Black Sugar Drops [Juvia & Chaoz]

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    • Black Sugar Drops [Juvia & Chaoz]

      "Ein Kaffee mit Milch bitte!"
      Ein rustikales Inneres offenbarte sich, während die Worte des Mannes der diese Bestellung aufgab in jenem Raum widerhallten. Sie ähnelte mehr einer Bar als einem Café, äußerte sich in Form eines Tresen mit dazugehörigen Barhockern und abgelegen einiger hölzerner Tische mit rötlich gepolsterten Bänken. Ein schlichtes rötlich Platzdeckchen war auf jeden der hölzernen Tische darnieder gelegt und eine Vase mitsamt einer Rose verschiedenfarbiger Natur verzierte die triste bräunliche Umgebung mit etwas Farbe. "Kommt sofort!", entwich es jener Person hinter den Tresen, dessen Kleidung mehr einem Kellner als einem Inhaber ähnelte. Doch waren die markantesten Merkmale jener Person wohl seine bestehende Heterochromie, die sich in Form eines schwarzen und roten Augen äußerte, beide auf die Tasse gerichtet die mit gezielten Handgriffen unter der dem Auftrag befähigten Maschine landete. "Blue Mountain?"
      "Wenn sie ihn mir empfehlen dann nehme Ich ihn gerne, Boss." Ein schlichtes Nicken entwich den Mann mit schwarzem Haar, die länglichen unbändig zerzausten Haare für die Arbeit zu einem Zopf zusammengebunden und die besagten Bohnen aus einer Karaffe entnehmend um die Maschine zu befüllen, die mit leisen Grummeln ihre Arbeit vertonte. Alsbald das Geräusch ein Ende nahm, wandte sich die Tasse durch die Bewegung von Lloyds Hand unter den dazugehörigen Ausflussrohr aus welchem die fertig zermahlende Maße mitsamt des Wasser vermischt austrat und in Form einer schwankender Bewegung der Hand in einer unnatürlichen Variante in der Tasse Halt fand. Mit dem Zeigefinger tippte der Mann mit der Heterochromie schließlich gegen den Milchschäumer, doch noch bevor er den Kaffee auf gewollter Art und Weise fertigstellen konnte ertönte der Flatscreen in der Nähe der Bar, der im Normalfall lediglich eine entspannte Jazzähnliche Musik entsandte. "Hier sind die Nachrichten Punkt 18 Uhr, mein Name ist William Mason und dies sind die heutigen Themen-"
      Gelangweilt wandten sich die Augen des Inhabers von der Aussage der Person ab, während er sich weiter um die Zubereitung des Kaffees kümmerte, einen Teelöffel aus einem der Aufziehschränke entnahm und die Milch in einer Tränenähnlichen Form auf dem Kaffee verteilte. Nachdem die Tasse im Anschluss auf einem Teeservice vor dem Auftraggeber verendete, wandte dieser sich zu Wort kurz nachdem der Nachrichtensprecher letztrige Aussage offenbarte. "... die Auswirkungen sind bisher unbekannt, doch eine bisher nie dagewesene Überfüllung von Psychiatrischen Anstalten sind die Folgen des Ausbruches jener neuartigen Droge die bisher noch unbekannt ist. Diese Nachricht ist also gerade an die neugierigen Menschen unter euch gerichtet: Unterlasst den Konsum von Drogen unter jeden Umstand, nur ein Bruchteil dieses neuartigen Konsumgutes kann zum Verlust eurer Eigenständigkeit führen!"
      "Grausam, oder? Immer mehr greifen derweil auf diese Suchtmittel zurück um ihre Angst und Probleme zu unterdrücken.." Der Geschäftsmann streifte sich vorerst seine Krawatte zurecht, rückte danach seine halbumrandete Brille nach und fuhr mit der Hand über seine zurück gegeeltes Haar, bevor er den Henkel der Tasse umgriff um einen Schluck von seinem Kaffee zu entnehmen. "Was halten sie davon, Boss?"
      "Black Sugar Drops.."
