Hüter der Magie [Sarktus_Kun & Glaskatze]

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Hüter der Magie [Sarktus_Kun & Glaskatze]

      Masako Sato
      Masako warf einen Blick auf das kleine rechteckige Teil in ihrer Hand – ein Smartphone. Das Ding erkannte ihr Gesicht und der Bildschirm leuchtete auf. Ein schneller Blick darauf offenbarte ihr, dass es kurz vor neun war. Äußerst praktisch, dieses Teil.
      Sie ließ das Handy wieder in der Bauchtasche ihres Kapuzenpullis verschwinden und zog sich die Ärmel über die Hände. Zu dieser frühen Stunde war es doch noch etwas frisch. Ihr neuer technischer Wegbegleiter hatte ihr verraten, dass es bereits Frühling war. Wenn sie wollte, konnte sie sogar das genaue Datum ablesen. Früher hatte sie immer nach Zeitungen ausschauhalten oder Passanten fragen müssen.
      Dieses Handy war die praktischste Erfindung der letzten Jahrhunderte. Nichtsdestotrotz hätte sie heute früh vielleicht lieber herausfinden sollen, wie sie sich das Wetter anzeigen lassen konnte. Jetzt fror sie, aber seis drum. Masako hatte schon schlimmeres durchgestanden und auf jeden Fall wichtigeres zu tun, als sich über ihre Dummheit zu ärgern.
      Mit großen Schritten eilte sie über den asphaltierten Platz der Universität Tokio auf das eindrucksvolle Gebäude zu.
      Sie hatte nicht die leiseste Ahnung, was genau sie dort erwarte würde, doch um so sicherer war sie sich, dass sie wusste, wer sie erwarten würde.
      Oder auch nicht, denn der Auserwählte wusste nichts von Masako und ihrer Suche. Doch sie konnte es spüren. Sie war dem Auserwählten so nah, wie noch nie zuvor. Er befand sich irgendwo in dem Gebäude, dessen automatische Flügeltüren gerade vor ihr aufschwangen. Ein Strom warmer Luft schlug ihr entgegen, dankbar trat sie ein. Hinter ihr schlossen sich die Türen von allein wieder – gruselig. Fast ein bisschen, als seien sie magisch gesteuert. Aber die Türen waren genauso wenig magisch wie das Ding in ihrer Bauchtasche.
      Masako zog an dem Riemen ihres Rucksacks, der ihr locker über die rechte Schulter hing. Ihr Blick wanderte durch die weitläufige Halle, in der sie sich nun befand. Einige Treppen führten nach oben und das Gebäude schien sich nach hinten raus und zu den Seiten zu erstrecken. Die Universität war riesig.
      Masako atmete hörbar aus. Okay, macht nichts. Das würde es ihr nicht gerade leicht machen, den Auserwählten zu finden, aber sie war so kurz davor. Sie würde sich jetzt nicht entmutigen lassen, nur damit ihr einer der Templer den Auserwählten vor der Nase wegschnappen konnte – nicht schon wieder.
      „Hey, steh‘ nicht so dumm im Weg rum!“ Jemand rempelte sie unsanft von hinten an und eilte an ihr vorbei.
      Plötzlich wurde sie sich der Tatsache bewusst, dass sie wirklich direkt hinter der Tür stehen geblieben war. Sie ging einige Schritte in das Gebäude hinein und achtete darauf, diesmal nicht an einer strategisch dummen Stelle zu stehen. Dann schloss sie die Augen und konzertierte sich. Komm schon, Masako, du schaffst das. Sie holte tief Luft und horchte in sich hinein. Das Ziehen in ihrer Brust wurde deutlicher, je mehr sie sich darauf konzentrierte. Ein schmaler Strang, der leise vibrierte und ihr den Weg wies. Masako öffnete die Augen. Plötzlich wusste sie ganz genau, wohin sie musste. Mit jedem Schritt wurde das vibrieren in ihrer Brust deutlicher. Beflügelt von der Aussicht, ihn zu finden rannte sie schon durch die Gänge der Universität. So lange hatte sie auf diesen Moment gewartet.
      Schließlich blieb sie vor einer schweren Holztür stehen. Das Vibrieren in ihrer Brust kaum noch zu ertragen. Masako holte tief Luft und öffnete die Tür.
      Sie brauchte nur einen Blick, um ihn zu erkennen. Der Auserwählte.
      Er saß ahnungslos auf einem der Plätze im Saal, unwissend der Magie, die ihn umgab. Masako hatte fast das Gefühl, sie mit dem bloßen Auge sehen zu können.
      Viel wichtiger jedoch: Er war unversehrt.
      Schnell überblickte sie den Raum. Es schien ein normaler Hörsaal zu sein. Er war gut gefüllt, jedoch nicht so voll, dass nicht noch einige Plätze frei gewesen wären. Die Studenten tuschelten untereinander, einige waren schon eifrig dabei, sich Dinge zu notieren, obwohl der Dozent selbst noch nicht da war. Keine Templer. Oder zumindest keine, die es bis jetzt gewagt hatten, den Auserwählten anzurühren.
      Und das würden sie auch zukünftig nicht. Masako strich über ihre Haare, zupfte ihr Oberteil zurecht und legte das freundlichste Lächeln auf, dass sie konnte. Dann schritt sie entschlossen auf den Auserwählten zu und deutete auf den leeren Platz neben ihm: „Ist der Platz noch frei?“
      @Sarktus_Kun
      nur, weil du nicht paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind.
    • Takeru Hagiware

      Mit weichen Bewegungen ließ der den Bleistift über das Papier seines Notizbuches gleiten, als tanzte er zu einer Sonate von Mozart oder Beethoven. Es dauerte nicht lange und sein Meisterwerk war fertig. Zu sehen waren Menschen, die sich unterhielten, Spaß hatten, die miteinander lachten.
      Leise, doch hörbar seuftzte er. Wie gerne hätte er wirkliche Freunde, die nicht nur an den Geld seines Vaters interessiert waren. Bisher erlebte er den gleichen Ablauf, wie sich Leute verhalten.
      Erst sind sie freundlich, reden über offensichtliche Interessen, die er hat oder Kleidung, ie er trägt. Dies geht dann soweit, das sie Vorschlagen, das man etwas Unternehmen kann, dann verlangen sie, das man größere und teurere Aktivitäten unternimmt und das Bitte, bleibt schneller auf der Strecke als es einem Lieb ist.
      Eine weibliche Stimme riss Takeru aus seinen Gedanken. Automatisch schloss er sein Notizbuch und und blickte ruckartig hinauf.
      Ein blondes Mädchen stand vor Ihn und lächelte Ihn an.
      Tausend Gedanken schossen Ihn durch den Kopf, wie sollte er reagieren?
      Beruhige dich, sprach er zu sich. Fall nicht schon wieder darauf hinein, schau erstmal, wie sich das ganze weiter entwickelt.
      "Öhm, klar, setzt sich doch", versuchte er so ruhig wie möglich zu sagen.
      Mit einen schnellen Handgriff tzof er seinen Rucksack näher zu sich, um Platz für die Neue zu machen.
      Die ersten Studenten blickten herüber zu den Beiden und fingen schon an zu tuscheln.
      "Was will den so eine von so einem Loser wie Hagiware?", sprach einer etwas lauter zu den Anderen, doch vor allem, das es auch Takeru hören konnte.
      Wut kochte in Ihm hoch, den er aber mit tiefen Atemzügen wieder zu bändigen wusste.
      Kurz blickte er erneut die neue Studentin an.
      "Es ist besser, du bist nicht in meiner Nähe, ich bin nicht gerade ein Glückbringer hier."
      Ohne weiter auf andere zu achten, zog er sich die Kaputze seiner Jacke über den Kopf und machte sich mit seinen Bleistift an ein neues Bild. Er fing an, Gesichtzuüge auf den Bild zu zeichnen, dann Augen und dann den Mund. Auch wenn die Zeichnung erst am Anfang stand, konnte man doch schon erkennen, welches Modell er sich aussuchte für sein neustes Werk.
      Er konnte das Gelächter hören von vereinzelten Personen, vor allem dem, der die Bermkung von sich gab.
      @Glaskatze
    • Masako Sato
      Der Auserwählte hatte offenbar nicht danit gerechnet, angesprochen zu werden. Fast erwartete Masako, dass er erschrocken aufspringen würde, so hastig schlug er sein Notizbuch zu. Ihr geschultes Auge hatte dennoch einen Blick auf seinen Inhalt erhascht. Es war eine Zeichnung gewesen.
      "Was will denn so eine von so einem Loser wie Hagiware?“, kam es plötzlich laut aus den hinteren Reihen.
      Masako drehte sich zu dem Sprecher um. Ein kleiner Junge, in ihren Augen. Auch ihm schenkte sie ein freundliches Lächeln „Offensichtlich mehr als von dir, sonst hätte ich mich ja wohl neben dich gesetzt“
      Die Kälte in ihrer Stimme stand in einem scharfen Kontrast zu ihrer freundlichen Miene. Danach erstarb das Gelächter. Was auch immer der Kerl damit hatte erreichen wollen – damit hatte Masako es im Keim erstickt. Bevor Masako sich wieder zu dem Auserwählten umwandte, bekam sie noch mit, wie ein Typ denjenigen boxte, der den dummen Kommentar abgelassen hatte und ihn auslachte.
      Zufrieden setzte Masako sich direkt auf den Platz, auf dem eben noch die Tasche des Auserwählten gestanden hatte und strahlte dabei solch ein Selbstbewusstsein aus, das es niemand mehr wagte, einen Kommentar abzulassen. Stattdessen vernahm sie nun leises Tuscheln, aber das ignorierte sie gekonnt. Je näher sie dem Auserwählten – Hagiware war wohl sein Name - war, umso schwieriger würde es für jegliche Templer, an ihn heranzukommen.
      Sie selbst stellte ihre Tasche auf den leeren Platz neben sich, damit dieser auch leer bleiben würde. Ihr war es ganz recht, dass die anderen Studenten Hagiware zu meiden schienen. Je weniger Menschen er um sich hatte, umso besser konnte sie ihn beschützen, bis es Zeit war, das Ritual zu vollziehen.
      Bis dahin war es jedoch noch ein langer Weg. Wichtig war nun, dass er ihr vertrauen würde. Da Masako keine Ahnung hatte, in welchem Studiengang oder überhaupt in welchem Kurs sie sich hier befand, beschloss sie, ein anderes Thema zu wählen, um mit dem Auserwählten ins Gespräch zu kommen.
      Alibimäßig entlud sie einen Block und einen Kugelschreiber auf dem Tisch, während sie wie beiläufig sagte: „Mach dir nichts draus, manche Leute sind einfach Schwachköpfe.“ Sie zuckte mit den Schultern. „Mir ist egal, was sie denken. Ich mache mir lieber mein eigenes Bild. Außerdem habe ich genug Glück für uns beide.“ Kurz strahlte sie Hagiware an. Das war nicht einmal gelogen. Im Moment fühlte Masako sich wie der glücklichste Mensch auf Erden – sie hatte den Auserwählten gefunden und er lebte noch. Ihre Suche war beendet.
      Dann deutete sie mit einer Kopfbewegung auf das Notizbuch, in das Hagiware bereits wieder eifrig zeichnete. „Was zeichnest du da?“ Dabei setzte sie ein so entwaffnendes Lächeln auf, dass nicht einmal der Teufel persönlich geahnt hätte, was sie eigentlich im Schilde führte.
      nur, weil du nicht paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Glaskatze ()

