Sharava - Die Gilden von Yrm [Taru & Winterhauch]

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    • Sharava - Die Gilden von Yrm [Taru & Winterhauch]

      Sharava - Die Gilden von Yrm

      @Taru
      @Winterhauch

      Zorya
      Umland von Silbergrat, Königreich Guardia

      Ein grober Zug an den Fesseln, die sich um ihre Hangelenke schmiegten, ließ Zorya zum unzähligsten Mal ins Straucheln geraten. Mit grimmiger Miene blickte sie zu dem schwer gepanzerten Ritter auf seinem hohen Ross auf, der nur ein spöttisches Grinsen für die übrig hatte. Aus reiner Provokation gab er dem Seil einen erneuten Ruck, ehe er den Blick wieder auf die Straße vor sich lenkte. Die Bändigerin versuchte Schritt zu halten und fand schnell ihre Balance wieder. Zugegeben, sie hatte den Rittern keinen richtigen Grund gegeben, sie besser zu behandeln wie einen gewöhnlichen Strauchdieb. Missmutig berachteten strahlend blaue Auge die schweren Eisenbeschläge um ihre Hände. Klug. Ohne den Einsatz ihrer Hände, war es ihr nicht möglich Hilfe zurufen. Hilfe in Form einer rasenden Kreatur, die mit dem Rittertross wohl kurzen Prozess gemacht hätte. Zorya war kein Freund übermäßiger Gewalt, aber noch weniger schätzte sie es, wie Vieh hinter einem Pferd hinterher getrieben zu werden. Ihre Kleidung, bestehnd aus weichem, beweglichem Leder und den verschlungen Verziehrungen, die auf ihre Bändigerherkunft deuteten, waren mit einer Schicht Staub und Dreck bedeckt. Seit geschlagenen zwei Tagen trottete sie wie ein Haushund dem Reiter nach. Die Pausen waren kurz und boten ihr kaum eine Möglichkeit Kräfte zusammeln. Bisher hatte sich keine Gelegenheit geboten, sich aus dieser misslichen Lage zu befreien. Was sie in Bartonien erwartete, war ein Leben in Sklaverei unter einem nach Krieg lechzenden Herrscher. Bei dem Gedanken daran wurde ihr beinahe übel. Andererseit kam konnte die Überlkeit auch von dem Umstand herrühren, das sich der Staub der Straße förmlich auf ihre Zunge gelegt hatte. Selbst die Pferde bekamen mehr Wasser als die Zähmerin. Wenn sie nur ihre Hände bewegen könnte, hatte sie aus Groll sämtliche Pferdes des Trosses ihrer Reiter abwerfen lassen. Zähneknirschend setzte Zorya einen Fuß vor den anderen.
      Ein unglücklicher Zufall hatte sie in diese Lage katapultiert. Sie war den königlichen Rittern quasi direkt vor die Füße gelaufen, während sie versucht hatte rießigen, geschuppten Waldechse aus dem Weg zu gehen. Wenn möglich ging sie den kämpferischen Begegnungen mit Kreaturen aus dem Weg. Und diese aggressiven Biester war eben mit Vernunft nicht beizukommen. Zorya vermied es einem Wesen ihren Willen einfach aufzuzwingen. Die Tradition der Bändiger gebot es keinen Zwang auszuüben. Sie baten um Erlaubnis, eine Zähmung erforderte Geschick und ein gutes Gespür. Eine Kreatur die ich freiwillig gab, war ein weitaus besserer Verbündeter. Aber dieses Vorgehen schien beinahe ausgelöscht. Krieg und Gier hatten die Völker der Zehn Stämme korrumpiert. Dabei hatten sie nie Macht oder Reichtum angestrebt.
      Die Bändigerin blickte zum Waldrand hinaus. Zwischen den Schatten verbarg sich ein schwaches Leuchten, bei Tageslicht kaum zu erkennen. Fenix, ein lebhafter und frecher Waldgeist in Gestalt eines weißen Fuchses, folgte ihr auf Schritt und Tritt. Bisher hatte ihn niemand bemerkt und der kleiner Fuchs war ihre einzige Chance die Fesseln loszuwerden. Er wäre durchaus dazu in der Lage die Schlüssel zu ihren Fesseln zu stehlen, aber bisher war es zu riskant gewesen. Sie würde das Risiko nicht eingehen, dass man Fenix zu fassen bekam.
      Seit der Verbannung aus ihrer Sippe war die junge Frau auf sich allein gestellt. Sie hatte sich geweigert in den Dienst des Königs zu treten und ihre Kräfte ausbeuten zu lassen. Auch wenn die Clanführer und auch ihr eigener Vater das anders sahen. Gemäß dem Gesetzt der Stämme hatte man sie aus den Zehn Stämmen verbannt. Die verschlungene Tattowierung auf ihrem linken Unterarm, ein verwurzelter Baum desswen Krone sich hinabneigte und wieder mit den Wurzeln verband, hatte man ihr grob von der Haut gebrannt. Es hatte einst die Einheit der Bändiger zur Natur und all seinen Lebewesen symbolisert. Jetzt war es nur noch ein schlechter Witz. Die Brandwunde war schon lange verheilt, aber dann und wann spürte sie noch den phantomartigen Schmerz des glühenden Eisens.
      Mit einer unwirschen Geste schob die die blonden, von Staub und Wind wirren Haare aus ihrem Gesicht. Bisher waren sie ohne Schwierigkeiten voran gekommen. Aber zu diesen Zeiten konnte ein Hinterhalt hinter jeder Ecke lauern. Banditen, Herumtreiber oder feindliche Krieger waren keine Seltenheit. Was sie beunruhigte war die Tatsache, das sie nicht inter Lage wäre sich zu verteidigen. Ihr Bogen war an einem der Sättel fest verschnürt und mit verbunden Händen eh nicht zu gebrauchen. Zorya leckte sich über die spröden Lippen und behielt den Weg und die Schatten am Waldrand immer im Auge.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”

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    • Ares Noud

      Seit Tagen war er durch die Wildnis gelaufen, bis er endlich wieder eine kleine Ortschaft erreicht hatte, in der man auch wieder frische Arbeit annehmen konnte. Seine letzte Reise hatte ihn in die Krallenberge geführt, wo er gegen wilde Bestien kämpfte, nur um sein Können zu trainieren. Dort gab es viele Raubtiere, und darunter auch den mächtigen Krallendrachen. Ein paar davon hatte er erlegen können, aber dann wurde es ihm doch zu gefährlich, und er zog sich wieder zurück in die Zivilisation. Das er es überhaupt im Alleingang solange dort ausgehalten hatte, war schon eine Meisterleistung. Zudem war er auch mit entsprechenden Fähigkeiten und Hilfsmittel ausgerüstet, die das Ganze erst bewerkstelligen konnten.
      Er war in einer kleinen Ortschaft, die nicht auffällig wirkte, gelandet, aber auch hier gab es zwei Gilden, die sich niedergelassen hatten, und in Neutralität gegenüberstanden.
      Vermutlich ging das nur, weil man die Aufgaben wunderbar teilen konnte. Die eine erledigte eher leichtere Aufgaben, die etwas mit Botengängen oder Wachdiensten zu tun hatte. Oder besorgte andere Dinge die irgendwer benötigte. Die andere Gilde jedoch tat quasi alles für Geld, und um ihr Ansehen zu verbessern. Außerdem heuerte man zusätzliche Leute an, wenn es nicht genug Mitglieder gab, um einen Auftrag zu erfüllen. Und zufällig erwischte es Ares, der ohnehin sein kleinen Geldbeutel wieder füllen wollte. Er wurde schon angesprochen, bevor er das Gildenhaus betreten hatte, und sagte sofort zu. Drei Goldstücke sollte sein Anteil sein, und das war enorm viel gegenüber Silber oder Kupermünzen. Mit Gold konnte man sich einiges leisten.
      Der Auftrag allerdings hatte es auch in sich. Ziel war es, einigen Rittern aus Guardia oder Bartonien aufzulauern, und deren Köpfe einzusammeln. Ein Schamane benötigte diese für irgendein dunkles Ritual, und dieser war ebenfalls Mitglied der Gilder. Drei weitere Söldner waren zusätzlich angeheuert, vier mit Ares zusammen, und dazu sieben aus der Gilde. Vier davon waren Dunkelelfen, bewaffenet mit Schild und Schwert.
      Und so wie sie aussahen, kämpften sie vermutlich auch - scheußlich. Dunkelelfen waren wahre Meister im Töten. Die finstere Brut lebte bis vor einigen Jahren noch in den Tiefen der Erde, in den unterirdischen Reichen. Aber die letzten 20 Jahre hatten sie an die Oberfläche getrieben, und dort hatten sie Chaos und Leid verbreitet, alle Reiche in Kriege verwickelt, und die Menschen aus Yrm fast vollständig ausgerottet.
      Ganz Sharava hatte in blutigen Schlachten dafür gekämpft, die Ordnung wiederherzustellen, aber das hatte bis heute nicht geklappt.
      Die Welt veränderte sich viel zu schnell. Ares selbs war noch ein kleiner Bengel gewesen, als die großen Kriege begannen. Und heute ist er selbst ein Krieger, und beteiligte sich irgendwie an dem Ganzen.
      Jetzt lief er für die Gilde, die auf den seltsamen Namen "Fröhlicher Tod" hörte, durch die Wildnis und jagte nach Soldaten des Königs. Kein einfacher Auftrag, denn Ritter waren gut gerüstet, manche schwer gepanzert und hoch zu Ross.
      Die drei anderen Söldner waren Schützen und ein Magier. Der Magier war noch recht jung und sicher wenig erfahren, aber er konnte das Gold sicher auch gebrauchen.
      Nach dem sie für einige Stunden auf der Lauer lagen, fanden sie bald einen Tross bartonischer Ritter. Ausgerechnet Bartonier. Ares hätte lieber ein paar aus Guardia erwischt. Naja, was solls. Aber dieser Truppe war nicht allein unterwegs. Es gab ein paar Gefangene, die an Ketten und Seilen gebunden den Pferden nachliefen. Diese Unglücklichen Narren. Vielleicht bedeutete der Angriff auf die Ritter ihre Freiheit. Oder die Gilde brachte sie auch gleich um.
      "Ok, hört zu, Leute. Wir holen uns jetzt die Ritter. Nicht alle sind voll ausgerüstet, und es sind nur 15 Reiter. Dazu kommen vier Gefangene. Die sind unwichtig, aber lasst euch von denen nicht stören. Sind sie im Weg, schlachtet sie ab.", meinte der Anführer, ein Typ mit Augenklappe und Hakenhand.
      Ares rieb sich das Kinn. "Was passiert mit den Gefangenen, wenn wir die Ritter besiegt haben? Verkaufen wir sie selbst?"
      "Unsinn. Der Aufwand lohnt sich kaum. Eine Frau und drei schmächtige Burschen. Was willst du für die Verlangen? Nimm sie dir, wenn du kannst, aber denke daran, wofür du bezahlt wirst. Die Ritter haben Vorrang!"
      "Inordnung. Ich werde mir dann hinterher noch zwei schnappen und mich nach einem Preis erkundigen. Vielleicht reicht es für eine Übernachnung in einem Gasthaus.", meinte Ares und zog sein großen Zweihänder.
      Eine kurze Absprache und die Gruppe teilte sich auf. Die beiden Schützen griffen schließliuch zuerst an, feuerten auf Ritter und Pferd.
      Ein Reiter wurde am Arm getroffen, und er schrie auf, ein anderer verlor sein Pferd, das mit Pfeil im Kopf zusammensank, und ihn in den Dreck beförderte. Aber er überlebte fast unverletzt.
      Alarm wurde geschlagen und die Sklaven in die Mitte genommen. Alle Reiter zogen ihre Waffen, Schwert oder Axt, zwei trugen Lanzen, jedoch kein Schütze.
      Der Magier trat auf den Weg und sofort ritten zwei Soldaten los und griffen ihn an.
      Der Magier murmelte seinen Spruch und ein paar Steine flogen auf die Reiter zu. Schilde und Rüstungen federten das Ganze ab, was den Magier überrascht zurückweichen ließ, und er suchte bereits nach einem anderen Angriff.
      Dann stürmten die Nahkämpfer von zwei Seiten los. Ares stürmte von rechts heran, und wurde sogleich angegriffen. Der Reiter aber hatte wenig Erfolg, da er zuerst dem Pferd die Beine abschlug, was daraufhin aufheulend nach vorn zu Boden ging. Der Ritter landete unsanft daneben und Ares griff ihn sofort an, rammte ihn das Schwert in den Oberkörper. Ein schneller tot, ein überraschender.
      Aber es ging noch weiter. Es gab genug für jeden hier.
      Schon ließen die Reiter die Seile los, an dem die Ketten angebunden waren. Die Sklaven waren wohl nicht so wichtig wie das eigene Leben. Und weit würden sie eh nicht kommen. Man würde sie wieder einsammeln.
      Aber der Tumult war wohl auch eine Chance für Zorya, denn nun war sie unbeobachtet.
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    • Zorya

