Paint me like a villain [Sohira & unravel]

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    • Paint me like a villain [Sohira & unravel]

      PAINT ME LIKE A VILLAIN
      TRIGGERWARNING: da es sich hierbei um ein Rollenspiel handelt, in dem die kriminalistische Arbeit der Polizei behandelt wird, möchte ich an der Stelle ein Triggerwarning erstellen, dass sowohl Tod, Mord, vulgäre Sprache und auch Gewalt und anderweitige Straftaten angesprochen werden könnten. :)
      Das Wetter war scheußlich, als Elaine am heutigen Tag ihre kleine Wohnung verließ. Immerhin war sie auf so ein Wetter vorbereitet - wie sollte es auch anders sein, wenn man in England lebte und es die meiste Zeit ohnehin wie aus Eimer schüttete? Obwohl sie bei diesem Wetter viel lieber in ihren eigenen vier Wänden blieb, ein Buch las und einen Tee trank, so war sie sich heute nicht zu schaden, in Windeseile aufzubrechen. Der Fernseher lief eigentlich nur nebenbei, um einige Hintergrundgeräusche in die stille Wohnung zu bringen, aber als die Eilmeldung kam, dass wieder einmal eine Leiche gefunden worden war - es musste die inzwischen dritte gewesen sein, die man heute in einem Nationalpark gefunden hatte. Eine Mordserie im 21. Jahrhundert war vielleicht nicht sonderlich ungewöhnlich, könnte für Elaine aber den Durchbruch bringen, den sie brauchte, um endlich von diesem Drecksverlag wegzukommen, für den sie nun schon seit einigen Jahren schrieb.
      Sie rief sich ein Taxi und bat es darum, zu genau jenem Nationalpark zu fahren, an dem die Polizei inzwischen sicher schon ermitteln musste.
      "Sind Sie sicher, dass Sie dorthin wollen, Miss?" Durch den Rückspiegel beäugte der Taxifahrer die Blondine skeptisch und Elaine zog als Antwort eine ihrer Augenbrauen in die Höhe.
      "Ziemlich sicher, sonst hätte ich Sie nicht darum gebeten. Könnten Sie jetzt bitte losfahren?" Mit jeder Sekunde, die verstrich, riskierte sie, dass sich mehr und mehr Polizeipräsenz ergeben würde und sie dann gar keine Möglichkeit mehr hätte, auf eigene Faust zu ermitteln. Der Taxifahrer schien für eine weitere Sekunde zu zögern, ehe er mit den Schultern zuckte und das schwarze Taxi sich endlich in Bewegung setzte.
      Knapp zehn Minuten später drückte sie dem Fahrer einige Pfunde in die Hand, stieg aus und kramte ihre kleine Kamera sowie den Block aus. In einem unbeobachteten Moment schaffte sie es, unter den gelben Absperrbändern hinweg den Tatort zu betreten und näherte sich dem Hauptschauplatz dieser grausamen Tat. Das war nicht das erste Mal, dass Elaine so etwas machte; dementsprechend hatte sie auch nicht sonderlich viel, das sie abschreckte oder ekelte. Nicht einmal der Anblick einer toten Frau, die hier gefunden wurde, schien sie in irgendeiner Weise zu stören. Bevor sie ein Foto machte, schrieb sie nieder, was sie sehen konnte: eine Frau, Mitte zwanzig, wahrscheinlich so alt wie Elaine selbst; sie sah, obwohl sie tot war, erstaunlich friedlich aus. Nach außen hin konnte man keinerlei Verletzungen erkennen, keine Schürfwunden, keine Anzeichen für einen Kampf. Selbst ihr Hals wirkte unberührt. Ja, es sah fast so aus, als würde sie schlafen.
      Als Elaine sich ihre Notizen gemacht hatte, hob sie den Blick ab und verstaute den Block wieder. Sie runzelte die Stirn, als sie sich die Umgebung genauer ansah. Sie wusste nicht genau, woher das Gefühl kam, aber es kam ihr so vor, als würde sie diesen Ort schon einmal gesehen haben; genau aus dem Winkel, an dem sie jetzt auch stand.
      "Hm", machte sie, hob ihre Kamera an und machte ein Foto - nicht von der Leiche, sondern von dem Ausblick. Vielleicht würde das mehr helfen als das Abbild einer toten Frau auf ihrem Speichermedium zu haben.