      "Was?", entwich er dem Geschäftsmann verwirrt, bevor er den Kaffee wieder auf dem Teeservice abstellte und seinen Blick vorwurfsvoll in Richtung seines Gegenübers wandte, dessen Augen jedoch in der Leere Halt fanden und der seine Zeigefinger in einer nachdenklichen Geste gegen sein Kinn stemmte. "Ahh, ähm. Wäre das nicht ein passender Name für diese Droge? Schließlich erwähnte der Sprecher, dass sie sich in einer zuckerartigen Struktur äußern würde, doch Die Sklera der Konsumenten in einem schwarzen Ton verfärben würde. Ich bin kein Befürworter dieser Art von Suchtmitteln, doch aufgrund meiner Tätigkeit komme Ich an jegliche Art von Kundschaft und finde unter ihnen auch tragische Schicksale wieder, die keinen anderen Ausweg in ihrem Leben sehen. Wer bin ich, ihnen verbieten zu wollen was sie zu tun und zu lassen haben?"
      Der Geschäftsmann fühlte sich der Aussage des Mannes persönlich beschämt, seiner Meinung nicht wahrgenommen und die jener Person vor sich seiner entgegen gewandt. So kramte er in seiner Brieftasche nach dem Geld für den Kaffee, drückte den Schein auf den Tisch und verzog seine Mundwinkel nach unten bevor seine Worte an die Öffentlichkeit gelangten. "Ich kann ihnen da nicht zustimmen, Boss. Ungleich ihrer Aussage empfinde Ich, der aus Nichts irgendwann Alles gemacht hat, den Konsum von Rauschmitteln als einen schwachen Ausweg aus der Situation, die man mit eigener Beständigkeit verändern könnte! Verzeihen sie mir falls mich der Zorn in diesem Moment übermannt, doch in Angesicht ihrer Aussage kann ich nicht länger in diesem Café verweilen!"
      Ohne auf die Antwort seines Gegenübers zu warten, verließ besagte Person schließlich das Gebäude durch die gläserne Tür, deren Öffnung einen klingelnden Ton ausstieß um den Inhaber zu vermitteln das jemand das Café betrat oder verließ. "Huh? Hat er heute irgendwie schlechte Laune?" Unverständlich schüttelte der Schwarzhaarige schließlich den Kopf, doch verblieben die restlichen zwei Stunden ohne Kundschaft, bis der Regen in der Umgebung austrat und Lloyd schließlich beschloss den Laden vorzeitig zu schließen. Gerade dieser Moment, in welchem er das Schild umzudrehen vermochte, war es jedoch in dem sich die Hand einer Person an den Türgriff richtete und diesen aufstieß. Als der Mann auf die Person nieder sah, die sich in Form einer Frau zu entpuppen vermochte, ertönte seine Stimme höflich doch ernst. "Wir haben eigentlich geschlossen..", doch der Situation entsprechend schien ihre Kleidung dem Regen geschuldet durchnässt und da es nur ein trockener Unterstand war den sie suchte, konnte er sie keineswegs einfach so wieder vor die Tür setzen. "Nehmen sie Platz.. Möchten sie ein Getränk?"

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    • Natascha Edwards

      Stöhnend schleppte eine junge Frau, die ihre dunklen Haare zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden hatte, eine große und schwer aussehende Umzugskiste die morschen Treppenstufen eines engen und heruntergekommenen Treppenhauses hinauf. Eine Etage nach der Anderen. Von den ebenso mitgenommen wirkenden Einwohnern dieses Komplexes hatte sie bereits schiefe Blicke kassierte, besaß das Gebäude doch einen intakten Aufzug. Doch in diesen würde sie nicht einmal dann steigen, wenn er auch nur ansatzweise weniger baufällig wirkte als der Rest des Hochhauses. Nein, in einen Aufzug, egal wie hoch entwickelt er wäre, würde sie nicht eine Zehenspitze setzen. Da schleppte sie sich lieber halb tot. Jeder Schritt ihrer aufstampfenden Füße knarzte verheißungsvoll und sie rechnete schon seit Stunden damit, dass die von Insekten zerfressenen Holzleisten augenblicklich unter ihr nachgeben würden und sich die scharfen Holzsplitter tief in ihr Fleisch bohren würden. Richtig groß aufzufallen wäre wirklich ein toller Anfang, wenn man undercover in einer Stadt eingesetzt war, von der man bisher nicht sehr viel mehr wusste als den Namen und wo sich die nächstgelegene Wäscherei befände.
