Traum oder Wirklichkeit [Glaskatze & Sayo]

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    • Traum oder Wirklichkeit [Glaskatze & Sayo]

      Hier geht es zur Vorstellung.


      Nach dem ein junger Mann unerwartet einen Brief erhält, welcher
      eine Einladung beinhaltet, macht er sich dem Mysterium dieser
      Einladung auf die Spur.
      Eigentlich sollte ihn eine im Brief erwähnte Party empfangen, doch das
      einzige was der junge Mann auffindet ist ein heruntergekommenes, völlig
      zerstörtes Anwesen mitten im Wald.
      Noch bevor er überhaupt wieder umkehren kann, hat ihn die Dunkelheit des
      Ortes eingeholt. Die Angst treibt ihn dazu, nicht auf seinen Weg zu
      achten, er stürzt gefährlich und kurz darauf fällt er in Ohnmacht.
      Es dauert einige Zeit ehe der junge Mann wieder aus seiner
      Bewusstlosigkeit erwacht. Plötzlich ist er von einem ihm unbekannten Raum
      umgeben, es ist düster und kalt, doch er ist nicht allein.
      Ein anderer Mann ist bei ihm und erklärt ihm die unschöne Situation.
      Sie beide sind Gefangene, doch ihren Entführer kennen sie nicht. Ebenso wenig kennen sie dessen Welt...
      Die beiden Männer wurden in eine Welt gebracht, die einzig und allein durch ihr eigenes Bewusstsein gesteuert wird.
      Und irgend etwas in dieser Welt, nährt ihr Bewusstsein mit grausamer Angst, Verzweiflung und Horror.
      Es stellt sich schnell heraus das die beiden Männer nicht grundlos in
      diese seltsame Welt gebracht wurden, denn sie beide sind keine normalen
      Menschen.
      Während dem Mann, der schon länger in der Welt des Horrors gefangen
      ist schon lange bewusst ist, was genau er für eine Kreatur sein mag,
      so wird es dem Neuankömmling erst mit den Aufgaben, die die beiden
      zu bewältigen haben, klar:
      Sie sind nicht normal und trotzdem wollen sie einen Weg finden, um zurück in die normale Welt zu gelangen.

      Der neue (Juri Sokolow) = @Glaskatze
      Der andere Mann (Tae Manji) = @Sayo
    • „Ah, scheiße!“, Juri fuchtelte wild mit der Hand vor seinem Gesicht herum und spuckte. Ew, er war mitten in ein Spinnennetz gelaufen.
      Was hatte er sich nur dabei gedacht? Warum war er dem Brief überhaupt gefolgt? Und warum, verdammt nochmal, war er dann in dieses gruselige, mitten im Wald stehende Haus gegangen? Er kam sich vor, wie der dumme Nebencharakter in einem Horrorfilm, der zuerst starb, weil er…naja, dumme Entscheidungen traf.
      Er war einfach zu neugierig. Das düstere, halb zerfallene Haus hatte ihn furchtbar gereizt.
      „Bist du sicher, dass du da reingehen willst?“, hatte der Taxifahrer gefragt und ihn angesehen, als sei er bekloppt.
      Juri hatte ihm das Geld praktisch zugeworfen und „Aber sowas von“, gesagt, während er die Autotür schon hastig hinter sich zugeknallt hatte.
      Bis jetzt war das Haus genau das, was es von außen versprochen hatte. Alt, modrig und vor alllem gruselig.
      An jeder Ecke knarzte und knackte es, er meinte einmal, Füße über den morschen Boden huschen gehört zu haben und die staubverhangenen Fenster schienen kein bisschen Licht hereinzulassen.
      Juri schluckte. In seinem Nacken machte sich das Gefühl breit, dass ihn jemand beobachtete. Flüchtig warf er einen Blick über die Schulter, aber dort war nichts. „Okay. Vielleicht musst du nicht verstehen, was hier los ist.“, murmelte er zu sich selbst, um die gespenstische Stille zu füllen. „Irgendjemand hat sich einen Scherz mit dir erlaubt.“
      Ein zitternder Atemzug füllte seine Lungen. Die Luft roch alt und abgestanden. „Nicht alle Geheimnisse müssen gelüftet werden.“, beschloss Juri. Schnell machte er auf dem Absatz kehrt und eilte auf den langen, dunklen Flur hinaus. Da, am anderen Ende, war die Tür, durch die er dieses Horrorhaus betreten hatte und durch die er es in wenigen Sekunden auch wieder verlassen würde.
      Aber es kam anders als geplant.
      Eine Tür schwang quietschend auf. Dunkelheit fiel aus dem Spalt in den schon düstern Flur. Eine Schwärze, die alles zu verschlucken schien. Wie konnte das sein?
      Juri warf einen sehnsüchtigen Blick zu der Eingangstür, dann blieb er auf halber Strecke stehen und wagte einen neugierigen Blick in die tiefe Schwärze hinter dem Spalt. Nichts. Absolute Schwärze war alles, was ihn erwartete.
      Nocheinmal sah Juri über die Schulter zu der Eingangstür. Er konnte das alles jetzt und hier beenden, einfach durch die Tür in den Wald, ein Taxi rufen und nach Hause fahren. Das alles wäre niemals passiert.
      „Fuck it.“, murmelte er, drückte auf den Taschenlampenknopf seines Smartphones und betrat den pechschwarzen Raum.
      Seltsamerweise blieb der Raum, trotz seines Lichts, schwarz. Verwundert trat er einen Schritt vor, aber da war kein Boden. Nichts, was seine Füße hätte tragen können und plötzlich fiel er. Die Dunkelheit schien sein Bewusstsein zu umschlingen.