      Elaine betrachtete die Umgebung noch etwas länger, als das Stimmwirrwarr größer wurde. Sie hatte nicht einmal mitbekommen, dass jetzt mehr Polizisten anwesend waren. Fuck. Hatte man sie gesehen? Sie wusste es nicht. Wenn, dann könnte sie ihren Block und ihre Kamera schnell verlieren, und das würde ihr das Genick brechen. Sie sah sich noch ein letztes Mal um, ehe sie sich darum bemühte, weg vom Tatort zu kommen und die Absperrbänder als klares Indiz, dass sie nur schaulustig war, für sich zu benutzen ... Aber wenn sie Pech hatte, hatte man sie dennoch gesehen.

      @Sohira
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    • "Sir? Es wurde erneut eine Leiche gefunden" kam einer der jungen Polizisten, der gerade mit der Ausbildung angefangen hatte, in das Büro des Chief Inspector's Webberly um diesen Bericht zu erstatten. "Wo?" wollte dieser gleich wissen "Im westlichen Nationalpark, Sir"....."Danke William. Sie können abtreten" und mit einem Nicken war der junge Polizist verschwunden.
      Es dauerte nicht lange bis Webberly und seine Leute im westlichen Nationalpark eintrafen und anfingen den Tatort abzusperren. Keiner durfte die Leiche bewegen geschweige denn sich nähern solange er sich nicht sicher war ob dies überhaupt einen Zusammenhang war zu den anderen beiden Leichen oder es sich hier um einen neuen Täter handelte. Der Pathologe ließ auch nicht lange auf sich warten und als dieser eintraf, hockte er sich zur Leiche runter, zog das Tuch ein wenig zurück sodass ab dem Schlüsselbein noch alles verdeckt blieb und fing an sich ein paar Notizen zu machen. "Wie sieht es aus, James?" ertönte die Stimme von Webberly, zu welchen er nach ein paar Minuten aufsah. "Es ist wie bei den anderen beiden Leichen: eine Frau, Mitte zwanzig und keine äußerlichen Verletzungen. Wenn ich an die beiden anderen Frauen denke, welche ebenso gefunden wurden, würde ich von der selben Todesursachen ausgehen aber genaueres kann ich natürlich erst nach einer Opduktion sagen" sprach dieser ernst aus woraufhin Webberly etwas zischte. "Verdammt. Die Abstände werden immer kürzer" dachte dieser laut und strich sich mit der Hand durch die Haare. "Danke James. Machen Sie hier fertig und rufen Sie mich an sobald Sie was haben" mit diesen Worten wandte er sich ab und begab sich zu David, einer seiner Inspector's "Rufen Sie Lynley an" befahl er diesen "aber Lynley hat sich doch dieses Wochenende frei genommen, Sir?" ..."Das ist mir bewusst, dennoch ist es sein Fall und es wurde eine weitere Frau gefunden. Oder wollen Sie der Familie erklären, dass der Tod ihrer Tochter nicht aufgeklärt werden kann, weil sich der zuständige Inspector auf einer Hochzeit befindet?" war Webberly's Stimme sauer geworden. Mit einem schnellen Kopfschütteln holte dieser sein Handy raus und wählte schon Tony's Nummer.