    • Takeru Hagiware
      Mit etwas offenen Mund verfolgte Takeru dem Geschehen, er...konnte einfach den Blick nicht abwenden, wie eine ihm fremde Person sich gegen die Anderen stellte. Er glaubte, solch ein Szenario gäbe es nur in Animes oder Filmen.
      Beruhige dich, ermahnte er sich innig.
      Ähnliches erlebte er schon oft in seinen Leben und er allein wusste, wie dies stets ausging.Trotzdem konnte er nicht anders, als dieses Mädchen zu mustern, wie sie sich auf den Stuhl gleiten ließ neben ihn, wie sie mit einem festen Griff ihren Tasche auf den freien Stuhl neben sich stellte. Jeder ihrer Bewegungungen strahlte Entschlossenheit aus, anders als bei den Schwachköpfen, die Takeru sonst umgaben. Woher er dies genau wusste? Eine innere Stimme sagte es ihm, er vernahm sie schon oft.
      Vielleicht war diese Stimme diese Eigenschaft, die ein Psychologen oder Ermittler bei der Polizei brauchte, wer weiß.
      Ein Lächeln huschte über sein Gesicht, als er hörte, das sie sich selbst als Glücksbringer betitelt hatte. Und das Lächeln wurde noch größer, als er ihr Interesse vernahm zu dem,was er gerade tat. Es klang nicht gespielt, es klang rein, fast schon glockenklar
      Pass auf!
      Die Stimme tief in Takeru sprach wieder zu ihm.
      Er kannte diese Stimme nicht und er wusste nicht, seit wann sie da war. Doch bisher hat sie Takeru oft geholfen, falsche Freunde von wahren Freunden zu unterscheiden. Sogar bewahrte sie ihn vor den einen oder anderen Unfall, wie von Geisterhand. Er wollte sich darüber keine Gedanken machen, zu viel negative Erinnerungen aus Horrorfilmen und Horror-Videospielen hafteten daran.
      Takeru bemerkte, das er ein wenig abgeschweift war, den er sah direkt in ihre großen, grünen Augen, die schimmerten wie Edelsteine.
      "Ich..ähm..ich zeichne gerne Sachen, die mich faszinieren.", stammelte er, während er verzweifelt einen Punkt an der Decke suchte, um seinen Blick daran zu heften.
      In Takeru kam sowohl ein warmes, flauschiges Gefühl hoch, als auch ein Grummeln, welches stärker wurde.
      Pass auf dieses Mädchen auf, sie ist nicht, was sie vorgibt!
      Doch Takeru wollte nicht auf die Stimme hören, auch wenn sie wie ein treuer Wegbegleiter für ihn war. Er wollte wirklich glauben, das es einen einzigsten Menschen auf der Welt gab, der ihn, Takeru Hagiware, nicht nur ausnutzen wollte. Ein Mensch, der über sein kindliches Äußeres hinwegsah und den offenherzigen Jungen sah, der er schon die ganzen Jahre war.
      Er atmete tief durch und wandte sich wieder der Neuen zu, er zog seine Kaputze ab, dabei kamen seine roten Haare erneut zum Vorschein.
      "Ich heiße Takeru Hagiware, wie heißt du?"
      Sein Herz klopfte ihm bis zum Hals, bisher hatte er so gut wie gar keine Erfahrung darin, sich mit Mädchen in seinen Alter zu unterhalten.
      Noch bevor er die Antwort hören konnte, dröhnte es in seinen Kopf. Schmerzerfüllt schloss er die Augen und keuchte auf, seine Hände umklammerten seinen Schädel.
      Andere Studenten drehten zu den Beiden um, das Getuschel wurde wieder lauter, man konnte vereinzelte Studenten hören.
      "Schon wieder seine Ticks."
      "Das arme Mädchen,w as muss die von uns denken?"
      "Was für ein Freak, der sollte echt krepieren!"
    • Masako Sato
      Der Auserwählte lächelte sie erst breit an, schien sich dann aber doch mit so viel Aufmerksamkeit überfordert zu fühlen und schaute an die Decke. "Ich..ähm..ich zeichne gerne Sachen, die mich faszinieren.", stammelte er.
      Masako machte ihn nervös. Da war sie sich sicher. Gut.
      Das machte ihn leichter zugänglich. „Oh?“, gab sie von sich. „Und was ist das?“, fragte sie und lächelte weiter unschuldig.
      Im nächsten Augenblick wandte er sich ihr auch schon wieder zu. Das er dafür tief durchatmete und sich selbst zu beruhigen schien, entging Masako nicht. Irgendwie war es niedlich, wie überrumpelt er von ihrer Aufmerksamkeit war. Fast fühlte sie sich geschmeichelt.
      "Ich heiße Takeru Hagiware, wie heißt du?"
      Maskao öffnete den Mund um zu antworten, doch bevor sie auch nur ein Wort rausbekam, schoss ein schmerzverzerrter Ausdruck über Takeurs Gesicht. Er kniff die Augen zusammen und keuchte.
      Es war nur eine Frage der Zeit gewesen. Masako hatte damit gerechnet, dass so etwas passieren würde - die Magie in ihm war wild und ungezähmt. Auch für Takeru war es wahrscheinlich nicht das erste Mal. Aber es war das erste Mal, dass sie hier war, um ihn zu helfen.
      Mit besorgtem Gesichtsausdruck legte sie eine Hand auf seine Schulter. Sie wusste genau, was sie tat, spielte nur nach außen die Unwissende, so dass es für Takeru und alle anderen danach aussah, als würde Masako sich einfach nur Sorgen machen. Gleichzeitig, jedoch, konzentrierte sie sich darauf, das wilde Aufbäumen der Magie in Takeru zu zähmen. Ihre Hand strahlte Wärme aus, die für einen kurzen Augenblick selbst durch Takerus Kleidung spürbar gewesen sein musste, dann nahm Masako wahr, wie sich die Welle von Takerus Magie wieder in ein ruhiges Meer verwandelten. Trügerisch still.
      Ihr blieb weniger Zeit als gedacht. Die Anfälle würden schlimmer werden, wenn sie nicht bald das Ritual vollzog. Kein Mensch konnte über so viel Magie verfügen, ohne daran zugrunde zu gehen. Es sei denn, er ist der Hüter, dachte Masako bei sich. An ihrem Äußeren hatte sich nichts geändert. Noch immer sah sie Takeru aus besorgten Augen an, jedoch gesellte sich ein zaghaftes Grinsen dazu. „Ich wusste, dass ich heute Morgen zu viel Parfüm benutzt habe.“, scherzte sie. Die dummen Kommentare der andere Studenten ignorierte sie einfach. Wenn es nach ihr ginge, würde sie diese Menschen ohnehin bald nie wieder sehen.
      nur, weil du nicht paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind.
    • Takeru Hagiware

