When The Night Falls [Sayo & Zdrada]

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    • When The Night Falls [Sayo & Zdrada]

      Heute war mal wieder einer dieser Tage.

      Es fing schon damit an, dass Ivy mit wahnsinnigen Kopfschmerzen aufgestanden war, die sie erstmal mit einer Menge Tee und Aspirin runterspülen musste, bevor sie endlich rausgehen konnte.
      Dort erwartete sie auch schon die nächste Überraschung. Das Scheunentor stand weit offen. Das rostige Schloss, welches sie eigentlich schon vor Monaten ersetzen wollte, hatte über Nacht endlich nachgegeben und einem Großteil ihrer Tiere die Flucht ermöglicht.
      Zu ihrem Glück waren die Kühe zu bequem um weit geflohen zu sein, sodass sie die kleine Gruppe versammelt und unversehrt unweit der Scheune in ihrem Kürbisbeet wiederfand.
      Schade um das Beet, aber immerhin waren die Tiere bis auf weiteres unverletzt, stellte Ivy mit Erleichterung fest, als sie die schweren Huftiere auf die große, umzäunte Weide führte. Ein Problem weniger.
      Auch die Schafe gestalteten sich Glücklicherweise als nicht allzu problematisch. Dank ihres ausgeprägten Herdeninstinktes fand sie alle auf einem Schlag wieder. Aber da hörte ihr Glück auch auf. Nachdem sie alle Vierbeiner auf dem weitläufigen Farmgelände gefunden und abgezählt hatte, stellte sie fest, dass ihr immer noch fünf Ziegen fehlten. Na toll.
      Mit Stricken und Futter zum Anlocken ausgerüstet stapfte sie also übel Gelaunt in den Wald wo sie wenige Stunden Später auch wieder mit 5 Ziegen heraus stolzierte.
      „Ihr solltet euch echt schämen.“ Schimpfte sie ihre Tiere aus, während sie in der Scheune saß und das Türschloss reparierte. „Eigentlich wollte ich heute in der Stadt Besorgungen erledigen, aber nein, die feinen Herrschaften wollten ja einen Waldauslug machen.“ Schimpfte sie weiter und warf einem der Sündenböcke (Hah!) einen bösen Blick zu. Unbekümmert starrte das Tier aus seinen horizontalen Augen zurück und kaute dabei gleichmäßig auf einem Bündel Stroh rum.

      „Ja, ja, ich weiß schon, ich hätte mich früher um das Schloss kümmern sollen, kein Grund gleich so vorwurfsvoll zu sein.“ Führte sie ihr absurdes Selbstgespräch mit der Ziege fort, welche nun ein Zustimmendes Blöcken von sich gab.
      Als sie endlich fertig war, lehnte sie sich mit einem Blick auf ihre geleistete Arbeit zufrieden zurück und wischte sich zufrieden mit dem Handrücken über ihre schweißbedeckte Stirn.
      Ein Fehler. Mit einem Schmerzhaften zischen ließ sie ihren Arm wieder sinken. Sie hatte ihre Wunde völlig vergessen. Bei der Suche im Wald hatte sie einen Ungünstig abstehenden Ast übersehen und war voll dagegen gelaufen, was in einer äußerst schmerhaften Schramme an ihrem Oberarm resultierte. Nicht nur dauerte es ewig, bis die Wunde aufgehört hatte zu Bluten, nein, durch dieses blöde kleine Missgeschick hatte sie auch noch ihr Lieblingsflannelhemd am Ärmel zerrissen
      „Heute ist einfach nicht mein Tag.“ Flüsterte die junge Koreanerin kopfschüttelnd zu sich selbst und schloss das Scheunentor hinter sich ab. Sie prüfte doppelt und dreifach ob die Tür auch wirklich fest verriegelt war. Noch einmal wollte sie solch eine Suchaktion nicht über sich ergehen lassen.
      Es war bereits später Nachmittag und bis sie mit allen anderen liegen gebliebenen Aufgaben fertig war, ging die Sonne bereits am Horizont unter.
      Erschöpft betrat sie wieder ihres gemütlich eingerichteten Haues, zog sich ihr ruiniertes Hemd aus und warf es in ihrem Wohnzimmer über die Sessellehne.
      Ein empörtes murren ertönte und ein alter Kater, welcher bereits grau um die Schnauze wurde, reckte verschlafen seinen Kopf in die Höhe, als das Flannellhemd das auf dem Sessel eingerollte Tier weckte.
      „Verzeihung Moo, ich hab dich darauf nicht gesehen.“ Entschuldigte sich Ivy bei dem Tier und kraulte ihm am Nacken worauf der Kater zufrieden schnurrte und sich wieder zum weiterschlafen einrollte.
      Moo hatte sie zu ihrem zehnten Geburtstag von ihrer Großmutter als Kätzchen geschenkt bekommen. Kreativ wie sie mit zehn Jahren eben war, hatte sie ihn Moo getauft, da sein weißes Fell mit den schwarzen Punkten sie an eine Kuh erinnert hatten. Kindliche Kreativität eben.

