Heaven and Hell on Earth [Attari & Zdrada]

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    • Heaven and Hell on Earth [Attari & Zdrada]

      -> Zur Vorstellung <-

      @Attari

      „Huh“
      Würde man Alex in einem Jobinterview darum bitten, sich selbst zu beschreiben, würde sie direkt mit Kreativ und Einfallsreich darauf antworten.
      Dennoch viel ihr in diesem Augenblick nichts Anderes als ein einfaches „Huh“ ein, während sie die Tür vor sich genauer betrachtete.
      Eigentlich sollte heute ein ganz normaler Tag sein. Wirklich, es gab absolut nichts, was den Tag von allen anderen Tagen unterschied. Selbst das Wetter war durchschnittlich.
      Als sie sich auf dem Weg nach Hause dazu entschied, die Abkürzung durch den Wald zu benutzen, war es auch keine ungewöhnliche Entscheidung ihrerseits, sie ging hier schließlich jeden Tag entlang.
      Und gerade weil sie ja jeden Tag hier entlang lief, wusste sie ganz genau, dass hier normalerweise keine Tür inmitten des Weges herumstehen sollte.
      Völlig unscheinbar und doch irgendwie ominös stand sie einfach da als Alex den gewohnten Trampelpfad entlang schlenderte. Verwirrt sah sie sich um. Spielte ihr irgendjemand einen Streich? Gab es irgendwo eine Versteckte Kamera? Sie hatte hier noch nie andere Menschen begegnet. Zum Teil war sie sich auch sicher, dass sie die einzige war, die diesen Wald Pfad benutze oder ihn überhaupt kannte.
      Neugierig lief sie einmal um das Objekt ihrer Aufmerksamkeit herum. Die Tür sah von beiden Seiten gleich aus. Schlichtes, aber Robustes Holz, keinerlei Verzierungen oder ähnliches. Sie stieß einmal mit ihrem Finger dagegen. Zwei Mal. Drei Mal. Es rührte sich nichts. Felsenfest stand die Tür einfach nur da, als hätte sie jemand einbetoniert. Aber als das junge Mädchen den Boden unter der Tür untersuchte, fand sie auch hier nichts. Kein Beton, keine verbuddelten Pfähle. Nichts. Dennoch stand die Tür stabil aufrecht und ließ sich nicht rühren.
      „Das ist ja mal schräg.“ Lachte das Mädchen laut auf und lief eine weitere Runde um ihren seltsamen Fund herum.
      Nachdenklich stemmte sie ihre Hände in die Hüfte und ließ ihren Blick auf und ab wandern.
      „Ich frage mich…“ zaghaft legte sie ihre Hand auf die Türklinke und drückte diese langsam hinunter. Tatsächlich! Die Tür bewegte sich! Sie ließ sich aufstoßen, wie eine gewöhnliche Zimmertür, obwohl die alles Anderen als gewöhnlich in der Luft hing und hinter ihr eigentlich nichts sein sollte.
      „Ich fresse einen Besen“ flüsterte das blonde Mädchen ungläubig als sich vor ihr doch tatsächlich ein Spalt auftat. Noch einmal sah sie sich prüfend um. War das ein Traum? Träume wirkten normalerweise nicht so realistisch, und vor allem merkte man in Träumen nicht, dass man träumte. War das luzides Träumen? Alex hatte darüber schon mal gelesen.
      Mal angenommen das war ein luzider Traum, was hielt sie dann noch davon ab ihren gesunden Menschenverstand über Bord zu werfen und durch die ominöse Tür zu gehen? Richtig. Garnichts!

      Freudig stieß sie die Tür weiter auf und steckte ihre Hand probeweise durch die sich vor ihr auftuende Öffnung.
      Huh, fühlte sich überhaupt nicht anders an. Etwas enttäuscht zog sie ihre Hand wieder zurück und betrachtete sie. Es war nichts passiert. Aber das nichts passiert war musste ja nicht direkt etwas Schlechtes sein, immerhin bewies es doch eher, dass es nicht gefährlich war, oder?
      Mit dieser absolut logischen Schlussfolgerung nahm sie ihren Mut zusammen, holte tief Luft und steckte Ihren Kopf hindurch.
      Was sie auf der anderen Seite sah war… nicht so spektakulär wie sie es sich erhofft hatte. Es sah aus wie eine ganz normale kleine Nebengasse. Überquellende Mülleimer reihten sich an der Wand, Leere Kartons und diverser Unrat lagen verstreut herum. Irgendwie sehr ernüchternd. Zaghaft trat sie mit ihrem restlichen Körper durch die Tür.
