Layers of the Blue Moon (Countess & Chaoz)

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    • Layers of the Blue Moon (Countess & Chaoz)

      Wildes Kampfgeschrei der Ritter ertönte, als in der düsteren Wüste aus verbrannter Erde die Soldaten jeweils zweier verschiedenen Fraktionen aufeinander zu rannten und ihre Klingen kreuzten. Innerhalb der schwarzen, namenlosen Gesichter die nur knapp unter den schweren Helmen hervorstießen verteilte sich vereinzelt eine rötliche Farbe während ihre Gegenüber zu Boden sackten, durchbohrt von Speeren gepfählt von Pfeilen und enthauptet von Schwertern, die Emotionen in die letzte Ecke des Verstandes verbannend und nur den Befehl des endlosen Massakers folgend. Welcher Unsinn steckte hinter diesem sinnlosen Abschlachten anderer Menschen, die ebenfalls eine Identität, einen Willen, eine Familie und eine eigene Realität besaßen, sich lediglich den Stärkeren unterordnen zu müssen, welcher in seiner Gier nach Macht und in der Ekstase der Überheblichkeit ertrank und selbst am Ende des Schwertes verendete? Ferner des Kampfgeschehens, auf einem Berg empor stehend, entpuppte sich ein Mann dessen goldene Augen rastlos über die von Staub übermalte Schlacht spähten. Der Wind wog in seinen Haaren und ließ jene, wie auch einen Teil seiner Kleidung nach hinten wehen, während seine offene Hand sich zu einer Faust ballte. War dies wirklich der Fortgang dieser Geschichte, die den Egoismus der Menschheit zum Höhepunkt bringen würde? Nicht nur in der Realität, auch hier wären die Menschen lediglich die Werkzeuge der Höheren, sich gegenseitig um Territorien streitend und selbst die anderen Völker mit in ihren Zwist ziehend. So sollte es nicht weitergehen, dies war gewiss nicht der Wunsch des Gottes der diese Welt erschuf und ihr zur Charakteristik verhelfen sollte. Schwarze Flammen entstanden in der Luft um den Schwarzhaarigen Mann auf dem Berg, verzerrten sich in verschiedene Richtungen und bandelten sich um seine Faust die er mit einem Schwung seines Armes zur Seite warf um einen gigantischen Schwall aus schwarzen Flammen in einer Schneise zum Kampfgeschehen zu senden. Für einen Moment stoppte der Kampf und die unkenntlichen Gesichter der Soldaten starrten zu dem Berg hinauf, die Person anstarrend die ihnen mit einem erbarmungslosen Blick erwiderte. Doch obgleich der Schwall aus Feuer eine Mauer zwischen die Kämpfe warf, wandten sie sich wieder ihren Gegenüber zu und waren bereit jenes Feuer auf Kosten ihrer Leben zu überschreiten um ihren widerwärtigen Befehlen Folge zu leisten, da auf sie daheim etwas Schlimmeres als den Tod warten würde. „Das ist falsch! So sollte es nicht enden!“, entwich es den Schwarzhaarigen dessen Stimme vor Erzürnung bebte während er einen weiteren Schwall aus Feuer auf die Soldaten warf, unzähligen Menschen dabei das Leben nahm. „Stoppt diesen Unsinn!“, entwich es den jungen Mann erneut kurz bevor die Flammen um ihn herum vollkommen die Beherrschung verloren und eine riesige Stichflamme in die Luft schoss, den Himmel pechschwarz färbend. „Ich werde diese Welt verbrennen!“

      Und als der letzte Satz ertönte, erwachte der Schwarzhaarige Mann aus seinem Traum in seinem Bett und stieß sich beim aufrichten seines Oberkörpers erbärmlich den Kopf. „Shit..“, entwich es ihn während er sich diesen hielt und sich zur Seite drehen wollte um aufzustehen, dabei aber seinen Fuß gegen die Kommode neben den Bett stieß. „AH!“ und als er nach seinen Fuß griff, rutschte er auf der Decke aus und stieß mitsamt seines Gewichtes zu Boden. Vollkommen entnervt, verblieb er für eine Weile in dieser Position, bevor er sich nach einigen Minuten aufrappelte und zur Kommode drehte. Mit einen kräftigen Schlag stieß er seine Faust auf diese und unterband ein erneutes Geräusch des Schmerzes mit der Genugtuung es den Schrank nun gezeigt zu haben. „Drecksteil.. Dich pack ich zum Sperrmüll, sobald einer der Nachbarn welchen anmeldet!“
      Entgegen des Schrankes zur Jalousie laufend, diese einen Spalt öffnend und einen Blick nach draußen werfend, vernahm der Schwarzhaarige ein dumpfes Licht, welches dem Sonnenuntergang entsprach. //...Hab ich den ganzen Tag durchgeschlafen? Ich hätte wohl nicht so lange im Buch bleiben sollen..//, dachte er sich bevor sich kurzerhand Flashbacks seines Traumes in sein Gedächtnis abspielten. Law öffnete die Jalousie soweit, das genügend Licht in das spärliche, unaufgeräumte Zimmer fallen konnte und Ausblick auf jenen Schreibtisch gab auf welchem ein geöffnetes Buch lag. Seine Schritte trugen ihn zu jenem, es begutachtend und die Seiten überfliegend die sich neu gebildet hatten. //..Unter diesen Umständen wird die Geschichte viel zu langweilig.. Kann es wohl auch gleich entsorgen, besonders viel Geld schlag ich damit jedenfalls nicht raus...// Doch bevor er das Buch in die Hand nehmen konnte, machte sich sein Magen bemerkbar und zauberte seinen neutralen Mundwinkeln eine Neigung nach unten ins Gesicht. Ohne einen weiteren Gedanken an das missglückte Werk zu verschwenden, schritt er durch den knappen Flur und betrat die beengte Küche seiner 2-Raum Wohnung um dort im Kühlschrank vergeblich nach etwas essbarem zu suchen. Auch hier war alles verdunkelt, und gewährte nur minimal Ausblick auf den unordentlichen Raum. //...Nervig... Eigentlich ist es noch viel zu früh rauszugehen und ich will nicht von irgendwelchen Leuten erkannt und angesprochen werden.. Aber ich verhungere...// Widerwillig seufzend verließ er den Raum und begab sich erneut durch den kleinen Flur in sein Zimmer um seine Klamotten zu wechseln. Da es gerade später Herbst war, warf sich der Schwarzhaarige eine Jacke über, während er zur Küche lief und bevor er seine Tasche nahm, die er sich über die Schulter warf. Ein kurzer Blick auf sein Handy, zeigte eine große Anzahl verpasster Anrufe und Nachrichten die er dank seines verstummten Tones nicht wahrnehmen konnte. Nachdem er die Uhrzeit checkte, verstaute er das Handy in seiner Hosentasche, sah kurz durch den Spion an seiner Tür und begab sich aus dieser hinaus in den Flur des Apartments, sich die Kapuze überwerfend und auf schnellsten Wege an die Freiheit gelangend. Weißer Rauch stieß aus seinen Mund als er die Türschwelle zur Außenwelt übertrat und die kunterbunten Blätterdächer der Bäume fixierte, welche den Straßenrand verzierten. //..Schon wieder Herbst.. Die Zeit fliegt dahin...// Der Straße folgend und die wenigen Autos ignorierend die knapp an ihn vorbeifuhren, verging die Zeit und dem Abendrot wich die Nacht die sich durch ein Sternenzelt über den Himmel entfaltete. Der Blick des Mannes war stets zu Boden gerichtet, sodass er mit erstaunen vernahm das die Zeit auf seinen Weg dahinschwand und die Lichter des kleinen Ladens ferner der Stadt zu vernehmen waren. Es gab unzählige Läden, doch alle wären Anlaufstellen für Menschen und dieser, war stets leer doch hielt sich dennoch über die Jahre hinweg. Die Hände des Schwarzhaarigen entfernten sich aus seinen Taschen und umfassten seine Kapuze, diese lockernd und von seinen Kopf hebend, bevor er zur Schiebetür des Gebäudes lief. Doch als diese sich öffnete, vernahm er den Schrei einer jungen Frau aus der Nähe. Sein Blick wandte sich für einen kurzen Moment zur Seite, doch dann wieder nach vorne und vorgebend den Schrei nicht gehört zu haben, trat der Mann in den Laden, bevor er die Menschenmenge in diesen vernahm. Diese starrten auf direkten Wege zu ihm und fixierten den Autor mit ihren Blick an, begannen zu tuscheln und sich zu fragen ob sie sein Gesicht nicht von irgendwo her kannten. Die Augen des Mannes weiteten sich und er trat ertappt einige Schritte zurück, umgriff seine Kapuze und warf sich diese über den Kopf, seinen Blick senkend und die Hände in jener verkrampfend. Er wandte sich von den Leuten ab und schaute betrübt zu Boden, folgte seinen Füßen nach draußen und lief ins Ungewisse, den Schrei in seiner Flucht erneut vernehmend, doch diesmal genau vor sich erkennend. Sein Gesicht wandte sich auf und erkannte einen Delinquent der sein Messer gegen den Hals einer jungen Frau drückte, drohend ihr die Klamotten vom Leib zu reißen und ihren Hals mit seiner Zunge bedrohlich nahe kommend. Seine offene Hand zur Faust ballend, seinen Arm zur Seite werfend, fiel die Tasche zu Boden und heimste ihn damit die Aufmerksamkeit des Mannes und seiner zwei Begleiter einige Meter entfernt ein. //..Shit, das funktioniert wohl nicht in dieser Welt..