      Vom Wohnzimmer aus, ging sie ins Badezimmer wo sie mit sorgevollem Blick einen Blick auf ihre Wunde am Oberarm warf. Die Blutung hatte zwar endlich aufgehört, aber gut sah es dennoch nicht aus. Vorsichtig begann sie damit, die Wunde mit einem nassen Lappen zu reinigen und desinfizierte sie, bevor sie sich mit sauberen verbänden verarztete.
      „So gut wie neu.“ Sagte sie und nickte sich selbst im Spiegel zu bevor ein plötzliches fauchen sie zusammenzucken ließ. Sofort kam sie ins Wohnzimmer um die Quelle der Unruhe zu identifizieren. Dort war Moo von seinem Stammplatz aus dem Sessel aufgesprungen und starrte mit ängstlich aufgeplusterten Schweif aus dem Fenster.Die Pupillen seiner Ängstlich aufgerissenen Augen waren zu schmalen Schlitzen geformt und ein tiefes knurren drang aus seiner Kehle.
      Hatte ihn vielleicht eine am Fenster vorbeiziehende Eule erschreckt?

      „Hey alles gut.“ Versuchte sie das nervöse Fellbündel zu beruhige, aber ihre Stimme schien ihn wohl aus seiner Versteinerung zu lösen und er flüchtete Mit großen Sätzen ins Schlafzimmer unter ihr Bett. Komisch. Sonst benahm sich der alte Kater nie so schreckhaft.

      Stirnrunzelnd warf sie einen Prüfenden Blick aus dem Fenster.

      „Was zum-?“ Es war zwar dunkel, aber das fahle Mondlicht genügte um zu erkennen, dass das Scheunen Tor weit offenstand.

      War das Schloss jetzt schon wieder kaputt?
      Verwirrt zog sie sich ihre Jacke und Stiefel über und schnappte sich eine Taschenlampe.
      Die Atmosphäre war seltsam als sie in die dunkle Nacht hinaustrat.
      Normalerweise umgaben sie Nachts verschiedene Geräusche. Das Summen der Zikaden, hier und dort der Ruf einer einsamen Eule, das Rascheln der blätter wenn die kleinen nachtaktiven Nagetiere auf Futtersuche gingen. Doch in diesem Augenblick hörte sie… nichts. Bis auf eine leichte Windbriese bewegte sich nichts um sie herum. Es herrschte absolute Totenstille.

      Ein unangenehmes Gefühl machte sich in ich breit und ihre Haut Kribbelte vor unruhiger Anspannung.
      Ivy schluckte schwer bevor sie es schaffte sich wieder in Bewegung zu setzen. Reiß dich zusammen! Schimpfte sie sich selbst aus. Sonst war sie doch auch nicht so ängstlich, was war hier bloß los?

      Vor der Scheune blieb sie noch einmal stehen und lauschte kurz. Normalerweise konnte sie um diese Zeit das sanfte Schnaufen der Schlafenden Tiere im Inneren des Gebäudes hören. Doch die Nacht blieb still. Stattdessen drang ein unangenehmer Geruch in ihre Nase? Es roch irgendwie… rostig? Nach Eisen?
      Das junge Mädchen sammelte all ihren Mut zusammen, bevor sie die Taschenlampe einschaltete und in das Innere ihrer Scheune strahlte.
      Kaum einen Bruchteil einer Sekunde später lag diese auf dem Boden und Ivy wich erschrocken einige Schritte zurück.
      Vor ihr, im Kegel des Lichtes stand eine große, schlanke Frau in eleganter Kleidung. Ihr glattes schwarzes Haar reichte bis zu ihrer Hüfte und ihre Haut war seltsam blass. Doch was Ivy am meisten auffiel waren die Strahlend roten Augen und das feine Blutrinnsal, welches an ihrem linken Mundwinkel hinablief und an ihrem Kinn hinunter tropfte. Mit einer einzigen Hand, hielt sie mit übermenschlicher Stärke, ein schlaffes Schaf an der Kehle fest.
      „Und dabei hatte ich gehofft du wärst so schlau in deinem kleinen Häuschen zu bleiben, Menschlein.“ Seufzte sie, mit einer Tonlage, als wäre sie eine Mutter die ihr Kind dabei erwischte, wie es einen Keks stahl.