      Bevor der erste Pfeil sein Ziel traf, erklang das tödliche Sirren der Geschosse unheilvoll in der Luft. Zorya riss alarmiert den Kopf herum und wurde durch einen kraftvollen Ruck von den Füßen gezogen. Mit einem Ächzen landete sie im Staub und der Aufprall drückte ihr die gesamte Luft aus den Lungen. Für einen kurzen Augenblick verlor sie die Orientierung, ehe sie nach Luft ringend auf alle Viere kam. Ihr Blick schnellte zur dem Ritter, der im Besitzt ihrer Ketten war. Die unglückliche Seele hatte es eiskalt erwischt. Ein Pfeil ragte aus seiner Kehle, während er zuckend am Boden lag und mit den behandschuhten Händen hektisch nach dem Geschoss in seinem Hals griff. Unter anderen Umständen hätte die Bändigerin etwas wie Mitleid empfunden, doch nach den letzten zwei Tagen hielt sich das Gefühl doch arg in Grenzen. Mit verbundenen Händen kam sie nur sehr mühevoll voran, doch bevor sie stolpernd auf die Beine kam, erweckte etwas anderes ihre Aufmerksamkeit. Fenix, der kleine, weiße Fuchs, huschte zügig und flink zwischen den kämpfenden Parteien hindurch. Er war durch seine geisterhafte Erscheinung mit dem Auge kaum zu erfassen, doch Zorya spürte augenblicklich den mystischen Zug ihrer Verbundenheit. Der kleine Frechdachs hatte es faustdick hinter den Ohren. Doch jetzte rannte er zielstrebig auf die am Boden liegende Wache zu um mit spitzen Zähnen den Schlüsselbund zu entwenden. Mit zuckenden Ohren tänzelte er kurz auf der Stelle, ehe er in Richtung seiner Herrin davon schoss. Auf ihrem mit Staub bedeckten Gesicht breitete sich trotz des Chaos um sie herum eihn Lächeln aus. "Du schlaues Kerlchen..." Wisperte sie dem Fuchsgeist entgegen und streckte die Hände aus. Fügsam ließ sie Fenix die Schlüssel in ihre Hand fallen.
      Es war ihr Glück, dass die Angreifer bisher nur wenig Notiz von ihr genommen hatten. So eilte sie sich, den richtigen Schlüssel zu finden und hätte beinahe triumphierend gelacht, als die schweren Eisenketten von ihren Handgelenken abfielen. Die Haut darunter war gerötet und stellenweise aufgescheuert, aber darum konnte sie sich später kümmern. Verschwinden war die oberste Priorität. Wer wusste schon, was die Angreifer vorhatten und Zorya war nicht erpicht darauf, von einer Gefangenschaft in die Nächste zu kommen. Hektisch sprach sie auf die Füße und sah sich zum ersten Mal richtig um. Menschen und...Dunkelelfen? Skeptisch schossen ihre Augenbrauen in die Höhe. Seltsame Verbündete. Vermutlich handelte es sich um eine bunt zusammen gewürfelte Truppe aus Söldern. Das war gar nicht gut. Ein schrilles Wiehern lenkte sie für einen Moment ab. Mit Grauen in den Augen sah sie zu, wie ein Pferd samt Reiter zu Boden stürzte. Eine rießige Blutlache bildete sich um die abgetrennten Beine des Tieres. Welcher Barbar was zu so etwas Schrecklichem in der Lage. Voller Abscheu erblickte Zorya einen Mann, der sein Breitschwert mit Geschick aber brachialer Gewalt führte. Ihr Herz blutete bei dem Leid der unschuldigen Tiere. Aber so waren die Zeiten. Hart und voller Grausamkeit.
      Ohne Zögern machte die Zähmerin kehrt und rannte mit aller Kraft die sie aufbringen konnte in die entgegengesetzte Richtung. Zu Fuß war sie auf Dauer einfach zu langsam. Zorya schlug die Hacken in den Boden und stoppte. Eilig sah sie sich um und erblickte ein reiterloses Tier, das in Panik ausschlus. Mit erhobenen Händen, als wolle sie dem Tier zeigen, dass sie nicht vorhatte es zu verletzen, kam sie auf den scheuen Rappen zu. Das schwarze Fell glänzte von der Feuchtigkeit des Blutes. "Ruhig. Ganz ruhig." Ihre Worte waren äußerst sanft und in ihnen schwang ein einzigartiger Wiederhall mit. Das Pferd blieb auf der Stelle stehen. Obwohl der Kampf in vollem Gange war, legte die junge Frau ihre Hände sanft an den Kopf des Tieres und flüsterte stille Worte. "Braver Junge." Der Hengst schnaubte nervös und scharrte mit den beschlagenes Hufen. Um ihre Hände bildete sich ein schwaches, goldenes Licht, während ihre Hand über die weiße Blesse auf der Stirn des Rappen glitt. Noch einmal sah sie über ihre Schulter. Es blieb keine Zeit den anderen Gefangenen zu helfen. Sie konnte nur hoffen, dass sie die Beine in die Hand nahmen und rannten. Fenix sprang mit einem eleganten Satz auf ihre Schultern und schon schwang sich Zorya in den Sattel. Sie griff nach den Zügeln und beugte sich über den Hals des Hengstes. "Lauf wie der Wind." Das Tier bäumte sich wiehernd auf und preschte mit einem Satz nach vorn. Geschickt hielt sie sich im Sattel, während Fenix ein typisches Fuchslachen von sich gab.
      Trittsicher galloppierte das schwarze Schlachtross durch das blutige Getümmel und hätte beinahe einen der Dunkelelfen über den Haufen gerannt. Gewagt lehnte sich die Bändigerin zur linken Seite und erfasste in vollem Tempo ihren reich verzierten Bogen vom Sattel eines anderen bockenden Pferdes. Pfeile waren ersetzbar, aber nicht der Bogen ihrer Mutter.
      “We all change, when you think about it.
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    • Ares

      Das Scharmützel entwickelte sich schnell zu einer kleinen brutalen Schlacht, in der es nicht darum ging, irgendwie Gefangene zu machen.
      Der Magier hatte versagt. Nicht einen einzigen Ritter hatte er ansatzweise effektiv bekämpfen können, stattdessen hatte er gleich zwei Schwerter zugleich kosten dürfen. Ein Stich in die Brust, und ein Hieb auf die Schulter, ließen den lächerlichen Zauberlehrling gurgelnd zu Boden sacken.
      Die beiden Schützen waren da schon gebrauchsfähiger, auch wenn sie zwei oder dreimal schießen mussten, um jetzt noch sicher den Feind zu treffen, und zwar so, das er schwer verletzt wurde, oder gar nicht mehr kämpfen konnte.
      Ares beobachtete die Dunkelelfen, wie sie geschickt und geschwind, und ebenso ztötlich durch die Reihen liefen. Nur wenige Momente kreuzten sie ihre Klingen mit einem Ritter, dann fiel er ihrem Geschick zum Opfer.
      Ein Dunkelelf jedoch wurde abgelenkt, als eine der Gefangenen die Flucht ergriff, ein Pferd stahl, und mitten durch das Getümmel stürmte. Offenbar wollte sie ihre Habe auch zurück.
      Ein Ritter beendete das Leben des Drow und machte sich sogleich auf, der Reiterin zu folgen, und gab seinem Pferd die Sporen. Ein zweiter Ritter folgte auf die Anweisungen des Anführers und Ares überlegte sich, das der Rest der Gilde hier auch allein klar käme. Köpfe abschneiden war eh nicht so sein Ding, außer wenn es im Gefecht geschah. Hier aber würden sie später noch mit Messer Feinarbeit leisten, und das musste er nicht haben.
      Also schnappte auch Ares sich ein Pferd, warf den toten Ritter ab und schwang sich selbst in den Sattel, folgte den den beiden Reitern, die wiederum der Diebin folgten.
      Offenbar war ihnen entweder das Pferd oder die Gefangene wichtig. Ares sollte sich daher überlegen, die Dame später auch festzusetzen. Die war bestimmt was wert. Und das würde er herausfinden. Sein Lohn war ihm jedenfalls schon mal sicher.

      Stille kehrte im Wald ein. Bis auf die zwei Reiter die Zorya verfolgten, waren alle Ritter niedergestreckt worden. Ein Dunkelelf, der Magier, zwei Kämpfer der Gilde hatten ebenfalls ins Gras gebissen. Die Söldner schnappten sich die drei anderen Gefangenen, um sie später noch zu Geld zu machen. Die Dunkelelfen jedoch erledigten die Schmutzarbeit des Auftrages, und fingen an, die Köpfe der Ritter abzutrennen, und stopften sie in einen Sack. Vielleicht brachte Ares ja auch noch die anderen zwei Köpfe, dann würde der Auftraggeber sich sicher freuen.

      Im schnellem Tempo verfolgten die Reiter Zorya, und kamen rasch näher. Sie hatten wohl etwas schnellere Pferde oder eine bessere Reittechnik. Ares jedoch war bereits den Reitern auf den Fersen und schwang bereits sein Schwert. Ein Reiter bemerkte den Verfolger, nickte seinem Kameraden zu und wurde langsamer, stoppte und drehte sich dem Söldner zu, der ebenfalls langsamer wurde und stehen blieb.
      "Bis hier hin, und nicht weiter, Fremder. Euer Angriff auf die Ritter des Königs werden schwere Strafen nach sich ziehen. Dessen bist du dir hoffentlich bewusst. Ich werde dich hier und jetzt richten müssen!", warf ihm der Reiter entgegen.
      Ares grinste und lachte auf. "Haha, du willst mich richten? Deine Freunde sind längst tot, und irgendwie musst du und dein Kamerad ihnen noch folgen. Freiwillig wirst du es aber wohl nicht tun, hm? Na gut, wollen wir mal sehen, wer am Ende noch im Sattel sitzt."
      Beide richteten die Schwerter aufeinander und dann trieben sie ihre Pferde an.
      Ein *Klonk* und ein *Klank* ertönten, dann fiel der Ritter zu Boden. Ein Arm fehlte, und er kroch mühselig fort, aber Ares machte bereits kehrt um ihm das Licht auszuknipsen. "Tut mir ja leid, aber so lautet mein Auftrag. Aber, vielleicht lass ich dich ja entkommen. Verrate mir etwas über die Frau die ihr bei euch hattet. Sie schein von Wert zu sein."
      "Warum ... sollte ich dir das ... verraten?", keuchte der Ritter. Ares meinte nur, das man ihm den Kopf abschneiden wollte, für ein Ritual. Das könnte auch seine Seele schänden. Er könnte jetzt aber ein Auge zudrücken und Gnade walten lassen.
      Der Ritter meinte nur, das sie der Frau zufällig begegnent wären. Sie war als Sklavin vorgesehen. Vielleicht für jemandem vom Adel, oder dem König persönlich. Viel hatten sie nicht aus ihr rausbekommen, nur das sie wohl aus Zehn Stämme stammte.
      "Ah, dann ist sie sicher eine Bändigerin. Sonst lebt kaum wer anderes oben im kühlen Norden. Vielen Dank, Herr Ritter. Ihr dürft davonkriechen."
      Ares gab dem Pferd die Sporen und folgte nun den beiden anderen. Er hoffen, das sie die Richtung beibehielten. Aber da der Ritter schneller war, dürfte die Dame nicht weit gekommen sein. Er wird sie sicher finden. Wenn er sie zu ihrem Stammesclan zurück brächte, wären die sicher äußerst großzügig.
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    • Zorya

