Drowning in our shadows [Sohira & Amalia]

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    • Drowning in our shadows [Sohira & Amalia]

      Drowning in our Shadows
      drama | romance | rallife



      X ist schon seit geraumer Zeit in seine alte Schulfreundin Z verliebt. Doch aus Angst die Freundschaft zwischen den beiden zu zerstören, gestand er ihr seine Liebe nie und gab sich mit dem Zufrieden, was die beiden sich ausgebaut hatten. Auf der Uni lernte Z schließlich ihre große Liebe kennen und heiratete diesen Jahre später. X war am Boden zerstört, ließ sich jedoch nichts anmerken, um Z's glücklicher Zukunft nicht im Weg zu stehen.
      Wenige Wochen nach der Hochzeit verkündete Z, dass sie mit ihrem Mann nach Amerika ziehen würde, da dieser ein großartiges Jobangebot bei einer großen Firma bekam. Problem nur: Z's jüngere Schwester X, welche bis dato noch bei ihnen wohnte und gerade mitten in ihrem Studio steckte. Da Z sich nicht anders zu helfen wusste, bat sie ihren alten Schulfreund X, ihre kleine Schwester bei sich aufzunehmen. X stimmte dem Ganzen zu, da er Z nicht hängen lassen konnte und versprach ihr zusätzlich, nach dem Studium einen Job in seiner Firma zu besorgen.
      Damit begann das große Chaos.
      X war noch immer in seinen Gefühlen zu Z gefangen und konnte sie nur schwerlich gehen lassen. Y sah von nächster Nähe, wie sehr X unter seinen Gefühlen litt und versuchte ihm irgendwie eine Hilfe zu sein, auch wenn sie sich dabei etwas unbeholfen anstellte. Wie sollte sie einen Mann trösten, den sie nicht richtig kannte?
      Wochen und Monate vergingen, in denen X und Y sich immer näher kamen. Verwirrt von ihren eigenen Emotionen und Gedanken, gingen sie zaghaft mit Gefühlen des jeweils anderen um und suchten in sich einen Ersatz, der das klaffende Loch in ihrer Brust füllen könnte, welches Z in ihnen hinterlassen hatte.

      Dies ist ein RPG zwischen der wunderbaren @Sohira und meiner Wenigkeit @Amalia :3

      Hier geht es zu den Steckis -> Drowning in our shadows [Sohira&Amalia] - Vorstellung - ღAnime-Rpg-Cityღ
      Nichts kann tiefer verletzen als Wortlosigkeit, nichts kann mehr verwirren als Sprachlosigkeit, lieber komme ich im Chaos des gesprochenen Wortes um, als in der schreienden Stille von endlosen Gedanken…
    • 3 Wochen war es bereits her gewesen als Shiro die Hochzeit von Masako und ihrem Ehemann besucht hatte.
      Sie war wirklich schön gewesen und alles hat durch das gute Wetter funktioniert aber dennoch gab es an diesen Tag ein großen Skriptfehler: Der Bräutigam war der Falsche.
      Eigentlich hätte er es sein sollen, welcher vorne am Altar auf die Braut wartet aber die Regisseure dieses Spiels mussten sich ja umentscheiden und Akio aufs Spielbrett holen.
      Manchmal fragte sich Shiro wirklich ob man ihm irgendwelche Streiche spielte oder ob sein vorheriges Ich, welches auf dieser Welt lauerte, irgendein Schwerverbrecher war um ihn im jetzigen hier so zu bestrafen.
      Von seinen Gefühlen gegenüber Masako hatte er ihr nie wirklich erzählt gehabt. Die Angst zurückgewiesen zu werden war in seinen Augen viel zu hoch aber dennoch musste er sich eingestehen, dass er es andererseits auch bereute.
      Aber jetzt war es so oder so zu spät gewesen und nun war sie verheiratet gewesen. Vermutlich würde sie auch irgendwann mal ein Kind von ihm bekommen aber das war gerade eine Sache über welche er nicht nachdenken wollte.
      Während all diese Dinge durch den Kopf wanderten, saß Shiro am Balkon auf seiner Bank, den Blick nach oben in die Wolken gerichtet und pustete den Rauch raus, welchen er gerade durch die Zigarette eingezogen hatte.
      Auch Sora genoss die warmen Temperaturen als sich dieser neben Shiro auf der Bank eingerollt und sich etwas an ihn gekuschelt hatte.
      Leicht strich er mit seiner freien Hand über das Fell des kleinen Katers während er einen weiteren Zug seiner Zigarette machte.
      Eigentlich hätte er heute in Büro fahren müssen, da Masako ihn aber vorher angerufen hatte und meinte sie würde vorbei kommen, da es etwas zu besprechen gab, entschied er sich dann doch für HomeOffice.
      Den Weg hin und her zu fahren wäre in seinen Augen nur verschwendete Zeit und verschwendeter Sprit gewesen.
      Außerdem war er über ihren Anruf doch etwas verwundert gewesen.
      Was gab es denn zu besprechen?
      Sonst rief sie ihn doch so gut wie nie an?
      Wieso denn auch?
      Sie hatte ja jemanden der ihr beistand bei allem was geschah und mit dem sie reden konnte? Warum dann also noch mit ihm reden?
      Plötzlich klingelte es schon an der Türe woraufhin Shiro die Zigarette im Aschenbecher zerdrückte, aufstand und sich schon direkt auf den Weg zur Türe machte. Es war locker schon 25min vergangen seit sie angerufen hatte und als er den Knopf für den unteren Eingang betätigte, sah er durch die Kamera, dass es Masako gewesen war.
      Eines hatte diese Wohnung wirklich vom Vorteil: Die Genossenschaft hatte sich was beim Einbau der kleinen Dinger mit Kamera wirklich was einfallen lassen, denn so konnte man wenigstens gleich sehen ob man die Person überhaupt reinlassen wollte, oder nicht.
      Kurz darauf sperrte Shiro die Wohnungstür auf und wartete auf die blondhaarige um diese dementsprechend in Empfang zu nehmen. Shiro's Wohnung lag oben im 8ten Stockwerk was ihm somit einen tollen Überblick auf die Stadt bescherte. Eigentlich hatte er diese nur per Zufall gefunden aber da er so oder so das Haus seiner Familie verkauft hatte, war es kein Problem mit den Kosten.
      Es war das erste Mal seit seinem Einzug hier gewesen, dass sie ihn überhaupt besucht hatte. Umso mehr überraschte es ihn ja auch, als sie meinte, dass sie sich bei ihm treffen.
      "Weißt du, ein Kaffee oder eine Bar hätte auch gereicht für unser Treffen" sprach er offen und ehrlich aus, aber so war nun mal seine Art gewesen als diese endlich bei ihm oben ankam und aus dem Aufzug ausstieg, Leicht Schritt er zur Seite um sie anschließend in seine Wohnung zu lassen.