      "Tony?......Tony? Sag mal hörst du mir überhaupt zu?" hörte er eine Frauenstimme, welche immer lauter und lauter wurde als sich diese im näherte. Anthony stand auf einer kleinen Anhöhe und genoss die Aussicht auf die Landschaft, während er sich eine Zigarette angezündet hatte und versuchte einen freien Kopf zu bekommen. Das Wetter hielt sich halbwegs gut und ließ immer hier und da ein paar Sonnenstrahlen rausfallen. Laut Wetterbericht hätte es eigentlich heute regnen sollen und so wie die Wolken im Himmel aussahen, würde dies sicher auch noch geschehen. "Was?" kam es fragend aus ihm heraus als er die Frau erblickte, welche schließlich neben ihm zu stehen kam. Ihre seitlich gelegten Haare leuchteten in den leichten Sonnenstrahlen rot und auch das dunkelblaue Kleid was sie dazu anhatte, tuschierte ihre Figur umso mehr. "Ich weiß es ist nicht gerade einfach für dich heute aber Simon und Danielle schätzen es trotzdem sehr, dass du zur Hochzeit gekommen bist" versuchte sie ihn mit einem sanften Lächeln aufzubauen. Alexis war Simon's Schwester gewesen und kannte Tony genauso lange wie die beiden Freunde es taten. Es gab wirklich Tage wie der von heute an dem Tony froh war sie an seiner Seite zu haben. Alexis wurde selbst für den braunhaarigen mit den Jahren zu einer seiner engsten Freunde, weshalb es ihr manchmal leicht fiel seine Gedanken zu lesen. "Ich weiß" dabei zog er die junge Dame etwas zu sich, was sie natürlich mit einer kurzen Umarmung willkommen hieß. "Na komm, wir sollten langsam zurückgehen bevor sie noch eine Vermisstenanzeige aufgeben" lachte diese und zog Lynley mit sich mit als plötzlich sein Handy zum läuten anfing. "Hmm?" kam es fragend von ihm und als er das kleine Gerät aus der Tasche holte, sah er schon die Nummer von David was ihn zum Seufzen brachte. "Was ist denn los?" wollte Alexis wissen und blickte selbst auf den Display als Lynley diesen zu ihr drehte. "Nein" kam es enttäuscht aus ihr heraus "Du hast versprochen die Arbeit wenigstens für dieses Wochenende ruhen zu lassen"...."Erklär das mal denen und nicht mir" kam es selbst etwas genervt aus dem braunhaarigen raus bevor er den grünen nopf drückte und mit "Lynley?" abhob. "Was? Wann?" waren gleich die nächsten Fragen von ihm gekommen und blickte für einen kurzen Moment auf seine Armbanduhr "Alles klar, ich mache mich auf den Weg" meinte er noch und legte mit diesen Worten auf "es tut mir leid aber ich muss los" Alexis Blick sagte durchaus schon so einiges was Tony verstehen konnte. Seit die Verlobung mit Danielle gelöst war, war bereits ein Jahr vergangen und Tony stürzte sich, so gut wie es ging, in die Arbeit um somit Ablenkung zu bekommen. Es war ja eigentlich schon zu viel von ihm verlangt gewesen, dass er heute hierher kam um die Hochzeit der beiden mitzuerleben aber Simon und Danielle bestanden darauf. "Gut, aber dann sag du es ihnen selbst"...."Alexis......" doch weiter kam er nicht da sich diese bereits umgedreht hatte und verschwand. "Na großartig, das auch noch" murmelte er leise vor sich her und begab sich anschließend zurück zu den anderen, suchte Danielle und Simon, erblickte jedoch nur die Braut. Simon jetzt auch noch zu suchen würde ihn genug Zeit kosten, welche er aber nicht hatte. "Danielle!" rief er und erhaschte schon ein freundliches Lächeln der schwarzhaarigen. "Tony" freute sie sich, hielt ihm schon ein Glas Sekt hin was er aber mit einem Kopfschütteln ablehnte. "Ich muss los. Wo ist Simon?" wollte er wissen "Ich weiß nicht. Er ist kurz nach drinnen verschwunden. Was ist denn los?" kam es gleich besorgt aus ihr heraus "Die Arbeit" antwortete er kurz und konnte direkt die Enttäuschung in ihrem Gesicht sehen. "Bitte sag Simon Bescheid. Es tut mir leid" dabei gab er der schwarzhaarigen einen sanften Kuss auf die Stirn und wandte sich schließlich von ihr ab. Es war schon schwer genug zu sehen, dass sie nun jemand anderem gehörte. Noch schlimmer zu wissen, dass es sein bester Freund gewesen war, der sie bekam. Mit schnellen Schritten machte er sich auf zu seinem Wagen, stieg ein, startete den Motor und zögerte nicht lange diesen zu wenden um dem kleinen Waldweg Richtung Straße zurück zu fahren.