      Immer weniger nahm Takeru von seiner Umgebung wahr, nur der Schmerz und die Dunkelheit vor seinen inneren Augen waren present.
      Er verfluchte diese Anfälle zutiefst, kein Arzt konnte ihm dabei helfen. Weder konnten sie sagen, woher sie im Körper kamen, noch konnten sie sagen, welche Ereignisse oder äußeren Einflüsse diese Anfälle auslösten. Nur in einem war sich Takeru bewusst: Durch diese Anfälle wirkte er auf andere wie ein Freak und das hasste er abgrundtief.
      Plötzlich vernahm er etwas anderes, was er zuvor nicht spürte bei seinen Anfällen. Wärme war es und anscheinend keine normale, die durch diese grenzenlose Dunkelheit und dem pulsierenden Schmerz zu ihm drangen. Der Schmerzt ebbte in ihm langsam ab, die Dunkelheit wurde wie durch ein helles, fast summendes Licht durchbrochen. Ein leises Knurren konnte Takeru vernehmen, als schließlich der Anfall verschwand, als wäre er niemals da gewesen.
      Er konnte wieder alles wahrnehme, was um ihn herum geschah.
      „Ich wusste, dass ich heute Morgen zu viel Parfüm benutzt habe.“, sagte die schöne Studentin.
      Vorsichtig wanderte Takerus Blick zu seiner Schulter, auf der die Hand eines Mädchen lag. Als er den dazugehörigen Arm folgte, um zu sehen, wem diese Hand gehörte, machte sein Herz einen Hüpfer. Es war die Neue, die Takeru zwar besorgt ansah, ihm aber ein zaghaftes Grinsen schenkte.
      "Ähm, das kann gut sein.", sagte er zaghaft.
      Er woltle ihr nicht die Wahrheit sagen, das dies nicht das erste mal war und mit Sicherheit nicht das letzte mal sein würde. Aber, was war diese Wärme und dieses Licht, was Takeru verspürte?
      Die vordere Tür des Hörsaales ging mit einen beherzten Schwung auf und ein Mann mitte fünzig mit schulterlangen, braunen Haaren trat ein, der Hörsaal wurde schlagartig beim Anblick der Autoritätsperson still. Jeder setzte sich aus seinen Platz.
      "Guten Morgen!"
      "Guten Morgen, Proffessor Hanako"
      Seine eisblauen Augen überflog die Studenten und blieb auf Takeru hängen, weil er er anscheinend wieder einen Anfall hatte, sein Gesicht glänzte von Schweiß und seine Augen waren gerötet.
      "Herr Hagiware, hatten sie wieder einen ihrer Anfälle?."
      "Ich...ähm..ja...aber...er ist wieder weg, also kann ich..."
      Weiter ließ ihn der Proffessor nicht ausreden.
      "Melden sie sich sofort im Krankenzimmer, wir gehen kein Risiko ein.
      Nun wanderte sein Blick einen Platz weiter zu der Neuen.
      "Und wen haben wir hier?" frug er, während er seine Tasche auf den Tisch stellte, den Blickkontakt stets aufrecht hielt zu den Mädchen.
      Ohne weiteren Wiederworte stand Takeru auf und schlurfte langsam mit gesenkten Kopf in Richtung der Tür, durch die der sportliche Proffessor kam.
    • Masako Sato
      Masako konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Sie wusste ganz genau, dass sie heute Morgen nicht zu viel Parfüm aufgetragen hatte. Es war nur ein kleiner Spritzer auf die Innenseite ihres rechten Handgelenks gewesen, da sie der Name des Dufts interessiert hatte. Alien war es gewesen. Wie riechen denn Aliens?, hatte sie gedacht und neugirieg gerochen.
      Jetzt lieferte Alien die perfekte Möglichkeit, um Takeru einen Weg anzubieten, seinen Anfall zu erklären, ohne sich vor ihr rechtfertigen zu müssen. Dankbar nahm er diese Möglichkeit an und sagte zaghaft „Ähm, das kann gut sein.“ Trotz Masakos eingreifen war Takeru von dem Anfall mitgenommen. Auf seiner Stirn glänzte Schweiß, seine Augen waren leicht gerötet. Kein Wunder, dass die anderen ihn als Freak abstempelten. Dabei wussten sie nur einfach nicht, wie außergewöhnlich Takeru war.
      Aber das hatten Menschen so an sich. Masako hatte es auf ihrer Suche nach dem Auserwählten jedes Mal aufs neue Beobachtet. Egal, in welchem Jahrzehnt, Jahrhundert oder Jahrtausend sie sich befand: Was der Mensch nicht verstand, existierte nur außerhalb seiner Ordnung. Es wurde getötet, ausgegrenzt, oder sich drüber lustig gemacht.
      So hart es auch war, war Masako froh darüber, dass die Gesetze in diesem Jahrhundert so weit waren, dass alles Andersartige nicht einfach getötet werden konnte. Sie dachte daran zurück, als einer der Auserwählten vor ihren Augen auf einem Scheiterhaufen verbrannt worden war. Durch seine Anfälle hatte er das perfekte Opferlamm für die Templer abgegeben, die zu dieser Zeit den Glauben der Bevölkerung gelenkt hatten.
      So war Takeru dieses Schicksal zwar erspart geblieben, aber dennoch war sein Los mit Sicherheit kein leichtes. Es tat Masako leid, ihn so zu sehen. Wie oft er wohl schon unter diesen Anfällen hatte leiden müssen?
      Langsam ließ sie ihre Hand wieder von seiner Schulter gleiten. Einen Moment betrachtete sie Takeru eingehend. Sie konnte es sich nicht erlauben, durch Mitleid unachtsam zu werden. Der Auftrag musste erledigt werden. Vor ihrem inneren Auge sah sie das Bild ihres Meisters und der Ausdruck in ihren Augen verhärtete sich unmerklich.
      Sie würde dafür sorgen, dass Takeru keine Anfälle mehr würde leiden müssen – auf die eine, oder andere Art.
      Ihre Gedanken wurden jäh von dem Geräusch einer Tür unterbrochen. Masako wandte sich in Richtung der Tür, durch die sie vor kurzem den Raum betreten hatte. Ein Mann schritt in den Hörsaal und die Studenten verstummten, einige strafften sich. Schlagartig kippte die Stimmung im Raum.
      Er sah aus, als sei er in seinen Fünfzigern, hatte langes dunkles Haar und eisblaue Augen. Eine Aura der Autorität umgab ihn. Masako war sofort misstrauisch.
      „Guten Morgen!“
      „Guten Morgen, Professor Hanako.“, gab der komplette Hörsaal zur Antwort. Die Lämmchen, die ihrem Schäfer Folge leisteten, dachte Masako. Zu oft versteckten Templer sich in Machtpositionen und irgendetwas an Professor Hanako löste Unruhe in Masako aus. Vielleicht war sie paranoid – vielleicht auch nicht. Stumm straffte sie die Schultern und verengte unbewusst die Augen, während sie dem Austausch zwischen Takeru und dem Professor folgte.
      "Herr Hagiware, hatten sie wieder einen ihrer Anfälle?."
      "Ich...ähm..ja...aber...er ist wieder weg, also kann ich...", setzte Takeru an. Doch Hanako ließ ihn nicht weitersprechen.
      "Melden sie sich sofort im Krankenzimmer, wir gehen kein Risiko ein.“, befahl er. Die Art wie er dies sagte, ließ keinen Widerspruch zu. Takeru erhob sich. Masako zog ihre Beine an, um ihm Platz zu machen und sah ihm nach, als er aus dem Hörsaal schlurfte. Das war nicht gut. Sie hatte ihn gerade erst gefunden. Wer war dieser Professor, dass er sie nach Jahrhunderten des Suchens von dem Auserwählten trennen konnte? Das konnte sie nicht zulassen.
      "Und wen haben wir hier?", die Frage schien die Stille des Hörsaals zu füllen. Damit konnte nur sie gemeint sein. Masako richtete ihre Aufmerksamkeit auf Professor Hanako. Dieser hatte seine Tasche auf dem Pult am vorderen Ende des Raumes abgestellt und sah sie unverwandt an. Masako lehnte sich zurück, das Lächeln auf ihren Lippen längst verschwunden. „Masako Sato.“, erwiderte sie ruhig.
      „Entschuldigen Sie, aber ich halte es für keine gute Idee, Herr Hagiware allein gehen zu lassen“ Sie hielt den Blickkontak mit Hanako aufrecht während sie sich erhob, um Takeru zu folgen. In ihren Augen blitzte es herausfordernd. Sollte er versuchen sie daran zu hindern, war Masako bereit, sich zur Wehr zu setzen. Auch wenn sie hoffte, dass ihr Misstrauen unbegründet war und der Professor sie nicht aufhalten würde.
      nur, weil du nicht paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind.

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Glaskatze ()

    • Takeru Hagiware
      Nach dem Hüpfer seines Herzens, fühlte es sich nun an, als fiele es in eine tiefe Schlucht durch den indirekten Befehl des Proffessors, sich ins Krankenzimmer zu begeben. Jeder Schritt fiel ihm schwerer und schwerer. Was musste die Neue bloß denken nach so einen mega peinlichen Auftritt von ihm? Aber Takeru war es gewohnt, das man auf ihn herabblickte, sogar jetzt konnte er die Blicke der anderen Studenten spüren, die viele Emotionen damit Takeru übermittelten: Hass, Belustigung, Abscheu, alles nur kein Mitleid. Dunkle Wolken bildeten sich erneut langsam in seinen Kopf und trübten seine noch eben vorhandene Euphorie. Wie er Menschen verabscheute. Wie so oft malte er sich, wie schon so oft, aus, was er am liebsten tun würde mit denen, die Ihn behandelten wie Dreck oder ausnutzen wollten.
      „Masako Sato.“, stellte sich die Neue vor und riss Takeru aus seinen dunklen Gedanken.
      „Entschuldigen Sie, aber ich halte es für keine gute Idee, Herr Hagiware allein gehen zu lassen“
      Mit Lichtgeschwindigkeit katapultierte sich sein Herz aus der tiefen Grube noch viel höher als zuvor. Beim Vernehmen von Masakos Schitten blieb er unbewusst stehen, doch traute er sich nicht, sein Blick vom Boden zu lösen. Er ahnte nichts von dem "Blickduell" zwischen Masako und Proffessor Hanako.
      "Na sieh mal einer an, eine Samariterin. Sowas sieht man nicht so oft mehr heutzutage.", sprach der ältere Mann, immer noch den Blick aufrecht haltend.
      Er schloss die Augen und lächelte zwar freundlich, doch lag auch etwas abwertendes in ihm. Das Lächeln verschwand schlagartig, als er seine Augen aufriss und mit entschlossener Stimme sprach.
      "Ich schätze es überhaupt nicht, mich belehren zu lassen von einer unwissenden Göre mit einem begrenzten Verständnis!"
      Eine Bedrückende Stille herschte im Hörsaal, welche erst nach einer gefühlten Ewigkeit durch das Räuspern vom Proffessor unterbrochen wurde.
      "Ich meinte natürlich von einer neuen Studentin, die noch nicht die hiesigen Abläufe kennt."
      Sowohl seine Gesichtszüge als auch Stimme wurden weicher, fast schon etwas gequält.
      "Bitte begleiten sie Herrn Hagiware ins Krankenzimmer. Nach der Vorlesung werde ich mich zu ihn beiden gesellen."
      Hanako unterbrach als erster den Blickkontakt und holte aus seienr TAsche ein Buch hervor, welches schon seine besten Zeiten hinter sich hatte, schon vor Jahren.
      "Schlagen sie Seite fünundsechzig in ihren Psychologiebuch auf, meine werten Damen und Herren.", sprach er zu den anderen Studenten, ohne auf eine Antwort von Masako zu warten. Für ihn war das Thema scheinbar erledigt, fürs erste.
      Takerus Nackenhaare waren immer noch aufgestellt. Nicht nur wegen der eben noch herschenden Spannung, er vernahm die ganze Zeit in sich wieder die Stimme, die sich immer und immer wiederholte.
      Lauf, lauf so schnell dich deine Beine tragen können, wenn du Überleben willst.