// „Was glotzt du so bescheuert, hah?“, entwich es den abgeranzt aussehenden Typen, welcher mit seinem Messer an der Kleidung des Mädchens spielte und einen Knopf ihrer Kleidung aufschnitt. „Du hast ganz schön Eier hier aufzutauchen, während ich meine Beute vernasche. Willst dich hier wohl als großer Retter aufspielen? Schwachköpfe wie du, die hier den großen Macker spielen wollen, pissen mich am meisten an! Schnappt ihn euch, der wird zusehen wie ich mir die Kleine vornehme und an seine Machtlosigkeit zerbrechen!“ Die zwei Gangster aus dem Hintergrund, liefen beide an ihren Vorgesetzten vorbei und rannten im geraden Wege auf Law zu. Der Erste versuchte mit seiner Hand seinen Kragen zu packen, vernahm um seinen Handgelenk jedoch schnell den festen Griff des Schwarzhaarigen der locker an der Stelle stehen blieb und mit einem knacken der Hand seines Gegenübers jenen in die Knie zwang. Sein Blick wandte sich ernst und kühl zugleich zu der zweiten Person, die abrupt stehen blieb und ebenfalls ein Messer zückte. „Du dreckiger..“, doch als dieser auf Law zulief und mehrmals auf ihn einstechen wollte, wanderte die Hand des jungen Mannes knapp an den Messer vorbei und ummantelte den Oberarm des Mannes, während seine andere Hand an seinen Brustkorb Halt fand. Mit einem schnellen Zug kugelte er dem Gangster seine Schulter aus, dessen Schmerz ihn dazu zwang das Messer zu Boden fallen zu lassen. Der erste erhob sich wieder, schnappte das zu Boden gefallene Messer und rannte hinterrücks auf Law zu, seinen Rücken anvisierend doch den finsteren Blick aus seinen Augenwinkeln heraus vernehmend. Der gefasste Gesichtsausdruck des Schwarzhaarigen brachte den Angreifer so durcheinander, das jenes Messer zwischen den Arm und den Rücken Laws vorbeiglitt. Jenen Arm des Angreifers fest zwischen seinen Oberarm und seiner Seite pressend, den Hinterkopf nach hinten schnellend und gegen das Gesicht des Gangsters stoßend zwang er auch diesen auf die Knie, vor Schmerz seine blutige Nase haltend. Nun wandte sich der Blick des Schwarzhaarigen zum letzten Verliebenden, der noch immer die Frau in seiner Gewalt hatte. „Menschen wie du...“, gab der Schwarzhaarige im ruhigen Ton von sich während er langsamen Schrittes auf die beiden zulief, der Delinquent jedoch das Messer in die Haut der jungen Frau bohrte und ihn anwies stehen zu bleiben. Ungeachtet seiner Worte, wandelten sich die langsam Schritte in einen schnellen Sprint der damit endete das er seine Handfläche gegen das Gesicht des Mannes stemmte und ihn so zu Boden stieß. „...widern mich am meisten an! Du bist genau wie diese nervigen Befehlshaber die ihre Soldaten in den sinnlosen Tod schicken. Aber weißt du was? Gut für mich, denn ich hab wirklich schlechte Laune!“ Mit einen gezielt ausgeholten Schlag in das Gesicht des Mannes, knockte er das erbärmliche Gesicht jener Person die von Angst verzerrt zu sein schien aus. Nachdem er sich um diesen gekümmert hatte, erhob er sich aus seiner Hocke und warf den zwei Anderen einen ruhigen, dennoch aggressiv wirkenden Gesichtsausdruck zu. Diese verzogen sich auf dem Schnellsten Wege und ließen ihren Boss zurück. Seinen Blick zu der Frau wendend, entfernte er seine Jacke von seinen Körper und reichte sie ihr. „Railway Straße 4, Westbezirk. Du kannst sie morgen in den Briefkasten unter den Namen Westcott legen. U-Und weh du klingelst! Ich werde nicht dran gehen, n-nicht das ich nicht Heim wäre. E-Es würde mich... bei meiner Arbeit stören!“ Ein einfaches Kratzen an seiner Wange unterband das Unbehagen in seiner Brust, welches sich in Form seines Gesichtes offenbarten welches er peinlich berührt zu Boden senkte. Die Frau vorerst zurücklassend, begab sich der Mann auf den Weg zurück und rieb sich an seinen Armen, sich der Kälte widerwillig durch Zittern ergebend. //..Mann ist das kalt... Und etwas zu Essen konnte ich mir auch nicht holen.. Shit...// Seine Schritte trugen ihn über die von faden Straßenlichten beleuchteten Gehwege bevor er sich an eine Mauer lehnte und seinen Magen hielt. //...So Hungrig...//
    • Mit einem künstlich aufgesetztem Lächeln blickte Juliea in Richtung einer auf sie gerichteten Kamera, während ihr Körper gar wie versteinert auf dem unbequemen Hocker wirkte. Heute war einer dieser Tage, die sie aus tiefstem Herzen verabscheute. Doch um ihren Ruf zu wahren und zeitgleich ihren Lesern das zu geben, was sie wollten, zwang sie sich immer und immer wieder zu neuen Terminen, damit ihr Gesicht die nächsten Innenseiten ihrer Bücher zieren konnte. Am Anfang ihrer Karriere wollte sie ihre Identität eigentlich um jeden Preis geheim halten, um ihr unbeschwertes Leben fortführen zu können und auf den Straßen nicht von unzähligen Fremden erkannt und aufgehalten zu werden. Allerdings kursierten schon nach kürzester Zeit Gerüchte umher - unter anderem von Journalisten, die unbekannte, einfache Frauengesichter nutzen um sie im Internet zu verbreiten und zu behaupten, es handelte sich um die Schriftstellerin. Aus diesem Grunde dachte sie, es wäre besser, sich endlich offen zur Schau zu stellen um andere Frauen vor dem Schicksal zu bewahren, das insgeheim ihr gebührte. Ein Handzeichen des Fotografen erlöste sie und gab ihr zu verstehen, dass genug zufrieden stellende Aufnahmen gemacht wurden. Nickend erhob Juliea sich also aus ihrer Position und schlenderte mitsamt einem Wasser in der Hand zum Bildschirm, auf dem sie gemeinsam mit dem Fotografen die zuvor geschossenen Aufnahmen durchging um beim Bestimmen der Besten mitentscheiden zu können. „Das hier finde ich besonders gut!“ betonte der ältere Herr und vergrößerte eines der Bilder, auf denen sie aussah, als wäre sie der glücklichste Mensch auf Erden. „Finden Sie? Für mich sieht es eher aus, als wäre ich eine gänzlich verkrampfte Person. Mein Lächeln wirkt, als wüsste ich nicht, wie sowas überhaupt geht.“ - „Quatsch. Genau das will man doch von Ihnen sehen! Eine durch und durch glückliche Frau, die in ihrem Beruf aufgeht! Immerhin sehen Sie so wunderschön aus wie eh und je!“ Seufzend stellte Juliea das Glas Wasser ab und hielt sich ihre Hand vor die Stirn. Was machte sie hier eigentlich? In Wahrheit wollte sie überhaupt nicht zu jemandem werden, der sich auf seiner Reichweite ausruhte und mehrmals die Woche zu irgendwelchen nutzlosen Terminen erschien um indirekt der ganzen Welt zuzurufen, wie berühmt und bekannt sie doch sei. Zwar wusste sie, dass sie immer auf dem Boden der Tatsachen blieb und ihr Wesen für keinen Ruhm der Welt veränderte - doch die Angst, die Außenwelt könnte das Gegenteil von ihr denken, nagte an der Vierundzwanzigjährigen. Normalerweise waren ihr die Meinungen anderer Menschen egal; sie würde ihrem Beruf und ihren Worten stets treu bleiben. Nichtsdestotrotz wusste sie, in einem solchen Berufsfeld konnten die (ganz gleich ob wahr oder falsch) - Äußerungen von manchen Menschen dazu führen, dass ihre Karriere ein schnelles Ende fand. „Na gut. Entscheiden Sie. Schicken Sie mir nur vor der Veröffentlichung eine Vorlage zu, damit ich diese absegnen oder gegebenenfalls verändern kann.“ - „Mache ich. Bis nächste Woche!“ rief der Fotograf als Letztes, bevor die Schriftstellerin das Apartment verließ und ungefähr fünfzehn Minuten später von einem Taxi zu ihrem eigenen Heim gebracht wurde. Bevor sie die Türschwelle ins Innere übertrat, nahm sie die angesammelte Post aus dem Briefkasten entgegen und betrachtete einen Brief nach dem anderen, während sie sich die Schuhe von den Füßen streifte. „Rechnungen.. Kooperationsanfragen.. Einladungen.. Fanpost…“ murmelte sie vor sich her und schmiss die Briefe allesamt auf die Kommode im Flur. Sie nahm sich vor die Post am Abend abzuarbeiten, jetzt gerade wollte sie sich lieber ihrer Schreibmaschine widmen, um an ihrem derzeitigen Werk weiter zu tippen. Ihre Bücher schrieben sich schließlich nicht von allein und jedes Mal, nachdem sie das Haus verlassen hatte, sprudelte ihr Gehirn förmlich vor lauter Ideen. „Hallo Liebes!