      Es dauerte knapp 30min bis er schon die ganzen Polizeiauto's mit Blaulicht auf der Straße sowie Beamten auf den Gehwegen erkannte, welche versuchten die neugierigen Passanten vom Absperrband fern zu halten. Lynley parkte seinen Wagen direkt bei den anderen, stieg aus und nickte den Kollegen zu bevor er schon unter dem gelben Band durchhuschte und von Webberly entdeckt wird. "Lynley!" rief er diesen und deutete ihm mit einer Handbewegung zu sich "David sagte, es wurde eine weitere Leiche gefunden, Sir?"..."Richtig. Sie passt perfekt in das Muster der anderen beiden Frauen" erklärte er ihm kurz den ganzen Sachverhalt wobei sich Lynley währenddessen nach unten hockte, das Tuch etwas hochhob, welches bereits komplett wieder über sie gelegen wurde und sah sich den Körper genauestens an. Doch selbst erkannte nirgendswo Spuren. So als wären sie einfach so auf der Straße umgekippt. Als er dieses wieder über die junge Frau legte, aufstand und sich ein wenig umsah um mögliche Kameras im Park nicht auszuschließen, bemerkte er eine junge blondhaarige Frau welche gerade dabei war ein Foto von der Umgebung zu machen. "David!" rief er seinen Kollegen zu sich nachdem er sie gefühlt ein paar Minuten beobachtete "Wer ist diese Frau?" wollte er wissen doch David zuckte dabei selbst mit den Schultern "keine Ahnung, Sir. Sie gehört nicht zu uns"....."und wieso macht sie sich dann Notizen und Fotos geschweige denn befindet sich nicht hinter dem Absperrband?" kam es wütend aus dem braunhaarigen und als er sah, dass diese schnell die Flucht ergriff, dachte er keine Sekunde lang zu zögern um ihr zu folgen.


      "Live your Life......you only have this one chance !"

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    • Scheiße. Elaine war sich sehr sicher, dass man sie gesehen hatte. Sie war einfach zu abgelenkt gewesen, als sie diese Aussicht gesehen hatte, und das war ein blutiger Anfängerfehler, den sie sich eigentlich gar nicht mehr erlauben konnte. Sie war öfter schon im Visier der Polizei gewesen, deshalb war sie dem ein oder anderen Detective auch schon bekannt, aber gerade deshalb musste sie auf sich aufpassen und durfte manche Grenzen nicht überschreiten. Sicherlich war es die Aufgabe eines Journalisten oder eines Detektivs, gerade sowas zu machen, aber so sehr Elaine ihren Job auch liebte, so wollte sie deshalb mit Sicherheit nicht hinter Gittern landen. Was würden ihre Eltern denn dann von ihr denken?!
      In all dem Stress und Adrenalin konnte sie nicht einmal weiter darüber nachdenken, denn als sie einen Blick über ihre Schulter warf, konnte sie erkennen, dass man ihr folgte. Keine Ahnung, wer dieser Kerl war. Vielleicht war er ja auch nur einfach zufällig da und lief ihr ganz zufällig hinterher? Immerhin sah er nicht aus wie ein Detective; er war in einem Anzug gekleidet, der genauso gut für einen schickeren Anlass geeignet sein könnte als für einen verdammten Tatort, an dem eine weitere Leiche gefunden worden war. Nein, der Kerl verfolgte sie sicherlich nicht, das war bestimmt nur ein blöder Zufall.
      Und trotzdem stieg ihr schlechtes Bauchgefühl und ihre Schritte beschleunigten sich, bis sie an einer Ecke in leichter Entfernung zum Nationalpark ein ihr bekanntes Diner entdeckte. Sie hatte heute noch nichts gegessen und außerdem brauchte sie einen Ort, an dem sie untergehen konnte und den Kerl – sollte er sie denn wirklich verfolgen - loswerden würde.
      Schnell war die Tür ins Innere des Diners geöffnet und sie lächelte der Kellnerin zu. Es war brechend voll, was ihr ziemlich gelegen kam, aber am Ende des Ladens waren noch einige Tische mit weniger schöner Aussicht auf den Park frei. Elaine ließ sich seufzend auf einen der Stühle fallen, ihr aufmerksamer Blick ging durch die Menge. War er ihr bis hierher gefolgt oder hatte er abgelassen? Vielleicht war sein Ziel ja auch ein ganz anderes gewesen ...
      Da Elaine sich nicht vollends in Sicherheit wiegen konnte, hob sie die große Speisekarte an und versteckte ihr Gesicht so halb dahinter. Über der Tür läutete die Klingel, die neue Kunden ankündigte, ein weiteres Mal, und ihr entkam ein leises Fluchen. Jetzt konnte sie nur hoffen, dass sie nicht mit harten Konsequenzen rechnen musste ...