      Sie war immer noch an einem Stück und atmen konnte sie hier auch. Naja, so gut, wie man neben überquellenden Mülleimern eben atmen konnte…
      Am Ende der kleinen Nebengasse, welches auf eine Straße hinführte, konnte sie ein wirrwarr an Stimmen und anderen seltsamen Lauten vernehmen. Vielleicht wartete dort etwas interessantes auf sie? Und dort würde sich sicherlich auch dem unangenehmen Geruch des umliegenden Unrats entkommen können.
      Zielstrebig verließ sie also ihre Gasse und sah sich um. Sofort fielen ihr zwei Dinge auf:
      Sie war anscheinend auf einer Art Marktstraße gelandet. Eine Vielzahl kleiner Läden reihte die Straße, vor einigen Läden standen Leute und priesen laut ihre Waren an.
      Das zweite was ihr auffiel, waren die Leute selber. Viele sahen aus wie Menschen aber… einige von ihnen hatten Hörner oder Flügel, einige sogar eine vielzahl an Augen am ganzen Körper. Allesamt hatten sie einen schrägen Kleidungsstil.
      Andere wiederum sahen überhaupt nicht wie Menschen aus. Hier und da erspähte sie kleine, rote Kreaturen mit spitzen Hörnern, etwas weiter von ihr entfernt ragte ein großes, vierbeiniges, Violettes Ding aus der Menge.
      Was auch immer das für ein Ort war, an dem ihr Traum sie geführt hatte, war absolut abgefahren!
      Mit großen Augen ging sie die Straße entlang und musterte alles genau. Einige der weniger menschlich aussehenden Kreaturen antworteten auf ihr Starren mit einem abwehrenden Knurren. Sie war so sehr damit beschäftigt jeden Winkel ihrer Umgebung genauestens unter die Lupe zu nehmen, dass sie gar nicht so genau darauf Achtete wo sie hin lief. Unsanft stieß sie mit jemandem Zusammen.
      "Pass gefälligst auf wo du hinläufst, Fleischling!" Fauchte eine rauhe Stimme sie an. Alex wollte sich gerade entschuldigen, doch die Entschuldigung blieb ihr im Halse stecken, als die Person sie mit der Schulter achtlos beiseite stieß und in der Menge verschwand.
      "Der war ja übel gelaunt." Murmelte sie und rieb sich ihre schmerzende Schulter.
      Gerade als in ihr die Gedanken aufkeimen, dass sie im Traum dich eigentlich keine Schmerzen empfinden können sollte, drang ihr ein unwiderstehlicher Geruch in die Nase der ihre Gefanken augenblicklich umlenkte. So Etwas hatte sie noch nie gerochen. Es roch köstlich und ließ ihr augenblicklich das Wasser im Mund zusammenlaufen. Gleichzeitig glich es jedoch nichts was sie kannte.
      Beinahe wie im Trance folgte sie dem Geruch, bis sie vor einem Gebäude stand, welches eindeutig die Quelle des verlockenden Duftes war.
      Seltsame Schriftzeichen, die ihr in keinster Weise Bekannt vorkamen, zierten das Gebäude und aus dem Inneren konnte sie viele Stimmen vernehmen. Ein rascher Blick durch die Fenster verriet ihr, dass es sich hierbei wohl um eine Art Gasthaus handelte.
      Spitze! Was eine tolle Gelegenheit neue Bekanntschaften zu knüpfen!
      Aufgeregt öffnete sie die Tür einen Spalt breit und lugte vorsichtig hinein…
    • Sie schimpften diesen Ort den Narrenpfad. Ein Fleck bestehend aus schmalen und verwinkelten Gassen, die Geburt eines dämonischen Labyrinth auf irdischen Boden. Jede Ecke glich der letzten , Nummern und Richtungen widersetzen sich allen Sinnen. Besucher mochten denken es lag irgendeine Intention dahinter. Die endlose Verwirrung ihrer Besucher und Erschaffung eines neuen höllischen Paradieses auf dem Hoheitsgebiet der Menschheit - Doch tatsächlich lag der Grund in der schlechten Planung der neuen Bewohner. Im Kopfe simple Kreaturen, die auf der Suche nach einer attraktiven Wegekreuzung eine gewählt hatten, die zu ungenannter Größe wachsen sollte. Als Siedlung begonnen rummelten sich hier schon bald allerlei Getier…
      Verlor man seine Sicht für das Okkulte und Seltsame, fand man ein charmantes Felckchen an der Küste.
