettert… Und eine Stimme sprach etwas davon, dass sie ein Jobangebot hätte. Und mir erfüllen würde, was ich mir wünsche. Ich bin dann in eine schwarze Tiefe gestürzt, musste einen Vertrag unterschreiben… Und jetzt…“, saß er im Gras und war überfordert mit allem. Und immer wieder die gleiche Frage: Was war hier los? Wo war er? Wie kam er wieder zurück? Wer waren die Leute um ihn herum? War man Freund oder Feind? Obwohl, bei Feind hätte man ihn vielleicht schon längst erledigt… Vielleicht wollte man ihn in Sicherheit wiegen? Er konnte die Lage überhaupt nicht einschätzen. Nicht mal im Ansatz… Er konnte sich nicht entsinnen, dass es auf der Erde einen Ort gab mit so einem gewaltigen Baum. Das war ein schlechtes Zeichen… Der Kristall auf seinem Handrücken ebenfalls… Er betrachtete ihn nachdenklich und tippte erneut dagegen. Nichts passierte. Das leuchten ließ langsam nach.
      "POSSE... We are. We always will be. Because we're a posse, we want to help you. Whatever it takes to fulfill your dream, we're willing to do. But... You're being manipulated, Seifer. You've lost yourself and your dream. You're just eating out of someone's hand. I want the old you back! Since I can't get through to you, all I have now to rely on is Squall! It's sad... Sad that I only have Squall to rely on... Seifer! Are you still gonna keep goin'?"

      - Fujin to Seifer <3
    • Argus Khalimar

      Die Laune des jungen Magiers sank kontinuierlich, während er dem absurden Schauspiel folgte.
      Wie seine beiden Weggefährten hatte auch er den tieferen Sinn, den die goldenen Federn inne hielten, realisiert. Damit sollten sie sich nicht nur gegenseitig erkenntlich zeigen, sondern auch zum Helden geführt werden.
      Nur dass dieser vermeintliche Held sich alles andere als heldenhaft benahm.
      Was hatte Argus erwartet? Einen Ritter in strahlender Rüstung? Einen erfahrenen Krieger? Ein weiser Gelehrter? Irgendetwas in diese Richtung. Womit er eindeutig nicht gerechnet hatte war ein dürrer, hysterischer junger Mann, der anscheinend genauso wenig Ahnung hatte, was vor sich ging, wie die anderen drei versammelten Personen. Nein, noch schlimmer: Er schien noch weniger Ahnung zu haben als sie.
      Der Tiefling schien eine alles andere als beruhigende Wirkung auf den jungen Mann zu haben, auch wenn sie offensichtlich versuchte, die Situation zu deeskalieren und anscheiend selber nicht realisierte, dass sie womöglich einen eher abschreckenden Eindruck vermittelte.
      Argus stieß einen langen Seufzer aus. So konnte das doch nicht weitergehen.
      Entschlossen ging er an Thalia vorbei auf den “Helden” zu, welcher mittlerweile zu Boden gesunken war und in seinen eigenen Gedanken zu taumeln schien.
      “Atme erstmal tief durch.” wies er ihn mit beruhigender Stimme an, als er ihm eine Hand auf die Schulter legte.
      Hinter sich hörte er ein leises “Er kann ja doch reden.” welches er gekonnt zu ignorieren versuchte.
      “Keiner hier will dir etwas Böses antun. Genau wie du wissen wir aber auch nicht so genau warum wir hier sind. Warum atmen wir alle nicht einmal tief durch und gehen langsam nach und nach durch, was wir wissen und finden gemeinsam heraus, warum wir hier sind?” fuhr er fort und legte eine kurze Pause ein, damit sein Gegenüber zeit hatte, seine Worte wirken zu lassen und sich gedanklich zu sammeln.
      “Warum fangen wir nicht simpel an? Mein Name ist Argus, Das dort sind Thalia und Beatrix” Er deutete mit einer Handbewegung abwechselnd auf den Tiefling und die Elfe “Und… Elzbeth.” ergänzte er schnell. “Willst du uns auch deinen Namen verraten?”
      Eigentlich brannten dem Blondschopf so einige Fragen auf der Zunge, die er sich aber zu Stellen zurückhielt. So wie der Rothaarige im Augenblick auf ihn wirkte, schien alles schon überfordert genug für ihn zu sein, da sollte er zunächst einmal klein anfangen.
      Während er auf die Antwort des Anderen wartete, folgte er seinem Blick zu dem Kristall auf seinem Handrücken. Was hatte es bloß damit auf sich? Gerade eben hatte er noch im Einklang mit den Federn geleuchtet. So etwas in der Art hatte er noch nie zuvor gesehen.