      Kalter Schweiß rann seinem Rücken herunter, als er langsam wieder in Richtung der Türe lief. Sollte er auf die Stimme hören? Bisher war sie stets zuverlässig. Aber...sie sprach nie von...überleben. Von Tot. In Takeru keimte Angst auf, er wusste nicht, wem die Angst galt, er wusste nur, das etwas begonnen hat, was sich binnen der letzten Minuten hier im Hörsaal zugetragen hatte.
      Die Angst wurde noch beklemmender, als er die Schritte einer Person hinter sich vernahm, ziemlich nahe Schritte. Vorsichtig schaute er über seine Schulter und blickte in das lächelde Gesicht von Masako. Galt seiner Angst ihr?
    • Masako Sato
      "Na sieh mal einer an, eine Samariterin. Sowas sieht man nicht so oft mehr heutzutage.", gab Professor Hanako von sich. Mit einem Schlag war sich Masako sicher, dass er ein Templer war. Etwas an der Art, wie er das gesagt hatte, hatte ihn verraten. Sie beschlich das Gefühl, dass sie Takeru gerade zur rechten Zeit gefunden hatte. In Masako machte sich Gewissheit breit, dass sie es dieses Mal nur um eine Haaresbreite geschafft hatte, den Templern zuvor zu kommen.
      Hanako lächelte, doch etwas abwertendes schwang in den nach oben gezogenen Mundwinkeln mit. Er schloss die Augen und riss sie einen Moment später weit auf. "Ich schätze es überhaupt nicht, mich belehren zu lassen von einer unwissenden Göre mit einem begrenzten Verständnis!", brach es aus ihm heraus. Masako biss sich auf die Zunge, um eine spitze Bemerkung bei sich zu halten. Das hier war nicht der richtige Ort, um diesen Kampf auszutragen. Takeru war ihre oberste Priorität.
      Also sagte sie nichts, sah den Professor nur weiter herausfordern an. Der Hörsaal war still. Hanako wartete eine halbe Ewigkeit, doch Masako blieb standhaft. Auf diesen Schlagabtausch würde sie sich nicht einlassen.
      Niemand wagte es, auch nur einen Mucks von sich zu geben. Es war so still, dass man die Stimmen der Studenten im Hauptgebäude erahnen konnte.
      Dann endlich räusperte der Professor sich. Ihm schien klar zu werden, dass er sich vor einer Horde Studenten nicht aufführen konnte, wie der Templer, der er eigentlich war. Seine Züge glätteten sich. Auch seine Stimme war nun weicher, als er sprach: „Bitte begleiten sie Herrn Hagiware ins Krankenzimmer. Nach der Vorlesung werde ich mich zu ihn beiden gesellen." Er brach den Blickkontakt zu Masako und fing an, seine Lehrmaterialien feinsäuberlich auszuräumen. Konträr dazu stopfte Masako ihr Zeugs achtlos in ihren Rucksack, warf ihn sich über die Schulter und verließ ohne ein weiteres Wort ihren Platz.
      Das der Professor den Blickkontakt zuerst abgebrochen hatte, verzeichnete sie als kleinen Sieg. Sie wusste, dass es dumm war, dennoch verschaffte es ihre Genugtuung. Beim Verlassen des Hörsaals achtete sie jedoch darauf, den Kopf nicht zu hochzuhalten und die Schritte nicht zu energisch zu setzen. Professor Hanako sollte ruhig glauben, er hätte sie eingeschüchtert. Wenn er sie deswegen unterschätzte, umso besser.
      Als sie dem Pult den Rücken zugekehrt hatte, funkelten ihre Augen dennoch triumphierend.
      „Hey“, sagte sie leise und lächelte Takeru aufmunternd zu, als sie zu ihm aufgeschlossen hatte. Masako schob ihn sanft, aber zielgerichtet aus dem Hörsaal, schlüpfte hinter ihm aus der Tür und ließ diese demonstrativ laut ins Schloss fallen. Hoffentlich musste Hanako sich jetzt wiederholen, weil man ihn wegen dem Knall nicht verstanden hatte.
      „Weißt du was, Takeru?“, fragte sie, wartete jedoch nicht auf eine Antwort. „Ich habe eine bessere Idee als das langweilige Krankenzimmer. Braucht doch eh keiner – du hast gesagt, dir geht es besser, oder?“, brabbelte sie drauf los. Takeru durfte nicht ins Krankenzimmer. Er brauchte das Krankenzimmer nicht. Jetzt hatte er sie. Außerdem galt es, Takeru von dort fernzuhalten, da Hanako sie beide nach seiner Vorlseung dort aufsuchen wollte. Von wegen, du alter Sack, dachte Masako sich. Da musste er schon früher aufstehen.
      „Ich glaube, frische Luft würde fürs erste ausreichen. Und vielleicht kannst du mir ja ein wenig den Campus zeigen“, lächelnd ergriff sie sein Handgelenk und zog Takeru in Richtung der großen Ausgangstür.
      nur, weil du nicht paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind.
    • Takeru Hagiware
      So ein beklemmendes Gefühl hatte Takeru noch nie in seinem Leben gehabt. Wo ist er da nur hinein geraten, frug er sich ständig, während Masako ihn gezielt aus der Tür schob. Beim Knall der zufallenden Türe zuckte er zusammen, seine Muskeln spannten sich noch mehr, mehr als zuvor.
      „Ich habe eine bessere Idee als das langweilige Krankenzimmer. Braucht doch eh keiner – du hast gesagt, dir geht es besser, oder?“
      Seine Unsicherheit wuchs immer weiter, je weiter sie gingen. Ob es an Masako lag, frug Takeru sich. Er kannte sie ja erst seit ein paar Minuten, doch sie wirkte bisher sehr nett und zuvorkommend, sogar etwas niedlich.
      „Ich glaube, frische Luft würde fürs erste ausreichen. Und vielleicht kannst du mir ja ein wenig den Campus zeigen.“, sprach die Schönheit zu Takeru und zog ihn an seinen Handgelenk in Richtung der großen Ausgangstüre.Wenn ich los brülle, rennst du sofort los, Menschlein!
      Zeit hatte Takeru nicht gehabt, um sich über die Äußerung der inneren Stimme Gedanken zu machen,denn binnen weniger Sekunden spürte er, wie eine Welle durch seinen Körper strömte. Alle Menschen und Gegenstände im direkten Umfeld von Ihm wurden weggestoßen. Papiere flogen durch die Luft und fielen Boden, um ihn herum lagen sowohl Menschen, als auch Abfälle aus den Mülltonnen, es war ein großes Chaos. Es kam Takeru vor, als bewege sich alles wie in Zeitlupe um ihn herum, wie Studenten und Studentinen sich aufrichteten, Papiere und Bücher suchten und die Ursache für dieses Chaos suchten.
      Erst jetzt fiel Takeru auf, das er keine fremde Berührung an seinem Handgelenk mehr spürte. Gerade als er sich nach Masako umschauen wollte, brüllte die Stimme in Takeru so laut, wie er sie noch nie vernommen hatte.
      Lauf endlich, du verdammter Narr!!!
      Er wusste nicht, ob die Stimme recht hatte gerade oder ob es einfach eine Panikattacke von ihm war.
      Er rannte trotzdem los, als würde er vom Teufel verfolgt werden. Alles überforderte Takeru, er wollte nur endlich dorthin, wo er sich am sichersten fühlte: Nach Hause.
      Dreh dich ja nicht um, verstanden?!?