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    • Wie konnte denn bitte so etwas passieren? Noch nie, seit seiner gesamten Laufband, war einer der neugierigen Passanten hinter das Absperrband gekommen um näher an den Tatort zu gehen und die Einheit schaffte es binnen ein paar Stunden unaufmerksam zu sein, sodass diese sich Notizen und Fotos machen konnte. Wenn sie eine von der Zeitung war, gäbe es da nicht nur ein Problem was er dann zum ausbaden hatte. Man hatte Lynley an den Fall geholt, da dieser bereits schon mit den anderen beiden toten Frauen beauftragt gewesen war und laut ihm durften noch keine großen Details an die Öffentlichkeit gelangen. Umso mehr man wusste und umso mehr in den Nachrichten verbreitet werden würde, umso mehr bekam auch der Täter mit und würde alles menschennotwendige machen um einen anderen Weg einzuschlagen. Wenn sie nun bereit war einiges zu veröffentlichen, konnte er sich den Fall in die Haare schmieren genauso wie seinen Posten und anfangen Strafzettel auszuteilen. Wäre zwar eine nette Abwechslung aber sicher keine Aufgabe, welche er bis zu seiner Pension erledigen wollen würde und bis dahin blieben ihm definitiv noch 40 Jahre. Wenn nicht mehr aber das hing heute ganz von der Regierung ab und nicht von ihm. Wenn er Glück hatte, traf ihn vielleicht vorher noch eine Kugel um ihm die restlichen Jahre zu ersparen.
      Während ihm dies durch den Kopf ging, versuchte er stets die Frau nicht aus den Augen zu verlieren, achtete aber auch etwas unauffälliger ihr zu folgen. Er konnte es auch nicht lassen sich ihre Klamotten und Haarfarbe einzuprägen, sollte er sie doch bei der Menschenmassen aus den Augen verlieren. Sobald sie drauf kam, dass er hinter ihr her war, würde sie sowieso nur davonlaufen und die Schuhe, welche er für die Hochzeit angezogen gehabt hatte, waren nun definitiv nicht zum Laufen geeignet gewesen. Lynley war alleine schon erleichtert gewesen, dass Alexis ihn wenigstens nicht zum Tanzen aufgefordert hatte. Von einer etwas weiteren Ferne erkannte er, dass sie in ein nahgelegendes Dinner ging, woraufhin er auch gleich zusteuerte. Dort angekommen, öffnete er die Türe wobei er schon von einer netten Mitarbeiterin begrüßt wurde was er freundlich auch erwiederte. "Ein Tisch für eine Person?" fragte sie höflichst "Danke, aber ich bin verabredet" gab er ebenso höflich wieder retour, sah sich im Inneren ein wenig um und entdeckte eine Frau, welche wohl versuchte so unauffällig wie möglich ihr Gesicht vor der Karte verdeckt zu halten was aber in seinen Augen wieder mal sehr verdächtig erschien. Als er sich dieser näherte und die Haarfarbe sowieso die Farben ihrer Klamotten erkannte, welche er sich vorher in den Kopf gespeichert hatte, zog er den Stuhl, der gegenüber von ihrem stand, zurück und setzte sich während die Arme vor der Brust verschränkt wurden. "Ich empfehle vielleicht noch einen Clownshut und Glocken um nicht noch auffälliger zu wirken" kam es direkt aus ihm heraus während sein Blick weiter auf die Karte vor ihrem Gesicht gerichtet war. "Wie wäre es vielleicht mit Kaffee und Kuchen? In einem Dinner liegt man damit doch immer richtig?"


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    • Obwohl ihre Tarnung nicht gerade sinnvoll für andere erschien, konnte sich Elaine auf diesem Wege jedenfalls schon einmal auf der Speisekarte umschauen und sich aussuchen, was sie essen wollte. Dafür war sie heute zwar nicht rausgegangen, aber wenn sie schon hier war, dann konnte sie das Ganze ja durchaus auch ausnutzen.
      Gerade, als sie sich für etwas entschieden hatte, wurde der Stuhl ihr gegenüber mit einem leisen Quietschen verschoben und Elaine sah sich dazu gezwungen, die Speisekarte zu senken und den Kopf nicht mehr ganz so sehr einzuziehen. Natürlich war der Kerl, der ihr gefolgt war, nicht zufällig in dieses Diner gekommen und stand jetzt mit Sicherheit auch nicht ganz zufällig vor ihr und genehmigte sich einen Platz an ihrem Tisch.