      Thalia Valentine

      Überrascht beobachtete sie, wie der Stumme sich neben den Helden auf den Boden hockte und beruhigend auf ihn einsprach. “Er kann ja doch reden.” dachte sie vor sich hin und realisierte, dass sie ihre Gedanken schon wieder vor sich her gemurmelt hatte. Upps. Argus - wie er sich nun endlich vorgestellt hatte- schien dies zum Glück entweder nicht gehört zu haben, oder gekonnt zu ignorieren.
      Nachdem der andere Mensch irgendetwas von einem Jobangebot und Vertrag geredet hatte, wollte Thalia eigentlich sogleich anfangen Fragen zu stellen, doch sie realisierte, dass es vermutlich gar keine so schlechte Idee war, die Situation zuerst einmal zu beruhigen.
      So versuchte sie geduldig abzuwarten, wie die anderen reagieren würden, doch ihre Gedanken begannen zu schweifen. Wenn sie nervös oder panisch war, was half ihr dann am besten herunter zu kommen? Beruhigende Worte? Gutes Essen? Oh! Ihre Ohren stellten sich auf, als ihr eine Idee in den Sinn kam und sie sogleich in ihrer Tasche herum zu kramen begann.
      Sie hatte bei ihrem Aufbruch so viel Proviant bekommen, da gab es doch bestimmt irgendetwas, was sich als gute Nervennahrung eignen konnte?
      Schnell wurde sie fündig. Triumphierend holte Thalia ein in Tüchern gewickeltes Etwas hervor.
      “Hier, vielleicht hilft das ein wenig!” bot sie freundlich an und präsentierte dem nervösen jungen Mann ein kleines, rundes Gebäck Teilchen.
      Argus misstrauischer Blick durchbohrte sie förmlich, worauf sie die Augen verdrehen musste. “Darin sind nur Honig und Nüsse. Es ist schon nicht vergiftet!” versicherte sie und brach ein kleines Stückchen davon ab, welches sie demonstrativ in ihren eigenen Mund warf.
    • Beatrix Dominicus
      Diese fragwürdige Szenerie ging weiter, wie in einem schlechten Roman. Diese, wo man nicht vorhersehen konnte, was passierte, aber sich leider keine Spannung aufbaute, sondern eher zunehmend verwirrt wurde und das Interesse verlor. Letzteres traf hier zwar nicht zu, aber... Der schmächtige Rotschopf war der Held. In welcher Form? Nach einem Krieger sah der nun wirklich nicht aus. Marodeur belustigte sie eher, wenn sie sich gedanklich vorstellte, wie er eine Axt schwang... Nein, das war kein angebrachtes Verhalten und auch keine angebrachte Denkweise. Bestimmt hatte der verängstigte Bengel etwas anderes zu bieten. Es musste ja einen Grund geben, wieso gerade er auserwählt wurde. Zwar war das noch nicht ersichtlich...
      Beatrix näherte sich den anderen dreien, damit sie der Unterhaltung folgen konnte, während Elzbeth sich im Hintergrund hielt. Nur, was sollte sie machen? Sagen? Sie war etwas ungelenk in solchen Situationen, gerade wenn jemand allem Anschein nach so überfordert war, dass er... eine Panikattacke hatte? Oder so etwas in der Art. Eigentlich sah sie es immer als Vorteil, als Einzelgänger nur auf sich bedacht sein zu müssen. Ab und an traf man sich mal mit ein paar Leuten aus ihrer Stadt, aber denen musste sie nie seelischen Beistand leisten. Jetzt... Mit einer Gruppe aus vier Leuten, müsste sie da wohl etwas umdenken.
      Aaaaber das konnte warten. Ehe sie vielleicht etwas falsches sagen würde (und das Unglück des Bengels noch vergrößerte), mischte sich der Blonde ein, der bis dato schweigsam die Szenerie beobachtete. Überrascht musste die Elfe feststellen, dass er trotz seiner mürrischen Erscheinung wohl einiges mehr an Feingefühl besaß, als sie selber (was nun wirklich keine Kunst war, vermutlich besaß jeder Stein mehr Feingefühl...).
      Und da hatten sie auch mal einen Namen. Argus also. Ihre Vermutung war weiterhin, dass er etwas in Richtung Magier sein musste, so ganz ohne Waffen. Wie auch bei dem Tiefling. Aber zwei Magier?
      Bei der Vorstellungsrunde hob man kurz die Hand zum Gruß und auch ihre Begleiterin freute sich, als man sie namentlich erwähnte, hob ebenfalls eins der vorderen Beine, hielt sich aber weiterhin Abseits auf.
      Das gab ihr doch etwas die Chance, den Auserwählten zu mustern. Panisch war er, verängstigt. Er schien auf keinen Fall aus der Gegend hier zu kommen, das tat wohl keiner von ihnen. Aber diese Kleidung war seltsam. Viel zu leicht, um sich in einem Kampf behaupten zu können. Nur welche Stadt oder Dorf trug so etwas? Gut, sie musste natürlich auch zugeben, dass sie zwar oft außerhalb der Stadtmauern umherzog, aber den Wald selber nie verließ. Das meiste Wissen der Welt außerhalb bezog sie aus Büchern und den Geschichten, die ihr die reisenden Händler berichteten. Und natürlich aus dem Unterricht. Trotz ihres eigens gewählten Berufes genoss sie eine sehr gute Schulbildung. Musste sie.
      Sie schweifte ab. Der nächste Anlaufpunkt der Truppe sollte vielleicht eine Taverne sein... Mit dem Essen hatte der Tiefling nicht unrecht und um zu überleben brauchte der Bengel ordentliche Kleidung.

