~ university ~ (Amalia & Hera)

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    • Yui:
      Ein tiefes Grummeln trat über meine Lippen, als ich den verhassten Handywecker hörte, welcher mich aus meinem angenehmen Schlaf riss. Ich drehte mich auf die Seite und presste mir meine Hände auf die Ohren, während ich versuchte das nervige Klingeln zu ignorieren. Doch je länger ich wartete, desto penetranter wurde das Geräusch und mir blieb letztendlich nichts anderes übrig, als nach diesem scheiß Teil zu greifen, um es aus zu machen.
      Genervt erhob ich meinen Oberkörper, wobei mir einige meiner schwarzen Haarsträhnen ins Gesicht fielen. "Kaum zu glauben, dass schon wieder das neue Uni Jahr anfängt... So ein Scheiß", seufzte ich und erhob mich schließlich schweren Herzens aus meinem gemütlichen Bett. Die Semesterferien hatten sich bei weitem viel zu kurz angefühlt und es würde sicher wieder ewig dauern, bis die nächsten vor der Tür standen.
      Ich ging duschen, zog mich an und frühstückte anschließend in aller Ruhe in der Küche, während ich auf meinem Smartphone nach Neuigkeiten suchte. Das Internet war voll mit irgendwelchen "Montagsmorgen"- oder "zurück-an-die-Uni-" Memes. Nicht besonders innovativ, wenn man mich fragte. Immerhin hatte mein ein jedes davon doch schon mindestens einmal gesehen.
      Zwischen den ganzen "lustigen" Bildern fand man aber auch eine Menge dramatischer Nachrichten. Einige Vorfälle die im Umland geschehen waren und andere außerhalb Japans. Auch nichts besonderes mehr. "Die da oben sollten sich mal was Neues einfallen lassen. Diese Spielchen werden langsam langweilig", meinte ich, ehe ich den letzten Bissen von meinem Toastbrot nahm und anschließend alles aufräumte, bevor ich die übliche Katzenwäsche machte und mir anschließend meine Verpflegung für den Tag in die Uni zusammen suchte. Ein letzter Blick in alle Räume verriet mir, dass ich alles ausgestellt hatte, weshalb ich guten Gewissens die Wohnung verließ und mich draußen auf mein Motorrad schwang. Ich setzte mir den schweren Helm auf und machte mich schließlich auf den Weg zur Uni.
      Wie nicht anders erwartet, waren die Straßen früh Morgens schon mit einem Haufen von Idioten voll, die das Autofahren vergaßen, sobald sie hinter einem Lenkrad saßen. Ich hatte Glück und entkam noch gerade so einem Zusammenprall, als so ein Penner versucht hatte, mich zu schneiden. Normalerweise wäre ich ihm jetzt hinterher gefahren und hätte wenigstens einmal gegen seine Karre gekickt, allerdings trennten sich unsere Wege und ich musste mich beeilen, zur Uni zu kommen.
      Nach ungefähr 20 Minuten erreichte ich endlich den Campus der Uni und parkte mein Motorrad auf einem der dafür vorhergesehenen Parkplätze. Ich stieg ab und zog mir meinen Helm vom Kopf, ehe ich mir einmal mit der rechten Hand durch die Haare wuschelte. Ich verstaute den Helm unter dem Sitz meines Motorrads und nahm stattdessen meinen schwarzen Lederrucksack hervor, welchen ich direkt schulterte. Mein Blick wanderte zu dem riesigen weißen Gebäude, welches für die nächsten Wochen und Monate zu meiner persönlichen Nemesis werden würde. Dabei wollte ich doch einfach nur zurück in mein Bett und weiter schlafen...
      Gemütlichen Schrittes bewegte ich mich auf das Gebäude zu und sah mir an, wie immer mal wieder ein paar verzweifelte Studenten den richtigen Hörsaal zu finden versuchten. Es erinnerte mich ein wenig, an meine ersten Tage an dieser Uni. 'Hoffentlich sah ich damals nicht genauso dämlich aus, wie die Neuen hier', schoss es mir direkt durch den Kopf.
      "Yuiii-chaaan~ Warte auf mich!" Ich hielt inne. 'Oh Gott, bitte nicht schon so früh am Morgen.' Ich drehte mich um und erkannte direkt Hiroki, welcher freudestrahlend auf mich zu rannte. Ohne das ich auch nur den Hauch einer Chance gehabt hätte, haftete er sich an mich und knuddelte mich durch. "An dir ist echt ein Polizist verloren gegangen", bemerkte ich trocken, während ich mich aus seinem Griff zu befreien versuchte. "Hehe~ Als ob du es nicht auch mögen würdest." "Nicht ein Stück."
      Nachdem er endlich fertig war, mir die Luft abzudrücken und von mir los ließ, machten wir beide uns gemeinsam auf, in Richtung Hörsaal. Hiroki plapperte wie ein aufgeregtes Kind von seinem Krankenhausaufenthalt in den Semesterferien und das er sich freuen würde, endlich wieder auf freiem Fuß zu sein. Gleichzeitig bedankte er sich etliche Male bei mir, dass ich ihn so oft besuchen kam. "Schon gut", winkte ich ab. "Lass uns einen Zahn zulegen, sonst kommen wir noch zu spät", meinte ich weiter.