      Völlig aus der Puste ließ sie 10 Minuten später die schwere Kiste in ihren neuen Hausflur fallen, neben all den anderen Kisten. Viel hatte sie nicht dabei, nur das Nötigste. Immerhin sollte dieser Ort allerhöchstens dem Schlafen und vielleicht noch Pläneschmieden dienen, nicht dem Wohlfühleffekt. Und wenn sie sich so umsah, wurde ihr schmerzlich bewusst: In dieser Bruchbude könnte sich schlichtweg kein menschliches Wesen wohlfühlen. Schimmel an den Wänden, von denen großteils der Putz bereits abfiel, undichte Rohre im Bad, weshalb man es ständig Tropfen hören konnte und zu allem Übel noch Kakerlaken, Spinnen und Ratten, wohin das Auge reichte. Sie schnaubte genervt. "Ich werd' im Auto schlafen. Als ob ich mich den Viechern noch aufs Silbertablett serviere. So weit kommt's noch." Ja, sie würde lediglich ihren Computer einrichten, ihre Waffen für den Notfall verstauen und ihre Kleidung... die würde sie einfach in den staubigen alten Schrank stellen - mit Karton - und das war's! Als ob sie diese auch noch auspacken würde, wenn die Befürchtung war, dass sie den Ungeziefern hier noch als Brutstätte dienen würde, wenn die nicht vorsichtig wäre.
      Gesagt, getan. Nur eine halbe Stunde später lief der Rechner einwandfrei, ihre restlichen Sachen waren verstaut und sie saß in ihrem gemütlichen Auge nahe eines Cafés - genüsslich einen Cheeseburger verschlingend. Neben ihr auf dem Beifahrersitz stapelten sich bereits die leeren Burger King Abfälle der letzten Wochen und auf dem Amaturenbrett lag aufgeschlagen eine dicke Akte, die sie kurz zuvor noch einmal durchgeblättert hatte. Es regnete in Strömen und das Café schien nicht gerade gut besucht zu sein. Kein Wunder, bei dem Sauwetter, wie sie mit einem Blick gen Himmel schlussfolgerte. Sie würde wohl auch lieber zuhause bleiben wollen. Also in ihrem richtigen Zuhause zumindest. Oh, wie sehr ihr ihre kleinen hier Wände fehlten, hinter denen sie sich immer so wohl fühlte. Doch das war nicht der Moment zum Jammern! Je eher sie diesen Fall schloss, desto eher dürfte sie nachhause. Gerade als sie sich bekräftigend zunickte, verstummte die Musik ihres Radios und der Motor des Wagens, der sie so schön warm gehalten hatte, erstarb. "Ohhhhh nein, nein, nein, nein! Das tust du nicht!", warnte sie ihr Auto, während sie diesen immer wieder versuchte zum Laufen zu bringen. Doch es rührte sich nichts, weshalb sie fluchend den Rest ihres Burgers auf den Beifahrersitz warf, sich Werkzeug, das sie unter diesem Sitz verstaut hatte, hervorhievte und mit diesem in den strömenden Regen trat. Zur Motorhaube tretend, warf sie sich eilig die Kaputze ihrer grünen Tweetjacke über, um sich wenigstens etwas schützen zu können. Doch das würde sich bald schon als zwecklos herausstellen. Sie öffnete die Motorhaube, nur um in eine Wolke voller Qualm zu blicken, die ihr schlagartig entgegen kam. "So ein Schrotthaufen! Ich hab Dad schon längst gesagt, ich brauch einen Neuen. Aber neeeein, der tut's ja noch. Bullshit!"
      Sie konnte durchaus von sich behaupten, dass sie handwerklich sehr geschickt war. Und vermutlich hätte sie ihn auch wieder zum Laufen gebracht - vielleicht - wenn sie nicht nach 2 Stunden im Regen stehen bis auf die Haut durchnässt und durchgefroren wäre. Ihre Hände zitterten so sehr, dass sie nicht einmal mehr einen Schraubenschlüssel halten konnte. Gut. Fein. Dann eben anders! Ihr Blick wanderte zum Café, aus dem so eben jemand hinausgestürmt kam. Ob sie heute oder an einem anderen Tag das Café betreten würde, spielte wohl kaum mehr eine Rolle jetzt. Hauptsache sie könnte sich aufwärmen und wenn sie gleichzeitig an Infos käme, umso besser! Und so schloss sie die Motorhaube wieder, lief eilig zum Auto, um ihre Akte über den Caféinhaber zu verstecken und ihren Autoschlüssel an sich zu nehmen - so wie ihre Handtasche. Daraufhin lief sie durch die schlammigen Pfützen zu dem kleinen Gebäude und öffnete gerade die Türe, nur um sich dem besagten Caféinhaber gegenüber zu finden. Dieser schien sie gerade doch tatsächlich einen Augenblick lang fortschicken zu wollen - ihr Böick wanderte kurz auf das Schild, das er soeben auf "Geschlossen" gedreht hatte - und war ihm dich aufrichtig dankbar, dass er seine Meinung noch zu ändern schien. Sie nickte ihm dankend zu und trat ein. "Vielen Dank. Einen Kräutertee, wenn Sie einen haben. Ich wäre aber auch für eine Tasse Kaffee sehr dankbar." Sie lief zu einem Platz und zog ihre durchnässte und somit schwerere Jacke aus, die sie unbeholfen über die Stuhllehne hing. Erst dabei fielen ihr ihre Öl beschmierten Hände auf. "Verzeihung. Aber wo finde ich denn das Bad?" Sie hielt ihre Hände kurz hoch, um zu demonstrieren in welch misslicher Lage sich ihre Haut an Fingern und Handinnenflächen befanden.