      Yuri Kona
      Vielleicht lag er auch im Koma? Man wusste ja nicht viel, was sich bei den Komapatienten im Kopf abspielte, vielleicht genau so etwas? Aber käme das nicht einem Traum näher? In dem man keine Schmerzen, keine Gefühle nichts verspürte? Und hier spürte er eindeutig, dass er auf weichem Gras saß, der Wind um seine Ohren fegte und sich einer der Truppe näherte, um ihm die Hand auf die Schulter zu legen. Auch das merkte er deutlich, er war wach. Und vorsorglich tat man, wie ihm gesagt wurde, und er atmete einmal tief durch. Und noch mal. Es beruhigte ihn zwar nicht, aber die nächsten Worte des Fremden taten ihr übriges. Sie hatten also auch keine Ahnung, wie er, wo sie waren? Der Vorschlag klang auch vernünftig und nach einer kurzen Bedenkzeit nickte er langsam. Zusammentragen, was für Informationen vorlagen und dann eine Lösung finden.
      Bei der Vorstellungsrunde sah er die einzelnen Personen an, zuckte etwas zusammen bei dem Spinnentier und auch die Dame in blau war ihm weiterhin nicht geheuer, und er sah auch sparsam drein, als man ihm etwas zu Essen anbot. Nun... Von Fremden etwas annehmen... Seine Mutter würde einen Herzinfarkt bekommen. Andererseits... Ihm blieben nicht viele Optionen. Honig und Nüsse klangen eigentlich ganz in Ordnung... Was solls. Schlimmer konnte es ja kaum werden. Vielleicht vergiftete man ihn ja? Dann wäre diese Szenerie sehr schnell vorbei! Vertrag hin oder her...
      „Danke.“, er griff sich das Teilchen und brach sich ebenfalls ein Stück ab, „Mein Name ist Yuri...“, fing er dann langsam an, nachdem er das Gebäck herunter geschluckt hatte, „Und ich komme aus Sendai. Ich hab lange für meinen Vater in seiner Firma gearbeitet, aber als mein Bruder mich übergangen hat, wollte ich da raus. Ich weiß nur noch, dass ich ein Bier getrunken hatte, mich aufgeregt hatte... Und betrunken den Rückweg zu meiner Wohnung antrat. Da war dann dieses komische Licht... Wie eben, aus den Federn da. Man bot mir einen guten Job an und ich... Bin dem Ruf gefolgt. Ich bin in eine Röhre geklettert, fiel in die Tiefe und man stellte mich vor die Wahl, einen Vertrag zu unterzeichnen oder zu sterben.“, er wiederholte die Geschichte und massierte sich die Stirn, „Das klingt alles so... albern. Ein Jobangebot aus einer Röhre von einem Licht. Das Angebot beinhaltete etwas, was ich mir schon immer gewünscht hatte. Aber ich weiß gar nicht, was das sein sollte...“
      Es klang so absurd... Wer nahm schon ein Jobangebot von jemandem an, der aus einer Röhre heraus zu ihm sprach? Langsam hob er seine Hand, mit dem Kristall auf dem Handrücken, und betrachtete den Stein.
      „Was bedeutet das?“
      "POSSE... We are. We always will be. Because we're a posse, we want to help you. Whatever it takes to fulfill your dream, we're willing to do. But... You're being manipulated, Seifer. You've lost yourself and your dream. You're just eating out of someone's hand. I want the old you back! Since I can't get through to you, all I have now to rely on is Squall! It's sad... Sad that I only have Squall to rely on... Seifer! Are you still gonna keep goin'?"