      Über ihre Schulter stieß Fenix einen warnenden Laut aus, der Zorya dazu veranlasste einen beunruhigten Blick über die Schulter zu werfen. Verdammt! Diese Bastarde hatten tatsächlich die Verfolgung aufgenommen. Dabei hatte die Bändigerin gehofft, dass das kleine Gemetzel die Ritter genug beschäftigen würde. Ohne Zögern trieb sie den rabenschwarzen Hengst weiter an und vergrub die Hände tief in dessen dichter Mähne. Das Tier schnaubte beinahe empört über das rasante Tempo, so dass Zorya eine stumme Entschuldigung über das unsichtbare Band schickte, um den Hengst milde zu stimmen. Unter anderen Umständen wäre sie respektvoller mit ihm umgegangen. Aber sie würde sich nicht noch einmal fangen lassen. Der Ärger über ihre eigene Leichtsinnigkeit brannte in ihrem Hinterkopf. Die Reiter drohten schnell zu ihr aufzuschließen und auf lange Sicht würde sie das Rennen verlieren. Eine Lösung musste her und das schnell.
      Der Wind trug die dumpfen Stimmen hinter ihr heran. Zu den Rittern hatte sich einer der Söldner gesellt, den man offensichtlich aufhalten wollte. Der Klang von Stahl auf Stahl erfüllte die Luft, doch Zorya blickte stur auf den rettenden Horizont. Vielleicht verschwaffte ihr die Verzögerung einen kleinen Vorrsprung. Leider ging der Plan nicht auf und ihre Hoffnunf erstickte im Keim, als der zweite Ritter im vollen Gallopp zu ihr aufschloss. Mit einer unwirschen Geste griff er nach vorn und riss die Zügel des Rappen herum, so das dieser durch den Ruck erschrocken das Gleichgewicht verlor. Ein Beben lief durch den starken Körper des Pferdes und die Hufen gerieten ins Straucheln. Ein erstickter Aufschrei löste sich aus der Kehle der Kreaturenzähmerin, als der schwere Körper unter ihr stürzte und sich förmlich überschlug. Zorya verlor den Halt und prallte unsanft auf dem Boden des Graslandes auf. Ächzend landete sie auf der Seite, spürte wie ihre Muskeln und Knochen unter der Krafteinwirkung protestierten. Irgendwo neben ihr erklang ein klägliches Wiehern. Bei dem Sturz hatte sich der Hengst einen seiner Vorderläufe gebrochen. In bester Manier trieb der schwer gepanzerte Ritter sein Schwert durch den Hals des Tieren, vielleicht um das Tier zu erlösen andererseit nur, um das schrille Wiehern zu beenden, dass geradezu in den Ohren schmerzte.
      Hektisch versuchte Zorya davon zu kommen. Sie schaffte es nicht einmal auf die Knie, da hatte der Mann die Finger in ihren Haaren vergraben und zog ihren Kopf schmerzvoll zurück in den Nacken. "Du kleines Miststück gehörst mir." Damit stieß er ihren Kopf wieder nachvorn und schlug ihn schmerzhaft gegen den harten Untergrund. Für einen kurzen Augenblick sah Zorya Sterne vor ihren Augen tanzen. Benommen wurde sie herum geworfen, ehe sich eine Hand um ihre Kehle schloss. Die Bändigerin riss benebelt die Augen auf und Panik rann durch ihren Körper wie kaltes Eis. "Du wirst mir ein schönes Sümmchen einbringen, nochmal entwischt du uns nicht. Und so wie es aussieht, werde ich die Belohnung auch nicht mehr teilen müssen." Ein feines Blutrinnsal tropfte von ihrer Stirn über ihre Schläfe und sickerte von dort in den Haaransatz. Niemand hatte gesagt in welchem Zustand, sie die Bändigerin abzuliefern hatten. So lange sie noch in der Lage war, ihre Kräfte einzusetzen, sollte sie die Belohnung noch wert sein.
      Aufgebracht schnellte Fenix durchs Gras, der seine Gestalt manifestiert hatte und in das Handgelenk des Angreifers. Er hatte keine Chance gegen die Ärmel des Kettenhemdes, so dass der Ritter ihn am Nacken packte und einfach zur Seite schleuderte. Die Luft wurde knapp und de Reflex sich zu befreien setzte ein. Mit Händen und Füßen versuchte sie den massiven Ritter von sich zu werfen. Aber ihre Bemphungen liefen ins Leere. Röchelnd verdrehten sich ihre blauen Augen Richtung Hinterkopf. Die Ränder ihres Sichtfeldes begannen sich schwarz zu färben. Nur noch ein paar Sekunden und sie würde das Bewusstsein verlieren. Schwach stemmte sie ihre Hände gegen beschlagene Rüstung.
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    • Ares

      Es dauerte einen Moment, ehe er den Ort erreichte, wo sich der übrig gebliebene Ritter gerade über die Frau her machte. Ihr Pferd hatte es offenbar nicht geschafft, und lag regungslos am Boden. Eine blutene Wunde zeugte davon, das es auch nie wieder aufstehen würde. Und der Ritter? Der saß auf der Frau und schien sie erwürgen zu wollen. Das er wohl nur versuchte die Frau ins Land der Träume zu befördern, damit sie keine Gegenwehr mehr leistete, bemerkte Ares nicht. Für ihn war klar, er wollte sie töten, und das würde er verhindern. Das war seine Beute, und wenn er sie im hohen Norden abgab, gab es sicher nocht mehr zu holen, als nur drei Goldstücke. Außerdem könnte sie in der Zeit auf Reisen eine nützliche Hilfe sein.
      Der Ritter schaute gar nicht erst auf, wer dort angeritten kam, und vermutete wahrscheinlich eh seinen Kameraden. Er knurrte sogar, das er wohl doch noch teilen müsste, aber das war immer noch mehr Lohn als zuvor.
      "Lasst von der Frau, ab, elender Kerl! Wenn euch euer Leben lieb ist, so zieht euch zurück, oder macht bekanntschaft mit meinem Schwert, aber dann werde ich euer Leben nehmen müssen. Nun?", rief Ares, und sprang vom Pferd, richtete die Klinge zum Feind und wartete auf dessen Reaktion.
      Dieser sah boshaft zu Ares hinüber und murmelte irgendwas, ließ tatsächlich von der Frau ab, stand auf und grinste.
      "Wir könnten die Beute doch teilen? Folgt mir zum Schloss und der König wird euch reich belohnen."
      Hinterrücks wühlte er bereits am Gürtel, wo ein Messer hing. Nur etwas Geduld und er könnte ihm dieses in die Kehle rammen.
      "Der König? Pah, er wird mich nicht bezahlen, sondern hinrichten lassen, wegen einem Angriff auf seine Soldaten. Und du wirst mich ebenfalls verraten und in die Höhle des Löwen führen. Also bleibt mir leider keine andere Wahl als auch deinen Kopf zu fordern."
      Ares marschierte auf ihn zu und dann schnellte der Soldat vor, zog das Messer und brüllte auf. Er warf es mit einem Schrei, und Ares selbst wurde überrascht, aber das Messer verfehlte sein Ziel und flog an seinem Kopf vorbei. Wütend schnaufte der Soldat auf seine Unfähigkeit, dann erreichte ihn die Klinge und setzte ihm ein schnelle Ende mit einem Stich durchs Herz.
      "Armer Narr. Er hätte fliehen können. Jetzt wird er auch seinen Kopf verlieren."
      Ares ließ den Mann links liegen und begab sich zur Frau, musterte sie. Eine Bändigerin also. "Hee, bist du wach? Steh auf!", sprach er sie an, stupste sie mit dem Fuß an.
      Und was war das? Ein Fuchs? Er sah seltsam aus, schemenhaft. Ob er zu ihr gehörte? Er war der Meinung ihn bei ihrer Flucht gesehen zu haben.
      Ares steckte das Schwert weg und hob die Hände, um dem Wesen zu zeigen, das er keine bösen Absichten hatte. Wenn die Frau nicht gleich wieder wach wurde, würde er sie auf das Pferd legen müssen, das ihm noch geblieben war. Er würde es behalten und in der nächsten Ortschaft zu Geld machen. Es war immerhin ein Pferd aus Bartonien. Das wurde man besser schnell wieder los. Selbst könnte er es nicht zurück bringen, aber ein anderer könnte bei Rückgabe einen Gewinn kassieren. Sagte man zumindestens.


      Weiter hinten waren die Gildenmitglieder mit ihrer Arbeit fertig. Der Sack war voll mit Köpfen, und selbst deinen einen Reiter hatten sie noch geholt, jenen den Ares zum Schluss getötet hatte, ließen sie liegen. Bis dort kam keiner mehr nachgelaufen und sie waren ohnehin zufrieden. 14 Köpfe sollren mehr als genug sein. Selbst waren nur wenige Opfer zu beklagen und da auch ein Söldner gefallen war, blieb deren Lohn auch übrig.
      Der Anführer gab Ares 15 Minuten Zeit, dann würden sie zur Gilde zurückkehren. Er konnte ja folgen, denn er wusste wo sie ihren Platz hatten. Vielleicht brachte er ja noch den letzten Kopf, oder er starb selbst und musste auch nicht bezahlt werden. Beides war recht.
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    • Zorya

      Fenix, der kleine Unruhestifter, rollte wieder flink auf seine vier Pfoten. Mit gespitzten Ohren betrachtete er mit überaus intelligenten Augen die Blutlache im Gras und den Leichnahm des Ritters. Der geisterhafte Fuchs schnaubte, als wollte er sagen, es geschehe dem Ritter ganz Recht. Mit einem schnellen Satz war er zwischen seine Herrin und dem Söldner gesprungen und fletschte die spitzen Zähnchen. Sein Schweif zuckte unruhig durch das Gras. Es schien ihm gar nicht zu gefallen, wie grob der Söldner die Bändigerin behandelte. Leichtfüßig sprang er auf ihre Brust und rieb den schemenhaften Kopf unter ihr Kinn.
      Eine Hand der jungen Frau zuckte, ehe sie den Arm hob und mit den Fingern zwischen die Ohren des Fuchses glitt. "Du kleiner Quälgeist..." Murmelte sie und es schien, als würde sie wieder in die Bewusstlosigkeit sinken. Doch dann riss sie erschrocken die Augen auf. Die Erinnerungen drangen langsam durch den schwammigen Nebel in ihrem Kopf. Mit einem Ruck setzte sie sich auf und fasste sich an die schmerzende Kehle. Dort bildeten sich schon die ersten Schatten eines Handabdruckes. Der Ritter hatte ganz schön zu gepackt und als sie den Mund öffnete, um zu sprechen, kam nur ein Krächzen heraus. Schmerzvoll verzog sich ihr Gesicht, als sie hustete und einen tiefen Atemzug nahm. Fenix war wieder auf die Schulter der jungen Frau geklettert und beäugte den Söldner mit offener Feindseligkeit, er traute dem Fremden kein Stück.
      Es dauerte zähe Sekunden, ehe Zorya selbst bemerkte, dass noch jemand bei ihr war. Sie reckte das Kinn nach oben und entdeckte einen fremden Söldner der sie mit interessiertem Blick musterte. Die Frage, ob er erkannte, wer da vor ihm saß, war völlig unnötigt. Sie sah es an seinem Blick, dass er wusste, das ihm eine Bändigerin in Netz gegangen war. "Komm mir ja nicht zu nahe." Zischte sie abwehrend und kam etwas ungelenk wieder auf die Beine. Ihr Blick fiel auf das tote Pferd, Bedauern im Blick. Jedenfalls hatte das arme Tier nicht unnötig leiden müssen. Unauffällig spähte sie zu der braunen Stute herüber, die noch vor wenigen Minuten den Ritter getragen hatte. Das war ihre letzte Chance, zu Fuß würde sie nicht mehr weit kommen. Vor allem nicht, da es ihr noch immer schwer fiel zu atmen, nachdem der Ritter sie beinahe erwürgt hätte. Ein kurzer Blick zu dem Söldner und schon setzte sich Zorya in Bewegung. Fenix war von ihrer Schulter gesprungen und glitt geschickt über das Gras. Seine Pfoten schienen den Boden nicht einmal zu berühren.
      Mit ein paar schnellen Schritten hatte sie den Körper des Rappen erreicht, denn direkt daneben lag ihr kostbarer Bogen im Gras. Sie würde ihn keinesfalls zurücklassen. Sie schwang ihn über ihren Rücken und hechtete zu der nervös scharrenden Stute herüber. Freiwillig würde sie sicher nicht wie ein Paket verschnüren lassen. Der Söldner würde ihr nachsetzen, daran zweifelte sie nicht. Männer wie ihn kannte sie gut genug. Ihnen war nur das Gold in ihren Händen wichtig, je mehr desto besser. Die paar Meter bis zu dem reiterlosen Pferd schienen sie unendlich in die Länge zu ziehen. Bei jedem Atemzug schmerzte ihre Kehle.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Ares