      Ohne viel darüber nachzudenken versuchte sie nach der Heugabel zu greifen, welche wenige Meter von ihr an der Scheunenwand lehnte, doch bevor ihre Fingerspitzen auch nur in die Nähe kamen, schloss sich eine fremde Hand schraubenstock fest um ihr Handgelenk. Ein stechender Schmerz durchfuhr ihren Arm und sie war sich sicher, ihre Knochen knacken zu hören. Ivy entfuhr ein überraschter Schmerzensschrei. „Darüber würde ich lieber noch einmal nachdenken, wenn ich du wäre.“ Zischte ein neu dazu gestoßener, blonder Mann, mit ebenso blasser Haut und Roten Augen.
      Moment. Waren das Spitze Reißzähne? Dem Jungen Mädchen gelang es nicht, einen genaueren Blick darauf zu werfen, zumal ihre Sinne völlig von Schmerz benebelt waren, als der Mann ihr bereits eine Ohrfeige verpasste.
      Ivy hatte zuvor noch nie in ihrem Leben eine Ohrfeige einstecken müssen. Sie wusste nicht, wie schmerzhaft oder wie Fest eine durchschnittliche Ohrfeige in etwa war, doch das war eindeutig etwas ZU fest! Der schlag schleuderte sie so weit zurück, dass sie durch die Holzwand hindurch noch einige Meter geschleudert wurde.

      Panisch versuchte sie nach Luft zu schnappen. Alles tat weh. Überall in ihrem Körper steckten Holzsplitter und sie musste kein Arzt sein um zu realisieren, dass nun wesentlich mehr gebrochen war als ihr Armgelenk. Vage registrierte sie wie etwas warmes, nasses an ihren Schläfen und ihrem Hals hinunter lief.

      „Na, na, wir wollen doch nichts verschwenden.“ Hörte sie die helle stimme der Freu tadeln. Im nächsten Augenblick spürte sie, wie zwei kalte Hände sie anhoben. Vor ihren Augen erschien das Gesicht der Frau. Rote Augen bohrten sich in ihre und hey- sie hatte auch spitze Zähne.

      „Hab keine Angst, gleich ist alles vorbei.“ Säuselte sie sanft. Im nächsten Augenblick verspürte sie einen steckenden Schmerz an ihrer Kehle. Sie wollte schreien, doch kein laut drang durch ihren aufgerissenen Mund. Es fühlte sich an, als würde jemand ihr flüssiges Eis an der Schmerzstelle ihres Halses injizieren, welches brennend durch ihre Adern floss. Der schmerz wurde immer unerträglicher. Schließlich wurde alles um sie herum schwarz, bevor ihr langsam das Bewusstsein entglitt…

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    • Vorbei. Es war ihm wirklich schon wieder passiert. Dabei war er doch gar nicht so böse zu seinen Bandmitgliedern gewesen oder? Gut, vielleicht hätte er zu dem Maknae etwas freundlicher sein können, oder hätte dem einen nicht absichtlich grinsend den Ellbogen ins Auge rennen sollen, aber das hätte doch auch ein Ausversehen sein können, nicht war?

      So entwich dem Musiker ein seufzen, während er in seinen Erinnerungen schwelgte. Solch Probleme, die er immer wieder machte, machte es wahrlich nicht einfacher für ihn, nach einer Band zu suchen die ihn aufnahm. Zumal jetzt auch viele Fans von seiner sadistischen Art, gegenüber Menschen wussten. Wobei es bis jetzt nur gegenüber der anderen Bandmitglieder war. Gut, auch der ein oder andere Fan hatte ein bisschen was abbekommen, aber das war eher unbekannt geblieben.

      Sein Kopf schüttelte Wook, um die Gedanken daran zu vergessen, denn es half nichts darüber nachzudenken, da er in diese Band niemals mehr zurück kommen könnte, egal was er dafür machen würde.

      Gerade setzte er sich auf eine der vielen Bänke, als er merkte wie der Himmel sich etwas verdunkelte. Sollte es heute noch ungemütlich werden? Damit hatte er nicht gerechnet und lies seine Schultern zucken, da auch sollte das Wetter umschlagen, er damit kein Problem hatte.