      - Fujin to Seifer <3
    • Argus Khalimar

      Der Junge stellte sich ihnen als Yuri vor - was in Argus Ohren schon nach einem ziemlich ungewöhnlichem Name klang- und begann, wie vorgeschlagen damit, seine Version der Geschichte zu erzählen.
      Statt wie erhofft Antworten zu bekommen, Türmten sich bei Argus nur noch mehr Fragen auf.
      Wo bitte lag Sendai? Von diesem Ort hörte er soeben zum ersten Mal. Und auch alles was Yuri danach erzählte klang seltsam.
      Hatte er sich etwa den Kopf gestoßen? Und dadurch eine Gehirnerschütterung bekommen?
      Der Heiler sah sich den Rothaarigen etwas genauer an. Seine Wangen und Ohren waren ein wenig gerötet, aber Yuri sprach eben auch davon, betrunken gewesen zu sein, bevor er in diese ominöse Röhre fiel. Seien Pupillen wirkten gleich groß und völlig normal, was auf dem ersten Blick zunächst gegen eine Gehirnerschütterung sprach.
      Vielleicht bot der Kristall an seinem Handrücken Ja mehr Antworten.
      "Darf ich kurz einmal schauen?" fragte er seinen Gegenüber Sicherheitshalber freundlich, bevor er den zuvor Leuchtenden Stein in Augenschein nahm.
      Er sah so normal aus. Naja, so normal wie ein Sein, der jemandem im Handrücken steckte eben aussehen konnte. Erwartet Hatte Argus aber etwas ganz anderes. Normalerweise reagierte der Körper, egal welcher Spezies man angehörte, darauf, wenn Plötzlich Fremdkörper in ihm Steckten. Rötungen oder Schwellungen um die Einstichstelle herum als natürliche Abwehrreaktion oder zumindest etwas Blut an der Wunde. Aber davon war hier nichts zu sehen. Als wäre er vollkommen natürlich in die Hand gewachsen, ruhte der Stein dort, entgegen jeglicher medizinischer Logik.
      "Ich habe eine Vermutung!" Hörte der Blonde die Stimme des Tieflings hinter sich.
      Überrascht wandte er sich an sie.