      Bei seinen Worten zog sie missmutig die Augenbrauen zusammen, presste die Lippen aufeinander und umging einfach, dass die Worte doch sehr humorvoll waren - nur passten sie Elaine überhaupt nicht, denn mit einem Mal kam sie sich wirklich vor wie ein Clown. Langsam lehnte sie sich auf ihrer Stuhllehne zurück, musterte ihren Gegenüber eine Weile. Er hatte ein unfassbar markantes und hübsches Gesicht, und sie musste zugeben, dass ihm der Anzug ausgesprochen gut stand. Das machte die Sache allerdings nicht sonderlich besser und war auch eigentlich komplett irrelevant. Er mochte vielleicht nicht aussehen wie ein Detective, aber wahrscheinlich gehörte er zum Team. Wieso sonst wäre er ihr bis hierher gefolgt? Mit Sicherheit nicht für den dummen Spruch und auch nicht wegen ihres Aussehens und weil er Interesse an ihr hatte.
      Es überraschte sie doch, dass er sie auf Kaffee und Kuchen einlud. Sie öffnete den Mund, seufzte leise und neigte den Kopf abwägend von einer Seite zur anderen.
      "Wenn ich dafür nicht zahlen muss", gab sie mit einem süffisanten Lächeln von sich, klappte die Speisekarte nun endgültig zu und legte sie beiseite. "Aber ich bevorzuge Tee. Und einen Cheesecake." Es war, als wollte sie ihn reizen, und gleichermaßen wollte sie so tun, als wüsste sie überhaupt nicht, was gerade passiert war. Glücklicherweise waren die Kamera und der Notizblock sicher in ihrer Tasche zu ihren Füßen verstaut.
      "Ich habe Sie vorhin schon gesehen - Sie hatten es ziemlich eilig, mich zu verfolgen." Eine ihrer Augenbrauen hob sich an. "Habe ich jetzt etwa einen Stalker in Anzug oder womit habe ich die Ehre, einen fremden Mann einfach so an meinem Tisch zu wissen?"
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    • Lynley entging es nicht, als die Frau ihm gegenüber anfing ihn zu mustern. Er war nicht der Typ Mann, welcher was zu verstecken hatte und außerdem sollte jeder wissen mit wem man es hier zu tun hatte. Aber auch er musste zugeben, dass die junge Dame etwas an sich hatte. Blonde Haare, ein schönes , auch wenig rundes Gesicht und auch ihre Haut sah sehr glatt und weich aus. Dennoch war er nicht hergekommen um mit ihr zu flirten oder ein Essen zu genießen. Sie war am Tatort und das auch noch viel zu nahe an der Leiche und Lynley wollte wissen warum. Desweiteren sah sie auch nicht gerade so aus als würde sie so leicht mit der Sprache rausrücken aber die Wand würde er noch zum brechen bringen.
      "Keine Sorge, die Kosten gehen natürlich auf mich" mit diesen Worten winkte er eine Kellnerin zu sich, welche auch kurz darauf kam, nachdem sie beim anderen Tisch die Bezahlung erledigte. "Was darf ich Ihnen bringen?" fragte sie mit Bleistift und kleinen Block in der Hand bereit um alles mitzuschreiben. "einen Cappuccino und ein Stück Früchtekuchen für mich und einen Tee sowie Cheesecake für sie" begann er die Bestellung aufzugeben woraufhin die Kellnerin alles mitschrieb. "Was für einen Tee darf es sein? Wir haben Schwarztee, Kamillentee, Pfefferminz oder Früchtetee" zählte sie noch alle Sorten auf und nachdem dies auch entschieden wurde, begab sie sich zurück hinter den Tracen um alles für die beiden vorzubereiten.