      Das Meer schlug gegen die felsigen Grenzen zwischen Nass und Stein. Ein regelmäßiger Rhythmus, den selbst das jüngste Gericht nicht verändert hatte. Eine laue Brise zog landeinwärts über die mit hohem Gras bestückten Wiesen in den Umkreisen Narrenpfads. Die Sonne stand gesenkt und tauchte den Himmel in endlose Farben. Aurora zogen vor der Nacht her und kündigten sie an, die Sonne vertreibend. Mit der Nacht trat auch Leben in das Örtchen, welches des Tages schlief. Kreaturen mit gelben Augen tummelten sich über die Kopfsteinpflaster der Gassen. Leises Lachen und Wispern erfüllte die Ohren des Engels. Sie blieb stehen und wandte ihren leuchtenden Blick in die dunkle Gasse zu ihrer rechten. Wie viele ihrer Spezies vermochte man nicht mehr zu sagen, welcher hierarchischen Kaste des Himmels sie einst angehörte. Ihre Gestalt war kleiner als die ihrer Genossen, gänzlich verdeckt von den himmlischen Roben, derer die Himmlischen sich niemals entledigt hatten. Das unheilvolle Leuchten ihrer Augen übertönte die grinsende Maske, die ihr Gesicht darstellte. Umrahmt von dickem Haar, welches der Bewegung ihres Kopfes folgte. Sie wandte sich ab vom Getuschel es als nicht mehr eben Jenes beurteilend… und setzte ihren Weg durch die Gassen fort. Jene taten sich bald auf in weitere Straßen, gespickt mit Autos und Volk auf Füßen, Hufen und Pfoten.
      Der Engel hielt inne und zog die Luft ein, während ihr Blick sich an den Fassaden der hohen Glasfassaden der Gebäude verlor. Man mochte Narrenpfad die Altstadt nennen. Strukturen und Ordnungen erbaut in den Chaosjahren nach dem jüngsten Gericht. Hier in Novas fand man, was der biblische Einfall auf Erden vollbracht hatte. Ein verzogenes Spiel menschlicher Materialen mit widersinnigen Schnörkeln und Anhängseln. Der Engel mochte es!
      Mit erfrischtem Ausdruck setzte sie ihren Weg fort, überquerte die Straße und schloss sich in den Strom von Wesen, die sich über die nächtlichen Märkte tummelten. Die Verkäufer öffneten ihre Stände vor ihren Läden und versuchten allerlei Krimskrams an den Teufel und Engel zu bringen.
      So trat es mit jeder Nacht in der Feuerstraße ein!
      „ Kauft einen meiner Duftsteine!“, ein kleiner Dämon mit roter Haut sprang vor den Engel, sodass jener ins Stoppen kam. Trotz ihrer Statur stand sie über dem Gesindel des Fegefeuers, welches ihr einen dunklen Stein unter die Maske hielt. „ Er macht unwiderstehlich und…“ der Engel streckte eine Hand vor und stoppte die Worte des Mannes, bevor er seinen Monolog hatte fortsetzen können. „ Keine Zeit!“, entgegnete sie in hastiger Miene und hüpfte links an dem Dämon vorbei. Im selben Zug nahm sie ihr Tempo auf. Ein hastiger Schritt und starrer Blick schreckte die meisten weiteren Attentäter mit Produkten ab von ihr.
      Genau auf den Gong stieß sie die alte Türe auf, sodass das „ Wir haben geschlossen“ - Schild an jener wieder gegen die Scheibe klirrte und die Aufmerksamkeit eines dunklen Teufels auf sich zog. Das männliche Wesen hinter der Theke hob den Blick in die Türe und stieß einen Seufzer von sich. „ Gadreel!“ Er zog seine Augenbrauen tiefer, als der Engel eintrat und die Türe verschloss, einen verstohlenen Blick nach draußen richtend. Der Dunkle war hochgewachsen und von kräftiger Statur. Seine gewundenen Hörner mit allerlei Bling bedeckt um von seiner haarlosen Art abzulenken. Der Engel huschte näher, die Spitzen Ohren im Fell vergrabend. „ Sorry, Boss…“, gestand sie und schwang sich elegant über den Thresen.
