Dear Darling - naruto - Saki & miu

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    • Dear Darling - naruto - Saki & miu

      by Saki & miu
      vorstellung
      Dear Darling.. would you do me the honor?.. ‹


      Kakashi & Mina «

      Die Sonne war am Horizont noch nicht einmal ganz aufgegangen, doch im Schloss und auch auf den Straßen herrschte bereits reges Treiben und die Freude, wie auch Nervosität sprudelte förmlich aus jedem heraus. Heute war ein Tag, auf den man bereits lange Zeit gewartet hatte - die Krieger und Kämpfer, welche in die Schlachten gezogen waren, würden zurück kommen. Es war zwei Tage her, dass ein Bote die Nachricht übermittelte und dafür sorgte, dass einige sogar ihren Atem anhielten. Vor allem eine Dame, dessen hübscher Kopf ein Diadem schmückte, konnte ihre Emotionen nicht unterdrücken. Ihre Tränen hatten sich einen Weg ihr Gesicht hinab gesucht und machten deutlich wie sehr sie sich auf die Heimkehr der Männer und Frauen freute - zwei davon waren nämlich ihre geliebten Söhne.
      "Eure Hoheit, die Vorbereitungen sind soweit abgeschlossen."
      Die Königin hob ihren Blick an und man sah wie das Strahlen ihr ganzes Gesicht eingenommen hatte, was auch bei den Angestellten für ein leichtes Lächeln auf den Lippen sorgte.
      "Sehr schön, vielen Dank euch allen."



      Wie lange war es nun schon her, dass sie losgezogen waren? Er wusste es nicht mehr genau. Zwei Jahre bestimmt, seit er und auch andere Magier und Kämpfer zum Dienst auf das Schlachtfeld gerufen wurden. Kakashi Hatake war eigentlich die Leibwache einer jungen Dame - einer Adelstochter um genau zu sein. Hinata Hyuuga. Sie war die erstgeborene einer mächtigen Familie und der Weißhaarige war bereits seit vielen Jahren für ihre Sicherheit zuständig. Eine Dame, so lieblich und zart, dass man beinahe Angst hatte sie zu zerbrechen, sollte man sie berühren. Unterschätzen dürfte man sie jedoch nicht, sie hatte einen durchaus starken Charakter.
      Unbewusst hatte sich ein kleines Lächeln auf seinen Lippen unter dem Stück Stoff gebildet. Ob sie sich wohl freuen würde ihn wieder zu sehen?
      Natürlich war es im Grunde nur ein reines Angestelltenverhältnis, was sie beide hatten. Aber da er bereits mehr als 15 Jahre für ihren Schutz diente, lag sie ihm durchaus am Herzen.
      "Oi Kakashi!"
      "Hm?" - der Blick des Hatake ging zur Seite, die schwarzen Augen dabei gleichgültig. Sein Gegenüber jedoch strahlte ihn mit solch einem breiten Lächeln an, dass er das Gefühl hatte, geblendet worden zu sein. Tatsächlich fragte er sich auch, wie man nach solch einer langen Reise und anstrengenden Tortur so übermäßig fröhlich sein konnte - andererseits waren wohl alle einfach erleichtert wieder heim kommen zu können.
      "Was meinst du.. gibt es wohl Ehrungen? Mein Team hätte eine verdient. Sie haben sich alle so bemüht..!"
      Die Stimme seines Gegenübers wurde ein wenig höher, das Gesicht dabei zwar noch immer mit einem Lächeln, doch man sah förmlich die Tränen hinab fließen. Bei Kakashi selbst hatte es nur für ein amüsiertes Schnauben gesorgt, wobei sein Blick auch etwas weicher wurde. Seine Augen richteten sich ein wenig nach vorne, wo er zwei junge Männer laufen sah - zum einen den Prinzen und daneben ein Ritter, welcher sich mit Fleiß hochgearbeitet hatte. Und er konnte wahrlich behaupten, dass die beiden etwas wie sein stolz waren.
      "..das stimmt wohl."
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      "Mina, bist du fertig?"
      Eine männliche Stimme ertönte und sorgte dafür, dass die Rosahaarige ihren Kopf anhob und kurzzeitig vom Spiegel wegschaute.
      "Ja, einen Moment."
      Ihr Blick richtete sich wieder nach vorne, woraufhin sie die geflochtene Haarsträhne nach hinten tat und sie mit der anderen Seite fixierte, sodass ihr Gesicht freigehalten war. Kurz musterte sie sich noch, trat dann jedoch zur Tür und schmunzelte leicht bei dem Anblick, der sich vor ihr befand.
      "Du weißt schon, dass es noch viel zu früh ist?", fragte sie amüsiert und verließ mit ihm zusammen die obere Etage nur um dann unten eine Person anzutreffen, die noch deutlich nervöser war. Mina war sich bewusst weswegen dies so war, immerhin hatten sie ihn alle zwei Jahre nicht gesehen. Den erstgeborenen Sohn der Familie, ihren großen Bruder Shin.
      "..vielleicht kommen sie ja etwas eher als geplant? Was, wenn wir ihn dann verpassen?"
      Die Stimme ihrer Mutter war unsicher und man sah der kleinen Frau an wie emotional dieser Tag für sie war. Es war eben auch nur eine Mutter wie jede andere, die ihren Sohn in einen Krieg ziehen sah. An dem Tag hatte sie so viel geweint, dass die ganze Familie Angst hatte, sie würde nie wieder aufhören. Mit etwas Komfort und Trösten ging es jedoch und auch wenn die Sorgen blieben, so war sie immer voller Stolz und Erleichterung, sobald ein Brief eingetroffen war.
      "Ich denke nicht, dass wir ihn verpassen, aber wir können schon los."
      Die Stimme des Familienoberhauptes ertönte, woraufhin der Mann auch schon zu seiner Frau herüber lief und ihr einen Kuss auf den Kopf drückte. Er lächelte sie leicht an und deutete dann allen in Richtung Tür, damit sie sich aufmachten. Er würde es nie zugeben, aber er selbst war so erleichtert, dass er beinahe selbst eine Träne verdrückt hatte, als die Nachricht kam, dass sein Sohn zurückkehren würde.

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      Es war ein wenig Zeit vergangen, in denen einige noch Vorbereitungen trafen, sehnlichst darauf wartend, dass die Helden endlich eintreffen würden.
      Die meisten Adelsfamilien waren weiter vorgefahren, wo sie in der Nähe des Schlosses waren und mitkriegen würden, sobald der König und die Königin alle in Empfang nehmen würden. Immerhin hatten auch diese ihre eigenen Kinder mitziehen lassen und hoffnungsvoll auf die Rückkehr gewartet.

      Auf der anderen Seite sah es etwas anders aus: Erschöpfung, Erleichterung, Freude, Trauer. All jenes waren Gefühle, die sich in den ganzen Leuten wiederfanden die gerade auf dem Weg nach Hause waren. Sie alle hatten vieles hinter sich, einige Kameraden verloren und dennoch.. es war ein Sieg für sie und für das Königreich. Die meisten dachten nur an ihre Familien und Freunde, was sie jedoch nicht erwartet hatten, war der Anblick, der sich ihnen vor den Toren eröffnete: Männer an den Mauern läuteten die Glocken, verteilten lauthals die Botschaft, dass sie wieder da waren und unzählige Menschen hatten sich deutlich auf den Straßen wieder gefunden. Alles war geschmückt, Stände waren errichtet und viele Augenpaare suchten nach ihrem ganz besonderen Menschen die Menge ab. Jubelnd und mit glücklichen Gesichtern empfang man sie alle und zeigte ihnen wie froh man war, sie wieder im Königreich zu wissen.

      Kakashi war in einer der ersten Reihen und staunte nicht schlecht, als er das alles sah und konnte sich nur vorstellen, was ein Fest es nachher geben würde. Der Weg war bis hin zum Königsschloss hergerichtet und auch dort konnte man bereits aus der Ferne sehen, dass es einen Empfang geben würde.
      Sie waren endlich wieder Zuhause.
      "Setze dein Herz in Flammen."
      - Kyojuro Rengoku
    • Endlich war es so weit. In der Ferne konnte man schon die bekannte Umgebung sehen, welche die Truppen so lange Zeit missen mussten und Tag für Tag hofften bald wieder zurück zu kommen. Auch der Heeresführer atmete erleichtert durch die Nase aus, als er die fernen Gebäude sah, welche das Zuhause ankündigten. Natürlich ließ er sich nichts anmerken. Was wäre er für ein Heeresführer, wenn er vor seinen Truppen zeigte, wie hart und mühsam all die Reisen waren? Sein Blick war starr gerade aus gerichtet, während er seinen Bruder neben sich wusste. Dieser sah deutlich fertiger aus als sein großer Bruder, konnte kaum die Augen offen halten, was kein großes Wunder gewesen war. Wenn sich Itachi umsehen würde, dann würde er nur in die Gesichter der müden Männer sehen, die all die Zeit am Ende ihrer Kräfte zerrten.
      Das Ertragene herunter schluckten und versuchten sich nichts anmerken zu lassen, auch wenn jeder hier einen innerlichen Kampf mit sich austrug. Der Kampf dagegen seine Psyche nicht zu verlieren. Nicht dem Wahnsinn zu verfallen und all die Bilder und Taten zu vergessen, die sie für ihr Land selbst erschaffen mussten. Auch Itachi konnte immer und immer wieder die Menschen sehen, wenn er die Augen schloss. All das Blut. Hörte all das Schreien und Flehen. Das Kampfgebrüll und die letzten Atemzüge, die langsam verstummten.
      Es war einer der vielen Gründe, die ihn seit etlichen Jahren schon nicht mehr richtig schlafen ließen. Ein kurzer Blick folgte zur Seite, bevor er seinen Bruder kurz anstieß, als dessen Augenlider während dem Marsch zurück bereits schwer wurden.
      "Halte noch etwas aus, kleiner Bruder. Bald sind wir Zuhause." versicherte er ihm mit einem kurzen Nicken, bevor er sich kurz zu seinen Truppen nach hinten drehte. Alle müde und kämpfend auf den Beinen zu bleiben und nicht vor Kraftverlust umzufallen. Doch es war keine große Überraschung, dass vor allem die jüngsten und frischesten Soldaten all die Monate nicht ohne Spuren überstanden hatten. Diese, welche bereits vor einiger Zeit umgefallen waren, lagen auf den Tragen, welche in den wenigen Kutschen transportiert wurden. Die, welche kollabierten. Die, welche in den letzten Stunden des Krieges verletzt wurden. All diese lagen in den Kutschen und kämpften meist mit ihrem Leben.


      "Lady Hinata? Lady Hinata kommt schon! Euer Vater wartet!" hörte man die leicht panische Stimme einer Bediensteten, welche seit der Geburt der Dunkelhaarigen für diese und ihre Schwester Hanabi zuständig war. Ihr Dienstkleid hob sie ein wenig nach oben, während sie durch die Gänge lief. Ihr Blick wanderte durch die Räume auf der Suche nach der jungen Frau. "Wo steckt sie nur wieder?" fluchte sie leise und wusste langsam nicht mehr, wo sie suchen sollte. Hinata allerdings wollte auch gar nicht gefunden werden. Wollte auch nicht in die Nähe ihres Vaters gelangen. Nicht, wenn heute der Tag wäre. Der Tag, an dem ihre Leibwache zurück kehrte und wieder an ihrer Seite war. An ihrer Seite, um mit ihr in die Stadt zu reisen. Um mit ihr Ausflüge zu unternehmen, die sie alleine nicht antreten durfte. Oder einfach nur da saß und ihr zuhörte. Von seiner Reise und Erlebnissen erzählte und ihr ein wenig den Eindruck nach draußen ließ.
      So saß sie auf dem Dach des Anwesens, in welchem ihr Vater und ihre Schwester die letzten Monate verbracht hatten. Eher gezwungenermaßen, nachdem das Viertel, in welchem die Grafschaft lebte, von einem Attentat in Brand gesetzt wurde. Noch immer waren die Aufräumungsarbeiten im Gange, doch ihr meistes Hab und Gut war verloren. Lediglich eine Kette, welche ihrer Mutter gehört hatte, konnte sie aus den Flammen retten. Und eben jene trug sie auch heute. War es doch ein besonderer Anlass die Truppen wieder zu empfangen und zuhause begrüßen zu können. Gespannt hielt sie Ausschau und konnte in der Ferne die Fahnen erkennen, gefolgt von der Kavallerie dahinter.
      Ein Lächeln schlich sich auf ihr Gesicht, während ihre zartvioletten, beinahe für andere blind wirkenden Augen sich etwas weiteten. Bald wäre es so weit. Bald würden sie zurück sein und bald würde sie ihn nach so langer Zeit wieder an ihrer Seite wissen. Leise hörte sie die Rufe der Älteren, welche noch immer durch die Gänge lief und Hinata oben auf dem Dach erblickte. Sogleich lief sie die paar Schritte zurück und beugte sich über den Fenstersims. "Lady Hinata, da seid Ihr ja! Um Himmelswillen, was macht Ihr denn dort oben? Wenn das Euer Vater sieht... Bitte, kommt zu mir herunter." bat sie und streckte einen Arm nach der Dunkelhaarigen auf, bekam jedoch nur einen kurzen Blick von dieser. "Lady Hinata, ich bitte Euch inständig." flehte sie nun beinahe schon. Wenn Hisashi das herausfinden würde, dann würde nicht nur sie selbst sondern auch die junge Grafentochter Ärger bekommen.
      Ein leises Seufzen entwich Hinata, bevor sie langsam vom Dach kletterte und über den Fenstersims zurück auf den festen Marmorboden sprang. "Ganz ruhig, Lyra. Das ist doch nicht das erste Mal." meinte sie mit einem Lächeln. "Na komm. Ich möchte gerne die Truppen begrüßen." ließ sie ihre Bedienstete schließlich wissen und lief den Gang hinunter in Richtung Ausgang. Weder auf ihren Vater noch auf Hanabi wollte sie warten. Wollte sie so weit vorne wie möglich sein, um Kakashi willkommen zu heißen.


      Immer näher kamen die Mauern der Stadt. Immer lauter wurden die Geräusche und Stimmen der Menschen, die voller Freude und mit Tränen auf die Rückkehr gewartet hatten. Die Glocken, welche ertönten, als die Truppen über die Schwelle traten und nun endlich sagen konnten, sie waren zuhause angekommen. Freude, dass sie es geschafft hatten. Trauer, dass sie zu viele verloren hatten. Erleichterung, dass alles vorbei war. All das spiegelte sich nicht nur in den Gesichtern der Soldaten sondern auch in denen der Bevölkerung ab, als sie die Truppen entlang spazieren sahen.
      Auch Shin's Gesicht zierte ein seichtes, müdes Lächeln, als er den Jubel und die Rufe hörte. Ja, auch er war endlich wieder zuhause angekommen. Zuhause, in seinem Land, in welchem er lebte. Zuhause, bei seiner Familie, welche er erst einmal in den Arm nehmen und so schnell nicht mehr los lassen würde, bevor er für sein eigenes Gefühl wohl eine Woche durchschlafen konnte. Sein Blick wanderte über die Mengen, hielt bereits Ausschau nach seinen Eltern, nach seiner Schwester, nach seinem Bruder. Doch bis jetzt konnte er niemanden von ihnen entdecken. War die Masse einfach zu dicht und er auf dem Boden nicht groß genug, um über die Köpfe hinweg sehen zu können.
      Doch eines konnte er sehen. Den Weg vor sich. Seine Kammeraden und die Söhne seines Königs, für welchem er in den Krieg gezogen war. Sie wurden bereits erwartet und deutlich sichtbar war es, dass ein Fest zu ihren Gunsten nicht lange auf sich warten lassen sollte. Ein wenig zwiegespalten war er dem gegenüber, doch war es ihm natürlich eine Ehre gewesen. Selbst, wenn er gerade davon träumte einfach nur in sein Bett fallen zu können und all den verlorenen Schlaf und die Energie wieder aufholen zu können. Doch solange er seine Familie dort treffen würde, war ihm alles Recht.