    • "Ein Kräutertee, kommt sofort!"
      Nicht nur die erste, auch die zweite Bestellung vernahm der Mann während er dennoch das Schild zum 'Geschlossen' umzudrehen vermochte und für einen kurzen Moment seine verschiedenfarbigen Augen dem äußeren Geschehen zuwandte. Eine verschwommene Sicht, wenngleich irgendwas zu vernehmen war dann die fahlen Lichter vorbeiziehender Autos und das sanfte Geplätscher des Regens, der erbarmungslos gegen die gläserne Tür prasselte, abperlte und zu Boden tropfte um in einen gemeinsamen Fluss zu verenden, der im nahenden Tag vertrocknen würde. //...Hm..//
      Gar schon prüfend schwank der Körper in einer sachten Drehung mitsamt des Gesichtes zu seinem Gegenüber, bevor er jene Frau, die bis auf die Knochen durchnässt war, musterte und ein verständnisvolles Nicken von sich gab. Mit dem Zeigefinger deutete Lloyd schließlich in Richtung einer Tür, die zwischen Tresen und einen der hölzernen Tische aufzufinden war. "Es dauert einige Sekunden bis warmes Wasser kommt, nur damit Sie Bescheid wissen. Lassen Sie sich Zeit, bis dahin werde Ich ihnen ein Handtuch besorgen und den Tee zubereiten." Was gab es noch weiteres zu besprechen? Und somit wandte sich der Schwarzhaarige anschließend an die Treppe, bestieg diese um in das erste Stockwerk zu gelangen, kramte aus seiner Hosentasche den Schlüssel für die Tür die sich am oberen Ende befand und öffnete mit diesem den Eintritt zu seinem trauten Heim. Kaum übertrat er die Schwelle, klirrte der Schlüssel bereits in einer Schüssel, die sich neben der Eingangstür auf einer Kommode befand. Und so trugen die Schritte des Inhabers seinen müden Körper in Richtung des eigenen Bades um dort ein frisches Handtuch aus dem Schrank zu erhaschen. Was gab es über die Inneneinrichtung zu berichten? Es war schlicht, in einer schwarz-weißen modernen Optik gehalten doch hier und da mit den grünlichen Farben bestehender Topfpflanzen verziert. Da der Junggeselle einzig durch seinen Flur lief, gab es nur darüber etwas zu erläutern. Der schlicht, schmale Raum äußerte sich mit zwei gegenüberstehenden Kommoden, deren oberes Ende von einigen Zierpflanzen befleckt war, einem an die Wand montierten, silbernen Jackenständer und ein simples Schuhregal in welchem maximal 5 Paare Platz fanden. Das Bad selbst war mit schwarz-gräulichen Fließen verziert und besaß sowohl Dusche als auch eine Badewanne. Noch während der Mann die Treppen erneut hinunterstieg, löste er den Zopf seiner zerzausten Haare und ließ das Haargummi in seiner Hosentasche verschwinden. Die Frau war scheinbar noch im Bad beschäftigt, somit legte er das Handtuch auf den Tresen nieder und betrat diesen durch die dazugehörige Öffnung um anschließend den Wasserkocher zu befüllen. Nachdem er die Kräuter aufgoss, befasste sich Lloyd schließlich mit dem anrichten des Getränkes, auf einem simplen Teeservice mitsamt jeglichem Zubehör von Zucker bis zum selbstgebackenen Keks. Das Klacken der Badezimmertür, lenkte seine Aufmerksamkeit in Richtung der Person, die nun zu ihn stieß. Somit legte sich die Hand des Mannes auf dem Handtuch nieder, schob es in Richtung des Kräutertees und setzte ein freundliches Lächeln auf. "Bevor Ich den Kaffee zubereite, wollte Ich vorerst in Erfahrung bringen welchen Sie genau wollen. Meine Empfehlung ist der Blue Mountain Kaffee, um das finanzielle müssen Sie sich dabei keine Sorgen machen."