      Nichts kann tiefer verletzen als Wortlosigkeit, nichts kann mehr verwirren als Sprachlosigkeit, lieber komme ich im Chaos des gesprochenen Wortes um, als in der schreienden Stille von endlosen Gedanken…
    • Miako
      Der Tag hätte nicht früher starten können. Schon vor meinem Wecker, war ich schon fertig gemacht und gestriegelt. Meine Mum war genauso aufgeregt wie ich es war und hatte schon das Frühstück fertig gemacht. "Schatz bist du fertig?" rief sie von unten und ich grinste "JA MUM" kichernd stellte ich meinen Wecker aus der gerade anfing zu klingeln. Mit einem ruck, hob ich die schwere Tasche für das Wohnheim über meine Schulter und ging die Treppe hinab. In dem Moment kam mir Ayto entgegen und nahm mir die Tasche ab. "Du bist hier?" strahlte ich bis über beide Ohren während er mich angrinste und ein Kuss auf die Wange drückte. Wie oft wünschte ich mir, dass er einfach auch vor meiner Mum mich küsste... Schnell noch alles in den Mund gestopft und dann saßen wir alle im Auto. Mum und Ayto sitzten vorne und lachten und alberten herum, ich aber, sah aus dem Fenster und merkte, wie sich mir der Magen umdrehte vor Nervosität. WIe schnell die Zeit verging. Ayto versuchte mir Mut zu machen und erzählte wie oft er versuchen würde mich zu besuchen aber so wirklich zuhören konnte ich ihm nicht sondern nickte und lächelte ab und an.

      Nach einer Stunde fahrt, steigte ich aus dem Auto und ließ erstmal alles auf mich wirken. "Das wird traumhaft mein kleiner Schatz" flüsterte meine Mutter neben mir. Ich erschrak leicht musst aber dann nicken "Ja das glaub ich auch Mum" und umarmte sie. Ich drückte sie länger weil ich wusste, wir würden uns wohl sobald nicht wieder sehen. Meine Mutter hatte so viel Geld für mich gesparrt nur um auf die Uni zu kommen auf die sie war. Für eine alleinerziehende Mutter ist das eine ordentliche Summe und ich will nicht wirklich wissen, wie sie das Geld zusammen bekam. Klar, sie war Tag und Nacht arbeiten und trotzdem glaubte ich, meine Mutter hatte ein Geheimnis.
      Sie küsste meine Stirn und schaute mich eindringlich an "Hast du alle Bücher, Stifte, dein Schlüssel falls du mal heim möchtest..." ich merkte wie sich ihre Tränen in ihren Augen sammelten und beruhigte sich gleich und lächelte erneut "Mum ich bin deine Tochter, dank dir bin ich so organisiert und bin wie ich bin" wir umarmten uns erneut und dann kam Ayto. "Ich versuche wirklich dir jeden Tag zu schreiben und wenn du brauchst dann bin ich für dich da Tag und Nacht" er grinste und ich schaute ihn an "Danke Ayto" auch ihn drückte ich so fest an mir, das ich nicht merkte wie er mich sanft zurückdrängte. Ich seufzte und merkte, wie meine Stimmung schwankte. Ich ärgerte mich richtig. Doch als ich seine Lippen auf meine spürte, schoben sich die bösen Gedanken sofort weg. In der Hoffnung meine Mutter würde ein Kommentar abgeben, erblickte ich sie bereits im Auto. ~Er hat darauf gewartet~ dachte ich und blickte ihn böse an. Er zuckte nur grinsend mit den Schultern und nahm die Taschen aus dem Auto. "Übrigens hat deine Tasche rollen Miako, so musst du die Tasche nicht schleppen" er fuhr die Halterung aus und drückte auf einem Knopf, sodass zwei Räder heraussprangen.
      "Danke" leicht wurde ich rot. Das konnte nur mir passieren. Man merkte wie sich allmählich die Leute versammelten und einige sich den Campus ansahen. "Ayto komm wir müssen los!" rief meine Mutter und er winkte zum Abschied. Ich sah beiden hinterher und erblickte einen Motoradfahrer der an ihnen vorbeifuhr und auf den dafür vorhergesehenen Parkplatz parkte. "Oh, doch ein Mädchen" staunte ich und widmete mich wieder meinen Sachen. Den Rucksack auf dem Rücken und die große Tasche hinterherziehend betrachte ich das Anwesen. Es war wunderschön.