      "Und sie sind wirklich eine echte Wahrsagerin und nicht nur eine Frau, die mir das Geld abknöpfen will?
      Die älter Dame mit den schwarzen, langen Haaren, welche sie unsauber zu einen Zopf gebunden hatte, musterte Takeru von Kopf bis Fuß und musste schmunzeln.
      "Mein Junge, wenn du nicht willst, das dein Wunsch, echte Freunde zu finden, in Erfüllung geht, dann geh ruhig. Falls doch, setz dich an meinen Tisch.
      Takeru stand zuvor lange vor dem Gebäude, wo die von ihm ausgesuchte Wahrsagerin wohnte oder viel mehr arbeitete. Der Laden wirkte heruntergekommen, viele der Figuren, die herum standen, waren lange Zeit nicht bewegt worden, dies konnte er anhand der Staubschicht erkennen, die auf ihnen lagen. Er wollte nie so einen Laden aufsuchen, doch er woltle Veränderungen haben.
      "Fein!", sagte Takeru und setzte sich an den Tisch.
      Für ihn war es seine gefühlt letzte Chance auf Freunde. Anscheinend konnte die Frau, die laut den Schild draußen am Ladam "Madam Tornella" hieß, erahnen, sie leckte sich ein wenig über die rot angemalten Lippen, während sie sich Takeru gegenüber setzte. Wie eine Spinne, die ihre Beute im Netz hatte.
      "Gib mir bitte deine Hand und lass mich sehen, worin dein Problem liegt."
      Sie streckte ihre linke Hand aus, sie war übersäht mit Schnittwunden und ein jeder Finger wurde "verschönert" durch einen globigen Ring. Takeru zögerte erst, doch folgte er ihrer Bitte und gab ihr seine rechte Hand. Als sich beide berührten, blickte vor seinen inneren Auge ein helles Licht auf und die alte Frau sprang erschrocken auf. Angst lag in ihren weit aufgerissenen Blick, der Takeru direkt traf.
      "S...Sofort raus aus meinem Laden und lass dich nie wieder blicken!?!", schrie die beleibte Dame ihn an.

      Takeru kniff die Augen zusammen, während er durch die große Halle rannte.
      Wieso kam gerade jetzt diese Erinnerung in ihm hoch? Hat dieses Ereignis vor 3 Wochen mit den heutigen Tag zu tun, was gerade geschah? Und hat es was damit zu tun, das er diesen Druck innerlich mehr und mehr spürte, dieses Wummern in den Ohren immer lauter wurde und vor allem...diese innere Energie spürte?
      Takeru war so sehr abgelenkt durch seine Gedanken, das er über eine Sitzbank stolperte und zu Boden fiel.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sarktus_Kun ()

    • Masako Sato
      Dem dummen alten Sack von Templer würde sie es schon zeigen. Als ob sie sich direkt vor der Nase den Auserwählten würde wegschnappen lassen. Masako puffte genervt ihre Wangen auf. Templer waren schon immer arrogant und eingebildet gewesen. Wahrscheinlich wusste er nicht mal, wer genau sie war. Ihm missfiel es nur, dass es ein niederer Mensch wagte, sich an den Auserwählten ranzumachen, der bis dato schön durch Ausgrenzung isoliert gewesen war. Hanako würde noch sein blaues Wunder erleben.
      Masako war so genervt von dem Professor, dass sie gar nicht mitbekam, wie Takeru immer deutlichere Anzeichen seines Unwohlseins zeigte. Sie zog ihn stur mit in die Richtung der großen Glastür, konnte das helle Sonnenlicht schon sehen und die kühle Frühlingsluft schon fast riechen, als sie plötzlich etwas von hinten rammte und sie nach vorne gestoßen wurde. Ihre Hand, die eben noch um Takerus Handgelenk gelegen hatte, griff ins Leere, dann fiel sie.
      Reflexartig zog sie ihre Arme nach vorne und fing ihren Fall mit den Händen und Knien ab. Masako keuchte, ihre Haare fielen nach vorne.
      Das hatte ganz schön gesessen. Autsch.
      Warum, zum Teufel, hatte sie jemand gestoßen? Masako warf einen Blick über ihre Schulter, bereit, denjenigen ordentlich die Meinung zu geigen. Aber hinter ihr war niemand außer Takeru. Für einen Moment erhaschte sie einen Blick auf sein Gesicht, dann rannte er los, geradewegs an ihr vorbei aus der Eingangshalle hinaus. Die automatischen Türen glitten lautlos hinter ihm zu.
      Takeru hatte gar nicht gut ausgesehen. Langsam rappelte Masako sich auf. Ihre Handflächen schmerzten etwas, aber das war wohl nichts im Vergleich zu dem, was Takeru gerade fühlte. Bei all der Euphorie, den Auserwählten gefunden zu haben und dem Ärger, kurz darauf einem Templer in die Arme gelaufen zu sein, hatte Masako ganz vergessen, wie Takeru sich fühlen musste. Für ihn musste das alles unglaublich verwirrend sein. Wie sollte er auch wissen, was hier vor sich ging – außer ihr gab es niemanden mehr, der ihn über seine Magie hätte aufklären können.
      Magie.
      Masako hob stumm ihren Rucksack auf. Magie war es gewesen, die sie gestoßen hatte. Wahrscheinlich ein Selbstverteidigungsreflex von Takeru, der nicht wusste, wo ihm der Kopf stand. Jetzt tat es Masako etwas leid, dass sie, ungeachtet seines Empfindens, ihn einfach hinter sich hergezerrt hatte. Sie durfte sich von den Templern nicht so aus der Ruhe bringen lassen.
      Um sie herum lagen noch einige Leute verdutzt auf dem Boden, als sie aus dem Hauptgebäude schritt. Draußen empfing sie das Zwitschern der Vögel, Sonnenlicht und der frische Duft eines kühlen Frühlingsmorgens.
      …Und Takeru, der einige Meter vor ihr gerade mit seinem Fuß an einer Bank hängen blieb und stolperte. Masako warf noch einen letzten Blick zurück, wie um sicherzustellen, dass sich Professor Hanako nicht von irgendwo nährte, dann ging sie zu Takeru rüber.
      „Hey, ähm…geht’s dir gut?“, fragte sie vorsichtig und hielt ihm ihre Hand hin, die selbst einige Kratzer hatte, nach ihrem Sturz. „Tut mir leid, dass ich dich so mitgezogen habe.“, ihre Stimme war jetzt leiser als zuvor im Unigebäude. Der Unterton eines schlechten Gewissens schwang darin mit.
      Den Vorfall mit Takerus Magie sprach sie erst einmal bewusst nicht an. Wahrscheinlich war Takeru gerade schon verwirrt genug, da musste sie ihn nicht auch noch weiter verunsichern.
      nur, weil du nicht paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Glaskatze ()

    • Takeru Hagiware
      Wieder mal typisch für dich, fluchte Takeru in sich hinein und krümmte sich auf den Boden. Der Schmerz pochte sehr in seiner rechte Kniescheibe. Er hätte einfach losheulen können, mit jeder Träne mehr und mehr vergfesssen, wie alles anfing, die Blicke der Anderen, dieses Phönomen von vorhin, einfach alles heute. Er dachte an sein Vater, wie er immer abwertend sagte, das Heulen nichts bringt als verlorene Zeit.
      „Hey, ähm…geht’s dir gut?“
      Takerus Gedanken waren wie gelähmt, als er die ihm nun vertraute Stimme hörte. Langsam drehte er sich zu Masako um und blickte ihr in die Augen, welche ihm etwas übermittelten, was er noch nie bisher in seinem Leben gesehen hatte: Mitleid...ehrliches Mitleid.
      „Tut mir leid, dass ich dich so mitgezogen habe.“, sprach sie leiser als noch zuvor.
      Er woltle ihr antworten, das alles gut sei und eh seine Schuld war. Er woltle sich wie immer Klein machen, doch er hielt inne.
      Langsam fing Takerus Gedanken wieder zu arbeiten und Gedanken schoßen ihn durch den Kopf. Der Unterschied zu heute und den anderen Tagen...war sie, Masako Sato. Takeru wusste nicht genau, ob ihre Anwesenheit nun etwas positives bewirkte, oder etwas negatives, ob sie gefährlich war oder sie eher ein Schutzengel war.
      Sei kein Narr, du kannst Niemanden trauen.
      Doch..etwas in ihm sagte ihm, er konnte ihr trauen. Es war, wie ein Bauchgefühl.
      Der Hüter braucht keine Gehilfen oder andere Lebewesen!?!