      Daher blieb er sitzen, verweilte einige Zeit auf dieser Bank und lies den Wind durch seine Haare wehen. Wie angenehm der Wind doch war und nur wenige schätzen diesen.
      Seine Augen öffneten sich und ein kurzes aufflammen seiner Dämonenaugen war zu erkennen, doch binnen einer Sekunde war es wieder verschwunden. Immerhin wollte er kein Aufsehen erregen, doch wenn er sich entspannte, passierte es gerne mal das sie auftauchten.
      Meist wussten die Bands und das Management bescheid was er war, wodurch de Sympathie dadurch oft schon angeritzt wurde, aber seine Kristallklare Stimme machte das oft zu 100% wieder wett und das war immer der Punkt wo er aufgenommen wurde.

      Aus den Gedanken gerissen, zuckte er zusammen, als er den Gong der Kirchenuhr vernahm. Sofort galt seine volle Aufmerksamkeit dieser und er erkannte wie spät es war.
      Das die Zeit so schnell voran schritt konnte er nicht glauben, gerade war noch Morgen gewesen und jetzt wurde es schon abend?

      Er drückte sich von der Bank ab, streckte sich und sah um sich. Die Menschen gingen gehetzt in alle möglichen Richtungen, manche zum Einkaufen und andere wollten nach Hause, doch er nicht.
      Langsam setzte auch Wook sich in Bewegung und wollte weg. Er würde sich vorerst einen Ort außerhalb des Stättetrubels suchen, um eventuell nach längerer Zeit, welche er für weitere Pläne brauchte, wieder zurück zu kehren.

      So wandelte er durch die Stadt und als er irgendwann etwas außerhalb war, erkannte er, alleine am Himmel wie spät es schon war. Die Lichter der einzelnen Häuser waren angegangen und der Himmel war dunkel, bis auf ein paar einzelne Lichter.

      Irgendwann erweckten seltsame Geräusche die Aufmerksamkeit des Dämonen. Da man bis jetzt nur die Stille der Nacht, oder einzelne vom Menschen erzeugte Geräusche vernehmen konnte, war es jetzt ein doch eher zu seltenes Geräusch. Planänderung. Wook beschloss nun diesem Nachzugehen und es dauerte nicht allzu lange bis er bei dem Ort des Geschehens.

      "Oh ha, was denn hier schief gelaufen? Wäre es nicht so traurig würde ich jetzt lachen."

      Ein grinsen konnte sich der Dämon ohnehin nicht verkneifen und trat näher an die Zerstörten Sachen. Suchend nach überlebenden und es dauerte nicht lange bis er jemanden fand.

      Wer oder eher was es war, danach würde er nicht suchen müssen, dieses Wesen war vermutlich längst über alle Berge. Dieses Ausmaß war übermenschlich und als er sich zu dem Menschenmädchen, welche auf dem Boden lag kniete, wusste er auch was genau es war.

      "Vampire.."

      Er verdrehte die Augen, wie auffällig und dann sagen das Wook zu auffällig sei. Er drückte seinen Zeige- und Mittelfinger auf die Bisswunde, nur um dann anschließend zu nicken.

      "Well, da braucht wohl ein neuling der Nacht etwas Hilfe, vielleicht hab ich Glück und sie kennt mich."

      Lachend, stand er auf und verschränkte die Arme. Doch hier zu bleiben könnte zu gefährlich für sie sein, das war ihm sofort klar und so beschloss er sie mitzunehmen. Er hob sie hoch und trug sie an einen etwas entfernten Ort. Er hatte ein kleines Haus abseits der Menschen und dort würde er mit ihr erstmal bleiben.