“ erklang es aus Richtung des Wohnzimmers, aus dem ihre Großmutter bereits mit ausgestreckten Armen auf sie zu taumelte und in eine herzliche Umarmung zog. „Wie war es? Lief es gut?“ - „Moma.. du weißt doch, dass es immer dasselbe ist. Aber ja, es lief gut!“ Moma war in dem Fall eine Zusammensetzung aus dem Begriff „Mama“ und „Oma“. Juliea gab ihrer Großmutter diesen Kosenamen kurz nachdem diese sie aufgenommen hatte. Von ihrer Mutter hatte sie seit Ewigkeiten nichts mehr gehört und dennoch machte ihre Großmutter sich großartig darin, ihre Rolle zu vertreten. Dementsprechend empfand sie diesen Kosenamen als durchaus zutreffend. „Ich bin so stolz auf dich mein Schatz!“ entgegnete ihre Oma und besiegelte die Worte mit einem dicken Schmatzer auf die Wange ihrer Enkeltochter. „Sag mal, könntest du später noch Mehl und Milch besorgen? Zur Feier deines letzten Bestsellers möchte ich einen Kuchen backen; aber irgendwer muss ja die Launen deines Großvaters ertragen.“ scherzte sie und rollte im Anschluss die Augen, als ihr Mann bereits aus dem Schlafzimmer nach ihr rief. „Mach ich. Ich muss nur noch ein bisschen weiterarbeiten, dann mache ich mich auf den Weg.“ lächelnd gab auch sie ihrer Großmutter einen kurzen Kuss auf die Wange und stapfte die Treppen hinauf zu ihrer Etage und dem sich dort befindenden Arbeitszimmer. Hin und wieder plagte sie ein schlechtes Gewissen, ihre Zeit nicht länger ganz ihren Großeltern widmen zu können - dies glich sich allerdings durch den Fakt aus, dass sie genügend Geld einbrachte, seine Medizin und die nötigen Versorgungen ihres Großvaters problemlos bezahlen zu können. Nach einem Schlaganfall war dieser nicht mehr dazu in der Lage, seinen Alltag selbstständig zu bewältigen, da er halbseitig gelähmt die meiste Zeit des Tages im Bett verbrachte. Eigentlich war er der liebste Mensch, den man sich nur vorstellen konnte; nach seinem Vorfall jedoch, mutierte er zu einer Art Monster. Nicht das Monster, dass man aus Julieas Romanen kannte sondern ein menschliches Monster, angetrieben von purer Verzweiflung und Selbsthass. Er hatte noch so viele Pläne und Visionen seiner Zukunft, die er nun allesamt über Bord werfen konnte. Deshalb gab es mittlerweile so gut wie kein Zeitintervall, in dem er nicht seine schlechte Laune am Umfeld ausließ und aus diesem Grund mochte Juliea nicht allzu oft in seiner Gegenwart verweilen. Zwar wusste sie, dass ihr Großvater vieles gar nicht so meinte - und doch zerfraß sie der Gedanke, ihn so den Rest seines Lebens erleben zu müssen. Das waren unter anderem die Momente, die sie sich für ihre Arbeit zunutze machte. All der Schmerz, die Trauer und durcheinander gewürfelten Emotionen - hübsch verpackt in Worte, die die Herzen der Leser erwärmte und doch wusste keiner von ihnen, welch Wahrheit hinter ihnen steckte. Julieas Werke entsprachen natürlich nicht alle der Wahrheit oder hatten Bezug zur Realität; die von Schmerz erfüllten Worte indes waren echt.

      Eine halbe Ewigkeit später bemerkte Juliea nur durch Zufall, dass der Sonnenuntergang sich bereits ankündigte. Diesmal war sie so in ihre Arbeit versunken, dass sie beinahe vergaß, der Bitte ihrer Großmutter nachzukommen. Abrupt erhob die junge Frau sich und flitzte die Treppen hinunter zur Eingangstür: „Ich.. Ich hab‘s nicht vergessen. Ich beeile mich, bis gleich!“ rief sie durchs Haus und vernahm kurz bevor die Tür hinter ihr ins Schloss fiel das Lachen ihrer Oma die natürlich ganz genau wusste, dass sie es vergessen hatte. Ihr blieb noch ungefähr eine halbe Stunde, bis der Laden schließen würde und allein zehn Minuten benötigte sie, um überhaupt dort anzukommen. Glücklicherweise kannte sie den Einkaufsladen in und auswendig, daher würde sie nicht allzu viel Zeit verschwenden. Um trotzdem mehr Zeit zur Verfügung zu haben, verzichtete sie aufs normale Laufen und rannte lieber in Richtung des Ladens. Irgendwann hatte sie nur noch ein paar weitere Meter zu bewältigen - unterbrach ihr Tempo jedoch ganz plötzlich, als sie das Geschrei einer Frau nicht allzu weit entfernt vernehmen konnte. Verwirrt schaute sie umher, erkannte aber nichts Auffälliges. Da der Schrei nur für einen Moment andauerte, konnte sie die Richtung nicht deutlich genug zuordnen - erst, als der Schrei ein weiteres Mal ertönte, erblickte sie den Ursprung dessen. Bevor sie überhaupt Zeit dazu hatte, das sich vor ihr abspielende Szenario zu realisieren, mischte sich ein Passant ein und versuchte, der Frau, beziehungsweise dem Opfer zu helfen. Das ganze Geschehen spielte sich viel zu schnell ab, als dass Juliea auch nur den Hauch einer Chance hatte, irgendwas zu tun. Stattdessen stand sie wie angewurzelt auf demselben Fleck und fokussierte das Bild der Auseinandersetzung wie ein widerlicher Gaffer. Es dauerte nicht lang, bis das Szenario sein Ende fand und der zuvor vorbeigekommene Passant entpuppte sich als Held, der die junge Frau vor Schlimmerem bewahrt hatte. Eigentlich wollte auch Juliea zur Frau stürmen und sie fragen, ob sie noch Hilfe benötigte oder eine Begleitung gegen ihre wahrscheinlich noch immer dagewesene Angst. Diesem Vorhaben wurde ein Strich durch die Rechnung gemacht, als sie jemand unsanft von hinten an der Schulter zog. Sie drehte sich um und alles was sie sah, war eine Ansammlung von Menschen, dessen Augen einzig und allein auf ihr Antlitz gerichtet waren. Scheiße. „S-Shana Moss?!“ stammelte einer der Männer, der sich inmitten der Menge befand und mehrere taten es seinen Worten nach, bis so ziemlich jeder von ihnen Julieas Pseudonym durch die Gegend brüllte. „Kann ich ein Autogramm haben?!“ - „Ich liebe Ihre Werke!!“ - „Wohnen Sie hier in der Gegend?!“ - „Können Sie mir bitte das hier signieren?!“ Beschämt biss die Schriftstellerin sich auf die Unterlippe und ließ ihre Blicke durch die Menschenansammlung wandern, nichtwissend, wie sie reagieren sollte. Es hätte zu viel Zeit gekostet, jedem ihrer Wünsche nachzukommen und gleichzeitig wollte sie auch nicht herzlos wirken, indem sie keinem einzigen nachkam. Außerdem war da noch immer der Wunsch ihrer Großmutter und ein Blick auf ihre glänzende Armbanduhr verriet, dass sich diese wohl eben in Luft aufgelöst hatte. Sichtlich angefressen beschimpfte sie sich innerlich mit Vorwürfen - wie sollte sie das erklären? Doch jetzt, wo der Zug sowieso abgefahren war, wollte sie zumindest ein paar Fans glücklich machen und begann mit den Signaturen, sowie Antworten auf ihre Fragen. Normalerweise ging sie niemals mit normalen Klamotten vor die Tür, genau aus dem Grund, nicht erkannt werden zu wollen und ausgerechnet heute, als sie eine Ausnahme machte und nicht aufgrund irgendeines Termins vor die Tür trat, hatten Fans sie ausfindig gemacht. Glücklicherweise dauerte es nicht allzu lang, bis die Bedürfnisse der gierigen Fanatiker gestillt waren und sie sich freundlich verabschiedete, um den Heimweg anzutreten. Ein wenig unsicher blickte sie andauernd nach hinten um sicherzustellen, dass ihr keine neugierig gesonnenen Fans hinterher schlichen und ihre Adresse später für die Öffentlichkeit freigaben. Genau in dem Moment, als sie ein weiteres Mal hinter sich schaute, prallte sie gegen jemanden den sie unter all der Hektik nicht bemerkt hatte und fiel beim Stolpern über seinen Fuß unsanft auf die Knie. „Verdammt!“ brüllte sie wütend, stand auf und klopfte sich den Dreck von der Hose. Erst dann sah sie den Grund für ihren Aufprall und blickte in das Gesicht eines Mannes, der mit einem ziemlich unglücklichen Gesichtsausdruck gegen eine Mauer lehnte. „Tut mir leid! Ich.. hab‘ nicht aufgepasst.“ entschuldigte sie sich und vergrub das Gesicht zwischen den Händen. „Heute ist einfach nicht mein Tag.“ murmelte sie kopfschüttelnd und kicherte im Anschluss über sich selbst, das Gesicht wieder freilegend. „Sagen Sie.. wissen Sie, wo ich um die Uhrzeit noch Mehl und Milch herbekomme? Beim Trödeln habe ich nicht auf die Uhrzeit geachtet und eigentlich… bräuchte ich diese Zutaten dringend!