      Die Stimme wurde ihn ihm erneut unruhig, er konnte es spüren. Was meint die Stimme mit Hüter, frug er sich. Seine Gedanken wollten wieder verschwimmen, sein Körper in Panik verfallen.
      Langsam atmete er ein und aus, um nicht erneut die Kontrolle zu verlieren, er wollte wieder Herr seiner Sinne werden. Takeru schloss seine Augen und atmete weiter ruhig ein und aus.
      "Taftelo Madar!", flüsterte er leise immer wieder, ohne seine ruhige Atmung zu unterbrechen, wei eine Art Mantra.
      Er wusste nicht, woher er dies kannte, er glaubte es mal in einem Buch gelesen zu haben, eines mit einen dicken Ledereinband und lustigen Symbolen darauf. Es soll helfen bei geringen Schmerzen und inneren Unruhe. Auch wenn viele es als esoterischen Scheiß abstempelten, es wirkte bei Takeru, doch nur bei ihm. Wieso wusste er nicht, Ärzte würden sagen, es sei der Placeboeffekt, weil er daran glauben wolle.
      Als seine Schmerzen wie weggefegt waren, öffnete er wieder seine Augen und sah Masako gefasster und definitiv beruhigter an. Er wusste immer noch nicht, wem er mehr Glauben schenken konnte, der Stimme, die ihn schon oft half oder seinem Bauchgefühl, doch eins wusste er, sein Herz wollte Masako eine Chance geben.
      "Dein Name ist Masako Sato, richtig?"
      Takeru frug nicht, um die Antwort zu kriegen, die er schon kannte. Er wollte eher die Frage als Einleitung seiner Bitte nutzen, die er an Masako hatte.
      "Was da eben geschah, im Hörsaal...in der Eingangshalle...mit allem. Du scheinst ein Teil davon zu sein, wenn nicht sogar der Schlüssel. Bitte erklär es mir. Es kann alles kein Zufall mehr sein, ich spüre es in mir. Hilf mir, bitte!".
      Keuchend richtete sich Takeru auf, ohne den Blickkontakt abzuwenden von Masako. Erst jetzt bemerkte Takeru, das sich um sie beide eine Menschentraube gebildet hatte und einige sogar sie filmten mit ihren Handys. Sonst würde Takeru in Panik verfallen und sich verkriechen, doch..jetzt war es ihm egal. Er woltle endlich die Antworten haben auf seine Fragen, die schon lange auf seiner Seele brannten. Er will endlich hinter diese Türe schauen, die er sich ständig vorstellte im Geiste, hinter der alles einen Sinn machte, wo er nicht der bekloppte Hagiware war, den alle sahen. Sondern wo er so aktzeptiert wurde, wie er schon immer war.
    • Masako Sato
      Hätte Takeru den Kopf nicht in ihre Richtung gedreht und sie angesehen, hätte Masako gedacht, dass er sie nicht gehört hatte. Denn er ignorierte ihre ausgestreckte Hand und schloss die Augen. War seine Atmung von dem Adrenalin des Sturzes eben noch schnell gegangen, so hob und senkte sich seine Brust jetzt langsamer.
      Masako zog ihre Hand zurück und beobachtete, wie die Magie um Takeru herum wieder in Bewegung kam. Sanfter, jedoch, als zuvor im Hörsaal. Kein tosendes Meer, dass jeden zur ertrinken drohte, der es navigierte.
      Dieses mal war es nicht wild und unberechenbar, sondern ruhig und gesteuert. Fast traute sie ihren Ohren nicht, als Takeru anfing, etwas zu murmeln. Ganz leise nur. Hätte eine kühle Brise seine Worte nicht zu ihr getragen, hätte sie die Worte nicht ausmachen können.
      Taftelo Madar.
      Stumm sah Masako dabei zu, wie Takeru sich selbst mit Magie heilte. Das er dies vermochte, ohne je in der Kunst der Magie unterwiesen worden zu sein, zeugte von großem Potential. Größer noch als der letzte Hüter, ihr Meister.
      Und es war ein Grund, schleunigst hier weg zu kommen. Warum auch immer Hanako Takeru noch nicht aus dem Weg geschafft hatte – wenn er mitbekam, dass dieser bereits Magie wirken konnte, würde er ihn auf der Stelle töten. Das konnte sie nicht zulassen.
      Takeru verstummte und sah erneut zu ihr auf. Ruhiger, gefasster. Sein Blick wirkte nicht mehr hektisch, eher…entschlossen?
      "Dein Name ist Masako Sato, richtig?", eine Frage, auf die er keine Antwort zu erwarten schien, denn er sprach gleich weiter: „Was da eben geschah, im Hörsaal...in der Eingangshalle...mit allem. Du scheinst ein Teil davon zu sein, wenn nicht sogar der Schlüssel. Bitte erklär es mir. Es kann alles kein Zufall mehr sein, ich spüre es in mir. Hilf mir, bitte!“
      Dann richtete er sich auf. Masako sah ihm stumm dabei zu. Sie runzelte die Stirn und folgte seinem Blick, als er an ihr vorbei sah. Um sie herum standen schaulustige Studenten, tuschelten und stießen sich gegenseitig an. Einige von ihnen hielten ihre Smartphones auf sie gerichtet. Wieso, verstand Masako nicht. Aber nachdem, wie im Hörsaal mit Takeru umgegangen worden war, war es bestimmt nicht aus Freundlichkeit oder Sorge. Schaulustige Affen, dachte Masako bei sich, dann wandte sie ihre Aufmerksamkeit wieder auf Takeru.
      Eigentlich hatte sie ihm seine Magie, wer er war und sein Schicksal langsam und sanft beibringen wollen. Aber dafür war wohl keine Zeit mehr. Masako hätte nicht gedacht, dass Takeru bereits so sehr unter den Auswirkungen seiner ungebändigten Magie leiden würde. Gut, ein Crash Course, also.
      Entschlossen nickte sie Takeru zu. „Mache ich.“, bestätigte sie seine Vermutung. Vielleicht war sie nicht der Schlüssel, aber sie konnte ihm wenigstens alles sagen, was sie wusste und ihm unterbewusst auch klar zu sein schien. „Aber nicht hier.“, ihr Blick wanderte vielsagend über die Menschenmasse um sie herum. „Kennst du einen Ort, an dem wir ungestört reden können?“
      Dieses ganze Interesse an ihnen war nicht gut. Es war nur eine Frage der Zeit, bis Hanako oder ein anderer Templer auf sie aufmerksam werden würde. Masako wollte hier schleunigst weg.
      nur, weil du nicht paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind.
    • Takeru Hagiware
      Genau musterte Takeru Masako´s Gesicht, während sie mit ihm sprach. Er wollte ja kein Detail außer Acht lassen, um sich sicher sein zu können, ob Masako die Wahrheit sprach, oder ob sie lügte. Doch er konnte es nicht genau heraus finden.
      „Kennst du einen Ort, an dem wir ungestört reden können?“, frug Masako.
      Ihre Haltung wirkte nichtmehr so sicher wie zuvor im Hörsaal, mehr...emotionaler. Etwas schien sie zu Belasten,dachte sich Takeru. Er würde sie später darauf ansprechen, doch zuerst dachte er nach und entschied sich, seinem Bauchgefühl zu folgen, da es sich sicher anfühlte, nicht so distanziert wie die Stimme.
      "Wir können zu mir gehen, da sind wir ungestört.", sprach Takeru mit ruhiger Stimme.
      Ein keckes Lächeln huschte über seine Lippen, als er seinen Bluick in die Runde schweifen ließ.
      "Sry Leute, doch Zugang nur für geladene Gäste."
      Takeru war selbst überrascht von sich, das er so sein konnte. Es fühlte sich an, als wäre eine Veränderung in ihm vonstatten gegangen. Als wäre er zwar Takeru...doch das er viel reifer geworden wäre in diesen paar Stunden. Als wenn er schon viel Lebenserfahrung gesammelt hätte, über Jahre hinweg und viel erlebt hätte, die sich nun wiederspiegelten. Zwar hatte sich Takeru schon ein paar mal beschäftigt mit Reinkarnation und anderen esoterischen Themen, doch wusste er nicht, ob diese Veränderung dies zuzuschreiben war, oder ob einfach sein Testosteron ihn gerade anders handeln ließ.
      Du hast gewählt...es wird beginnen...
      Seine innere Stimme hallte bis in den letzten Winkel seines Körpers.
      Nun war sich Takeru ganz sicher, es hatte nichts mit Testosteron, Liebe, Sex oder sonst so etwas zu tun. Es war etwas...magisches.
      "Wir sollten uns schnell ein Taxi holen und hier weg.", nuschelte Takeru vor sich hin, während er sein Smartphone aus der Hosentasche holte und mit seinen Daumen schnell, aber gezielt auf ihm herum tippte und wischte. Seine Aufmerksamkeit galt einzig allein in diesen Augenblick sein Smartphone. Es dauerte nicht lange, bis er zufrieden sein Smartphone in die Hosentasche verschwinden ließ, woher es kam.
      "Kommt in 5 Minuten. Vorne am Haupttor. Beeil dich!"
      Ohne weitere Rücksicht auf die Gaffer zu nehmen, rannte Takeru durch eine Lücke in der Menschenmenge hindurch und rannte zum Haupttor. Es fühlte sich so unbeschreibbar gut an, wie ihm seine Beine hinfort trugen. Es fühlte sich an, als renne er vor seinem alten Weg weg, wie er es schon so oft wollte. Doch endlich schaffte er es.
    • Masako Sato
      Masako warf immer wieder hektische Blicke in die Menschenmasse und hoffte, darin bloß niemals Hanako zu erkennen. Wenn der alte Sack hier aufkreuzte, konnte es ungemütlich werden.
      Klar, sie verfügte über Magie und er nicht, aber die Templer waren dennoch gefährlich. Lustig, aber, dass sie sich so für etwas besseres hielten und dabei doch nur gewöhnliche Menschen waren. Wenn hier jemand etwas besseres war, dann ja wohl Masako und Takeru – aber Takeru wusste um seine Fähigkeiten nicht mal und Masako hatte sich in all den Jahrhunderten auch nicht zu Kopf steigen lassen, dass sie einen Feuerball heraufbeschworen und ihn in Hanakos Gesicht werfen konnte, um zu zuschauen, wie ihm seine viel zu langen Haare abfackelten.
      Das war vielleicht etwas übertrieben, aber in Masako fand, sie hatte jedes Recht, so zu emfpinden. Die Templer waren einfach nervig. Und unnötig. Und, leider, auch gefährlich.
      Während sie so die Menge betrachtete blies sie gernevt ihre Wangen auf – dann kam Takeru mit dem errettenden Kommentar: „Wir können zu mir gehen, da sind wir ungestört.“ Seine Stimme Klang schon viel ruhiger als zuvor und bei seinem nächsten Satz glaubte Masako fast, sich verhört zu haben. „Sorry Leute, doch Zugang nur für geladene Gäste.“ Ein kecker Ausdruck lag in Takerus Augen, als er so zu den neugierigen Gaffern sprach. Masako hob überrascht die Augenbrauen. Das war ja mal so gar nicht der Takeru, den sie vor einer halben Stunde im Hörsaal kennen gelernt hatte. Der war unauffällig gewesen, hatte sich klein gemacht, um bloß nicht aufzufallen. Dieser Takeru schien sich jedoch einen Spaß daraus zu machen, die anderen Studenten hopszunehmen.
      Ob der plötzliche Ausbruch der Magie von vorhin etwas damit zu tun hatte? Oder vielleicht hatte Takeru sich auf bei dem Sturz über die Bank den Kopf angeschlagen?
      Unaufällig betrachtete Masako Takerus Kopf. Nein, der war in Ordnung. Kein Blut, keine Wunde.
      Vielleicht…hatte es auch etwas damit zu tun, dass Takeru der Hüter war? Masako war zwar die Gehilfin des alten Hüters gewesen, aber sie hatte nur bis in das frühe Alter von zwölf Jahren etwas von ihm lernen können. Sie wusste, wie sie das Ritual durchzuführen hatte, aber nicht, was genau davor mit dem Auserwählten passierte. Zumal Takeru der erste Auserwählte war, mit dem sie seit Jahrhunderten mehr als nur einen Blick gewechselt hatte, bevor die Templer ihn auf dem Scheiterhaufen verbrannten. Unschöne Erinnerung. Masako lief ein Schauder über den Rücken, sie schüttelte schnell den Kopf, um die grausigen Gedanken loszuwerden.