      Als Juri erwachte, empfing ihn erneut Dunkelheit. Langsam blinzelte er und starrte an die karge Decke eines düsteren Raumes. Immerhin war es nicht komplett schwarz.
      Sein Körper lag auf einem kühlen Boden.
      Verwirrt richtete Juri seinen Oberkörper auf und sah sich um. Noch verwirrter stellte er fest, dass er nicht allein war.
      Ein anderer junger Mann befand sich in dem Raum. Sofort fielen Juri seine Augen und die Narben in seinem Gesicht auf. „Was zum –“, Juri stockte. „Bist du der Gastgeber?“, fragte er dann und fasste sich mit der rechten Hand an die Schläfe. Sein Kopf schmerzte ein wenig.
      Was war das hier für eine seltsame Party? Gab es irgendwo versteckte Kameras?
      nur, weil du nicht paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind.
    • Tae ging durch die dunklen Zimmer und seufzte.
      Was ein langweiliger Tag, ein Tag wie jeder andere. Hoffentlich fand er heute etwas, was man essen konnte. Er überwand die Stelle mit dem Käfer und konnte sich in einen Sicheren Raum flüchten.
      "Nichts denken.. nichts..."
      Er sah zu dem Menschen vor ihm und tippte ihn an. Lebte er noch?
      Es war einer der wenigen Normalen Räume, wo man sich nichts einbilden konnte.
      "Er muss echt sein, das ist klar.."
      Als er sah das sich draußen alles mit Wasser füllte, welches aber nicht in den Raum kam seufzte er.
      "Wasser also?"

      So setzte er sich hin und lächelte. Er musste warten. Warten bis der andere aufwachte. Zu fragen, welcher Tag heute war, welches Jahr und wie er hergekommen war. Warum, er hergekommen war.

      Es dauerte nicht allzu lange bis dieser wach wurde und Tae fragte ob er ein Gastgeber war. Gastgeber? Was hatte er hier erwartet? Eine Party?
      Tae konnte sich ein leichtes lachen nicht unterdrücken und schüttelte den Kopf.
      "Nein, ich bin kein Gastgeber. Ich bin hier schon ewig.. Sag, wie heißt du.. warum bist du hier und, auch wenn es für dich merkwürdig klingen mag.. Kannst du mir das Datum sagen?"