      my review on life so far:

      ★ ★ ★ ☆ ☆
    • Schwärze breitete sich im Angesicht seines Zustandes vor seinem Augen aus, zwang den Mann schließlich seine freie Hand gegen eine Laterne zu stemmen um sich zu stützen und einen tiefen Atemzug zu nehmen um sich auf andere Gedanken zu bringen, sogar bestmöglich vom Hunger abzulenken. Nichtsdestotrotz ertönte, jenes unüberhörbare Gebrüll der wütenden Bestie die nach Nahrung verlangte um weiterhin für Energie im Körper zu sorgen und trieb den Schwarzhaarigen in das minderwertige Gefühl der Scham hinein. Ohne weiter darüber nachzudenken, ohne auch nur einen Blick an seine Umgebung zu wenden um sicherzustellen, dass auch wirklich niemand diese Schmach zu Ohren bekam, drückte er sich schließlich an der Laterne ab und taumelte in Richtung einer Seitengasse um sich dort, mit der freien Hand den Magen haltend, für einen kurzen Moment an einer der Wände abzustützen. //...Ahh, hätte ich nur nicht so viel Zeit in diesem abscheulichen Buch verbracht... Was dachte ich mir dabei einen zweiten Teil zu entwickeln? Wenn ich nur stattdessen weiter an einem anderen Werk gearbeitet hätte..// Die dunklen Augen des Mannes schlossen sich im Angesicht der großen Erschöpfung, die er sich selbst zu verschulden hatte und jeder Schritt fühlte sich bisweilen an als wären seine Schuhe mit Blei gefüllt. Dennoch musste er sich eingestehen, dass dies bei Weitem noch nicht die schlimmste Erfahrung in seinem Leben war. Früher, noch kurz nachdem er seine Familie verlassen hatte und sein eigenes Leben auf die Beine stellte, waren es nur Kissen und Karton und auf diesem Karton befand sich des Öfteren nur trockenes Brot mit einem Glas Leitungswasser. Besser als gar nichts, würde man meinen doch man müsse erst in dieser Situation gewesen sein um sich selbst ein Urteil davon bilden zu können. Und diese Situation, sie war erniedrigend, sie war niederschmetternd und sie führte zu Leere, nicht nur im Herzen sondern auch in den dunklen Augen Law's die fortan nur noch die Arbeit sahen, diese jedoch nicht mit Freude sondern mit der Notwendigkeit zum überleben betrachteten. Es war niemand da, wenn er sein Haus betrat. Es war niemand da, der ihm eine Hilfe darbieten konnte, außer vielleicht die zwei Personen die er seine Freunde nannte doch schon viel zu häufig Hilfe von ihnen angeboten bekam, als das er sich dazu durchringen könne sich ein weiteres Mal nur auf sie zu verlassen. Was waren das für Gedanken? Wieso durchfuhren in diesem Moment diese absurden, gar schon selbst verletzenden Erinnerungen sein sinnliches Bild und ließen Filme aus jener Zeit in der Form eines Filmbandes vor sich abspielen. Vielleicht spielte ihm sein angeschlagener Körper einen Streich, schließlich war seine letzte Mahlzeit nun doch eine halbe Woche her. "Was nun?"
      Der Rücken des Mannes lehnte sich an die Wand, während sein Kopf sich betrübt gen Himmel neigte und die Schwärze zu beobachten schien. Sterne? Wo denkt ihr hin, in einer Stadt wie dieser in welcher jegliche Ecke aufs minimalste Stückchen beleuchtet war, und selbst die Randbezirke wie diese kaum Einblick in die Wahrhaftigkeit des Sternenzeltes zu erbringen vermochten. Ein trauriger Anblick, ein ernüchterndes Seufzen, welches aus den Lippen des Schwarzhaarigen Mannes folgte und die ohnehin schon erdrückende Stille mit einem viel zu laut wirkenden Ton füllte. //...Sieht so aus als wäre der Laden in meiner Nähe wohl der Einzige der noch um diese Uhrzeit geöffnet hat.. Zu dem im Randbezirk kann ich unmöglich zurück, nachdem mich so viele Leute fast schon erkannt hätten und Ich einen solchen Abgang gemacht habe.. Scheiße ist das kalt...//
      Erneut stieß in Anbetracht der herbstlichen Frische eine weiße Wolke in Form seines Atem aus seinem Mund und löste sich binnen Sekunden im Nichts auf. Mit den Händen umfasste der Schwarzhaarige Mann schließlich für einen kurzen Moment seine Arme, doch unterband nach einer Weile das zittern indem er sich ein weiteres Mal versuchte auf andere Gedanken zu bringen. //...Hier einfach rumzustehen wird definitiv nichts besser machen.. Gleichermaßen könnte Ich die Zeit anderweitig Nutzen und doch an meinem neuen Werk arbeiten.. Doch fehlt mir dafür noch der Titel...// Verträumt wandten sich die dunklen Augen in die Umgebung und schweiften umher, bis sie gen Himmel zumindest aus den Augenwinkeln heraus einen weißen Streifen in der Schwärze erblickten. //...White Line?...//
      Aus Gewohnheit wanderte seine freie Hand nun in Richtung seines Brustkorbes, wollte direkt in die Jackeninnentasche greifen um sein Notizbuch mit dieser zu ummanteln doch verendete schließlich damit, dass sich die Fingerspitzen sachte gegen deine Brust drückten. Die dunklen Augen fanden schlussendlich ihren Weg nach unten, erhaschten einen kurzen Blick auf das Geschehene und seine Mundwinkel verzierte zur Abwechselung mal ein peinlich berührtes Lächeln. //..Ganz vergessen, hab meine Jacke der Frau überlassen. Schätze dann wird es von ihren Wohlwollen abhängen ob ich mein Notizbuch jemals wiedersehe.. Ahh, alle meine Zeichnung, alle meine Ideen...// Gar schon frustriert musste er sich nun endlich eingestehen, dass dies wohl mit Abstand einen der unglücklichsten Tage in seinem Leben darstellen sollte. Bemerkbar machte sich diese Frustration anschließend in seinen Gesichtszügen, die eine Form der Trauer auszustrahlen schienen. Just in dem Moment, in welchem er sich wieder auf dem Weg begeben wollte, stolperte eine unbekannte Person in ihn rein, brachte schließlich den ohnehin schon auf wackligen Beinen stehenden Hungernden aus dem Gleichgewicht und zwang ihn förmlich mit den Rücken zur Wand. Als schlussendlich der laute Ton ihre Lippen verließ, riss der Schwarzhaarige für einen kurzen Moment erschrocken seine Augen auf, doch nahm danach wieder die gewohnt frustrierten Gesichtszüge an. //..Eine Frauenstimme?..//
      Die Augen der beiden trafen sich im Angesicht der ungünstigen Situation und schon auf Anhieb, bewegten sich die Hände in Richtung seines Nackens um die nicht vorhandene Kapuze über sein Haupt zu werfen, doch stoppten mitten in der Luft als er ein weiteres Mal zu realisieren vermochte, dass die Jacke noch immer im Besitz einer anderen Person war. So wandten sich die Hände wieder locker an seinen Oberkörper nach unten, während er versuchte den Blick der Frau bestmöglich auszuweichen. Doch in ihr erkannte er das Gefühl sie schon einmal irgendwo gesehen zu haben, erinnerte sich schließlich an eine Szene aus seiner Vergangenheit in welchem er ein Buch las, dass vermutlich aus ihrer Feder stammte. //...Shana Moss.. War es, glaub ich.. Mhh, besser ich gehe ihr aus dem Weg...//
      Die Stimme der Frau ertönte jedoch erneut und zwar in Form einer Entschuldigung und mit genau dem gleichen Argument welches er zu bringen vermochte. "Hm.", entwich es dem Schwarzhaarigen mit einem simplen Schmunzeln noch während er seinen Mut zusammennahm und ihr endlich in die Augen sah. "Schätze dann haben wir wohl beide heute einen schlechten Tag."
      Sie war zwar in Ordnung, doch erschien es nicht als angemessen in dieser Situation nach ihrem Wohlbefinden zu fragen? Der Schwarzhaarige hatte einfach viel zu wenig Erfahrung in Umgang mit fremden Personen. Seinen Freunden gegenüber konnte er sein wie er wollte, ihnen auch nur die Frage zu stellen ob alles in Ordnung sei, würde nur zu Gelächter und Verhöhnung führen. "Geht es ihnen gut? Falls ihnen nichts fehlt, können sie mich gern begleiten. Im Westbezirk gibt es einen Laden der 24 Stunden geöffnet hat, es könnte jedoch sein das dort viel los ist."