    • Natascha Edwards


      Natascha musterte den Mann abwartend, als dieser gedankenverloren aus dem Fenster zu schauen schien. Davon abgesehen, dass er nicht sehr gesprächig zu sein schien, wirkte er recht harmlos. Allerdings würde sie ihre Deckung deshalb nicht fallen lassen. Selbst ein Kind, das noch so harmlos wirkte, konnte in anderen Ländern inmitten anderen Kulturen und Konfrontationen Menschen töten. Das Äußere konnte also nicht einmal ansatzweise demonstrieren welche Dämonen im Inneren wüteten. Und sie war kein Mitglied der CIA, das blauäugig durch die Welt schritt und ihren Kopf nicht gebrauchte.
      Sie blinzelte kurz als seine Stimme sie aus den Gedanken riss und er auf eine Tür deutete, die sie kaum bemerkt hätte, wenn es nicht für seine Gestik wäre. "Danke sehr.", bedankte sie sich höflich nickend, drehte ihm den Rücken zu - nicht aber ohne ihre Deckung aufrechtzuerhalten, Wachsamkeit war für sie das A und O - und verschwand nach einigen Schritten in dem Toilettenraum. Das Wesentlichste für sie war jetzt gerade nur diese eklig klebrige Brühe von ihren Händen zu bekommen. Und da sie wusste, wie penetrant Motoröl sein konnte, war sie davon überzeugt, dass dieses Unterfangen eine Weile dauern dürfte. Sie ließ den Blick durch das kleine Badezimmer schweifen - viel weibliche Kundschaft durfte er bei dem bisschen Platz hier drinnen kaum erwarten - und trat schließlich zum Waschbecken. Das Bad wirkte jetzt zwar nicht sehr skurril, aber auch in dem noch so kleinen Badezimmer könnten sich Verstecke entpuppen, mit denen man kaum rechnen würde. Jedoch gab es sicher noch reichlich Möglichkeiten, dieser Überlegung nachzugehen. Sie betätigte den Wasserhahn, nahm sich das Stück Kernseife und begann sich unter dem allmählich warmer werdenden Wasser die Hände gründlich zu schrubben. Dabei sah sie zu wie die dunkle ölige Masse nach und nach von ihren Händen auf das Keramik traf und den Abfluss hinabgespült wurde. Dennoch dauerte es ganze 15 Minuten, bis ihre Hände zwar nicht gänzlich sauber waren, aber wenigstens so, dass sie das Gefühl hatte, endlich saubere Hände zu haben. Der Rest würde garantiert in einigen Tage verschwunden sein. Wie so oft.
      Oh, andere Frauen würden sich alleine wegen der Aussicht sich überhaupt dreckig machen zu können, gar nicht erst wagen selbst Hand an einen defekten Motor anzulegen. Sie würden sich schämen nicht gänzlich sauber zu einem gutaussehenden Mann zu treten. Doch sie war nicht wie andere Frauen. Sie war schon immer mehr maskuliner gewesen als andere, weshalb sie unter ihrem Freundeskreis auch nur Männer wusste. Frauen.. konnten sie einfach nicht einmal ansatzweise so gut verstehen, wie es ein Mann würde, der nicht zu sehr auf sein Äußeres achtete, wenn es nicht sein musste. Ihre Brüder zum Beispiel, sie waren alle vom selben Schlag wie sie selbst. Handwerklich begabte, Bier liebende und an Auto schraubende Trottel. Der einzige Unterschied zwischen ihnen war wirklich, dass ihre Brüder in ihren Augen perverse Säcke waren, die bei jeder Gelegenheit mit hübschen Frauen flirteten, die genau so waren, wie sie selbst niemals sein wollte. Und jedes Mal aufs Neue fluchte sie innerlich: "Männer..!", auch wenn sie wusste, dass das Ärgernis darüber nichts ändern könnte.