      Tae drückte sich vom Boden ab und achtete genau auf sein Gegenüber. Würde er ihn angreifen, könnte er ihn stoppen, je nach Reaktion, musste er sich anders entscheiden.
    • Juri verstand die Welt nicht mehr und tastete mit seinen Händen seinen Kopf ab. Der schien jedoch unversehrt und bis auf das leise Wummern hinter seinen Schläfen ging es ihm gut.
      Der weißhaarige lachte kurz, als hätte Juri einen Witz gemacht.
      Dahin schwammen seine Hoffnungen, dass es sich bei ihm um den geheimnisvollen Gastgeber handelte, was er auch gleich verneinte.
      Okay, was ging hier ab?
      „Du bist schon ewig hier?“, wiederholte Juri ihn und verstand nicht. Haare raufend sah er sich um und beantworte dabei die Fragen des Typens: „Ich bin Juri und äh-“, eine kurze Pause, „es ist der 20. Mai 2022.“
      Der andere erhob sich und schien Juri zu beobachten, als warte er auf etwas. „Hab ich was im Gesicht?“, fragte Juri und fuhr sich mit der Hand über Nase und Mund.
      „Äh, sag mal - wo zum Teufel sind wir hier?“ Sein Blick glitt noch einmal durch den kargen Raum. „Und wo sind die anderen Gäste?“ Perplex saß Juri noch immer auf dem Boden herum und lehnte seinen Rücken gegen die kalte Wand. „Und wer bist du eigentlich?“
      nur, weil du nicht paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind.
    • Tae seufzte und hatte mit solch einer verwirrenden Art des Gegenübers gerechnet.
      "Tja, erstmal.. freut mich dich kennenzulernen, ich bin Tae.. So beginnt man normalerweise ein Gespräch vernünftig."
      Dann ging er zur Tür und berührte das Wasser.
      "Hast du angst vor Wasser?"
      Er hörte dann weiter zu und rechnete nach.
      "Wow.. ich hab echt schon lange in dem DING hier überlebt.. Jetzt werden es ja schon 7 Jahre.. und es klingt, als hättest du eine Party erwartet, he.. Sorry kleiner, aber da muss ich dich enttäuschen, ich versuch seit ich hier gelandet bin, wieder raus zu kommen. Das wo wir hier sind ist wie ein Labirinth und verändert sich irgendwie jeden Tag. Ich schaffe es zu überleben, weil es hier sichere Räume gibt und dort ab und an etwas Essbares zu finden ist. Etwas zu Essen habe ich hier nicht gefunden, aber.. immerhin eine lebende Person, mal was neues, von den Leichen und Knochen die man sonst hier so findet."