      Lawrence erwartete zwar die Antwort der Frau, doch drehte sich dabei schon einmal zum gehen der Annahme folgend das sie ihn ohnehin begleiten, oder ablehnen und einen anderen Weg einschlagen würde. Und so begab er sich bereits langsamen Schrittes auf dem Weg, aus der Seitengasse heraus dem viel zu stark beleuchteten Bürgersteig folgend ohne den vorbeiziehenden Autos auch nur einen Blick zu widmen. Zum Glück befanden sich zu so später Stunde kaum noch Personen in der Umgebung, was jedoch im Endeffekt nur in seine Karten spielte. "Wenn es sie nicht stört, würde Ich gerne vorher nochmal an meiner Wohnung vorbeigehen. Hört sich vielleicht etwas seltsam an, aber Ich habe meine Brieftasche Zuhause liegen lassen." Ein nervöses Lächeln ummantelte seine Lippen, während er diese Lüge so gekonnt von ihnen brachte. Es war nicht die Brieftasche die er bräuchte, sondern die Sicherheit der Kapuze die seine Identität verschleiern sollte. Doch wovor? Denn all dies entstammte nur seiner paranoiden Unsicherheit, trotz allem war er schließlich niemals auf einem Cover seiner Bücher oder bei Autogrammstunden und so könne niemand von seiner Existenz wissen, insofern keiner seiner Freunde etwas ausgeplaudert hätte. Kaum hatte seine Begleitung eine Antwort von sich gegeben, schon stoppte der Schwarzhaarige vor einem schlichten Blockgebäude. "Sie können gerne vor der Tür warten." Als sich Law schließlich auf dem Weg zur Eingangstür begab, schien das Licht eines vorbeifahrenden Wagen auf ein Straßenschild in dem der Name 'Railway Straße' eingraviert war. Neben der Eingangstür, die sich durch das simple umlegen jenes Henkels zu öffnen vermochte, befand sich die Nummer 4 knapp oberhalb der 4 Briefkästen an dessen unteren der Name Westcott abgebildet war. Die Schuhe trugen den Mann die Treppe hinauf, in der zweiten Etage schließlich vor einer Tür stoppend und diese mitsamt seines Schlüssel öffnend um sich selbst Eintritt in seine unaufgeräumte Wohnung zu gewähren. Doch Dank all der heruntergezogenen Jalousien, befand sich einzig eine undurchschaubare Dunkelheit im Inneren. Law hingegen kannte sich bestmöglich innerhalb seiner Vier Wände aus und begab sich geradewegs in Richtung eines Nebenraumes um dort einen Mantel zu erhaschen. Nachdem er sich die schwarze Bekleidung überstreifte, begab er sich geradewegs wieder in den Flur, zückte jedoch sein Handy um einen raschen Blick auf die Uhrzeit zu erhaschen. "Schon fast halb 11.. Die Zeit rast dahin."
      Für einen kurzen Moment wandte sich sein Blick in Richtung seines Arbeitszimmers, deren Tür leicht geöffnet Einblick in das Chaos der ungeordnetsten Zettelwirtschaft überhaupt warf. //..Besser ich lasse sie nicht länger warten, wo solcher Unrat unterwegs ist gibt es meist mehr..//
    • Als Reaktion auf seine Frage, ob es ihr gut ginge, fuchtelte die junge Frau leicht beschämt mit den Händen umher: „Ach! Alles gut. Mir fehlt nichts.“ Beim Erwähnen des Geschäftes allerdings, begannen ihre Augen sehnsüchtig zu funkeln - die Hoffnung auf Mehl und Milch war doch noch gegeben! Auch sein Angebot, ihn zu begleiten, hielt Juliea für ziemlich verlockend. Sie hatte zwar kein Problem damit, allein dorthin zu gehen; bei dem Gesocks, das hier nachts umherschlich, wurde ihr jedoch mulmig zumute. Was sollte sie auch schon ausrichten, wenn ihr jemand bedrohlich nah kam? Es war immerhin schon eine Weile her, dass sie öfter unterwegs war und heutzutage glich das Verlassen auf eigene Faust eher einer Seltenheit. Natürlich gehörte es irgendwo zu ihrem Beruf dazu, regelmäßig die Nachrichten zu verfolgen und gegebenenfalls Input für neue Geschichten zu nutzen - seit ein paar Wochen zierten die Titelseiten zu ihrem Bedauern jedoch ausschließlich Überfälle, Morde und andere Strafdelikte, die der Frau den Geschmack darauf vermiesten, dem trauten Heim öfter als nötig den Rücken zuzuwenden. „Eh.. ja klar, gerne. Klingt auf jeden Fall vielversprechender, als um die Uhrzeit allein hier herumzulaufen.“ Bevor sie ihren Satz überhaupt beenden konnte, setzte der Fremde sich bereits in Bewegung und Juliea tat es ihm gleich. Sein Tempo haltend, befand sie sich unmittelbar neben ihm und beobachtete indes die Umgebung, damit die unangenehme Stille ein wenig in den Hintergrund rückte. Smalltalk gehörte nicht zu ihrem Talent und in den meisten Fällen war sie diejenige, die mit Fragen durchlöchert wurde, wodurch die Konversationen von ganz allein zustande kamen. Daher war es ungewohnt für sie, privat und außerhalb eines Interviews oder Fangesprächs in Interaktion mit jemandem zu sein, der nicht zu ihrer Familie gehörte. Einen Moment lang öffneten sich ihre Lippen beim Versuch, ein Gespräch einzulenken - kurz darauf schlossen sie sich wieder, ohne ein Wort herausgebracht zu haben. Vielleicht war es besser, einfach gar nichts zu sagen. Im Augenwinkel betrachtet sah der Unbekannte auch nicht unbedingt aus wie jemand, mit dem man sich gut unterhalten konnte. Außerdem: Wenn er reden wollte, sollte er doch anfangen. Mit einem kurzen Nicken reagierte sie auf die Anmerkung, er müsse vorher noch schnell seiner eigenen Wohnung einen Besuch abstatten. Solange es sich dabei um keine Stunden handelte, sollte sie dies nicht weiter stören. „Kein Problem!“ Ehe sie sich versah, standen die beiden bereits vor dem Gebäudekomplex, in dem sich die Wohnung des Fremden scheinbar befand. Auf den ersten Blick erinnerte diese Kulisse sie ein wenig an das Gebäude, in dem sie selbst großgeworden war, bevor ihre Mutter sich ein kleines Vermögen aufgebaut hatte und alles danach weit über dem Standard der sich hier befindenden Gebäude lag. Sie musste zugeben, das Leben in einer Wohnung war mittlerweile unvorstellbar für sie geworden. Nicht, dass sie den ganzen Luxus in dem sie derweil lebte benötigte; missen wollte sie ihn trotzdem nicht. Außerdem schien es schwer umsetzbar, all ihr Hab und Gut sowie das ihrer Großeltern und diese selbst in einer Wohnung unterzubringen. Über die Jahre hinweg sammelten sich die Erstausgaben ihrer eigenen Geschichten und große Sammlungen anderer Schriftsteller in den unzähligen Regalen überall verteilt im gesamten Haus. Einige von ihnen lagen sogar noch verpackt in irgendwelchen Kartons, die sich in unbenutzten Räumen des Hauses stapelten und auch wenn sie ganz genau wusste, keinerlei Verwendung für sie zu haben, konnte sie sich nicht davon trennen. Ein Messi war sie nicht - immerhin sorgte sie stets für Ordnung und jeder Raum war noch immer problemlos betretbar; in den Augen ihrer Großmutter jedoch mutierte sie langsam zu einem, was Juliea immer wieder lachend abstritt. Sie blickte dem Mann hinterher, bevor dieser die letzte Stufe des für sie sichtbaren Treppenabsatzes überschritt und aus ihrem Sichtfeld verschwand - nun hieß es warten. Ungeduldig trat sie abwechselnd mit den Hacken auf und ab, darauf wartend, dass seine Silhouette in der Dunkelheit des Flurs zu erkennen war. Mit den Händen tastete sie nacheinander die Taschen ihrer Kleidung ab, in der Hoffnung, ihr Handy irgendwo hineingesteckt zu haben; wahrscheinlich hatte sie es aufgrund des Zeitdrucks Zuhause liegen lassen. Deshalb bemühte sie sich, das Zifferblatt ihrer Armbanduhr im fahlen Licht der Straßenlaternen abzulesen und erschrak beinahe als sie erkannte, dass es fast halb elf gewesen war. Moma macht sich bestimmt schon Sorgen. Juliea überlegte, ob sie noch auf den Mann warten - oder allein den Laden im Westbezirk aufsuchen sollte. Ohne jegliche Form der Ankündigung die Treppen hinauf bis hin zu seiner Wohnungstür laufen wollte sie nicht - wie sollte das auch rüberkommen? Dazu hatte sie keinerlei Befugnis und immerhin waren das seine privaten vier Wände. Ein paar mehr Minuten hielt sie noch aus, bis das Warten sich wie Folter für die junge Frau anfühlte und sie nicht anders konnte, als sich in Bewegung zu setzen. Er wusste schließlich, wo sie hin wollte und hätte sie schon gefunden. Falls nicht, war das auch nicht weiter schlimm. Sie war ihm nichts schuldig und in Kontakt standen die beiden ebenfalls nicht. Nichtsdestotrotz breitete sich Unbehagen in ihrem Körper aus bei dem Gedanken, mutterseelenallein durch diese Straßen ziehen zu müssen. Vor allem genau zu der Zeit, in der man die eigene Hand kaum vor Augen erkannte bei dem schlechten Licht, das von den Laternen ausging, für die die Stadt sich anscheinend