      Thalia Valentine

      Es war offensichtlich, dass alle Anwesenden mit der Situation überfordert waren. Selbst Argus, welcher eben noch den zuversichtlichen Eindruck gemacht hatte, des Rätsels Lösung nahe zu sein, wirkte nun alles andere als Sicher.
      Gedanklich ließ sie sich Yuris Worte nochmal durch den Kopf gehen.
      Ein Angebot von einem Licht? Ein Licht das aussah wie das von den Federn? Thalia hatte selber nur einmal zuvor so ein Licht gesehen: In ihrem Traum.
      Für sie bestand als kein Zweifel, dass Yuri wohl mit der Schicksalsgöttin gesprochen haben musste. Was für eine Ehre!
      "Ich habe eine Vermutung!" Mit diesem Ausruf erlangte sie sogleich die Aufmerksamkeit ihres Teams.
      Ein kleines Lächeln umgab ihre Lippen als sie sich ebenfalls ins Gras zu Argus und Yuri dazu hockte und nun auf Augenhöhe mit dem Rotschopf war.
      "Das Licht was du gesehen hast. Und die Stimme. Ich glaube das war die Schicksalsgöttin! Sie hat dich wohl auserwählt und als würdig empfunden. Uns drei hat sie nämlich hierher zur Weltenkreuzung geschickt, um den neuen Helden zu empfangen." Sie wartete einen Augenblick um fortzufahren, damit Yuri etwas Zeit hatte, um ihre Worte richtig aufzufassen. "Und ich glaube du bist dieser Held!"
      Ihre Augen funkelten vor Aufregung und ihr Lächeln wurde breiter, als sie ihre Vermutung laut äußerte.
      Gut, vielleicht sah Yuri auf dem ersten Blick noch nicht sehr heroisch aus, aber der Schein konnte schließlich trügen! Die Göttin hatte sich ihn gewiss nicht ohne Grund ausgesucht!
    • Beatrix Dominicus
      Da nun bereits alle im Gras saßen, tat die Elfe es ihnen gleich und gesellte sich neben den Blondschopf auf den Boden. Im Schneidersitz war es dann doch bequemer, als auf den Knien zu sitzen und sie lauschte der Erzählung, während sie aus ihrem Beutel einige Landkarten zog. Sie hatte für die verschiedenen Ortsteile eine Übersicht, aber von diesem Ort, von dem der neue Bengel kommen wollte, hatte sie noch nie etwas gehört. Erklärte aber vielleicht seine Aufmachung? Vielleicht ein Teil der Welt, der bislang noch nicht erforscht war? Möglich.
      Die Pergamentrollen hielt sie in den Händen, als Argus neben ihr den Handrücken des Rotschopfes etwas genauer unter die Lupe nahm. Interessiert musterte sie den Stein, ehe der Tiefling die Aufmerksamkeit auf sich lenkte und ihr Blick zu dieser wanderte.
      „Plausibel.“, bestätigte sie das Mädchen und zuckte leicht die Schultern, „Es erklärt zumindest die Reaktion der Federn auf seinen... Stein.“, sie deutete auf den Handrücken, „Ich kann ein paar Landkarten beisteuern, vielleicht finden wir den Ort, aus dem du kommst?“, fragte sie vorsichtig an und hielt dem Rotschopf die Pergamentrollen entgegen, die man ihr zögerlich abnahm. Nicht ohne alle Beteiligten mit einem erneuten, skeptischen Blick zu beurteilen. Und ein erneutes Quieken des vermeintlichen Heldens, als Elzbeth hinter ihr auftauchte und neugierig über ihre Schulter lugte, was ihre Besitzerin auf dem Boden trieb.
      „Elzbeth ist harmlos.“, erklärte sie in die Runde und tätschelte kurz den Kopf ihrer Spinne, „Sie ist mit den Hunden im Haus aufgewachsen und... hat ihr Verhalten übernommen. Minenspinnen gibt es in dieser Gegend nicht. Ihr Gift nutzt sie nur zum Angriff, wenn wir in Gefahr sind. Ansonsten sind ihre Stacheln ohne Wirkung.“, sie hoffte, dass die Erklärung ihre neuen Teamkameraden ein wenig... beruhigen würden. Zumindest Yuri schien eeetwas entspannter zu sein, seine Haltung lockerte sich.
      „Ich möchte niemanden drängen, gerade weil unsere Konstellation noch keine Erfahrungswerte aufweist, aber all zu lange sollten wir hier nicht in der Gegend verweilen. Es wird nachts recht kalt, Yu- wie war der Name?“
      „Yuri.“
      „Genau... Wir müssen Yuri vielleicht Kleidung besorgen, die ihn vor einem Angriff schützt.“, „soweit die Überlegung, „Außer du hast etwas zur Verteidigung bei dir?“, fragte man trotzdem hoffnungsvoll nach. Wenn nicht...