      Als sie ankamen, legte er sie ins Bett und setzte sich auf den Stuhl. Wobei er auch ein paar Tests machen wollte. Was für eine Art Vampir sie wohl war. Es gab so viele und das allein war eine Wissenschaft für sich. So war eines klar, die nächste Zeit könnte noch sehr interessant und spaßig werden.
    • Als Ivy langsam ihr Bewusstsein wiedererlangte, fühlte sie sich, als hätte sie eben ein Eisbad nach einem Marathon genommen. Ihr Körper fühlte sich schwer und erschöpft an. Und Kalt. Obwohl sie spürte, dass sie Im Bett lag, eingewickelt in eine wunderbar flauschige, schwere Decke.
      Die Matratze unter ihr quietsche sacht, als sich nach ihrem Aufwachen langsam zu regen begann. Sie hatte unglaublichen Durst, viel ihr auf. Ein Glas Wasser wäre nicht schlecht.
      Aber am liebsten wollte sie gar nicht aufstehen, ihr Bett fühlte sich so bequem an wie niemals zuvor und es roch so unglaublich gut. Zu gut. Moment.
      Erschrocken riss sie die Augen auf. Sie lag nicht in ihrem Bett. Das war auch gar nicht ihr Zimmer!
      Als sie sich verwirrt umsah, und den Mann entdeckte, der neben ihrem Bett – welches gar nicht ihr Bett war- auf einem Stuhl saß und sie ansah, zuckte sie vor Schreck so weit zurück, dass sie rückwärts aus dem Bett flog und unsanft mit ihrem Hinterkopf auf dem Boden landete.
      Mit einem Mal kamen ihre jüngsten Erinnerungen ihr wieder ins Gedächtnis geschossen. Die seltsame Frau und der Mann auf ihrer Farm, das Blut, die Schmerzen. War der Fremde, neben dem sie soeben erwacht war einer von ihnen?! Hatte er sie entführt?
      „Wer seid ihr und was wollt ihr von mir?!“
      Fest entschlossen, nicht kampflos unter zu gehen griff sie nach dem erstbesten, was ihre Hände zu fassen bekamen und warf es mit aller Kraft nach ihrem vermeintlichen Entführer.
      Das harmlose Kissen landende mitten auf seinem Gesicht. Auch wenn Ivy irgendwie enttäuscht war, nur ein Kissen erwischt zu haben, war sie über ihre Eigene Wurfkraft und Präzision überrascht. Vor allem mit ihrem verletzten Arm. Schnell warf sie einen Prüfenden Blick auf ihre Wunde um sicher zu gehen, dass sie nicht schon wieder aufgegangen war.
      Verblüfft stellte sie jedoch fest, dass ihr Oberarm völlig unversehrt war. Ihre glatte Haut wies nicht einmal eine Narbe auf. Wie war das möglich?
      hatte sie sich die Wunde nur erträumt? Träumte sie vielleicht in genau diesem Augenblick. Ihre irritation ließ sie für den Moment völlig vergessen, dass sie nicht alleine in dem Raum war.
    • Wook hatte sich eines seiner Bücher genommen als er nach einiger Zeit eine Regung in dem Bett in seiner Nähe bemerkte. Ein schmunzeln konnte sich der Dämon nicht unterdrücken, als er ihre Reaktion erkannte.
      Die Angst, Panik und alles was sie ausstrahlte, erfreute diesen, doch auch wenn er so etwas mochte und amüsant empfand, so musste er dennoch etwas gegen ihr Verhalten machen, da sie so nur noch nerviger werden würde, soviel stand fest.
      Als er aber etwas sagen wollte, landete ein Kissen in seinem Gesicht und er blinselte sie verwirrt an.
      Mutig war sie immerhin, doch das war ein Wurf wie von einem Kleinkind mit Sehschwäche.
      Er lies ein Seufzen von sich, verdrehte die Augen und lies das Kissen welches er in seiner Hand hatte in schwarze Flammen aufgehen, woraufhin im nächsten Moment nur noch die Asche zu Boden sank.
      Seine Augen blitzten nun in seinem Dämonenglanz auf und er sah sie mit diesen an.

      "So... Jetzt erstmal zu dir. Hör auf dich aufzuregen. Du warst Ohnmächtig und die Verwüstung, plus die kleine Bisswunde an deiner Kehle hatte mir gesagt was bei dir passiert war. Aber gut.. Wenn du willst kannst du auch gehen. ICH halte dich nicht auf. Hab genug Probleme, nach meinem Rauswurf."

      Er stand auf streckte sich und stellte sich nun mit verschränkten Armen an die Wand.
      Denn nun wartete er. Warum sollte er sie aufhalten, wenn sie meinte sie würde auf einem haufen Zerstörung wohnen wollen, ist das klar ihre Sache. Er würde ihr helfen in der Welt von Hass und Dunkelheit klar zu kommen, aber nur wenn sie es wollte.