      Mittlerweile war Hinata mit Lyra auf dem Hauptplatz angekommen, welcher voller Menschen war. Alle Bewohner hatten sich hier versammelt, um die Soldaten willkommen zu heißen, zu bejubeln und die ersten in die Arme schließen zu können. Auch sie selbst hoffte, bald ein Teil davon sein zu können. Auf den Zehenspitzen gestellt versuchte sie etwas zu erkennen. Versuchte den weißhaarigen zu erkennen, auf welchen sie so lange gewartet hatte. "Wo ist er?" flüsterte sie leise und schluckte schwer. Für einen Moment kam ihr ein Gedanke in den Sinn, welchen sie sich noch nicht einmal traute auch nur eine Sekunde länger in ihren Gedanken zu verweilen. Schnell schüttelte sie den Kopf, suchte weiter nach dem weißen Haarschopf und fand diesen schließlich auch. Ein Lächeln schlich sich zurück auf ihr Gesicht, bevor sie sich regelrecht zwischen der Menschenmasse hindurch schob. Sie wusste, dass es sich für sie nicht gehörte und doch war ihr das im Moment egal. Sie wollte einfach nur näher heran, weiter nach vorne, um ihn zu sehen. Und mit all ihrer Mühe hatte sie es auch geschafft. Stand sie nun vorne in einer der ersten Reihen und streckte ihren Arm weit nach oben aus, damit sie gesehen wurde. "Kakashi! Kakashi!" rief sie, als sie ihn nun sehen konnte.
    • Disziplin und Verantwortung – beides Dinge, die Mina schon von klein auf erlernt hatte und welche sie stets begleiteten. Sie war die mittlere der drei Geschwister und dennoch hatte sie des Öfteren die Rolle jener übernommen, die sich um die anderen kümmerte und sorgte. Jetzt gerade jedoch fiel es ihr ungemein schwer diese Rolle beizubehalten und ihre Stärke nicht zu verlieren. Auch für sie war es etwas besonderes ihren großen Bruder endlich wieder zu sehen. Alle drei verstanden sie sich sehr gut und zusammen mit Shin hatte sie auch des Öfteren trainiert – selbst, wenn dies eigentlich weniger gern von ihrer Mutter gesehen wurde, da sie ja eine Lady war und es sich nicht recht gehörte.
      Innerlich machte sich immer mehr Nervosität und Unruhe in ihr breit, je näher sie dem Hauptplatz kamen. Als sie schließlich aus der Kutsche ausstiegen, versuchte sie tief durch zu atmen, jedoch fiel es ihr ungemein schwer. Die Stimmung war einerseits voller Freude und Erleichterung, hatte auf der anderen Seite aber einen Schleier der Trauer und Angst, weil man noch nicht bei allen wusste, ob sie denn überhaupt überlebt hatten.
      Zusammen mit ihrer Familie hatte sie einen Platz eingenommen und blickte nun in die große Menge, welche langsam aber sicher auf sie zukam. Die Leute drängelten dabei immer mehr nach vorne, sodass sie irgendwann keinen Blick mehr hatte – da halfen auch die leichten Absätze ihrer Schuhe nicht in Kombination mit ihrer kleinen Größe. Ein leises, unzufriedenes Schnaufen verließ sie, ehe sie ihrem jüngeren Bruder einen Blick von der Seite zuwarf und leise zu ihm hoch flüsterte:
      „Sollen wir?“
      Kouta nickte nur als Antwort auf ihre Frage, so wusste er ganz genau, was seine große Schwester meinte. Schnell noch hatten sie beide zu ihren Eltern geschaut um sich zu vergewissern, dass diese etwas abgelenkt waren, wonach sie sich auch schon wegschlichen und durch die Menge gingen. Sie waren nicht in Eile, immerhin mussten sie noch ein bisschen darauf achten nicht all zu sehr aufzufallen – was bei ihrer Haarfarbe ohnehin schon schwierig war. Sie waren gerade bei einer Lücke durchgeschlüpft, als sie auch schon beide die Gruppe der Männer und Frauen sehen konnten, welche aus dem Krieg zurück kamen. Es waren viele Verletzte bei, jedoch lief der Großteil noch auf ihren eigenen Beinen.

      Die dunkelgrünen Augen suchten alles ab und wie von selbst war ihr erster Blick dabei auf denjenigen gefallen, welcher ganz vorne voran lief und so die Menge anführte. Itachi Uchiha, der Kronprinz und wahrscheinlich Nachfolger des Königs.
      Innerlich stockte sie für einen Moment, denn die Präsenz, welche er von sich ausstrahlte, war so stark und intensiv, dass man sie selbst aus der Ferne spüren konnte. Und das auch, nachdem er wahrscheinlich einfach nur erschöpft und müde war. Sein Blick war nach vorne gerichtet und im Anhang erkannte man all jene, welche ihm folgten und ihn oder seinen Platz nicht hinterfragten.
      "Mina, da ist er!"
      Koutas Stimme ertönte neben ihr und sogleich hatte sie den Blick wieder von dem Schwarzhaarigen abgenommen und versuchte in der Richtung, in die der Jüngere zeigte, ihren älteren Bruder zu finden. Als sie die bekannten, rosanen Haare erkennen konnte, wurde ihr sofort ein wenig warm ums Herz und Erleichterung machte sich in ihr breit. Er schien ein paar kleine Macken zu haben und wirkte durchaus angeschlagen, jedoch war er wohlauf. Lächelnd und unfassbar erleichtert packte sie Kouta an der Hand und lief mit ihm weiter durch die Menge, bis sie noch weiter vor rücken konnten. Sie mussten noch kurz warten, aber sobald die Gelegenheit da war, wollte sie Shin begrüßen und ihn in ihre Arme schließen. Er war endlich wieder zurück.


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      Kakashi war die restliche Zeit des Marsches recht still geblieben, so machte sich allmählich doch die Müdigkeit in ihm breit. Er war zwar einer der stärksten und ausdauerndsten Kämpfer, doch auch er würde irgendwann sein Limit erreichen, das spürte er.
      Sein Blick war starr nach vorne gerichtet, jedoch wurden die Rufe und das Gedrängel der Mitmenschen immer mehr und offensichtlicher. Jeder wollte natürlich so nah wie möglich heran kommen und irgendwie einen guten Moment erwischen. Kurz gingen seine dunklen Augen über die Menge, als er jedoch gerade seinen Blick wieder nach vorne richten wollte, konnte er auch schon eine ihm bekannte Stimme wahrnehmen.
      "Lady Hinata.."
      Diese Worte verließen nur als ein Flüstern seine Lippen und auch hatten sich kurz die schwarzen Iris leicht vergrößert, sobald er mit ihnen das Gesicht der jungen Frau erblickte. Verwunderung, Erleichterung, Sehnsucht, Freude. Jene und noch mehr Emotionen überschwemmten seinen Körper. Sorgten dafür, dass sich sofort alles in ihm erhitzte und er sich zurück halten musste um nicht geradewegs aus der Menge heraus zu gehen und zu ihr heran zu treten. Sie hatte ein wunderschönes Kleid an, welches ihren Haaren und vor allem aber ihren hellen Augen schmeichelte. Jene, welche so wunderschön waren, dass es ihm beinahe den Atem raubte, wenn sie ihn damit geradewegs ansah.
      Es waren nur zwei Jahre vergangen und dennoch konnte er deutlich erkennen, dass sie gereift war. Sie war eine junge Frau, welche mit ihrer Schönheit wahrlich den ganzen Platz einnahm.
      Still und mit einem Lächeln, welches nur angedeutet wurde durch den restlichen Fetzen seiner schwarzen Maske, schaute er zu ihr herüber und hob eine Hand an um sie zu grüßen und auch um ihr zu signalisieren, dass er sie bemerkt hatte.
      Gott, was freute er sich, wenn er wieder daheim war und bei ihr sein konnte.



      Der Weg, den sie vor sich hatten, war nicht mehr weit und so erreichten sie schon bald den Platz, an dem auch der König, Fugaku Uchiha und seine Frau, Mikoto Uchiha standen und warteten. Letztere hatte es deutlich schwieriger ihre Emotionen zurück zu halten, so konnte man in ihrem Gesicht sehr gut die Freude und Erleichterung erkennen, als sie ihre beiden Söhne erblickte.
      "Itachi.. Sasuke..", flüsterte sie leise, kaum hörbar und atmete zittrig durch. Alles in ihr zehrte sich danach zu ihnen zu rennen und sie in ihre Arme zu schließen, doch sie wusste um die Position und Wichtigkeit ihrer Rolle hier vorne. Anstelle von ihr trat nun ihr Mann ein kleines Stück nach vorne, der zur Verwunderung vieler ein leichtes Lächeln auf die Lippen legte - er war streng und zeigte oftmals kalte Seiten, doch auch er hatte ein Herz und wollte nur seine Familie und sein Reich sicher wissen.
      "In Namen des ganzen Königreichs.. heiße ich Uchiha Fugaku, der König euch alle Zuhause willkommen! Ihr seid alle für die Sicherheit und das Wohl des Volkes in den Kampf gezogen und habt euch den Titel eines Helden und Ritter wahrlich verdient. Ihr habt die Ehre und das Versprechen euer gefallenen Kollegen bewahrt und somit den Stolz beibehalten."
      Der Schwarzhaarige musterte mit den ebenso dunklen Augen die große Menge der Menschen vor sich und spürte selbst welch große Erleichterung sich in ihm breit machte. Für ihn war es eben auch nicht einfach gewesen so viele seiner guten Männer und Frauen auf einem Schlachtfeld zu wissen. Gerade, weil es um seine Söhne ging, in die er sehr viel Hoffnung gesetzt hatte - auch für die spätere Zukunft.
      Die Männer auf der anderen Seite blickten abwartend und gespannt zu ihrem König hinauf. Viele konnten sich gerade kaum noch wach halten, doch spürten sie bereits, wie ein kleiner Schub nicht lange auf sich warten lassen wollte um die Glückshormone freizulegen. So hatte es auch bei Kakashi dafür gesorgt, dass sich die Gefühle immer mehr und mehr aufstauten, nur darauf warteten, bis er ihnen endlich nachgehen konnte.
      "Und nun.. lasst euch feiern und genießt den Sieg, welchen ihr nach Hause gebracht habt!"

      Bis zu dem Zeitpunkt hatte sich keiner gewagt auch nur ein Wort zu sagen um somit die königliche Hoheit nicht zu unterbrechen. Sobald sein letzter Satz jedoch gesprochen war, waren die lauten Worte wieder groß und die ersten Menschen liefen heran an die große Menge um ihre eigene, ganz besondere Person richtig in Empfang nehmen zu können. Es wurde sofort Musik im Hintergrund gespielt und viele weinten vor Glück, besonders jene, die auf ihren Geliebten oder ihr Kind gewartet hatten.
      Kakashi selbst spürte sofort, wie eine große Last von seiner Schulter fiel und atmete tief durch. Für ihn war nun ebenfalls die Zeit gekommen zu den Hyuugas heran zu treten. Immerhin waren sie auf eine gewisse Art und Weise seine Familie und das, von dem er behaupten konnte es wäre sein Zuhause. Auch, wenn es ihm in erster Linie um eine gewisse junge Lady ging.

      Viele waren bereits vom Hauptplatz ein wenig weiter gezogen, sodass nicht mehr ganz so viele Personen auf einem Haufen waren. So hatte er einen besseren Überblick und erkannte schon recht bald die dunkelblauen Haare, spielerisch um das liebliche Gesicht von ihr gelegt.
      Ohne groß zu überlegen hatte er seine Beine in Gang gesetzt und lief nun mit fast schon eiligen, aber noch vornehmen Schritten zu ihr herüber, wo er ohne große Umschweife auf die Knie ging und seinen Kopf vor ihr verbeugte. Sein Herz klopfte wie verrückt und wenn es ihm seine Position erlaubt hätte, würde er sie wahrscheinlich sogar umarmen, aber das konnte er nicht tun. Stattdessen lächelte er unter dem Stück Stoff und zeigte ihr seinen Respekt. Die Stimme dabei ein wenig leiser, jedoch sehr sanft.
      "Lady Hyuuga.. ich bin wieder daheim."
      "Setze dein Herz in Flammen."
      - Kyojuro Rengoku
    • Ein seichtes, kaum sichtbares Lächeln machte sich auf den recht neutralen Gesichtszügen des Schwarzhaarigen breit, als er das Volk jubeln und rufen hörte. Wie er es vermisst hatte zuhause zu sein, auch wenn er all seinen Männern immer wieder gepredigt hatte, dass das Schlachtfeld das zweite Zuhause eines Soldaten wäre. Doch was hätte er auch anderes sagen sollen? Als Soldat hatten sie sich immerhin ihrem König und somit dem Reich verpflichtet. Es war ihr zweites Zuhause. Das Zuhause, welches sie beschützen mussten. Und wenn es mit ihren Leben war. Und doch konnte auch Itachi nicht anders als die erleichterten Gesichter zu mustern, an welchen sie vorbei schritten. Die Trauer in den Gesichtern der welchen, die die Nachricht des Todes erhalten mussten. Auch ihm war es leider nicht möglich gewesen all seine Kameraden zurück zu bringen. Eine große Last, die er mit sich herum tragen musste. Nicht nur die Tode der Feinde sondern auch die seiner eigenen Leute. Den Leuten, die er nicht retten konnte oder die ihr Leben für seines gaben. Tief atmete er ein, sah kurz zu seinem Bruder neben sich, welcher sichtlich die Kiefer aufeinander presste. Auch er hatte einen Kameraden verloren, der zugleich noch sein Freund gewesen war. Er hatte sich schon immer ein Vorbild an Itachi genommen, versuchte nichts an sich heran zu lassen. Doch der Jüngere wusste noch nicht wie schwer es war seine Gefühle zu unterdrücken. Vor allem als Heeresführer.

      Langsam konnte er auch schon die jenigen erkennen, welche seinen sonst so harten und nichtssagenden Gesichtszügen ein warmes und sanftes Lächeln auf die Lippen zaubern konnten. Natürlich blieb das nicht lange, musste er auch vor seinen Eltern seine Emotionen unter Kontrolle halten. Auch als Sohn des Königspaares hatte er als Heeresführer einen gewissen Standard, den er einhalten musste. Und somit auch Formalitäten seiner eigenen Familie gegenüber. Vor seinem Vater ging er auf die Knie, ebenso wie es sein Bruder ihm gleich tat. Die Worte des Königs ertönten. Lobten und preisten die Soldaten und ihre Rückkehr ins Land. Ein bitterer Beigeschmack machte sich in den hinteren Regionen seines Kiefers bemerkbar. All die Opfer, die gebracht wurden und die Menschen, die voll Trauer zurück gelassen wurden. Das Wort Stolz und Ehre. Die beiden Worte, die er eher seinen gefallenen Kameraden widergeben würde. Waren diese voll Stolz und Ehre für ihr Land gestorben. Für einen Moment schloss der Schwarzhaarige seine Augen. Lauschte den erneut aufkommenden Jubel der Menschen um ihn herum, während er sich langsam wieder erhob. Langsam erlaubte er es sich die Schultern zu lockern, während sein kleiner Bruder nun die Treppen hinauf lief und von seiner Mutter in den Arm genommen wurde. Natürlich. Auch die Königin hatte große Angst ihre Söhne zu verlieren.
      Auch Itachi schritt die Stufen nach oben. Nickte seinem Vater für einen Moment zu, ehe dieser seinen Ältesten kurz in den Arm nahm und ihm auf den Rücken klopfte. Etwas, was er schon lange nicht mehr hatte spüren dürfen und selbst er hatte sich in einigen Nächten auf dem Schlachtfeld nach eben solchen Berührungen gesehnt. Einfach zu wissen, dass er seine Eltern um sich hatte, die sich sorgte und zu wissen, dass alles gut war. Doch das war lediglich ein einfacher Traum von ihm selbst. Es würde nie alles gut sein. Es würde immer Krieg geben, bis die Welt dadurch zu Grunde ging. Und solange er am Leben war, würde das sein Leben sein.