      „Wir sollten uns schnell ein Taxi holen und hier weg.“, nuschelte Takeru und lenkte Masakos Aufmerksamkeit somit wieder auf ihn. Er nahm sein Smartphone hervor und wischte so schnell und gekonnt darauf herum, dass Masako Schwierigkeiten hatte, seinen Bewegungen zu folgen, obwohl sie sich echt viel Mühe gab.
      Was ein Taxi war, wusste sie. Nur gefahren war sie noch nie in einem. Und so brauchte Takeru ihr gar nicht sagen, dass sie sich beeilen musste – die Aufregung über eine neue Erfahrung trieb Masakos Füße ganz allein zur Eile. Natürlich aber nicht, ohne mit dem Kopf zumindest noch einmal über die Schulter nach den kalten, toten Augen von Professor Hanako zu schauen. Aber Hanakos kalte, tote Augen blieben ihr verborgen oder waren nicht hier.
      Masako schloss zu Takeru auf und lief stumm neben ihm her zum Haupttor. Dabei warf sie ihm unauffällig blicke aus dem Augenwinkel zu. Sie platzte fast vor Neugierde. Und das, obwohl sie hier die Ahnung haben sollte.
      „Sicher, dass es dir gut geht?“, bohrte sie langsam. Es war ihr unmöglich, auf dem Weg zum Haupttor nichts zu sagen.
      nur, weil du nicht paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind.
    • Takeru Hagiware
      „Sicher, dass es dir gut geht?“
      Am liebsten hätte Takeru sofort auf Masakos Frage geantwortet, seine Antwort lag ihm förmlich auf der Zunge. Doch er wollte wartete, bis sie beiden um die nächste Ecke liefen. Er hoffte inständig, das weniger Menschen sich dort herum trieben, auf weitere Zuhörer hatte er gar keine Lust.
      Erst als sie die Sporthalle hinter sich gelassen hatten, verlangsamte Takeru sein Tempo etwas. Keuchend, doch mega glücklich schaute er Masako an und schenkte ihr sein schönstes und aufrichtigstes Lächeln.
      "Kennst du das, wenn man auf etwas wartet, was sich wie eine Ewigkeit anfühlt? Und dann erfüllt es sich oder du hast das Gefühl, das der Stillstand endlich vorbei ist und man die ersten Schritte zu seinen Ziel schafft oder die ersten Antworten bekommt? Ich habe dieses Gefühl..und es fühlt sich unbeschreibar gut an."
      Er erwartete kein Antwort von Masako, da er schon lange die Hoffnung aufgegeben hatte, das ihn einer verstand oder je verstehen wird.
      Völlig außer Atem blieb Takeru am Eingang stehen, seine Lunge brannte tierisch, trotz das er Nichtraucher ist. Er hätte mehr Sport in seiner Vergangenheit machen sollen, verfluchte er sich in Gedanken. Langsam ging er in die Knie, die sich wie Wackelpudding anfühlten. Seinen Kopf legte er auf die Brust und atmete mit geschlossen Augen ein und aus, seine Atmung war hektisch und völlig unregelmäßig. Er wiederholte es immer und immer wieder, bis seine Atmung sich endlich entspannt hatte. Langsam richtete er sich auf, seine Kniescheiben knackten etwas.
      "Drecks Asthma!", fluchte leise Takeru vor sich hin und hoffte, das es Masako nicht hörte.
      Kurz blickte er auf sein Smartphone, danach blickte er sich um. Er konnte aber besagtes Taxi noch nicht sehen, welches schon vor Ort sein musste, laut der Taxi App.
      Seine Aufmerksamkeit richtete Takeru nun wieder auf die süße Masako. Er musterte sie erneut, wie vorhin im Hörsaal, doch diesesmal anders, er schaute genauer hin, auf ihre Arme und Beine, ihre Schulter, ihr Gesicht, er versuchte so viel wie möglich in Gedanken über sie in betracht zu ziehen, als würde er sie studieren. Als Takeru zu dem Schluss gekommen war, das er durch Beobachtung keine weiteren Informationen sammeln konnte, entschloss er sich, sie etwas zu fragen. Doch was solle er fragen? Takeru überlegte angestrengt, doch etwas riss ihn aus seinen Gedanken heraus. Ihre Hand hatte einige Kratzer, einige sahen schlimm und tief aus.
      Ohne darüber nachzudenken zog er seine Jacke aus und riss ein Streifen Stoff ab. Zärtlich nahm Takeru Masakos Hand und verband sie mit den Stoff, ohne ihr in die Augen zu Blicken, zuerst waren ihre Verletzungen dran. In einer Weise, die sich er sich nicht erklären konnte, fühlte sich Takeru verantwortlich dafür. Trauer machte sich in seiner Brust breit, als habe er jemand Geliebtes geschadet.
      Er wusste jetzt, was er fragen wollte, während das Taxi schon in Sichtweite war, genauso Professor Hanako auf der anderen Seite des Campus.
      "Sind...diese Kratzer..meine Schuld?", frug Takeru kleinlaut und leise.
      Eine Träne rollte seiner Wange herunter.
    • Masako Sato
      Takeru antwortete nicht sofort und lief noch um die nächste Ecke. Das war ihr nur recht. Jede Ecke mehr zwischen ihnen und Hanako war eine gute Ecke. Überhaupt wollte sie einfach nur schnell hier weg. Das eindringliche Gefühl in ihrem Nacken wurde immer stärker.
      "Kennst du das, wenn man auf etwas wartet, was sich wie eine Ewigkeit anfühlt? Und dann erfüllt es sich oder du hast das Gefühl, das der Stillstand endlich vorbei ist und man die ersten Schritte zu seinem Ziel schafft oder die ersten Antworten bekommt? Ich habe dieses Gefühl..und es fühlt sich unbeschreibar gut an.", sprudelte es dann aus Takeru heraus. Mit einer solch ausladenden Antwort hatte sie nicht gerechnet. Ihre Frage war eher auf seine plötzliche Verhaltensänderung gemünzt gewesen, aber wahrscheinlich lag das genau an Takerus Gefühl.
      Masako schmunzelte, sie schien nicht sonderlich außer Atem. „Nur zu gut.“, gab sie dann von sich und grinste einmal kurz. Ha, wenn Takeru wüsste, wie gut sie dieses Gefühl kannte und das er der Grund dafür war. Ewigkeiten hatte sich gewartet, Jahrhunderte geschlafen und war alle neunundnunzig Jahre für ein Jahr aufgewacht. Immer hatte ihre Suche erfolglos geendet, der Auserwählte war schon lange tot oder starb vor ihren Augen.
      Nicht jedoch dieses Mal. Dies war ihre Zeit!
      Wer hätte gedacht, dass es ausgerechnet das Jahrhundert mit magischen Türen und kleinen technischen Helfern sein würde.
      ‚Die ersten Schritte zum Ziel‘ traf ebenfalls ins Schwarze. Takeru verstand noch nicht viel, schien jedoch einiges zu wissen. Der Auserwählte war wirklich etwas besonderes.
      Vor allem auch, da ihn ein kleiner Sprint völlig außer Atem zu bringen schien. Er beugte sich vor und stützte die Hände auf den Knien, sein Atem ging unregelmäßig. Du wirst mir doch jetzt nicht an Luftnot sterben, dachte Masako und betrachtete Takeru sorgenvoll.
      Gerade, als sie ihm mit Magie zur Hilfe eilen wollte, richtete Takeru sich wieder auf, seine Atmung wieder unter Kontrolle. Er fluchte so leise, dass Masako nicht ganz verstand, was genau er gesagt hatte.
      Neugierig sah sie ihn an und legte ihren Kopf schief, ihre Augen blitzten wie die einer Katze. Aber sie ließ es auf sich beruhen, war es Takeru doch deutlich unangenehm. Vielleicht kam irgendwann der passende Zeitpunkt.
      Jetzt jedenfalls war dieser nicht. Das schien auch Takeru zu finden, denn er nahm sein Smartphone zur Hand und warf einen schnellen Blick darauf. Interessiert versuchte Masako einen Blick zu erhaschen, aber da war das kleine, viereckige Teil schon wieder in seiner Tasche verschwunden und sein Blick fing ihren neugierigen auf. Er musterte sie wie ein fremdartiges Objekt, dass es zu studieren galt. Hatte sie etwas im Gesicht? Oder passte die Kleidung doch nicht in das Jahrhundert? Dabei hatte sie sich so viel Mühe gegeben und exakt das angezogen, was die Schaufensterpuppe getragen hatte. Sag bloß, sie hatte sich ausgerechnet das ‚Alternative‘-Outift dieses Jahrhunderts ausgesucht. War ja mal wieder typisch.
      Suchend sah sie an sich selbst herunter. Der Pulli war aber auch einfach ein bisschen zu groß. Vielleicht passte die Farbe ihrer Schuhe nicht, oder –
      Jemand nahm ihre Hand. Verwundert sah Masako auf. Es war Takeru, der gerade einen improvisierten Verband um ihre Hand mit den Kratzern legte. Masako stutze. Sie hatte schon schlimmeres überlebt, die Kratzer eines Sturzes waren nichts – dennoch konnte sie nicht umhin, es rührend zu finden, wie sehr sich Takeru um sie zu sorgen schien. „Danke.“, sagte sie daher kurz.
      "Sind...diese Kratzer..meine Schuld?“, murmelte Takeru. Ihm war deutlich anzuhören, dass er ein schlechtes Gewissen hatte und im nächsten Moment löste sich doch tatsächlich eine Träne aus seinem Auge. Verwirrt legte Masako den Kopf erneut schief. Der kecke Typ von eben war verschwunden und an seine Stelle schien wieder der unsichere Takeru aus dem Hörsaal getreten zu sein.
      „Hey. Es sind nur Kratzer. Ich werd’s überleben.“, Masako lächelte aufmunternd. Das Gefühl in ihrem Nacken wurde fast unerträglich und so warf sie genau in dem Moment einen Blick über die Schulter, als das Taxi vor dem Haupttor erschien.
      Hanakos eisblaue Augen erkannte sie selbst auf diese Distanz, den Hass in ihnen, der sich geradewegs auf Masako zu richten schien. Oh oh.
      „Weißt du was, mir geht’s doch nicht so gut. Lass uns schnell von hier verschwinden.“, wandte sie sich dann schnell zu Takeru um, ergriff seine Hand und eilte auf das Taxi zu. Das es das Taxi war erkannte sie übrigens nur, weil das Wort ‚Taxi‘ in dicken Lettern auf dem Auto gedruckt war. Praktisch, sowas.
      nur, weil du nicht paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind.
    • Takeru Hagiware
      Takeru konnte es sich selbst nicht erklären. Wieso warer wieder wie ausgewechselt , so...wie er sonst war. Klar hatte er schon damals eine fürsorgliche Art an sich, doch ging sie leider viel zu sehr ins weinerliche. Er mochte sie nicht, diese hypersensible Seite.
      Nachdem er den Verband akurat an Masakos Hand angelegt hatte, atmete er zwar tief, aber leise durch. Nun reiß dich mal zusammen, ermahnte er sich innerlich, den Blick weiter nach unten gerichtet.
      „Hey. Es sind nur Kratzer. Ich werd’s überleben.“, sprach Masako mit einer warmen Stimme, die Takerus Herz wieder beflügelte.
      Vorsichtig blickte er auf und erblickte das Lächeln dieser schönen Frau. Nun war es Takeru klar geworden. Er hatte sich bei ihren ersten Treffen in Masako verknallt. Er kannte dies zwar nur aus Animes und Büchern, doch hatte er keine andere Erklärung, warum er sich so über ihre Stimme freute und bei ihren Lächeln dahinschmelzen konnte. Vielleicht lag es neben Masakos guten Aussehen auch daran, da sie die erste weibliche Person war, die zu ihm nett war, aufrichtig nett.