      "Live your Life......you only have this one chance !"
    • Masako
      Ich machte mich auf den Weg zu Shiros Wohnung, nachdem dieser zugestimmt hatte, mich heute Abend zu sehen. Natürlich freute ich mich darüber, meinen alten Freund wiederzusehen, aber ich war auch ein wenig nervös, da es bei dem heutigen Gespräch um etwas ging. Ich würde Rina nicht Mutterseelen alleine hier in Tokio zurücklassen. Sie war schon immer ein recht ängstliches Mädchen gewesen und nach dem Tod unserer Mutter, klebte sie förmlich an mir. Es war für mich nie ein Problem gewesen, da ich sie über alles liebte, aber je älter ich wurde, desto mehr Sorgen bereitete mir ihr Verhalten. Sie hatte endlich wie eine Leben sollen und ihre eigenen Erfahrungen machen, aber man konnte sie nur schwer zu Aktivitäten überreden. Stattdessen verbrachte sie lieber Zeit in ihrem Zimmer und malte von früh morgens bis spät abends. Natürlich war ich glücklich darüber, dass sie ein Hobby gefunden hatte, dass ihr gefiel. Aber sie vergaß deswegen hin und wieder ihre Medikamente zu nehmen oder ließ ganze Mahlzeiten aus, weil sie so sehr in ihre Kunst vertieft war. Ich verstand ja, wie wichtig ihr das alles war und woher diese enge Bindung zu ihrem Hobby kam, aber es war manchmal trotzdem besorgniserregend. Darum war es umso wichtiger, dass ich sie bei Yashiro unterbekam. Ich wusste, dass ich mich auf ihn verlassen könnte und er sich gut um sie kümmern würde, daher war es umso wichtiger, dass er zusagte.
      Nach gut 25 Minuten kam ich bei Yashiros Wohnung an und stellte mein Auto auf einem der Parkplätze ab, ehe ich mich schon auf den Weg zu ihm machte und unten vor seiner Haustür klingelte. Es ertönte ein Surren und ich lehnte mich gegen die Tür, welche geöffnet wurde, ehe ich mich auch schon direkt zum Fahrstuhl begab.
      Oben angekommen, sah ich Shiro schon in die Tür stehen. Bei seinem Anblick konnte ich nicht anders, als breit zu lächeln. "Shiro! Wie schön dich zu sehen", meinte ich ehrlich und umarmte ihn zur Begrüßung, ehe ich an ihm vorbei trat und in die Wohnung trat, wo ich mir meine Straßenschuhe auszog und meinen Mantel ablegte.
      Als er dann aber das mit dem Café und der Bar aussprach, konnte ich nicht anders als zu lachen. "Typisch du. Immer was zu meckern", grinste ich ihm entgegen, ehe wir beide uns in Richtung Wohnzimmer begaben. "Mach dir keine Sorgen, ich bin bald wieder weg, dann hast du deine wohlverdiente Ruhe. Aber das war leider ein Thema, dass ich mit dir persönlich besprechen wollte, ohne irgendeinen Lärm im Hintergrund", lächelte ich ihm entgegen, während wir auf der Couch platz nahmen.
      "Ich will auch gar nicht lange um den heißen Brei herum reden. Akio hat ein unglaubliches Jobangebot in New York bekommen, dass er sich keinesfalls entgehen lassen konnte. Wir haben überlegt, was wir tun sollten und er hat sich letztendlich dafür entschieden. Doch für seine Arbeit muss er vor Ort da sein, weshalb er und ich in einigen Wochen nach New York ziehen werden. Das meiste ist schon geplant und in trockenen Tüchern, allerdings eine einzige Sache noch nicht: Rinas Zukunft. Ich wollte sie mit nach New York nehmen, jedoch weigert sie sich. Ich glaube fast, dass sie Akio und mir ein wenig mehr Privatsphäre geben möchte und deshalb hierbleiben will. Ich habe allerdings kein gutes Gefühl dabei, sie hier alleine zu lassen. Du weißt von ihren Zusammenbrüchen und ihrer Krankheit. Ich würde mir einfach zu sehr Sorgen machen. Zudem ist sie mitten in ihrem Architektur Studium und möchte dieses erst beenden, bevor sie etwas neues anfängt. Aufgrund der vielen Krankenhausaufenthalte vor zwei Jahren, musste sie eine Weile aussetzen und konnte erst dann wieder anfangen", erzählte ich und sah mir seine Reaktion an. "Darum kam ich auf die Idee, dich zu fragen, ob du sie vielleicht für die Zeit bei dir aufnehmen und dich etwas um sie kümmern könntest. Wir würden uns selbstverständlich finanziell mit einbringen und uns an den Fixkosten beteiligen. Rina ist eine erwachsene Frau und sehr selbstständig, allerdings verliert sie sich immer wieder in ihren Zeichnungen und vergisst dabei die Zeit. Häufig lässt sie ihre Mahlzeiten ausfallen oder vergisst ihre Medikamente rechtzeitig einzunehmen. Das bereitet mir große Sorgen, weil sie sich damit echt schaden kann und ich möchte nicht eines Tages einen Anruf aus dem Krankenhaus bekommen, in dem man mir erklärt, dass man sie Tod in ihrem Apartment aufgefunden hat", sprach ich und kam nicht drumherum, ein wenig verbittert zu klingen. "Akio und ich sind natürlich bereit, dir eine Aufwandsentschädigung zu zahlen und ich verspreche dir auch, dass du mit Rina keine größeren Probleme bekommen wirst. Sie ist nicht die typische Studentin, die man Nachts beim Feiern antrifft. Sie trinkt keinen Alkohol und raucht nicht und auch ihr Freundeskreis hält sie sehr gering. Außerdem hat sie noch einen Nebenjob, weshalb ihr zwei euch wahrscheinlich die meiste Zeit sowieso nicht seht. Bitte Shiro, kannst du sie bei dir aufnehmen?", fragte ich ihn und faltete dabei meine Hände vor der Brust und sah ihm mit einem Welpenblick an. Ich wüsste nicht, was ich noch tun sollte, würde er jetzt nein sagen.
      Nichts kann tiefer verletzen als Wortlosigkeit, nichts kann mehr verwirren als Sprachlosigkeit, lieber komme ich im Chaos des gesprochenen Wortes um, als in der schreienden Stille von endlosen Gedanken…
    • Das war mal wieder typisch Masako gewesen.
      Egal mit welcher kalten Art er ihr gegenüber trat, sie fand immer wieder ein Weg dennoch zu Lächeln und so zu akzeptieren wie er nun mal war.
      Die Umarmung erwiderte er kurz bevor sich beide dann schon nach drinnen begaben, sich Masako die Schuhe auszog bevor schon der weitere Weg ins Wohnzimmer folgte. Sie wollte etwas besprechen ohne den nervtönenden Lärm im Hintergrund? Noch bevor er was darauf sagen geschweige denn ihr was zum Trinken anbieten konnte, kam sie auch schon zum springenden Punkt weshalb es so wichtig war ihn persönlich zu sprechen.
      Akio bekam ein neuen Job im Ausland und Masako sagte selbstverständlich zu mit ihm mitzugehen.
      Wieso überraschte das Shiro nicht besonders? Klar ging es mal wieder um diesen Kerl. Yashiro konnte gar nicht aussprechen wie sehr er diesen Kerl alleine schon dafür hasste, dass dieser am Leben war. Am Leben und in dem von Masako. Was wäre gewesen, wenn sich die beiden nicht kennengelernt hätten? Hätte er dann wenigstens die Frau bekommen, welche er bis zum heutigen Tage immernoch so sehr liebte? Hätten sie beide dann geheiratet? //Eine Frage, welche wohl unbeantwortet bleiben würde//, schoss es ihm für einen kurzen Augenblick durch den Kopf um sich gleich darauf wieder den Worten von ihr zu widmen, wobei er dachte nicht richtig gehört zu haben. Er soll ihre Schwester bei sich aufnehmen um ein Auge auf sie zu haben?
      Shiro ging ein wenig im Wohnzimmer hin und her als er sich ihre Worte durch den Kopf gehen ließ. Er konnte ja ihre Sorge bezüglich der Krankheit gut verstehen aber "du sagtest doch gerade selbst, dass sie bereits eine erwachsene und selbstständige Frau ist" begann er zu sprechen als er schließlich stehenblieb und seinen Blick zu ihr wandte "und du weißt auch wie ich dazu stehe jemanden bei mir aufzunehmen" Shiro wohnte seit dem Geschehniss mit seiner Familie alleine. Naja außer der Katze. Dennoch hatte er seitdem niemanden mehr in seine Welt gelassen und auch nur Masako hatte von seiner Vergangenheit erfahren gehabt, als sie sich kennenlernten und er sich ihr gegenüber geöffnet hatte. Zu seiner Verteidigung musste er aber auch dazu sagen, dass da reichlich viel Alkohol im Spiel war. Ansonsten würde sie dies vermutlich bis heute nicht wissen. "Deine Schwester ist bereits 19 Jahre alt. Wird es daher nicht langsam Zeit, dass sie anfängt alleine zu wohnen? Sie wird ihr Essen und ihre Medikamente schon zu sich nehmen. Außerdem wer weiß überhaupt ob es ihr Recht ist, dass du sie einfach in die Obhut von jemand anderen gibst? Und drittens habe ich gar keinen Platz hier für eine weitere Person. Wo soll sie denn bitte schlafen?" er fand es ja toll, dass Masako sich solche Sorgen um Rina machte aber andererseits.....konnte dies auch gut nach hinten losgehen.
      Shiro hatte zwar eine 4 Zimmer Wohnung gehabt aber ein Zimmer war sein Schlafzimmer, das zweite sein Büro, das dritte sein Wohnzimmer und das vierte Zimmer war mit Kartons belegt gewesen wo großteils nur die Sachen seines kleinen Bruders verstaut waren. Es stand zwar noch zusätzlich ein Bett und ein Kasten drinnen, da es hätte eigentlich als Gästezimmer oder , wenn es mal soweit gekommen wäre, als Kinderzimmer gedient hätte aber diese Vorstellung war Schnee von gestern.
      "Hat Akio denn keine weiteren Verwandten hier, zu der ihr Rina geben könnt?" wollte er noch von ihr wissen, doch wusste er aber auch, dass er eine Bitte seiner Liebe nicht wirklich abschlagen kann. Die Kosten, welche damit auf ihn zukommen würden, wären kein Problem. Geld hätte er genug und wenn er ehrlich war, wollte er dies nicht. Schon gar nicht von Akio. Er war durchaus selbst in der Lage seine Dinge selbst zu regeln.
      Währenddessen kam auch schon Sora wieder in die Wohnung und begab sich zu Masako aufs Sofa um diese genauersten zu beobachten. Schließlich war sie ja in sein Gebiet gekommen, daher tastete er sich langsam an sie heran.


      "Live your Life......you only have this one chance !"
    • Masako
      Wie nicht anders erwartet, lehnte Yashiro erst mal ab. Ein leicht frustriertes Seufzen drang über meine Lippen. Ich würde definitiv nicht vorher nach New York gehen, bevor das alles mit Rina geregelt war. Dafür war sie mir einfach zu wichtig. Zur Not müsste Akio also erst mal alleine Vorfliegen und ich würde dann hinter kommen, sobald wir hier alles geklärt hatten und Rina eine passende Bleibe hatte.
      "Ja, ist sie soweit auch. Aber was ihre Medikamente und ihre Mahlzeiten angeht, ist sie noch etwas unbeholfen. Ich könnte nicht in Ruhe schlafen, sollte ich wissen, dass sie nicht gut aufgehoben ist. Außerdem ist sie eine hervorragende Köchin und wenn ich sie darum bitte, Abends für dich mit zu kochen, wird sie es als ihre Aufgabe und Pflicht ansehen und wenigstens Abends ihre Mahlzeiten einnehmen, während du nach der harten Arbeit entspannt was essen kannst. Es wäre eine Win-Win Situation für euch beide", grätschte ich ihm direkt dazwischen. "Sie nimmt ihre Pflichten im Haushalt sehr ernst und hält sich an alle Vereinbarungen, die wir getroffen haben. Du wirst gar nicht merken, dass sie da ist, außer dass die Wohnung stets sauber ist und du frisch gekochtes Essen serviert bekommst. Außerdem habe ich bereits mit Rina gesprochen und sie meinte, dass es für sie in Ordnung wäre, solange wie es für dich okay sei." Ich sah zu Shiro, während dieser im Wohnzimmer auf und ab ging. Scheinbar musste er mit sich ringen, eine Entscheidung zu fällen, vielleicht also konnte ich doch noch etwas reißen, wenn ich jetzt nur nicht einknickte. Auf der einen Seite fühlte ich mich furchtbar, da ich das Gefühl hatte, ich würde ihn ausnutzen, doch auf der anderen Seite, war mein Beschützerinstinkt Rina gegenüber viel zu groß, als dass ich sie jetzt im Stich lassen könnte.
      Bei Shiros nächster Frage schüttelte ich den Kopf. "Ich hat zwar Verwandte, aber die Leben alle außerhalb, außerdem kennt sie diese Leute noch weniger als dich. Es wird für sie ohnehin schon schwer genug, dass wir das erste mal in unserem Leben richtig voneinander getrennt sind, da will ich sie nicht noch zu Fremden geben. Ich möchte Akios Familie nichts unterstellen, aber ich will nicht, dass sich die Geschichte von damals wiederholt und sich diese Leute als genauso falsch herausstellen, wie die zweite Ehefrau unseres Vaters. Dafür hat Rina schon zu sehr gelitten und du bist der einzige, dem ich vertrauen kann. Ich weiß, dass sie bei dir in guten Händen ist und dass ich mir keine Sorgen machen muss. Sie hat schon so viel durchmachen müssen und ich möchte, dass sie endlich irgendwo ankommen kann. Ich weiß, dass es nicht fair ist, dich da mit rein zu ziehen, aber ich würde nicht fragen, wenn es nicht dringend wäre", erklärte ich ihm. Dann aber bemerkte ich den kleinen Kater neben mir und lächelte ihm kurz zu, während ich meine Hand hinhielt, damit er in Ruhe daran schnuppern konnte. Er hielt kurz inne, ehe er sein Köpfchen an meiner Hand rieb. Wie niedlich er doch war.
      "Sollte der Platz wirklich das Problem sein, helfe ich euch umgehend eine größere Wohnung zu finden und wir kommen für alles auf, was über deiner jetzigen Miete liegt -und noch mehr. Es ist auch nur für den Übergang, bis Rina ihr Studium beendet und gelernt hat, dass sie sich um sich selbst genauso gut kümmern muss, wie sie es bei den anderen auch macht. Außerdem studiert sie Architektur und könnte sicher einiges von dir lernen. Sie mag zwar mit einem Schnitt von 1,0 die Beste in ihrem Jahrgang sein, aber Theorie ist noch mal was anderes als Praxis. Und wer weiß: Vielleicht ist sie so gut, dass du eine neue kompetente Mitarbeiterin gewonnen hast, wenn es dann mal soweit ist", lächelte ich. "Wenn du möchtest, können wir es auch erst mal für den Übergang probieren und wenn du nach einem Monat nicht mehr möchtest, komme ich umgehend zurück nach Tokio und kümmere mich selbst um Rina", schlug ich ihm vor. Akio wäre sicher alles andere als begeistert von dieser Idee, aber er hatte schon damals lernen müssen, dass Rina für mich immer an erster Stelle stand und stehen wird. Es fiel mir schon schwer genug, sie hier alleine zurückzulassen, weshalb ich sie wenigstens an einem sicheren Ort wissen wollte und niemand von meinem Freunden, war erwachsener und vernünftiger als Yashiro. Sie würden sicher eine Menge voneinander lernen können, wenn sie dem Ganze nur eine Chance gaben, davon war ich zu 100% überzeugt. Allerdings konnte Yashiro ein ziemlicher Sturkopf sein, jedoch war ich da kein Stück besser. Wenn ich ihn wirklich überreden könnte und sein Entschluss noch nicht gänzlich feststand, würde ich es auch schaffen.
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    • //Also noch ein unbeholfenes Kind mit anderen Worten//, ging er die Worte im Kopf durch als Masako meinte, dass was Essen und Medikamente betraf Rina noch nicht wirklich im Griff hatte, was er aber auch irgendwie nicht verstehen konnte. Schließlich ging es hierbei doch um ihre Gesundheit und ihr Wohl, da muss doch der Mensch gleich als Erster an sich denken? Aber Yashiro wollte sich diesbezüglich nicht wirklich einmischen, schließlich war es ihre Entscheidung ob sie was aß und die Pillen nahm, welche der Arzt ihr vorgeschrieben hatte. Er würde nur auf Wunsch von Masako ein Auge drauf haben, mehr aber nicht. Leicht seufzte er vor sich her als er den weiteren Worten der blondhaarigen am Sofa vor sich horchte und beobachtete auch kurz das Geschehniss zwischen ihr und Sora, welcher sich mit langsamen Schritten ihr näherte.
      Stimmt!
      Die beiden kannten sich ja noch nicht? Daher war seine Reaktion auf sie nicht gerade überraschend gewesen, dennoch freute er sich innerlich etwas als er sah, dass Sora sie akzeptierte und sich gleich an sie kuschelte. Masako hatte schon immer ein Händchen gehabt, wenn es um Freundschaften ging. Sie freundete sich schnell und leicht mit vielen Leuten an....komplett das Gegenteil von Yashiro. Aber wie heißt es doch immer so schön? Ying und Yang ziehen sich an. Aber wohl nicht in dieser Geschichte. Masako versuchte Rina ihn wirklich 'Schmackhaft' zu machen was die Vorteile des Zusammenwohnens mit ihr anging. Klar, so müsste er wenigstens den Haushalt und das Kochen nicht übernehmen, dennoch änderte es nichts daran, dass jemand in seiner Wohnung war. Und gerade hier waren es die einzigen 4 Wände wo er sich wirklich zu Hause fühlen konnte. Was wenn Rina ihm dies auch noch mit ihrer Anwesenheit nahm? Er wohnte schließlich nicht ohne Grund alleine.
      Als er dann noch wissen wollte, wie es mit den anderen Verwandten von ihr oder Akio aussah, war es nicht besonders verwunderlich zu hören, dass da sonst keiner wirklich war. Dennoch war er über ihren Worten etwas überrascht, als sie auch noch meinte, dass sie niemanden außer ihm vertrauen konnte. War das wirklich so oder sagte sie das nur vor sich her? So richtig blickte er bei der Frau nicht durch. Einerseits zeigte sie manchmal wie sie über einen dachte aber wie die Wahrheit dahintersteckte, zeigte sie nie. Woher soll er also wissen wo er bei ihr war oder stand?
      "Jetzt mach dir wegen den Kosten keine Gedanken" winkte er das Thema mit einer Handbewegung ab "Ich bin durchaus in der Lage alles selbst in die Hand zu nehmen. Wegen deiner Schwester werde ich die Wohnung hier nicht verlassen. Ich werde mir was einfallen lassen" meinte er dann noch. Der Vorschlag als Übergang mal ein Monat auszuprobieren klang schon mal gar nicht so schlecht. So könnte er sie wenigstens nach 4 Wochen immernoch aus der Wohnung schmeißen aber andererseits würde Masako dann wieder aus New York zurückkehren müssen und diese Umstände wollte er ihr ehrlich gesagt auch nicht machen. Desweiteren wollte er auch nicht in Akio's Schuld bezüglich der Schulden stehen...soweit kam es ja noch. "Wann soll der Umzug stattfinden?" stimmte er schließlich doch ein, denn erstens konnte er Masako nicht einfach so in Stich lassen und zweitens würde das Thema hier nie enden. "Außerdem glaube ich nicht, dass es Akio gefällt, wenn du ständig hin und her fliegst nur, weil du dich um Rina kümmern musst" meinte er dann noch anschließend. "Sie kann gerne hier wohnen aber ich werde nicht den Babysitter spielen. Ich werde nur schauen ob sie isst und die Medikamente nimmt aber den Rest muss sie selbst schaffen" dabei verschränkte er die Arme vor der Brust während sein Blick auf ihr lag.