nicht interessierte. Kein Wunder, dass die Kriminalitätsrate in diesem Viertel so hoch ausfiel und Verbrecher sowie andere Straftäter hier leichtes Spiel hatten. Erst jetzt bemerkte sie, dass die meisten Läden nicht einmal im Besitz von Überwachungskameras waren, von denen sich allein sechs am Anwesen Julieas befanden. Unglaublich. All das bestätigte nur ihren Gedanken von vorhin, hier niemals wohnen wollen zu würden. Da der Weg den sie auf sich nehmen musste nur geradeaus verlief, zog er sich ins Unermessliche. Wieder einmal fühlte es sich an, als wäre eine halbe Ewigkeit vergangen bevor sie die Lichter und Werbetafeln des Ladens in der Ferne erblickte, den der Unbekannte zuvor erwähnt hatte. Tatsächlich war dieser Laden der einzige, von dem um diese Uhrzeit noch Licht ausging und der direkt über dem Eingang geziert von einem Neonschild mit der Aufschrift „Open 24h“ war. Wieder einmal hatte er Recht behalten: Sowohl vor als auch innerhalb des Ladens tummelten verschiedenste Menschen umher. Sich dort verdeckt zu halten gestaltete sich schwieriger als sie zunächst gedacht hatte. Ihre Jacke verfügte über keine Kapuze und eine Mütze oder Ähnliches trug sie ebenfalls nicht bei sich - dementsprechend blieb ihr nichts anderes übrig, als sich mitten ins Geschehen zu begeben. Dieses Mal nahm sie sich vor, die Stimmen der Leute die sie erkannten zu ignorieren und auf freundliche Weise abzutun - sonst wäre sie vor Einbruch der Nacht noch immer nicht Zuhause angekommen. Erfüllt von Unsicherheit stand sie nun unmittelbar vor dem Eingang des Ladens, atmete die kühle Luft tief ein und stieß sie in Form einer weißen Rauchwolke wieder aus. Ihre Hände ballte Juliea zu Fäusten und nahm dann all ihren Mut zusammen um den Laden zu betreten. Den Blicken der sich dort befindenden Menschen wich sie bewusst aus und steuerte stattdessen die Regale der Waren an, für sie die nunmal herkam. Sie brauchte nicht lang, um die nötigen Zutaten aufzufinden und wäre eigentlich fertig gewesen - hätte sie das Tuscheln der Kunden an der Kasse nicht mitbekommen. Sie spitzte die Ohren und griff auf, erkannt worden zu sein. Ihre Knie wurden weich, der Kloß im Hals den sie mühevoll versuchte herunterzuschlucken immer größer und das Festhalten der Ware glich einer Kunst, die sie zu beherrschen verlor. Der Plan, so schnell wieder zu verschwinden wie sie eingetreten war, scheiterte. Nun stand sie wie angewurzelt an ein und derselben Stelle, ahnungslos, wie sie zu reagieren hatte und ließ ihre Blicke von einem Kunden zum Anderen wandern. Die Ersten von ihnen machten bereits ein paar Schritte auf sie zu, stammelten ihr Pseudonym und begannen damit, sie mit den ersten Fragen zu bombardieren. Heute hatte sie so viele Gespräche hinter sich gebracht, dass sie nicht länger dazu in der Lage war, am selbigen Tag weitere zu führen. Abhauen konnte sie allerdings auch nicht so einfach - dafür war es hier zu voll und dann gab es da immer noch das Problem mit den Zutaten, die sie so dringlichst benötigte und bezahlen musste. Das Erstbeste was ihr einfiel, war also das Zurückziehen in einen Gang, der auf den ersten Blick leer zu sein schien und mitsamt dem Mehl und der Milch versteckte sie sich hinter ein paar gestapelten Paletten voller Ware, die noch nicht ausgeräumt wurde. Wenn es nötig war, saß sie hier auch bis zum Anbruch des nächsten Tages. Alles wäre besser gewesen, als die erneute Auseinandersetzung mit solch unstillbaren Fanatikern.
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      ★ ★ ★ ☆ ☆
    • Wieder überkam die Schwärze die schwächlichen, dunklen Augen die sich zwar langsam an die Dunkelheit innerhalb der Räumlichkeiten gewöhnt hatten, aber dennoch Opfer des unbändigen Hungers der Schwarzhaarigen Person waren, die er schleunigst bekämpfen sollte. Doch war es wirklich sein Wunsch nun, wo er wieder in seinem trauten Heim war fernab aller Strapazen der Außenwelt und Befürchtungen der Enthüllung seiner Identität, erneut einen Fuß in die Höhle des Löwen zu wagen, nur um seinen Hunger zu stillen der ohnehin bald Ruhe geben würde, insofern er seine Gedanken an seine Werke wandte? Es war eine rhetorische Frage, deren Antwort dem Schriftsteller bereits bewusst und deren Ausführung schlichtweg zu bewerkstelligen war. Er war ein Mensch, einer wie jeder Andere auch und obgleich er seine Zeit in den Büchern zu verbringen vermochte füllte ein Mahl in diesen nicht den Bauch seiner wahren Person. Zwar befanden sich die Körper beider Charaktere im Einklang, doch bestand eher eine Verbindung als das man es eine körperliche Verschmelzung nennen könne. So war es eher so, dass der Verstand Law's den Körper seines Gegenübers übernahm und somit nur die damit vorhandenen körperlichen Bedürfnisse seiner Erschaffung auslebte, seinen Kopf damit vermitteln konnte kein Hunger zu besitzen doch sein Körper am Ende nicht mit diesem Trick zu betrügen vermochte. So war das nun einmal mit den Gestalten auf dieser Welt, sie mussten Nahrung zu sich nehmen um zu überleben und trotz der besonderen Fähigkeiten die er im Anblick des blauen Mondes als Gabe oder Fluch erhaschte, war auch er keine Ausnahme von dieser eisernen Regel. Ein Seufzen entwich dem Schwarzhaarigen schließlich, nachdem er seine Gedanken sortiert hatte und seinen Blick zur Ausgangstür wandte. //... Hier bin ich, zuvor noch denkend das es besser wäre zu der Frau aufzuschließen und zeitgleich mich doch vor der Verantwortung drückend um sie schließlich draußen im Kalten und zugleich gefährlichen Umständen zurück zu lassen...// Um eine Person wäre es heute fast geschehen, wäre nicht Zeit und Ort wie Schicksal und Unglück ungünstig ineinander verwoben gewesen. Und so versank der Schwarzhaarige erneut in seinen Gedanken, die er an das Wort Schicksal richtete. //...Das Schicksal, ist die im Schleier gehüllte Notwendigkeit..//
      Wie ein Blitz durchfuhr ihn der Einfall dieses Zitat mit in seine neue Geschichte einfließen zu lassen, und so war es erneut unbewusst seine linke Hand die zu seiner diesmal vorhandenen Brustinnentasche wanderte, doch nicht das fand was er sich erhoffte. //..Ach... Ich vergesse es immer wieder...// Ein schlichtes, enttäuschtes Seufzen entwich seinen Lippen bevor er noch einmal einen Blick zur Garderobe warf und dort eine Mütze erblickte. Nachdenklich hob der Schwarzhaarige nun die Kopfbedeckung an und erinnerte sich daran das es sich bei der Person die ihn begleitete vermutlich um eine bekannte Schriftstellerin handelt. Wäre es zu aufdringlich ihr nun eine Mütze anzubieten, damit sie sich vor ihren Fans um so später Stunde verstecken konnte? Es waren zu viele Gedanken, die sich der mit der Situation überforderte Mann machte und um diesen sinnlosen inneren Monolog ein Ende zu schenken, vergrub er die Kopfbedeckung schließlich in seiner Hosentasche kurz bevor er zusätzlich noch einen unbenutzten Mundschutz aus einer der Schubladen der Flurkommode nahm. //...Das sollte wohl reichen. Ich werde wohl einfach wie üblich meine Kapuze nutzen...// Nun aber sputen! So lange wie er die Frau draußen schon warten ließ, hatte sie sich mit Sicherheit schon von Dannen begeben oder ist an Ort und Stelle festgefroren. Als der Schwarzhaarige die Schwelle zur Tür übertrat, hörte er die Treppen an seiner Seite und sah wie ein Mann mittleren Alters mit Dreitagebart die Stufen hinabstieg. Abrupt stoppte Law, trat einige Schritte zurück und warf sich die Kapuze über um der Person einen flüchtigen Blick zuzuwerfen. Der Mann nickte seinem Nachbarn lediglich zu während er an ihm vorbeilief und die Mülltüte in seiner Hand ersichtlich wurde. Als Law nach einen kurzen Moment des Inne halten - die Ausgangstür vernahm, schloss er zügig die Tür hinter sich und begab sich auf schnellstem Wege die Treppen hinab um zu seiner nicht mehr vorhandenen Begleitung aufzuschließen. Stille durchdrang die Umgebung, während der Schwarzhaarige schließlich nur wie angewurzelt dastand. Es war ein eisiger Windzug der schließlich seine Kapuze von seinem Kopf warf und sein enttäuschten, fast schon schockierten Gesichtsausdruck an die Stelle richtete wo zuvor noch die Frau gewartet hatte. Nicht nur der Windzug offenbarte ein Geräusch, auch der Mann mittleren Alters mit Dreitagebart begab sich schließlich zurück zur Tür, stoppte allerdings und rief seinem Nachbarn mit rauer Stimme etwas zu. "Alles klar?"