      „ Kommt n-“
      „ Hör auf!“, mahnte er und schlug auf das Holz. Seine Mundwinkel errichten den tiefsten Punkt schnell. „ Pünktlichkeit!!“
      Gadreel hob die Hand und kratzte sich am Rand der Maske. „ Jaaaaa….“
      „ Jaaaaa?!“, wiederholte der Dämon erzürnt über den Engel, welcher leicht nach hinten zuckte. Sein Ausdruck wurde erst jetzt ein wenig weicher. „ Hast du schon wieder in Narrenpfad gespielt?“, hackte er dann mit einem Seufzer nach. Gadreel nickte, ihre Augen formten die rote Pupille und mit Schwung zog sie etwas aus der äußersten Schicht ihrer Robe und hielt es dem Dämonen unter die Nase. Eine grünliche Flasche mit vergilbten Etikett. Stille.
      Mit einem Mal nahm der Dämon die Flasche an sich und blickte weiter auf die verblassten Buchstaben und dann auf den Engel. „ Verziehen…!“, murmelte er nur und wandte sich ab. Gadreel blickte ihm nach, wie er die Flasche an sein Gesicht rieb und sie öffnete. Der erste Schluck im Rachen raubte ihm ein warmes Schnurren, welches wiederum Gadreels Schweif zum Schwingen brachte. Mit einem matten Summen nahm sie ihre Arbeit letztlich auf und ließ ihren Boss den Fusel genießen.
      Der Dämon war ein Sünder. Geboren als Mensch und noch einmal als Dämon… Seiner Lebzeiten hatte er nichts anderes als den Alkohol gewidmet. Und der Engel hatte ihm gerade zu einem seiner Geburtstage ein Geschenk gemacht.
      Mit ein Stunden kamen die Gäste in das kleine Etablissement neben dem Plattenladen. Gadreel schwang sich zwischen den dicht gestellten durch. Dabei balancierte sie gekonnt mehrere Teller im grellen Licht über ihrem Kopfe. Immer wieder forderten die wohl Gelaunten mehr Bier und Essen, beides welches sie bekamen. Weder der kleine Engel, noch der dunkle Dämon fielen in der bunten Masse auf. Erdgeborene beider Völker, wie auch Heimgeborene fanden sich an den Tischen. Sie warfen die Karten und Würfel in ausgelassener Stimmung.
      Ein Glöckchen an der Türe verriet Gadreel die Ankunft eines neuen Gast. Sie warf ihren Blick vom Tisch auf und blickte in der Türe Richtung. Ihr Heiligenschein fluktuiert auf, als sie den Menschen vernahm. Ein paar weitere rümpften ihre Nasen und hoben die Köpfe an. Ein seltsamer Anblick in Novas… Gadreel zuckte mit den Schultern, schob sich vor stand nun vor dem Menschen.
      „ Einen Platz?“

    • „Einen Platz?“
      bei der Plötzlichen Ansprache zuckte Alex kurz erschrocken zusammen und schaute dem Ursprung der Stimme überrascht an. Mit großen, funkelnden Augen sah sie sie Person mit der Fuchsmaske vor sich an. Hinter der Maske leuchteten ihre Augen intensiv und- war das ein Heiligenschein über ihrem Kopf?
      „Woah, siehst du cool aus!“ entfuhr es ihr. Verlegen schlug sie ihre Hand vor den Mund und räusperte sich etwas. Mist, sie wollte das doch gar nicht laut sagen. Nachdem das junge Menschenmädchen kurz ihre Gedanken wieder sortiert hatte antwortete sie dem Engel endlich.
      „Wenn ich das kriegen kann, was hier so herrlich riecht, würde ich sehr gerne einen Platz haben!“
      Darüber, wie sie das Essen überhaupt bezahlen sollte, machte sie sich im Augenblick keine Gedanken. Sie war viel eher damit beschäftigt, die anderen Gäste neugierig zu mustern. Es war ihr bereits auf der Straße aufgefallen, dass viele der Gestalten, an denen sie vorbeigegangen war, ihr einen seltsamen Blick zuwarfen, den sie nicht zu deuten vermochte.
      Auch hier, im Inneren des Gasthauses, spürte sie diese Blicke auf sich, auch wenn einige der Gäste et mehr zu verstecken versuchten.
      Nun ja, vielleicht war sie ja einfach nur ein Ungewohnter Anblick, als einziges Wesen hier, das weder Hörner, noch Flügel, oder andere seltsamen körpermerkmale besaß. In ihren Augen war Alex vielleicht einfach nur ein Freak?
      Schnell wandte sie ihren Blick wieder dem Engel vor sich zu.
      Ein breites Lächeln breitete sich in Freudiger Erwartung auf ihrem Gesicht aus.