      "Ich warte... Wenn du meinst du willst bleiben und dir anhören, was ich weiß, kannst du dich benehmen wie jemand normales der nicht gerade seinen Verstand verloren hat. Dann stelle ich mich dir auch vor. Aber so nicht."
    • Hatte er gerade… das Kissen in Brand gesteckt? Nein, das war völlig absurd, das musste irgendein komischer Optischer Trick sein. Genauso wie das, was er kurz darauf mit seinen Augen machte. Auch wenn die Asche auf dem Boden ziemlich echt aussah und seine Augen ein seltsam alarmierendes Gefühl in ihr Weckten.
      Verwüstung? Bisswunde? Von was einer Bisswunde sprach er da? Auf seine Worte hin wanderte ihre Hand prüfend zu ihrem Hals, konnte jedoch nichts ertasten. Vage erinnerte sie sich an den seltsamen, kalten Schmerz, den sie am Hals verspürt hatte, kurz bevor sie das Bewusstsein verlor. Hatte es was damit zu tun?
      Auch wenn Ivy seine Art mit ihr zu reden gar nicht gefiel, musste sie sich eingestehen das er schon irgendwo recht hatte. Sie hatte wirklich ein Peinliches Theater veranstaltet. Außerdem wirkte er nicht so als hätte er sie entführt. Zumindest würde ein Entführer ihr nicht einfach so anbieten wieder aus der Tür zu spazieren. Peinlich berührt senkte sie ihren Blick etwas uns stand rasch wieder auf. „Ich entschuldige mich für meine Reaktion eben. Aber musst schon eingestehen, dass es vielleicht etwas irritierend ist, in einem fremden Bett neben einem völlig Fremden aufzuwachen?“ rechtfertigte sie sich. „Ich würde es wirklich zu schätzen wissen, wenn du mir verraten könntest, was du weißt? Ich verstehe leider echt nicht was hier vor sich geht.“ Sie sah ihn hoffnungsvoll an und schluckte etwas. Dabei fiel ihr wieder ihr überwältigender Durst auf. „Es tut mir wirklich leid, ich will nicht unhöflich erscheinen oder dir noch weitere Umstände bereiten, aber könnte ich möglicherweise ein kleines Glas Wasser kriegen?“
    • Während er wartete, hatte er sie für keine Sekunde aus den Augen gelassen. Ihm war klar, das sie auch sofort aggressiv werden könnte und ihn angriff.
      Jedoch war es eher ruhig und das war immerhin schon einmal etwas. Erneut schliss sich ein schmunzeln auf seine Lippen als er sah wie sie versuchte sich an alles was passiert war. Was ihr aber sichtlich und auch laut ihrer "Entschuldigung" nicht wirklich zu gelingen schien.
      Nun entwich ihm ein seufzen und er verdrehte seine Augen, da er überlegte wie er überhaupt mit dem Anfing. Da sie so wirkte als würde sie nichts glauben, doch seine Laune Besserte sich schlagartig als er vernahm das sie ein Glas "Wasser" haben wollte.

      "Wasser? Klar, wenn du eins willst. Aber spuck es nicht auf den Boden ja?"

      Dann nahm er ein Glas, füllte es mit Wasser und stellte es auf den Nachttisch, neben dem Bett ab.

      "So, hier erstmal dein Wasser. Dann zu dir... Ich bin spazieren gegangen und als ich an einem Hof vorbei kam wirkte er wahrlich klein geschlachtet. Ich denke wenn du dich versuchst dich ein bisschen zu erinnern wird dir auffallen das die Person..en? Weiß nicht wie viele bei dir waren, aber sie waren nicht Menschlich. Und wenn du ein paar Märchen kennst.. Biss am Hals, was wird das dann wohl gewesen sein?"

      Er zuckte mit seinen Schultern und dachte nach.
      Hatte er etwas vergessen? Nachdem er sie Musterte erinnerte er sich, ihr versprochen zu haben sich ihr vorzustellen, daher wird er das auch machen. Ein bisschen konnte man sich ja an was halten was man sagt.

      "Ach ja, mein Name ist Kim Wook und deiner?"

      Natürlich wollte er ihren auch erfahren, er konnte sie nicht immer mit du da oder so ansprechen, soviel stand fest. Aber jetzt erstmal weiter beobachten und das tat er auch.
    • Auf sein seltsames Kommentar bezüglich des Wassers hin, musste sie sich zurück halten nicht die Augen zu verdrehen. Was sollte das denn? Ja, gut, vielleicht hatte sie sich eben ein wenig daneben benommen, aber sie war doch kein kleines Kind, das nicht trinken konnte!
      Dankend nahm sie das Glas was er ihr reichte entgegen und nah einen gierigen Schluck. Sofort machte seine Aussage mehr Sinn, als sie sich zurückhalten musste nicht zu würgen. Es war eindeutig Wasser, aber aus irgendeinem seltsamen Grund weigerte ihr Körper sich, dieses anzunehmen.
      Ihre Kehle schnürte sich schmerzhaft zusammen bei dem Versuch es zu hinunterschlucken. Mühsam spuckte sie dieses zurück in das Glas (Natürlich passte sie dabei auf das nichts auf den Boden geriet!) und verzog schmerzhaft das Gesicht. „Was um alles in der Welt sollte das denn?“ fragte sie mehr an sich selbst gerichtet. Ihre Aufmerksamkeit zog sich jedoch wieder Wooks Worten, welcher sich auch soeben vorgestellt hatte. Nicht Menschlich? Märchen? Biss am Hals?
      „Vampire? Das kann doch nicht dein Ernst sein.“ Lachte sie laut, verstummte aber direkt wieder, als sie anhand seines Blickes bemerkte, dass er es sehr wohl ernst meinte.
      „Auch wenn ich dir das mit den Vampiren nur schwer abkaufen kann, freut es mich dich kennen zu lernen, Kim Wook. Ich bin Ivy Minji.“ Auch in einer bizarren Situation wie dieser wollte sie gewisse Höflichkeitsformen waren.
      Während sie den Mann vor sich musterte, kam sein Gesicht ihr auf seltsame Art ein wenig vertraut vor. „Moment, Kim Wook?“ nachdenklich legte sie einen Finger an ihr Kinn und wog ihren Kopf zur Seite. „Bist du nicht irgendeine Art… Schauspieler? Oder pop Idol? Irgendwas in der Richtung. Ich meine deinen Namen zumindest schon einmal irgendwo gehört zu haben?“
    • Wook beobachtete und wie sie sich bemühte das Wasser im Mund zu behalten, was sie fast schon folterte, bereitete ihn Freude. Grinsend, sah er ihr zu und klatschte dann, als sie es perfekt in Glas zurück spuckte.