      Tief atmete der junge Soldat durch, als die Ansprache des Königs vorbei war. Nicht, dass er diese so schnell wie möglich überspringen wollte. Doch er war wirklich sehr froh einfach seine Position verlassen zu können. Seine steifen Glieder und seine Haltung lockern. Es war solch ein befreiendes Gefühl, nachdem die schwere Rüstung bereits Tag für Tag auf seinen Knochen lastete. Er würde sich sicherlich fühlen, als könnte er jeden Moment abheben und davon fliegen, sobald er auch nur ein Teil seiner Rüstung abnahm. Auf diesen Moment freute er sich wahnsinnig. Doch noch immer sah er sich um und hielt nach seiner Familie Ausschau. Er musste zugeben, dass es jetzt noch ein wenig schwieriger war sie in der Menge der Menschen zu finden, nachdem jeder zu seinen Familien und Freunden gegangen war. Ein leises Brummen, gefolgt von einem eben so leisen Seufzen.
      Sein Blick wanderte zu den Uchiha's, bevor er die Lippen aufeinander presste und seine Lungen mit Luft befüllte. Langsam schritt er voran. Nahm die erste Stufe. Noch eine Stufe. Noch eine weitere und verbeugte sich tief vor ihrer Majestät. "Eure Hoheiten..." gab er von sich, die Augen geschlossen und den Kopf tief gesenkt, um ihnen sein Respekt zu zollen, während die 4 Augenpaare auf ihm ruhten.
      "Shin... Was führt dich her?" kam die Frage von dem Jüngsten der Familie, woraufhin der Angesprochene mit einem seichten Lächeln aufblickte. "Es ziemt sich mir nicht Euch danach zu fragen, das ist mir bewusst. Doch wäre es eine Möglichkeit, dass ich mir für wenige Minuten hier oben eine kurzen Überblick schaffen dürfte?" fragte er und sah zu Itachi, welcher ihm die Hand für einen Moment auf die Schulter legte. "Deine Schwester?" Ein Nicken folgte, während der Älteste zu seinem Vater sah. Ein weiteres Nicken. "Aber selbstverständlich. Sieh dich um und-" stoppte der Heeresführer und sah an ihm vorbei. War es für ihn selbst ein leichtes selbst weit entfernte Ziele zu lokalisieren und so entging ihm auch nicht die junge Frau mit der selben Haarfahre wie die seines Soldaten. "Dort." Eine kurze Kopfbewegung folgte, woraufhin Shin seinen Blick hob und ein breites Lächeln sein Gesicht zierte.
      Dort waren sie. Seine Schwester und sein Bruder. Wie lang er ihre Gesichter nicht mehr gesehen hatte. Lediglich auf dem bereits zerknitterten Foto, welches er all die Zeit nah an seiner Brust aufbewahrt hatte. "Ich danke Euch vielmals." Erneut verbeugte er sich als Dank und lief die Treppen beinahe schon hinunter. Keine Minute länger als nötig wollte er seine Geschwister warten lassen. Nach all den Jahren. "Mina! Kouta!" rief er beinahe schon so laut, dass er mit seiner Stimme selbst die Musik übertönen konnte. Wie sehr er sich freute die beiden wohl auf zu sehen. Und kaum bei ihnen angekommen war es so weit. Er konnte seine Geschwister nach so langer Zeit in die Arme schließen, was er auch sogleich tat. Ohne weitere Worte. Ohne weitere Gesten. Seine Arme schlang er sowohl um die junge Frau, als auch um den Jungen, bevor er beide eng an sich drückte und vor Freude sein Lachen nicht mehr zurück halten konnte. Selbst seine schmerzenden Glieder vergaß er in jenem Moment


      Ein breites Lächeln bildete sich auf den Lippen der Dunkelhaarigen, als sie die kurze Aufmerksamkeit ihrer Leibwache bekam. Die leicht erhobene Hand, welche ihr deutete, gesehen worden zu sein. Er war wirklich wieder zurück. Unversehrt, wie sie beurteilen konnte. Lediglich müde. Ausgelaugt. Doch wer von ihnen war das nicht? Kurz biss sie sich auf ihre Unterlippe, um nicht sogleich all ihre Fragen heraus zu rufen. Sie würde warten müssen. Geduldig, wie auf seine Rückkehr. So verschwand sie zwischen den Menschen auch wieder, als der König seine Ansprache der Soldaten gegenüber hielt. Ein geeigneter Zeitpunkt für die junge Grafentochter, um sich einen Weg auf freie Fläche zu bahnen. In der Ferne konnte sie ihren Vater sehen. Hanabi neben ihm und sich umsehend. Bestimmt suchte sie bereits nach ihrer großen Schwester, während Hisashi lediglich seinen Blick stur gerade aus gerichtet hatte. Es war kein großes Wunder. War Hinata in seinen Augen immer die zweitgestellte Tochter gewesen und würde er lediglich stolz auf sie sein, wenn sie zu einer heiratsfähigen Lady erzogen wurde. Doch das hatte sie sich schon längst aus dem Kopf geworfen. Sie würde niemanden heiraten, den sie nicht liebte. Und ihre beiden Geschwister waren auf ihrer Seite, auch wenn sie alle wussten, dass es früher oder später kein Zurück geben würde.
      "Hinata. Vater wird wütend, wenn du alleine umher läufst." hörte sie die ihr bekannte Stimme ihres Bruders. Ein kurzer Blick zur Seite und ein entschuldigendes Lächeln, welches Neji galt. "Ich weiß, dass er zurück ist. Halte dich aber etwas bedeckt, Hinata. Du weißt, dass Vater ihn sonst versetzen wird. Alleine schon wenn du nicht hörst." mahnte er seine kleine Schwester, welche daraufhin leise seufzte. "Ich weiß... Ich werde mich zusammenreißen." versprach sie und blieb somit bei ihm stehen. Konnte ihr Vater schlecht etwas dagegen sagen, wenn sie bei ihren Bruder in Sicherheit stand. "Wie geht es deinem Bein?" fragte sie, den Blick ließ sie über die Menge schweifen. In der Hoffnung Kakashi wieder zu finden. "Erträgliche Schmerzen. Die Heiler geben ihr Bestes. Und immerhin ist das Bein noch an Ort und Stelle." erwiderte er. Ein Nicken der Jüngeren. "Dort kommt er." ließ er sie nach einiger Zeit wissen.
      Sogleich wanderte ihr Blick in die Richtung, in welche Neji gedeutet hatte. Ein breites Lächeln kam zurück auf ihr Gesicht, als der Weißhaarige zu ihnen schritt. Sie kam ihm einige Meter entgegen gelaufen, bis er sich vor ihr auf die Knie begab. "Willkommen zuhause, Kakashi." gab sie auf seine Worte hin wider und griff nach seinem Arm, um ihn zum Aufstehen zu zwingen. "Ich bin so froh, dass du wohlbehalten zurück gekommen bist." Sie sah kurz zu Neji, welcher an Kakashi's Seite kämpfte, bis dieser durch seine Verletzung zurück geschickt wurde. Ein kurzes Nicken folgte von ihm. "Herzlich willkommen zurück, Hatake."
    • Mina und Kouta hatten sich tapfer bis an die Front der Menschenmenge gekämpft, wo sie die Rede des Königs brav abwarteten. Erst, als diese vorbei war, begannen die Leute auch schon umher zu laufen und zu ihren Liebsten zu gehen. Die beiden waren beinahe wieder untergangen, jedoch blieben sie standhaft und hielten Ausschau nach ihrem Bruder. Als sie seine laute Stimme wahrnahmen, erhellte sich sofort das Gesicht der jungen Tomioka und ohne Umschweifen waren sie und Kouta zu Shin herüber gelaufen - den Anstand und die Sitten dabei vollkommen außer Acht gelassen. Mina hatte sich in seine Arme geworfen und schlang dabei ihre eigenen um seinen Körper, sodass sie sich vergewissern konnte, dass er wirklich da war. Hier. Und vor allem aber lebendig.
      "Willkommen zurück Bruder..", gab sie leise und zittrig von sich, während sie mit größter Mühe versuchte ihre Tränen zurück zu halten. Die Rosahaarige war ein recht emotionaler Mensch und auch, wenn sie es oftmals gut verstecken konnte, so gab es einzelne Momente, die ihre schwache Seite hervorriefen.
      "Ich bin so froh, euch wieder zu sehen.."
      Shins Stimme war ebenfalls leise, jedoch voller Erleichterung und Glück. Es gab oftmals Momente, in denen er gezweifelt hatte, ob er seine Familie überhaupt wieder sehen würde, doch jetzt war er hier. Bei ihnen. Und so schnell würde er das nicht wieder aufgeben.
      "Wir auch.. wir haben dich vermisst..", hörte man es leise genuschelt an seiner Brust, da die Rosahaarige nicht wirklich weiter hoch kam mit ihrer Größe. Der jüngere der beiden Brüder hielt sich mit seinen Worten eher zurück, jedoch sah man auch in seinem Gesicht und spürte an seinem starken Griff, dass er mehr als nur froh war.
      "Shin!" - Die Stimme der Lady des Hauses war zu hören, woraufhin die beiden Geschwister von dem älteren abließen. Es dauerte jedoch keine Sekunde mehr, da waren auch schon die Eltern dazu gekommen und ihre Mutter hat ihren Sohn so fest umarmt, dass er fast schon Angst hatte, sie würde seine Wunden wieder aufmachen. Leise lachend legte er vorsichtig die Hände um sie und blickte mit einem sanften Lächeln herunter.
      "Hallo Mutter.."

      Die Familie hatte wieder zusammen gefunden und alle bemühten sich das Szenario nicht mehr ganz so auffällig sein zu lassen, da sie ja immer noch den Stand einer Adelsfamilie trugen. So atmete auch Mina tief durch und kam aber nicht um das glückliche Lächeln herum, als sie still die Unterhaltung ihrer Eltern mit Shin abwartete. Die beiden hätten ab jetzt zum Glück wieder genug Zeit füreinander.


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      Die Worte, welche sie dem Weißhaarigen schenkte, waren schön und genau das, was er sich erhoffte. Immerhin sah auch sie ihn nicht als einen Gast an, sondern jemanden, der sein Zuhause bei Ihnen im Anwesen hatte.
      Erst, als sie ihn am Arm packte und somit zum Aufstehen zwang, erhob er sich wieder und blickte nun jedoch auf die junge Hyuuga vor sich herunter, da sie ein gutes Stück kleiner als er war. Die Worte ihres Bruders lenkten seinen Blick zur Seite, woraufhin er sich erneut verbeugte und somit eine richtige Begrüßung vollbrachte.
      "Vielen Dank Sir Hyuuga."
      Auf dem Schlachtfeld hatten die meisten die Förmlichkeiten abgelegt und etwas offener miteinander gesprochen - so auch die beiden. Sie kannten sich bereits seit vielen Jahren und Neji hatte durchaus seinen Respekt für den Hatake. Immerhin war dieser wahrlich ein großartiger Kämpfer und jemand, der durchaus etwas von Magie und Schwertern verstand. Das natürlich mussten sie hier wieder unterbinden, zumindest, wenn sie an einem so öffentlichen Ort waren.
      "Wie steht es um euch und der Verletzung?", fragte er gleich hinterher und behielt den Blick dabei aber auf die hellen Augen gerichtet. Er fragte nicht, weil er Schwäche in Neji sah, sondern sich wirklich um ihn gesorgt hatte. Als es im Kampf zu der Verletzung gekommen war, sah es nicht gut aus, sodass er nun umso erleichterter war den Braunhaarigen auf eigenen Beinen stehen zu sehen. Dieser schmunzelte daraufhin nur und nickte leicht. Seine Schwester hatte einen Moment vorher genau die selbe Frage gestellt.
      "Erträglich. Ich werde es schon überstehen. Aber wir sollten nun zu unserem Vater gehen."
      Kakashi nickte daraufhin nur und warf noch einen Blick zu Hinata, welcher er auch ein kleines Lächeln schenkte. Er trug nach wie vor die Maske vor dem Mund, jedoch war er sich sicher, dass sie dieses erkennen würde.

      "Hatake Kakashi, Ihr seid zurück."
      Eine tiefe und recht strenge Stimme ertönte bei den dreien und keine Sekunde später machte sich auch schon bemerkbar, zu wem diese gehörte: Hiashi Hyuuga, das Oberhaupt der Familie.
      "Lord Hyuuga."
      Erneut ging der Weißhaarige ohne zu zögern auf die Knie und verbeugte sich respektvoll vor dem Mann, welcher sich zu ihnen gestellt hatte. Er war leise und ohne groß aufzufallen zu ihnen gestoßen, den Blick dabei kühl auf die Leibwache gerichtet. Sein Ausdruck jedoch änderte sich und ein fast nicht sichtbares, aber doch vorhandenes Lächeln machte sich in seinem Gesicht breit.
      "Es ist schön, dass Ihr unversehrt zurück gekehrt seid. Erhebt euch."
      Nickend hatte Kakashi sich wieder aufgerichtet, innerlich dabei tief durchatmend. Er hatte vieles geleistet in den letzten beiden Jahren und hoffte somit, dass ihm sein Posten nicht entnommen werden würde. Aber scheinbar ist der Start nach den zwei Jahren ganz gut bisher.
      "Setze dein Herz in Flammen."
      - Kyojuro Rengoku
    • "Es ist wohl wirklich für jeden hier eine Freude endlich seine Liebsten wieder zu sehen." hörte Itachi die Stimme seines jüngeren Bruders, als er dem jungen Soldaten hinterher sah. Ein stummes Nicken folgte. Es war auch nicht verwunderlich. Mussten sie immerhin so lange hoffen und bangen, dass sie lebend zurück kamen. Umso mehr konnte er sich die Freude in deren Herzen vorstellen, die sich in ihrem Körper entfaltete, als sie ihre Liebsten wieder sahen. Auch das herzliche Zusammenkommen der jungen Tomiokas war eines der besten Beispiele dafür, wie der ältere Prinz fand. Ein seichtes, kaum sichtbares Lächeln schlich sich zurück auf sein Gesicht, welches jedoch binnen weniger Sekunden wieder verschwunden war.
      "Du solltest dich bei deinen Freunden auch zurück melden, Sasuke." ließ er den Jüngsten wissen, welcher kurz zu ihm auf sah. Schweigend und schließlich nickend. Hatte auch er bekannte Gesichter immerhin seit Jahren nicht gesehen. Er wandte sich zu seinem Eltern, verbeugte sich und lächelte etwas. "Ich werde nachher zurück sein." ließ er sie wissen. Ein Lächeln auf dem Gesicht der Mutter. "Lass dir Zeit, mein Sohn. Nimm dir all die Zeit, die du brauchst. Du bist nun wieder zuhause." ließ sie ihn wissen, umarmte ihn erneut und erlaubte sich sogar ihm einen flüchtigen Kuss auf die Stirn zu drücken, bevor sie ihren Jüngsten ziehen ließ.

      "Wenn Ihr mich nun auch entschuldigen würdet, Vater. Mutter." meldete sich Itachi, senkte den Kopf ein wenig und schritt ebenso die Treppen hinunter. Er würde heute Abend noch genug Zeit finden bei seinen Eltern zu sein. Und auch die nächste Zeit, bis sich die Soldaten von all den Strapazen regeneriert hatten. Doch nun wollte er sich selbst einen Überblick dessen schaffen, wie es seinen Leuten ging. Jetzt, wo sie wieder zurück in den Armen ihrer Familien waren. Hier und da bekam er Danksagungen, als er an den Menschen vorbei ging. Danksagungen, dass er ihre Kinder wohlbehalten nach hause gebracht hatte. Dass er auf sie aufgepasst hatte. Selbst die Angehörigen der Verletzten dankten ihm, dass ihre Liebsten noch am Leben waren. Etwas womit Itachi noch nie wirklich klar gekommen war, doch nickte er schweigend und nahm den Dank an. Was sollte er groß dazu sagen?
      Natürlich bekam er auch Fragen dazu gestellt, wo noch Vermisste verblieben waren. Eine Antwort, die er am liebsten nie jemandem geben musste. Die hoffnungsvollen Blicke, die ihn ansahen. Dass sie ihre Söhne und Töchter nur noch nicht gesehen hatten. Doch auch das war seine Aufgabe, weswegen er sein tiefstes Beileid aussprach. Natürlich konnte er damit nicht verhindern, dass eine Welt für die Beteiligten zusammenbrach, doch wäre es nur noch schlimmer ihnen eine Lüge zu erzählen. "Er war ein sehr mutiger Soldat, der sein Leben für das Land und vor allem für Euch gab." "Eure Tochter kämpfte bis zum Schluss und starb einen ehrenhaften Tod ohne Furcht und Zweifel." "Er wollte, dass Ihr dies bekommt, sollte er es nicht zurück schaffen. Haltet es gut in Ehren und somit auch den Einsatz Eures Sohnes."
      Sätze, die er am liebsten nie aussprechen wollte. Sätze, die es nicht besser, aber etwas erträglicher gestalteten. Er selbst wusste es jedoch besser. Was seine Truppen durchmachen mussten. Was sie fühlten. Die Tränen in ihrem Gesicht, als sie wussten, sie waren dem Tod nahe. Kurz knuff Itachi die Augen zusammen, schüttelte die Bilder aus seinem Kopf und seufzte leise. Bilder, die ihn all die Zeit über verfolgen würden.