      Dann drehte er sich wieder um und ging auf den anderen zu. Er umkreiste ihn, ging dann vor ihm in die Hocke und lächelte.
      "Ich hoffe mal, das man mit dir gut auskommt, wenn nicht und du dich als Arschloch herausstellst, kannst du baden gehen."
      Da sein Gegenüber vermutlich noch nichts wusste, wollte er testen, wie gut er sich aus kannte. Außerdem war es ihm wichtig zu wissen wie er so drauf war und ob man sich auf ihn verlassen kann. Das wäre hier mal so etwas besonderes, nicht immer alleine zu sein.
    • Unter normalen Umständen tat man das vielleicht - aber langsam begriff Juri, dass das hier ganz klar keine normalen Umstände waren.
      Dennoch überging er die Bemerkung des anderen. Wo auch immer er hier war, Juri hatte nicht vor, sich bei dem einzigen Menschen weit und breit unbeliebt zu machen, indem er einen unqualifizierten Kommentar abließ.
      Verwirrt sah Juri zu, wie Tae zu der Tür des Raums ging. Erst jetzt fiel ihm auf, das dort Wasser von den Wänden tropfte.
      War das Dach hier nicht dicht? „Ähm. Nicht…direkt?“, beantwortete er die Frage nach seinen Ängsten. Er war zwar eine ziemlich aufgeschlossen Person, aber ganz bestimmt würde er einem fremden nicht gleich anvertrauen, dass er nicht schwimmen konnte und als Umkehrschluss daraus Angst vor tiefen Gewässer hatte. „Wieso ist das wichtig?“
      Verwundet lauschte Juri dem, was Tae von sich gab. Das…ergab keinen Sinn. Labyrinth? 7 Jahre? Hä, was?
      …LEICHEN?
      Jetzt war Juri nicht mehr nur verwirrt, was mittlerweile eine Dauerzustand zu sein schien, sondern auch, milde gesagt, etwas beunruhigt. „Warte, was?“, fragte er. „Das ist ein Witz, oder?“
      Perplex beobachtet er dann, wie Tae auf ihn zukam und ihn umkreiste, bis er sich schließlich vor ihm niederkniete. Seine ungleichen Augen befanden sich genau auf einer Höhe mit Juris. Wow, cool.
      Dennoch runzelte Juri die Stirn. „Ich glaube, ich bin ganz okay.“, gab er dann langsam von sich. Tae schien schon zu ahnen, dass Wasser ihn verunsicherte. Woher wusste er das?
      nur, weil du nicht paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind.
    • Der junge Mann achtete ganz genau auf die Reaktion von dem Fremden vor ihm.
      "Gut, du kennst dich wirklich nicht aus."
      Er stand auf und verschränkte die Arme.
      "Ich denke ich sollte dir mal ein paar Kleinigkeiten hier erklären."
      Seufzend ging er zurück zu dem Ausgang und atmete tief durch. Da er sich nicht sicher war ob er wirklich nur das Wasser bekam oder gleich noch andere Freunde auf seinem Arm saßen.
      So blieb er eben da wo er vorher war stehen und streckte seinen Arm in dieses Wasser. Wenn man genau hinsah, tropfte es nicht nur es wirkte als wäre man komplett unter Wasser und vor dem Ausgang eine unsichtbare Wand weshalb es nicht herein lief.
      "Schau mal.. Da ist überall Wasser.. Das war bevor du hier warst nicht da. Die Gänge und alles außerhalb der Räume, wird von unseren Gedanken und Ängsten Gesteuert. Da hier überall Wasser ist, war mein Gedanke natürlich sofort, das du davor angst haben musst..."
      Er zog den Arm zurück und sofort saß eine 30 cm große Spinne auf seinem Arm. Ein lauter Schrei durchdrang den Raum und so wich er von dem Anblick zurück, was dazu führte das er auf dem Boden saß. Kaum wäre die Spinne im Raum gewesen, verpuffte sie und er atmete erleichtert aus.
      "Meine Fresse..."
      Er stand wieder auf und klopfte sich ab.
      "Jedenfalls... Was auch immer ist, die Räume wo wir gerade sind sind sicher. Nicht was wir sehen oder finden sollten, kann hier rein. Es verschwindet sofort. Wie du gerade an der Spinne gesehen hast. Ach und das Wasser, man kann es zwar trinken, aber in den Räumen wo es verschwindet, taucht das Durstgefühl wieder auf. Da es nur eine Illusion war. Soweit mal du dem... Ort wo du jetzt angekommen bist. Und jetzt, erzähle mir mehr über dich."
    • Ähm. Womit sollte Juri sich denn auskennen?
      Eigentlich war er der Meinung, von Partys relativ viel Ahnung zu haben, aber ihm dämmerte langsam, dass er hier wohl wirklich keine Party erwarten konnte. Zumindest nicht die Art, die keine…Leichen miteinschloss. Und diese Art war nicht die Party, die er normalerweise frequentierte.
      In was für einem Horrorfilm war er hier gelandet?
      Tae erhob sich wieder und setzte dazu an, Juri ein paar ‚Kleinigkeiten‘ zu erklären. Kleinigkeiten war dabei eine etwas lose Bezeichnung, wie Juri fand, wenn das alles stimme, was der andere da so von sich gab.
      Ein wenig dröhnte Juri der Kopf bei den ganzen Informationen. Er sah zu, wie Taes Arm in dem Wasser außerhalb des Türrahmens verschwand. Ein Schauder lief über seinen Rücken. Anscheinend hatte er beim ersten Mal nicht richtig hingesehen. Es tropfte an der Tür nicht nur, dahinter schien ein ganzer Ozean zu sein. Ungläubig weiteten sich Juris Augen.
      Taes folgende Worte kamen bei ihm nur noch halb an, er war zu sehr damit beschäftigt, nicht in Schnappatmung auszubrechen. Die tiefe des Wassers machte ihn Nervös.
      Ein Schrei riss ihn jedoch aus seiner Schockstarre. Tae stolperte zurück und landete auf dem Boden, während eine Spinne von seinem Arm fiel und auf dem Boden verpuffte.
      Was zum Teufel…?
      Langsam stand Juri nun ebenfalls auf, er hatte das Bedürfnis, sich zu bewegen. Den Staub an seinen Klamotten beachtete er dabei gar nicht. Unauffällig rückte er ein paar Schritte weiter in den Raum hinein, weg von der offenen Tür und dem, was sich dahinter befand. Er zwang sich, Tae anzusehen und tief durchzuatmen.
      Was Tae da so von sich gab, klang super verrückt. Andererseits war die Einladung schon seltsam gewesen, ganz zu schweigen von dem seltsamen Geisterhaus, in dem er eben noch herumgeirrt war. Langsam driftete sein Blick wieder zu der Tür.
      Jetzt wo Tae mit seiner Erklärung fertig war und Juri den ersten Schock überstanden hatte, war er vor allem neugierig.
      „Juri, 21 Jahre. Ich mag Kaffee.“, sagte er beiläufig. Seine Aufmerksamkeit war auf etwas ganz anderes gerichtet. Langsam Schritt er zu dem Plätschern des Wassers hinüber. „Und ich hasse Wasser.“
      Sein Finger berührte zögernd das trübe Wasser hinter der Tür. Tatsächlich fühlte es sich nass an. Zitternd zog er die Hand zurück und ging rückwärts ein paar Schritte zurück. „Scheiße.“, murmelte er. „Und wie kommen wir hier raus?“, fragte er dann. Sein Blick war noch immer auf den Ausgang gerichtet, ganz so, also fürchtete er, dass Wasser würde sich einen Weg in den Raum bahnen, wenn er es aus den Augen lassen würde.
      Was für eine verrückte Scheiße. Wo war er da nur reingeraten.
      nur, weil du nicht paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind.
    • Tae beobachtete den neuen ganz genau, als er aber dann tatsächlich aufstand und sich etwas bewegte war er beeindruckt. Er selbst hatte damals mindestens Eine Stunde gebraucht um überhaupt aufzustehen und zu versuchen sich der Gefahr der Gänge auszusetzen.