      Yuri Kona
      Er endete mit seiner Erzählung und sah in fragende Gesichter. Na herrlich... Die schienen ja alle genauso viel Plan von den Umständen zu haben, wie er selber. Auf die Nachfrage, ob man sich den Stein in seiner Hand näher betrachten dürfte, nickte er kurz und hielt dem Blondschopf diese entgegen. Vielleicht gab es eine Erklärung? Eine total einleuchtende, auf die er bislang nicht kam und nichts mit Koma oder ähnlichem zu tun hatte?
      Nein. Es folgte erneut die Story mit dem Helden. Und einer Schicksalsgöttin. Und seinem ungläubigen Blick.
      „Ich bin kein Held.“, konnte er lediglich darauf antworten und schüttelte vehement den Kopf, „Da muss ein Irrtum vorliegen!“ Unter einem Helden stellte er sich etwas ganz anderes vor! Jedes Buch, jeder Film und jede Serie präsentierte einen Helden immer als groß, stark, furchtlos... Mächtig! Unerschrocken stürzt er sich in jeden Kampf, rettet Menschen, Lebewesen... Ach was, ganze Städte vor einer Katastrophe! Und er? Er konnte Computer reparieren und Systeme dafür schreiben. Das klang wahrlich alles andere als heldenhaft.
      Dankbar nahm er die Pergamentrollen entgegen und ließ wieder ein erschrecktes Quietschen los, als hinter dem Mädchen dieses riesige Tier auftauchte und ihn direkt anstarrte. Vielleicht wollte es ihn jetzt fressen? Oder... Auch nicht. Etwas erleichtert atmete man aus nach der Erklärung, auch wenn er dieser nicht ganz glauben schenken konnte. Andererseits... Hier schien ja gerade alles möglich... Er besah sich die Pergamentrollen und rollte eine nach der anderen auseinander, besah sich ungläubig die Karten. Das waren... Was waren das für Orte? Die Linien der Kontinente passte gar nicht und... Wenn das offizielle Karten von hier sein sollten, dann...
      „Yuri.“, erklärte er erneut, als man über ihn sprach, und rollte langsam die Karten wieder zusammen. Auf keiner war sein Ort. Sein Ort konnte auf keiner sein, wenn er nicht mehr in seiner Welt war. Dieser Gedanke kam ganz langsam bei ihm an... Es war kein Traum. Die Berührungen, der Boden unter ihm... Alles real.
      „Zur Verteidigung? Vor was?“, fragte er nach, griff sich an die Brust und ertastete den Gurt seiner Umhängetasche. Ah! Die hatte er ja noch bei sich! Eifrig zog er am Gurt, um die Tasche auf seinen Schoß zu ziehen und öffnen zu können.
      „Ich hab... Mein Handy, natürlich ohne Empfang... Mein Netbook, Ladekabel... Portemonnaie...“, er verteilte alles auf dem Boden, „Meine Lesebrille... Das war's“.
      Dem Blick der Spinnenbesitzerin nach zu urteilen, hatte sie etwas anderes erwartet...
      "POSSE... We are. We always will be. Because we're a posse, we want to help you. Whatever it takes to fulfill your dream, we're willing to do. But... You're being manipulated, Seifer. You've lost yourself and your dream. You're just eating out of someone's hand. I want the old you back! Since I can't get through to you, all I have now to rely on is Squall! It's sad... Sad that I only have Squall to rely on... Seifer! Are you still gonna keep goin'?"

      - Fujin to Seifer <3