      Er seufzte. War ja klar, das die jetzt Probleme machen würde. Sie hatte sich gerade erst aus der Gefangenschaft befreit, und schien nun die Aussicht auf eine erneute zu erkennen. Aber Ares ließ sie kurz machen, nachdem sie ihn auf Abstand bat. Aber als sie zu dem Pferd laufen wollte, um mit diesem zu fliehen, setzte Ares nach und stellte sich dazwischen.
      "Nicht so schnell, junge Dame. Eure Freiheit ist näher als ihr denkt, aber auch ich will meinen Anteil davon. Ihr seid eine Bändigerin, nicht wahr? Schon interessant, das ihr in Gefangenschaft der bartonischen Ritter wart. Was mögt ihr wohl verbrochen haben? Außerdem bin ich mir sicher, das man äußerst dankbar sein wird, wenn ich euch heile zurückbringe. Daher kann ich euch auch nicht ziehen lassen."
      Er redete einfach mal drauf los, und hoffte, das er sie irgendwie überzeugen konnte. Allerdings klang es selbst für ihn so, als wollte er die Situation nur ausnutzen. Sehr vertrauensselig.
      Das Schwert hatte er weggesteckt und die Hände auf Brusthöhe erhoben, versuchte er so überzeugend wie möglich zu sein.
      Bevor die Frau allerdings noch groß auf seine Worte eingehen konnte, geschah es ohne Vorwarnung. Ein Pfeil flog heran und steckte plötzlich im Boden zwischen den beiden. Lärm ertönte, Rufe, Pferdehufe und Waffenklirren. Eine weitere Spähtruppe der Ritter, aber diesesmal Guardia. Sie hatten den Angriff wohl bemerkr, und sind zur Hilfe geeilt. Gab es hier einen Spähposten? Vielleicht hat ein Jäger sie gesehen. Oder jemand hatte sie verraten.
      "Verflucht, wo kommen die denn her?", knirschte er mit den Zähnen, und dann ein weiterer Pfeil der die Stute traf, jedoch nicht tötlich, aber er steckte im Oberschenkel des Tieres, um es daran zu hindern, weite Strecken davon zu laufen.
      "Mist. Komm mit, wenn du nicht wieder in Ketten enden willst.", rief er schnell zu ihr und rannte zu seinem Pferd, naja, eben jenes was jetzt seine beute war, und schwang sich auf dessen Rücken. Er Ritt ein Stück auf Zorya zu, und hielt ihr den Arm hin, damit sie sich auch auf das Pferd schwingen könnte.
      "Du hast die Wahl, Ketten und Gefangenschaft, oder du vertraust mir. Ich reite zunächst zurück zur Gilde, die mit angeheuert hat. Dort kassier ich erstmal ab. Das ist momentan wohl auch der sicherste Ort, da an dir kein Interesse besteht."
      Erwarzngsvoll blickte er sie an, aber die Zeit drängte. Die Guardia hatten Schützen dabei, und erneut flog ein Pfeil herbei. Trafen sie auch das Pferd, dann könnte es für beide übel enden.
      "Dein komischer Freund kann auch mitkommen. Aber entscheide dich endlich."
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    • Zorya

      "Geh mir aus dem Weg." Die Stimme der Bändigerin war eher ein heiseres Krächzen, was die Drohung in ihren Worten nicht gerade vorteilhaft unterstrich. Mit zornig, funkelnden Augen blickte sie den Söldner an. Das hatte er sich so einfach gedacht. Freiwillig würde Zorya ihm sicherlich nicht folgen. Wer wusste schon wohin er sie bringen würde. Hektisch sah sie über seine Schulter zu der braunen Stute, die unruhig auf der Stelle tänzelte. Scheinbar wollte sie genauso dringend hier weg wie Zorya. Gerade wollte sie trotzig einen Schritt um ihn herum gehen, als ein Pfeil knapp neben ihrem Fuß im Boden aufschlug. Mit einem leisen Fluch blickte sie in Richtung der herannahenden Reiter. Das hatte ihr gerade noch gefehlt. Konnte sie denn heute niemand in Ruhe lassen? Warum konnte man sie nicht einfach laufen lassen?
      Erschrocken sah sie zu, wie der nächste Pfeil das Pferd traf. So viel dazu. Fenix umkreiste ihre Füßen und biss in den Stoff ihrer Hose, zerrte daran, als wollte sie daran erinnern, dass sie endlich die Beine in die Hand nehmen sollte. Gerade noch rechtzeitig tat sie einen Schritt rückwärts, ehe ein weiterer Pfeil an ihrer Schulter entlang flog. Das war knapp gewesen.
      Skeptisch sah sie zu, wie der Söldner auf das noch unverletzte Pferd sprang und tatsächlich auf sie zuritt. Zorya spielte mit dem Gedanken die Hand auszuschlagen, als auch schon der nächste Pfeil an ihr vorbei zischte. Dieses Mal konnte sie den Luftzug deutlich an ihrem Ohr spüren. "Oh, verdammt...Na gut!" Ohne weiteres Zögern griff die Zähmerin nach der geboteten Hand. Ihre Finger schlossen sich fest um seinen Unterarm, ehe sie sich mit seiner Hilfe hinter ihm auf den Rücken des Pferdes schwang. Das Pferd war es gewohnt schwer gepanzerte Ritter zu tragen, zwei Reiter sollten daher kein Problem für das Schlachtross sein. Kurz bockte das Tier unter ihrer unsanften Landung. Instinktiv schlang sie die Arme um seine Seiten, um die Hände in Höhe des Brustbeines ineinander zu verschränken. Auf keinen Fall würde sie bei diesem Ritt vom Pferd. Er passte ihr überhaupt nicht mit diesem Fremden reiten zu müssen. Ein eigenes Reittier wäre ihr lieber gewesen. "Zorya..." War die knappe Vorstellung. Wenn sie sich schon gegen seinen Rücken presste, konnte sie zumindest so höflich sein ihren Namen Preis zu geben. "Weg hier..." Zischte sie über seine Schulter und wartete nicht darauf, dass er das Pferd antrieb. Sie selbst presste ihre Hacken in die Rippen des Tieres, dass mit einem kleinen Sprung sofort in einen schnellen Gallopp nach vorn preschte.
      Zorya blinzelte gegen den Wind in ihren Augen und warf einen wachsamen Blick zurück zu ihren Verfolgeln. Wenn sie doch nur Pfeile dabei gehabt hätte. In diesem Augenblick erhaschte sie einen Blick auf Fenix der ihnen mühelos folgen konnte. Sie stieß einen schrillen Pfiff aus. Der kleine Fuchsgeist hatte zwei Pfeile vom Boden gesammelte. Mit einem eleganten Satz, den ein normaler Fuchs nie geschafft hätte, sprang Fenix kurz an ihnen vorbei. Es reichte um ihren Griff um den Fremden zu lösen und nach den beiden Pfeilen zugreifen. Ein triumphierend Grinsen trat auf ihre Lippen. "Halt das Pferd gerade..." rief sie über die Schulter. Kurz konzentrierte sie sich um ihr Gleichgewicht zu finden, ehe sie ihre Arme komplett zurückzog und ihren Bogen vom Rücken zog.
      Mit einer geschmeidigen Drehung ihres Oberkörper sah sie nach hinten und legte den ersten Pfeil an, während der zweite zwischen ihren Zähnen steckte. Während des Gallopps zu zielen, war nicht leicht, aber ihr Pfeil schnellte von der Sehne und traf den ersten Ritter direkt in den Schlitz seines Visiers. Schnell fand auch der zweite Pfeil sein Ziel, der Aufprall riss den Reiter von seinem Pferd. Von 3 Verfolgern war noch einer übrig. Bei der kleinen Anzahl war es wohl tatsächlich ein Spätrupp gewesen. Obwohl es schmerzte, lachte sie erleichtert. Sie Schwang den Bogen zurück auf ihren Rücken und griff wieder um den Mann vor sich herum. "Den letzten müssen wir abhängen..."
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    • Ares

      Die abgeschossenen Pfeile hatten ihr Denken wohl angekurbelt, und sie schließlich handeln lassen. Mit einen kraftvollem Schwung saß sie nun mit auf dem Pferd und hielt sich an Ares fest. Der war zugleich überrascht, als sie selbst dem Pferd das Kommando gab, loszulaufen, und er musste aufpassen nicht selbst aus dem Sattel zu rutschen, hielt die Zügel straff und führte das Pferd fort von diesem Ort, der kleine Trupp der Guardia folgend.
      "Ich hoffe das eben war kein Fluch .... Ares Noud, sehr erfreut.", meinte er noch auf ihre Vorstellung hin. Manche sprachen schließlich keine Handelssprache oder jedes Volk nutzt auch in Gegenwart eines anderen ihre eigenen Worte und Laute. Aber er vermutete mal, das es sich um ihren Namen handelte.
      Die Verfolgungsjagt hatte begonnen und geschwind ging es an Bäumen und Büschen vorbei, ein Sprung übers Unterholz und ein zweiter durch einen Busch, der dabei fast alle Blätter verlor.
      Der Feind würde aufrücken, soviel war sicher. Die Gruppe bestand aus schnellen Reitern, und sie hier saßen auf einem Schlachtross, das auf Kraft und Ausdauer setzte, und dafür trainiert war, auch im wilden Getümmel noch halbwegs im Zaum zu halten.
      Kurz darauf geschah aber etwas interessantes. Dieses seltsame Tierwesen schien ihnen mühelos zu folgen. Außerdem hatte er irgendwie einige Pfeile aufgegabelt. Waren es jene, die auf sie geschossen wurden? Zorya pfiff, was Ares zucken ließ, und ein Fiepen in seinem Ohr erzeugte. Musste sie auch ausgerechnet dann pfeifen, wenn er seinen Kopf und Ohr zu ihr drehte?
      Das Wesen sprang und seine Begleiterin erhielt ein Geschenk, welches sie für ihren Bogen nutzen konnte. Sie bat darum, das Pferd möglichst ruhig zu halten, was angesichts des Geländes und der Geschwindigkeit kaum möglich war. Viele Unebenheiten lauerten auf sie, aber Ares suchte bereits nach möglichst ebenen Flächen für einige Sekunden schnellen Galopp, fand diese und lenkte das Pferd entsprechend. "Besser gehts nicht .... nutze die Chance jetzt, oder nie!"
      Zorya wandte sich um, zog ihren Bogen und finmg an zu zielen. Ein ruhiger Moment folgte, wenn auch durch die Bewegung des Pferdes etwas holprig, und dann schoss sie kurz nacheinander die Pfeile ab, und traf auch noch recht zielsicher.
      "Hast du von einer Elfe gelernt?", fragte er grinsend, behielt den Blick aber geradeaus.
      Nun war nur noch einer hinter ihnen, und sie hatten keine Munition mehr. Jetzt blieb nur noch das Glück, welches vor ihnrn lag. Der Wald wurde dichter. Ein Schlachtross war es gewohnt, auch mal direkt ins Getümmel zu springen. Man ritt bei Feldschlachten gern einfach durch den Feind hindurch, weshalb das Pferd auch nicht scheute, von Ares auf das dichte Blattwerk geführt zu werden. Er gab nochmals Druck mit den Fersen und das Pferd schoss hinein. "FESTHALTEN...!", rief er noch, dann peitschten die dünnen und feinen Äste an ihnen vorbei. Gut das Ares alles abbekam, und Zorya eher mit Blättern zu kämpfen hatten, die von den Ästen gerissen wurden.
      Das Spiel wiederholte sich und dann war da dieser Fluss .....

      Fast zehn Minuten waren sie nun schon durch das Nass geritten, als Ares endlich wieder auf festen und trocknen Boden wechselte. Klatschnass waren sie, als sie auf dem Rücken des Tieres in das Wasser tauchten und kurz schwimmen mussten. Diese wenigen Sekunden reichten aus, um den Verfolger abzuschütteln, denn er hätte selbst springen müssen, aber sein Tier scheute. Und es gab nur steile und mit Bäumen verwachsene Hänge. Er hätte einen großen Umweg reiten und sie wiederfinden müssen.
      Er schoss noch ein Pfeil, der wirkungslos im Wasser versank, dann zog er sich zurück.
      Sie ritten dann nochmals 20 Minuten, bis sie die Ortschaft erreichten. Ein kleines Dorf, das nicht sonderlich auffällif war. Vielleicht lebten hier 100 Menschen, und ein paar andere Volksangehörige. Zumindest in den Gilden fanden sich auch Dunkelelfen ein.
      Zum Glück war es nicht zu kalt und zu windig, so das sie nicht zu sehr von der Nässe frohren. Ares hatte Wasser in seine Rüstung bekommen. Eigentlich war sie recht robust, denn es war Drachenleder. Fast alles an seiner Kleidung war aus Drachenhaut gefertigt worden. Trotzdem konnte Wasser eindringen, wenn man damit Baden ging.
      Sie erreichten letztenendes das schäbige Gildenhaus der Gilde "Fröhlicher Tod". Eine Bruchbude. Einige Fensterläden fehlten, einige Fenster waren zugenagelt. Die Hauswände sahen aus wie Flickwerk, und überhaupt wirkte es wie längst verlassen. Zwei rauchende Schornsteine zeugten von Leben im Inneren, und der Geruch von Essen.
      Auch hörte man Gelächter und Gespräche. Aus einem Fenster drangen Licht und Bewegungen hindurch, spärlich von einem von Motten zerfressenem Vorhang verdeckt.
      "So, hier wären wir. Das ist die Gilde, für die ich heute gearbeitet habe. Ich bin nämlich ein Söldner, musst du wissen. Und die schulden mir noch etwas Gold. Da drinn können wir uns erstmal aufwärmen und trocknen. Und was essen."
      Das würde natürlich von seinerm Sold abgehen, aber was solls. Er hatte die Frau befreit und keiner hatte Interesse an ihr. Auch das Pferd könnte er verkaufen, oder gegen ein oder zwei andere tauschen. Und wenn er die Bändigerin zurück brächte, bekam er sicher auch was Nützliches, das er zu Geld machen könnte.

      Drinnen stank es nach Qualm, Alkohol und Schweiß. Zudem roch es modrig. Wenigstens sah es besser aus als von Außen vermutet. Ein gewöhnlicher Schankraum, mit Tresen und Hocker, und einigen Tischen mit Sitzbänken. Ein Kamin, in dem Feuer brannte, davor ein Bärenpelz am Boden und vier Stühle im Halbkreis.
      Die, die mit ihm dabei waren, tranken und feierten bereits ihren Erfolg. Der Mann am Tresen sah zu Ares rüber, rümpfte einen Schnauzer und sah nicht sonderlich freundlich aus.
      "Oh, du lebst noch? Ein Jammer. Jetzt muss ich dich bezahlen. Wer ist die Frau?"
      "Meine Beute. Daher kommt sie mit rein. Niemand fässt sie an, klar? Und ja, ich lebe leider noch, wie du siehst. Zieh alle Kosten von meinem Sold ab, aber bring und was zu essen. Und durst haben wir auch."
      Der Mann grunzte und machte sich an die Arbeit, rief irgendwas in die Küche hinter dem Schankraum. Ares bot Zorya erstmal einen Platz an einem der Tische an.
      "So, mal angenommen ich gebe dir Geleitschutz bis in den hohen Norden zu deinem Clan. Schließlich bist du ja jetzt meine Beute und ich habe vor dich heim zu bringen. Was könnte ich wohl für meine investierte Zeit und Mühe verlangen?", grinste er, nicht ahnend, das er wohl eher davongejagd werden würde, wenn er mit ihr dort aufkreuzen würde.
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    • Zorya

      Der Umgang mit dem Bogen war eine Tradition der Frauen in ihrer Familie gewesen. Der reichverzierte Bogen selbst war ein Erbstück, dass seit Geneartionen von der Mutter an die Tochter weitergereicht wurde. Das eigene Talent reichte zwar nicht an das Können ihrer Mutter heran, aber immerhin hatte es gereicht, um ihre Verfolger zu dezimieren. Zorya rückte sich ein wenig im Sattel zurecht, vergewisserte sich, dass ihre Habseligkeiten richtig verstaut waren. Mit gerecktem Kinn spähte Zorya über seine Schulter nach vorn. "Nicht von einer Elfe, aber von meiner Mutter." Damit lehnte sie sich wieder zurück und verstärkte den klammernden Griff ihre Arme um seinen Oberkörper. Keine Sekunde zu früh, denn schoss das Pferd pfeilschnell in die dichte Böschung des Waldes. Ein wenig Mühe hatte sie schon Halt zu finden, bei den rasanten Kurven, die die braune Stute zwischen den Bäumen hindurch zog. Äste streiften ihre Unterarme, aber das gröbste fing Ares ab und das wohl eher unfreiwillig. Sicherheitshalber duckte sich die Bändigerin hinter die breiten Schultern und verbarg den das Gesicht schützend in seinem Rücken. Dennoch verfingen sich wohl einige Ästchen und Blätter in ihren wehenden, blonden Haare.
      Immer wieder warf Zorya einen Blick nach hinten. Der Verfolger war hartnäckig, dass musste man ihm lassen. So schnell würde er die beiden wohl nicht in Ruhe lassen. Mit vor Schock geweiteten Augen sah die Bändigerin das Wasser auf sich zukommen. Der dicht bewachsenen Wald endete direkt an einem Flussbett, in das sie wenig grazil hinein rutschten. Kaltes Wasser drang sofort durch die leichte Lederkleidung und ließ kurz ihren Atem stocken. Sie verfluchte diesen Tag. Schlimmer konnte es kaum werden. Gefangen, geflüchtet, wieder verfolgt und jetzt auch noch bis auf die Knochen durchnässt. Aber zugegeben, Ares und sie schienen, wenn auch etwas unfreiwillig, ein gutes Duo abzugeben.
      Am sicheren und vor allem trockenen Ufer drehte sich Zorya zu dem Ritter um, der verärgert die den Bogen senkte und seine Beute ziehen lassen musste, ob er wollte oder nicht. "Auf nimmer Wiedersehen!" Rief sie über das Rauschen des Flusses und salutierte spöttisch, indem sie sich Zeigefinger und Mittelfinger an die Stirn legte.
      Das kleine Dorf hätte beinahe idyllisch wirken können, wäre das nicht dieses schäbige Gildenhaus gewesen. Das Gebäude hatte schon wirklich bessere Tage gesehen. Die Bändigerin hatte das ungeute Gefühl, dass ein falscher Tritt gegen die Hauswand reichte und das Konstrukt würde einfach in sich zusammen fallen wie ein Kartenhaus. Interessierte Blicke folgten den beiden, bis sich Zorya vor dem Gildenhaus aus dem Sattel schwang. Federnd landete sich auf den Füßen und blickte an ihren tropfnassen Sachen herunter. "Kannst du mir verraten, wie man einen Fluss übersehen kann?" Grummelte Zorya und warang das Wasser aus den nassen Haaren. Tatsächlich steckte der ein oder andere kleine Zweig noch in ihren Strähnen fest, ebenso wie ein paar Blätter. Still schmipfend zog sie ein Ästchen samt ein paar Haare vom Kopf. Kein Wunder dass sämtliche Blicke an ihren Gestalten hingen, als sie durch die Tür traten.
      Skeptisch ließ Zorya ihren Blick durch den Innenraum schweifen. Die Bändigerin war sicherlich nicht zimperlich, vor allem nicht, seit sie allein in der Wildnis unterwegs war, aber ein notdürftiges Lager am Feuer wäre ihr Fast lieber gewesen. Vor allem gefielen ihr die neugierigen Blicke nicht. Mit hochgezogener Augenbraue sah sie Ares an, nachdem sie an einem Tisch Platz genommen hatten.
      "Deine Beute? Ich glaube, da habe ich noch ein Wörtchen mit zu reden." Dabei verschränkte sie die Arme vor der Brust, wobei sie beiläufig noch ein Blatt aus den blonden Strähnen fischte. Bei seinem Angebot blieb ihr fast das Lachen im Hals stecken. "Für deine 'Beute' wirst du wohl im Norden nichts bekommen, außer ein paar Pfeile im Hintern." Mit geübten Griffen löste sie Schnallen ihrer linken Armschiene und schob den dünnen Leinenstoff darunter bis zu ihrem Ellbogen rauf. Darunter kam die hässliche Brandnarbe zum Vorschein. "Mein Stamm hat mich verbannt, weil ich die Befehle unseres Clanführers verweigert habe. Wenn du mich zurückbringst, kannst du mich genauso gut zum Fluss zurückbringen und mich darin ertränken. Bring mich zurück zu den Tolai und du unterschreibst mein Todesurteil."
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    • Ares

      Da waren seine Gedanken schon bei der ein oder anderen Entlohnung felsenfest verankert gewesen, wenn er Zorya zu ihrem Stamm zurück brächte, da hat genau dieselbe Frau nichts besseres zu tun, als alle Anker zu lösen und ihm mitzuteilen, das sie für ihren Stamm kein Wert mehr besaß, sondern eher noch ein unwillkommener Gast wäre, den man sogar töten könnte. Und ihn würde man auch noch zum Dank bestrafen, die Leute dort mit ihrer Anwesendheit beleidigt zu haben.
      "Was?Das sind ja ganz fröhliche Neuigkeiten. Ich hab mein Leben für Nichts riskiert. Und dann mach ich mir auch noch die Mühe dich rauszuholen und bezahl noch Speis und Trank.", jammerte er und ließ die Hände knirschend zu Fäusten werden, entspannte sich danach aber wieder.
      Der Wirt kam zu Tisch und brachte zwei Teller mit Eintopf, eine Schale mit Brot und schaumloses Bier. Das beste was die Gilde hier zu bieten hatte, sofern man nicht bei ihren Aktivitäten guten Wein ergattern konnte, oder sich selbst irgendwo welchen kaufen konnte. Hier in diesem Ort war es jedenfalls nicht möglich. Das Meiste holte man sich aus größeren Ortschaften, einige Stunden Fußmarsch oder zu Pferd und Wagen entfernt von hier. Hier bekam man eher das Grunzen von Schweinen und das Gackern von Hühnern auf den Rücken gebunden. Wenigstens gab es einen Müller und einen Bäcker. Die ganzen Bauern die hier wohnten, erzeugten genug Getreide, um das Dorf und auch die Gilde das ganze Jahr mit Mehl und Brot zu versorgen. Auch wenn ein Großteil eher als Abgabe nach Guardia ging.
      Er musterte sie. Hier und da hing noch ein Ast, mal ein Blatt, und das Haar zerzaust durch die Nässe, welche langsam trocknete.
      "Naja, wenigstens kann ich noch das bartonische Pferd verkaufen. Schlachtrösser haben ihren Preis. Besonders grewinnbringend für denjenigen, der es zurück bringt."
      Er probierte etwas von dem Eintopf, biss vom Brot ab, und spülte mit dem Bier nach. "Pfui Teufel, der Eintopf ist verkocht, das Brot zu trocken und das Bier schmeckt wie abgestandenes Wasser."
      Er sah sich um. "Kein wunder. So wie das Haus aussieht, ist es wirklich das Beste, was diese Gilde seinen Gästen auftischen kann."
      Trotzdem füllte der Fraß halt den Magen, und das Bier löschte den Durst. Ares dachte nach, wie es weitergehen sollte. Gingen sie getrennte Wege, oder könnte er sie wenigstens noch als Wiedergutmachung für ein oder zwei Aufträge selbst anheuern?
      "Hör zu, ... Zorya, für die Mühe die ich mir gemacht habe, dich da raus zu holen, wäre etwas Dankbarkeit angebracht, meinst du nicht?"
      Schnell hob er die Hände und verneinte, das es sicher nicht darum ging, das sie die Nacht mit ihm verbrachte, sondern das sie ihm aushilft. Sie bekommt einen Anteil und kann sich damit dann auf eigenen Wegen absetzen. Aber für diese Gilde wollte er keinen Auftrag mehr erledigen, und spätestens morgen früh verschwinden. Die Übernachtung zahlte er also auch noch. Da nahm die Gilde auch schon 5 Silbermünzen pro Nacht und Person. Nicht auszudenken, ob die oberen Zimmer wenigstens Wasserdicht waren, oder man in schimmligen feuchten Strohklumpen liegen müsste. 50 Kupfer hätte Ares aus Mitleid gezahlt, für beide dann ein Silberstück, aber er hatte hier keine große Verhandlungsweite.
      Erneut also stellte er sie vor die Wahl. "Nun, haben wir einen Deal? Zwei oder drei Aufträge, oder die Summe von 5 Goldstücken, von denen ich dir zwei überlasse, jenachdem was zuerst eintrifft. Dann soll meine Rettungsaktion nicht umsonst gewesen sein."
      In Gruppen war es natürlich einfacher Aufträge aller Art zu erledigen, auch wenn die meisten eher Kupfer oder Silber brachten, oder andere Wertsachen. Gold war wirklich Großzügig als Lohn. Außerdem war sie eine Bogenschützin, was sicher von Vorteil wäre. Ok, das hatte er vergessen. Er müsste ihr natürlich noch Pfeile kaufen, bevor sie einen Auftrag annehmen würden. Sein Verdienst schmälerte sich mehr und mehr ....
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    • Zorya

      Für nichts und wieder nichts? Fragend zog die Bändigerin eine Augenbraue in die Höhe. Aber natürlich, was hatte sie auch von einem Söldner wie Ares erwartet. Missbilligend sah sie den Mann vor sich an, ehe sie erneut den Blick durch den Gastraum schweifen ließ. Hoffentlich konnte sie diese Bruchbude bald hinter sich lassen. Sie wollte gar nicht an den Zustand der Zimmer denken. Es würde sie nicht wundern wenn die Betten von Bettwanzen verseucht waren. Das Essen machte einen ebenso kläglichen Eindruck, aber in ihrer Position konnte Zorya nicht wählerisch sein. Es war Tage er, dass sie das letzte Mal eine warme Mahlzeigt bekommen hatte.
      Ein wenig lustlos stocherte Zorya in der dünnen Brühe herum, die ihnen der Wirt als Eintopf verkauft hatte, ehe sie vorsichtig einen Löffel davon probierte. Ares hatte recht, es war fad und verkocht. Aber es war warm und füllte den Magen. Das Bier machte den Geschmack nicht besser, allgemein hatte Zorya nur wenig übrig für Alkohol. Weswegen sie auch nur hin und wieder an dem Gebräu nippte, um das trockene Brot irgendwie durch den Hals zubekommen. Wie aufs Stichwort verschluckte sich die junge Frau an einem Brotklumpen, als Are tatsächlich forderte, dass sie ihm ein wenig Dankbarkeit zeigte. Das er sofort zurückruderte und seine unglücklichen Worte erklärte, änderte nichts daran, dass Zorya das Gefühl hatte an dem steinharten Brot zu ersticken. Hektisch spülte sie wieder mit etwas Bier nach und sah ihn mit einem Blick an, der nur bedeuten konnte: Dein Ernst!? Es dauerte ein paar Minuten bis sich die Bändigerin wieder unter Kontrolle hatte.
      "Was willst du dann?" Möglichst ruhig lauschte Zorya seinem Vorschlag und schien ihn sorgsam abzuwägen. Was hatte sie schon zu verlieren und einen anderen Ort, an den sie gehen konnte, hatte sie nicht. Nachdem sie die Schnallen über der verräterischen Narbe wieder geschlossen hatte, reichte sie Ares die Hand. "Also gut, wir haben einen Deal. Ich begleite dich auf deinen nächsten Aufträgen und danach lässt du mich ziehen." Mit einem Nicken ergriff sie seine Hand um die Abmachung mit einem Handschlag zu besiegeln.
      "Warum arbeitest du als Söldner, Ares? Ein Kämpfer mit deinen Fähigkeiten hätte sich doch bestimmt den Ritterorden anschließen können?" Zorya gab es nur ungern zu, aber er war ein geschickter Kämpfer im Umgang mit dem Schwert und ein durchaus passabler Reiter.
      Mit einem Seufzen schob sie das Geschirr bei Seite und versuchte eine verknotete Strähne ihrers Haares zu entwirren. "Bitte sag mir, dass es hier irgendwo ein Bad gibt..." Eitelkeit gehörte nicht zu ihren eigentlichen Charaktereigenschaften, aber nach dem unfreiwilligen Bad im Fluss, kam sie sich vor wie eine wandelnde Katastrophe. Ihr Blick huschte zu der Treppe im hinteren Teil des Schankraumes. Dort oben würde sie wahrscheinlich ihre Zimmer finden.
      “We all change, when you think about it.
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    • Ares

      Fast schon hätte er mit einem Nein und scher dich zur Hölle gerechnet, aber Zorya schien einverstanden zu sein und nahm seine Hand um den Deal zu bestätigen. Damit waren sie für ein paar Tage wohl gemeinsam auf Reise und würden hier und da ein wenig Geld verdienen. Natürlich möglichst in die andere Richtung als zu den beiden großen Königreichen der Menschen. Dort würde man sie sicher suchen lassen, und Kopfgeld bezahlen. Für eine Weile sollten sie die Umgebung also besser meiden.
      Zorya fragte schließlich, warum er Söldner wurde, und keinem Ritterorden beigetreten war. Sicher war die Ehre und der Verdienst als Ritter deutlich schwerer auf einer Waage, aber man hatte auch mehr Pflichten und weniger Freiheiten.
      "Das ist schnell erzählt. Und vermutlich sind wir uns da ähnlicher als es scheint. Ich war noch jung, mein zwölftes Lebensjahr entfaltete sich gerade, als die Familie an Streitigkeiten zerbrach. Es gab da wohl einige Probleme und Vorwürfe, die letztenendes dazu führten, das meine Mutter irgendwo bei irgendeinem Adelshaus in Dienste trat. Sie lebt jetzt vermutlich deutlich angenehmer als zu unseren ärmlichen familiären Verhältnissen, die mein Vater mit Tagelohnarbeiten irgendwie aufrecht hielt. Aber diese Art Arbeit war bald auch kaum noch rentabel. Eine Gilde suchte zuverlässige Leute und so beschlossen mein Vater und mein älterer Bruder beizutreten, was wiederum meine Mutter erzürnd hatte und sie zum Adel trieb, während mein alter Herr sich nicht davon abbringen lassen wollte. Und so zogen sie in die Gilde ein. Für mich war da natürlich kein Platz, und man setzte mich auf die Straße, wo ich einen alten Söldner Veteran traf, der mich freundlicherweise aufnahm und auch ausbildete. Ein paar Jahre später hörte ich davon, das die Gilde in der mein Vater und Brunder tätig waren, im Gildenstreit ausgelöscht wurde. Wo meine Mutter war, wusste ich nicht. Es interessierte mich auch nicht mehr. Ich war ohnehin allein, und schloss meine Ausbildung mit 20 ab. Vor drei Jahren verstrab dann auch mein Meister und seitdem schlage ich mich als erfolgreicher Söldner durch das Land. Der Vorteil ist, das ich in allen Söldnerbüros gleiche Vorraussetzungen habe. Der Nachteil sind häufig sehr kleine Gruppen oder Einzelgängeraktionen, die weniger Schutz bieten, als wenn man in einer Gilde tätig wäre. Aber man kann sich von allen kaufen lassen, und gutes Gold machen.", grinste er, als er fertig erzählt hatte, und nahm die letzten Schluck Bier um seine trockne Zunge vom Reden wieder feucht zu machen.
      Auf die Frage mit der Badewanne ging er nicht ein, da er das kaum selbst beantworten könnte. Das müsste man den Chef hier fragen. Aber für ihn war es erstmal interessanter zu erfahren, warum sie hier im Süden unterwegs war.
      "Und was ist deine Geschichte? Was hat eine Bändigerin getan, das sie aus ihrer nördlichen Heimat vertrieben wurde? Ich dachte immer, das Bändiger bei den menschlichen Königreichen von Nutzen angesehen wurden, anstatt als Sklave. Mehr weiß ich allerdings auch nicht darüber bescheid."

      Er würde Zorya Antwort abwarten, und dann den Gildenboss fragen, wo man sich reinigen könnte. Das es im Hinterhof einen Verschlag gab, bei dem eine Feuerstelle mit einer Wassertonne darüber als Bad diente, wussten beide noch nicht. Und vermutlich wurde höchstens Wasser nachgekippt, anstatt es zu wechseln.
      Immerhin würde es für beide ein Einzelzimmer geben. Ares hatte beim betrachten des Gebäudes vorhin einen alten Ledermantel oben auf dem Dach bemerkt. Da ahnte er noch nicht, das dieser dort festgenagelt war, um das Loch im Dach über seinem Zimmer zu verschließen, damit es nicht reinregnete.
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    • Zorya

      Nachdem Ares seine Geschichte beendet hatte, sah die Bändigerin ihn nachdenklich an. Ein einfaches Leben schien es nicht gewesen sein, eher voller Entbehrung und harter Arbeit. Eine zerbrochene Familie war nie ein leichtes Schicksal und so ganz kaufte sie dem Söldner nicht ab, dass es ihn nicht kümmerte, was aus seiner Familie geworden war. Aber Zorya war nicht in der Position darüber Fragen zu stellen. Es ging sie schlicht nichts an. Mit einem letzten Stück hartem Brot, wischte sie die übrig gebliebene Pfütze des Eintopfes aus ihrer Schüssel und kaute dieses Mal bedächtig, um nicht erneut einem Erstickungstod nah zukommen. Kein wirklich gloreiches Ableben. Niedergestreckt durch steinhartes Backwerk. Zorya nickte und lehnte sich ein wenig in dem unbequemen, wackeligen Stuhl zurück.
      "Mein Vater, Zemin, Stammesführer der Tolai hat in seiner unendlichen Weisheit beschlossen unsere Traditionen und Fähigkeiten für Gold an den Hochkönig zu verkaufen. Als Gegenleistung sollten wir mächtige und zu unsagbarer Zerstörung fähige Kreaturen für ihn fangen und bändigen. Es entspricht nicht unserer Lebensart. Wir zwingen keinem Lebewesen unseren Willen auf, auch wenn unser Name anderes vermutet lässt. Wir bitten darum. Die meisten Kreaturen, wie Fenix, du hast den kleinen Quälgeist schon gesehen, schließen sich uns freiwillig an. Sie wählen ihre Meister aus." Die Bändigerin verschränkte die Arme vor der Brust und leegte seufzend den Kopf in den Nacken. "Aber das reichte anscheinend nicht. Ein königlicher Erlass hat alle Bändiger zum Dienst unter der Krone verpflichtet. Man zwingt uns nun per Dekret uns den Befehlen des König zu beugen und ebenfalls in den Krieg gegen die Dunkelelfen zu ziehen. Mit den entsprechenden tierischen Begleitern. Wir schicken wissentlich für Gold und Gier jene in den Tod, die wir beschützen und achten sollten." Mit grimmiger Miene sah sie zu Ares herüber. "Ich habe mich dem Befehl verweigert, was als Verrat am Hochkönig selbst gesehen wird. Mein Vater zog es also vor mich aus meiner Sippe zu werfen anstatt seiner Tochter bei zu stehen. Ohne Zugehörigkeit, ohne Stamm bin ich nichts anderes als vogelfrei. Freiwild für die Jagd. Die Ritter die eurem Schwert zum Opfer fielen, hatten vor mich auszuliefern um sich eine stolze Summe zu verdienen. Man hätte mich unter Zwang in den Kriegsdienst des Hochkönigs von Bartonien gestellt."
      Allerdings glaubte die Bändigerin, wäre eine mögliche Enthauptung ebenfalls nicht von der Hand zu weisen. Sie hätte sich bis zu letzten Minute geweigert. "Man könnte also sagen, du hast mir das Leben gerettet, Ares. Dem Befehl dieses machtgierigen Möchtegern-Königs hätte ich mich nie gebeugt. Wahrscheinlich hätte man mich hingerichtet oder an eines der Freudenhäuser verhökert."
      Mit einem Knarzen schob sie ihren Stuhl zurück und warf das feuchte Haar schwungvoll über ihre Schulter zurück. Dort, wo sie gesessen hatte, hatte sich eine beachtliche Pfütze angesammelt. "Also, sollen wir unserem mürrischen Gastgeber nach unseren Zimmern fragen? Ich muss dringend aus den nassen Sachen raus." Demonstrativ wrang sie eine großzügige Menge Wasser aus dem Saum ihres Mantels. Ihr entging nicht, wie der ruppige Mann hinter der Theke sie mit einem so finsteren Blick bedachte, dass sich sogar ein gestandener Dunkelelf vor Angst und Bange die Beinkleider besudelt hätte. Zorya zuckte beiläufig mit den Schultern und Ares zu ihren wohl eher unfreiwilligem Gastgeber.
      “We all change, when you think about it.
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      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Nächster Tag
      Ares

      Ares war schon früh auf den Beinen gewesen, da er in der Bude eh kaum Schlaf gefunden hatte. Fast wäre es erholsamer gewesen, einfach draußen irgendwo zwischen den Büschen zu schlafen, als in dem mit Stroh und Wolle ausgelegten Holzkästen namens Betten. Ein Knarzen, Knacken und Wackeln immer wenn man sich masl umdrehte. Dazu ein leichtes Poltern, da alles uneben stand. Morsche Dielen, das Rascheln von Ungezifer und Mäusen irgendwo im Raum und hinter den Wänden, hier und da ein Windzug in Begleitung von moderigem Geruch. Ja, wer hier zu Gast war lachte dem Tod fröhlich ins Gesicht. Ein passender Name für die Gilde.
      Zum Teil war die Hütte einfach nur alt gewesen, und niemand schien sich darum zu kümmern, Dinge auszubessern. Zum anderen Teil sah er überall Spuren von Schäden, die durch Kämpfe etstanden waren. Notdürftige Flicken wie der Mantel auf dem Dach sorgten wohl dafür, das die Hütte noch eine Weile halten würde. Lächerlich.

      Ares war in den ersten grauen Morgenstunden bereits mit dem Schlachtross unterwegs gewesen und fand einen Bauern, wo er das Tier eintauschen konnte. Zwei Pferde inklusive Ausrüstung erhielt er dafür. Das war doch schon mal was.
      Er hatte sich auch umgesehen und einen ansässigen Jäger gefunden. Dieser hatte sogar Pfeile. Ares kaufte ihm Zehn Stück ab. Für mehr reichte es nicht. Das musste vorerst genügen. Verpflegung brauchten sie ja auch noch.
      Am Ende hatte Ares alles besorgt, was sie bräuchten, um für ein paar Tage in der Wildnis auszukommen, inklusive Wolldecken, Trinkschläuchen, Zunder, einen Beutel Trockenfleisch und sogar eine Pfanne.
      Mit reisefertig gepackten Pferde kehrte er zum Gildenhaus zurück, band die Tiere an und betrat wieder das Gebäude im Schankraum, wo der mürrische Wirt wieder hinter der Theke stand und irgendwie versuchte freundlich zu fragen, ob man eine angenehme Nacht genossen hätte. Zumindestens sagte der Blick das irgendwie aus.
      Ares sah kurz zur Seite. Dort war das Auftragsbord. Eigentlich wollte er nichts mehr für die Gilde tun, aber er hatte gerade nahezu alles ausgegeben für die Einkäufe. Da er hier schonmal ein Frühstück genossen hatte, hatte er noch Geld dafür übrig, sich und Zorya trocknes Brot, zwei Eier und einen Tee zu finanzieren. Dann war sein Geldbeutel leerer als eine Sandwüste. Die hatte immerhin Sand.
      Die letzten Kumpfermünzen fielen auf den Tisch. "Für mich und meine Begleiterin. Gib ihr was, wenn sie wach wird und runter kommt."
      "Das ganze Gold schon ausgegeben, was? Hahaha, meinetwegen.", knurrte der Boss.
      Ares bekam sein Frühstück und er schlang es runter. Der Gildenboss fragte beiläufig, ob er heute schon wieder verschwinden würde, oder doch noch etwas erledigen möchte.
      "Nur eine Sache interessiert mich. Ihr sucht einen Boten, der eine Nachricht nach Zange bringt? Das liegt doch südlich in Yrm, wenn ich mich nicht irre? Und ihr zahlt wirklich ganze drei Goldstücke für diesen Fetzen? Muss ja sehr wichtig sein. An wen ist sie gerichtet?"
      "Geht dich nichts an. Nimmst du den Auftrag an, erfährst du den Namen einer Person, bei der du sie abgibst. Mehr nicht. Und außerdem warne ich dich davor, das Siegel zu öffnen. Der Inhalt geht dich nichts an. Drei Goldstücke erhälst du von der Zielperson. Interesse?"
      Ares dachte kurz nach. "Möglicherweise ...."
      Natürlich nahm er an. Ein Reiseziel war schonmal was gutes. Zudem versprach die Ankunft etwas Geld. Und Drei Goldstücke nur um ein Papierfetzen von A nach B zu bringen war schon sehr verführerisch. Allerdings war Yrm inzwischen nahezu vollständig in Dunkelelfenhände übergegangen. Sie hatten überall Siedlungen errichtet. Die Menschen die dort leben haben es nicht leicht.
      Die Zielperson selbst war wohl ein Dunkelelf namens Zathas Azot.
      Jetzt musste er nur noch auf Zorya warten. Er suchte sich eine ruhige Ecke im Raum und döste auf einem der Stühle möglichst bequem zurückgelehnt an der Wand.
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    • Zorya

      Die Nacht war eine Katastrophe gewesen. Wobei das Wort Katastrophe es noch nicht einemal ansatzweise beschrieb. Der Wind hatte durch Lücken im Mauerwerk gepfiffen und sie hatte definitiv jedes Wort und Geräusch aus den anderen Zimmern hören können. Jedenfalls war sie nun bestens über die Schlafgewohnheiten der anderen Gäste informiert und ebenso darüber, wer die Nacht nicht allein verbracht hatte. Die hellhörigen Zimmer hatten wahrlich nichts der Fantasie überlassen und so blickte die Bändigerin am nächsten Morgen in den gesplitterten Spiegel, der über dem Armutszeugnis einer Waschschüssel hing und betrachtete die dunklen Ringer unter ihren Augen. Hoffentlich blieben sie wirklich keine weitere Nacht in diesem Loch. Zorya war inmitten von Natur aufgewachsen und würde daher eher einen Platz unter freiem Himmel bevorzugen, als diese wanzenverseuchten Betten. Ein Schauer lief ihr über den Rücken, dass sie sich schütteln musste. Die wenigen Habseligkeiten waren schnell zusammen gesucht und mit dem Bogen über die Schulter, ging Zorya langsam die wenig vertrauenserweckende Holztreppe herunter.
      Unwirsch wickte der Wirt die junge Frau herüber und schob ihr tatsächlich ein Frühstück unter die Nase. Bereits bezahlt, war die einzige Information, die sie von dem mürrischen Zeitgenossen bekam. "Euch auch einen guten Morgen..." Grummelte Zorya nur und balancierte ihr Frühstück auf den Armen, bevor sie sich umsah. Es waren nur wenige der Gäste, wenn man sie so nennen wollte, auf den Beinen. Die meisten schliefen wohl noch ihren Rausch aus. In einer eher unscheinbaren Ecke entdeckte sie Ares und näherte sich ihm langsam. Er schlief tatsächlich im Sitzen. Leise stellte sie ihr Essen und den Becher Tee auf dem kleinen Tisch ab und überlegte, ob sie ihn noch eine Weile in Ruhe lassen sollte. Gedankenverloren und nicht wirklich ausgeschlafen, nippte die Bändigerin an ihrem Tee und pellte fast gelangweilt die Schale von einm der gekochten Eier. Erst als leises Schnarchen an ihre Ohren drang, sah sie wieder zu Ares und schmunzelte amüsiert.
      Mit der spitze ihres Stiefel stieß sie dem Söldner leicht gegen das Schienbein um ihn zu wecken. "Hey, Dornröschen. Aufwachen." Sie stuppste ihn ein zweites Mal an und wartete bis der Mann wieder bei wachem Verstand war. Zorya band sich in der Zwischenzeit die blonden Haare zu einem unordentlichen Knoten im Nacken mit einem alten Lederband zusammen. So gut es ging, hatte sie ihre Kleider getrocknet und die helle Haarmähne wieder in Ordnung gebracht. Kein Blättchen war mehr zu sehen. Einzelne Strähnen fielen aus dem Knoten und kringelten sich um den Hals und im Nacken.
      Erwartungsvoll blickte sie Ares an, der sich wohl noch den Schlaf aus den Augen blinzelte. "Und, wie sieht der Plan aus?" Dabei trank sie erneut einen Schluck von dem dünnen, und längst kalten Tee. Das Brot hatte sie nach dem Fiasko am vorherigen Abend eher wiederwillig herunter gewürgt. Besser als nichts. In diesem Augenblick huschte etwas blasses, weißes zwischen den Stühlen und Tischen hindurch. Fenix sprang auf den Schoß seiner Herrin und ließ sich genüsslich hinter den Ohren kraulen. Der Waldgeist wandte sich mit überaus intelligenten Augen zu Ares herum und stieß ein grimmiges Knurren aus, eher den Kopf wieder gegen den Bauch der Bändigerin rieb. Zorya sah belustigt auf den Fuchsgeist herunter. "Na wer wird denn da eifersüchtig sein? Du bist doch meine Nummer Eins." Fenix schnaubte verächtlich und zeigte Ares die kalten Schulter.
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    • Ares

      Niemals würde er zugeben, als wachsamer und aufmerksamer Söldner, während des Sitzend einzuschlafen. Dösen ja, aber immer mit einem Ohr das aufpasste. Das dem nicht so war, stellte er selbst fest, als er durch Zoryas Hilfe aus dem Land der Träume geholt wurde.
      "V-verflucht, muss wohl doch eingenickt sein. Naja, war ja auch eine durchaus interessante Nacht."
      Die Ausrede hatte alle seine Unfähigkeiten soeben glattgebügelt.
      Zorya war also schon wach und hatte ihr klägliches Frühstück erhalten und verdrückt. Da zischte auch schon dieses Geistwesen wieder herbei und machte sich auf ihrem Schoss ein gemütliches Plätzchen, knurrte Ares an und würdigte ihm keinen weiteren Blick.
      Er rieb sich den Kopf und grinste. "Ja, öhh, vielleicht hat er ja bemerkt, was ich schon alles in den Morgenstunden so getrieben habe, hehe."
      Kurz erklärte er ihr, das im Prinzip für die Abreise alles bereits fertig sei, und er ihr sogar ein paar Pfeile besorgt hatte. Die hängen an ihrem Pferd.
      Ja, jetzt hatten beide eines zum Tausch gegen das Schlachtross. Stinknormale Pferde nach denen keiner suchen würde. Angeblich sogar gute Qualität. Wenigstens hatten sie Hufeisen die gepflegt aussahen.
      Zorya fragte wie es weitergehen sollte.
      "Stell dir vor, ich hab soeben noch einen Auftrag übernommen. Wir reisen nach Süd-Yrm, in einen größeren Ort namens Zange, und überbringen ein wichtiges Schreiben einem Dunkelelfen. Zathas Azot ist wohl der Name. Und dafür kassieren wir schon drei Goldstücke. Das dürfte unseren Deal schon fast abschließen. Und ich bin mir sicher, das es in Zange auch noch was zu tun gibt. Oder auf dem Weg dahin. Vielleicht bist du mich danach auch schon wieder los, haha.", grinste er und getikulierte wild mit den Armen.
      Allerdings lagen auch die Graukieferwälder auf dem Weg. Dort gab es viele gefährliche Tiere, die zum Teil knochengraue Wülste hatten, oder ganze Zahnreihen ersetzt aus einer scharfkantigen Knochenschale, weshalb die Wälder auch den Namen hatten. Dabei reichte es von kleinen Mausgroßen Nagern bis hin zu richtigen Bestien, die sogar einen Bären das Fürchten lehrten.
      Mit erhobenem Finger voraus meinte Ares, das sie nicht daran verzweifeln, sondern wagemutig diesen simplen Auftrag erfüllen sollten.

      Dann standen sie auch schon draußen bei den Pferden. Zwei braune Hengste, Reit und Zugtiere, wie man es ihm sagte. Also durchaus auch mit Ausdauer und Kraft gesegnet. Um den nötigsten Gegnern unterwegs zu entkommen, sollte das wohl ausreichend sein.
      Dann schwang sich der Pleitegeier in den Sattel, wohlwissend nicht einen einzigen Kupfer mehr im Beutel zu haben, aber zuversichtlich grinsend, bald auf drei Goldstücke blicken zu dürfen. Die Hälfte würde natürlich Zorya abbekommen.
      Das Gute war, das sie einen Bogen hatte. Und Pfeile. Unterwegs zu Jagen war immer etwas Zeitaufwendig, selbst für Ares. Die Tiere schienen ihn schon vorher zu sehen, zu hören oder zu riechen. Und immer nur Beeren oder Kräuter zu kauen war doch auf Dauer etwas öde.
      "Auf in Richtung Osten!", rief er und gab dem Pferd die Sporen.
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    • Zorya

      Die Bändigerin schien äußerst amüsiert über den Söldner zu sein, der ruckartig aus seinem Schlaf hoch schreckte. Während sie geduldig Fenix streichelte, lauschte sie dem Bericht von Ares und nickte hin und wieder verstehend. Die Graukieferwälder waren ein gefährlicher Ort, selbst für eine Bändigerin. Die Waldbewohner dort waren von aggressiver Natur und ziemlich angriffslustig. Wer nicht aufpasste verlor einen Arm oder ein Bein an die messerscharfen Kieferplatten. Mit hochgezogener Augenbraue sah Zorya den gut gelaunten Söldner an, dem der klassische Heldenmut förmlich ins Gesicht geschrieben stand. Das konnte ja eine Reise werden. Die Bändigerin selbst war eher von ernster Natur. An die laute und forsche Art des Söldners würde sie sich wohl erst noch gewöhnen müssen. Und vor allem musste sie darauf achten das der kleine Unruhestifter auf ihrem Schoß nicht irgendwelche Dummheiten anstellte. Im Augenblick begnügte sich Fenix mit ihrer vollen Aufmerksamkeit und hatte sich genüslich auf den Rücken gedreht, um sich den Bauch kraulen zu lassen. "Simpler Auftrag? Das klingt alles zu einfach für so viele Goldstücke. Ich erinnere dich an deinen Wagemut wenn dir eine der wilden Bestien aus den Graukieferwäldern am Hintern klebt."
      Draußen bei den Pferden machte sich Zorya mit ihrem Reittier vertraut, wieder überzog dieses warme, goldene Leuchten ihre Hände, als sie sanft den Hals des Hengstes berührte. Die Geflüsterten Worte waren so leise, dass man ihren Sinn nicht Verstand. Aber der stämmige Hengst schien zu sofort zu wissen, dass seine neue Herrin nichts Böses im Sinn hatte. Das Tier war in einem ordentlichen Zustand und schien nicht geschunden worden zu sein. Ares hatte ein gutes Auge gehabt, das musste sie ihm lassen. Der Hengst, der zuvor noch unruhig mit den Hufen gescharrte hatte, rieb nun den breiten Kopf an der Schulter der Bändigerin und schnaubte entspannt. "He..." Sie versuchte den Kopf des Pferdes bei Seite zu schieben, während Fenix um ihre Füße herumsprang wie ein kleiner Welpe.
      Da entdeckte sie die Pfeile und den schlichten Köcher an ihrem Sattel. Fragend ging umrundete sie ihr Pferd und begutachtete die Pfeile. Prüfend balancierte sie das Geschoss auf ihren Fingerspitzen und nickte bedächtig. Keiner Meisterarbeit, aber ordentliches Handwerk. Und sie hatten sicherlich Münzen gekostet, die Zorya nicht besaß. Bevor sie sich bedanken konnte, hatte sich Ares bereits auf sein Reittier geschwungen. Eilig folgte Zorya seinem Beispiel und zog die Kapuze tief über die Stirn, während Fenix vor ihr auf den Hals des Hengstes sprang und von dort aus wohl die Aussicht genuss. Er schimmerte nun wieder leicht durchsichtig und würde bei schnellem Ritt kaum für ein ungeübtes Auge zu erkennen sein.
      Im zügigen Gallopp schloss sie zu Ares auf. "Danke für die Pfeile!" Rief sie herüber. "Ich zahl dir dir Münzen zurück! Du kannst es von meinem Anteil abziehen." Zorya saß im Sattel als hätte sie nie etwas anderes in ihrem Leben getan. Das Pferd unter ihr passte sich ihr perfekt an und ebenso umgekehrt. Die Bändigerin hatte bereits damit begonnen ein zartes Band zwischen ihnen zu knüpfen. Mit einer Hand führte sie die Zügel, die andere lag entspannt Widerrist des Hengstes.
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    • Graukieferwälder - Ares

      Am späten Nachmittag hatten sie die ersten Ausläufer des Waldes erreicht, der sich endlos nach Norden und Süden zu erstrecken schien. Südöstlich sah man Bergspitzen hinter den Baumkronen, weiter im Norden würden irgendwann die Krallenberge warten, aber die waren zu weit weg um sie sehen zu können. Ares wusste, das der Wald nicht überall sehr dicht wuchs. Wenn sie Glück hatten, kamen sie auf die etwas freieren Ebenen, wo man durchaus schneller reisen konnte. Ansonsten würden sie morgen den ganzen Tag reiten, um den Wald durchqueren zu können. Zumindestens schienen zwei Übernachtungen hier zu lauern.
      Zwischendurch hielten sie an, weil sie Büsche mit Beeren fanden. Dazu sagt man ungern nein, und sie sammelten genug um am Abend noch reichlich davon naschen zu können.
      Nun ritten sie durch das Unterholz, bedeckt von hohen Baumkronen, die das restliche Licht des Tages fast verschluckten. "Wir sollten langsam mal einen geeigneten Lagerplatz finden.", schlug Ares vor. Bei dunkler Nacht wäre es gefährlich weiterzureiten.
      Sie fanden bald einen großen Felsen und einen umgestürzten Baumstamm, dazwischen Buschwerk. Ein perfekter Platz. Sogar etwas windgeschützt.
      Die Pferde banden sie am Stamm fest, so konnten sie an den Büschen oder dem Gras am Boden knabbern, liefen aber nicht vor Schreck davon, wenn was passieren sollte. Aber Zorya hatte sicher auch noch irgendwie mit den Tieren gesprochen. Die würden sicher nicht abhauen.
      Sie sammelten Steine, Feuerholz und mit dem Schwert schabte Ares etwas Boden beiseite, wo sie die Feuerstelle errichteten.
      Eine Stunde später spendete ein Feuer Wärme, und zwei Waldhühner die Zorya jagen konnte, stecken an Stöckern schräg neben dem Feuer und garten.
      Etwas Wasser blubberte in der Pfanne, wo sie noch Kräuter reingeworfen hatten, und den ein oder anderen Pilz. Versprach ein interessanter Tee zu werden. Drei dicke Äste diente als Halt für die Pfanne. Später würden sie einfach mit ins Feuer fallen, aber dann war die Pfanne längst weg vom Feuer und vermutlich schon leergegessen.
      "Na dann hoffe ich mal, das wir des Nachts keine ungebetenen Gäste erhalten.", meinte er grinsend, prüfte eines der Hühner und drehte es etwas.
      Nachts schien der Wald belebter als am Tage. Seltsame Geräusche, man hörte vermutlich auch nur besser hin, weil man sich auf die Augen kaum verlassen konnte. Eine unheimliche Schwärze umgab das Lager.

      In der Nähe

      Nicht weit vom Lager klapperte ein Pferdewagen eines Händlers durch das Unterholz des Waldes. Mehrere Laternen erhellten den Weg vor ihm, damit er noch sah, wo er seine Pferde hinlenkte. Aber der Weg wurde immer unebener und dicke Wurzeln machten den Rädern zu schaffen. Manchmal knackte es bedrohlich, und der Händler spähte seitlich hinab von seinem Platz, um nachzusehen, ob die Räder noch ganz waren.
      Hätte er es nur nicht so eilig hier rauszukommen. Eine wertvolle Fracht.
      "Los, bewegt euch, ihr faulen Tiere ...!", schnarte der alte Mann und ließ die Peitsche ertönen. Aber nach und nach gaben die Pferde eher ihrer Furcht nach, als dem Schmerz der Peitschenhiebe, und dem Gefluche ihres Herrn.
      Und dann geschah es. Aus dem Dickicht kam plötzlich eine Schnauze hervor und fauchte das Gespann an. Die beiden Pferde scheuten auf, erhoben sich, während der Händler boshaft fluchte und versuchte sie zu beruhigen, aber es half nichts. Ein Seil riss, und dann löste sich auch noch ein Pferd aus seiner Halterung und flüchhtete irgendwo tief in den dunklen Wald.
      "elende Bestie ...", keifte der Alte und schlug mit der Peitsche nach der Echse, die ihn wütend anfauchte. Irgendwie schaffte er es, sie zu vertreiben, aber weiterfahren konnte er so nicht. Also schlug auch er vorerst sein Lager auf, steckte es mit Laternen ab, um die Nachtbewohner fern zu halten, und ging dann mit einer weiteren Laterne in naher Umgebung auf die Suche seines Pferdes.
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