      "Wow, nicht schlecht."

      Das konnte er sich nicht unterdrücken als er dann wirklich auch das Wasser berührte. Das er das blaue Nass hasste, hätte er sicherlich nicht erwähnen müssen, das war leider ZU offensichtlich.

      "Juri also, nett dich kennenzulernen kleiner."

      Dann sah er sich um und seufzte.

      "Erstmal, mutig bist du immerhin schonmal. Das du schneller auf den Beinen bist und zum Türrahmen gehst wie ich zeigt mir genug, das man mit dir was anfangen kann. Zu deiner Frage jedoch.. Ich hab wahrlich Keine Ahnung.. Ich weiß einen Raum, der nicht so weit von dem Entfernt ist, da kommt man schnell hin, aber mit dem Wasser... Wie gesagt, es wird von den Gedanken gesteuert, wenn du dich ein bisschen bemühst, es mehr zu.. Aktzeptieren, du musst es nicht lieben oder so.. aber.. vielleicht, das das Meer vor uns wenigstens nur so ist, das wir wenigstens Atmen könnten, wäre sehr von Vorteil, dafür versuche ich uns keine 4 m Spinnen oder Käfer zu erschaffen."

      Schnaubte er dann und ging dann aus dem Raum um zu sehen wie schlimm das Wasser war. Es waren einige Wasserläufer unterwegs, die nicht so angenehm waren, zu mal sie über ihm waren und das hasste er noch mehr. Das gute, die Phisik scheint hier anders zu sein, als im normalen Wasser, man konnte sich normal Fortbewegen, das war immerhin schon mal etwas. Ob das so bleibt war eine andere Frage. Jenachdem was sich sein neuer Kollege ausdenkt.
      So kam er wieder in den Raum und sofort waren seine Klamotten komplett trocken.

      "Das wusste ich auch noch nicht. Interessant."