      Dies gab Anlass dazu wieder auf das ursprüngliche Thema zurückzukommen, weshalb er ihr gefolgt war, und wie es schien ließ wohl die blondhaarige auch nicht lange auf sich warten als er ihre Worte horchte. Es war wirklich amüsant gewesen wie sie all dies in ihren Augen sah aber wenn er eines zugeben musste dann, dass sie damit vollkommen falsch lag. Wobei die Vorstellung alleine ja auch schon etwas an sich hatte. "Genauso eilig wie den Tatort mit einer Kamera und einem Notizblock zu verlassen?" konterte er ihr. "Die Frage sollte sich eher stellen, nicht wer ich bin, sondern eher was eine Zivilistin hinter dem Absperrband zu suchen hat, die nicht einmal ansatzweise zur Polizei gehört? Ich weiß nicht ob Ihnen das schon jemand gesagt hat aber damit können Sie sich strafbar machen. Zum anderen ist die Chance sich damit auch noch zu einen der Hauptverdächtigen zu machen ziemlich hoch" weiter kam er nicht zum sprechen als die Kellnerin dann schon mit Tee, Cheesecake, Kaffee und Früchtekuchen zu ihnen zurückkehrte, alles hinstellte, bevor sie dann auch schon wieder verschwand. "Um all den Verdacht aber von sich zu nehmen wäre es vielleicht klug zu erklären wer Sie sind und was Sie dort zu suchen hatten. Desweiteren muss ich Kamera und Notizblock beanschlagen, außer Sie möchten es gerne mit einen gerichtlichen Beschluss klären" meinte Lynley mit ernsten Ton noch als er dann seinen Kaffee in die Hand nahm, Zucker reintat, umrührte und einen Schluck davon machte.


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    • Sie hätte es eigentlich ahnen müssen. Hätte ahnen müssen, dass es sich bei ihm um einen Detective handelte und dass er ihr auf die Schliche gekommen war. Das störte Elaine, auch wenn sie wünschte, es wäre nicht so. Denn der Mann vor ihr war ein hübsches Kerlchen; unter anderen Umständen hätte sie es vielleicht sogar genossen, dass der Tee und der Kuchen hier auf seine Kappe ging und er sich mit ihr unterhalten wollte.
      Aber der Grund, warum er sich unterhalten wollte – der war eben nicht ganz in ihrem Interesse. Es war ja wieder klar, dass Elaine nicht schnell und durchdacht genug gehandelt hatte. Immer und immer wieder überstürzte sie Sachen; das war auch der Grund, warum in der Vergangenheit schon der ein oder andere Detective einen Strich durch ihre Rechnung gemacht hatte und das Police Department generell nicht so gut auf eine Journalistin wie sie anzusprechen war.
      "Sehe ich für Sie aus wie eine Hauptverdächtige?", fragte sie ihn, legte den Kopf fragend schief. Die Kellnerin kam, nachdem bestellt wurde, und stellte besagte Sachen auf dem Tisch ab. Elaine zog mit ihren filigranen Fingern den Tee näher zu sich heran, füllte ihn mit einigen Päckchen Zucker und rührte um, ehe sie ihre abgekühlten Hände um die heiße Tasse legte, um sich ein wenig daran aufzuwärmen.
      "Sie scheinen ja ein Gespür dafür zu haben, wer was macht. Deshalb können Sie eigentlich auch sicher sein, dass meine Weste weiß ist." Das war auch wirklich so. Gut, hier und da griff sie zu Mitteln, die vielleicht nicht ganz so koscher waren, vor allem wenn es darum ging, weiter zu recherchieren und zu schreiben, aber das brauchte er ja nicht wissen.
      Als er ansprach, dass er die Kamera und den Notizblock wollte, verengte sie die Augen ein wenig. Wenn sie den Gerichtsbeschluss haben wollte, dann zögerte sie das alles nur mit ein bisschen Glück hinaus. Am Ende müsste sie ohnehin alles rausrücken, wenn er denn Erfolg hatte. Und das war durchaus möglich.
      "Okay. Machen wir es so: ich zeige Ihnen die Kamera und den Block, aber die Sachen bleiben danach wieder bei mir. Außerdem würde ich mich freuen, wenn das unter uns bleibt und wir einander vielleicht ein wenig helfen könnten. Das wäre vielleicht eine Win-Win-Situation. Ganz so planlos bin ich immerhin nicht. Dienstmarke hin oder her."