      "Wow, was eine Show."

      Dann stand er wieder auf und nickte als er ihren Namen hörte. Natürlich war es endlich mal soweit das er ihren Namen erfuhr. Ivy also? Das war immerhin ein Name der öfter vorkam, so war das Problem schon mal dahin.
      Er ging zum Kühlschrank, hatte zuvor ein neues Glas geholt und dort etwas eingefüllt. Dies stellte er dann zu ihr.

      "Da, das sollte dir besser bekommen, da bin ich mir sicher. Und zu der Sache mit dem Vampir.. Das wird nach und nach schon hinhauen das du das glaubst."

      Ein seufzen entwich ihm als sie ihn auf die Idol Sache ansprach. Na das klappte ja perfekt.
      Nachdem er sich wieder setzte, verschränkte er die Arme und überschlug die Beine. Anschließend nickte er und dachte nach wo er anfangen sollte.

      "Ja, ich.. war ein Idol. Der Skandal vom Mobber oder eher, Folterer der Band, NGZ ist doch recht bekannt und so. Naja, wie auch immer. Das ist jetzt nicht mein Lieblings Thema."
    • Skeptisch betrachtete das junge Mädchen das Glas, was er ihr hingestellt hatte. Eine dunkelrote Flüssigkeit. Vorsichtig nahm Ivy das Glas an, um den Inhalt näher zu beäugen. Blut? Oder zumindest etwas, was so aussehen sollte wie Blut. Sie hing hartnäckig an ihren Zweifeln fest, selbst wenn Wook nicht so klang, als würde er scherzen.
      Zaghaft roch sie an dem fragwürdigen Inhalt des Glases. Es roch… ein wenig nach Eisen, so wie sie den Geruch von Blut auch kannte. Aber gleichzeitig besaß es auch eine seltsam verlockende, süßliche Note, bei der ihr Magen sich schon beinahe Schmerzhaft vor Hunger zusammenzog. Was auch immer es war, ihr Körper schien beinahe instinktiv darauf anzuspringen.


      Bevor sie jedoch einen Schluck nahm, wandte sich ihre Aufmerksamkeit wieder dem ehemaligen Idol zu. Wirklich in den Medien verfolgt hatte Ivy die ganze Sache mit NGZ nicht, sie hatte zu dem Zeitpunkt andere Dinge im Kopf gehabt, aber die Nachrichten hatten so breite Wellen geschlagen, dass sie es dennoch gewisse Infos mitbekommen hatte. Wirklich geglaubt hatte sie dem ganzen nicht. In ihren Augen war doch ohnehin alles was die ganzen Bands und ihre Mitglieder betraf, vor den Augen der Öffentlichkeit gespielt um für mehr Publicity zu sorgen.
      Zumindest hatte sie das bisher immer geglaubt. Jetzt wo sie den berüchtigten Kim Wook direkt vor sich sitzen hatte, war sie irgendwie neugierig, wie viel von dem worüber sich die Medien stets das Maul zerrissen wohl tatsächlich der Wahrheit entsprach. Fürs erste entschied sie sich jedoch nicht direkt nach zu hacken. Sein Unmut darüber zu sprechen war recht offensichtlich und sie wollte nicht noch negativer auffallen als sie es bei ihm Ohnehin schon getan hatte.
      Stattdessen nickte sie bloß ernst und nahm einen kleinen Schluck aus dem Glas. Zumindest wollte sie nur einen kleinen Schluck zum Probieren nehmen.
      Kaum berührte der Inhalt ihre Lippen, regierte ihr Körper wie von selbst und das Glas war binnen weniger Sekunden Leer.
      Es schmeckte… seltsam. Ein Geschmack den sich nicht ganz zuordnen konnte. Wie eisen, aber gleichzeitig unglaublich süß. Wie Honig ronn es ihr die Kehle hinab, welche sich zuvor noch schmerzhaft zugeschnürt hatte, als sie das Wasser trinken sollte.

