Verflucht, Verhext & Verführt! [Chaoz & Stuffie]

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    • Verflucht, Verhext & Verführt! [Chaoz & Stuffie]

      Vorstellung

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      "Ein Kilo Äpfel - nur fünf Silbermünzen! Äpfel, Birnen, Trauben, kauft!"
      "Hier gibt es den besten Fisch weit und breit! Heute morgen frisch gefangen!"
      "Schenkt Eurem Weib den schönsten Schmuck - Jade, Saphir, Granat, alle aus dem Norden importiert! Beste Qualität für kleinen Preis!"
      "Zehn Brötchen für drei Silbermünzen! Drei Silbermünzen für zehn Brötchen!"


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      "Lady Camille!"
      Mit großen, leuchtenden Augen begrüßte die ältere, recht pummelige Dame die Hexe aufgeregt,
      "Es ist so schön, Euch zu sehen! Sucht Ihr wieder nach ein paar Kräuter für Eure Haut?"

      "Nun, was soll ich sagen, Manon .."
      Mit einem sanften Lächeln auf den Lippen strich sich Camille eine Haarsträhne hinter das Ohr und fuhr fort,

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      "..meine Haut ist sehr anspruchsvoll und deine Kräuter, Manon, sind einfach die besten."
      Zaghaft strich die Weißhaarige mit ihren schmalen Fingern über das Grünzeug, welches sich in kleinen Pöttchen vor ihr präsentierten. Beifuß, Eisenkraut, Blutwurz, Malve ..
      Diese Dame hatte wirklich eine erstaunliche Auswahl und Camille war immer wieder verblüfft, woher sie diese Kräuter überhaupt her hatte - schließlich waren sie nicht nur selten, sondern auch von einzigartiger Qualität. Ob Manon sie bei sich Zuhause selbst anpflanzte und züchtete?
      "Ich nehme ein paar von denen .. oh, und von diesen hier..", gab Camille ihre Bestellung auf und sah zufrieden dabei zu, wie die Verkäuferin des Marktstandes alles, worauf die Hexe gezeigt hatte, hastig einpackte.
      "Das macht zwanzig Silbermünzen.", mit diesen Worten überreichte die Dame ihr die Tüte, die Camille dankbar entgegennahm und eine Goldmünze auf das alte Holz legte, welches die beiden voneinander trennte.
      "A-Aber Lady Camille..!", erstaunt blickte Manon auf die junge Frau, die sie nur gütig anlächelte,
      "Du hast es dir verdient. Deine Kräuter haben mich bis jetzt nie enttäuscht. Und außerdem, Manon, wie oft soll ich dir sagen, dass du mich nicht so höflich ansprechen sollst?"
      "Ah ..", die Wangen der Älteren färbten sich rötlich, als sie peinlich berührt das Goldstück an sich nahm und lachte, "Entschuldige, Camille .. Ich bin so vergesslich!"
      Gerade wollte sich die hexe abwenden, um zu gehen, da hielt Manon sie mit einem 'Warte!' zurück.
      Mit hochgezogener Augenbraue wandte sich Camille wieder zu ihr, woraufhin Manon verschwörerisch flüsterte,
      "Hast du schon gehört? Das mit dem Hexenjäger, meine ich."
      "Hexenjäger?"
      Langsam ließ Camille die Tüte, die sie in der Hand hielt, sinken. Hin und wider kam es vor, dass sich Hexenjäger in dieses Königreich verirrten, aber meistens war es nur ein winziges Problem, das Camille innerhalb weniger Tage beseitigte. Nie aber wurde groß darüber gesprochen ..
      Deshalb empfand die Hexe Neugierde, als Manon sie diesbezüglich fragte.
      So beugte sie sich zu der Dame und wisperte zurück, "Nein, was weißt du denn?"
      "Oh Gott, oh Gott!", aufgeregt, jemanden zu haben, der mit ihr über derartiges munkelte, fing Manon sofort an,
      "Sein Name ist wohl Noél Rubinrot und er ist seit kurzem hier, gleich unter uns! Man sagt, dass er eine so düstere Aura hat, dass man ihn sofort erkennt! Oh, und - und er ist wohl bekannt für seine Kunst, Hexen auszulöschen!"

      Noél Rubinrot ...?
      Was war das denn für ein alberner- entweder Manon hatte sich wieder einmal vertan oder der arme Kerl trug wirklich so einen Namen.
      "Ein gruseliger Hexenjäger also..", murmelte Camille nachdenklich, was Manon direkt wieder zum Quasseln veranlasste,
      "Oh ja! Etwas offizielles habe ich noch nicht gehört, aber bestimmt erkennen wir ihn, wenn wir ihn sehen. Camille, es gibt keinen Bürger hier, den ich nicht kenne! Sobald ich ihn sehe, sage ich dir Bescheid! Vielleicht erzählt er mir auch, wen er in diesem Königreich für eine Hexe hält. Ich wette, es ist die dürre, griesgrämige Héloise! Sie grüßt mich nicht einmal mehr und verbarrikadiert sich in ihrem vergilbten Haus. Oh, aber ich habe gehört, dass ihr Mann ..."

      Tief durchatmend ließ sich Camille weiter mit Sätzen bombardieren, die sie kein Stück interessierten. Manon war oft eine gute Quelle für Informationen, aber manchmal konnte sie einen echt erschöpfen.