      Er klopfte sich ab und verschränkte die Arme.

      "Jetziger Stand, man kann normal laufen und so.. Daher, wäre das immerhin etwas.. Was sich ändert.. Kann ich halt nicht sagen. Mir ist echt schon alles über den Weg gelaufen, was sich in meinem Kopf abgespielt hat, ist nicht so schön, darum... Hoffen wir mal das wir nicht plötzlich von einem Typen mit Kettensäge verfolgt werden, wenn wir es raus schaffen. Ansonsten.. Ich suche wie gesagt seit Jahren einen Ausgang. Immer wieder hieß es nur in Hinweisen, alleine wirst du scheitern, hoffe auf Freunde. Daher hoffe ich echt mal rauszukommen. Könntest du mir erzählen wie du hier gelandet bist? Vielleicht hilft das?"
    • Juri war mittlerweile so weit von der Tür zurückgewichen, dass er mit Tae auf einer Höhe stand. „Ja…nett.“, wiederholte er und legte seinen Kopf schief. Sein Blick schweifte für einen Moment von der Tür zu Tae, der Hauch eines schiefen Grinsens breitete sich auf seinen Lippen aus. „Auch wenn mir andere Umstände lieber gewesen wären.“
      Länger als für die Dauer dieses Satzes konnte Juri seinen Blick jedoch nicht von der Wasserfront hinter der Tür losreißen. Misstrauisch verengte er die Augen.
      Als mutig würde er sich nicht bezeichnen. Neugierig war das treffendere Wort. Der Fluss der Strömung und das feuchte Glitzern hinter dem Türrahmen sorgten dafür, dass Juris Hände feucht und seine Stirn klamm wurde, aber er konnte einfach nicht anders als sich davon zu überzeugen, ob Tae die Wahrheit gesagt hatte.
      Deswegen war er zu dem Wasser gegangen, nicht aus Mut. Aus Neugierde. Irgendwann würde ihn das nochmal in Teufelsküche bringen.
      „Okay.“ Juri wandte den Blick nun endgültig von dem unheilvollem Nass ab und konzentrierte sich auf Tae und seine Worte. „Wenn es stimmt, was du sagst und wir das alles hier“, mit einer ausladenden Handbewegung deutete Juri auf ihre Umgebung „mit unseren Gedanken kontrollieren…Können wir uns dann nicht einfach einen Ausgang denken?“
      Das lag doch auf der Hand, oder? Wenn Tae die Wahrheit sagte – und hey, im Zweifel war Juri immer für den Angeklagten – dann müsste das doch möglich sein. Die Idee war so simpel aber genial, dass sich ein siegreiches Grinsen auf Juris Lippen ausbreitete. Ha, da sollte nochmal jemand sagen, er war kein guter Problemlöser!
      Bei den nächsten Worten über die vier Meter großen Spinnen verzog Juri angewiedert das Gesicht. Alleine die Vorstellung ließ seine Haut kribbeln. Hastig wischte er sich mit den Händen über die Arme. „Bitte nicht.“
      Spinnen und Krabbeltiere waren nichts, was er besonders fürchtete, aber welcher Mensch, der bei Sinn und Verstand war, fand eine vier Meter große Spinne schon cool? Juri sicher nicht.
      Im nächsten Moment schritt Tae auf die Tür zu. „Du kannst doch nicht –“
      Entsetzt weiteten sich Juris Augen, er wollte nach dem Handgelenk des anderen greifen, überzeugt davon, dass er in den sicheren Tod rannte, verpasste aber den Moment. Tae schlüpfte durch den Türrahmen in das nasse blau dahinter.
      Juri schnappte nach Luft und erwartete, dass eine Strömung Tae mitreißen und in den dunklen Tiefen des Wassers für immer verschwinden lassen würde. Ein falscher Schritt, eine Unachtsamkeit und das kühle Nass würde nicht zögern, Tae zu sich zu holen.
      Nein nein, halt!
      Er musste an Ponys und Blumenwiesen denken. Wenn es stimmte, was Tae gesagt hatte, war er sonst am Ende noch dafür verantwortlich, wenn er von einer Riesenwelle davon geschwemmt wurde.