      Law's Blick wandte sich kurz zu den Mann, ein simples Nicken entwich ihm als Antwort bevor sein Gegenüber mit den Schultern zuckte und das Haus betrat. //...Ich hätte es wissen müssen..//
      Und so begab sich der Mann schließlich allein in Richtung des Ladens. Auf dem Weg dorthin, kamen ihn bereits einige Personen aus dem Laden entgegen die sich auf der anderen Seite der Ampel zu unterhalten vermochten. "Ist das nicht cool? Das war die echte Shana Moss! Ich hätte nie gedacht das Ich sie mal persönlich sehe!" Die Stimme entwich einer jungen Frau mit Bobschnitt, während das Haupt ihrer Begleitung von einer Mütze bedeckt war und wenig Einblick auf einprägsame körperliche Strukturen gab. "Ja, das war echt cool!"
      Die Augen des Schwarzhaarigen Mannes weiteten sich überrascht, als er die zugegeben verwirrendermaßen männliche Stimme aus dem ihm eigentlich zierlich vorkommenden Körper vernahm. //...Wow, das kam unerwartet..// Schon verzierte das Grün die Ampel und die Autos kamen zu Halt. Der nicht so männlich wirkende Mann, begab sich mit seiner Begleitung über die Straße und führte seine Worte fort. "Meinst du sie kündigt bald eine Fortsetzung zu War of Legions an? Ich meine, keiner weiß was am Ende mit Gecko geschehen ist!"
      Die Frau wank schließlich ab und gab mit einem überheblich wirkenden Lächeln eine Antwort von sich, doch was danach geschah war aus den Augenwinkeln aufgrund des durch die Kapuze eingeschränkten Sichtfeldes nicht mehr zu vernehmen. "Ach Unsinn, erzähl doch nicht schon wieder so einen Schwachsinn! Warum sollte sie eine Fortsetzung schreiben, die Geschichte ist doch aus erzählt! Sie würde damit nur ihr Buch aufgrund ihrer Geldgier zerstören!"
      Die Augen des Schwarzhaarigen wurden schmaler als die letzten Worte der Frau ertönten, die ein Gefühl der Abscheu in ihm hervorriefen. Es dauerte jedoch nicht lange, bis er die andere Straßenseite erreicht und damit sein Gemüt wieder beruhigt hatte. Was würde es bringen sich über solche Nichtigkeiten aufzuregen, dennoch ummantelte sein Herz ein Schleier der sich immer weiter zusammenzudrücken schien. //...Sie hat nicht Unrecht und es war eine halbwegs sinnvolle Aussage. Wieso sollte man eine Geschichte mit einer Fortsetzung segnen, wenn sie zeitgleich den größten Fluch für sie darstellen und alles vorhandene zerstören könnte? Die Leute, nein die Leser mochten Enden bei denen sie sich selbst den Fortlauf ihrer Helden erdachten, um sie so schließlich zu ihrem eigenen gewünschten Ende bringen zu können. Etwas offenes, war immer das wonach sich die gierigen Herzen sehnten, denn etwas geschlossenes war endgültig und mangelte am entsprechenden Interpretationsspielraum...//
      Kaum vollendeten sich die Gedanken im Bewusstsein des Mannes, schon erblickten seine dunklen Augen das grelle Neonschild mit der penetranten Aufschrift. Nicht ein Gebäude in der Nähe, leuchtete so stark wie dieses Kleine aber von Stromkosten überragende Lädchen inmitten der eigentlich dicht bevölkerten Stadt. Und doch führten ihn seine Schritte schließlich der automatischen Schiebetür entgegen, hielten jedoch an als ihm ein weiteres Pärchen entgegen zu kommen vermochte. Ein leises schnalzen mit der Zunge entwich dem sichtlich angefressenen Mann, der anschließend die Türschwelle übertrat, einen Tragekorb neben sich nahm und geradewegs in Richtung der Fertiggerichte aufbrach. Unabdingbar wurde er Zeuge von einem weiteren Gespräch zwischen zweier Personen, während seine Hand in der Tiefkühltruhe nach etwas essbarem kramte. "Hast du sie gesehen? Sie war doch noch vor kurzem hier!", entwich es einem hysterisch wirkenden männlichen Teenager während der Andere ihm mit einem Schulterzucken entgegnete. "Was ist denn so besonders an der? Du hast doch eh keine Bücher von ihr gelesen!"
      "Ja Mann, aber hast du sie dir mal angesehen? Die ist doch voll scharf!"
      "Alter, die ist mindestens 10 Jahre älter als du, als ob die Interesse an so jemanden wie dir hätte!"
      Und schon schaltete sich im Angesicht dieses ernüchternd langweiligen Gespräches die Aufmerksamkeit Law's ab, vernahm allerdings in der Ferne durch einen kurzen Blick aus seinen Augenwinkeln eine bekannte Silhouette die sich zu verstecken schien. //...Ist wohl wirklich nicht ihr Tag...//
      Eigentlich war er noch immer etwas eingeschnappt über die Tatsache, dass sie ihn einfach allein zurückließ, doch konnte er sie nicht einfach dieser verzwickten Situation überlassen und begab sich so auf geradem Wege zu ihrem 'Versteck'. Nachdem er sich - so gut es eben ging - von hinten angeschlichen hatte, kramte er die Mütze aus seiner Tasche und ließ sie vorsichtig auf ihren Schoss fallen bevor seine Stimme in einem ruhigen Ton, fast schon flüsternd die Stille durchdrang. "Scheint wirklich nicht ihr Tag zu sein, hm? Keine Sorge, die hab ich neu gekauft und wurde noch nicht einmal getragen! Ich hab auch noch einen Mundschutz dabei, falls das ihrer Tarnung dienlich sein kann!"
      Als die Frau jedoch zu ihm aufsah, vernahm er das Sie vermutlich nicht wissen konnte um wen es sich hierbei handelte. Und so ummantelten seine Hände die Enden der Kapuze um diese schließlich nach hinten zu werfen und sein Antlitz zu entpuppen. "Verzeihung Ich wollte sie bestimmt nicht bedrängen, entschuldigen sie bitte meine Aufdringlichkeit!" Doch diesmal war es das bestialische Grummeln seines Magens das die Stille durchdrang und die Verlegenheit in seinem Herzen aufs unermesslichste zu steigern vermochte. So wandte er nicht nur seinen Blick, sondern direkt seinen ganzen Körper zum gehen ab, reichte ihr dennoch den Mundschutz. "Sorry!"