      "Wie ich sehe seid Ihr nun wieder mit Eurer Familie vereint." sprach er Shin an, welcher er in den Armen seiner Geschwister und Eltern sah. Er senkte den Kopf ein wenig zur Begrüßung. Auch als Prinz hat er einen gewissen Anstand zu befolgen. "Itachi! ... Ich meine, Eure Hoheit." meldete sich Shin sogleich ein wenig überrascht den Kronprinzen bei ihnen zu sehen. Kurz hatte er seine Etikette verloren, fand diese aber schnell wieder und senkte sein Haupt ebenfalls. "Gewiss. Eine große Erleichterung meine Familie wieder zu sehen, Eure Hoheit." Die Mundwinkel des Schwarzhaarigen zuckten ein wenig nach oben, als er den jungen Soldaten sah, nickte jedoch auf seine Worte hin, bevor er sich an dessen Familie wandte. "Euer Sohn und Bruder hat wirklich alles getan, um das Land zu schützen. Er ist wahrlich ein großer Segen für meine Truppen. Achtet gut auf seine Verletzungen. Noch sind sie nicht verheilt." ließ er sie wissen. War ihm doch die feste Umarmung nicht entgangen und auch, wenn er es nicht direkt zeigte, so sorgte auch er sich um das Wohlbefinden seiner Männer. Nicht, weil sie sonst nicht einsatzfähig waren, sondern weil ihre Verletzungen schlimme Folgen haben konnten. "Eure Hoheit... Natürlich werde ich auf die Verletzungen achten. Meine Familie wird sich darum nicht kümmern müssen und-"
      Itachi hob die Hand etwas und stieß ein leises Geräusch aus, das einem kurzen Lachen glich. "Lasst Euch helfen, Shin. Verletzungen heilen schneller unter den Händen geliebter Menschen. Und lasst das Eure Hoheit. Noch bin ich lediglich Euer Truppenführer Itachi Uchiha. Bis ich das Amt des Nachfolgers antrete wird noch sehr viel Zeit vergehen. Spart Euch das Hoheit also für meine Eltern auf." Sein Blick wanderte zu den beiden Frauen der Familie, bevor er erneut sein Haupt ein wenig sinken ließ. "Ich hoffe sehr, dass Ihr uns heute Abend mit Eurer Anwesenheit beehrt. Die höheren Stände sind herzlich eingeladen unsere Rückkehr ausgelassen zu feiern." sprach er das anstehende Fest der geschlossenen Gesellschaft an, zu welchem nur den Adel Zugang gewährt wurde.


      Das seichte Lächeln war ihr nicht entgangen. Hatte sie nach all der Zeit, in der Kakashi an ihrer Seite war bereits ein Gefühl dafür entwickelt, wann seine Mundwinkel nach oben gingen. Selbst, wenn er das Stück Stoff über seinem halben Gesicht so gut wie nie abnahm. Konnte sich Hinata nicht einmal erinnern, ob sie ihn jemals ohne dieses Stück gesehen hatte. Doch das musste sie auch nicht, um seine Gesichtszüge deuten zu können. Man nannte das Wohl Gewohnheit oder Intuition? Als sich der Weißhaarige an ihren Bruder wandte konnte sie sich ein leises Kichern nicht verkneifen. Hatte sie Neji kurz zuvor selbst nach seinen Verletzungen gefragt. Doch konnte das der Soldat natürlich nicht wissen. Auch Hinata nickte zustimmend auf den Vorschlag ihres Bruders hin, auch wenn sie alles andere als begeistert davon war. War das Verhältnis zu ihr und ihrem Vater alles andere als rosig, doch natürlich durfte sie sich nichts von all dem anmerken lassen.
      Doch ein leichtes Zucken konnte sie nicht verstecken, als sie die dunkle Stimme ihres Vaters hörte, welche hinter ihnen ertönte. Für einen Moment hatte sich ihr gesamter Körper in eine Starre gelegt, bevor ihr Blick zu dem Älteren wanderte. An seiner Seite ihre Schwester, welche sogleich zu ihr lief und sie breit anlächelte. "Hier steckst du also. Ich hab mir schon Sorgen gemacht." flüsterte sie. Natürlich hatte sie ihrer beider Vater gesagt, dass sie bei ihrem Bruder war. War es nun auch keine Lüge, nachdem sie diesen bei ihrer Schwester stehen sah. Konnte sie sich selbst aber schon denken, dass sie so schnell wie möglich nach dem Weißhaarigen Ausschau gehalten hatte.
      Ihr Blick wanderte zu eben jenen und ein kurzer Knicks folgte, bevor sie ihm entgegen lächelte. "Herzlich willkommen zurück, Sir Hatake." sprach sie aus und sah zu ihrem Vater, der ihn ebenfalls begrüßte. "Hatake hat es wohl ein wenig besser überstanden, als ich." kam es ein wenig belustigt von Neji, während dessen Mundwinkel nach oben zuckten. Was sollte er in solch einer Situation auch groß anderes tun. Seine Verletzungen waren schlimm gewesen, als er zurück geberacht wurde. Hatte er Wochen im Bett liegen müssen, bis sich sein Bein wieder bewegen ließ. Er hatte großes Glück, dass ihm dieses erhalten geblieben war. Doch anstatt Groll dagegen zu hegen, seine Truppen und Kameraden im Stich gelassen zu haben, scherzte er lieber darüber. Er konnte es nicht ändern. Und auch wusste er, selbst wenn er sich Vorwürfe machen würde, niemand würde ihm vorhalten vorzeitig aus dem Dienst getreten zu sein. Er hätte sonst doch nur noch auf seinen Tod gewartet, der niemanden geholfen hätte.

      "Vater? Wenn es Euch recht ist, dann würde ich Sir Ka- Hatake zum neuen Anwesen führen." meldete sich Hinata. Ein wenig leiser, als Neji und Hanabi es von ihr gewohnt waren. Doch wussten beide, dass sie stehst darauf achten musste, wie sie ihrem eigenen Vater gegenüber trat. "Immerhin... weiß er das mit unserem Zuhause noch nicht. Noch dazu ist er sicherlich sehr erschöpft und freut sich auf ein heißes Bad." sprach sie weiter, während Hisashi sie mit einem kühlen Blick ansah. Ein Blick, der ihr immer wieder einen Schauer über den Rücken laufen ließ. "Noch dazu muss er doch auch seine neuen Gemächer finden können." setzte Hanabi weiter an, um ihrer Schwester ein wenig unter die Arme zu greifen. Ein dankenden Lächeln zierte Hinatas Gesicht. Hisashi seufzte leise, kaum hörbar, bevor sein Blick von den Mädchen zu Neji und Kakashi wanderte. Ein Nicken. "Tut das. Achtet auf die Zeit. Ich möchte, dass ihr alle zeitig bereit für das Fest am Abend seid. Ich möchte ungern einen schlechten Eindruck am Königshof hinterlassen." stimmte er letztendlich zu, was zu Folge hatte, das Hinata ein breiteres Lächeln nicht unterdrücken konnte. "Jawohl, Vater." kam es einstimmig. Neji neigte den Oberkörper etwas nach vorne, während die beiden Frauen einen leichten Knicks andeuteten. "Sir Hatake. Seid Ihr bereit für Euer neues Gemacht?" fragte die Dunkelhaarige und schritt voran.
    • Die Familie Tomioka war dabei den erstgeborenen Sohn richtig zu begrüßen, als man auch schon eine bekannte Stimme vernahm, die sofort alle in dessen Richtung blicken ließ. Mina war ein wenig verwundert, ergriff jedoch ihr Kleid und machte einen anständigen Knicks, während es ihr ihre Mutter gleich tat. Die Herren hatten sich alle geneigt und ihm so ihren Respekt erwiesen.
      "Vielen Dank, eure Hoheit. Wir werden uns Zuhause gut um ihn kümmern", erwiderte das Oberhaupt der Familie und schenkte dem Schwarzhaarigen ein Lächeln. Hayao Tomioka mochte den jungen Prinzen - er war schlau, stark, gebildet und dennoch kein arroganter oder überheblicher Mensch. Er würde wahrscheinlich ein guter nächster König werden. So hoffte er zumindest, denn das würde bedeuten, dass er über das Königreich herrschen würde, in welchem seine Kinder und Enkel leben müssten.
      Etwas, womit alle Anwesenden nicht gerechnet hatten, war, was im nächsten Moment passierte: der Uchiha ließ ein Lachen seinen Lippen entweichen und gab damit einen Klang von sich, den von ihnen wahrscheinlich noch keiner außer Shin zu hören bekommen hatte. Sein Blick danach richtete sich jedoch auf die Damen, weswegen Mina ihm ein Lächeln schenkte und zustimmend nickte.
      Sie selbst hatte ihre Augen derzeit noch nicht von dem Prinzen genommen und betrachtete sein Gesicht ein wenig, möglichst unauffällig. Seine dunklen Augen wirkten tief und gerade auch ein wenig müde, jedoch verlieh es ihm dennoch etwas geheimnisvolles.
      "Ja, wir werden da sein", fügte ihre Mutter ebenso lächelnd hinzu und betrachtete den jungen Mann vor sich. Welche junge Dame wohl irgendwann das Glück haben würde ihn als Mann an ihrer Seite zu wissen?

      Während sie sich unterhielten, hatte Shin ein paar Schwierigkeiten aufrecht zu bleiben und auch seine Sicht wurde schwächer. Nachdem die Euphorie seinen Körper durchströmt und für einen kleinen Energieschub gesorgt hatte, hinterließ sie nun eine Spur der Müdigkeit, gepaart mit den Schmerzen, welche auch noch hier und da vorhanden waren. Das Oberhaupt der Familie bemerkte dies und schaute nun lächelnd zum Prinzen, ehe er eine Hand an seine Brust legte und sich vor ihm verbeugte.
      "Da wir uns noch vorbereiten müssen und auch mein Sohn sich mit Sicherheit kurz zurück ziehen möchte, würden wir uns nun entschuldigen, eure Hoheit. Wir sehen uns dann heute Abend auf dem Fest."

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      Auch dem Weißhaarigen war die Reaktion von Hinata nicht entgangen, als diese die Stimme ihres Vaters hörte. Er wusste um ihren Stand in der Familie und wie ihr Vater sie sah - verstehen oder nachvollziehen konnte er es jedoch nicht. Sie war eine hübsche, und gebildete Frau, die auch die Magie der Familie beherrschte. Demnach sollte er also eigentlich stolz sein sie als Tochter zu haben. Aber wer wusste schon, was dessen Beweggründe waren.
      Erst, als er den Befehl erhielt, hatte er sich wieder aufgerichtet und blickte nun auf die ganze Familie zurück. Der jüngsten Tochter hatte er mit einem kleinen Lächeln und einer Verbeugung ebenfalls eine kurze Begrüßung zukommen lassen, ehe er überrascht den Blick auf die Ältere legte. Neues Anwesen?
      In seinem Kopf ploppten sofort tausend Fragen auf und irgendwie überkam ihn auch ein ungutes Gefühl, jedoch würde er noch einen kleinen Moment warten müssen, bis er die Fragen alle aussprechen konnte. Somit nickte er nur zustimmend und verbeugte sich noch einmal leicht vor dem Oberhaupt und dessen anderen beider Kinder, als er angewiesen wurde mit der Lady mitzugehen.
      "Vielen Dank, Sir. Bis heute Abend."

      Ohne große Umschweifen war der Hatake nun auch losgegangen und hatte mit kurzzeitig schnellem Schritt die junge Adelstochter eingeholt. Er lief neben ihr her und blickte von der Seite aus zu ihr herunter, wobei er ihr Gesicht leicht musterte.
      Es waren nur zwei Jahre vergangen und dennoch konnte man deutlich erkennen, dass sie sich verändert hatte. Ihre Züge ein wenig erwachsener und reifer, während die Schönheit nur noch mehr gewachsen zu sein schien. Die hell-violetten Augen geschmückt von langen Wimpern und volle, rosane Lippen, die sie so unschuldig wirken ließen.
      Innerlich seufzte er aus und schüttelte dann kaum merkbar den Kopf - solche Gedanken sollte er aus seinem Kopf verbannen. Es stand ihm nicht zu derartiges zu denken, vor allem, wenn es um sie ging.
      "Sagt, wieso gibt es ein neues Anwesen? Ist etwas vorgefallen?", gab er schließlich von sich und legte seinen Blick wieder nach vorne, dabei aufmerksam, was in ihrer Umgebung passierte. Für ihn war es auch nach seiner Abwesenheit noch immer Gewohnheit stets auf sie aufzupassen und jede Gefahr im Voraus erkennen zu wollen oder eher müssen. Nie könnte er es sich verzeihen, sollte ihr etwas zustoßen - und gerade bei solch großen Menschenmengen war es oftmals Unerwartetes, was passierte.
      Bei der Kutsche angekommen, hatte er ihr die Tür geöffnet und hinein geholfen, nur um dann selbst einzusteigen und sich ihr gegenüber zu setzen. Seine dunklen Augen richteten sich auf die ihre und fixierten sie beinahe, während er gespannt auf die Geschichte wartete. Hoffentlich war es nichts ganz so schlimmes, wie er befürchtete.

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      Alle fünf hatten sie sich auf den Weg zurück zum Anwesen gemacht, wobei natürlich viel besprochen wurde. Immerhin hatten sie Shin lange nicht gesehen. Angekommen wollten ihm jedoch alle seine Ruhe und den Freiraum geben, welche er seit zwei Jahren nicht mehr erlebt hatte. Erst am Abend und zu später Stunde hatten sie sich alle wieder beisammen gefunden, nachdem jeder einzelne die Prozedur für das Herrichten über sich ergehen lassen musste. Der eine mehr oder weniger froh darüber. Mina hatte für den Abend ein dunkelgrünes Kleid angezogen, welches die Farbe ihrer Augen trug und damit auch ihre hellen Haare hervor hob. Sie waren an den Seiten nur locker geflochten und weggesteckt, sodass sich die langen Strähnen schmeichelnd um ihren Körper legten.
      "Muss ich mir Sorgen machen, dass du bald verlobt sein wirst und ausziehst, geliebte Schwester?"
      Ein überraschtes, aber amüsiertes Lachen verließ die vollen Lippen, ehe sie dem Bruder eine Antwort auf die Frage gaben:
      "..nicht, dass ich wüsste, keine Sorge."
      "Setze dein Herz in Flammen."
      - Kyojuro Rengoku
    • Es war eine Wohltat zu hören, wie sich die Familie um ihn sorgte. Natürlich hatte er auch nichts anderes erwartet. Hatte Shin immer mit hohen Tönen über seine Familie gesprochen und da hatte er wohl nicht einmal übertrieben. Etwas, was der junge Prinz willkommen hieß. Als er jedoch eine Zustimmung bekam, dass die Familie ebenfalls auf dem Fest anzutreffen war, nickte er bestätigend. "Sehr schön. Wir werden Euch auf jedenfall erwarten." ließ er sie wissen und sah ebenfalls zu Shin, welcher große Mühe hatte auf den Beinen zu bleiben. Er musste sich wirklich sehr an den letzten Energiereserven klammern, um nicht an Ort und Stelle auf den Boden zu fallen. Itachi würde sie auch nicht weiter aufhalten und neigte den Kopf ein wenig.
      "Selbstverständlich. Euer Sohn soll sich gut ausruhen. Er hat wirklich alles gegeben und der Rückweg war ebenfalls anstrengend." meinte er und legte Shin für einen Moment die Hand auf die Schulter. "Passt gut auf Euch auf. Und überanstrengt Euch nicht." ließ er ihn wissen und verabschiedete sich mit einer leichten Verbeugung von den beiden Damen und den drei Männern. "Wir werden uns heute Abend sehen." Ein kurzer Blick wanderte zu der Tochter, bevor er erneut das Haupt etwas hob und schließlich den Rückweg antrat. Natürlich nicht, ohne nach dem Rest seiner Truppen zu sehen.

      Ein erleichtertes, stummen Seufzen entwich der Dunkelhaarigen, als sie sich weiter und weiter von ihrem Vater entfernte. Sie wusste selbst nicht mehr, wann es angefangen hatte, dass sie beinahe schon Angst vor ihm verspürte. Der Blick, mit welchem er sie immer ansah. Als wäre sie nicht gut genug. Als wäre sie es nicht wert seine Tochter zu sein. Solch ein Gefühl hatte sie zumindest seit geraumer Zeit. Die Lippen aufeinander gepresst schüttelte sie diese Gedanken jedoch ab, bevor sie die Frage des Weißhaarigen hörte und zu diesem aufsah. Ein Lächeln schlich sich zurück auf ihre Lippen, als ihr auch schon die Tür zur Kutsche aufgehalten wurde. Dankend stieg sie ein. Setzte sich. Strich den Rock ihres Kleides etwas glatt und Seufzte.
      "Vor gut einem Jahr brach ein Feuer im Grafenviertel aus. Die Häuer der Bewohner und auch unser Anwesen hatte es erwischt und es blieb nur ein Haufen Asche und verbrannte Balken zurück." ließ sie ihn wissen und hob den Blick ein wenig, um ihn anzusehen. "Es hatte sich wohl jemand eingeschlichen, der nichts Gutes vor hatte. Daher mussten wir unser Zuhause wechseln. Es ist leider nichts über geblieben, bis auf die Kette meiner Mutter." sprach sie weiter und griff demonstrativ an den Anhänger an ihrem Hals. Ein hellblauer Stein, umfasst von feinen, silbernen Verzierungen in Form von Blütenblättern einer Kirschblüte. "Wir konnten leider nicht mehr retten. Aber wir haben dir einen Raum hergerichtet, damit du dich weiterhin heimisch fühlst. Immerhin ist dein Zuhause bei uns." lächelte sie ihm nun entgegen, bevor ihr Blick nach draußen wanderte. Es war wirklich kein schönes Erlebnis gewesen, welches sie lange in ihrem Kopf behalten wollte.