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      Noch etwas verwirrend schaute ich die Karte vom Campus an, sah mich um und versuchte alle Orte zuzuweisen. "Ach das bekomme ich schon irgendwie hin" flüsterte ich und ging in die Haupthalle. An der Rezeption erfuhr ich wo mein Zimmer war und stellte fest ich werde eine Zimmergenossin haben ~oder Genossen~ dachte ich und es schüttelte mich.~Nein das wird die Uni denke ich nicht durchgehen lassen~ ermutigte ich mich und machte mich zum Zimmer auf. Gott sei Dank gab es Aufzüge. Im 2.Stock angekommen suchte ich nach meinem Zimmer und immer wieder kommen mir Leute entgegen. Endlich angekommen, stand die Tür weit offen und ich tritt vorsichtig ein. ~Noch bin ich alleine~ recht unentschlossen stand ich da denn was ist, wenn mein Partner eine Lieblingsseite hatte. Ich wollte nicht gleich an meinem 1. Tag schlechte Stimmung haben und somit gehe ich gerade durch zum Fenster und schaute mir den Trubel am Campus an.
    • Yui:
      Hiroko und ich gingen ein wenig schneller, damit wir noch pünktlich zu unserer Vorlesung kamen. Allerdings sollten wir es gar nicht erst bis ins Gebäude schaffen, da es vor der Tür eine Auseinandersetzung zweier Studenten gab. Beide hatte ich hier schon das ein oder andere mal gesehen und jedes mal waren sie mir negativ aufgefallen. Ich konnte mich nicht daran erinnern, die zwei jemals friedlich mit einander reden zu sehen. Scheinbar würde es auch in diesem Jahr wieder Stress mit den beiden geben. Naja, mir sollte es egal sein, solange sie mich nicht mit in ihr Kindergartengehabe hineinzogen.
      "Yui, sollten wir nicht dazwischen gehen?", flüsterte mir Hiroki verunsichert ins Ohr. "Warum sollten wir? Das ist nichts was uns angeht", bemerkte ich nüchtern. "Ich weiß, aber die beiden scheinen sich gleich wieder zu prügeln. Beim letzten Mal gab es sogar ein paar verletzte von Außerhalb. Wir sollten es nicht wieder soweit kommen lassen." "Wir?", fragte ich Hirko und zog dabei skeptisch eine Augenbraue nach oben. "Wenn dann ja wohl eher die. Außerdem sind die anderen Studenten selber daran schuld, wenn sie verletzt werden, wenn sie bei einer Prügelei daneben stehen und auch noch das Handy drauf halten", ergänzte ich. "Bitte, Yui", bettelte Hiroki und setzte dabei wieder seinen Welpenblick auf, dem ich nicht widerstehen konnte. Ich seufzte und verdrehte genervt die Augen. "Meinetwegen, aber hör auf, so eine hässliche Fratze zu drehen", meinte ich und drückte ihm schließlich meinen Rucksack in die Hand. "Thanks!", grinste er und nahm diesen mit Freude entgegen, als ich auch schon zwischen die beiden Streithähne ging.
      "Hey, das reicht ihr zwei. Ihr müsst nicht jetzt schon so ein Fass aufmachen und alles und jeden in Aufruhr versetzen", meinte ich ruhig. Die beiden ließen kurz voneinander ab und sahen dann zu mir. "Verpiss dich, mit dir hat keiner geredet", knurrte der Schwarzhaarige. Ich verdrehte erneut die Augen. "Ich aber mit dir. Und entweder lässt du ihn jetzt los oder ich hau dir eine rein", drohte ich ihm. Doch er lachte nur und ließ von dem Braunhaarigen ab, ehe er sich zu mir drehte. "Du willst was? Mir eine rein hauen? Hah! Versuch es doch, Prinzessin", grinste er und hielt mir noch demonstrativ seine Wange hin. "Wie du willst", meinte ich und schlug ihm mit der Faust ins Gesicht. Die Leute um uns gaben erschrockene Laute von sich und hielten nach wie vor ihre Smartphones hoch, um alles aufzunehmen. "Zufrieden? Wenn ja, dann nimm endlich deine Sachen und hau ab." Er biss die Zähne zusammen und funkelte mich böse an. "Normalerweise schlage ich keine Frauen, aber für dich mache ich eine Ausnahme." Mit diesen Worten erhob er seine Faust und ließ diese auf mich zukommen. Mit Leichtigkeit wehrte ich seinen Schlag ab und trat ihm anschließend zwischen die Beine. Ein schmerzerfülltes Stöhnen drang aus seinem Mund und er ging zu Boden, während ihm vor allem von seinen männlichen Zuschauern, mitfühlende Blicke zugeworfen wurden. "Ich mach dich fertig, Bitch." Aggressiver als zuvor, erhob er sich vom Boden und griff nach meinem Hals. Ich machte eine leichte Drehung und er griff ins Leere. Ich nutzte die Chance und stand hinter ihm, ehe ich mit der Faust auf seinen Hinterkopf schlug.
      "AUFHÖREN! ALLE BEIDE!" Ich drehte mich auf und sah eine Professorin, welche wütend auf uns zu gestampft kam. "In mein Büro, sofort!" warf Hiroko einen anklagenden Blick zu, ehe ich mich von meinem Schwarzhaarigen Gegner entfernte und er alten Ziege hinterher stampfte.
      Nichts kann tiefer verletzen als Wortlosigkeit, nichts kann mehr verwirren als Sprachlosigkeit, lieber komme ich im Chaos des gesprochenen Wortes um, als in der schreienden Stille von endlosen Gedanken…