    • Gerade als sie dachte, die Lage könnte aussichtsloser nicht erscheinen, fiel ihr etwas Weiches in den Schoß. Vor Schreck glitten ihr Mehl und Milch aus der Hand während sie erkannte, dass es sich um eine Mütze handelte. Verwundert ließ sie ihren Blick nach oben wandern und vernahm die Stimme ihres Gegenübers, die ihr bekannt vorkam. Da sein Gesicht zunächst unter einer Kapuze versteckt war, konnte sie seine Identität nicht zuordnen - bis er sich für seine Aufdringlichkeit entschuldigte und sich dieser entledigte. Beim Anblick schoss ihr binnen weniger Sekunden die Röte ins Gesicht. Es handelte sich um den jungen Mann, den sie rücksichtslos zurückgelassen hatte. Wäre er nicht so freundlich gewesen, hätte sie sich nicht weiter um ihn geschert; doch jetzt sah sie neben ihm aus wie eine herzlose Frau, während er abermals wie ein Held dastand. „D-Danke…“ stammelte sie, die Mütze über den Kopf ziehend und das Mehl sowie die Milch wieder in die Hände nehmend. Was mache ich denn jetzt? Ohne ein weiteres Wort erhob Juliea sich vom kalten Boden und lugte hinter der Palette hervor um sicherzugehen, dass sie kein weiterer Fan gesehen hatte, wie sich sich unter der Mütze versteckt hatte. Erleichtert seufzte sie auf und entgegnete ihrem Gegenüber mit einem warmen Lächeln. „Ich stehe in Ihrer Schuld. Verzeihen Sie mir meinen abrupten Aufbruch - ich dachte einfach, Sie kommen nicht mehr und ich bin… naja, ziemlich ungeduldig.“ Die Frau kratzte sich peinlich berührt mit der Milch am Hinterkopf, dabei hoffend, die Röte nicht länger im Gesicht zu haben. „Das Mindeste was ich tun kann, ist Ihren Einkauf zu bezahlen! Sehen Sie es als kleines Dankeschön und zeitgleich als Wiedergutmachung!“ gab sie fordernd von sich und riss dem Mann ohne weitere Vorwarnung den Tragekorb aus der Hand, ihre eigene Ausbeutung dabei hineinwerfend. „Den Mundschutz brauche ich übrigens nicht, ohne Haare sehe ich sowieso aus wie ein anderer Mensch.“ dabei deutete sie mit dem Zeigefinger auf die Mütze, unter der ihre Haarpracht versteckt lag. Für einen Moment lachte, bis sie erneut die Stimmen von Personen aufschnappte, die über sie sprachen: „Wo ist sie hin? Ich hätte schwören können, sie ist in diesen Gang hier reingelaufen.“ - „Keine Ahnung. Vielleicht hast du dir das auch einfach eingebildet…“ Zwei Mädchen die nicht viel älter als sechzehn aussahen, wanderten schnellen Schrittes durch den Gang, in dem sich auch der Mann und Juliea befanden. Sie blickten Juliea misstrauisch an, blieben für einen Augenblick stehen und verließen den Gang im Anschluss dessen wieder. „Ich glaube, es funktioniert.“ gab Juliea erleichtert von sich und machte sich auf den Weg zur Kasse, während sie ihren Gegenüber am Arm packte und hinter sich herzog. „Das Grummeln gerade habe ich gehört… wird Zeit, dass du etwas isst.“ scherzte sie und verschwand zügig gemeinsam mit ihm aus dem Laden, nachdem sie für die Einkäufe bezahlt hatte. Die Fertigwaren, die er sich zuvor in den Tragekorb gelegt hatte, überreichte sie ihm und hielt ihre eigenen Einkäufe eng unter den Oberarmen eingeklemmt am Körper. „Wissen Sie, ich fühle mich wirklich schlecht. Ich hoffe, Sie denken nicht, dass ich Ihretwegen einfach verschwunden bin!“ Sie räusperte sich und sah ihn dann mit eindringlichem Blick an: „Ich hoffe, ich kann das irgendwann wieder gutmachen! Wenn es etwas gibt, sagen Sie einfach Bescheid.“ Sie bückte sich ein wenig nach vorn um die Milch und das Mehl auf dem Boden abzustellen. Kurz darauf tastete sie ihre Jacke ab und zog einen Stift sowie einen Zettelblock aus der Innentasche, die sie stets dabei hatte, um ihre Telefonnummer auf einen der Zettel zu notieren. Diesen riss sie vom restlichen Block ab und stopfte ihn in die rechte Außentasche seiner Jacke. „Darüber können Sie mich erreichen. Oh und… vermutlich haben Sie es schon mitbekommen, aber ich heiße… Shana.“ entgegnete sie ihm zögerlich. Kurz hatte sie überlegt, ihm ihren richtigen Namen zu verraten; dafür war es ihrer Meinung nach allerdings zu früh. Er kannte ihre Identität bereits und wenn sie ihm nun auch noch ihren richtigen Namen verriet, wusste er neben ihrer Familie und ihren engsten Freunden mehr, als jeder andere. Wenn es sich bei ihrem Aufeinandertreffen nicht um einen Zufall handelte, denn die junge Frau glaubte an das Schicksal, würde er den Namen zum richtigen Zeitpunkt schon erfahren. Um die Vorstellung ihrerseits zu vollenden, steckte sie Stift und Zettel zurück, um im Anschluss daran ihre Hand in seine Richtung auszustrecken. „Und wie kann ich Sie nennen?
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      ★ ★ ★ ☆ ☆
    • Die Augen des Mannes weiteten sich im Angesicht der Reaktion der Frau, die seine Mütze mit Röte auf dem Wangen entgegennahm. Ein simples, wenngleich betrübtes Lächeln ummantelte anschließend Law's Lippen in Anbetracht dessen er sich bereits bewusst gemacht hatte, dass er diese herzerwärmende Geste wohl nur ein einziges Mal in diesem Leben von dieser Frau zu erblicken vermochte. Wie sollte es auch anders sein, schließlich befanden beide sich in völlig verschiedene Welten. Während die eine in der Sonne strahlte, so bedeckte sich der Andere mit Schatten und verblieb in der Leere, da dies der einzige Ort war in welchem er sich wohlfühlte. Und obgleich der Schwarzhaarige in Gedanken schon Distanz zur aufgeschlossenen Berühmtheit nahm, suchte diese seine Nähe indem sie seinen Arm packte und ihn mit sich zog. Bevor dieses Ereignis jedoch stattfinden konnte, entflohen der zuvor noch peinlich berührten Frau einige Worte, auf denen Law jedoch kaum eine Antwort fand. Einzig auf den Vorschlag der Wiedergutmachung durch das Bezahlen der Ware des Mannes, entlockte den Schwarzhaarigen schließlich eine Reaktion die allerdings unterzugehen schien. "Oh, sie müssen wirklich nicht-"
      Kurzerhand deutete sie noch auf den Mundschutz und offenbarte das sie diesen nicht brauchen würde, woraufhin Law ihn in seiner Hosentasche verstaute. Nun geschah es. In diesen Moment zog sie ihn mit sich und scherzte über das Magengrummeln, woraufhin sich der ertappte Gesichtsausdruck peinlich berührt zur Seite abwandte, doch dabei ein nervöses Lächeln entpuppte. Nachdem die Waren bezahlt waren, fanden sich beide in sicherer Distanz vor dem Laden wieder, sodass keiner der Kunden auch nur ansatzweise verstehen konnte um was es in ihrem Gespräch ging. "Nein, alles gut!", entgegnete der Mann schließlich auf die Aussage der Frau, in welcher sie ihr schlechtes Gewissen offenbarte und auch auf die Bitte hin ihr mitzuteilen, wenn er etwas benötigen würde, verließ seine Lippen lediglich ein unvollständiger Satz. "Das ist nicht nö-"
      Schon zersplitterte seine voreingenommene Einstellung, dem Moment geschuldet in welchem sie den Zettel mit ihrer Nummer in seine Jackentasche verstaute. Wieso sollte sie dies tun? Sie, die sich in einer vollkommen fremden Realität befand, ihm der die Gegenseite widerspiegelte, die Möglichkeit zu geben ein Teil ihrer Welt zu werden. Gab es auch nur einen Moment der dies rechtfertigen würde? Und woher ruhte das Vertrauen, diese Situation nicht zu seinen Gunsten auszunutzen um Fremden schließlich für ein Entgelt die Nummer der Berühmtheit zukommen zu lassen? //...Ah, wieder zu viele Gedanken um zu viele Nichtigkeiten. Ich werde mich ohnehin nicht bei ihr melden, also was soll's...//
      Die Gedanken schließlich vollendend, ertönten abermals die Worte seines Gegenübers um nach seinen Namen zu fragen, während sich die Hand der jungen Frau dem Mann entgegen streckte. Höflichkeitshalber, lockerte der Schwarzhaarige anschließend seine Handschuhe und entfernte diese um nach ihrer Hand zu greifen, stoppte jedoch für einen kurzen Moment als er realisierte was er dort instinktiv eigentlich tat. So wandte sich der Blick der zierlichen Hand entgegen, während seine Gedanken ein weiteres Mal in eine andere Richtung gingen. //...Sie vertraut mir, hm? Ich kann ihr nicht gleiches Vertrauen entgegen bringen, zu groß ist dafür einfach die Furcht letzten Endes nur ausgenutzt zu werden.. Nichtsdestotrotz wäre es unfair nicht Gleiches mit Gleichem zu vergelten, also..//
      Ein selbstsicheres Lächeln formte sich im Gesicht des Mannes, während er zaghaft die Hand ergriff und mit seinem Blick ihren entgegnete. Es waren gemischte Gefühle die innerhalb seines Brustkorbes im Konflikt waren, doch schließlich zu einer, für ihn im eigentlichen Sinne ungewohnten Reaktion führte. Und so erhob sich die freie Hand des Mannes mit dem Zeigefinger gen Himmel gestreckt, sich die Lippen bedeckend während seine Worte ihren Weg in die Öffentlichkeit fanden. "C.C. Reyem.. Sie können mich allerdings Lawrence nennen! Allerdings bleibt dies unser kleines Geheimnis, in Ordnung?"
      Nach seiner kurzen Vorstellung löste der Schwarzhaarige schließlich seine Hand von ihrer, streifte den Handschuh wieder über und bedeckte sich erneut mit der Kapuze während er sich bereits von ihr abwandte um das folgende nervöse lächeln von ihr fern zu halten. "Behalten sie die Mütze vorerst, sonst kommen sie diese Nacht vermutlich gar nicht zur Ruhe!"
      //...Ist es falsch von mir, meine Identität so einfach zu enthüllen und mich der Unvernunft hinzugeben? Was soll's! Ich will mehr davon! Ich will mehr von diesen Gesten sehen!...//

      Ein schelmisches Grinsen entwich der Mimik des Schwarzhaarigen Mannes während er seine Hände in den Jackentaschen verstaute, doch vor dem gehen noch einmal einen Blick zu der jungen Frau warf während das Grinsen einem ernsten Gesichtsausdruck dahinwich. "Oh, ähm.. Soll ich sie noch einen Teil des Weges begleiten? Um die Uhrzeit könnte es wohl etwas gefährlich sein, alleine durch die Stadt zu laufen."