      Schließlich am Anwesen angelangt hatte Hinata den Soldaten und Leibwache sogleich zu seinem Zimmer geführt und öffnete dessen Tür. Ein breites Lächeln auf ihren Lippen, mit welchem sie ihn ansah. "Ich hoffe es gefällt dir. Hanabi und ich haben Lyra geholfen alles herzurichten." ließ sie ihn wissen. Ein gemütliches und großes Bett, wie es in den Gemächern der Grafenfamilie selbst zu finden war. Ebenso ein geräumiger Schrank und eine Kommode, in welchem etliches an Kleidung und andere Utensilien ihren Platz finden konnten. Einfache, helle Vorhänge an den Fenstern, welche das Licht in den Raum fallen ließen und alles gleich viel freundlicher erschien. Ein Stuhl und ein Tisch fehlten eben so wenig, ebenso wie ein Platz im Raum, an welchem er Rüstung und Schwert ablegen konnte. Angegrenzt ein kleines Badezimmer, das nur ihm zur Verfügung stand. "Ich hoffe du wirst dich hier genauso wohl fühlen können, wie im alten Zuhause." sprach sie, während ihr Blick in den Raum wanderte.

      In der Zwischenzeit war selbst Itachi nun zurück gekommen und hatte sich in sein Gemach zurück gezogen. Seine Kleidung hatte schnell den Weg von seinem Körper gefunden, während er sich selbst im Bad befand. In einer Wanne voll heißem Wasser. Die Augen geschlossen. Spürend, wie die überspannten und strapazierten Muskeln sich langsam entspannten. Ein wenig Zeit hatte er noch. Der Vorteil direkt am Ort des Geschehens zu leben und nicht erst anreisen zu müssen. Tief atmete er den warmen Dampf in seine Lungen ein. Genoss die Stille um ihn herum, die in wenigen Stunden wieder gänzlich verfliegen würde. Doch erst einmal würde er die zwei Jahre voller Kampf, Anspannung und Anstrengung in dem heißen Bad von sich waschen, bis einer seiner Bediensteten an die Tür klopfte und ihm aus seiner Ruhe holte.
      "Eure Hoheit? Es wird langsam Zeit. Ihr müsst Euch fertig machen, um den Empfang nicht zu verpassen." hörte er die Stimme eines älteren Herren, den er bereits seit seiner Geburt kannte. "Ich komme." ließ er mit einem leisen Seufzen wissen. Zu gerne wäre er noch etwas länger hier drinnen geblieben. Doch die Pflicht rief. Langsam erhob er sich. Das Wasser schwappte ein wenig bei der Bewegung über den Beckenrand und erzeugte leise Geräusche, während er seinen Fuß auf die Fließen wandern ließ. Der nächste Fuß folgte. Er griff nach einem der Handtüchter und wickelte sich dieses um die nackte Hüfte, bevor er einige Schritte zum großen Spiegel trat. Mit der Hand wusch er darüber. Gab den Blick auf sein Gesicht frei und schüttelte etwas den Kopf. Die Zeichen des Kampfen würde er wohl nie wieder aus dem Gesicht bekommen.
      Doch langsam schien die Zeit zu drängen. Erneut ertönte das Klopfen, gefolgt von einem "Eure Hoheit, bitte..." Er wusste, dass er nicht lange hier bleiben konnte. "Ich komme ja schon." Seine Kleidung an sich genommen zog er sich diese wieder an, um nicht nackt in sein Gemacht zurück gehen zu müssen. Dort würde er für den heutigen Abend eingekleidet werden. Er öffnete die Tür. Sah den beinahe schon grauhaarigen Mann an und nickte kurz, bevor er ihm in sein Zimmer folgte.
    • Die Augen von Kakashi weiteten sich, als Hinata begann zu erzählen. Sein Körper wurde sofort schwer und ein dumpfes Gefühl machte sich in seiner Brust breit - vor allem, als sie davon sprach, dass sich wahrscheinlich jemand eingeschlichen hatte und den Brand vorsätzlich legte. Wären er oder Neji vor Ort gewesen, hätten sie vielleicht noch etwas machen können - dafür sorgen, dass zumindest ein Teil erhalten blieb. Denn auch wenn er nicht dort aufgewachsen war oder einen derartigen Bezug zu dem Haus hatte wie manch andere, fiel es ihm schwer das alles zu hören. Es war auch sein Zuhause und vor allem aber der Ort, an dem die Familie aufwuchs und die letzten Erinnerungen mit ihrer Mutter, Lady Hyuuga teilten.
      Am schlimmsten jedoch war, dass er ihr zu dem Zeitpunkt nicht zur Seite stehen konnte. Sie nicht schützen und ihr auch keinen Trost spenden. Der Gedanke, dass sie so sehr leiden musste, schmerzte ihm und sorgte für einen bitteren Beigeschmack.
      Erst ihre nächsten Worte ließen ihn ein wenig entspannen und sorgten für ein sanftes Lächeln auf seinen Lippen, gefolgt von einem kleinen Nicken. Er war ihr und auch den anderen dankbar dafür, dass sie ihn nach wie vor nicht nur als einen Gast ansahen und so behandelten - das war immerhin auch nicht selbstverständlich.
      "Ich danke euch Lady Hyuuga..", gab er etwas leiser zurück und betrachtete sie dabei, während sie aus dem Fenster blickte. Ihre hellen Augen wurden von den geschwungenen Wimpern geschmückt und durch die Abendsonne, welche sich langsam aber sicher breit machte, wurde ihr ganzes Gesicht in helle und warme Töne getaucht. Kakashi war sich nicht sicher, warum er seit seiner Rückkehr solche Gedanken hatte und es ihm so vermehrt auffiel - vielleicht ja, weil es nun über zwei Jahre her war, seit er Hinata verlassen musste. Aber das kleine Herzklopfen, welches sich in ihm breit machte, wenn er sie ansah, war für ihn schwierig zuzuordnen und brachte ihn auch ein klein wenig durcheinander.
      Innerlich schüttelte er mit dem Kopf, während er tief durchatmete und nun auch hinaus blickte. Er musste sich konzentrieren und etwas klarer im Kopf werden. Vielleicht war es ja auch nur die Erschöpfung nach dem Ganzen.


      Im Anwesen angekommen, blickte er sich sogleich um und versuchte sich die Wege möglichst genau einzuprägen - zum einen, weil er ab jetzt ja auch hier wohnen würde und zum anderen, weil er hier für die Sicherheit von Hinata und auch den anderen sorgen musste. Wie sollte also eine Wache etwas beschützen, wenn sie den Ort des Geschehens nicht einmal kannte.

      "Es ist ein wirklich schönes, neues Anwesen", gab er als erste Bemerkung von sich, als sie aus der Kutsche ausgestiegen waren und folgte ihr dann bis hin zu seinem Zimmer, wo er sogleich die ganzen Details bemerkte. Erneut bildete sich ein Lächeln auf seinen Lippen, wonach sein Blick zu der Dunkelhaarigen herunter ging.
      "Ich bin euch zutiefst zu Dank verpflichtet. Dafür, dass Ihr mir solch ein schönes Zimmer hergerichtet und auch, dass Ihr an so vieles gedacht habt."
      Die dunklen Augen gingen noch einmal kurz durch das Zimmer, wanderten dann jedoch zum Ausgang, woraufhin er leicht fragend zu Hinata blickte und schließlich auch wieder begann zu sprechen:
      "Ich nehme an, dass mich Sir Nagisa morgen herum führen wird um auch die anderen Zimmer zu zeigen. Liegt eueres erneut im 3. Stock?"
      Für ihn war es essentiell zu wissen, wo sich ihr Zimmer befand, denn hauptsächlich war er ja ihr Leibwächter. Und damals, als er als junger Bursche zur Familie eingeteilt wurde, hatte der Ober-Butler des Hauses ihm ebenfalls eine Einweisung gegeben. Der Mann war bereits seit man denken konnte bei der Hyuuga Familie angestellt und sorgte für Ordnung und Struktur im Haus. Immerhin gab es hier vieles an Aufgaben, was gut verteilt und erledigt werden musste.


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      Mina war zusammen mit dem Rest der Familie zu den Kutschen gegangen, wobei sie sich ihre mit ihren Geschwistern teilte und somit doch recht viel gesprochen wurde. Der Weg zum Königspalast zog sich ein wenig, jedoch konnte man bereits seit Beginn an die Bürger feiern, singen und noch immer jubeln hören. Alle hatten sie sich draußen versammelt und genossen einfach die Rückkehr der Helden - was wahrscheinlich auch noch einige Tage andauern würde.
      Sie selbst hatte ihren Blick hinaus in den Himmel gerichtet und betrachtete die Sterne, welche immer mehr wurden und so langsam den Weg erhellten. Draußen war schon fast der Herbst angekommen, weswegen es auch recht schnell dunkel wurde und man oftmals schwere Sicht hatte, sollte der Mond nicht mit den kleinen Leuchtkörpern am Himmel stehen.
      Als sie schließlich am Zielort eintrafen, stieg die Rosahaarige mit Hilfe ihres Bruders aus und bedankte sich lächelnd. Es waren bereits mehrere Adelige eingetroffen und einige verschafften sich wie sie auch einen kleinen Überblick und gingen dann nach vorne zu den Treppen, die den Eingang eröffnen würden. Die Menschen hatten sich alle in ihre schicksten Kleider geworfen, manche Frauen trugen solch einen pompösen Schmuck, dass man kaum wusste, wo man hinblicken sollte. Mina hatte dabei auf ein etwas schlichteres Gesamtbild geachtet - elegant und schick, aber nicht zu viel. Immerhin ging es hier heute hauptsächlich um jene, welche ihr Leben riskiert oder geopfert hatten um dem Königreich den Sieg zu bringen.
      "Darf ich bitten?"
      Überrascht schaute die junge Tomioka auf, lachte dann jedoch leise, nur um sich im nächsten Moment auch schon zu räuspern und so den Anstand zu bewahren.
      "Natürlich." - war ihre kurze Antwort, während sie noch immer schmunzelnd ihre Hand in die ihres großen Bruders legte und so mit ihm zusammen die Treppenstufen hinauf stieg. Sie hatte den Blick dabei lächelnd nach vorne gerichtet und sah, wie das Licht aus dem Gebäude näher kam, sie damit auch immer mehr ins Bild holte. Sie hatte gute Laune und hoffte auf einen schönen Abend - wer wusste schon, was heute noch kommen würde. Vorerst würde sie sich ihre gute Stimmung jedoch nicht kaputt machen lassen.

      Während die beiden eintrafen, konnte Mina spüren, wie sich immer mehr Blicke auf sie und Shin zogen. Und das hatte genau einen Grund: beide waren im heiratsfähigen Alter. Ihr Bruder wahrscheinlich sogar schon drüber, also erhofften sich recht viele, junge Frauen, dass er ihnen seine Aufmerksamkeit schenkte. Jetzt jedoch ignorierten beide dies erst einmal und gesellten sich zu ihren Eltern und Kouta, welcher bereits jetzt etwas ungeduldig zu sein schien. Nun, wer konnte es ihm verübeln, er durfte nicht trinken und musste sich diese langen Abende antun, ohne wirklich Spaß haben zu können. Immerhin musste er stets auf sein Benehmen achten.
      "Wenn ich Sie um ihre Aufmerksamkeit bitten dürfte!"
      Man hörte ein Klirren, als jemand Besteck an ein Glas klopfte um so die Augen der Gäste auf sich zu lenken. Der offizielle Empfang würde nun jeden Moment los gehen.
      "Setze dein Herz in Flammen."
      - Kyojuro Rengoku
    • Zu Kakashi sehend, als dieser sich bei ihr bedankte, blinzelte die junge Hyuuga etwas, bevor sie leise lachen musste und ihm schließlich entgegen lächelte. Beinahe mit dem unschuldigsten und freundlichsten Lächeln, welches sie nur wenigen zeigte. War sie meist darauf bedacht immer aus Höflichkeit ein Lächeln auf den Lippen zu tragen, doch bei Leuten wie Neji, Hanabi oder Kakashi und ihren wenigen Freunden, war ihr Lächeln doch aufrichtiger und nicht gestellt, wie so oft. "Kakashi, das ist doch selbstverständlich. Du bist ein Teil unserer Familie und du hast ebenso einen Raum nur für dich verdient, der genauso geräumig und wohnlich hergerichtet ist, wie jeder andere hier. Also bedank dich doch dafür bitte nicht." bestand die Dunkelhaarige, während sie ihre Arme locker hinter ihrem Rücken verschränkt hielt und ihr Kopf leicht zur Seite geneigt war. War ihr ja selbst bewusst gewesen, dass Kakashi von ihrem Vater damals angestellt wurde. Und doch war er nach all den Jahren ein Teil der Familie geworden, welches sie nicht mehr missen wollte. Ebenso wenig wie ihren Bruder oder ihre Schwester. Sie wüsste nicht, was sie tun sollte, wenn er nicht mehr hier wäre. Oder wenn er im Krieg gefallen wäre. Doch diesen Gedanken schüttelte die junge Frau sogleich wieder ab. Er war hier. Zurück und in seinem neuen Zuhause.
      "Jawohl. Er freut sich schon beinahe darauf dir endlich alles zeigen zu können." antwortete sie mit einem leisen Lachen, welches sie mit der Hand vor dem Mund etwas abdämpfte. "Wahrscheinlich wird er dir auch gleich die gefährlichen Orte zeigen, damit du vorbereitet bist, wenn ich wieder nicht auffindbar sein sollte." Nun entwich ihr doch ein leises Seufzen. Wurde sie selbst in ihrem Alter noch wie ein zerbrechliches Kind behandelt, welches bei dem kleinsten Stoß drohte zu sterben. Etwas, an was sich die junge Frau nicht gewöhnen konnte oder besser gesagt wollte. Hatte sie schon zu oft heimlich mit ihrem Bruder ihre Magie verbessert. Natürlich ohne, dass ihr Vater etwas davon erfuhr. Dieser würde an die Decke gehen würde das jemals ans Licht kommen.

      "Lady Hinata, Ihr seid zurück!" hörte sie Lyra rufen, als diese den Gang entlang gelaufen kam. Den Rock ihres Dienstkleides wie zuvor etwas nach oben gehalten, bis sie bei den beiden angekommen war. Ihr Blick viel auf Kakashi, bevor sie sich etwas verbeugte. "Sir Hatake. Herzlich willkommen Zuhause. Es ist eine Wohltat, Euch zurück zu wissen." sprach sie sogleich mit einem breiten Lächeln im Gesicht, während ihr gleichzeitig ein erleichtertes Seufzen entwich. Würde die junge Frau, welche ihr all die Zeit solche Sorgen breitet hatte nun sicherlich nicht mehr auf solch gefährliche Ideen kommen, wie auf das Dach zu klettern. Doch sogleich wandte sich ihr Blick wieder zu Hinata. "Miss, Ihr müsst Euch beeilen. Euer Kleid für heute Abend ist schon bereit. Oh, und eine neue Garderobe für den Anlass wurde für Euch ebenfalls angefertigt, Sir Hatake. Ich werde es Euch sogleich bringen lassen. Ach herje, es ist schon viel zu spät." Beinahe ohne Punkt und Komma sprach die ältere der drei, was Hinata schmunzeln ließ, bevor sie auch schon von der leicht hektischen Lyra mitgezogen wurde, um sich ankleiden und ihre Haare machen zu lassen.
      Dies dauerte nicht all zu lange. Hatte Hinata grundsätzlich die selbe Frisur. Ihre langen Haare offen getragen, während wenige Strähnen über ihre Schultern hingen und etwas ihr Gesicht abgrenzten. Sie mochte es nie, wenn sie eine Hochsteckfrisur oder einen Zopf tragen sollte. Fand sie selbst, dass sie damit entweder viel zu alt oder viel zu jung aussah. Noch dazu fühlte sie sich unwohl, wenn ihre Haare aus ihrem Gesicht heraus gebürstet wurden, weswegen Lyra den Wunsch der jungen Hyuuga akzeptierte. Lediglich das Kleid, welches für sie ausgesucht wurde trug sie.
      Ein schwarzes, ärmelloses Kleid, welches mit einem Zierstoff um ihre Taille gebunden wurde, welcher die Farbe ihres Haares widerspiegelte. An ihren Armen passende Handschuhe, welche über ihre Ellenbogen ging und somit noch genügend Haut bedeckte. Goldene und doch dezente Ohrringe galten neben der passenden Kette als Accessoire.
      Den Blick hatte die junge Frau aus dem Fenster der Kutsche gerichtet, während diese die Familie samt Leibwache zum Anwesen der Königsfamilie brachte. Ihre Hände lagen auf ihrem Schoß, während sie der leisen Unterhaltung zwischen Hanabi und Neji neben ihr folgte. Am liebsten wäre sie zuhause geblieben, das musste die junge Hyuuga zugeben. Sie mochte solche Feste und Veranstaltungen nicht. All diese Menschen auf zwar groß wirkenden aber doch recht kleinen Platz. All die Blicke, die versucht wurden verheimlicht zu werden und doch deutlich gespürt wurden. Ein tonloses Seufzen entwich ihr, bevor sie die Augen für einen Moment schloss, als die Kutsche am Ziel hielt.

