Das schwarze Siegel [NicolasDarkwood&Caili]

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    • Das schwarze Siegel [NicolasDarkwood&Caili]

      Diabla van Ainsworth

      Während der sanfte Wind des Frühlings über das Gras und die Blumen im angrenzenden Garten wehte, befand sich die rothaarige junge Frau in ihrem Zimmer, mit einem dicken Buch in der Hand, ehe sie mit einem Seufzen sehnsüchtig ihren Blick nach draußen schweifen ließ, doch zu ihrem Pech war ihre Gouvernante der Meinung, dass es noch zu kalt für einen Spaziergang war.
      Auf der einen Seite konnte sie ihre Sorge zwar durchaus nachvollziehen, auf der anderen Seite empfand sie es doch auch als recht übertrieben, sollte sie etwa ihr Leben lang in diesem Zimmer eingeschlossen sein?
      Wenn sich nichts änderte, würde das vielleicht ihre einzige Wahl sein und das letzte Mal, dass ein Arzt – oder ein Quacksalber, der sich so nannte, wie ihre Gouvernante oftmals streng zu sagen pflegte – das Anwesen besucht hatte, war auch bereits einige Jahre her, ob es letztendlich doch ein Fluch war?
      Doch an solchen Humbug wollte Diabla gar nicht erst glauben, sie sollte verflucht sein? Aber wieso? Sie konnte sich nicht daran erinnern jemals etwas verbrochen zu haben, doch sie hatte die Gerüchte gehört, dass der Tod ihrer Mutter ihre Schuld sein soll, dass sie der Grund sein soll, wieso ihr Vater nicht von seiner Geschäftsreise zurückkehrte, dass er gar bereits gestorben oder geflohen war... doch wenn das stimmen sollte, wer schickte ihr dann ständig diese liebevollen Briefe? Die ganzen Geschenke? Nicht nur einmal hatte Diabla hören müssen, wie man sich über ihr rotes Haar das Maul zerriss, Hexe hatte man sie genannt, Verfluchte, doch blieben diese Leute nicht lange im Anwesen, so schwer es auch war mittlerweile an gutes Personal zu kommen, den Gerüchten entsprechend, aber ihre Gouvernante dudelte selbst in schweren Zeiten nicht, dass man sich über die Herrschaften des Hauses lustig machte oder „so lächerliche Gerüchte“ verbreitete, wie sie zu sagen pflegte.
      Vielleicht sollte sie ihre sich anbahnende Langeweile damit verscheuchen zu versuchen sich einen Tee zu machen, vielleicht würde er dieses mal genießbar sein.
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      @NicolasDarkwood
    • [Einzig die Stille sprach noch Bände, selbst als du vom andern Ende
      Der Welt ganz leise nach mir riefst, als Rettungsleine,
      Blieb ich dir fern und doch zutiefst, der deine ]



      [Alistair / Joanna

      Wann immer Joanna Riggs nach ihrem Bundespartner suchte, fürchtete sie, ihn in einer weiteren verfänglichen Lage vorzufinden. Es wurde mittlerweile gar zu einem Sport, wenn man es recht bedachte. Meist verschwand Alistair für Tage, nachdem er einer neuen "Spur", wie er es nannte, folgte. Das brachte die Brünette wiederum in den Zwang, sich auf ihr Pferd zu schwingen und mitsamt Humbug nach ihrem Gefährten zu suchen, der an den umöglichsten Orten wieder auftauchte.
      Das letzte Mal hatte sie ihn in einem Hurenhaus in London aufgegriffen, als er gerade mit einem lebendigen Skelett Schach spielte und mit einer sprechenden Katze die Weltpolitik erörtete. Für jeden anderen, normalen Menschen wäre dieser Anblick ein Grund für den Besuch einer Besserungsanstalt gewesen. Nicht jedoch für Alistair Gryn. Sein Streben und Sinnen galt lediglich der Erforschung von "Andersdingen", wie er sie nannte. Ein selbsterfundenes Wort, auf das er keine Kritik kommen ließ. Freilich bedeutete es nicht das Geringste, aber das konnte man ihm nicht sagen.
      Heute hatte Joanna Riggs ihr Pferd nach Norden in eine kleine Stadt gelenkt, auf der eine merkwürdige Stimmung lag. Die Häuser schienen zwar nicht verlassen, aber uneinladend. Es herrschte kaum ein Leben auf den Straßen und die Menschen wirkten mehr unleidlich als ihr alter Herr an einem Sonntag. Und doch war nichts so merkwürdig wie die Gewissheit in ihrem Bauch, dass sie ihren Gefährten hier finden würden.
      "Eine merkwürdige Stimmung", flüsterte sie und zog ihren Reiseumhang enger um ihre Schultern.
      Das Buch, das ihre nicht wirklich beeindruckende Brust belegte, erwachte zitternd zum Leben und gab eine raschelnde, papierne Stimme von sich.
      "Worauf du einen lassen kannst."
      "Humbug!"
      "Was denn? Ist doch wahr. Selbst ohne zwei funktionierende Augen spüre ich diese Stimmung. Ich meine, sieh dir doch nur diese Frau an! Sie führt ein Schwein aus!"
      "Das ist ein Hund."
      Joanna betrachtete eine ältere Frau entschuldigend, die einen wirklich zotteligen, dicken Wolfshund in den Vorgarten ließ und beinahe einen missbilligenden Spruch entfleuchen ließ.
      "Widerlich. Und der Hund auch."
      "Humbug!!", zischte sie und schlug sich hart auf die Brust, was das Buch mit einem kurzen Papierknüllen zur Kenntnis nahm. Es galt nicht, die umliegenden Mesnchen zu beleidigen.
      Während sie ziellos unter unter den wachsamen Blicken der Bevölkerung durch das Dorf ritten, fragte sie sich mehr und mehr, ob sie Alistair diese merkwürdige Anzeige nicht hätte geben sollen. Welcher seriöse Bittsteller gab schon eine Anzeige auf, um einen Arzt zu finden? Alistair war nicht einmal ein Arzt, aber selten hatten seine blauen Augen so geleuchtet wie an diesem Tag.
      Nach einer Weile kamen sie an ein gewaltiges Anwesen.
      Das Haus auf dem Grundsück war wunderschön, sofern es aus der Ferne ersichtlich war und das Grundstück selbst glich einem Paradies. Blumen wuchsen dort und allerlei Kräuter, so wie es schien. Ein Paradies für jeden Liebhaber, wenn man es so wollte. Und dort, an einem schweren Eisentor, stand nun endlich ihr Gefährte.
      Wie ein Bittsteller der schlimmsten Art presste er das Gesciht gegen die Gitterstäbe und blickte konzentriert zum Haus hinauf.
      "Alistair", murmelte Joanna und ritt heran, nur um seinen Namen lauter zu wiederholen.
      Mit einem Schrei der Überraschung fuhr der junge Mann mit den wilden, lockigen Haaren herum und prallte scheppernd gegen das Tor. Aus seinem Reisebeutel, den er offenbar zwischen die Beine geklemmt hatte, fielen Bücher, Federn und Tinte heraus, die sich schwallartig über den Boden ergoss.
      "Bei den Heiligen von Canterbury, was bei allen Sieben Teufeln fällt dir ein???? Ich verfluche deine Existenz, du...Oh..."
      Ein Ausdruck des Erkennens lag auf dem Gesicht ihres GEfährten. "Joanna, eine Freude!"
      If the war by heavens gate released desire
      In the line of fire someone must have known
      That a human heart demands to be admired
      But in the Center of the Universe, we are all alone

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    • Diabla van Ainsworth / George Smith

      Mit federnden Schritten betrat die junge Dame aus gutem Hause die Küche, wo sie direkt auf den einzigen Koch des riesigen Anwesens traf, zu ihrem Glück war wenigstens Smith ihnen noch erhalten geblieben. Durch sein orangenes Haar hatte sich Diabla schon immer recht gut mit ihm identifizieren können, lag sie doch nicht fern der Farbe ihres eigenen Haars, und das freundliche Lächeln des großgewachsenen Mannes zauberte auch ihr immer ein Lächeln auf die Lippen, auch wenn er deutlich jünger aussah, als er eigentlich war.
      Wenn man die Rothaarige fragend würde, glaubte sie gar, dass sich sein Gesicht in den letzten zehn Jahren, in welchen er nun bereits im Dienste ihrer Familie stand, kaum verändert hatte, zumindest zu dem, woran sie sich trotz der vergangenen Zeit erinnern konnte und noch immer scheiterte er daran sich einen anständigen Bart wachsen zu lassen, so dass er es letztendlich aufgegeben hatte.
      Hoffentlich hatte sie ihn als Kind nicht zu sehr mit ihren Worten, das der wenige Flaum, der ihm gewachsen war, lächerlich aussah, verletzt, auch wenn diese Worte durchaus der Wahrheit entsprachen.
      „Ah! Das junge Fräulein, womit kann ich helfen?“, meldet sich . Smith sogleich mit einem breiten Lächeln, als er die Herrin des Hauses bemerkte.
      „Wo sind die Teeblätter?“, blickte sich die junge Frau suchend um. Für jemanden ihres Standes gehörte es sich nicht niedere Arbeiten wie das Teekochen zu verrichten, zumindest waren das die Worte, mit welchen ihr ihre Gouvernanten, Mrs. Hemingway, ständig in den Ohren lag, auch wenn sie die zwei extra Hände sicherlich gebrauchen könnten und was sollte Diabla auch sonst tun, wenn sie ihrer Langweile entkommen wollte?
      Wenn sie ihr schon nicht erlauben wollte einen Spaziergang im Garten zu unternehmen, dann musste sie sich eben damit abfinden, dass die rothaarige nun beschlossen hatte sich selber einen Tee zu machen, doch der Gesichtsausdruck des Kochs wirkte alles andere als begeistert über diese Aussicht.
      „Willst du uns etwa die guten Teeblätter verderben?“, seufzte dieser theatralisch, was der jungen Dame sogleich einen eingeschnappten Laut entlockte.
      „Ich verderbe sie nicht! Aber nur, um auf Nummer sicher zu gehen... haben wir denn auch schlechte Teeblätter?“, gab Diabla letztendlich etwas kleinlaut, mit vor der Brust verschränkten Armen von sich, dem Blick des Anderen ausweichend.
      „Wie willst du aus schlechten Teeblättern denn guten Tee machen?“, schüttelte der Angestellte mit angewinkelten und zur Seite gestreckten Armen sein Haupt, als das Klirren von Metall, gefolgt von einer lauten, schimpfenden männlichen Stimme seine Aufmerksamkeit auf sich zog und der Mann seinen Blick aus dem Fenster wand.
      „... Besuch?“, erkundigte sich die Rothaarige verwundert, welche ebenfalls seinem Blick gefolgt war, „Soll ich Mrs. Hemingway rufen?“, schlug diese sogleich vor und stand bereits im Türrahmen, um sich in dem übergroßen Haus auf der Suche nach der alten Dame zu machen, doch Smith schüttelte den Kopf und wusch sich die Hände, da er mitten in den Vorbereitungen für das Mittagessen gesteckt hatte.
      „Sie steckt sicher irgendwo im hintersten Winkel und putzt, kein Grund sie zu stören, ich werde einfach mal nach dem Grund für den Besuch fragen, oder die Schaulustigen verscheuchen.“
      „Darf ich mit?“, meldete sich Diabla sogleich mit glänzenden Augen, nun, wo sie einen Weg gefunden hatte doch noch nach draußen an die frische Luft zu gehen, trotz Mrs. Hemingways verbot.
      „Damit ich mir später eine Standpauke anhören muss?“, schenkte der Mann mit dem orangfarbenem Haar der jungen Frau ein schiefes Lächeln, ehe er bei ihrem fast schon flehenden und traurigen Blick einen Seufzer von sich gab, das Zeichen, das er wohl doch klein bei gab und mental bereitete er sich bereits auf die strenge und harsche Stimme der Gouvernante vor, welche seit der Abreise des Familienoberhauptes hier das sagen hatte, soweit er wusste. Smith selber hatte nie die Gelegenheit gehabt Diablas Vater kennen zu lernen oder gar zu begegnen.

      „Kann ich den werten Herr...schaften irgendwie helfen?“, erkundigte sich der Koch des Hauses – wobei er mittlerweile deutlich mehr Arbeiten als nur das kochen verrichtete, nun, wo das Personal dank der Gerüchte immer kleiner wurde – mit einer Hand an der Hüfte bei den beiden Persönlichkeiten am Tor, während die rothaarige Diabla währenddessen einen Schritt oder zwei hinter Smith schritt und ihre Aufmerksamkeit stattdessen auf die Blumen und den Garten wandte, als würde sie diesen zum ersten Mal sehen, dabei erfüllte sie dieser Anblick schlicht und einfach jedes Mal erneut mit Freude, wecke alte Kindheitserinnerungen und die frische Luft tat der sonst in dem großen Anwesen fast schon eingeschlossenen jungen Frau schlicht und einfach gut, zumindest glaubte sie das, ehe sie ihren Blick letztendlich neugierig auf die beiden Neuankömmlinge richtete.
    • Alistair / Joanna

      Der zerstreute Blick des Mannes vor ihr brachte sie meist zum Lachen, wenn sie ehrlich war. Vielleicht mehr, als gut für sie war. Aber heute wirkte Alistair Gryn besonders durcheinander, während er das Pergament und die Federn zusammenraffte. Die Tinte auf dem Boden war unrettbar veschüttet und es würde sicherlich Gelegenheit geben, diese zu ersetzen. Aber für heute gab es zunächst keine Schreibarbeiten. Joanna sah besonders gern, wenn sich Alistair der geheimen Kunde hingab.
      Er war ein begnadeter Zauberer, wenn er es wollte, aber zumeist beschränkte er sich auf die Erforschung des Andersartigen. So malten seine Finger ein kompliziertes Muster in die Luft und an seinem Handgelenk begannen, Runen in verschiedensten Ausführungen zu leuchten. Wie von Geisterhand geführt erhoben sich die Splitter des Tintenfasses und setzten sich ordnungsgemäß an den Bruchstellen wieder zusammen, ehe sie als Ganzes wieder in seine Hand fielen.
      "Was verschafft mir die Ehre?", fragte Alistair und erhob sich.
      Joanna betrachtete ihn ein wenig mit Missbilligung. Der Mystiker war in regelrechte Wanderlumpen gekleidet und wirkte abgerissener als ein Streicher. Seine Beine hatte er in grobe Leinenhosen gehüllt, die vor Dreck starrten. Aufgrund ihrer schwarzen Farbe sah man es nicht auf den ersten Blick, aber die junge Frau wollte nicht einmal von ihrem Pferd herabsteigen. Der Oberkörper presste sich in ein zu enges weißes Wams, das an den Armen weiter geschnitten war, damit er seine Runen verstecken konnte. Sie wusste es, da sie ihn mehrfach dabei erwischt hatte, wie er sich die magischen Zeichen auf die Arme malte. Immer wieder ein Akt der Verzweiflung, denn Alistair war nicht gut im Zeichnen. Zumeist sah es aus, als habe ein Kleinkind auf seine Arme gemalt.
      Das Haar war wirr und ... War das Stroh in seinem Haar?
      Sie schüttelte den Kopf.
      "Du hättest dich wirklich angemessener kleiden sollen..."
      "Ach, Papperlapapp!", sagte er und winkte ab, während er sich den Staub von den Klamotten klopfte. "Kleider machen keine Leute. Leute machen Leute."
      "Das ist Unsinn!", keifte Humbug mit seiner papiernen Stimme. "Du siehst immer aus wie der letzte Unterwürfling von der Fleet Bridge!"
      "Also ich muss doch bitten!"
      Alistair baute sich vor beiden auf. "Die Fleet Bridge ist ein angesehener Ort mit mannigfaltigen Möglichkeiten der Zerstreuung!"
      "Huren!"
      "Zerstreuung, du nervenaufreibendes Stück Altpapier!"
      "Hurenbock."
      "Knitterseite!"
      "Männer!", rief Joanna entnervt dazwischen und stieg von ihrem Ross herab. Das grünliche Kleid aus grobem Stoff rutschte ihr dabei beinahe über die Knie, sodass sie etwas undamenhaft landete, um sich nciht zu entblößen.
      "Er hat angefangen!", sagten beide Parteien unisono während Joanna sich mit der Hand vor die Stirn schlug.
      Es war wirklich nicht auszumachen, dass dieser Chaot von einem Zauberer als Experte für Flüche galt. Gut, wenn sie ihre Lage betrachtete, erschien es durchaus wahrscheinlich, aber sein Auftreten war zumeist ruppig und unbeherrscht, während sie die Scherben aufkehren musste.
      Gerade wollte sie ihr Bereuen über die Tatsache zum Ausdruck bringen, dass sie ihm eine Anzeige in der Zeitung gezeigt hatte, da ein Mann an das Tor trat. Das Haar glich einem ausgebrochenen Feuer, obgleich Joanna den Blick als vorsichtig deutete, wirkte Alistair nicht im geringsten an dem Herrn interessiert.
      Er warf seinen Tasche über die Schulter und strich mit der Hand über das Leder, während sein scharfer Blick auf die junge Frau hinter dem Mann fiel, die sich alle Mühe gab, nicht herüber zu blicken.
      "Bestimmt könnt Ihr das!", ereiferte sich Alistair und Joanna wollte bereits nach vorn preschen, als die Katastrophe ihren Lauf nahm.
      Alistairs Hand wanderte in seinen schweren Kutschermantel und riss ein knittriges, altes Papier heraus, das nachweislich aus der Tageszeitung stammte.
      "Stammt dies hier von Euch?", fragte er barsch. "Mein Name ist Alistair Gryn und ich bin hier, um mich auf die ausgeschriebene Stelle zu melden."
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    • Smith George / Diabla van Ainsworth

      Fragend, mit erhobener Augenbraue betrachtete der Angestellte die beiden Fremden, ehe er das Stück Zeitungspapier durch die Gitterstäbe hindurch entgegen nahm, um die ihm durchaus bekannte Anzeige betrachten zu können.
      Smith fuhr sich durchs Haar und warf dem Herrn einen zweifelnden, prüfenden Blick zu, denn so sehr er es auch versuchte, wirkte dieser nicht im geringsten wie ein Arzt, im Gegenteil, er hatte es hier wohl eher mit irgendeinem Quacksalber zu tun, der glaubte leicht an Geld kommen zu können, nicht dass die Ainsworth Familie groß wählerisch sein konnte.
      „... ihr seht nicht gerade wie ein Arzt aus, haben sie irgendwelche Referenzen? Sie verstehen sicher, dass wir nicht einfach jeden dahergelaufenen Landstreicher auf das Anwesen lassen können.“, war dem orangehaarigen der Zweifel deutlich in der Stimme anzuhören, während er sich überlegte, ob er überhaupt die Autorität hatte Fremde auf das Gelände zu lassen, oder nicht doch lieber nach der alten Dame suchen sollte, unsicher, wie die Gouvernante in dieser Situation wohl gehandelt hätte.
      „Aber er hat doch eine dicke Tasche dabei?“, meldete sich die Dame zu Wort, welche sich ebenfalls über das Stück Papier gebeugt hatte, doch mit viel Hoffnung erfüllte sie diese Nachricht nicht.
      Die Chancen, dass Mr. Gryn in der Lage wäre ihr zu helfen standen nicht gerade gut, immerhin hatten es bereits die berühmtesten Ärzte ihrer Zeit probierte, ohne auch nur einen Anhaltspunkt zu finden und jedes Mal, wenn eine weitere Seele auftauchte, welche große Reden schwang und ihr einreden wollte ihr sicherlich helfen zu können, große Erwartungen in diese Person zu setzen, ermüdete Diabla nur.
      Sie hatte viele verschiedene Arten von Ärzten, oder wohl besser gesagt von Personen, welche diesem Beruf nachgingen, gesehen und der schwarzhaarige wäre nicht der erste, der etwas neben der Spur gewesen wäre.
      „Fräulein, bitte... lasst mich das klären.“, flüsterte Smith ihr eindringlich zu, sparte sich jedoch ein Seufzen aufgrund der Naivität, welche sie an den Tag legte.
    • Alistair / Joanna

      Natürlich musste dieser Kerl zweifeln, dachte Alistair und blies ein wenig trübsal, als man sein Aussehe geringschätzte.
      Es lag zumeist an engstirnigen Kleingeistern wie diesem, die nicht die Spreu vom Weizen trennen konnten. So wurde auch seine Kunst mehrmals gering geschätzt, obgleich das Studium der Andersdinge durchaus Relevanz in der heutigen Zeit besaß. Alistair räusperte sich und öffnete den Mund, ehe Joana auch nur ansatzweise einen Ton herausbringen konnte.
      "Bitte sagt nicht, dass meine Qualifikation mit dem Mitführen einer großen Tasche einhergeht", bekannte er hart und blickte durch die Gitterstäbe. "Das würde in etwa mit der Misskalkulation gleichkommen, als dass ich annehmen müsste, dass Ihr einem normalen Adelshaus entstammt und gleichsam keinerlei Gerüchte in der Stadt über Euch und Eure Familie berichtet würden. Es wäre an Naivität nicht zu überbieten."
      "Alistair!"
      Joannas Stimme donnerte regelrecht über die schmale Ebene und der junge Mann am Tor zuckte zusammen, sodass er beinahe wieder seine Tasche fallen ließ.
      "Bei allen Sieben Teufeln, kannst du nicht - "
      "Verzeiht!", sagte Joanna und drängte ihren Gefährten kurzerhand mit einem kleinen Schubs zur Seite. "Ihr habt Recht. Wir sind keine Ärzte. Wir kommen aus London, von der Geheimen Universität und haben Eure Anzeige in der hiesigen Tageszeitung erblickt. Mein Gefährte ist ein anerkannter Spezialist auf dem Gebiet der...Nun..."
      "Andersdinge", beendete Alistair mit einem wütenden Blick zu Joanna den Satz.
      "Andersdinge", wiederholte sie. "Wir würden gerne helfen, wenn Ihr uns einlassen mögt."
      "Ihr solltet uns einlassen", sagte Alistair und fing sich dafür einen weiteren Stoß mit dem Ellenbogen ein.
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    • Diabla van Ainsworth /George Smith

      Es stimmte, dass viele Gerüchte über sie und ihre Familie in der Stadt im Umlauf waren, aber am Ende das Tages waren diese nicht mehr als das, Gerüchte, die keinen Funken an Wahrheit besaßen. Vielmehr wollte Diabla diesen bösen Worten nicht glauben, sie wüsste gar nicht wie sie damit umgehen sollte, wenn sie tatsächlich einem Fluch zum Opfer gefallen wäre, wenn sie tatsächlich Schuld an dem Tod ihrer Mutter sein sollte und ihr Vater tatsächlich nie wieder zurückkehren würde. Die junge Dame würde es zwar niemals zugeben, schon gar nicht vor Fremden, doch sie fürchtete sich davor, dass diese Worte doch mehr Wahrheit inne haben könnten, als ihr lieb wäre.
      Und wie es schien waren diesen Alistair Gryn und seine Begleitung nicht hier, weil sie eine Krankheit vermuteten.
      „... geheime Universität? Andersdinge?“, starrte der hiesige Koch seine Gegenüber mit großen, überraschten Augen an, ehe sein Gesichtsausdruck nachdenklich wurde und Smith mit der Hand an seinem Kinn zu grübeln begann, offensichtlich tatsächlich mit dem Gedanken spielend den beiden ungewöhnlichen Gestalten diese wahnwitzige Geschichte abzukaufen, statt nach einem Polizisten zu rufen, um die beiden in eine Psychiatrie einweisen zu lassen.
      Es gab keine Beweise für ihre Behauptungen und doch schien es deutlich logischer, als den Fremden als Arzt zu sehen.
      Letztendlich fuhr sich der Angestellte durchs Haar und ließ ein Seufzen entnehmen.
      „Nun gut, ihr könnt es euch ja mal ansehen.“, machte sich der Mann mit dem orangen Haar daraufhin daran das Gitter zu öffnen, während Diabla ihn mit großen, ungläubigen Augen anstarrte.
      „Aber... wieso? Es ist kein Fluch! Es ist eindeutig eine Krankheit!“, gab die junge Dame von sich, fast schon verzweifelt, als würde sie eher versuchen sich selber ein weiteres Mal davon zu überzeugen, als es den Anwesenden mitzuteilen.
      „Ich weiß doch, junges Fräulein, ich bin mir sicher diese Herrschaften werden es ihnen bestätigen können und dann wieder ihrer Wege ziehen, okay?“, schenkte Smith ihr trotz des kleinen Wutausbruches ein beruhigendes Lächeln, welches die Wogen der Gefühle in ihrem Inneren jedoch nicht zu glätten vermag und sie warf dem selbsternannten Spezialisten auf dem Gebiet der Andersdinge einen weniger erfreuten Blick zu, ehe sie seufzte und sich bereits auf dem Weg in das Anwesen machte.
      Sie würde es einfach hinter sich bringen müssen, nicht wahr?
    • Alistair Gryn / Joanna Riggs

      Alistair lächelte boshaft, als der rothaarige Mann die Tür öffnete.
      Nicht, dass er eine Erlaubnis gebraucht hätte, um derlei triviale Hindernisse zu überwinden. Seine Spezialität an der Universität waren bereits seinerzeit Tore gewesen. Wege durch oder mit Materie. Ein einfaches Spiel mit den Dimension. Er hätte genauso gut durch diese Wand gehen können, aber man wollte ja nun Niemanden verschrecken.
      Joanna neigte leicht den Kopf und drückte Humbug an ihre Brust, während sie das Pferd ebenfalls auf das Anwesen führte.
      "Sagt...", begann sie und wandte sich nach dem Rothaarigen um. "Habt Ihr einen Unterstand, in welchem mein Pferd bleiben kann?"
      Alistair hingegen ging schnellen Schrittes und mit neugierig entschlossenem Blick auf die junge Frau zu, die den Mann begleitet hatte. Ihre Gestalt war zierlich, beinahe zerbrechlich. Die grünen Augen strahlten zwar Leben, aber keine wirkliche Lebensfreude aus. So zumindest erschien es ihm. Und diese rötlichen Haare. Was hatten diese Andersdinge immer nur mit der Farbe rot? Jedes Mal, wenn er einem Andersding begegnete, war die Farbe rot im Spiel. Im Kopf begann er bereits eine Abhandlung über dieses Thema, sofern dieser Auftrag beendet sein würde.
      "Und Ihr seid Besagte, die in der Anzeige erwähnt wurde? Das Mädchen, dem Niemand helfen kann?", fragte er und blickte zu ihr hinab.
      Seine Tasche begann, sich von selbst zu bewegen und herum zu zappeln, als hätte er ein Geißlein in seinem Gepäck. Wütend ruckte er an der Lederschnalle und riss an dem Riemen, aber das Zucken hörte nicht.
      "Wenn Ihr mich entschuldigt..."
      Zwei weitere Handgriffe, und er öffnete die Tasche, die von weitem nur den Anschein eines tiefen, schwarzen Lochs erweckte. Kalte Luft schlug ihm entgegen und er strich sich eine störrische Lockensträhne aus dem Gesicht. Zweimal holte er tief Luft, ehe er sich auf ein Knie niederließ und den Kopf beinahe vollständig in die Tasche steckte.
      "ICH HABE GESAGT, DASS DU ERST WIEDER HERAUS KOMMEN KANNST, WENN WEIHNACHTEN UND FRONLEICHNAM AUF EINEN TAG FALLEN, DU VERMALEDEITER KLOTZKOPF! UND JETZT HALT DEN RAND, BEVOR ICH MICH VERGESSE!"
      Einem Ertrinkenden gleich, riss Alistair seinen Kopf wieder aus der Tasche und räusperte sich, ehe er sie verschloss.
      "Habt Ihr wohl ein Zimmer, in das wir uns begeben können? Ich fürchte, ich muss eine Anamnese vornehmen und dies ist unter freier Luft nicht geziemlich für ein junges Mädchen."
      Joanna Riggs sah aus, als würde sie ihm gleich eine schmieren. Ihre Auge (zumindest das Echte), traten beinahe aus dem Kopf heraus und das Buch an ihrer Brust gab raschelnde Lacher von sich. Es konnte doch nicht wahr sein...Sie waren nicht einmal fünf Minuten hier und bereits jetzt schaffte es dieser...Sie mochte das Wort nicht einmal denken. Alistair schaffte es bereits, sie zu blamieren.
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    • George Smith / Diabla van Ainsworth

      „Hm? Natürlich, dort drüben befindet sich der Stall, sie können ihr Pferd gerne dazu gesellen, nicht, das wir viele hätten.“, zeigte Smith in die Richtung des Stalls, „Ich würde es ihnen ja gerne zeigen, jedoch... kann ich die Dame des Hauses unmöglich mit ihrem Begleiter alleine lassen.“, gab er zu verstehen, dass er Alistair keinen Schritt über den Weg traute, er verhielt sich jetzt schon wieder so merkwürdig, dass sich der Rothaarige nicht sicher war, ob es wirklich eine gute Idee von ihm gewesen war die beiden Fremden einfach rein zu lassen, aber wenn der Spezialist dem jungen Fräulein tatsächlich helfen könnte... würde er dieses Risiko wohl eingehen müssen.
      „Hm? Ah, ja...“, erinnerte sich Diabla daran, dass sie sich noch gar nicht richtig vorgestellt hatte.
      Ihre Gouvernante hätte sie für diese Unaufmerksamkeit sicherlich gescholten, sie war sich jedoch nicht sicher, ob Mrs. Hemingway die beiden überhaupt rein gelassen hätte, so dass eine Vorstellung überhaupt von Nöten gewesen wäre, doch bevor sie Alistair ihren Namen verraten konnte, regte sich... seine Tasche?
      Die Rothaarige runzelte die Stirn, blickte ihm jedoch neugierig über die Schulter, konnte jedoch nichts im Inneren der Tasche erkennen, was sie nur noch mehr verwunderte, erst recht als der Schwarzhaarige einfach seinen Kopf hinein steckte und laut zu schimpfen begann, was Diabla dazu brachte zusammen zu zucken, aufgrund der unerwarteten Lautstärke.
      Zweifelnd wandte sie Smith einen Blick zu, welcher jedoch nur mit den Schultern zuckte, sicher, dass dieser Mann nicht in eine Anstalt gehörte?
      Obwohl, sie war sich sicher, dass sich etwas in der Tasche geregt hatte, ein Tier hatte sie jedoch nicht im Inneren erkennen können. Und wenn er doch die Wahrheit sprach? Und wenn sie doch verflucht war?!
      Fragend legte die junge Dame über die nächsten Worte Alistairs ihren Kopf schief.
      „Natürlich.“, gab Diabla als Antwort von sich, als wäre es selbstverständlich, was es für die Rothaarige auch war, immerhin hatte sie bereits zahlreiche Anamnesen über sich ergehen lassen müssen, seit sie die ersten Symptome gezeigt hatte und sie fragte sich, wie er überhaupt auf die absurde Idee kam eine solche Prozedur an der freien Luft zu unternehmen.
      Desto schneller sie es hinter sich bringen konnte und der Spezialist ihr sagen konnte, dass ihr nichts fehlte, desto besser.
      Auf dem Weg zurück zum Anwesen kam ihnen eine alte Frau entgegen, sie musste um die 60 bis 70 Jahre alt sein, ihre grauen Haare waren zu einem strengen Knoten zusammen gebunden und das von Falten zerfurchtete Gesicht barg strenge Züge, welche in diesem Moment zu einem Ausdruck von Missbilligung geformt waren.
      „Miss Ainsworth! Ich habe es ihnen doch verboten heute raus zu gehen! Was wenn die kühle Luft wieder einen Anfall verursacht?!“, seufzte die alte Frau aufgebracht auf, ehe sie einen abschätzigen Blick über die neue Gesellschaft schweifen ließ.
      „... und wer sind diese Leute, wenn ich fragen darf? Besuch?“, erkundigte sie sich, doch in ihrer Stimme lag bereits der Zweifel, als Smith zu ihr heran trat und ihr versöhnlich eine Hand auf die Schulter legte.
      „Der Herr Alistair Gryn ist hier, weil er die Anzeige in der Zeitung gesehen hat, er ist der Meinung dem Fräulein helfen zu können, also hab ich ihn herein gelassen, aber sie kommen gerade zur rechten Zeit, Mrs. Hemingway! Wieso begleiten sie die beiden nicht herein, damit ich seiner Begleitung dabei helfen kann das Pferd zu verstauen?“, schlug er mit einem breiten Lächeln vor und erntete dafür einen argwöhnischen Blick, unter welchem das Lächeln fast zu bröckeln drohte, ehe die alte Dame sich darauf einzulassen schien.
      „Nun gut, dann folgen sie mir bitte.“
    • Alistair

      Alistair gab Joanna zu verstehen, dass sie mit dem Rothaarigen verweilen sollte.
      Sicherlich gab es einiges zu bereden, aber zunächst brauchte Gryn die ungeteilte Aufmerksamkeit seiner Patientin, die sich offenbar in einem ernsten Stadium einer Erkrankung zu befinden schien. Zumindest glaubten das diese Kleinhirne. Die Energie, die er jedoch alleine bereits hier von der jungen Frau aus spürte, verhieß nichts Gutes. Ganz und gar nichts gutes.
      Er hing sich die Tasche wieder über die Schulter und wollte gerade zum Aufbruch blasen, als eine ältere Frau ihren Weg zu ihnen fand. Und wie so oft war es mit Alistair und alten Frauen immer das Gleiche. Er empfand sie als störend, neugierig und lästig und Jene empfanden ihn als Scharlatan oder Blender. Eines von beidem.
      Er fragte sich, wie lange es diesmal dauern würde, ehe man ihn unterschätzte und er einen Ofen in die Luft sprengen musste, um ihnen zu beweisen, dass er der Magie kundig war. Die Szenerie in Croydon würde er so schnell nicht vergessen...
      Ainsworth, dachte er. Wohl der Name der jungen Frau. Alistair musste zugeben, dass er nicht einmal die Anzeige vernnftig gelesen hatte. Nicht aufgrund von Desinteresse, sondern...
      Doch, es war Desinteresse. Zumeist waren derlei Anzeigen Humbug. Aber dies Ereignis hier schien tatsächlich etwas zu sein. Er verabschiedete sich mit einem kurzen Nicken von Joanna, die ihn noch immer wutentbrannt ansah und winkte ihr ein wenig.
      "Wehe dir, du tust etwas Dummes!"
      "Niemals, werte Kerkermeisterin! Mein Verstand ist offenkundig zu weit ausgebildet, als dass ich Dummes täte."
      Mit Ausnahme der Banshee in Dublin vor vier Wochen. Das war allerdings ohnehin mehr ein Unfall denn wirklich geplant.
      Er heftete sich an die altersschwachen (reine Vermutung!) der alten Dame und machte sich auf Richtung Haus.
      "Sie haben ein wirklich prächtiges Anwesen, Miss Ainsworth. Wirklich erstaunlich. Dies Gemäuer, dieser Garten."
      Er wandte sich mit einem kalten, beinahe berechnenden Blick zu ihr. "Gefällt Ihnen Ihr Gefängnis gut?"
      Sicherlich eine dreiste Annahme.
      Aber anhand der Tatsache, dass die junge Frau vorhin wie hypnotisiert auf den Garten gesehen hatte, den sie auch jeden Tag vom Fenster aus sehen konnte, schloss sich der Kreis, dass es hier weniger um die Optik, als die Haptik ging. Das Berühren und Spüren. Ferner war der Ausspruch der älteren Dame durchaus so zu werten, dass sie nicht immer hinaus durfte wann sie wollte. Sie hatte von Anfällen gesprochen,...
      Er richtete die nächsten Worte an die ältere Dame.
      "Wäre es wohl möglich, in einem Zimmer ungestört mit Miss Ainsworth zu reden?"
      If the war by heavens gate released desire
      In the line of fire someone must have known
      That a human heart demands to be admired
      But in the Center of the Universe, we are all alone
    • Diabla van Ainsworth

      „Gefängnis?“, murmelte die junge Dame verwundert über die Worte des Spezialisten, so hatte sie es nicht gesehen, es war ihre Heimat, das Haus, in dem sie aufgewachsen war und sie liebte es, doch wenn sie so darüber nachdachte, hatte der Schwarzhaarige nicht ganz Unrecht.
      Ungewollt war es wohl zu ihrem Gefängnis geworden, doch sie verstand die Sorge der Gouvernante, würde sie mit einem Mal in der Stadt oder gar in der Fremde zusammenbrechen... Diabla wollte gar nicht erst darüber nachdenken, was passieren könnte, vor allem wenn sie nicht wussten, was diese Anfälle verursachte oder wie ihnen entgegen zu kommen war.
      „Es ist ein schönes Haus, in dem es sich leben lässt. Ich bin hier aufgewachsen.“, gab die Rothaarige fast schon trotzig zur Antwort, da es ihr doch unfair vor kam, dem Haus allein wegen der Umstände einen solchen Titel zu verpassen, das hatte das Anwesen in ihren Augen nicht verdient.
      Doch sie müsste lügen zu behaupten, dass sie nicht davon träumte es eines Tages hinter sich zu lassen, doch mit jedem Jahr begann die Hoffnung darauf zu schwinden, so sehr sie auch versuchte daran festzuhalten.
      Als die alte Dame angesprochen wurde, bedachte diese den Fremden mit einem abschätzigen Blick.
      „Ihr wollt, dass ich die Dame des Hauses alleine mit einem fremden Mann lasse? Ich muss doch sehr bitten, das geziemt sich doch nicht!“, schnaubte Mrs. Hemingway empört über diese Frage, „Selbstverständlich werde ich euch beide begleiten, auf einen Tee werden sie wohl verzichten müssen, bis Mr Smith zurückkommt.“
    • Alistair Gryn

      Ein schönes Haus, dachte er und blickte hinauf zu dem Gemäuer. Sicherlich war es prächtig, aber es blieb ein Gefängnis ins einen Augen. Unauffällig beobachtete Alistair den Gang der jungen Frau. Er wirkte normal, vielleicht ein wenig federnd, aber das konnte dem Gelände geschuldet sein.
      "Mit Sicherheit", stimmte er Miss Ainsworth lächelnd zu. Die Falschheit des Lächelns hätte selbst ein Schüler erkennen können, doch was wollte man machen, wenn man das offensichtliche nicht erkannte?
      Die alte Dame störte ihn bereits jetzt. Natürlich würde sie als Anstandsdame dabei sein wollen. Gott, jedes Mal war es das gleiche, wenn er Frauen untersuchte. Sicherlich mochte es an seinem Auftreten liegen, aber zumeist bevorzugte er es, mit den Patientinnen allein zu sein. Nicht um ihnen zu schaden, sondern vielmehr um sich selbst entfalten zu können.
      Seufzend schleppte er scih zum Haus hinauf.
      "In Ordnung. Dennoch muss ich Sie bitten, während der Untersuchung nicht für Miss Ainsworth zu antworten oder die Untersuchung zu unterbrechen. Freilich ist alles, was in dem Raum geschieht, der Geheimhaltung unterlegen. Nicht, dass Ihnen ohnehin jemand glauben würde."
      Oh wie würde sie erst reagieren, wenn er sie eindringlich untersuchen müsste? Sein Gefühl sagte ihm, dass er durchaus etwas gefunden hatte. Eine merkwürdige Energie ging von der jungen Dame aus und er brannte darauf, sie kennen zu lernen.
      Alistair blickte zum Gemäuer hinauf und wartete, dass die alte Dame ihnen den Raum zeigte.
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    • Diabla van Ainsworth

      „Wenn sie sich mit Anstand und Ehre benehmen, habe ich keinen Grund, mich einzumischen.“, stimmte die alte Frau den Bedingungen von Mr. Gryn mehr oder weniger schnaubend zu, sich offensichtlich weitere Kommentare über die Aussagen des Schwarzhaarigen sparend, die ihr noch auf der Zunge zu liegen schienen, ehe Mrs. Hemingway den ominösen Besucher in den Salon führte, wo Besuch normalerweise angenommen wurde, doch dieser schien zum Teil umfunktioniert worden zu sein, waren die Sofas und andere Sitzmöglichkeiten zur Seite geräumt worden um eine gepolsterte Liege zu erlauben, neben dem ein Stuhl und ein kleiner Tisch standen, wo die Ärzte normalerweise saßen und die Unterlage nutzten um ihre Notizen zu machen, wenn es denn welche gab. Es war deutlich, dass Alistair nicht der erste war, der die Ainsworths besuchte und behauptete der Dame des Hauses helfen zu können.
      „Bringen wir es hinter uns.“, seufzte Diabla und setzte sich auf die Liege, darauf wartend ob der Spezialist zunächst mit Fragen anfangen oder gleich ihren Körper untersuchen wollte, immerhin war es immer das selbe Prozedere und die junge Dame war bereits daran gewöhnt.
    • Alistair Gryn

      Geräuschvoll betrat der Magier die Halle oder den Salon viel eher. Was auch immer es darstellen sollte, es beeindruckte ihn nicht wirklich. Obgleich der Raum durchaus von Schönheit geprägt war, wirkte er dennoch kalt, kahl und nicht wirklich einladend. Vor allem die Liege, die man bereits aufgestellt hatte. Mit neugierigen Blicken beobachtete er die Einrichtung des Raumes. Man hatte offensichtlich Erfahrung mit Untersuchungen. Und doch würde seine ein wenig anders verlaufen.
      Schweigend knallte er die schwere Ledertasche auf den nächstbesten Tisch der herumstand und öffnete diese. Diesmal entfleuchte kein kalter Hauch und die Welt schien sich nicht zu drehen, doch Alistair zog ein Okular hervor, das an Wunderlichkeit nicht zu überbieten war. Das Okular glich einer Art Brille mit rötlich gefärbten Glästern udn runden Fassungen. Seitlich waren Apparaturen montiert, die weitere runde Gläser verschiedenster Stärken und Größe beinhaltete und die mit einem kurzen Wink des Zeigefingers hinzu gesetzt werden konnten.

      Mit sachten Winken klickte er drei Glasscheiben vor seine Brille und blickte die junge Dame neugierig an. Ja, tatsächlich entfleuchte ihrem Körper eine unbekannte, finstere Energie, die er nicht zuordnen mochte. Ihr Körper war von einer Aura umhüllt, die ihn ängstigte, aber gleichsam faszinierte.
      Alistair trat mitsamt seiner merkwürdigen Ausrüstung näher an sie heran und betrachtete sie neugierig von allen Seiten.
      "Wie lange befinden Sie sich in diesem Zustand?"; fragte er. "Gibt es gesundheitliche Auffälligkeiten, die ich kennen sollte?"
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    • Diabla van Ainsworth

      Neugierig beobachtete die junge Dame Alistair. Sie hatte zwar eine Menge mit Ärzten zu tun gehabt, aber ihr fiel auf, dass sie zum ersten Mal jemandem begegnete, der meinte ein Speziallist in Andersdingen zu sein – auch wenn sie beim besten Willen nicht wusste, was Andersdinge sein sollte, da dieses Wort so gut wie alles umfassen konnte – und bereits als ihr Gegenüber das Okular herausholte, war deutlich, dass das wohl keine Untersuchung sein würde, wie sie es gewohnt war.
      Diabla fragte sich, was der Schwarzhaarige durch diese geröteten Gläser wohl sehen konnte, was ihren eigenen Augen verborgen blieb, als sie mit Fragen aus ihren Gedanken gerissen wurde.
      Nachdenklich richtete die Dame des Hauses ihren Blick zur Seite, zählte die Jahre, seitdem ihre Anfälle begonnen hatten, zumindest seit dem man glaubte, dass sie begonnen hatten.
      „... seit... ungefähr vier Jahren.“, antwortete sie letztendlich und fragte sich bei seiner zweiten Frage, ob er die Anzeige und die dortige Beschreibung bereits gelesen und sie es auslassen konnte oder nicht, entschied sich dann aber dafür die ganze Geschichte zu berichten.
      „Sie haben sicherlich gelesen, dass es sich um Schwächeanfälle handelt.“, wählte sie ihre Worte mit Absicht auf dieser Art und Weise, beobachtend und ob sich ihr gegenüber ertappt fühlte oder nicht, „Wenn ich einen Anfall habe, fällt es mir schwer, mich selber auf den Beinen zu halten. Mein Körper erhitzt sich und ich leide an einem schrecklichen Fieber, es fühlt sich an... als würde ich im Inneren verbrennen. Viele Ärzte, die das miterlebten hatten, meinten gar, dass ich das eigentlich nicht überleben sollte. Es tut weh.“, beendete sie letztendlich in Gedanken versunken ihre Beschreibung, versuchte sich an das Gefühl zurück zu erinnern, so ungern sie das auch tat. Nicht nur einmal hatte Diabla befürchtet, große Angst davor gehabt, dass es sie es dieses Mal nicht überleben würde.
      „Anfangs waren es nur wenige, vereinzelte Fälle, mit der Zeit wurden es jedoch immer mehr, mittlerweile... ereignet es sich jede Woche, jedoch auf recht unregelmäßige Art und Weise.“, fügte die Rothaarige letztendlich hinzu, vielleicht war es ja irgendwie wichtig.
      „... können sie durch diese Brille irgendwas bestimmtes sehen?“, hielt sie ihre Neugierde letztendlich nicht mehr aus und musste einfach nachfragen.
      Währenddessen stand Mrs. Hemingway mit übereinander gelegten Händen neben der Tür, das ganze Unterfangen mit skeptischem Blick betrachtend.
    • Alistair

      Alistair Gryn war nicht bekannt dafür, seine Neugierde über einen Fall zurückzuhalten. So fiel es ihm auch jetzt schwer, das Beben seiner Hände zu kontrollieren. Es war wirklich erstaunlich. Als er das grüne Lens vor das rote und das blaue Lens klappte, sah er eindeutig eine Aura, die dort nicht hingehörte.
      Menschliche Aura, oder die Spuren des Lebens, wie der Dekan der Universität es nannte, waren zumeist flüchtig und kaum vorhanden, da kaum ein Mensch diese zu kontrollieren wusste. Doch hier bebte die Aura regelrecht udn glich einem Inferno, das einen Ausweg zu suchen schien. Konnte es ein Gefängnis sein oder spielte dies Mädchen ihm etwas vor?
      Ihr Körper schien zu fragil für die Beherbung eines solchen Energie, was vielleicht die SChwächeanfälle erklären konnte. Die Hitze und die Schwäche zusammen ergaben das Bild eines Kampfes, den der Körper ausstand. Sicherlich würde ein Quaksalber von Arzt dahinter eine Krankheit vermuten. Auch wenn es etwas völlig anderes war.
      Er nickte zu ihren Ausführungen und murmelte.
      "Vier Jahre...Bereits jede Woche...Soso..."
      eine sich häufende Aktivität, das Beben des Körpers und das Inflammieren der Aura. Allesamt wiesen diese Symptome auf etwas gewaltigeres hin, als er dachte.
      Unbeabsichtigt und dennoch nicht ganz unpraktisch, setzte er die Brille von seinem Kopf ab und sah Diabla an.
      "Mitnichten ist dies eine Brille, meine Liebe. Dies ist ein Okular, ein Medium, dass es mir ermöglicht, Auren von Andersdingen wahrzunehmen, die üblicherweise dem menschlichen Auge verborgen bleiben.
      Er legte die Brille auf dem kleinen Tisch ab und begann, in seiner Tasche zu kramen. Die Geräusche von schepperndem Geschirr und herabfallenden Büchern nahmend en Salon ein.
      "Bitte entkleiden Sie sich und legen sich auf den Rücken flach auf die Liege."
      Er rechnete bereits mit Gegenwehr der alten Frau, aber was sein musste, musste eben sein. Notfalls mit Gewalt.
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    • Diabla van Ainsworth

      „Ein Okular... verstehe...“, kam es von der jungen Frau, welche einen solchen Gegenstand noch nie zuvor gesehen hatte und nur zu gerne hätte sie es selber ausprobiert, ob sie dann wirklich in der Lage wäre Auren zu sehen? Sollte soetas wirklich existieren? Wie diese wohl aussahen? Und vor allem... was hatte er wohl bei ihr gesehen? Es machte Diabla nervös, dass Alistair dies unkommentiert ließ, redete sich jedoch ein, dass das heißen musste, dass er nichts besonderes gesehen hatte, nicht wahr? Sonst würde er es sicherlich erwähnen.
      Aus ihren Gedanken gerissen zuckte die junge Dame aufgrund der ungewöhnlichen Geräusche zusammen, die mit einem Mal den Salon einzuhüllen schienen und es dauerte einige Momente, bis die Rothaarige realisierte, dass die mysteriöse Tasche der Ursprung dieser Geräusche war.
      Bücher... ? Geschirr...? Aber... es klang als würden diese Dinge von einem hohen Ort fallen, das Geschirr gar zerbrechen, wie konnte ein solches Spektakel innerhalb einer einfachen Tasche stattfinden?
      Angesprochen wandte sie ihren verwunderten Blick von der Tasche ab und sah hinauf in das Gesicht des Schwarzhaarigen, ehe sie die Worte, die er von sich gegeben hatte realisierte. Natürlich.
      Entgegen Alistairs Vermutungen machte Mrs. Hemingway keinerlei Anstalten sich einzumischen, es war nun einmal ein nötiges Übel, solange die körperlichen Untersuchungen in einem bestimmten Rahmen blieben, verstand sich und so machte Diabla sich daran die zahlreichen Schichten ihrer Kleidung abzulegen, Scham verspürte sie keinen, sooft wie sie dies bereits hatte hinter sich bringen müssen und sie tat dem Spezialisten den Gefallen sich mit dem Rücken flach auf die Liege zu legen.
    • Alistair

      Grundsätzlich rechnete Gryn mit einer Einmischung der Gouvernante, ehe er sich besann, dass sie dies vermutlich bereits ein paar Dutzend mal hinter sich gebracht hatte. Schweigend kramte er weiter in der Tasche und warf nur hier und dort einen kurzen Seitenblick zu der jungen Dame, während sie sich aus den Klamotten schälte.
      Das Gefühl einer unguten Vorahnung blieb jedoch bestehen. Nach einer kurzen Zeit, er hatte deas Zeitgefüge beinahe verloren, fischte er ein Konglomerat an Pergamentseiten mitsamt einem Tintenfass aus der Tasche.
      Eine Feder folgte von alleine, in dem sie duch die Luft flog und in seiner Hand landete.
      Er trat näher an die Liege heran und blickte auf den sich darbietenden Körper.
      Wie erwartet war der Körper sehr zierlich und zerbrechlich im Angesicht der Aura die er spürte. Alistair atmete durch die Nase, nahm aber keinen üblen Geruch war, der dort sein sollte. Bei derartig böser Energie erwartete er den Geriuch von Schwefel oder dergleiche, aber nichts tat sich auf.
      Mit einem kurzen Fingerschnippen erschienen neben dem Körper, links und rechts der Liege, zwei geisterhafte Lichter, die schwebenden Flammen ähnelten. Sie beleuchteten den taghellen Raum nicht wirklich, aber sie fingen Aurenspuren, die er wiederum sichtbar machen konnte ein.
      Doch hier war gar nichts. Nicht auf den Körper bezogen (der auch nicht wirklich beeindruckend war, wenn er das für sich einmal bemerken durfte), sondern vielmehr von dem Standpunkt einer Aura gesehen.
      Beinahe enttäuscht fertigte er eine kurze, unleserliche Notiz auf dem Pergament und sah sie dann an, während er das Okular wieder aufsetzte.
      "Und nun bitte auf den Bauch", murmelte er. "Haben Sie jemals Besuch, außer Ärzten?"
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    • Diabla van Ainsworth

      Erschrocken setzte sich die Rothaarige auf, als mit einem Mal Lichter neben ihr erschienen und sie blickte verwundert, nicht sicher, was sie davon halten sollte, von einem zum anderen, doch spätestens jetzt war klar, dass alles, was Alistair bisher erzählt hatte, keine Lüge sein konnte, zumindest nicht ohne sich selber einreden zu müssen an Halluzinationen zu leiden, so sehr der gesunde Menschenverstand es auch ablehnte. Umso mehr schnürte der jungen Dame die Angst zu, doch tatsächlich unter einem Fluch zu leiden, doch sie schluckte die androhenden Panik herunter, ehe sie den Worten des Spezialisten folgte und sich nun stattdessen auf den Bauch legte, bevor sie seine Frage beantwortete.
      „Nein, abgesehen von Ärzten und Heilkundlern erhalte ich keinen Besuch.“, gab Diabla bedrückt von sich, doch wie hätte sie etwas daran ändern sollen? Sie durfte nicht einmal das Haus verlassen, um sich auch nur in der Stadt Freunde zu machen und wer würde schon mit jemandem befreundet sein wollen, von der behauptete wurde, dass sie verflucht war? Ganz zu schweigen von all den anderen Gerüchten, die sich mit der Zeit entwickelt hatte, die Leute redeten nun einmal gerne, wenn der Tag lang war und der ein oder andere Betrunkene malte die Geschichte gerne weiter aus, um nur ein paar interessierte Zuhörer zu bekommen.
    • Alistair

      "Ich verstehe", bestätigte Alistair seine Vermutung und wartete, bis die junge Frau sich auf den Bauch gelegt hatte.
      "Haben Sie keine Angst. Es sind keine tödlichen Flammen, sondern Irrlichter, die meinem Willen zu Diensten sind. Bitte verharren Sie in äußerster Stille, damit ich..."
      Er kam nicht weiter.
      Er brauchte das Okular nicht weiter zu belangen, denn vor seinen Augen tat sich die Ursache dieser ganzen schlechten Gefühle auf, die er empfand. Auf dem Rücken des Mädchens, so zierlich und zerbrechlich er wirken mochte, prangte eine Art Sigille, die ihm nicht ansatzweise bekannt vorkam.
      Für einen Forscher, als den er sich betrachtete, mochte das eine gelungene Herausforderung sein, aber dass ihm ein Siegel nicht wirklich etwas sagte, war beängstigend. Er brauchte Unterstützung.
      "Ach du Donner...", murmelte er und setzte das Okular gerade auf die Nase.
      Es war eindeutig. Von dieser Sigille gingen eindeutig Aurenpfade ab, die jenseits von Gut und Böse erschienen. Eine grausige Ansicht, wenn man sie zu deuten wusste.
      Er wandte sich zu der Gouvernante um, die in der Ecke saß.
      "Gute Frau: Wären Sie wohl so gut und würden meine Gefährtin herbitten. Und sie soll bitte ihr nerviges Buch mitbringen. Es duldet keinen Aufschub!"
      Die Stimme des Mannes war nicht hektisch aber sollte klar vermitteln, dass sie nicht mehr über Eventualitäten sprach.
      Mit zwei schnellen Schritten war er wieder bei der Tasche und klappte sie auf. Den Kopf hineinsteckend vernahm man seine eigene Stimme dumpf:
      "ICH BRAUCHE DIE ABHANDLUNG ZU DAIMONEN UND DERER MANNIGFALTIGEN ERSCHEINUNG NACH ALBERTUS MAGNUS!"
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