      Vor seinem inneren Auge entstand das Bild einer trockenen Wüste. Die Sonne brannte unnachgiebig auf das Kamel herunter, dass über die Dünen schlenderte und dabei schmatzte, als hätte es keinerlei Sorgen.
      Weiter weg von einem Ozean hätten seine Gedanken nicht sein können.
      Als er Taes Stimme vernahm, öffnete Juri seine Augen. Das Kamel röhrte noch einmal zum Abschied, die Wüste löste sich auf und wich dem tristen grau des Betons. Vor ihm stand Tae und klopfte sich … was auch immer von den Klamotten.
      Entgeistert starrte er Tae an.
      Und der Ausdruck der Entgeisterung steigerte sich nur, als er plötzlich etwas von Kettensägentypen faselte. Das konnte er nicht ernst meinen. Kettensäge, ha.
      Um nicht durchzudrehen konzentrierte Juri sich auf das, was er danach sagte. „Okay, dann bin ich also der langerwartete Freund, der dich retten wird.“ Juri zuckte mit den Schultern und grinste schief. „Mit der Rolle kann ich leben.“
      Dann dachte er kurz nach, da Grinsen wich von seinen Zügen.
      „Ich habe eine Einladung erhalten. Richtig altmodisch per Post.“, er stutzte. „Wenn ich jetzt so drüber nachdenke, war nicht mal ein Absender auf dem Umschlag. Er lag einfach in meinem Briefkasten, mit meinem Namen drauf.“ Vorher hatte Juri sich dazu nicht viele Gedanken gemacht. Das der Brief jedoch keine Adresse auf dem Umschlag hatte, hieß, dass wer immer ihn eingeworfen hatte, sich die Mühe gemacht haben musste, dies persönlich zu tun.
      Und, das er wusste, wo er wohnte. Bei der Erkenntnis zog er die Augenbrauen zusammen. Gruselig.
      „Jedenfalls war in dem Brief von einer Party die Rede. Die Adresse war etwas seltsam, aber ich konnte nicht widerstehen.“ Er fuhr sich ratlos durch die Haare und lächelte spitzbübisch.
      „Also habe ich mir ein Taxi genommen, bin zu der angegeben Zeit zu dem angegebenen Ort gefahren und in ein wirklich gruseliges, verlassenes Haus gegangen. Ich dachte erst, mich verarscht jemand…“ Ja, das hatte er wirklich geglaubt. Einer seiner Freunde hatte sich mit ihm einen Scherz erlauben wollen. Wenn es nur so gewesen wäre.
      „In dem Haus gab es nicht viel, aber es war super gruselig. Kennst du das, wenn du die ganze Zeit das Gefühl hast, dich beobachtet jemand? Aber wenn du dich umdrehst, ist da niemand?“ Bei der Erinnerung stellten sich seine Nackenhaare auf.
      „Mir ist das Ganze dann zu viel geworden und eigentlich wollte ich gerade gehen, aber da war diese offene Tür und diese seltsame Schwärze dahinter…“
      Einen Moment hielt Juri unsicher inne. Aber konnte irgendwas von dem, was er nun sagen würde, bekloppter klingen als das, was Tae ihm schon alles erzählt hatte? Wahrscheinlich nicht, also fuhr er fort: „Als ob sie jedes Licht verschlucken würde. Sowas habe ich noch nie gesehen und, äh naja.“ Jetzt lächelte er wieder leicht verlegen. „Ich wollte wissen, was dahintersteckt. Also bin ich den Raum gegangen – was rückblickend genau das dumme Verhalten ist, was jeder Horrorfilmdarsteller immer an den Tag legt – und plötzlich war da einfach…nichts mehr. Nur eine Schwärze, die alles verschluckt hat. Ich hatte das Gefühl zu fallen und das nächste, woran ich mich erinnern kann –“ ein vielsagender Blick durch den Raum „- ist diese nette Behausung hier.“
      Ratlos fuhr sich Juri nochmals durch die Haare und zerzauste sie in dem Prozess etwas. „Kannst du damit was anfangen?“
      nur, weil du nicht paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind.

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