      "Zeigt euch von eurer besten Seite. Macht mir keine Schande." hörte sie ihren Vater, welcher an seine Kinder sprach. Doch merkte sie deutlich, wie sein Blick am längsten auf ihr selbst ruhte. "Ja Vater." kam es wie aus einem Mund, bevor die Tür der Kutsche geöffnet wurde und die Insassen nach und nach hinaus stiegen. Ein kurzer Blick fiel zum Eingang, in welchem nach und nach die Menschen verschwanden. Zahlreiche Personen des Adels, welche nur darauf warteten, dass jemand auch nur einen Fehler machte. Zumindest stellte Hinata sich dies immer wieder vor. Ein falscher Blick. Ein falsches Wort. Eine falsche Geste. Und sofort war man das Gespött, welches über den Familiennamen lief. Erneut ein leises Seufzen von ihr, bevor sie ihrem Vater und ihren Geschwistern langsam folgte. Ein kurzer Blick zu Kakashi, welchem sie ein Lächeln schenkte. Sichtlich verunsichert, auch wenn sie versuchte dies zu verstecken.
      Und diese Verunsicherung legte sich auch nicht, als sie die Tore durchschritt und inmitten der Menschenscharr landeten. Ihr Vater hatte natürlich sogleich sein Lächeln aufgesetzt. Begrüßte die wichtigen Leute, mit welchen er sich all die Zeit über gut gestellt hatte, während Neji zwischen seinen Schwestern stand. Beinahe, als würde er diese beschützen wollen, auch wenn es hier kaum etwas gab, weswegen es nötig gewesen wäre. Ein kurzer Blick wanderte durch den Saal über all die Personen, bevor das Klirren auch die Aufmerksamkeit der Hyuuga's auf sich zog.


      Itachi selbst hatte keinen Grund zur Eile. Hatte er sich nach seinem Bad in sein Zimmer begeben, ließ sich einkleiden und lauschte den Worten des Herren, welcher ihn eben noch aus dem warmen Wasser geholt hatte. Seine Augen hatte er geschlossen, schmunzelte kaum sichtbar, während die beinahe schon mahnenden, aber gut gemeinten Ratschläge folgten. "Und natürlich solltet Ihr stehts an der Seite Eurer Eltern bleiben, werter Herr. Und bei Eurem Bruder natürlich. Zumindest solange, bis alle begrüßt und willkommen geheißen wurden. Und natürlich solltet Ihr ebenfalls Euren Gang antreten, sobald der Empfang vorbei ist. Es ist immerhin Eure Pflicht als Kronprinz ebenfalls einen guten Eindruck bei Euren zukünftigen Volk zu machen. Und natürlich auch alle zu begrüßen und-"
      "Isa... Ich war zwei Jahre im Krieg. Zuvor habe ich auch schon an etlichen Festen mitgewirkt, wenn dir das entgangen sein soll." sprach der Schwarzhaarige ruhig und richtete sich den Kragen. "Du solltest dir eher Sorgen um meinen kleinen Bruder machen. Dieser wird sich sicherlich wieder davon schleichen, um mit seinen Freunden Unsinn anzustellen. Wie eh und je. Ich weiß, was ich zu tun habe." ließ er den älteren Herren wissen, welcher sofort verstummt war. Eine leichte Röte auf seinem Gesicht, bevor er sich entschuldigend verneigte. "Aber gewiss, Eure Hoheit. Bitte verzeiht mir. Ich habe Euch noch immer als kleinen Jungen in meinen Gedanken." entschuldigte er sich, bevor Itachi ihm eine Hand auf die Schulter legte. "Ich denke, das werde ich dir wohl auch nicht austreiben können. Nun aber los." Ein kurzes Nicken folgte, bevor der Schwarzhaarige sein Zimmer verließ, um zu seinen Eltern und seinem Bruder zu stoßen.

      Sein Blick wanderte über die bereits eingetretenen Gäste. Es waren wirklich viele, was er in den Jahren nicht mehr vor Augen hatte. Und dies war nur ein Teil der Gesellschaft, welche in dem Königreich lebte. Innerlich seufzte er. Sicherlich liebte er sein Volk ebenso wie es seine Eltern taten und doch war ihm in gewissen Situationen alles zu viel. Natürlich trug er dies nicht nach außen hin. Gehörte es sich erst recht für einen Prinzen nicht etwas wie Lustlosigkeit oder Desinteresse zu zeigen. "Itachi, da bist du ja." hörte er sogleich die Stimme seiner Mutter, welche ein paar Schritte zu ihm ging und lächelte. "Stattlich, wie eh und je." Kurz strich sie mit den flachen Händen über sein Gewand, um dieses zu glätten, bevor ihr Blick zu den Gästen wanderte. "Es ist heute ein großer Abend. Eure Rückkehr, euer Sieg, euer Wohlbefinden und eure Gesundheit. Alles wird heute Abend euch zu ehren gefeiert, mein Liebling." sprach sie, weiterhin ein stolzes Lächeln auf den Lippen, während Itachi mit einem Nicken zustimmte. Mehr sagte er nicht dazu, bis das leise Klirren ertönte.

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    • Dem Weißhaarigen ging beinahe das Herz auf, als er sah, welches Lächeln ihm Hinata entgegen brachte. Er kannte nur all zu gut jenes, welches sie stets auf den Lippen trug, wenn sie in der Öffentlichkeit unterwegs war oder bei sonstigen Veranstaltungen. Sie war immerhin eine noble Dame und musste stets auf ihr Ansehen achten. Dieses jedoch war anders, es kam aus dem Inneren und zeigte deutlich, dass es ehrlich gemeint war. Dass ausgerechnet er zu jenen gehörte, die ein solches geschenkt bekamen, machte ihn selbst glücklich.
      "Dennoch.. ich bin euch wirklich dankbar", fügte er noch hinzu und lächelte selbst zu ihr herunter. Ihre nächsten Worte ließen ihn jedoch kurzzeitig verwundert schauen, ehe ihm selbst ein heiteres Lachen von den Lippen fiel. Es erreichte auch seine Augen und als sie auch noch den Seufzer hinterher schickte, blieb auch ein Schmunzeln im Nachgang nicht aus. Er wusste ganz genau, was sie meinte und worum es ging. Dabei verstand er beide Seiten - es war manchmal wirklich etwas riskant und nicht gut für eine Lady wie sie solche Orte aufzusuchen, andererseits war sie ein Mensch, dem man nicht einfach jegliche Freiheiten rauben durfte. Sie sollte sich entfalten können und auch ihr Leben genießen. Was brachte es schon, wenn man ihr alle Türen verschloss und sie niemals zu sich selbst finden konnte.

      "Lady Hinata, Ihr seid zurück!"
      Kakashi blickte nach hinten zum Eingang, als er die bekannte Stimme hörte und deutete mit einem Nicken ebenfalls eine Verbeugung an um die Frau ordentlich zu begrüßen. Sie hatten nicht denselben Stand, jedoch respektierte er Lyra und er war sehr froh, dass diese sich so gut um Lady Hinata kümmerte - besonders in der Zeit, wo er selbst nicht anwesend war oder es nicht sein konnte.
      "Ich danke euch. Ich bin ebenfalls sehr froh wieder zurück zu sein."
      Ihm selbst hatte es auch ein kleines Schmunzeln entlockt, als er das viele Reden bemerkte, jedoch sagte er nichts weiter dazu - wobei die kleine Dame ihm auch nicht wirklich noch die Chance gab etwas zu erwidern. So nickte er nur bei der Information, dass auch er Kleidung bereit gestellt bekommen hatte, wonach er zusah, wie die beiden Frauen aus seinem Zimmer verschwanden.
      Der Hatake hatte die Zimmertür noch ordentlich verschlossen ehe er seufzte und kurz die Augen schloss. Wenn es nach ihm ginge, würde er hier bleiben und nicht auch noch auf ein Fest gehen. Er war müde und erschöpft. Ausgelaugt.
      Und wenn er ehrlich war, würde er sich lieber weiter mit Lady Hinata unterhalten und so erfahren, was sie die letzten zwei Jahre getan hatte.
      Ein wenig widerwillig begab Kakashi sich dennoch ins Badezimmer, wo er sich noch schnell ein Bad einließ und ordentlich wusch. Er war nicht ungeheuerlich dreckig, aber so konnte und wollte er dennoch nicht mit der Familie losziehen.
      Im Wasser wusch er sich alles ab - den Dreck, die Last und auch die Sorgen. Nicht alle, aber zumindest jene, welche er hatte, solange er nicht wusste, was hier los war und wie es allen ging. Es gab nämlich nur all zu oft Momente, wo er Angst hatte, dass etwas schlimmes passieren würde, solange er nicht vor Ort war.
      Erneut seufzend und mit einem leichten Kopfschütteln versuchte er sich nun nicht mehr darauf zu konzentrieren und machte sich stattdessen fertig. Die Kleidung wurde ihm, während er im Badezimmer war, ins Schlafzimmer bereit gelegt, sodass er sich auch sogleich anziehen konnte. Er bekam einen schwarzen, feinen Anzug, passend dazu eine Maske - immerhin hatte er nie sein Gesicht gezeigt. Auch, wenn es eigentlich kein großes Geheimnis oder etwas schlimmes war. Jedoch akzeptieren es alle und sahen auch kein Problem darin.

      Zusammen mit den anderen war Kakashi in die Kutsche gestiegen, blieb dabei eher still und aufmerksam. Er versuchte seinen Blick nicht sonderlich auffällig werden zu lassen, dennoch hatte er es sich nicht nehmen lassen einen kurzen auf Lady Hinata zu werfen. Das Kleid schmeichelte ihr ungemein und betonte ihre weibliche Figur - so sehr, dass er beinahe befürchtete, ihr würde heute Abend noch jemand um die Hand anhalten. Sie war nicht nur eine wahre Schönheit, sondern sie hatte auch einen guten Stand - somit etwas, was viele junge Herren schätzten und suchten. Wer wollte schon nicht ein Bündnis mit der Hyuuga Familie eingehen?
      Innerlich tat es ihm ein wenig weh, dass er ihr wieder nicht so zur Seite stehen konnte, wie er es wollte. Er spürte, dass sie sich nicht sehr wohl fühlte und die Situation am liebsten meiden wollte. Aber das ging nicht.

      Am Palast angekommen gingen sie alle hinaus und Kakashi folgte wie es sich gehörte weiter hinten den Familienmitgliedern. Sie wurden alle begrüßt und er fand im Saal seinen Platz nahe der Familie, wonach man auch schon das Klirren hörte. Jetzt wäre es wohl soweit.

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      "Die königliche Majestät, die Königin und unsere Helden - die Prinzen Uchiha Itachi und Uchiha Sasuke!"
      Der Mann hatte den Auftritt der Königsfamilie angekündigt und keine Sekunde später sah man auch bereits wie eben jene die große Treppe herunter kamen und somit als letzte den Saal betraten - wie es sich gehörte, da sie den höchsten Stand hier hatten. Währenddessen hielten alle Anwesenden beinahe den Atem an, keiner traute es sich auch nur ein Wort von sich zu geben, geschweige denn ein Geräusch ertönen zu lassen. Vor allem die Blicke aller jungen Frauen waren nach vorne gerichtet - immerhin waren die Prinzen nicht nur Helden, sondern sie sahen auch sehr gut aus. Und beide waren nicht verlobt oder verheiratet, was bedeutete, dass es noch eine Chance gab um selbst Prinzessin zu werden.
      Und auch, wenn Mina es nicht zu offensichtlich werden lassen wollte, so konnte sie ihren Blick auch nicht ganz von den Herren nehmen - oder genauer gesagt von einem davon. Nach außen hin wirkte er professionell, hatte das Gesicht auf wie immer, wenn er auf einer solcher Veranstaltungen war. Jedoch schien es heute ein wenig anders zu sein - ihr Herz wurde beinahe schwer bei seinem Anblick. Man sah ihm und auch den anderen eben die letzten zwei Jahre an. Wahrscheinlich würden auch die meisten am liebsten Zeit für sich alleine oder nur mit ihren Liebsten haben wollen. Und nicht auf ein Fest gehen müssen, wo Hunderte von Menschen gespannt auf sie schauten. Am besten noch versuchten ihre Gunst für sich zu gewinnen, da es immer von Vorteil war, wenn man gut mit solchen Leuten war.

      "Vielen Dank, dass Sie alle so zahlreich erschienen sind. Wie bereits angekündigt, wollen wir heute die Rückkehr und den Sieg aller jener feiern, die in die Schlacht gezogen sind und für das Königreich gekämpft haben." - Fugaku Uchiha blickte in die Runde und schaute in die Gesichter einiger Gäste, wonach er ein Lächeln aufsetzte und die Hand anhob um in die Menge zu deuten. Es waren viele Adelsfamilien hier und auch konnte er viele Gesichter erkennen, die zusammen mit seinen Söhnen an der Front gestanden haben. Er war wirklich stolz auf sein Volk und auf seine Krieger. Das konnte wahrscheinlich auch nicht jeder König von sich behaupten.
      "Ich danke dabei vor allem noch einmal euch, die mit Einsatz ihres Lebens vorne gestanden haben und somit auch alles gaben. Genießt das Fest - dieser Ruhm und Jubel gebührt keinem anderem als euresgleichen!"
      Ein paar weitere Schlussworte folgten, jedoch wurden sie kurz gehalten und keinen Moment später hörte man auch schon wie die Musik startete. Es bildeten sich Paare, welche sogleich auf die Tanzfläche gingen, während andere sich zu jemandem gesellten, den sie kannten und mit dem sie sich unterhalten wollten. Viele nutzten solche Abende für Geschäfte oder um dahingehend etwas bewirken zu können.
      Mina hatte derweil ihren Blick ein wenig umher schweifen lassen und blickte mit einem leichten Lächeln auf, als ihr etwas zu trinken angeboten wurde. Sie ergriff dankend ein Glas und unterdrückte ein Seufzen. Solche Abende waren meistens doch sehr anstrengend. Sie hoffte, es würde etwas angenehmer werden und sich nicht all zu lang hinziehen. Aber zur Not würde sie etwas eher abreisen. Nur so früh, dass es noch nicht unhöflich wäre.
      "Setze dein Herz in Flammen."
      - Kyojuro Rengoku
    • Tief atmete der junge Prinz ein, bevor er für einen Moment die Augen schloss und zumindest für wenige Sekunden versuchte die Gespräche und die Menschen auszublenden. Es war nicht so, dass er undankbar scheinen wollte. Waren sie immerhin alle hier, um sich feiern zu lassen oder um ihre Liebsten hochleben zu lassen. Der Königsfamilie und den zurückgekehrten Truppen Respekt zu zollen. Hatten diese so viele Opfer bringen müssen und einige sogar ihr Leben gelassen. Niemand konnte diese Leute jemals wieder zurück bringen, umso wichtiger war es, dass sie geehrt und in bester Erinnerung beibehalten wurden. Eine der Pflichten des Schwarzhaarigen. Er respektierte seine Männer und Frauen, die unter seiner Führung in den Krieg gezogen waren. Er hatte keinen von ihnen nur als einen Soldaten gesehen, sondern als einen Kameraden. Gleichgestellt. Ebenso würdig zu leben, gleich ob Bauer oder Fürst. Und auch wenn er so aufgewachsen war, als der älteste Sohn des Königspaares, so konnte er die Hierarchie nicht leiden, die herrschte. Jeder Mensch war das selbe wert, gleich welchen Stand er hatte, doch das laut auszusprechen würde für Getuschel und Gerüchte sorgen. Gerüchte, die nicht nur ihm selbst sondern seiner ganzen Familie schaden würden. Waren diese sowieso schon im Visier etlicher Attentäter und Verschwörer, welche den König und dessen Familie stürzen wollten.
      Ein kurzes Kopfschütteln folgte, bevor die dunklen Augen sich wieder öffneten und die Stimme seines Vaters an seine Ohren trat. Den Rücken gerade und die Arme hinter seinem Rücken hob er den Kopf, wie es sich gehörte. Sein Blick auf die erschienenen Gäste, welche gespannt seinem Vater lauschten. Lediglich für eine Sekunde sah er zur Seite. Sah zu seinem kleinen Bruder neben sich, welcher sichtlich erschöpft versuchte seine Haltung zu bewahren. Auch wenn er ebenso stur wie Itachi war und versuchte sich nichts anmerken zu lassen, so hatte der Kleinere Mühe die Augen richtig offen zu halten. Hatte er die letzten Tage kein Auge zu getan, trotz dem langen Marsch, den sie hier her zurück antreten mussten.
      In einem kurzen Moment der Unachtsamkeit der Gäste beugte sich Itachi ein wenig zu Sasuke herunter, der Blick weiterhin gerade aus gerichtet. "Du hast es gleich geschafft, kleiner Bruder." flüsterte er, was den Jüngsten kaum merklich zusammen zucken ließ. Hatte er wohl schon so ziemlich alles um sich herum ausgeblendet und bereitete sich auf einen Dämmerschlaf vor. "Gesell dich zu Mutter und setze dich zu ihr. Es macht keinen guten Eindruck, wenn du hier im Stehen einschläfst und vielleicht noch umfällst." Ein leichtes, kaum merkbares Lächeln zierte seine Lippen, während ein leises Brummen als Antwort kam. "Ich schaffe das schon." erwiderte der Jüngere leise und schüttelte kurz den Kopf, um die Müdigkeit los zu werden. Er würde sich hier nicht die Blöße geben und neben seinem Bruder wie der Schwächere aussehen. Den Rücken hatte er sogleich wieder durchgestreckt und fixierte einen Punkt in der Ferne.
      Er war unverbesserlich. Eine Eigenschaft, die er sich noch abgewöhnen musste. Wollte er immer alles schaffen, was auch Itachi hinbekam. Gleich wie schwer es für den Jüngeren auch sein mag, fehlte es diesem doch deutlich an Erfahrung. Und doch messte er sich Tag für Tag mit seinem großen Bruder und hoffte ihn eines Tages übertrumpfen zu können.