      Schließlich trat sie wieder hinaus - schüttelte ihre Hände kurz in der Luft, um nicht den gesamten Weg vollzutropfen. Dabei drang der angenehme Geruch von aufgebrühtem Tee in ihre Nase, weshalb ihr Blick sogleich zum Tresen wanderte, auf dem Sowohl Tee als auch Handtuch angerichtet waren. Zielstrebig trat sie darauf zu und nahm das Handtuch dankend in ihre feuchten Hände, die sie sogleich abtrocknete und sich auf einen der Hocker niederließ. "Blue Mountain?", fragte sie neugierig nach und erwiderte sein Lächeln. "Woher kommt dieser Kaffee denn? Habe ich noch nie gehört. Oh. Ist er sehr stark? Ich bin eher der süßliche Kaffeetyp. Wenn Sie ihn aber empfehlen, würde ich natürlich gerne probieren wollen. Aber ...auf's Haus? Ich glaube, da würde ich etwas viel von Ihrer Gastfreundschaft in Anspruch nehmen, wo ich doch schon Ihren Boden vollkommen eingesaut habe." Dabei nickte sie zu den vielen teilweise schlammigen Pfützen, die sie hinterlassen hatte. "Ich bezahle den Kaffee und den Tee gerne. Das ist das Mindeste, was ich tun kann, nachdem sie mich eingelassen und bewirtet haben, obwohl Sie sicher längst Feierabend machen wollten und nun nur noch mehr Arbeit haben."

    • "Jamaika", entwich es dem Inhaber des simplen Café's nur schlicht nachdem die Frage seines weiblichen Gegenübers ihre Lippen verließ. Sie war eine schöne Frau, keine Frage, eine atemberaubende Schönheit verborgen hinter ihrer alltäglichen Kleidung kaum verziert von beschönigenden Aufstrichen, die der größte Teil seiner femininen Kundschaft trug um entweder in ihren oder gar in den Augen der maskulinen Gesellschaft angenehm aufzufallen. Und doch, obwohl die Dame hinter seinem Rücken kaum Wert auf solch selbst entfremdende Methoden legte, entfaltete ihr bloßes Gesicht eine Schönheit, die den Schwarzhaarigen hier und da von seiner Aktivität ablenkte, gar seinen Blick über seine Schulter zu ihr werfen ließ und ihn in den Bann zog. "Die Blue Mountains Bohnen entstammen aus einer Region in Jamaika, die ironischerweise den gleichen Namen ihrer Herkunft tragen. Sie gehören der obersten Kategorie an und sind vom Geschmack her intensiver als herkömmliche Sorten." Während seiner Erklärung umfasste Lloyd den Griff seiner Schaufel um eine ordentliche Anzahl an Bohnen in den Mörser zu schmeißen und diese sogar per Hand zu mahlen. Noch während des Mahlens der Bohnen, wandte sich sein Blick stetig zur jungen Frau die noch immer auf dem Barhocker seinen Worten zu lauschen schien und eine eine erneute Aussage entsandte. Ein freundliches Lächeln verzierte die harten Gesichtszüge des Mannes in seiner Schürze, während er seine linke Hand, die er für das zermahlen der Bohnen nicht benötigte, mit dem Handrücken voran gegen seine Lippen drückte um ein amüsiertes Kichern zu unterdrücken. "Ich werde extra viel Zucker mit beifügen, aber keine Sorge! Ich war es schließlich der Sie hinein gelassen hat, sie sind nun nicht meine Kundin sondern mein Gast, also nehmen Sie mein Angebot bitte an. Es ist nur natürlich sich gebührend um seine Gäste zu kümmern."
      Die zermahlenen Bohnen landeten auf einem papierähnlichen Sieb, verschmolzen mit dem heißen Wasser welches der Schwarzhaarige schließlich mit seiner freien Hand in zirkelnden Kreisen aufgoss und drückten eine schwärzliche Tinktur durch das schmale Rohr welches sich am unteren Ende befand und Tropfen für Tropfen das wohlbekömmliche Gebräu entfaltete. Es dauerte nicht allzu lange, bis sich eine Lache gebildet hatte und von einer sanften Sintflut übermannt wurde, die sich schließlich als das Endprodukt jenes Werdegangs zu offenbaren vermochte. Mit einer gekonnten Bewegung löste sich anschließend der Behälter mit dem Kaffee von seinem Ursprung und übergab seine Flüssigkeit in eine simple, mit dem Logo des Ladens verzierte Tasse um am Ende auf einem Teeservice sein Ende zu finden. Ein Griff in einen Vorratsschrank genügte um zwei selbstgebackene Plätzchen auf dem Service niederzulegen, bevor die zweite Hand einen Schrank öffnete und aus einem Behälter drei Zuckerwürfel entnahm um diese dem Kaffee dar nieder zu legen. Ein Schuss Milch verfeinerte das schwarze Gebräu mit dem nötigen etwas, ein schlichtes schieben des Tellers zur Frau ihm gegenüber entfalte ein weiters Mal ein herzliches Lächeln auf den Lippen des Schwarzhaarigen Mannes. "Entschuldigen Sie mir die Wartezeit, doch hier ist ihr extra süßer Blue Mountains Kaffee. Wenn sie mich entschuldigen, da ist etwas das mich seit geraumer Zeit stört!"