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    • Ein amüsantes Lächeln glitt über seine Lippen als er ihre Frage hörte. Ob sie in seinen Augen aussah wie eine Hauptverdächtige? Es war nicht das erste Mal, dass man ihm diese Frage stellte und am Ende es dabei rauskam, dass genau die Person vor ihm der Täter war. Man versuchte so seine Unschuld zu beweisen und ob die Frau vor ihm gerade das selbe versuchte, wusste er noch nicht. Dafür hatte Anthony noch zu wenige Anhaltspunkte gehabt um Schlüsse daraus ziehen zu können. Bevor er selbst etwas darauf erwidern konnte, kam die Kellnerin schon mit den Bestellung an den Tisch, teilte die jeweiligen Köstlichkeiten als auch Getränke aus um anschließend die beiden wieder alleine zu lassen. Lynley nahm seinen Kaffee in die Hand, fügte Zucker hinzu um gleich einen Schluck daraus zu machen während er über seine Antwort nachdachte. Bei ihr musste er definitiv anders vorgehen und darauf achten wie er was sagte oder fragte. "Wie eine Unschuldige sehen Sie auch nicht aus" konterte der braunhaarige, als er sich geordnet hatte, um auf Ihre Frage von vorhin zurück zu kommen "Es kann ja gut sein, dass Sie dort Fotos gemacht haben um so Ihre Deckung zu vertuschen?" sprach er offen weiter als sein Blick von Kaffee zurück zur blondhaarigen ging. Andererseits warum sollte sie das machen? Einen Mord begehen und dann Fotos machen nur um den Mordverdacht von sich zu schöpfen? Damit macht sie sich doch nur so auffällig wie möglich? Oder tat sie dies vielleicht mit Absicht um genau das zu erreichen? Aber was für einen Grund hätte sie dafür?
      Sein Blick wurde etwas ernster als die junge Frau vor ihm meinte eine weiße Weste zu haben. Mit dem Gespür lag sie gar nicht mal so falsch, denn dieser 6ter Sinn, so gerne Lynley ihn nannte, half ihm schon oft genug seine Fälle in einer anderen Blickweise zu sehen und damit einen kühlen Kopf zu bewahren. "Manchmal kann ein Gespür mehr helfen als seine Augen vor der Wahrheit zu verschließen" sprach er ruhig aus, bemerkte aber auch bei der Erwähnung ihre Kamera und den Notizblock zu beanschlagen, wie sich ihr Blick veränderte. In seinen Augen war das eine komplett normale Reaktion darauf gewesen. Der Inspector war noch nie jemanden begegnet der freiwillig damit einverstanden war. Es ging hier schließlich um die eigenen privaten Sachen und nur ungern teilte man sowas mit jemand anderes. Außer es war vielleicht der Lebenspartner aber das ist eine andere Geschichte.
      Aus seinen Gedanken gerissen, horchte er ihren Worten, musste erneut wieder lächeln als er einen weiteren Schluck aus dem Kaffee nahm. Sie war wirklich nicht dumm gewesen. Anscheinend würde die Sache hier definitiv noch spannender werden als was er im ersten Moment glaubte. Aber gerade das reizte ihn so. Eine Frau, die wusste was sie wollte, war schon immer ein größeres Geschenk als einer zu zeigen in welche Richtung sie gehen müsste. Den ersten guten Eindruck hat sie schon mal hinterlassen: Sie ist selbstbewusst, sehr direkt und weiß wohl gewisse Dinge so zu steuern, dass selbst sie gut aus der Situation stieg. Wer zum Teufel ist die Frau vor ihm? Eines machte ihn aber stutzig: Es soll unter ihnen bleiben und vielleicht konnten sie sich gegenseitig ein wenig helfen? Wie soll das denn funktionieren? Lynley war damit eher weniger einverstanden, da er lieber alleine arbeitete. Sein Chef genehmigte seine Arbeitsweise, auch wenn es ihm nicht gefiel, aber er bewies, dass es auch so machbar war Fälle zu lösen und bis heute war es ihm gelungen jeden abzuschließen. "Und was für eine Win-Win Situation ziehen Sie daraus außer Ihre Kamera und den Notizblock wieder zu bekommen?" fragte er mit ernster Stimme nach während er seine Arme vor der Brust verschrenkte. "Desweiteren muss ich mich fragen was Sie eigentlich von diesen Fall haben? Jede andere Person wäre glücklich darüber die Bilder vom Tatort nicht zu Gesicht zu bekommen. Sie dagegen haben sich quasi schon darauf gestürzt. Damit kommen wir zurück auf meine Frage von vorhin: Was hatten Sie dort zu suchen?"


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