      Nahe am Eingang befand sich Hinata, während der Großteil der Gäste sich in der Mitte des Saals eingefunden hatte. Sie mochte es nicht umring von all den Leuten zu sein. Sie konnte es sich selbst nicht genau erklären, hatte sie eigentlich kein großes Problem damit Menschen um sich zu haben. Doch auf solchen Festen fühlte sie sich, als wäre sie ganz klein. Als wäre sie kurz davor von allen zerquetscht zu werden. Ihr Körper wurde heiß und es fiel ihr schwer zu atmen, bis ihr Körper begann zu Zittern. Das wollte und konnte sie heute nicht, auch wenn ihr Vater natürlich alles andere als begeistert davon war, dass sie sich von all den Gästen fern hielt. War sie immerhin die älteste Tochter der Hyuugas und mit ihren 21 Jahren sollte sie schon längst einen Mann an ihrer Seite haben. 3 Jahre ihres Lebens verschwendet, wie ihr Vater sagen würde, doch wenn sie es genau sagen würde, dann war es einfach nur die Enttäuschung darüber, dass Hinata nicht die Tochter war, die er sich immer gewünscht hatte.
      Gehorsam, anmutig, redegewandt. Eine wahrhaftige Lady, wie sie im Buche stand, doch die Dunkelhaarige konnte es nicht.
      Ein tonloses Seufzen entwich ihr, während sie an dem Stoff ihrer Handschuhe spielte. Zog diesen ein wenig von ihren Fingern, zog ihn am Handgelenk zurück, spielte mit ihren Finger selbst und ließ ihren Blick über die verschiedenen Gäste schweifen. Einige Gesichter kannte sie, freute sich auch diese zu sehen, doch so viele waren ihr Fremd oder nicht wohl gesonnen. Auch wenn sie nie wusste, was sie ihnen getan hatte. Eine tiefe Abneigung konnte sie allerdings deutlich spüren und in dessen Augen sehen.
      Ihr Blick wanderte zu dem König, dessen Frau und seinen beiden Söhnen, als der Empfang begann. Die Worte, welche er ausprach brachten die Grafentochter doch ein wenig zum lächeln. Sie gaben sich wirklich alle Mühe, die sie konnten, um den Familien und Soldaten einen schönen Abend zu bescheren. Auch wenn sie sich selbst gut vorstellen konnte, dass diese am liebsten nur in ihrem Bett liegen wollten und schlafen. Allein ein kurzer Blick zu Kakashi verriet ihr, wie müde dieser doch war. Und doch musste er den Abend hier noch absitzen, um nicht als respektlos und undankbar zu gelten.
      Langsam begannen die Gespräche um sie herum wieder und die Stimmung an sich lockerte sich ein wenig, nachdem Fugaku Uchiha seine Ansprache beendet hatte. Das war somit wohl auch das Zeichen, dass der Abend nun erst Recht los gehen würde und die Musik, welche begann, bestätigte dies noch einmal. für einen Moment schloss Hinata die Augen, nahm die Melodie in sich auf und atmete tief ein, bevor sie zu ihren beiden Geschwister sah, welche sich unterhielten. Hatten die beiden weniger Probleme damit Kontakte zu knüpfen. Zumindest unter so vielen Leuten. Ein wenig presste die junge Frau die Lippen aufeinander und sah sich erneut um. Wenn sie weiter hier stehen würde, dann würde man sich noch den Mund darüber zerreißen, dass die Grafentochter unsozial wäre und sie deswegen nicht verheiratet wurde. Ein leichtes Kopfschütteln folgte von ihr, bevor sie sich die Hände für einen Moment ins Gesicht legte und tief einatmete.
      "....Du schaffst das... Du bist nicht merkwürdig..." murmelte sie leise und ließ die Hände langsam wieder sinken, bevor ihr Blick zu der Fürstenfamilie fiel. Eine Familie, mit welcher sie gut standen. Noch dazu kannte die junge Hyuuga den Jüngsten der Familie. Hatte sie diesen damals in ihrem Garten angetroffen, wie er sich hinein geschlichen hatte, um seinen selbstgebauten Drachen heraus zu holen. Seit dem hatten Hanabi und sie ihm angeboten, dass er gerne zum spielen kommen dürfte. Ein kurzes Nicken folgte, um sich selbst zu bestärken, bevor sie sich langsam in Bewegung setzte.


      Als die Musik ihren Einsatz fand wanderte der Blick des ältesten Prinzens wieder zu der Menschenmenge, bevor er zu seinen Eltern sah und mit einem kurzen Nicken deutete, dass er verstanden hatte. Wortlos, wie eh und je. Hatte er solche Feste schon zu genüge über sich ergehen lassen müssen. "Gehe es langsam an, Sasuke." ließ er seinen kleinen Bruder wissen und legte ihm für einen Moment die Hand auf den Kopf, ehe er sich unter die Leute mischte, wie zuvor schon bei ihrer Rückkehr. Hier und da folgte eine Begrüßung. Ein kurzes Gespräch über banale Dinge oder über die Zeit im Krieg, über die Itachi jedoch nicht all zu viele Worte von sich gab. Die Leute hier sollten nicht alles wissen, was sie selbst erleben mussten. Und auch, wenn diese es wohl nicht besser wussten, so zerrte die Erinnerung noch etliche Jahre später an den Soldaten.
      "Die Familie Tomioka. Eine Ehre, dass Ihr es einrichten konnten hier zu erscheinen." sprach der Kronprinz, als dieser bei der Familie angelangt war und seinen Oberkörper etwas neigte. Besonders den beiden Damen, wie es sich für einen Prinzen gehörte. Die Hand sowohl der Mutter als auch Mina's in seine Hand genommen und dessen Handrücken einen flüchtigen Handkuss angedeutet. Sein Blick wanderte zu Shin. "Ich hoffe sehr, dass es dir besser geht als zuvor, nach der Rückkehr zu deinen Eltern und deinen Geschwistern. Konntest du dich wenigstens ein wenig ausruhen?" wollte er sogleich wissen, bevor er seinen Blick für eine Sekunde umherschweifen ließ und zu der jungen Hyuuga sah, welche er ebenfalls mit einer seichten Verbeugung begrüßte.

      "Einen schönen guten Abend." begrüßte Hinata die Familie, ebenso wie den Prinzen. Hatte sie nicht damit gerechnet, dass dieser bei ihnen anzutreffen war. Doch auf halben Weg konnte sie nicht mehr umkehren. Hätte das doch mehr als nur merkwürdig wirken müssen, weswegen sie die Zähne zusammen gebissen hatte. In die Knie gegangen und den Kopf etwas gesenkt begrüßte sie die Familie und den Prinzen, bevor sich ein freundliches Lächeln auf ihren Lippen bildete. "Ich bin froh, dass Ihr wohlbehalten zurückgekehrt seid, Eure Hoheit. Sir Tomioka." sprach sie und sah zu Mina, welcher sie ebenfalls ein freundliches Lächeln schenkte. "Ihr müsst sicherlich sehr erleichtert sein, Euren Sohn und Bruder zurück zu wissen. Es freut mich wirklich sehr." sprach sie weiter.
    • Mina blickte auf und konnte selbst spüren, wie sich beinahe von allein das Lächeln auf ihren roten Lippen bildete, sobald der Kronprinz zu ihnen heran getreten war. Tatsächlich war sie auch ein wenig verwundert über sein Erscheinen, immerhin gab es hier genug Leute, mit denen er sich unterhalten konnte und welche auch gewiss nur all zu gern ein Gespräch mit ihm führen wollten. Andererseits verstanden er und ihr Bruder Shin sich sehr gut, was wohl auch der Grund dafür sein konnte.
      "Guten Abend eure Hoheit", begrüßte sie ihn angemessen und neigte ihren Kopf um sich kurz zu verbeugen. Seine warme Hand hatte für einen Moment ihre umgriffen, jedoch war der Augenblick genauso schnell wieder vorbei, wie er gekommen war. Sie richtete ihren Kopf wieder nach vorne und sah, wie die dunklen Augen zur Seite gingen, nachdem er seine Frage ausgesprochen hatte, wo sie schließlich ihre Freundin entdecken konnte. Lady Hinata Hyuuga.
      Auch, wenn es eher eine traurige Sache war, war es nunmal Fakt, dass es in dieser Zeit viel zu wenig Freunde oder Menschen gab, die man annähernd als solches betiteln konnte. Gerade in der Welt der Adeligen war es immer seltener. Die meisten waren dann doch eher auf mehr Macht und Ruhm aus, spielten jedoch teilweise so gut eine Rolle vor, dass man Realität und Hintergedanken kaum zu unterscheiden vermochte.

      "Lady Hyuuga. Wie schön euch wiederzusehen", gab Shin lächelnd von sich und senkte wie die anderen auch kurz seinen Kopf.
      "Vielen Dank, ich bin auch sehr froh, wieder zurück zu sein..", fügte er noch leise lachend hinzu und neigte den Kopf ein wenig schief, was man auch des Öfteren bei seiner Schwester beobachten konnte.
      "Lady Hyuuga, wie schön, dass Ihr heute ebenfalls hier seid. Wie ich sehe, ist Sir Hatake auch heil wieder zu euch zurückgekommen?", kam es nun lächelnd von der Lady des Hauses, welche neben ihrer Tochter stand. Lady Tomioka mochte Hinata - oder besser gesagt, alle drei Geschwister. Ihr Herz schmerzte, dass deren Mutter nicht mehr hier war, jedoch war sie beinahe selbst stolz, dass jene trotzdem zu solch wunderbaren Menschen herangewachsen waren.
      Es gab jedoch keine Sekunde, in der Hinata auf die Frage hätte antworten können, da trat auch schon jemand neben sie heran und verbeugte sich einmal vor versammelter Runde.
      "Guten Abend."

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      Auch wenn diese Rede zum Teil an ihn gerichtet war, da er zu denjenigen gehörte, die an dem Krieg teilgenommen hatten, fühlte er sich nicht so recht am Platz. Mehr noch ließ er dies alles über sich ergehen, duldete es, weil die Gesellschaft es so verlangte - vor allem aber der Herr des Hauses, für dessen Tochter er die Leibwache darstellte.
      Innerlich seufzte Kakashi aus, unterdrückte es jedoch so gut es ging um nicht wirklich zum Ausdruck zu bringen wie sehr ihm das alles missfiel. Stattdessen ließ er seinen Blick leicht umher schweifen, nachdem die Musik gestartet hatte und nahm sogleich die junge Lady in den Blick. Sie stand beinahe unbeholfen da, wusste nicht ganz etwas mit sich anzufangen.
      "Hmh.." - ein leises, fast amüsiertes Schmunzeln entwich seinen Lippen, wobei sich gleichzeitig auch etwas Sorge in ihm bildete. Er wusste, dass sie solche Veranstaltungen ebenfalls nicht sonderlich mochte und es auch schwierig für sie war. Es bestand immer ein Druck, denn vor allem als Lady gab es viel zu viele Stolperfallen und Fettnäpfchen, in die man treten konnte.
      "Sir Hatake! Wie schön, dass Sie wieder da sind!"
      Der Grauhaarige drehte sich leicht um und erblickte einen älteren Herr, welcher auch direkt ein Gespräch mit ihm begann. Der Höflichkeit wegen unterhielt der Hatake sich mit ihm, nutzte dann aber einen passenden Moment und entschuldigte sich um von ihm wegtreten zu können.
      Leicht und elegant waren seine Schritte, so versuchte er nicht deutlich zu zeigen, dass er sich sogar ein wenig beeilte. Keine Minute später hatte er dann auch schon sein Ziel erreicht und begrüßte alle mit Höflichkeit, wie es sich gehört.
      Kakashi hatte dabei ganz von allein und selbstverständlich den Platz neben Hinata eingenommen, vernahm sofort ihren süßlichen Duft, welcher ihm auch schon in der Kutsche aufgefallen war. Jetzt jedoch richtete er seinen Blick nach vorne auf die anderen, welche ihm ein freundliches Gesicht entgegen brachten. Er würde Lady Hyuuga eine kleine Stütze sein und hoffte, dass sie sich wohler fühlte, sobald er bei ihr war - zumindest war es so öfter in der Vergangenheit gewesen. Sie wusste, wenn sie wirklich aus der Situation heraus wollte oder etwas anderes war, konnte sie ihm ein Zeichen geben und er würde dafür sorgen, dass sie wieder für sich war.
      "Guten Abend. Verzeihen Sie, wenn ich mich einfach dazu geselle. Ich hoffe, ich störe nicht?"

      Mina blickte kopfschüttelnd auf, als sie Kakashi sah und lächelte sogleich - sie mochte den Grauhaarigen und sie war ihm dankbar dafür, dass er auf ihre Freundin Acht gab. Auch für sie wirkte die Dunkelhaarige manchmal zu lieb und in der jungen Tomioka entwickelte sich nur all zu oft der Drang sie einfach in den Arm zu nehmen oder sie von solchen Orten weg zu bringen. Einfach ein wenig Spaß zu haben und das Leben zu genießen - wie sie es auch als Kinder schon taten.
      "Guten Abend Sir Hatake. Ich freue mich, dass Sie ebenfalls unversehrt zurück gekehrt sind."
      - "Es scheint mir, meine Kinder sind hier gut aufgehoben. Wir entschuldigen uns nun", hörte man schließlich die Stimme des Familienoberhauptes der Tomioka Familie, wonach er und die Mutter auch schon los gingen. Der Jüngste in der Runde tat es ihnen gleich, nachdem er einen anderen Jungen entdeckte, den er kannte, sodass es nur noch die 5 waren, welche zusammen standen.
      "Setze dein Herz in Flammen."
      - Kyojuro Rengoku
    • Es war wirklich schön die ganze Familie wieder beisammen zu sehen und zu wissen, dass es alles gut erging. Ein aufrichtiges Lächeln schlich sich bei diesem Gedanken auf die Lippen der jungen Hyuuga, bevor ihr Blick von Shin zu dessen Mutter wanderte. Den Mund bereits ein wenig geöffnet, um zu antworten, hörte sie auch schon eine ihr wohl bekannte Stimme an ihrer Seite, bevor sie auch schon zu Kakashi auf sah und ihr Lächeln noch ein wenig breiter wurde. Sie konnte sich nicht helfen, doch fühlte sie sich mit seiner Gegenwart immer wohler.

      "Wenn gerade vom Teufel gesprochen wird." meldete sich Itachi, ein seichtes, kaum sichtbares Lächeln auf seinen Lippen, welches jedoch auch schnell wieder verschwunden war. Sein Blick wanderte zu dem Vater der drei Kinder, ehe ein kurzes Nicken folgte. "Sicherlich." gab er als Antwort und sah den dreien schließlich hinterher, bevor er wieder zu den Überbliebenen sah. Seine beiden Gefährten, die ihm die Jahre über stehts zur Seite standen, ebenso wie den beiden Damen an ihren Seiten. "Es freut mich zu sehen, dass ihr beiden euch wohl fürs erste erholen konntet." gab er wider, bevor sein Blick auf Hinata und Kakashi fiel. "Ich habe von dem Brand gehört. Mein aufrichtiges Beileid zu Eurer beider Verlust. Ich hoffe doch, dass Ihr Euch gut in Eurem neuen Heim einleben werdet, Kakashi."
      Auf die Formalitäten verzichtete der junge Prinz in diesem Moment. Waren sie schließlich unter sich, alle im selben Alter und er selbst musste zugeben, dass er es begrüßte nicht immer mit Eurer Hoheit oder Prinz angesprochen zu werden. Zumindest hoffte er, dass den vieren dieser kleine Wink entgegen gekommen war.