      Ohne auch nur auf eine Antwort zu warten, beugte sich Lloyd schließlich über die Tresen um mit seinen Daumen über die Wange der jungen Frau zu streichen. "Sie hatten dort noch einige Reste vom Motoröl. Ich nehme doch an, dass es sich hierbei um Motoröl handelt, oder? Machen Sie sich keine Gedanken um die Reste, die sie hinterließen. Eher sollte Ich Sie fragen ob Sie eine Bleibe für die Nacht besitzen. Ich kann sie schließlich unmöglich bei diesem Regen wieder einfach so vor die Tür setzen.."
    • Natascha Edwards


      Interessiert sah Natascha zu dem Cafébesitzer, während dieser kurz die Herkunft der Kaffeebohnen erläuterte, die er für das Zusammenbrauen ihres Kaffees verwendete. "Interessant. Also mit anderen Worten, wurden diese Bohnen von Ihnen ausgesucht, um Ihren Gästen das bestmöglichste Aroma zukommen zu lassen." Ihr Blick wanderte über die vielen Kaffeesorten in den Regalen an der Wand hinter dem Tresen und sie merkte erst jetzt, wie viele unterschiedliche Sorten es in den verschiedensten Sprachen gab. "Da fällt mir ein.. ich glaube, dass ich neulich einen Bericht über exotische, aber sehr schmackhafte Kaffeesorten gelesen habe. Darum glaube ich, dass mir der Name Ihres Kaffees deshalb Etwas sagte. Ich hab den sicher dort gelesen. Zusammen mit dem Columbian Bucaramanga Supremo und dem Brazilian Bourbon. Der Blue Mountain durchläuft, soweit ich weiß, ein strenges Kontrollverfahren und wird nur in kleinen Mengen geerntet, aber dafür für einen hohen Preis angeboten, den sich der Ottonormalverkäufer kaum leisten könnte, schätze ich. Mich haben aber eher die anderen beiden in dem Artikel angesprochen, da es hieß, dass sie eine gewisse Süße mit sich bringen. Da ich kein so großer Kaffeefreund bin, hatte ich zumindest bei diesen beiden mit dem Gedanken gespielt, sie mal probieren zu wollen, um zu sehen, ob sich meine Meinung darüber ändern würde. Jedes Mal eine riesige Schaufel Zucker in den Kaffee zu schütten soll glaube ich nicht wirklich gesund sein haha" Sie lachte belegt. "Nicht, dass ich sonst so gesund leben würde, bedenkt man meine anderen Laster, wie die ständige Raucherei und die etlichen Redbulls, die ich mir am Tag einverleibe." Schmunzelnd stützte sie ihr Kinn auf eine Hand, während sie den Mann beim Arbeiten beobachtete und seine freundlichen und zuvorkommenden Worte vernahm, wegen denen sie beherrscht bleiben musste, nicht ihre Professionalität zu verlieren. Schon alleine wenn man bedachte, dass der Mann vor ihr alles andere als unattraktiv war. Und dann noch diese sanfte Stimme gepaart mit diesen Worten.. Sie kannte ja wirkliche viele Männer, bedachte man ihren sonstigen Umgang und ihre liebsten Freizeitbeschäftigungen, die so gar nicht typisch Frau waren. Und es gab definitiv viele davon, die man nicht so leicht von der Bettkante schubsen könnte. Aber für sie war das nie ein Grund gewesen ihre Professionalität zu vergessen, denn anders als die meisten Frauen, fiel sie nicht so schnell auf solche Maschen herein und zweitens.. hatte sie andere Voraussetzungen an einen Mann, um sich ihm wirklich hingezogen fühlen zu können - und dabei war nicht der reine äußere Aspekt ausschlaggebend, auch wenn der definitiv eine Rolle spielte. Es waren gewisse Verhaltensweisen, Bewegungen.. oder Stimmlagen, die ihr eine so angenehme Gänsehaut verschaffen konnten, dass sie nicht lange widerstehen könnte. Oh. Und der Duft. Es musste ein ganz bestimmter Duft sein. Es gab da diesen einen Duft.. sie wusste nicht, um welche Art Parfum oder Gesichtswasser, oder was auch