      Etwas verlegen betrachtete sie das nun leere Glas in ihrer Hand und blickte zu Wook rüber. „Was auch immer das war, es war genial.“
    • Sein Blick war auf sie Fokusiert, und als sie anfing das Getränk zu begutachten schmunzelte er etwas. Fast schon niedlich wie naiv die Jungvampirin doch gerade war. So verdrehte er gerade noch so die Augen und doch wirkte es von ihrer Seite fast schon so als wäre da Gift im Glas, und würde sie es trinken, bestände die Chance das sie Tod umfallen würde.

      "Ich bring dich schon nicht um.."

      Das kam noch von ihm und was in ihrem Kopf vor sich ging wusste er nicht, dennoch war es ihm doch angenehm das sie nicht mehr darüber redete. Wie er wirklich war, würde sie früher oder später selbst erfahren, was sie daraus machte war dann ihre eigene Entscheidung.
      Dann aber endlich trank sie das Blut und er lächelte kurz.

      "Immerhin das. Hatte schon angst das du da auch noch rumzickst. Gibt ja welche die nicht jedes Blut mögen."

      Er stand auf, nahm ihr das Glas ab und spülte es sofort aus. Denn immerhin war das nichts was man so rumstehen lassen sollte, zumal immer noch jemand zu Besuch kommen könnte, man weiß ja nie.
      So drehte er ich zu ihr um und musterte sie.

      "Und was hast du jetzt vor?"

      Kurz und knapp, den mehr musste er von ihr erstmal nicht erfahren, da das genügen würde, vorerst. Irgendwann würde es ohne hin mehr und mehr werden, daher einfach und kurz beginnen, das war sein Motto.
    • Er setzte diese komische Vampir Charade also weiter fort? Ivy konnte nicht anders als bei seinem Kommentar kaum merklich die Nase zu Rümpfen. "Sicher doch. Wo hast du das 'Blut' eigentlich her? Ich glaube kaum, dass man so etwas irgendwo frei Verkäuflich findet." Bei dem Wort setzte sie unsichtbare Anführungszeichen, da sie den Gedanken daran, angeblich eben Blut getrunken zu haben, immer noch recht abwegig fand. Was sie jedoch nicht leugnen konnte, war, dass es ihr tatsächlich unfassbar gut geschmeckt hatte und sie bereits jetzt schon Appetit auf mehr davon hatte. Das würde sie aber selbstverständlich niemals laut zugeben wollen.

      Auf die Frage hin, was sie nun vorhatte, musste sie nicht lange überlegen. "Ich will zu meiner Farm." Erwiderte sie direkt.
      Wook hatte zwar erwähnt, dass er sie inmitten einer Zerstörung gefunden hatte, aber sie konnte es erst glauben, wenn sie es selbst sah.
      Die Farm war ihr zu Hause, alles, was sie jemals kannte, ihr ein und alles. Der Gedanke daran, dass diese nicht mehr stand, war unerträglich und absurd. Beinahe so absurd wie Wooks Behauptung, dass sie von einem Vampir gebissen worden sein soll. Mal ehrlich, probte er für eine Rolle in irgendeinem Fantasyfilm oder glaubte er wirklich an das was er sagte?
      Ivy musste zugeben, dass die ganze Story irgendwie schon glaubwürdig erschien - die Frau und der Mann auf ihrer Farm, mit den blutroten Augen und übermenschlicher Kraft, der Schmerz an ihrem Hals, der durchaus ein Biss hätte gewesen sein können, Wooks seltsame Augen, die Flüssigkeit, bei welcher sie sich immer noch weigerte, diese als Blut anzuerkennen… Alle Hinweise ließen darauf Schlussfolgern, dass Wook ihr die Wahrheit sagte. Aber das zu akzeptieren hieß auch zu akzeptieren, dass sie alles verloren hatte. Ihr Zuhause, Ihre Menschlichkeit. Nein. Entgegen aller Logik weigerte sie sich das anzunehmen. Sie musste sich erst mit ihren eigenen Augen überzeugen…