      „Weißt du was, mir geht’s doch nicht so gut. Lass uns schnell von hier verschwinden.“

      Masakos Worte rissen Takeru so sehr aus seinen Gedanken, dass er im ersten Moment wie betäubt war. Während er sich hinter Masako an seiner Hand mitziehen ließ, entdeckte er das bestellte Taxi, er erkannte es an der Zahl auf dem Schild, die Nummer 13.

      Mit quietschenden Reifen blieb der Wagen abrupt neben den beiden Studenten stehen, der Fahrer öffnete das Beifahrerfenster.

      "Einer von euch Hagiware?", frug der ältere Fahrer mit 3-tage Bart und einer rauen Stimme.

      Takeru hob nickend seine Hand, doch wurde er sofort von den Fahrer unterbrochen, bevor er etwas sagen konnte.

      "Einsteigen! Zeit ist Geld.!", blaffte er und schloss das Beifahrerfenster wieder.

      Ohne weitere Worte öffnete Takeru die hintere Türe des herunetrgekommenden Toyotas. Zuerst schob er Masako auf die Rücksitzbank und flogte ihr sogleich. Mit einen ordentlichen Schwung schloss Takeru die Türe des Fahrzeuges von innen, um den Fahrer zu zeigen, das sein Umgangston ihm nicht gefiele.

      Takeru ließ die Worte von Masako noch einmal durch den Kopf gehen, bevor er dem Fahrer ein Ziel nannte, welcher mit seinen Fingern auf den Lenkrad trommelte vor Ungeduld.

      "Bitte, guter Herr, fahren sie uns sofort ins Krankenhaus, meine Freundin hier..."

      Dein Leben ist in Gefahr. Traue keinen Fremden, sonst wirst du sterben, Hüter.

      Takeru vernahm wieder diese Stimme, doch diesesmal noch lauter und deutlicher, als würde ein Monster über ihm hocken und zu ihm sprechen, mit voller Lautstärke.

      "Wissen sie...Lassen sie uns doch bitte eher beim Bahnhof raus, wir gehen dort zur Polizeistelle und zeigen diesen Kerl an, der...meine Freundin angegriffen hat.", stammelte Takeru mit nervöser Stimme.

      Verächtlich schnaubte der Fahrer und tippte etwas in das Navi ein, diese Unachtsamkeit nutzte Takeru aus und holte sein Smartphone heraus. Stumm tippte er etwas ein und gab es Masako, damit sie es lesen konnte.

      Bitte wiederspreche mir nicht, was ich sage. Vertrau mir bitte...Unser Leben ist in Gefahr, ich weiß es!!!

      Takeru lehnte sich zurück und schaute aus den Seitenfenster, als das Taxi sich in Bewegung setzte zum Bahnhof. Gerade, als sie am Eingangstor vorbei fuhren, drehte sich Takeru erschrocken nach hinten, da er schwören könnte, er habe Proffessor Hanako gesehen, den seine eisblauebn Augen vergisst man nicht.



    • Wieviele Schachteln der wohl am Tag rauchte, um so eine raue stimme zu haben?
      Der Gedanke schoss Masako durch den Kopf, während Takeru seine Identität bestätigte und sie über die Schulter nach hinten sah. Das der Professor ihnen gefolgt zu sein schien, beunruhigte sie. Vielleicht hatte er sich von ihrer Anwesenheit so sehr bedroht gefühlt, dass er Takeru nun nicht länger leben lassen konnte.
      Das hatte sie davon, dass sie sich immer mit Autoritätspersonen anlegen musste.
      Takeru nahm ihre Aufmerksamkeit jedoch wieder in Anspruch, als er sie auf die Rückbank des Taxis schob, sich neben ihr in den Sitz fallen ließ und die Tür des Autos mit einem lauten Ruck zuknallte.
      „Bitte, guter Herr, fahren sie uns sofort ins Krankenhaus, meine Freundin hier…“ Bei dem Wort Krankenhaus horchte Masako auf. Gerade wollte sie einwerfen, dass dies nicht nötig war, als Takeru verstummte. Er schien einen Moment in sich hineinzuhorchen. Neugierig was da vor sich ging, blieb Masako still und beobachtete, wie sich der Ausdruck auf Takerus Gesicht plötzlich änderte. Um ihn jedoch deuten zu können, kannte sie ihn nicht gut genug.
      Im nächsten Moment hatte er seine Meinung geändert und bat den Fahrer, sie zum Bahnhof zu bringen.
      Dieses Mal war seiner Stimme die Nervosität deutlich anzuhören. Mit wachem Blick beobachtet Masako, wie Takeru sein Handy zog, dort etwas tippte und ihr reichte. Wenig überrascht, aber dafür umso gespannter nahm sie es entgegen, las die kurze Botschaft, die eindeutiger nicht hätte sein können und versuchte gar nicht erst, sich über das Handy eine Antwort abzumühen. Bei ihrem Tipptempo würden sonst morgen noch hier stehen.
      Unauffällig schob sie es über den Sitz zu Takeru zurück und bemühte sich dann um eine empörte Miene.
      „Der Bahnhof klingt gut. Den Typen müssen wir auf jeden Fall melden.“ Sie blähte entrüstet ihre Wangen auf und gab das perfekte Bild einer aufgebrachten jungen Frau ab.
      Innerlich hingegen war sie angespannt. Das auch Takeru jetzt zu spüren schien, dass etwas nicht in Ordnung war, sagte ihr, dass sie in größerer Gefahr waren, als sie zuvor gedacht hatte. Seine Ahnung hinterfragte sie nicht.
      Die Templer verfügten zwar nicht über Magie, aber sie waren listenreich.
      „Du musst dich schon anschnallen.“, sagte der Fahrer mit seiner rauen Stimme.
      Kurz sah Masako an sich herunter, warf einen Blick auf Takerus Anschnaller und wie er in dem schwarzen Ding in dem Sitz steckte. Hoppla.
      „Oh, klar. Das habe ich vor lauter Aufregung ganz vergessen.“
      Viel lieber hätte sie dem Fahrer ihre ehrliche Meinung gegeigt, aber da er der Typ mit dem Auto und sie auf ihn angewiesen war, ließ sie das bleiben. Am Ende schmiss er sie noch raus.
      Hastig schnallte Masako sich an.
      „Geht doch“, grummelt der Fahrer. Kurz blitzte Masako ihn durch den Rückspiegel an. Sack.
      Das Auto setze sich langsam in Bewegung, rollte von dem Vorplatz des Haupttores und fädelte sich dann auf einer viel befahrenen Straße ein.
      Den Taxifahrer und seine Art ignorierend, ließ Masako ihren Blick zu Takeru wandern und sah ihn fragend an. Alles okay? Sollte ihr Blick sagen.
      nur, weil du nicht paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind.