Die Suche nach dem Schatzplaneten [Nao&Caili]

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    • Die Suche nach dem Schatzplaneten [Nao&Caili]

      -Vorstellung-

      @Cailemia

      Die Suche nach dem Schatzplaneten


      “-Reed! Lucas Reed!”
      Als würde sich eine dichte Schicht Watte von seinem Körper lösen, hörte der Blonde endlich seinen Namen. “Uh, ja?”, murmelte er und starrte sein Gegenüber so perplex an, als wüsste er gar nicht, wo und wer er eigentlich war.
      “Reed, Sie waren für ganze dreißig Sekunden wie in Trance und ich befürchte, dass Sie mit dieser Stressreaktion kein gutes Bild als Captain abgeben werden. Ich muss meine Entscheidung offensichtlich überdenken” Der Mann, aus dessen Mund diese Worte kamen, und der gerade dezent genervt etwas mit Kugelschreiber auf einen Block schrieb, war ein Admiral. Die Uniform inklusive Abzeichen, nein, allein der strenge Haarschnitt hätte Lucas bereits Warnsignale vermitteln sollen. So etwas wie “Jetzt bloß nicht in Ohnmacht fallen!” oder “Lass ihn deine Angst nicht riechen!”. Tja, zu spät.
      “N-nein Sir!”, begann er zu stammeln. Das war eine einmalige Chance und Lucas schien sie gerade zu verpassen. “Es tut mir aufrichtig leid, Sie haben mich ganz überrascht mit dieser plötzlichen Beförderung…” Immer noch nach den richtigen Worten suchend, zauberte seine Unbeholfenheit dem Admiral doch tatsächlich ein seltenes Lächeln ins Gesicht. “Sie haben das verdammte Glück, einer unserer schlausten und unentbehrlichsten Mitarbeiter zu sein, Captain Reed. Gewöhnen Sie sich besser gleich an den Titel. Und vermeiden Sie… Ihre kleinen geistigen Aussetzer. Dann sind Sie wie gemacht für den Job”, erwiderte der Admiral.
      Der Blonde blinzelte ein wenig verwirrt. “Job, Sir?”, fragte er. Von seiner Mission hatte er noch gar nichts erfahren. Gerade noch hatte er einige beschädigte Maschinen im Kontrollraum des Landeplatzes repariert, da wurde er plötzlich zum obersten Flottenadmiral bestellt, ohne die geringste Vorwarnung. Und jetzt sollte er Captain eines eigenen Schiffs sein? Mit eigener Mannschaft?
      “Richtig. Sie werden eine Besatzung von sechs Unionsoffizieren anleiten. Allesamt die Besten auf ihrem Gebiet, denn der Job ist eine heikle Angelegenheit und ich verlange von Ihnen, jeden Schritt den Sie tun mit höchster Vorsicht zu genießen. Ihre Aufgabe besteht darin, den Schatzplaneten Androeda zu finden, mithilfe einer geborgenen antiken und enorm wertvollen Karte. Die Mission mag untypisch klingen, ist aber von größter Wichtigkeit für die Union. Der Planet beherbergt eine Vielzahl an Waffen, die mit ihrer Feuerkraft eine Supernova nach der anderen auslösen können. Sie werden sich bereits denken, was das bedeutet, wenn die Karte in falsche Hände gerät”
      Der Admiral machte eine Pause, ließ den überforderten jungen Captain verarbeiten, was er gerade zu hören bekam. Nach einer Schweigesekunde seufzte er tief und fuhr fort: “Nun, zahlreiche kriegsführende Spezies sind auf der Suche nach der Karte. Daher wird ihr Schiff äußerst klein und möglichst unscheinbar sein. Ihre offizielle Mission lautet, den Gamma Quadranten weiter zu erforschen”
      “Warten Sie”, sagte Lucas schnell. “Sollten Sie damit nicht eher zum Geheimdienst?”
      “Theoretisch. Doch der Geheimdienst ist innerhalb der Union zuständig und Androeda gehört, offensichtlich, nicht zur Union. Bitte, Reed, stellen Sie nicht zu viele Fragen, die ich Ihnen nicht beantworten kann. Sie werden morgen Früh zur USS Horizon am Landeplatz 65 bestellt. Teile der Crew kennen sich bereits und ihre Profile verraten, dass sie mit Ihnen als Captain ein gutes Team bilden werden. Bei Schwierigkeiten erreichen Sie die Leiterin der Mission in der Forschungsabteilung. Ich erwarte die Sicherstellung sämtlicher Waffen des Planeten Androeda”
      Der Admiral drückte auf einen kleinen Knopf an seinem Tisch, der die Tür hinter Lucas aufgehen ließ. Das war sein Zeichen zu gehen und keine Fragen mehr zu stellen und schweren Herzens folgte er diesem Wunsch. Nach kurzer Stille sagte er leise: “Es ist mir eine Ehre, Sir” Mit diesen Worten drehte er sich endlich um, ging aus dem Büro des Admirals und fragte sich am Weg zu seinem Quartier ob das nun ein Traum gewesen war. Das Universum schien es sich zur Aufgabe gemacht zu haben, ihn bei jeder Gelegenheit aus seinem normalen Leben herauszureißen. Befangen stolperte der junge Mann die Treppen geradezu herunter, als ihm eine bekannte Silhouette entgegen kam.
      “Commander Lynx, ein Glück, dass ich Sie-”, begann Lucas seinen Satz, doch die Frau ging geradewegs wortlos an ihm vorbei. Würdigte sie den Jungen nicht einmal eines Blickes. Was ihm erst ein wenig beleidigend vorkam, begriff er, sobald er den starr zu Boden gerichteten Blick der älteren Offizierin sah. Kurzerhand griff er nach ihrem Arm um sich ihre Aufmerksamkeit zu sichern.
      “Oh, tut mir leid. Ich war in Gedanken”, erwiderte sie sofort, als sie das Gesicht ihres Mitarbeiters erkannte.
      Lucas bahnte bereits, was sie beschäftigte. “Falls Sie den Admiral besuchen wollen, warne ich Sie gleich vor: Er hält wenig von Dissoziierungen” Der Blonde lächelte unbeholfen um seinen Witz zu unterstreichen, doch die Offizierung kümmerte sich wenig um seine humoristischen Bemühungen. Sie sprach sofort weiter: “Ich wurde tatsächlich von ihm gerufen und durch die ganzen Gerüchte in meiner Abteilung kann ich mir auch gut vorstellen, wieso” Sie stockte. “Moment… fungieren Sie als Ingenieur oder erster Offizier? Nur… nur damit ich mir ein Bild davon machen kann, wer die anderen sein werden…”
      Lucas blinzelte ein wenig irritiert, da sie offensichtlich mehr wusste als er, ohne überhaupt mit dem Admiral gesprochen zu haben. Die Gerüchteküche war wohl wieder an ihm vorbei gezogen. “Äh, keines von beidem… ehrlich gesagt. Der Admiral beförderte mich vor zwei Minuten zum Captain” Erneut setzte er ein verlegenes Lächeln auf, das diesmal zur Kenntnis genommen wurde. Commander Lynx grinste breit. “Gratulation ist wohl angebracht, Captain Reed. Sie machen das bestimmt wunderbar, trotz Ihres Alters, keine Sorge. Na dann, ich lasse mich mal schnell zuteilen, man sieht sich am Schiff, Sir!” Mit diesen Worten war sie auch bereits wieder am Weg und ließ Lucas keine Gelegenheit mehr zu antworten. Trotz seines Alters? Welch motivierende Ansprache. Auch dieses ungewohnte "Sir" schien ihn von nun an zu begleiten, auch wenn diese Ansprache für einen 25 Jährigen etwas lächerlich wirkte. Seufzend setzte er sich wieder in Gang. Doch eine erfahrene Navigatorin wie Q Lynx an seiner Seite zu haben beruhigte ihn schon ein bisschen.

      Am nächsten Morgen war das Gepäck der gesamten Crew bereits auf die USS Horizon geladen worden, die Zimmer waren zugeteilt und das Schiff startklar. Zu Lucas Freude war er sogar der erste, der ankam, wodurch ihm ein wenig Zeit blieb sich umzusehen. Die Brücke war relativ klein, logisch, bei sieben Leuten. Quartiere waren am oberen Deck zehn vorhanden, was den jungen Captain etwas verwundert mit der Frage zurückließ, wieso die Horizon nicht vollständig ausgestattet wurde. Immerhin erwarteten sie bei dieser Mission wohl kaum Gäste. Als er zum ersten Mal zögernd und ein wenig ehrfürchtig Platz auf dem Sessel des Captains nahm, lief ihm ein Schauer über den Rücken. Er fühlte sich einen halben Meter zu klein für diese enorme Aufgabe. Bald hatte er das Leben von sechs Kollegen in der Hand.

      “Sir? Captain?” Eine hohe Stimme ertönte hinter Lucas, sodass er schnell erschrocken den Kopf herum riss und sofort aufstand, als er die junge Frau sah, die sich gerade mit lockerem Lächeln das türkis-grüne Haar zu einem Zopf band. Sogar ihre Alltagskleidung trug sie noch. Lucas hatte sich vor Nervosität bereits 3 Stunden vor seiner Ankunft die Uniform angezogen.
      “Entschuldigen Sie, ich hatte nicht vor Sie zu erschrecken, Sir”, sprach sie weiter ohne auf eine Rückmeldung zu warten. Sie ließ die Arme fallen, ging schwungvoll zu ihm hinüber und reichte ihm die Hand. In jeder ihrer Bewegungen lag eine solche Energie, dass Lucas sich wünschte, sie würde ihm etwas davon abgeben. Er nahm ihre Hand.
      “Lucas Reed, freut mich-?”, setzte er an und warf seinem Gegenüber einen fragenden Blick zu.
      “Yoru Hamada! Wissenschaftsoffizierin”, stellte sie sich mit breitem Grinsen vor. Der Frau schien es wohl nicht an Lebensfreude zu mangeln.
      “Ah, ich habe von Ihnen gehört Commander. Sie arbeiten noch nicht lange für die Unionsflotte?”
      “Nein, Sir. Ich war bis vor kurzem Laborforscherin in Hilo und habe meine eigene Abteilung in den Geowissenschaften geleitet! Sie können sich auf meine Unterstützung verlassen. Yoru Hamada hat keine Wissenslücken, Captain!”
      Hatte sie gerade von sich selbst in dritter Person gesprochen? Lucas lächelte gezwungen. “Wie schön. Auf gute Zusammenarbeit, Commander Hamada”, erwiderte er. Nun, sollte sie doch eine energiegeladene Gestalt sein, solange sie ihre Arbeit ausgezeichnet erledigte. Zumindest hatte er von ihrer Forschung auf der University of Hawaii gehört, die höchst beeindruckend gewesen war: neue qualitative Methoden der Geomorphographischen Beschreibung. Möglicherweise war das sogar eine Hilfe beim Verstehen der antiken Karte.
      Als sie mit einem motivierten Nicken als Abschied die Brücke verließ, taumelte bereits die nächste Persönlichkeit vor Lucas Platz. Ein Alterianer. Das konnte ja nur der-
      “Sicherheitschef Prior Troy der USS Horizon, Sir. Ich freue mich auf künftige Zusammenarbeit!” Gerade noch getaumelt, da stand er plötzlich stramm da und streckte dem Captain mit ernstem Gesichtsausdruck die Hand entgegen. Der Sicherheitschef wirkte ziemlich... jung. Was für eine Ironie, das ausgerechnet Lucas das dachte.
      “Oh, äh, willkommen an Bord”, begann er, nahm die Hand des Commanders und wollte sich vorstellen, als auch seine bereits bekannte Kollegin Q Lynx auf die Brücke trat. Lucas seufzte, sah den Sicherheitschef an, dann wieder Lynx und dann setzte er sich ganz einfach. “Wenn wir vollzählig sind, findet eine Versammlung auf der Brücke statt. Dann besprechen wir die Lage”, sagte er laut und mit stärkerer Stimme, als er überhaupt in sich vermutet hatte. Eigentlich sollte er Erfahrung damit haben, das Kommando zu übernehmen, wo er doch bereits als Co-captain fungiert hatte, doch seltsamerweise war das Gefühl, keinen Übergeordneten zu haben ein ziemlich beängstigendes.

      Die Commander nahmen alle brav ihre Plätze ein und verhielten sich, glücklicherweise, so ruhig wie es nur ging. Das erlaubte dem überforderten Captain sich an die Situation zu gewöhnen. In einigen Minuten würden sie bereits im Weltraum sein, dann gab es kein Zurück mehr und die Verantwortung dieser Mission lag ganz alleine bei ihm. Sein Gefühl der zugeschnürten Brust war allerdings nicht vielversprechend.
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    • Alishaa Heningway

      Wie womögliche jede technisch versierte Person im breiten Universum, welche die ein oder andere Neugier plagte, war auch Alishaa unglaublich an der antiken Technologie vor ihrer Zeit interessiert. Den Gerüchten und Märchen glaubte sie nicht so recht, klang es in ihren Ohren doch mehr wie Lügen und Fantasien, die nach langen Saufabenden zusammen gesponnen werden um dem ungewöhnlichen und unbekannten etwas mystisches zu verleihen, doch sie musste zugeben, dass kaum jemand jene antike Technologie zu nutzen wusste und zu ihrer Schande hatte sie noch keine einzige Möglichkeit gehabt diese einmal mit eigenen Händen auseinander zu nehmen und sich das Innere anzusehen.
      Doch endlich war ihre Chance gekommen, so hatte die Weißhaarige Frau jedenfalls gedacht, bis sie traurig feststellen musste, dass sie mit dem runden Ding, welches von Linien durchzogen war, die ihm ein Muster aus Rauten verschaffte, die Illusion erschafft, dass sich die dunkelgraue Kugel irgendwie öffnen lassen musste, doch auch als sie es mit Gewalt versuchte, geschah nichts, sie schwebte nur, wie ein störrisches Spielzeug, doch war Alishaa voller Entschlossenheit noch irgendwie herauszufinden, wie dieses Ding, das wohl eine Karte darstellen sollte, wie den Ruinen, aus welcher dieser antike Gegenstand geborgen worden war, wohl zu entnehmen war, zu öffnen war, auch wenn sie zweifelte, dass man ihr erlauben würde es auseinander zu nehmen, denn selbst Alishaa war sich nicht sicher, ob sie in der Lage gewesen wäre es auch wieder zusammen zu bauen – falls sie es überhaupt auseinander nehmen könnte.
      „-lishaa... Alishaa!“, wurde sie letztendlich durch eine tiefe Stimme aus ihren Gedanken gezogen, hatte sie doch die ganze Zeit über die fest verschlossene, schwebende Kugel in ihrer Hand betrachtete und blickte nun von dieser auf, um in das Gesicht eines Admirals zu blicken, welcher neben ihr einige technisch versierte Leute zusammen getrommelt hatte, damit sie sich alle einmal den geborgenen Gegenstand ansehen konnten, doch zum Leid aller schien niemand in der Lage zu sein auch nur eine Reaktion aus der Kugel zu erhaschen.
      „Konnten sie etwas herausfinden?“, wurde sie gefragt, doch die Halbterranerin konnte diese Frage nur mit einem Achselzucken beantworten.
      „Ich weiß nicht einmal, aus welchem Material dieses Ding gebaut wurde, aber geben sie mir ein paar Wochen, ich krieg das schon noch...“
      „So viel Zeit haben wir nicht.“, wurde sie jeh unterbrochen und Alishaa seufzte, ihren genervten Blick von dem Admiral anwendet, da sie nicht wollte, dass er ihr die Respektlosigkeit aus dem Gesicht heraus lesen konnte, wobei es dafür wahrscheinlich zu spät war.
      So viel Zeit hatten sie nicht? Nun, es tat ihr ja unglaublich Leid, dass sie eben nicht aus der Zeit stammte, als das Ding erbaut wurde oder nicht schon das ein oder andere Buch über antike Technologie erschienen oder geborgen worden war. Doch sie schluckte diese Bemerkungen herunter, vor allem, nachdem sie die nächsten Worte vernahm und ungläubig, verwundert wandte sie ihrem Blick wieder dem Admiral zu.
      „Wo bleibt ihre Antwort? Haben sie mich nicht gehört? Sie werden der USS Horizon auf ihrer Suche nach dem Schatzplaneten begleiten, ich werde ihnen jedoch nur einige Tage geben, die Karte zu entschlüsseln.“
      „Jawohl Admiral!“, gab die junge Frau voller Begeisterung von sich, nachdem sie ihre Starre verlassen hatte, und salutierte sogar enthusiastisch, obwohl sie das eigentlich recht ungerne tat, ein breites, glückliches Lächeln auf den Lippen sich weiter mit der mysteriösen Kugel befassen zu dürfen.
      Sie würde das Geheimnis schon knacken, und wenn es sie ihr Leben kosten sollte!

      Jira Jiran

      Im ersten Moment konnte die Viperianerin es nicht glauben, dass ihr Captain tatsächlich jünger war als sie, besaß er überhaupt die nötige Erfahrung für eine solche Position? Vor allem handelte es sich hierbei um eine geheime Mission, voller unbekannten, wäre er in der Lage in Krisensituationen die richtigen Entscheidungen zu treffen und Befehle von sich zu geben?
      Doch Jira fing sich schnell wieder, gab sich Mühe ihre Zweifel nicht offen in ihrem Gesicht zu zeigen, ehe sie sich mit einem Räuspern die Aufmerksamkeit der Anwesenden holte und dem Captain der Mission die Hand entgegen streckte.
      „Jira Jiran, Viperianer, Captain, ich werde sie als Co-Captain auf dieser Mission begleiten. Auf gute Zusammenarbeit.“, stellte sie sich vor wie es im Buche stand, mit knappen, nur den nötigsten Worten und ihr war ihre Ernsthaftigkeit direkt anzusehen
      Und nachdem sie sich vorgestellt und damit dem Captain des Schiffs den nötigen Respekt entgegen gebracht hatte, drehte sie sich auch zu den anderen Teilnehmern der Mission, zumindest zu jenen, die bereits auf der Brücke anwesend waren, und betrachtete jeden einzelnen mit einem prüfenden Blick, ohne es überhaupt zu bemerken.
      In ihren Augen schien es ein recht zusammengewürfelter Haufen zu sein, doch dem Inhalt der Mission entsprechend muss es sich bei diesen Personen um herausragende Individuen handeln, eine Notwendigkeit bei dem kleinen Team, das für diese Mission zusammen gestellt wurde.
      Selbstverständlich hatte sie die Akten und Berichte der Anwesenden gelesen, die restliche Zeit bis zum heutigen Moment damit verbracht sich so gut wie nur möglich vorzubereiten, doch traute sie dem auf dem Papier geschriebenen nicht so ganz, unterschied sich die Wirklichkeit doch sehr gerne von den Daten. Wenigstens ihre Errungenschaften konnte sie niemandem absprechen, so jung diese Personen auch waren.
      Weitere Vorstellungen wollte sie sich sparen, bis alle anwesend waren, sonst würde es nur zu unnötigen Wiederholungen und Chaos kommen, wie sie fand.

      „Hmmmm... Tach.“, hörte sie letztendlich eine ihr unangenehme Stimme hinter sich, ein Individuum dem sie zu ihrem Leid schon das ein oder andere Mal begegnet war und jedes einzelne Mal konnte sie ihn nur noch weniger Leiden und das lag nicht nur daran, dass seine Berührungen alleine Kälte ausstrahlte, für welche die Viperainer einfach nicht geschaffen waren.
      Mit einem geschickten Schritt zur Seite entging sie der Hand, die sich auf ihre Schulter legen wollte und Chris wirkte im ersten Moment verwirrt, ehe er gar ein enttäuschtes Gesicht auflegte, von dem sich Jira sicherlich nicht täuschen lassen würde.
      Sie wusste zwar, dass er eine große Anzahl an Wissen besaß, welche vor allem in dieser zufällig zusammengewürfelten Truppe von Vorteil sein könnte, aber hatte bei dieser Zusammenstellung wirklich niemand an die Moral der Gruppe gedacht?!
      „Kalt wie immer, Jira~. Ich bin übrigens Chris, wer ist hier... ah, der blonde muss es sein.“, wollte sich der blau haarige gerade danach erkundigen, wer hier die Befehlsgewalt inne hatte, doch das war aufgrund der Uniform gar nicht nötig, denn er erkannte es sofort, dass es der blonde Terraner sein musste.
      „Chief Surgeon, überlasst die kleinen Wewechen einfach mir.“, fügte er noch einmal hinzu, als die Tür ein weiteres Mal aufging und die letzte Person der Bande die Bühne betrat, die Technikerin Alishaa Heningway, mit einem fröhlichen Summen auf den Lippen und einer Tüte Chips in der Hand.
      „Wo ist es?“, verlangte sie sofort zu wissen und blickte sich in der Runde um, doch niemand schien so recht zu verstehen, was sie meinte.
      „Die Karte, die runde, schwarze Kugel?“, formte sie einen Kreis mit den Fingerspitzen ihrer Hände, um deutlich zu machen, was sie von den anderen wollte, in ihrem Eifer gar nicht daran denkend, dass sie sich vielleicht vorstellen sollte.
    • Lucas Reed

      Dass die Crew eine solch bunt durchgemischte Truppe war, konnte gut oder schlecht sein. Lucas hatte gar nicht bemerkt, dass er die sechs Kollegen nur noch skeptisch betrachtet hatte, bis eine weißhaarige junge Frau den Raum betrat und seine Aufmerksamkeit ganz auf sich zog. Commander Alishaa Heningway, er erkannte sie sofort. Geradezu eine Berühmtheit unter den Ingenieuren und dass er dieser Frau, die vermutlich zehn Mal intelligenter war als er, nun Befehle geben musste, hinterließ in ihm ein mulmiges Gefühl. Er erhob sich und begrüßte sie, schüchterner als er es beabsichtigt hatte, doch er fühlte sich von der Präsenz der ganzen schlauen Köpfe in diesem Raum ein wenig eingeschüchtert. Ihm war noch immer nicht ganz klar, wieso er der Captain sein sollte.
      "Die Karte... sie wird bis wir im All sind in einem Hochsicherheits-Tresor aufbewahrt" Lucas lächelte leicht, fast so als würde er damit die Enttäuschung der jungen Frau irgendwie mildern wollen. "Aber sobald es möglich ist, dürfen Sie sich ganz damit befassen"
      Er selbst hatte die mysteriöse Karte noch nicht einmal zu Gesicht bekommen, was angesichts der Tatsache, dass er ebenso ein herausragender Ingenieur und Techniker war, leicht enttäuschend war. Doch er tröstete sich mit dem Gedanken, dass nicht einmal Commander Hamada, die wohl immer noch am meisten mit Karten im Allgemeinen anfangen konnte, das Ding gesehen hatte. Früh genug würden sie sowieso alle gemeinsam einen Plan ausarbeiten müssen, denn sofern er wusste, blieb zur Entschlüsselung der Karte ziemlich wenig Zeit.

      Der Blonde ging zurück an seinen Platz und verschaffte sich erneut einen Überblick. Jiran, Lynx, Troy, Heningway, Hamada und... Chris. Die Skepsis aufrechterhaltend begann der junge Captain seine Ansprache: "Verehrte KollegInnen, in wenigen Minuten starten wir. Sobald wir die Atmosphäre verlassen haben ist höchste Konzentration und Arbeitsmoral gefragt, da wir in begrenztem Zeitraum einen Planeten finden müssen, der außerhalb unserer Galaxie liegt und nicht einmal von unseren Sensoren getrackt werden kann. Die Karte hat also höchste Priorität, da wir uns nicht auf unsere moderne Technik verlassen können. Sie darf nicht beschädigt werden und in hoffentlich wenigen Tagen sollten wir wissen, wohin uns diese Mission überhaupt führt. Bis dahin wird jeder mit dem Wissen, das sein Spezialgebiet verspricht, nach einem Weg zu Androeda suchen. Solange wir die Karte nicht entziffern, fliegen wir in Richtung des Gamma Quadranten, um unsere Mission als Forschungsmission zu tarnen. Mit viel Glück ist das sogar... die richtige Richtung"
      Die Ansprache hatte Lucas seine halbe Seele aus dem Leib gesaugt. Welcher Idiot war dafür zuständig gewesen, ihn als Captain zuzuteilen?! Mit größter Anstrengung versuchte er seinen Auftritt glaubwürdig erscheinen zu lassen und nicht weinend wegzulaufen. Er stand stramm da, vielleicht schon eher auffällig steif, und sprach sich selbst in Gedanken aufmunternd zu. Bestimmt hatte man ihn aus guten Gründen ausgewählt. Er würde sich schon noch daran gewöhnen, diese Verantwortung zu tragen. Ganz bestimmt.

      Prior Troy

      Der junge Alterianer hatte sich so viel Mühe gegeben, sich seriös vorzustellen bei einem Captain... der offensichtlich eine Art soziale Angststörung hatte. Mit verschränkten Armen lehnte er an einem Navigationspult und hörte der eigentlich überzeugenden Ansprache skeptisch zu. Naja, wenn er seine Körpersprache unter Kontrolle bekam, würde er vielleicht einen guten Captain abgeben. Schien allerdings sein erster Arbeitstag zu sein und- wie alt war der Typ? Fünfzehn? Der sah ja noch jünger aus, als Prior selbst, der schon oft genug mit Stofftieren verglichen worden war. Hoffentlich hatte er irgendwas drauf, denn den Namen Lucas Reed hatte er noch nie gehört. Vielleicht war das aber auch nicht so ungewöhnlich, wo der Alterianer schließlich erst seit einigen Wochen fest angestellt war. Am Ende der Rede konnte er nicht anders, als seinen neuen Vorgesetzten ein bisschen zu testen. "Hey, Reed, ist das Ihr erster Ausflug als Captain?", fragte er laut. Und dann war es erstmal still. Der Captain sah Prior perplex an.
      "Es heißt "Captain Reed", Commander Troy. Ist das Ihr erster Ausflug als nicht-mehr-Teenager?", gab er zurück. Hah. Der Alterianer grinste leicht. "In der Tat, Captain Reed, Sir", erwiderte er schelmisch. Von der Seite spürte er einige ungläubige Blicke auf sich lasten.
      "An Ihrer Stelle würde ich mich nicht so weit aus dem Fenster lehnen, Commander. Ihre erste Mission kann schnell auch Ihre letzte sein. Hoffentlich stecken Sie in Ihre Arbeit mehr Hirn als in Ihre Aussagen", fügte der Blonde hinzu. Sein Blick war geradezu eisig geworden und die Autorität die er von einer Sekunde auf die andere ausstrahlen konnte, wenn er wollte, sollte er vielleicht beibehalten. Da hatte wohl jemand ganz schöne Komplexe was Regelverstöße anging. Selbstzufrieden den neuen Captain zu einer besseren Version seiner Selbst gemacht zu haben, lächelte der Sicherheitschef vor sich hin. Die Crew schien gar nicht so langweilig zu sein, wie er gedacht hatte. Die Navigatorin, die so offensichtlich erkennbar eine Betazoidin war, wie Gras grün war, würde Einiges runterschlucken müssen in den nächsten Tagen... vielleicht auch Wochen.

      "Wenn Sie noch Fragen haben, dann bitte ich Sie diese nach dem Abflug zu stellen. Bitte begeben Sie sich auf Ihre Plätze und... reißen wir uns zusammen. Wir werden einige Zeit auf engem Raum verbringen. Da wäre es gut, wenn Sie sich kein Beispiel an Commander Troy's Herangehensweise nehmen", verkündete der Captain noch einmal an alle. Dann räusperte er sich verlegen, was die Ansprache wieder zunichte machte. Mit einem Augenrollen setzte sich Prior an seinen Platz auf der Brücke und wartete darauf, dass Commander Jiran und Lynx an den Navigationspulten den Start der Horizon einleiteten.
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    • Ares Gryados

      In einer heruntergekommenen Schänke, irgendwo in den tiefen des Universum, befand sich unser Held. Gekleidet in einem dunklen Mantel, welcher einen Teil seines Gesichtes verdeckte, hingen doch nur wenige Meter weiter Steckbriefe mit einem hohen Kopfgeld für eben jenen Mann, welcher seinen Alkohol trank, als müsste er sich um nichts im Universum sorgen machen, dabei spitzte er jedoch die Ohren, jedem Gespräch in seiner Nähe lauschenden, auf Gerüchte achtend, vor allem auf jene, welche etwas mit dem Schatzplaneten Androeda zu tun hatten, denn durch bloßen Zufall hatte er vor nicht allzu langer Zeit mitbekommen, dass angeblich eine Schatzkarte, wie das Gesindel der Unterwelt es nannte, von der Unionsflotte geborgen worden war und Ares hatte weder Kosten noch Mühe gescheut, mehr darüber herauszufinden.
      Er musste diese Karte haben, koste es, was es wolle.
      Es dauerte noch einige Minuten, ehe sich eine weitere Person zu ihm an den Tisch gesellte, ein Marianer, ein Alien mit dem übergroßen Kopf eines Oktopusses, welcher nur sehr entfernt einem Menschen auch nur ähnelte, aber das störte den schwarzhaarigen nicht, er war nur hier um Informationen zu kaufen und der Rest des Handels ging recht schnell.
      Umschläge wurden über dem Tisch getauscht und in sogleich wieder unter den Taschen verborgen, ohne das einer von beiden den Inhalt überprüfte, zugegeben, eine unglaublich riskantes Unterfangen, vor allem wenn man die enorme Summe bedachte, welche Ares für diesen Handel zusammen kratzen musste.
      Sollte es die Information nicht wert gewesen sein, würde er diesen Mistkerl über das gesamte Universum hinweg jagen und sich das doppelte - nein, das zehnfache! - an dem was er hatte zahlen müssen zurückholen, so wahr sein Name Ares Gryados war!
      Dem Marianer wurde ein Getränk gebracht, während der Weltraumpirat die Sekunde zählte und sobald zehn Minuten rum waren, erhob sich dieser von seinem Platz, überließ dem Tisch somit ganz seinem Gegenüber und verließ das Lokal, ohne jegliches aufsehen zu erregen und sobald er die unreine Luft dieses ekelhaften Planeten riechen konnte, breitete sich ein breites Grinsen auf seinem Gesicht aus und seine Finger zuckte vor Erwartung, am liebsten hätte er den Umschlag sofort hier und jetzt raus gezogen, doch so offen wäre es deutlich zu riskant gewesen und er musste sich wirklich zusammen reißen nicht seinem Raumschiff entgegen zu sprinten.
      Letztendlich erreichte er das rote Frack, dass vielleicht mal wirklich ein herausragend gutes Raumschiff für eine Person gewesen sein musste, doch es hatte bereits so viele aberwitzige Stands aushalten müssen und einmal war Ares nur knapp einer Super Nova entkommen – von dem schwarzen Loch wollte er gar nicht erst anfangen – dass er schon länger mit dem Gedanken spielte sich einfach ein neues zu stehlen, aber irgendwie hing er noch an dem Ding, dass ihn auf zahlreichen Raubzügen und Verbrechen begleitete hatte, das schweißte zusammen.
      Mit zittrigen Händen öffnete er den Umschlag – altmodisch, das wusste er, aber so konnten die Daten deutlich schwieriger gestohlen werden als auf digitalem Wege – und holte eine Reihe von Dokumenten heraus, welche er mit schnellem Blick überflog und während seine Augen über die Zeilen rasten, wurde das unsichere Grinsen in seinen Zügen immer breiter und siegessicherer.
      Ein Forschungsschiff also... wie? Richtung Gamma Quadrant? Wow~ diese Leute von der Unionsflotte mussten wohl eine richtige Ratte unter sich haben, dem das Geld wichtiger als die Loyalität war und das konnte Ares respektieren.
      Oh, ein Held war er natürlich auch nicht, aber er nannte sich gerne so.

      Alishaa Heninway

      Der Ingenieurin war die Enttäuschung deutlich anzusehen, doch sie sparte sich ein Seufzen und begab sich stattdessen zu ihrem Platz. Der Captain hatte recht. Sie hatten nicht viel Zeit dieses blöde Ding zu entschlüsseln und auseinander zu nehmen und Alishaa wusste nicht einmal, wo sie da überhaupt anfangen sollte. Ihr nur ein paar Tage bei einer vollkommen unbekannten Technologie zu geben war schon so unglaublich dämlich und aberwitzig gewesen, ganz zu schweigen davon, dass die weißhaarige glaubte, dass diese Mission sowieso von Anfang an zum Scheitern verurteilt war, welcher Idiot hatte sich ausgedacht, dass diese Kugel eine Karte sein sollte? Noch dazu zu einem mystischen und märchenhaften Ort wie Androeda? Als ob es soetwas wie Schatzplaneten überhaupt gab!

      Jira Jiran

      Jira starrte den Alterianer mit großen, ungläubigen Augen an, konnte jedoch nicht verstehen, wie er es hatte wagen können solche Worte von sich zu geben, war das wirklich alleine seinem jungen Alter zuzusprechen? Wer hatte so einem Kind überhaupt Teil einer so wichtigen Mission zu werden?!
      Seufzend schüttelte sie den Kopf, sich die Hand an die Stirn haltend die sich anbahnenden Kopfschmerzen vertreibend, als der neue Captain bereits seinen ersten Befehl von sich gab und die Viperianerin mit einem energischen „Jawohl Captain!“ diesem nachkam und sich an ihre Position begab, bereit abzuheben, sich mit vollster Konzentration auf den Start konzentrieren, da sie wusste, dass das der kritischste Punkt einer Reise durch das Universum sein konnte, der erste Schritte, und wenn dieser scheiterte, konnten sie ihre Mission sowieso vergessen.

      Chris

      Letztendlich hatte die Truppe die Atmosphäre der Erde ohne große Probleme verlassen, langsam kehrte wieder Ruhe in die angespannte Crew ein – nun, abgesehen von einigen Individuen – und einige Minuten später hob Chris die Hand.
      „Ah, Captain, ich hab da eine Frage.“, meldete er sich zu Wort, „haben sie eine Freundin oder einen Freund?“
      Der Mann mit dem türkisen Haar gab diese Worte ohne jegliche Regung in seiner Miene von sich, eigentlich interessierte es ihn auch nicht recht, aber er wollte die Atmosphäre etwas auflockern und was war dafür besser geeignet, als Liebesgeschichten?
      Außerdem hatte Chris die Erfahrung gemacht, dass Soldaten sich mehr darauf konzentrierten sicher wieder nach Hause zu kehren, wenn sie jemanden hatten, der in der Heimat auf sie wartete.
    • Lucas Reed

      Lucas war heilfroh, dass seine erste Offizierin viel Wert und Ernsthaftigkeit auf ihre Arbeit legte. Mit zwei hervorragenden Commander wie Lynx und Jiran war der Start der Horizon perfekt ausgeführt worden. Kaum waren sie im Orbit, und die Crew weiterhin ziemlich angespannt, stellte der, auf Lucas zuvor schon äußerst locker wirkende, Arzt Chris eine Frage, von der er nicht gedacht hatte sie nach nur 2 Minuten nach Verlassen der Atmosphäre bereits beantworten zu müssen. Wie kam er denn jetzt bloß darauf? Der Blonde blinzelte ihn ein wenig verwirrt an, zugegeben war die Spannung im Raum verflogen und durch etwas neues, merkwürdiges ersetzt worden. Er räusperte sich. "Nein, Commander, ich... bin single", erwiderte er. Und lebe eigentlich im Haus meiner Mutter, wenn ich nicht gerade im Quartier auf der Arbeit bin... Das fügte er lieber nicht hinzu. Wie armselig und Arbeits-orientiert sein Leben war musste ja keiner wissen. Oder zumindest noch nicht in den ersten 10 Minuten des Kennenlernens erfahren.
      "Und... Sie?", fügte er fragend hinzu. Für Lucas gab es kein seltsameres Gefühl als Smalltalk aufrecht zu erhalten und es erschien ihm auch das derzeitige Thema fragwürdig, doch die Crew sollte nicht von ihm denken, dass er ein distanzierter Einzelgänger war. Das wäre zwar wahrheitsgemäß, allerdings hatte es ihm in der Vergangenheit nichts als komische Blick und Einsamkeit beschert. Er war irgendwie motiviert, sich in diesen sozialen Aspekten des Lebens ein wenig zu bessern.

      Q Lynx

      Die Betazoidin hätte am liebsten seit ihrer Ankunft am Schiff durchgehend die Augen verdreht. Man musste kein Telepath sein, um jeden einzelnen hier durchschauen zu können. Commander Jiran, die gleich neben ihr saß, war so angespannt und konzentriert, dass das nur seinen Ursprung in der Angst vor Versagen haben konnte. Außerdem hatte sie seltsam zwiespältige Gedanken über den neuen Captain. Das hatten hier zwar einige, doch als ehemalige Schiffs-kollegin von Lucas Reed wusste sie nur zu gut, weshalb er diese Mission leiten sollte. Trotz seiner sozialen Unbeholfenheit war er ein sehr sympathisches, aufrichtiges und intelligentes Kerlchen, das es verstand, die Aufsicht über andere zu haben. Noch traute er es sich nicht zu, das konnte Q ganz deutlich wahrnehmen - und jeder andere der Augen im Kopf hatte wohl ebenso - doch mit der Zeit würde das kommen. Er konnte eine starke Autorität sein, wenn er es wollte, und seine Crew nicht durch diktatorische Befehle, sondern durch nachvollziehbare, sinnvolle Entscheidungen für sich gewinnen.
      Was im Kopf des Alterianers vorging, konnte Q aus unerklärlichen Gründen nicht sagen. Er schien tatsächlich... bloß wenig nachzudenken.
      Chris und Jiran waren so unterschiedlich, dass es für Q nicht nachvollziehbar war, weshalb sie zusammen auf ein Schiff mit so winziger Crew gesandt wurden. Sie mussten als Einzelne herausstechende Eigenschaften haben. Von Commander Heningway ging seit dem Abflug fast keine Präsenz aus. Sie schien so in sich gekehrt und mit ihren eigenen Gedanken beschäftigt, dass man sie für einen meditationsgelehrten, präsenzlosen Mönch halten konnte. Nun, zumindest war das Q's Eindruck als Telepathin, ohne irgendein Mitglied der Crew außer Lucas Reed tatsächlich zu kennen. Ganz im Gegensatz zu Heningway hatte die junge Wissenschaftsoffiziern Yoru Hamada die nervtötende Aura eines zittrigen Chihuahuas, aber das konnte ja an der Aufregung liegen... hoffentlich.
      Q war so sehr in den Gedanken und Gefühlen ihrer Mitmenschen versunken, dass sie fast nicht auf ihren Bildschirm geachtet hatte. Sie hatte schließlich auch mit nichts gerechnet... doch plötzlich erschien dort ein Objekt.
      "Captain, wir erfassen ein sich annäherndes Objekt, 3 Uhr. Scheint ein Schiff zu sein", sagte sie laut und drehte sich nach hinten um. Herrje, der Captain wirkte verschreckt.
      "Was für ein Schiff?", fragte er.
      "Unbekannt"
      "Bringen Sie es größer auf den Schirm", wies er an.
      Die Navigatorin führte den Befehl aus. Da war es- ein kleines, rotes Raumschiff. Es wirkte ein wenig heruntergekommen, noch wichtiger aber: Q hatte noch nie ein Schiff dieser Art gesehen. Auch der Captain schien extrem angespannt.
      "Was tun wir?", fragte sie. Sie wollte ihn zwar nicht weiter unter Druck setzen, doch war es nun mal seine Aufgabe, die Entscheidungen zu treffen.
      "Versuchen Sie, Kontakt aufzunehmen. Finden Sie heraus, wer das Schiff fliegt", erwiderte er. Er schien sich gefangen zu haben. Das ganze war ja auch kein Neuland für ihn, als ehemaliger erster Offizier war er ebenfalls unter den Besten gewesen.
      >> it takes courage to bloom <<
    • „Oh? Schon entdeckt?“, gab der Schwarzhaarige verwundert von sich, als ihn eine Anfrage zur Kommunikation vom Forschungsschiff erreichte. Sie mussten wirklich aufmerksam sein, wenn sie seinem kleinen, unbedeutenden Schiff Aufmerksamkeit schenkten, oder einfach die Karte war ihnen so wichtig, dass sie nichts dem Zufall überließen, so oder so beendete Ares schnell die letzten Bissen seines Sandwiches, um die Anfrage daraufhin abzulehnen und einige Knöpfe und Hebel betätigte, um seine Waffen auszufahren.
      Eigentlich war sein genialer Masterplan gewesen, sich einfach still und heimlich rein zu schleichen, aber offensichtlich würde das nichts mehr werden, und wie sagte man so schön? Angriff war die beste Verteidigung!
      Obwohl er die angreifende Partei war, aber egal, wenn interessierten schon solche Kleinigkeiten?

      „Ah... ich fürchte das Ding wird angreifen.“, gab die Ingenieurin von sich, obwohl das jeder Anwesende mit eigenen Augen sehen konnte, als bereits der erste Schuss fiel und das Raumschiff zum schwanken brachte und Alishaa konnte sich gerade noch so halten, dass sie nicht aus ihrem Platz fiel, stattdessen musste sie traurigerweise dabei zu sehen, wie einige ihrer Kartoffelchips zu Boden fielen und in dieser Situation würde sie die fünf Sekunden Regel wohl leider nicht einhalten können.
      „Captain! Wie lauten ihre Befehle?!“, meldete sich sofort Jira zu Wort, bereits darauf wartend ihre eigenen Waffen ausfahren zu dürfen und das kleine Raumschiff vom Sternenhimmel zu schießen, welcher Idiot kam überhaupt auf so eine wahnwitzige Idee?! Das Forschungsschiff war mindestens zehnmal so groß wie das unbekannte!

      Breit Grinsend mit wahnwitzigen Manövern im luftleeren Raum wich der Weltraumpirat den Gegenangriffen der Unionsflotte aus. Zugegeben, sie waren nicht schlecht, aber natürlich war Ares schlicht und einfach besser! Natürlich war er das, wer könnte es schon mit dem größten Weltraumpiraten des gesamten Universums aufnehmen?
      Der Schwarzhaarige verfing sich in seinen Wahnvorstellungen und kam dem Forschungsschiff immer näher, einen Grund vorher die Alarmanlage auszuschalten sah er nicht, immerhin hatte man ihn bereits entdeckt und er nutzte den kurzen Moment zwischen den Angriffen, um sich einen Weg hinein zu verschaffen, als er mitansehen musste, wie sein geliebtes, kleines rotes Raumschiff mit einem Volltreffer getroffen wurde und auseinander fiel.
      Ah... hatte er etwa vergessen die Schilde zu aktivieren? Ein Glück hatte er sich nicht mehr darin befunden! Das hätte er sicherlich nicht überleben können!
      Wie auch immer, Ares musste sich nun auf wichtigeres konzentrieren, wo hatten sie womöglich die Karte versteckt?
      Wenn er sich richtig erinnerte, musste doch irgendwo hier ein Hochsicherheitstresor sein... es war nicht das erste Mal, dass es dem Piraten gelungen war sich auf ein Forschungsschiff zu schleichen und es war doch immer wieder aufregend, nicht nur einmal wäre er fast erwischt oder gar getötet worden, die Narbe an seinem linken Fußgelenk sprach Bände, aber das war eine andere Geschichte.
      Bevor er sich jedoch auf die Suche machte, setzte er sich eine Gasmaske auf und machte einen Luftschacht ausfindig, um eine kleine Kugel hinein zu werfen, welche daraufhin begann über das gesamte Schiff Schlafgas zu verteilen, das sollte ihm genügend Zeit verschaffen und wenn er doch unliebsamen Besuch bekam, so hatte er noch mehr davon, um es sich direkt im Raum verteilen zu lassen.
      Es dauerte keine fünft Minuten, da hatte Ares gefunden, wonach er gesucht hatte, befestigte ein kleines, zeckenartiges Gerät an dem Tresor und begann sich daran zu machen den Mechanismus und den Code zum öffnen zu hacken... woha, wer hat sich denn den Algorithmus ausgedacht? Könnte doch etwas länger dauern, als er erwartet hatte.

      Noch bevor sie ihren Sieg, das feindliche Raumschiff ausgeschaltet zu haben, feiern konnten, wurde die Alarmanlage aktiviert und es war deutlich, dass sich jemand oder etwas Zugang verschafft hatte.
      „Captain, ich bitte um Erlaubnis mich verstecken zu dürfen. Für Kämpfe bin ich deutlich zu alt.“, hob Chris ein weiteres Mal die Hand, welcher trotz der Geschichte seines Volkes kein großer Freund von Gewalt war. Lieber hätte er eine Zelle oder zwei, die er hätte untersuchen können.
    • Lucas Reed

      Mitten in dieser überwältigenden Situation eine solche Frage von Chris zu hören, ließ ihn fast schon schmunzeln, doch die Lage war zu ernst, um jetzt zu Lachen. Es gab einen Eindringling. "Um Gottes Willen, Sie bleiben hier und verteidigen die verdammte Karte", erwiderte er, während er ein wenig überfordert die Brücke nach Elektroschockpistolen durchsuchte. Wenn der Eindringling ein Lebewesen war, dürfte ihn das überwältigen, doch- er fand keine! "Verdammt nochmal, wurde dieses Schiff nicht mit Waffen ausgestattet?!", fluchte er.
      "Es ist ein Forschungsschiff, Sir", erwiderte Commander Hamada.
      "Aber keine Forschungsmission!!", rief er zurück. Er wollte weiter suchen, doch plötzlich waberte ein dicker, undurchsichtiger Nebel an seinen Beinen nach oben. Als er den Kopf herumriss, konnte er diesen Nebel überall auf der Brücke aufmachen. "Bedecken Sie Ihre Gesichter!", rief Lucas. Wie viel konnte denn eigentlich schief laufen? Als man ihm sagte, die Mission sei gefährlich, hatte er nicht mit so etwas gerechnet. Als er den Befehl aussprach, war es bereits zu spät. Einer nach dem anderen brach zusammen und lag ohnmächtig am Boden, verschwand ihm dichten Nebel. Lucas sah sich hektisch um und riss letztendlich einfach den weißen Polsterbezug von seinem Stuhl herunter. Er band sich den Stoff über Nase und Mund und verknotete ihn am Hinterkopf. Da er seine Crew offensichtlich fürs Erste verloren hatte, musste er den Eindringling selbst finden. Commander Troy hätte ihm nun eine große Hilfe sein können... denn Lucas war noch nie sonderlich gut im Kämpfen gewesen. Er konnte nur hoffen, dass der Eindringling ebenfalls keinen Taser auf seinem Schiff gefunden hatte.
      Der Captain wanderte durch das halbe Schiff, der Nebel verdeckte ihm die Sicht und drang langsam durch den Stoff durch, sodass ihm immer schwindliger wurde. Das konnte doch jetzt nicht das Ende sein...? Verzweifelt bahnte er sich seinen Weg in den Raum, in dem der Tresor mit der Karte installiert worden war. Das war seine Mission, er musste sie beschützen. Doch als er in den Raum kam sah er bereits, wer hier herum gespukt hatte. Ein kleiner, schwarzhaariger Kerl, die Spezies konnte Lucas nicht feststellen, doch er sah aus wie ein Mensch. Die Kugel hielt er bereits in der Hand, den unknackbaren Tresor hatte er offenbar in kürzester Zeit geknackt. Lucas stand wie angewurzelt da. "Wer sind Sie?", fragte er schockiert.
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    • Ares Gryados

      „Na geht doch!“, gab er gedämpft durch die Gasmaske von sich, als er das belohnende Knacken vernahm und sich die Tür des Tresors öffnete, eine Woge von Triumph und Vorfreude breitete sich in dem schwarzhaarigen aus und seine blauen Augen begannen zu glänzen, als er nach der schwarzen Kugel griff und endlich – endlich! - hielt er diese auch in der Hand und das Material fühlte sich einfach so... vertraut an, ohne, dass er wusste, wieso.
      Ohne zu zögern legte er drei seiner Finger an ganz bestimmte Positionen auf dem Gerät, wodurch sich die einzelnen, rautenförmigen Einzelteile mit einem Mal voneinander trennten und eine riesige, intergalaktische Karte offenbarten, welche entweder ein Hologramm war oder aus sich verbindenden Lichtpunkten bestand, so genau konnte das Ares noch nicht sagen, doch eines stand fest: die einzelnen Punkte mussten Planten darstellen, während die Reisewege mit Linien verbunden waren und inmitten all diesem Chaos, welches vom Nebel nur noch heller zu erstrahlen schien und gar reflektiert wurde – waren es wohl doch Lichtpunkte? Aber wie war es möglich das Licht so zu fixieren? - leuchtete eine Lichtkugel heller, als all die anderen, in einem strahlenden Lilaton und es gab keinen zweifel, wobei es sich dabei handeln musste.
      „Androeda...“, murmelte Ares gar ehrfürchtig vor sich hin, ehe er in seiner Ekstase eine Stimme vernahm und seinen Kopf zur Seite wand, gleichzeitig die Karte wieder schloss, welche wieder als schwarze Kugel zurückblieb und der Schwarzhaarige verstaute diese an seinem Gürtel.
      „Oh, noch nie vom großen Ares gehört? Die bessere Frage wäre wohl eher wieso du überhaupt noch... ah, bist wohl bald an deiner Grenze was?“, wich Verwunderung schnell der Erkenntnis, dass der blonde Fremde sicherlich schon recht bald dem Schlafgas erliegen würde und Ares salutierte spielerisch, um sich von dem Soldaten zu verabschieden.
      „Na dann, ich lass dich ausnahmsweise mal am Leben Bursche, vielleicht sieht man sich ja... ah... warte...“, erinnerte sich der Weltraumpirat mit einem Mal, was mit seinem eigenen Schiff passiert war und in all der Aufregung, fixiert auf sein Ziel, hatte er noch gar nicht daran gedacht, aber... wie um alles in der Welt sollte er hier ohne eigenes Raumschiff wegkommen?!
      „Ihr habt nicht zufällig... noch ein kleines Schiff übrig, oder?“, erkundigte sich der Schwarzhaarige verlegen, aber da es sich um ein Forschungsschiff handelte und keine Kriegsflotte bezweifelte er, dass er hier etwas brauchbares finden würde.
      Und ohne Schiff würde er Androeda nie erreichen können... verdammt nochmal, er kam hier dann gar nicht mal weg!
      Der Nebel lichtete sich leicht und Ares konnte mit einem Mal die Farbe der Uniform seines Gegenübers erkennen, ah, der Captain? Na das traf sich doch perfekt!
      „Wieso unterhalten wir uns nicht ein bisschen, bis deine Crew wieder aufwacht? Ich hätte da ein Angebot für dich, dass du sicher nicht ausschlagen kannst!“, gab Ares mit einem breiten Lächeln von sich, welches jedoch mehr Gefahr als Freude barg und er ging auf den Captain des Schiffs zu, es wäre ein leichtes ihn in seinem Zustand zu überwältigen und einfach das Schiff zu übernehmen... das Problem war, ein so großes Schiff ließ sich leider nicht alleine steuern, schon gar keins von der Unionsflotte, blöde Vorsichtsmaßnahmen.
      Außerdem könnte es Wochen dauern sich mit der neuen Technologie auseinander zu setzen!
    • Lucas Reed

      Lucas hörte schon nur mehr halb, was sein Gegenüber von sich gab. Ihm war schwindlig, übel, er war kurz davor in Ohnmacht zu fallen. Mit letzter Kraft, an die Wand stützend, schob er sich in den Raum und schloss mit einem Knopfdruck die Türe hinter sich ab. "Lüftung...", hauchte er dem Eindringling zu. "Es gibt hier drin... einen Abzug" Zum Glück war jeder einzelne Raum von Unionsschiffen mit luftdichten Stahltüren und integrierten Abzügen ausgestattet, die genau auf solche, oder Brandvorfälle, vorbereitet waren.
      Während vor seinen Augen alles verschwamm, ließ der Captain sich an der Wand herunter auf den Boden rutschen. Dort saß er nun, schwach, wehrlos und überwältigt. Ein armseliges Bild eines Captain. Doch sofern er es verstanden hatte, brauchte der Schwarzhaarige ihn um das Schiff zu fliegen und dieser Nebel, das Gas, war nicht tödlich sondern würde ihn und die Crew wieder aufwachen lassen, sobald die Wirkung nachgelassen hatte. Das waren doch zwei ganz gute Ansätze. Aus Lucas Perspektive wahr es wohl auch die einzige Hoffnung, um diese Karte wieder zurückzugewinnen. Der Junge hatte es geschafft sie zu öffnen... damit wäre auch der erste Schritt getan.
      Lucas hatte es garnicht mitbekommen, doch der Eindringling schien den Lüftungsabzug gefunden und betätigt zu haben, denn seine Sehkraft verstärkte sich wieder ein wenig. Der Nebel lichtete sich und er hob den Kopf, um besser sehen zu können mit wem er es eigentlich zu tun hatte. Ein schlanker, recht kleiner Mann, in eine Art schwarzen Umhang gehüllt und eine Gasmaske hatte er auf. Wie zur Hölle hatte er es überhaupt geschafft, auf dieses Schiff zu gelangen, nachdem sein eigenes zerstört worden war? Und warum wusste er, wie diese Karte zu entschlüsseln gewesen war? Lucas Gedanken kreisten so stark, dass er davon Kopfschmerzen bekam.
      "Ein Angebot, sagtest du?", wiederholte er mit rauer Stimme, während er krampfhaft versuchte, die Augen auf ihn gerichtet zu halten.
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    • Ares Gryados

      „Yep, genau! Ein Angebot! Eines, das du ganz sicher nicht ausschlagen kannst!“, gab der Schwarzhaarige mit übertriebenem Enthusiasmus von sich, auch wenn er sich nicht ganz sicher war, ob sein Gegenüber bereits in der Lage war anständig mit ihm zu kommunizieren, nun gut, im schlimmsten Fall musste er sich eben wiederholen und Dinge zwei mal sagen, aber das war immer noch besser als sich einer frisch ausgeschlafenen Crew der Unionsflotte entgegen zu stellen, ein Glück hatte der freundliche Captain die Tür verschlossen und ihm damit auch sogleich den Mechanismus gezeigt, ob sie wohl auch von außen wieder zu öffnen war? Oder sollte er doch Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, für denn Fall das jemand früher aufwachte?
      Ares würde sich nur ungern gefangen nehmen lassen, nicht jetzt, wo er so kurz vor seinem Ziel stand.
      Eigentlich wollte er ihnen auch gar nichts geben, sich nicht mit langweiligen Soldaten zusammen tun, doch wenn er seine Lage betrachtete, hatte er wohl keine Wahl.
      „Sicherlich habt ihr nicht die geringste Ahnung, wie man dieses hübsche kleine Ding bedient, nicht wahr?“, sprach er gedehnt mit einem Lächeln auf den Lippen. Er hatte schon öfter gesehen wie Soldaten sich mit antiker Technologie plagten, während Ares kaum zwei Handgriffe brauchte, um sogleich ihre Funktionsweise zu verstehen, wahrlich ein eigenartiges Talent, für das er jedoch unglaublich dankbar war. Es musste daran liegen, weil er ein so unglaubliches Genie war, nicht wahr?
      „Und wie es scheint, habe ich mein hübsches kleines Raumschiff verloren...“, gab er tatsächlich bedauernd von sich, das arme Ding hatte ihm so lange gute Dienste geleistet, dass es ihn wirklich traurig machte es zu verlieren.
      „Aber keine Sorge, heute will ich mal gnädig sein und erspare es euch, mir das Schiff zu ersetzen, stattdessen, ich nehme an ihr wollt ebenfalls zum Schatzplaneten Androeda? Wieso tun wir uns nicht zusammen? Ich bediene die Karte und sage, wohin wir müssen und du und deine Crew fliegt das ganze hier?“, schlug er vor, spielte aber bereits mit dem Gedanken bei der ersten Möglichkeit einfach abzusteigen und sich ein neues hübsches kleines Schiff zu stehlen.
      Soldaten der Unionsflotte war nun einmal nicht zu trauen, am Ende würden sie ihn noch töten oder gefangen nehmen, wenn sie ihr Ziel erreicht hatten, nicht, dass man Ares mehr vertrauen konnte, er hätte es ihnen sicherlich gleich getan, wenn es seinen Zielen dienlich wäre.
      Am Ende ging es doch nur darum, was man haben wollte und wie man es bekam, nicht wahr?
    • Lucas Reed

      Die Stimme des Unbekannten wurde von einem merkwürdigen, unangenehmen Hallen getragen. Vermutlich, weil Lucas Körper ihn gerade auf einen Hörsturz vorbereitete. Was war das nur für ein Gas gewesen? Seine Gliedmaßen fühlten sich an wie Gummi. Es fiel ihm schwer, aufmerksam zu bleiben, doch er hatte nicht ohne Grund ein Training für solche Situationen absolviert. Zwar hatte er nicht herausragend abgeschnitten, wusste jedoch seinen Körper zu kontrollieren, wenn er unter fremden Einflüssen stand.
      "Dafür, dass du, soweit ich es mitverfolgen konnte, in einer ziemlichen Zwickmühle steckst... bist du ganz schön frech", murmelte Lucas. Zugegeben hatte er keine Ahnung, ob er sich nicht selbst in einer ziemlich kritischen Lage befand. Vielleicht hatte der Typ noch mehr Tricks auf Lager, die ihn und seine Crew direkt töten könnten. Doch zuerst brauchte er sie wohl zum Fliegen der Horizon...
      Eigentlich war der Deal ganz schön grottig. Unionsoffiziere würden für ihre Missionen sterben, da gab es keine Frage, denn das war ihr Job. Dieser Kerl verlangte nun, ihn zum Schatzplaneten zu führen, der niemand vor ihnen finden sollte. Naja, sie hätten ihn ja selbst kaum gefunden. Die Mission lautete: beschützt die Karte um jeden Preis, findet Androeda, stellt die Waffen sicher. Und nun? Es blieb doch kaum eine Wahl, den Deal nicht einzugehen. Zwar hätten sie die Karte früher oder später mit genügend Glück selbst geöffnet, obwohl selbst das eine riskante 50/50 Chance gewesen war, doch nach Lucas' momentaner Beurteilung würden sie sie nicht einmal lesen können. Es war zum losschreien. Er konnte dem Fremden doch nicht den Weg zu Androeda öffnen...? Ihn quasi dorthin bringen wie der Taxidienst? Wer wusste schon, was er dort anstellen würde. Ihm war keinesfalls zu trauen. Sobald sie alle das Ziel erreicht hätten, müssten sie ihn sofort gefangen nehmen. Ob das klappte, war nicht gewiss. Doch gerade war er derjenige mit der Karte in der Hand, die Crew war handlungsunfähig und die Mission bisher klaglos gescheitert. Blieb Lucas überhaupt eine andere Wahl? Wer versicherte ihm, dass er nicht eine Mannschaft rief, die mit ihm das Schiff kaperte, sobald er wusste, wie es funktionierte?
      Die Antwort war glasklar: Niemand. Es gab keine Absicherung. Ob er den Deal nun einging oder nicht, es herrschte eine gefährliche Ungewissheit. Doch das wichtigste war diese Mission abzuschließen und die größten Chancen hatte er leider wenn er sich mit dem Fremden zusammen tat. Mit unzähligen Gewissensbissen überprüfte der Captain noch einmal im Kopf, ob er bei seiner Entscheidung auch wirklich jede Möglichkeit berücksichtigt hatte. Doch es gab tatsächlich keinen Ausweg und pokern ging hier nicht. Nicht bei dieser Mission.

      "Einverstanden", ächzte er. "Solange du meinen Leuten nichts antust. Dann platzt der Deal" Das war nur halb wahr. Der Deal würde nur platzen, wenn es bis dahin bereits Möglichkeiten gab, alleine den Zielort zu erreichen. "Und sobald wir auf Androeda gelandet sind, sind wir Feinde, Ich weiß nicht, was du dort vorhast, aber es liegt gerade in meiner Verantwortung, eine Galaxie zu retten und einen verhängnisvollen Krieg zu verhindern. Du wirst nicht bekommen, wonach du suchst, das kann ich dir versprechen" Das war ebenfalls nur halb wahr. Hoffentlich würde er nicht bekommen, wonach er suchte, falls es denn die Waffen waren.
      Lucas spürte seine Kraft zurückkehren, also mühte er sich ab, aufzustehen. Keuchend an der Wand lehnend fügte er anschließend noch hinzu: "Mir wurde gesagt Androeda liegt außerhalb der Sensoren der Unionsflotte, wodurch wir an diese Karte gebunden sind. Das bedeutet auch der Planet ist ein ganzes Stück von uns entfernt und du wirst wohl recht lange mit uns auf diesem Schiff bleiben. Wenn du diesen Deal wirklich willst, bekommst du ein Quartier zugeteilt, das du nur verlässt, wenn ich es erlaube. Ich kann mir keinen Fremden leisten, der auf der Brücke herumlungert"
      Das schien aus Lucas Sicht nur fair für alle Beteiligten zu sein. Außerdem hatte er eine Crew zu betreuen, die er gerade eben erst kennengelernt und schon in eine solch grausame Angelegenheit verwickelt hatte. Wenn dieser Typ überall herumschlich wäre es das endgültig gewesen mit dem Teamgeist. Er wollte sich die Reaktionen der anderen noch garnicht ausmalen, doch wenn sie eine Nacht darüber Schafen konnten, würde sie sein Handeln nachvollziehen können. Es gab eben immer etwas, das wichtiger war als alles andere: Der Job.
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    • Ares Gryados

      „Frech? Ach bitte, ich bevorzuge da doch das Wort Charme.“, lächelte der schwarzhaarige breit, es war offensichtlich, dass er nicht zum ersten Mal als frech bezeichnet worden war, meist gab es jedoch deutlich schlimmere Sprüche oder den Worten folgten Taten und Fäuste, aber so war das Leben unter Verbrechern in der Unterwelt nun einmal und Ares hatte gar gelernt diese chaotische kleine Welt zu lieben. Solange er nicht als ein Häufchen Elend endete, verstand sich.
      Der Weltraumpirat begann schon unruhig zu werden, während er auf die Antwort des Blonden wartete, was gab es da bitteschön groß nachzudenken? An den Reaktionen seines Gegenübers konnte er mit Gewissheit sagen, dass er direkt ins Schwarze getroffen hatte: niemand hier auf dem Schiff wusste die Karte zu nutzen, vielleicht war er sogar die einzige Person im ganzen Universum, die dazu in der Lage war!
      Ares gefiel dieser Gedanke sehr, er war nun einmal ein Genie, das nur einmal in einer Millionen von Jahren geboren wurde, nun, zumindest war ihm sonst noch nie jemand begegnet, der alleine durch seine Intuition wusste, wie die antike Technologie funktionierte.
      Nun, sicher wie sie funktionierte war er sich auch nicht, aber wenigstens konnte er sie nutzen, nicht wahr? Der Rest war ihm eigentlich recht egal.
      „Na endlich!“, gab Ares letztendlich seufzend von sich und hörte endlich auf vor lauter Ungeduld ständig mit dem Fuß auf dem Boden rum zuklopfen, und befreite seine Arme aus der verschränkten Position, ehe ihm bewusst wurde, dass er noch immer die Gasmaske trug, das aber eigentlich gar nicht nötig war und diese Abnahm, nur um sie unter seinem Mantel verschwinden zu lassen.
      „Solange man mir nichts tut, habe ich das nicht vor, aber sei dir sicher, dass ich mich verteidigen werde, wenn ich es für nötig halte, werterCaptain. Ich bin mir sicher wir können uns darauf einigen, dass du mir nicht vertraust und ich dir nicht.“, gab er selbstgefällig mit einem Lächeln von sich, als sein Gegenüber noch weitere Bedingungen hinzufügte, welche Ares mal aber so gar nicht gefielen.
      „Wie jetzt? Ich darf nicht raus, ehe du es mir erlaubst? Was ist das, Hausarrest? Ich hab schon fast gedacht wir könnten vielleicht doch noch Freunde werden, da kannst du mich doch nicht einfach wie einen Gefangenen behandeln! Wirklich unhöflich.“, schüttelte der Schwarzhaarige mit wiedermal vor der Brust verschränkten Armen.
      „Ich könnte euch alle auch einfach über Bord werfen, während deine Crew schläft und in deinem Zustand bist du sicherlich auch keine Gefahr für mich, isst du überhaupt genug, so dünn wie du bist?“, gab der Pirat mit einem gefährlichen Unterton von sich, ehe er für einen Moment wieder in das scherzhafte wechselte, „Also überlege dir gut, was du mir im Gegenzug anbieten kannst. Ich übernehme die Karte für euch, dafür nimmt ihr mich mit, das wars, wenn du willst dass ich schön brav auf meinem Zimmer bleibe und nur raus gehe, wenn der werte Herr Captain es mir erlaubt, musst du mir schon etwas anderes im Gegenzug bieten. Nicht, dass du irgendetwas anderes hättest, was ich haben will, nicht wahr?“, lächelte der Schwarzhaarige siegessicher, als ob er seinem Gegenüber die Oberhand über diesen Deal überlassen würde, das konnte er sich schön abschminken.
      Und einsperren ließ er sich erst recht nicht.
    • Lucas Reed

      Lucas seufzte. Man, wie widerspenstig und eingebildet konnte ein Wesen eigentlich sein?
      "Na schön, wenn du darauf bestehst. Hauptsache du fasst nichts an...", murmelte er mit einem tiefen Seufzer. Er hielt sich das Tuch sicherheitshalber wieder über Mund und Nase, ehe er die Tür öffnete. Das würde ein interessantes Gespräch werden, wenn der Rest der Crew aufwachte. Er ging hinaus und betätigte erstmal einen Lüftungsabzug nach dem anderen, um den Rest des Nebels abziehen zu lassen, doch glücklicherweise schien er sich ohnehin schon ordentlich gelichtet zu haben. Der Unbekannte folgte ihm auf Schritt und Tritt, bis sie auf der Brücke ankamen. Lucas fühlte sich bedrängt. Es wäre ihm wirklich lieber gewesen, den Kerl in einem Quartier einzusperren. Immer wieder sah er nach hinten über die Schulter, dabei wusste, oder zumindest glaubte er, er könne ihm sowieso nichts antun, solange er allein war und nicht vom Fleck kam.
      Auf der Brücke begann Lucas den Puls jeder Person zu fühlen, die dort am Boden lagen. Sie begannen langsam sich zu regen, leise zu stöhnen und so mancher zog sich an einem Pult hoch, um aufrecht zu sitzen. So wie auch Commander Lynx. Vorerst schien es allen gut zu gehen, doch noch wussten sie nicht, ob das Gift bleibende Schäden hinterließ.
      "Lucas...", murmelte Lynx. Er kniete sich sofort zu ihr nieder. Ihre Augen waren geöffnet doch sie hatte Schwierigkeiten sich auf einen Punkt zu fixieren. Er verzieh ihr in dieser Lage das Vergessen von Förmlichkeiten. "Ich... spüre eine Präsenz... sie wirkt... feindlich... ich kann... keine Gedanken wahrnehmen", keuchte sie stockend.
      Lucas betrachtete sie besorgt. Die anderen waren dem Nebel viel direkter und länger ausgesetzt gewesen, als er selbst. "Ich weiß", erwiderte er leise. "Wir besprechen das später. Sobald Sie aufstehen können, geleite ich Sie auf Ihr Quartier" Er strich ihr eine Haarsträhne aus dem blassen Gesicht, das mit Schweißperlen übersäht war. Sie wirkte fiebrig und nur halb bei Bewusstsein. Mit skeptischem Blick erhob er sich, drehte sich um und starrte den Feind an. "Ich hoffe für dich, dass sie alle gesund werden", sagte er wütend und ging mit großen Schritten auf ihn zu. "Und wenn du nur einen Knopf in diesem Schiff drückst, landest du in einem Quartier. Du nennst es Hausarrest, ich nenne es Zelle. Und glaub mir, die Gefangenschaft wird lebenslänglich. Wie lange auch immer-" Er sah verabscheuend an ihm herab. "deine Spezies auch leben mag" Dann stampfte er an ihm vorbei.
      Bis die Crew wieder halbwegs ansprechbar war, würde er Runden am Schiff gehen, aufräumen, putzen, Dinge reparieren... solange bis ihm Arme und Beine abfielen. Was gab es schon für einen besseren Coping Mechanismus als diesen? Zumindest konnte er sich nützlich machen und musste sich nicht mit diesem Unbekannten herumschlagen. Solange er ihm nicht folgen würde, jedenfalls... Dann hatte er auch Zeit, um einen weg zu finden diese erniedrigende Story später irgendwie seinen Kollegen begreiflich zu machen. Dass sie nun angewiesen waren auf diesen respektlosen, selbstsüchtigen, widerwärtigen... Lucas' Wut ging mit ihm durch. Genervt begann er im Kontrollraum jedes einzelne Kabel zu überprüfen. Es konnte doch nicht möglich sein, dass dieser Typ einen Weg ins Schiff gefunden hatte?! Vor allem aus dem All herein? War er etwa Gott?!
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    • Ares Gryados

      Am liebsten hätte der Schwarzhaarige seinem Gegenüber ein weiteres Mal widersprochen, ihm mitgeteilt, dass er ihm nichts versprechen konnte, beließ es jedoch lieber bleiben und beließ es bei einem nichtssagenden Lächeln. Er sollte es sich nicht zu sehr mit dem Captain verscherzen, nicht in seiner Position. Die Fahrt würde gefährlich und anstrengend werden, aber Ares hatte bereits schlimmeres in seinem Leben erlebt.
      Während er dem Blonden folgte, blickte er sich neugierig in dem Schiff um, hielt Ausschau nach nach Kameras, Mechanismen, Fallen und Waffen, desto mehr er über seine Umgebung wusste, desto besser.
      Am liebsten hätte er sich an der Brücke daran gemacht sich die Daten des Schiffes anzusehen, doch das schien alles andere als der perfekte Zeitpunkt dafür zu sein, am Ende würde man ihn wirklich noch in eines der Quartiere sperren – nicht, dass er glaubte nicht in der Lage sein wieder auszubrechen, aber Spannungen konnte Ares im Moment nicht gebrauchen.
      „Jetzt krieg dich wieder ein, das war nichts mehr als ein einfaches Schlafgas. Ein Nickerchen und alle werden wieder fit sein... wahrscheinlich.“, gab er genervt mit den Achseln zuckend von sich, sah er etwa aus wie ein Killer? Wie gemein.
      Die nächste Aussage des Blonden trieb ihm jedoch ein schiefes, breites Grinsen ins Gesicht.
      „Oh, keine Sorge, ich weiß ganz genau dass du es lieber als Zelle siehst, ich wollte es nur nicht ganz so harsch ausdrücken, aber Humor kennt ihr Soldaten von der Unionsflotte ja nicht, nicht wahr? Allesamt einfältige Spießer, obwohl ich es dir doch hoch anrechnen muss, dass du dich auf das Angebot eingelassen hast. Versteh mich nicht falsch, es wäre dumm, wenn du es nicht getan hättest, aber das hält nur die wenigsten auf.“, sprachen seine Augen von purer Abscheu und einem Hauch von Hass, während das Grinsen blieb und obwohl Lucas ihm eindeutig zu nahe gekommen war, würde Ares keinen einzigen Zentimeter zurückweichen, diesen kleinen Sieg würde er dem Captain sicherlich nicht gönnen.
      Verwundert blickte er dem Blonden dann nach, wollte er ihn wirklich alleine auf der Brücke lassen? Mit all diesen hübschen Knöpfen, die er drücken könnte, ohne, dass es jemand mitbekam? Wo er seiner halbwegs bewusstlosen Crew antun könnte, was auch immer er wollte?
      War der Kerl naiv?
      Kurz balancierte er auf der Stelle auf seinem Fußballen hin und her, überlegend, was er währenddessen tun könnte, einen Blick über den Raum schweifen lassend, wo einige der Crew sich die größte Mühe gaben wieder wach zu werden. Und wenn er ehrlich war, wollte er nicht hier sein, wenn sie tatsächlich aufwachten, vor allem der Alterianer wirkte in seinen Augen gefährlich, also beschloss er sich umzudrehen und den Blonden etwas zu nerven.
      Er wusste ja nicht einmal seinen Namen.
      „Also? Wie heißt du überhaupt? Nicht gerade höflich jemanden nach seinem Namen zu fragen, ohne einem den seinen zu nennen.“, gab er vorwurfsvoll von sich.
      "Übrigens solltest du der Betazoidin ans Herz legen, nicht zu versuchen meine Gedanken zu lesen, das letzte Mal hab ich einer von ihnen ganz schöne Kopfschmerzen eingebracht!", gab er breit grinsend und stolz über sich selbst von sich, denn in seinen Augen musste das bedeuten, dass seine Gedanken zu schnell und komplex für diese Amphibien waren!

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    • Natürlich musste dieser Abschaum ihm folgen, was denn auch sonst? Genervt grummelnd ließ er ihn hinter sich her rennen. Sollte er ihn doch mit seiner nervtötenden Stimme niederreden... Lucas hatte besseres zu tun, also sich mit so jemandem zu unterhalten. Angestrengt überprüfte er im Kontrollraum alle Funktionen, während Ares redete. Naja, für ihn war es wohl besser, nicht bei der Crew zu sein, wenn sie aufwachte. Lucas hätte sie zumindest nicht davon abgehalten, ihn erst mal ein wenig zu peinigen, bevor sie ihre Reise fortsetzten.
      "Es erscheint mir falsch, dass wir uns duzen, wenn ich ehrlich bin", murmelte er, während er konzentriert einen Sicherungskasten abtastete. "Aber wenn wir schon mal hier sind: Mein Name ist Lucas Reed. Captain Reed, aber das scheint dir ja kaum wichtig zu sein. Und meine Navigatorin Commander Lynx versucht nicht jemandes Gedanken zu lesen, se tut es einfach. Ungewollt. Du könntest ihr ja einen Gefallen tun und dir das Hirn rauspusten, das würde ihre Kopfschmerzen wohl erheblich bessern. Und meine auch", gab er bissig mit einem Seitenblick zurück. Seine Gefühle hatte der Blonde ja noch nie sonderlich unter Kontrolle gehabt, doch wütend war er... überaus selten. Und auch jetzt überraschte es ihn selbst, wie viel Aggression gegenüber diesem kleinen Mannes... diesem kleinen, unscheinbaren, nicht mal ansatzweise böse aussehenden Mann, er empfinden konnte. Er war nie diese Art von Typ gewesen, der auf Dinge einschlug oder bei Kleinigkeiten die Fassung verlor. Zugegeben war es unfassbar schwer, überhaupt eine energiegeladene Emotion aus dem Techniker herauszubekommen. Seine Augen wirkten nicht nur freundlich, sie waren es auch. Und ungeheuer skeptisch, oft ängstlich, deprimiert... aber definitiv nicht wütend. Dieser Ares Gryados brachte eine sehr unschöne Seite an ihm heraus, die er so garnicht kannte.
      "Sag mal", meinte Lucas plötzlich und sah von seiner Arbeit auf. "Wird das nicht irgendwann langweilig? So zu tun, als wäre man fest davon überzeugt der Beste zu sein? Ich meine... das Universum ist unendlich, wo nimmst du dieses Selbstbewusstsein her? Als- wie groß bist du? 1.75? - großer, schmächtiger Typ... mal ganz ehrlich, aus zehn Meter Entfernung wirkst du auf mich wie ein Teeny. Hat das was mit deiner Spezies zu tun?" Lucas konnte sich das Kichern nicht verkneifen, doch dann fügte er gleich hinzu: "Nicht böse gemeint. es wundert mich nur. Persönlichkeiten wie dir begegnet man selten" Er lehnte sich gegen die Wand und betrachtete Ares. Nein, er verstand es nicht. Nicht in Milliarden Jahren würde Lucas auf die Idee kommen, diese dermaßen von sich selbst überzeugte Art raushängen zu lassen... Das hing vielleicht damit zusammen, dass er generell ein wenig zu unsicher für die Verhältnisse eines normales Menschen war. Also, als Teenager hatte er die Nerd-skala ins Unendliche nach oben durchbrochen. So ein Freak wie er es gewesen war, war wohl ebenso selten aufzufinden wie Ares' Wesen. Zum Glück hatte sich das bei dem Blonden zu großen Teilen ausgewachsen. Aber jeder trug schließlich sein Päckchen nicht wahr? Was auch immer der Eindringling unter dieser Schicht an Selbstliebe verbarg... es musste ein schmerzhaft klaffende, tiefe Wunde sein. Etwas, das er umhüllen und schützen wollte.
      Lucas hatte das selbst versucht, doch er war nie gut darin gewesen, Dinge zu verbergen. Wenn man gut genug hinsah, war die Wunde, die er seit Kindertagen mit sich umher trug, deutlich sichtbar, ungeschützt, ein wunder Punkt, der mehr als nur angreifbar war. Zum Glück kannte niemand diesen Punkt und niemand traute sich heutzutage mehr, seine Mitmenschen ganz genau anzusehen. Dafür waren sie zu sehr mit dem Verstecken ihrer eigenen Wunden beschäftigt. Bestimmt war Ares eine dieser Personen. Lucas' Weltbild mochte nicht universal sein... doch es hatte sich schon einige Male als richtig bewiesen. Aber vielleicht war der Fremde auch einfach nur ein Arsch.
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    • Ares Gryados

      „Hmmmm... so funktioniert das also bei diesen Amphibien?“, gab er nachdenklich von sich und wandte seinen Blick zur Seite, während er eine Hand an seine Hüfte stützte, ehe sich ein Lächeln auf seinen Zügen ausbreitete, vielleicht hatte der Blonde doch mehr Biss, als Ares es erwartet hatte.
      „Oh, aber ich fürchte ihr werdet mein hübsches kleines Hirn noch brauchen, wenn ihr nach Androeda kommen wollt.“, grinste der Schwarzhaarige selbstsicher vor sich hin, der sicher nicht vor hatte Lucas respektvoll mit Captain anzusprechen, er gehörte nicht zu seiner Crew und das wollte er beim besten Willen nicht, also sah er auch keinen Sinn darin sich an die Konventionen der Unionsflotte zu halten.
      „Hm? Langweilig? So tun als ob?“, schien Ares tatsächlich über die Worte seines Gegenübers nachdenken zu müssen, als er jedoch auf seine Größe angesprochen wurde, verfinsterte sich sein Gesichtsausdruck und wirkte alles andere als erfreut über diese Worte, trotz der darauf folgenden Entschuldigung und das Gekicher machte es auch nicht gerade besser.
      „Also jetzt hör mal!“, gab der Schwarzhaarige mürrisch von sich und stützte die Hände in die Seiten, „Wenn du mich fragst wäre es deutlich eigenartiger, wenn ich mich nicht für so genial halten würde, wie ich nun einmal bin!“, lächelte er stolz und hielt sich dabei eine Hand an die Brust.
      „Wenn ich mich nicht für genial halte, wer macht es dann? Glaubst du wirklich ich wäre in der Lage gewesen ganz alleine euer hübsches, kleines Forschungsschiff in eine solche Lage zu versetzen, wenn ich nicht an mich und meine Fähigkeiten glauben würde? Mit einer Einstellung wie deiner wäre ich stattdessen schon längst in irgendeiner Gosse krepiert, ganz zu schweigen davon, dass ein von Selbstzweifeln geprägtes Leben mir deutlich langweiliger erscheint. Das Universum ist unendlich? Und deswegen soll ich mich nun in Bescheidenheit üben? Weil es da draußen irgendjemanden geben könnte, der besser als ich wäre, in jeglicher Hinsicht? Und wenn schon, dann muss ich eben daran arbeiten eine solche Person zu überflügeln, um diesen Platz wieder einzunehmen, ganz zu schweigen davon, dass deine hübsche kleine Theorie nichts weiter als Wunschdenken ist, ohne Beweise wüsste ich nicht, warum ich mich in solchen Gedanken verrennen sollte, wenn ich stattdessen tun könnte was auch immer ich will? Und mit meiner Größe und meiner Jugendhaftigkeit hat das ganze ja wohl so gar nichts zu tun! Ich wette sowieso, dass ich um einiges älter und erfahrener als du bin.“, nickte Ares sich selber zu, die Hand in einer L-Form ans Kinn haltend, offensichtlich hatten Lucas Worte seinem Selbstbewusstsein keinen einzigen Kratzer zugefügt, im Gegenteil, er fühlte sich nur bestätigt darin der Größte zu sein. Vielleicht nicht was die Körpergröße anging, aber das konnte er geflissentlich ignorieren.
      „Und? Macht es Spaß mit Unsicherheit durchs Leben zu laufen? Wie hast du es mit dieser Einstellung überhaupt zum Captain geschafft?“, wunderte sich der Schwarzhaarige, welcher weder mit seinem Selbstbewusstsein irgendwelche Wunden zu verstecken versuchte noch zu jenen Lebewesen gehörten, die zu sehr mit sich beschäftigt waren um anderen Aufmerksamkeit zu schenken, ganz im Gegenteil, er war überaus stolz auf seine Menschenkenntnisse, achtete auf jede kleinste, unbedachte, gar unbewusste Geste, da das den ein oder anderen Handel massiv beeinflussen konnte. Man musste seine Freunde und vor allem Feinde gut kennen, wenn man die Oberhand behalten wollte.
    • Lucas Reed

      Lucas hörte dem Kleineren angespannt zu. „Glaub, was du willst. Ich bin nicht ohne Grund Captain dieses Schiffs“ Naja, zumindest hoffte er, dass seine Arbeitgeber wussten, was sie taten, denn bisher sah es hier nicht so rosig aus.
      „Außerdem… wüsste ich nicht wieso ich es bevorzugen sollte, allein durchs Weltall zu reisen und irgendwelche Leute zu überfallen. Sollte nicht selbst ein Weltraumpirat eine Crew haben? Ich kann schon verstehen, dass du dich so aufführst, wenn du niemanden hast, der dir sonst den Rücken frei hält. Du hast recht. Wenn niemand an dich glaubt, musst du es wohl selbst tun. Klingt allerdings ein bisschen traurig. Ich bin froh, dass andere an mich glauben“, erwiderte er. Es stimmte, selbst wenn sich die ganze Welt gegen ihn wenden sollte… auf ein paar Wenige konnte er sich verlassen, die ihn nicht im Stich lassen würden.
      Interessanterweise war seine Wut verflogen. Vielleicht, weil Ares‘ Beleidigungen ihn zurück auf den Boden geholt hatten. Und irgendwie war er plötzlich ganz glücklich darüber, nicht den ganzen Tag alleine in seiner Werkstatt zu sitzen. Er hatte es ja schon ein wenig vermisst, Teil einer Crew zu sein und selbst wenn die Captain-Sache ziemlich plötzlich und überraschend gekommen war, freute er sich doch über jede Gelegenheit, wieder an Bord eines Schiffs zu sein. Er war noch nie gern allein gewesen… er hatte sich bloß daran gewöhnt.
      Der Blonde stockte, als Ares seine Unsicherheit ansprach. War er so schlecht darin gewesen, das zu verstecken? Er drehte sich blinzelnd zu ihm um. „Selbst wenn. Ich mag meinen Job“, meinte er mit einem Schulterzucken. Langsam fiel Lucas auf, dass er in diesem Gespräch sogar äußerst locker war, abgesehen davon, dass er sein Gegenüber nicht ausstehen konnte. Sollte er nicht besser… vorsichtig sein? Darauf achten, was der Schwarzhaarige tat? Er war schließlich immer noch gefährlich, auch wenn er seine Crew offenbar „brauchte“. Der ganze Stress schien ihn völlig aus dem Konzept gebracht zu haben. Der Admiral hatte recht gehabt: hier konnte man sich keine „geistigen Aussetzer“ leisten. Daran musste er definitiv arbeiten.
      „Ich sollte nach meinen Leuten sehen“, sagte Lucas plötzlich, eher zu sich selbst. „Du kommst mit, du hast im Kontrollraum sowieso nichts verloren“, fügte er hinzu und lief an Ares vorbei in den Gang hinaus, wo er ihn auffordernd anstarrte, dass er ihm folgen sollte. Es war wohl sogar besser, wenn der Typ ihm überall hin folgte, anstatt alleine seine Unwesen zu treiben. Sobald die Crew wach war, hätten sowieso sieben Leute ein Auge auf ihn. Sofern… sie nicht komplett am Rad drehten, sobald sie von dem Deal erfuhren.
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    • Ares Gryados

      Eine Crew? Sollte er... eine haben? Ares starrte seinen Gegenüber verwundert an, doch der Schwarzhaarige konnte sich nicht daran erinnern jemals jemanden gehabt zu haben, dem er vertrauen könnte. In der Unterwelt war es nun einmal Gang und Gäbe sich gegenseitig zu bestehlen und zu verraten, wie hätte er da jemandem vertrauen können? Nein, unmöglich, es ging nur um das Leben des Stärkeren, entweder man verriet und bestahl andere, oder ließ zu, dass es andere mit einem machten und Ares war deutlich lieber auf der Seite der Gewinner.
      Der Weltraumpirat seufzte und machte eine wegwerfende Handbewegung im Versuch die sich aufkeimenden, negativen Gedanken zu verjagen, es war sowieso alles egal. Er musste nur nach Androeda kommen, mehr nicht, dann würde sich schon alles wieder legen, nicht wahr?
      Als sein Gegenüber meinte, er würde seinen Job mögen, machte der Schwarzhaarige ein Gesicht, als hätte er in eine saure Zitrone gebissen, wie um alles in der Welt konnte man so einen Job bloß mögen? In einem strickten System den Regeln anderer folgen, ohne irgendetwas zu hinterfragen oder Platz für spontane, geniale Ideen zu haben.
      Nach Ares Erfahrung nach konnte man normalerweise beim besten Willen kein anständiges Gespräch mit diesen Leuten führen, sie hörten einem einfach nicht zu, ganz egal, was man sagte.
      „Ja ja, ich komm ja schon, ich komm ja schon.“, seufzte Ares enttäuscht, nachdem er noch einmal seinen Blick über den Kontrollraum hatte schweifen lassen, zu gerne wäre er geblieben um mehr über die Funktionsweise des Schiffes zu erfahren, aber sein Kerkermeister ließ es offenbar nicht zu.
      Mit am Hinterkopf verschränkten Armen folgte er dem Blonden also, jedoch bereit jeden Moment mit einer schnellen, geschickten Bewegung eine Waffe unter seinem Mantel hervorzuholen, sollte irgendjemand auf die dumme Idee kommen ihn anzugreifen.
      Der Schwarzhaarige machte sich lieber auf jede Möglichkeit gefasst, er konnte es sich nicht erlauben unvorsichtig zu sein.

      Jira Jiran

      Seufzend hielt sich der Co-Captain die Hand an die Stirn, noch immer die seichte Müdigkeit spürend, die ihren Verstand vernebelte, nur zu gerne hätte sie einfach ein Nickerchen gehalten, um wieder vollständig auf dem Damm zu sein, doch das konnte sie sich beim besten Willen nicht erlauben.
      Mit einem genervten Gesichtsausdruck wandte sie ihren Blick zur Seite, wo Chris in einer recht unbequem aussehenden Position auf seinem Stuhl einfach eingeschlafen war, und dann schnarchte er auch noch, was ihr den letzten Nerv raubte, aber viel wichtiger, was war passiert? Wo war der Feind? Und noch viel wichtiger... wo war der Captain?
      Mit einem Mal war die Müdigkeit verschwunden, wich Panik und Angst, als ihr in ihrem benebelten Zustand bewusst wurde, dass der Captain, Lucas Reed, fehlte. Sie erinnerte sich, dass das System einen Eindringling ausfindig gemacht hatte, doch der Alarm wurde gestoppt, von wem?
      Gerade erhob sie sich von ihrem Platz, wollte nachsehen gehen, rief sich in Erinnerung, dass sie nun die Verantwortung tragen musste, wenn dem Captain wirklich etwas passiert sein sollte – ein Gedanke, der ihr überhaupt nicht gefiel, er machte ihr geradezu Angst – als die Türen sich mit einem Mal öffneten und Jira erleichtert feststellen musste, dass es der Captain war.
      „Ein Glück geht es ihnen gut, Captain, was-“, salutierte sie und wollte gerade erfragen, was passiert war, als ihr die fremde Person auffiel, welche Lucas auf Schritt und Tritt zu folgen schien, welcher ihr ein breites, freches Grinsen und ein Winken schenkte und die Viperianerin musste ersteinmal stocken, sich fragen wie sie mit dieser Situation umgehen sollte.
      „Wer... wer ist das?“, gefiel es ihr überhaupt nicht unbewaffnet zu sein und sie fragte sich, ob es ihr Gegenüber ebenfalls war und wenn ja, ob sie in der Lage wäre ihn zu überwältigen.
      Wie konnte der Captain nur eine fremde Person auf dem Schiff erlauben?! Wie ist er überhaupt hier rein gekommen?!
    • Lucas Reed

      Als er auf die Brücke kam, stand Commander Iran direkt vor seiner Nase. Sie wirkte erleichtert, in Lucas' Augen immer noch erschöpft, und als sie Ares sah konnte man ihr den drauf folgenden Schock nicht verübeln. Lucas hob die Hände, als würde er eine unsichtbare Wand zwischen den beiden erbauen wollen. "Bleiben Sie ruhig, das ist der Eindringling. Ich erkläre Ihnen sofort alles. Er wird Ihnen... nichts tun... hoffe ich", sagte er und schielte skeptisch über die Schulter.


      Q Lynx

      Als der Captain wieder gegangen war, war Q vor Erschöpfung kurz eingenickt. Wobei "ohnmächtig geworden" es wohl besser treffen würde. Beim nächsten Öffnen ihrer Auge, konnte sie sich nur schwerfällig aufsetzen. Ihr Kopf brummte und ihre Sehkraft war stark beeinträchtigt, der Rest der Crew lag am Boden- Moment, nein, sie erkannte Jiran's Rücken bei der Tür. Verzweifelt kniff Q die Augen zusammen, um etwas zu erkennen. Da waren Jiran, der Captain... und der... Eindringling? Mit aller Kraft zog sie sich am Pult hoch und stolperte zu ihren Kollegen. Sie standen einfach nur da, griffen den Fremden nicht an... Sie konnte nichts von ihm wahrnehmen, es war für sie unklar, was er fühlte, dachte... es war ungewiss, was er vorhatte.
      "Captain...", murmelte sie leise als sie sich zu ihn gesellte, an der Wand abgestützt. "Was... ist hier los?"

      Yoru Hamada

      Was war das bloß gewesen? Mit stechenden Kopfschmerzen öffnete die Wissenschaftlerin die Augen. Sie starrte direkt ins Licht und drehte sich stöhnend herum. Es fühlte sich an, als wäre sie gerade verkatert aufgewacht...
      Mit zerzausten Haaren stand sie holprig auf und bemühte sich, sich nicht zu übergeben. Was auch immer das für ein giftiger Nebel gewesen war, der hatte es in sich. Es war wohl noch nicht der richtige Zeitpunkt, um herauszufinden, was genau er gewesen war, doch ihren Gedankengang konnte sie einfach nicht stoppen. Das ganze hatte ausgesehen, als würde es aus einer Nebelmaschine kommen, aber das war unwahrscheinlich... trotzdem eine Art Nebelfluid mit beigesetztem Xenon vielleicht? Nein, Xenon war nicht giftig... Auch wenn bis jetzt noch alle lebten, gab es ganz eindeutige Vergiftungsanzeichen. Übelkeit, Kopfschmerzen, beeinträchtigte Sehkraft- fast, wie bei einer Alkoholvergiftung. Yoru dachte angestrengt nach, doch sie konnte sich kaum konzentrieren.
      Neben ihr bewegte sich auf einmal Commander Troy. Er wälzte sich ebenso vor Schmerz stöhnend am Boden, wie sie es gerade getan hatte. Sie schmunzelte leicht, denn seine Ohren waren ganz zerdrückt. "Alles in Ordnung bei Ihnen, Commander?", fragte sie leise und hockte sich neben ihn. Der Alterianer öffnete die Augen zu Schlitzen.
      "Bin ich tot?", ächzte er.
      "Nein", antwortete sie. "Wir leben soweit alle noch. Ich weiß noch nicht, was dieser Nebel war, aber wichtiger ist, dass der Eindringling da hinten total ungerührt neben dem Captain und Commander Jiran und Lynx steht. Ich frage mich-"
      "WAS?!" Troy riss schockiert seinen Oberkörper hoch und starrte zu ihnen hinüber. Gerade wollte Yoru beeindruckt von seiner schnellen Bewilligung des Gifts sein, als er mit einem lauten Stöhnen wieder zurück auf den Boden kippte.

      Lucas Reed

      "Es ist so...", begann er und sah dabei abwechselnd Lynx und Jiran an. "Er wollte die Karte stehlen... und hat es geschafft sie zu öffnen und zu lesen" Sobald er diesen Satz aussprach empfand er Mitleid für Commander Heningway, die unbedingt diese Karte erforschen wollte.
      "Sein Schiff ist zerstört, er will zu Androeda, wie wir... Und naja... er braucht uns, um das Schiff zu fliegen, wir brauchen ihn um die Karte zu lesen und keine Zeit mehr zu verlieren"
      Ein wenig besorgt betrachtete er die beiden Frauen, nachdem er nun die wichtigsten Infos genannt hatte.
      "Wir müssen ihn sofort entwaffnen", sagte Lynx bestürzt. Da hatte sie recht, aber wer wusste, was der Kerl tat, wenn man ihn auf Waffen untersuchte und er tatsächlich noch welche bei sich hatte?
      "Commander", erwiderte Lucas ruhig. "Wenn er uns umbringen wollte, und die Möglichkeit dazu hatte - die er vermutlich hat -, hätte er es wohl schon getan"
      Trotz dessen wandte er sich nun zu Ares und zog eine Augenbraue hoch. "Allerdings wäre es wohl allen recht, dich unbewaffnet zu wissen"
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    • Ares Gryados

      Der Schwarzhaarige machte einen Schritt zur Seite, als der Alterianer sein Lautes „WAS?!“ ertönen ließ, um sich besser hinter Lucas zu stellen, fast, als würde er sich hinter ihm verstecken wollen, nein, denn genau das hatte er vor, denn wenn jemand dieser zu groß geratenen Schmusekatze befehlen konnte, ihn in Ruhe zu lassen, dann musste das wohl der Captain sein.
      Er hatte schon die ein oder andere unliebsame Begegnung mit diesem Volk hinter sich, er ging lieber auf Nummer sicher, er war kein großer Fan von Schmerzen.
      Ares spürte alle Blicke auf sich und riss sich vom Anblick des Alterianers los, um seine Aufmerksamkeit wieder dem hier und jetzt zu schenken, hatte er richtig gehört? Sie wollten, dass er seine Waffen hergab? Waren die etwa bescheuert? Das würde ihn in eine sehr unliebsame Lage versetzten und der Weltraumpirat war sicherlich nicht bereit dies zuzulassen, er hatte es Lucas doch bereits gesagt, er vertraute hier keinem von ihnen.
      „Damit ich euch allen gegenüber wehrlos bin? Seht mich doch an, ich könnte nicht mal dem Mädchen da drüben mit einem anständigen Schlag Schaden zufügen!“, gab der Schwarzhaarige überaus übertrieben von sich und zeigte dabei auf Yoru, welche die kleinste der Anwesenden Personen zu sein schien und daher sicherlich auch die ungefährlichste, nicht, dass seine Worte stimmten, Ares wusste durchaus, wie man sich mit Händen und Füßen verteidigen konnte, aber das mussten die Anwesenden ja nicht wissen, außerdem bezweifelte er stark eine große Chance gegen den Alterianer zu haben, zumindest nicht ohne seine Tricks.
      „Außerdem hat euer Captain recht, ich hatte die Möglichkeit euch alle einfach über Bord zu werfen, aber habe es nicht getan. Solltet ihr jedoch die Chancen haben mich gefangen zu nehmen, oder gar selber herausfinden, wie die Karte funktioniert, bin ich geliefert. Mit anderen Worten: ich gebe meine Waffen sicher nicht einfach so her.“, gab er stur von sich, aber es war auch nicht so, dass seine Worte nicht der Wahrheit entsprach.
      Wenn man sich die Situation so ansah, war er deutlich im Nachteil. Nicht nur, dass er hier auf diesem fremden Schiff fest saß, diese Leute waren zu siebt, sicherlich allesamt ausgebildete Soldaten – den Alterianer nicht vergessend – und er war ganz alleine, es war ein wunder, dass sich Lucas überhaupt so schnell auf sein Angebot eingelassen hatte, die Karte war wohl offensichtlich seine Trumpfkarte und die durfte er auf gar keinen Fall verlieren.
      „Irgendwoher... kenne ich dieses Gesicht doch...“, hörte er mit einem Mal die Viperianerin murmeln und diese kniff ihre Augen zusammen, um Ares Gesicht besser betrachten zu können, während dieser seinen Blick von ihr ab wand und sichtlich nervös wirkte.
      „Nicht doch, du musst dich irren, ich bin nur irgendein kleiner...“
      „Ares Gryados?! Der Weltraumpirat der eine ganze Flotte auf dem Gewissen hat?! Du warst doch auch derjenige, der zahlreiche andere Artefakte gestohlen hat!“, fiel es Jiran mit einem Mal wieder und sie starrte ihn ungläubig an und mit so einem gefährlichen Individuum hatten sie es hier zu tun?
      „Captain, auf diesen Mann ist ein Kopfgeld von einer Millionen Credits ausgesetzt, er hat zahlreiche Verbrechen begannen und sollte schleunigst gefangen genommen werden! So eine Chance erhalten wir nicht noch einmal! Wie kommen sie überhaupt darauf jemanden wie ihn auf einen Ort wie Androeda mitzunehmen?! Wer weiß schon, was er plant?!“, wollte die Viperianerin mit ihrer Tirade kaum aufhören, was Ares einen genervten Seufzer entlockte.
      Natürlichmusste jemand von diesen Leuten seinen Steckbrief gesehen oder gar schon mal von ihm gehört haben, aber konnte sie ihn für seine Heldentaten nicht lieber loben als laut zu verkünden, man solle ihn gefälligst gefangen nehmen? Wie unhöflich, aber wirklich.
      „Ihr Leute habt echt keine Ahnung, was eine Zweckgemeinschaft ist, oder? Ihr bringt mich nach Androeada, ich zeige euch den Weg, dann trennen sich unsere Wege und ihr könnt so oft versuchen mich zu fangen wie ihr wollt, aber ich fürchte ohne mich werdet ihr gar nicht erst dorthin kommen.“