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      Ging es nicht gerade noch um den Hexenjäger?
      " ... und deshalb habe ich dem Obstverkäufer gesagt, dass er besser fünf Minuten eher schließt.", beendete die Ältere ihren Vortrag.
      Mit einem geduldigen Lächeln nickte Camille, "Das hast du sehr richtig gemacht, Manon."
      "Das siehst du auch so, nicht wahr, Camille? Und mit dem Eier-Verkäufer will ich gar nicht erst anfang-"
      "Auf Wiedersehen, Manon."
      Mit diesen Worten verabschiedete sich Camille höflich und wandte sich ab.
      Genug war genug.

      Sie war nur hergekommen, um Präsenz zu zeigen und sich ein paar Kräuter für ihre Zaubertränke zu organisieren. Natürlich dachte jeder, sie würde sich diese in den Tee mischen, um jung zu bleiben .. was natürlich auf diese Weise niemals funktionieren würde. Aber einfache Menschen waren nunmal nicht zu klug.

      Langsam spazierte Camille den Marktplatz entlang und tat so, als würde sie sich hier und da noch etwas anschauen, während sich ihre Gedanken um den vermeintlichen Hexenjäger drehten.
      Er war ihr nicht gewachsen, das stand schon einmal fest. Möglicherweise würde ihr Aufeinandertreffen jedoch spannend werden, wenn er denn schon berühmt-berüchtigt war ..
      Aber da hatte sie sicher noch Zeit, um sich vorzubereiten. Dieser Noél Rubinrot war sicher selbst erst hergekommen. Nichts, was sie in Alarmbereitschaft versetzen musste.


      @Chaoz
    • "Hey! Hey, hör mir doch zu! Schau mal hier, die haben echt tolle Ketten! Vielleicht sollte ich Marianne welche mitbringen, sie würde sich bestimmt darüber freuen. Allerdings sollte Ich Claudia und Helena ebenfalls ein paar Andenken mitbringen, ansonsten gehen sie sich noch gegenseitig an die Kehle. Ich sag's dir Partner, drei jüngere Schwestern zu haben ist wirklich kein Zuckerschlecken! Schau mal, ist das nicht ein gutes Geschenk? Obwohl, vermutlich könnte Helena das hier doch besser gefallen?"



      "Was soll dieser Blick, Partner? Willst du mich etwa wieder zurücklassen und ohne mich verschwinden? Was hab ich denn diesmal verbrochen, hm?" Keine Worte waren in der Lage, den angestauten Frust über die bestehende Situation aus dem Herzen des Hexenjägers zu tragen und an seinem ungewollten Begleiter zu übermitteln. Blicke voller abwertenden Inbrunst verhalfen jedoch die Emotionen Noél's an den Tag zu tragen, Emotionen die der Schützling des Mannes kaum bis gar nicht wahrzunehmen schien. Was nun? Wie würde er ihn diesmal loswerden, so kurz nachdem er wieder zu ihm aufgeschlossen hatte und erneut sein ohnehin schon dünnes Nervengeflecht mit seiner penetranten Art attackierte.





      War es Akzeptanz die dem simplen Seufzen des Mannes entfleuchte und der Abscheu verhalf dahinzuweichen? Keineswegs, denn kurz nachdem der letzte Ton im Nichts verhallte, duckte sich der Hexenjäger nach unten ab um schließlich im Getümmel der Menschen nahe der Markstände zu versinken, mit ihnen eins zu werden und in der Ferne nur noch das verzweifelte quengeln seines Peinigers zu hören. "Nicht schon wieder! Komm schon, Partner! Ich werde mich bessern! Ich verspreche es!" Wieso er? Wieso bekam jener, der seit Ewigkeiten allein zu reisen schien, mit Absicht seine Partner stets verschwinden ließ um niemanden zu haben der ihn im Weg stehen könnte, gerade diese eine Person an seine Seite die einen unbeugsamen Willen zu haben schien und wie eine Klette an ihm klebte? Nein, er konnte es wirklich nicht gebrauchen das er zusätzlich zu seiner gefährlichen Jagd noch auf einen unreifen Möchtegern Jäger aufpassen musste. Soweit es ihm in den Sinn kam waren Bindungen stets die Schwachstelle, die einen jeden von ihnen schlussendlich in sein Grab führte. Es war nicht so, dass er sich nicht nach der letzten Ruhe sehnte, doch war seine Aufgabe noch lange nicht erfüllt sodass sein letzter Atemzug mit dem der letzten Hexe gemeinsam versiegen könnte. Und so trugen ihn seine Schritte durch die Menschenmenge hindurch, in einer unangenehmen Nähe zu ihrem Gegenüber, während seine Hände zwar stets nach unten gerichtet waren, doch andere Hände ihn versehentlich erhaschten gleichermaßen jedoch wieder von ihn lösten. Nach einigen unangenehmen Berührungen an noch unangenehmeren Stellen, war schließlich am Ende der Menge ein Licht zu sehen, welchem der Schwarzhaarige entgegen zu stolpern schien.





      Doch auch am Ende des Tunnels schien die Situation kein angenehmes Ende zu nehmen, als Noél nun endlich die Freiheit erreichte und fast in eine Weißhaarige Dame hineinzustolpern schien. Kurz bevor er sie jedoch mit sich zu Boden reißen konnte, verlagerte er sein ganzes Gewicht in die Beine um abrupt zu stoppen, doch riss dabei weit vor Überraschung seine Augen auf, bevor ihm ein erleichtertes Seufzen entwich und seine Überraschung verendete. "Verzeihung!", entwich es seine Lippen in einer höflichen Tonlage, bevor er seine linke Hand in den Nacken legte und ein gar schon peinlich berührtes lächeln aufsetzte. "Ich hoffe sie sind nicht verletzt? Mir war nicht bewusst das die Straße einen so engen Verlauf nehmen würde, leider bin Ich nur auf der Durchreise und kenne mich daher nicht so gut vor Ort aus!"