      "Oh ja. Ich hatte davon am Rande etwas mitbekommen." meldete sich Shin sogleich und biss sich ein wenig auf die Zunge. "Ich hatte jedoch nicht gewusst, dass es Euer Anwesen getroffen hatte. Es tut mir sehr leid das zu hören." sprach er weiter, während Hinata jedoch mit einem Lächeln den Kopf schüttelte. "Es sind nur Dinge, die dem Brand zum Opfer gefallen waren. Es muss euch also rein gar nichts leid tun. Ich bin nur froh gewesen, dass alle heil heraus gekommen sind." meinte sie, konnte sich ein leises Seufzen jedoch nicht verkneifen. Waren immerhin all die materialistischen Erinnerungen an ihre Mutter dabei verloren gegangen.
      "Das ist wohl wahr. Das Wohl eines Menschen ist mehr wert als Besitztümer. Auch wenn das viele anderes sehen." nickte Itachi für einen Moment, was allein in seinem Stand wohl eher für Außenstehende merkwürdig klingen mochte. Hatte die Königsfamilie immerhin so ziemlich alles, was man sich vor stellen konnte und bekam, wovon andere nur träumen vermochten. "Noch dazu habt Ihr ja noch eine gute Freundin an Eurer Seite, die Euch sicherlich beistehen wird, solange ihr beide euch einlebt. Das wird bestimmt eine Zeit in Anspruch nehmen." sprach er weiter und sah kurz zu Mina, als er auf diese zu sprechen kam. Wusste er allein von seinem Bruder, dass die beiden wohl schon lange befreundet gewesen waren. Zwar eher über Ecken, nachdem er ein Gespräch zwischen Sasuke und Naruto mitbekommen hatte, als sie noch klein waren. Selbst hatte der junge Prinz nie wirklich viel von Außerhalb mitbekommen dürfen.
    • Bei Kakashi bildete sich fast schon von selbst ein noch größeres Lächeln, als er bemerkte, dass sich auch das Gesicht von Hinata ein wenig erhellte, sobald er dazu gestoßen war. Bei den Worten seines Prinzen entwich ihm selbst ein leises Lachen, natürlich ebenfalls amüsiert - er kannte Itachi bereits seit vielen Jahren und hatte ihn unter anderem trainiert, weswegen er diesen ziemlich gern hatte. Er respektierte und schätzte die Fähigkeiten des wahrscheinlich zukünftigen Thronfolgers.
      Als der Schwarzhaarige auf den Brand zu sprechen kam, fühlte sich sein Herz kurz etwas schwer an, jedoch behielt er ein leichtes Lächeln auf den Lippen und nickte leicht.
      "Es ist schade drum, jedoch steht das neue Anwesen dem alten in nichts nach und auch kann ich mich nicht beschweren über das Zimmer, welches mir bereit gestellt wurde. Ich bin der Hyuuga Familie sehr dankbar dafür", sprach er und drehte sich bei den letzten Worten für einen kleinen Moment ein wenig in die Richtung von Hinata.

      Mina hatte zu Beginn eher dem Gespräch gelauscht, blickte dann aber fast schon verwundert, als sie die Worte des Prinzen über sich hörte. Erneut bildete sich ein kleines Lächeln auf ihren Lippen ehe sie nickte und zu Hinata herüber blickte.
      "Natürlich. Das weiß sie hoffentlich auch..", fügte sie noch hinzu und blickte dann wieder zu Itachi. Ihr Blick hatte kurz den seinen getroffen, jedoch schaute sie bei den kommenden Worten auch schon wieder zur anderen Seite und geradewegs zu ihrem Bruder. Irgendwie hatte sie immer das Gefühl sich in den schwarzen Iris zu verlieren, wenn sie dort hinein blickte. Und das wäre hier alles andere als angebracht.
      "Wie wäre es, wenn wir draußen einen Spaziergang machen? Ich muss gestehen, dass mir das ein wenig viel Trubel hier ist", hörte man Shin schließlich sprechen und auch leise lachen. Er war dankbar für das Fest und dass die Königsfamilie sie alle so willkommen hieß, jedoch war er auch froh, wenn er mit seinen engsten Freunden und der Familie ein wenig Zeit für sich haben konnte. Außerdem wusste er, dass es den meisten gleich wie ihm ging.

      "Eine gute Idee. Darf ich bitten?" - bei seiner Frage blickte der Hatake zu Hinata und machte ihr währenddessen den Weg ein wenig frei, sodass sie geradewegs zur nicht weit entfernten Terrasse gehen konnten. Über diese würden sie dann in den königlichen Garten kommen, der an dem heutigen Abend durch Kerzen und andere Leuchtmittel erhellt wurde. Es wäre also wirklich ein schöner Anblick während man durchlaufen würde. Zumal es in ihm auch nicht anders aussah und er gewiss lieber draußen mit den hier Anwesenden im kleinen Kreis wäre als mit der ganzen Meute.

      Shin tat derweil lächelnd dasselbe bei seiner kleinen Schwester und hielt ihr auch noch seinen Arm hin um sie Gentleman-like hinaus zuführen. Lächelnd hatte Mina diesen ergriffen und sich bei ihm eingeharkt, wonach sie auch schon mit Shin los ging. Draußen kam ihr sogleich die frische Luft entgegen, was sie tief durchatmen ließ. Ihre rosanen Haare wurden kurzzeitig ein wenig umher geweht und zusätzlich zu den aufgestellten Lichtern erhellten auch die Sterne und der Mond den heutigen Abend. Es sah hinreißend aus und zusammen mit den noch übrig gebliebenen Grillen wirkte es bereits jetzt entspannter und angenehmer als drinnen im Saal.
      Kurzzeitig kam in ihr der Gedanke auf, ob es vielleicht unhöflich wäre, würden sie jetzt einen Spaziergang machen - auf der anderen Seite waren die drei Herren doch die Helden und wenn nicht sie, wer dann durfte entscheiden, was sie heute noch machen wollten.
      "Setze dein Herz in Flammen."
      - Kyojuro Rengoku
    • Hinata hatte zu Mina gesehen, welche sich indirekt an sie gewandt hatte nach den Worten des Prinzen, bevor sie dieser entgegen lächelte. "Aber natürlich weiß ich das. Und dafür bin ich dir sehr dankbar." gab sie ihr zu verstehen. "Ich denke, ich hätte in der Zeit nicht gewusst was ich tun sollte, wenn du und meine Schwester nicht gewesen wärt. Mein Vater hatte sich die ersten Monate so zurück gezogen, bis Neji zurück kam." sprach sie weiter und konnte ein leises Seufzen nicht verbergen. Allein das Bild vor ihrem geistigen Auge, wie ihr Bruder mit bandagierten Beinen zurück gekommen war... Sie hatte schon die Sorge gehabt, dass er nie wieder laufen könnte, doch zum Glück hatte Tsunade mit ihren Kräften dafür gesorgt, dass es ihm stetig besser ging und er bald lediglich eine lange Narbe behalten würde.

      Ein kurzes Nicken kam als Antwort von dem Prinzen, welcher kurz zwischen seinem Kameraden und zu dessen Lady her sah. "Das kann ich mir sehr gut vorstellen. Du kannst dich wohl auch zu einem der glücklichsten Wächter schätzen. Nicht viele werden als vollwertiges Mitglied einer Familie so herzlich aufgenommen." Und das entsprach leider auch der Wahrheit. Viele hatten zwar ihre eigenen vier Wände, allerdings außerhalb des Anwesens oder in einer der hintersten Ecken. Am üblichsten waren die Kellerräume, in welche sie sich zurück ziehen konnten, um dennoch nach genug bei der Familie zu sein, um diese schützen zu können. Doch natürlich auch nahe genug, um die ersten zu sein, welche etwas mit bekamen und... meistens sogar als erstes zu sterben. Kurz schüttelte Itachi den Kopf, bevor er zu Hinata sah.

      "Natürlich. Wir haben ihn von erster Sekunde an als Teil unserer Familie gesehen. Selbst meine Mutter hatte ihm damals sein erstes Zimmer einrichten lassen." sprach sie mit einem Lächeln und erinnerte sich nur zu gut an die ersten Skizzen, welche ihre Mutter selbst angefertigt hatte, um es Kakashi wohnlich zu gestalten. Erneut ein kurzes Nicken des Schwarzhaarigen. "...Er hat mit Eurer Familie wirklich einen Goldgriff gelanden." gab er von sich, bevor sein Blick weiter zu Shin wanderte, welcher einen Spaziergang vorschlug.

      Für einen Moment dachte Itachi nach, drehte sich ein wenig und ließ seine Augen über die Menschenmenge wandern, welche verteilt in dem großen Saal zu Gange war. "Ein Spaziergang hört sich sehr gut an. Wenn ich mich euch anschließen darf." stimmte er zu, woraufhin natürlich zugestimmt wurde. Sich den Vieren somit angeschlossen folgt er ihnen. Sasuke würde sich in der Zwischenzeit bestimmt auch schon von Dannen gemacht haben. Mochte der Jüngere all diese Veranstaltungen doch noch weniger als Itachi selbst.
      Hinata hatte Kakashi's Aufforderung mit einem Lächeln wahrgenommen und folgte den beiden Tamioka's hinaus zur Terrasse, bevor ihr Blick für einen Moment über die Beleuchtung wanderte. Ein kurzes Funkeln in ihren Augen. War der Anblick einfach wunderschön gewesen, auch wenn selbst im Inneren alles nur so vor Schönheit funkelte und glitzerte, so war das Kerzenlicht in der Dämmerung doch um einiges schöner, wie die junge Hyuuga fand.

      "Folgt gerne den Weg entlang." meldete sich der junge Prinz, welcher an eben jenem Pflasterweg zum stehen kam und mit einer kurzen Armbewegung in dessen Richtung deutete. "Wer weiß, ob uns hier draußen sonst noch jemand sieht und uns hinterher doch zurück hinein zwingt." Natürlich eher unwahrscheinlich, zumindest für die anderen. Für ihn selbst konnte er sich gut vorstellen, dass seine Mutter oder sein Vater ihn nach drinnen rufen würden, würden sie ihn sehen.
      Kaum gesprochen setzte er sich selbst in Bewegung, kam jedoch nur wenige Schritte, bevor er Schritte hörte. Das Klacken der Absätze auf dem Steinboden, gefolgt von dem leisen, kaum hörbaren Quietschen der Schiebetür, welche von der Terrasse rein und raus führte. "Shin. Hier seid ihr ja. Ich habe Euch schon überall gesucht." lächelte eine blonde junge Frau, welche den Rock des seicht weiß-rosanen Kleides etwas hoch hob und die wenigen Stufen hinunter schritt.
      Ihr Blick wanderte zu den anderen vieren, bevor sie manierlich einen kurzen Knicks machte. "Eure Hoheit. Tut mir leid. Ich hoffe ich störe nicht." entschuldigte sie sich sogleich, ihre Hände nun locker auf dem weichen Stoff gebettet und wieder zu Shin sehend. "Ich habe Euch schon die ganze Zeit nach der Ansprache gesucht. Ich hatte schon Sorge, dass Ihr nicht kommen würdet." lächelte sie erneut und wandte sich an seine Schwester. "Mina, schön Euch zu sehen." sprach sie, weiterhin mit einem Lächeln nun an Shin's Schwester gewandt. "Hinata und Sir Kakashi ebenfalls. Was für eine Freude."

      Ein leises Lachen entwich der Dunkelhaarigen, als sie die Blondine sah. Kaori Senju, welche sie des Öfteren mit Hanabi zusammen in der Stadt gesehen hatte. Eine nette junge Frau und so ganz anders als ihre Eltern, welche selbst die Fürstenfamilie, ebenso wie die Grafenfamilie meinst mit herabwürdigenden Blicken ansah und ebenso mit ihnen sprach, wenn sie es überhaupt taten.
      "Ebenfalls schön dich zu sehen, Kaori." lächelte Hinata und nickte kurz, während Itachi ein wenig sein Haupt senkte. Ein weiteres Gesicht, welches ihm so wenig sagte wie all die anderen. Er war wirklich zu lange weg gewesen und zuvor zu wenig in der Stadt unterwegs. Das musste er auf jedenfall ändern, wenn er eines Tages den Platz seines Vaters einnehmen wollte.
    • Bei den Worten des Prinzen nickte Kakashi und lächelte auch leicht, was man wie immer nur erahnen konnte dank der Maske, die er stets im Gesicht trug.
      "Ja, ich bin auch sehr dankbar dafür, dass die Familie mir solch ein Glück beschert und ich von mir behaupten kann, dass es mir dort sehr gut geht."
      Und das entsprach auch nur der Wahrheit - er war wirklich sehr dankbar für alles, was die Hyuugas für ihn bisher getan hatten und auch noch immer taten. Es war eben wie Itachi sagte nicht selbstverständlich und oftmals leider ganz anders. Nur ein Punkt, der würde wohl immer gleich bleiben bei einer Wache und zwar der, dass er sein Leben für sie opfern würde. Ohne zu zögern.
      Und das würde er auch tun, wäre er nicht ihre persönliche Leibgarde.

      Sobald sie draußen angekommen waren, entdeckte der Hatake aus dem Augenwinkel wie die Augen der Hyuuga begangen zu funkeln. Ihr Gesicht erhellte sich sofort und in den violetten Seelentüren spiegelten sich die ganzen Lichter, welche zusätzlich auch noch für einen sanften Ton in ihrem Gesicht und auf ihrer Haut sorgten. Ihr dunkles Kleid verschwand beinahe in der Nacht, aber dank der Kerzen und anderen Leuchtmittel konnte man sie noch gut erkennen. Eine wahre Schönheit, wie er fand.
      Sein Blick wurde wieder von ihr genommen, als er hörte, wie sich ihnen jemand näherte und auch sogleich begann zu sprechen. Scheinbar hatte einer hier in der Runde eine Verehrerin und diese wollte nicht auf sich warten lassen.

      "Miss Senju..", entwich es Shin überrascht, während er mit den anderen stehen blieb.
      "Guten Abend Kaori", begrüßte auch Mina die junge Dame lächelnd, während sie bereits langsam von dem Arm ihres Bruders abließ. Sie wusste, dass die Senju ein Auge auf ihren großen Bruder geworfen hatte und sie wusste auch, dass dieser vor dem Krieg ebenfalls leichtes Interesse gezeigt hatte - ob es jetzt noch immer so war, wusste sie nicht, aber das würde sich wohl noch zeigen.
      Noch bevor sie hätte ihren Arm komplett von ihm nehmen können, hatte Shin sie leicht festgehalten und dann lächelnd zu ihr geblickt nur um dann in die Runde zu schauen.
      "Entschuldigt mich bitte. Ich werde Miss Senju hinein begleiten. Eure Hoheit, wärt Ihr so nett und übernehmt meine Schwester?", fragte er an den Schwarzhaarigen gerichtet und führte Mina leicht in dessen Richtung. Diese blickte dabei ein wenig verwundert und war sich noch nicht ganz sicher, was sie davon halten sollte - durfte Shin das einfach so machen? Immerhin war Itachi der Kronprinz und nicht einfach irgendjemand. Aber eine andere Wahl hatte er den beiden auch nicht wirklich gelassen.
      "Wir sehen uns später drinnen", gab Shin noch lächelnd von sich und verbeugte sich leicht ehe er auch schon Kaori seinen Arm anbot, welche lächelnd zustimmte und mit ihm hinein ging.
      Mina war derweil still neben Itachi zum Stehen gekommen und bemerkte wie die Situation sie etwas unbeholfen werfen ließ. Nicht, weil sie sich in der Gegenwart des Uchihas unwohl fühlte - nein, es war eher das Gegenteil.

      "Nun.. da wir ohnehin nur zu viert sind.. würde ich Sie gerne richtig herumführen, Lady Hyuuga."
      Kakashi blickte lächelnd zur Dunkelhaarigen herunter und hielt ihr nun selbst seinen Arm hin, damit sie sich einharken konnte. Wer weiß, vielleicht würden sie beide auch gleich die Gelegenheit bekommen um sich unterhalten zu können. Ein Spaziergang musste ja nicht im Entengang erfolgen, sie würden ja auch mit etwas Abstand umher gehen können. Und da er sich fast genauso gut wie Itachi hier auskannte, wäre es also auch kein Problem. Nur zu weit weg dürften sie nicht gehen. ..immerhin musste sichergestellt sein, dass der Anstand bewahrt wurde. Vor allem, weil es sich bei den Damen um unverheiratete Frauen handelte.
      Aber das war wieder eine andere Sache und solange man sie zu viert erblickte, würde es keine Probleme geben.
      "Setze dein Herz in Flammen."
      - Kyojuro Rengoku