immer es war, es sich handelte, sie wusste nur, dass sie dabei ganz weiche Knie bekam. Jedes Mal. Vielleicht war es ganz gut, dass das Café von dem Geruch an Kaffees und dem durch die gekippten Fenster hereinströmenden Regendüfte erfüllt war, dass ihre sensible Nase nicht ausmachen könnte, ob dieser Mann vor ihr einen anziehenden Geruch an sich haften hatte. Aber sie wusste trotzdem, selbst wenn, wäre sie genug Profi, dass sie sich davon nicht beeinflussen lassen würde. "Na gut. Ich nehme das Angebot an. Aber nur unter der Bedingung, dass ich Ihnen beim Saubermachen später helfe. Deal?", schlug Natascha ihm zuzwinkernd vor, da sie ungerne Schulden bei jemandem haben wollte, und erst recht nicht bei einem vermeidlichen Zielobjekt. //Warum müssen immer die faszinierenderen Männer Kriminelle sein? Schrecklich//, dachte sie innerlich seufzend. Aber hey, wie stellte sie sich das auch vor? Die einzigen potentiellen Love-Interest Kandidaten, die sie traf, waren entweder Kollegen oder Kriminelle. Sie ging schließlich nie aus. Warum sollte sie auch, wenn die Arbeit das Beste in ihrem Leben war und sie darauf nicht einen einzigen Tag verzichten wollen würde?
      Ihre Hand wanderte gerade zu dem Heißgetränk, dass der Dunkelhaarige ihr zugeschoben hatte, als dieser besagte Mann die Distanz zwischen ihnen kurzer Hand überbrückte und sie an der Wange mit seiner Hand zu streicheln schien. Wow. Der ließ echt kein Feuer brennen, wie es aussah.. Zudem fluchte sie innerlich, da sie nun SEINEN Duft durchaus einatmen konnte und es genau das war, was sie befürchtet hatte. Sie räusperte sich mehrmals und führte die Tasse zunächst stumm an ihre Lippen, um den anderen Duft mit dem des dunklen Getränks überdecken zu können, ehe sie flüchtig daran nippte. "Nicht schlecht.", kommentierte sie das dampfende Gebräu, nachdem sie den aromatischen Geschmack inklusive der dazu gefügten Süße über ihre Zunge gleiten lassen hatte. Langsam stellte sie die Tasse wieder ab und lächelte in das Gesicht, das ihr direkt gegenüber war. Erst jetzt bemerkte sie wirklich, dass dieses über zwei verschiedene Augenfarben verfügte. Ebenfalls faszinierend. "Zu Ihrer Vermutung: Es ist durchaus Motoröl. Mein Wagen meinte kurzer Hand den Geist aufgeben zu wollen als ich die Straße entlangfuhr. Ich bin erst heute in die Gegend gezogen und wollte mich etwas umsehen. Aber na ja, das war's dann wohl mit meinem großen Erkundungsausflug, besonders bei diesem Wetter." Erneut führte sie die Tasse an ihre Lippen und schielte dabei über den Rand der Tasse zu ihm herüber. "Ich denke nicht", begann sie schließlich erneut, während sie die Tasse nach ein paar weiteren Schlucken absetzte, "dass Sie sich all zu große Sorgen darum machen müssen. Ich bin ja nicht aus Zucker. Ich werde die Strecke einfach zurücklaufen, sobald der Regen ein wenig nachgelassen hat, was hoffentlich nicht mehr in allzu ferner Zukunft liegt. Aber ab morgen werde ich einen Regenschirm mit mir führen, um solchen Missgeschicken hoffentlich aus dem Weg gehen zu können. Dennoch.. müsste ich nachher noch einkaufen. Sonst ist dieser leckere Kaffee und der Keks dabei das Einzige, was ich heute zu mir nehmen kann. Können Sie mir einen guten Supermarkt oder ein kleines Lokal empfehlen, in dem ich meinen Magen wenigstens etwas füllen kann? Muss wirklich nichts Außergewöhnliches sein. Eine Art Subway oder Ähnliches würde schon reichen. Außer natürlich Sie besitzen neben Ihrem Kaffeearsenal noch etwas Essbares. Auch wenn ich Ihnen nur ungerne weiter zur Last fallen wollen würde."