      "Live your Life......you only have this one chance !"
    • Masako
      Angespannt wartete ich seine weiteren Worte ab. Doch als er schließlich dem Ganzen zustimmte, weiteten sich meine Augen und ich strahlte ihm förmlich entgegen. "Danke, danke, dank!", meinte ich nachdem ich aufgesprungen war und Yashiro überschwänglich umarmte. "Du glaubst gar nicht, was für einen großen Gefallen du mir damit tust. Du bist einfach der Beste! Ich wusste, dass ich mich auf dich verlassen kann." Ich löste die Umarmung wieder und nahm stattdessen seine Hände in meine. "Ich werde dir auf ewig dafür dankbar sein und du wirst schon sehen, dass Rina eine wunderbare Mitbewohnerin ist", versprach ich ihm. "Akio und ich werden in drei Wochen umziehen und nach New York fliegen. Es wäre gut, wenn Rina so schnell wie möglich ihre Sachen packen und bei dir einziehen kann. Ich verstehe aber auch, wenn du sagst, dass du noch etwas Zeit brauchst. Schreib mir einfach eine Nachricht, sobald du Zeit für ihren Einzug hast", sagte ich und hatte dabei seine Hände wieder los gelassen, ehe ich einen Blick auf meine Armbanduhr wandern ließ. "Oh, schon so spät. Ich muss leider wieder weiter. Ich musste ein paar Überstunden im Büro machen und Akio wollte mich heute Abend noch zum Essen einladen. Ich werde ihm und Rina von deiner Entscheidung berichten. Noch mal vielen Dank und wir sehen uns dann die nächsten Tage", meinte ich fröhlich, während ich mich schon zur Garderobe aufmachte und mir meine Sachen anzog. "Bis dann", verabschiedete ich mich und verließ dann gut gelaunt seine Wohnung. Ich konnte kaum glauben, dass Yashiro dem Ganzen wirklich zugestimmt hatte. Ich würde mich für seine Großzügigkeit erkenntlich zeigen müssen, auch wenn ich noch nicht so recht wusste, wie. Akio und ich würden endlich als Ehepaar mehr Privatsphäre für uns haben. Auch wenn ich Rinas Anwesenheit nie als störend empfand wusste ich, dass sich Akio etwas anderes vorgestellt hatte. Ich konnte es ihm nicht verübeln, aber ich war ihm auch dankbar dafür, dass er mich hat machen lassen und mir vertraute, eine Lösung für das ganze zu finden. Endlich würde sich alles zum Guten wenden. Akio und ich waren verheiratet, er hatte einen wunderbaren neuen Job und Rina wäre bei Yashiro auch noch bestens versorgt. Sie machte sich sicherlich ein paar Gedanken zu dem Umzug und war bestimmt noch verängstigt, aber ich würde ihr schon noch zeigen, dass Shiro ein wundervoller Mann war, dem sie sich anvertrauen konnte, wenn ihr etwas auf dem Herzen lag. Außerdem war ich selbst ja auch noch für sie erreichbar. Es mochte zwar sein, dass ich nun deutlich weiter weg wohnte, aber in der heutigen Zeit war ohnehin jeder mit jedem verbunden und ich würde mich für sie auch noch mitten in der Nacht ins Flugzeug setzen und das wusste sie auch -also zumindest hoffte ich das.

      Akio holte mich ab und wir beide fuhren in das Restaurant, in das er mich einladen wollte. Ich erzählte ihm von allem und wir aßen gemeinsam, ehe wir nach Hause fuhren und ich Rina von allem berichtete, ehe wir uns fürs Bett fertig machten und diesen Ereignisreichen Tag ausklingen ließen.
      Nichts kann tiefer verletzen als Wortlosigkeit, nichts kann mehr verwirren als Sprachlosigkeit, lieber komme ich im Chaos des gesprochenen Wortes um, als in der schreienden Stille von endlosen Gedanken…
    • Egal welche Bitte Sie an ihm stellte, Yashiro war einfach nicht in der Lage gewesen Ihr eine auszuschlagen. Dafür lag sie ihm einfach viel zu sehr am Herzen. Andererseits hatte er aber auch ein wenig die Angst dabei verspürt gehabt, sie zu verlieren sollte er mal einknicken. Natürlich war Masako dafür nicht der Typ Mensch und sie hätte es sicher jetzt auch verstanden, wenn er nein gesagt hätte aber wenn sie schon nicht wirklich andere Verwandte hatte geschweige denn Akio, dann blieb ihm so oder so keine andere Wahl.
      Leicht erwiederter er die Umarmung von ihr als sich die blondhaarige bei ihm bedankte und wünschte sich, dass dies nie enden würde aber sie gehört jemand anderen. So schmerzlich es auch wahr aber selbst jemand wie Yashiro musste irgendwie anfangen zu lernen, dass er die Person aus dem Leben verlor, an der er am Meisten hing.
      Dass es klar war, dass Rina so schnell wie möglich Besten umziehen könnte, verstand Yashiro sehr gut. Schließlich hatten sie ja selbst ein Zeitlimit was den Umzug nach New York betraf. "Ich schreibe dir" versicherte er ihr und als sie auf ihre Uhr blickte und meinte losgehen zu müssen, begab er sich mit ihr noch ins Vorzimmer um sich bei ihr anständig zu verabschieden und sah ihr noch bis zum Aufzug nach bis sie schließlich darin verschwand und somit auch komplett aus seinen Blickfeld weg war.
      Mit einem Seufzen schloss er die Türe und lehnte sich erstmal mit dem Rücken dagegen während er sich mit der Hand über die Augen strich. Hatte er gerade wirklich zugestimmt gehabt, dass jemand bei ihm einzog? "Ich muss vollkommen bescheuert sein" murmelte er leise vor sich her als Sora zu ihm kam und ihn anmauzte. Kurz hockte sich Shiro zu ihm runter und nahm den schwarzen Kater zu sich hoch um ihn zu streicheln was dieser mit einem Schnurren sehr begrüßte. Dabei begab er sich in die Küche um zu sehen ob er noch was zu Fressen hatte und erblickte seine leere Futterschüssel, welche er gleich auffüllen würde. Dabei gab er Sora wieder runter und begann ihm sein Futter herzurichten worauf sich der kleine Kater auch gleich stürtzte. Shiro selbst hatte gerade nicht besonders viel Hunger gehabt bei dem Gedanken seine 4 Wände in Zukunft mit jemand anderen teilen zu müssen. War das überhaupt die richtige Entscheidung gewesen? Langsam zweifelte er daran überhaupt irgendwann mal das Richtige getan zu haben. Ohne sich noch groß Gedanken darüber zu machen begab er sich in sein Arbeitszimmer um weiter an einem Gebäude zu arbeiten, welches anstand. Die Strukturen und die Daten waren so gut wie fertig gewesen, jetzt fehlte nur mehr der Feinschliff und die letzten Fertigungen um das Projekt in Arbeit zu geben. Es wunderte ihn, dass auch Rina an Architektur studierte. Eigentlich hätte er sie in eine komplett andere Kategorie eingeordnet aber wie es schien, konnte er sich auch mal komplett irren.
      Den ganzen restlichen Abend saß er noch im Arbeitszimmer um sein Werk zu beenden was auch nach Stunden endlich gelang, sodass er sich erleichtert im Stuhl nach hinten lehnen konnte. Wie lange hat das ganze Projekt überhaupt gedauert? Soweit er zurückdenken konnte, lag es sicher Monate zurück aber er hatte seine Zeit eingehalten und auch seine Leute im Büro hatten alles rechtzeitig erledigt. "Vielleicht ist sie so gut, dass du eine neue kompetente Mitarbeiterin gewonnen hast", schossen ihm dabei die Worte von Masako durch den Kopf. Wie kam sie eigentlich darauf, dass er ihre Schwester einstellen würde? Er hatte doch genügend Mitarbeiter gehabt und eine, welche sich gerade im Studium befand, war in seinen Augen sowieso nutzlos gewesen. Daher konnte sie sich diesen Gedanken gleich wieder aus dem Kopf schlagen.
      Rina.....stimmt ja, er solle Masako doch schreiben wann der Umzug für ihn am Besten war. Für einen kurzen Moment sah er auf das Handy, welches neben seiner Arbeit am Tisch lag und dachte darüber nach, wann der richtige Zeitpunkt da wäre um sie bei sich einziehen zu lassen. Doch wusste er aber auch, dass es nie soweit sein wird, daher wäre es sogar am Besten wenn er es so schnell wie möglich hinter sich brachte. Ohne noch lange zu zögern, schnappte er sich sein Handy, suchte Masako's Nummer raus und fing schon an ihr eine Nachricht zu senden:


      Hey Masako, Shiro hier.
      Rina kann jederzeit bei mir einziehen. Daher sagt Bescheid wenn ihr da seid.
      Schönen Abend noch.



      Danach legte er es wieder auf seinen Tisch und begab sich in die Küche um sich selbst was zu Essen zu machen, bevor er sich anschließend mit diesen ins Wohnzimmer begab um noch für ein paar Stunden fernzusehen und sich dann schlafen zu legen. Die nächsten Tagen/ Wochen/ Monate, würden noch aufregend genug werden. Wer wüsste da schon wieviel Schlaf er noch dabei zusammen bekam. Sora sprang schon in sein Bett und legte sich wie immer auf die andere Seite seines Doppelbetttes. Seit er bei ihm wohnte, schliefen sie immer gemeinsam im Bett. Sora wollte einfach nicht alleine sein und auch Yashiro tat dies eigentlich ganz gut.


      "Live your Life......you only have this one chance !"
    • Rina:
      Wie war ich nur hier gelandet? Welch Fehlentscheidungen hatte ich in meinem Leben treffen müssen, dass mich nun auch noch meine Schwester verließ und ich bei einem mir eigentlich völlig fremden Mann unterkam? Ich kannte Yashiro leider nicht sonderlich gut, da wir nie irgendwas unternommen hatten. Ich sah ihn zwar vor einigen Wochen auf der Hochzeit meiner Schwester, jedoch hatten wir dort kaum ein Wort miteinander gewechselt und auch in der Vergangenheit waren wir uns eher selten über den Weg gelaufen. Er und Masako hatten zwar eine menge Zeit miteinander verbracht, jedoch wollte ich die zwei nicht stören. Außerdem stellte ich mich nicht besonders geschickt an, wenn es darum ging, neue Kontakte zu knüpfen. In der Masse ging ich meistens unter und ich war auch nicht besonders traurig über diese Tatsache, immerhin hatte ich es mir so ausgesucht. Solange es nur Masako gut ging und ich meinem Hobby nachgehen konnte, war mir alles egal, selbst wenn morgen die Welt untergehen sollte.
      Wir kamen vor dem Gebäude an, in dem sich Yashiros Wohnung befand und Masako, Akio und ich stiegen aus dem Auto aus, ehe ein jeder von uns sich einen Umzugskarton schnappte und diese schon mal bis zum Aufzug des Gebäudes trugen. Zum Glück lebte ich in den meisten Bereichen meines Lebens minimalistisch, weshalb sich die Anzahl meiner Kartons in Grenzen hielt. Einzig und allein meine Kunstsachen nahmen einiges an Platz. Schuld daran war wohl die Vielfalt an Materialien, da ich mich nicht nur auf eine Sache spezialisiert hatte, von Ölfarben, über Acryl, bis hin zu Tinte und Kohl war alles dabei, was das Herz begehrte. Ich war recht stolz auf meine Sammlung, auch wenn ich sie niemandem zeigte. Selbst Masako kannte nur einige wenige Bilder und das sollte auch so bleiben. Ich wollte nicht, dass sie jemand zu Gesicht bekam und etwas hinein interpretierte. Natürlich widersprach sich das mit der Tatsache, dass ich sie auf Socialmedia präsentierte, aber da wussten die Leute auch nicht, dass ich es war. Ich konnte komplett anonym bleiben und gerade das gefiel mir dabei.
      Wir hatten die Umzugskartons nach oben gebracht und Masako klingelte bei Yashiros Haustür. Nervös biss ich mir immer mal wieder auf die Unterlippe. Ich hatte Sorge, dass er mir genervt entgegen treten könnte und mich eigentlich gar nicht bei sich haben wollte und dem ganzen nur zugestimmt hat, weil Masako ihn dazu überredet hat. Mir war schon damals aufgefallen, dass er besondere Gefühle für meine Schwester haben musste, jedoch mischte ich mich in das ganze nicht ein, da es mich absolut nichts anging. Zumindest hatten wir was das anging eine Sache gemeinsam: Wir beide hatten Misako an Akio verloren.
      Yashiro öffnete die Tür und Misako strahlte ihm direkt entgegen. "Guten Morgen, mein lieber!", meinte sie fröhlich. "Du hast Glück, wir haben nur ein paar Sachen und sind bald schon wieder weg, dann könnt ihr euch auch besser miteinander bekannt machen." Mein Blick wanderte von meiner Schwester zu dem jungen Mann und ich verbeugte mich respektvoll vor ihm. "Danke für deine Gastfreundschaft."
      Und noch einmal stellte sich mir dir Frage: Wie hatte ich es nur hierhin geschafft?
      Nichts kann tiefer verletzen als Wortlosigkeit, nichts kann mehr verwirren als Sprachlosigkeit, lieber komme ich im Chaos des gesprochenen Wortes um, als in der schreienden Stille von endlosen Gedanken…
    • Heute war es also soweit. Auch wenn er Masako schon vor ein paar Tagen geschrieben hatte, dass sie kommen können, dauerte es doch ein paar Tage bis diese es annahm und nun war es soweit. Heute würden sie kommen und seine Ruhe wäre somit für immer zunichte. Für immer war nun etwas übertrieben gewesen aber wer wusste denn schon wie lange Rina wirklich bei ihm bleiben würde? Soweit er von Masako zu hören bekam, war sie wohl immernoch nicht in der Lage alleine zu wohnen und wenn sie jedes Mal bei jemand anderen einzog, würde sich das nie ändern..
      Yashiro machte einen Schluck aus seinem Kaffee während er draußen saß und die Morgensonne auf seinem Balkon genoss. Einer der Gründe warum er von hier nicht wegziehen wollte: Er hatte schon vorher genug Wohnungen besichtet bevor er diese bekam und hatte nirgendwo so ein schönen Ausblick zu Gesicht bekommen. Auch der Verkehrslärm von unten war hier oben kaum zu hören. Warum also wegziehen? Die Miete war zwar etwas teuer aber locker bezahlbar und auch die restlichen Kosten hielten sich ganz gut im Rahmen. Auch Sora schien es hier zu gefallen, auch wenn er am Anfang etwas skeptisch war. Aber welche Katze war das nicht, die frisch zu einem neuen Besitzer und Wohnung kam? Aber er hatte sich hier echt gut eingelebt. Plötzlich klingelte es an der Türe was seine Aufmerksamkeit erhielt, stellte die Tasse auf den Tisch und begab sich hin um diese zu öffnen und erblickte dabei die komplette Familie. Mama, Papa und Kind. Die Mama strahlte ihn schließlich wie immer mit einem freundlichen Lächeln an und begrüßte ihn herzlich während sie meinte nicht viel zusammen zu haben. Umso besser, denn viel Platz war sowieso nicht vorhanden. "Guten Morgen, stellt es erstmal ins Wohnzimmer" meinte er kurz, schritt zur Seite um die drei reinzulassen sodass sie die Kartons abstellen konnten. Dabei erblickte er auch Rina, welche wirklich groß geworden war. Auch wenn er viel Zeit mit Masako immer verbracht hatte, so bekam er die kleine Schwester doch eher weniger zu Gesicht. "Keine Ursache" sprach er etwas kühl, was aber nur seine Art war und nicht an ihr lag. Dabei folgte er den drei und musste feststellen, dass Rina wirklich nur wenige Kisten besaß. War etwa dort ihr ganzes Leben drinnen? //Eher erbärmlich, wenn du mich fragst//, schoss es ihm durch den Kopf während er zu Masako und Akio blickte "und wann geht euer Flug?" wollte er wissen, sodass er wusste wann er Rina hinbringen muss sodass sie sich verabschieden konnte. Schließlich war es nicht nur für die kleine sondern auch für die große Schwester ein großer Schritt gewesen sich voneinander zu trennen. Ob dies auch lange anhalten wird?
      Kurz begab er sich in die Küche um den drei etwas zu trinken zu bringen. Der Umzug muss selbst für sie ziemlich anstrengend gewesen sein.
      "Ihr seid früher dran als was ich gedacht habe" gab er offen zu. Eigentlich hatte er erst zu Mittag mit ihnen gerechnet gehabt. Schließlich sagte sie ja nur den Tag und nicht die Uhrzeit.


      "Live your Life......you only have this one chance !"
    • Rina:
      Yashiro meinte zwar, dass es keine große Ursache wäre, aber so ganz wollte ich ihm das nicht abkaufen. Für niemanden wäre das 'keine Ursache', wenn plötzlich die kleine Schwester seiner Jugendliebe bei ihm einziehen würde. Ich hatte ihn zwar schon immer als einen eher kühlen Charakter im Kopf gehabt, aber das musste noch lange nicht heißen, dass es in ihm auch ganz anders aussehen könnte. Letztendlich hatte er aber zugesagt, mich bei sich aufzunehmen und mehr sollte mich bis dahin auch nicht interessieren. Es ging mich nichts an und solange er mich nicht direkt wieder rausschmiss, würde ich mich auch nicht weiter einmischen.
      Der Schwarzhaarige meinte, dass wir erst mal alles im Wohnzimmer abstellen sollten, was wir auch sogleich taten. So standen die ganzen Kisten nicht mehr im Flur herum und versperrten für die anderen Anwohner den Weg zum Fahrstuhl.
      Als wir damit fertig waren, nahm ich dankend das Glas Wasser entgegen, welches er mir anbot und nahm direkt einen kleinen Schluck. "Unser Flug geht in zwei Wochen um 10:30 Uhr. Wir freuen uns schon sehr, auch wenn es natürlich hart wird, Familie und Freunde hinter uns zu lassen. Aber das ist keine Entscheidung, die man für immer trifft. Sollte es uns in New York nicht gefallen, werden wir umgehend wieder zurückkommen und hier unser Leben weiter leben", lächelte meine Schwester, während ich gedankenverloren auf das Wasser in meiner Hand starrte. Die Spiegelungen in der Wasseroberfläche inspirierten mich, ein neues Bild zu malen. Vielleicht ein Boot auf einem See oder Brücken über einem Fluss. Auch wenn es mich schon in den Fingerspitzen kitzelte, wusste ich, dass ich erst einige andere Dinge zu erledigen hatte. Aber vielleicht blieb heute Nachmittag oder am Abend noch ein wenig Zeit zum Malen. Aber vorerst sollte ich keinen schlechten Eindruck auf Yashiro hinterlassen, auch wenn dieser sicher nur wenig begeistert von meiner Anwesenheit war. Doch dass er nicht 'nein' sagen konnte, sollte nicht mein Problem sein. Er war erwachsen genug, um das mit sich selbst auszumachen, auch wenn meine Schwester gut darüber bescheid wusste, wie sie andere Menschen dazu brachte, ihr das zu geben was sie wollte.
      "Wir wollten alles schnell hinter uns bringen, damit ihr beide auch noch was vom Tag habt. Ich wollte nicht, dass du die ganze Zeit hier sitzt und dir denkst: Wann kommen sie denn endlich?", erklärte meine Schwester mit ihrem üblichen Lächeln auf den Lippen. "Außerdem hat Rina nicht viel Gepäck und was erledigt ist, ist erledigt. Dann bleibt noch mehr vom Wochenende und man startet direkt besser in den Tag." Unrecht hatte Masako damit nicht. Je später ich aufstand, desto schwieriger fiel es mir, mich für etwas anderes als das Malen zu motivieren. "Nun denn, wir müssen auch schon weiter. Wir haben selbst noch einige Kisten zu packen, immerhin ist es bald schon so weit. Ich wünsche euch viel Spaß und wenn etwas ist, könnt ihr mich jeder Zeit anrufen." Meine Schwester drückte mir noch einen Kuss auf die Wange, ehe sie gemeinsam mit Akio die Wohnung verließ. Wie angewurzelt blieb ich an meinem Platz stehen und verfestigte den Griff um das Glas etwas mehr. Was machte man in einer solchen Situation? Sollte ich mich vorstellen? Nein das würde dämlich rüber kommen, immerhin waren wir gerade zusammengezogen... ugh. Das klang irgendwie seltsam und gleichzeitig auch noch so fernab der Realität. "A-Also...", stotterte ich. "Noch mal vielen Dank, dass du mich bei dir aufgenommen hast. Ich werde mir Mühe geben, keine Belastung für dich zu sein", sagte ich und verbeugte mich erneut. Erst jetzt bemerkte ich die niedliche Katze, die mich erwartungsvoll musterte, ehe sie sich schnurrend an mein Bein schmuste. Wie niedlich. Vielleicht sollte ich als nächstes doch lieber eine Katz malen.
      Nichts kann tiefer verletzen als Wortlosigkeit, nichts kann mehr verwirren als Sprachlosigkeit, lieber komme ich im Chaos des gesprochenen Wortes um, als in der schreienden Stille von endlosen Gedanken…
    • Also in 2 Wochen. Das würde sich Yashiro am Kalender aufschreiben sodass er Rina noch hinbringen konnte. Auch wenn es eigentlich in erster Linie um sie ging, so wollte er sich auch noch angemessen von Masako verabschieden. "Nicht für immer würde ich nicht sagen. Wenn es euch drüben gefällt, bleibt ihr doch für immer drüben" kam es direkt aus ihm heraus und erwähnte vermutlich genau das was sich eigentlich hier alle dachten. Dass Yashiro mit seiner direkten und kühlen Art keine Freunde so richtig hatte, war nicht verwunderlich aber das war ihm auch egal gewesen. So hatte er wenigstens noch weniger Verantwortung und musste sich nicht ständig mit irgendwelchen Leuten treffen und so tun als würde er sie leiden können. So konnte er sich den Tag so einteilen wie er es am Liebsten hatte. Doch dies würde nun ab heute nicht mehr gehen, da er Rina an der Backe hatte. "Alles klar, dann bringe ich Rina noch zu euch, sodass sie sich verabschieden kann" ging er noch schnell auf das Thema drauf ein bevor sie schon auf seine weitere Frage drauf einging, dass sie heute so früh kamen. Sie wollte, dass die beiden noch etwas Zeit miteinander verbringen können? Was dachte Masako eigentlich? Dass sie gleich die dicksten Freunde werden würden? Sie wusste doch ganz genau wie er zu neuen Personen in seinem Leben stand...nämlich gleich auf Null und wenn es nach ihm ginge, würde er gar keine kennenlernen wollen. Klar, seine Schwester kannte er schon vom sehen aber ansonsten nicht mehr. "Danke für die reizende Idee aber glaub mir...ich hätte währenddessen genug zu tun gehabt" Masako war in seinen Augen manchmal wirklich zu verantwortungsbewusst gewesen. Er wusste, dass sie es nur gut meinte aber sie konnte auch echt übertreiben. Danach dauerte es auch nicht lange bis sich Masako und Akio schließlich von den beiden verabschiedeten, Yashiro sie noch zur Türe begleitete bevor er diese schloss und mit Rina alleine war. Was sollte er denn jetzt sagen? Herzlich Willkommen? Fühl dich wie zu Hause? Es war seine Wohnung und nicht ihre. Als diese das Wort ergriff seufzte er nur und winkte ab "Gut, solange du mir nicht im Weg stehst" meinte er noch und sah nochmals auf die Kisten, welche langsam Zeit wurden ins Gästezimmer zu bringen, doch vorher musste er die Kisten seines Bruders wegräumen. Aber wohin? In seinem Bürozimmer hatte er doch gar keinen Platz und in seinem eigenen Schlafzimmer würden diese doch auch nur im Weg sein? Andererseits hätte er aber auch keine andere Wahl weshalb er sich gleich dorthin begab. "Komm ich zeig dir dein Zimmer" meinte er dann noch und winkte diese zu sich. Das Zimmer lag im Gang direkt neben seinem Bürozimmer und war von der Sonnenseite östlicher Seite.
      Als er die Türe öffnete, lagen überall locker um die 15 Kisten umher. Darunter befand sich aber ein Doppelbett sowie ein großer Kasten und ein Tisch direkt beim Fenster. "Die Kisten kommen noch weg, danach gehört das Zimmer dir. Da kannst du machen was du willst, solange du mir nicht auf die Nerven gehst" kam es kühl aus ihm heraus und machte sich schon an die erste Kiste um diese direkt in sein Schlafzimmer zu bringen. Es würde wohl langsam an der Zeit sein, dass er diese mal durchsucht und schaut was er wirklich davon brauchte und was nicht. Aber momentan hatte er andere Probleme und dies war eine junge Frau mit einer Krankheit. Ea dauerte gut 15 Minuten bis alle draußen waren und das Zimmer benutzbar war. "Tue mir einen Gefallen und lass wenigstens alle Wände stehen. Ich will hier drinnen keinen Sauhaufen haben"


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    • Rina:
      Der Schwarzhaarige war noch unsympathischer, als ich ihn in Erinnerung hatte. Vielleicht gehörte es aber auch einfach zu seiner Art, genau die Dinge auszusprechen, die ihm gerade in den Kopf kamen. Fakt aber war, dass ich mich in seine Gegenwart reichlich unwohl fühlte und am liebsten wieder mit meiner Schwester und ihrem Ehemann mitgegangen wäre. Allerdings hatte Yashiro dem Ganzen eine Chance gegeben und so müsste auch es tun. Das war das Mindeste, was ich machen konnte. Immerhin brachte er gerade ein viel größeres Opfer als ich, weshalb ich ihm dankbar sein sollte. Wäre ich nicht si verpeilt, hätte ich mir auch eine eigene Wohnung suchen können, aber meine Schwester traute es mir nicht, alleine zu leben und wenn ich ehrlich war: ich mir auch nicht. Doch wenn ich mir Yashiros schlechte Laune so ansah, dann wäre das vielleicht doch die bessere Variante gewesen. Er schien auch kein großes Geheimnis daraus zu machen, dass er keine Lust auf mich hatte und so wenig Zeit wie möglich mit mir verbringen wollte. Nichts anderes hatte ich von ihm erwartet, jedoch versetzten mir seine Worte ein Stich ins Herz. Ich fühlte mich alles andere als angenommen und wirkte innerlich eher verloren. Ich wusste, dass ich nicht erwünscht war, aber es war trotzdem kein schönes Gefühl, dies mehr oder weniger direkt gesagt zu bekommen. Vielleicht wäre ich am Ende des Tages sogar bei meinem leiblichen Vater und seiner zweiten Ehefrau besser aufgehoben gewesen. Allerdings musste man dazu sagen, dass die beiden viel zu weit weg wohnten, als dass ich dort einziehen könnte.
      Es wunderte mich ein wenig, dass Yashiro die Kisten noch nicht aus dem Zimmer gestellt hatte, immerhin wusste er seit Anfang der Woche, dass ich hier einziehen würde und nun war es Samstag. Vielleicht aber hatte er schlichtweg keine Lust gehabt oder aber es war Teil seines Trotzverhaltens und er dachte sich: Wenn sie schon hier einzieht, kann sie auch beim Tragen mithelfen.
      Ohne ein weiteres Wort darüber zu verlieren, half ich ihm beim Tragen und stellte die Kiste dort ab, wo er sie haben wollte.
      "Hab nicht vor, etwas zu verändern", erwiderte ich ruhig. Seine Art wurde von Minute zu Minute ruppiger und ich ertrug es kaum, auch nur neben ihm zu stehen. Ich wollte diesen Umzug so schnell wie möglich hinter mir haben und am besten gar nicht mehr mit ihm sprechen. Ich konnte unhöfliche Leute noch nie leiden und ich machte bei ihm auch keine Ausnahme. Er hätte uns beiden wahrscheinlich einen Gefallen damit getan, wenn er abgelehnt hätte.
      "Hast du zufällig noch einen zweiten Wohnungsschlüssel?", wollte ich von ihm wissen. "Ich bin heute Nachmittag noch verabredet und werde gegen Abends wiederkommen. Es wird zwar nicht spät, aber so bist du wenigstens nicht an die Wohnung gebunden. Ah... und Misako bat mich, die Mahlzeiten zu übernehmen. Was möchtest du heute Abend essen?", fragte ich Yashiro. Vielleicht wäre er weniger garstig, wenn ich mich als nützlich herausstellen würde. Doch sobald dieses Gespräch beendet war, würde ich meine Kartons ins Zimmer räumen und verschwinden. Mehr von diesem Mann hielt ich im jetzigen Moment nicht aus. Die Art und Weise, wie er sprach und mit seinen Mitmenschen umging, war so unangenehm, dass ich am liebsten geflüchtet wäre. Aber wo könnte jemand wie ich schon hingehen? Ich war nun Mutterseelen allein auf dieser Welt und genau das, bekam ich mehr als deutlich zu spüren.
      Nichts kann tiefer verletzen als Wortlosigkeit, nichts kann mehr verwirren als Sprachlosigkeit, lieber komme ich im Chaos des gesprochenen Wortes um, als in der schreienden Stille von endlosen Gedanken…
    • Es war ja nicht so, dass er mit Absicht ihr gegenüber so eine kalte Art an den Tag legte. Es war bei ihm einfach schon so mit den Jahren gewesen und damit baute er auch sowas wie eine kleine Mauer auf um niemanden mehr an sich ran zu lassen. Shiro hatte ehrlich gesagt sich schon einmal versucht zu öffnen doch als Masako ihm gestand, dass sie sich in jemanden verliebt hatte und er dieser Mann nicht sei, schloss er diese wieder ein und fing an damit zu leben. Selbst die Sache mit seiner Familie war ihm definitiv damals eine große Lehre gewesen und seither kam so gut wie niemanden mehr an ihm ran geschweige denn schaffte es erneut diese Mauer einbrechen zu lassen. Nur, weil Masako's Schwester hier bei ihm wohnen würde, würde er in der Hinsicht keine Ausnahme machen. Er tat dies alles ihretwegen und nicht, weil er unbedingt Rina in seiner Umgebung haben wollte. Er kannte das Mädchen doch kaum? Masako hatte zwar immer von ihr erzählt und wenn er zu Besuch war, hatte er sie hier und da zu Gesicht bekommen, sowie wusste er auch von ihrer Krankheit aber das war es auch schon und seiner Meinung nach konnte dies ruhig auch so bleiben.
      Dass die Kisten auch noch nicht aus dem Zimmer geräumt waren, hatte nichts damit zu tun, dass ihm die Mühe dafür einfach zu aufwendig war. Nein! Er hatte erstens die Zeit noch nicht wirklich gehabt und zweitens versuchte er dem Ganzen hier irgendwie aus dem Weg zu gehen, da dies sonst nur Erinnerungen an seinen Bruder hervorrufen würde, was ihn selbst nur zum nachdenken bringen würde: Warum gerade er? Was war der Grund dafür gewesen, dass Shiro der einzige Überlende gewesen war? Warum konnte sein Bruder nicht leben? Was war an diesen Tag wirklich falsch gelaufen außer, dass sich sein Vater wieder betrunken hinters Steuer gesetzt hatte und seine Mutter nichts ansatzweise von sich ließ um dies zu verhindern? Aber wieso hätte sie das auch tun sollen, wenn sie sonst nichts tat? In Wahrheit musste sich Shiro doch immer um alles kümmern während die Eltern sich mit Alkohol und Drogen vollpumpten. Er selbst war ja noch ein Kind gewesen und musste dennoch lernen schnell erwachsen zu werden. Kein Wunder, dass er dann heute so drauf war, oder?
      Rina hatte ihm ohne ein Wort zu sagen, geholfen gehabt die Kisten aus dem Zimmer zu räumen, was ihn zwar etwas überraschte, da er sie nicht um Hilfe gebeten hatte aber andererseits war es ihm auch schon wieder egal. Wenn sie meinte es machen zu müssen, dann hielt er sie selbstverständlich nicht auf. Nachdem dies erledigt war und er in sein Büro gehen wollte, wandte sie auch schon ihre Aufmerksamkeit auf den schwarzhaarigen. Ob er einen zweiten Schlüssel hätte für die Wohnung? Gerade als er fragen wollte wofür sie diesen benötigen würde, kam auch schon die Erklärung dazu, dass sie für den Nachmittag noch verabredet sei. Rina war bereits alt genug gewesen um zu wissen wie sie ihr Leben zu leben hatte...so sah er es zumindest aber anscheinend war sie in Masako's Augen dennoch immernoch das kleine Mädchen der man helfen musste ihr Essen und Medikamente zu nehmen. "Ich habe nicht vor heute die Wohnung zu verlassen also wird ein zweiter Schlüssel heute nicht notwendig sein" erklärte er kurz. Ehrlich gesagt ging ihm dies auch ein wenig durch den Strich ihr überhaupt einen aushändigen zu müssen, da sie nun zu zweit wohnen würden. Es war schön so als würde er jemanden in seine Welt reinlassen müssen. Genau das was er nie wieder machen wollte. //Vielen Dank Masako für dein tolles Geschenk//, schoss es ihm dabei durch den Kopf als sie dann auch noch wissen wollte, was er heute Abend gerne Essen würde. "Koch einfach was du willst. Ich esse sowieso so gut wie alles" meinte er dann noch, ging dann in sein Arbeitszimmer, schnappte sich seinen Laptop und setzte sich anschließend mit diesen nach draußen auf den Balkon wo er sich erneut eine Zigarette anzündete während er anfing an seinem Projekt weiter zu arbeiten. Wie stellte sich Masako das eigentlich vor, dass die beiden miteinander auskommen würden? Er, kalt und gefühllos, und sie in seinen Augen ein kleines Mädchen. Das würde doch hinten und vorne nie und nimma gut gehen? Es würde nicht lange dauern bis Masako Rina zu sich nach New York holen würde. Ob dies wohl auch ihren Mann gefallen würde? Bei diesen Gedanken entglitt dem schwarzhaarigen ein kurzes amüsantes Lächen. "Wer sie heiratet, hat beide an der Backe" murmelte er leise vor sich her während er vom ersten Zug den Rauch auspustete.
      Sora beobachtete das ganze Geschehen zwischen seinem Herrchen und der Neuen und begab sich dann in ihr Zimmer nachdem dort alle Kartons hingestellt wurden und begann diese zu beschnuppern, da dies ja schließlich neu war und er gleich wissen musste was das alles war oder am Besten auch sie.


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    • Rina:
      Er hatte also keinen Zweitschlüssel... Das würde noch spannend werden. So musste ich mein gesamtes Arbeits- und Privatleben so organisieren, dass er daheim war, wenn ich fertig war. Es klang für mich nämlich nicht danach als hätte er vor, einen Zweitschlüssel anfertigen lassen. Oh man. Wenn er den Gedanken, seine Wohnung mit jemand anderes zu teilen, so sehr hasste, hätte er einfach ablehnen sollen. Damit hätte er uns beiden so einiges an Leid erspart. Wenn ich ehrlich war, hatte ich keine großen Hoffnungen in unsere Zukunft und ich befürchtete auch schon, dass es bis zu meinem Auszug so bleiben würde. Jackpot... nicht.
      "Okay, dann lasse ich mir was einfallen", meinte ich auf seine Worte hin, dass er so ziemlich alles essen würde. Wehe er beschwerte sich, wenn ihm das Essen heute Abend nicht schmecken würde.
      Beinahe fluchtartig ging er nach unserem kurzen Gespräch zurück in sein Büro. Ich blickte noch kurz auf die Tür, welche hinter ihm ins Schloss gefallen war und unterdrückte ein deprimiertes Seufzen. Wieso hatte es nur soweit kommen müssen? Ich hätte niemals gedacht, dass ich so etwas denken würde aber: Mein Vater und seine zweite Ehefrau wären da sicher die bessere Option gewesen. Würden sie nur nicht so weit vom Zentrum entfernt wohnen. Ich konnte schlecht jeden Tag drei Stunden hin und wieder zurück pendeln. Immerhin hatte ich noch einen Job, um mir meinen Unterhalt finanzieren zu können. Wie sollte ich das alles unter einen Hut bekommen, wenn ich insgesamt sechs Stunden des Tages im Zug oder Bus verbringen würde? Natürlich könnte ich mich problemlos von den Einnahmen meiner Socialmedia Accounts über Wasser halten -auch mehr als das. Aber ich hatte einfach zu große Angst, dass es eines Tages nicht mehr so war. Außerdem machte es im Lebenslauf einen besseren Eindruck, wenn man schon Berufserfahrung hatte -ganz egal wo. Es würde meinem künftigen Arbeitsgeber zeigen, dass ich fleißig und engagiert war und gerade in einem Land wie Japan war es wichtig, einen guten Lebenslauf zu haben. Außerdem sah meiner aufgrund der vielen Krankenhausaufenthalte schon beschissen genug aus. So würde mich hier zu Lande sicher niemals jemand nehmen.

      Ich seufzte nun doch, ehe ich den Kopf schüttelte und mich um meine Kartons kümmerte, welche ich auspackte. Doch schon bald bemerkte ich, dass ich "Besuch" hatte. Ein leichtes Lächeln legte sich auf meine Lippen, als mich der kleine Kater beschnupperte. Ich ging sofort in die Hocke und hielt ihm meine Hand hin, ehe ich ihn sanft streichelte. Ein zufriedenes Schnurren drang über seine Lippen, während er sich an meine Hand schmiegte. "Du bist aber ein Verschmuster", lächelte ich. Doch dann klingelte mein Handy, welches ich direkt hervor nahm. Verdammt, ich war schon etwas zu spät dran. Ich nahm ab und legte mir das Telefon ans Ohr. "Hey Rina, ist alles okay bei dir? Bist du schon fertig mit dem Auspacken der Karton oder brauchst du noch etwas Zeit?", ertönte die weibliche Stimme meiner besten Freundin Mai. "Tut mir leid, ich brauche nur einen kurzen Moment, aber ich werde mich beeilen", entschuldigte ich mich direkt. "Haha, kein Problem. Dürfte bei dem Bisschen ja nicht lange dauern. Ich warte dann unten auf dich. Sag bescheid, wenn du Hilfe beim Tragen brauchst", meinte sie und ich nickte, was sie natürlich nicht sehen konnte. "Mach ich, danke." Wir legten auf und ich wandte mich von dem Kater ab, ehe mich um die restlichen Kartons kümmerte.
      Als endlich alles ausgeräumt war, schleppte ich diese Zur Wohnungstür und schnappte mir meine Sachen, ehe ich mich anzog und noch "Tschüss" rief, ehe die Kartons in den Fahrstuhl brachte und nach unten fuhr. Dort wartete bereits Mai auf mich. Sie nahm mir eine Teil ab und wir verfrachteten alles im Auto. "Danke. Du hast auf jeden Fall was gut bei mir!", lächelte ich, während wir uns beide ins Auto setzte. "Ach Quatsch. Ich bin froh, dass wir beide endlich etwas Zeit miteinander verbringen können. Du bist ständig beschäftigt", lachte sie und startete den Wagen. Ich lächelte schief. "Entschuldige."
      Nachdem Mai und ich die Kartons bei einem Wertstoffhof entsorgt hatten, setzten wir uns in ein kleines Restaurant und redeten eine ganze Weile, wobei sie mich überwiegend über Yashiro ausquetschte.
      Nachdem fast drei Stunden verabschiedeten wir uns voneinander. Sie wollte mich noch zurückfahren, jedoch lehnte ich dankend ab, da ich für heute Abend noch einkaufen musste.
      Auf dem Weg zum Einkaufsladen fing es stark an zu regnen und ich war binnen weniger Minuten klitschnass. Natürlich musste ich ausgerechnet keinen Regenschirm dabei haben. Naja, half ja alles nichts. Aus diesem Grund kaufte ich schnell alle Zutaten ein und machte mich dann wieder auf den Rückweg. Allerdings hielt ich für einen kurzen Moment inne. Was ist, wenn er sauer auf mich wurde, weil ich mit meiner nassen Kleidung den Boden volltropfte? Was, wenn er sauer wurde und mich ausschimpfte? Mir wurde bei dem Gedanken flau im Magen und ich bekam Angst. Aus diesem Grund ging ich nicht zurück, sondern kaufte mir in einem Kleidungsgeschäft ein paar Straßen weiter, neue Sachen und einen Regenschirm, ehe ich eben diese Sachen in einem zweiten Geschäft überzog. Ich wollte mir einfach nicht Blöße geben und Nachfragen, ob ich die Sachen direkt anbehalten könnte.
      Dann endlich machte ich mich auf den Rückweg. Vor dem Haus machte ich den Regenschirm zu und wrang mir noch mal die nassen Haare aus, ehe ich hinauf ging und vor der Wohnungstür angekommen, die Klingel betätigte.
      Nichts kann tiefer verletzen als Wortlosigkeit, nichts kann mehr verwirren als Sprachlosigkeit, lieber komme ich im Chaos des gesprochenen Wortes um, als in der schreienden Stille von endlosen Gedanken…
    • Yashiro besaß sehr wohl einen Zweitschlüssel für seine Wohnung. Schließlich bekam man 2 -3 Schlüssel zu der eigenen Wohnung von der Genossenschaft, doch da er sowieso meistens von zu Hause arbeitete, war es eigentlich nicht notwendig gewesen Rina auch noch einen auszuhändigen. Wozu denn auch? Wenn er wüsste in etwa wann sie wieder kommen würde, könnte er sich dies gut einteilen und sie bräuchte ja auch nur zu klingeln wenn sie rein wollte. Natürlich würde er ihr einen geben, wenn er mal für längere Stunden weg müsste, denn so würde er nicht gebunden sein um eine gewisse Uhrzeit wieder hier sein zu müssen und nach einer anderen Person zu richten, hätte er so oder so keine Lust gehabt. Er war alt genug gewesen sein eigenes Leben zu führen und nicht sich zu bestimmen zu lassen wann er wo sein hat müssen. In seinem Büro war er auch nicht wirklich oft zu gebrauchen, da seine Leute sehr eigenständig arbeiteten und gerade das schätzte er am Meisten. Yashiro war der Chef aber auch sie mussten lernen alleine auszukommen. Natürlich wurde er immer wieder was gefragt, da er für die entgültige Entscheidung verantwortlich war aber das war in seinem Unternehmen vollkommen normal gewesen.
      Während er draußen am Balkon saß und sich auf die Arbeit konzentrierte, hörte er nur einen kurzen Ruf von Rina, sah kurz nach innen als sie wohl gerade die Wohnung verließ um sich mit ihrer Verabredung zu treffen. Hatte sie etwa einen Freund? Soweit er wusste hatte Masako in der Hinsicht nichts erwähnt gehabt und direkt scharf war er auch nicht drauf, dass sie mit ihm eines Tages hier auftauchen würde und die beiden im Gästezimmer ihren Spaß haben. Für sowas sollten sie sich lieber gleich eine eigene Wohnung suchen oder woanders ein Zimmer mieten.
      Durch die ganze Arbeit hatte er gar nicht gemerkt wie die Zeit verflogen war. Wieviele Stunden Rina schon abwesend war, konnte er gar nicht sagen und auch erst nach einiger Zeit bemerkte er den Regen, welcher auf dem vorderen Boden seines Balkons getropft hatte. Der Vorteil an seiner Wohnung war zum Glück noch, dass außer 3m² seines Balkons, alles überdacht war. Somit konnte er auch bei Regen oder Schneefall sogar draußen sitzen ohne die Gefahr zu sehen nass zu werden. Daher machte er sich nicht viel drauß und machte sich weiter an die Arbeit als es plötzlich an der Türe klingelte. Wer klingelte denn bitte an seiner Haustüre? Yashiro bekam so gut wie nie, außer von Masako, Besuch und an Rina hatte er im ersten Moment auch nicht wirklich gedacht gehabt, weshalb dieser an die Türe ging und öffnete. Zugesperrt war es ja nicht, als sie die Wohnung verließ. Für einen kurzen Moment war er doch überrascht gewesen die Schwester von Masako vor dieser stehen zu sehen, doch fiel ihm im nächsten Moment ein, dass diese ja seid heute bei ihm wohnte. Aber trug sie nicht was anderes als sie die Wohnung verließ? Er hatte zwar kurz hingesehen gehabt aber das Top, welches sie vorher an hatte, hatte doch eine komplett andere Farbe gehabt? Und auch das passende Unterteil war ein komplett anderes gewesen. Shiro trat einen Schritt zur Seite um die braunhaarige Einlass zu gewähren. "Soll ich fragen was die neuen Klamotten sollen?" kam es kühl aus ihm heraus. Wenn sie shoppen war, gut....war ja für eine Frau komplett normal gewesen aber soweit er wusste, kamen diese doch in den Tüten mit nach Hause und nicht gleich am Körper, oder hatte er da irgendwie was falsch verstanden?


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    • Rina:
      Mir wurde die Tür geöffnet und ich bekam direkt als erstes die Frage gestellt, was die neuen Klamotten sollen. Wieso interessierte es ihn überhaupt? Er hatte sich nicht einmal die Mühe gemacht, mich zu begrüßen, warum also sollte er sich für meine Kleidung interessieren? Versuchte er etwa einen Streit vom Zaun zu brechen oder würde er einfach versuchen, mich bei sich heraus zu ekeln? Wäre es nicht deutlich einfacher gewesen, wenn er mir sagte, dass er keine Lust auf mich oder anderen Besuch habe und deswegen möchte, dass ich wieder ausziehe?
      Ich unterdrückte ein frustriertes Seufzen und sah schließlich zu ihm hinauf. "Ich habe leider meinen Regenschirm vergessen und bin in den Platzregen gekommen. Darum habe ich mir neue Kleidung und einen Regenschirm besorgt, damit ich mich nicht erkälte", meinte ich und trat schließlich in die Wohnung. Dort legte ich die Tüten ab und zog mir die Schuhe aus. "Ich gehe direkt in die Küche etwas kochen", meinte ich als ich fertig war und schnappte mir wieder meine Tüten. Die eine brachte ich in mein Zimmer, ehe ich mit der anderen in die Küche ging und mich dort einrichtete, bevor ich mir die Hände wusch und mir alles zurecht legte. Ich machte für Yashiro Oyakodon, eine klassische japanische Hühnchen, Ei-Bowl. Zusätzlich kochte ich ihm Reis und machte sieben Mini Frühlingsrollen, welche ich in der Pfanne frittierte und auf einem kleinen separaten Teller anrichtete. Dazu nahm ich eine kleine Schüssel hervor, in der ich die richtige Menge Sauce Süß-Sauer gab. Immerhin wollte ich nicht, dass es ihm das Gericht zu trocken wurde. Passend dazu machte ich ihm einen grünen Tee und stellte nur noch Flasche mit Soja Sauce dazu, falls er das zur Bowl essen wollte. Nachdem ich fertig gekocht hatte, richtete ich ihm alles auf dem Esstisch an. Mein Blick fuhr über das Essen und ich begutachtete noch einmal alles, ehe ich mir sicher war, alles gedeckt zu haben. "Okay, das dürfte passen", murmelte ich zu mir selbst, ehe ich mich vom Esstisch abwandte und zu Yashiros Büro ging, an dessen Tür ich anklopfte. Allerdings würde ich diese auf Teufel komm raus nicht öffnen. Ich war ja nicht Lebensmüde. Er wartete sicher nur darauf, dass ich einen Fehler machte und er mich zurechtweisen konnte, doch ich würde es ihm sicher nicht so einfach machen.

      "Yashiro? Dein Essen ist fertig. Ich habe es dir auf dem Esstisch angerichtet. Ich habe vorhin schon mit einer Freundin zu Abend gegessen, darum kannst du alles alleine aufessen", sprach ich durch die Tür und wandte mich dann ab, ehe ich noch einmal schnell in die Küche ging und das Chaos beseitigte, ehe ich in mein Zimmer ging und dort ein paar Klamotten und zwei Handtücher herauskramte, ehe ich ins Gästezimmer verschwand, die Tür abschloss und mich unter die Dusche begab. Nach so einem langen und vor allem anstrengenden Tag, tat das heiße Wasser auf meiner Haut mehr als nur gut. Ich seufzte erleichtert aus und blieb nur kurz einfach so stehen, ich mich zu waschen begann.
      Nachdem ich fertig war, machte ich alles sauber und öffnete das Fenster zum Lüften, ehe ich mit meinen alten Klamotten und den Handtüchern zurück in mein Zimmer ging. Ich verstaute die Sachen in einem meiner Wäschekörbe und ließ mich endlich aufs Bett fallen. War ich tot...
      Ich drehte meinen Kopf zur Seite und ein müder Blick auf den Wecker verriet mir, dass es gerade mal 20 Uhr war. Allerdings durfte ich nicht vergessen, dass ich in einer halben Stunde meine letzten Medikamente für den heutigen Tag nehmen müsste. Zum Glück hatte ich mir einen Wecker gestellt, der mich daran erinnern würde, somit durfte ich mir ein kleines Nickerchen durchaus erlauben.
      Nichts kann tiefer verletzen als Wortlosigkeit, nichts kann mehr verwirren als Sprachlosigkeit, lieber komme ich im Chaos des gesprochenen Wortes um, als in der schreienden Stille von endlosen Gedanken…
    • Die Erklärung warum sie plötzlich neue Klamotten hatte, war eigentlich recht simple und verständlich gewesen. Wenigstens dachte sie daran bevor sie noch krank werden würde. Denn so wirklich Lust darauf, sich auch noch um ihre Gesundheit zu kümmern hatte er gerade nun wirklich nicht. Manchmal dachte selbst Shiro von sich selbst aus, dass er ein richtiger Arsch war aber heutzutage interessierte das sowieso niemanden mehr, also warum dann auch keiner sein? Nachdem sie sich die Schuhe auszog, gab sie schon bekannt gleich in die Küche zu gehen um mit dem Kochen zu beginnen. Uhrzeitmässig war es schon soweit gewesen aber wirklichen Hunger verspürte der schwarzhaarige noch nicht wirklich. Lag aber eher mehr daran, dass er kaum was aß wenn er alleine wohnte. Dies würde sich wohl auch noch ändern in seiner täglichen Ruhe. Ein leichter Seufzer entglitt seinen Lippen als er ihr nachsah und auf Sora blickte, welcher sich zu den beiden ins Vorzimmer gesellt hatte. "Was soll nur daraus werden, Kleiner?" murmelte er leise vor sich her während er sich kurz nach unten hockte um den kleinen Stubentiger zu streicheln bevor er sich wieder erhob und selbst aus dem Zimmer ging. "Wenn du was nicht findest, sag Bescheid" das war wenigstens das Mindeste was er ihr anbieten musste. Schließlich stand sie ja jetzt das erste Mal in seiner Küche, woher soll Rina also wissen wo was stand? Zum anderen hatte er gerne seine Ordnung gehabt und war nicht gerade bereit gewesen später alles wieder suchen zu müssen nur, weil Masako sich einbilden musste ihre kleine Schwester in seiner Küche kochen zu lassen. Solange sie kochte begab er sich zurück in sein Büro um noch den letzten Schliff der Arbeit zu erledigen. Es war nicht mehr viel zu machen, weshalb es sich mit heute Abend sehr gut ausgehen würde um diese abzuschicken, sodass die anderen Abteilungen schließlich weiter daran arbeiten konnten. Es war wichtig gewesen, dass jede Person ihren Zeitplan einhielt und dies galt auch für den Boss persönlich. Wenn er seine Projekte nicht erledigte, würden die anderen nicht weiterkommen und somit würde alles den Bach untergehen und Yashiro hatte lange gebraucht um all dies aufzubauen, somit auch keine Lust gehabt wieder alles zu verlieren. Der Job war, wenn er es streng genommen sah, alles was er hatte. Es gab sonst nichts mehr was ihn hielt. Masako hatte ihn ja schlussendlich auch verlassen.
      Während er arbeitete war es auch typisch gewesen sich immer wieder eine Zigarette anzuzünden. Auch dieses Mal ließ es sich nicht vermeiden weshalb er das Feuerzeug nahm, welches bereits griefbereit lag, das Fenster öffnete um den Zigarettengeruch rauszulassen, sie anzündete und sich auf die Arbeit konzentrierte als es plötzlich an der Türe klopfte und Rina meinte, dass das Essen fertig sei er aber alleine essen müsse, da sie bereits mit einer Freundin speiste. Warum sagte sie das einfach so durch die Türe anstatt diese zu öffnen? Er biss doch nicht. Andererseits war es ihm eigentlich auch nur recht so, denn so würde er wenigstens keine lange Konversation führen müssen. Was sollte er auch mit ihr besprechen? Wie ihr Tag war? Wer war ihre Freundin? Was ihre Hobbys sind? Was sie gerade studierte, all dies? Warum sollte ihn das überhaupt interessieren? Sie war in seine Welt gekommen und nicht umgekehrt. Andererseits war er auch dafür dankbar gewesen, wenn sie ihn ebenfalls in Ruhe ließ. Noch bevor er sich ans Essen machte, brachte er die letzten Ergebnisse fertig, schrieb alles in eine Mail und sendete alle Entwürfe ab an die nächste Abteilung. Danach drehte er den Laptop ab, drückte die fast fertige Zigarette im Aschenbecher aus und begab sich nach draußen ins Ess-Wohnzimmer wo das Essen schon am Tisch bereit stand. Es sah wirklich lecker aus, so als hätte sie sich mit Absicht soviel Mühe gemacht was aber in seinen Augen gar nicht notwendig war. Nicht, weil er nichts Gutes essen wollte...eher, weil er es in seinen Augen nicht notwendig hatte so bedient zu werden. Er hasste es wenn sich jemand wegen ihm solche Mühe machte. Wofür denn? Es blieb so oder so nie jemand an seiner Seite, daher versuchte er es gar nicht mehr sich anzustrengen oder jemanden in seine Welt zu lassen. Sobald er sich öffnete, wurde er so oder so nur enttäuscht. Seit er all dies verschloss, ging es ihm deutlich besser und so würde es auch bleiben. Dennoch sollte er vielleicht alles essen um ihr damit zu zeigen, dass es gut schmeckte. Daher zog er den Stuhl ein wenig zurück um sich zu setzen und begann zu essen. Irgendwie war es doch merkwürdig gewesen alleine hier zu sitzen während man wusste, dass im Gästezimmer jemand war. Zu seiner Verwunderung war es auch ziemlich ruhig geworden. Legte sie sich etwa schon schlafen? Es war doch erst 20.25 Uhr gewesen? Hatte Masako ihm eigentlich die Zeiten mitgeteilt, wann sie ihre Medikamente nehmen sollte? Wirklich erinnern konnte er sich ehrlich gesagt nicht. Aber vermutlich würde Rina schon selbst darauf achten. Dennoch sollte er vielleicht Masako schreiben bevor er ihren leblosen Körper hier irgendwo fand. Yashiro nahm ein Handy in die Hand, rief Masako's Nummer auf und fing an eine Nachricht zu schreiben, welche nach ein paar Minuten abgeschickt wurde.

      "Hallo Masako,
      bezüglich deiner Schwester...gibt es bestimmte Zeiten wann sie diese einnehmen muss, oder einfach untertags?

      Yashiro"


      "Live your Life......you only have this one chance !"
    • Während Rina sehr schnell in das Land der Träume abgedriftet war, erhielt Masako später am Abend noch eine Nachricht. Ein Lächeln stiel sich auf ihre Lippen. 'Er macht sich ja doch Gedanken', dachte sie sich beim Lesen seiner SMS. Sie war erleichtert von dem Umstand, dass er von sich aus Fragen zu ihrer Schwester hatte und sie nicht nur wie einen Geist behandelte. Wenn es danach ginge, hätte Rina auch alleine leben können. Allerdings brauchte sie aufgrund ihrer Verpeiltheit einfach jemanden an ihrer Seite, der sie hin und wieder ans Essen und an ihre Medikamente erinnerte. Sie mochte zwar recht zuverlässig gewesen sein, aber sie besaß nicht allzu viel Selbstfürsorge, was vor allem ihre ältere Schwester beunruhigte. Sollte Rina eines Tages alleine leben und in ihrer Wohnung zusammenbrechen, würde es erstmal niemand mitbekommen. Und vor allem, was geschah, wenn sie sich beim Sturz eine schwere Kopfverletzung zuzog? In solchen Momenten war es wichtig, dass man schnell handelte und das würde nur klappen, wenn man sie auch rechtzeitig fand und Rina nicht schon einen halben Tag bewusstlos auf dem Boden lag.
      Natürlich waren das alles Horrorvorstellungen von Masako, die so nur selten vorkamen, aber es passierte trotzdem und sie machte sich gerade deswegen unendlich viele Sorgen um ihre kleine Schwester. Es war schon immer so gewesen, dass Rina viel von Masakos Aufmerksamkeit verschluckte, doch das störte die Ältere keinesfalls. Sie blühte in der Rolle der älteren Schwester auf und mochte es, sich um ihre Kleine Schwester zu kümmern und so würde es wohl auch für immer sein. Rina war einer der wichtigsten Menschen in ihrem Leben und Masako würde alles dafür tun, ihre kleine Schwester in Sicherheit zu wissen.

      "Hey, Shiro ;3
      Normalerweise nimmt Rina drei ihrer Tabletten morgens vor oder mit dem Frühstück. Abends um halb acht nimmt sie noch zwei weitere und wenn sie krank ist, noch die, die ihr der Arzt verschrieben hat. Aber fest in ihrer Routine sind drei morgens und zwei Abends. Sie hat ein wenig Spielraum mit den Zeiten, aber am besten klappt für sie, nach oder während des Abendessens. In den letzten Wochen hat sich für sie halb neun eingependelt, da sie dort am wenigsten Nebenwirkungen verspürt. Sie stellt sich eigentlich immer einen Wecker, aber manchmal überhört sie den.
      Danke für deine Nachfrage x3

      -Masako~"

      Wenige Minuten nachdem Yashiro die Nachricht erhalten hatte, ertönte aus der Geraderobe das Klingeln eines Weckers. Rinas Handywecker, der sie daran erinnern sollte, ihre Medikamente einzunehmen. Allerdings hatte das Mädchen vergessen, ihr Handy aus der Jackentasche zu nehmen, weshalb sie das Klingeln in ihrem neuen Zimmer nicht hören konnte und seelenruhig weiterschlief.
      Nichts kann tiefer verletzen als Wortlosigkeit, nichts kann mehr verwirren als Sprachlosigkeit, lieber komme ich im Chaos des gesprochenen Wortes um, als in der schreienden Stille von endlosen Gedanken…
    • Auch wenn er dies nur Masako zu Liebe tat, musste der schwarzhaarig dennoch zugeben, dass es ihn ein wenig nervte sich auch noch darum kümmern zu müssen. Sie war doch ein großes Mädchen, was also war das Problem in ihr gewesen, dass sie es einfach nicht schaffte daran zu denken ihre Medikamente oder Essen einzunehmen? Er war doch selbst schon ein erwachsener junger Mann und schaffte daran zu denken, auch wenn er manchmal zu tief in der Arbeit mit seinen Gedanken steckte. Der Magen würde sich eh schon melden wenn es Zeit wurde zu essen. Daher kam es auch schon oft vor, dass Yashiro hier und da mal um Mitternacht seine Speisen zu sich nahm.
      Um sein Versprechen aber einhalten zu können, fragte er zur Sicherheit nach ob es fixe Zeiten gäbe an der sie ihre Medikamente einnehmen müsse. Da er sonst niemanden mit solch einer Krankheit hatte, kannte er sich natürlich nicht so wirklich damit aus. Das Einzige was er wusste war, wenn man eine Grippe hatte oder sowas in der Art, dass man zum Arzt gehen sollte und dieser sagte dann so oder so jemanden was zu tun war. Yashiro war jetzt nicht gerade der Typ Mann der oft krank wurde. In den letzten Jahren kam dies sogar ziemlich selten vor, wenn er daran zurückdachte. Verwunderlicherweise kam auch schon rasch eine Nachricht von Masako retour, nachdem er seine abgeschickt hatte, und las sich diese auch gleich durch. Sie musste insgesamt am Tag 5 Tabletten nehmen? "Wenn, stirbt sie nicht an Vergesslichkeit der Tabletten zu nehmen sondern eher an einer Überdosis, wenn du mich fragst" antwortete er eher mehr zu sich selbst zurück als was er das ihrer großen Schwester schreiben würde. 5 Tabletten waren doch etwas heftig in seinen Augen aber Masako würde schon wissen was für ein Arzt und was das Beste für Rina sein würde.
      Gerade als er dabei war die Nachricht zu beantworten, hörte der schwarzhaarige plötzlich ein Klingeln aus dem Vorzimmer. Zuerst dachte er, dass vielleicht jemand unten läuten würde aber wer sollte dies schon machen? So gut wie Masako wusste eigentlich keiner wirklich wo er wohnte? Als er sich dann zum Vorzimmer begab, horchte er, dass das Klingeln aus einer der Jackentaschen kam. Besser gesagt aus Rina's Jacke. War das etwa ihr Wecker gewesen? Masako erwähnte ja, dass sie die Medikamenten in den letzten Wochen am Abend auf halb neun eingespeichert hatte und als sein Blick auf die Uhr an der Wand ging, zeigte diese gerade Punkt halb neun. Eigentlich war das nicht sein Ding gewesen einfach in die Sachen von anderen zu greifen aber hier war es was anderes. Daher holte er das Handy aus der Tasche, drehte den Wecker ab und begab sich dann schon zum Zimmer von seinem kleinen Bruder, klopfte an der Türe, doch kam keinerlei Reaktion. Also klopfte er erneut, doch wieder keine Reaktion. "Das auch noch" kam es kühl aus ihm heraus und öffnete langsam die Türe um zu sehen ob sie überhaupt von seinem Klopfen wach wurde. Anscheinend dürfte sie noch schlafen als er sie im Bett erblickte. Mit einem Seufzer ging er zu ihr rüber und legte seine Hand auf ihre Schulter um sie ein wenig wach zu rütteln. "Rina...aufwachen. Es wird Zeit für deine Medikamente" kam es weiterhin kühl aus ihm heraus. "Komm schon, aufwachen. Dein Handy hat draußen geklingelt" meinte er noch bevor er das kleine Gerät auf das Nachtkästchen neben dem Bett legte.


      "Live your Life......you only have this one chance !"